Download PDF - Bund gegen Missbrauch der Tiere

bmt.tierschutz.de

Download PDF - Bund gegen Missbrauch der Tiere

Nr. . 1 März 2006

DAS RECHT DER TIERE

VOGELGRIPPE IN DEUTSCHLAND

bmt fordert:

Impfen statt Töten!

UNBARMHERZIG

HUNDEMÄRKTE UND

BÄRENFARMEN

IN CHINA

OHNE STRAFE

SEXUELLER

MISSBRAUCH

AN TIEREN

FÜR KINDER

NEUES TIERSCHUTZ-

MATERIAL VOM bmt

IHR ENGAGEMENT

DAS TUN SIE

FÜR TIERE

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


I NHALT

INHALT

Hinweis: Unser neues Papier ist auch

Umweltpapier und chlorfrei gebleicht!

Inhaltsverzeichnis / Impressum 2

EDITORIAL 3

TITELTHEMA 4

Die Vogelgrippe hat Deutschland erreicht

Der bmt fordert: Impfen statt Töten

TIERSCHUTZPOLITIK 8

Legehennen zurück in die Käfige?

Geflügelgrippe

Massentötungen verhindern!

AKTUELL 10

EU streicht Subventionen für Tiertransporte

JAGDTOURISMUS 12

Einfuhrverbot von Bärentrophäen aus Rumänien aufgehoben

(K)EIN TABUTHEMA 14

Sexueller Missbrauch an Tieren in Deutschland

TIERE IN NOT 16

Wer hilft?

DAS TUN SIE FÜR TIERE 20

Walschutz: Andreas Morloks Protestmarsch nach Norwegen

Straffrei

Sexueller Missbrauch von Tieren

IHR PROTEST IST WICHTIG! 21

Zirkus: EU fordert von Österreich, Wildtierverbot aufzuweichen

Unbarmherzig: Chinas Bärenfarmen und Hundemärkte

Labor Covance: Hölle für Primaten

AUSLANDSTIERSCHUTZ 26

Reportage: bmt-Team rettet Milli von der Müllkippe

Tierheim in Kiskunhalas braucht eine Quarantänestation

GESCHÄFTSSTELLEN

TZ Pfullingen Auslandskoordinatorin Petra Zipp 30

TH Elisabethenhof 50 Stallhasen gerettet 32

Franziskus Tierheim Amelie - kein Happy End 33

Ungarn

Wie Sie den Hunden helfen können

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 34

ZU GUTER LETZT 35

Appell an Seehofer; Wahrheit über gefärbte Eier

Das Recht der Tiere 1/2006

2

Beitrittserklärung 36

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 1/2006

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion:

Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Anzeigen: Willy Passmann, 44879 Bochum, Tel.: 0234-49 42 84

Artgerchte Offenstallhaltung

Tierschutzunterricht

Neue Materialien für Grundschüler

Druck: Brendow PrintMedien, Moers;

Titelbild: Stefan Lotz

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 38.500 Exemplare


E DITORIAL

AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

AUF IHRE MITHILFE KOMMT ES AN!

In diesen Wochen gibt es ein beherrschendes Thema: Die

Vogelgrippe und ihre potentiellen Risiken für Mensch und

Tier. Um Ihnen Informationen in dieser, oft sehr emotional

geführten, Debatte zu geben, haben wir die wichtigsten

Infos über die Infektion auf den Seiten 4-7

zusammengetragen.

Dr. Jörg Styrie mit Milli in Ungarn

Ein Wort zu Ihrer Beruhigung vorweg: Es gibt bisher kaum Hinweise, dass die Geflügelgrippe

für Menschen wirklich gefährlich werden könnte. Bitte halten Sie sich stets vor Augen, dass die

seltene Übertragung auf den Menschen, wie z.B. in Asien oder der Türkei, unter hygienischen

Voraussetzungen geschah, die bei uns niemals denkbar wären.

Das Geflügel bleibt weiter unser Thema: Im April wird der Bundesrat voraussichtlich über die

Schweinehaltungsverordnung beschließen. An die Verabschiedung dieser Verordnung knüpfen

einige Bundesländer die Bedingung, das ab 2007 geltende Käfigverbot wieder zu kippen. Der

bmt hat auf seiner Internetseite (www.bmt-tierschutz.de) eine Protestaktion ins Leben gerufen

und bittet Sie, diese zu nutzen. Signalisieren auch Sie den Ministerpräsidenten der Länder, dass

das schwer errungene Verbot der Käfighaltung keinesfalls den wirtschaftlichen Interessen der

Geflügellobby geopfert werden darf. Tierqual soll in Deutschland keine Zukunft haben.

Aktiv für die Tiere eintreten - das ist unser Schwerpunkt in dieser Ausgabe: Lesen Sie, wie in

China die Unbarmherzigkeit gegen Bären, Hunde und Katzen waltet, und nutzen Sie bitte auch

hier zahlreich die angegebenen Protestadressen. Jede Stimme ist wichtig. Nur mit unserem

massiven Protest können wir den Regierenden klar machen, dass wir ihren grausamen

Umgang mit Wild- und Heimtieren ablehnen.

Erstmalig haben wir im “Recht der Tiere” auch ein Thema aufgegriffen, das in der Öffentlichkeit

mit Tabus behaftet ist: der sexuellen Ausbeutung von Tieren. Amelie wurde fast 10 Jahre von

ihrem Besitzer für seine sexuellen Avancen missbraucht. Muss es immer erst Jahre dauern, bis

ein bedauernswertes Tier gerettet werden kann? Bitte halten Sie stets die Augen offen, um Tiere

vor jeglicher Art von Misshandlung und Leid zu schützen.

Zum Schluss möchte ich Ihnen unsere quirlige Freundin Milli ans Herz legen: Sie hat uns in

Ungarn quasi "adoptiert" und wartet nun auf ein schönes Zuhause. Mehr über Milli und die

Fortschritte unserer Arbeit in Ungarn lesen auf den Seite 26-29.

In tierschützerischer Verbundenheit

Ihr

Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 1/2006

3


T ITELTHEMA

Der bmt fordert:

Impfen statt

Keulen!

Hubschrauber kreisen über Rügen.

Sie halten Ausschau nach verendeten

Schwänen und toten Wasservögeln,

die zügig eingesammelt werden

müssen.

Als im Februar die Vogelgrippe des

Typs H5N1 auch in Deutschland auftrat,

reagierte die Landesregierung

von Mecklenburg-Vorpommern mit

gefährlicher Verspätung, die Kadaver

blieben Tage liegen - frei zugänglich

für umherstreifende Tiere.

Nun wurde das Virus bei einer

Hauskatze nachgewiesen, und die

Länder überschlagen sich in ihren

Forderungen nach radikalen Maßnahmen:

Katzen sollen im Haus

bleiben und in Sperrbezirken erschossen

werden, wenn sie sich vom

Grundstück entfernen. Hunde müssen

an der Leine geführt und das

Geflügel darf, wenn möglich, die

Ställe gar nicht mehr verlassen. Auf

Rügen wurden Geflügelbestände

vorsorglich gekeult, obwohl die Tiere

gesund waren. "Diese Maßnahmen",

sagt Dr. Jörg Styrie vom bmt.

"gehen am Kernproblem vorbei. Wir

sollten endlich mit flächendeckenden

Impfungen beginnen."

VOGELGR

Das Recht der Tiere 1/2006

"Das Töten", mutmaßt der studierte

Agrarwissenschafter, "ist billiger als das

Impfen. Es ist eine zynische Kalkulation

der Geflügelhalter: Sie bekommen für

jedes tote Huhn eine Entschädigung

aus der Tierseuchenkasse - für die Impfung

ihrer Tiere gar nichts."

5,5 Millionen Tiere sollen in den

Niederlanden immunisiert werden; dafür

erhielt die Regierung eine Ausnahmeregelung

von der EU-Kommission.

In Deutschland lehnt man Impfmaßnahmen

weiterhin ab, obwohl einige

Virologen inzwischen auch für eine vorbeugende

Impfung des Geflügels plädieren.

Vom SPIEGEL (Ausgabe 9/

25.2.06) gefragt, ob die mangelnde

Impf-Bereitschaft mit der Geflügellobby

zusammenhinge, die geimpfte Tiere

möglicherweise nicht mehr verkaufen

könnte, antwortet Minister Seehofer:

"Natürlich gibt es beim Impfen auch eine

ökonomische Seite. Andere Länder

könnten dann einen Bann über deutsches

Geflügelfleisch verhängen (…)."

Währenddessen macht BILD Stimmung

und warnt vor Federn im Sandkasten

und Vogelkot auf der Windschutzscheibe.

Im Internet werden Atemschutzmasken

angeboten und unkritisch die Hortung

des Grippemedikaments Tamiflu

empfohlen. Die Deutschen greifen die

Ängste auf und beginnen sich zu fragen,

auf welchem Weg eine Anstekkung

nicht doch möglich sei?

Experten, Virologen und Mikrobiologen,

die in diesen Wochen in Diskussionsrunden

fast ununterbrochen zu

Wort kommen, betonen immer wieder:

Die Geflügelgrippe ist eine Tierseuche

und keine Menschenseuche! Dass 92

Menschen an dem Virus starben (Asien

88, Türkei 3, Stand März 2006), liegt

4

Asien: Trotz millionenfacher Geflügel-Keulung konnte das Virus nicht beseitigt werden


V OGELGRIPPE

IPPE IST KEINE MENSCHENSEUCHE

einzig daran, dass sie auf engstem

Raum mit infiziertem Geflügel zusammen

gelebt haben. Die gestorbenen

türkischen Kinder sollen nach Medienberichten

mit den Köpfen toter Hühner

gespielt haben.

Weil sich das Virus unter den Bedingungen

der Massentierhaltung besonders

schnell verbreiten könnte, haben

die Landwirtschaftsminister in

Ländern mit hoher Geflügeldichte vorgesorgt.

Der Notfallplan sieht vor, dass

der gesamte Tierbestand innerhalb von

48 Stunden gekeult werden muss,

wenn ein Infektionsfall in einem Stall

auftritt. Dann wird der Ort abgesperrt

und Desinfektionsmaßnahmen, wie

z.B. das Abspritzen der Fahrzeugreifen

mit einer Ameisensäurelösung, eingeleitet.

Oberste Priorität hat dabei die

Begrenzung der Seuche (bzw. Eliminierung)

auf dem betroffenen Hof; zu erschreckend

die Erfahrungen aus den

Niederlanden, in denen vor drei Jahren

ein Vogelgrippevirus an Schuhen und

Autoreifen durch die Region verschleppt

wurde.

Im Emsland wurde eine Tötungsmaschinerie

für Geflügel installiert, die

nach Aussagen des Landwirtschaftsministers

bis zu 250 000 Tiere pro Tag

keulen kann. In Mecklenburg - Vorpommern

steht eine neue Anlage, die

auf den Tod durch Kohlendioxid setzt.

Sie funktioniert so: In einen Container

wird Kohlendioxid gepumpt und durch

einen Deckel lebendes Geflügel hineingeworfen.

Die Tiere sterben angeblich

einen "sanften Tod", weil sie durch das

Kohlendioxid wegdämmern und “im

Schlaf” sterben. Auf diese Weise sollen

bis zu 7000 Hühner oder 500 Puten

stündlich getötet werden können.

Ähnlich "effektiv" arbeiten Elektrotötungsanlagen.

Kopfüber an ein Fließband

gehängt, wird das Geflügel durch

ein elektrisches Wasserbad gezogen.

Der Strom betäubt das Gehirn und

lähmt die Muskeln - nach wenigen Sekunden

sollen die Tiere "tierschutzgerecht",

wie betont wird, sterben.

Als im Frühjahr 2005 auf dem chinesischen

Qinghai-See an der Vogelgrippe

Das Recht der Tiere 1/2006

5


T ITELTHEMA

verendete Tiere entdeckt wurden, vermuteten

Wissenschaftler bald, dass von

dem Gewässer - einer Drehscheibe für

Zugvögel - eine weltweite Verschleppung

des Erregers ausgehen könnte.

Über Fernost, Russland, Rumänien und

die Türkei breitete sich die Geflügelgrippe

vom aggressiven Typ H5N1 bis

nach Europa aus und erreichte schließlich

die Ostseeinsel Rügen.

Selbst Experten können heute keine

Prognosen über die Zukunft machen;

der Verlauf der Seuche sei schwer einzuschätzen,

so der Tenor. Eines scheint

jedoch klar zu sein: Die Verlierer könnten

in besonderem Maße ökologisch

arbeitende Landwirte sein, die ihren

Tieren in Freilandhaltungen ein artgerechtes

Leben ermöglichen konnten.

Sollte die Stallpflicht, derzeit auf Ende

April angesetzt, für Monate oder gar

Jahre, wie befürchtet wird, verordnet

werden, bekommt die innovationsfeindliche

Geflügellobby Aufwind. Käfighühner,

eingesperrt in batterieähnliche

Haltungsbedingungen, laufen

weniger Gefahr, von ziehenden Wildvögeln

infiziert zu werden. Schon heute

gleichen die Massentierhaltungsanlagen

Sicherheitshochburgen: Mit Desinfektion,

Schutzanzügen und Atemmasken

soll nach Behördenaussagen

das Virus keine Chance haben.

"Auch uns geht es darum, Menschen

und Tiere vor einer möglichen Infektion

zu schützen", erklärt Dr. Jörg Styrie.

"Aber es kann und darf nicht sein, dass

die Länder unbotmäßig vorgehen und

alle tierschutzgerechten Aspekte in der

Tierhaltung wieder rückgängig machen

und zweitens Maßnahmen erlassen,

die im Widerspruch zum Tierschutzgesetz

stehen!"

Der bmt appelliert an Bund und Länder,

am Käfigverbot von Legehennen

festzuhalten und weiterhin auf Freilandhaltungen

als artgerechtes Haltungssystem

zu setzen. Der Verein fordert

den Verbraucherschutzminister

Horst Seehofer sowie die Landwirtschaftsminister

der Länder auf:

mit einer vorbeugenden Impfung

von Geflügel zu beginnen,

verendete Wildvögel auf das Virus

zu untersuchen und die Daten unverzüglich

der Öffentlichkeit mitzuteilen,

endlich ein Verbot für den Wildvogelimport

zu erlassen und schärfere

Kontrollen und härte Strafen für den illegalen

Wildvogelimport zu erlassen (s.

Hintergrund, "wie stecken sich die Tiere

an?"),

auf die angekündigte Tötung von

Katzen zu verzichten und damit einer

potentiell ausufernden Jagd auf frei

umherlaufende Katzen im Vorfeld Einhalt

zu gebieten,

bis auf Sperrgebiete die Katzen

nicht zwangsweise im Haus zu halten.

An Freigang gewöhnte Katzen reagieren

mit massiven Verhaltensstörungen,

wenn sie eingesperrt werden,

keinen generellen Leinenzwang für

Hunde in den Ländern zu erlassen, weil

die Vergangenheit gezeigt hat, dass

solche Hunde erhebliche Einschränkungen

ihres Sozialverhaltens und ihrer

Bewegungsmöglichkeiten erdulden

müssen. Ein permanenter Leinenzwang

widerspricht dem Tierschutzgesetz!

"Ganz wichtig ist uns auch", führt Vorstandsmitglied

Dr. Styrie aus, "dass alle

Tierhalter Ruhe und Besonnenheit bewahren.

