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E_1939_Zeitung_Nr.047

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m Automobil-Revue —

m Automobil-Revue — N° 47 «Die Logiernächte-Ziffer steigt allmählich wieder», meinte Vetter Heinrich. «Einen Tausender mehr hole ich mir die nächste Kampagne heraus.> «Logiernächte? ... Tausender?» Da stürmte Gitta, Lisbeths um zwei Jährlein ältere Busenfreundin, in die gute Stube: «Mein Engagement ist wiederum erneuert worden. Ist dein Entschluss gereift, Lisbeth?» ... «Ich stehe dir dafür, dass du zu mir als Saallehrtochter kommst schlag einl» Lisbeth schaute wieder zu dem Vetter hin. Er nickt: «Schlag einl» Lisbeth schlug ein. Und als Mutter von ihrer Hühnerschar und ihren Vierbeinern zurückkehrte, sassen die drei schon um den nussbaumenen Tisch herum und studierten die Modeblätter für Berufskonfektion. Drei Wochen später führte die Rhätische Bahn einen Schwärm lachender, singender, jubelnder und scherzender Menschen durch den Albulatunnel nach dem Oberengadin. Lisbeth war die jüngste der übermütigen Gesellschaft. Einem Märchenzauber gleich nahm jetzt die herrliche Landschaft von ihren Blicken, die des Schauens nimmer müde wurden, Besitz. Dann legte sich wieder eine geradezu beängstigende Ruhe auf ihre Seele. «Wirst du hier in dieser seltsam schönen Gegend deiner Pflicht genügen? Wird dein Idealismus, wohl gepflegt in deiner guten Kinderstube, allen verführerischen Launen des Hotel-Angestellten- Schicksals auch standhalten?» Lange schwieg Lisbeth. Tränen füllten ihre blauen Augen. Da hatten alle Reisenden schon den Zug verlassen. Wuchtig, als wäre der Bau für alle Ewigkeit erstellt, türmte sich das Grand-Hotel vor Lisbeths erstaunten Blicken hoch. Einer der Männer ging voraus und machte vor dem Haupteingang eine Rechtsschwenkung, und im Gänsemarsch, mit Koffern, Körben und Schachteln schwer beladen, betraten die verschiedenen Brigaden einen hohen, kahlen Gang. Hoch ging's über steile, ausgetretene Treppen, wieder durch unendlich lange Gänge. So stattlich und vornehm, so massig, imposantdas Aeussere des Palastes sich vor Lisbeth präsentierte, um so erschütternder wirkte jetzt das fabrikähnliche Innere auf das ahnungslose Gemüt. Dann kam die erste Nacht in fremder Umgebung. Sechs Wuschelköpfe schliefen in ebensovielen härten Eisenbetten, in kölschenen rotweiss-gewürfelten Kissen und Ueberwürfen. Sechs Uhr früh. Fürwitzig guckte Gittas, der Saaltochter, nackter Fuss unter der verschobenen Decke hervor. Deckbett und Wolldecke hingen an den Bettgittern herunter. Ihre Hände hatte sie zu drohenden Fäusten geballt. Lisbeth hatte ihre erste Nacht zum guten Teil wachend verbracht. Und dennoch war das Heimweh aus ihrem Herzen schon gewichen. Des Backfisches Uebermut beherrschte das ganze Wesen. Und das war gut. Im Nachtgewand blies sie jetzt durch eine leere Wasserflasche die Tagwacht. Treppauf und treppab hob ein Jagen und Tragen, ein Springen und Klingen an, bis ein jedes in seine Disziplinen eingeweiht war und der eigentliche Arbeitstag seine Rechte fordern durfte. Die Portiers verschwanden hinter ihren Kofferbergen. Der Concierge erteilte in allen Weltsprachen Auskünfte und gab gewichtige Direktiven nach allen Seiten hin. Auf den Etagen schössen Gouvernanten und Zimmermädchen wie von Taranteln gestochen umher. In der Küche, der Produktionsstätte des Grandhotels, schwangen die Dragoner mit verschlafenen Gesichtern ihre