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LCHF Magazin 02-2019_Leseprobe

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Magazin für Gesundheit und ketogene Ernährung

Ausgabe 02/2019 | Juni/Juli | EUR 6,00 | CHF 8,90

LOW CARB – LCHF

KETO LIFESTYLE

Ausbildung

Neue Fachgesellschaft

Rezepte

LESE-

PROBE

Herausgegeben von:

LCHF DEUTSCHLAND

www.LCHF-Deutschland.de

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wir alle wissen, wie bedeutend unsere Ernährung ist und wie erstaunlich es

ist, was sie alles beeinflussen kann. Wir möchten Ihnen gerne von einer grandiosen

Woche berichten, die wir ohne diese Ernährung so nie hätten erleben

können. Wie Sie wissen, bietet die LCHF Deutschland Akademie die Ausbildung

zum Gesundheits- und Ernährungscoach Low Carb – LCHF – Keto Lifestyle an.

Zum Abschluss findet eine Präsenz- und Prüfungswoche statt, zu der sich im Mai

dieses Jahres 14 TeilnehmerInnen und die Dozenten trafen. Für uns alle war es

außerordentlich überwältigend, mit Gleichgesinnten acht intensive Tage zu verbringen.

Schnell wurde klar, wie maßgeblich der Lifestyle ist, was alles wichtig

ist und sich ergänzt. Wir waren alle zutiefst beeindruckt von dem Miteinander

und Füreinander, das sich in der Woche ergab. Und genau dieses Gefühl, was wir

in dieser kostbaren Woche erleben durften und uns bewahrt haben, wünschen

wir der ganzen Community von Herzen. Bitte suchen Sie sich Gleichgesinnte, verbringen Sie Zeit mit ihnen und Sie werden fasziniert

sein, was daraus resultiert.

Möchten Sie sich beruflich verändern und Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen weitergeben? Sprechen Sie uns gerne an. Doch nun

lassen Sie sich wieder von diesem Magazin inspirieren, von den vielen Aspekten einer gesunden Ernährung, um mit Leichtigkeit

gesund durchs Leben zu gehen.

Iris Jansen & Margret Ache

Herzliche Grüße

Margret Ache & Iris Jansen

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


INHALT

Editorial

U2

Inhalt 03

Wissenswertes 04

Autoimmunerkrankungen verstehen und vorbeugen – Teil 1 von Dr. med. univ. Vilmos Fux 04

Reizdarm: Wenn das Bauchgefühl Stress macht von Susanne Lonkowsky 06

MCT-Öl + Kohlenhydrate – Bildet die Leber trotzdem Ketonkörper? von Janis Budde 10

Einflussmöglichkeiten auf das Ernährungsverhalten von Kindern von Dr. Ulrike Fischer 13

Den Pilzen/Heilpilzen auf der Spur, Teil 4 von Heike Vorbau-Konzak 17

Ein führender Politiker entdeckt LCHF von Melanie Ryan 20

Ketolumne XX: Keto bei Krebs, Interview mit Dr. Heike Niemeier von Christiane Wader 22

Mag. rer. nat. Julia Tulipan im Gespräch mit Romina Scalco/LCHF Deutschland 28

Interview mit Dr. med. Brigitte Karner, Freiburg 30

Die fabelhafte Welt des Cannabis von Julia Steffen 33

Neue Fachgesellschaft in den Startlöchern von Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder 36

Erfolgsgeschichten 38

Der Weg ist das Ziel von Carmela Mongelli-Lamprecht 38

Den Kurs beibehalten von Michaela Sieben 40

Alles ist möglich von Annette Johmann 42

Diabetes-Typ-1 und LCHF-Ernährung von Monika Löer 46

LCHF Deutschland Akademie 45, 59

Kreative Küche 48

Neues Rezept von Carmela Mongelli-Lamprecht 48

Rezept aus dem LCHF Kochjournal „Mediterrane Küche” 49

Rezepte von Birgitte Höglund 50

Kolumne von Romina Scalco 53

Gesundheitstraining 54

Genuss-Inspirationen bei Stress: Weißtanne und Waldbaden von Dr. Sabine Paul 54

Mit Visualisierung Blockaden lösen von Matthias Hofmann 56

Buchvorstellung Keto-Kompass von Romina Scalco 60

Abonnement/Impressum 61

3 Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


Einflussmöglichkeiten auf das Ernährungsverhalten

von Kindern

von Dr. Ulrike Fischer, Gesundheits- und Ernährungscoach

Low Carb – LCHF – Paleo – ketogene Ernährung

In jungen Jahren ist eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise

besonders wichtig, denn in diesem Alter wird das

Ernährungsbewusstsein geprägt und es werden die Weichen für

eine optimale seelische und körperliche Entwicklung gelegt.

