RDT 1/2010 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

bmt.tierschutz.de

RDT 1/2010 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

Nr. Nr 1 März 2010

DAS RECHT DER TIERE

FRANJA,

LANDESVERBAND BAYERN,

SUCHT EIN ZUHAUSE

WELTWEITER TREND

FLEISCHPRODUKTION

STEIGT STÄNDIG

PROTESTAKTION

GEGEN DIE TÖTUNG

VON EINTAGSKÜKEN

KETTENHUNDE

MISSSTÄNDE

IM SPREEWALD

MEERESSÄUGER

ERBARMUNGSLOSE

JAGDINDEN

OZEANEN

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 1/2010

2

I NHALT

INHALT

EDITORIAL 3

NEU: DIE TITELHUND-STORY 4

Franja, Landesverband Bayern, sucht ein Zuhause

TITEL: FLEISCHKONSUM 6

Auswirkung auf Gesundheit und Klima

AKTUELL 10

Die Kettenhunde aus dem Spreewald

TIERSCHUTZPOLITIK 12

Ausnahmeregelung zum Schächten soll verschärft werden

TIERE IM RECHT 14

Dürfen Nachbarn den Freigang von Katzen untersagen?

JAGD AUF MEERESSÄUGER 16

Das Morden in den Ozeanen geht weiter

WASCHBÄREN 18

Private Koordinationsstelle für mutterlose Waschbären gegründet

bmt INTERN Nachrufe auf Hans Schroer und Hans Hoffsümmer 21

AUSLANDSTIERSCHUTZ 22

Brasov - Neubeginn oder Rückschritt?

KINDERTIERSCHUTZ 24

Kindertierschutzmappe wird in mehrere Sprachen übersetzt

SO HELFEN SIE 26

Unternehmerin verkauft Taschen zugunsten des bmt

bmt-GESCHÄFTSSTELLEN

TH Wau-Mau-Insel Aragon vom Schrottplatz befreit 27

TH Arche Noah Schüler übernehmen Patenschaften 28

Franziskus-TH Immer mehr Kleintiere in Not 30

TH Hage Die Unzertrennlichen aus dem Norden 32

TH Elisabethenhof Jugendliche spenden für Tierheim 34

TH Köln-Dellbrück Kokos Internetkolumne 36

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 38

ZU GUTER LETZT 39

Beitrittserklärung 40

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 1/2010 Mitgliederzeitschrift des

Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus, Elvira

Schiöberg, Torsten Schmidt; Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Druck: L.N. Schaffrath DruckMedien, Geldern;

Titelbild: “Franja” aus dem Landesverband Bayern (Seite 4-5)

Seite 6

Alarmierend

Die weltweite Fleischproduktion

steigt ständig

Heftmitte

Protestieren Sie

Mit dem bmt gegen die Tötung

von Eintagsküken

Seite 10

Missstände

Die Kettenhunde aus dem

Spreewald

Seite 14

Tiere im Recht

Mi(e)tbewohner Katze

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 45.000 Exemplare

Anzeigen: Anzeigen-Büro Udo Kraushaar

Tel. 0 28 45 / 53 86, Fax 0 28 45 / 80 69 49

E-Mail: bmt@anzeigen-buero.de


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

"WIR WOLLEN LEBEN!"

Wussten Sie, dass pro Jahr bis zu 40 Millionen Eintagsküken getötet werden, weil die

Eierproduzenten nur weibliche Tiere brauchen? Männliche Küken werden kurz nach dem

Schlüpfen auf grausame Weise getötet: sie werden vergast oder zerhäckselt.

Wie kann diese millionenfache Vernichtung von Lebewesen erlaubt sein, werden Sie sich

fassungslos fragen. Wozu haben wir ein Tierschutzgesetz, wozu die Verankerung des Tierschutzes

im Grundgesetz, wenn doch Tieren weiterhin so viel Leid geschieht?

Und in allem haben Sie Recht: Das Töten "ohne vernünftigen Grund" widerspricht dem

Tierschutzrecht - und ist dennoch, wie im Fall der männlichen Eintagsküken, aus rein

ökonomischen Erwägungen alltägliche Praxis.

Der Grund: Die extreme Spezialisierung in der Hühnerzucht führt zu einem gnadenlosen

Ausleseverfahren. Turbolegehennen müssen bis zu 300 Eier jährlich legen. Nach dieser

Hochleistung sind die Tiere erschöpft, ausgelaugt und werden entsorgt. Naturgemäß ist bei der

Vermehrung von Legehennen die Hälfte der ausgebrüteten Küken männlich. Sie legen keine Eier

und taugen nicht zur Fleischmast, weil sie zu langsam Fleisch ansetzen.

Für die Brütereien sind die Hahnenküken schlicht "Abfall". Deshalb werden sie in den Brütereien

nach dem Schlüpfen von Spezialisten ("Sexern") routinemäßig von den weiblichen Küken getrennt

- "gesext" , aussortiert, mit Kohlendioxid vergast oder lebendig im so genannten Homogenisator,

einer Maschine mit rotierenden Messern, zu Brei zermust.

Wir vom bmt nehmen das nicht hin - Unterstützen Sie uns bitte bei unserer

Protestaktion!

Jede Stimme zählt! Darum starten wir in dieser Ausgabe unsere Protestaktion an

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und fordern sie auf, die Weichen für

Forschungsprojekte zu stellen, die die Tötung der Küken überflüssig machen.

Bitte nutzen Sie zahlreich unsere Protestkarten, und machen Sie auch Freunde und Arbeitskollegen

auf dieses traurige Kapitel der Massentierhaltung aufmerksam.

Mit Ihrer Hilfe sind wir stark und können viel für Tiere bewegen.

Für Ihr Vertrauen danke ich Ihnen,

Ihr

Dr. Jörg Styrie

E DITORIAL

bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

PROTESTIEREN SIE MIT DEM BMT GEGEN DIE TÖTUNG VON EINTAGSKÜKEN

Das Recht der Tiere 1/2010

3


Das Recht der Tiere 1/2010

4

D IE T ITELHUND-STORY

Die Titeltier-Story erzählt Ihnen in jeder Ausgabe die Geschichte eines

Vermittlungstieres, das den Titel ziert. Dieses Mal haben wir Franja als

Coverheldin ausgewählt, weil die junge Hündin stellvertretend für viele

ähnliche Straßenhund-Schicksale steht. Auch was aus dem Titeltier des

vergangenen Magazins wurde, erfahren Sie immer gleich aktuell. Im

"Recht der Tiere" 4/09 hatten wir den Border Collimischling Shadow abgebildet;

wie er jetzt lebt, auf über 7 Hektar Land und mit einem zweiten

Hundekumpel, lesen Sie auf der Seite 29.

Die Nächte werden schon empfindlich kalt in der Karpatenstadt

Brasov. Für die Straßenhunde, die täglich um ihr Leben

kämpfen müssen, ist der rumänische Winter eine besonders

harte und kräftezehrende Zeit.

In einer dieser feuchtkalten Nächte des ausklingenden Herbstes

wird Franja geboren - und erlebt solange eine relative

Geborgenheit mit ihren Geschwistern, bis Straßenfänger die

Mutterhündin und ihre Babys rabiat aufgreifen. Bei der Fangaktion

wird das kleine Hundemädchen verletzt; sie wird ihre

linke Vorderpfote nie mehr benutzen können…

Für einen Straßenhund, der in noch ganz anderem Maße als

seine Artgenossen in menschlicher Obhut auf seine Beweglichkeit

und Reaktionsschnelligkeit angewiesen ist, bedeutet

solch eine Behinderung in freier Wildbahn meistens den Tod.

Doch auch im Tierheim Brasov, in das die Mutterhündin mit

ihren Welpen übersiedeln kann, hätte die junge Hündin

kaum eine Überlebens- und absolut keine Vermittlungschance.

Aus diesem Grund

entscheidet der

bmt schnell, Franja

vom Landesverband

Bayern versorgen

zu lassen,

bis ein neues Zuhause

gefunden

werden kann. Leiterin

Ewa Gara hat

Erfahrung mit verletzten

und kran-

Franja liebt Schnee

ken Hunden und

wird Franja bei

sich aufnehmen.

Während ihre eigene Hündin wenig begeistert vom quirligen,

temperamentvollen Zuwachs ist und sich nur zähneknirschend

in die veränderten Umstände fügt, kümmern sich die

Mitarbeiterinnen des Landesverbandes sofort um einen Termin

in der Münchner Tierklinik.

Noch sind die Hoffnungen groß, dass die von Franja nachge-

Ein kleines Hundemädch

NEU: UNSERE TITELTIER-STORY. IN DI

schleppteGliedmaßevielleicht

zu

retten ist -

doch die Tiermediziner

bestätigen, was auch die befreundete Tierärztin Dr.

Koller, die sich sehr um die Hündin bemüht hatte, vorab diagnostiziert

hatte: Die Nervenfunktion im linken Bein ist nicht

mehr vorhanden.

Ewa Gara ist verzweifelt, zu sehr hatte sie der jungen Hündin

ein unbeschwertes Leben auf vier Pfoten gewünscht. Aber die

Tierklinik macht Mut: Gerade junge Hunde, so die Aussage,

könnten sich leicht auf eine Veränderung der Bewegungsabläufe

einstellen und trotz

des Handicaps ein hundegerechtes

und aktives

Leben führen.

Kaum hat die Hündin die

Operation überstanden,

drängt sie ins Freie. Sie

legt zum Erstaunen aller

Anwesenden ihren Kopf

tief in den Schnee und

verharrt so lange Momente.

Auch die Tage

nach der Amputation hat

sie scheinbar Schmerzen;

Die Junghündin ist an Kinder gewöhnt


en erobert München

ESER AUSGABE: “ALLE LIEBEN FRANJA”

sie ist ruhig, in sich gekehrt und fühlt sich einzig

wohl, wenn sie ihren Körper, ähnlich wie Eisbären

es gerne tun, durch den Schnee schiebt und in dieser

Position liegen bleibt.

Doch eines Tages ist der Tiefpunkt überwunden:

Franjas Augen leuchten, sie pulsiert vor Temperament

und Bewegungslust. Ihre Bahnen im Schnee

werden immer größer, ihre Sprünge immer ausgelassener

und weiter. Passanten bleiben stehen, um

sich an dem übermütigen Hund zu erfreuen, dem

auf den ersten Blick gar keine Behinderung anzusehen

ist.

Franja zeigt sich aufmerksam

und lernbereit.

Interessiert nimmt

sie ihre Umgebung

auf, versucht einzuschätzen,

was die Menschen

von ihr wollen

und was sie bereit ist,

zu geben. Denn die

Hündin hat einen ausgeprägten

Willen und

sollte aus diesem Grund zu

erfahrenen Hundehaltern. Nicht

Mitleid mit ihrem Handicap darf

im Vordergrund der Beziehung zu

Franja stehen, sondern die liebevolle

Konsequenz eines menschlichen

Partners.

Die Hündin ist stubenrein, kennt

bereits die ersten Grundkommandos

und würde sich bei einer

Familie mit Kindern, Haus und

Garten sehr wohl fühlen. Franja

orientiert sich eng an ihren Bezugspersonen;

sie bräuchte Menschen,

die ihr souverän zur Seite

stehen und sie auf ihrem weiteren

Weg durchs Leben begleiten.

Wer die zauberhafte Hündin, die

schon so viel Höhen und Tiefen in

ihrem kurzen Leben bewältigt

hat, kennen lernte möchte,

nimmt bitte Kontakt zum Landesverband

Bayern auf. Telefon:

089 / 38 39 52-13.

Vom Happy End für Titelhund Shadow (RdT 4/09)

lesen Sie auf Seite 29

Darüber hinaus würden wir

uns sehr freuen, wenn Sie

sich an den Operationskosten

für das Hundemädchen

beteiligen könnten. Die OP

mit Vor- und Nachuntersuchungen hat ca. 2000 Euro gekostet.

Nur mit Ihrer Hilfe können wir Hunden wie Franja

schnell zur Seite stehen und im Notfall sogar das Leben retten.

Spendenkonto:

Stichwort Franja Konto 14220802

Postbank München BLZ 700 100 80

Text: Claudia Lotz, Fotos: Ewa Gara

"Tötet meine Freunde nicht!"

Franja demonstriert für den Schutz

von Straßenhunden in Rumänien

Wie Sie auf den Bildern sehen, hat die kleine Franja sogar

schon Erfahrung als "Demonstrantin" gesammelt. Am 8. Februar

2010 veranstalteten Tierfreunde eine Protestkundgebung

vor dem rumänischen Konsulat in München. Der

Grund: Der Präfekt von Bukarest hatte am 3. Februar in einem Interview erklärt,

Massentötungen von Straßenhunden erneut legalisieren zu wollen, weil angeblich

der Unmut gegen die Tiere im Land immer größer werde. Dabei verbietet das junge

Tierschutzgesetz das Töten von Hunden - seit dem 15. Januar 2008 dürfen in

Rumänien keine Straßenhunde mehr umgebracht werden.

Der Präfekt korrigierte sich Tage später in den Medien: Er wolle nicht gegen geltendes

Recht verstoßen. Daher plane seine Regierung nun, Straßenhunde in Lagern

zu kasernieren - ein Vorhaben, das in seiner Tierschutzwidrigkeit der Tötung kaum

nachsteht. Denn die zahlreichen eingepferchten Hunde bringen sich stressbedingt

oft gegenseitig um, verenden an ihren Verletzungen oder verhungern jämmerlich.

Auch stellt dieser Vorschlag keine Lösung zur nachhaltigen Reduktion der Hundepopulation

dar.

Einzig Kastrationen, wie wissenschaftlicheUntersuchungen

seit langem belegen und

mittlerweile auch den EU-Politikern

in Brüssel vorliegen,

können die Population der

Straßentiere langfristig und

tierschutzgerecht senken.

Der bmt wird seine Kastrationsprojekte

im Frühjahr um

Brasov herum fortsetzen (siehe

auch Seiten 22-23).

Das Recht der Tiere 1/2010

5


Das Recht der Tiere 1/2010

6

T ITELTHEMA

Die weltweite Fleischproduktion

steigt beständig. Auch in Deutschland

wird beim Kauf von Fleisch

und Wurstwaren keine Zurückhaltung

geübt. Obwohl der Zusammenhang

zwischen bestimmten Erkrankungen

und einem hohen Verzehr

tierischer Fette bekannt ist,

hat sich der Pro-Kopf-Verzehr auf

jährlich ca. 60 Kilo Fleisch eingependelt.

Gleichzeitig erwarten die Verbraucher

von Lebensmitteln vor allen

Dingen eines: einen niedrigen

Preis. Und tatsächlich sind Nahrungsmittel

im Verhältnis immer

billiger geworden - doch die wahren

Kosten tragen die Tiere und die

Umwelt. So gehört die Fleischindustrie

zu den größten Wasserverbrauchern

der Erde, verschlingt

Unmengen von Energie und belastet

das Klima in unverantwortlicher

Weise.

Isabel Boergen (B.A., MS.c.) ist Projekt-

und Vorstandsassistentin der

Schweisfurth-Stiftung in München.

Der abgedruckte Text ist eine gekürzte

Fassung ihres Beitrags "Gesunde

und nachhaltige Ernährung

durch Reduktion des Fleischkonsums?"

Den vollständigen Text finden

Sie auf www.schweisfurth.de

Die Weltfleischproduktion

steigt ständig

Überall auf der Welt wird von Jahr zu

Jahr mehr Fleisch produziert. Insbesondere

im asiatischen Raum hat sich

Anlage für Massentierhaltung

die Fleischproduktion in den letzten 15

Jahren mehr als verdoppelt. Aber auch

in Europa ist ein steigender Trend zu

beobachten. Laut Schätzungen der

FAO wird sich bis zum Jahre 2050 die

Weltfleischproduktion erneut verdoppelt

haben, auf 465 Millionen Tonnen

pro Jahr.

In Deutschland wird derzeit pro Kopf

und Jahr durchschnittlich 60 kg Fleisch

verzehrt. Zwar werden die Ansprüche

der Verbraucher immer höher: Frische,

Sicherheit, Gesundheit, Geschmack -

all diese Kriterien spielen bei der Konsumentscheidung

eine Rolle. Doch leider

ist in erster Linie immer noch der

Letzte Meldungen

sterben +++

Geflügelgrippe

12 Wölfe oder ++

Geflügelgrippe

40 biGeflügelgrip

Geflügelgrippe200

WIE DIE FLEISCHIND

UNSERE LEBENSGRU

Preis ausschlaggebend. Diese Haltung

macht sich bemerkbar: Unsere Lebensmittel

werden immer preiswerter.

Die Frage ist jedoch, wer die wahren

Kosten für die immer billiger werdenden

Fleischwaren trägt. Die größte Bürde

wurde und wird dabei den Tieren

auferlegt: Sie fristen ihr Dasein auf

engstem Raum und werden in immer

kürzerer Zeit auf Schlachtreife gemästet.

In den automatisierten, technisierten

und rationalisierten Tierhaltungsbetrieben

von heute steht weder das

Tier noch die Erzeugung eines gesunden,

qualitativen Nahrungsmittels im

Vordergrund.


+

lügelgrippe

peder +++

Chin ++++++

USTRIE

NDLAGEN ZERSTÖRT

Hoher Wasser- und Energieverbrauch

Die Fleischindustrie gehört zu den

größten Wasserverbrauchern der Erde.

Berücksichtigt man alle Parameter, benötigt

man für 1 kg Äpfel rund 50 Liter

Wasser. Für 1 kg Fleisch hingegen bis

zu 30.000 Liter. Problematisch ist jedoch

nicht nur der Wasserverbrauch,

sondern auch die Ausscheidung des

Wassers; ein mittlerer Mastbetrieb mit

5000 Kälbern erzeugt so pro Jahr rund

10 Millionen Liter Jauche.

Diese Unmengen an Exkrementen landen

zu einem hohen Prozentsatz als

Dünger auf unseren Feldern, sickern

ins Grundwasser und werden in Flüsse

und Bäche gespült. Allein in die Nordsee

gelangen so jedes Jahr etwa

100.000 Tonnen Phosphate und eine

Million Tonnen Nitrate, die zu einem

Großteil aus der landwirtschaftlichen

Tierzucht stammen. So ist die Fleischproduktion

auch mitverantwortlich für

das Fischsterben, für Algenschwemmen

und für ein Drittel des sauren Regens.

Für die Produktion von Fleisch werden

außerdem große Mengen Energie verbraucht.

So werden beispielsweise in

den USA mehr als ein Drittel der ge-

T ITELTHEMA

samten Rohmaterialien und des fossilen

Brennstoffes für die Aufzucht von

Schlachttieren benötigt. Auch verschlingt

die Erzeugung tierischen Eiweißes

riesige Mengen an pflanzlicher

Nahrung. So werden zur Herstellung

von einem Kilogramm tierischen Eiweißes

bis zu zehn kg pflanzliches Eiweiß

benötigt (Quelle: Profetas Studie

2006). Jährlich werden so weltweit

über 700 Millionen Tonnen Getreide

an Nutztiere verfüttert.

Zerstörung des Ökosystems

Der Anbau von Futtermitteln für die

Tierhaltung in der Landwirtschaft ist extrem

flächenintensiv. Daher bean-

Das Recht der Tiere 1/2010

7


Das Recht der Tiere 1/2010

8

T ITELTHEMA

sprucht die Tierzucht insgesamt über

30 Prozent der gesamten Landoberfläche

(Quelle: FAO, 2006).

Besonders bedenklich ist die Situation

in Südamerika, wo in den letzten Jahrzehnten

große Teile des Urwaldes den

Rinderherden weichen mussten. Dabei

dient das dort produzierte Fleisch nicht

der Eiweißversorgung der unterprivilegierten

Bevölkerung, sondern wird zum

größten Teil nach Europa exportiert. In

Brasilien ist die Situation besonders

dramatisch. Im Jahr 2005 wurde hier

auf 1,2 Millionen Hektar ehemaligem

Regenwaldgebiet Futter-Soja angebaut.

Diese Entwicklung ist nicht nur im Hinblick

auf die Zerstörung regionaler

Strukturen und eines einzigartigen

Ökosystems mit einer beispiellosen Artenvielfalt

bedenklich, sondern auch

hinsichtlich des Weltklimas. Der Amazonas-Regenwald

gibt jährlich rund 7

Billionen Tonnen Wasser in die Atmoshäre

ab und reguliert so das weltweite

Klima. Durch die Brandrodung wird

außerdem eine große Menge CO2

produziert. Laut der brasilianischen Regierung

ist die Brandrodung für 75 Prozent

des gesamten Treibhausgasausstoßes

in Brasilien verantwortlich.

Die Rodung tropischer Wälder betrifft

jedoch nicht nur Brasilien, sondern

auch andere Länder wie etwa Bolivien,

Venezuela, Mexiko oder Argentinien.

Rund ein Drittel der deutschen Rinder

leben von tropischer Pflanzenproduk-

DIE SCHWEISFURTH-STIFTUNG

1985 gründete Karl Ludwig Schweisfurth die

gleichnamige Stiftung in München. Gefördert

werden innovative Ansätze in Wissenschaft,

Wirtschaft und Bildung, die für die Entwicklun

einer ökologischen Kultur der Zukunft bahnbrechend

sind.

Im Zentrum steht die Förderung der wissenschaftlichen

Erforschung von gesunder und

naturgemäßer Ernährung. Dazu gehören besonders:

Entwicklung ökologischer Methoden

des Landbaus, Erhaltung der Lebensmittelqualität,

Förderung einer Agrar-Kultur und artgerechte

Haltung von Tieren.

www.schweisfurth.de

tion. Auch der afrikanische Urwald sowie

die Wälder Südostasiens (Indonesien,

Malaysia, Thailand) werden für

die Fleischproduktion gerodet.

Doch auch in Deutschland stellt der

enorme Flächenbedarf der Tierwirtschaft

ein Problem dar: Mit 230 Einwohnern

pro Quadratkilometer ist

Deutschland extrem dicht besiedelt.

Hinzu kommen 44 Rinder und 75

Schweine pro Quadratkilometer.

Deutschland steht weltweit flächenmäßig

auf Platz 62, als Fleischproduzent

jedoch auf Platz 5. Dementsprechend

hoch ist die Belastung für das Land.

Die Gier nach Fleisch

und der Welthunger

Weltweit hungern über eine Milliarde

Menschen, und mehr als 25.000 Menschen

sterben pro Tag an den Folgen

von Unter- oder Mangelernährung.

Dabei könnte die Weltbevölkerung theoretisch

überernährt sein. Denn der

Hunger ist weder gottgegeben noch ein

Mengenproblem. Er wird gemacht, und

zwar unter anderem von den reichen

Industrieländern. So herrscht trotz einer

weltweiten Getreideernte von etwa 1,5

Milliarden Tonnen Hunger, weil knapp

die Hälfte der globalen Getreideernte

in den Trögen der Nutztiere landet.

Ein Beispiel: In Taiwan wurde 1950 die

Bevölkerung noch mit 170 kg Getreide

pro Kopf und Jahr satt. Bis 1990 versechsfachte

sich der Fleisch- und Eierkonsum.

Dadurch stieg der Getreidebedarf

pro Kopf auf 390 kg. Trotz

Autorin Isabell Boergen,

Projekt- und Vorstandsassistentin

der Schweisfurth-

Stiftung in München.

gesteigerter Ernten konnte man diesen

Bedarf nur durch Einfuhren decken.

Während Taiwan 1950 also noch

Getreide exportierte, musste es 1990

74 Prozent seines Bedarfs aus dem

Ausland einführen, größtenteils für

Tierfutter (Quelle: Worldwatch, "Zeitbombe

Viehwirtschaft").

Ein weiteres Beispiel für diese Fehlentwicklungen

liefert Brasilien. Das Land

ist führender Exporteur von Agrargütern,

und gleichzeitig leiden schätzungsweise

50 Prozent der Bevölkerung

an Mangelerscheinungen aufgrund

unzureichender Ernährung.

Auswirkungen auf das Klima

In den letzten 100 Jahren hat sich die

Erde im Mittel um 0,74°C erwärmt. Elf

der letzten 12 Jahre (1995-2006) waren

unter den zwanzig wärmsten Jahren

seit Beginn der Beobachtungen.

Unabhängig davon, ob menschliches

Handeln seit 1750 das Klima erwärmt

hat - fossiler Brennstoffverbrauch,

Landwirtschaft und eine geänderte

Landnutzung treiben die Entwicklung

weiter an.

Das heutige Niveau der Treibhausgase

(THG) liegt deutlich höher als das natürliche

Niveau in den letzten 650.000

Jahren. Selbst wenn die Treibhausgas-

Konzentrationen bis 2100 stabilisiert

werden sollten: Das Klima wird sich

über das 21. Jahrhundert hinaus ändern

(Quelle: 4. Sachstandsbericht

Enormer


(AR4) des IPCC 2007).

Viele der bereits genannten Aspekte

der Fleischproduktion belasten direkt

oder indirekt auch das Klima. Laut der

FAO produziert der globale Nutztierbestand

18 Prozent aller Treibhausgase

(Quelle: FAO, 2006).

Die Landwirtschaft ist für mehr als die

Hälfte der Distickstoffoxid- und Me-

Flächenbedarf der Tierwirtschaft

than-Emissionen verantwortlich. Bei

der Tierhaltung spielen vor allem die

Stickstoffverbindungen Ammoniak

(NH3) und Nitrat (NO3) sowie das

Treibhausgas Methan (CH4) eine Rolle.

Bei Methangas (CH4) ist die Tierzucht

innerhalb der Landwirtschaft mit über

70 Prozent Hauptemissionsquelle

(Quelle: Eurostat, Europäische Kommission).

Methan wird durch die Gärung in den

Vormägen von Wiederkäuern (Rind,

Schaf, Ziege) und bei der Zersetzung

von Tierdung freigesetzt. Der Anteil des

Agrarsektors an der Gesamtemission

von Methan beträgt 32 Prozent (Quelle:NABU).

Das Ausbringen von Mist auf

die Böden stellt die größte Emissionsquelle

für Stickstoffoxid (= Lachgas,

N2O) dar. Lachgas besitzt ein fast

300mal größeres Treibhauspotential

als Kohlendioxid.

Die weltweite Fleischproduktion belastet das Klima

Die Emission von Ammoniak entsteht

vor allem bei der Stallhaltung und der

Ausbringung von Wirtschaftsdüngern.

Ihr Anteil an den nationalen Gesamtemissionen

macht 95 Prozent aus

(Quelle: NABU).

Reduktion oder Verzicht auf

Fleisch - Auswege sind möglich

Die Produktion von Fleisch, aber auch

anderer tierischer Produkte wie Milch

und Eier, wirken sich fatal auf die Umwelt

und damit langfristig auch auf die

menschliche Gesundheit und Lebensqualität

aus. Doch was ist die Konsequenz

dieses Wissens? Müssen wir zukünftig

gänzlich auf tierische Produkte

verzichten? Ein solcher Weg scheint

kaum realisierbar.

Dennoch kann jeder innerhalb seiner

Möglichkeiten dafür sorgen, den Schaden

für Tier, Mensch und Umwelt so gering

wie möglich zu halten. In erster Linie

zählt hierzu die Reduktion des

Fleischkonsums beziehungsweise des

Konsums tierischer Produkte.

Jeder Deutsche verzehrt im Laufe seines

Lebens sieben Rinder, 22 Schweine,

20 Schafe und 600 Hühner, dazu zusätzlich

Wildtiere, Meerestiere und Fische.

Der Verzicht oder Einschränkung

des Konsums von Fleisch und tierischen

Produkten macht also einen bedeutsamen

Unterschied. Eine vegetarische

oder fleischarme Lebensweise ist zukunftsweisend

und nachhaltig.

Zweitens beinhaltet nachhaltiger Konsum

die Wahl qualitativ hochwertiger

Ware. Qualität bedeutet nicht nur Frische

und Sicherheit, Geschmack und

Hochwertigkeit, sondern auch Lebensqualität

und Gesundheit für den Verbraucher,

einen fairen Preis für den

Produzenten und tiergerechte Aufzucht

und Haltung für das Tier.

Ein dritter wesentlicher Punkt für nachhaltigen

Konsum tierischer Produkte ist

Regionalität:

Wer regionale

Ware kauft,

unterstützt nicht

nur die Produzenten

und Zulieferer

vor Ort,

sondern leistet

einen wertvollen

Beitrag zur

ländlichen Entwicklung.

Die eben genannten Punkte sind heute

im Wesentlichen nur durch den Kauf

ökologisch erzeugter Ware zu verwirklichen.

Denn mittlerweile ist nachgewiesen,

dass die ökologische Fleischproduktion

nicht nur wesentlich stärker

am Tierwohl orientiert ist, sondern auch

weitaus verträglicher für Klima und

Umwelt ist.

Bei ökologischen Fleischwaren werden

außerdem keine bzw. nur sehr geringe

Mengen an Futtermitteln zugekauft.

Damit wird die Hungerproblematik in

den so genannten Entwicklungsländern

zumindest nicht verschärft. Auch ist der

Düngerabfluss aus der biologischen

Landwirtschaft in die Gewässer im Vergleich

zur konventionellen Landwirtschaft

wesentlich kleiner.

Durch den geringeren Düngereinsatz,

sinnvolle Fruchtfolgen und die schonende

Bodenbearbeitung in der biologischen

Landwirtschaft sind die Grünflächen

nicht nur artenreicher, sondern

auch gesünder, so dass CO2 langfristig

im Boden gebunden werden kann.

Außerdem ist eine ökologische Produktion

häufig regional strukturiert, wodurch

Belastungen durch lange Transportwege

entfallen. Der naturfreundlichen

Produktion tierischer Produkte

wird in Zukunft eine Schlüsselfunktion

zukommen.

Fotos: Reinhard Tierfoto

www.reinhard-tierfoto.de

Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

10

A KTUELL WO DER TIERSCHUTZ NOCH NICHT ANGEKOMMEN IST:

Schauplatz ist ein 80 Seelen-Dorf, nahe

Lübben, einer der Anziehungspunkte

für Touristen von Frühjahr bis in den

Herbst. In Lübben hat das Veterinäramt

seinen Sitz. Nach Aussage des Leiters

nehmen die Tierschutzaktivitäten seiner

Behörde einen immer größeren Raum

ein, seit ca. 2000 würden zunehmend

mehr Menschen Missstände anzeigen.

Mehrere tierschutzwidrige Haltungen

sind dem Landesverband Berlin gemeldet

worden: Da geht es zum Beispiel

um einen Husky, der im Alter von wenigen

Wochen an die Kette gelegt wurde.

Der Amtsveterinär, durch mehrere

Anzeigen aufmerksam gemacht, ordnet

eine Haltung an einer frei gleitenden

Laufvorrichtung an, wie es die

Hundeverordnung vorschreibt. Sechs

Meter lang mit seitlichem Bewegungsspielraum

von fünf Metern.

Am 1. März pfeift ein kalter Wind, noch

liegt Schnee. Wir nähern uns dem

Haus, das der Husky wie seine Vorgänger

vor ihm bewacht. Das Grundstück,

vollgestellt mit altem Hausrat, ist

umzäunt. Auf unser mehrfaches Klin-

Die Kettenhunde aus dem

Nach einer Anzeige wurde die Kettenhaltung durch eine Laufvorrichtung ersetzt.

Wer Spreewald hört, denkt an die berühmten Spreewälder Gurken und das bei Touristen so beliebte

Kahnstaken über die ausgedehnten Wasserwege der Region. Doch was in keinem Reiseprospekt steht,

fällt immer mehr Besuchern negativ auf:

In vielen Dörfern liegen Hunde an der Kette, haben mangelhafte Schutzvorrichtungen, werden unzureichend

versorgt, verbringen ohne Sozialkontakte und Bewegungsmöglichkeiten ihr Leben im Zwinger

- als gäbe es keine Hundeverordnung, die die Kettenhaltung verbietet und auch die Zwingerhaltung

streng reglementiert. Schlecht versorgte, abgemagerte Pferde, Scharen von herrenlosen, unkastrierten

Katzen, Tierärzte, die statt Kastrationen anbieten, ganze Würfe zu töten, Gerüchte über illegale Zucht

von "Kampfhunden" - ist der Tierschutz in den neuen Bundesländern noch nicht angekommen?

geln öffnet niemand, dann kommt ein

Mann heraus. Den angeleinten Husky,

der zaghaft eine Kontaktaufnahme zu

ihm versucht, beachtet er nicht. Der

Hund, erklärt der ca. 70jährige, sei angebunden,

damit er nicht fortlaufe und

er ihn nicht mit dem Trecker überfahre,

wenn er das Grundstück verlasse.

Auf unseren Hinweis, dass Hunde in

Anbindehaltungen bewegt werden

müssen und besonders Huskys ein ausgeprägtes

Lauf-, Bewegungs- und Arbeitsbedürfnis

hätten, gibt er an, mit

dem Tier abends spazieren zu gehen.

Niemand aus dem Dorf hat ihn je dabei

beobachtet, so hören wir später.

Auf unsere Aufforderung, uns zu zeigen,

wie er mit Hund an der Leine umgeht,

geht er wortlos ins Haus zurück.

Wenige Häuser weiter ist ebenfalls eine

junge Schäfermischlingshündin angekettet.

Auch diese Haltung hat der

Amtsveterinär nach Anzeigen kontrolliert

und die Auflage erlassen, die kaputte

Zwingertür zu schweißen, damit

die Hündin nicht länger an der Kette

liegen müsse.

Asta ist eine agile, sehr wache Hündin,

Asta mit Würgehalsband im Zwinger angekettet!

die uns aus ihrem defekten Zwinger an

einer kurzen Kette entgegenkommt. Sie

trägt ein Würgehalsband, das sich mittlerweile

eng um ihren Hals zugezogen

hat. Der Zwingerboden ist mit frischem

Heu ausgelegt - offensichtlich ein Zugeständnis

an den Besuch des Amtsveterinärs

vor Tagen, denn als der bmt

ihn schriftlich aufforderte, die tierschutzwidrige

Kettenhaltung zu kontrollieren,

war der Zwingerboden noch

von Kot und offenen, scharfkantigen

Dosen übersäht. Wasser fehlte, eine

Schutzhütte gab es nicht, und der im

Zwinger installierte betonierte Unter-


Spreewald

schlupf (ohne Isolation, wärmegedämten

Boden etc.) war mit Töpfen und Eimern

verstellt.

Asta, die einer alleinerziehenden Mutter

von mehreren Kindern gehört,

macht seit Monaten durch ihr lautstarkes

Winseln und Heulen aufmerksam.

Sie wurde, laut Erklärung der Besitzerin,

angekettet, weil sie davonlaufe.

Nachts soll die höchstens 1,5 Jahre alte

Hündin in die Nebengelasse gesperrt

worden sein, die wir uns nun anschauen.

Räume voller Müll, mit Unrat und

Gerümpel, Tierfedern, altem Brot und

verkotetem Stroh - auch hier müssen

Tiere unter erbärmlichen Umständen

gelebt haben.

Die Frau bekommt telefonisch vom

Amtsveterinär den erneuten Hinweis,

die Auflagen zu erfüllen, außerdem

das tierschutzwidrige Würgehalsband

zu ersetzen.

Wir fahren weiter die Dorfstraße entlang

zu einem abseits gelegenen

Grundstück im Wald. Hier besteht der

Verdacht, dass illegal "Kampfhunde"

gezüchtet werden, möglicherweise sogar

Hundekämpfe stattfinden könnten.

Auch von diesem Haus dringt Nacht

für Nacht das Geheul von Hunden ins

Dorf. Das Ordnungsamt hatte erklärt,

keine Hinweise auf Zuchtaktivitäten zu

haben, dennoch ordnete es an, das gesamte

Grundstück mit einem sehr hohen

Zaun abzusichern.

An der Klingel steht kein Name, die

Rollläden sind heruntergelassen und

dennoch hören wir, sehr gedämpft,

Gebell aus dem von außen absolut

nicht einsehbaren Nebengebäude.

Ordnungs- und Veterinäramt werden

in wenigen Tagen einen gemeinsamen

Kontrollbesuch durchführen, versichert

uns der Amtstierarzt aus Lübben.

So schwierig die Umsetzung besserer

Haltungsbedingungen für Tiere in dem

kleinen Spreewalddörfchen zu sein

scheint, desto umfangreicher die Tierschutzprobleme.

Katzen werden nicht

In der ehemaligen DDR wurden Ende der 50iger Jahre alle Tierschutzvereine

verboten. Der Tierschutz lag seit 1973 in staatlicher Hand; es wurden "Beiräte

für Tierschutz und Tierhygiene" bestellt, die unter der Leitung der Amtsveterinäre

offiziell für private Tierhaltungen zuständig waren. Dass auch diese

Funktion eher dekorativen Charakter in einem Staat hatte, der jegliches private

Engagement für Tier- und Umweltbelange mit allen Mitteln staatlicher Restriktion

untergrub, ist mehr als wahrscheinlich.

Wie zunächst auch Westdeutschland übernahm die DDR in den 50iger Jahren

die Regelungen des Reichstierschutzgesetzes von 1933. Während die Bundesrepublik

das Tierschutzgesetz 1972

erstmalig reformierte, blieb das

Reichstierschutzgesetz in der DDR bis

zur Wende formal bestehen. Der

Staat ließ in dieser Zeit kaum Reflexionen

über ein ethisch begründetes

Mensch-Tier-Verhältnis zu, das in den

80iger Jahren im Westen zunehmend

öffentlich diskutiert wurde.

kastriert; um die Beseitigung des Nachwuchses

kümmern sich die meisten Bewohner

per Hand selbst, auch um das

vorzeitige Ende kranker oder verletzter

Tiere, wie wir bestürzt hören. Kleintiere

werden nicht selten zum Sterben im

Wald ausgesetzt, ungeachtet schwerster

Verletzungen.

Auch um viele Pferde soll es kaum besser

stehen: So seien zum Beispiel Pferde,

die dem Besitzer der Dorfkneipe

gehörten, im letzten Frühjahr so ausgemergelt

auf die Weide gekommen

sein, dass Touristen sich beschwert hätten

- Fazit: Die Tiere blieben fortan im

Stall. Die Kneipenbesitzer haben

außerdem mehrere Hunde in dunklen

Zwingern, die wir warnend bellen hören,

als wir auf den Hof schauen; die

Hunde, die angeblich in der Zwingerhaltung

einen ihrer Artgenossen getötet

haben, sind noch nie draußen gesehen

worden.

Auf einem Pferdehof sollen die Tiere,

bis auf kurzen Weidegang, nahezu

ausschließlich angebunden gehalten

werden und die beiden Hofhunde ihre

(getrennten) beengten Zwinger niemals

verlassen dürfen. Schafe stehen ohne

Unterkünfte ganzjährig auf der Weide

und werden nicht mit Wasser versorgt.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung

sind die Tierschutzprobleme in den

neuen Bundesländern besonders groß,

der Vollzug durch die Behörden

schwerfällig. Das eher funktional be-

stimmte Verhältnis zum Tier, mit all seinen

Negativseiten, scheint noch immer

die Norm. Als wir Lübben über einen

befahrenen Verkehrskreisel verlassen,

hören wir einen Hund jaulen und Wellensittiche

zwitschern. Direkt am Kreisel,

in einer Schrebergartensiedlung,

steht dem scharfen Wind ausgesetzt

und mit Planen verhängt eine Voliere

voller Wellensittiche, im verdunkelten

Zwinger daneben sitzt ein Schäferhund.

Bei einer privaten Sittichzucht, so

der Amtsveterinär, könne er gar nichts

machen.

Der bmt wird an allen angezeigten

(und auch den bislang noch unklaren)

Fällen zeitnah dran bleiben und hat

dem Veterinäramt zugesagt, Asta und

den Husky (im Falle einer Privatabgabe

oder Sicherstellung) übernehmen zu

wollen. Gleichfalls wird der bmt auf

Länderebene versuchen, Aufklärungskampagnen

anzustoßen und umzusetzen.

Dass die Landesregierung Interesse

zeigt, ist hinsichtlich des

Wirtschaftsfaktors Tourismus im Spreewald

zu erwarten.

Sollten Sie Missstände beobachten, zögern

Sie bitte nicht, sie anzuzeigen.

Machen Sie Fotos und dokumentieren

Sie Adresse, Uhrzeit und Zustand des

Tieres - Ihre Aufmerksamkeit kann Tieren

das Leben retten und hilft uns, die

Öffentlichkeit für Tierschutzbelange zu

sensibilisieren.

Text und Fotos: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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T IERSCHUTZPOLITIK

SCHÄCHTEN: STRENGERE ANFORDERUNGEN

DER BUNDESRAT STARTET EINE GESETZESINITIATIVE

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 12. Februar 2010

einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Anforderungen

an die Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen

Schlachten von Tieren verschärft. Dieser Beschluss

entspricht dem Antrag Hessens, den der Bundesrat bereits

im Juli 2007 in den Bundestag eingebracht hatte.

Da aber der Bundestag den Entwurf in der vergangenen

Legislatur nicht weiterverfolgt hatte, fiel er wegen des

Ablaufs der 16. Wahlperiode unter die so genannte Diskontinuität.

Nun läuft das Verfahren erneut an.

Nach §4 Tierschutzgesetz ist das betäubungslose

Schlachten von Tieren im

Grundsatz verboten. Angehörige bestimmter

Glaubensgemeinschaften

können sich aber von der Behörde eine

Ausnahmegenehmigung bewilligen

lassen. Diese Möglichkeit soll nun eingeschränkt

werden. Konkret sind folgende

Änderungen vorgesehen:

Die Genehmigung darf nur noch erteilt

werden, wenn der Antragsteller gegenüber

der Behörde Beweise erbringt,

dass das betäubungslose Schlachten

aus religiösen Gründen zwingend erforderlich

ist. Es muss ausdrücklich der

Nachweis nach Art und Umfang der

Erforderlichkeit hinsichtlich der religiö-

Schon unter der alten Regierungskoalition von SPD und CDU

herrschte Einigkeit, das aus dem Jahr 1996 stammende Landesfischereigesetz

zu überarbeiten. Unter anderem sind aufgrund

neuerer EU-Rechtsvorschriften, wie z.B. der EU-Wasserrahmenrichtlinie,

Änderungen im Landesgesetz unumgänglich.

Vor diesem Hintergrund legte die SPD-Fraktion

Ende 2009 einen Gesetzentwurf vor,

der unter anderem damit warb, dass

der Tierschutz mehr Beachtung finden

solle.

So regen die Sozialdemokraten an, das

so genannte "Catch-and-Release", also

das Trophäenangeln, bei dem die Tiere

gefischt, fotografiert und wieder ins

Wasser geworfen werden, künftig zu

verbieten. Der bmt machte in seiner

schriftlichen Stellungnahme jedoch

sen Bedürfnisse erbracht

werden.

Außerdem wird für eine Ausnahmegenehmigung

der Nachweis verlangt,

dass dem zu schlachtenden Tier im Vergleich

zur Schlachtung mit vorheriger

Betäubung keine zusätzlichen erheblichen

Schmerzen oder Leiden zugefügt

werden. Weiter sieht der Beschluss vor,

dass das Landesrecht von den getroffenen

Regelungen des Verwaltungsverfahrens

nicht abweichen darf. Damit

wird eine einheitliche Durchführung in

ganz Deutschland sichergestellt.

Mit diesem Entwurf reagiert der

Bundesrat auf die veränderte Verfassungssituation

seit dem Urteil des

LANDESFISCHEREIGESETZ AM HAKEN

Bundesverfassungsgerichts und der

Aufnahme des Tierschutzes in das

Grundgesetz. Danach stehen sich mit

Religionsfreiheit und Tierschutz zwei

verfassungsrechtlich geschützte Rechtsgüter

gegenüber, zwischen denen

durch Änderung des einfachen Rechts

ein Ausgleich zu schaffen ist, so die Entwurfsbegründung.

Der Gesetzentwurf wird zunächst der

Bundesregierung zugeleitet, die ihn zusammen

mit ihrer Stellungnahme

innerhalb von sechs Wochen dem

Deutschen Bundestag zur weiteren Beratung

vorlegt.

Text: Elvira Schiöberg

bmt NIMMT STELLUNG ZU GEPLANTER GESETZESNOVELLE IN SCHLESWIG-HOLSTEIN

deutlich, dass nach wie vor zentrale Forderungen des Tierschutzes

im Gesetz fehlen. So brauchen Angler in Schleswig-

Holstein in mehreren Fällen nicht einmal einen Fischereischein,

somit auch keinen Nachweis einer ausreichenden

Sachkunde hinsichtlich der Tötung der Fische.

Beispielsweise werden zur Stärkung des Tourismus Urlauber,

also Personen, die ihre Hauptwohnung

nicht in Schleswig-Holstein haben, für

die Dauer von 40 aufeinanderfolgenden

Tagen von der Fischereischeinpflicht

seit Jahren bewusst ausgenommen.

Für den bmt stellen die Ausnahmen

einen eindeutigen Verstoß gegen

das Tierschutzgesetz dar. Der Gesetzentwurf

wurde an den Umwelt- und

Agrarausschuss weitergeleitet und wird

dort beraten.

Text: Torsten Schmidt


NEUES EU-TIERSCHUTZLABEL IN SICHT

PRODUKT-KENNZEICHNUNG FÜR TIERSCHUTZ BEIM EINKAUFEN

Verbraucher, denen der Tierschutz am Herzen liegt und die deshalb

bei ihrem Einkauf bewusst auf tiergerecht produzierte Lebensmittel

zurückgreifen wollen, sind spätestens am Kühlregal

mit ihrem Latein am Ende. Lediglich bei der Vermarktung von

Eiern können sie erkennen, wie die Hühner gehalten wurden. Abgesehen

von einigen wenigen vertrauenswürdigen Labeln der

Privatwirtschaft wie Bioland, Demeter oder Neuland fehlen bei der

überwiegenden Mehrzahl der tierischen Produkte klare, einheitliche

und EU-weit gültige Kennzeichnungen, die Aussagen über

die tatsächlich zugrunde liegenden Tierschutzstandards liefern.

Mehrere Umfragen der EU zwischen

2005 und 2006 offenbarten sehr deutlich

diese gravierenden Informationsdefizite

und die Unzufriedenheit in der

Öffentlichkeit. Umso viel versprechender

ist, dass die EU-Kommission darauf

reagiert hat. Im Jahr 2006 wurde im

Rahmen eines Tierschutzaktionsplans

auf die Bedeutung der Verbraucherinformation

als Teil einer umfassenden

Kommunikationsstrategie zum Tierschutz

hingewiesen und der Aufbau eines

europäischen Zentrums für Tierschutz

vorgeschlagen. Seitdem hat

diese Idee eines "Tierschutzsiegels"

mehrere politische Hürden genommen.

Nun sind die Mitgliedsstaaten aufge-

bmt FORDERT VERBOT DES SCHENKELBRANDS

ANTRÄGE IN LANDESBEIRÄTEN FÜR TIERSCHUTZ GESTELLT

Der Schenkelbrand ist

ein schmerzhafter Eingriff,

bei dem ein etwa

800 Grad heißes Eisen

einige Sekunden

lang auf den Schenkel

des Fohlens gedrückt

wird.

Nach der EU-Verordnung

504/2008 müssen ab 1.7.2009 alle neu geborenen

Equiden mit einem Transponder gekennzeichnet werden.

Alternative Methoden sind nicht vorgesehen. Somit liegt seit

Juli 2009 mit der Transponderkennzeichnung ein sicheres

und gesetzlich anerkanntes Kennzeichnungsverfahren vor,

das den Schenkelbrand überflüssig macht.

Einige Pferdezuchtverbände wollen jedoch zusätzlich zum

Transponder den Schenkelbrand als Markenzeichen eta-

Text: Mike Ruckelshaus

fordert, ihre Vorschläge für eine

konkrete Umsetzung darzulegen.

Vor diesem Hintergrund hat der bmt in

einer gemeinsamen Stellungnahme mit

dem Bundesverband Tierschutz (BVT)

seine Position zur EU-Tierschutzkennzeichnung

dem Bundeslandwirtschaftsministerium

Mitte Februar 2010 mitgeteilt.

Trotz der begrüßenswerten

Initiative der EU kritisierten die beiden

Verbände, dass keine der von der EU

vorgeschlagenen Maßnahmen auf die

Verschärfung der bestehenden völlig

unzureichenden Tierschutznormen an

sich ausgerichtet ist.

Damit eine EU-weite Tierschutzkennzeichnung

ihren Namen verdient und

T IERSCHUTZPOLITIK

bei Verbrauchern letztlich glaubwürdig

erscheint, fordern sie, die Tierschutzstandards

des Labels im Sinne einer

tiergerechten Haltung unter Berücksichtigung

eindeutig definierter Kriterien

auszurichten. Zudem wurden in

dem Schreiben die Eckpunkte für eine

Tierschutzkennzeichnung umrissen und

die Bereiche Kontrollen, Kennzeichnungsart

(obligatorisch oder freiwillig),

Transparenz und Validierung angesprochen.

Der bmt und der BVT werden

das Verfahren auf nationaler und europäischer

Ebene weiter aufmerksam verfolgen.

Text: Torsten Schmidt

blieren. Bislang ist der Schenkelbrand zur Pferdekennzeichnung

noch als Ausnahmetatbestand nach dem Tierschutzgesetz

zugelassen.

Der bmt hat daher in den Tierschutzbeiräten der Länder Hessen

und Baden-Württemberg beantragt, dass sich die jeweiligen

Landesregierungen auf Bundesebene dafür einsetzen, den

Schenkelbrand beim Pferd aus der Aufzählung der zulässigen

Eingriffe ohne Betäubung im §5, Abs. 3 Nr.7 Tierschutzgesetz

zu streichen.

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Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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T IERE IM R ECHT

Katzen in der Mietwohnung

Zuerst die positive Nachricht: In seinem

Urteil von 2007 hat der Bundesgerichtshof

entschieden, dass Mietern

das Halten von Hunden und Katzen ohne

eine eindeutige Regel im Mietvertrag

nicht verboten werden darf. Fehlt

die entsprechende Klausel, müssen die

Interessen des Vermieters und des Mieters

im jeweiligen Einzelfall abgewogen

werden.

Kleintierhaltung darf nicht verboten

werden. Strittig ist dabei allerdings, ob

Katzen zu den grundsätzlich erlaubten

Kleintieren gehören, vereinzelt haben

Gerichte sie dazu gezählt. Zusammenfassend

lässt sich aus Urteilen der letzten

Jahre zwar eine Tendenz zugunsten

der Katzenhaltung erkennen. Da es jedoch

keine generelle gesetzliche Regelung

gibt, kommt es auf die genauen

Vereinbarungen im Mietvertrag an.

Deshalb vergewissern Sie sich vor dem

Einzug oder bevor Sie ein Tier zu sich

nehmen, ob Sie Katzen halten können.

Das gilt besonders dann, wenn im

Mietvertrag gar nichts zum Thema Tierhaltung

in der Wohnung steht.

Wird die Zustimmung des Vermieters

vorgeschrieben,

dann liegt es an

ihm, ob er der

Tierhaltung zustimmt

oder nicht.

Allerdings - ein

Pluspunkt für Sie

und Ihre Katze -

muss er für eine

Ablehnung triftige

Gründe vorweisen

können.

Wenn die Tierhaltung

ausdrücklich genehmigt wird, gibt

es kein Problem. Doch auch da Vorsicht:

Eine derartige Vereinbarung steht

in der Regel nicht in den allgemeinen

Vertragsbedingungen, sondern Sie

müssen sie am Vertragsende einfügen.

Ist die Haltung von Katzen ausdrücklich

Mi(e)tbewohner

DÜRFEN NACHBARN DEN F

Was tun, wenn Ihr Vermieter Ihnen

plötzlich eröffnet, dass er die Katzenhaltung

in der Wohnung nicht toleriert

und Ihre Samtpfoten vor die Türe setzen

möchte? Was tun, wenn Ihr Stubentiger

auf sein Recht als Freigänger pocht und

ausgerechnet Nachbars Garten zu seinem

Lieblingsrefugium wählt - doch

das den lieben Nachbarn nicht gefällt?

Da ist oft guter Rat teuer - und zwar im

wahrsten Sinn des Wortes, wenn die

Auseinandersetzungen eskalieren und

vor Gericht landen.

Leider ist die Rechtssprechung in vielen

Fällen strittig, da es zu diesen Fragen

keine gültige Rechtsnorm, sondern nur

Einzelfallentscheidungen gibt. Die Auslegung von Gesetzen lässt dabei einen relativ großen Spielraum

zu. Doch so weit muss es gar nicht erst kommen, wenn Sie vor der Anmietung oder dem Kauf einer

Wohnung unsere Tipps beachten.

verboten, müssen sich Mieter daran

halten. Rechnen Sie im allerschlimmsten

Fall mit der Aufforderung, ihre Katze

wegzugeben oder mit der Kündigung.

Aber auch da gibt es Lichtblicke

im Gesetzesdschungel:

Wenn

Sie Ihre Katze

trotz Verbot mit

Wissen des Vermieters,

des

Hausmeisters

oder des Verwalters

jahrelang ohne

Einspruch gehalten

haben, tritt

nach einem Zeitraum

von fast

drei Jahren eine

Duldung der Tierhaltung ein, so sieht

es das Amtsgericht Köln.

Katzen in Ihren eigenen

vier Wänden

Auch hier die positive Nachricht vorneweg:

Mehrheitsbeschlüsse, die die


Samtpfote

REIGANG VON SAMTPFOTEN VERBIETEN?

Haustierhaltung generell verbieten,

sind unzulässig und werden bei rechtzeitiger

Anfechtung für ungültig erklärt.

Für das Verbot von Hunde- oder Katzenhaltung

muss der Beschluss einstimmig

sein.

Doch das bedeutet noch lange keine

grenzenlose Freiheit für Ihre Samtpfoten.

Zwar müssen Sie als Eigentümer

nicht um Erlaubnis fragen, ob Ihre Katze

bei Ihnen wohnen darf, aber die

Eigentümergemeinschaft kann durch

Mehrheitsbeschluss die Tierhaltung

einschränken. Beim Kauf einer Wohnung

fragen Sie unbedingt nach, ob es

derartige Vereinbarungen gibt.

Und sehen Sie sich die Hausordnung

an. Denn wer eine Wohnung kauft, akzeptiert

damit auch die geltende Hausordnung.

Wenn diese ein Freilaufverbot

oder eine Regelung enthält, die die

Haltung auf zwei Katzen beschränkt,

muss man diese akzeptieren oder eine

passendere Wohnung suchen.

Freigänger in der

Wohnanlage

Hier ist die Rechtslage - Sie ahnen es sicherlich

- ebenfalls unübersichtlich.

Denn selbst in Eigentumswohnungen

sind Katzenhalter nicht davor gefeit,

ihren Freigänger zum Stubentiger umzuerziehen

(was allerdings kaum gelingen

dürfte).

Die Art der Tierhaltung kann durch

Mehrheitsbeschluss in der Hausordnung

geregelt werden. Gültig ist folgende

Beschlussfassung: "Hunde und

Katzen dürfen nicht frei in der Anlage

herumlaufen", so hat zumindest das

Landgericht München entschieden. Es

stellte fest, dass eine Katze auch in einer

Wohnung gehalten werden könne

und das "artgerecht" sei.

Andere Gerichte sehen das glücklicherweise

anders. Für Katzen, die Freilauf

gewohnt sind, ist ein Beschluss der

Eigentümer, die Tiere künftig in der

Wohnung zu halten, unzulässig. Wenn

die Katzenhaltung rechtmäßig ist, dann

muss auch eine artgerechte Haltungmöglich

sein, so das Amtgericht Hannover

in seiner Urteilsbegründung.

Text: Elvira Schiöberg, Fotos: Stefan Kirchhoff

Die Katze in Nachbars Garten ...

Beginnen wir wiederum mit dem Positiven: in Wohngegenden mit Häusern und

Gärten gehört Katzenhaltung mit freiem Auslauf zur Lebensführung vieler Familien.

Grundsätzlich muss ein Gartenbesitzer das Streunen von Katzen in seinem

Garten tolerieren. Jedoch muss er nach einem Grundsatz-Urteil des Landgerichts

Darmstadt nur zwei Katzen pro Nachbarn "dulden" - das kompliziert

die Sache wiederum: Somit darf ein Katzenhalter zwar zwei Tieren gleichzeitig

Freigang gewähren, muss die anderen während dieser Zeit aber im Haus halten.

Zur "Duldung" gehört allerdings auch, dass die Katze jagt und auch mal eine

kleine Hinterlassenschaft zurücklässt.

Artikel 20a Grundgesetz, der unter anderem die artgemäße Haltung von Tieren

zum Staatsziel erklärt, könnte sich in der Rechtssprechung zukünftig noch positiver

auswirken. "Die Haltung in Form eines freien Auslaufs entspricht dem Bedürfnis der

Tiere nach eigenständiger und autonomer Lebensführung, die insbesondere bei

Katzen stark ausgeprägt ist", stellt das Landgericht Darmstadt in seinem Urteil fest

- ein Satz, den jede Katze, die an Freigang gewohnt ist, unterschreiben wird.

Bei allen aufkommenden Problemen

versuchen Sie als erstes, die strittigen

Punkte mit Ihren Nachbarn zu besprechen

und eine einvernehmliche

Lösung zu finden. Überlegen Sie

sich, welche Kompromisse sich mit

der Hausgemeinschaft finden lassen.

Vielleicht können Sie Ihren Garten

oder einen Teil Ihres Gartens katzensicher

einzäunen: Das erspart Ihnen viel Stress und Ärger, wenn Ihre Katze auf

Achse ist - und rettet vielleicht sogar ihr Leben. Denn natürlich ist der Freigang

nicht ohne Risiko. Katzen brauchen viel Glück: Es gibt nicht nur den missgelaunten

Nachbarn, sondern Jäger, Katzenfänger und den Straßenverkehr. Tatsächlich

lernen selbst noch so erfahrene Freigänger den Umgang mit Autos

letztendlich nie zuverlässig.

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Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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W ALFANG

1286 Zwergwale, so hat es das Fischereiministerium

in Oslo angekündigt, sollen in der diesjährigen

Jagdsaison getötet werden.

Diese selbst auferlegte Fangquote ist die

höchste seit der Wiederaufnahme des kommerziellen

Walfangs in Norwegen - und eine

fortgesetzte Provokation für die Walschutzstaaten

innerhalb der International

Whaling Commission (IWC).

Von Claudia Lotz

Weltweit gilt ein Verbot für den kommerziellen

Walfang, seit die dras-tisch

dezimierten Meeressäuger von den

Mitgliedsstaaten der IWC 1982 unter

Schutz gestellt wurden. Norwegen weigerte

sich, das Moratorium anzuerkennen

und nahm 1992 unter internationalem

Protest den kommerziellen

Walfang wieder auf.

Die IWC-Statuten sind grundsätzlich für

alle derzeit 85 Mitgliedsstaaten verbindlich.

Dennoch

können

Statutenänderungen

durch zwei

Formalien

umgangen

werden:

Mit dem

Wissenschaftswalfang gesteht die IWC

ihren Mitgliedern im Rahmen wissenschaftlicher

Projekte die Jagd auf Wale

zu, wohl wissend, dass diese Option in

der Vergangenheit missbraucht und

gegenwärtig weiter missbraucht wird.

So führen Japan und Island unter dem

Deckmantel der Wissenschaft seit Jahren

kommerziellen Walfang durch.

Die andere Möglichkeit, sich nicht an

"unpopuläre" Entscheidungen der IWC

zu halten, ist der formelle Einspruch,

wie es Norwegen 1982 getan hat.

Durch ihr Veto fühlt sich die Regierung

von Oslo bis heute nicht an das Walfang-Moratorium

gebunden und hält

Das Morden in den Ozeanen geht weiter

NORWEGEN PROVOZIERT

ERHÖHTE WALFANGQUOTE STÖSST AUF INTERNA

weiter, ungeachtet

der

jährlichen Verurteilung

durch

die Mehrheit der

IWC-Mitgliedsstaaten

und weltweiten Protesten, an

der geächteten Jagd auf Meeressäuger

fest.

Das norwegische Fischereiministerium

begründet die 30ig prozentige Erhöhung

der Fangquote für 2010 mit der

nicht ausgeschöpften Quote des Vorjahres.

2009 wurde nur die Hälfte

(484) der erlaubten Wale gefangen,

nachdem u.a. der Handel schon nach

wenigen Wochen die Einstellung der

Jagd forderte, weil der seit Jahren

schon rück-läufige Absatz für Walprodukte

ganz stagnierte.

Die derzeit 85 Mitgliedsstaaten der

IWC haben unterschiedliche Interessen,

die zum Beispiel Japan durch kontinuierliche

Beeinflussung der Entwicklungsländer

durchzusetzen versucht. So

gehören u.a. China, Dänemark, Norwegen,

Russland und Japan zu den

Walfangnationen bzw. ihren Unterstützern(insgesamtderzeit

39 Mitgliedsstaaten),wohingegen

(derzeit) 46

Länder wie

Australien,

Kl. Bilder: Walfang auf den Faroer Inseln

Belgien, Deutschland, Österreich etc.

am Walschutz orientiert sind. Doch die

knappe Mehrheit aus Walfang-Gegnern

droht zu bröckeln: Mehrere Länder,

unter ihnen Argentinien, Brasilien,

Costa Rica, Schweden etc., zeigen sich

immer häufiger kompromissbereit,

wenn es um die Aufweichung von

Schutzbestimmungen für Meeressäuger

geht.

Bitte helfen Sie den Walen mit

Ihrem Protest!

Schreiben Sie an den

Botschafter Norwegens in Berlin

Erfahrungsgemäß zeigen persönliche

Briefe die größte Wirkung. Darum unsere

Bitte: Protestieren Sie energisch gegen

Norwegens fortgesetzten Walfang

und die Erhöhung der Quote für diese

Saison als zusätzliche Provokation.

Königlich Norwegische Botschaft

Botschafter Sven Erik Svedman

Rauchstraße 1

10787 Berlin

Tel: 030/ 50 50 50

Fax: 030/ 50 50 55


DIE WELTGEMEINSCHAFT

TIONALEN PROTEST

Auch Regierung in Japan hält am Walfang fest

AUSTRALIEN ERWÄGT KLAGE VOR DEM SEEGERICHTSHOF

Japan rechtfertigt seine

mörderische Jagd

auf Minke-, Brydeund

Pottwale als Teil

seiner Tradition. Australien,

das zu den

schärfsten Kritikern der

Walfang-Politik des Inselstaates

gehört, sieht

das anders: Japan verstoße

mit seinem vorgeblich "wissenschaftlichen

Walfang" gegen das

Seerecht und werde bei Festhalten an

der illegalen Jagd und der fortgesetzten

Nichteinhaltung des Internationalen

Artenschutzabkommens CITES mit

einer Klage vor dem Seegerichtshof

rechnen müssen.

Auch Japans neue Regierung hatte

kürzlich klar gestellt, weiter Walfang

betreiben und auch Buckelwale in die

Bejagung mit einbeziehen zu wollen.

Australien macht sich schon seit langem

für den Walschutz stark und hat in

der Vergangenheit japanischen Walfangschiffen

die Landung in seinen Häfen

verweigert.

Dass Japan ebenfalls mit unnachahmlicher

Härte Delfine u.a. für die Delfin-

Industrie jagt, belegt der Dokumentarfilm

"The Cove - Die Bucht". Inzwischen

mit einem Oscar für den besten Dokumentarfilm

ausgezeichnet, räumten

Louie Psihoyo und Ric O´Barry Preise

auf allen Festivals ab; die beiden Dokumentarfilmer

zeichnen die Delfinjagd

im japanischen Ort Taiji nach. Seit

Herbst 2009 in den Kinos ist "The Cove

- Die Bucht" nun auch auf DVD und

Blue-ray erhältlich.

Viele Bürger, so der Film, wissen nichts

über die Delfinmassaker ihrer Regierung

- und ahnen auch nicht, dass Ja-

pan zu den weltweit größten Jägern auf

Delfine und Kleinwale zählt.

Vor zehn Jahren wurden japanische

Botschaften mit Protestmails

überhäuft, nachdem Videos

die Praxis der grausamen

Treibjagden auf Delfine

öffentlich gemacht

hatten. In Futo wurde daraufhin

die Delfinjagd fast

eingestellt, doch die meisten

Präfekturen des Inselstaates

halten weiter an der

Bejagung fest.

Auch hier können Sie mit Ihrem

Protest viel bewirken.

Schreiben Sie bitte an die

Japanische Botschaft

Hiroshimastraße 6, 10785 Berlin

Tel: 030/ 210 94 - 0, Fax: - 222

info@botschaft-japan.de

“Forschung” auf Japanisch

(Einsatz-Foto des Australischen Zolls)

Robbenjagd in Kanada geht weiter

Noch ist das Paradies an der Ostküste unberührt: Robben und Heuler ahnen

nicht, was in wenigen Tagen auf sie zukommen wird. Über 300.000 Tiere, so

hat die kanadische Regierung kurz vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver

verkündet, sollen sterben. Robbenjäger werden erschlagen, schießen

und ertränken - und dieser Massenmord auf dem Eis wird weniger Aufmerksamkeit

erregen als die Winterspiele an der Westküste.

Wie zynisch, wie gleichgültig, wie verachtenswert: Während in Vancouver hehre

Worte von Ritterlichkeit, Olympischem Geist und Frieden beschworen werden,

bereiten sich gleichzeitig die Jäger auf das blutigste Geschäft vor, das die

Welt kennt: Monatelang werden Robben und Heuler erbarmungslos gemeuchelt,

bis das Eis Trauer trägt und sich die Spuren der Schande tiefrot in das

strahlend weiße Packeis graben.

Bitte nutzen Sie Ihren Einfluss und

schreiben Sie an die

Botschaft von Kanada

Leipziger Platz 17

10117 Berlin

030/ 20 31 20

brlin-pa@international.gc.ca

Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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W ASCHBÄREN

Mit sechs Jahren entdeckte

Ursula Laub ihre Liebe

zu Waschbären - und

steht heute leider so ziemlich

alleine mit ihrer Zuneigung

da. Seit der kleine

Beutegreifer mit der

schwarzen Gesichtsmaske

seinen Siegeszug in den

Lebensraum der Menschen

angetreten hat,

sind sie ihm gram. Darum

versuchen Ursula Laub

und ihr Ehemann Horst

Springborn mit einer

bundesweiten Koordinationsstelle

Waschbären

und vor allem verwaisten

Jungtieren zu helfen.

Die großartigen Kletterer mit dem hervorragenden

Tastsinn profitieren von

der Zivilisation wie kaum eine andere

Wildart: Waschbären bringen ihre Jungen

im geschützten Umfeld von Wohnhäusern

zur Welt, nutzen Gärten, Komposthaufen

und Mülltonnen als

Nahrungsquelle, verschlafen die Tage

auf Dachböden und werden nachts,

zum Ärger der Hausbewohner, umso

aktiver.

Keiner kennt den genauen Bestand von

Waschbären, die sich in einem Aktionsradius

von ca. 100 Hektar bewegen.

Bekannt ist nur, dass sich die

Neubürger Europas seit ihrer Auswilderung

im 20. Jahrhundert rasant in

Deutschland ausgebreitet haben. Die

größten Populationen sollen sich dabei

in Nordhessen, Südniedersachsen und

Brandenburg befinden.

Private Koordinationsstelle für

IM FRÜHJAHR WERDEN IMMER MEHR VERWAISTE

Der Waschbär wird in Deutschland massiv bejagt

1934 wurden die ersten Waschbärenpärchen

am Edersee, nahe Kassel, in

Deutschland ausgesetzt. In Absprache

mit dem Forstamt Vöhl wollte der Besitzer,

ein Geflügelzüchter, die "heimische

Fauna" mit den vier Neozoen (von

Menschen eingeführte Tierart) "bereichern".

Schon 30 Jahre später hatte

sich die Population der ursprünglich

aus Nordamerika stammenden Wildtiere

auf ca. 20.000 erhöht. Ihre besiedelte

Fläche umfasste zu dem Zeitpunkt

der Erhebung nahezu 30.000 Quadratkilometer.

Je eifriger sich der Waschbär aufgrund

des hochwertigen Futterangebots und

dem Fehlen natürlicher Feinde (mit

Ausnahme von Greifvögeln für den

jungen Nachwuchs) vermehrte, desto

vehementer forderte die Jägerschaft im

Verein mit erbosten Grundstückseigentümern

seine Dezimierung bis hin zur

Ausrottung. Im Jagdjahr 2008/2009

wurden bundesweit mehr als 54.000

Tiere getötet.

Aus Sicht des Tierschutzes ist die Jagd

auf Waschbären widersinnig und erzeugt

nur unnötiges Leid, denn die stetig

ansteigenden Streckenzahlen belegen,

dass seine Ausbreitung nicht

verhindert werden kann - und im

Gegenteil die Tiere auf die massive Be-


WASCHBÄREN IN NOT

JUNGTIERE AUFGEFUNDEN

jagung mit noch höherem Nachwuchs

reagieren.

Die 56jährige Ursula Laub weiß aus

langer Erfahrung, dass Waschbären in

einigen Bundesländern sogar in der

Setz- und Schonzeit geschossen oder

anderweitig von Privatleuten getötet

werden, obwohl dies laut Bundesjagdgesetz

§ 22, Absatz 4 verboten ist. Auch

Jäger, die ein Elterntier während der

Aufzucht der Jungen töten, handeln gesetzeswidrig

und riskieren ihren Jagdschein.

Wenn ab April der Nachwuchs zur Welt

kommt, beginnt für die Waschbärenfreundin

aus dem nördlichen Saarland

eine harte Zeit. Immer wieder wird ihr

zugetragen, dass Waschbärenmütter

mit Gewalt von ihrem Wurf ferngehalten,

in Fallen gefangen, vergiftet oder

erlegt werden. Die hilflosen Kleinen,

die spätestens nach einem Tag Abwesenheit

der Mutter laut zu jammern beginnen,

verhungern.

1980 sah Ursula Laub ein gefangenes

Waschbärenbaby in einer Koblenzer

Zoohandlung und kaufte voller Mitleid

das vermutlich widerrechtlich der Natur

entnommene Tier für 350 DM frei. Zwei

Jahre später entließ sie ihren Freund

mit der schwarzen Gesichtsmaske in

die Natur und verfolgte seitdem aufmerksam

die Probleme, die sich zahl-

reich aus dem Überschneiden der

Lebensräume von Menschen und

Waschbären ergaben.

Dabei beobachtete sie mit Sorge

eine besonders traurige Entwicklung:

In den Monaten April bis Juni

werden in bestimmten Regionen

(Edersee, Region um Kassel, Göttingen,

Teile Nordrhein-Westfalens)

immer mehr verwaiste

Waschbärenjunge aufgefunden.

Da sind die meisten von ihnen bereits

verhungert oder schon so geschwächt,

dass sie intensiver, fachkundiger Pflege

bedürfen.

Aber auch weniger schwächliche Babys

müssen alle zwei Stunden mit Aufzuchtsmilch

gefüttert und in einem adäquaten

Umfeld groß gezogen werden,

in dem sie auf ein selbständiges Leben

in Freiheit mit eigenständiger Futtersuche

vorbereitet werden können. Doch

W ASCHBÄREN

Ursula Laub

und ihr Ehemann Horst Springborn haben

eine bundesweite Koordinationsstelle aufgebaut,

um mutterlosen Waschbären zu

helfen.

kaum ein Jagdpächter stimmt einer

Auswilderung der mühsam aufgezogenen

Jungtiere in seinem Revier zu - und

so bleiben viele Waschbären Dauergäste

in den ohnehin notorisch überfüllten,

zahlenmäßig unterrepräsentierten

Wildtierauffangstationen der

Bundesländer oder privaten Hilfseinrichtungen.

Wer privat Wildtiere versorgt, braucht

zunächst die Zustimmung des Jagd-

Der Biologe Dr. Ulf Hohmann hat sich durch seine Forschungen über die

kleinen Pelzträger einen internationalen Namen

gemacht.

Seine Beobachtungen über den raccoon, wie er

im englischsprachigen Raum heißt, hat er mehrfach

in Büchern und Zeitschriften publiziert.

Der Name geht auf den Entdeckungsreisenden

Kapitän John Smith zurück, der 1612 einen

Häuptling der Alongkini-Indianer zu seiner

Tochter über die Waschbären sagen hörte:

ah-rah-koon-em (sie reiben, scheuern, kratzen).

"Der Waschbär", Dr. Ulf Hohmann,

1212 Seiten, Oertel + Spörer, 12 Euro

Anzeige

Das Recht der Tiere 1/2010

19


Das Recht der Tiere 1/2010

20

W ASCHBÄREN

pächters. Für die Errichtung einer dauerhaften

Auffangstation für in Not geratene

Waschbären ist zusätzlich die

Genehmigung der Naturschutz- und

Veterinärbehörde notwendig. Die Behörden

können entsprechende Auflagen

(Sachkunde, Räumlichkeiten, Gehegegröße,

Auswilderung etc.) näher

bestimmen.

Da im Falle der Waschbären eine

Wiederauswilderung oft problematischer

ist als die Aufzucht des Tieres

selbst, hat Ursula Laub vor Jahren die

Koordinationsstelle zur Hilfe von

Waschbärenwaisen gegründet.

Hier gehen Anfragen und Angebote

nach freien Plätzen für mutterlose

Waschbären ein, werden verwaiste

Waschbären stehen nicht unter Naturschutz. Entsprechend

der Bundesartenschutzverordnung gilt der eingeführte

Nordamerikaner seit dem 25. August 1980 als einheimisch,

weil er sich in freier Natur ohne menschliche Hilfe über

mehrere Generation als Population erhalten kann.

Hessen war das erste

Bundesland,

das den Pelzträger

aus Nordamerika

1954 zum jagdbaren

Wild erklärte.

Wie andere eingeführte

Arten - Marderhunde,

Nutrias

oder amerikanische

Nerze - steht

der Kleinbär auf

der im Bundesjagdgesetzvorge-

Würfe, verletzte Tiere und Notfälle gemeldet

und Beobachtungen geschildert,

nach denen benachbarte Hausbesitzer

die Mutter rigoros von ihrem

Wurf trennen oder die Kleinen aus ihrem

Versteck holen, während das

Waschbärenweibchen auf Nahrungssuche

ist. Das widerrechtliche und

heimtückische Entfernen des Nachwuchses

wird besonders häufig aus der

Kasseler Region gemeldet.

Und bekannt wird ein weiterer Besorgnis

erregender Umstand: Immer öfter

bieten Züchter verbotenerweise wenige

Tage alte Waschbärenbabys an. Sie

trennen Mutter und Kinder schon nach

kurzer Zeit und versuchen die Käufer

mit Wildtieren zu locken, die durch Flaschenaufzucht

handzahm werden.

Ob Jungtier oder älter: Züchter und

Tierhandlungen preisen Waschbären

als unproblematische Heimtiere - doch

das Gegenteil ist der Fall: Kaum ein

VON "SCHÄDLINGEN" UND "FAUNENVERFÄLSCHERN"

Der Waschbär wird bundesweit bejagt

1934 wurden die ersten Waschbären

bei Kassel ausgewildert

Waschbären sollten nicht privat gehalten werden

gebenen Liste

jagdbarer Wildarten.

In nahezu al-

Wildtier kann unter Gefangenschaftsbedingungen

in Privathand seinen naturgemäßen

Bedürfnissen folgen. Biologe

Dr. Ulf Hohmann (siehe Buchtipp

Seite 19) warnt eindringlich vor der privaten,

nicht fachkundigen Haltung von

Waschbären.

Waschbären ertasten ihre Nahrung

und ihre Umgebung mit einer ungeheuren

Fingerfertigkeit. In Ermangelung

eines natürlichen, ertastbaren Lebensraumes

tauchen gefangene Tiere

ihr Futter in die Wasserschale - diese

Handlung, die einem verzweifelten Hilferuf

gleicht, hat dem Waschbären seinen

Namen gegeben.

Wenn Sie räumlich in der Lage

sind, Ursula Laub durch eine Pflegestelle

zu unterstützen, dann

wenden Sie sich bitte an:

Ursula Laub und

Horst Springborn

Tel/Fax: 06873/456

len Bundesländern unterliegt der Waschbär dem Jagdrecht,

zum Teil ohne den Schutz der Schonzeit.

Bremen und Saarland haben sogar Möglichkeiten gefunden,

dem Waschbären ganzjährig nachzustellen: Tierarten,

die nicht dem Jagdrecht unterliegen, dürfen nicht getötet

werden. Liegt jedoch ein "vernünftiger Grund", so das Tierschutzgesetz

(TierSchG §1+ §17), vor, dürfen sie getötet

werden. Dieser "vernünftige" Tötungsgrund ist die Kategorisierung

als Schädling. Auch Bisamratten und Hausmäuse

sind laut Gesetz Schädlinge und dürfen demzufolge auch

in der Setz- und Schonzeit bejagt werden.

Bayern kann den Waschbären ebenfalls durchgängig bejagen,

weil es die Setzzeitenregelung außer Kraft gesetzt hat:

Im Falle des Waschbären pocht Bayern auf "Störung des

biologischen Gleichgewichts" bzw. auf "schwere Schädigung

der Landeskultur" - wie kann der Waschbär ein Faunenverfälscher

sein, wenn er laut Bundesnaturschutzgesetz eine

heimische Art ist? fragt Ursula Laub.

Alle wichtigen Infos zu Waschbären finden Sie auf

www.diewaschbaerenkommen.de und

www.waschbaeren-forum.de

Text: Claudia Lotz


In diesem Jahr starben zwei Männer, die dem bmt lange sehr verbunden waren und seine Geschicke

über viele Jahre mitbestimmt haben: Hans Schroer, ehemaliger 2. Vorsitzender, und Hans Hoffsümmer,

früherer Schatzmeister. Wir werden beide Verstorbene und ihre Verdienste für den bmt nicht vergessen

und ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen.

Hans Schroer,

Ehemaliger 2. Vorsitzender des bmt

Als der "Bund gegen den Missbrauch der Tiere" 1952 in

München gegründet wurde, gehörten Hans Schroer und

seine Ehefrau zu den ersten Mitgliedern. Beide waren Vegetarier

und Tieren innig verbunden.

1957 rief die Mutter zweier Kinder mit 20 DM Grundkapital

und 13 Mitgliedern die Geschäftsstelle Duisburg ins Leben.

Ihr Mann kümmerte sich um die Buchhaltung. Nach der

Pensionierung übernahm er weitere Ehrenämter im bmt.

Hans Schroer, am 6. Juli 1916 in Krefeld geboren, machte

eine Ausbildung zum Schriftsetzer bei der Druckerei

Brendow & Sohn und wurde später Betriebsleiter. Nach seinem

Ausscheiden aus dem Beruf 1980 bekleidete er zehn

Jahre das Amt des alleinigen Rechnungsprüfers und wurde

1992 zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Im selben Jahr erschien unter seiner redaktionellen Leitung

die Mitgliederzeitschrift "Das Recht der Tiere" wieder, die

nach einigen Ausgaben in den 50iger Jahren eingestellt

wurde. 1992 übergab Ehefrau Gisela aus Gesundheitsgründen

die Geschäftsstelle (inzwischen Landesgeschäftsstelle

Nordrhein-Westfalen) mit über 1000 Mitgliedern an

ihre Tochter Dagmar Weist.

1998 trat Hans Schroer den Vorstandsposten an den Landwirt

Dr. Heinz-Wilhelm Selzer ab. Der 82jährige war überzeugt,

dass ein Generationswechsel den bmt voranbringen

würde. Ein Jahr später starb seine geliebte Ehefrau - und

Hans Schroer engagierte sich weiter im Verein, wohl wissend,

dass seine Gattin ebendies gewünscht hätte. Er wurde

zum Ehrenvorsitzenden ernannt und kümmerte sich

noch bis 2007 um die technische Betreuung des Magazins.

Hans Schroer starb mit 93 Jahren am 29. Januar 2010 in

Kevelaer.

Nachrufe

GESTORBEN, ABER NICHT VERGESSEN

Unvergessene

Verdienste

um den Tierschutz

bmt INTERN

Hans Schroer Hans Hoffsümmer

Hans Hoffsümmer

Ehemaliger Schatzmeister des bmt

Als Hans Hoffsümmer sich am 17. Juni 2001 der Jahreshauptversammlung

in München als möglicher neuer

Schatzmeister vorstellte, erhob sich mit ihm ganz selbstverständlich

ein Schäferhund und die Anwesenden lächelten.

Die meisten Mitglieder, die das Ehepaar aus Bergisch-

Gladbach kannten, wussten um ihre tief verwurzelte Liebe

zu Schäferhunden.

Drei Jahre zuvor hatten Ingrid und Hans Hoffsümmer Ido

aus dem Tierheim Köln-Dellbrück aufgenommen - ihm folgen

später Schäferhund Aslan und nach seinem Tod Olli,

ein imposanter Schäferhundrüde aus Ungarn. Seit das Ehepaar

1981 dem bmt beigetreten war, suchten sie Wege,

den Verein ehrenamtlich zu unterstützen.

Die Eltern zweier Töchter engagierten sich als Hundebegleiter,

bei Tierheimfesten und auf Informationsveranstaltungen.

Hans Hoffsümmer, gelernter Bankkaufmann in leitender

Position, wurde 1997 zum Rechnungsprüfer des bmt

ernannt und übernahm folgerichtig, nachdem er sich vier

Jahre um die Zahlen des Vereins gekümmert hatte, das verantwortungsvolle

Amt des Schatzmeisters. "Ich möchte diese

Arbeit im Sinne der Tiere machen", sagte der 68jährige

damals in seiner Antrittsrede, "und dazu beitragen, dass

die Zukunft des bmt weiter in geordneten Bahnen verläuft."

Währenddessen begleitete Ingrid Hoffsümmer intensiv die

Kindertierschutzarbeit des Vereins und komponierte zwei

Tierschutz-Musicals, die von Schülern mit großem Erfolg

aufgeführt wurden. Als ihr Ehemann 2008 von der Position

des Schatzmeisters zurücktrat, blieben beide dem bmt

weiterhin eng verbunden.

Hans Hoffsümmer starb mit 76 Jahren am 22. Januar

2010 in Bergisch Gladbach.

Das Recht der Tiere 1/2010

21


Das Recht der Tiere 1/2010

22

A USLANDSTIERSCHUTZ

Eigentlich begann das neue Jahr sehr

hoffnungsvoll. Am 29. Januar wurden der

bmt und der ETN nach Brasov gebeten,

um mit dem Leiter des Tierordnungsamts

der Stadt, dem Vize-Bürgermeister und

einem Vertreter des rumänischen Tierschutzes

über den weiteren Umgang mit

Straßenhunden zu sprechen.

In gegenseitigemEinvernehmenwurdenMaßnahmen,

wie die

Schließung

der Tötungsanlage, der Aufbau eines

Durchgangstierheims mit Klinik- und

Quarantäneabteilung und künftige Kastrationsprojekte,

geplant.

Endlich sollen auch in Brasov tierschutzgerechte

Lösungen greifen. Ein

weiteres Gespräch ist auf März angesetzt,

der der Bürgermeister der Stadt

sich immer noch weigert, Tiere nach

der Kastration wieder auf die Straße zu

entlassen.

Kaum war Petra Zipp wieder in

Deutschland, überschlugen sich die

Nachrichten: Erneut forderten Politiker

in Bukarest Anfang Februar die Tötung

der Straßenhunde im Land, dann, mit

Emilio

RUMÄNIEN - NEUBEG

D IE HUNDE BRAUCHEN MEHR DENN JE

Blick auf die Gesetzeslage, "nur noch"

ihre Kasernierung in Tierheimen gewaltigen

Ausmaßes.

Petitionen (auch vom bmt) wurden

gestartet, die ein ethisches Vorgehen

forderten und die rumänische

Regierung abermals auf

die Nachhaltigkeit von Kastrationen

hinwiesen. Der bmt bot

seine Hilfe bei der Umsetzung

von Kastrationsprojekten an.

"Wir werden trotz allem in Brasov

unsere anerkannte Arbeit fortsetzen",

erklärte Petra Zipp. Die 2009 durchgeführten

Kastrationseinsätze waren in jeder

Hinsicht ein Erfolg - die größte

Überraschung bestand aber darin,

dass die Bevölkerung, entgegen der

Politikeraussagen, hinter "ihren Tieren"

stand und oft keine Mühe scheute, die

herrenlosen Hunde und Katzen vor

dem Zugriff der Behördenzu retten.

Die nächste Kastrationsaktion soll im

April/Mai in Gemeinden starten, die

das Projekt inhaltlich mittragen. Im Februar

startete ein vom bmt-Hessen bezahlter

Tierschutzlehrer seinen Unterricht

in Schulen, um in Kindern und

Jugendlichen die Grundlagen für ein

größeres Verständnis für die Bedürfnisse

von Tieren zu legen.

Nach dem aufflammenden internationalen

Protest via Internet äußerte sich

die Regierung aus Bukarest nicht weiter

Rita Max

Mehr Infos zu unseren abgebildeten Vermittlungshunden unt

zu

ihren Plänen,

doch einige Gemeinden gingen wieder

dazu über, dass Straßenhundproblem

mit eigenen Mitteln in den Griff bekommen

zu wollen.

In der Kleinstadt Fagaras verschwanden

in der Nacht 30 Hunde aus der städtischen

Anlage. Der bmt wartet bis heute

auf eine Antwort, was mit den Tieren

geschah. In einer anderen Stadt wurden

kaltblütig alle Tierheimhunde getötet,

um Platz für weitere Tiere zu machen.

In Suceava wurden über Nacht

an mehreren Stellen ca. 120 Hunde

vergiftet - und das ist umso bestürzender,

weil die rumänische Stadt nicht nur

für ihre berühmten Moldauklöster bekannt

ist, sondern ebenfalls für ein


INN ODER RÜCKSCHRITT?

UNSERE HILFE!

Emmet

er www.tierschutz-bmt-bw.de

funktionierendes Tierheim und erfolgreicheKastrationskampagnen.

Auch hier griff der bmt sofort

ein und forderte den

Bürgermeister auf, umgehend

Maßnahmen zu ergreifen,

um das qualvolle

Verenden der Hunde zu

verhindern. Giftköder auf

den Straßen, so der bmt

u.a. in seiner Argumentation,

seien nicht nur eine Gefahr

für die Straßenhunde, sondern

auch für arglose Kinder.

Die Bernd-Stephan-Stiftung unterstützt

seit einigen Jahren das Tierheim Suceava,

das von der deutschen Ärztin

Dr. Christina Schulz mit einem hohen

Maß an persönlichem Einsatz geleitet

wird.

Im vergangenen Jahr stieg der Bestand

der Tierheimhunde rapide auf 1000

Tiere an, nachdem die Stadtverwaltung

Druck auf die Hundefänger ausgeübt

Fröhlicher Freckles

sucht ebenerdiges

Zuhause

bei Tierfreunden

Der Rüde kann nach einem Unfall

sein Hinterbein nicht mehr benutzen.

Wir setzen große Hoffnungen

in die Physiotherapie, sonst muss

u.U. amputiert werden.

hatte, mehr Hunde aufzugreifen. Statt

fünf bis sechs Hunde täglich wurden

nun bis zu 40 Tiere gebracht, für die Dr.

Christa Schulz in Kürze neue Zwinger

bauen musste und kaum noch wusste,

wie sie diese täglich wachsende Zahl

von Hunden versorgen sollte.

Gleichzeitig schickte ihr die Stadt nur

noch drei (statt bisher sechs) Mitarbeiter

für die Betreuung der Hunde und

unregelmäßig Essensabfälle aus der

städtischen Kantine. Finanzielle Zuschüsse

für Futter, Medikamente und

Unterhalt des Tierheims gibt es nicht.

Und immer wieder droht die Stadtverwaltung

mit der sofortigen Tötung der

Hunde, sollte das Tierheim Suceava mit

Unterstützung des örtlichen Tierschutzvereins

Pro Anima es nicht schaffen,

die Tierheimhunde zu ernähren …

Wie im Tierheim Brasov wurden auch

in Suceava 2009 wesentlich mehr Welpen

als in den Vorjahren abgegeben.

Das ist sicherlich auch darauf zurück zu

führen, dass ein Großteil der Rumänen

B RASOV

Text und Fotos: Petra Zipp

die Tötung der Straßenhunde mittlerweile

ablehnt und sich tierschutzkonformere

Lösungen wünscht - das macht

Mut und gibt uns Hoffnung, die wir so

dringend für unsere Tierschutzarbeit in

Rumänien brauchen.

Weitere Informationen über die aktuellen

Geschehnisse und Proteste des bmt

finden Sie unter:

www.bmt-auslandstierschutz.de

Wenn Sie helfen möchten, freuen wir

uns sehr. Jede Spende ist wichtig und

sei sie noch so klein. Die Kastration von

Rüden kostet 15 Euro in Rumänien, die

einer Hündin 25 Euro. Mit einer Patenschaft

(ab 15 Euro) sichern Sie das

Überleben eines rumänischen Straßenhundes

im Tierheim.

Spendenkonto Ausland:

Stichwort: “Hunde in Brasov”

Frankfurter Sparkasse

Kto. 847 275

BLZ 500 502 01

AUCH NELE WARTET AUF SIE!

Ein in Rumänien lebender Deutscher päppelte drei Welpen bei sich

NELE zu Hause auf, deren Mutter überfahren an der Straße gelegen hatte.

Die acht Wochen alte Hündin Nele schlüpfte versehentlich durch den Zaun

auf die Straße, wurde angefahren und erlitt mehrere Frakturen.

Nele wurde in der Tierklinik Bukarest operiert, doch die Heilung verlief nicht wie

erhofft. Die inzwischen 5 Monate alte Schäfermischlingshündin ist noch einmal

operiert worden.

Trotz ihrer Behinderung beim Laufen ist Nele ausgesprochen temperamentvoll

und liebt Menschen über alles. Deshalb wäre es schön, wenn sich für die sehr

sozialverträgliche Nele ein liebevolles neues, ebenerdiges Zuhause mit einem freundlichen Ersthund finden würde.

Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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Rdt: Wie sind Sie auf unser Kindertierschutzmaterial

gestoßen?

Dr. Julia Weber: Durch mein Tierschutzengagement

im Ausland war mir

schnell klar, dass wir dringend Nachhaltigkeit

in den Aktionen benötigen,

um irgendwann einmal eine Besserung

zu erzielen.

Seitens der Pfotenhilfe Europa, für die

ich mich ebenfalls engagiere, war die

Idee eines Schulprojektes im europäischen

Ausland aufgekommen, also,

mit geeignetem Informationsmaterial

an Schulkinder heranzutreten und an

deren Empathiefähigkeit anzuknüpfen,

um einen respektvolleren Umgang mit

Heimtieren zu erwirken.

So kamen wir auf den bmt, der ja bekanntermaßen

über hervorragende

Schulmaterialien in Sachen Tierschutz

verfügt - und ich war sehr erfreut zu sehen,

dass es bereits ein wunderbar gestaltetes

Infoblatt "Kids Ungarn" gibt,

das sich inhaltlich bestens auch für die

Übertragung auf andere Länder eignet.

Rdt: Sie wollen die Geschichte von Janos,

dem Kettenhund, in Persisch, Lettisch,

Russisch, Polnisch, Englisch, Französisch,

Spanisch, Italienisch, Türkisch,

Rumänisch, Griechisch und Esperanto

übersetzen lassen. Warum gerade dieses

Blatt aus der Kindermappe?

Dr. Julia Weber: Das vorliegende Blatt

zeigt doch ein realistisches Bild des

Umgangs mit Haus- und Hofhunden in

vielen Ländern. Kettenhundhaltung ist

überall gleich grausam. Um in Schulen

wirkungsvoll auf Tierschutzbelange

aufmerksam zu machen, braucht man

kindgerechtes Informationsmaterial in

Landessprache, da Kinder die nächste

Generation von Tierschützern - oder

eben Tierquälern - darstellen.

Daher ist doch die Übersetzung dieses

wirklich hervorragenden Infoblattes in

möglichst viele Fremdsprachen aus

meiner Sicht ein wichtiger und zugleich

einfacher Schritt, Nachhaltigkeit im

Tierschutz zu erreichen: Denn über

Tierschutz-Schulunterricht ohne erhobenen

Zeigefinger, mit ansprechend

gestalteten, verständlichen Infomaterial

können einfach viele Kinder auf einmal

erreicht werden. Der Gedanke, respektvoll

mit Tieren umzugehen, wird

damit optimal verbreitet - und auch Eltern

können von Kindern

lernen, Tiere besser zu

behandeln.

Rdt: Um einen wichtigen

Beitrag zum Tierschutz

zu leisten, haben Sie die

kostenlose Übersetzung

ermöglicht …

Janos

bekommt Freunde

in aller Welt

Zu den elf Tierschutzthemen der Kindermappe gehört auch die Kettenhundhaltung. Das Blatt heißt:

"Janos, der Kettenhund" und beschreibt aus Sicht eines ungarischen Hundes seine eintönigen Tage.

Dr. Julia Weber, Biowissenschaftliche Dokumentarin und Gründerin des Tierschutzvereins Südkreta e.V.,

hat mit der Pfotenhilfe Europa ein Schulprojekt entwickelt, das die heranwachsende Generation zu einem

anderen, verantwortungsvolleren Umgang mit Tieren bewegen soll.

Als Grundlage dient das Infomaterial für Grundschüler des bmt. Derzeit wird "Janos, der Kettenhund",

mit Rücksichtnahme auf nationale Besonderheiten, kostenlos in elf Sprachen übersetzt. Das RdT sprach

mit der promovierten Humanbiologin.

Dr. Julia Weber mit ihrem Hund

bmt-Infomaterial für Grundschüler

wird in 11 Sprachen übersetzt

Dr. Julia Weber: Ja, alle Übersetzer und

Korrekteure arbeiten kostenlos, begeistert

von der Idee, mit einem kleinen

Beitrag internationalen Tierschutzunterricht

zu fördern.

Rdt: Wie wird mit dem Kettenhundblatt

in den jeweiligen Ländern gearbeitet?

Dr. Julia Weber: Wir verfügen über

zahlreiche Tierschutzkontakte im Inund

Ausland und werden über die

unterschiedlichsten Medien auf das Infoblatt

aufmerksam machen. Eine Verbreitung

und Kommunikation streben

wir über das "Schneeballsystem" an,

und auch das Internet ist dabei ja ein

sehr hilfreiches Medium, geeignetes Informationsmaterial

zu verbreiten.

Es wird in verschiedenen Ländern Pilotprojekte

geben, die von Kooperationspartnern,

mit denen wir im Ausland zusammenarbeiten,

initiiert werden.

Darauf aufbauend soll wiederum Medienarbeit

erfolgen - so dass eine Art

"Sogwirkung" erzeugt

und bei Lehrern, Eltern

usw. letztlich überall auf

der Welt Interesse geweckt

werden kann, dieses

Infomaterial ebenfalls

einzusetzen.

Interview: Claudia Lotz


Das Recht der Tiere 1/2010

26

S O HELFEN S IE

RdT: Wie kamen Sie auf die ausgefallene Idee, Taschen aus

LKW-Planen herzustellen?

Petra Goeller: Ich bin Näherin und habe früher Taschen, Armbänder,

Westen etc. aus Leder hergestellt. Aber als Tierschützerin

und Vegetarierin konnte ich es irgendwann nicht

mehr vertreten, Leder zu verarbeiten. Auf der Suche nach geeignetem

Material kam für mich nur die LKW-Plane in Frage.

RdT: Woher stammen Ihre Motive? Entwerfen Sie Hunde, Katzen,

Pferde und viele andere Tier- und Pflanzenmotive selbst?

Petra Goeller: Viele Motive sind durch Anfragen von Kundenwünschen

entstanden. Sobald eine Kundin - überwiegend

kaufen Frauen bei mir ein - einen speziellen Gestaltungswunsch

hat, mache ich mich auf die Suche nach einer geeigneten

Vorlage. Diese "Rohvorlage" optimiere ich dann am

Computer, bis ich mit dem Motiv zufrieden bin.

Manchmal schicken mir Kundinnen auch selbst Vorlagen oder

Bilder von ihrem Wunschtier. Weil ich die fertigen Motive

weiterverwende, nehme ich für individuelle Kundenwünsche

auch keinen Aufpreis.

RdT: Wie werden die Taschen hergestellt?

Petra Goeller: Das Motiv wird aus der Taschenklappe geschnitten

und die Motivfarbe untergenäht. Aber bitte fragen

Sie mich nicht, wie die LKW-Planen gefärbt werden, das hat

mich noch nie interessiert. Mir reicht es zu wissen, dass meine

gewünschten 20 Farben - rot, blau,

orange, gelb, grün, pink, weiß, schwarz

etc. - erhältlich sind und mir in hochwertiger

Qualität geliefert werden…

RdT: Wie viele gemeinnützige Vereine

unterstützen Sie und warum?

Taschen mit

Tiermotiven

www.goellerbags.de

Wie eine Unternehmerin

den bmt unterstützt

Sie sind ein Geheimtipp: Taschen aus LKW-Planen mit

wunderschönen Tier- und Pflanzenmotiven. Die gelernte

Näherin Petra Goeller vertreibt die handgefertigten

Taschen seit vier Jahren im Internet - und je mehr Kunden bei

ihr kaufen, desto mehr Tieren kann sie mit ihrer innovativen Idee helfen. Denn die 47jährige Hamburgerin

spendet pro verkaufter Tasche 5 Euro an Tierschutzorganisationen, nun auch an den bmt.

Petra Goeller: Fünf gemeinnützige und eine private. Die meisten

Spenden gehen an die Galgohilfe. Mir geht es bei meiner

Unterstützung darum, Tierschutz zu fördern und Tieren zu

helfen. Meine Kundinnen finden das übrigens sehr positiv.

RdT: Wie kamen Sie auf den bmt, warum schätzen sie gerade

unsere Arbeit ?

Petra Goeller: Ich hatte für die Polenhilfe eine Pflegestelle

übernommen und daraus die Hündin Frieda behalten. Als das

Franziskus TH wieder eine Pflegestelle für einen Notfallhund

aus Polen suchte, habe ich noch eine Hündin aufgenommen.

Auch sie wurde nicht vermittelt und lebt seitdem bei mir.

Zur zweiten Frage: Der bmt führt Kastrationsprogramme in

Ländern durch, in denen so etwas dringend nötig ist, dann

bietet er Tierschutzunterricht für Kinder an, hat keine negative

Presse, es gibt keine Skandale. Beim bmt finde ich auch

Themen, die noch nach mehr Beachtung verlangen, wie zum

Beispiel Sodomie. Ich habe den Eindruck, bei Ihrem Verein

findet eine Entwicklung statt.

Die Taschen werden ausschließlich über das Internet verkauft.

Stöbern Sie unter www.goellerbags.de unter 82 Hunde- und

vielen anderen Tier- und Pflanzenmotiven. Eine Tasche kostet

55 Euro. Fünf Euro spendet die 47jährige Unternehmerin an

den bmt oder andere Organisationen.

Darum ganz wichtig, wenn Sie möchten, dass die Spende den

bmt erreicht, Stichwort bmt angeben.


TH WAU-MAU-INSEL

MITTEN IN DEUTSCHLAND

... UND VON (FAST)

NIEMANDEM BEMERKT

Das elende Leben der Schrottplatzhunde

Aragon ist ein ca. 6jähriger, freundlicher, menschenbezogener und anhänglicher Dobermann-Rüde, der

vor kurzem durch den Kasseler Amtstierarzt Dr. Rietze bei einem türkischen Autoschrotthändler sichergestellt

wurde. Ein Bauzaun diente als ‚Zwinger'; eine einfache Holzhütte sollte ihm Schutz bieten - bei

zeitweise zweistelligen Minusgraden.

Bereits im November wurde die Tierhaltung

auf dem Schrottplatz vom Veterinäramt

der Stadt Kassel kontrolliert

und bemängelt. Zu diesem Zeitpunkt

sah Aragon allerdings noch wohlgenährt

aus. Ende Januar 2010 stattete

ein Mitarbeiter des Veterinäramtes einen

Kontrollbesuch ab, um zu überprüfen,

ob die Mängel zwischenzeitlich

beseitigt wurden - und fand Aragon in

einem desolaten Zustand vor.

Der Rüde war innerhalb von 8 Wochen

bis auf das Skelett abgemagert, verfloht,

voller Ekzeme, litt unter entzündeten

Augen und Ohren und hatte eine

Geschwulst im Maul.

Darüber hinaus litt er unter fortgeschrittener

Muskelatrophie, kurzum,

Aragon war ein einziges Bild des Jammers.

Wie lange Aragon sein trauriges

Eddi

Aragons Leben auf dem Schrottplatz

Dasein inmitten von verrosteten Autowracks

und Müll fristen musste, ist leider

nicht mehr nachvollziehbar, nur,

dass dieser nicht artgerechten Hundehaltung

endlich ein Ende gesetzt werden

musste. Und so wurde Aragon ins

Tierheim Wau-Mau-Insel gebracht.

Dass sein schlechter Allgemeinzustand

einzig auf mangelnde Fürsorge und

Pflege zurückzuführen ist, zeigt die Tatsache,

dass Aragon innerhalb einer

Woche im Tierheim bereits 4 kg Körpergewicht

zugelegt hat: Er wurde

schlichtweg nicht gefüttert. Doch trotz

dieser schlechten Haltung hat sich Aragon

seinen tadellosen und liebenswerten

Charakter bewahrt und freut sich

nun über die liebevolle Pflege und medizinische

Versorgung, die ihm im Tierheim

Wau-Mau-Insel zuteil wird.

Nach kurzer Zeit hat sich Aragon zum

Liebling der ehrenamtlichen Gassigänger

und Tierpfleger entwickelt. Doch

um Aragons Glück komplett zu machen,

fehlt ihm jetzt noch ein richtiges

Zuhause bei Dobermann-Liebhabern,

die ihm all die Liebe und Fürsorge zukommen

lassen, die er nach dieser langen

Zeit voller Entbehrungen so sehr

braucht.

Zusammen mit Aragon ist Eddi, ein

7jähriger fröhlicher und liebenswerter

Staffordshire-Terrier, bei uns eingezo-

Aragon

gen. Eddi wurde auf dem Schrottplatz

in einem Lieferwagen gehalten. Zur

Zeit wird von Amts wegen geprüft, wer

der rechtmäßige Besitzer von Eddie ist,

da dem Veterinäramt mehrere Personalien

vorliegen. Im Interesse von Eddi

hoffen wir, dass er in unserer Obhut

bleiben darf und wir ihn an zuverlässige

Menschen mit Herz und Verstand

vermitteln können.

Text und Fotos: Claudia Bioly

Das Recht der Tiere 1/2010

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28

TH ARCHE N OAH

Die 6. Klasse der Lukasschule aus

Bassum (bei Bremen) machte den

Anfang: Die Schüler übernahmen

eine Patenschaft für Asco, weil sie

sich einen eigenen Hund wünschten.

Von der Lehrerin überzeugt,

dass eine Hundehaltung mit dem

Schulalltag kaum vereinbar sei,

besuchten die Mädchen und Jungen

das Tierheim und entschieden

sich, Pate für den Rottweiler-

Schäferhundmischling zu werden.

Als hätten die Schüler dem vier Jahre

alten Rüden damit den Weg geebnet,

fanden sich nur wenige Wochen später

Interessenten, die den manchmal nicht

ganz einfachen, aber sehr gelehrigen,

menschenbezogenen und kinderlieben

Hund zu sich nahmen.

Dass die 6. Klasse einem weiteren Tierheimhund

mit einer Patenschaft helfen

möchte, ist Ehrensache. Aspirant auf

die frei gewordene Position ist der etwas

komplizierte Pongo. Der sechsjährige

Dalmatiner hat schon einmal die

Herzen von Jugendlichen erobert:

Mit der 5. Klasse der Kooperativen

Gesamtschule (KGS) in Stuhr-Brinkum

hat der Rüde 28 junge Paten an seiner

Seite.

Pongo und Eddy brauchen Fr

SCHÜLER ÜBERNEHMEN PATENSCHAFTEN FÜR

Anke Mory und Stefan Kirchhoff

mit Pongo in der 5. Klasse der KGS

Von dieser Tierliebe profitiert auch Eddy,

einer der Sorgenkinder des Tierheims.

Über sieben Jahre hat der inzwischen

zehnjährige Hund im Tierheim

verbracht. Der Collie-Sennenhundmischling

hält Menschen auf Abstand;

er lässt sich nicht gerne anfassen und

braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.

Schwierige Voraussetzungen für eine

Vermittlung, nicht jedoch für die 5.

Klasse der KGS. Sie wählt gerade Eddy

aus, weil sie nicht verstehen kann, dass

niemand dem Rüden eine Chance auf

ein neues Leben gibt. Doch die aufgeklärten

Schüler bleiben nicht beim Mitleid;

sie wissen genau, wer die Schuld

für die übervollen Tierheime trägt.

Die Menschen, sagen sie einstimmig zu

Stefan Kirchhoff und Anke Mory. Und

während Pongo schnell zum Klassenstar

wird und seine Vorderpfoten

auf die Schultische legt, lassen

sich der Tierheimleiter und die

Pongo

Geschäftsstellenleiterin von den sehr

erwachsenen Ansichten der Mädchen

und Jungen hinsichtlich einer verantwortungsvollen

Tierhaltung überraschen.

Sie sind überzeugt, dass die Tierheime

deswegen so voll sind, weil Tiere trotz

aller Aufklärung nach wie vor ohne

nachzudenken angeschafft werden.

Die wenigsten Menschen, erklären sie,

wüssten, wie viel Zeit und Arbeit die

Haltung eines Tieres bedeute.

Erstaunlicherweise beurteilen die Schüler

Menschen, die Tierheimtiere aufnehmen,

kaum besser als andere

Tierbesitzer. Sie hielten sich für

große Tierschützer und würden

sich doch im Ernstfall schnell wieder

von ihrem Tier trennen, so ihre

Einschätzung.

Glücklicherweise hat der bmt in diesem

Fall andere, gute Erfahrungen

gemacht: Die meisten Vermittlungen

sind positiv und dauerhaft.

Der Dalmatiner ist 2004 geboren, im Tierheim abgegeben

und vermittelt worden. Leider brachten ihn seine neuen Besitzer

2008 ins Tierheim zurück. Der Grund war die überaus

enge Bindung an seine Bezugsperson. Durch die erneute

Trennung hat sich dieser Wesenszug, der sich bis zur ausschließlichen

Fixierung auf seinen Menschen steigern kann,

noch verschärft. Pongo, gelehrig, gehorsam, verträglich,

sucht einen Menschen, der seine Anhänglichkeit schätzt und

in sein Leben integrieren kann.


eunde

SCHWER VERMITTELBARE TIERHEIMHUNDE

WAS AUS UNSEREM TITELHUND 4/2009 WURDE

Shadow hat das große Los gezogen

TH ARCHE N OAH

Als "Traumhund mit kleinen Handicaps" hatten wir Shadow in der vergangenen Ausgabe vorgestellt.

Der 2 Jahre alte Border Colliemischling hat Epilepsie, die durch Medikamente in

Schach gehalten wird. Wenn der Rüde - sehr selten - Anfälle bekam, dann allerdings mit ausgeprägter

Heftigkeit. Sein temperamentvolles Verhalten, er drängte an der Leine zu anderen

Hunden und forderte auch Katzen vehement zum Spiel heraus, schien zusätzlich die Aussichten für eine Vermittlung zu erschweren.

Abgegeben wurde er von einer Familie, die laut Aussagen von Nachbarn rigide mit dem Tier umgegangen war.

Schläge und harte Worte waren vermutlich auch ein Grund, weshalb der sensible Junghund in seinem früheren Zuhause regelmäßig

unter Epilepsieanfällen litt.

Die Architektin Bärbel Ebeling liest sich die Beschreibung zu Shadow auf der homepage des Tierheims durch - und fühlt sich

sofort hinzugezogen zu dem blauschwarz-glänzenden Border Collie mit den

sanften Augen. Die erste Kontaktaufnahme zu Shadow verläuft positiv, doch alleine

kann die 45jährige die Entscheidung nicht treffen. Sie muss sich mit Don

beraten…

Ihr selbstbewusster Terrier hatte vor Jahren schon einmal erfolgreich eine Vergrößerung

des Rudels verhindert. Doch inzwischen ist der 5 Jahre alte Hund kastriert,

hat souverän die Vergesellschaftung mit zwei jungen Katzen hingenommen

und scheint sozialverträglich genug zu sein, um einen weiteren Rüden im

Haus zu dulden.

Im Freilauf des Tierheims begegnen sich Don und Shadow mit freundlichem

Interesse, und auch gegen einen Probebesuch zu Hause hat der Terrier nichts

einzuwenden. Bärbel Ebeling ist glücklich; seit drei Jahren denkt sie daran, ih-

rem Terrier einen Gefährten an die Seite zu geben, weil sie der Auffassung ist, dass Hunde den Kontakt zu Artgenossen, unabhängig

von einer guten Mensch-Tier-Beziehung, zu ihrem Wohlbefinden und dem Ausleben arteigener Bedürfnisse brauchen.

Für Shadow beginnt mit dem Tag des Auszugs aus der Arche Noah ein glückliches Leben: Sieben Hektar Land umfasst sein

neues Zuhause bei Ottersberg. Katzen, Schafe, Hühner und Bärbel Ebelings Vater bewohnen mit der - auf ökologischen Hausbau

spezialisierten - Architektin den alten Bauernhof, der schon seit fünfter Generation in der Familie ist.

Das Haus strahlt Ruhe aus, hinter seinen Fenstern erstreckt sich die niedersächsische Weite bis zum Horizont. Eine wohltuende

Stille, die nach und nach auch Shadows inneren Frieden wieder festigt. Der Rüde hat bislang keinen Anfall erlitten; er wirkt

ausgeglichen und sicher im Umgang mit seiner neuen Bezugsperson, lässt kaum die Augen von der Frau, die

ihm eine Welt eröffnet hat, die er bislang nicht kannte: Eine Welt der Achtung und des Respekts.

Shadows alte Familie hat inzwischen einen neuen Hund.

Eddy

Bärbel Ebeling und Shadow

verstehen sich sehr gut.

Text: Claudia Lotz

Fotos: Stefan Kirchhoff, Claudia Lotz

Der wesensstarke Eddy hat den Großteil seines Lebens im Tierheim verbracht -

doch kein Hund sollte im Tierheim seinen Lebensmittelpunkt sehen müssen.

Eddy, 2000 geboren, hat mittlerweile fast sieben Jahre in der

Arche Noah verbracht. Der Kurzhaar Collie-Sennenhundrüde

ist kein Hund, der sofort auf Menschen zugeht. Er beobachtet,

wartet ab und schätzt sein Gegenüber ein, bis

er Vertrauen aufbaut. Eddy ist ein wunderbarer Begleiter,

wenn auf beiden Seiten die Chemie stimmt.

Das Recht der Tiere 1/2010

29


Das Recht der Tiere 1/2010

30

F RANZISKUS TH

Immer mehr Kaninchen &

FRANK WEBER, LEITER FRANZISKUS TH: “TIERE

Sie werden bei brütender Sommerhitze auf dem Autobahnparkplatz ausgesetzt,

stehen bei klirrender Kälte nachts vor dem Tierheimtor oder werden im luftdicht

verschlossenen Pappkarton entsorgt. Mal findet man sie in einem Käfig im Wald, mal neben der Mülltonne,

oder man wirft sie in den Hundeauslauf über den Zaun. Jedes

Jahr nimmt die Zahl der von unseren Tierheimen versorgten

Kleintiere erschreckend konstant zu. Täglich werden

Dutzende von gefundenen Kaninchen, Meerschweinchen

und sonstigen Nagetieren vom bmt

aufgenommen. Dazu kommen die privaten Abgabetiere,

die dringend ein neues Zuhause suchen.

"Die Flut der Nager nimmt kein Ende, unser Kleintierbereich

ist praktisch das ganze Jahr über bis auf

den letzten Platz belegt", berichtet Frank Weber, Leiter

des Franziskus Tierheims in Hamburg. "Und es ist

kein Ende in Sicht. Dabei funktioniert die Vermittlung

der Nager bei uns sehr gut. Pro

Jahr finden über 300 ein

gutes neues Zuhause.

Und wir sind eines der kleineren Tierheime des bmt."

Diese große Anzahl von Tieren sachkundig zu betreuen, stellt höchste Anforderungen

an die Mitarbeiter und ist mit entsprechend hohen Kosten verbunden. "Die Kleintiere

sind mittlerweile unser teuerster Posten", erklärt Weber. "Die Käfige werden täglich

gründlich gereinigt, mindestens zwei Personen sind den kompletten Vormittag

alleine damit beschäftigt. Dazu kommen Einstreu und frisches Obst. Und ein paar

Streicheleinheiten müssen ja auch noch drin sein."

Ein zusätzliches Problem ist der gesundheitliche Zustand der aufgenommenen Tiere.

"Der Großteil der Kaninchen und Meerschweinchen sind krank. Besonders häufig sind Ungezieferbefall,

Zahnfehlstellungen und Mangelerscheinungen", erklärt der Tierheimleiter. Der

Aufwand, den es verursacht, die Kleintiere gewissenhaft tierärztlich zu versorgen, ist immens. "Unsere Ärzte können sich über

Langeweile nicht gerade beschweren. Und bevor wir unsere Kleinsten vermitteln können, müssen natürlich alle männlichen

Tiere kastriert werden."

Die Nachsorge für die behandelten Tiere ist zeitaufwändig und muss mit großer

Sorgfalt erfolgen. Oft dauert es mehrere Wochen

intensiver Pflege, bis sich ein

Tier soweit erholt hat, dass es in gute

Hände weitervermittelt werden

kann.

"Die Schutzgebühren stehen da natürlich

in keinem Verhältnis zum

Aufwand", so Weber. "Die Kosten

würde kein Interessent bezahlen.

In erster Linie ist es ja auch unsere

Wenn Sie unsere Kleintiere besuchen möchten, freuen wir uns sehr. Infos unter www.franziskustierheim.de


Co im Tierheim

SIND KEIN WOHLSTANDSMÜLL”

Aufgabe, die uns anvertrauten Tiere bestmöglich zu versorgen. Für unsere

Tierheime wird das allerdings zunehmend zu einer sehr großen Belastung.

Zumal die Bereitschaft, für Hunde und Katzen zu spenden

einfach größer ist als die Spendenbereitschaft bei den Kleintieren."

Für den verantwortungslosen Umgang

mit den Kleinsten unter unseren

Hausgenossen spielen mehrere

Faktoren eine Rolle. "Das

massivste Problem sind sicherlich

die so genannten

Spontankäufe",

weiß der Tierheimleiter.

"Die Nager sind ja

ausgesprochen niedlich

und kosten nicht

viel in der Anschaffung.

Da geben gestresste Eltern

schneller dem Drängeln

der Kinder nach als dem Wunsch

nach Hund oder Katze. Die hohen Ansprüche, die eine artgerechte Haltung

der possierlichen Nager an den Besitzer stellt, bemerkt man erst

hinterher, wenn überhaupt...Die Kosten für den Unterhalt werden meistens

unterschätzt. Und wenn die Kinder

dann noch das Interesse an

den Tieren verlieren, schiebt

man sie ins Tierheim ab

oder entsorgt sie eben einfach

neben der Mülltonne..."

"Wer sich ein Tier anschafft,

muss sich darüber

im Klaren sein, dass

er die Verantwortung für

das Leben des Tieres für

mehrere Jahre übernimmt. Gleichzeitig muss man sich über die Anforderungen,

die an den Halter gestellt werden, gewissenhaft informieren",

rät Frank Weber. "Das Tierheim ist da der definitiv beste Ort, um sich nach

einem geeigneten Familienzuwachs umzuschauen. Denn hier gibt es

possierliche Hausgenossen und eine kompetente und umfassende Beratung.

Wenn man die in Anspruch genommen hat, weiß

man ganz genau, dass Tiere kein "Wohlstandsmüll" sind,

sondern Familienmitglieder, die auf unsere verantwortungsvolle

Fürsorge angewiesen sind.

Fotos: Debra Bardowicks,

www.animal-photography.de

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Das Recht der Tiere

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Das Recht der Tiere 1/2010

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T IERHEIM H AGE

Große Liebe

auf acht Pfoten

Jack und Laika werden nur

gemeinsam vermittelt!

Noch nie, sagen die Mitarbeiter des Tierheims Hage,

hätten sie zwei Hunde erlebt, die in solch inniger Zuneigung

aneinander hängen würden. Wird der eine

aus dem Zwinger geholt, ist die andere untröstlich,

muss sie ihn kurz verlassen, findet er keine Ruhe

mehr. "Jack und Laika", sagt Hundepfleger Udo Meyer,

"brauchen sich für ihre persönliche Entwicklung,

und wir respektieren diese außergewöhnliche Zuneigung

selbstverständlich."

Es ist schon erstaunlich, dass die Hunde erst ihre lange Reise

von Rumänien nach Deutschland antreten mussten, um sich

in der kleinen, ostfriesischen Stadt am Deich zu begegnen.

Als Laika, damals 3,5 Jahre alt, im Tierheim Hage ankommt,

ist sie scheu und zurückhaltend, eine nicht untypische Reaktion

von Straßenhunden auf ihr neues Umfeld. Um ihr etwas

mehr Sicherheit zu vermitteln, wird die Hündin in den Zwinger

des vier Jahre älteren Jack gesetzt.

Ob es daran liegt, dass sich Laika und Jack sofort als "Rumänen"

mit ähnlichem Erfahrungshintergrund erkennen oder

einfach nur an spontaner Sympathie bleibt das Geheimnis der

Beiden. Tatsache ist, dass sie nach der ersten Kontaktaufnahme

beschlossen, der Welt deutlich zu machen: Wir gehören

ab jetzt zusammen.

Und so erlebt das Tierheimteam die Osteuropäer nur im Dop-

Sehr kinderliebes Geschwisterpaar

pelpack: Wenn Jack frisst, hat auch Laika Hunger, und wenn

die Hündin schläft, wacht der Rüde an ihrer Seite. Spaziergänge

sind nur schön, wenn man nebeneinander laufen darf,

und neue Menschen werden erst dann freundlich begrüßt,

wenn sie ihre Zuneigung gleichmäßig auf Beide verteilen.

Laika ist inzwischen, dank Jacks Vermittlung zur Spezies

Mensch, zutraulicher geworden und genießt langsam die gut

gemeinten Streicheleinheiten. Beide Tiere sind leinenführig,

hören gut und sind sich einig, dass Katzen nicht unbedingt in

ihrem neuen Zuhause wohnen sollten.

Möglicherweise hat der Rüde schlechte Erfahrungen mit Kindern

gemacht, darum wäre eine Familie mit Jugendlichen (ab

12 Jahre) wünschenswert. Das Tierheim Hage gibt die liebenswerten

freundlichen Hunde nur gemeinsam ab und würde

eine Haltung im Haus mit Garten begrüßen.

Die Geschwister (ca. 1 Jahr) waren schon einmal

vermittelt und kamen aufgrund einer Katzenhaarallergie

des Kindes ins Tierheim zurück. Geblieben

aus dieser kurzen glücklichen Familienzeit ist den

beiden Europäischen Kurzhaarkatzen die Begeisterung

für Kinder. Miss und Marple spielen sehr gerne,

sind völlig verträglich mit Artgenossen und reine

Wohnungskatzen. Die beiden Tiere sind lieb,

verschmust und zutraulich und waren noch keine

Sekunde ihres Lebens getrennt - und das soll auch

so bleiben. Die Geschwister werden nur gemeinsam

vermittelt. Miss Marple

Text: Claudia Lotz, Fotos: Ursula Sottmeier


Kontakt für diese Tiere: Tierheim Hage, Tel: (04938) 4 25

Auch diese Tiere suchen ein schönes Zuhause!

Die hübsche Corgimischlingshündin ist intelligent, hört sehr gut und läuft vorbildlich an der Leine.

Ebenso perfekt erfüllt sie auch ihre Aufgabe als Wachhündin: Sobald Fremde im Haus sind,

zeigt sie ihre spitzen Zähne.

Wer die fünf Jahre alte Hündin zu sich nimmt,

sollte sich mit ihrem Beschützerinstinkt auseinandersetzen

und gegebenenfalls eine

Hundeschule besuchen.

Übrigens beschränkt sich ihr Territorialverhalten

nur auf die eigenen vier Wände, draußen

ist sie ein fast toleranter (bedingt sozialverträglicher)

Hund.

Nana, die Wachsame

Die Deutsche-Bracke-Mischlingshündin ist

noch ein wenig scheu und lässt sich nicht so

gerne anfassen. Bei fremden Menschen reagiert

sie ängstlich bis abwehrend. Die 2,5jährige

braucht Zeit, um Zutrauen zu fassen, und

so rät das Tierheim Interessenten, mindestens

drei bis vier Wochen regelmäßig zu kommen,

um mit der Hündin zu arbeiten und sich ihr

Vertrauen zu erwerben. Die sozialverträgliche

Bibi legt nur dann ihre Zurückhaltung ab,

wenn sie große Rüden sieht: Ihnen schenkt

sie, ohne Wenn und Aber, ihr Herz.

Bibi, die Schwärmerin

Der Perserkater wurde im Dezember 2008 draußen aufgefunden. Er ist

ein typischer Einzelgänger, wie Katzenpflegerin Melanie Kalleit beobachtet

hat, der sich eng an

seine Bezugspersonen

anschließt. Percy schätzt

das tägliche Bürsten

nicht, braucht es aber für

seine notwendige Fellpflege.

Der Kater, dessen

Alter auf ca. 8-9 Jahre

geschätzt wird, ist ein

charmanter Dickschädel,

er tut nur, was ihm gefällt.

Percy ist gesund, verschmust

und unproblematisch

im Umgang.

Percy, der

Dickschädel

T IERE IN N OT

Duke, der "Unsichtbare"

Der 5jährige Rüde macht sich gerne "unsichtbar",

darum wird er von Besuchern schnell

übersehen. Duke ist schüchtern, sehr lieb, sozialverträglich

und lässt sich gerne etwas beibringen.

Der sanfte Hund neigt ein wenig zur

Passivität: Wenn Interessenten an seinen Zwinger

treten, bleibt er liegen, als wolle er nicht auffallen.

Ebenso würde er von sich aus nicht zum

Spazierengehen oder Spielen animieren, ist er

jedoch soweit in Stimmung gebracht, macht

ihm jede Aktivität Freude und er wird zum ausdauernden,

starken Begleiter.

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Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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T IERHEIM E LISABETHENHOF

GROSSE

SPENDENBEREITSCHAFT

TROTZ

WIRTSCHAFTSKRISE

Schüler spenden für den Tierschutz

Für den bmt ist es immer eine besondere Freude, wenn Schüler sich für Tiere interessieren und aus Überzeugung

die Tierschutzarbeit des Vereins unterstützen. Für das Tierheim Elisabethenhof haben sich in den

letzten Monaten viele Schüler stark gemacht und Tieren mit ihren Spenden geholfen. Mike Ruckelshaus war

begeistert von dem Engagement und dem Ideenreichtum der jungen Tierschützer: "Gerade im Hinblick auf

die Wirtschaftskrise, deren Auswirkungen wir sicher noch lange spüren werden", sagte der Geschäftsstellenleiter,

"ist die Hilfe der Schüler noch bewundernswerter."

Die Mädchen und Jungen der Maria-Sibylla-Merian-Schule

in Ortenberg hatten bei einem Sponsorenlauf 2400 Euro gesammelt.

Den Erlös übergaben sie stolz Geschäftsstellenleiter

Mike Ruckelshaus. Auch die Gesamtschule Gedern und

die umliegendenGrundschulenveranstalteten

einen Lauf

zugunsten des

Tierheims und

spendeten den

Erlös von 500

Euro an den Elisabethenhof.

Tierheimleiter C. Werner, Mike

Ruckelshaus, Regine Sinner, ehem.

Lehrerin der Gesamtschule Gedern

Die Schüler der Maria-Sibylla-Merian-Schule in Ortenberg

mit ihren Lehrerinnen und Mike Ruckelshaus

Ein großes Herz

für Tiere zeigten

auch Viertklässler

der Grund-

In der Förderung des Jugendtierschutzes sieht der Bund gegen

Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) ein elementares Ziel seiner

Arbeit. Seit 1994 hat der bmt eigene Tierschutzlehrer, die

auf Wunsch Schulen besuchen und Tierschutzunterricht abhalten.

Für Grundschulklassen hat der bmt altersgerechtes

Unterrichtsmaterial entwickelt.

Darüber hinaus vergibt der bmt jedes Jahr den Jugendtierschutz-Preis

der Ehepaar-Quade-Stiftung. Die Stiftung aus

Darmstadt will mit dieser Auszeichnung Kinder und Jugendliche

ehren, die sich in herausragender und vorbildlicher

Weise für Tiere und den Tierschutzgedanken einsetzen. Die

Preisverleihung findet alljährlich im bmt-Tierheim Elisabe-

schule am Heideweg in Kassel. Die Schüler der Klasse 4c organisierten

im Rahmen ihres Schulfestes einen Flohmarkt mit

Kinderartikeln. Die Einnahmen in Höhe von 320 Euro kamen

dem Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel zugute.

"Haben Hunde Rechte?" Diese Frage stand im Mittelpunkt einer

Projektwoche, die von der Waldschule im mittelhessischen

Daubringen durchgeführt wurde. Am Ende der Woche

konzipierten die Mädchen und Jungen zusammen mit einer

Tierärztin und einer Hundetrainerin eine Ausstellung, die

auch im Rathaus gezeigt wurde, und ein Quiz zu diesem Thema.

Dabei konnten die Kinder einen Betrag von 100 Euro sammeln,

den sie zweckgebunden für die Gnadenbrothunde des

bmt spendeten. Für das Projekt "Haben Hunde Rechte?" wurde

die Waldschule Daubringen vom Hessischen Umweltministerium

mit dem "Hessischen Schulpreis zum Tierschutz

2009 für herausragende Projektarbeit zum Tierschutz an

Hessischen Schulen" ausgezeichnet.

Text und Fotos: Mike Ruckelshaus

Bewerbung für den Tierschutzpreis 2010!

HESSISCHE TIERSCHUTZ-STIFTUNG ZEICHNET ENGAGEMENT JUNGER TIERSCHÜTZER AUS

thenhof statt. Gegründet wurde die Stiftung von den inzwischen

leider verstorbenen Eheleuten Lidia und Karl-Heinz

Quade aus Darmstadt-Eberstadt.

Kinder und Jugendliche, die sich in besonderer Weise für den

Schutz von Tieren engagieren, können sich noch bis zum

31.12.2010 mit einer kurzen Darstellung ihres Projektes unter

folgender Adresse bewerben:

Tierheim Elisabethenhof

Geschäftsstellenleiter Mike Ruckelshaus

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

mike.ruckelshaus@bmt-tierschutz.de


Fiorella

Kontakt für diese Tiere: Tierheim „Elisabethenhof“, Tel: (06035) 59 16

Der bildschöne Schäferhund-Collie-Mischlingsrüde kam 2004 als Junghund

ins Tierheim und wurde auch gleich vermittelt. Leider trennten sich

seine Besitzer und er musste täglich 12 Std. alleine bleiben - ein unhaltbarer

Zustand für den Hund. Im März 2009 kam Spike zurück ins Tierheim.

Er ist ein lieber verschmuster Hund, der

es besonders mag, gebürstet zu werden.

Der kastrierte Rüde geht gerne

spazieren und fährt auch gut im Auto

mit. Spike ist ein ausgeprägter Familienhund,

der allerdings unsicher im

Umgang mit seinen Artgenossen ist und

sich dementsprechend auffallend verhält

("Leinenpöbler"). Da ihm überdies

auch der letzte Erziehungsschliff fehlt,

wäre der Besuch einer Hundeschule

oder die Inanspruchnahme einiger

Übungsstunden sinnvoll. Übrigens

kennt Spike Pferde und könnte sicher

auch ein guter Reitbegleithund werden.

Spike

T IERE IN N OT

Die Mischlingshündin haben wir aus unserem Partnertierheim Brasov übernommen.

Sie ist eine superliebe, ausgeglichene, agile Hündin, die sich sehr

gut mit Artgenossen versteht. Fiorella ist eine souveräne Hündin, die man

überall mit hinnehmen kann (Autofahren ebenfalls problemlos). Die ca. Einjährige

leidet an einem Hornhautödem und muss regelmäßig Augentropfen

bekommen. Die Hündin ist seit einiger Zeit in Behandlung bei einer Augenärztin

und inzwischen sieht man deutlich Erfolge. Das linke Auge wird immer

besser und kann vielleicht fast wieder hergestellt werden, das rechte Auge wird

wahrscheinlich schlecht bleiben, hier kann sie nur hell und dunkel unterscheiden.

Doch Fiorella kommt mit ihrer Behinderung sehr gut zurecht; sie

spielt mit anderen Hunden und ist voller Lebensfreude und bräuchte eine

ebensolche Familie: fröhlich, unternehmungslustig und unkompliziert.

Lebenslustiger Junghund aus Brasov

"Der Pferdeflüsterer"

Ruben (7) wurde bisher vom Schicksal nicht gerade verwöhnt: Er leidet an

Epilepsie, ist FIV-positiv und hat nur ein Auge. Der Kater ist mit seinen Medikamenten

gut eingestellt und hat im Tierheim keinen Anfall mehr gehabt.

Er ist sehr verschmust und sucht ein Zuhause in einem ruhigen Haushalt.

Ein gesicherter Balkon wäre schön, da er ursprünglich

Freigang gewohnt war, nun durch seine Erkrankung

nicht mehr hinaus darf. Ruben steht stellvertretend

für weitere drei FIV-positive Katzen im Tierheim

Elisabethenhof.

Freddy (11) kam im Oktober 2008 als Fundtier in den Elisabethenhof.

Freddy ist ein lieber, verschmuster Kater. Leider

teilt er die Streicheleinheiten nicht gerne mit anderen

Katzen und sucht daher ein neues Zuhause als Einzelkater

in einer ruhigen Gegend, weil er gerne spazieren geht.

Freddy leidet an chronischem Durchfall, der sich mit Diätfutter

gut unter Kontrolle halten lässt.

Ruben

Zwei freundliche Fundkater mit Handicaps

Der Chinchillabock Karl wurde im Juni 2009 zusammen

mit anderen Chinchillas im Wald ausgesetzt.

Die Tiere waren alle in einem erbärmlichen

Zustand, total abgemagert und hatten schlimme

Augenentzündungen. Nach mehreren Behandlungen

konnten die Weibchen bereits vermittelt werden.

Karls Augenentzündung ist chronisch und er

muss seine Augentropfen wahrscheinlich dauerhaft

bekommen. Er ist inzwischen kastriert und sucht nur

noch ein endgültiges zu Hause bei Chinchilla-Liebhabern

und natürlich in Gesellschaft. Karl ist durch

seine Behandlung sehr zutraulich und lässt sie brav

über sich ergehen.

Karl

Chincilla Karl: im Wald ausgesetzt

Freddy

Das Recht der Tiere 1/2010

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Das Recht der Tiere 1/2010

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TH KÖLN-DELLBRÜCK

“Hallo Leute,”

nachdem Frauchen mich

Karneval zum Gespött aller

Hunde gemacht hat, traue ich mich kaum noch auf die

Straße. "Haha, da kommt Britney Spears", "Na Koko, was hast

Du denn unter Deinem Minirock?", "Bist Du das neue Mitglied

von Brings?" rufen mir die Pudel, Kangals und Doggen

hinterher.

Super, wie soll ich denen erklären, dass es NUR eine Fotomontage

war und ich mir lieber den Schwanz kupieren lasse

als einen karierten Minirock zu tragen?

Naja, jetzt ist dieser Karnevalsspuk auch endlich vorbei. Der

Schnee-Spuk hoffentlich bald auch. Habe schon ganz wunde

Pfoten von den vielen gesalzenen Bürgersteigen.

Der Erfinder von Streusalz muss ein Hundehasser gewesen

sein. Seid ihr schon einmal barfuß über

einen eiskalten, gesalzten Boden gelaufen?

Ich kann Euch sagen... das zwiebelt

ganz schön.

“Annie endlich wieder

im Glück!”

Ansonsten habe ich heute mal nichts zu

meckern. Ganz im Gegenteil: Es gibt

Grund zur Freude, denn zwei unserer

Langzeitbewohner durften in den letzten

Tagen ihre Köfferchen packen. Eine davon

ist Annie. Wir hätten nicht mehr wirklich damit gerechnet,

dass die alte Dame nochmal eine Chance bekommt.

Sie hat eine harte Zeit hinter sich. 2007 verstarb zuerst ihr

Herrchen, dann ihr Frauchen. Da sich niemand sonst um sie

kümmern konnte, kam sie zu uns ins Heim. Hier bewohnte

sie, da sie Artgenossen nicht besonders mochte, alleine ei-

Annie im neuen Zuhause

Kokos Inter

VON DER HEIMLICHSTEN MUT

Die Ungarin Koko ist in Köln-Dellbrück bekannt

wie ein bunter Hund. Mit ihrer Internet-Kolumne

hält sie ihre Leser über alle wichtigen (und auch

weniger wichtigen) Dinge, die im Tierheim passieren,

auf dem Laufenden. Nichts entgeht der

manchmal etwas bissigen Terrier-Dame, und das

ist auch gut so.

Momentan pflegt sie ihre Streusalz-geplagten

Pfoten und freut sich über zwei gelungene Ver-

mittlungen…

“Typischer Fall von seelischer Grausamkeit:

Frauchens Fotomontage

von mir zum Karneval”

nen Zwinger, und man konnte zusehen,

wie sie immer trauriger wurde.

Einzig die täglichen Spaziergänge mit

ihrer ehrenamtlichen Gassigängerin

heiterten sie für ein paar Stunden auf.

Und nun hat sich das Rad des Schicksals

tatsächlich nochmal für sie gedreht, denn Annie

ist ausgezogen. Ich habe aus meinem Bürofenster

gesehen, wie sie von netten Leuten abgeholt

wurde. Sie soll jetzt in einem schönen Haus mitten im Wald

wohnen. Bestimmt gibt es dort auch ein gemütliches Sofa für

die gute Annie. Ich drücke ihr alle vier Pfoten, dass sie dort

noch ein paar schöne Jahre haben wird.

“Auch Käthe hat eine

neue Familie”

Der zweite Kracher ist die gute Käthe, die

"heimlichste Mutter aller Zeiten". 2007

hat sie, ohne uns vorher darüber zu informieren,

in ihrem Körbchen über

Nacht fünf Kangalkinder zur Welt gebracht.

Wäre ich damals schon hier gewesen,

hätte ich ihr natürlich mit mütterlichen

Ratschlägen zur Seite gestanden,

aber damals trieb ich noch mein Unwesen

auf den Straßen von Pecs (und das ist, wie Ihr wisst, ein

anderes Kapitel).

Wie dem auch sei: Die Welpen waren wohl schnell vermittelt,

die gute Käthe blieb. Und blieb. Bis ein Auftritt bei "Tiere suchen

in Zuhause" im Dezember des letzten Jahres ihr Leben

für immer verändern sollte. Ein nettes Ehepaar hatte die Sen-


net-Kolumne

TER ALLER ZEITEN …

Käthe

dung gesehen und war von Käthes traurigem

Schicksal berührt.

Sie kamen vorbei, um Käthe kennen zu lernen

und der Funke schien überzuspringen.

Käthe sagte mir nachher, dass sie ganz

überrascht war, denn eigentlich hat sich in

den Jahren nie jemand ernsthaft für sie interessiert.

Die drei gingen oft zusammen spazieren

und irgendwann entschloss man sich, es mit

der hübschen Kangaldame zu versuchen. Platz genug

war da, und so zog Käthe an Karneval ins schöne

Köln-Widdersdorf.

Erste Bilder haben uns schon erreicht, alle Beteiligten scheinen

sehr glücklich zu sein und bisher ist niemand gefressen

worden. Käthe ist sehr entspannt und genießt die Nickerchen

auf ihrem neuen großen Kissen.

“... und dann schnell

nochmal zum WDR!”

Damit die Kette der

glücklichen Vermittlungen

nicht abreißt,

hab ich mir gedacht, ich helfe da mal ein bisschen nach und

melde uns gleich mal für einen weiteren Besuch bei "Tiere suchen

ein Zuhause" an. Habe mir unseren Kastenwagen geschnappt,

bin mit wehendem Fell dort vorgefahren und habe

sechs Hunde, drei Katzen, sieben Ratten und zwei

Nymphensittiche abgeladen. Die Vermittlungsgespräche mit

Frau Ludwig habe ich unserem Chef überlassen - Frau Ludwig

streichelt und umarmt ja gerne ihre vierbeinigen Gäste -

und ich wüsste nicht, ob ich da vor laufender Kamera für

mein gutes Benehmen garantieren könnte.

TH KÖLN-DELLBRÜCK

Käthe, ihre "heimlichen" Welpen, und ... ... das neue Zuhause erkundend.

Zu Gast bei ”Tiere suchen ein Zuhause” im WDR

Ich werde aber wieder den Telefondienst übernehmen - durch

die Leitungen kann ich ja niemanden beißen. Und außerdem:

Wer, außer mir, kennt die Bedürfnisse unserer Bewohner

besser als ich?

Apropos Telefondienst. Gerade rief jemand an, der seine beiden

15jährigen Katzen abgeben wollte. Das andere Kölner

Tierheim verweigerte die Annahme mit der Begründung, Zitat

Besitzer "…die Tiere sind zu alt und somit nicht mehr vermittelbar!".

Ich frage mich, ob die MICH damals

aufgenommen hätten???

So, ich gehe jetzt auf mein Sofa

und komme erst wieder herunter,

wenn die Spargelzeit angefangen

hat.

“Eure Koko”

Die Firma Bobbywear verkauft Koko-Motiv-T-Shirts mit

Swarovskisteinen. Von jedem verkauften Shirt bekommt

das Tierheim Köln-Dellbrück 5 Euro.

Die Charityaktion läuft noch bis Juli 2010.

www.bobbywear.de/charity.html

Text: Sylvia Hemmerling

37


Das Recht der Tiere 1/2010

38

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15

80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

VORSTAND

1. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

2. Bundesvorsitzende:

Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -23, Fax (07121) 820 17 -18

Bundesschatzmeister:

Bernd Stephan, Kaiser-Friedrich-Promenade 82

61348 Bad Homburg

Tel. (06172) 138 80 26, Fax (06172) 23 691

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LANDESVERBÄNDE

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

MIT 10 GESCHÄFTSSTELLEN , 8 TIERHEIMEN UND EINEM TIERSCHUTZZENTRUM

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11

Leiter (TH): Christian Werner

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Anke Mory; Tel. (0170) 632 52 40

Leiter (TH): Stefan Kirchhoff,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. “Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

Mitglieder- und Spendenverwaltung durch das

Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Kassel

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Mike Ruckelshaus

(mike.ruckelshaus@web.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Torsten Schmidt

(torsten.schmidt@bmt-tierschutz.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, An der Kirsebek 3,

24376 Kappeln, Tel. (04642) 922 407, Fax (04642) 922 714

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Sauerbruchstr. 11, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

Gisela Lichterfeld (Tierschutzlehrerin)

(huglichterfeld@gmx.de)

Kirchhellener Ring 93, 46244 Bottrop-Kirchhellen

Tel. (02045) 23 54

www.bmt-tierschutz.de


NEUES GROSSES

TIERLEXIKON FÜR KINDER

900 Tiere

in Wort und Bild

352 Seiten, gebunden, 9,95 Euro

Dieses Tierlexikon aus dem compact

Verlag beschreibt die wunderbare

Welt der Tiere von A-Z. Unterhaltsam

und lehrreich werden Lebensweise

und Verhalten der Tiere kindgerecht

erklärt. Ein Buch zum Nachschlagen

und Schmökern.

- Über 900 Tiere mit zahlreichen Bildern

- Infokästen mit Größe, Farbe, Verbreitung und Zugehörigkeit

- Sonderseiten zu Lebensräumen und Rekorden

- Interviews: u.a. mit Karsten Plücker in seiner Funktion als

Tierheimleiter der Wau-Mau-Insel in Kassel

Als großes Extra gibt es ein spannendes Tierquiz - so kann jedes

Kind sein Wissen testen.

Chris Emig

"ICH WERDE NIE ERWACHSEN"

Kater Fiffi erzählt

Triga Verlag

145 Seiten, 11,80 Euro

2007 erschien von der Autorin "Ich

heiße Mobbel". Die Geschichten von

Kater Fiffi und seinen acht Freunden

sind die Fortsetzung des früheren

Büchleins, in dem Chris Emig durch

Niederschreiben der Erlebnisse von

Mobbel ihre Trauer über den Tod des

Tieres verarbeitet. Kater Fiffis Erzählungen sind, wie das erste

Buch, heiter, liebenswert und sehr gefühlvoll.

"WO DIE FLIEGE HUSTET"

TIERGEDICHTE

VON MARGA RETE

Marga Rete (Jahrgang 1925) hat

diesen kleinen Gedichtband verfasst,

der mit besonderem Blick

für Details Geschichten aus dem

Tierreich in den Mittelpunkt stellt.

Die Helden der Gedichte, die oft

wie Gleichnisse wirken, sind Vögel,

Säugetiere und Insekten - so

gab die Fliege, die fast in der Milch ertrunken wäre, dem

Gedichtband seinen Namen.

117 Seiten, Verlag: Books on Demand GmbH,

9,90 Euro.

Z U GUTER L ETZT

"FIWI-BELIBO"

ein Buch von Ute Graesner

Strolche auf vier Pfoten

FiWi-BeLiBo steht für Fips und Wilma, Betsy, Lisa

und Bommel, die Hunde und Hauptpersonen

im Hause Graesner in Monzingen.

Alle Vierbeiner haben eigene Geschichten und

entsprechende Charaktereigenschaften entwickelt,

die das Zusammenleben von Mensch und

Hund Tag für Tag zu einer Mischung aus Glück

und Chaos zugleich werden lassen - und so

wird für Ute und Michael Graesner jede Sekunde

mit ihren Lieblingen zu einem neuen,

spannenden Abenteuer.

Seit vielen Jahren ist das Ehepaar ehrenamtlich

für den bmt-Hunsrück tätig und hat Notfällen

aus dem Tierschutz ein Zuhause geschenkt. Die

Autorin wurde durch ihre Hunde, die ausgesetzt,

abgegeben oder anderweitig "entsorgt"

werden sollten, zu den unterhaltsamen Geschichten

inspriert.

Das Buch "FiWi-BeLiBo", 484 Seiten, 16,50 Euro,

Triga Verlag, ist bei der Autorin (Telefonnummer

06751-3680) zu beziehen oder im

Buchhandel.

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„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

EINLADUNG ZUR JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG DES bmt IN BAD NAUHEIM!

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

ÜBERREICHT VON:

Der Beirat des bmt

am Sonntag, 20. Juni 2010,

im Best Western Hotel Rosenau

Steinfurther Straße 1-5, 61231 Bad Nauheim

Hinter Bad Nauheim, Beginn 14.00 Uhr

Tagesordnung:

1. Eröffnung und Begrüßung

2. Feststellung der Tagesordnung

3. Tätigkeitsbericht des Bundesvorsitzenden

4. Kassenbericht des Schatzmeisters

5. Bericht der Rechnungsprüfer

6. Entlastung des Vorstandes

und der Geschäftsstellen

7. Vorstellung der Projekte des bmt

8. Verschiedenes

Wichtiger Hinweis:

Bitte bringen Sie Ihren Mitgliedsausweis mit!

werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR ......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

spende hiermit EUR ..................................................................................................................................................................

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(Die Spendenkonten finden Sie auf S.34)

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.

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