stylus Magazin München 1/2019

stylusdasmagazin

Das Metropolmagazin. Architektur. Interieur. Design. Fotografie. Lebensstil.
Diese Ausgabe: Leichtigkeit in der Architektur und im Leben.

MÜNCHEN

Das Metropolmagazin.

Architektur. Interieur. Design. Fotografie. Lebensstil.

DORTMUND

HAMBURG

KÖLN/BONN

MÜNSTER

OSNABRÜCK

AUSGABE 01/2019

SCHUTZGEBÜHR 8 EURO

LEICHTIGKEIT

IN DER ARCHITEKTUR

UND IM LEBEN

MF | 1 stylus. München 2019


Anzeige

Man könnte dieses Sofa auch Meilen stein nennen.

Wenn das nicht so ungemütlich klingen würde.

Dass unsere Conseta nach 55 Jahren

noch so gut in Form ist, liegt an ihrer

zeitlosen Schlichtheit. Und an ihrem

raffinierten Modul-System, das sich

zu unzähligen Kombinationen konfigurieren

lässt. Und daran, dass wir sie

unaufhörlich erneuern.

Zum 55. Geburtstag gibt es deshalb

auch einen neuen exklusiven Wollstoff

in zwölf Farben sowie sechs edle

PURO-Leder – beides zum besonders

günstigen Vorzugspreis. Wenn das

nicht mal ein festlicher Grund ist,

bei uns reinzuschauen.

cor.de/conseta55

COR interlübke Studio München

Rosenheimer Str. 145i t. +49.(0)89.244 087 067 muenchen@cor-interluebke.de cor-interluebke.de/muenchen

Casa Idea Ottobrunn Putzbrunner Str. 75 t. +49.(0)89.81 30 55 35 casa-idea.de


STARTEN SIE MIT STYLUS IN DAS JAHR 2019!

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

der Winter hatte uns fest im Griff ... Zeit, über neue Geschichten für stylus nachzudenken.

Und unser Team ist fündig geworden. Die Leichtigkeit ist ein bestimmendes

Thema – in der Architektur wie im Leben. Die Definition von Leichtigkeit ist im

Grunde einfach: Sich frei fühlen, beinahe schon ein wenig beschwingt sein. So beneidet

beispielsweise der italienische Stararchitekt Renzo Piano Dichter und Musiker,

die mit ihren Stilmitteln sehr viel einfacher Leichtigkeit ausdrücken können als ein

Architekt, der mit Stahl und gegen die Schwerkraft arbeiten muss. Wir führen Sie zu

einem kleinen architektonischen Ausflug, nämlich zum Bauhaus, und von da zur

Architektur des Bungalows – die mit Leichtigkeit und Sachlichkeit spielt.

Wir freuen uns auch über Anregungen,

Fragen und natürlich über Lob

oder Kritik. Schreiben Sie uns:

kontakt@stylus-das-magazin.com

Ein ganz besonders interessantes und vor allem umfangreiches Projekt beschäftigte

uns im Münchner Osten: das Werksviertel. Gott sei Dank hatten wir einen kompetenten

Gesprächspartner an unserer Seite: Johannes Ernst, der nicht nur geschäftsführender

Gesellschafter des erfolgreichen Architekturbüros Steidle Architekten

ist, sondern auch für die gesamte architektonische Planung dieses neuen Stadtteils

verantwortlich zeichnet. Ein sehr spannendes Thema, das uns sicher wieder beschäftigen

wird, spätestens, wenn das Konzerthaus in das Areal integriert sein wird.

Ein Blick zu Design und Kunst. Hier machte es uns große Freude, die Geschäftsführerin

von „Foldart“ zu treffen. Sie entwickelte eine gänzlich neue Kunstform, die an

Origami erinnert – aber im extravaganten Luxusbereich angesiedelt ist. Sensationell.

Außerdem hat uns die Kunst des guten Schlafs beschäftigt und die Erfindung einer

„Wortuhr“, die gleichzeitig auch Wandschmuck und Designobjekt ist.

Schließlich darf die Kulinarik nicht vernachlässigt werden: Wir durften uns von Mun

Kim mit seinen leichten, koreanischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen und lernten,

wie aus einem Stück Stahl eine kunstvolle Feuerstelle für Grilliertes entsteht.

Für unsere Leserinnen und Leser haben wir ganz am Schluss noch einen wirklichen

Leckerbissen: stylus verlost, gemeinsam mit dem legendären Bachmair am See, zwei

Drei-Gänge-Menüs im Panorama-Restaurant in Rottach-Egern. Ein wahrer Genuss ...

stylus wünscht Ihnen auf jeden Fall viel Glück!

Meine lieben Leserinnen und Leser, das war nur ein kleiner Blick auf die vielen,

neuen Ideen und interessanten Geschichten der Frühjahrsausgabe von stylus

München. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall gute Unterhaltung – bleiben Sie uns

gewogen.

Ihre Nina Schmid

Chefredakteurin stylus München

2 | 3 stylus. München 2019


12

16

72

64

26

52

74

82

36

68

32

46

78


22

INHALT

Architektur und Leichtigkeit 06

Das Überwinden der Schwerkraft trotz Stahl und Beton

Die Lust am Bungalow 12

Vom „Haus am Horn“ bis zu Mies van der Rohe

Die Dynamik des Werksviertel in München 16

Ein Gespräch mit Johannes Ernst, Steidle Architekten

Das Sofa Conseta hat Geburtstag 22

Zeitlose Schlichtheit und ein raffiniertes Modulsystem

AVITRUM – Die exklusive Outdoor-Küche 26

Luxusgenuss unter freiem Himmel

Sinnliche, zeitlose und extravagante Design-Objekte 32

Foldart & Foldwall – außergewöhnlich kreativ

56

Möbel mit Charakter 36

Die Manufaktur Janua und Designer Stefan Knopp

Think New Work 42

Ein Blick nach Österreich zu Wiesner-Hager

Möbel für den Sommer im Grünen 46

DENDON, Gloster und B&B Italia bei böhmler

Sleep on Nature 52

Ruhiger, wohltuender Schlaf mit Coco-Mat

Eine Uhr ohne Zeiger und ohne Ziffern 56

Wer steckt hinter QLOCKTWO

42

Fine-Dining-Küche im Kellergeschoss 60

Mun Kim – von der Wallstreet zum genialen Koch

60

Ein Kunstobjekt trifft den Nerv unserer Zeit 64

Skulptur und zugleich zeitloser Feuerplatz

Unsere Liste der Experten dieser Ausgabe 67

Ein 44 Meter hohes Ei mitten im Wald 68

Unverfälschtes Erlebnis mit spektakulärer Aussicht

SIAN DESIGN und die Algorithmen 72

Faszinierender Schmuck durch mathematische Strukturen

6

New Heritage auf der Praterinsel in München 74

Ein Festival der Sinne

Loden – zwischen Lifestyle und Tradition 78

Das Mode-Label Monaco Duck und die neuesten Kreationen

Impressum 81

Ein Erlebnis der Sinne in Rottach-Egern 82

Gewinnen Sie ein fantastisches Drei-Gänge Menü mit stylus

4 | 5 stylus. München 2019


ARCHITEKTUR VERBINDET KUNST UND TECHNIK, ABER AUCH FORMEN, LICHT,

TRANSPARENZ UND LEICHTIGKEIT. VOR ALLEM DIE LEICHTIGKEIT STEHT GERNE

IM VORDERGRUND – ALS EINE PHYSISCHE UND MENTALE QUALITÄT. SIE IST DIE

SCHWESTER DES LICHTS UND DER TRANSPARENZ. RENZO PIANO BEISPIELSWEISE

BENEIDET DICHTER UND MUSIKER, DIE MIT IHREN MITTELN VIEL EINFACHER

LEICHTIGKEIT ZUM AUSDRUCK BRINGEN KÖNNEN. DIE ARCHITEKTUR HINGEGEN

KÄMPFT IMMER GEGEN DIE SCHWERKRAFT UND MIT STAHL UND BETON.

DIE LEICHTIGKEIT

DER ARCHITEKTUR

Text: Nina Schmid

Renzo Piano, einer der bedeutendsten Architekten unserer Zeit und Träger des Pritzker-Architekturpreises,

stammt aus Genua und gilt als ein Meister der Bautechnik. Seine Bauwerke sind von

einem einzigartigen Zusammenspiel funktionaler, technischer und ästhetischer Aspekte geprägt

und spielen mit Licht und Leichtigkeit. Pianos Leidenschaft für das Meer und den Segelsport ist

sicher mit ein Grund für seine leichte, präzise Bauart und die Begeisterung für das Offene.

Ein Beispiel dafür ist das faszinierende „Astrup Fearnley Museum“. Fließend,

transparent und filigran – so schmiegt sich das Bauwerk mit seiner Sammlung

moderner und zeitgenössischer Kunst an den Oslofjord auf der Halbinsel

Tjuvholmen, der Insel der „Diebe“. Wo sich früher Prostituierte und

Gauner trafen, schlendern heute Kunstliebhaber durch die

Modellstadt. Auch bei diesem Entwurf wurde Piano

erneut vom Schiffsbau inspiriert, deutlich zu

erkennen an der Fassade und der Dachkonstruktion.


Foto: © Nic Lehoux

Text: Nina Schmid

6 | 7 stylus. München 2019


Foto: © RPBW


EIN WEITERES BEISPIEL FÜR DIE LEICHTIGKEIT IN RENZO PIANOS ENTWÜR-

FEN WIRD GERADE AUF DEM GELÄNDE EINES ALTEN KRAFTWERKS AUF DER

MOSKWA-INSEL BALTSCHUG IN MOSKAU FERTIGGESTELLT. HIER SOLL DAS

NEUE ZENTRUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST UND KULTUR ENTSTEHEN.

Die zentral gelegene Insel Bolotnaja Damm bekommt die Chance, ein modernes Viertel mit viel Anziehungskraft

zu werden. Auch dieses Projekt wird das Gesicht Moskaus verändern. Das Bauwerk GES 2 wird eindeutig

die jungen Generationen ansprechen. „Ich werde auf dieses Gelände, auf dem einst Strom produziert wurde,

wieder Leben zurückbringen. Es wird zur magischen Laterne im Herzen Moskaus werden“, so beschreibt Piano

sein Projekt.

Auch „The Shard“, ein Wolkenkratzer in Londons Stadtteil Southwark mit 310 Metern und 72 nutzbaren Stockwerken,

zählt zu den besonderen Projekten Pianos und beweist ebenfalls den Stil der Leichtigkeit. Der Name

„shard (Splitter oder Scherbe) passt genau: Das pyramidenförmige Gebäude besteht aus 11.000 Scheiben und

besitzt eine Glasfassade von 56.000 m². Das Gebäude wurde als vertikale Stadt entworfen und bietet auf seiner

Aussichtsplattform einen atemberaubenden Blick über London.

Nach dem verheerenden Brückeneinsturz in Genua wird Renzo Piano den Wiederaufbau mit seinen Plänen

verantworten. „Die neue Brücke soll kein ´Monument für die Gefallenen`werden, es wird eine nüchterne Brücke

sein, sicher und leicht zu warten, die tausend Jahre hält und die ganze Stadt repräsentiert“, sagte der 81-jährige

Architekt bei der Präsentation seines Entwurfs.

8 | 9 stylus. München 2019

Foto: © William Matthews


Foto: www.123rf.com

EINE HOMMAGE AN DIE LEICHTIGKEIT VON FORM UND MATERIAL

Nicht nur Renzo Piano liebt die Leichtigkeit in der Architektur. Das 1972 eröffnete Olympiastadion wurde zu einer baulichen Ikone, zum

Sieg der Leichtigkeit über die Schwerkraft, stellte Renzo Piano fest. Frei Otto entwickelte zusammen mit Günther Behnisch die Dachkonstruktion

des Münchner Olympiastadions. Otto war ebenfalls einer der bedeutendsten Architekten unserer Zeit, einer der großen Baumeister,

der bis dahin nie gesehene, schwerelose Dachkonstruktionen ersann. Er hatte Visionen und die Fähigkeit, sie in exakte Grundrisse, in

Räume, Häuser und Städte umzusetzen. Frei Otto war Künstler und Handwerker zugleich, und er war der Meister des Filigranen. Vor allem

seine Arbeiten im Leichtbau mit Seilnetzen und Gitterschalen gelten als herausragend.

MIT ELEMENTARER LEICHTIGKEIT,

IMPROVISATION UND FARBAKZEN-

TEN BAUTE AUCH DER MÜNCHENER

ARCHITEKT OTTO STEIDLE.

Er setzte seit den 1970er-Jahren

Schwerpunkte für den Wohnungsbau in

Deutschland und suchte mitten in der

architektonischen Wüste des Baubooms

der Wirtschaftswunderzeit nach neuen

Formen des Wohnens. Zu den Hauptwerken

seiner immer leicht wirkenden

Bauten gehören das Verwaltungsgebäude

Foto: Bildarchiv Marburg/Rose Hajdu

Gruner + Jahr in Hamburg und der Universitätscampus

auf dem Ulmer Eselsberg.

Nach dem unerwarteten Tod des Architekten

und Städteplaners Professor Otto

Steidle 2004, führten die damaligen Mitarbeiter

Johannes Ernst, Johann Spengler,

Martin Klein und Hans Kohl das Architekturbüro

Steidle und Partner unter dem

Namen „Steidle Architekten“ weiter. Mit

großem Erfolg.

Universität auf dem Ulmer Eselsberg (1988 - 1994), Foto mit freundlicher Genehmigung von Steidle Architekten


Anzeige

WWW.FEUERRING.CH

10 | 11 stylus. München 2019


Haus Am Horn (1923), Architekt: Georg Muche · Foto:© Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

DIE LUST AM „BAUHAUS-BUNGALOW“

Das „Haus Am Horn“ gilt als Vorläufer moderner

Wohnideen. Hier zeigen sich ganz klar die

revolutionären Ideen des Bauhauses. Das Musterhaus

wurde zur ersten großen Bauhaus-Ausstellung

1923 präsentiert und ist das einzige

vom Bauhaus realisierte Gebäude. Der Entwurf

stammt vom Bauhaus-Meister Georg Muche

mit Unterstützung des Architekturbüros Walter

Gropius. Das Projekt wurde unter Mitwirkung

aller Bauhauswerkstätten und zahlreicher Studierender

ausgestattet und errichtet, sozusagen

in Teamwork.

Das Haus am Horn zeigt bereits das Leichte, Kubische

– weltoffen und modern mit der Grundeigenschaft

des Bungalows: eine Mischung

aus Großzügigkeit und Understatement. Der

Bungalow klotzt nicht mit Höhe, sondern lässt

sich von der Umgebung umarmen und zeigt die

minimalistische Ästhetik der Moderne. So gesehen

ist das Haus am Horn der erste Bungalow

in Deutschland.

BIS HEUTE STEHT DAS

BAUHAUS FÜR KÜHNE,

RATIONALE UND FUNKTI-

ONALE ENTWÜRFE. WAL-

TER GROPIUS, VORDEN-

KER UND GRÜNDER DER

KUNSTSCHULE „STAATLI-

CHES BAUHAUS IN WEI-

MAR“, PRÄGTE DIESE ZEIT

– NICHT NUR ALS WAGE-

MUTIGER ARCHITEKT, DER

KUNST UND HANDWERK

VEREINEN WOLLTE. ER

GILT AUCH, NEBEN LUD-

WIG MIES VAN DER ROHE

UND LE CORBUSIER, ALS

MITBEGRÜNDER DER MO-

DERNEN ARCHITEKTUR.

Dessau-Roßlau Bauhausgebäude (1925-26),

Architekt: Walter Gropius, Foto:© Tillmann

Franzen, tillmannfranzen.com

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018


Viele Architekten des Bauhaus waren

Liebhaber des Bungalows. So findet

sich diese sachliche Architektur mit

dem einfachen, klaren Stil bei Ludwig

Mies van der Rohe in seinem 1933 entwickelten

Haus Lemke in Berlin wieder.

Mit diesem Bau zeigt Mies van der

Rohe vor allem, dass sich die Wohnbedürfnisse

des modernen Menschen

auch mit wenigen Mitteln verwirklichen

lassen. Haus Lemke ist ein wichtiger

Schritt auf der Miesschen Suche

nach der „Wahrheit“ in der Architektur.

Hier setzte er bereits das Konzept des

„fließenden Raumes“ um, ebenso wie

beim Pavillon des Deutschen Reiches

auf der Internationalen Ausstellung

Barcelona.

„Verwechseln Sie bitte nicht

das Einfache mit dem Simplen.“

Mies van der Rohe

Fotograf: René Müller, mit freundlicher Genehmigung Mies van der Rohe Haus

1930 NAHM MIES VAN DER ROHE DIE BERUFUNG ZUM DIREKTOR DES BAUHAUSES IN DESSAU AN UND BE-

GANN DAMIT SEINE AKADEMISCHE LEHRTÄTIGKEIT. WIE VIELE SEINER BAUHAUS-KOLLEGEN EMIGRIER-

TE AUCH ER SPÄTER IN DIE VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA.