Hunde können sich nicht anstecken und

Katzen eine potentielle Infektion nicht

auf den Menschen übertragen!"

IHRE FRAGEN

Das Recht der Tiere 1/2006

Was ist die Geflügelgrippe?

Die Vogelgrippe, auch klassische Geflügelpest

genannt, ist eine grippeähnliche

Erkrankung des Geflügels, die

durch einen Influenzavirus hervorgerufen

wird.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel

1-10 Tage, im äußersten Fall 20 Tage.

Die Tiere zeigen Appetitlosigkeit, unkoordinierten

Gang, gesträubtes Gefieder,

Blaufärbung der Kopfhaut, Ödeme

an Hals und Kopf, Lidbindehautentzündung,

Nasenausfluss, Atemnot und

Durchfall.

Die Krankheitsdauer beträgt etwa 10

Tage; die Sterblichkeitsrate liegt praktisch

bei 100 Prozent.

Tragen alle Vogelarten das

gleiche Risiko?

Besonders gefährdet sind alle Hühnervögel,

zu denen auch Puten, Fasane

und Wachteln gehören. Tauben scheinen

nach heutigem Erkenntnisstand

von der Vogelgrippe kaum betroffen zu

sein und gelten auch nicht als Ausscheider.

Können sich auch Wild- und

Haustiere anstecken?

Bei engstem Kontakt mit infizierten Vögeln

könnten auch andere Tiere erkranken.

Wie stecken sich die Tiere an?

Erkrankte Tiere scheiden den Erreger

mit dem Kot, dem Schleim und der

Flüssigkeit am Schnabel oder mit den

Augen aus. Die anderen Tiere picken

Neben der verendeten Hauskatze auf

Rügen starb ein Tiger in einem asiatischen

Zoo, nachdem er mit rohem, infiziertem

Geflügel gefüttert wurde.

Müssen sich Halter von Hunden

und Katzen sorgen?

Hunde stecken sich mit dem Influenza-

Virus nicht an! Infektion und Erkrankung

von Hunden werden von Wissenschaftlern

bislang ausgeschlossen.

Bei Katzen besteht potentiell die Gefahr,

dass sie infizierte Vögel fressen.

Eine Übertragung auf den Menschen

gilt als ausgeschlossen! Pflanzenfressende

Haustiere (z.B. Pferde) stecken

sich in der Regel nicht an.

6


T ITELTHEMA

oder atmen virushaltiges Material ein -

bei Beständen, die in hoher Zahl auf

engstem Raum gehalten werden, ist die

Gefahr eines Seuchenausbruchs besonders

hoch.

Durch den Handel mit Tieren, kontaminierter

Kleidung und Gerätschaften

etc. könnte sich das Virus dann rasch

ausbreiten, über Märkte und Reisende

sogar in andere Länder getragen werden.

In diesem Zusammenhang spielt

der internationale Handel mit Geflügel

und Geflügelprodukten eine wichtige

Rolle. Besonders auch der legale und illegale

Wildvogelimport, der schon allein

aus Tierschutzgründen verboten

werden muss, wie der bmt fordert.

Eine nicht auszuschließende Möglichkeit

der Übertragung geht von Wildvögeln

aus. Sie könnten das Virus verbreiten,

wobei aufgrund des schnellen

Verlaufs der Erkrankung die Vögel

kaum in der Lage sein werden, noch

weite Strecken zurück zu legen.

Warum bislang die Zurückhaltung

bei der Impfung?

Es stehen Impfstoffe zur Verfügung, die

derzeit in der EU nicht zugelassen sind.

Sie werden jedoch mit Billigung der EU

seit kurzem in den Niederlanden eingesetzt.

Weltweit wird an Markerimpfstoffen

geforscht. Sie sollen eine Unterscheidung

zwischen geimpften und

erkrankten Tieren ermöglichen. Wann

diese Markerimpfstoffe für Geflügelgrippe

zur Verfügung stehen, ist kaum

absehbar.

Ist das Auslaufverbot sinnvoll?

Die Stallpflicht sollte sich unseres Erachtens

auf die Gebiete beschränken,

die sich nachgewiesen in den Bereichen

der Flugrouten von Wildvögeln

befinden.

Der Grund: Eine Aufstallungspflicht

führt zu erheblichen Problemen in der

Tierhaltung. Durch die ungewohnte Enge

kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten

bis hin zum Kannibalismus. Außerdem

kann eine Stallpflicht das

Erkrankungsrisiko nur minimieren.

Schließlich kann der Erreger z. B. über

Nager, infiziertes Futter oder durch den

Menschen selbst in den Stall eingeschleppt

werden.

Wie gefährlich ist das Vogelvirus

für den Menschen?

Bis jetzt ist die durch den Influenzavirus

H5N1 ausgelöste Seuche eine Vogelkrankheit,

die nur sehr selten und bei

intensivem Kontakt mit dem Kot oder

dem Blut erkrankter Vögel auf den

Menschen übertragen wird. Das Infektionsrisiko

für Menschen wird als äußerst

gering eingeschätzt. Zu einer Pandemie,

also einer weltweiten

Ausbreitung unter Menschen, kann es

kommen, wenn sich das Virus an

menschliche Körperzellen angepasst

hat. Dies kann entweder durch Mutation

oder durch die Vermischung des

Erbmaterials von Vogel- und Menschengrippeviren

im Körper eines doppelt

infizierten Menschen erfolgen. Hierin

liegt die eigentliche Gefahr des

Geflügelvirus für den Menschen: Die

"Spanische Grippe" von 1918,

die ein Fünftel der Weltbevölkerung

infizierte und über 40 Millionen

Menschen hinraffte, soll Untersuchungen

zufolge Bestandteile eines Geflügelgrippevirus

haben.

Schützen Grippeschutzimpfungen

den Menschen?

Grippeschutzimpfungen schützen nur

vor der jeweils saisonalen Influenza.

Schutz gegen Vogelgrippe bieten sie

nicht. Allerdings helfen sie zu verhindern,

dass sich in einem Menschen Viren

von saisonaler und Vogelgrippe

verbinden und zu einem Supervirus

werden.

Mit Medikamenten gegen

die Vogelgrippe?

Sollte es zu einer Erkrankung in der Bevölkerung

kommen, werden Ärzte virenhemmende

Arzneimittel gegen den

Erreger der Vogelgrippe einsetzen. Tamiflu

(Wirkstoff Oseltamivir) und Relenza

(Wirkstoff Zanamivir) sind so genannte

Neuraminidasehemmer. Sie

können die Folgen einer Infektion verringern

und die Krankheitsdauer verkürzen.

Das Vogelgrippevirus gilt als äußerst

empfindlich gegen Seife und Waschmittel.

Wer auf Nummer sicher gehen

möchte, sollte bei seinen Kindern auf

das Händewaschen (tötet Virus ab)

achten. Eine Desinfizierung mit chemischen

Produkten ist nicht nötig!

Text: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie

Das Bundesverbraucherschutzministerium

hat eine Hotline für besorgte Bürger

eingerichtet.

01888 529 46-01 (und zusätzlich die

weiteren Durchwahlen -02 bis -05, von

Mo. bis Fr., 9 - 17.00 Uhr.)

Zum aktuellen Stand der Vogelgrippe im

Internet:

www.verbraucherschutzministerium.de

www.auswaertiges-amt.de

www.hessen.de

Robert-Koch-Institut in Berlin:

www.rki.de

Weltgesundheitsorganisation:

www.who.int

Das Recht der Tiere 1/2006

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T IERSCHUTZPOLITIK

SCHWEINE CONTRA LEGEHENNEN

WIEDER ERPRESSUNGSVERSUCH DER LÄNDER?

Legebatterie

Im Februar 2006 einigten

sich Bund und Länder auf eine

Schweinehaltungsverordnung,

um die bereits seit Jahren

gerungen wird. Unter der

damaligen Regierung hatte

eine Ländermehrheit ihre

Zustimmung zur Verordnung

an eine Bedingung geknüpft:

Das unter Federführung von

Verbraucherschutzministerin

Renate Künast beschlossene

Verbot der Käfighaltung für

Legehennen ab 2007 sollte

wieder rückgängig gemacht

werden.

Das Recht der Tiere 1/2006

Die Ministerin beugte sich diesem Erpressungsversuch

nicht, die Schweinehaltungsverordnung

wurde auf Eis gelegt.

Nun also ein neuer Einigungsversuch,

der vom Bündnis Tierschutz sehr kritisch

kommentiert wird: "Bund und Länder",

sagt bmt-Vorsitzende Jutta Breitwieser,

"haben offensichtlich die

veraltete EU-Richtlinie von ´91 zum

Maßstab genommen. Artgerechte Haltungsbedingungen

können wir für die

Schweine damit nicht erwarten."

Nur in einigen wenigen Bereichen geht

der deutsche Entwurf über EU-Recht

hinaus. Ein Beispiel: Während die EU-

Richtlinie 40 Lux Kunstlicht für Schweineställe

vorschreibt, gestattet die neue

Verordnung 60-80 Lux. "Tageslicht", erklärt

Jutta Breitwieser, "liegt bei

100.000 Lux. Leider müssen wir als

Bündnis feststellen, dass auch die neue

Schweinehaltungsverordnung aus Tierschutzsicht

ein überaus schlechter

Kompromiss ist." Fast alle Forderungen

der Tierschützer - wie das Verbot von

Spaltenböden oder die Einstreupflicht -

bleiben unberücksichtigt.

Und wie vor Jahren erwartet das Bündnis

Tierschutz auch für den April - hier

soll die Verordnung im Bundesrat abgesegnet

werden - einen neuerlichen

Vorstoß, das Käfigverbot zu kippen.

"Wahrscheinlich werden einige Länder

wieder ihre Zustimmung zur Schweinehaltungsverordnung

von den Legehennen

abhängig machen", befürchtet die

bmt-Vorsitzende. Die Forderung mehrerer

Bundesländer lautet: Den ausgestalteten

Käfig (Kleinvoliere) für Legehennen

zuzulassen und damit das

Verbot der Käfighaltung auszuhebeln.

Protestaktion des bmt

Keinesfalls wird der bmt diese unheilvolle

Entwicklung widerspruchslos hinnehmen.

Viele Jahrzehnte haben wir

für das Verbot der Käfighaltung von Legehennen

gekämpft. Wir werden uns

den Erfolg nicht im Handstreich nehmen

lassen.

Unter der Internetseite www.bmt-tierschutz.de

haben wir ein Schreiben vorbereitet,

das an alle Ministerpräsidenten

per Mauseklick verschickt werden

kann. Wir bitten alle Tierfreunde, die

über einen Internetanschluss verfügen,

diese Protestmöglichkeit zu nutzen.

Zeigen wir den politischen Entscheidungsträgern,

dass Millionen Menschen

die Käfighaltung von Legehennen

ablehnen und eine rückwärtsgewandte

Tierschutzpolitik nicht akzeptieren

werden!

Schweine in Kastenständen

8


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T IERSCHUTZPOLITIK

Teilerfolg:

KEIN GELD MEHR FÜR RINDEREXPORTE!

EU NIMMT ABSTAND VON

UMSTRITTENEN SUBVENTIONEN

Wer sie einmal gesehen hat, kann sie nicht,

kann sie nie mehr vergessen: Die Fernsehbilder

geschundener Rinder auf den quälend

langen Tiertransporten, das brutale Verladen

der halb toten Tiere, ihre Augen, voller

Schmerz, Leid und Anklage, was Menschen ihnen

antun können.

Nun hat sich die EU endlich entschlossen, die

Subventionen für Exporte lebender Rinder in

den Nahen Osten zu streichen.

Diese Entscheidung geht auf einen Vorstoß von Agrarkommissarin

Mariann Fischer Boel zurück. Sie hatte den Vorschlag

in der EU unterbreitet und so eine jahrelange Forderung

deutscher und europäischer Tierschutzorganisationen

aufgegriffen. Dass fast alle Deutschen die fürchterlichen

Transporte ablehnen, war dem Bund gegen Missbrauch der

Tiere e.V. (bmt) schon lange klar. Umfragen hatten das immer

wieder bestätigt.

Jährlich werden ca. 200 000 lebende Rinder unter unvorstellbaren

Bedingungen in den Vorderen Orient, hauptsächlich

in den Libanon, transportiert. Der Grund: Islamische

Völker wollen die Tiere ihren Riten gemäß lebend und von eigener

Hand schlachten. Eine blutige Praxis, die u.a. mit deutschen

Steuergeldern finanziert wurde. Pro Rind erhielten die

Exporteure ca. 230 Euro; 77 Millionen Euro wurden allein

2005 an Ausfuhrerstattungen an Fleischhändler gezahlt. Jedes

zweite Rind, das in den Libanon oder nach Ägypten

transportiert wird, kommt aus deutschen Ställen. Deutsche,

französische und irländische Exporteure haben von der EU-

Subventionierung am meisten profitiert.

So erfreulich dieser erste Schritt, so bedenklich die weitere

Förderung des Exports von Zuchtrindern bzw. tragenden Färsen

in den Nahen Osten. Was bedeutet das? Die Gefahr,

dass Schlachtrinder als Zuchttiere deklariert in den Vorderen

Orient geschafft werden, ist sehr groß! Auf diese Weise könnten

sich die Exporteure die begehrten Subventionen erschleichen.

Deshalb appelliert der bmt an Sie: Unsere Bemühungen

hören nicht auf! Lassen Sie uns weiter für internationale

Tierschutzstandards kämpfen.

Wie erfolgreich wir mit unseren Protestaktionen und Unterschriftenlisten

sein können, beweist dieser erste Teilerfolg: Sie

alle haben den Umdenkungsprozess in der Europäischen

Union, der zum klaren Nein der Exportsubventionierung

führte, mitbewirkt. Unsere gemeinsamen und hartnäckigen

Proteste haben gezeigt, dass politisches Engagement den Tieren

wirklich helfen kann!

Nun wird sich der bmt gemeinsam mit anderen, europäischen

Tierschutzorganisationen dafür einsetzen, dass

Das Recht der Tiere 1/2006

Tiertransporte innerhalb Europas nur bis zum nächsten

Schlachthof erfolgen dürfen,

Kontrollen verschärft und deren Kapazitäten erweitert

sowie Verstöße härter geahndet werden,

auch die Subventionen für Zuchtrinder/tragende Färsen

gestrichen werden.

Helfen Sie uns dabei!

Text: Claudia Lotz

Tagelange Transporte ohne ausreichende Versorgung

Fotos: Animals Angels

10


R EISEN

bmt warnt:

Vorsicht vor illegaler Einfuhr!

Mitleid mit Tieren?

In Chile fällt Urlaubern ein Cockerspaniel auf. Der wenige Wochen

alte Welpe irrt ohne Mutter umher und das Ehepaar aus dem Kreis

Düren entscheidet sich sofort: Sie wollen dem Hund helfen und ihn

mit nach Deutschland nehmen.

Lange Quarantäne stört die

Entwicklung von Jungtieren

"Kein Problem", sagt die deutsche Botschaft,

"in Chile gibt es keine Tollwut; nehmen

Sie den Hund nach einem Gesundheitscheck

beim Tierarzt einfach mit."

Doch am Flughafen in Frankfurt wird der

Cockerrüde beschlagnahmt. Das tierliebe

Ehepaar ist entsetzt: Was geschieht nun

mit ihrem kleinen Schützling?