Kellen. Der Barman mischte und servierte schon seine kostbaren Drinks. Von all' den hundert Geschehnissen besass das Lisbethli bis jetzt eine krumme Ahnung. Noch stand sie als Mauerblümchen mit weit aufgesperrten Augen in der Ecke des grossen Saales, wo der gestrenge Ober seine Brigade inspizierte und besonders die Kolleginnen eine nach der andern auf ihre Fähigkeiten prüfte. Mit unmissverständlichen Kennerblicken reihte er die schwarz-weiss gekleideten Töchter in ihren Service ein. Da kroch auch schon das Gespenst des Lampenfiebers an Lisbeth heran: «Ob es dir auch gelingt, diese drei Suppenteller mit ihrem Inhalt fein säuberlich zu präsentieren... Die spanische Regierung hat in zuvorkommender Weise die Ausstellung der Meisterwerke des Prado- Museums in Genf genehmigt. Diese Ausstellung, einzig in ihrer Art, von etwa zweihundert Gemälden von außergewöhnlichem Werte, wird unter dem- Schütze der spanischen Behörden, des schweizerischen Bundesrates, sowie des Genfer Staatsrates und Verwaltungsrates stattfinden. Das Genfer Museum für Kunst und Geschichte, du zu diesem Zwecke besonders hergerichtet wurde, ist für die Ausstellung der hervorragendsten Werke spanischer Kunst ausersehen worden. Die Auswahl umfasst etwa dreissig Velasguez, unter ihnen die Ehrendamen, die Spinnerinnen, die Schmiede des Vulkan, den Herzog von Olivares, Bildnisse der königlichen Familie und von Hofnarren; fünfundzwanzig Grecos;, etwa dreissig Gemälde von Goya, zahlreiche Murillos, Riberas und Zurbarans. So wird die Geschichte der spanischen Malerei in einer wundervollen Synthese die Ausdruckskraft einer Rasse und ihren Einfluss in der Entwicklung des menschlichen Genies offenbaren. Einem grossen ob nicht doch vielleicht die seidenbestickte Robe jener Dame zwangsläufig die Bekanntschaft machen wird mit der Bouillon, die ich ihr servieren soll?» Aber noch wird die Arbeit eines geregelten Betriebes nicht zum «Krampf», als den er bei Stosstagen sich gelegentlich äussert. Gitta und die andern eingeschulten Saaltöchter balancieren mit graziöser Sicherheit schwer beladene Plateaus durch die glattgescheuerten Säle, durch Hallen und Gänge, vorbei an giftig schnappenden Flügeltüren. Und nicht wenig Würde und Berufsstolz, besonder» aber grösstes Pflichtgefühl sind auf allen Gesichtern zu lesen. So verflogen rasch die Tage und Wochen. Da schwärmte es aus allen Ländern, in vielen Zungen heran. Alle verrieten grösste Eile, wiewohl keiner aus dem Pflichtenbuche lesen musste. Das ganze - Haus war bis zur letzten Kämmer voll besetzt. Hundert Wünsche hallten durch den Saal. Befehle schwirrten rundherum. Doch des Obers Blicke dirigierten selbst im eifrigsten Gewühl. Genau bewachte er die Tische. Jedes Zeichen der. Unzufriedenheit, die kleinste Kritik, alle Berufs-, lächeln wurden ohne Wimperzucken vermerkt, und im gleichen Augenblicke winkte er zur Korrektur. Von der ersten Stunde an wurde der ganzen Bedienung eingeschärft) dass nur das Vertrauen des Gastes der endgültige Prüfstein für gute Bedienung sei. ' Aber die Zahl der Finessen beim Bedienen sind mannigfach. Lisbeth hatte bald erkannt, dass sie" einen nicht nur verantwortungsvollen Posten, sonr dem auch einen anstrengenden Beruf gewählt hatte. Aber die Jugend hat es nirgends leicht. Und ein ganzer Mensch ist nur jener, den man in ein halbes Dutzend Berufe stellen kann. Die heikelste Frage, die die Saaltochter täglich, aufs neue sich stellt, ist jene nach der Höhe