Fotograf: René Müller, mit freundlicher Genehmigung Mies van der Rohe Haus

12 | 13 stylus. München 2019


© Kanzlerbungalow, mit freundlicher Genehmigung

von Haus der Geschichte. Foto: Axel Thünker

DER KANZLERBUNGALOW –

DIE LEICHTE ARCHITEKTURFORM

Die Konstruktion eines Bungalows ist

schlicht, das Mauerwerk leicht. Spannbeton,

Stahl und Glas sind die entscheidenden Baumaterialien.

Eigentlich kreiert als preiswertes

Familienmodell, entwickelte sich der Bungalow

zu einer der exklusivsten Bauformen

mit einer neuen Leichtigkeit des Wohnens

auf einer Ebene. Dieser Form huldigten namhafte

Architekten wie Hans Scharoun, Egon

Eiermann, Gottfried Böhm und Sep Ruf.

1963 beauftragte auch Bundeskanzler Ludwig

Erhard – noch in seiner Funktion als

Wirtschaftsminister – den Architekten Sep

Ruf mit dem Bau einer Residenz als „Symbol

weltoffener und moderner Gesinnung der

Bundesrepublik Deutschland“. Es sollte ein

repräsentatives und modernes Gebäude in

der Tradition der klassischen Moderne werden.

So entstand der „Kanzlerbungalow“, der

heute als eindrucksvolles Beispiel westdeutscher

Nachkriegsarchitektur gilt und gerne

als die Wohnhaus-Variante der Berliner Nationalgalerie

von Mies van der Rohe bezeichnet

wird.

Architekt: Werner Sobek, Stuttgart/Deutschland,

Fotograf: Zooey Braun, Stuttgart/Deutschland


DER BUNGALOW

IST NICHT VERSCHWUNDEN

Ganz im Gegenteil – die neue Lust am Bungalow

ist sehr gegenwärtig. Das liegt einerseits

an den Wohn-Anforderungen unserer

Gesellschaft, andererseits aber auch an Innovationen

in Architektur, Gestaltung und

Bauweise. So spielt das Thema „Wohnen im

Alter“ eine große Rolle, oder die Gestaltungsfreiheit:

Vom Grundriss bis zur Raumaufteilung,

vom Garten bis zur Dachform bietet

der Bungalow alle Freiheiten, und man lebt

sozusagen auf Augenhöhe mit der Natur.

Ein gutes Beispiel ist das eingeschossige Einfamilienhaus

von Architekt Werner Sobek.

Prägende Elemente des Gebäudes sind zwei

parallele Wandscheiben. Der Raumabschluss

erfolgt durch eine großzügige Verglasung.

Eine umlaufende, großzügige Terrasse, geschützt

durch das weit auskragende Flachdach,

verbindet Innen- und Außenraum.

Die Faszination der Flachdach-Moderne ist

bis heute ungebrochen und lebt weiter – der

Bungalow als Bautyp ist noch lange nicht

ausgestorben.

14 | 15 stylus. München 2019


Der Bauplatz für die Medienbrücke mit seiner schwierigen Hinterhoflage

hätte Nachteile für ein konventionelles Hochhaus bedeutet.

Zum Beispiel dass die unteren Geschosse unattraktive Sicht- und

Lichtbedingungen gehabt hätten. Die eigenwillige Lösung von Steidle

Architekten: Sie legten das Hochhaus einfach quer, abgehängt von

zwei 46 Meter hohen Pfeilern. 90 Meter lang und 23 Meter breit,

überragt das Gebäude eine Straße. So schwebt die 7.500 Quadratmeter

große Architektur in einer Höhe von 50 Metern über dem Areal

und bietet einen Panoramablick bis zu den Alpen – vor allem von

der ausladenden Dachterrasse des „level 10“.

© Steidle Architekten


EIN HOCHHAUS QUER

ÜBER DEM WERKSVIERTEL

Text & Interview: Nina Schmid

2017 entstand hinter dem Ostbahnhof in München auf 39,5 Hektar Münchens spannendste Baustelle: das Werksviertel.

Auf dem früheren Industriegelände hatten Pfanni, Zündapp, Konen und Optimol ihre Betriebsstätten – bis sie ab

Mitte der 1980er-Jahre nach und nach den Standort verließen. Es folgte eine Zeit der Improvisation: In den

90er-Jahren wurde das leerstehende Fabrikgelände zur Partymeile, nannte sich Kunstpark-Ost und

Kultfabrik und beherbergte Diskotheken, Clubs, Bars, Restaurants, Spielhallen, Künstlerateliers und

Kleinunternehmen. Bis die Stadt München 2017 dem Konzept und Bebauungsplan für ein neues,

außergewöhnliches Stadtviertel zustimmte. Im Januar 2018 fanden die letzten Partys statt –

und anschließend wurde das ehemalige Fabrikareal abgerissen. Ein neues Kapitel wurde auf

dem historischen Gelände aufgeschlagen – ein urbanes Trend-Quartier entsteht,

das Kultur, Leben, Arbeit und Wohnen verbinden soll.

Einige Gebäude wurden schon sehr früh errichtet, wie beispielsweise 2011

die Medienbrücke, ein Projekt des Münchner Büros Steidle Architekten:

Das architektonische Highlight wurde sofort ein Sinnbild für die

moderne, unangepasste und souveräne Gestaltungsart des „Werksviertels

München“. Das exklusive Bürogebäude scheint über den

Bestandsbauten zu schweben und präsentiert sich als richtungsweisend

für den neuen Stadtteil. Schon vor der Fertigstellung

waren rund 80 Prozent der circa 7.000 qm Bürofläche vermietet –

überwiegend an Unternehmen der Medienbranche, die sich in

dieser besonderen Immobilie mit Loftcharakter und Zertifizierung

(LEED – Silber bis Gold) präsentieren wollen. Aber auch

die sichtbaren Überschneidungen von Bestands- und Neubauten

und die spannende Nutzungsmischung machen das groß angelegte

städtebauliche Projekt „Werksviertel“ so attraktiv.

16 | 17 stylus. München 2019


DAS WERKSVIERTEL –

EINE GELUNGENE

SYMBIOSE AUS TRADITION

UND AUFBRUCH

Im Werk 4 entsteht auf einem alten Kartoffelsilo

eines der spektakulärsten Gebäude der Stadt:

ein Hotel mit 234 Studios und Apartments

sowie einem preisgünstigen Hostel.

© Steidle Architekten

Ein neues Stadtviertel für München entsteht – ein spannender

Prozess, an einem Ort mit lebendiger Geschichte. Früher wurden

dort beispielsweise Kartoffeln zu Knödeln verarbeitet, Motorräder

zum Rollen gebracht und Kleidungsstücke geschneidert.

Zwar sind die Maschinen von früher längst verstummt, aber der

Geist von damals ist noch gegenwärtig und wird auch weiter das

Viertel beeinflussen. Viele historische Baukörper sind verblieben,

als spannender Kontrast zu den modernen Neubauten. Die

Planung führt die einzelnen Projekte sinnvoll zusammen, damit

ein urbanes Stadtviertel mit perfekter Verbindung zu den wichtigen

Verkehrsadern Münchens entsteht. So sind alle Lebensbereiche

im Werksviertel miteinander verknüpft. In dieser gelungenen

Symbiose aus Tradition und Aufbruch hat sich im Münchner

Werksviertel eine kreative und erfolgreiche Szene etabliert:

aufregende Architektur, einzigartige Räume für Gastronomie,

Handel und Unterhaltung, Loft-Büros für 7.000 Arbeitsplätze,

Einzelhandelsflächen und Hotels. Hinzu kommen Parkanlagen,

Kindertagesstätten, eine Grundschule und – für München ganz

besonders wichtig – zirka 1.300 Wohnungen.

stylus hatte die Möglichkeit, sich mit Johannes Ernst von Steidle

Architekten zu unterhalten. Das Münchner Architekturbüro

hat die Medienbrücke nicht nur entworfen und gebaut, Johannes

Ernst ist auch für die gesamte architektonische Planung des

Werksviertel verantwortlich.

stylus: Sehr geehrter Herr Ernst, danke zunächst für Ihre Zeit. Das ist

nicht selbstverständlich bei Ihrem straffen Terminplan. Sie sind nicht nur

einer der geschäftsführenden Gesellschafter von Steidle Architekten, sondern

auch der Chefplaner des Werksviertel München. Welche Aufgaben

umfasst dieser Job?

Johannes Ernst: Ich weiß nicht, wer diesen Titel erfunden hat …

Ich habe mit meinem Büro den Masterplan für das Quartier gemacht,

mit den Eigentümern das Konzept erarbeitet und die komplexen

Schichten des städtebaulichen Entwerfens zusammengebracht. Ich

stehe aber nicht jeden Tag im „War Room“ der tatsächlichen Umsetzung.

Hierfür haben wir hervorragende Spezialisten: Straßenplaner,

Bauablaufkoordinatoren und die städtischen Referate. Was da gemacht

wird, schaue ich mir mit Freude an! Und die Architekturprojekte

werden im Gestaltungsbeirat und bei Wettbewerben besprochen.

stylus: Das Werksviertel kann man als „kleine Stadt“ innerhalb Münchens

bezeichnen, hier gibt es jetzt schon vieles rund ums Leben: Kunst,

Kultur, Gastronomie, Clubs, Handel und Sportaktivitäten. Das Werk 4

haben Sie entworfen, Fertigstellung soll 2020 sein. Ein preiswertes Hostel

und ein Luxushotel, erbaut auf dem historischen „Kartoffelsilo“ von

Pfanni. Hört sich verwegen an ...

Johannes Ernst: Die wichtigste Idee im Werksviertel ist es, auf den

bestehenden Potenzialen aufzubauen und hierbei nicht nur die Bestandsbauten

zu nutzen, sondern auch die bestehenden Nutzungen

zu erhalten.

Das Werk 4 baut auf dem ehemaligen Kartoffelmehlsilo der Firma

Pfanni auf und beherbergte bereits seit über 20 Jahren Münchens

höchste Kletteranlage. Diese wird im Rahmen der Überbauung erweitert

und wird dann eine spektakuläre Außenkletterwand bieten.

Die massiven Betonröhren mit hoher Verkehrslast haben sich wiederum

optimal geeignet, um darauf aufzubauen. Die Mischung von

Hostel und eher gehobenem Hotel, also die Gleichzeitigkeit und

Akzeptanz unterschiedlicher Nutzergruppen, ist die Basis für einen

bunten und belebten öffentlichen Raum: weg von der modernistischen

Trennung der Bereiche und Gesellschaftsschichten hin zur urbanen

Mixtur.


Mit dem Werk 3 im ehemaligen Pfanni-Produktionsgebäude entstand

das Herzstück des Werksviertel, mit einem spannenden Nutzungsmix,

der Teil des Konzepts ist. Ein außergewöhnliches Highlight von Werk 3 ist

die Dachbegrünung, mit einer Kräuter- und Blumenwiese sowie Gruppen

von Felsenbirnen. Im Sommer weidet auf dieser Wiese eine kleine Herde

Schafe – inmitten der Stadtlandschaft entsteht so ein außergewöhnliches

und schönes Stück Natur.

© Steidle Architekten

stylus: Das Werk 3 lief auch unter Ihrer Projektplanung.

Johannes Ernst: Das Werk 3 war für uns alle

zugleich Inspiration und Inkubator für das

neue Viertel. Zunächst äußerlich in ruinösem

Zustand, haben sich schnell die Potenziale

offenbart: große Raumhöhen, weite Stützabstände,

fabrikartige Fensteröffnungen und

eine bereits sehr interessante Nutzerstruktur

aus der Zeit der Kunstparks.

Wir haben das schon sehr große Gebäude

dann nochmals erweitert, zwei Geschosse in

die Höhe und einen gesamten Bauabschnitt

in die Länge, denn wir mussten dieses Gebäude

so stark machen, dass es ganz alleine als

Motor für die weitere Entwicklung des Areals

funktionieren kann.

Das hat sensationell funktioniert, vor allem,

weil der Vermieter das Konzept der kleinteiligen

Vermietung radikal umgesetzt hat. Über

70 Mieter teilen sich die 25.000 qm großen

Flächen – von Thinktanks großer DAX-Konzerne,

Agenturen, Architekten bis hin zu

kleinsten Läden und Restaurants.

stylus: Das Werksviertel hat neun Eigentümer,

wie brachte man sie gemeinsam hinter eine Idee?

Johannes Ernst: Nachdem man lange versuchte,

das Gebiet klassisch zu sanieren, hat

sich schließlich doch unser Vorschlag, mit allen

Eigentümern und allen Nutzungsformen

zu arbeiten, als der richtige Weg erwiesen. Es

macht ja auch mehr Spaß, Menschen einzuladen,

bei einer spannenden Sache mitzumachen

– die auch noch lukrativ ist –, als von

dem interessanten Ort in ein Gewerbegebiet

vertrieben zu werden. Einzige Bedingung der

Integration der Nutzungen und Nutzer war

es, dass jeder seine Schnittstellen zum öffentlichen

Raum und den Nachbarn so gestalten

muss, dass sie sozialverträglich sind. Und so

haben wir es geschafft einen Großhändler

neben eine Schule neben ein Wohngebäude

neben einen Konzertsaal zu platzieren. Und

alle freuen sich darüber!

stylus: Relativ spät fiel die Entscheidung, den

neuen Konzertsaal im Werksviertel zu integrieren.

Gab es deswegen viele Probleme?

Johannes Ernst: Nun ja, zunächst mussten

wir schauen, ob es überhaupt noch einen

nicht verplanten Standort mit räumlichem

Potenzial für ein Konzerthaus gibt. Dann

kam die Überlegung, ob eine solche Nutzung

dem Quartier insgesamt nutzt: beispielsweise

die vorwiegende Abendnutzung,

sehr große, monofunktionale Gebäudemaße

etc. Die Erschließung – Pkw und Fußgänger

– stellte auch eine große Herausforderung

dar.

Dann studierten wir die Oper am Josephsplatz,

das Gärtnerplatztheater und das

Prinzregententheater und stellten fest, dass

diese herausragenden Kulturbauten immer

Teil der städtischen Strukturen waren – und

nicht das frei gestellte Objekt. Ab da ging alles

ganz leicht ….

stylus: Das Werksviertel-Mitte ist ja bereits

gut ausgebaut. Aber was passiert mit dem Gelände

westlich, südlich und östlich von Werkviertel-Mitte?

Sind die 1.300 Wohnungen

schon im Bau?

Die neue Heimat des

Symphonieorchesters des

Bayerischen Rundfunks:

Der Entwurf stammt von

dem Architektenteam

Cukrowicz Nachbaur.

Läuft alles nach Plan,

kann das Konzerthaus bis

2025 eröffnet werden.

© Architekturbüro

Cukrowicz Nachbaur

18 | 19 stylus. München 2019


Das Optimol-Gelände: Nach den Plänen von Nieto Sobejano Arquitectos

entsteht auf 32.000 m 2 oberirdischer Geschossfläche ein

Gebäudeensemble mit innovativer Ästhetik.

Eigentümer ist die Familie Maltz.

© WÖHR + BAUER GmbH

Johannes Ernst: Derzeit werden die ersten

Konzepte und Projekte in diesem Bereich entwickelt.

Die Wohngebäude gruppieren sich ja

um den Werksviertelpark herum, es wird wie

ein grünes Wohnzimmer werden.

Wie es aussieht, wird es keine Eigentumswohnungen

geben. Wie im größten Teil des

Werksviertel bleiben die Eigentümer Bestandshalter.

Insbesondere im Bereich der

Wohnungsbauten wird das für eine hohe

Qualität und Nachhaltigkeit sorgen, die vor

allem den Mietern zugutekommen wird. Wie

ich es jetzt bereits sehen kann, werden hier

sehr spannende Wohnprojekte entstehen.

Auch im Bereich der Vertiefung der gewerblichen

Nutzungen gibt es im Bereich um Rohde

& Schwarz herum bereits sehr spannende

Projekte, so zieht die größte Kommunikationsagentur

Münchens hierher, und daneben

entsteht ein Haus mit einer ganz neuen Form

der Produktion und Verwaltung.

stylus: Wie sieht es mit Grünanlagen, Bäumen

und Sträuchern aus? Oder bleibt es beim Dachgarten

auf Werk 3 mit der kleinen Schafherde?

Johannes Ernst: Auch im Bereich der Wohnungsbauten

werden wir intensiv begrünte

und privat nutzbare Dachgärten haben. Darüber

hinaus gibt es den Werksviertelpark,

mit der grünen Mittelzone als Rückgrat der

Außenräume. Unsere Landschaftsarchitekten

von Jühling und Partner sowie WGF haben

ein schönes, feines Netz von Freiräumen aufgebaut.

Auf dem Platz vor Werk 3 kann man bereits

heute die aus der Geschichte des Ortes

abgeleitete Atmosphäre der Außenräume

erkennen: fahrbare Möbel und Bäume in

Kartoffelwägen auf den alten Schienen, Betonwerksteine

oder Vordächer, um Zwischenbereiche

zu definieren.

stylus: Das Werk 12 wird im Mai eröffnet. Wie

kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro

MVRDV, die ja auch gerade KoolKiel

planen und gerne experimentell unterwegs sind?

Johannes Ernst: Unser Bauherr und sein

wichtigster Entwickler, Werner Eckart und

Eric Heppt, sind daran interessiert, die Dinge

anders zu machen als normalerweise. Das

Werk 12 hat eine herausragende Bedeutung

für den Platzraum, eine Art kleine Oper. Wir

haben dann verschiedene Kandidaten für das

Gebäude angeschaut und sind am Holländischen

Pavillon der Expo Hannover hängen geblieben.