Der Grund für die Beschlagnahmung:

Hunde, Katzen und Frettchen aus Nicht-

EU-Ländern brauchen seit 1. Oktober

2004 eine gültige Tollwutimpfung, wenn

sie in ein Land der Europäischen Union

einreisen. Außerdem müssen die Tiere tätowiert oder mit einem

Mikrochip gekennzeichnet sein. Dasselbe gilt auch für

den innereuropäischen Reiseverkehr mit Tieren.

Erschwerend für die Einreise aus Nicht-EU-Ländern ist jedoch

folgender Passus: Der Nachweis auf Tollwut-Antikörper muss

in einem (von der EU zugelassenen Labor) mindestens drei

Monate vor der Einreise erfolgen. Diese Bestimmungen kennen

viele Tierärzte außerhalb der Europäischen Union nicht

oder geben sie den Urlaubern nicht weiter. Eine Tragödie für

die Tiere, denn sie müssen ab ihrer Landung umgehend für

drei Monate in Quarantäne (Flughafen oder Tierheim).

Sind die Urlauber nicht bereit, die Kosten

dafür zu tragen, wird das Tier eher selten in das

Herkunftsland zurückgeschickt oder am Flughafen

eingeschläfert.

"Diese Tötung", sagt Tierheimleiter Bernd Schinzel,

"ist nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Dennoch

wissen wir, dass in der Praxis oft so verfahren

wird." Das Tierheim Köln-Dellbrück ist seit den

geänderten Einreisebestimmungen für Haustiere

international geworden: Da sitzen junge Hunde

und Katzen aus der Türkei, Paraguay, Kolumbien,

Russland und Georgien einsam in ihren Quarantäneboxen,

denn Kontakte mit Mensch und Tier

sind aufgrund einer potentiellen Tollwutinfektion

nicht erlaubt.

"Für die jungen Tiere ist die lange Quarantänezeit

nicht nur eine Qual", sagt der Tierheimleiter, "sondern

auch für die Entwicklung höchst problematisch."

Die ersten Lebenswochen gehören

zu den entscheidenden Prägephasen:

Hier formt sich u.a. das Sozialverhalten

der Tiere. "Hat ein Hund

diese wichtige Sozialisierung in der

isolierten Quarantäne verbracht", sagt

Bernd Schinzel, "sind Verhaltensauffälligkeiten

und Schwierigkeiten im Umgang

mit Mensch und Tier vorprogrammiert."

Darum unsere Bitte: Lassen Sie sich von Ihrem Mitleid nicht

überwältigen und treffen Sie keine Entscheidung, die im Endeffekt

für das Tier nicht förderlich ist. Die Kosten für die dreimonatige

Quarantäne, z.B. für Hunde, belaufen sich auf 10

Euro pro Tag, die kaum die Unkosten der Tierheime decken

(Impfung, Entwurmung, Bluttests, Versorgung etc.). Weitaus

höher liegen die Kosten, wenn das Tier 12 Wochen in der

Flughafen-Quarantäne, üblich in Metallboxen, bleibt.

WICHTIGE TIPPS FÜR URLAUBER

Bedenken Sie, dass bei der Einfuhr von Tieren obige Bestimmungen

eingehalten werden müssen,

schenken Sie Aussagen von Tierärzten an Ihrem außereuropäischen

Ferienort keinen Glauben, die Ihnen versichern, dass

die Einreise von Tieren in die Union unproblematisch ist,

nehmen Sie an Ihrem Urlaubsziel keine Tierquälerei hin: Melden

Sie Misshandlungen bei der Polizei, dem Tourismusbüro, Ihrem

Reiseleiter/Hotel und örtlichen Tierschutzorganisationen,

unterstützen Sie Tierschutzorganisationen in Ihrem Urlaubsland,

die sich für leidende Tiere einsetzen,

füttern Sie keine Tiere an Ihrem Hotel. Nach Ihrer Abreise

werden diese Vierbeiner mit großer Wahrscheinlichkeit getötet,

besuchen Sie keine Veranstaltungen, Märkte und Shows, in

denen Tiere leiden müssen.

Mehr Infos zu den Reisebestimmungen der EU finden Sie unter:

http://europa.eu.int

Das Recht der Tiere 1/2006

11


R UMÄNIEN

Einfuhrverbot für Bärentro

KARPAT E N

BRASOV

SKANDAL: BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ STIMMT

BUKAREST

In Rumänien leben viele Bären in elender Gefangenschaft

Der europäische Braunbär gehört nach EU-Richtlinien zu den streng

geschützten Arten. Doch Rumänien ignoriert derartige Schutzbestimmungen,

obwohl es 2007 Mitglied der Europäischen

Union sein wird. Im Vergleich zu 2004 setzte die Regierung

die Abschussquote für Bären für 2005 sogar

herauf. Zu der offiziell durch die Regierung festgelegten

Quote von 300 Bären kamen - nach Einschätzung

von Fachleuten - mindestens doppelt so viele

durch unregistrierte Abschüsse und Wilderei hinzu.

Das Recht der Tiere 1/2006

Rumäniens Interesse an der Vergabe

von Abschussbewilligungen ist groß:

Denn Jagdtouristen in aller Welt sind

bereit, für ihr perfides Hobby tief in die

Tasche zu greifen. Der Preis für zum

Abschuss stehende Bären liegt je nach

Gewicht und "Präparation" zwischen

5500 und 7500 Euro.

Obwohl die Bestrebungen der rumänischen

Regierung, den Jagdtourismus

nachhaltig zu fördern, der Bundesregierung

bekannt sind, stimmte das

Bundesamt für Naturschutz am 25.

Oktober 2005 zu, das Einfuhrverbot

von 2003 für Bärentrophäen aus Rumänien,

Bulgarien und Russland wieder

aufzuheben.

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere

e.V. kritisiert diese Entscheidung scharf

und verweist auf folgende Probleme:

1. Bestandszahlen

zu hoch angesetzt

Bei der Festlegung der Abschussquoten

stützt sich die rumänische Regierung

auf Bestandszahlen, die nicht durch ein

wissenschaftlich fundiertes Monitoring

ermittelt wurden. Man geht von 5.000

Bären aus (1989 waren es noch 8000

Tiere),während die Stiftung Aves, die

sich seit vielen Jahren für den Schutz

der rumänischen Braunbären einsetzt,

eine Populationsgröße von gerade

noch 2.500 Tieren ermittelt hat.

Die Differenz entsteht durch Mehrfachzählungen,

weil Jagdhüter die Anzahl

der Bären in ihren Winterquartieren

und auch in den Durchwanderungsgebieten

ermitteln.

2. Bärenjagd als

Tierschutzproblem

Gejagt werden vorzugsweise kräftige,

gesunde Bären (hohe Trophäenbewertung)

und selbst Bärenmütter mit Jungtieren.

Die Bejagung der Tiere wirkt sich nicht

nur ungünstig auf die Alterstruktur aus,

sondern gleichfalls geht wertvolles

Genmaterial für künftige Populationen

verloren.

Im Fall der Tötung eines Muttertieres

verhungern die Jungtiere in der Höhle

oder fallen Wilderern in die Hände.

12


phäen wieder aufgehoben!

J AGDTOURISMUS

ZU UND FÖRDERT DAMIT DEN JAGDTOURISMUS

Um die heute noch größte europäische Braunbärenpopulation in den rumänischen

Karpaten zu erhalten, fordert der Bund gegen Missbrauch

der Tiere:







Verbot der Jagd auf Braunbären,

die rumänische Regierung als künftiges EU-Mitglied auf, schon heute die EU-

Richtlinien einzuhalten, nach denen der europäische Braunbär streng geschützt ist,

die Einführung eines flächendeckenden Monitoring-Systems, das fundierte und

neueste wissenschaftliche Methoden verwendet,

die verbesserte Überwachung der verantwortlichen Forst- und Jagdbehörden,

den Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit zum Schutz der Lebensräume,

ein Verbot des Anfütterns wildlebender Bären zur Sicherung einer natürlicheren

Bestandsentwicklung - auch zum Schutz der in der Nähe lebenden Menschen.

Ein perfides und tierquälerisches

Hobby: die teuer bezahlte

Jagd auf Bären!

So protestieren Sie bei der EU

DG Environment Unit B.2

200, rue de la Loi

BU-9 03/201

B - 1049 Brussels

Fax: (+32/2) 299.08.95 or

296.88.24

E-mail: nature@cec.eu.int

3. Verstoß gegen

Berner Konvention

Die angewandten Jagdmethoden entsprechen

nicht der Berner Konvention,

die die Jagd in Europa regelt. Hier einige

Beispiele:

Es wird in den Winterrevieren (vor

den Höhlen der Bären) gejagt,

die Bären werden durch Auslegung

von Haustierkadavern (oft infiziert) an

Luderplätze gewöhnt, um die Jagd zu

vereinfachen,

es wird aus geschlossenen Anständen

oder Jagdhäusern gejagt,

die Jagdtouristen werden in der Regel

von ungenügend ausgebildeten

Jagdhütern betreut.

Text: Jutta Grünnagel/Claudia Lotz

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin schockiert darüber, dass das Einfuhrverbot für Bärentrophäen aus Rumänien

im Oktober 2005 aufgehoben wurde, obwohl der Europäische Braunbär

nach EU-Richtlinien zu den streng geschützten Tierarten zählt.

Durch verantwortungslose und devisenorientierte Vergabe von Abschussbewilligungen

an Jagdtouristen ist der Bestand an Braunbären in den rumänischen

Karpaten, die zu den größten europäischen Lebensräumen für Braunbären

gehören, auf eine aus biologischer Sicht gefährdete Anzahl gesunken.

Die rumänische Regierung stützt sich auf Bestandszahlen, die durch äußerst

fragwürdige Monitoring-Methoden ermittelt wurden und bei weitem die wissenschaftlich

ermittelten Zahlen übertreffen. Rumänien fördert weiterhin

Jagdmethoden, die nicht nur gegen die Berner Konvention verstoßen, sondern

auch die künftige Populationsentwicklung nachhaltig gefährden.

Angesichts der baldigen EU-Mitgliedschaft von Rumänien, bitte ich Sie, diese

Neuregelung äußerst kritisch zu überpüfen.

Ich werde von Ihrer Entscheidung abhängig machen, ob ich weiterhin Rumänien

als Tourist bereisen werde.

Hochachtungsvoll

Das Recht der Tiere 1/2006

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T(K)EIN

IERSCHUTZPOLITIK

T ABUTHEMA

Lesen Sie zu diesem Thema auch die Geschichte

SEXUELLER MISSB

SCHOCKIEREND: IN DEUTSCHLAND

Sodomisten hilflos ausgeliefert

Ein 35jähriger verletzt Muttersau und Kuh bei einer

Schändung schwer, ein 30jähriger vergeht sich an

Hühnern, die in Folge der Penetration jämmerlich

verenden. Ein Unbekannter missbraucht einen Kater,

der sich mit blutendem After nach Hause

schleppt und notoperiert werden muss. Eine Schäferhündin

erduldet für die sexuellen Obsessionen

ihres Halters unsägliche Qualen, und eine sieben

Kilogramm schwere Yorkshirehündin muss die körperliche

"Liebe" eines ausgewachsenen Mannes

über sich ergehen lassen. Einzelfälle?

Das Recht der Tiere 1/2006

Kaum vorstellbar, aber wahr, Sexualität

mit Tieren (Sodomie oder moderner als

Zoophilie bezeichnet) ist in Deutschland

nicht strafbar!

Bis zum 1. September 1969 stand die

so genannte Unzucht mit Tieren unter

Strafe. Zwar hatte § 175b des damaligen

Strafgesetzbuches (s. Kasten) nicht

primär den Schutz der Tiere vor Augen,

sondern die Würde des Menschen, die

durch Sexualität mit Tieren in Frage gestellt

wurde, aber der Paragraph vermochte

Tiere zumindest mittelbar zu

schützen, in dem die Sodomie als Straftat

geächtet wurde.

Als im Zuge der 1. Strafrechtsreform

(die eine Änderung des Sexualstrafrechts

bewirkte) das Unzucht-Verbot

aufgehoben wurde, argumentierte

man u.a., dass Tiere vor sexuellen

Übergriffen durch das Tierschutzgesetz

(§ 17 und 18) hinreichend geschützt

seien und keiner weiteren Schutzbestimmung

bedürften. So wäre eine Bestrafung

von zoophilen Handlungen

dann möglich, wenn dem Tier nachweislich

erhebliche Schmerzen oder

Leiden zugefügt werden (s. Kasten).

In der Praxis zeigte sich jedoch, dass

der § 17 des Tierschutzgesetzes Tiere

vor sexuellen Avancen der Menschen

keineswegs zu schützen vermochte. Die

Gründe:

Die wenigsten Tiere, mit denen einer

oder mehrere Täter Unzucht begehen,

werden mit ihren Verletzungen einem

Tierarzt vorgestellt,

Verletzungen und Verhaltensauffälligkeiten

der betroffenen Tiere werden

von Außenstehenden kaum mit sexuellem

Missbrauch in Verbindung gebracht,

sexuelle Handlungen an und mit

Tieren finden hinter verschlossenen Türen,

alleine oder im Kreis Gleichgesinnter

statt,

Tiere, die aufgrund ihrer anatomischen

Voraussetzungen anale und vaginale

Penetrationen kaum überleben

können, sterben und werden unbemerkt

entsorgt. Dazu zählen besonders

Katzen, kleine Hunde, Kleintiere und

Geflügel,

weil nach gegenwärtiger Lage die

Aussicht auf eine Verurteilung des Täters,

sollte er tatsächlich bekannt sein,

minimal sind, raten Polizei, Staatsanwaltschaft,

Veterinäramt und Tierarzt

häufig von einer Anzeige ab.

§ 18 des Tierschutzgesetzes kann herangezogen

werden, wenn Täter sich an

fremden Tieren vergreifen und ihnen

nachweislich erhebliche Schmerzen zufügen.

Doch auch dieser Paragraph erweist

sich in Bezug auf sodomistische

Handlungen als praxisfern. Denn wenn

kein Nachweis erbracht werden kann,

dass der Zoophilist die Verletzungen

des Tieres infolge seines sexuellen Zugriffes

billigend in Kauf nahm (bedingter

Vorsatz), kommt nur eine fahrlässige

Verletzung in Betracht. Und die ist

nicht strafbar.

Solange "Unzucht" mit Tieren unter

Strafe stand, gab es eine statistische Erfassung

der - zur Anzeige gebrachten -

Fälle. Nach dem 1. September 1969

bestand, nach Aufhebung des Sodomieverbots,

kein Anlass mehr zur Dokumentation.

So gibt es derzeit keine

genaue Datenlage zur tatsächlichen

Zahl von Tätern und missbrauchten

Tieren.

Es bleibt die grundsätzliche Annahme

von Sexualtherapeuten, Psychologen,

Tierärzten und Tierschutzorganisationen,

dass die Sexualität mit Tieren mit

einer Dunkelziffer belegt ist und in bestimmten

Kreisen als "Lifestyle" betrachtet

wird. Hinweise

auf eine zunehmende

Anhängerschaft geben

u.a. die Verfechter

selbst, die um die gesellschaftliche

und gesetzliche

Anerkennung

ihrer "sexuellen Orientierung"

bemüht sind.

14

"Einstiegserfahrung" an Hunden


von Amelie und ihrer Rettung (S. 33).

RAUCH VON TIEREN

NICHT VERBOTEN

Dass es sich nicht nur um einige wenige

Menschen mit irrigen Vorlieben handelt,

lässt sich im Internet nachvollziehen.