Wie bereits in den LCHF Magazinen 04/2018 und 01/2019 von

mir geschrieben, wird Essen von Eltern oder Lehrern häufig als

Belohnung oder Bestrafung eingesetzt, dies wird auch als sog.

operante Konditionierung bezeichnet. Leider führen Belohnung

und Bestrafung nicht zum gewünschten Erfolg der Weiterführung

eines Verhaltens im Sinne des Konditionslernens. Vielmehr

bedarf es weiterer Effekte, wie zum Beispiel Erfolgserlebnissen.

Endet Belohnung oder Bestrafung, wird auch das Verhalten des

Kindes entsprechend eingestellt. Daher ist diese Strategie kurzfristig

wirksam aber langfristig kontraproduktiv und erzielt kein

gewünschtes Verhalten.

Prägung des Essverhaltens

In den ersten Lebensjahren wird das Ernährungsverhalten der

Kinder vor allem zu Hause geprägt, daher hat sowohl die Familie,

als auch der Erziehungsstil einen entscheidenden Einfluss [1].

Die Ernährungserziehung kann als eine Form der Ernährungsbewww.

ernaehrungdr-fischer.de

Dr. Ulrike Fischer

ratung betrachtet werden. Ziele der Ernährungserziehung sind

die Festigung eines „günstigen Ernährungsverhaltens“ von Anfang

an und die Vermeidung von ungünstigen Verhaltensweisen

[2]. Der in einer Familie herrschende Erziehungsstil entsteht

sehr oft durch unbewusstes Übernehmen von Verhaltensweisen

und Einstellungen von den Eltern. Es werden der autoritäre,

der gewährende und der partnerschaftliche Erziehungsstil unterschieden.

Die einzelnen Erziehungsstile haben jeweils ihre

Vor- und Nachteile und wirken sich in unterschiedlicher Form

auf das Essen in der Familie aus [3].

13 Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


Den Pilzen/Heilpilzen auf der Spur, Teil 4

von Heike Vorbau-Konzak, Heilpraktikerin, Gesundheits- und Ernährungscoach

Low Carb – LCHF – Paleo – ketogene Ernährung

Heike Vorbau-Konzak

Dies ist mein letzter Artikel zum Thema Mykotherapie und

Speisepilze. Ich bin dankbar, dass ich mit Ihnen meine Begeisterung

für die Pilze teilen durfte.

Coprinus comatus – Schopftintling

Eisen, Kupfer, Kalium, Kalzium, Mangan, Zink, Niacin (Vitamin

B3), Thiamin (Vitamin B1), Riboflavin (Vitamin B2) und Vanadium.

Er ist der Pilz mit der höchsten Lektinaktivität.

In der Mykotherapie wird er bei Diabetes Typ I und Typ II,

Metabolischem Syndrom, Adipositas, bei Tumorkachexie zum

Gewichtsaufbau, bei Obstipation, Hämorrhoiden, zur Regenerierung

der Bauchspeicheldrüse (verbessert die Insulinwirkung)

und bei Tumorerkrankungen eingesetzt. Die Blutzucker

senkende Wirkung hält ohne Nebenwirkungen über mehrere

Stunden an. Er besitzt eine antibakterielle und antimykotische

Wirkung und wirkt verdauungsfördernd.

Pleurotus – Austernpilz, Austernseitling

Schlagworte: Muskeln, Sehnen und Gelenke

Schlagwort: Blutzucker

Der Schopftintling wächst wild als essbarer Sekundärsaphrophyt

an Wegrändern in Wäldern, Wiesen und Gärten in Europa.

Er gehört zur Gattung der Tintlinge – beim Verwelken zerfließen

die Pilze in eine schwarz gefärbte Flüssigkeit.

Die TCM ordnet ihm die Meridiane Milz und Magen zu. Er enthält

alle Aminosäuren, besonders viel Vitamin C, Magnesium,

Der Pleurotus gehört zu den beliebtesten Speisepilzen der

Welt. Er wächst hauptsächlich an Ästen und Stümpfen von

Laubgehölzen und gehört zur Gattung der Austernseitlinge. Die

TCM verwendet ihn zur Entspannung der Muskeln, Sehnen und

Gelenke, zur Stärkung der Venen und bei Lumbago.

Der Pleurotus besitzt alle essentiellen Aminosäuren, Kalium,

Vitamin C, D (Calciferol), Vitamin E und Folsäure und ist ein

wichtiger Vitamin B-Lieferant für Vegetarier oder Veganer.

Die Mykotherapie verwendet ihn zur Senkung der Cholesterin-

und Triglyzeridwerte. Die in ihm enthaltene Folsäure ist

wichtig für die Blutbildung, fördert das Wachstum junger Zel-

17 Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


Ein führender Politiker

entdeckt LCHF

von Melanie Ryan

Wie der stellvertretende Parteichef der Labour Party

seinen Diabetes besiegte

Tom Watson, Stellvertretender Parteichef der britischen Labour

Party, machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen, weil er

44 kg abgenommen hatte und es ihm gelungen war, seinen Diabetes,

Typ 2, umzukehren. Schlagzeilen, weil das ja offiziell gar

nicht geht ... Im Mai dieses Jahres sprach er bei der jährlichen

Konferenz der Public Health Collaboration (PHC) in London, einer

Charity, deren Ziel es ist „Echte Lebensmittel“ („Real Food“)

wieder zum Normalfall zu machen.

Watson war auf der Bühne im Gespräch mit dem Kardiologen

Dr. Aseem Malhotra. Passend, da es unter anderem Malhotras

Buch „Die Pioppi-Diät“ war, die Watson zum Erfolg verhalf.

2015 hatte Tom Watson die Diagnose Diabetes bekommen. Er

war nicht wirklich überrascht, denn er war über die Jahre dicker

und dicker geworden, bis er schließlich 144 kg wog. Hohen

Blutdruck hatte er bereits, und nun auch noch Diabetes.

Wie auch sonst jeder neue Typ-2-Diabetiker, wurde auch Tom

Watson seitens seiner Ärzte erklärt, dass es sich um eine unheilbare

Krankheit handelt, die im Laufe der Zeit ernstzunehmende

Konsequenzen haben wird und eine Reihe von Komorbiditäten

nach sich zieht. Er nahm Metformin und folgte den offiziellen

Ernährungsratschlägen, mit denen es ihm eher schlecht als

recht gelang, seinen Blutzucker unter Kontrolle zu behalten.

Schließlich machte er sich selbst auf die Suche nach Informationen

und stieß auf zwei Bücher, die für ihn die Wende herbei-

führten: „Die Pioppi-Diät“ (Aseem Malhotra, Donal O’Neill) und

Michael Mosleys „The Fast Diet – Das Original“. Was er da las,

ging gegen alles, was er bis dahin gelernt und für gut und richtig

gehalten hatte: Typ-2-Diabetes kann man umkehren und Fett

macht weder krank noch dick. Es reicht nicht, Zucker zu meiden,

sondern man sollte auch Kohlenhydrate minimieren, ganz besonders

die stark verbarbeiteten. Enthüllungen, die ihm völlig

neu waren. Und wer kann es ihm verdenken, denn schließlich ist

die Message der konventionellen Medizin nach wie vor: „Bloß

kein Fett!“ und „Weniger Essen, mehr Bewegung.“ Das hatte

Watson schon versucht – ohne Erfolg. Vielleicht wäre diese irre

Idee von Malhotra und O’Neill, weniger Kohlenhydrate und mehr

gesunde Fette zu essen, vielleicht doch einen Versuch wert?

Watson verzichtete ab sofort auf Zucker und Kohlenhydrate.

Er räumte die Küchenschränke aus und warf alles raus, was viel

Stärke enthielt. Binnen weniger Tage begann er sich besser zu

fühlen. Nach eineinhalb Wochen schlief er wieder gut. Nach

einem Monat war sein Blutzucker normal, nach drei Monaten

auch der Langzeitzuckerwert. Heute braucht Tom Watson keine

blutzuckersenkenden Medikamente mehr. Der Blutdruck ist

wieder normal. Sogar seine Sehkraft hat sich gebessert.

„Im Alter von 51 Jahren ist es mir gelungen, durch Ernährungsumstellung

mein Leben zu ändern. Ich fühle mich frei. Ich

kann besser denken und fühle mich fantastisch,“ sagte Watson

auf der PHC-Konferenz. „Ich glaube, ich hatte den Diabetes

nach 6 Wochen besiegt. Und dann wurde ich wütend. Wieso

sagt einem das keiner? Ich hätte schon vor 20 Jahren erfolgreich

abnehmen können.“

Das Problem ist: Die meisten Ärzte wissen das auch nicht.

Die Konferenz der Public Health Collaboration ist offen für alle,

zieht aber viele Ärzte an, vor allem Allgemeinmediziner, und

jedes Jahr sind es mehr. Sie beklagen, dass das Medizinstudium

so gut wie keine Module über Ernährung enthält und sie sich

nicht ausreichend informiert fühlen, um Patienten den Weg zu

weisen. Ein Hausarzt aus Suffolk erzählte mir, dass er bis vor

zwei Jahren nicht die leiseste Ahnung hatte, dass Typ-2-Diabewww.nutrilicious

nutrition.co.uk

Melanie Ryan

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019 20


und mir versicherten, wie gut es ihnen ginge. So schlug ich

meinem Doktorvater vor, zu untersuchen, wie wir Ernährungsumstellungen

auf Dauer umsetzen können und dennoch den

Menschen bei guter Laune halten. Mein Ziel war es herauszufinden,

welche Faktoren Einfluss darauf haben, langfristig die

Ernährung umzustellen. Ich bin überzeugt davon, dass wenn die

Menschen merken, wie gut es ihnen geht, unabhängig von den

z.B. verbesserten Blutwerten, sie bei der Ernährungsumstellung

bleiben. Mein Doktorvater in Hamburg, wie auch der Doktorvater

in Schottland (Psychologe), hatten an dem Thema Interesse.

Schlussendlich kam ja auch nach den Jahren der Promotion heraus,

dass es lohnenswert war. Die Probanden der Studie hatten

eine verbesserte Lebensqualität.

Wie ist eigentlich Ihr Arbeitsalltag?

Dr. Heike Niemeier

Er hat mehrere Facetten. Zum einen gibt es meine Ernährungspraxis

in Hamburg und die dortige persönliche Ernährungsberatung,

die in etwa 1/3 meiner Zeit einnehmen. In der

übrigen Zeit arbeite ich fast ausschließlich für Unternehmen

innerhalb deren betrieblicher Gesundheitsförderung. Diese

beinhalten Workshops, Vorträge, Koch-Event oder eben auch

Schreiben von Artikeln für Unternehmen. Einfach alles, was

sich um die Ernährung und um das Essen im Allgemeinen oder

auch Spezialthemen dreht. Bei Letzterem wird oft das Thema

Kohlenhydrate bzw. Zucker genauer betrachtet und auch, wie

eine Ernährung bei Diabetes oder Übergewicht aussehen kann.

Zusätzlich besprechen wir oft, wie man mit Heißhunger umgehen

oder die Leistung steigern kann. Mein Ziel ist es, den Teilnehmern

durch Theorie und auch durch Praxis zu zeigen, wie sie

es umsetzen können und wie es ihnen damit tatsächlich besser

gehen kann.

Was ist Ihr Steckenpferd, was machen Sie am liebsten?

Dr. Heike Niemeier

Am allerliebsten habe ich es, wenn Menschen den AHA-Effekt

erleben. Wenn sie tatsächlich merken, dass es ihnen besser

geht. Das ist der größte Erfolg in meinem täglichen Tun. Wenn

ich die ganze Wissenschaft und den theoretischen Background

so in die Praxis übersetzen kann, dass jeder das versteht.

23 Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


Neue Fachgesellschaft

in den Startlöchern

von Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

Erstes Symposium im September

in Würzburg

Low-Carb, LCHF und ketogene Kostformen erfreuen sich derzeit

einer rasant wachsenden Beliebtheit. Das ist äußerst erfreulich

für alle, die diese hoch wirksamen Kostformen bereits

nutzen oder nutzen möchten. Wir alle wissen aber auch, dass es

noch viel Unkenntnis auf diesem Gebiet gibt, ebenso Missverständnisse,

Vorbehalte, Halb- und Unwahrheiten und natürlich

auch Anwendungsfehler. Es wäre daher schön, es gäbe neben

all den fleißigen Protagonisten und Unterstützern wie LCHF

Deutschland auch eine wissenschaftliche Fachgesellschaft für

diese Ernährungsformen, die sich um die Forschung, den fachlichen

Austausch, die Nachwuchsförderung, die wissenschaftliche

Evaluierung und um eine sachgerechte, fundierte Kommunikation

sowohl in die Fachwelt als auch in die Öffentlichkeit

kümmert. Eine Fachgesellschaft, die auf Augenhöhe mit jenen

aus anderen medizinischen und wissenschaftlichen Disziplinen

diskutieren kann und wird.

Daher war es mir eine große Freude, dass ich dabei sein durfte,

als sich kürzlich genau so eine Fachgesellschaft gründete,

Erstes Symposium im September in Würzburg

Neue Fachgesellschaft in den Startlöchern

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

wie der folgenden Mitteilung zu entnehmen ist. Sie heißt kurz

KetoMed und lang Internationale Fachgesellschaft für kohlenhydratreduzierte

und ketogene Ernährungsformen – International

Society for Low-Carb and Ketogenic Diets. Derzeit

befindet sie sich noch im Prozess der Eintragung ins Vereinsregister

und der Beantragung der Gemeinnützigkeit. Da aber

schon die erste große Veranstaltung geplant ist, soll hier vorab

darüber informiert werden. Sobald die restlichen Formalitäten

erledigt sind und die Webseite der KetoMed fertig ist, kann sie

ihre wichtige Arbeit aufnehmen. Ich freue mich darauf und

wünsche ihr viel Erfolg und einen guten Start!

Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder

Low-Carb, LCHF und ketogene Kostformen erfreuen sich derzeit einer rasant wachsenden

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019 36


ERFOLGSGESCHICHTEN

Der Weg ist das Ziel

von Carmela Mongelli-Lamprecht,

Zertifizierter Gesundheits- und Ernährungscoach –

Low Carb – LCHF – Keto Lifestyle

Viele von Ihnen kennen mich ja schon ein wenig aus den letzten

Ausgaben des Magazins und ich finde, wir sollten deshalb

ab heute das steife „Sie“ weglassen, da es doch sehr persönlich

wird. Und falls mich der eine oder andere noch nicht kennt, ich

bin Carmela, 46 Jahre und ernähre mich seit 2 Jahren ketogen.

Rückblick Juni 2017

Ich bin frustriert, traurig, mein Körper ist unförmig und ich

mag mich nicht mehr wirklich bewegen, denn jeder Schritt,

jede Bewegung schmerzt. Meine Kleidergröße ist inzwischen

bei 62 und ich bin am Ende meiner Kräfte angelangt. Ich kann

und will mich so nicht mehr akzeptieren. Aus einer stets optimistischen

lebensbejahenden Frau ist ein Häufchen Elend geworden.

Ja, meine eigenen geschriebenen Worte hier zu lesen

schmerzt. Mir laufen während des Schreibens die Tränen über

die Wangen. Verzweifelt starte ich Ende Juni 2017 einen wirklich

allerletzten Abnehmversuch.

Zeitsprung Anfang Mai 2019

Ich bin glücklich, lache, mein Körper ist mein Freund geworden

und ich mag mich so wie ich bin. In meiner Hand halte ich

stolz ein Zertifikat. Es wurde mir gerade von vier wunderbaren

Menschen überreicht. Ich bin furchtbar stolz auf mich, meinen

Weg und all die kleinen und großen Schritte, die ich dafür gegangen

bin.

https://

kiefernweg.net/

Carmela

Mongelli-Lamprecht

Ganzheitlicher Gesundheits- und Ernährungscoach Low Carb

LCHF – Keto Lifestyle darf ich mich jetzt nennen. Sind wir mal

ehrlich, wer von euch hätte das bei den ersten Zeilen meines

Artikels gedacht?

Warum habe ich mich entschieden, diese Ausbildung zu

machen?

Dazu möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen. Vor

über drei Jahren stimmten bei einer Blutuntersuchung plötzlich

meine Schilddrüsenwerte nicht. Man schickte mich zur

Spezialistin. Als ich in der Praxis die Untersuchungen hatte,

bemerkte ich eine gewisse Feindseligkeit und Ablehnung mir

gegenüber. Ich dachte, ich bilde mir das nur ein und vergas diesen

Zwischenfall recht schnell wieder. Ein paar Tage später traf

der Arztbericht bei meinem damaligen Hausarzt ein und war

ohne Befund. Der Hausarzt sagte, das alles in bester Ordnung

wäre, mir aber empfohlen wird eine bariatrische OP machen zu

lassen.

Peng...das saß. Kein Wort hatte die Spezialistin zu mir gesagt.

Kein Wort. Ich erfuhr das durch meinen Hausarzt.

Da saß ich nun auf dem Stuhl und wusste nicht, ob ich lachen,

weinen oder vor Scham im Erdboden versinken sollte. Dieses

Erlebnis hat sich tief in mein Unterbewusstsein eingebrannt.

Und, Gott sei Dank gehöre ich zu den Menschen, die sich nicht

gleich unters Messer begeben und vor solchen Operationen einen

enormen Respekt haben. Sonst weiß ich nicht, wo ich heute

stünde. Ich gebe nie sofort klein bei und das ist auch gut so.

Als die ersten Kilos durch die ketogene Ernährung verschwunden

waren, erinnerte ich mich wieder an dieses Erlebnis beim

Arzt. In mir entfachte ein kleines Licht mit einer winzigen

Flamme. Irgendwie wusste ich, dass ich da ein großartiges Instrument

entdeckt hatte, um mir mein Leben wieder zurückzuholen.

Und genau das ist geschehen. Ich lebe wieder und zwar

ohne bariatrische OP.

Low Carb – LCHF Magazin 1/2019 38


Alles ist möglich

von Annette Johmann

Mein Name ist Annette, ich bin 52 Jahre alt und komme aus

dem schönen Hohenlohe.

Meine Gewichtskarriere fing bereits in meiner Kindheit an:

Das kleine, süße, pausbackige Pummelchen. Damals noch kein

Problem für mich. Doch je älter ich wurde, desto unzufriedener

wurde ich mit meiner Figur. Als Teenie wollte ich einfach „endlich

auch einmal schlank sein!“. Zu dem Zeitpunkt begann dann

auch bereits meine Diätlaufbahn, mit zahlreichen Diäten und

noch mehr Enttäuschungen. Die Diäten funktionierten zwar

kurzfristig und ich konnte mal mehr und mal weniger Kilos verlieren,

hatte sie und meist noch mehr in kurzer Zeit wieder auf

meinen Hüften.

Ich habe immer gerne gegessen und nach jeder meiner beiden

Schwangerschaften schnellte mein Gewicht deutlich nach

oben. Ich war ja den ganzen Tag zuhause und da ich sehr *pflegeleichte*

Kinder hatte, konnte ich mich ausgiebig meiner

Koch- und Esslust widmen. Unweigerlich wurde auch jedes neu

gekaufte Kleidungsteil schnell wieder enger und enger. Also

August 2014 April 2016

Annette Johmann

wurde wieder eine neue Diät ausprobiert. Schließlich wollte ich

ja irgendwann auch wieder arbeiten, nur so nicht! Wie schon

erwähnt, funktionierte natürlich keine der Diäten auf Dauer.

Meinem Umfeld vermittelte ich damals noch den Eindruck der

*glücklichen Dicken*. Aber so wie mein Gewicht ständig immer

noch weiter stieg, sanken mein Selbstbewusstsein und meine

Lebensfreude.

Meinen Alltag konnte ich immer schwieriger bewältigen.

Alltägliche Anforderungen wurden zusehends anstrengender,

der Gang in den Keller oder zur Waschküche immer beschwerlicher.

Das neue Auto wurde vorrangig danach ausgesucht,

dass ich hinter das Lenkrad passe. Selbst darin musste mein

Mann irgendwann Pedalverlängerungen einbauen, weil ich

den Sitz immer weiter zurückschieben musste und eines Tages

gar nicht mehr an die Pedale reichte. Ebenso in der Firma. Wie

beschämend, wenn man beim Buchen eines Firmenwagens für

die Dienstreise zugeben muss, dass man eben nur bestimmte

Autos fahren kann. Firmenevents, bei denen ein Dresscode

verlangt wird und man immer eine Ausnahme ist, weil es

die Firmenkleidung in meiner Größe einfach nicht gab. Beim

Cafèbesuch, wenn man sich schon vorher überlegt, wie man am

besten vom Stuhl aufsteht, damit man sich gleichzeitig unbemerkt

den Stuhl von den Hüften zieht. Diese Liste könnte ich

endlos fortsetzen.

Meine Gesundheit litt natürlich auch immer mehr unter der

Situation. Dauermüdigkeit, Kopfschmerzen, Magenschmerzen,

Motivationslosigkeit wurden meine täglichen Begleiter. Langsam

zog ich mich immer mehr zurück und ergab mich dieser

Situation. Die Energie, die mir noch blieb, musste ich einsetzen,

um den Tag irgendwie zu überstehen. Bis dahin hatte ich alles

selbst mit mir ausgemacht. Im Sommer 2014 war ich dann so

verzweifelt, dass ich meinen Hausarzt um Rat fragte. Der riet

mir, mich über das Adipositas-Zentrum einer nahegelegenen

Klinik über operative Methoden zur Gewichtsreduzierung zu

informieren. Auch mir erschien das damals als letzter Ausweg.

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019 42


LCHF DEUTSCHLAND AKADEMIE

Ausbildung zum Gesundheits- und Ernährungscoach

Low Carb – LCHF – Keto Lifestyle

Ausbildung zum Gesundheits- und Ernährungscoach

Low Carb – LCHF – Keto Lifestyle

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Ernährungscoach Low

Carb – LCHF – Keto Lifestyle bietet die Grundlage für eine Erweiterung

bestehender Kompetenzen oder einer beruflichen

Neuorientierung. Ziel der Ausbildung ist, die Low Carb – Ernährungsformen

als ganzheitliches qualitatives Modell an andere

Menschen weitergeben zu können.

Die Ausbildung Gesundheits- und Ernährungscoach Low Carb

LCHF – Keto Lifestyle umfasst die Bereiche Ernährung, Mentales

Training, Stressmanagement, Bewegung und Entspannung.

Sie beinhaltet, neben über zwanzig Lehrbriefen zum Selbststudium,

Infomationsbriefe und Fachbeiträge.

Während der Ausbildungszeit werden Sie fachlich und persönlich

von uns begleitet. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit

einer einwöchigen Praxiswoche und der Prüfung. Diese besteht

aus einer Hausarbeit, einem schriftlichen und zwei praktischen

Teilen. Nach der bestandenen Prüfung erhalten Sie ein Zertifikat,

das Sie berechtigt, als Gesundheits- und Ernährungscoach

Low Carb – LCHF – Keto Lifestyle zu arbeiten.

Dozentinnen:

Margret Ache – Iris Jansen – Romina Scalco –

Mag. Julia Tulipan

Ausbildung zum Viatmin-D-Coach

In der Ausbildung zum Vitamin-D-Coach lernen Sie fundiertes

Wissen über die neuesten Erkenntnisse zur Wirkung von

Vitamin D, wie Vitamin D vor Krankheiten schützt und wie ein

Vitamin-D-Mangel verhindert, bzw. therapiert werden kann.

Ziel der Ausbildung ist, die gesundheitlichen Vorteile einer

guten Vitamin-D-Versorgung an andere Menschen weitergeben

zu können. Die Ausbildung umfasst neben den Vitamin-D-Lehrbriefen

auch die Lehrbriefe zu den theoretischen

Grundlagen des Coachings. Die Ausbildung beginnt monatlich.

Dozenten:

Prof. Dr. med. Jörg Spitz, Margret Ache und Romina Scalco

Weitere Informationen finden Sie hier:

http:// akademie.lchf-deutschland.de

Für Ihre Fragen rund um unsere Ausbildungs- und Fortbildungsangebote

nehmen wir uns gerne Zeit.

Herzliche Grüße

aus der LCHF Deutschland Akademie

Margret Ache und Iris Jansen

Kontakt: info@lchf-deutschland.de

Bild: Pixabay

45

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019


Rezepte

von Birgitta Höglund

Erfolgreiche schwedische

Kochbuchautorin

Birgitta Höglund

Zubereitung:

Die Sehnen von den Filets entfernen. Jedes Filet in 8 glatte,

ca. 3 cm dicke Scheiben schneiden. Das Fleisch auf einen Teller

legen und die Hälfte des Zitronensafts darüber verteilen. Das

Olivenöl darüber träufeln und mit der Hälfte des Oreganos bestreuen.

Etwas salzen und pfeffern.

Das Fleisch wenden und mit dem restlichen Zitronensaft, Ore-

https://birgittahoglundsmat.wordpress.com/

Souvlaki

Souvlaki und Zaziki sind wahrscheinlich die Gerichte, die viele mit einem Urlaub in Griechenland verbinden. Dieses einfache Rezept

lernte ich zu schätzen, als ich in einem griechischen Restaurant in Schweden gearbeitet habe.

Ich verwende frische Schweinefilets, die mit Zitronensaft und Oregano mariniert werden. Kaufen Sie zwei größere Filets, damit

bekommen Sie glatte, feine Scheiben für den Spieß

Zutaten:

» 600 g Schweinefilet

» Saft von 2 Zitronen

» 50 ml Olivenöl extra virgin

» 2 EL getrockneter Oregano

» Salz und frisch

gemahlener, schwarzer

Pfeffer

Souvlaki

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019 50


GESUNDHEITSTRAINING

Genuss-Inspirationen gegen Stress:

Weißtanne und Waldbaden

von Dr. Sabine Paul

Kennen Sie „Waldbaden“? Nein, nicht ein Bad im Waldsee,

sondern die therapeutische Wirkung des Waldes, in die man

bei einem Besuch eintaucht. In Japan ist es eine anerkannte

Therapieform gegen Erschöpfung und Stress. Bei uns wird

Waldbaden gerade zum Trend. Warum die Weißtanne dabei

eine besondere Rolle spielt, erfahren Sie hier.

Was zeichnet Weißtannen aus?

Schon lange werden ätherische Öle und Harze der Nadelbäume

für die Gesundheit genutzt: gegen Erkältungen, Gelenkund

Muskelschmerzen, als Desinfektionsmittel und Schutz

gegen die Pest.

Fichten sind bei uns die häufigsten Nadelbäume und werden

oft mit Tannen verwechselt. Fichtenöl wirkt gegen Entzündungen

(Rheuma, Arthritis, Erkältung) und ist psychisch aktivierend.

Das ätherische Öl der Weißtanne wirkt ähnlich – und

stärkt zusätzlich bei Stress.

Schon gewusst?

» Die Weißtanne ist in Europa heimisch und in Frankreich verbreitet.

Dort wird hochwertiges Weißtannenöl destilliert.

» Die Riesentanne stammt von der amerikanischen Pazifikküste,

wurde erst 1827 nach Europa gebracht und hat sich aufgrund

ihrer Schnellwüchsigkeit schnell verbreitet. Ihr ätherisches

Öl gleicht der Weißtanne mehr als das der Sibirischen

Tanne, die aus den russischen Gebirgen kommt.

Wie hilft Ihnen die Weißtanne bei Stress?

Die majestätisch wachsende Weißtanne gilt traditionell als

Heilbaum: Ein Aufguss mit frischen Tannentrieben „richtete

Menschen auf“ und wurde gegen Frühjahrsmüdigkeit und

Erschöpfung eingesetzt, auch aufgrund des hohen Gehalts an

Vitamin C.

Ihre Inhaltsstoffe wirken vitalisierend, stärken das Immunsystem,

beruhigen, entspannen, vermitteln Kraft und Glücksgefühle.

Ihren harzig-frischwürzigen Waldduft verbinden viele

Menschen mit Waldspaziergängen und Weihnachten. Diese

Erinnerungen wirken über das Limbische System ebenfalls entspannend.

Das wirkt

Die Weißtanne enthält bis zu 95% Monoterpene, vor allem

das leichtflüchtige Alpha-Pinen, Limonen und Camphen. Sie

unterstützen die Konzentrationsfähigkeit und verleihen Energie

über die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Die hochflüchtigen

Substanzen werden schnell eingeatmet, lassen tief

durchatmen und unterstützen so die Sauerstoffaufnahme der

Lunge. Sie stimulieren auch das Immunsystem, welches bei

Stress herunterreguliert ist.

Monoterpenester wie Bornylacetat sind bis zu 10% enthalten.

Sie vermitteln Entspannung und lösen Glücksgefühle aus.

Sesquiterpene, z.B. Caryophyllen, sind bis zu 5% in der Weiß-

Low Carb – LCHF Magazin 2/2019

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GESUNDHEIT UND ERNÄHRUNG

Sabine Paul

Gehirndoping mit Gewürzen

Best.-Nr. 1163

ISBN 978-3-946010-12-8

Preis: 19,80 Euro + Versandkosten

DAS KOCHJOURNAL

GESCHMACKSABENTEUER

Preis: 6,00 Euro + Versandkosten

ISBN Nummer: 978-3-946010-14-2

Bestellnummer: 1166

LOW CARB – LCHF

Magazin für Gesundheit und

ketogene Ernährung

Jahresabonnement: 20,00 Euro +

Versandkosten (4 Ausgaben)

Ihre Bestellungen richten Sie bitte an:

Expert Fachmedien GmbH // Aachener Straße 172 // 40223 Düsseldorf

Telefon: +49. (0)2 11. 15 91-210/151 // Fax: +49. (0)2 11. 15 91-150

E-Mail: lchf@dvs-media.info // info@lchf-deutschland.de

Weitere Informationen unter: www.lchf-deutschland.de

oder auf www.expert-fachmedien.de/gesundheit-und-ernaehrung

LCHF DEUTSCHLAND

www.LCHF-Deutschland.de

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