Dieses Ding hat den beiden gefallen.


Das Werk 4 umfasst 7.000 m² Loft-Flächen für

Büro, Fitness & Entertainment und fällt ganz

besonders durch die kurzen Comic-Statements an

der Fassade auf. Geplante Eröffnung ist das

Frühjahr 2019 – dann wird auch das neue

body + soul Fitness & Wellness über drei Stockwerke

auf 4.500 m²seine Pforten öffnen.

© MVRDV

Zunächst wollten wir den Pavillon importieren,

haben dann aber gemerkt, dass es mehr

Spaß macht und auch sinnvoller ist, MVRDV

mit einem neuen Projekt zu beauftragen. Auf

der bereits wegen der fortgeschrittenen Tiefgaragenplanung

feststehenden Grundstruktur

des Gebäudes hat Jacob van Rijs dieses

tolle Gebäude entwickelt. Ich überlege mir

tatsächlich, dem Fitnessclub beizutreten, der

demnächst dort eröffnet wird. Aber vielleicht

gehe ich doch lieber regelmäßig ins Restaurant

im Erdgeschoss …

stylus: Schließlich noch eine Frage zu Otto Steidle,

der die Medienbrücke noch vor seinem Tod

entworfen hatte. Steidle Architekten haben das

außergewöhnliche Gebäude fertiggestellt. Wie

viel Otto Steidle steckt in Steidle Architekten?

Johannes Ernst: Wir haben an dem Thema

Medienbrücke schon länger gearbeitet.

Zu Otto Steidles Zeit war das Gebäude noch

keine Brücke, sondern ein etwas expressiverer

Aufbau auf einer Blockranderweiterung.

Erst einige Zeit nach seinem Tod, nachdem

das Projekt länger ruhte, kam der Gedanke

auf, den unteren Teil der Bebauung wegzulassen

und eine wolkenbügelartige Konstruktion

vorzuschlagen. Das hatte den einfachen

Grund, dass niemand sich vorstellen konnte,

in diesem damals vollkommen verlassenen

Hinterhof Räume anzumieten. Mit der exponierten

Erscheinung konnten wir dann

attraktive Flächen anbieten und die Kraft

nutzen, um dem ganzen Quartier eine neue

Richtung zu geben. Das ist vielleicht der

Punkt, wo bei uns noch am stärksten Otto

Steidle wirkt: Die Dinge über die reine Aufgabe

hinaus zu denken, gesamtgesellschaftliche

Beziehungen herstellen, die Wechselwirkung

von Architektur und Stadt bewusst zu bearbeiten

und zu nutzen. Er hat uns da neue

Wege aufgezeigt, auch den Mut gegeben,

sich in solche Themen einzumischen. Er ist

für uns immer noch eine Art Batterie, aus der

wir Energie schöpfen.

stylus: Die elementare „Leichtigkeit“, mit der

Steidles Bauten den städtischen Raum in Besitz

nehmen, sie hatte immer schon etwas „Unerhörtes“.

So charakterisierte Gottfried Knapp Otto

Steidles Lebenswerk. Wie sehen Sie heute die

Leichtigkeit und das „Unerhörte“ in der Architektur?

Johannes Ernst: Über unsere Welt des Bauens

hat sich etwas Bleiernes, Schweres gelegt,

gerade in der großformatigen Welt der investorengenerierten

Architektur. Da kommen

einige Sachen zusammen, das internationale

Kapital, das nur noch sichere Renditemaschinen

produziert, die Umstellung auf das serielle

Entwerfen und Bauen mit dem Computer,

Retro-Tendenzen nach jahrzehntelanger

Domination des internationalen modernen

Stils. Aber auch die öffentliche Hand hat als

Bauherrin immer mehr Angst vor Experimenten

und Leichtigkeit. Umso erfrischender ist

es, hier im Werksviertel mit einem echten

Bauherrn, der gar kein Immobilienprofi war,

wieder da anzuknüpfen, wo wir vor längerer

Zeit stehen geblieben sind: Optimistische,

freie und experimentelle Gedanken in Architektur

umzusetzen, die einfach Spaß machen.

stylus: Sehr geehrte Herr Ernst, vielen herzlichen

Dank für Ihre interessanten Ausführungen.

Das stylus-Team freut sich schon auf die komplette

Fertigstellung des faszinierenden „Werksviertel

in München“.

www.steidle-architekten.de

2010 schlug die Medienbrücke ein neues

Kapitel der Architektur in München auf – ein erster

Vorbote der den Wandel am Ostbahnhof einläutete.

© Steidle Architekten

Steidle Architekten: v.l.n.r. Martin Klein, Johannes Ernst, Johann Spengler

20 | 21 stylus. München 2019


Friedrich-Wilhelm Möller (1931-1996), der Schöpfer von „Conseta“, kam über das Tischlerhandwerk

und Studium der Innenarchitektur zum Möbeldesign. Als Handelsvertreter bei COR beschloss er,

neue Möbel zu entwickeln, und begann mit Skizzen zu der „Uridee zum Sitzen auf Sofas“ – so entstand

das Sitzmöbel „Conseta“, das von COR kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Der Anspruch seines

Schöpfers, „schnelle Pferde schneller machen“, gilt bis heute.

1964: Auf der Kölner Möbelmesse erblickt die erste Conseta das

Licht der (Fach-)Welt. Die Reaktionen: verhalten. Aber: während der 1960er-Jahre,

als im Wirtschaftswunder-Deutschland sechs Millionen Wohnungen neu gebaut werden, zieht nicht selten Conseta gleich mit ein.

80er-Jahre: Conseta kommt jetzt ganz groß raus: Der Mitte der 1980er-Jahre eingeführte Hochlehner gibt dem Klassiker eine ganz neue Anmutung.

90er-Jahre: Das Kufen-Modell wird wieder neu aufgelegt – und beweist, dass Conseta in mehr als drei Jahrzehnten nichts von ihrer Modernität verloren hat.

2000er-Jahre: Genau wie vor 50 Jahren wird jede Conseta – mit Ausnahme weniger Zulieferteile – immer noch komplett bei COR hergestellt. Nur so kann

die Fertigungs- und Produktqualität gewährleistet werden, für die Conseta seit so vielen Jahrzehnten steht.


Text: Monika Segl | Bildmaterial. COR interlübke

CONSETA 55:

HEUTE UND GESTERN

CONSETA IST EIN SOFA, DAS GESCHICHTE GESCHRIEBEN HAT – UND TROTZDEM: ALLES

BLEIBT BEIM NEUEN – ZEITLOSE SCHLICHTHEIT, EIN RAFFINIERTES MODULSYSTEM UND

UNZÄHLIGE KOMBINATIONSMÖGLICHKEITEN. DIESES ELEGANTE UND BEQUEME SITZ-

MÖBEL WAR IMMER SCHON SEINER ZEIT VORAUS – DESWEGEN KANN ES NICHT ALTERN!

ZUM 55. GEBURTSTAG HAT SICH STYLUS CONSETAS GESCHICHTE GENAUER ANGESEHEN ...

UND ZWAR BEI JÜRGEN FRANKE IN MÜNCHEN UND OTTOBRUNN.

Im COR Interlübke Showroom in München treffen wir Jürgen Franke und wollen uns mit ihm über das Möbelkonzept „Conseta“

unterhalten. Jürgen Franke ist seit frühester Jugend „möbelbegeistert“, also ein echter Einrichtungsexperte. Den

schlichten, aber genialen Möbelentwurf von Designer und Architekt Friedrich-Wilhelm Möller nennt er das „Chamäleon“

unter den Sofas. Faszinierend ist, dass die Neuentwicklung bei ihrer damaligen Präsentation auf der internationalen Möbelmesse

in Köln 1964 nur zwei Aufträge einbrachte, also eher kein Senkrechtstarter war. Die Erklärung ist einfach: Die Idee

eines ganzheitlichen Polstermöbelsystems, dessen Elemente sich vielfach kombinieren lassen, war

seiner Zeit tatsächlich voraus und stieß damals auf Unverständnis.

Wir sitzen mit Jürgen Franke auch auf einer „Conseta“ – was so viel bedeutet wie zusammensitzen. Stimmt,

auch dafür ist sie erdacht worden. „Obwohl das Sofa in Köln in den 60er-Jahren kein Erfolg war, brachte

COR dieses Sinnbild für Wandelbarkeit trotzdem auf den Markt. Mit Recht, denn es feiert dieses Jahr seinen

erfolgreichen 55. Geburtstag. Dieser Design-Klassiker ist für mich auch ein Symbol für den Pioniergeist des

Herstellers COR“, sagt Jürgen Franke.

„Conseta“ wird durch die zurückhaltende Gestaltung in gradlinig und strenger Form mit minimal gewölbten

Sitzpolstern bestimmt. Das Besondere ist das Modulsystem – so kann das Möbelkonzept zu einer Vielzahl von

Sitzgruppen verkettet werden. Zusätzlich lassen sich einzelne Elemente – wie Hocker, Sessel oder Eckteile –

zu Zwei-, Drei- oder Mehrsitzern verbinden. Immer entsteht ein ganzes System, ästhetisch und funktional.

Durch das vorausschauende Handeln des Herstellers COR entwickelte sich dieses Prinzip zum Bestseller.

22 | 23 stylus. München 2019


„MICH REIZTE DAS ADDITIVE

ELEMENT, DAS SICH

DURCH HOHE VARIABILITÄT DEN

SICH STÄNDIG ÄNDERNDEN

ANSPRÜCHEN DER MENSCHEN

ANPASST.“

Friedrich-Wilhelm Möller


Seit 1956 begeistert die Unternehmerfamilie Franke die Münchener

für Design-orientiertes Wohnen mit Einrichtungskonzepten der

Marken COR und interlübke – ein Modell mit Zukunft: Denn heute

verleiht Jürgen Franke nicht nur dem COR interlübke Studio in der

Rosenheimer Straße 145i, sondern auch dem neu eröffneten Einrichtungsstudio

„Casa Idea“ in Ottobrunn seine eigene Handschrift. Auch

hier steht selbstverständlich der Designklassiker „Conseta“.

„Durch die Idee und das Konzept der „Conseta“ können wir und unsere

Kunden unserer Fantasie freien Lauf lassen. Über 400 Stoffe gibt

es zur Auswahl – und mehr als 100 Lederausführungen. Jede

„Conseta“ lässt sich tatsächlich genau so zusammensetzen,

wie es ihrem Besitzer gefällt: Es gibt sie in verschiedenen

Sitzhöhen, -tiefen und -breiten, mit unterschiedlich

geformten Eck- und Liegeelementen und diversen Armlehnen

und Fußvarianten. Man kann sozusagen aus dem

Vollen schöpfen“, berichtet uns Jürgen Franke.

So können dann ein Sofa, eine Sitzlandschaft, ein Sessel, Hocker oder Schlafsofas

entstehen. Kreativität pur. Seit nunmehr 55 Jahren erobert das Polstermöbelprogramm

private und öffentliche Räume, es steht in Wohnungen, Häusern, Hotels,

Unternehmen, Museen und Botschaften weltweit. Rund 850.000 Einzelelemente

wurden bisher produziert. Zum Geburtstag wurde zusätzlich ein exklusiver, hochwertiger

Wollstoff in zwölf Farben entworfen, den es zu einem besonders günstigen

Vorzugspreis gibt. Und damit nicht genug: Zur Feier des Jahres gibt es auch sechs

neue Puro Leder zu sehr attraktiven Preisen.

„Ich finde, dass die Schönheit und Langlebigkeit dieses Polstermöbelkonzepts noch

wichtiger sind, denn teilweise leben heute die Kinder oder Enkel der Erstbesitzer

mit Möllers Zukunftsentwurf zusammen, das hätte 1964 wirklich kein Mensch

vermutet“, sagt Jürgen Franke.

Oft gelangt auch eine „Conseta“ zurück ins Werk, um neu bezogen oder aufgepolstert zu werden. Und in der SAMMLUNG

COR, einem kleinen Museum im COR und interlübke Haus, belegen Zeitzeugen verschiedener Epochen die Entwicklung vom

Urmodell zum Designklassiker. stylus gratuliert auf jeden Fall dem großartigen Entwurf und wünscht „Conseta“: for ever

young! Vielen Dank, lieber Herr Franke, für Ihre Einblicke.

24 | 25 stylus. München 2019

www.casa-idea.de in Ottobrunn · www.cor-interluebke.de in München


LUXUS-GENUSS

UNTER

FREIEM HIMMEL

Text: Nina Schmid | Bildmaterial: AVITRUM

SO ETWAS HABE ICH NOCH NICHT GESEHEN.

ENDLICH GIBT ES EINE VORZEIGBARE OUTDOOR-KÜCHE,

BEI DER GAST UND KOCH ZUSAMMENKOMMEN …

FÜR MODERNE HOTELGASTRONOMIE EIN PERFEKTES ERLEBNIS.

Tim Mälzer, Fernsehkoch und Buchautor


Outdoor-Küchen werden immer beliebter – kein Wunder, die lebhafteste Kommunikation fand immer schon

in der Küche statt. Wenn man also das Kochen, die Unterhaltung mit der Familie oder den Gästen mit kulinarischem

Genuss unter freiem Himmel und in der Natur verbinden kann – was kann es Schöneres geben? Ein

einzigartiger Perfektionist für genau dieses „Draußen-Feeling“ ist das Unternehmen AVITRUM aus Memmingen

im Allgäu.

„UNS TREIBT DIE LEIDENSCHAFT FÜR DAS BESONDERE AN. MIT UNSEREN OUTDOOR-KÜCHEN

WOLLEN WIR HERAUSRAGENDE ERLEBNISOBJEKTE SCHAFFEN, DIE DIE SCHÖNSTEN PLÄTZE

DER WELT ZU ORTEN HÖCHSTEN GENUSSES VERWANDELN.“

Sagt Dr. Klaus Hörmann, CEO von AVITRUM. Das Unternehmen ist eine Tochter der FABRINO Produktionsgesellschaft

mbH und hat sich auf hochwertige OpenSky Outdoor-Küchen für anspruchsvolle Privat- und

Geschäftskunden spezialisiert.

26 | 27 stylus. München 2019


Das Design der AVITRUM OpenSky Kitchen brauchte mehr

als fünf Jahre visionäres Kreativdenken und gestalterische

Höchstleistung, um realisiert zu werden. Durch die Inspiration

außergewöhnlicher Standorte und Locations, durch den

Einfluss der Natur und internationaler Genusswelten konnte

ein Design kreiert werden, das in Form und Eleganz wirklich

einzigartig ist. Diese Visionen des Gründers von AVITRUM,

Dr. Klaus Hörmann, wurden gemeinsam mit dem Schweizer

Designstudio greutmann & bolzern umgesetzt.

AVITRUM OpenSky Kitchen – Design-Studie von 2013

© greutmann bolzern designstudio

Der AVITRUM-Korpus – im typischen Curved-Design gestaltet

– wird aus einem Stück glasfaserverstärkten Kunststoffs

gefertigt und passt sich jeder Umgebung an. Das Material

wird eigentlich im Bootsbau eingesetzt und ist dadurch

hervorragend für den Outdoorbereich geeignet. Diese Technologie

ermöglicht es, alle RAL-, Pantone- oder NCS-Farben

umzusetzen und auch bestimmte einzigartige Effekte zu

erzielen. Ob edles Anthrazit, bestechendes Blau, aufregendes

Pink, industrielle Betonoptik oder lebendiges Orange: In der

Farbwelt von AVITRUM gibt es keine Grenzen, und jede Outdoor-Küche

erhält ihre persönliche Note. Ein professionelles

Experten-Team aus Landschaftsarchitekten, Ingenieuren,

Designern, Meisterhandwerkern und professionellen Köchen

berät gemeinsam mit dem Kunden alle Möglichkeiten individueller

Oberflächen und setzt die Auswahl mit höchstem

Qualitätsanspruch um.


Die OpenSky Kitchens vereinen unverwechselbares Architektur-Design

mit faszinierenden Materialien und professioneller Ausstattung. Immer

steht dabei die Natur im Vordergrund, denn jede Küche wird von den

Ausstattungs-Experten individuell für einen besonderen Standort kreiert

– und auch passend zum gewünschten Stil und dem speziellen Ambiente.

Während der Entwicklungsphase testeten Experten unterschiedliche

Materialien für die Arbeitsplatte. Fazit: Für diese attraktiven Küchen

werden nur hochwertigste Materialien verarbeitet: edles, robustes Teakholz

oder Eiche, klassischer Edelstahl, Granit, seltener Lavastein oder

kratzfeste Keramik.

Und auch bei den Küchengeräten gibt es nichts, was es nicht gibt. Eine

umfangreiche Auswahl zertifizierter Geräte, die alle für den Außenbereich

entwickelt wurden, lassen nahezu jeden (Koch-)Traum wahr

werden. Ob Sand, Salz, Regen, Schnee oder Wind – es werden nur

Ausstattungen installiert, die jeder Witterungsgegebenheit dauerhaft

standhalten. Zu guter Letzt kann man aus verschiedenen Befeuerungsarten

wie Gas, Kohle oder Strom wählen – damit der Grill, Wok oder

Pastakocher, die Induktionsplatten und das Teppanyaki perfekt und für

jeden Geschmack individuell funktionieren.