Da öffnen sich nach Eingabe von

entsprechenden Suchbegriffen einschlägige

Webseiten mit Anleitungen

zu sexuellen Praktiken mit Tieren, Tierbordellen

und Tauschbörsen, in denen

Tiere gegen Geld für Einzel- und Gruppensexorgien

angepriesen werden.

In jüngeren Internetstudien versuchen

Psychologen Persönlichkeitsstruktur

und Motivation der Sodomisten/Zoophilisten

zu hinterfragen. In diesen Studien,

die mit freiwilligen Teilnehmern

durchgeführt wurden, ergibt sich zusammengefasst

folgendes Bild:

Männer und Frauen bekennen sich

zu ihren Neigungen, wobei der Anteil

der Männer weitaus größer ist,

die ersten sexuellen Übergriffe an

Tieren wurden im Schnitt im Alter zwischen

12 und 17 Jahren vorgenommen,

die meisten vergingen sich als "Einstiegsfahrung"

an einem Hund, überwiegend

an fremden Hunden,

über 2/3 der Teilnehmer geben an,

"eine starke emotionale Bindung" zu

den betroffenen Tieren aufzubauen,

fast 90% meinen, bei der sexuellen

Handlung "Gefühle und Willen des Tieres"

respektiert und die betroffenen Tiere

"nicht gezwungen" zu haben. Fast

60% geben an, die Initiative sei vom

Tier ausgegangen,

ein Teil gesteht ein, Tieren durch

Festhalten (u.a. auch bis hin zur Tötung)

Gewalt zugefügt zu haben.

SEX MIT TIEREN

Die Tiere, die auf Fürsorgepflicht des

Menschen angewiesen sind, können

nicht zustimmen, ihre(n) Peiniger nicht

benennen und keinen Rechtsbeistand

einfordern. Ihr Leid ist ein verschwiegenes,

von der Öffentlichkeit tabuisiertes

und mit Scham behaftetes Thema.

Wissenschaftler unterscheiden drei Arten

des sexuellen Vergehens an Tieren:

1. rein sexuell motiviert

(ohne Schmerzen),

2. sadistisch motiviert. Erregung und

Befriedigung erfolgt durch Quälen

und Tötung des Opfers,

3. Täter zeigt beide Ansätze.

Punkt 2 und 3 wären, sollte der Täter

erkannt und angezeigt werden können,

nach dem Tierschutzgesetz zu bestrafen,

Punkt 1 nicht. Selbst wenn Tiere

durch Schläge, Tritte, Fesselungen und

Würgegriffe gefügig gemacht wurden,

kann das Tierschutzgesetz nur greifen,

wenn die Schmerzzufügungen nachund

beweisbar sind.

(K)EIN

T ABUTHEMA

… UND DAS GESETZ SCHWEIGT

Bis zum 1. September 1969 galt: "Die widernatürliche Unzucht, welche von

Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen; auch

kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden." (§175b StGB)

Das Tierschutzgesetz kann Tiere vor sexuellen Übergriffen nicht ausreichend

schützen. Folgende Paragraphen können herangezogen werden:

§17 Mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder

2. einem Wirbeltier

a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden

b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche

Schmerzen oder Leiden zufügt.

§18 (1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1. einem Wirbeltier, das er hält, betreut oder zu betreuen hat, ohne vernünftigen

Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt

Wann und ob Täter Gewalt anwenden,

um sich am Tier zu vergehen, richtet

sich erfahrungsgemäß nach folgenden

Voraussetzungen:

Abwehrbereitschaft und Anatomie

des Tieres,

Kenntnisse über Verhalten und Manipulierbarkeit

(Unterwürfigkeit) des

Opfers,

Erfahrung und Häufigkeit sexueller

Handlungen mit Tieren,

Gruppendynamik. In Anwesenheit

Gleichgesinnter kann die Situation entgleiten

und sich in Aggression gegen

das missbrauchte Tier entladen.

Die "Neigungen" von Sodomisten/Zoophilisten

richten sich auf alle Heim- und

landwirtschaftlich gehaltenen Tiere.

Pferde, Esel, Schafe, Schweine, Ziegen,

Kühe und Rinder werden zur Befriedigung

der Lust genauso herangezogen

wie Hunde, Katzen, Kleintiere und Geflügel.

Es ist eine Situation, die an Widersprüchlichkeit

kaum zu überbieten ist:

Das deutsche Strafrecht schützt die sexuelle

Selbstbestimmung des Menschen.

Ein Bestandteil unseres Rechtssystems

ist die Zustimmung der Partner

zur sexuellen Begegnung. Tiere dagegen

sind sexuellen Übergriffen durch

Menschen wehrlos - und im rechtlichen

Sinne schutzlos - ausgeliefert.

Ein Beispiel: Ende Dezember 2005 wird die Polizei in eine Wohnung gerufen.

Nachbarn konnten das über Wochen anhaltende (!) jämmerliche Geheul der

Hündin nicht mehr ertragen. Die Beamten finden eine misshandelte Schäferhündin

vor, die aufgrund ihrer schweren Verletzungen im Genitalbereich nicht

mehr laufen kann. Erst in der Tierklinik können die Blutungen gestillt werden. Der

Halter, gegen den Anzeige wegen Tierquälerei erstattet wurde, kündigt an, sich

mit der Beschlagnahmung der Hündin nicht zufrieden geben.

Das Recht der Tiere 1/2006

15


(K)EIN

T ABUTHEMA

Die Darstellung und Verbreitung tierpornographischer

Medien ist verboten,

alle sexuellen Übergriffe auf Tiere

bleiben jedoch straffrei!

Es ist erlaubt, Tiere zum Zweck sexueller

Handlungen zu verkaufen, zu verleihen

oder zu vermitteln. Und es ist

ebenfalls gestattet, Tiere (meist schon

als Welpe) so zu konditionieren, dass

sie zoophile Praktiken mit sich geschehen

lassen. Obwohl bekannt ist, dass

die widernatürliche, sexuelle Fehlprägung

auf den Menschen ausschließlich

durch Zwang, Strafe und Abhängigkeit

erreicht werden kann.

Der Bund gegen Missbrauch

der Tiere e.V. fordert:

ein gesetzliches Verbot von Sodomie/Zoophilie,

das Tierschutzgesetz zu ergänzen

und sexuelle Handlungen mit Tieren als

Tierquälerei anzuerkennen und zu bestrafen,

durch schärfere Gesetze und Kontrollen

die Verbreitung tierpornographischer

Darstellungen im Internet zu

unterbinden und die Urheber konsequent

zu bestrafen,

Tierärzte, Polizei und Veterinärämter

so zu schulen, dass sie mögliche

Anzeichen für sexuelles Vergehen an

Tieren rechtzeitig erkennen und rechtliche

Schritte einleiten können,

Zoophilie/Sodomie als ernst zu

nehmendes Tierschutzproblem anzusehen

und die Bevölkerung entsprechend

aufzuklären und zu sensibilisieren.

Mehr Infos unter:

www.verschwiegenes-tierleid-online.de

www.tierimrecht.org

Text und Fotos: Claudia Lotz

T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Die beiden Chinchillas Lydia und Emil (kastriert) sind zwei Jahre alt und

gehen gerne auf Entdeckungstour. Für ihre Streifzüge brauchen sie ein artgerechtes

Gehege, das ihnen genügend Freiraum bietet. Wie dieses Pärchen

nur gemeinsam vermittelt wird, wollen auch die beiden kastrierten

Böckchen (Vater und Sohn, hier nicht abgebildet) zusammen einen Neuanfang

bei liebevollen Menschen wagen. Kontakt: TH Elisabethenhof, Tel:

06035 / 59 16

Lydia & Emil

Das Recht der Tiere 1/2006

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Unternehmungslustiges Pärchen

Die Schäferhündin Moni (8) hat sehr traurige Jahre in

einem Verschlag ohne soziale Kontakte hinter sich. Die

trotz ihrer Erfahrungen sehr sanfte und liebenswerte

Hündin genießt alles, was Spaß macht: Spazierengehen,

Ballspiele und Streicheleinheiten von tollen Menschen.

Moni wäre die optimale Ergänzung für ein ruhiges

Zuhause (keine Kinder, keine Tiere) mit Garten.

Kontakt: TH Elisabethenhof, Tel: 06035 / 59 16

Moni

Leben im Verschlag


T IERE IN N OT

Die beiden Katzendamen Luci (11) und Minou (6) suchen gemeinsam

ein neues Zuhause in reiner Wohnungshaltung. Luci,

schwarz-weiß, und Minou, getigert-weiß, wurden wegen

Allergie abgegeben und trauern im Tierheim sehr. Beide sind

Fremden gegenüber zurückhaltend und brauchen Zeit, um

sich einzugewöhnen. Ein ruhiger Haushalt (ohne Kinder) wäre

ideal. Kontakt: TH Elisabethenhof, Tel: 06035 / 59 16

Luci & Minou

Unzertrennliche Freundinnen

Speedy

Speedy ist ein liebenswerter, verschmuster

Kater, der es über alles

schätzt, wenn er im Mittelpunkt

steht. Der fast Fünfjährige erkundigt

gerne ruhige Wohnstraßen,

gibt sich u.U. aber mit einem gesicherten

Balkon zufrieden. Möglich

wäre auch die gemeinsame Tierhaltung,

wenn die schon im Haushalt

lebende Katze eine recht resolute

Natur ist, die sich von Speedy

nichts bieten lässt.

Kontakt: TH Elisabethenhof, Tel:

06035 / 59 16

Leila, 11 Jahre, hat einen kleinen Tick: Sie muss einfach

etwas lauter kundtun, dass sie an der Leine

läuft. Sieht man davon ab, ist die alte Schäfermixhündin

ein Gewinn: Sie ist liebenswert und genießt

die Nähe ihrer Bezugspersonen sehr. Leila hat Gelenk-

und Knochenprobleme, die medikamentös behandelt

werden. Die Kosten trägt das Franziskus Tierheim

auch nach der Vermittlung. Außerdem wird das

Futter für Leila gestellt. Dafür wünscht sich das Team

ein ruhiges, ebenerdiges Zuhause - mit Menschen

mit sehr viel Herz für die alte Hündin. Kontakt: Franziskus

Tierheim, Tel: 040 / 55 49 28 37

Leila

Charmanter Alleinherrscher

Fritz

… braucht Menschen für sich allein

… sucht nette Menschen

Auch Fitz ist ein wenig scheu, wenn er Menschen noch nicht richtig kennt. Kein

Wunder: Der heute 11 Jahre alte Kater kam als Fundtier mit unbekannter Vergangenheit

in den Elisabethenhof. Fritz hat eine chronische, unbehandelbare

Augenentzündung, ist darüber hinaus aber fit und würde sich neben einer älteren

Katze in einem liebevollen Haushalt wohl fühlen.

Kontakt: TH Elisabethenhof, Tel: 06035 / 59 16

Das Recht der Tiere1/2006

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T IERE IN N OT

Liebevolle Menschen gesucht!

Billy ist ein interessanter Mix aus ungarischem

Hirten- und Bernersennenhund.

8 Jahre alt, aktiv, sehr verspielt

und weitgehend gehorsam

könnte der freundliche Rüde eine

Bereicherung für eine nette Familie

mit Hundeerfahrung und ohne

Kleinkinder sein. Billy kam als Abgabehund

ins Tierheim - und freut

sich schon auf Sie. Kontakt: Tierheim

Hage, Tel: 04938 / 425

Voller Power

Billy

Neues Zuhause gesucht

Luna, Laika & Cäsar

Aus gesundheitlichen Gründen der Besitzerin müssen

2 Esel und ein Muli dringend vermittelt werden.

Laika (8) ist ein Muli, die 4 Jahre alte Luna ein Esel

und Cäsar ihr 10 Monate alter Sohn. Die Tiere sind

sehr lieb und verschmust und sollten zusammen in

ein neues Zuhause kommen. Kontakt: Petra Zipp,

Tel: 07121 / 820 17 -0 oder 0171 / 200 84 77

Sina

Sina wurde in Norden gefunden. Die 5 Jahre alte Schäfermischlingshündin

spielt sehr gerne und liebt das Wasser. Seit Mai 2005 hofft sie auf eine

"Wasserratte" auf zwei Beinen, die mit ihr die Liebe zum nassen Element

teilt. Die Hündin ist lebhaft und zeigt dominante Ansätze. Daher gehört die

sonst sehr freundliche Sina in erfahrene Hände. Kontakt: Tierheim Hage,

Tel: 04938 / 425

Begeisterte Schwimmerin

Das Recht der Tiere 1/2006

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Der auffällige Langhaar-Schäferhund

wurde aus Zeitmangel abgegeben. Seit

fast einem Jahr wartet der 4 Jahre alte

Rüde nun schon auf eine erfahrene Familie

mit erwachsenen Kindern. Arco

neigt zur Eigenwilligkeit und entwickelt

schnell einen starken Schutztrieb. Der

Besuch der Hundeschule wird angeraten.

Kontakt: Tierheim Hage,

Tel: 04938 /425

Arco

Mit Beschützerinstinkt


T IERE IN N OT

Es ist traurig, aber Joschi kennt tatsächlich kein anderes Zuhause als

ein Tierheim. Er wurde mit wenigen Wochen abgegeben, als der

Landesverband Baden-Württemberg seine Räumlichkeiten noch in

Holzelfingen hatte. Der schwarze, stets scheu gebliebene Kater zog

mit ins Tierschutzzentrum um und hier begann seine erstaunliche

Veränderung: Langsam wurde der inzwischen fast 3jährige zutraulich

und lässt sich sogar streicheln. Wie schön wäre es, wenn Joschi

endlich die Chance auf ein eigenes Zuhause bekäme. Schauen Sie

doch einfach im Tierschutzzentrum vorbei.

Joschi nur mit ...

Schon als Jungtier abgegeben

... Momo

Weil die beiden Tiere aneinander

hängen, wünschen wir uns

eine gemeinsame Vermittlung.

Momo drängt sich nicht in den

Vordergrund und wird von Interessenten

daher schnell übersehen.

Momo und Joschi schätzen

Freigang und einen ruhigen

Haushalt mit herzlichen, katzenerfahrenen

Menschen. Kontakt:

Tierschutzzentrum Pfullingen,

Tel: 07121/ 820 17 -0

IHRE SPENDE FÜR OP

Asbach hat einen Tumor

Erinnern Sie sich an den Rottweiler Asbach? Er wurde

von der Geschäftsstelle Vollenborn 2001 als Patenhund

vermittelt. Der gutmütige Rüde lebte sich

schnell ein und liebt seine neue Familie sehr. Seit

kurzem hat er jedoch Probleme beim Fressen und

sichtbare Schmerzen. Der Tierarzt stellte einen Tumor

am Gaumen fest. Die notwendige Operation

wird ca. 600 Euro kosten, die von der Familie nicht

aufgebracht werden können. Wir bitten Sie sehr

herzlich, sich an den Kosten zu beteiligen und Asbach

damit ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

Kontakt: Geschäftsstelle Vollenborn,

Tel: 036076/ 40 555.

Spenden: Postbank Hannover, “Stichwort OP von

Asbach”, Kto. 732 223 06, BLZ 250 100 30

Asbach

Gemeinsames Zuhause mit Freund Joschi

Dank Ihrer Hilfe als Patenhund vermittelt

Mippi & Pünktchen

Endstation Tierheim?