des mutmasslichen Verdienstes. Grosse Häuser zahlen in der Regel kleine Löhne. Somit hängt das Einkommen lediglich von der Ehrlichkeit des Oberkellners ab, dem die Trinkgelder-Ablösung seiner Brigade zufällt. Davon also, wie er den «tronc» verwaltet. Und er, der Allgewaltige seines Reiches, darf beileibe nicht nervös werden, wenn's beim Kassieren «mit» oder «ohne» heisst. Lisbeth ersehnte jedesmal bei ungewohntem Hochbetriebe die Stunde, da sie sich selbst an eine gedeckte Tafel setzen konnte. Nach solcher Ruhe, nach dem Sturm hat auch die Saallehrtochter Anspruch auf Erholung im Freien. Werden dann die Lücken an der Tafel sichtbar grösser, dann wird es stiller nicht nur im Hause, sondern in der ganzen Gegend. So kurz auch die Dienstzeit ist, so häufen sich die Geschehnisse und persönlichen Erlebnisse ins Fabel- ; hafte. . Kleine Liebeleien, eifersüchtiges Gezanke, wenn auch meistens nur durch scharfe Blicke ausgetragen, Kompetenzkonflikte, aber auch ernsthafte, bisweilen folgenschwere Abenteuer, die ip. ihrer Heimlichkeit den Höhepunkt des «süssen Zaubers» in sich tragen, gehören zur Tagesordnung.' Nachdem die letzten Gäste sich schon zur Reise anschickten, kam der Tag, auf den sich das ganze Personal von allem Anfang an schon freute: Der Angestelltenball, Schnitzelbank und Schabernack, spasshafte Intrigen, die manche bisher verborgene Sünde aufdecken, und vieles andere, vertreiben endlich den letzten Rest berufssteifer Zurückhai-' tung. Mitten in den rassigsten Walzer kommt der Clou des Abends: Die Verteilung der von den Gästen im Laufe der Saison gestifteten Getränke. Dann folgen wieder Polonaise, Ringspiele, Tanz und Frohsinn. Ohne jegliche Standeshemmungen verrinnen in heiterster Stimmung die Stunden. Der weisshaarige Herr dreht sich mit dem kleinen bescheidenen Zimmermädchen, das gestern noch in seinem Dienste stand, im Tanze... Wenige Tage später ist es still geworden im grossen Bergpalast. Lisbeth hat den richtigen Beruf ergriffen. Sie darf schon nach der zweiten Saison ein hübsches Sümmchen auf den Tisch des Elternhauses legen. Sie diente noch mehrere Jahre im gleichen Hause. Dann kam ihr die Erkenntnis, in gehobenere Stellung zu kommen, nahm einen Sekretärinnen- Kurs und wurde die rechte Hand des früheren Direktors. Die Ausstellung der Meisterwerke des Prado-Museums in Genf Juni, Juli und August 1939. Publikum ist so die Gelegenheit geboten, in einer Epoche, in der die geistigen Werte nicht gering geschätzt werden dürfen, die Werke von diesen Giganten der Malerei zu bewundern: von Velasquez, dem Maler der treuen Nachahmung; von Grecp, dem wahren Traumbesessenen; von Goya und Zurbaran, den gewaltigen Darstellern einer lebendigen und grossartigen Wirklichkeit. Neben diesen Werken, die durch Vervielfältigungen volkstümlich geworden sind, und die ein tragisches Exil noch menschlicher gemacht und unserer Bewunderung noch näher gebracht hat, befinden sich Gemälde von Mantegna, Raffael, Tizian, Tüttoretto, Veronese, Roger van der Weyden, Hrueghel, Rubens und Rembrandt. Das grossmutige und liebenswürdige Entgegenkommen der spanischen Regierung verleiht dem Genfer Museum die hohe Ehre, während drei Monaten eine der prächtigsten Ausstellungen, die man sich vorstellen kann, darbieten zu können. Die Eröffnung dieser Ausstellung fand am 1. Juni statt. ! Kosmetisches Turnen Schulterpartie und sogenannte «Salzfässer» fettete» Decolletö. Eine gut ausgebildete Schulterund