Ein zusätzliches Highlight bietet der Michelin-Stern-prämierte Chef de

Cuisine, Rainer Sigg, der als Chefkoch im Berliner Adlon tätig war.

Er kennt die AVITRUM OpenSky Kitchen und ihre Eigenschaften genau

und berät bei der Auswahl fertiger „Set-ups“. Das „Set-up Asia“ beispielsweise

verfügt über alle Geräte, die man in der asiatische Küche benötigt

– inklusive Wärme- und Kühlschubladen.

stylus ist auf jeden Fall begeistert von der Perfektion dieser Küchen und

hat sich besonders gefreut, mit Dr. Hörmann noch ein kurzes Interview

führen zu können.

28 | 29 stylus. München 2019


stylus: Sehr geehrte Herr Dr. Hörmann, wir treffen

uns hier auf der bauma 2019 auf dem Stand

Ihres Unternehmens FABRINO, bei dem Kunststoff-Hochleistungsfasern

und Architekturbeton

im Vordergrund stehen. Aber unser eigentliches

Gesprächsthema ist ja Ihre Leidenschaft für einzigartige

Outdoor-Küchen. Wie hat denn alles

begonnen?

Dr. Klaus Hörmann:

Ich hatte

immer schon den

Wunsch, eine perfekte

Küche unter

freiem Himmel

zu kreieren, denn

mehr als den üblichen

Grill gab es

nicht. 2009 packte

ich es an: Zunächst

haben wir

einen Design-Pitch ausgeschrieben, den das

Schweizer Studio greutmann bolzern für sich

entschied. Nun war zwar das exklusive Design

umgesetzt, danach ging es aber erst richtig

los. Nach vielem Experimentieren entschieden

wir uns für GFK (Glasfaserkunststoff)

als Werkstoff für den Korpus. Das Material

wird auch im Yachtbau und mittlerweile bei

Automobilen verarbeitet. Der Vorteil: Mit

GFK lassen sich die ausgefallensten Formen

herstellen – aus einem Stück. Es ist robust,

langlebig, und Kratzer oder sogar Löcher im

Korpus lassen sich hervorragend ausbessern.

Zudem kann man den Korpus von matt auf

glänzend polieren, oder umgekehrt.

stylus: Nachdem das Design und das Basismaterial

feststanden – mit welchen Schwierigkeiten

und Komplikationen mussten Sie noch kämpfen?

Dr. Klaus Hörmann: Nun ja, ich hätte zu

Beginn nicht gedacht, dass es so aufwendig

werden würde, die perfekten Geräte für unsere

Outdoor Kitchen zu finden. Ich wollte draußen

die gleichen Möglichkeiten haben wie in

einer Innenküche. Das war eine wirkliche

Herausforderung: Minusgrade, Regen, Hitze,

Schnee, alles musste bedacht werden, natürlich

auch die verschiedenen Befeuerungsarten.

Als unser Prototyp dann so realisiert wurde,

wie ich es mir vorgestellt habe, kam das

nächste zeitaufwendige Problem auf uns zu:

die notwendigen Genehmigungen und Zulassungen

für eine gewerbliche Nutzung – auch

international. Schließlich musste man auch

bedenken: Wie wird die Küche zum Kunden

transportiert. Wie schon gesagt, es handelt

sich um ein komplettes Stück aus GFK ...

stylus: 2015 konnte der Prototyp schließlich

getestet werden ...

Dr. Klaus Hörmann: Richtig, und wir haben

ihm nichts erspart. Alle Witterungsbedingungen

musste unsere erste Outdoor Kitchen

erleben, sie wurde sozusagen auf Herz und

Nieren geprüft – und das über einen langen

Zeitraum. Schwächen wurden behoben, Nachteile

korrigiert und Verbesserungen im täglichen

Umgang ausgeführt. Deswegen können

wir auch sagen: Was AVITRUM nicht kann,

wissen wir heute noch nicht.

stylus: Sie haben gesagt, dass eine AVITRUM

Outdoor Kitchen mit einem Maßanzug zu vergleichen

ist ... können Sie uns das erklären?

Dr. Klaus Hörmann: Zurzeit gibt es vier

Grundformen unserer Outdoor Kitchen, diese

werden genau auf den Bedarf des Kunden

angepasst. Jeder Wunsch kann von uns erfüllt

werden, ob es Farben, Materialien oder

Küchengeräte betrifft, bisher sind wir nicht an

unsere Grenzen gestoßen. Auch wenn es eine

gänzlich andere Grundform sein soll – kein

Problem. Wir können die Küche auch mobil

und autark designen, also quasi „beweglich“.

Der Kunde wird schließlich seine perfekte

Outdoor-Küche besitzen, eben maßgeschneidert.

stylus: Ganz neu ist Ihr Showroom auf Mallorca.

Dr. Klaus Hörmann: Ja, auf der Insel können

wir in einem Showroom seit Kurzem

unsere AVITRUM OpenSky Kitchen präsentieren.

Sozusagen zum „Anfassen“.

stylus: Sehr geehrter Herr Dr. Hörmann, vielen

Dank für das informative Gespräch über diese

exklusive Küche.

© www.avitrum.com


Anzeige

FLIESE · NATURSTEIN · MOSAIK · HOLZ · HANDWERK · SPACHTELTECHNIK · TAPETE · INTERIOR · SANITÄR · LICHT · ACCESSIORES

30 | 31 stylus. München 2019

münchener straße 3 / ismaning

www.die-fliese.com

DASBADSTUDIO

münchener straße 3 / ismaning

www.das-bad-studio.de

Preise und Öffnungszeiten: www.swm.de

emil-kurz-straße 2 / ismaning

www.die-fliese.com


Text: Monika Segl | Fotos: Foldart

perfektes

sinnliches

design MADE IN GERMANY

LUXURIÖSER PURISMUS, ELEGANTES UNDERSTATEMENT, ZEITLOSES, MINIMALISTISCHES DESIGN.

DAS VERBINDET MAN MIT FOLDART. STYLUS TRAF HEIDRUN KEIM IN IHREM SHOWROOM IN KOL-

BERMOOR UND KONNTE SICH HAUTNAH VON DEN DESIGNOBJEKTEN „EINFANGEN“ LASSEN. DIE GE-

SCHICHTE DES UNTERNEHMENS FOLDART IST MINDESTENS GENAUSO INTERSSANT UND AUSSERGE-

WÖHNLICH WIE DIE HERSTELLUNG DER ÄSTHETISCHEN EXPONATE.

Heidrun Keim,

Geschäftsführerin FOLDART

Alles begann mit der Kombination aus

Wissenschaft, Technologie und ... Faltkunst:

Professor Klaus Drechsler entwickelte

2007 mit seinem Team eine neue

Falt-Leichtbaustruktur, deren Faltkerne

bemerkenswerte mechanische, thermische

und akustische Eigenschaften vereinten.

Aus dieser Idee entstand das inzwischen

weltweit agierende Unternehmen

FOLDCORE, deren weiterentwickelte

Technologien nicht nur in der Luft- und

Raumfahrt eingesetzt werden.

Heidrun Keim, Geschäftsführerin von

FOLDART, war von den einzigartigen

Faltungen so sehr fasziniert, dass sie

die Idee in Design umsetzen wollte: Mittels

Kupfer, Aluminium, Gold oder Papier

wurden neue Faltungen kreiert, aus denen

schließlich diese außergewöhnlichen

Kunststücke entstanden. 2016 gründete

Heidrun Keim mit Prof. Dr. Drechsler

und Dr. Yves Klett das Unternehmen und

die Marke FOLDART. Die Faszination der

Objekte beruht nicht nur auf den unterschiedlichen

Materialien, es ist vielmehr

die Kunst des exakten Faltens dieser Materialien

– was wir uns bei zwei Millimeter

Kupferblech nur sehr schwer vorstellen

können. „Die vielfältigen Falttechniken

sind das Geheimnis des Unternehmens“,

lacht Frau Keim, „und wir arbeiten stetig

an neuen Faltmöglichkeiten mit interessanten,

ungewöhnlichen Werkstoffen.“

Die dreidimensionale Gestaltung und

die Struktur lassen das Objekt je nach

Betrachtungswinkel immer wieder anders

erscheinen. Dieser Effekt intensiviert

sich bei Exponaten mit unterschiedlichen

Farbflächen – Licht und Schatten

verstärken diesen optischen Eindruck –,

obwohl das Prinzip der reinen Faltung,

ohne Schnitte und Klebungen, stets gleich

bleibt.

Bei der Herstellung der FOLDARTS werden

modernste Algorithmen mit feinster

Handarbeit kombiniert – alles zu 100

Prozent „Made in Germany“.

32 | 33 stylus. München 2019


Endkunden sind nicht nur anspruchsvolle Privatpersonen

und Sammler, sondern auch Unternehmen, die sich mit einem

außergewöhnlichen Designobjekt umgeben möchten.

Zudem besteht die Möglichkeit einer individuellen Auftragsarbeit,

bei der beispielsweise auch das Firmenlogo optisch

integriert werden kann, und selbstverständlich kann

man FOLDART jederzeit nach Absprache besuchen und

sich persönlich ein Bild machen.

WELTERFOLD

Eine außergewöhnliche Kooperation gelang bei der Serie „WELTERFOLD“.

Die Berliner Manufaktur Welter designt Wandunikate für einen individuellen

und luxuriösen Wohn- und Lebensstil.

Speziell für FOLDART wurden einzigartige Papiere kreiert, die sich, in einem

Bogen gefaltet sowie ohne Schnitt oder Klebung, zu einem außergewöhnlichen

WELTERFOLD-Designobjekt verwandeln. Eingebettet in eine schwarz

glänzenden Acrylbase und limitiert auf 88 Exemplare, ist diese Art des Designs

an Sinnlichkeit kaum zu übertreffen.

Jedes einzelne Designobjekt ist auf 888 Stück weltweit

limitiert, einzeln nummeriert und

wird als „Collection One“ präsentiert.

Einzigartig ist auch die edle Verpackung

– schwarzer Karton,

schwarze Handschuhe, Reinigungspinsel

und hochwertig gestaltete

Anleitungen zur Installation.

Bei FOLDART macht schon das Auspacken Freude.


FOLDWALL – MEHR ALS NUR EINE WANDVERKLEIDUNG

Niemals stehen bleiben. Aus diesem Statement

entwickelte sich „FOLDWALL“. Eine für Architekten

und Designer eindrucksvolle, neue Gestaltungsvariante,

ein Eye-Catcher, der vielseitige

Designs möglich macht. Alle Foldwall-Einzelelemente

sind in zwei Größen und in zahlreichen

Oberflächen- und Farbvariationen erhältlich.

Die stabilen und hochwertigen FOLDWALL-Elemente

bestehen aus Aluminium mit RAL-pulverbeschichteten,

Metallic- oder Organoid-Oberflächen.

Mit FOLDWALL werden Wände sozusagen

„befaltet“ – und so entsteht ein eindrucksvolles

3D-Wanddesign.

FOLDWALL ist auch bei der Befestigung einzigartig:

Die Elemente werden mit Magneten an

Flacheisenstreifen, die an der Wand befestigt

sind, angebracht. Einfach, schnell und stabil –

und bei Bedarf sofort wieder abnehmbar. Eine

weitere Innovation dieser außergewöhnlichen

Falttechnik – mit vielversprechendem Potenzial

für die Zukunft.

2019 erhielt

FOLDWALL den

German Design

Award 2019

für excellentes

Produktdesign.

© www.foldart.de | www.foldwall.de

34 | 35 stylus. München 2019


LUST

AUF MÖBEL MIT

CHARAKTER

Text: Nina Schmid | Fotos: JANUA

WOHNEN MIT HOLZ IST LÄNGST WIEDER EN VOGUE. VOR

ALLEM HOLZ MIT AUSSERGEWÖHNLICHEN OBERFLÄCHEN

STEHT IM FOKUS. EIN MEISTER AUF DIESEM GEBIET IST DIE

MÖBELMANUFAKTUR JANUA. DIE MARKE KENNT KEINE RE-

GELN UND FOLGT KEINEN TRENDS – SIE KREIERT EINFACH

ZEITLOSES UND IST DADURCH SO EINZIGARTIG. STYLUS BE-

SUCHTE JANUA IN ST. WOLFGANG UND KONNTE SICH NICHT

NUR MIT CHRISTIAN SEISENBERGER ÜBER LEIDENSCHAFT,

NEUGIER UND VERTRAUENSVOLLE TEAMARBEIT UNTER-

HALTEN – WIR BLICKTEN AUCH IN DIE WERSTATT UND DEN

FANTASTISCHEN SHOWROOM.


Tischplatte Eiche, geköhlt und gekalkt

Für die Herstellung werden aus dem Kernbereich eines ca. 70 cm breiten Eichenstamms die

beiden mittleren Bohlen ausgewählt und aufgefaltet. Es entsteht eine unverwechselbare Tischplatte aus

zwei gespiegelten Bohlen, mit einer offenen oder geschlossenen Stirnseite – der „SK 08 Butterfly“.

36 | 37 stylus. München 2019


CChristian Seisenberger, Gründer und Geschäftsführer von Janua,

gilt als Tausendsassa der Kreativität, den Kopf voller verrückter Ideen

und immer mit Leidenschaft am Werk. Seine Erfolgsformel: 4A + B heißt

„Anders als alle anderen und besser!“ Wer Christian kennt, weiß, dass

er keine leeren Versprechungen macht. Das gilt auch für die Unternehmensphilosophie

und die Werte im Umgang mit Möbeln und Menschen:

ehrlich, natürlich, geradlinig, echt und unverfälscht.

Die Marke Janua, die seit 2005 existiert, entwickelte sich in den letzten

vierzehn Jahren kontinuierlich und dynamisch – aber mit ruhiger

Hand. Über Qualität und Nachhaltigkeit wird nicht viel geredet – die

Möbel sprechen für sich, und jeder Kunde soll nicht nur zufrieden, sondern

begeistert sein. Dieses Ziel erreicht das Unternehmen mit aufsehenerregenden

Innovationen, handwerklicher Perfektion und höchster

Präzision. Zu verdanken ist das den über 50 festangestellten und freien

Mitarbeitern, die mit ihrem grenzenlosen Willen aus jedem Kunden einen

Fan machen.

JANUA LEBT NICHT NUR DURCH SEINE PRO-

DUKTE, SONDERN VOR ALLEM VOM EINSATZ

ZAHLREICHER MENSCHEN UND PERSÖN-

LICHKEITEN, DIE MIT IHREN IDEEN, IHRER

KREATIVITÄT UND IHREM DESIGN IMMER

WIEDER NEUES UND BEEINDRUCKENDES UM-

SETZEN. SO KONNTE JANUA IM LAUFE DER

JAHRE EIN TEAM FORMEN, DAS MIT FLEXI-

BILITÄT UND ENTHUSIASMUS EINDRUCKS-

VOLLES DESIGN ERSCHAFFT – UND DAS MIT

SPÜRBARER LIEBE ZUM DETAIL.

Die Zusammenarbeit im Team beschränkt sich nicht nur

auf die Mitarbeiter im Unternehmen. Es gehören auch 16

externe Designer dazu, denn eine Möbelmarke ohne die

Inspiration von äußeren Impulsen droht an ihrem eigenen

Anspruch zu scheitern.

So fließen immer wieder neue Ideen und Ansichten von außen

ein, und es entwickeln sich verschiedene Möbel unterschiedlicher

Designer mit einzigartigen Persönlichkeiten

– sie sprechen aber alle eine gemeinsame Sprache: Janua.

Denn sie setzen alle auf natürliche Materialien, arbeiten fokussiert

und denken nachhaltig.


Ergänzend zur bisherigen Kollektion

wurde die neue gewaschene Oberfläche

aus der Edition Stefan Knopp

2019 als innovative Neuheit vorgestellt.

Bei dem aufwändigen, mechanischen

Verfahren, das der Holzfußbodenveredler

Schotten & Hansen entwickelt und

über Jahre perfektioniert hat, wird die

Eiche in mehreren Schritten gewaschen.

Durch das Waschen werden die Poren des

Holzes geöffnet. Ungewünschte Inhaltsstoffe

können entweichen, somit lässt sich

auch ein unerwünschter Rotweinfleck

sorglos wieder entfernen. Im Gegenzug

können Pflegestoffe ins Holz eingearbeitet

werden, wie Öle, Wachse, Harze und

Farbpigmente. Die Tischplatten halten

sich in den Farbtönen „Roheffekt“ und

„Graphit“ wohltuend zurück – und strahlen

in „Gold“ von innen heraus.

ANGREIFEN. ZUPACKEN. HANDWERKEN!

Für Janua sind Möbel ein Stück echte

Lebensqualität. Individuell gefertigt,

verbinden sie puristische Eleganz mit

erstklassigen Materialien, wie zum

Beispiel hochwertige Massivhölzer aus

Eiche in 42 verschiedenen Oberflächen

oder Nussbaum.

38 | 39 stylus. München 2019


Was Janua und Stefan Knopp gemeinsam

haben? Sie atmen Natur. Ein – und aus.

