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E_1948_Zeitung_Nr.011

E_1948_Zeitung_Nr.011

Herr Bundespräsident, .

Herr Bundespräsident, . Der Vorstand der Stiftung und das Organisa- (ionskoraitee des IS. Internationalen Automobil- «aJons sind Ihnen äusserst verbunden und fühlen «ich sehr geehrt, dass Sie es freundlichst übernommen haben, den Bundesrat bei der Eröffnungszeremonie der 18. Internationalen Automobil-, Motor- und Fahrrad-Ausstellung in Genf zu vertreten. Es fällt mir die überaus angenehme Aufgabe zu, Ihnen im Namen unserer erwähnten Stellen den respektvollen und wärmsten Willkomm zu ententbieten. Es ist mir angesichts der beschränkten Zeit nicht möglich, jeden einzelnen davon zu überzeugen, dass er •willkommen ist und dass wir ihm zu Dank verpflichtet sind für das Interesse, das er unserer Veranstaltung entgegenbringt. Wir haben die grosse Freude, unter uns zu begrüssen: Herrn Albert Picot, Staatsrat von Genf und Präsident des Nationalrates; Herrn Gustav Wenk, Vizepräsident des Ständerates, Regierungspräsident von Baselstadt und Präsident der Schweizer Mustermesse. Sie sind begleitet von bedeutenden Mitgliedern der Bundesversammlung, die, trotz der Eröffnung einer kurzen Frühjahrssession, uns ihr Wohlwollen bekunden wollten, das wir sehr zu schätzen wissen. Die Anwesenheit von Herrn Louis Casai, des Genfer Regierungspräsidenten, und die der Herren Staatsräte des Kantons Genf, ist uns besonders wertvoll. Wir haben bei unseren Behörden immer Unterstützung und Verständnis gefunden und freuen un», ihnen aufs neue unsere tiefe Erkenntlichkeit zum Ausdruck zu 'bringen. Nach einer langen Zeit der Unterbrechung kann ich dieses Jahr das Erscheinen von Vertretern der in Gen! ansässigen internationalen Organisationen begrüssen: Herrn Moderow, Direktor des europäischen Zentrums der UNO, Herrn Duckworth Barker, Direktor der Informationsabteilung, Herrn.Minister Cbargueraud-Hartmann, Direktor -der Transportabteilunji der Wirtschaftskommission für Europa, Herrn Major Clarke, Direktor des Komitees für Binnentransporte, die in Begleitung der Herren Konsule der ausstellenden Länder uns die Ehre erweisen, unsere Gäste zu sein. Dank sei auch erstattet an meine Kollegen, die Präsidenten und Delegierten der Syndikalkammern, die dem Ständigen Internationalen Bureau der AutomobÜkonetrukteure angehören, und an den Herrn Geaeralkommissär des Salons von Paris, mit dem wir sehr freundschaftliche Beziehungen unterhalten. - Ich begiÜMe mit ganz besonderer Genugtuung die Anwesenheit von Herrn General Henri Guisan und diejenige zahlreicher hoher Offiziere unserer Armee, die wir gerne bei uns da6 Interesse bekunden sehen, das sie der Entwicklung des motori- «ierten Verkehrs entgegenbringen« Wenn der AutomobiLsalon die grösste wirtschaftliche Veranstaltung unserer Branche darstellt, so tragen anderseits seine ganze Atmosphäre und die heutige Zusammenkunft dazu bei, die uns mit den übrigen Eidgenossen verknüpfenden Bande zu verstärken. Aus diesem Grunde sind wir immer stolz darauf, die Delegierten der schweizerischen Kantonsregierungen, die Präsidenten der Städte unseres Landes zusammen mit den Stadtbehörden von Genf begrüssen zu können. Die Anwesenheit eines Delegierten de* Eidgenössischen Versieherungsgerichtes, die des Herrn Präsidenten der Eidgenössischen Technischen Hochschule sowie die von Vertretern der Bundesgerichtsbarkeit und der kantonalen Justiz ist uns besonders willkommen. Das gleiche gilt von den Vertretern der eidgenössischen and kantonalen Verwaltungen. Dadurch, dass sie