Die beiden Freunde wurden für 4jährige Kinder gekauft, die schnell die

Lust an der Tierhaltung verloren. Mippi und Pünktchen werden nur gemeinsam

in ein artgerechtes Umfeld vermittelt. Die Kaninchen brauchen

ein großräumiges Gehege mit Freilauf.

Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen, Tel: 07121/ 820 17 -0

Das Recht der Tiere 1/2006

19


W ALE IN N OT

Das tun Sie für Tiere

FÜR DEN SCHUTZ DER ME

ANDREAS MORLOKS PROTESTMARSCH NACH N

1986 untersagte die Internationale

Walfangkommission

(IWC) den kommerziellen Walfang

und die Jagd auf Großwale.

Das Verbot wurde weltweit

begrüßt, nachdem sich die

Bestände verheerend dezimiert

hatten. Nach Schätzungen

haben kaum 5% der intelligenten

Meeressäuger die

massive Bejagung der Walfangnationen

überlebt.

Trotz Fangverbot wird die Jagd auf Wale fortgesetzt

Das Recht der Tiere 1/2006

20

Blutbad auf den Faröer-Inseln

Eine Schande: Norwegen fühlt sich

durch sein Veto nicht an das internationale

Abkommen gebunden! Seit 1993

hat es offiziell den kommerziellen Walfang

wieder aufgenommen und die

Proteste der IWC-Mitglieder konsequent

ignoriert. Für dieses Jahr wurde

die Fangquote sogar noch heraufgesetzt:

Die Regierung hat 1052 Wale zur

Bejagung freigegeben, obwohl der Absatz

von Walfleisch im eigenen Land

rückläufig ist.

Für Andreas Morlok Anlass genug,

auch in diesem Jahr wieder mit einer

spektakulären Aktion auf die bedrohten

Meeressäuger aufmerksam zu machen.

Der 40jährige hat einen Protestmarsch

vom Bodensee nach Norwegen

angekündigt. Am 1. April wird Andreas

Morlok in seinem Heimatort Radolfzell

aufbrechen, über Basel, Köln, Emden

nach Kiel laufen und mit seinem

fünf Meter langen, rollenden Walmodell

die Fähre nach Oslo besteigen.

"Ich habe als Kind im Fernsehen die

Jagd auf Wale gesehen", sagt er, "und

diese Szenen mein Leben nicht vergessen."

Über 25.000 Großwale sind seit

dem internationalen Walfangverbot

getötet worden; Hunderttausende von

Kleinwalen, zu denen auch Delphine

Selbst Kinder beteiligen sich

zählen, nicht mitgerechnet. Denn

Kleinwale stehen nicht unter Schutz.

Wie Norwegen hat auch Japan die

Fangquote für dieses Jahr auf über

1000 Tiere erhöht. Dabei nutzt die Regierung

ein Schlupfloch, das die IWC

nach dem weltweiten Walfangverbot

ermöglichte: die Bejagung zu "wissenschaftlichen

Zwecken". Obwohl bekannt

ist, dass Japan unter dem Deckmantel

der Forschung kommerziellen

Walfang betreibt, hat die IWC außer einer

Verurteilung des Verhaltens keine

weiteren Konsequenzen gezogen.

Die Japaner bezeichnen Wale als

"Schädlinge" des Meeres, die einzig die

Fischbestände dezimierten. Ähnlich bestreitet

auch Island eine Auswirkung

der Jagd auf die Walpopulation und

hat 2003 den Fang wieder aufgenommen.

Die dänischen Faröer Inseln berufen

sich auf ihre 400 Jahre alte Tradition,

um das Blutbad an den Walen

zu rechtfertigen. Bilder von den zu Tode

geprügelten Walen schockieren

Jahr für Jahr die Öffentlichkeit.

"Die Wale sind heute Teil des angeschlagenen,

maritinen Ökosystems",

erklärt Andreas Morlok, "und brauchen

unseren gemeinsamen, weltweiten

Schutz." Ca. 300.000 Meeressäuger,

so die Vermutung von Wissenschaftlern,

fallen pro Jahr dem Fortschritt und

damit indirekt dem Menschen zum Opfer:

Immer häufiger verfangen sich Wale

in Stell- und Treibnetzen und ertrinken

jämmerlich,

Text: Claudia Lotz

Fotos: Andreas Morlok, Jürgen Ortmüller, Paul Watson


ERESSÄUGER

A US ALLER W ELT

ORWEGEN

immer mehr Wale sind unfruchtbar;

eine Folge der hohen Dioxinbelastung

im Meer bzw. der Nahrungskette,

immer öfter stranden Wale, weil die

Schallwellen von Tankern, Frachtern,

Kriegs- und Kreuzfahrtschiffen ihren

hochsensiblen Orientierungssinn irritieren,

auch die zunehmende Sonarbeschallung

von Windkraftanlagen im

Meer (Deutschland und Dänemark)

nehmen den Walen die Orientierung

auf ihren Wanderungen.

Nach seinem Protest in Oslo wird Andreas

Morlok mit seinem harponierten

Walmodell in Kopenhagen gegen den

Walfang auf den dänischen Faröer-Inseln

protestieren. Danach geht's weiter

zur 58. Tagung der Internationalen

Walfangkommission in St. Kitts&Nevis.

Vom 12. bis 16. Juni tagen im Karibikstaat

(Walfangbefürworter) die derzeit

66 Mitglieder der IWC. Japan hat offiziell

erklärt, jedes Jahr fünf neue Länder

zur Unterstützung japanischer Walfanginteressen

gewinnen zu wollen.

Um das Walfang-Moratorium aufzuheben,

ist eine 2/3 bzw. 3/4 Mehrheit

notwendig; im vergangenen Jahr hätte

Japan fast eine einfache Mehrheit

erlangt (50%), die schon ausreichen

würde, wichtige Walschutzanliegen zu

blockieren.

Mehr Infos unter:

www.iwcoffice.org und

www.walschutzaktionen.de

WILDTIER-VERBOT IM ZIRKUS IN GEFAHR?

EU will Österreich zwingen, Gesetz aufzuheben!

2004 beschloss das österreichische Parlament,

die Mitwirkung und Haltung

von allen Wildtieren im Zirkus ab 1. Januar

2005 zu verbieten. Nachdem das

Gesetz in Kraft getreten war, reichte ein

unbekannter Unternehmer Beschwerde

bei der EU-Kommission ein, weil er sich

durch das Verbot in seiner "Dienstleistungsfreiheit"

eingeschränkt sah. EU-

Kommissar Charlie McCreevy machte

Österreich klar, dass dem Land ein Vertragsverletzungsverfahren

drohe, wenn

es nicht bereit sei, ausländischen Zirkusunternehmen

die Mitwirkung von

Wildtieren zu gestatten.

Ob ein solches Verfahren gegen Österreich eingeleitet wird, liegt allein bei

der EU-Kommission. Jeder Kommissar hat eine Stimme; in der Regel richtet

sich die Mehrheit nach dem ressortzuständigen Kommissar, in diesem Fall

Charlie McCreevy (Kommissar für den Binnenmarkt).

Sollte Österreich gezwungen werden, sein Gesetz aufzuweichen, hätten

auch andere EU-Länder keine Chancen, ein Verbot von Wildtieren im Zirkus

anzustoßen und umzusetzen, obwohl es entsprechende Ansätze dazu

gibt.

Richten Sie Ihren Protest an den deutschen Vizepräsidenten der europäischen

Kommission, Günter Verheugen.

eMail: guenter.verheugen@cec.eu.int

Fotos: Petra Zipp

Buchtipp:

“Abenteuer Walschutz”

Andreas Morlok:

Wie und warum

ich für das Überleben

der Wale

kämpfe.

Nov. 2005.

ISBN-

3-8334-3610-7.

24,80 Euro

ZIRKUS OHNE WILDTIERE - FINNLAND IST VORREITER

Finnland: Anfang der 70er Jahre Verbot von Affen, Raubtieren, Nashörnern,

Flusspferden und anderen Tierarten im Zirkus. Seit ´96 ergänzendes

Verbot der Elefantenhaltung

Schweden: 1988 Verbot von mehreren Wildtierarten im Zirkus

Deutschland: 1995 startet hessische Bundesratsinitiative, die Haltung

von drei Wildtierarten (Affen, Elefanten, Bären) im Zirkus zu untersagen.

Das Recht der Tiere 1/2006

21


I HR P ROTEST ZÄHLT

WIE BÄREN IN CHINA GEQUÄLT WERDEN

EU FORDERT SCHLIESSUNG DER BÄRENFARMEN

Winzige Metallkäfige, dicht an

dicht. Darin Bären mit implantierten

Metallkathetern. Zwei

Mal am Tag wird ihnen Gallensaft

abgezapft. Die Prozedur ist

schmerzhaft, die Bären haben

Wunden im Bauch, klaffend,

entzündet, dort, wo die rostigen

Katheter in den Körper führen.

7000 Asiatische Schwarzbären werden

auf chinesischen Bärenfarmen gehalten

- ein lebenslanges Martyrium für

die Wildtiere, für die der Tod eine Erlösung

ist. Bärengalle gilt als notwendiger

Bestandteil der Traditionellen Chinesischen

Medizin (TCM), zu der es,

wie laufend propagiert wird, keine Alternative

geben soll.

Falsch, sagen Wissenschaftler und verweisen

auf viele kostengünstigere Ersatzstoffe

aus dem Pflanzenreich. Renommierte

chinesische Ärzte halten

fest, dass jede andere Substanz aus der

chinesischen und (auch westlichen) Medizin

effektiver als Bärengalle ist.

Doch nun hat die chinesische Regierung

noch einmal öffentlich betont,

dass sie keine Veranlassung zur Schließung

der Bärenfarmen sieht. Grund für

diese Erklärung war eine kürzlich erfolgte

Resolution der Europäischen

Union. Darin wurde im Januar die Regierung

in Peking aufgefordert, auf ein

Ende der Bärenzucht hinzuwirken und

die Farmen zu schließen.

25 EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch

Deutschland, hatten sich für die Erklärung

gegenüber China stark gemacht.

Nachforschungen haben außerdem

ergeben, dass die Nachzuchten auf

den Bärenfarmen kaum gelingen und

Bären illegal aus der Wildnis gefangen

werden. Diese Praxis verstößt gegen

Chinas eigene Verordnung zum Wildtierbestand.

Die Tierschutzorganisation Animals

Asia Foundation (AAF), 1998 von der

Engländerin Jill Robinson gegründet,

hatte auf die Parlamentarier in Brüssel

hingewirkt, die Schließung der Bärenfarmen

zum offiziellen Teil europäischer

Politik zu machen. In den letzten

Jahren konnte die AAF gemeinsam mit

Grausamste Tierquälerei

zwei chinesischen Instituten, der China

Wildlife Conservation Association in

Peking und dem Suchuan Forestry Department

in Chengdu, 40 Farmen

schließen und 198 Bären in ihre Obhut

nehmen. AAF (mit Sitz in Hongkong)

unterhält in Chengdu eine 8,8 qkm

große Rettungsstation für Bären. Hier

werden die Geschundenen medizinisch

versorgt und dürfen, vielleicht zum ersten

Mal in ihrem bitteren Leben, den

Boden unter ihren Tatzen spüren.

Protestadresse: siehe unten rechts.

GRENZENLOSE QUÄLEREI VON PRIMATEN

FIRMA COVANCE PLANT EIN WEITERES TIERVERSUCHSLABOR IN CHANDLER (USA)

Das Recht der Tiere 1/2006

Südlich von Münster (Westfalen) liegt

das Labor von Covance und die Hölle

für Primaten. In dem privaten Tierversuchslabor

führt Covance Tierversuche

im Auftrag für Pharma-, Chemie- und

Lebensmittelkonzerne durch. Spezialisiert

ist das Labor auf Vergiftungsversuche

an schwangeren Affen, die laut

Gesetz nicht genehmigungspflichtig,

sondern nur anzeigepflichtig sind!

Covance hat sich wegen zahlreicher

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

schuldig gemacht. Ein Beispiel: Bei einer

verdeckten Ermittlung in Virgina

(USA) wurde über elf Monate festgehalten,

dass die im Tierversuch genutzten

Primaten immer wieder gewürgt,

geschlagen, getreten und ohne tierärztliche

Versorgung blieben. Allein in

Münster werden an ca. 1500 Affen (Javaner-,

Rhesus- und Pinselohraffen)

Versuche durchgeführt, ca. 1000 bei

Tierversuchen jährlich getötet.

Das Unternehmen gehört mit über

7000 Angestellten in 17 Ländern zu

den größten seiner Branche. Covance,

das auch andere Labors mit gezüchteten

Versuchstieren beliefert, betreibt

weitere Versuchslabore in USA und

Großbritannien.

Jetzt kämpft das umstrittene Unternehmen

(Jahresumsatz ca. 500 Millionen

Dollar) um die Genehmigung zum Bau

eines weiteres Labors in Chandler

(USA). Proteste aus den anliegenden

Gemeinden sind bereits angelaufen.

Protestieren auch Sie per eMail bei:

Mark Pentz, City Manager von Chandler

oder Mayor Boyd W. Dunn:

mark.pentz@chandler.gov

boyd.dunn@chandleraz.gov

Oder schreiben Sie an:

Office of the Mayor and City

Council

Mail Stop 603

P.O. Box 4008

Chandler, AZ 85244-4008

22


Unfassbare Quälereien

I HR P ROTEST ZÄHLT

Hundefleisch auf Chinas Tellern

WO DIE UNBARMHERZIG-

KEIT REGIERT ...

Hongkong, Taiwan und die Philippinen

sind die wenigen Länder Asiens, in denen

das Verzehren von Hunden verboten ist.

Nicht so China: Das Reich der Mitte gehört

zu den größten Konsumenten von Hundefleisch.

Chinesen schlachten, Schätzungen

zufolge, bis zu 20 Millionen Hunde pro

Jahr. Doch nicht nur das: Sie halten an

dem tradierten Glauben fest, dass die

quälende, langsame, grausame Tötung

der Hunde den Geschmack verbessert und

die Qualität des Fleisches hebt.

Auf den zahlreichen Wildtiermärkten der chinesischen Provinzen

laden Lastwagen Tausende von Hunden ab. Übereinander,

sich erdrückend, die unteren zum Sterben verurteilt,

werden die Hunde in Käfigen, die nur knapp ihre liegenden

Körper umschließen, zum Verkauf geboten. Tote Tiere werden

am Straßenrand entsorgt.

Nach Beobachtungen von Animals Asia Foundation fördert

die Regierung in einigen Provinzen durch den Bau von Hundefarmen

den Aufbau einer gigantischen Hundefleisch-Industrie.

Begehrt sind freundliche, großwüchsige Rassen (wie

z.B. Berhardiner), die schnell wachsen und Fleisch ansetzen.

Nach ca. 4 Monaten werden die Tiere getötet - welche grauenhaften

Schlachtmethoden für chinesische Gourmets geeignet

sind, beschreibt ein wachsender Buch- und CD-Markt.

Die Felle der bestialisch hingerichteten Hunde werden auf

internationalen Märkten als Fellbesatz verkauft. Mit Katzen

wird übrigens genauso verfahren.

Mehr Infos zu den Themen unter www.animalsasia.org

Wie wenig sich die chinesische Regierung von Erklärungen

Europas beeindrucken lässt, zeigte der EU-Vorstoß bezüglich

der Bärenfarmen. Dennoch dürfen wir keine Chance ungenutzt

lassen, deutlich zu machen, wie unvorstellbar grausam

die Behandlung der Heim- und Wildtiere ist.

