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E_1939_Zeitung_Nr.060

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•» AUTOMOBIL-REVUE

•» AUTOMOBIL-REVUE ÖIENSTAG, 25. JTJLI 1939 — 60 Güterstrasschen oder Durchgangsstrasse? Bekanntlich hat im Anschluss an die Abstimmung über die Sustenpaßstrasse das Urnervolk gleichzeitig dem Projekt eines Oütersträsschens von Flüelen nach Bauen zugestimmt. Es lag nun nahe, vor Inangriffnahme der Bauarbeiten zu versuchen, dieses Projekt mit demjenigen der linksufrigen Vierwaldstätterseestrasse in Ueberemstimmang zu bringen. Letzte Woche fand nun in Flüelen eine Konferenz statt, die durch Delegationen der Regierungen von Uri und Luzern, des kantonalen Gewerbeverbandes Uri und der meistinteressierten Gemeinden am linken Seeufer beschickt war. An dieser vom urnerischen Baudirektor geleiteten Konferenz kristallisierte sich im Verlauf der Diskussion einhellig die Auffassung heraus, dass es geboten erscheine, unter der Führung von Luzern in Bern nochmals einen Vorstoss zu unternehmen, um die Frage des Baues einer Durchgangsstrasse definitiv abzuklären, bevor an die Ausführung des Oütersträsschens herangetreten werde. Zweifellos kommt vom militärischen Gesichtspunkt aus betrachtet einer linksufrigen In der Schweiz ereigneten sich Im Monat Juli des letzten Jahres durchschnittlich täglich 73 Verkehrsunfälle. Jeder Strassenbenützer kann sich durch Vorsicht und vermehrte Beachtung der Verkehrsregeln erfolgreich am Kampf gegen den Verkehrsunfall beteiligen. ACS Vierwaldstätterseestrasse grosse Bedeutung zu, speziell hinsichtlich einer leistungsfähigen Verbindung mit der Gotthardstellung. Im System der Gotthardverbindungen nimmt bekanntlich die Axenstrasse eine besondere Stellung ein. Diese weltbekannte Strasse ist und wird auf urnerischem Terrarium grosszügig ausgebaut. Dessenungeachtet dürfte diese Strecke aus geologischen Gründen als sehr exponiert zu bezeichnen sein, so dass sich eine Parallelverbindung am linken Seeufer mit guten Gründen vertreten lässt. In der Diskussion kam allerdings die Meinung zum Ausdruck, dass das linksufrige Strasseniprojekt in Bern grösstenteils in Berücksichtigung der Verhandlungen um das Pragelprojekt bis anhin keine weitere Unterstützung gefunden habe. Nachdem jedoch der Bau eines Gütersträsschens über den Pragel genehmigt sei, könne eine andere Stellung der eidg. Behörden wohl erwartet werden; denn schon mit Rücksicht auf das zweite Alipenstrassenprogramm müsse man sich im Bundeshaus mit neuen Strassenprojekten beschäftigen. Als Resultat der Flüelerkonferenz zeitigte sich die Forderung, bei den zuständigen Departementen in Bern, und zwar in Verbindung mit den übrigen « Gotthardkantonen » bezüglich der linksufrigen Vierwaldstätterseestrasse nochmals einen weiteren Vorstoss zu unternehmen und mit den weiteren Vorarbeiten zum Bau des Oütersträsschens Flüelen-Bauen bis Ende des laufenden Jahres noch zuzuwarten. « 0, ich meinte nur so! > entschuldigt sich der allmächtige Chef des Geheimen Dienstes und entfernt sich äusserlich verlegen und innerlich sehr erheitert. Eine stark geschnürte und etwas echauffierte Lady bekommt ihn am Aermel zu fassen. « Sir Maxwell! > schnauft sie hinter Ihrem Spitzentuch, «wissen Sie, dass ich manchmal glaube, Sie tun nur so unschuldig! Jedenfalls müssen Sie doch auch gehört haben, unter wie eigenartigen Umständen unser junges Paar sich verlobt haben soll. Man sagt, Granaten mussten explodieren und ein Schiff musste sinken, ehe es so weit war. Ich hätte da lieber verzichtet! » « Meine Allergnädigste — ! » « Doch, doch, lieber Freund. Obwohl Lord Charles ein entzückender Mensch und eine gute Partie ist, aber —. Oder sind Sie anderer Ansicht? > « Vielleicht, wenn ich so sagen darf», Sir Maxwell scheint äusserst verlegen, < vielüeicht, Mylady, ist ein Schiffbruch vor der Ehe besser, als einer in der Ehe. > « Sie Schäker ! > Die korpulente Dame schüttelt sich vor Lachen und unterzieht dabei ihre Korsage einer enormen Zerreissprobe. Sir Maxwell ist aber schon wieder von ihrer Seite verschwunden. Mit dem Spürsinn und der Zielstrebigkeit, die seine Stellung begründet haben, gelingt es ihm, endlich das junge Paar an einer isolierten Stelle des Wintergartens zu treffen. Grosser Preis von Deutschland Sieger Mercedes-Benz mit Caracciola in 4Std. 8 Min. 41,8 Sek. mit einem Stundenmittel von 121 km — Müller auf Auto-Union Zweiter mit 58 Sek. Ruckstand. — 250 000 Zuschauer. Cochem, 22. Juli 1939. Mercedes-Benz hat gewonnen, verdient gewonnen, aber der Sieg war nicht leicht. Es sah im Gegenteil ein Zeitlang ganz so aus, als sollte sich das Resultat von .Reims wiederholen, und die Beklemmung der Mercedes- Anhänger löste sich buchstäblich erst, mit der letzten Runde, als das Ergebnis des unerhört verbissenen, mit Einsatz der allerletzten Kräfte geführten Kampfes feststand. Dem aufmerksamen Beobachter des Trainings schien es, als ob der um eine Nuance kräftigeren Reprisen der Auto-Union-Wagen eine um ein Geringes überlegene Strassenhaltung der Mercedes gegenüberstände. Das bedigte, dass der Ausgang der Schlacht in gewissem Sinne von der Wetterlage während der vier Stunden des Rennens abhängen würde. Die Leute vom Bau tippten deshalb auf einen vielleicht zwar knappen Sieg der Auto-Union bei trockener Piste, auf einen ebenso knappen Vorsprung von Mercedes bei Regen. Und der Verlauf des Kampfes hat diese Voraussage bestätigt. Deutlich schied sich das Rennen in drei Phasen, die man etwa wie folgt charakterisieren könnte: Zu Beginn das ungestüme Drängen der Jungen, bei der Auto-Union in der fühlbaren Absicht, Mercedes zu forcieren. Diese Taktik führte, was Lang und Brendel betrifft, zum Erfolg, doch musste allerdings auch Stuck daran glauben. Die zwei gewiegten Taktiker Caracciola und Nuvolari dagegen hielten zurück und begnügten sich damit, die anderen; führen zu lassen. In der Mitte des Rennens der Regenschauer, der Caracciola erlaubt, seine Karten auszuspielen und der den Drauf-, ganger Hasse aus der Bahn wirft. Zum Schluss der aufregende, mit nervenaufreibender Verbissenheit geführte Endspurt, den die kluge Berechnung und eiserne Willenskraft Caracciolas zu dessen Gunsten entscheidet .. . Einer liebenswürdigen Einladung Direktor Muf*s von der schweizerischen Mercedes-Benz-Vertrettiflg"* folgend, begab sich ein Trüpplein schweizerischer Berichterstatter auf die über die 600 km lange Reise nach Cochem, die ohne Beschwer und Ermüdung in etwa 10 Fahrstunden zurückgelegt wurde. Im freundlichen Mosel-Städtchen gingen allerdings die nächtlichen Wogen der Festvorfreude hoch und die etwas merkwürdig anmutende Warnung eines Strassenschildes «Achtung, Mosel» (bei uns wäre das etwa «Achtung, Fendant») erschien nicht ganz unberechtigt. Eine Stunde vor Start drängt sich eine 260000- köpfige Menschenmenge auf der Eifel, eifrig die Vorgänge des Trainings und den gestrigen Brand von Nuvoilaris Wagen kommentierend. An den Boxen herrscht fieberhafte Tätigkeit, Reifen werden hin und her gerollt, über die Motoren beugen sich grübelnde Köpfe, hin und wieder durchschneidet ein grelles, metallisches Aufheulen die Luft. Das Wetter, das von der gestrigen Sommerhitze auf dichte Bevölkung hinübergewechselt hat, stellt die Motorenwarte vor die gewohnte Aufgahe. Der Lautsprecher verkündet, dass Stuck, Nuvolari und Meier den neuen Wagen der Auto-Union mit DöppelgeMäse fahren. Inzwischen wird es gegen 11 Uhr, die Wagen stellen sich in der Reihenfolge, welche, den im Training gefahrenen Hundenzeiten entspricht, hinter der Startlinie auf, wobei es einigermassen Ueberraschung erweckt, dass der junge Mercedes-Nachwuchsfahrer Brendel, der Hartmann ersetzt, vor der ersten Garnitur der Auto-Union Platz nimmt. Die Startreihenfolge lautet nämlich, von links nach rechts: 1. Reihe: Caracciola Brauchlfsch Lang (Mercedes-Benz) (Mercedes-Benz (Mercedes-Benz) 2. Reihe: Brendel Muller "(Mercedes-Benz)' (Auto-Union) 3. Reihe: Pietsch Stuck Nuvolari (Maserati) (Auto-Union) (Auto-Union) 4. Reihe: Hasse Meier (Auto-Union) (lAuto-Uniön) 5. Reiher Sommer Dreyfus Villoresi (Alfa Romeo) (Delahaye) (Maserati) 6. Reihe: Raph Joa (Delahaye) (Maserati) 7. Reihe: Mandirola Mazaud (Maserati) (Delahaye) Die Startkanone blitzt auf und sofort übernimmt Caracciola die Spitze, von Stuck auf den Feräen gefolgt. Doch schon einige Sekunden später passiert auf der Gegengeraden Lang als Erster, mit Brauchitsch am Heck, Nach kurzer Zeit kommt die Meldung durch, dass Lang am Karussel bereits in beträchtlichem Vorsprung liegt. Gleich darauf fegt er an den Tribünen vorüber, mit 48,1 Sek. Vorsprung vor Braiichitsch; Längs Durchschnitt von 118,7 km/St, erscheint indessen noch nicht besonders hoch. Müller ist Dritter, es folgen Pietsch, Caracciola, Nuvolari und Stuck. Die andern sind schon klar distanziert. Villoresi hält bereits an der Boxe und. baut. Zweite Runde: Längs Vorsprung hat sich gehalten, doch trudelt er im Leerlauf daher und geht an : die Boxe. In das allgemeine Bedauern mischt sich ein Aufschrei der Ueberraschung, als plötzlich Pietsch mit seinem Maserati vorbeiprescht, heftig bedrängt von Nuvolari. Der Aufenthalt kostet Lang den ganzen Vorsprung und noch etwas mehr, als er wieder davonbraust. Villoresi hält zum zweitenmal und baut neuerdings. Die kompressorlosen Delahaye bleiben deutlich zurück. Abermals heult die wilde Meute vorüber, doch jetzt hat sich Nuvolari die Spitze erkämpft und hält sie mit allerdings nur geringem Vorsprung vor Müller und Caracciola. Lang, der nunmehr an siebenter Stelle liegt, biegt hinter den Boxen wieder in die Zielgerade und gibt auf- Bas gleiche MisegeßcMck trifft Stuck. Sommer hat schon in der zweiten Runde verzichtet. Und jetzt sieht sieh auch Meier zu längerem Aufenthalt gezwungen. Bei der kürzen Zeit, die das Rennen erst dauert, hat es schon beträchtliche Ausfälle hervorgerufen. Villoresi kommt zur Boxe und baut. Nuvolari« Vorsprung beträgt jetzt 3 Sekunden auf Caracciola, dem in kurzen Abständen .Mülller, Brendel, Hasse, Pietsch folgen. Der junge Brendel zeichnet sich aus, fährt er doch mit 130,6 km/St. Durchschnitt die Mäher schnellste Runde. Gleich darauf wird er jedoch das Opfer seines Temperaments und macht Bekanntschaft mit dem Strassengraben, was zur « Meine Lieben», sagt er und ist plötzlich ein anderer Mensch, «ich wollte Sie noch einmal allein sprechen, um Ihnen auch im Namen des Amtes meinen Dank und meine herzlichsten Glückwünsche auszudrücken. Ihr letzter Erfolg macht mir den Abschied von Ihnen noch schwerer. > « Und unser Hochzeitsgeschenk? » Muriel lächelt ihren vormaligen Chef vielsagend an. « Richtig ! Ich konnte es Ihnen natürlich nicht abschlagen, Lady Muriel. Ich habe veranlasst, dass man diesen Dr. Martinez und seinen Spiessgesellen Don Paulo nur über die Grenze abgeschoben hat. Vor dem Zucht-, haus, in das Captafa Black nach seiner Wie-" derherstellung wahrscheinlich Wandern wird, habe ich sie Ihretwegen bewahrt. Ich hoffe aber, dass ihnen das Ende dieses Aguillar unter den von ihm zur Explosion gebrachten Granaten eine Warnung sein wird und. däss sie nicht mehr versuchen werden, durch Waffenschmuggel unsere Gesetze zu übertreten und die Bemühungen um den Frieden zu erschweren. Gewarnt sind sie jedenfalls und überwacht werden sie in .Zukunft auch. » «Sie sind so nett, Sir Maxwell >, bedankt sich Muriel, «ich weiss wohl, dass Ihnen so etwas gegen den Strich seht. Aber schliesslich haben die beiden mein Glück mitbegründet. > «Und auch meines! » fügt Charles mit Ueberzeugung hinzu. «Ich mache im allgemeinen keinen Anspruch darauf, mit Eros verglichen zu /werden », schmunzelt der rundliche Sir Maxwell, « aber ehe ich diesen Ausländern das Verdienst überlasse, Ursache Ihres Glückes zu sein, möchte ich doch in aller Bescheidenheit darauf hinweisen, dass ich es war, der Sie zuerst zur Scheinehe zusammengegeben hat.» « Wir werden Ihnen das nie vergessen», versichert Charles, «man sollte Sie auch zum Chef des Geheimen Minnedienstes machen, Sir Maxwell! » « Sagen Sie das ja nicht laut! > wehrt der Leiter des Intelligence Service entsetzt ab. «Wir sind so schon Mädchen für alles und am Ende wird, man noch von uns verlangen, dass. wir eine Abteilung für Heiratsvermittlung angliedern. > Dann merkt Sir Maxwell, dass eine Gruppe anderer Gäste herzusehen beginnt, und so kürzt er den-Abschied schnell ab. Es ist ihm so zur Gewohnheit geworden, sich im Verborgenen zu halten, dass er gar nicht mehr anders, kann. Sobald er mit einem herzlichen « Hals- und Beinbruch für die Ehe !» verschwunden ist, zieht Charles Muriel in eine ganz verschwiegene Ecke. « Muriel! » flüstert er, « nur eine Sekunde Einsamkeit und eine Frage ! » « Ja? > sagt Muriel und lehnt sich an seine Schulter. « Bist du zufrieden, Muriel? » « Ich bin glücklich, Charles. Und du? > «Ich bin der glücklichste Ehemann Grossbritanniens !» Folge hat, dass er auf der Strecke bleibt Glücklicherweise zieht er selbst sich unverletzt aus der Affäre. Hartnäckig kleben die beiden Spitzenreiter Nuvolari und Caraocioda aneinander. Nur 5 Sek. trennen die beiden, und man bekommt den Eindruck, dass sich das Rennen mit einem Duell zwischen ihnen zuspitzen wird. Allerdings gibt Müller mit weiteren nur 58,6 Sek. Abstand deutlich zu erkennen, dass er auch noch ein gewichtiges Wort mitzureden im Sinne hat. Zur Aibwechslung nimmt unterdessen ViEoresi wieder einmal seine Bautätigkeit auf. In der sechsten Runde erfoJrt der Coup de theätre : Caracciola hat die Spitze an sich gerissen und der dichtauffoligende Nuvolari mu&s ausgerechnet in diesem Moment tanken. Das kostet ihn eine Minute und wirft ihn in vierte Position hinter Müller und Hasse zurüok. Jetzt hält Brauchitsch an der Boxe; der Mechanikerschwarm entwickelt eine emsige Tätigkeit um einen Wagen. Plötzlich ein Ahl des allgemeinen Bedauerns, der Wagen wird seitwärts geschoben, Brauchitsch scheidet au«. So ruhen die Hoffnungen im Lager von Mercedes-Benz einzig noch auf Caracciola, der allein gegen die vier Auto-Union-Wagen kämpft, eine harte, fast unlösbar erscheinende Aufgabe. Nuvolari eteuert gegen die Box und deutet auf sein linkes Hinterrad: Pneuwechsel, wobei auch die Motorenhaube abgenommen wird. Ob ihm dieser neue Halt den Anschluss kostet? Schon will er auf die Reise — mein Manuskript bekommt einen Fettfleck. Wirklich rührend, die Fürsorge von Mercedes für «eine Gäste. LZ 130, der neue Zeppelin, zieht majestätisch seine Kreise über der Piste. Inzwischen ist der Vorsprung Caracciolas gegenüber Müller auf 11 Sek. angewachsen; dem Auto-Union- Fahrer folgt nur 3 Sek. zurück sein Stallgenosse Haeee. Nuvolari bleibt als Vierter in Reserve und Fünfter ist Pietsch, der 4 Min. zwischen sich und Villoresi gelegt hat. Uehrigene wird der letztere gleich darauf aus der Bahn getragen und baut jetzt endgültig ab. In der folgenden, neunten Runde, erleben die Zuschauer einen aufregenden Moment: Caracciola, dessen Vorsprung auf eine Sekunde zusammengeschrumpft ist. wird zum Pneuwechsel angehalten, ebenso aber auch sein hartnäckiger Verfolger Müller, währenddem fast im nämlichen Augenblick nasse das Kommando übernimmt. Die Menge steht in höchster Spannung: Wer von den beiden fährt zuerst wieder los, Müller oder Caracciola? Müller ist es, der unter lautem Beifall abhaut, währenddem Caracciola durch Kerzenwechsel zurückgehalten wird. Müller in Front — dann wieder Hasse. Doch in der nächsten Runde schon ändert sich das Bild wieder, denn jetzt ist es Hasse, der seine Finken tauschen muss. Er erledigt das in der Rekordzeit von 36 Sekunden und schiebt sich damit zwischen Müller und Caraccida. Nuvolari absolviert mit uhrwerksgleicher Regelmässigkeit seine. Runden, unauffällig aber sicher Sekunde um Sekunde aufholend. TSur noch 1 Min. 58 Sek. beträgt jetzt sein Rücketand auf Caracciola. Damit hat sich deutlich eine Spitzengruppe ausgeschieden; Pietsch folgt a)ls « Cavalier seul» und die andern in der Reihenfolge Brendel, Dreyfus, Joa, Raph, Mazaud und Mandirola. Jetzt setzt der Regen ein. Das bedeutet nicht nur längere Rundenzeiten, sondern auch die Beeinflussung des Rennens im eingange erwähnten Sinn. Bei den minimen Zeitabständen vom Ersten zum Dritten — 12 bzw. 14 Sekunden — kann das sofort ins Gewicht fallen. Achtung, zwölfte Runde! Richtig, Caracciola hat Müller passiert und bedrängt mit 21 Sek. Rückstand Hasse, der aber mächtig aufgedreht haben muss, denn er hat nicht nur Müller die Spitze entrissen, sondern sogar 14 Sek. auf Caracciola gewonnen. Der einzige Vertreter der Schweizerfarben, Mandirola, der in diesem Moment zirka 3 Runden im Rückstand liegt, tankt vertotenerweise auf der Rückseite der Boxen und scheidet damit aus. Der Lautsprecher, verkündet etwas, das im Motorengeheul untergeht. Plötzlich ertönt aus der Ferne das nun schon gewohnte Geräusch der «Kreissäge»: Er kommt! Wer, wer? «Und du wirst deine .Freiheit und deine Abenteuer nicht vermissen? » Ehe Charles antworten kann, tönt hinter einer dichten Palmengruppe aus ahnungslosem Gespräch hervor die sonore Stimme eines überzeugten Junggesellen : « Glauben Sie mir, Oberst, jede Ehe ist ein Abenteuer. Und erst eine Ehe mit dieser Muriel Greentower! » « Da hörst du es ! > neckt Charles. « Am Ende bereust du schon ? > Muriels Stimme klingt nicht ganz unbefangen. Es ist nicht angenehm, an seinem Hochzeitstag nach vielen offiziellen Schmeicheleien das ungeschminkte Urteil der Welt zu hören. « Die Ehe mit dir wird mein liebstes, mein schönstes und mein grösstes Abenteuer sein ! » versichert Charles stürmisch. < Wirklich ? > «Bestimmt, Muriel! In dieses Abenteuer werde ich mich mit Liebe, mit wahrer Inbrunst und mit allem Elan stürzen — wie man sich an einem Geissen Sommertag in einen klaren, blauen See stürzt.» « Du bist so lieb und galant, Charles >, lobt Muriel mit lachenden Augen, «und ich bin ganz sicher, deine Absichten sind besser, als deine Vergleiche. Denn, weisst du, so abkühlend, wie kaltes Wasser, werde ich hoffentlich nicht auf dich wirken. > Und dann gibt sie Charles einen verstohlenen, heissen Kuss, d*r ihn von seinem ersten Eheirrtum gründlich aber angenehm heilt. Ende.

NO 60 DIENSTAG, 25. JULI 1939 Nummer 12, Caracciola an der Spitze! Hasse hat in seinem Drang, sich nicht unterkriegen M lassen, das Mass der Tollkühnheit überschritten, es reisst ihn aus der Bahn, seine Maschine zerschellt an einem Baum, er selbst kommt indessen heil davon. Rudi verzeichnet nunmehr einen Vorsprung von 21 Sekunden auf Müller, den er in der nächsten Runde auf 34 Sekunden erhöht. Ein Bravo übrigens für Pietsch, der sich wacker hält, ist er doch ausser den zwei Verfolgern Caraceiolas als einziger noch nicht überrundet, obwohl Rudi eben jetzt eine heftige Jagd auf ihn inszeniert, denn beim Passieren der Tribünen liegen sie nur noch etwa 40 m auseinander. Meier ist, wie der Lautsprecher verkündet, ein Opfer der nassen Piste geworden — wieder einer weniger. Als sei es nun genug, hört auf diese Nachricht hin der Regen auf. Sobald die Piste zu trocknen beginnt, hot die Auto- Union auch wieder auf. Nuvolari verringert seinen während des Regens auf 3 Minuten gestiegenen Rückstand in einer einzigen Runde um 30 Sekunden. Herrgott, gibt der Kerl aiber auch Sauce hinein! Pietsch, jetzt Vierter geworden, hüpft aus der Bahn, hüpft wieder hinein, bleibt im Rennen. Wir sind in der 15. Runde. Ein hübscher Anblick: Caracciola und Müller auf gleicher Höhe, nur — Müller vor der Tribüne. Caracciola mit 39 Sek. Vorsprang auf der Gegengeraden. Die bei- Rudolf Caracciola gewann den G. P. von Deutschland zum sechsten Male. den können sich einen liebenswürdigen Blick zuwerfen. Nuvolari hält an der Boxe. Was ist los? Nichts, nur Schnaps für die. Kiste! Der Rundendurchschnitt steigt wieder an, Pietsch erscheint am, Ersatzteillager und holt sich den gebührenden Son-i derapplaus für sein Akrobatenstückchen. Nur acht Mann sind noch im Rennen, was, einem Ausfall von über 50% entspricht. So fürchterlich hat der Kampf die Reihen gelichtet. Einzig die Delahaye-Mannschaft liegt noch komplett im Rennen, aber mit mehreren Runden Rückstand. Die Auseinandersetzung nähert sich ihrem Höhepunkt, denn das ist es eben: Man weiss, dass Caracciola nochmals tanken muss. Wie es in dieser Beziehung um die Auto-Union steht, ist ungewiss. Wird aber Caracciolas knapper Vorsprung von 44 Sekunden ausreichen, um die Spitze halten zu können? Jetzt schwenkt Neubauer die Flagge, Caracciola fegt' heran, stoppt, knappe, präzise Bewegungen. Aller Blicke starren, aller Ohren spitzen sich nach seinem Verfolger. Noch sieht und hört man nichts von ihm — da braust Caracciola unter ungeheurem Beifall wieder davon — Rekord — 60 Liter Brennstoff in 17 Sekunden. Einige Sekunden verstreichen noch, bis er auf volle Fahrt kommt, der Vorsprung ist auf 14 Sekunden geschmolzen, doch die Spitze hält er. Noch drei Runden — eben meldet man Nuvolaris Passage aus dem Karussel, da taucht er auch schon auf, aber — im Leerlauf, mit rauchender Motorhaube rollt er zur Boxe. Schluss, aus! Alles bedauert den sympathischen Kämpen, der, schon Veteran, der Jugend noch die Eisen zeigt. Unterdessen ist das Ringen der beiden Vordersten aufs äusserste entbrannt, um jede Sekunde, nein um Bruchteile davon wird verbissen gekämpft. Die zähen Gegner geben das Letzte aus eich heraus, Caracciola fährt die schnellste Runde in 131.5 km/St. — und gewinnt dabei ganze zwei Sekunden auf Müller. Besser als alle Worte schildert diese Tatsache die unerhörte Härte des gigantischen Ringens, das zwischen den Spitzenreitern tobt. Da muss Müller tanken. Nur 18* Sekunden braucht er dazu, aber damit dürften die Würfel gefallen sein. 37 Sekunden trennen ihn nunmehr von Caracciola. Letzte Runde: Neubauer schwenkt irgend ein geheimnisvolles Zeichen, der NSK-Sturm märschiert zur Siegerehrung auf, in den Boxen beginnt man zu packen, die deutsche Nationalhymne ertönt, Caracciola passiert die Ziellinie als Sieger des Grossen Preises von Deutschland. Resultate: 1. CARACCIOLA (Mercedes-Benz 1 ) 4 Std. 08 Mm. 41 Vi Sek. (Stundenmittel 121,9 km). 2. Müller (Auto-Union) 4 Std. 09 Min. 39'A Sek. (Stundenmittel 120,6 km). 3. Pietsch (Maserati) 4 Std. 12 Min. 46 8 /» Sek. (eine Runde zurück). 4. Dreyfus (Delahaye) 4 Std. 20 Min. 16*/s Sek. (zwei Runden zurück). 5. Nuvolari (Auto-Union) 3 Sfd. 39 Min. 56VsSek. (drei Runden zurück). 6. Raph (Delahaye) 4 Std. 11 Min. 43 4 /> Sek. (drei Runden zurück). 7. Mazaud (Delahaye) 4 Std. 11 Min. 44,0 Sek. (drei Runden zurück). 8. Joa (Maserati) 4 Std. 14 Min. 33Vs Sek. (drei Runden zurück). AUTOMOBIL-REVUE 5. Bergrennen Develier-Les Rangiers Blancpain (Fribourg) auf Maserati fährt wiederum Tagesbestzeit. — de Montfort (Lausanne) auf Bugatti Kategorien-Doppel-Sieger bei den Touren- und Sportwagen. — l neuer Kategorien- und 7 Klassenrekorde. — Unfallfreier Verlauf. — Einwandfreie Organisation. Von der Sektion Les Rangiere des A.C.S. am vergangenen Sonntag durchgeführt, stieg zum fünftenmal das Nationale Bergrennen Develier-Les Rangiers für Automobile. Organisatoren und Konkurrenten hätten für die mit viel Liebe zur Sache und mit ebensolcher . Gründlichkeit vorbereitete, für die Schweizermeisterschaf.t zählende Veranstaltung. ein besseres Wetter verdient, als es sich ihnen über das"" Wochenende präsentierte. Schon während des Trainings vom Samstagnachmittag, bei dem bei den Tourenwagen de Montfort auf Bugatti. Portmann und HelMing auf Ford, bei den Sportwagen de Montfort auf Bugatti und bei den Rennwagen de Graffenried und Blancpain auf Maserati mit 3:54,2 resp. 3.-54,4 als Schnellste gestoppt wurden, gase es zeitweise in Strömen, und auch am Sohntag, just als sich die Rennwagen an den Start begaben, ging es zu und her wie in einem Hexenkessel. Unter solch widrigen Umständen musste nicht nur die Hoffnung auf einen zufriedenstellenden Besuch seitens des Publikums, sondern auch auf eine Rekordausbeute, wie sie Rheineck-Walzenhausen gezeitigt hatte, begraben werden. Dass trotz dem regnerischen Wetter und der nassen Piste — die übrigens nach Aufhören der Regenfälle rasch antrocknete — die Kampfeskraft der Konkurrenten keineswegs erlahmt war, zeigt ein Blick auf die Resultatliste, die einen neuen Kategorienrekord bei den Tourenwagen und insgesamt 7 neue Klassenbestzeiten aufweist. Tagessieger wurde, wie schon in den Bergprüfungsfahrten Valangin-Vue des Alpes und Rheineck-Walzenhausen-Lachen, der Freiburger Blancpain, der seinen Maserati bei peitschendem Regen in 3:56,2 = 112,023 km/St, über die 7,35 km lange Piste steuerte, damit allerdings um 27 Sek. hinter dem von Biondetti auf einem viel stärkeren Alfa Romeo im Jahre 1936 aufgestellten Streckenrekord zurückblieb. Ebenfalls an einen VertreteT der welschen Schweiz, an de Montfort, Lausanne, auf Bugatti gingen die Kategoriensiege bei den Sportwagen und Tourenwagen, wobei «s ihm gelang, die bisherige Bestzeit für Tourenwagen um mehr als 11 Sekunden zu unterbieten. Ueber die sportliche Seite der Veranstaltung ist das Nähere in Kürze aus unserm Rennverlauf zu erfahren. An dieser Stelle wollen wir uns damit begnügen, dem Organisatioaskomitee und seinem Präsidenten, Herrn Irmin Levy, das verdiente Lob zu singen für die untadelige, einwandfreie Arbeit, die es in Zusammenhang mit diesem in jeder Hinsicht würdig verlaufenen Bergrennen geleistet hat. Die Rennleitung bemühte sich um eine flüssige, ununterbrochene Abfertigung der Konkurrenten am Start, was ausgezeichnet glückte, wurden doch innerhalb 1 % Stunden 58 Wagen (31 Touren-, 15 Sport- und 12 Rennwagen, wovon 6 Doppeletarts) auf die Strecke entlassen. Bei der Wagenabnahme vom Sonntagvormittag im Schlosshof zu Delsberg durfte man mit Genugtuung feststellen, dass die Nationale Sportkommission, die durch ihren Präsidenten, Herrn Dr. N a p p (Basel)» eowie die Sportkommissäre HH. H u b e r (Bern) und Pierrehumbert- (Le Locle) vertreten war, alle Hebel in Bewegung setzt, um in unsern Sportbetrieb hinein eine immer straffere Disziplin und Ordnung zu bringen. Bei Touren- und Sportwagen wurden Stichproben bezüglich ihrer Uebereinstimmung mit den nationalen Sportgesetzen gemacht und von Herrn Vuilleutnier vom technischen Dienst de? ACS Brennstoffproben genommen, die verschiedenen Konkurrenten Überraschungen brachte, indem sie den eingefüllten Spezialbrennstoff durch einen handelsüblichen ersetzen mussten. Für Ordnung und Sportlichkeit war somit auf der ganzen Linie gesorgt und wenn wir eins zu kritisieren hätten, dann wäre es die gut einstiindige Verspätung, mit. der das abendliche offizielle Bankett und die anschliessende Preisverteilung um 8 Uhr anstatt um 7 Uhr gestartet wurden. Wenn kurz nach 8 Uhr zahlreiche Konkurrenten aus der Ost- und Zentralschweiz im Gänsemarsch im Saal ceinmarechierten» und mit einem ulkigen Sprechchor um die Herausgabe der Preise baten, so mag dies den «Fehlbaren» als Hinweis darauf dienen, dass jene Fahrer, die nach Schluss der Veranstaltung mehr als 200 Kilometer bis zu ihrem Wohnort zurückzulegen haben, es als eine durchaus unnötige Geduldsprobe auffassen, wenn man sie bis zur Preisverteilung über Gebühr lange warten lässt. Der erste Lauf der Rennwagen. In langer Kolonne rollen nach dem Lunch die Wagen-der Konkurrenten und Offiziellen von Delsbeg zum Startpunkt ausserhalb des Dorfes Develier, voraus die Rennwagen, die wie an der Vue des Alpes und in Rheineck-Walzenhausen zweimal Startgelegenheit haben und punkt 14.30 Uhr das Rennen eröffnen. Fast schien es eine Weile, als ob der Wettergott auf den Beginn der Veranstaltung hin eine freundlichere Miene aufsetzen wolle. Doch weit gefehlt. Ausgerechnet in dem Moment, da der Basler Senn auf Maserati als Erster von dannen -braust, setzt ein arges Sudelwetter ein, das erst wieder aufhört, wie auch de Graffenried, Kessler, Blancpain und Christen, alle auf Maserati und Frau Stürzinger auf Bugatti den Blicken der am Start weilenden. Zuschauer entschwunden sind. Es ist mitunter ein sintflutartiger Regen, der niederprasselt, und natürlich einen ernsthaften Angriff auf den phantastisch hohen Streckenrekord des Italieners Biondetti auf Alfa Romeo von 3:29,4 = 126,361 km/St, vollkommen verunmöglicht. Ana besten zieht sich der Freiburger Blancpain aus der Affaire, der eich als ausgezeichneter Schlechtwetterfahrer entpuppt und die 7,3J> Kilometer lange, tadellose und allen Anforderungen einer solchen Konkurrenz entsprechende Piste in 3:56,2 schafft, eine Zeit, die, wie sich später zeigt, die absolute Tagesbestleistung darstellt und in Anbetracht der äu'ssern Umstände als hervorragend taxiert werdendarf. Hart auf hart geht es bei diesem ersten Lauf im Kampf um die Plätze zwischen de Graffenried, Die schnellste Kerze der Welt! Auch in Ihrem Wagen oder Motorrad geben ,? Bosch-Kerzen höchste Leistung. In jedem K IjJSw guten Fachgeschäft erhalten Sie Bosch- **" LTN Kerzen, die den gleichen überragenden Isolator besitzen wie die Kerzen des Weltrekordmotors. Kessler und Senn, die im Klassement nur je Vi Sekunde auseinanderliegen und mit etwas über 4 Minuten das bestmöglichste aus ihren Rennern herausgeholt haben. In der Zweiliterklasse will Christen bei diesem Wetter nicht recht in Form kommen, was ihm jedoch, wie wir sehen werden, im zweiten Berglauf um so besser und überzeugender gelingt. Auch Frau Stürzinger wird bei ihrem nochmaligen Auftreten beweisen, dass ihre Zeit von 5:33,6 in erster Linie auf Konto Regen zu buchen ist. Die Tourenwagen. Das Heer der Tourenwagen-Konkurrenten, die nun in rascher Folge auf die Strecke entsandt werden und Les Rangiers entgegeneilen, steht offenbar in der Gunst St. Petrus höher als die Betreuer der schneideren Boliden der Rennwagenkategorie. Prompt werden die Schleusen geschlossen, dann und wann bricht sogar die Sonne siegreich durch und die den Jurahängen entlang huschenden Nebelschwaden und Wolkenfetzen schaffen eine malerische Landschaftsszenerie. Auf Anhieb ist ein neuer Rekord geboren, von Stich auf Fiat nämlich, der in der Klasse 1100 ccm als Soloexperte die bisherige Bestzeit um 12 Sekunden untenbietet, während bei den Amateuren, ebenfalls in Solofahrti ein unter dem Pseudonym «Arret» konkurrierender Zürcher auf Fiat rund eine halbe Minute mehr benötigt. Und gleich hierauf trägt sich der Chauxde-Fonnier Mergy auf Lancia bei den Experten als neuer Rekordhalter in der Klasse 1500 com ins Goldene Buch ein und versetzt für einmal den Zuger Kaiser auf Opel auf den Ehrenplatz. Chauxde-Fonds stellt auch bei den Amateuren in Bütikofer auf Lancia den Sieger, der seinen Markengefährten Monferini um 10 Sekunden distanziert; während der Liestaler Handschin seinerseits als einer der wenigen die 6-Minuten-Grenze um. ein Erkleckliches überschreitet. Vom Rennen der Klasse 2000 ccm, an dem sich 5 Experten und 2 Amateure beteiligten, ist zu sagen, dass der aus dem Jahre 1934 datierende und von Christian Kautz auf AC gehaltene Rekord von 5:12,2 weiterhin Bestand hat. Zu einer Familienangelegenheit von Citroen gestaltet sich der Kampf der Experten, wo der Genfer Baehler seinen Sieg an der Vue des Alpes wiederholt und Sehlotterbeck (Zürich) um nur 2 Seikunden schlägt. Diese beiden stellen ihre Kollegen stark in den Schatten, liegen sie doch bis zu über 54 Minute zurück. Dr. Pfosi (Zürich) auf Peugeot hat bei den Amateuren leichtes Spiel, um seinen einzigen Widersacher Bloch zu dominieren und seine in Valangin und Rheineok gefahrenen Siege eindrucksvoll zu bestätigen. Ein weiterer Rekord ist für die 3-Liter-Klasss zu vermelden, wo der Aargauer Weber mit seinem Bugatti abermals Lorbeeren erntet, indem er der sieben Jahre alten Bestzeit von Le Roy auf Voisin das Lebenslicht aushaucht und die Strecke in 4:49,4 = 91,43 km/St bewältigt. Deknarco aut Alfa Romeo und Dr. Suter auf Citroen rücken dem ehemaligen Rekord bedenklich nahe und auch die Zeit von Frau Suter, die den gleichen Citroen steuert, darf sich wohl sehen lassen. Mehr als 30 Sekunden zurück rangieren die Peugeotfahrer «Pietro» und Periat aus Fahy. Bollinger (Aeugst a. A.) auf Peugeot vermag sich mit einem Vorsprung von 3 Sekunden auf den Basler Straumann (Alfa Romeo) als erster Amateur zu klassieren. Mit einer Differenz von 10 Sekunden auf den Sieger gelangt der Walliser Sauthier auf Citroen auf den 3. Platz, es folgt der Lausanner Duval auf Talbot, dessen Gemahlin, sowie der Dels>berger Scbafheutle auf Terraplane auf dem noch halbnassen Parcours nicht recht auf Touren kommen. Mit Elan Entledigen sich die Anwärter auf die Tagesbestzeit der Tourenwagen in der Klasse über 3 Liter ihres Pensums. Was schon in Valangin der Fall war und aufs neue zu erwarten stand, trifft auch wirklich zu: der Lausanner Amateur de Montfort auf Bugatti schöpft den Rahm oben aib und stellt mit der fabelhaften Zeit von 4:26 = 99,473 km/St, nicht nur einen neuen Klassen-, sondern auch einen neuen Kategorien-Rekord auf die Beine, wobei der ersteTe mit 4:55,6 von Pfäffli auf Ford und der zweite von Zwimpfer auf Chrysler in der Klasse über 5 Liter mit 4:37,4 gehalten wurde. «Aryll> befindet sich mit seinem schweren Graham- Kompressor rund 50 Sekunden länger unterwegs und Locher (Zürich) auf Ford muss trotz aller Anstrengungen mit dem 3. Rang vorlieb nehmen. Auf Biegen und Brechen tobt der Kampf zwischen den beiden Experten, dem Basler Portmann und dem Rapperswiler Helbling auf Ford. Einzig der Chronometer ist in der Lage, hier Klarheit zu schaffen: Mit einer 6-Sekunden-Differenz schiesst der Basler, wie schon an der ersten und zweiten Bergprüfungsfahrt dieser Saison, vor Helbling den Vogel ab. Und nun sind die Sportwagen an der Reihe. Von den drei Konkurrenten, die den Sieg in der Klasse 1100 ccm untereinander ausmachen, schwingt diesmal bei de^n Experten der Zürcher Dattner mit seinem knallroten Stromlinien- Fiat, der in Rheineck-Walzenhausen an einem akuten Kerzendefekt litt, in der neuen Rekordzeit von 5:13,8 einwandfrei oben aus. Bosshard placiert sich auf Singer als Dattners einziger «Gegner» automatisch an zweiter Stelle und Häffner (Zürich) auf Fiat bringt die Strecke, die sich nun wieder — stellenweise wenigstens — in trockenem Zustand präsentiert, in öolofahrt als einziger Amateur hinter sich.' Ala Solist in der 1,5-Liter-Klasse steuert Morel (Küssnacht) den BMW des Zürchers Dr Dold, der momentan im Militärdienst weilt, ohne allerdings den Rekord Graffenrieds ernsthaft in Gefahr zu bringen. Bei den 2-Liter-Wagen muss die 1936 von Dr. Bertani auf Alfa Romeo gefahrene Bestzeit von 4:33,8 nicht weniger als dreimal dranglauben. In eindrucksvollem Rennen bricht der Zürcher Kessler auf BMW diesem Maximum die Spitze, indem er es 11,4 Sekunden tiefer schraubt und den Berner Riesen auf der gleichen Marke bei den Experten auf den Platz verw&ist. In der Amateur-Gruppe behaupten sich cHenry» und Waeffler auf BMW, die mit 4:25,6 bzw. 4:32,4 den Rekord ebenfalls zertrümmern und Dmval (Lausanne) auf Peugeot, sowie Kronauer (Winterthur) auf Alfa Romeo um nahezu eine Minute distanzieren. Trümpy (Glarus) bei den Amateuren und Pfäffli (Bern) bei den Experten holen sich ihre Preise auf Bugatti in der S-Liter-Klasse als Einzelgänger, wobei sich der Kategoriensieger von Rheineok mit einem Plus, von 11 Sekunden als der Schnellere erweist. Dass Montfort auch als schnellster Sportwagenfahrer aus dem Rennen hervorgehen würde, darüber konnte im vorneherein kein Zweifel bestehen. Dass er jedoch mit seiner Zeit inmitten der illustren Gesellschaft der Rennwagen-Piloten landen würde, wagte man doch nicht s» hoffen. Er figuriert demnach, m der