unsere Einladung angenommen haben, ermöglichen sie uns. ihnen die Bedeutung des Strassenfahrzeugs in unserer Volkswirtschaft vor Augen zuführen, und wit hoffen, dass der Besuch des Salons ihnen eine dauernde Erinnerung hinterlassen werde. Ich danke den Herren Präsidenten und Delegierten der Handelskammer von Genf, der Handelskammern der ausstellenden Länder in der Schweiz, der Schweizer Mustermesse von Basel, der Schweizer Comptoir von Lausanne, der Messen von Lugano und von Genf, sich uns angeschlossen zu haben. Ich entbiete mein Willkomm den Herren Präsidenten und Delegierten der gro6sen automobilistischen, touristischen und sportlichen Vereinigungen und Clubs, den Mitgliedern unseres Ehrenkomitees und spreche ihnen unseren Dank für die Unterstützung aus, die sie unserer Veranstaltung angedeihen lassen. Ich beglückwünsche unsere zahlreichen Freunde von der Presse und vom Radio, die schweizerischen und ausländischen Journalisten und Reporter zu ihrer meisterhaften Orientierung der öffentlichen Meinung. Herr Bundespräsident, Meine Herren, Unser Komitee, das 6eine ersten praktischen Erfahrungen anlässlich des nationalen Salons von 1925 sammelte und seither mit ausgezeichnetem Erfolg 18 internationale Salons organisierte, feiert 1948 das 25jährige Jubiläum seiner Gründung. Während diese Vierteljahrhunderts ist unsere Organisation die gleiche geblieben. Das Ständige Komitee des Automobilsalons hat jedoch, angesichts der ständig wachsenden Bedeutung der Veranstaltung, im letzten Jahre der Stiftung des Automobilsalons in Genf Platz gemacht, einer privaten Institution, die keine lukrativen Zwecke verfolgt und deren Aufgabe darin besteht, die jährliche Veranstaltung einer Automobil-, Motor- und Fahrrad-Ausstellung in Genf sicherzustellen und zu erleichtern. Wir haben einen besonderen Dankestribut zu entrichten an Herrn Robert Marchand, den Präsidenten der Stiftung und Ehrenvorsitzenden des Or^anisationskomitees, an Herrn Albert Goy, den Vizeoräsidenten und an alle die — ohne mit ihrer Mühe und Arbeit zu geizen — aus dem Genfer Salon die automobilistische Weltveranstaltung machten, die wir in einigen Augenblicken eröffnen werden. Die 18. Internationale Automobil-, Motor- und Fahrrad-Ausstellung ist scamack die Erkenntnis zurück, dass der Aufschwung des Automobils bei uns weiter fortgeschritten sein könnte, würde er nicht durch eine übertriebene fiskalische Belastung des Motorfahrzeugs durch Bund und Kantone hintangehalten. Um so mehr Anerkennung verdient der Unternehmungsgeist der Veranstalter, die auch dieses Jahr wieder ein Werk vollbracht haben, wozu man sie nur beglückwünschen darf. Möge es ihre Tatkraft mit jenem Erfolg belohnen, auf den sie Anspruch erheben dürfen. Rede von Herrn Charles Dechevrens Präsident des Organisationskomitees der bedeutendste und vollständigste Salon, den wir je organisiert haben, sowohl nach der Zahl der Länder und der Aussteller als nach der benutzten Bodenfläche. Die 25 000 m : des Palais des Expositions und der fünf neuen Ausstellungshallen enthalten die Erzeugnisse von zehn Ländern, die sich wie folgt verteilen: 73 Marken von Tourenwagen, 44 Marken von Nutzwagen oder Kraftomnibussen, 15 Stände von schweizerischen und ausländischen Karosseriefabrikanten, ... • 96 Marken von Motor- und Fahrrädern; 7 Stände der Abteilung Nautik, 170 andere Aussteller für Bestandteile, Zubehör, Motoren, Treib- und Schmierstoffe, Pneus und Sportartikel. .,, < Die neuen, — provisorischen oder definitiven — Bauten ergeben zusammen 11 000 m". Sie sind in einer Rekordzeit