Wir haben vor allem im Hinblick auf die 2008 stattfindenden

Olympischen Spiele in China folgende Protestmöglichkeiten:





Protest beim chinesischen Botschafter in Berlin,

Protest bei Reiseveranstaltern und Fluglinien, die mit

asiatischen Reisezielen ("bunte Märkte", "lebendige

Tierwelt", "landestypische Küche" etc.) werben,

Protest bei chinesischen Restaurants in Deutschland, dass

wir Zucht, Haltung, Tötung und Verzehr von Hunden (und

Katzen) zutiefst ablehnen,

Boykott chinesischer Medizin, Restaurants, Waren und

übriger Produkte.

Protestadressen:

Botschafter: Herr Ma Canrong

Botschaft der Volksrepublik Cina

Märkisches Ufer 54

10179 Berlin

eMail: cinaemb_de@mfa.gov.cn

Wirtschafts- und Handelsabteilung

QIN, Hongliang

Gesandter - Botschaftsrat

Majakowskiring 66

13156 Berlin

eMail: de@mofcom.gov.cn

Texte: Claudia Lotz

Fotos: Animals Asia

Das Recht der Tiere 1/2006

23


T IERSCHUTZUNTERRICHT

Ihre Spende fördert

den Jugendtierschutz des bmt

NEUES UNTERRICHTS

So sollten Schweine leben ...

"Mama, die Nilpferde haben im Zirkus aber noch weniger

Platz", kommentiert die 9 Jahre alte Rosa die

Zeichnungen ihrer Mutter. Die bekannte Künstlerin

Maf Räderscheidt aus Köln nickt, ihr ist es wichtig, wie

ihre Tochter und ihre Freundinnen auf die Darstellungen

verschiedener Tierschutzprobleme reagieren.

Das Recht der Tiere 1/2006

Warum überhaupt Unterrichtsmaterial

für die Grundschulen? "Kinder in diesem

Alter", sagt Renate Domaschke,

die Tierschutzehrerin des bmt aus ihrer

jahrelangen Unterrichtserfahrung heraus,

"sind wissbegierig. Die meisten

Schüler sind von Tieren fasziniert und

diesem Interesse müssen wir als Lehrkräfte

entgegenkommen."

Informationen für Erwachsene sind für

Grundschulklassen zu umfangreich

und in der Regel schwer verständlich

geschrieben. "Bei unserem Material haben

wir darauf geachtet", erklärt Renate

Domaschke, "dass es die Sechs- bis

Zehnjährigen in Stil und Gestaltung so

anspricht, wie diese Altersgruppe heute

angesprochen werden möchte. Die

Schüler dürfen zwar gefordert, aber

nicht überfordert werden. Sie müssen

das dargestellte Problem verstehen und

die Chance bekommen, eine

Lösung zu finden."

Zehn Themen werden angesprochen.

Das Besondere: Jede Tierschutzproblematik

wird aus der Sicht einer betroffenen

Tierart erzählt. So erinnert sich zum

Beispiel Mogul, wie er als junger Elefant

in Indien gefangen, von seiner

Mutter gewaltsam getrennt und eine

lange Schiffsreise nach Europa antreten

musste. Hier wartete der Zirkusalltag

auf ihn - für Mogul, der in Freiheit

und im Kreis seiner Familie aufwuchs,

ein schweres Los.

"Kinder identifizieren sich mit dem sprechenden

Tier", sagt die Pädagogin, die

sich in Österreich zur Tierschutzlehrerin

weiterbilden ließ.

"Wenn Mogul eigentlich in Indien zu

Hause ist und in Familienverbänden

lebt, wird jedem Schüler deutlich, dass

ein Elefant im Zirkus - angekettet, einsam,

zu Kunststückchen gezwungen -

gegen seine Natur lebt.

Die Folge: Der Elefant

muss unglücklich sein,

weil er keine seiner

Anlagen im Zirkus

ausleben kann. Die Konsequenz lautet:

Können Wildtiere im Zirkus überhaupt

artgerecht leben? Nein, so erkennen

die Schüler, das können sie nicht."

Das kindgerechte Material eignet sich





zum Einsatz im Unterricht,

zum Selberlesen,

zum Vorlesen,

zum Rollenspiel.

Der bmt bietet das pädagogisch wertvolle

Unterrichtsmaterial bundesweit

an. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung.

Wenn Sie helfen möchten, die

kleinen Tierschützer von heute zu den

großen von Morgen zu machen, dann

beteiligen Sie sich bitte mit einer Spende

an den Druckkosten.

Voraussichtlich findet am 5. Mai vor

dem Tierheim Köln-Dellbrück eine große

Pressekonferenz statt. In Anwesenheit

der Kölner Medien soll Vertretern

der Landesschulbehörde, Direktoren

und Leitern von Grund- und Hauptschulen

das neue Infomaterial vorgestellt

werden.

Gleichzeitig haben die Gäste Gelegenheit,

die wunderschönen Zeichnungen

der Künstlerin in Originalgröße anzuschauen

und Maf Räderscheidt persönlich

kennen zu lernen.

24

Mit dem pädagogisch wertvollen Material geht der bmt neue Wege


J UGENDTIERSCHUTZ

Tierschutzlehrerin Renate Domaschke

MATERIAL

Renate Domaschke wird als Ansprechpartnerin

für Landesbehörden und

Schulen zur Verfügung stehen und das

Projekt erläutern. Der bmt möchte ein

Netzwerk aus ehrenamtlichen Tierschutzlehrern

in Deutschland aufbauen

und sucht dafür weitere personelle

Unterstützung. Die Schulung

wird Renate Domaschke vornehmen.

Weiterer Höhepunkt: Ein Kinderchor

singt die Lieder aus dem Musical "Backes

himmlische Tierheimgeschichten."

Das Musical für Kinder, mit riesigem

Erfolg im vergangenen Jahr uraufgeführt,

ist von der Kölnerin Ingrid Hoffsümmer

geschrieben und komponiert

worden.

Es wird den Schulen gegen eine Schutzgebühr,

die dem Verein zugute kommt,

zur Verfügung gestellt.

So soll das Jugendprojekt des bmt aus

zwei Schwerpunkten bestehen, für die

wir Ihre Hilfe brauchen:

Bundesweiter Ausbau des Tierschutzunterrichts.

Das Tierschutzmaterial

ist dabei ein wichtiger Baustein.

Schulung und Weiterbildung zu

Tierschutzlehrern.

... und nicht so!

Mehr Infos: Renate Domaschke,

Tel.: 04188 / 899434

www.tierschutzlehrerin.de

eMail: fam.domaschke@t-online.de

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung

Spendenkonto

Stichwort: Tierschutzunterricht

Postbank München, BLZ 700 100 80

Kto. 1819 30-807

Text: Claudia Lotz

Illustrationen: Maf Räderscheidt

10 THEMEN, GESAMMELT IN EINER ANSPRECHENDEN MAPPE:

(Zu beziehen ab April 2006)

1. “Du wünschst Dir ein Tier?”

- Kurze Information zu verschiedenen Heimtieren und ihren

Bedürfnissen. Welches Tier passt zu Dir?

2. “Du wünschst Dir einen Hund?”

- Tipps zum Umgang und der Haltung eines Hundes

3. “Du wünschst Dir eine Katze?”

- Tipps zu Umgang und Haltung einer Katze

4. “Kaninchen & Co”

- Tipps und Info zum Umgang mit Kleintieren

5. “Graupapagei Jako”

- Warum exotische Tiere keine Heimtiere sind

6. “Huhn Edda”

- Aus dem Leben der Legehennen

7. “Schwein Marta”

- Ein "Schweineleben"

8. “Kalb Anton”

- Wie leben Rinder?

9. “Zirkuselefant Mogul ”

- Wildtiere und ihr trauriges Leben im Zirkus

10. “Cascado und Fine”

- Wenn Pferde abgeschoben werden

Das Recht der Tiere 1/2006

25


U NGARN

UNGARN GEHT UNS AL

DIE AKTUELLE ENTWICKLUNG IN KISKUNHALAS

Kiskunhalas, 12. Dezember 2005. Langsam legt sich die Abenddämmerung

auf die unwirtliche Gegend. Vor uns die gigantische

Müllhalde der Stadt Kiskunhalas, angrenzend das abgezäunte

Areal des Hundefängers. Auf dieser Anlage starben noch bis zum

Oktober 2004 die schwächeren Tiere an Durst, Hunger und Bissverletzungen.

Die Kräftigeren wurden nach der vorgeschriebenen

"Aufbewahrungsfrist" von 14 Tagen an Versuchslabore verkauft

oder vom Hundefänger erschlagen.

Dass dieser Ort

mit seiner grausigen

Vergangenheit

inzwischen keine

Endstation mehr

für die eingefangenen

Hunde darstellt, ist u.a. bmt-Tierheimleiter

Karsten Plücker aus Kassel zu

verdanken. Gemeinsam mit dem kleinen

ungarischen Tierschutzverein Kiskunhalas

kämpfte er mehrere Monate

beim Bürgermeister um die verbindliche

Zusicherung, dass die

Hunde am Leben gelassen und

nach 14 Tagen vom Tierheim Kiskunhalas

übernommen werden

durften.

Im Oktober 2004 stimmte die

Administration schließlich zu

und erklärte sich außerdem bereit,

das Tierheim mit monatlich

ca. 200 Euro zu unterstützen.

bmt-Mitarbeiter dürfen die Hundefänger

“Milli” - DIE HÜNDIN

VON DER MÜLLKIPPE

Das Recht der Tiere 1/2006

"Hundefängeranlage. Betreten verboten",

warnt das Schild, und so können

wir an diesem 12. Dezember 2005 nur

einen Blick durch den Zaun werfen. Ein

Schuppen mit provisorischen Zwingern

ohne weiteren Schutz, in dem auch jetzt

vom Hundefänger gefangene Vierbeiner

sitzen. Uns wird schwer ums Herz,

doch wir können nicht die Zwinger einfach

aufbrechen und die Hunde mitnehmen.

Es würde die gerade begonnene

Zusammenarbeit zwischen der

Stadt Kiskunhalas und dem Tierheim

gefährden. So trösten wir uns, dass die

Hunde in Kürze vom Tierheim aufgenommen

und versorgt werden.

Plötzlich kommt eine junge Hündin hinter

unserem Wagen hervor. Wir haben

sie schon seit längerem zwischen

den meterhohen Bergen aus Unrat

herumlaufen sehen und uns gefragt,

ob sie wohl dem Hundefänger

entwischt ist oder von Menschen

gezielt vor der Hundefängerstation

zurück gelassen wurde. Die gelbbraune

Schäfermixhündin duckt sich, als sie

in unsere Nähe kommt und wirft sich

rücklings auf den Boden. Sie schließt

die Augen, als habe sie sich nun ganz

ihrem Schicksal ergeben...

"Sie will mit", sagt Dr. Jörg Styrie und

besiegelt damit die Freundschaft zwischen

uns und dem Hund. Milli, so nennen

wir die ca. 1 Jahr alte Hündin, wird

sicher in eine Transportbox verfrachtet

und dann

fahren wir weiter.

Über 1300 Kilometer sind wir, Dr. Jörg

Styrie (2.bmt-Vorsitzender), Petra Zipp

(Auslandstierschutzkoordinatorin), Verena

Krüpe (Tierheimleiterin Arche Noah,

Brinkum), Karsten Plücker und

Claudia Lotz nun schon unterwegs; es

26


LE AN

UND PECS

IKERVAR

PECS

BUDAPEST

UNGA R N

KISKUNHALAS

A USLANDSTIERSCHUTZ

Das Tierheim in Kiskunhalas

braucht dringend eine Quarantänestation.

Helfen Sie dabei mit Spenden?

anlage nicht betreten

Milli lässt sich

von Karsten Plücker

und Petra Zipp

streicheln

allen Grundstücken verwahrlost wirkende

Hunde an Ketten, die in der Regel

selbst die kalten Nächte draußen

verbringen müssen.

Später am Abend hören wir vom Vorstand

des Tierschutzvereins Kiskunhalas,

wie oft Kettenhunde in verlassenen

Häusern gefunden werden, weil die

ehemaligen Bewohner sie wie lebloses

Inventar zurück lassen. Es sind Bilder,

die man einmal gesehen, nicht mehr

vergisst: Ein Schäferhundrüde, der als

Welpe an eine Kette gelegt wurde und

als ausgewachsener Hund nur mit gebeugtem

Rücken (!) an der zu kurzen

Qualfesselung stehen konnte. Jahre!

Und Bilder von einer angeketteten, im

Hof vergessenen Schäferhündin. Wie

sie es dennoch schaffte, ihre Welpen

groß zu ziehen, bis Tierschützer die völlig

entkräftete Hündin fanden, grenzt

fast an ein Wunder. Diese und so viele

andere Fälle zeigen, dass noch ein

Höchstmaß an Aufklärungsarbeit in

Ungarn zu leisten ist. Denn nicht immer

ist Brutalität der Grund für den sträflichen

Umgang mit Tieren, sondern

häufig mangelndes Wissen über Haustiere

und ihre natürlichen Bedürfnisse

wie Anspruch auf Wasser, Futter, Bewegung,

Schutz vor Frost, sengender Sonne

und nicht zuletzt auf Zuspruch, Fürsorge

und Menschlichkeit.

"Wir werden in diesem Jahr", kündigt

die Auslandstierschutzkoordinatorin

Petra Zipp dem Vorstand des Tierschutzvereins

Kiskunhalas beim gemeinschaftlichen

Abendessen an, "in

Ihrem Land eine Aufklärungskampagne

gegen die Kettenhaltung starten."

Der Vorstand des vor zwei Jahren gegründeten

Vereins stimmt zu und beschreibt

uns sein Konzept der Öffentlichkeitsarbeit,

das sich ähnlich wie in

Deutschland aus Schulbesuchen, Medienarbeit

und Infoveranstaltungen zusammensetzt.

Doch bei allem Engagement, mit dem

die ca. 25 Mitglieder des jungen Verbands

den Tierschutzgedanken in der

Bevölkerung verankern möchten,

bleibt die finanzielle Basis eines seiner

größten Probleme.

ist der zweite Tag der

Ungarnfahrt, auf der

wir unsere Partnertierheime

besuchen, Futterund

Medikamentenspenden

mitbringen und einige

wenige Hunde als Notfälle mit

nach Deutschland nehmen werden.

Während in Deutschland der 2. Advent

begangen wird, ist im Südosten Ungarns

von weihnachtlicher Stimmung

nichts zu spüren. Wir fahren durch

sichtbar arme Regionen, die sich vor

der feuchten Kälte zu verstecken scheinen.

Kaum Menschen, dafür auf fast

Grausamer Tod: Zurückgelassene Hunde verhungern an der Kette

Ohne die regelmäßigen Zuwendungen

einer deutschen Stiftung und der Wau-

Mau-Insel aus Kassel hätte keinem Tier

Das Recht der Tiere 1/2006

27


U NGARN

bmt-Auslan

BANG

Freundliche Gehege mit viel Raum

Das Recht der Tiere1/2006

geholfen, kein Zwinger errichtet werden

können.

"Was wir dringend brauchen", fasst der

Tierheimleiter Karsten Plücker das

nächste Bauprojekt zusammen, "ist eine

Quarantäne, um neu aufgenommene

Hunde beobachten und das

eventuelle Einschleppen von Krankheiten

verhindern zu können." Die Quarantäne,

die laut Vorgaben des Bürgermeisters

aus Kiskunhalas noch in

diesem Jahr gebaut werden muss, wird

mit ca. 30 000 Euro veranschlagt.

Die Erste, die uns am nächsten Morgen

begrüßt, ist unsere temperamentvolle

Das Tierheim in Kiskunhalas

Freundin Milli. Sie hat die Nacht in einer

geschützten Hütte im Tierheim verbracht

und ist außer Rand und Band,

als sie uns so unverhofft wieder sieht.

Karsten Plücker führt uns mit dem Tierheimleiterehepaar

Stefan über das Gelände,

das er aus seinen eigenen privaten

Mitteln finanziert hat, um dem

kleinen Verein überhaupt eine Startchance

zu geben.

Die Zwinger mit Sandboden, Baumbestand

und Hundehütten sind großzügig

angelegt; sie bieten Bewegungs- und

Rückzugsmöglichkeiten zugleich. Ca.

50 Hunde können aufgenommen und

je nach Verträglichkeit gemeinsam gehalten

werden. Ines Stefan ist mit ihrem

ungarischen Mann im Rentenalter in

dessen Heimat zurückgekehrt.

Aus innerer Überzeugung wollen die

beiden Tierfreunde hier im Südosten

des Landes Aufbauarbeit im Tierschutz

leisten. "Es ist nicht leicht", sagt Ines Stefan,

"den Menschen hier klar zu machen,

dass Tiere mehr brauchen als

das Allernotwendigste zum Überleben.

Aber wir haben viel Hoffnung..."

Wir verabschieden uns - wir werden

heute noch im Tierheim in Pecs erwartet

- und haben die Rechnung ohne unsere

Milli gemacht. Sie lässt uns nicht

fahren, wirft sich mit wild klopfender

Rute auf den Rücken und gibt hohe Erregungslaute

von sich. Als wir sie nach

kurzer Überlegung in ihre Transportbox

setzen, ist sie sofort ruhig und legt den

Kopf auf die Pfoten. Milli, so beschließen

wir, wird auf der Rückreise in unsere

Auffangstation in Ikervar (Nordungarn)

gebracht, dort geimpft, kastriert und

nach Deutschland geholt, wenn sich

liebevolle Menschen für sie finden.

Pecs: Überfülltes Tierheim

Nach ca. 150 Kilometern Landstraße

erreichen wir Pecs. Die historische Stadt

liegt am Fuß des Mecesk-Gebirges, das

Tierheim abseits von Wohn- und Geschäftsstraßen

in den ländlichen

Außenbezirken. Als wir aussteigen, ist

es bitter kalt; die Nachttemperaturen

liegen schon seit November weit unter

Null, der Wind kommt von Osten und

ist durchdringend scharf. Für die Hunde

stellen die kommenden Monate die

größte Belastung dar: Viele von ihnen

haben kaum Fett ansetzen können und

wirken entsprechend schwächlich. Je

schlimmer ihre Vorgeschichte, desto

schlechter die körperliche Grundlage

für die kalte Jahreszeit.

Das Tierheim ist überfüllt; mehr als 300

Hunde verfolgen uns mit ihren Blicken.

Erwartungsvoll, ängstlich, scheu oder

mutig kommen die Hunde näher, wollen

ein wenig Liebkosung oder kurze

Streicheleinheiten durch das Gitter. Es

sind alte und junge Hunde, sanft wirkende

Tiere und solche, die ihre Artgenossen

durch ihre Dominanz drangsalieren

könnten. Sehr genau

beobachten wir das Verhalten der Hunde,

um die potentiell Unterlegenen aus

der Gruppe heraus zu holen und ihnen

damit das Leben zu retten.

Der Rundgang durch das "Englische

Haus", in dem kranke Tiere untergebracht

sind, fällt schwer. Unter einer

Rotlichtlampe sitzen wenige Tage alte

Welpen; ihre Augen sind noch geschlossen;

sie haben ohne die immunisierende

Wirkung der Muttermilch

kaum Chancen. Daneben sitzt eine

junge Viszlahündin, erbärmlich dünn,

im nächsten Raum liegen abgemagerte

Hündinnen mit ihren Würfen auf

Decken, kranke Hunde, die sich still in

ihre Körbe kauern und Tiere mit Wunden,

Brüchen und Bissverletzungen.

Und immer wieder kommt der Wagen

des Hundefängers, lädt seine verängstigte

Fracht aus, und schon hat sich die

Zahl der zu versorgenden Tierheimhunde

noch einmal erhöht. 3000 Euro

monatlich erhält das Tierheim vom

bmt. Eine Summe, die in Anbetracht

der gestiegenen Lohn- und Lebenshaltungskosten

vermutlich nicht mehr ausreichen

wird.

Doch es gibt auch Anlass zur Hoffnung:

Die Besuchszahlen im Tierheim steigen,

und auch die Vermittlung von

Hunden nimmt zu. Junge, gesunde und

kräftige Tiere haben gute Chancen, in

Ungarn ein neues Zuhause zu finden.

Damit eine Vermittlung allerdings nicht

wieder an der Kette endet, sind Beratung

und Information der künftigen

Hundehalter wichtig. Tierheimleiter Tamas

Farkas ist Pädagoge und hält die

Aufklärung der Bevölkerung für die einzige

Basis, auf der ein anderes, ein besseres

Verhältnis zum Tier erwachsen

könnte.

28


dstierschutz

A USLANDSTIERSCHUTZ

ES WARTEN AUF EINE BESSERE ZUKUNFT

BITTE, LASST UNS NICHT IM STICH!

Wer einmal in die Augen dieser Hunde geschaut hat, weiß, wie wichtig unsere Hilfe im Ausland ist!

Wenn Sie unsere Arbeit in Ungarn

unterstützen möchten, helfen Sie uns

sehr. Sie können projektbezogen - zum

Beispiel für die Quarantäne in Kiskunhalas

- spenden oder gerne auch eine

Patenschaft für einen Hund übernehmen.

Mit nur 15 Euro monatlich sichern

Sie das Überleben eines Hundes.

Und es gibt noch eine weitere Möglichkeit

der unmittelbaren Hilfe: Schenken

Sie einem alten Hund ein Zuhause -

und geben Sie ihm damit, vielleicht das

erste Mal in seinem Leben, Geborgenheit

und Liebe.

Für die alten Hunde ist es in Pecs besonders

schwer: Aufgrund ihrer nachlassenden

Kräfte (und Organleistungen)

können sie sich mit den

Widrigkeiten des Tierheimlebens (überfüllte

Zwinger, Kälte, strenge Hierarchie

innerhalb der Gruppe, Konkurrenz um

das Futter etc.) am schlechtesten arrangieren.

In diesem Jahr wird der Misina Tierund

Naturschutzverein zehn Jahre alt.

Wir werden das Jubiläum aufgrund der

guten Zusammenarbeit mit unseren

ungarischen Freunden gemeinsam begehen

und Ende Oktober im Tierschutzzentrum

Pfullingen ein Ungarnerlebnis-Wochenende

ausrichten. An

drei Tagen bekommen Sie Gelegenheit,

mit Adrien (deutschsprachig) und

Farkas Tamas über den Tierschutz in

Ungarn zu sprechen und sich genau

über die jüngsten Entwicklungen im

Tierheim zu informieren.

Wichtig: Die Koordination des Auslandstierschutzes

läuft seit 1. März

2006 ausschließlich über das Tierschutzzentrum

in Pfullingen. Ihre Ansprechpartnerin

ist weiterhin Petra

Zipp. Ein Porträt von ihr lesen Sie auf

den folgenden Seiten.

Mehr Infos zum Auslandstierschutz des

bmt erfahren Sie unter

www.bmt-tierschutz.de/im-ausland

www.misina.hu

(Seite des Tierheims Pecs)

www.halasiallatotthon.hu

(Seite des Tierheims Kiskunhalas)

Die Auslandstierschutzkoordinatorin Petra Zipp ist für unsere Projekte

in Ungarn und Rumänien verantwortlich.

Spendenkonto Ausland:

Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201

72793 Pfullingen

Tel: 07121/ 820 17 12

Mobil: 0171/ 200 84 77

eMail: petrazipp@web.de

Wenn Sie mehr zum Projekt Kiskunhalas wissen

möchten, wenden Sie sich bitte direkt an unseren

Kasseler Tierheimleiter Karsten Plücker:

Tel: 0561/ 86 15 292

Mobil: 0179/ 68 66 900

eMail: karsten_pluecker@web.de

eMail: inesstefan@pannorgsm.hu

Frankfurter Sparkasse

Stichwort Pecs oder Kiskunhalas

Kto. 847 275

BLZ 500 502 01

Ansprechpartner

Das Recht der Tiere 1/2006

29


B ADEN-WÜRTTEMBERG

P O R T R Ä T

Kompromisslos für die

PETRA ZIPP - AUSLANDSKOORDINATORIN

Seit März wird der Auslandstierschutz

von Baden-Württemberg

aus koordiniert: Petra Zipp, verantwortlich

für die erfolgreichen

Projekte in Ungarn und Rumänien,

hat ihren Wirkungskreis

nach Pfullingen verlegt.

Die 48jährige leitet neben der

Koordination der Auslandstierschutzarbeit

auch das Tierheim

des erst kürzlich eröffneten Tierschutzzentrums.

Nach engagierten

Jahren in Hessen beginnt damit

ein neuer Lebensabschnitt für

sie. "Ich freue mich", sagt Petra

Zipp, "auf diese schöne Herausforderung."

Immer an Petra Zipps Seite: Sheila (2) und Sissy (11)

Das Recht der Tiere 1/2006

Mit 19 Jahren, Petra Zipp hat gerade

ihre Banklehre begonnen, stößt sie in

einem Zeitungsbericht über Tierversuche

auf den bmt. Maria Ulrich leitet in

den 80iger Jahren die Geschäftsstelle

des bmt in Hessen und Petra Zipp

spricht in den Büroräumen in Bad Vilbel,

Elisabethenstraße 43, vor. Unrecht

gegen Tiere darf nicht hingenommen

werden - das ist ihre Überzeugung, aus

der sie bis heute ihre Kraft schöpft.

Die junge Frau bietet Maria Ulrich ihre

ehrenamtliche Hilfe an und wird bald

die engste Mitarbeiterin der großen, alten

Dame des Tierschutzes. Petra Zipp

kündigt ihre sichere Position in der

Bank und arbeitet hauptberuflich für

den Bund gegen Missbrauch der Tiere.

Die hessische Geschäftsstelle steht in

dem Ruf, Tieren schnell und effektiv zu

helfen, unerschrocken und kompromisslos

gegen Tierquäler vorzugehen.

Die Bevölkerung honoriert das Engagement

der Tierschützer, und die Mitgliederzahl

wächst schnell von 350 auf

fast 4000 Mitstreiter an. Von Bad Vilbel

aus werden medienwirksame Autokorsos

gegen Tierversuche organisiert,

Protestaktionen und Unterschriftenkampagnen

gestartet, Infoveranstaltungen

durchgeführt und auf Podiumsdiskussionen

für das Recht der Tiere auf

Unversehrtheit gestritten.

"Die Tiere", hat die Pfarrerin Christa

Blanke einmal gesagt, "sind die Verlorenen

unserer Zeit." Verletzt, missachtet

und mit Füßen getreten - die Einsätze

der Tierschützer um Maria Ulrich in den

80iger Jahren lesen sich wie eine fortwährende

Anklage des Tieres gegen

den Menschen.

Ein Pächter lässt 430 Hühner verkommen.

Die damals 28jährige Petra Zipp

steht fassungslos zwischen verendetem

und halbverhungertem Geflügel und

organisiert die Unterbringung der

überlebenden Tiere. Der Mann wird

wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz

angezeigt. In Zusammenarbeit

mit dem Frankfurter Veterinäramt befreit

sie Pferde, die von ihrem Besitzer

im dunklen Verschlag gehalten werden.

Der Rentner wird angezeigt, ebenso

ein Geschäftsmann, der in einer Falle

Spatzen fängt und verhungern lässt.

Mit dem Frankfurter Tages-Anzeiger

kontrollieren Petra Zipp und Maria Ulrichs

Sohn Heinz Hundehaltungen in

Schrebergärten. Solche Kontrollgänge

nimmt die Geschäftsstelle in Bad Vilbel

regelmäßig vor, um gesetzwidrige Haltungen

und Misshandlungen von Tieren

so früh wie möglich aufzudecken.

Bei dieser Runde durch die Preungesheimer

Schrebergärten ist die Presse

dabei. Es ist sehr kalt, der Boden gefroren,

die Schneedecke verharscht.

Schäferhunde bewachen an Ketten

oder in engen Zwingern die verlassenen

Grundstücke.

Allein auf diesem einstündigen Kontrollgang

im Winter 1985 machen

Heinz Ulrich und Petra Zipp acht Hundehaltungen

aus, die gegen das Tierschutzgesetz

verstoßen.

30

Petra Zipp mit geretteten Beagles aus Tierversuchen


Tiere

T IERSCHUTZZENTRUM

DES bmt

Manche Hunde stehen knöcheltief im

Kot, sind halb verhungert, voller Wunden

und verstört. Auf massivem Druck

der Öffentlichkeit werden alle schlechten

Haltungen in dem Gebiet beendet

bzw. verbessert. Weil die hessische Geschäftsstelle

in Bad Vilbel immer mehr

Tiere aufnehmen und sie bis zur Vermittlung

in privaten Pflegestellen und

befreundeten Tierheimen unterbringen

muss, sucht Maria Ulrich schon lange

nach einem geeigneten Gelände zum

Aufbau eines eigenen Tierheims. Nach

zehn Jahren vergeblicher Suche bietet

sich 1986 endlich eine Gelegenheit:

Ein Aussiedlerhof in Dorn-Assenheim

(bei Reichelsheim) steht zum Verkauf.

Auf 7500 qm präsentiert sich das fast

fertig gestellte Tierheim im Sommer

1988 der gespannten Öffentlichkeit.

Für die damalige Zeit geht der Verein

mit seinem Tierheim Elisabethenhof

ganz neue Wege in der Tierhaltung und

-versorgung. "Wir wollten kein Tiergefängnis",

sagt Petra Zipp rückblickend,

"sondern moderne, artgerechte Haltungsbedingungen

für Tiere." Mit

freundlichen Gruppengehegen, großzügigen

Freiläufen, der Möglichkeit des

Sozialkontakts und der Beschäftigung

wollen die Tierschützer vor allem erreichen,

dass verstörte Hunde und Katzen

wieder Sicherheit gewinnen und Vertrauen

zum Menschen aufbauen können.

Kaum ist das Tierheim an der Siedlerstraße

bezogen, wissen die Tierschützer

schon nicht mehr, wen sie zuerst aufnehmen

sollen. Beagles aus Tierversuchen,

überflüssig gewordene DDR-

Grenzhunde, falsch behandelte und

schlecht sozialisierte Hunde, vornehmlich

Schäferhunde und Vertreter der

plötzlich als "gefährlich" geltenden Rassen.

In den Medien hebt Petra Zipp die

Bedeutung des verantwortungsvollen

Umgangs mit Hunden hervor und kritisiert

die Bestrebungen der Länder, mit

Leinenzwang und hohen Steuergeldern

bestimmte Rassen und ihre Halter zu

brandmarken. "Wenn diese Hunde

richtig gehalten werden", wirbt sie in

der beliebten Tiersendung "Herrchen

gesucht" um Verständnis für Rottweiler,

Staffordshire und Co, "können sie ihr

freundliches und sanftes Wesen zeigen."

Beratung nimmt einen großen Stellenwert

in der Arbeit der hessischen Tierschützer

ein. Und gerade im Hinblick

auf das wachsende Interesse an exotischen

"Heimtieren" wird Aufklärung

zum Zauberwort. "Oft werden Tiere gar

Rundgang in Pfullingen:

Pierre Brice und Petra Zipp

nicht bewusst misshandelt", erklärt Petra

Zipp, "sondern unwissentlich

schlecht gehalten. Da müssen wir ansetzen,

um Tierleid im Vorfeld zu verhindern."

Information der Öffentlichkeit - das ist

der Schwerpunkt des Tierschutzzentrums

Pfullingen. Hier wird die überzeugte

Tierschützerin Petra Zipp ihre Erfahrung

in die Tierheimleitung einbringen

und dem jungen Team mit Rat

und Tat zur Seite stehen. Mit Dr. Uwe

Wagner, dem Leiter des Landesverbandes

Baden-Württemberg, verbindet sie

die Überzeugung, dass der Tierschutz

nicht an unseren Grenzen halt machen

darf.

Text: Claudia Lotz

Wenn Sie Fragen zu unseren Projekten in Ungarn und Rumänien

haben, erreichen Sie Petra Zipp im Tierschutzzentrum

in Pfullingen.

Tel: 07121/820 17 12

oder in Notfällen mobil

0171/200 84 77

Sie können ihr gerne auch eine Mail schreiben:

eMail: petrazipp@web.de

Internet:

www.bmt-tierschutz.de/im-ausland

Das Recht der Tiere 1/2006

31


TH ELISABETHENHOF

TIERSCHÜTZER UND VETERINÄR-

AMT RETTEN 65 KANINCHEN

Eingepfercht in eine

verdreckte Rumpelkammer

Als am 17. Januar das Veterinäramt Friedberg das Stalltor des verfallenen

Schuppens öffnet, geraten die in völliger Dunkelheit gehaltenen

Kaninchen in Panik. Blitzschnell verschwinden sie unter Gerümpel,

Brettern und Kisten und verfolgen aus ihren Verstecken die

Bewegungen der Menschen.

Sorgenkind Gandalf

Es dauert lange, bis Mitarbeiter des Veterinäramts und

Tierschützer die verschreckten Kaninchen in dem dunklen, verwahrlosten

Stall zu fassen bekommen. 65 Tiere sind es schließlich,

die in Transportboxen die Fahrt zum Elisabethenhof antreten,

um dort erst einmal aufgepäppelt zu werden.

Tierärztliche Erstversorgung

Dabei stellt sich heraus, dass einige Kaninchen verletzt sind, ein anderes aufgrund eines

Bauchdeckenbruchs sogar eingeschläfert werden muss. Der Besitzer hatte sich um die Tiere nicht mehr

gekümmert, ihnen nur noch Futter in den Stall geworfen und die Kaninchen im fensterlosen Schuppen

sich gänzlich selbst überlassen. So hatte das Veterinäramt Friedberg (Wetteraukreis) die

Beschlagnahmung angeordnet.

Jutta Breitwieser, bmt-Vorsitzende und Leiterin des Tierheims Elisabethenhof, war bei der

Rettungsaktion dabei. Sie appelliert eindringlich an das Verantwortungsbewusstsein von

Kleintierhaltern: "Wie alle Tiere haben auch Kaninchen nicht nur Anspruch auf Futter, sondern auch

auf Licht, Luft, Bewegung und ein sauberes Gehege. Sie sind leidensfähige Mitgeschöpfe und dürfen

nicht wie Gerümpel behandelt werden."

Das Recht der Tiere 1/2006

Große Sorgen macht sich das Elisabethenhof-Team um den dreijährigen Kaninchenbock Gandalf, der

schwere Verletzungen an den Augen hat, die wahrscheinlich kaum

heilen werden. Auch Valentina braucht sorgsame Pflege: Ihr fehlen

beide Ohren; deshalb soll sie nur in ihrer vertrauten Gruppe vermittelt

werden.

Gemeinsam mit ihren Artgenossen warten die Kaninchen in den

bmt Tierheimen Elisabethenhof und Köln-Dellbrück und weiteren

befreundeten Tierheimen auf nette Menschen. Voraussetzung zur

Vermittlung ist die artgerechte Haltung mit Freilauf.

Kontakt: Jutta Breitwieser, Tel: 06035/ 5916 oder Tierheim Köln-

Dellbrück, Tel: 0221/ 684926.

Weitere Infos auch unter www.tierheim-elisabethenhof.de

32

Beschlagnahmung durch das Veterinäramt


F RANZISKUS-TIERHEIM

GESCHUNDENE

AMELIE

Kurzes Hundeglück mit ihren neuen Besitzerinnen

Ein Hundeschicksal ohne Happy End

Sieben Jahre lebte die Hündin angekettet in einem fensterlosen Keller

in Polen. Kontakt zu Menschen hat sie nur, wenn ihr Besitzer sie

sexuell missbraucht. Zum Skelett abgemagert findet sie die Polizei.

Die Schäfermixhündin wird in ein polnisches Tierheim gebracht und

mühsam aufgepäppelt.

Als die engagierte Tierschützerin Agnaszika

Draabe von ihrem Schicksal

erfährt, bringt sie den verstörten Hund

ins Franziskus-Tierheim nach Hamburg.

In der Hansestadt soll sie ihr

schreckliches Schicksal vergessen und

ein normales Hundeleben führen. Die

erschütternde Geschichte von Amie,

wie man sie hier tauft, ist kein Einzelfall.

Sexueller Mißbrauch von Tieren dringt

nur selten an die Öffentlichkeit. Auch

Amelie hat ihre Rettung nur einem Zufall

zu verdanken.

"Wer sich für den Tierschutz in Polen

stark macht, ist einiges gewohnt", erzählt

Agneszika Draabe. "Die meisten

Menschen gehen völlig gedankenlos

mit Hunden um, sie werden benutzt

und weggeworfen, wenn man keine

Lust mehr hat. Über die Ansprüche der

Tiere macht sich niemand Gedanken.

Das kennt man auch aus Griechenland,

Spanien oder Ungarn. Der Tierschutz

steckt hier in den Kinderschuhen,

ist kaum im Ansatz sichtbar. Doch

so eine Geschichte habe ich bisher

auch noch nicht erlebt!"

Ihre Entdeckung hat Amie nur einem

Zufall zu verdanken. Der Nachbar des

Hundeschänders kommt früher als üblich

von der Arbeit nach Hause. Als er

seine Haustür öffnet, wird er Zeuge

der Vergewaltigung seines Hundes

durch seinen Nachbarn. Sofort ruft er

die Polizei, die bei dem Nachbarn eine

Hausdurchsuchung durchführt. Im

Keller entdecken sie die fast verhungerte

Amelie. Der Vergewaltiger wird

in Untersuchungshaft gebracht, Amelie

befreit.

"Eine sehr verschüchterte Hündin",

stellt Frank Weber fest, als die Hündin

ins Franziskus-Tierheim gebracht wird.

"Die meiste Zeit liegt Amie in ihrem

Korb und wedelt vorsichtig mit dem

Schwanz. Sie hatte praktisch keine Muskulatur,

konnte nur einige Schritte Gassi

gehen, war sofort außer Atem. Doch

nach allem, was sie erlebt hat, schien

sie sich körperlich weitgehend gefangen

zu haben", so der Tierheimleiter.

Der Tierarzt sieht, dass Amies Zähne in

einem schlechten Zustand sind. Das

Gebiss muss saniert, einige Zähne gezogen

werden. Und das Röntgenbild

zeigt einen Tumor auf der Lunge und

Metastasen. Die Prognose ist niederschmetternd

- wenn alles gut geht, hat

Amelie vielleicht noch ein Jahr zu leben.

Aber wer nimmt einen Hund mit

dieser Prognose bei sich auf?

Doch Amelie hat noch ein letztes Mal

Amelie: Rettung durch Zufall

Glück: Zwei Frauen aus der Nähe von

Hannover erfahren durch eine ehrenamtliche

Mitarbeiterin des Franziskus-

Tierheims vom Schicksal der Hündin.

Sie erklären sich sofort bereit, die Hündin

aufzunehmen. Sie leben auf einem

idyllischen Resthof auf dem Lande, betreiben

eine Hundeschule und haben

bereits zwei nette Hunde. Einige Telefonate

folgen, dann kann Amie endlich

in ein normales Hundeleben umziehen.

Die Frauen holen die Hündin in Hamburg

ab. In ihrem neuen Zuhause blüht

sie auf, buddelt nach Mäusen und spielt

begeistert mit den Hundekumpels. Das

kurze Glück ist nicht von Dauer. Amelie

kränkelt immer wieder, bis schließlich

auch der Tierarzt nicht mehr helfen

kann: Vier Wochen darf sie ihr Hundeleben

genießen, dann setzt ein Lebertumor

ihrem Leben ein Ende.

Text und Fotos: Frank Weber

Das Recht der Tiere 1/2006

33


B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

MIT 11 GESCHÄFTSSTELLEN , 7 TIERHEIMEN UND EINEM TIERSCHUTZZENTRUM

Das Recht der Tiere 1/2006

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

1. Bundesvorsitzende:

Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“

61203 Reichelsheim, Siedlerstraße 2

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

2. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65

Bundesschatzmeister:

Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51

51469 Bergisch Gladbach

Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

AUSLANDSTIERSCHUTZKOORDINATION

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn

Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Leiterin: Angelica Blank, Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiterin (Gst und TH): Jutta Breitwieser

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60)

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Gaby Redeker; Tel. (0421) 834 223

Leiterin (TH): Verena Krüpe,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. Geschäftsstelle Vollenborn (Thüringen)

Leiterin: Hannelore Thied, Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn

Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556

„Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin)

Fam.domaschke@t-online.de

www.tierschutzlehrerin.de

Hassel 2, 21261 Welle

Tel. (04188) 899 434, Fax (04188) 899 435

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.de

34


Z U GUTER L ETZT

Kennzeichnungspflicht gilt

nicht für gefärbte Eier!

Seit 2004 besteht in der EU für Eier eine Kennzeichnungspflicht. 0 für ökologische

Erzeugung, 1 für Freiland-, 2 für Boden- und 3 für Käfighaltung.

Doch wer meint, dass diese Regelung bis

in die letzte Konsequenz verbindlich sei,

hat sich geirrt. Denn: Gefärbte oder gekochte

Eier sind von der Kennzeichnungspflicht

ausgenommen. Die Farbe

darf die Ziffer verdecken, die dem Verbraucher

das Haltungssystem verraten würde.

VERBRAUCHER

AUFGEPASST !

Dieses Schlupfloch in der Verordnung

hat die Lebensmittelbranche umgehend

für sich genutzt. Nach Erhebungen der

Gesellschaft für Konsumgüterforschung

(GfK) werden gefärbte und gekochte

Eier ganzjährig und mit steigender Tendenz

in den Supermärkten angeboten.

Allein 2004 wurden 118 Millionen bunte

Eier verkauft.

Der bmt appelliert an alle Verbraucher,

denen der Tierschutz am Herzen liegt:

Lassen Sie es nicht zu, dass den Käfigproduzenten

weitere Absatzmöglichkeiten

für ihre geächtete Ware geschaffen

werden. Kaufen Sie ganzjährig Eier aus

artgerechter Freiland- oder Bodenhaltung

und natürlich auch zum Osterfest.

Übrigens hat sich das Verbraucherschutzministerium

von Renate Künast 2004 bemüht, die Hintertür der Verordnung

zu schließen. Umsonst. Die Kennzeichnungspflicht ist auf europäischer

Ebene geregelt; für eine Änderung der Verordnung hätte sich eine

Mehrheit in der EU finden müssen.

SPEDITEUR WIRBT FÜR TIERSCHUTZ

"Tiere achten - statt schlachten"

Auf seinen Transportern steht ein

Satz, der ihm ein Einfahrverbot in

Schlachthöfe eingehandelt hat:

"Tiere achten - statt schlachten".

Dieser Satz soll aufrütteln, ermahnen

und drückt aus, was Spediteur

bmt-Katze mahnt Seehofer

“SCHLUSS MIT

TIERVERSUCHEN!”

Bundesminister Horst Seehofer konnte

sich kurz vor Weihnachten über eine Aufmerksamkeit

vom Bund gegen Missbrauch

der Tiere e.V. freuen: Eine niedliche

Plüschkatze, die Geräusche macht,

wenn man sie drückt. Doch statt einem

süßen "Miau" hört man nur unter die

Haut gehende Klagelaute, die an das

jämmerliche Leid Millionen gequälter

Versuchstiere in Deutschland erinnern

sollen.

Der Hintergrund: Seit Jahren steigt die

Zahl der bei Tierversuchen missbrauchten

Tiere weiter an. "Wir finden das beschämend

für unser Land", schreibt Jutta

Breitwieser in beiliegendem Schreiben

und fordert die neue Regierung auf:

die Forschungsförderung zu Gunsten

tierversuchsfreier Methoden umzuverteilen,

bürokratische Hürden zur behördlichen

Anerkennung tierversuchsfreier

Prüfverfahren abzubauen,

sich entschieden für die Förderung,

Anwendung und Anerkennung tierversuchsfreier

Verfahren auf europäischer

und globaler Ebene einzusetzen.

"Leiten Sie die entsprechenden Maßnahmen

ein und beziehen Sie Stellung", appelliert

die bmt-Vorsitzende abschließend

an Horst Seehofer.

Markus Barth den Politikern vorwirft: Handlungsunfähigkeit, gerade in Bezug auf

das Leid der Tiertransporte. "Man muss endlich aufhören zu warten, dass die

Politiker etwas bewegen und selber Verantwortung übernehmen", sagt der Chef des

Transportunternehmens. Seit über 10 Jahren ernährt sich seine Familie vegetarisch,

Betriebsfeiern werden ebenfalls fleischlos ausgerichtet. Aufträge von Fleischerzeugern

werden bei der Spedition Barth nicht angenommen.

Herr Barth, vielen Dank für Ihr großartiges Engagement, sagt der bmt dazu.

Das Recht der Tiere 1/2006

35


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

PROTESTIEREN SIE MIT EINEM MAUSKLICK FÜR DIE LEGEHENNEN!

Auf unserer Internetseite haben

wir für Sie eine Protestmöglichkeit

zugunsten der Legehennen geschaffen.

www.bmt-tierschutz.de

Mit eienem Mausklick können Sie

ganz einfach unser vorbereitetes

Schreiben an alle Ministerpräsidenten

der Länder schicken.

Unsere Bitte: Nutzen Sie diese

Protestmöglichkeit und zeigen Sie

damit indirekt der Geflügellobby

die rote Karte:

Wir wollen am Käfigverbot für Legehennen

festhalten und akzeptieren

keine Rückschritte im Tierschutz!

B EITRITTSERKLÄRUNG

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR ......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

spende hiermit EUR....................................................................................................................................................................

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PLZ und Ort:....................................................... Straße und Hausnr.:............................................................................

Telefon:.............................................................. E-Mail-Adresse:...................................................................................

Beruf:................................................................. Datum:.............................. Unterschrift:.............................................

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