Deshalb passt ihre Philosophie auch so gut

zusammen. Eine sinnvolle wie sinnenreiche

Kooperation, die nachhaltig in gemeinsame

Produkte und Oberflächenveredelungen

einzahlt – und hier sichtbar wird: in der

Stefan Knopp Edition von und für Janua.

Kraftvoll, ursprünglich, einzigartig

Vor über 25 Jahren begann der Designer Stefan Knopp, mit Holz zu experimentieren

und Feuer als gestalterisches Element einzusetzen, um das Außergewöhnliche eines

Stammes herauszuarbeiten. Das ist ihm gelungen: Möbel von Stefan Knopp sind ein

Erlebnis. In ihnen vereint sich die natürliche Ausstrahlung des Werkstoffs Holz mit einer

einzigartigen Oberflächenbehandlung. Durch seine Arbeit entstehen Unikate, die

durch ihr pures Design – mit ihren natürlichen Linien, Rissen und Kanten – überzeugen.

Daraus entstand die Edition Stefan Knopp von Janua, eine wirklich spannende, konsequente

und außergewöhnliche Zusammenarbeit. In der eigens von Janua entworfenen

360°-VR-Experience kann man Stefan Knopp sogar in der Werkstatt über die Schulter

schauen, wie der legendäre SK 01 Monolith entsteht.

Die Veredelungstechnik des Köhlens beginnt mit dem Hobel, dann kommt die Kettensäge

zum Einsatz und verleiht der planen Fläche eine markante Struktur. Anschließend wird die

Oberfläche des Holzes so lange mit dem Bunsenbrenner bearbeitet, bis die oberste Schicht verkohlt.

Durch das Verbrennen und nachfolgende Bürsten bleiben die harten Holzteile stehen,

Astlöcher, Risse und die Spuren der Kettensäge fließen sanft ineinander über und hinterlassen

eine charaktervolle Holzstruktur. Es entstehen harte, widerstandsfähige Oberflächen in unterschiedlichen

Farbtönen und mit spannender Haptik.

„Irgendwann lebt der Baum dann als Tisch weiter und wird zu einem

Ort der Begegnung. Seine Ausstrahlung gibt Sicherheit und Geborgenheit.

Und wer ihn nutzt, der schreibt seine Geschichte weiter.“

Stefan Knopp


DDer Monolith ist das Meisterwerk von Stefan Knopp. Aus

einem einzigen Stück Baumstamm gefertigt, ist jeder Tisch

ein Einzelstück. Er zeichnet sich durch seine ursprüngliche

Natürlichkeit aus, die durch eine ganz spezielle Oberflächenbearbeitung

veredelt wird: So entsteht ein unverwechselbares

Designobjekt. Knapp 60 Arbeitsstunden benötigt Stefan Knopp

für einen Monolith-Tisch, bis er aus einer Eichenbohle das Einzigartige

des alten Baums herausgeholt hat. Wenn man fragt,

was das Besondere an den Möbeln von Janua ist, gibt es nur

eine klare Antwort: Sie lassen wirklich Herzen höherschlagen.

stylus bedankt sich bei Christian Seisenberger für die interessanten

Einblicke und die ausgesprochen entspannte Gesprächsatmosphäre.

© janua-moebel.com


Das modulare Polstermöbel-Programm element wurde speziell für

Mittelzonen in Open-Space-Büros entwickelt. Die Rückenelemente der

Couch lassen sich einzeln – und unterschiedlich kombiniert – vertikal

aufeinander stecken. Die Höhe des Polstermöbels bestimmt den Grad der

visuellen und akustischen Abschirmung. Räumlich lässt sich element vom

Einzel-Sofa bis zu großen Konfigurationen gruppieren. Damit eignet sich

das Polstermöbel besonders für neue Formen der Kommunikation, als

Rückzugsort oder als temporärer Arbeitsplatz. Design: Boris Klimek


think

new

work

Text: Nina Schmid | Fotos: Wiesner-Hager

DIE NEUEN ARBEITSWELTEN HABEN NUR NOCH WENIG MIT DEM BÜRO VON FRÜHER

ZU TUN. ES FINDET EIN UMDENKEN STATT, WEG VOM EINZELNEN SCHREIBTISCH, HIN ZUM

GANZHEITLICH GEDACHTEN BÜRO. DIE DIGITALISIERUNG ERMÖGLICHT NEUE, HOCHMOBILE

ARBEITSFORMEN UND DIE UNTERNEHMEN MÜSSEN AUF DIE ERWARTUNGEN DER NEUEN ARBEIT-

NEHMER-GENERATIONEN REAGIEREN. FLEXIBLE ARBEITSMODELLE, FLACHE ORGANISATIONS-STRUKTUREN

UND BÜROS IM GEMÜTLICHEN WOHNZIMMER-STIL SIND GEFRAGT. SO ENTSTEHEN ZAHLREICHE, UNTERSCHIED-

LICHE BÜROBEREICHE, WIE COWORKING SPACES, SILENT ROOMS UND HOCH TECHNIFIZIERTE KOMMUNIKATIONS-

ODER KREATIVRÄUME. WIR HABEN UNS BEI DEM FAMILIENUNTERNEHMEN WIESNER- HAGER UMGESEHEN. DENN

DER SPEZIALIST FÜR BÜROMÖBEL AUS OBERÖSTERREICH SAGT VON SICH SELBST: „WIR BRINGEN BÜROS IN SCHWUNG“.

42 | 43 stylus. München 2019


m.zone besteht aus einzelnen Elementen wie Paravents,

Kombinations- und freistehenden Möbeln. Diese werden

zu modularen Möbeln zusammengefügt, aus denen sich

neue Arbeitswelten kreieren lassen – ganz nach den individuellen

Vorstellungen des Kunden. Design: Lucy.D


Good Vibrations im Büro: Arbeiten im Spannungsfeld

von Produktivität und Emotion. Mit etio hat Wiesner-Hager

ein Bürotischprogramm entwickelt, das

effizientes Arbeiten emotional auflädt und ein energetisches

Umfeld schafft. Design: neunzig° design

INDIVIDUELLE LÖSUNGEN, DIE PASSEN.

Aus klassischen Büros zeitgemäße Kreativstätten

für dynamische Arbeitsformen zu

machen, darin sieht Wiesner-Hager seine

Kernaufgabe. In Zusammenarbeit mit internationalen

Designern entwickelt das Unternehmen

innovative Produkte für Büros,

Veranstaltungen und Kongresse, den Bildungsbereich

und das Gesundheitswesen.

Darüber hinaus beraten sie in puncto moderne

Bürolösungen von der Konzeption bis

hin zur Innenarchitektur.

Für Geschäftsführer Markus Wiesner arbeiten

und kommunizieren Menschen zusehends

im Spannungsfeld von Produktivität

und Emotion. „Mit unseren Bausteinen für

das Neue Arbeiten kreieren wir flexible Umwelten,

die einen innovativen Rahmen für

die Aufgaben im Arbeits- und Lebensraum

Büro bieten. Unsere Erfahrung zeigt, dass

man mit dem richtigen Konzept die Motivation

der Mitarbeiter und damit auch die

Produktivität nachhaltig steigern kann“, erklärt

Wiesner. „Wir empfehlen nur Bürolösungen,

die auch wirklich zu den Prozessen,

der Kultur und den Menschen im Unternehmen

passen. Dies ist einer der wesentlichen

Bestandteile unserer Beratungsqualität,“ erläutert

Wiesner.

Aber der Trend in der Arbeitswelt geht auch

zum generationsübergreifenden Miteinander.

Jedoch hat jede Gruppe ihre eigenen

Bedürfnisse und Vorstellungen vom idealen

Arbeitsplatz. War Arbeit für Generation X

noch zentraler Lebensinhalt, setzen Y und

Z auf die Konzepte der „Work-Life-Balance“.

Und der Druck auf Unternehmen zur Nachhaltigkeit

und Corporate Social Responsibilty

wächst und wird immer stärker zum

Wettbewerbsfaktor. Nachhaltigkeit bezieht

sich dabei nicht allein auf die ökologische,

sondern auch die soziale und ökonomische

Dimension.

Das Büro wird zum Ort der Begegnung, der

Zusammenarbeit und Kommunikation. Es

entstehen neue kollaborative Zonen, die die

ideale Umgebung für Meetings und Projektarbeit

bieten. Attraktiv gestaltete „zufällige“

Begegnungszonen sind eine Win-win-Situation

für alle. Erlaubt ist, was gefällt – egal

wie unkonventionell die Bereiche gestaltet

sind. Eines sollten diese Zonen aber schon:

zur Unternehmenskultur passen, sonst wirken

sie aufgesetzt und werden auch nicht genutzt.

Wiesner-Hager bietet auch einen neuen

Office-Blog: ThinkNewWork.com. Hier

geht es um alle Themen rund um das Neue

Arbeiten. Es werden Trends gesammelt und

veröffentlicht, Expertenmeinungen eingeholt

und Interviews geführt. Der Office-Blog

lädt zum Stöbern und Lesen ein und liefert

wertvolle Informationen für das Büro der

Zukunft.

Seit 2019 hat Wiesner-Hager eine Ausstellung

in Münchens Designerwerkschau am

Gotzinger Platz. Hier kann man sich vor Ort

direkt und umfassend von den erstklassigen

Produkten, Ideen und Konzepten zum Thema

„Neues Arbeiten“ informieren.

www.designerwerkschau.de · © www.wiesner-hager.com

Mit yuno Office hat Wiesner-Hager ein unkonventionelles Büroprogramm

speziell für die mobilen Anforderungen von Coworking

Spaces entwickelt – unkomplizierter Büronutzung in der New Work

Arbeitswelt. Design: Andreas Krob


SUMMER

OUTDOOR-FEELING

Text: Monika Segl | Fotos: Böhmler, Gloster, DEDON und B&B Italia

IM FOKUS DER DIESJÄHRIGEN

OUTDOOR-AUSSTELLUNG

STEHEN DIE HOCHWERTIG

GEARBEITETEN HIGHLIGHTS

UND NEUHEITEN VON DEDON.

MIT DER KOLLEKTION „BREA“

KREIERTE DAS LONDONER

DESIGN DUO EDWARD BARBER &

JAY OSGERBY EIN HÖCHST

KOMFORTABLES LOUNGE-

SYSTEM, DAS DURCH SEINE

SCHLICHTE ELEGANZ UND

UNKOMPLIZIERTE HAND-

HABUNG BESONDERS DIE

JUNGE, URBANE ZIELGRUPPE

ANSPRICHT.


Freuen Sie sich auch so über die wärmeren Tage? „Der Frühling lässt sein blaues Band wieder

flattern durch die Lüfte“, so beschrieb schon Eduard Mörike die wunderbare Zeit nach einem

kalten, dunklen Winter. Endlich kommen wieder Licht und Leidenschaft in unser Leben – und

damit auch der Wunsch sich so oft wie möglich draussen aufzuhalten. Da kam die Einladung

zur Eröffnung der diesjährigen Garten-Möbelausstellung (samt thematisch passender Lesung)

bei böhmler in München zum richtigen Zeitpunkt. Die Designs, Farben und Formen

inspirieren, um die Freiluftsaison 2019 so richtig zu genießen, ob auf dem Balkon,

im Garten oder auf der Terrasse.

46 | 47 stylus. München 2019


FÜR EINE DER SCHÖNSTEN ZEITEN DES JAHRES PRÄSENTIERT BÖHMLER DIE DESIGNS VON DEDON, B&B ITALIA

UND GLOSTER UND DAMIT DIE AKTUELLEN OUTDOOR-TRENDS – KOMFORTABEL, WOHNLICH, HOCHWERTIG, ZEIT-

LOS UND „EN VOGUE“.

„Bei der Auswahl unserer Kollektionen werden die aktuellen

Trends genau analysiert und wir stellen fest, dass Gartenmöbel

immer wohnlicher werden und das „Draußen“ mittlerweile

mit der gleichen Sorgfalt wie das „Drinnen“ eingerichtet wird.

Die großen Marken zeigen den Trend zur gehobenen Qualität

im Outdoor-Bereich, dementsprechend zeigen wir dieses Jahr

Möbel, die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich perfekt

funktionieren“, so Georg Böhmler, Geschäftsführer böhmler

Inneneinrichtung.

Copyright: B & B Italia

Eine der schönsten Neuheiten ist das Sofa

RIBES – entworfen von Antonio Citterio.

Die Möglichkeit individueller Konfiguration

ist ein besonderes Highlight dieser Kollektion,

ebenso wie die ausgefallenen Farben

und sorgfältig ausgewählten Materialien.

Auf den großzügigen Sitzkissen kann man

es sich wirklich bequem machen – zum Entspannen

und Träumen.

Für farbliche Akzente sorgen neben der vielseitig-bunten

Stoffauswahl die anthrazit-,

salbei- und tonfarben lackierten Gestelle.

Ganz neu bei B&B ITALIA

ist die Kollektion COSMOS

OUTDOOR von Jeffrey

Bernett. Die Serie minimalistischer

Beistelltische

ist flexibel einsetzbar und

eignet sich auch dank der

kleineren Formate perfekt für

Balkons und Terrassen.


Copyright: böhmler/Marcus Hassler

DIE SERIE MBRACE VON DESIGNTALENT SEBASTIAN HERKNER HÄLT WAS IHR NAME VERSPRICHT: DIE EINZELNEN

MÖBEL HALTEN UND STÜTZEN DEN SITZENDEN MIT EXTRA-BREITEN LEHNEN WIE IN EINER WOHLIG-WARMEN

UMARMUNG. EIN ANGENEHMES, SICHERES COCOONING-GEFÜHL ÜBERFÄLLT EINEN, WENN MAN SICH IN DEN

STUHL KUSCHELT. EINE DER AUFFÄLLIGSTEN MERKMALE DER KOLLEKTION IST DAS OFFENE, MASCHENARTIGE

TRIAXIALGEWEBE, DAS AUS DREI VERSCHIEDENEN FASERN BESTEHT. FRÖHLICH UND UNKONVENTIONELL SIND

DIE FARBPALETTE, DER MATERIAL-MIX UND DAS GESTELL AUS TEAKHOLZ. ZUM ERSTEN MAL WERDEN SITZFLÄ-

CHEN AUS DEDON-FASERN MIT EINEM GESTELL AUS MASSIVEM TEAKHOLZ KOMBINIERT. MBRACE VERSPRÜHT

EIN LUXURIÖSES, NATÜRLICHES FLAIR.

48 | 49 stylus. München 2019


Qualität, exzellentes Design und innovative Materialien – das alles garantiert

B & B Italia für eine urbane Lebensart im Outdoor-Bereich. Stardesigner Antonio

Citterio hat die Kollektion ERICA weiterentwickelt. Böhmler präsentiert die Stühle

in seiner Gartenschau in zwei unterschiedlichen Ausführungen: als stapelbare Variante

und mit kunstvoll geschnürten Armlehnen. Der Stuhl ERICA besticht durch

federleichtes, funktionales Design und ein Flechtwerk aus Kunstfaser.

Copyright: B & B italia


Zeitlos skandinavisch

und wie ein herzliches

Willkommen: So zeigt

sich der Sessel KAY

von Teak-Spezialist

GLOSTER. Mit der

dramatisch geschwungenen

Rückenlehne,

der ausladenden Form

und dem Teakrahmen

schenkt der Lounge-Sessel

von Designer Henrik-

Pedersen ein Stück

Geborgenheit.

Copyright:

Gloster

Ein toller Hingucker für jedes Outdoor-Ambiente:

die farbigen Körbe und Schalen der Serie KARAM.

Copyright: B&B Italia

Eine „nordische Brise“ versprüht der Stuhl AIIR von

GamFratesi: Vertikale Ausschnitte verleihen dem

klassischen Schalensessels eine luftige

Leichtigkeit. Die akkurat geformte Sitzschale liegt

auf konisch zulaufenden Teakholz-Beinen,

während die samtig-matte Oberfläche die materielle

Wertigkeit des Möbelstückes unterstreicht.

Copyright: Dedon

Der gut besuchte Eröffnungsabend der Gartenmöbel-Ausstellung

bei böhmler war wirklich

sehr inspirierend. Und auch das höchst

unterhaltsame Buch „Meine Frau will einen

Garten“, aus dem der Autor Gerhard Matzig an

diesem Abend selbst las sorgte nicht nur für

Heiterkeit unter den vielen geladenen Gästen,

sondern auch für den Wunsch, sich jetzt draußen

einzurichten. Gerhard Matzig erzählt die

turbulente Geschichte einer Familie, die aus-

SZ-Autor Gerhard Matzig (li.) und Geschäftsführer

Georg Böhmler (re.). ©: böhmler/Marcus Hassler

zog, ein Haus zu bauen: Er berichtet von Pleiten,

Pannen und Katastrophen – und warum

am Ende doch noch alles gut wird! Perfekte

Outdoor-Lektüre also!

Der Autor, 1963 geboren, schreibt Bücher und ist Leitender

Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Für seine

Essays und Reportagen wurde er vielfach ausgezeichnet,

zuletzt erhielt er den DAI-Literaturpreis.