erstellt und eingerichtet worden, und wir entbieten den Ausdruck lebhaften Dankes unserem Architekten, Herrn Frank .Martin, den, Unternehmern und Werkmeistern, den Technikern und den Arbeitern, die mit einem prächtigen. Ar-; beitsfeuer die: Schwierigkeiten eines trügerischen Winters überwunden und ein Ganzes geschaffen haben, das sicher Ihre Bewunderung und die unserer Besucher finden wird. Die Mannigfaltigkeit,-die Vollendung und die Präsentation der ausgestellten Erzeugnisse werden Ihnen einen Eindruck von Schönheit, von Erfindungsgeist, von industriellem Wissen und einer Technik hinterlassen, die man sich schwer noch vollkommener vorzustellen vermag. Das ganze Verdienst hiefür kommt unseren Ausstellern zu, die auf unsere volle Dankbarkeit für das uns entgegengebrachte Vertrauen Anspruch haben. Meine Herren; • Unsere Veranstaltung hat die gTOsse Ehre, zum erstenmal Herrn Bundesrat Enrico Celio, den Leiter des Post- und Eiseabahndepartementes, zu empfangen, der für 1948 das Amt des Bundespräsidenten bekleidet. Das Departement, das er, so glänzend leitet, sollte sich eigentlich Eidgenössisches Transport- und Verkehrsdepartement nennen, und es ist für uns ein wirklicher Glücksfall, vor dem höchsten Magistrat unseres Landes, der gleichzeitig unter «einen Kollegen am ehesten in der Lage ist, Eintrittspreis Fr. 3.—; Kinder unter 12 Jahren bezahlen Fr. 1.50. Zum Preise von Fr. 5.— ist eine Tageskarte erhältlich-, sie gibt Anrecht auf zwei Eintritte am gleichen Tage. Das Auskunftsbüro befindet sich rechts in der Halle de6 Ausstellungsgebäudes. 2. SALONNUMMER — FREITAG, 12. MAERZ. Salon; Die Eröffnung, Rand am die Ausstellung. Amerikanische Personenwagen: Uebersicht. Besuch der Stande. Bilder vom Salon. Konstruktion»- and Fahrleistungstabellen. Technik: Die Wagen am Salon — analysiert. Das Hydramatic-Getriebe. 3. SALONNUMMER — MONTAG, 15. MAERZ. Nutzfahrzeuge: Der Strassentransport im Nachkriegseuropa. Besuch der Stände von Lastwagen, Traktoren, Anhänger, Nutzlahrzeugkarosserien. Bilder der Nutzfahrzeuge. Preisliste der Lastwagen und Traktoren des schweizerischen Marktes. Französische Personenwagen: Technische Uebersicht. Besuch auf den Ständen. Salon-Bilder. Konstruktion- und Fahrleistungstabellen. AUTOMOBILrREVUE FREITAG, 12. MÄRZ 1948 - Nr. 11 ! unsere Bedürfnisse zu verstehen und die erforderlichen Lösungen zu finden, unsere Wünsche und die bestehenden Notwendigkeiten darlegen zu können. Herr Bundespräsident, In Ihrer Eigenschaft als Chef des grössten Unternehmens unseres Landes für Automobiltransporte — der eidgenössischen Post — stellen Sie für uns den berufensten Botschafter dar, den wir uns wünschen könnten, um dem Bundesrat lind dem Parlament die paar Gedanken über' die Strassenverkehrswirtschaft bekanntzugeben, die ich in meiner Eigenschaft als Präsident des Organisationskomitees des Salons und als Vorsitzender des Schweizerischen Strassenverkehrsverbandes, dieser zentralen Organisation, die alle am Strassenverkehr interessierten Gruppen zu einem festen Block vereinigt, in Kürze zu' entwickeln gedenke. Die Kriege können Länder vernichten, ganze Kontinente verwüsten, Revolutionen den politischen oder wirtschaftlichen Aspekt der Welt umstürzen, die Errungenschaften der Wissenschaft und der Technik können die Lebensgewohnheiten unseres Planeten ändern: das Missveretäadnis zwischen dem Automobil und den öffentlichen Stellen, um den Ausdruck eines groseen französischen Industriellen zu gebrauchen, bleibt ebenso unerklärlich vie vor 30 Jahren. Es ist dies eine etwas melancholische Feststellung, die sich aus der Lektüre der soeben vom Bundesrat zuhanden des Parlaments veröffentlichten Botschaft betreffend die Sanierung der Bundesfinanzen von 1950 an ergibt. Sollte dieses Missverständnis, welches das Automobil stets zwingt, zu kämpfen, um die Ketten der.Fiskalität zu sprengen, die seine Entwicklung hemmen, auf den Einfluss derer zurückzuführen sein, aus einer Geistesverfassung von 1890 heraus, dafür eintreten, dass das Motorfahrzeug unter die einer bevorzugten Klasse vorbehaltenen Luxusobjekte eingereiht werde? Trotzdem-ist das' Leben jedes Tages dazu. angetan, das Lächerliche einer solchen Auffassung zu beweisen, Ist das Ergebnis der Bemühungen derjenigen, welche die 1939 gebräuchlichen Slogans vorziehen und versichern, dass eine Erhöhung der Abgaben auf den Strassentransporten die Verbilligung der lebenswichtigen Erzeugnisse erleichtern würde? Aber das ganze Land wartet darauf, die Erben der dahingeschiedenen Kriegswirtschaft verschwinden zu sehen, die Kompensationsabgaben, die zahlreichen und mannigfachen, mit den Fachausdrücken der gelenkten Wirtschaft paradierenden Taxen, die unsere Ein- und Ausfuhr belasteten und noch belasten. Der «Mann der Strasse > ist nie dazu gelangt, zu verstehen, wie sie letzten Endes zur Verminderung der Lebenskosten beitragen könnten, die ihn in erster Linie interessiert. Endlich wagen wir nicht anzunehmen, dass die Argumente derer, die in ihrem elfenbeinernen Turm eingeschlossen, den Volksentscheid vom 10. Februar 1945 übersehen wollen und immer noch von Monopol und Einschränkungen träumen, für die öffentlichen Stellen tnassgebend sind. Immerhin findet diese Verbündung von dem Automobil entgegengesetzten Interessen infolge ihrer Zusammensetzung und ihrer politischen Macht in Das Programm des Genfer Salons Der Salon ist geöffnet: Samstag 13. März von 9 bis 19 Uhr Sonntag 14. März 9 bis 19 Uhr Montag 15. März 9 bis 19 Uhr Dienstag 16. März " 9 bis 19 Uhr Mittwoch 17. März 9 bis 19 Uhr Donnerstag 18. März 9 bis 19 Uhr 19 bis 23 Uhr Freitag 19. März 9 bis 19 Uhr Samstag 20. März 9 bis 19 Uhr Sonntag 21. März 9 bis 19 Uhr Winke für Salonbesucher Wiederum wird während der Dauer des Salons ein Autopo6tbüro aufgestellt Es befindet sich in der Halle links. Alle dort aufgegebenen Korrespondenzen werden mit dem Entwertungsstempel und einem Sonderstempel «Salon International de l'Automobile 1948» versehen. Das Präsidium und das Sekretariat des Salon6 sind im Parterre des Ausstellungsgebäudes rechts, auf der Seite der rue Bernard-Dussaud, untergebracht. Das Sekretariat ist täglich von 8.30—12.00 und von 14.00—18.00 Uhr geöffnet: * Wie in den vorhergehenden Jahren gewähren die SBB anlässlich des Genfer Salons für alle einfachen Billette- mit Bestimmung Genf die freie Rückfahrt, unter der Bedingung, dass sie im Salon abgestempelt oder im Zuge, zusammen mit einer offiziellen Ausstellerkarte, vorgewiesen werden. Diese Vergünstigung gilt für alle Strecken, sofern der Fahrpreis mindestens Fr. 5.— in der zweiten und Fr. 3.50 in der dritten Klasse beträgt Sie kann beansprucht werden: 1. Von allen Besuchern des Salons während der Zeit vom 9. bis 21. März 1948, doch kann die Rückreise- nicht vor dem 11. März und nicht nach dem 23. März erfolgen. 2. Von den Ausstellern und deren Personal, gegen Vorweisung ihres offiziellen Identitätsausweises, für die Zeit vom 6. bis 25. März. Für alle weiteren Auskünfte wende man sich an die zuständigen Stellen in den Bahnhöfen oder an das Sekretariat des Salons. Erscheinungsweise und Inhalt der < Automobil-Revue während dar Dauer des Genfer Automobil-Salons 4. SALONNUMMER — MITTWOCH, 17. MAERZ. Karosseriebau am Salon: Die Serienkarosserie 1948. Besuch bei den Spezialkarosserien. Bilderseite. Englische Perso n e n w a g e n : England und der Genfer Salon. Standbesucbe. Bildseite. Konstraktions- und Fahrleistungstabellen. C h oke undEuseblo am Salon. SALONNUMMER — FREITAG, 19. MAERZ. Italienische, tschechische, deutsche Personenwagen. Uebersicht über die Tendenzen. Standberichte. Bilderseiten. Konstraktions- and Fahrleistungstabellen. Zubehör am Genfer Salon: Die Zubehörindustrie 1948. Besuch der Stände (Zubehör, Garageeinrichtungen, -Service, Bereifungen, elektrische Ausrüstung, Treibstoffe). (022) 4 6393 ist die Telephonnummer des Standes der «Automobil-Revue» am Genfer Salon. Er befindet lieh im Parterre, rechts vom Haupteingant. Unser Stand hält sich auch für die Vermittlung Ton Rendez-voos zur Verfügung, Sofern Sie der Redaktion oder der Administration etwas mitzuteilen haben, •erlangen Sie also Telephonoommer (022) 4 6393 weitem Masse Gehör, tmd «e durfte den in der jüngsten bundesrätliches Botschaft enthaltenen Vorschlägen nicht fernstehen. Diese Botschaft hat una eine schwere Enttäuschung verursacht; denn statt eine viel weitherzigere und damit konstruktive Steuerpolitik einzuführen, beschränkt sie 6ich auf den Vorschlag, in der Verfassung für 10 Jahre von 1950 ab die gegenwärtigen Zölle und Abgaben auf Fahrzeugen und Treibstoffen festzulegen, wobei selbst allfälligen Erhöhungen die Tür offen gelassen und der künftige Ansatz der Umsatzsteuer in der Automobilbranche mit Stillschweigen übergangen wird. Unsere Behörden übersehen offenbar oder reatiiieren sicher nicht genügend den Umstand, das« die Schweiz das wenig beneidenswerte Privileg besitzt, hinsichtlich der allgemeinen Besteuerung des motorisierten Verkehrs den Weltrekord innezuhaben. Statistiken zu erläutern ond Vergleichszahlen anderer Länder heranzuziehen, hiesse Ihre Geduld auf eine allzu harte Probe stellen. Gestatten Sie mir, einzig hervorzuheben, dass: für das vergangene Jahr die Zölle trod Abgaben auf der Einfuhr der Fahrzeuge, der Treibstoffe und des Zubehöre einen Gesamtbetrag von über 140 Mill. Fr., das heisst rund 35 % der jüngsten totalen Zolleinnahmen des Bundes, ausmachen; der Bund zudem eine bedeutende Abgabe auf den Handelsgeschäften unserer Branche erhebt; endlich, zur Krönung des Ganzen, die Kantone, zum Teil unter verschiedenen Vorwänden, neue Erhöhungen der Verkehrssteuera vorgenommen und damit die 155 000 Fahrzeuge, die auf unseren Strassen rollen, einem schweren jährlichen Tribut unterworfen haben. Auf solche Weise haben 1947 die Eigentümer von Strassenfahrzeugen, die im Verhältnis zur Gesamtheit der Steuerzahler eine kleine Minderheit bilden, allein nahezu 2 0 0 Millionen Franken an Zöllen und Sondergaben auf dem Altar einer unersättlichen Fiskalität geopfert. Es kann nicht ausbleiben, dass bei einer Anführung dieser Ziffern uns die Fabel von der Henne mit den goldenen Eiern in den Sinn kommt; aber deren Ende, das Sie alle kennen, wird für die Autonjobilwirfschaft nicht das gleiche sein, die keineswegs geneigt ist, sich ohne weiteres opfern zu lassen. Während die Kantone und Gemeinden bedeutende Summen für den Unterhalt de6 Strassennetzes aufwenden, erzielt der Bund Jahr für Jahr auf dem Automobil substantielle Eranthmenüber- 6chüsse, die für das Jahr 1947, nach Abzug der Verteilungen und Rückvergütungen, bei weitem 100 Millionen übersteigen. Nachdem ich soeben das Strassenproblem berührt habe, möchte ich in Erinnerung rufen, dass bei der Eröffnung des letztjährigen Salons ich kurz die Frage der Modernisierung unserer grossen Zufahrtsrouten Nord—Süd und Ost—West aufgeworfen hatte. Die Antwort von Herrn Bundespräsident Etter ging dahin, dass der Bundesrat keine Verfassungsänderung ins Auge fasse, die zur Schaffung eines Netzes von Bundesstrassen führen würde, deren Bau, Verbesserung und Unterhalt der Eidgenossenschaft zufiele. Die Botschaft bestätigt die Stellungnahme des Bundesrates in dieser Frage, lässt aber gleichfalls durchblicken, dass diese Behörde geneigt wäre, zu einer allmählichen Verbesserung unserer grossen Verkehrsstrassen beizutragen, indem er eine Erhöhung auf den Treibstoffzöllen vornehmen würde. Ich habe mich schlecht ausgedrückt oder bin schlecht verstanden worden; daher präzisiere ich, dass ich — ohne die Schaffung von Bundesetrasien zu verlangen — es für nützlich erachtete, schon letztes Jahr die öffentlichen Stellen auf die Notwendigkeit einer raschen Modernisierung der zwei Diagonalen Nord—Süd und Ost—West aufmerksam zu machen, wobei ich nicht von einem egoistischen Standpunkt zugunsten der schweizerischen Automobilisten ausging, sondern einfach von dem Gedanken, dass es nötig sei, den grossen internationalen Touristenströmen der Zukunft zu ermöglichen, ihren Weg durch die Schweiz zu nehmen, statt diese zu umfahren. Meine Anregung erscheint mir heute von bren- »ender Aktualität. Die Arbeiten des Komitees für Binrientransporte der UNO bezwecken unter anderem, den internationalen Strassenverkehr durch eine radikale Vereinfachung der Grenzformalitäten von seinen Hemmnissen zu befreien. Die Bedeutung des internationalen Tourismus ist Ihnen bekannt. Sie wissen auch ebenso gut wie ich — wenn nicht besser — dass die ausländischen Besucher für jedes Land, und für das unsere im besonderen, eine Quelle wertvollster Einnahmen bilden. Billigerweise kann es nicht Sache der Automobilisten 6ein, einzig die Kosten einer für das allgemeine Wohlergehen unerläßlichen Massnahme zu tragen, während die Bundeskasse, dank einem gewaltigen Ueberschuss der Steuern auf dem Strassenverkehr, leicht zu einer raschen Verbesserung der Hauptrouten beitragen könnte. Offen gestanden: was uns die Botschaft, unter der Drohung mit Steuererhöhungen, anbietet, ist enttäuschend! Wir haben Gelegenheit gehabt, uns über diesen Punkt und über eine Anzahl weiterer Fragen mit der eidgenössischen Finanzverwaltung nach dem Erscheinen der Botschaft auszusprechen, und diese stelle daran erinnert, dass bei der jüngsten Erhöhung der Zölle auf den Treibstoffen bereits festgestellt wurde, dass die Grenze der fiskalischen Belastung des Autos erreicht, wenn nicht überschritten sei. Von diesem Zeitpunkt an und bis 1939

i i - FREITAG, 12. MÄRZ 194« AUTOMOBIL-REVUE Die Ansprache von Bundespräsident Dr. Celio Ich vertrete den Bundesrat am Internationalen Automobilsalon um 60 lieber, als ich nicht nur in meiner Eigenschaft als Bundespräsident hieher gekommen bin, sondern auch als Vorsteher des Eidg. Post- und Eisenbahndepartementes oder, wie es Ihr Herr Präsident soeben richtigerweise umgetauft hat, des schweizerischen Verkehreministefiums. Als man dem Departement, dem ich heute vorstehe, seinerzeit einen Namen geben musste, wusste man eben noch nichts von Automobil, Flugzeug und Radio; auch die Ausnützung der Wasserkräfte stand erst an ihrem Anfang. Wie glücklich mussten meine Vorgänger sein! Sie werden es mir deshalb sicher verzeihen, wenn ich mich heute nicht ausschließlich an die üblichen Glückwünsche halte, an das wohlverdiente Lob des Automo'bilsalons, an die Ehrung Genfs, das einmal mehr seinen Namen mit einer eleganten Veranstaltung verbindet und seine Berührungspunkte mit der internationalen Welt weiter entwickelt. Ich denke, Sie wünschen von mir, dass ich hier auf einige Fragen eintrete, die die Automobilistenkreise beschäftigen; Sie haben das Recht dazu. Vorher drängt sich mir jedoch noch eine kurze Bemerkung auf: Was sind wir doch für ein glückliches Land! Man lädt den Präsidenten der schweizerischen Eidgenossenschaft zur Eröffnung einer grossen Ausstellung ein und benutzt den Anlass zur Kritik an der Regierung, zur Unterbreitung von Wünschen und guten Ratschlägen, ohne dass die Redner das geringste Risiko laufen, deshalb Bekanntschaft mit den Staatsgefängnissen zu machen! Das nenne ich gesund, demokratisch, schweizerisch! Wahre Demokratie setzt Freiheit voraus, wahre Freiheit, das Recht des Volkes, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen. So 16t es heute und so soll es bleiben! Die Nachkriegsjahre, so reich an Enttäuschungen in anderer Beziehung, waren dem Automobil günstig. Es hat seinen frühern Platz zurückerobert, ja an Bedeutung noch gewonnen. Beweis dafür ist, dass der heute eröffnete Automobilsalon alle seine Vorgänger schon durch die Zahl der ausstellenden Marken an Bedeutung und Anziehungskraft übertrifft. Die Industrie hat eben ihre Arbeit wieder mit einem Schwung aufgenommen, der bestätigt, dass nichts den Gang des Fortschrittes lange aufhalten kann. Bis Ende 1947 ist die Gesamtzahl der Motorfahrzeuge in der Schweiz (ohne Motorräder) auf 115 000 angestiegen gegenüber 97 395 im Jahre 1938. Es sind also trotz Materialmangels in den produzierenden Ländern neue Rekordzahlen erreicht worden. Ende 1947 enftiel ein Motorwagen auf 39 Einwohner, ein Motorrad auf 120 Einwohner. An Personenwagen sind im Jahre 1947 über 20 000 eingeführt worden. Solche Zahlen beweisen, dass man beim motorisierten Strassenverkehr nicht von Krisenanzeichen sprechen kann. Dafür bringt diese ausserordentliche, stürmische Entwicklung des Straßenverkehrs auch neue Auf- Rede von Herrn Dechevrens (Schluss von Seite 2) bestand zwischen den öffentlichen Stellen und der Strassenverkehrswirtschaft eine Art « Gentlemen's Agreement», das jede weitere Erhöhung der Belastung des motorisierten Verkehrs ausschloss. Die Zeiten haben ßich geändert. Der Staat, der immer mehr zur Vorsehung einer kleinen Anzahl zum Schaden aller geworden ist, sieht sich ständig wachsenden Bedürfnissen gegenüber. Es erscheint ihm leichter, auf die Passivität der Steuerzahler zu spekulieren, um sich neue Einnahmen zu verschaffen, als gegen die Flut der Ansprüche anzukämpfen, die ihn zu überschwemmen droht. In liesem Falle sind die Versprechen oder die früheren Abkommen rasch zum alten Eisen geworfen. Das Missverständnis besteht weiter! Um dahin zu gelangen, es zu zerstreuen, sehe ich mich veranasst. neuerdings mit aller wünschbaren Klarheit zu betonen, dass nach unserer Auffassung alle Ausgaben im allgemeinen Interesse von der Gesamtheit der Steuerzahler getragen werden müssen. Die Strassenverkehrswirtschaft kann keinerlei di- Tekte oder verschleierte Erschwerung — und wäre sie noch so gering — der Steuerlast hinnehmen, die ihr auf eidgenössischem oder kantonalem Gebiete zugedacht ist. Ich muss fest daran! bestehen, dass nicht nur dieser Wettbewerb zwischen dem Bund und den Kantonen aufhöre, der ohne Unterlass die uns auferlegten Lasten zu vermehren trachtet, sondern dass auch die öffentlichen Stellen mit uns alle Möglichkeiten fiskalischer Erleichterungen prüfen. Nur unter dieser Bedingung werden wir das baldige Ert>roifen einer von unseren Kreisen verlangten Volksinitiative vermeiden können, mit deren Prüfung der Schxveizerische Strassenverkehrsverband betraut ist und welche die auf unseren Schultern ruhenden Lasten erträglicher machen soll Ḋas sind — «o werden Sie denken — recht frnste Betrachtungen angesichts des triumphalen Erfnl'rfes des 18. Internationalen Automobilsalons! Aber ich wollte diese Zusammenkunft nicht vorübergehen lassen, ohne unseren Behörden in Erinnerung zu rufen, dass die Automobilbranche nicht nur eine unerschönfliche Steuerouelle bildet, die man bei jedem Anlass oder auch ohne einen solchen nutzbar machen kann. Sie muss als das betrachtet werden, was sie in Wirklichkeit ist: Eine ler bedeutendsten Branchen der Volkswirtschaft i'-nd ein sicherer Faktor des Fortschrittes und der Wohlfahrt. . Ich erhebe mein Glas auf die Beseitigung eines Mißverständnisses, die dem Strassoniabrzmig ermöglicht, in stet« höherem Mas" al'ei! zui?är der nach Ansicht der Automobilistenkreise unseres Landes zu langsam vor sich geht, ist folgendes zu sagen: Vor einem Jahr hat der Sprecher der Landesregierung am Automobilsalon ausgeführt, der Bund werde wahrscheinlich für den Ausbau der Talstrassen keine Beiträge leisten können, höchstens zum Ausgleich zwischen finanzschwachen und finarustarken Kantonen; das Alpenstrassenprogramm hingegen werde demnächst wieder iti Gang gebracht werden. Wo stehen wir heute? Die Botschaft des Bundesrates vom 22. Januar 1948 an die Bundesversammlung über die Bundesfinanzreform gibt uns die Antwort. Während die vom Bundesrat bestellten Finanzexperten im Frühjahr 1947 für den Ausbau aller Strassen seitens des Bundes eine jährliche Leistung von durchschnittlich bloss 21 Mill, Fr. als tragbar erachteten, schlägt der Bundesrat nun im Zusammenhang mit der Bundesfinanzreiorm eine jährliche Gesamtleistung von 31,6 Mill. Fr. — also r Zum Strassenausban, 10 Mill. Fr. mehr — vor, wovon 7,5 Mill. Fr. auf nichtalpine Durchgangsstrassen entfallen. Ein gewisser, wenn auch bescheidener Fortschritt in der Verwirklichung der Wünsche der Automobilistenkreise ißt also erreicht worden. Die Zurückhaltung des Bundesrate« auf diesem Gebiet ist leicht «l erklären. Einmal ist allgemein bekannt, dass grössere Ausgaben für den Stra6«enauebau in die Jahre mit geringerem Beschäftigungsgrad verschoben werden sollen. Durch Beschluss von Arbeitsbeschaffungskrediten könnten dann die heute vorgesehenen Beiträge mit Leichtigkeit erhöht werden. Anderseits weiss jedermann, dass Rücksicht genommen werden muss auf die Grnndwelle, die heute durch Volk und Parlament geht und die auf den Abbau der Bundesbeiträge zielt. Nehmen Sie deshalb bitte zur Kenntnis, dass mit den neuesten Vorschlägen des Bundesrates trotz diesen Tendenzen ein grundsätzlicher Anfang gemacht wurde in der Sie interessie- renden Richtung und die Grundsteine gelegt wurden, auf denen nun weiter aufzubauen sein wird. Nun zur Frage der Anpassung der auf die Ihr Herr Präsident angespielt hat, des Verhältnisses zwischen den von den Kantonen erhobenen Automobilsteuern und den vom Bunde erhobenen Treibstoffzöllen. Alles das wird nach meiner Ansicht einer gründlichen Revision unterzogen werden müssen. Beide Steuerarten werden besser aufeinander abzustimmen sein. Wir wissen, dass Bar anspruchslose englische Qualitäts-Wagsn für den anspruchsvollen Fahrer! NUFFICLD Bundespräsident Celio gibt dem Genfer Salon < die Bahn frei ». Au»stem»n