Hatsmuskulatur schützt vor dem einen und dem andern Extrem. ' "' 1. Für die Schultern: aufrecht stehend, die Arme lose herunterhängen lassen und nur aus den a) Schultern heraus Kreise beschreiben. Zuerst beide gleichzeitig nach vorne Und nachher im entgegengesetzten Sinne, lOmal. Moditcher Spaziergang in den Sommer "zu Nr. 1. ' zu Nr. 2. Die Mode geht nach den Jahreszeiten — die helle Heiterkeit des Sommer« liegt über den neuen Kollektionen. Und die,neue.Mode ist voll von Ueberraschungen:: Weite, wippende Glocken», Falten- und Plissierröcke,- Boleros, eng anliegende Taillen, bunte, sehr kleine Hüte, mit farbigem Schleier garniert, und dazu das tausendfältige Modeallerlei, das nun einmal der Punkt auf dem «i» ist. Am Abend Ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. Hier- gibt es keine Regeln, keine Vorschriften. Der gute Geschmack bestimmt, was eine Frau tragen darf — es mag noch so gewogt und einmalig sein, vorausgesetzt ist, dass es ,dem Typ der Frau entspricht. Kleider und Röcke sind entweder sehr eng und schmal oder weit wie eine Krinoline, mit Röschen, Fabeln und Volants besetzt. Und die Farben? Vom zartesten Rosa über Lila zum Bordeaurot, alle blauen Töne; oft grosskariert— eine Skala froher, bunter Farben. Selbst dunkle Kleider werden mit einer bunten Farbe belebt, sei es durch die Garnitur, den Hut/oder die Handschuhe. Blumen übernehmen oft die Aufgabe, als bunter Fdrbfleck dem Gesamtbild einen freundlichen Blickpunkt zu geben. Der Film, der In den letzten' Jähren zum entscheidenden Modeberater geworden Ist, wird, auch in diesem Frühjahr den Frauen ein guter Wegweiser sein. Die besten Propagandisten schöner Kleider sind schöne Frauen;— und wo sollte man schöne und gutangezogene Frauen finden, wenn nicht In den Filmen, die in den Zentren der Filmindustrie Europas und Amerikas mit grossem künstlerischem Aufwand gedreht werden? Jede" Frau, die' sich einen, modernen Film .ansieht, ist gleichzeitig In einer Modeschau und wird gewiss mit viel Nutzen feststellen, was erste Modekünstler an schönen Kleidern ersonnen haben — oft zürn nachahmungswerten Vorbild.* " Zu magere und knochige Schultern und Schlüsselbeine sind ebenso hässlich wie ein,leicht'fverb) Dann als Gegenbewegung: die rechte Schulter macht einen Kreis nach vorne, während die linke nach rückwärts, zu beginnt, (Man denke dabei ans Paddeln.) 2. Schulterblätter: a) Mit seitlich in Schulterhöhe 'ausgestreckten Armen kleine Kreise nach vorwärts und nach rückwärts beschreiben. lOmal in ledern Sinn. zu Nr. 3. b) Die Arme bleiben in der Schulterhöhe mit nach vorne abgebogenen Unterarmen. Die Ellbogen stossen elastisch nach hinten, wobei die Hände mitfliegen. Diese Uebung lässt auch die Brustmuskeln arbeiten. 3. Röckenlinie: zirka 40 cm von der Wand entfernt nimmt man einen Stützpunkt für die Handflachen etwas über dem Kopf. Nun senkt man den Oberkörper ohne die Füsse oder die Hände von ihren Stützpunkten zu verschieben. Die Uebung soll langsam ausgeführt werden. 6mal. Das bezaubernde einfache Neglige, das Myrna Loy : uns zeigt, ist im Directoirestil geschnitten. JLs hat ein Unterkleid aus rotem Chiffon, über dem ein mantelartiges Kleid aus grün- und türkisenfarbenen Streifen getragen wird. Schön ist nicht nur die Farbenzusammenstellung, sondern der Schnitt dieses Morgenkleides. BIERLIMANS' ERLEBNISSE ^IT DEM-WELTM8I jreRT TZ. sr Sdiujs daneben — Stärkung mit Bier. Den Schützenkönig «tat Kid Numnw vier.

JJO 47 — Automobii-Revtifc Unser Tourenvorschlag: Juli« Mosaik unseres südöstlichsten Landeszipfels Das Münstertal ist durch die Erschliessung des Ofenberges für das Auto der grossen Welt schon Güter-Zerstückelung ist auf die Erbteilung zurückzuführen. So gross die Nachteile einer solchen bedeutend näher gerückt. Wer als Schönheitssucher Parzellierung auf den ersten Blick auch erscheinen das Engadin gekostet, der wird auf be- mögen, so muss auf der anderen Seite gesagt quemer Autofahrt auch noch das Münstertal kennenlernen wollen. Wann und wo beide Täler am schönsten sind... in den blühenden, leuchtenden Farben des Frühlings, im Schimmer der Krokuswiesen oder im Herbst, wenn die korallenrote Frucht der Vogelbeeren prangt?... Das möge jeder Reisende am besten selbst beurteilen. durchschneidet, hergestellt. Diese Ofenstrasse leitet ihren Namen von den im waldreichen Tale westlich der Passhöhe in früheren Zeiten betriebenen Eisenschmelzen ab. Davon stammt auch die Ortsbezeichnung II Fuorn. Bei Sta. Maria, im Münstertal, zweigt von der Frauen-Kloster in Münster führt entweder von Zernez aus über den Ofenberg, also durch das Herz Ofenstrasse nach Süden die Strasse über den Umbrail oder das Wormserjoch ab. Sie ist die des Schweizerischen Nationalparkes oder von höchste schweizerische Alpenstrasse (2505 m) und Schuls aus durch das romantische Scarltal. führt, am Fusse der in den Grenzkämpfen 1915 bis 1918 viel benannten Dreisprachenspitze (2846 m) vorbei zur StilfserJochstrasse hinüber. Die Zufahrt aus der Innerschweiz erfolgt über Davos-Flüela oder Chur-Julier. Wer gut zu Fuss ist und Freude hat an einer stillen, noch unverfälschten Bergwelt, dem bieten einige Wanderungen unvergessliche Eindrücke. Ganz besonders lohnend sind Spaziergänge von Cierfs nach Lü, Lüsai, Chaunt, Valcava. Die heutige Kunststrasse ist in den Jahren 1871/72 gebaut worden. Sie ist 3,6 bis AJS m breit, mit zahlreichen Ausweichstellen versehen, und von Zernez bis zur Landesgrenze bei Münster 397 km lang. Die Passhöhe liegt 2155 m über Meer. So klein und winzig wie dieser Name, ist auch sein Träger. Lü liegt, ganz vom Walde eingeschlössen, ler urfd* dürfte wohl nicht nur in Graubünden, son-% als uralte Siedlung auf einer Höhe von dem auch in der ganzen §chweiz als die kleinste ; * waren, das hört man immer wieder sagen, von 1918 m ü. M. im bündnerischen Münstertal und Schule gelten. grosser Schönheit. Wenn ein Jüngling eine solche zählt nicht viel mehr als 50 Einwohner. Die Seelsorge der Leute von Lü wird seit zu Gesicht bekommen hatte, so ergriff ihn verzehrende Im Jahre 1796 wurden noch 21 Häuser und 87 1842 von Fuldera aus versehen. 1850 bezog der Sehnsucht. Seelen, wovon 40 männliche und 47 weibliche, gezählt. Pfarrer, der Lü und Lüssai versah, einen Gehalt , Auf einer Alp im Münstertal lebte ein hübscher, Die Sprache dieser Hochgebirgler ist das von insgesamt Fr. 100.— im Jahr, dazu freilich die aber armer Hirt. Unweit seiner braunen Hütte hatte Romanische und ihr Religions-Bekenntnis mit einer ortsüblichen Naturalien wie Holz, Licht, freie Wohnung zwischen Alpenrosengebüsch und Felsblöcken eine einzigen Ausnahme der reformierte Glaube. Die und ein gewisses Quantum Milch und an- . Diale ihre Wohnung. Diese erhob nachts, wenn er Lüer sind schlichte, ausserordentlich genügsame, aber recht habliche Bauern. Wie viele Alpentäler so hat auch das Münstertal zwei Jahreszeiten, einen langen, langen Winter und einen kurzen Sommer. Dennoch findet man dere Lebensmittel. Einmal, nämlich von 1824—27, wirkte in Lü allein ein Pfarrer Johann Stephanin, der aber ein sonderbarer Schwärmer war und nur auf Zusehen hin die Zwergpfarrei bekleidete (s. Johann R. Truog). Eine segensreiche Seelsorgernicht schlafen konnte und ängstlich dem brausenden Föhnwind lauschte, ihre glockenhelle Stimme und sang herrlich, dass er vor Weh und Wonne alle Furcht vergass. Vergeblich suchte er sie zu belauschen; sie blieb immer unsichtbar. Gerste, Roggen und Kartoffeln noch auf 1900 m in guter und reicher Ernte. Der Wald hat seine obere Grenze sogar bis zu 2300 m vorgeschoben. Selbst in diesem höchstgelegenen Dörflein sind die Bauern für ihre Selbstversorgung bemüht. So beträgt immerhin die durchschnittliche Grosse der landwirtschaftlichen Betriebe noch 705 Ar. Aber diese Zwergbetriebe sind stark parzelliert. Die werden, dass bei der oft eintretenden Rüfengefahr einzelne Parzellen doch von der Verheerung verschont bleiben und den Bauern in Unglücksjahren vor der grössten Not bewahren. Der Stolz der Kleinbauern in LG war von jeher ihr Viehstand. Ihre Habe setzte sich im Jahre 1935 zusammen aus 3 Pferden, 31 Kühen, 85 Stück Jung- Das oben vom Alpenpass und unten von dervieh, 28 Schweinen, 41 Schafen, 106 Ziegen und Calvener Clus begrenzte Münstertal bildet den Korridor für den Verkehr von Graubünden ostwärts ins Vmtschgau, Aetschtal und bis ins Venetianische hinaus. Die Verbindung zwischen Engadin vielen Ketten Hühnern. Geringe Nöte bereitet den Bewohnern von Lü die Holzversorgung. Das gesamte Holz von ungefähr 16 Losen wird von allen Männern des Ortes und Münstertal wird durch die Ofenpass- mit vereinten Kräften gefallt und zu Loshaufen auf- strasse, die den schweizerischen Nationalpark gearbeitet. Bauholz für Reparaturen bekommt jeder Gemeindebewohner zu billigem Preis. Sol- ' ches Bauholz kostet in Lü je Kubikmeter Tannen Fr. 6, Lärchen Fr. 7.— und Arven Fr. 9.—. • Der Weg nach dem freundlichen Münstertal mit dem aus der Zeit Karls des Grossen stammenden Lü klebt auf aussichtsreicher Terrasse inmitten ausgedehnter Wiesen. Zu Lü gehören Lüsai und Urschai, die zusammen eine politische Gemeinde bilden. Das ganze Münstertal ist in drei Terzalen eingeteilt; das eine umfasst die Gemeinde Münster, das andere Santa Maria, und das dritte Valcava, Fuldera, Cierfs und Lü zusammen. Die Bürger einer Gemeinde des letztgenannten Terzais geniessen auf dem Gebiete des ganzen Terzais die gleichen Alp-, Weide- und Holzrechte, wie noch 1936 Otto Müller in seiner beachtlichen Dissertation über das Münstertal schreibt. Im gleichen Verhältnis wie die Einwohnerzahl als solche ist natürlich auch die Zahl der Kinder zurückgegangen. Noch im Jahre 1850 wurden 12, Schulkinder in der Gesamtschule unterrichtet, gegenwärtig zählt die Schule nicht mehr als 3 Schü- :i " Tätigkeit übte der viel zu früh verstorbene Pfarrer- Dichter William Wolfensberger in jenem Bergtal aus. Das Münstertal im allgemeinen und seine Alpen im besonderen sind wie viele Berggegenden sagenumwoben. Arnold Büchli erzählt in seinem prächtigen Buche «Sagen aus Graubünden» vieles über die Dialen des Münstertales. Diese Dialas ' Blick auf das Dörfchen Lü (Graubünden). (Photo Misehol.) Einst aber in einer mondhellen Nacht sah er, den Gipfel des Berges. Und da endlich fing sie wie sie in schimmerndem Gewand lautlos vom ihn in ihren Armen auf. Im Tale hat ihn niemand Berg herabschwebte. Die ganze Weide leuchtete. mehr gesehen. J. P. L Ueberwältigt von ihrer Schönheit eilte der Hirt auf die Gestalt zu, aber sie huschte davon, war bald da, bald dort. Er keuchte ihr atemlos nach. Zürich So ging die Verfolgung über Stock und Stein, immer höher hinauf, bis an den Gletscher, ja bis auf Empfehlenswerte Unterhaltungsstätten Weekendhäuser ESTÄUPANT eRILL-ROOM-AFTERNOON-Ta Besuchen Sie Wurten das malerische Städtchen STRANDBAD in gefälliger und gediegener Ausführung erstellen nach den neuesten Prinzipien und zu konkurrenzlosen Preisen J. Richenberger & X. Sigrist, Weekend- u. 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Denzler, mit Kirsten Flagstad und Max Lorenz. Sa. nachm. 10 Juni *' Uhr: Hauskonzert In der Villa Wesendonk, Dirigent Dr. W. Furtwängler, mit Germaine Lubin. Sa. abend 10. Juni ^0 Uhr: Penthesilea, Oper von Othmar Schoeck. Am Pult: Robert F. Denzler, Penthesilea: Res Fisher, Achilles: Andreas Bohem. SO. naChm 11 Juni Die Walküre, Dirigent: Dr. W. Furtwängler, mit Kirsten Flagstad, Max Lorenz, Germaine Lubin, Joel Berglund, Karin Branzell. Dl. abend 13.Joni 19 Uhr: Die Walküre. Mi. abend 14. Juni 16 ühr: Geschlossen. Do. abend 15. Juni 20 Uhr: Der Zigeunerbaron, Abschied Hansi v. Krauss. Abends 8H Uhr, Sonntag nachm. 3>4 Ohr. Abendkasse ab 18 Uhr (2 11 11) Dle Fr. abend 9.Juni Tante und andere Begebenheiten. Sa. abend 10.Juni 20 Uhr: Wilhelm Teil, Schauspiel von Friedrich Schiller. So.nachm.11.Joni 15 Uhr: Wilhelm Teil. ' 0