„Meine Frau will einen Garten“

erschienen im Goldmann Verlag,

ISBN 978-3-442-15630-6

50 | 51 stylus. München 2019


COCO-MAT

S L E E P O N

NATURE

Text: Nina Schmid | Bildmaterial. Coco-Mat


WER KENNT DAS NICHT: MAN LIEGT IM BETT UND KANN NICHT EINSCHLAFEN. MAN

DREHT UND WENDET SICH, UND MANCHE MENSCHEN – NACHDEM SIE WAHRSCHEIN-

LICH DAS 5.000. SCHAF GEZÄHLT HABEN – STEHEN AUF UND FANGEN AN ZU BÜGELN.

VIELE MENSCHEN LEIDEN AN SCHLECHTEM SCHLAF, MEHR ODER WENIGER OFT UND

AUS VERSCHIEDENEN GRÜNDEN. WAS TUN? EIN WICHTIGER TEIL GUTEN SCHLAFS IST

NATÜRLICH DAS BETT. „HERRLICHER SCHLAF FÜR JEDEN, DER UNSERE BETTEN UND

MATRATZEN BENUTZT“ – DAS IST DAS CREDO VON COCO-MAT-GRÜNDER PAVLOS EF-

MORFIDIS. BASIEREND AUF DER IDEE, DASS UNSER KÖRPER WEISS, WAS RICHTIG FÜR

IHN IST, ENTWICKELTE ER 1989 ELASTISCHE MATRATZEN IN MEHREREN LAGEN AUS

NATÜRLICHEN MATERIALIEN, DIE ÜBEREINANDER LIEGEN. UND DIESE PASSEN SICH

PERFEKT JEDER FIGUR UND FORM AN.

Die Firmenlegende erzählt, dass Efmorfidis als junger Mann am

Meer über seine Zukunft nachdachte. Dabei gefiel es ihm so gut,

auf trockenem Seegras zu liegen, dass er dieses Wohlbefinden

anderen Menschen auch zukommen lassen wollte. Der nächste

Schritt: Er entwickelte die ersten Matratzen aus Naturprodukten

ohne Metallfedern. Bei härteren Lagen, die dem Körper

maximale Unterstützung bieten sollen, werden beispielsweise

Kokosnussfasern verwendet. Elastische Materialien, wie natürlicher

Latex, passen sich dagegen an die Körperform perfekt an,

umarmen sozusagen zart jede Kurve. So bietet Coco-mat statt

metallenem Federkern Matratzen an, die sich unserem Körper

wohlig anpassen. Das ist das orthosomatische Prinzip! So nutzen

die Macher von Coco-mat die Weisheit der Natur als Kraft

und Inspirationsquelle und kreieren innovative Produkte und

Möbel aus natürlichen Materialien.

52 | 53 stylus. München 2019


Auch bei seiner Marketingstrategie verfolgte

Coco-Mat neue Wege: Die Vermarktung

der Produkte findet überwiegend über Partner-Hotels

statt. Auslöser für diese Strategie

war das positive Echo des Hotels Sofitel am

Flughafen Athen. Die Gäste waren so begeistert

von ihrem „göttlichen“ Schlaf, dass sie

sich die Matratzen bis nach Australien und

Alaska liefern ließen.

Mittlerweile schlafen in mehr als 1.500

Hotels Gäste auf Matratzen von Coco-Mat.

Auch das Barefood-Hotel von Tilo Schweiger

am Timmendorfer Strand gehört dazu. „Mit

dem Barefoot-Hotel zusammenzuarbeiten,

freut mich ganz besonders, da uns die Natur

ebenso als Inspirationsquelle dient wie dem

Barefoot-Hotel. Auch wenn COCO-MAT

weltweit in unzähligen namhaften Hotels

vertreten ist, so ist das Barefoot-Hotel mit

seinem Gesamtkonzept doch eine besondere

Adresse für mich“, sagt der Firmengründer

Paul Efmorfidis.

Coco-Mat überraschte immer schon in vielen

Bereichen mit außergewöhnlichen Ideen.

Eine davon ist das Pillow-Positive-Kissen.

Ein weiches Kissen in Herzform, das entworfen

wurde um Frauen zu helfen, die sich einer

Brustkrebsoperation unterzogen haben.

Die Form ermöglicht es das Kissen unter

dem Arm zu halten, Schmerzen zu lindern

und Schwellungen zu reduzieren; außerdem

schützt es die Narbe des Eingriffs.

Das Unternehmen ist schnell gewachsen und

stellt mittlerweile eine international führende

Marke dar. Inzwischen produziert Coco-Mat

nicht nur alles rund um den „besten“

Schlaf, sondern auch Möbel, Accessoires und

Textilien. Alle Matratzen, Kissen und Schlafprodukte

werden in der hauseigenen Fabrik

in Xanthi, Nordgriechenland, handgefertigt,

deswegen kann fast jeder Sonderwunsch

erfüllt werden. Die Fabrik hat eine nahezu

neutrale Klimabilanz und eine Recycling-Rate

von 96 %. Außerdem werden ausschließlich

nachwachsende Rohstoffe (Baumwolle,

Algen, Wolle und Holz) verwendet, die vor

Ort aus Griechenland bezogen werden. Alles

für ein einziges Ziel: ruhigen, wohltuenden

Schlaf.

Pavlos Efmorfidis, ein begeisterter Radfahrer, hat inzwischen auch eine Holzfahrradserie kreiert: die schönste und bequemste Art

der Fortbewegung in der Natur und in der Stadt. Die Rad-Familie wird aus weißer Esche mit zwei oder sieben Gängen hergestellt –

für phantastische Touren – und besteht aus „Penelope, Odysseus, Telemachus, Telegonus und Argos“. stylus fasziniert vor allem die

Philosophie des Unternehmen. Sie basiert auf einfachen Werten: Ehrlichkeit, Verantwortung und Gastfreundschaft. Das Unternehmen

unterstützt aktiv Nichtregierungsorganisationen und befürwortet eine nachhaltige Produktion, achtet auf die Umwelt und fördert die

Chancengleichheit seiner Mitarbeiter und vereint Menschen aus allen ethnischen, kulturellen oder religiösen Bereichen.

© www.coco-mat.com


„WIR SIND STOLZ DARAUF,

DIE BESTEN BETTEN DER WELT

HERZUSTELLEN, ABER NOCH

WICHTIGER IST ES UNS, DIE WELT

ZU EINEM BESSEREN ORT ZU

MACHEN.“

Paul Efmorfidis

54 | 55 stylus. München 2019


echts: Marco Biegert · links: Andreas Funk

ZWEI SCHWABEN, DIE

EINE UHR OHNE ZEIGER

UND OHNE ZIFFERN

ERFUNDEN HABEN.

Text: Nina Schmid | Fotos: QLOCKTWO

Die Zeit – und vor allem die Uhr – neu

zu definieren hatte es Marco Biegert

und Andreas Funk schon vor über 20

Jahren angetan. Die beiden Freunde

starteten 1999 als „Biegert & Funk“

in Gmünd mit ihrer eigenen Werbeagentur

und nebenbei beschäftigten

sie sich mit der Frage: „Es müsste doch

möglich sein, die Zeit statt mit Zeigern

oder Zahlen mit Worten anzuzeigen“.

Immer wieder durchdachten sie den

Ansatz, vergaßen das Projekt wieder,

fertigten Zeichnungen an und legten

sie doch wieder zur Seite. Bis es dann

so weit war, die Zeit in Worten darzustellen

und die erste „Wort-Uhr“ kreiert

wurde: ein hölzerner Korpus, eine

Platine, LEDs und eine Diffusionsfolie,

alles von Hand verlötet und darüber

ein quadratisches Acrylglas mit 110

scheinbar sinnfrei angeordneten Buchstaben.

Im Fünf-Minuten-Takt wurden

diese von hinten beleuchtet und

man konnte lesen: „ES IST FÜNF VOR

EINS“ oder „ES IST HALB ACHT“. Die

QLOCKTWO war geboren.

56 | 57 stylus. München 2019


Das Prinzip der QLOCKTWO ist faszinierend, wie von Zauberhand

liest man ganz selbstverständlich die Uhrzeit in Worten – wie man

es im Gespräch machen würde. Das unbeleuchtete Buchstabenquadrat

scheint auf den ersten Blick sinnfrei, doch wenn es sich erklärt

– durch die Beleuchtung weniger Worte – dann „liest“ man die Zeit

in der gewünschten Sprache: „IT IS TWENTY PAST NINE“ oder „IL

EST SEPT HEURES ET DEMIE“. Auch an die einzelnen Minuten wurde

gedacht: sie werden mit vier LED-Punkten in jeder Ecke der Uhr

angezeigt, erst leuchtet ein Punkt, dann zwei bis vier und dann: „IT

IS TWENTYFIVE PAST NINE“.

Das reduzierte Design, die Buchstabenkonstellation, die Technik

und die Programmierung – alles wurde von den beiden Tüftlern alleine

entwickelt. 2009 ist es dann so weit, Biegert und Funk präsentieren

zehn Unikate der neuartigen Designuhr auf der Stuttgarter

Messe – die Resonanz war phänomenal. „Unser Stand wurde von

Menschentrauben umlagert“, erinnert sich Marco Biegert. „Viele

wollten unbedingt eine Uhr haben.“

Das war die Initialzündung für die Herstellung der „QLOCKTWO“

und als Werkstatt fungiert eine kleine Fabrik im Gmünder Stadtteil

Straßdorf mit 45 Mitarbeitern. Konsequent wird bis heute mit örtlichen

Handwerkern zusammengearbeitet. Dazu gehört auch ein eigener

Siebdrucker, der die Schrift auf jedem Korpus einzeln anbringt.

Ein Perfektionismus der den Firmenchefs wichtig ist. In Straßdorf

werden die Uhrenteile auch zusammenmontiert, verpackt und verschickt

– in die USA, nach China, in die Arabischen Emirate und

nach Aus tralien. Trotz des Erfolgs sind Marco Biegert und Andreas

Funk bodenständig geblieben und stemmen weiter alles aus eigener

Kraft, ohne Investoren.

Das Produkt-Portefolio hat sich weiterentwickelt und vergrößert.

Mittlerweile liegen fünf Modelllinien auf: Drei unterschiedliche

Größen, von 45 x 45 cm bis 180 x 180 cm, die elegante Tischuhr mit

Alarmfunktion und eine einzigartige Armbanduhr für Mann und

Frau. Außerdem gibt es die QLOCKTWO in verschiedenen Materialien

wie buntem Acrylglas, pulverbeschichtetem Edelstahl oder

kunstvoll gestalteten Oberflächen. Alle Modelle sind in über 20

Sprachen erhältlich, darunter auch Chinesisch, Arabisch und sogar

Schwäbisch. Auf Sonderwunsch entstehen auch Einzelstücke, wie

die monumentale 5,20 × 5,20 Meter große und 5,5 Tonnen schwere

„QLOCKTWO GAMUNDIA“ am Bahnhof von Schwäbisch Gmünd.

Alle Uhren wurden mit nationalen und internationalen Design-Preisen

überhäuft, wie dem iF-Design Award, dem Good Design Award,

dem Plus X Award für Funktionalität und Design, dem Red Dot Design

Award und den ICONIC AWARDS 2019. Und selbst im Store des

berühmten Museums of Modern Art in New York findet man diesen

edlen Zeitmesser. Die QLOCKTWO ist wirklich mehr als eine Uhr,

sie ist ein Wand- und Kunstobjekt zugleich.

© store.qlocktwo.com


58 | 59 stylus. München 2019


Text: Monika Segl | Fotos: David Koplin, Stefan Herx

FOLLOW ME

DOWNSTAIRS ...

DIESER EINLADUNG SIND WIR NUR ZU GERNE GEFOLGT, VOR ALLEM, WEIL SIE VON MUN

KIM KAM, DER MANN, DER ÜBER KOREA, HONOLULU, LOS ANGELES UND ARGENTINIEN

SCHLIESSLICH IN MÜNCHEN SEINE HEIMAT FAND UND GENAU HIER EIN AUSSERGEWÖHN-

LICHES „KELLER-RESTAURANT“ ERÖFFNETE. ABER BEGINNEN WIR VON ANFANG AN:

Wir steigen die Treppen vom kleinen, eleganten Entrée

in den einzigartigen Keller in Haidhausen und sind

sofort von der warmen, relaxten Atmosphäre in den

Räumen gefangen. Im „Separée“, hinter einer der

großen, historischen Holztüren, treffen wir Mun und

seinen Geschäftspartner Cary. Die sympathische, unkomplizierte

Stimmung der beiden springt augenblicklich

auf uns über, und es entwickelt sich ein

interessantes und vor allem amüsantes Gespräch!

Muns Werdegang ist unkonventionell: Geboren in

Seoul, lebte er einige Zeit mit seinen Eltern in Honolulu,

kehrte der Wallstreet nach 20 Jahren den Rücken und

entschied sich, in Kalifornien bei Makoto Okuwa – dem

Großmeister des Sushi – das Handwerk zu erlernen. In

Mendoza, Argentinien, gründete er dann sein erstes

Restaurant, das Casa Mun – und genau hier begegnete

er dem Mann, der ihn schließlich nach München lockte,

Eric Dolatre. So wurde aus dem Wallstreet-Banker

Mun Kim ein begabter Koch in Haidhausen, der

niemals zuvor in Europa gewesen war.

2015 begann die Suche nach einer geeigneten Location

für das Restaurant. Zwar riet man Mun und Cary

dringend von einem Kellerlokal ab – aber die zwei

setzten sich durch. Mit Recht. Das historische Gebäude

von 1899 ist ein außergewöhnlicher Platz. Ein Jahr

später, nach aufwendigen Renovierungen, wurde das

liebevoll eingerichtete „Tiefgeschoss“ eröffnet.


Muns Ideen für die

Inneneinrichtung setzte die Agentur

format.works in München um.

60 | 61 stylus. München 2019


Das Konzept des Restaurants beruht auf einer

eigentlich einfachen Idee: „Behandle deine

Gäste so, wie du Freunde bei deiner privaten

Dinnerparty verwöhnen würdest“, sagt Mun. Die

Einrichtung unterstützt dieses Feeling: Das irische

Moos an den Wänden spiegelt den Garten wider,

das kanadische Holz erinnert an eine Terrasse,

und wenn man in den Himmel schaut, wirken die

Hängelampen wie Sterne und Planeten. Das Design

an der Wand lässt in der Fantasie einen Fluss

und Berge erkennen, und die sparsam angeordneten

Deko-Objekte sind Grüße aus Korea.

Gedämpftes Licht und Kerzenschein sind auf das

edel-schlichte Interieur abgestimmt, in dem warme

Grün- und Brauntöne dominieren. Selbst das Logo,

das Schriftzeichen „GA“, bedeutet „Zuhause“. Der

Kellerraum bietet keine Ablenkung, man konzentriert

sich ganz auf den Abend und die Kreationen

aus der Küche. Es ist ein entspanntes Auspannen,

ein Abschalten von der Welt „da oben“. Eine Pause

bei Freunden. In Muns Restaurant

fühlt man sich wie auf einer lauschigen Wohlfühl-

Gartenparty, in der übrigens kein Wert auf die

typische Münchener Schickeria gelegt wird.

Und auch sein „Fine-Dining-Konzept“ ist aufgegangen.

Es beruht auf der klassischen, koreanischen

Kochkunst – verbunden mit der asiatisch-japanischen

Küche sowie nord- und südamerikanischen

Einflüssen. Dafür wurde ihm 2018 der begehrte

Gourmet Award in München verliehen.

Man wird unbeschreiblich verwöhnt von Muns

„Fine-Dining-Küche“, den außergewöhnlichen Zutaten,

Mischungen und Verbindungen, die die Geschmacksnerven

verzaubern, begleitet von fantastischen Weinen

– übrigens viele davon aus Deutschland ...

Auf die eigens kreierten Saucen verwendet Mun ganz

besonders viel Muße – und in Verbindung mit Mash

Potatos, Kimchi oder Meeresfrüchten (keine Fischsuppe!)

sind sie ein besonderes Erlebnis. Selbstverständlich

fehlen nie das grandiose Sushi und Sashimi – oder

Bossam, der koreanische Schweinebauch (übrigens mit

einem hervorragenden Spätburgunder serviert). Zum

Abschluss gibt es noch ein faszinierendes Sesam-Eis mit

Chestnut ...

Apropos serviert – vollendet wird der Abend durch einen

mehr als perfekten Service, geleitet von Cary Gilbert:

professionell, amüsant und aufmerksam. Ein rundum

gelungenes Konzept, das Liebe, Leidenschaft und

Begeisterung ausstrahlt – und das liegt alleine an den

„Machern“. stylus bedankt sich für einen wunderbaren

Abend – und da sich Mun und Cary in München verliebt

haben, können wir darauf hoffen, dass Mun noch sehr

lange für solche Abende sorgen wird.

STYLUS: WAR ES NICHT RISKANT,

EIN RESTAURANT IN EINER STADT ZU

ERÖFFNEN, IN DER MAN NOCH

NIE ZUVOR GELEBT HAT?

MUN: „WE LOVE CHALLENGES!“

© www.munrestaurant.de


62 | 63 stylus. München 2019


«DA ICH BILDHAUER BIN UND DIE

ÄSTHETIK FÜR MICH WESENTLICH IST,

SUCHTE ICH EINE PURISTISCHE

UND VISUELL SCHÖNE FORM FÜR

DEN FEUERRING», sagt Andreas Reichlin.


Text: Nina Schmid | Fotos: Dennis Savini | Roger Harrison

EIN ÄSTHETISCH-SINNLICHES KUNSTOBJEKT

TRIFFT DEN NERV UNSERER ZEIT

Jetzt ist es wieder so weit: Das Wort Grillen liegt in

der Luft, und jeder bereitet sich auf diese Freiluftsaison

vor. Eine Alternative zum eher langweiligen „Normal-Grill“

ist für uns der unverwechselbare Feuerring.

Das Grundprinzip bleibt gleich: Es wird Feuer gemacht

und Grillgut aufgelegt – aber hier bietet sich eine wesentlich

authentischere Art des Grillierens, und zwar durch

die einzigartige Kombination von Funktion, Ästhetik

und Ökologie. Der Feuerring vom Zugersee wird aus reinem

Stahl hergestellt, eine überdimensionale Schale mit

breitem Rand, puristisch und schnörkellos. Erfunden hat

ihn ein Schweizer, Andreas Reichlin, dem das übliche

Grillen im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Magen

geschlagen ist“. Qualm, Ruß und verkohltes Fleisch waren

der Grund. Der Künstler und Bildhauer entwickelte

deswegen in seinem Atelier in Immensee das einmalige

Design des Feuerrings, den ersten seiner Art!

Eine Skulptur und zugleich ein zeitloser Feuerplatz, der

inzwischen für sein kompromissloses Design und die

Perfektion der Herstellung eine Reihe von Preisen verliehen

bekam, wie den Red Dot Award 2016 „best of the

best“ und den German Design Award 2017.

64 | 65 stylus. München 2019


Aber der Feuerring ist nicht nur elegant,

das Grillieren auf ihm ist ausgesprochen

gesund, denn der Grillring wird zwar eingeölt,

aber es gelangt kein Fett ins Feuer.

Das heißt, es können keine karzinogenen

Stoffe ans Grillgut gelangen. Durch die verschiedenen

Temperaturzonen vom Innenrand

zum Außenrand zwischen 300 bis 150

Grad gelingt die perfekte Zubereitung von

Fleisch, Fisch, vegetarischer Kost, Crêpes,

Raclette, Rösti, aber auch Desserts. Nachzulesen

im 2016 erschienenen Rezeptbuch,

das übrigens ebenfalls ein Kunstwerk ist

und diverse Auszeichnungen erhalten hat.

Es scheint, dass das Power-Paar, Andreas

Reichlin und Beate Hoyer, Kreativität und

Formsprache schon immer inhaliert hat.

Zusammen mit Lebenspartnerin Beate Hoyer

führt Andreas Reichlin die seit 2009 bestehende

Feuerring GmbH in Immensee im Kanton Schwyz.

Darüber hinaus ist die formschöne Feuerschale

äußerst pflegeleicht – obwohl sie

das ganze Jahr im Freien stehen kann.

Durch die regelmäßige Nutzung wird der

Ring geölt und kann so, ähnlich wie eine

Gusspfanne, nicht korrodieren. Zum Reinigen

benötigt man nur einen Stahlspachtel

und -besen und etwas Speiseöl. Die Qualität

und Langlebigkeit des Feuerrings machen

ihn außerdem zu einem wertvollen

Erbstück, das mit regelmäßigem Gebrauch

immer schöner und robuster wird.

Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sich Zeit

für die Essenszubereitung nimmt und die

Gemeinschaft beim Grillieren liebt, für den

ist der Feuerring genau das Richtige. Hier

verschmelzen Gemütlichkeit, Lifestyle,

Freundschaft, Entspannung und Genuss.

Die entstehende Atmosphäre ist einzigartig,

denn die fröhliche Geselligkeit, die sich

neben der lodernden Flamme entwickelt,

hat auch etwas Archaisches und erinnert

an längst vergessene Lagerfeuer, die das

Zentrum des gemeinschaftlichen Lebens

waren, der Mittelpunkt, an dem man sich

abends traf, um die Wärme und das Essen

zu genießen und sich auszutauschen.

Mittlerweile gibt es 15 verschiedene Ausführungen,

und jede einzelne gibt ein Stück

Lebensphilosophie weiter: Vergnügen, Qualität,

Ästhetik und wohltuende Kulinarik,

also mit allen Sinnen genießen. Damit trifft

der Feuerring tatsächlich den Nerv der Zeit.

© www.feuerring.ch


STYLUS

VORSCHAU

In der Sommer- Ausgabe 2019 werden wir uns mit Nachhaltigkeit, Umweltbewußtsein

und Sozialverantwortung beschäftigen – das ist nicht erst seit „Friday

for Future“ ein bewegendes und wichtiges Thema. Wir planen ein Interview mit

Architekt Werner Sobek, der weltweit für Engineering, Design und Nachhaltigkeit

steht und sprechen mit verschiedenen Manufakturen und Start-ups. Und es wird

wieder viel Überraschendes und Unterhaltsames geben – wir legen schon los!

Apropos: Schauen Sie doch mal auf unser neues Online-Portal:

www.stylus-das-magazin.com. Hier können Sie sich von unseren neuesten

Beiträgen rund um Architektur, Design, Stil, Kulinarik und Lifestyle inspirieren

lassen. Ein Blick auf stylus_magazin bei Instagram lohnt sich auch ...

UNSERE EXPERTEN DIESER AUSGABE:

Hier finden Sie die Köpfe und Unternehmen, die den Input

für unsere Ausgabe gegeben haben: Architekten, Designer,

Innenarchitekten, Gewerke ... und ihre Projekte.

Architektenteam Cukrowicz Nachbaur

www.cn-architekten.com/

Architekt: Werner Sobek

www.wernersobek.de

Architekturbüro MVRDV

www.mvrdv.nl

AVITRUM – Luxury OpenSky Kitchen

www.avitrum.com

Bachmair am See | Rottach-Egern

www.bachmair.de/

böhmler

www.boehmler.de

Büromöbel Wiesner-Hager

www.wiesner-hager.com

casa idea

www.casa-idea.de

COCO-MAT | Naturbetten

www.coco-mat.com

COR interlübke München

www.cor-interluebke.de

DIE FLIESE ART + DESIGN

www.die-fliese.com

Erlebnis Akademie AG | Baumwipfelpfad

www.eak-ag.de/eakag/

Feuerring das Original

www.feuerring.ch

Foldart Objektdesign

www.foldart.de

JANUA Möbel

www.janua-moebel.de

Bezugsmöglichkeiten

stylus München erscheint dreimal jährlich und wird im Raum

München im gehobenen Einzelhandel, in der exklusiven

Gastronomie, in Arztpraxen, Rechtsanwalts- und

Steuerkanzleien, Architekturbüros, bei Immobilienmaklern,

bei Dienstleistern und kulturellen

Einrichtungen kostenlos zur Mitnahme

ausgelegt.

Urheber- und Verlagsrecht

Das Magazin und alle in ihm enthaltenen

einzelnen Beiträge und Abbildungen

sind urheberrechtlich geschützt. Jede

Verwertung außerhalb der durch das

Urheberrechtsgesetz festgelegten Grenzen

ist ohne Zustimmung von stylus München

unzulässig. Für Inhalte auf verlinkte

fremde Webseiten trägt stylus München keine

Verantwortung. Die gültigen Geschäftsbedingungen

von stylus München stehen unter www.

stylus-das-magazin.com zur Verfügung.

stylus Abo

Jetzt bestellen für einen

Jahresbeitrag von 26 Euro.

kontakt@stylus-das-magazin.com.

Alle Infos unter

www.stylus-das-magazin.com

Gebrauchsnamen

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen

und dergleichen in diesem Magazin berechtigt nicht zu der Annahme,

dass solche Namen ohne Weiteres von jedermann benutzt werden dürfen. Oft

handelt es sich um gesetzlich geschützte, eingetragene Warenzeichen, auch wenn

sie nicht als solche gekennzeichnet sind.

Licht im werkhaus

www.licht-im-werkhaus.de

Monaco Duck

www.monacoduck.com

MUN Restaurant

www.munrestaurant.de

New Heritage Festival

www.new-heritage.de

Qlocktwo

www.qlocktwo.com

RPBW Architects

www.rpbw.com

stylus Abo

SIAN Design

www.sian-design.com

steidle architekten

www.steidle-architekten.de

66 | 67 stylus. München 2019

Jetzt bestellen für einen

Jahresbeitrag von 26 Euro.

kontakt@stylus-das-magazin.

com. Alle Infos unter

www.stylus-das-magazin.com

Stiftung Haus der Geschichte

Bundesrepublik Deutschland

www.hdg.de

Werksviertel München

www.werksviertel.de

www.stylus-das-magazin.com


Mit der Idee und dem Konzept der Baumwipfelpfade haben die

Erlebnis Akademie AG und ihr Vorstandssprecher Bernd Bayerköhler

ganz sicher den Nerv der Zeit getroffen: Ruhe, Erholung

und Natur versus Alltagshektik und Stress. Ein entspannter

Spaziergang mitten durch den Wald und dann hoch hinauf zu

den Baumkronen. Ein unverfälschtes Erlebnis, an dessen Ende

sich in 44 Metern Höhe eine spektakuläre Aussicht bietet.

Dabei ist es dem Unternehmen auch wichtig, Informationen

zum Thema Umweltschutz zu vermitteln und eine möglichst

umweltverträgliche Errichtung der Anlagen zu gewährleisten.

„WIR KÄMPFEN UM JEDEN BAUM, DEN

WIR ERHALTEN KÖNNEN. DAS

GEHÖRT ZU UNSERER GLAUBWÜRDIGKEIT.“

Bernd Bayerköhler,

Vorstandssprecher der Erlebnis Akademie AG

Bevor sich die Erlebnis Akademie AG auf das Konzept der

Baumwipfelpfade konzentrierte, war das Unternehmen schon

mit Hochseilgärten und Erlebnispädagogik sehr erfolgreich.

Da man jedoch in diesem Segment kein Wachstumspotenzial

mehr sah, wurden neue Herausforderungen eruiert. 2009 war

es dann so weit: In Neuschönau im Bayerischen Wald wurde

der erste begehbare „Baumturm“ fertiggestellt, entworfen von

Architekt Josef Stöger aus Schönberg. Das „Baum-Ei“, wie die

Konstruktion liebevoll genannt wird, beeindruckt durch seine

luftige, architektonische Form und die Art und Weise, wie der

Turm die drei uralten und bis zu 38 Meter hohen Tannen und

Buchen umschließt. Die Ei-Form entstand durch 16 gekrümmte

BSH-Träger, und der spiralförmig nach oben geführte Holzsteg

mit einer Länge von 520 Metern wurde über Stahlhängungen

und Stahlquerträger verlegt. Josef Stöger setzte beim Bau

auf zwei Holzarten: Lärche und Douglasie. Letztere weist gute

mechanische Eigenschaften auf und wächst relativ gerade und

schnell heran.

EIN

BAUM-EI

MITTEN

IM WALD

Text: Monika Segl | Fotos: Erlebnis Akademie AG

Den Part der Montage im Wald übernahmen die Zimmerer von

Holzbau Dengler aus Rinchnach. Sie haben Enormes geleistet,

vor allen Dingen, als es darum ging, die 30 Meter langen und

bis zu fünf Tonnen schweren Einzelteile der Stege mühsam

zwischen den Bäume hindurch zu führen. Denn von Anfang an

war das Ziel, keine Schneise in den Wald zu schlagen, sondern

den Pfad sanft „einzupflanzen“, ohne zu viele Bäume entfernen

zu müssen. Mit Recht, sagen heute alle Beteiligten. Denn jetzt

gibt es keine Trasse durch den Wald, in der ein Steg verläuft,

sondern man wandelt auf einem echten Baumwipfelpfad, der

bei seiner Eröffnung der weltweit längste seiner Art war und

der erste, der sich mit seiner überwiegend aus Holz bestehenden

Konstruktion harmonisch in den Wald einfügt.

Der Baumwipfelpfad Bayerischer Wald ist – wie alle Baumwipfelpfade

der Erlebnis Akademie AG – barrierearm und ermöglicht

so auch Eltern mit Kinderwagen einen bequemen und

unbeschwerten Besuch. Seit seiner Eröffnung am 8. September

2009 hat sich das architektonische Highlight gepaart mit baulichem

Geschick zu einem Besuchermagnet entwickelt und alle

Erwartungen übertroffen: Mehr als 30.000 Menschen konnten

allein in den ersten vier Wochen gezählt werden.


SEIT 2009 KANN MAN MITTEN IM

BAYERISCHEN WALD IN UNBERÜHRTER

NATUR SPAZIEREN GEHEN UND EINZIG-

ARTIGE PERSPEKTIVEN ERLEBEN. DER

HÖHEPUNKT IST DER AUSSICHTSTURM

68 | 69 stylus. München 2019

IN 44 METERN HÖHE, DER EINEN ATEM-

BERAUBENDEN BLICK ÜBER DEN BAYE-

RISCHEN WALD BIS HIN ZU DEN ALPEN

BIETET.


In Zusammenarbeit mit der Deutschen

Bundesstiftung Umwelt (DBU) errichtete

die Erlebnis Akademie AG auf Rügen ihren

zweiten deutschen Baumwipfelpfad. Eingebettet

in den Jasmunder Bodden und

die Prorer Wiek, vereint die DBU-Naturerbefläche

Prora neben einer bemerkenswerten

Artenvielfalt auch die drei

Ökosysteme „Wald“, „Offenland“ und

„Feuchtgebiet“, welche im Mittelpunkt

des Naturerbe Zentrums Rügen stehen.

Gemeinsam mit der Erlebnis Akademie AG hat Josef Stöger in

Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei weitere sieben

Baumwipfelpfade realisiert – mit ähnlichen Erfolgen wie im

Bayerischen Wald. Die ausgeklügelten Konstruktionen aus Holz

und Stahl werden stetig weiterentwickelt, um das Ziel zu erreichen,

Menschen, die sich von der Natur entfremdet haben, in den Wald zu

locken und ihnen Flora und Fauna wieder näherzubringen.

Jeder Turm ist ein Unikat, und zugleich spiegeln sich in der Konstruktion

die Erfahrungswerte und Erkenntnisse aus den vorherigen

Entwürfen wider. Für die Macher war es von Beginn an von

größter Wichtigkeit, dass die Baumwipfelpfade barrierearm und

familienfreundlich konzipiert sind – so erfolgt der Aufstieg über

behindertengerechte Rampen, und von dort führen ebenfalls barrierearme

Holzstege mit einer geringen Neigung von zwei bis sechs

Grad die Besucher über mehrere Podeste ganz nach oben. Diese

sanfte Art des Aufstiegs ermöglicht es auch Rollstuhlfahrern, älteren

Menschen und Kleinkindern, selbstständig die luftigen Höhen

von 40 Metern und mehr zu erreichen. Dabei kann der Besucher

sich Zeit lassen und die Natur und Landschaft um sich herum ungestört

genießen, denn die Geländer erlauben eine freie Durchsicht.

In Zusammenarbeit mit Partnern wie etwa dem Nationalpark Bayerischer

Wald, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, der Deutschen

Bundesstiftung Umwelt oder dem Tschechischen Staatsforst

bietet die Erlebnis Akademie AG auch umweltpädagogische Informationen

und Dienstleistungen, vermittelt themenbezogenes

Fachwissen und will das Bewusstsein der Besucher für ökologische

Belange stärken.

Der zweite tschechische Baumwipfelpfad der eak befindet sich in Janské

Lázně (Johannisbad) im Nationalpark Riesengebirge. Neu und bisher

einzigartig bei eak-Projekten dieser Art: Der 1.500 Meter lange Pfad

führt nicht nur hoch hinaus, sondern auch ganz tief hinunter: Unter dem

Turm bietet er in einer künstlich angelegten Höhle seinen Besuchern

einzigartige Einblicke in die Welt des Waldes – nämlich von unten.


Der Baumwipfelpfad im Salzkammergut ist das achte Projekt der Erlebnis

Akademie AG und die erste österreichische Anlage des Unternehmens

auf dem Grünberg in Gmunden. Zu den Höhepunkten zählt

der 39 Meter hohe, architektonisch einmalige Aussichtsturm mit integrierter

Tunnelrutsche. Von der obersten Plattform aus hat man einen

einzigartigen Blick über das gesamte Salzkammergut vom Traunsee bis

zum Dachstein.

Die in Bad Kötzting gegründete Erlebnis Akademie AG begann mit

drei Aktionären und einem festen Mitarbeiter – mittlerweile ist das

Unternehmen börsennotiert und expandiert international. Nach wie

vor steht aber das Unternehmen zu seinen Wurzeln in der Oberpfalz

– und der Firmensitz in Bad Kötzting in dem alten Bauernhof stand

auch nie infrage. „Wir arbeiten und leben hier in einem extrem positiven

und sicheren Umfeld, und wir haben gute, motivierte Leute, die

sich über Jobs in ihrer Region freuen“, sagt Bayerköhler. Deswegen

entfalten sich in dieser entspannten Atmosphäre auch immer neue

Ideen. Denn weitere Projekte befinden sich in der Planung, sowohl in

den bereits erschlossenen Märkten als auch im weiteren europäischen

Ausland und in Übersee.

© erlebnis akademie ag

Mit einer Gesamtlänge von 1.400 Metern und einer Höhe von

bis zu 21 Metern schlängelt sich der Baumwipfelpfad Salzkammergut

durch den Bergmischwald am Gipfel des Grünbergs – vorbei an

zahlreichen Informations- und Erlebnisstationen.

70 | 71 stylus. München 2019


S C H Ö N H E I T

DER REINEN FORM IN

18KARAT GOLD

Text: Nina Schmid | Fotos: SIAN

Einen ganz neuen Ansatz um faszinierende Schmuckstücke zu kreieren hat SIAN DESIGN entwickelt:

Ihr Anspruch ist die Verschmelzung von Klarheit und Schnörkellosigkeit mit komplexen mathematischen

Strukturen – so wie sie am schönsten in der Natur zu finden sind. Antonia Frey und Simon Vorhammer stecken

hinter dem Schmucklabel. Beide haben Architekturerfahrung und gründeten 2016 in München ihre kleine, feine

Manufaktur. 2018 präsentierten sie ihre erste Kollektion, die sich durch die Kombination

geometrischer Komplexität und minimalistischer Designsprache auszeichnet. Die

Schmuckstücke aus 18 Karat Gold werden mit Hilfe von Algorithmen und dem kombinierten

Einsatz digitaler und analoger Methoden erstellt. Für jeden Entwurf wird ein

Computeralgorithmus berechnet, daraus ein virtuelles 3D-Modell und anschließend ein

3D-Druck aus Wachs gefertigt. In enger Zusammenarbeit mit Spezialisten des Goldschmiedens,

werden die Grenzen des technisch Machbaren überschritten und Gegenstände

erschaffen, die mit rein traditionellen Mitteln nicht erreichbar wären. Eine wirklich

außergewöhnliche und indivieduelle Art des Schmuckdesigns.

© www.sian-design.com


„Da wir schon immer von komplizierten mathematischen

Strukturen und minimalem Design fasziniert waren,

greifen wir auf unsere Hintergründe in Konstruktions- und

Architekturprojekten mit hochkomplexer Geometrie zurück,

um diese in einem anderen Kontext und Maßstab anzuwenden.

Was als Experiment begann, wurde schnell zu einer Lernreise

über das traditionelle Handwerk der Schmuckherstellung sowie

über neue additive Fertigungstechnologien.“

Sian Design

Beim Iva-Ring geht eine komplexe Maschenstruktur auf

der Aussenseite in eine Glatte Oberfläche auf der Innenseite

über. Hier spricht man von Designentscheidungen

und Toleranzen im Zehntel Millimeter Bereich.

72 | 73 stylus. München 2019


Lebensgefühl,

Haptik, Ästhetik,

und Handwerk –

auf Münchens

Praterinsel


IM MAI IST ES WIEDER SO WEIT: DIE NEW HERITAGE LÄDT ZUM DRITTEN MAL AUF DIE PRATERINSEL IN MÜNCHEN EIN.

EIGENTLICH KANN MAN SIE GAR NICHT ALS MESSE BEZEICHNEN, DAS TRIFFT ES NICHT. DIE NEW HERITAGE IST VIEL MEHR:

LEBENSGEFÜHL, HAPTIK, ÄSTHETIK UND HANDWERK. SIE IST EHER EIN FESTIVAL FÜR QUALITATIV HOCHWERTIGE

PRODUKTE. ABER SIE BIETET AUCH INTERESSANTE WORKSHOPS ÜBER NACHHALTIGKEIT, KREATIVITÄT UND VOR ALLEM

QUALITÄT. WER AUF DER SUCHE NACH LIEBLINGSSTÜCKEN, WERTIGKEIT UND ZEITLOSEM DESIGN IST, WIRD AUF DER NEW

HERITAGE AM 11. & 12. MAI 2019 IN MÜNCHEN FÜNDIG! HIER KANN MAN GESCHÄFTLICHE KONTAKTE KNÜPFEN, SICH EINEN

EINDRUCK ÜBER DIE THEMEN HANDARBEIT UND UMWELT VERSCHAFFEN ODER EINFACH NUR SPASS MIT ENTSPANNTEN,

NETTEN MENSCHEN BEI KULINARISCHEN HIGHLIGHTS HABEN.

Auf der New Heritage kann man die Produkte

wirklich spüren, schmecken oder

anfassen. Dabei achten die Veranstalter

auf strenge Kriterien – von der Herstellung

über Rohstoffe bis zum „Herzblut“, das die

Aussteller investieren. Hier geht es nicht

darum, kurzlebigen Trends hinterherzu

laufen, es geht um Waren, die Zeitlosigkeit

ausstrahlen, wie es beispielsweise kleinere

Manufakturen und Unternehmen anbieten.

Ihnen wird auf der Praterinsel, mitten

im Herzen Münchens, eine Plattform geboten,

um ihre Kunstfertigkeit und ihre Ideen

einem größeren Publikum präsentieren zu

können: qualitativ hochwertige und einzigartige

Erzeugnisse der Bekleidungs-, Freizeit-,

Wohn- und Genusskultur. Dinge, die

bleibend sind und zu Erbstücken werden

können. Aber unter den Ausstellern finden

sich auch Global Player wie BMW Motorrad,

Schiesser Revival und Manufactum.

Eine gute Mischung eben.

Informative kostenlose Workshops und

Vorträge an beiden Festival-Tagen runden

das Programm ab. Themen wie beispielsweise

„Capsule Wardrobe“ informieren

über den nachhaltigen Kleiderschrank.

Denn wer seinen Geschmack und Stil

kennt, braucht nicht mehr als 14 (!) Basics,

mit denen sich eine Vielzahl von verschiedenen

Styles kreieren lassen. Das spart

Geld und schützt die Umwelt.

Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich

auch gesorgt: Auf dem „New Heritage

Festival“ in München kann man unterschiedlichste

aromatische Drinks und kulinarisches

Streetfood genießen. Natürlich

darf auch der Sound nicht fehlen: Zwei

Bands mit „handgemachten Beats“ lassen

die Besucher am ersten Tag entspannt in

den Abend gleiten.

74 | 75 stylus. München 2019


New Heritage & Munich Fabric Start – ein gelungener

Zusammenschluss mit gleichen Werten.

Das „New Heritage Festival“ hat sich seit 2017 enorm entwickelt.

Da wundert es nicht, dass 2018 zusammenkam, was

zusammengehört: Die „Munich Fabric Start“ Exhibitions

GmbH beteiligt sich an der New Heritage – dem Festival für

Zeitloses, das einmal pro Jahr in München und Düsseldorf

stattfindet.

Und auch bei der „Munich Fabric Start“ stehen die Werte Handwerkskunst,

Qualität, Einzigartigkeit und Beständigkeit im Vordergrund.

Sie ist eine der führenden internationalen Stoff- und

Zutatenmessen in Europa. Zweimal im Jahr zeigt die Messe mehr

als 1.800 Kollektionen von über 1.000 internationalen Anbietern

und zieht jede Saison rund 20.000 internationale Besucher nach

München. Die Überschneidungen von „New Heritage Festival“ und

„Munich Fabric Start“ in den Bereichen B-to-B und B-to-C birgt Potenzial

für die Zukunft.

Mit diesem Schritt werden die Gemeinsamkeiten der beiden Veranstalter

gebündelt und die Synergien und Ressourcen effizient

genutzt. So kann man sich zusammen weiterentwickeln und bestehende

und neue Themen ausbauen. Die Gründer und Erfinder

der New Heritage, Moritz Fuchs und Ann Sophie Meier, sind sehr

glücklich über diesen Zusammenschluss und schätzen das Engagement

und die langjährige Erfahrung der Macher von „Munich Fabric

Start“, Frank Juncker und Sebastian Klinder.

„Es ist Zeit für den nächsten Schritt. Wir verstehen uns persönlich

super und hatten von Beginn an die gleiche Vision, wohin die Reise

der New Heritage gehen soll. Ich freue mich sehr auf die künftige

Zusammenarbeit“, sagt Moritz Fuchs.

Und Sebastian Klinder ergänzt: „Wir sind beeindruckt von den Machern

der New Heritage, die eben nicht nur für Endkonsumenten

funktioniert, sondern auch findige Retailer anlockte. Sie ist eine

People-to-People-Messe! Dank der Bündelung unserer Stärken

werden wir dieses Event gemeinsam erfolgreich weiterentwickeln

können.“

© new-heritage.de | © www.munichfabricstart.com


NOCH EIN PAAR EINDRÜCKE VON 2018

76 | 77 stylus. München 2019


JULIAN HERMSDORF UND CARL WARKENTIN VERBINDEN

IN IHREM MODELABEL „MONACO-DUCK“ HEIMATLIEBE

UND DEN SINN FÜR GUTE QUALITÄT. SIE HABEN DAS

TRADITIONELLE MATERIAL LODEN WIEDER NEU

ENTDECKT UND LASSEN DARAUS HOCHWERTIGE, HAND-

GEFERTIGTE SCHUHE UND TASCHEN FÜR MANN UND

FRAU FERTIGEN. FÜR DIE IN ITALIEN HERGESTELLTEN

PRODUKTE WERDEN BAYERISCHER, ROBUSTER LODEN

UND WEICHES KALBSLEDER VERWENDET. DIE LEGERE

SCHNÜRUNG UND DIE WIDERSTANDSFÄHIGE GUMMI-

SOHLE SORGEN FÜR EIN BEQUEMES TRAGEGEFÜHL –

SO KANN DER SOMMER KOMMEN.

Text: Monika Segl | Fotos: Monaco Duck

SNEAKER CHARLY –

DAY & NIGHT. IN & OUT.


78 | 79 stylus. München 2019


Die leidenschaftlichen Quereinsteiger Julian Hermsdorf

und Carl Warkentin haben aus der jungen Marke

ein mittlerweile sehr „erwachsenes“ Unternehmen

geschaffen, das zwischen Lifestyle und Tradition lebt.

Das Faszinierende ist die Machart, denn sie verwenden

weltweit als einziges Unternehmen Loden als

Grundmaterial für die Herstellung von Schuhen und

Taschen. „Ihr“ Loden kommt aus der ältesten deutschen

Textilfabrik in Bayern, und die Schuhe werden

„handmade“ in Italien gefertigt.

Loden war traditionell der widerstandsfähigste Kleidungsstoff

der bäuerlichen Bevölkerung Europas, der

in gewalkter Form wegen seiner Wind- und Regendichtigkeit

geschätzt wurde, schon vor über 1.000 Jahren.

Und da er aus Schafschurwolle besteht, muss auch

kein Tier dafür leiden oder sein Leben lassen. Er verfügt

über hohen Tragekomfort, Nachhaltigkeit, einen

kontrollierten Wärmeausgleich und eine antibakterielle

Wirkung. Das macht Monaco Duck lässig, schlicht,

entspannt und doch hochwertig-schick – eine großartige

Mischung.

„UNSER LOGO IST EIN

BISSCHEN WIE DER GEGENENTWURF

ZUM POLOREITER“, LACHT CARL.

So einzigartig, wie ihre Kreationen sind, ist auch das

Logo: eine Ente mit Gamsbart-Hut – und das findet

man auf fast allen Monaco-Duck-Schuhen und -Taschen

nur, wenn man gezielt danach sucht. Ein Touch

Understatement eben.

„Der Sneaker ist neben dem Loafer unser Bestseller“,

erzählt Carl, der in dem Duo für Marketing und Vertrieb

zuständig ist, während Partner Julian sich um die

Designs und Kollektionen kümmert. stylus wünscht

Monaco Duck weiterhin viel Erfolg.

Der Lowtop-Sneaker,

sportliche City-Walker,

Gummisohle, handgefertigt

in Italien.

Obermaterial:

100 % bayerischer Loden

Farbakzente: Rindsleder

Futter-/Decksohle:

Rindsleder

© www.monacoduck.com


Impressum

stylus.

Das Metropolmagazin. Ausgabe München.

Herausgeber

cre.do. think tank

Schlanderweg 1 · 83703 Gmund

kontakt@stylus-das-magazin.com

USt-IdNr.: DE 309 41 48 99

Chefredaktion

Nina Schmid

Plinganserstr. 19 · 81369 München

redaktion@stylus-das-magazin.com

Telefon +49 89 78 74 92 24

Mobil +49 170 44 10 935

Jackboots aus echtem bayrischen Loden mit durchgenähter und

ultraleichter „wearlight“-Gummiprofilsohle. Der spezielle Loden ist nicht nur

äußerst wasser- und schmutzabweisend, sondern auch wärmend

und verleiht dem Jackboot einen klassischen Look.

Redaktion

Monika Segl, Nina Schmid

Grafik/Layout

cre.do Think Tank

www.credo-thinktank.de

Lektorat

Angela Braun, Schliersee

www.lektorat-braun.com

Druck

Grafik + Druck GmbH

www.grafik-druck.de

Erscheinungsweise

Drei Ausgaben 2019

Damen-Slipper -

das Münchner Original.

Handgemachte Slipper

aus angenehmem,

hochwertigem Loden,

einmalige Passform.

Ideal zur Tracht,

Freizeit und fürs Büro.

Urheber- und Verlagsrechte

Das Magazin und alle in ihm enthaltenen

einzelnen Beiträge und Abbildungen sind

urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung

außerhalb der durch das Urheberrechtsgesetz

festgelegten Grenzen ist ohne Zustimmung

von stylus München unzulässig. Für Inhalte

auf verlinkte fremde Webseiten trägt stylus

München keine Verantwortung. Die gültigen

Geschäftsbedingungen von stylus München

stehen unter www.stylus-das-magazin.com

zur Verfügung. Der redaktionelle Inhalt wird

sorgfältig erarbeitet. Dennoch wird für die

Richtigkeit von Angaben sowie für Druckfehler

keine Haftung übernommen.

@ stylus ist eine eingetragene Marke von

Thomas Seitz und Ingo Kabutz


RÄUCHERFISCHMOUSSE

AUF SALATCRÈME

MIT

STYLUS

GEWINNEN:

Ein Erlebnis der Sinne

im legendären

Panorama-Restaurant

in Rottach-Egern!

stylus München verlost 2 x 2

Exklusiv-Menüs im traditionsreichen

Hotel Bachmair am See (nach Verfügbarkeit)

Beantworten Sie einfach folgende Frage:

In welcher Gemeinde am Tegernsee

findet man das Hotel & Restaurant Bachmair am See?

Die Antwort geben Sie bitte unter www.stylus-das-magazin.com/bachmair

ein. Aus allen Einsendungen werden zwei Drei-Gänge-Menüs im legendären Panorama-

Restaurant des Bachmair am See für je zwei Personen verlost. Die Gewinner werden

per E-mail informiert. stylus und das ganze Team wünschen Ihnen viel Glück!

© www.bachmair.de, 2019

Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich volljährige, natürliche Personen mit einem ständigen Wohnsitz in Österreich, Deutschland

oder der Schweiz. Das Gewinnspiel endet am 1.7.2019 um 10 Uhr. Auf den Gewinn gibt es keinen Gewähr- oder Garantieanspruch.

Der Gewinn wird nicht bar ausbezahlt. Wir behalten uns das Recht vor, das Gewinnspiel zu jedem Zeitpunkt ohne Vorankündigung

zu beenden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. www.stylus-das-magazin.com/agb

Spargel-Erdbeersalat an geräucherter Entenbrust Panorama-Restaurant mit Blick auf den Tegernsee Thunfisch mariniert, Sesam, Shiitake, Wasabicreme


Anzeige

DAS BACHMAIR AM SEE –

KULINARISCH UND VERFÜHRERISCH

Das Bachmair am See bietet nicht nur Charme, Tradition und Luxus

– das geschichtsträchtige Hotel am Tegernsee mit seiner interessanten

Vergangenheit bietet auch einen der schönsten Ausblicke

auf die Berge, das Tal und das klare Wasser. Die rund 100 Appartements

und Gästezimmer in verschiedenen Kategorien reichen

vom einfacheren Gartenhauszimmer bis zur Maisonette-Suite

ganz oben mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, Whirlpool, Sauna

und Kachelofen – und natürlich mit einer großzügigen Terrasse

zum See. Seit der Wiedereröffnung 2018 begeistern auch die neuen

Gaumenfreuden in der offenen Küche des Panoramarestaurants.

Transparenz steht für Chefkoch Daniel Wolter und sein Team an

erster Stelle: man kann zusehen wie und was kreiert wird. Das ganze

Restaurantteam ist weit mehr als engagiert und kredenzt eine

ausgesprochen feine Küche, die wirklich beeindruckt. Im Panoramarestaurant

mit seinem atemberaubenden Blick auf die Rottacher

Bucht, munden die kulinarischen Kreationen ganz besonders

gut. Im Bachmair am See kann man tatsächlich zu jeder Jahreszeit

die Seele baumeln lassen und sich eine Auszeit nehmen.

Hausgebeitzter

Saibling an

Blumenkohlcremé

mit schwarzem

Quinoasamen

Essbare Steine (Kartoffeln)

mit Frühlingsgrün

Hotel Bachmair Betriebsgesellschaft mbH | Seestraße 47 | 83700 Rottach-Egern

Tel. +49 80 22 272-0 | www.bachmair.de


a new culture of light

Mito linear – die neue Form des Lichts

www.occhio.de /mito-linear

Mads Mikkelsen

illuminated by Mito linear

Rosenheimer Str. 32

83064 Raubling

Tel. + 49 ( 0 ) 8035 907 121

www.licht-im-werkhaus.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine