SPORTaktiv August 2020

Sportaktiv.Magazin

AUG/SEP 2020

20 JAHRE ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN

ALLES

WIRD MUTWAS

FELIX GOTTWALD

BEWEGT DIE WELT MEISTERN

SPORTLICHER HERBST

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Passen wir aufeinander auf: Bitte Abstand halten,

Hände waschen und wenn erforderlich Maske tragen.

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EDITORIAL I

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

GEGEN DEN

STILLSTAND

Julian Hauer

Foto: Thomas Polzer

Das Schöne an schwierigen Zeiten ist: Man denkt viel nach. Über Sinn

und Unsinn, über Werte und was wirklich wichtig ist. Der Kompass

kalibriert sich quasi neu. In dieser Phase habe ich auch wieder oft an die

Worte eines Priesters gedacht, der mir – in einem völlig anderen Kontext

zwar – einst zugerufen hat: „Hab Mut!“ Wie wohltuend ist dieser Aufruf

doch, wie viel Zuversicht spricht aus dieser Aufforderung, wenn schon

vielleicht nicht alles, so doch vieles schaffen zu können, wenn man nur

diesen Worten folgt. Mut hatte vor 20 Jahren auch unser Magazingründer

Gerhard Polzer, der just an der Zeitenwende zum Digitalen gemeinsam

mit Verkaufs-Urgestein Bertram Taferner ein Printmagazin für Aktivsportler

aus der Taufe gehoben hat. Viele Leserinnen und Leser, Expertinnen

und Experten sowie auch Anzeigenkunden haben diesen Mut belohnt mit

ihrer Treue zu unserem Produkt. Einige kommen in dieser Ausgabe daher

über das ganze Magazin verteilt zu Wort.

Wir wollen aber auch etwas zurückgeben und heute Mut machen mit

unseren Geschichten. Mut zur Eigenverantwortung, Mut etwas zu versuchen,

egal, wie unmöglich es auch scheinen mag. Eine Plank-Weltrekordlerin

legt davon Zeugnis ab und ein Mann, der Schrauben in seinem Kopf

hatte und danach wieder zum Ironman wurde. Mutig waren wir selbst

beim Klettern, beim Laufen, Mut macht uns auch Felix Gottwald. Wir

werden diese Tugend brauchen, um die immer noch schwierigen Zeiten

zu meistern. Habt Mut, würde uns auch mein Priester zurufen. Dazu

nicht immer mehr vom Gleichen zu machen, sondern gegen den Strom zu

schwimmen. Hubert von Goisern hat jüngst im Interview mit der deutschen

Wochenzeitung „Die Zeit“ einen wunderbaren Satz gesagt. „Wenn

man gegen den Strom schwimmt, sieht es vom Ufer zwar wie Stillstand

aus, aber in Wahrheit trainiert es die Muskeln.“ Das können wir doch gerade

besonders brauchen, wie ich meine. In diesem Sinne:

Alles wird gut,

Euer Klaus

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EDITORIAL II

ALFRED BRUNNER

SPORTaktiv-Geschäftsführer

alfred.brunner@styria.com

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Jobs. Hier eine Auswahl der Angebote:

Foto: Thomas Polzer

ZEIT, DANKE

ZU SAGEN!

20 Jahre SPORTaktiv. Eine beeindruckende Story, bei der ich oft gefragt werde,

warum gerade SPORTaktiv sich so erfolgreich entwickelt hat – in einem

an sich ja sehr schwierigen Printmagazinmarkt in Österreich. Hier meine

wichtigsten Antworten:

• Der beeindruckende Teamspirit meiner Mitarbeiter bei SPORTaktiv; wir

alle leben das Thema auch selbst. Danke Arni, Bertl, Christof, 2x Christoph,

Claudia, Kevin, Klaus, Lili, Petra, Sarah, 2x Thomas und Vroni.

• Zukunftsforscher Tristan Horx sieht Sport als einen der großen Megatrends

und bringt unterschiedliche Facetten ins Spiel: Fitness wird zum Statussymbol.

Sport als Antwort auf unsere Zivilisationskrankheiten. Sport ist

„achtsames“ Leben neben der oft vereinsamenden Digitalisierung.

• Unsere über 500 Werbepartner im Tourismus und in der Sportindustrie

spüren diesen Megatrend natürlich auch und aktivieren ihre relevanten

Werbeangebote im SPORTaktiv-Magazin sowie auf unseren digitalen

Plattformen. Danke an euch liebe Werbepartner, von Abus bis Zanier; vom

Arlberg bis zur Zugspitz-Arena. Aktiv sein in Österreich macht unfassbar

viel Spaß; mit innovativen Produkten der Sportindustrie umso mehr.

• Unsere hohe Auflage mit 60.000 Stück und unser Zielgruppenvertrieb über

den Sporthandel, Sportevents, Sporthotels und Abos. Danke an alle unsere

Abonnenten sowie an Intersport, Gigasport, XXL Sports und über 100

Bikeshops. Unsere aktuelle Rekordreichweite mit 153.000 Lesern laut Mediaanalyse

2019 freut uns sehr.

• Die immer noch junge Marke „SPORTaktiv“ (statt „TOPTIMES“) wurde

erst 2012 eingeführt und öffnet uns täglich neue Türen.

• Das Jahr 2020 zeigt eindrucksvoll, was im Leben wirklich zählt. Sport ist

für viele ein immer wichtiger werdender Anker.

Nach mittlerweile 15 Jahren als SPORTaktiv-Geschäftsführer erfüllt mich

diese Entwicklung mit Stolz. Mein Team und ich werden uns bemühen,

unsere Rolle als inspirierender medialer Begleiter weiter auszubauen. Meine

Bitte: Bleibt uns treu! Auf eine gemeinsame erfolgreiche Zukunft,

Euer Alfred

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KOSTENLOSE INFORMATIONSABENDE

FÜR DIE LEHRGÄNGE:

Diplomlehrgang Functional

Fitnesstrainer

16. 9. 2020, Mi., 18–20 Uhr, WIFI Süd

Diplomlehrgang Yogatrainer

16. 9. 2020, Mi., 18–19.30 Uhr, WIFI Süd

Diplomausbildungen

Gesundheit und Sport

3. 9. 2020, Do., 18–20 Uhr, WIFI Süd

LEHRGÄNGE:

Grundlehrgang Gesundheit und Sport

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Kindergesundheitstrainer

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Sa., So. 9–17 Uhr; 136 Std., € 2000,–; WIFI Süd

Diplomlehrgang Schwimmtrainer

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INHALT

TOP-STORY

20 BEWEGT DIE WELT MEISTERN

Felix Gottwald darüber, was der Sport alles leisten könnte

FIT

26 SPORTLICH LAAAAANGER HERBST

Tourismus, Sportler, Industrie setzen auf einen starken Herbst

32 HARD CORE

Ein Gespräch übers Durchhalten mit der Plank-Weltrekordlerin

38 AUSPROBIERT

Eine Allroundjacke, eine Tachobrille und ein Nierentascherl

RUN

42 QUER DURCH

Live dabei: 730 Kilometer laufen durch ganz Österreich

46 ZEITEN JAGEN IN CORONA-ZEITEN

Trailrunner messen sich virtuell in der Fastest-Know-Time-Serie

52 TRAIL-TRÄUME

Unsere Experten präsentieren ihre Lieblingslaufstrecken

58 AUSPROBIERT

Brachialer Laufschuh, ein Trailstock, luftiges Strick-Outfit

20

BIKE

62 3 BUCHSTABEN, 2 FRAUEN, 1 MISSION

Frauen am Steuer: die KTM-Chefinnen im Interview

78 JUNIOR-TÜTE

Kinder-E-Bikes kommen in Mode – auch in Verleih und Urlaub

88 TIM DON ÜBER . . . OBSESSION

Der Brite zeigt, was möglich ist, wenn man nie aufgibt

92 AUSPROBIERT

Clevere Biketasche, große Brille, Abstandswarner

OUTDOOR

96 KLETTERMAX IN AUSBILDUNG

Flauer Magen im vierten Grad. SPORTaktiv lernt klettern

96

102 KLEIN, VERSTECKT, ABER OHO

Kaum ein Gletscher liegt niedriger als der Eiskar-Gletscher

108 MUT TUT GUT

Vaude-Chefin Antje von Dewitz über Haltung als Erfolgsfaktor

116 DAS WANDERN IST DES WEBERS LUST

Martin Webers Weg von den ÖBB zum Wandercoach

136 AUSPROBIERT

Mobiler Espresso, intelligentes Fernglas, kuscheliges Holz

PRO

142 WIR GEGEN DIE STARS

Diesmal: Bahnradfahren mit Andreas Graf

146 HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN

Tennis-Aufsteiger Dennis Novak über die Magie der Top 100

158 „DA KRITISIERE ICH DIE SPIELER“

Damir Canadi über Vertrauen, Schubladen und den Trainerjob

Fotos: Thomas Polzer, Anja Woertge

6 SPORTaktiv


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Wie alles begann

I C H S

G R Ö S S T E S

Ö S T E R R E

est. 2000

I N

A K T

I V S P O R T - M A G A Z

mahnungen der Krankenschwestern,

endlich den Laptop wegzuräumen, war

das Konzept fertig, schon ein paar Tage

später wurde es im Blitztempo vom Vorstand

der Styria abgesegnet: Das bundesweit

erste Sportmagazin, das sich ausschließlich

um den Hobby-Ausdauersport

drehte, war (damals noch unter

dem Titel „toptimes“) auf Schiene – und

nur zwei Monate später, im Juni 2000,

erstmals auch am Markt.

So „aufgelegt“ die inhaltliche Ausrichtung

des neuen Sport- und „Bewegungs“-Magazins

auch war und so sehr

die Zielgruppe der reinen Freizeitathleten

vor allem den Sporthändler Gigasport

als ersten Vertriebspartner überzeugte

– selbst der damalige Gigasport-Geschäftsführer

Helmut Möstl

meldete anfangs seine Bedenken an:

„Wenn ihr nur über Laufen, Radfahren,

Wandern und Fitsport schreiben wollt,

da könnt ihr doch niemals alle zwei Monate

ein Magazin damit füllen. Ich glaube,

vier Ausgaben pro Jahr sind da mehr

als genug.“ Der Mann irrte, wie sich in

den Jahren danach herausstellte: Mit

Specials wie Bikeguide, Outdoorguide,

Skitourenguide, Winterguide oder Freerideguide

sollte das SPORTaktiv-Team

bald bis zu zehn Ausgaben pro Jahr produzieren!

Dass er statt eines Golfmagazins das

„1. steirische Magazin für den Hobbysport“

bekam (in dem anfangs ebenso

der Golfsport eingebettet war), gefiel

auch Sportlandesrat Gerhard Hirschmann,

der wohlüberlegt mit Fördergeldern

Starthilfe betrieb. Das wiederum

rief aber die Konkurrenz auf den Plan:

Mit dem Magazin „Steirersport“ versuchte

ein kleiner, aber gut vernetzter

Printverlag auf den Zug aufzuspringen

und forderte ebenfalls Landesunterstüt-

Magazingründer

Gerhard

Polzer

20 JAHRE SPORTAKTIV.

WAS WIE SO VIELES MIT EI-

NER KLEINEN IDEE BEGANN,

WURDE ZUR ERFOLGSSTORY.

Eigentlich begann es mit einem

Blick aus dem Spitalsfenster“, erinnert

sich Sportaktiv-Gründer und

langjähriger Chefredakteur Gerhard Polzer

an die Geburtsstunde des nunmehr

20 Jahre alten Erfolgsmagazins. „Ich hatte

im Jahr 2000 vom damaligen steirischen

Sportlandesrat Gerhard Hirschmann

den Auftrag, zum Jahr des

Golfsports in der Steiermark ein passendes

Golfmagazin zu gestalten, wusste

aber, dass so was bei einer Zielgruppe

von knapp 9000 steirischen Golfsportlern

sicher nicht nachhaltig realisierbar

war.“

Die zündende Idee kam ihm während

eines Aufenthalts im LKH Salzburg, gerade

frisch an der Schulter operiert: „Da

lief auf der Straße unter meinem Spitalsfenster

ein Pärchen vorbei. Sie mit hochrotem

Kopf, er schnaufend mit relativ

starkem Übergewicht, aber beide offensichtlich

mitgeschwemmt von der Joggingwelle,

die gerade unser Land erfasst

hatte. Da war mir schlagartig klar: Das

ist es, was die (kleine steirische) Welt

braucht: Kein Golfmagazin, sondern einen

Ratgeber für die immer größer werdende

Community der Menschen, die

zwar den Ausdauersport für sich und

ihre Gesundheit entdecken, aber die

praktisch nichts darüber wissen, wie sie

ihre große Motivation fürs Laufen, fürs

Radfahren, für ihre Fitness möglichst

sinnvoll in größtmöglichen gesundheitlichen

Nutzen umwandeln können.“

Bald darauf und nach zahlreichen Er-

Fotos: SPORTaktiv

8

SPORTaktiv


zung ein. Der Inhalt? In einem Heft

sollte regelmäßig über alle steirischen

Vereinssportarten berichtet werden -

vom Aerosport bis zum Tischtennis,

vom Kampfsport bis zum Naturbahnrodeln.

Die pompöse Präsentation der

Erstausgabe, die im wahrsten Sinn des

Wortes per Fallschirm vom Himmel fiel,

beeindruckte nicht nur den Landesrat –

bei den Lesern dagegen fiel der „Steirersport“

nicht vom Himmel, sondern

sang- und klanglos durch: Weil die Eisschützen

mit Storys übers Bogenschießen

nichts anzufangen wussten oder die

Leichtathleten nicht wirklich Bock auf

Berichte aus der Volleyball-Liga hatten,

war der Himmelsstürmer „Steirersport“

nach ein paar Ausgaben schon wieder

Makulatur …

Bei SPORTaktiv vulgo toptimes setzte

sich der Höhenflug dagegen ungebremst

fort. Nicht zuletzt durch die breite Palette

an Sportartikelherstellern, die das

neue Hobbysportmagazin als zugkräftige

Werbelokomotive entdeckten – wenn

auch anfangs, aufgrund des regionalen

Einzugsgebiets, mit Verzögerung. Nur

ein Beispiel: „Danke, kein Interesse, wir

sind ohnehin in allen großen internationalen

Sportmagazinen vertreten“, hatte

ein weltweiter Pulsuhr-Produzent auf

Anfrage bei der ersten Ausgabe wissen

lassen – um sich nach Ausgabe 2 dann

selbst zu melden: „Sorry, wir hatten da

einen kleinen Denkfehler – ihr schreibt

ja genau für die Leser, die noch gar keine

Fitness- und Pulsuhr haben, also unsere

beste Zielgruppe sind.“

Es waren aber gerade diese weltweiten

Player am Sportartikelmarkt, die uns

schon nach ein paar Ausgaben zum

nächsten Schritt veranlassten: Frei nach

einem Ex-Minister – „styria is a too

small country for us“ – folgten wir der

immer lauter werdenden Aufforderung

unserer Partner und aus der Leserschaft,

auch den Hobbyläufern, -bikern und

bergsportlern in den anderen Bundesländern

helfend zur Seite zu stehen: Erst

kamen über Gigasport Wien, Niederösterreich

und Kärnten als Vertriebsländer

MEILENSTEINE

2000 erstes TOPTIMES-

Magazin, Vertrieb

Steiermark/Kärnten

2005 Magazin der Sportunion

Österreich und Vertrieb in

den Uni-Mensen (bis 2007)

2006 fixe Themen-Rubriken

Fit, Run, Bike, Outdoor

2007 österreichweiter Vertrieb

über Eybl und Intersport

2010 erster Winterguide

2012 „toptimes“ wird zu

SPORTaktiv

2012 erster Outdoorguide

2014 neue Homepage

www.sportaktiv.com

2015 erster Bikeguide

2015 erster Skitourenguide

2017 aktueller Magazin-Relaunch

2017 Vertrieb neu mit

Intersport, Gigasport,

XXL, Top100 Bikeshops,

Abo, Trafik, Sportevents,

Sporthotels

2018 Relaunch Homepage

dazu, durch weitere Kooperationen mit

Eybl und Intersport war SPORTaktiv

schließlich schon nach einigen Jahren

österreichweit für Hunderttausende Hobbysportler/-innen

zur regelmäßigen

Pflichtlektüre geworden.

„Ein Qualitätsmerkmal von SPORTaktiv“,

sagt Gerhard Polzer, „war von

Beginn an die Anerkennung und Akzeptanz,

die das Magazin auch im Kreis

des Spitzensports genoss.“ Nach dem

Leitmotiv ,Wir sind nicht die Besserwisser,

sondern wir vermitteln die besten

Trainer und Ratgeber zu den Hobbysportlern‘

holte sich SPORTaktiv

vom ersten Tag an bei allen Fachthemen

rund ums Laufen, Biken, Wandern,

ebenso für Fitness, Gesundheit und Ernährung

stets anerkannte Experten,

Trainer und Wissenschafter ins redaktionelle

Boot. Zudem agierten praktisch

in jeder Ausgabe Weltklasseathleten aus

dem In- und Ausland als professionelle

Tippgeber und auch Motivatoren. „In

den zwanzig Jahren hat uns kein einziger

Toptrainer und kein einziger Spitzensportler,

ob national oder international,

den wir für unsere Leser um Rat gefragt

haben, abblitzen lassen“, erinnert

sich Gerhard Polzer. Dessen persönliches

Highlight sicher das Treffen mit

Wunderläufer Haile Gebrselassie war:

SPORTaktiv war als einziges deutschsprachiges

Magazin zum Halbmarathon-Weltrekordversuch

des Äthiopiers

nach Lissabon eingeladen worden. Als

ich Haile bei einem Glas Rotwein

SPORTaktiv vorlegte, hat er gelacht:

,Bei uns in Äthiopien muss man niemandem

das richtige Laufen beibringen.

Aber bei euch in Österreich macht

ihr damit sicher einen tollen Job‘.

Der Ausnahmeläufer Haile Gebrselassie

hat seine einzigartige Karriere längst

beendet. SPORTaktiv aber, das erste und

auch nach 20 Jahren immer noch einzige

österreichische Magazin für bewegungswillige

und fitnessbewusste Ausdauersportler/-innen,

startet nun mit

vollem Elan in die dritte Dekade seiner

Erfolgsgeschichte.

SPORTaktiv

9


I N

DAS GROSSE 20 JAHRE

JUBILÄUMSGEWINNSPIEL

SPORTAKTIV FEIERT DEN 20. GEBURTSTAG

UND ALLE LESER FEIERN MIT BEIM GRÖSSTEN

SPORTAKTIV-GEWINNSPIEL ALLER ZEITEN!

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Ö S T E R R E

est. 2000

A K T

I V S P O R T - M A G A Z

W

ie schnell die Zeit verrinnt. 20 Jahre auf

dem Markt, über 156 produzierte Magazine,

ein stetig wachsendes Team, das

mit Herzblut jede Geschichte schreibt und jeden

Kundentermin wahrnimmt. Das sind wir, das ist

SPORTaktiv. Doch ein Magazin ist nur so gut wie

seine Leser. Und die beste Community beschenken

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SPORTaktiv

11


Als Österreichs größtes Aktiv sport-

Magazin ist SPORTaktiv ein wichtiger

Medienpartner und passt sehr

gut zum SalzburgerLand-Gast.

Denn Wandern, Schwimmen,

Radfahren und Mountainbiken

sind bei uns die Top-Aktivitäten!

SPORTaktiv bietet einen tollen

Mehrwert für unsere Kunden.

Voll mit Tipps zu unseren Hauptthemen

Laufen, Biken, Wandern,

Klettern, Fitness und Ski.

SPORTaktiv ist ein Partner,

der den Sport genau so lebt

und liebt, wie wir es tun.

Lasst uns auch zukünftig

gemeinsam alle Österreicher

unterstützen, Sport in ihr

Leben zu integrieren!

Wir selbst lesen das SPORTaktiv-

Magazin. Da uns die Qualität und

der Inhalt begeistert, ist es für uns

logisch, dort auch selbst mit Red Bull

SPECT Eyewear vertreten zu sein.

GEORG

SCHROFNER

SalzburgerLand

Tourismus, Projektmanagement

Rad & Bike

MAGNUS

KREUGER

Geschäftsführer

XXL Sports & Outdoor

JOHANNES

KASTENHUBER

Marketingleiter

Intersport Austria

CHRISTIAN

SCHIESTER

Extremsportler &

Abenteurer – SPECT-

Eyewear-Athlet

SPORTaktiv ist mein medialer Begleiter in

allen Bereichen meiner Sportmarketing-

Agentur und der mediale Verstärker zu

allen Projekten – egal, ob Kärnten Läuft

Graz Marathon oder FUGA 300. Die

perfekte Symbiose, auf die ich auch in

den nächsten 20 Jahren

nicht verzichten möchte!

Happy Birthday!

MICHAEL

KUMMERER

MJK

Wir schätzen es sehr, dass

SPORTaktiv die Begeisterung

für ein bewegtes Leben

fördert und wir mit diesem

Magazin genau unsere Zielgruppen

treffen.

ISABELLA

DSCHULNIGG-

GEISSLER

Geschäftsführerin

Saalbacher

Bergbahnen GmbH

Ob am Glockner, in den Dolomiten oder

bayerischen Voralpen, Bergsteigen und

Trailrunning mit euch hat uns großen

Spaß gemacht! Schön, dass wir euch

ausrüsten durften mit dem Equipment

unserer Marken Devold, Dynafit, Salewa

und Bergzeit. Wir gratulieren dem

Magazin zum Jubiläum und wünschen

weiterhin alles

Gute!

GESCHWISTER

ZACK PR

Wir gratulieren SPORTaktiv zum

Jubiläum und freuen uns mit dem

Team auf weitere sportliche Jahre

guter Zusammenarbeit. Das Magazin

liefert einzigartige Beiträge

rund um unsere Lieblingsdiziplinen

am Berg.

CHRISTIAN

LUTZ

SALEWA Marketing

Manager Central

Europe

SPORTaktiv ist das einzige

Magazin in Österreich, das

flächendeckend beim Sportfachhandel

aufliegt und ein

verlässlicher und wichtiger

Werbepartner für uns ist.

Wir schätzen SPORTaktiv als verlässlichen

Partner mit journalistisch gut

recherchierten Stories – stets informativ!

Eine super Bereicherung der

österreichischen Medienlandschaft,

wir gratulieren zum Jubiläum!

Wir schätzen SPORTaktiv

als innovativen Partner, der

sehr gut auf unsere Wünsche

eingeht und tolle &

moderne Lösungen bietet.

SPORTaktiv ist für mich das qualitativ

hochwertigste Sportmagazin mit einem

Mix aus inhaltlicher Kompetenz, Emotion

und visueller Umsetzung. In Zeiten der

Digitalisierung macht es Spaß sich

zurückzulehnen und das Heft offline auf

einem Liegestuhl zu

genießen. Weiter so!

NORBERT

KATSCH

Geschäftsführer

Funbike GmbH

MARCUS IHLENFELD

CHRISTIAN BEZDEKA

CEOs und Founders von woom

MICHAEL

SINNHUBER

Mittersill Plus GmbH,

Geschäftsführer

REINHARD

MÖSENEDER

Geschäftsführender

Gesellschafter

PEEROTON

Seit vielen Jahren arbeiten wir – als

österreichische Fahrradmarke – sehr

erfolgreich mit dem SPORTaktiv-Team

zusammen. Wir schätzen die sehr

partnerschaftliche und vertrauensvolle

Arbeitsweise und wünschen Euch viel

Erfolg und eine weiterhin

glückliche Hand für

die nächsten 20 Jahre.

STEFAN

VOLLBACH

CEO SIMPLON

Wir schätzen schon seit

Jahren die unkomplizierte

Zusammenarbeit mit

SPORT aktiv und sind sehr

begeistert von dem hochwertigen

Auftritt, egal, ob

Print oder digital.

STEFANIE

MAYR

Geschäftsführerin

TVB St. Johann

in Salzburg

SPORTaktiv ist ein cooles Magazin mit

viel Gespür für neue Themen aus der

Welt des Ausdauersports. Dahinter steht

ein authentisches Team, das, permanent

auf der Suche nach Trends, die Stories

auch entsprechend glaubwürdig rüberbringt.

HEINZ

VOGEL

Leitung Bildungsmanagement

WIFI Süd, Graz

Als tief in der österreichischen

Sportbranche verwurzeltes

Tiroler Unternehmen

war es für uns ein logischer

Schritt mit einem Magazin

zusammenzuarbeiten, welches

genau unsere

Szene unterstützt.

KLAUS

BRANDSTÄTTER

CEO DEELUXE Sportartikel

Handels GmbH

Mit SPORTaktiv verbindet uns

eine langjährige Partnerschaft,

die wir aufgrund der qualitativ

hochwertigen Inhalte sehr schätzen.

Zusammen können wir das

Erlebnis „draußen“ durch unsere

Trail-Running-Camps

ermöglichen.

Als größtes Aktivsportmagazin Österreichs

ist SPORTaktiv für uns nicht nur ein

langjähriger, sondern vor allem ein sehr

verlässlicher und kompetenter Partner.

Niemand sonst trifft in den Bereichen

Wandern und Radfahren die aktive Zielgruppe

so punktgenau!

Wir schätzen die jahrelange

Kooperation zwischen ABUS und

SPORTaktiv sehr. SPORT aktiv ist

für uns die ideale Plattform um

radbegeisterte Menschen zu erreichen

und an unserer Produktwelt

teilhaben zu lassen.

Egal, ob Alpe-Adria-Trail, Nockberge-Trail

oder Draupaddelweg:

SPORTaktiv deckt perfekt unsere

Zielgruppe des genussorientierten

Outdoor-Urlaubers ab.

PHILIPP

NENNING

Marketing Manager

Salomon bei

Amer Sports

STEFAN

BAUER

Prokurist der

Niederösterreich

Werbung

ROLAND

HUBER

Geschäftsführer

ABUS Austria

ROLAND

OBERDORFER

Kärnten Werbung

Fotos: beigestellt

12 SPORTaktiv


I N

SPORTaktiv ist eine

wichtige Magazingröße

im heimischen Sport –

ein echter Lesegenuss!

Passend zu unserem Motto LiveMore-

Now liefert ihr seit 20 Jahren Tipps dafür

und Berichte von solchen Momenten.

Wir gratulieren euch zur eurer Erfolgsgeschichte

und freuen uns viele weitere

interessante SPORTaktiv-Ausgaben!

SPORTaktiv ist ein qualitativ

hochwertiges Sport- und Outdoormagazin

und für uns ein

wichtiger und langjähriger Partner.

Besonders schätzen wir die

Flexibilität bei der Umsetzung

unserer Wünsche

und Ideen.

Die Kitzbüheler Alpen – Ferienregion

Hohe Salve kooperiert seit vielen Jahren

mit SPORTaktiv. Das Magazin bietet

unserer Region eine tolle Möglichkeit

sich spezifisch zu positionieren. Man sagt

es viel zu selten, DANKE für die gute

Zusammenarbeit.

FLORIAN

OBERGRUBER

Marketingleiter

GIGASPORT

SEBASTIAN,

ERNST UND

MARIA PINTAR

von EPM Sports

Murau

GÜNTER UHL

GF Uhl Günter

exclusiv sportartikelvertrieb

GmbH

STEFAN

ASTNER

Geschäftsführer Kitzbüheler

Alpen – Ferienregion

Hohe Salve

Wir arbeiten seit vielen Jahren gut

und gerne mit SPORTaktiv zusammen,

da das Magazin die perfekte

Plattform bietet, um unser sportlich

aktives Zielpublikum über die Neuigkeiten

aus unserer Region

zu informieren.

WILMA HIMMEL-

FREUNDPOINTNER

Stv. Direktorin und

Marketingleitung TVB

St. Anton am Arlberg

Die Zusammenarbeit mit SPORTaktiv

empfinde ich als sehr

angenehm. Sehr persönlich und

zugleich sehr professionell. Mir

gefällt, dass meine Ansprechpartner

auch mit eigenen Anregungen

und Ideen Unterstützung

bieten.

RAINER

BOMMAS

PR-Berater und ehemaliger

Journalist

DANKE!

SPORTAKTIV BEDANKT SICH

BEI ÜBER 500 PARTNERN

FÜR DIE TREUE ZUSAMMEN-

ARBEIT ÜBER 20 JAHRE.

I C H S

G R Ö S S T E S

Ö S T E R R E

est. 2000

A K T

I V S P O R T - M A G A Z

Da wir mit SCOTT SPORTS Produkte in

den Bereichen Bike, Winter, Running und

Outdoor anbieten und sich SPORTaktiv

ebenfalls diese Themen auf die Fahnen

geschrieben hat, verbinden uns viele

Leidenschaften. Dies spiegelt die lange

und freundschaftliche

Zusammenarbeit wider.

MORITZ

NENNEMANN

Project Manager

Marketing Scott

SPORTaktiv bietet stets einen

bunten Themen-Mix für aktive

Sportlerinnen und Sportler in

Österreich. Wir schätzen die partnerschaftliche

Zusammenarbeit

und wünschen alles Gute für die

nächsten 50 Jahre!

STEFAN

BIERINGER

Marker Dalbello Völkl

Marketing & Sales

Seit Beginn unserer Onlineversicherungen

war SPORTaktiv für uns als

unabhängiges Sportmagazin erste Wahl

zu werben. Wir können somit mit der

3-Tages-Versicherung die vielfältigen

SPORTaktiv-Camps und die Teilnehmer

unterstützen.

CHRISTIAN

WINKLER

NÜRNBERGER

Versicherung AG

Österreich, PM

Die Zusammenarbeit mit

SPORTaktiv besteht bereits

seit mehreren Jahren, macht

Spaß und ist unkompliziert.

Das Magazin ist hochwertig

und anspruchsvoll, deshalb

passen unsere

Zielgruppen perfekt

zusammen.

GRITTA KÖNECKE

Marketing,

Robinson Club GmbH

SPORTaktiv ist ein hochqualitatives

Magazin, das das Thema

„Sport“ attraktiv und umfassend

präsentiert und auch

unser Reisemotiv „Aktiv“ in

all seinen Facetten ideal

repräsentiert.

Wir schätzen die hohe Qualität

der Reportagen, den Mix an Outdoor-Sportarten

und das ansprechende

Layout. SPORT aktiv hat sich über

die Jahre zum besten Ratgeber im

Hobbysport entwickelt.

SPORTaktiv ist ein exzellentes

Medium um Aktivurlauber

über unsere Produkte zu

informieren. Wir schätzen die

unkomplizierte und zuverlässige

Zusammenarbeit.

Immer kreativ. Unkompliziert. Den

Finger exakt am Plus der Zeit. Und

deshalb für uns einer der wichtigsten

Partner rund um die Themen

Biken, Skifahren und Wandern.

Wir freuen uns auf die nächsten

20 Jahre mit euch!

OTMAR

MICHAELER

CEO der Falkensteiner

Michaeler

Tourism Group.

CHRISTOPHER

ENZI

Marketing, Tourismus

Region Klagenfurt

am Wörthersee

GEORG OVERS

Geschäftsführer der

Tourismus Region

Villach – Faaker See

– Ossiacher See

CHRISTOPHER

GRUBER

Geschäftsführer

NLW Tourismus

Marketing GmbH

SPORTaktiv

13


8 SPORTaktiv


SONNIGE

AUSSICHTEN

FÜR SPORTLER

Klagenfurt liegt am

Wörthersee, das Panorama

bilden die schroffen

Karawanken. Für Rennradfahrer

und Triathleten

ergeben sich rund um

Kärntens Landeshauptstadt

ideale Bedingungen

für jeden Anspruch. Es

gibt sanft kupiertes Gelände

genauso wie knackige

Anstiege. Man rollt durch

die Natur und genießt

vielerorts herrliche Ausblicke

– wie im Bild von der

Wörthersee-Ostbucht aus.

Die mediterrane Innenstadt

steht außerdem im

Kontrast zur südalpinen

Landschaft. Genau solche

reizvollen Gegensätze

zeichnen Klagenfurt am

Wörthersee für genussvolle

Radtage aus. Mehr Urlaubstipps

zu Klagenfurt:

www.visitklagenfurt.at

Foto: Franz Gerdl

SPORTaktiv

9


TOP

EVENTS

21.–23. AUGUST

KÄRNTEN LÄUFT

Lauflust mit Urlaubsfeeling kombinieren

– das geht auch heuer. Trotz

Corona-Maßnahmen kommen alle

Teilnehmer bei Kärnten Läuft voll

auf ihre Kosten. Es gilt das Motto:

„Pack die Laufschuhe und die

Badehose ein.“

www.kaerntenlaeuft.at

AUGUST | SEPTEMBER | OKTOBER

31. AUG.–6. SEPT.

HOHE-TAUERN-WANDERWOCHE

Naturkundliche Führungen,

anspruchsvolle Gipfeltouren

oder Sonnenaufgangswanderungen.

In der Nationalpark-Region

Mittersill-Hollersbach-Stuhlfelden

(S) dreht

sich alles ums Wandern.

www.mittersill.info

Fotos: Veranstalter, ultraks.com/Sportograf

ENTDECKE

DIE TRAILS

Mit ihren Top-Lagen in den Alpen

haben die mittlerweile neun

Explorer Hotels für Sportler so

einiges zu bieten. Wer nicht allein

die Trails entdecken will, ist bei

den Bike- und Trailrunningcamps

bestens aufgehoben.

Sowohl bei den Explorer-Bike- als auch

bei den -Trailrunningcamps zeigen die

erfahrenen Guides den Teilnehmern

nicht nur die schönsten Trails, sondern

vermitteln auch jede Menge wertvolle

Tipps zu Technik und Ausrüstung.

Übernachtet wird jeweils im trendigen

Design-Zimmer mit viel Stauraum und

gemütlicher Sitznische mit Bergblick.

Wer mag, brutzelt sich beim Frühstück

sein Ei selbst und startet anschließend

mit den Profis der Explorer Hotels auf

die Trails. Alle Camps starten jeweils

Freitagnachmittag und enden am

Sonntagmittag, sodass neben Workshops

auch noch ausreichend Zeit für Entspannung

im Sport-Spa bleibt.

Zwei Übernachtungen inkl. Frühstück,

Lunchpaket und 2,5 Tage

Guiding: ab € 309,– pro Person.

INFOS UND BUCHUNG

Explorer Hotels

T. +43 55 58/20 333 445

www.explorer-hotels.com/camps

Fotos: Explorer Hotels

16 SPORTaktiv


12. SEPTEMBER|

MAYRHOFEN ULTRAKS|

Auf vier Trail-Strecken wird im

Zillertal gelaufen. Für Einsteiger

geht es über 7 Kilometer,

dazu warten 15 und 30 Kilometer

bis hin zur „Königsklasse“,

dem 50 km Bewerb mit 3600

Höhenmetern.

mayrhofen.ultraks.com

22. AUGUST

SILVRETTA-FERWALL-MARSCH

Einer der anspruchsvollsten,

aber auch schönsten Bergmärsche

Europas findet wie gplant

statt. Vier Distanzen stehen

in und über Galtür zur Wahl,

Highlight ist der „Marathon“

über 42,195 Kilometer und

1955 Höhenmeter.

www.galtuer.com

17.–20. SEPTEMBER|

TOUR DE KÄRNTEN MTB|

Vier Tage, vier Etappen,

150 Kilometer und rund 5000

Höhenmeter sind die Eckdaten

bei der MTB-Tour de Kärnten.

Auch E-Biker sind bei dem Event

in der wunderschönen Region

rund um den Ossiacher See zum

Mitfahren eingeladen.

mtb.tourdekaernten.de

bmkoes.gv.at

GEMEINSAM FIT UND AKTIV BLEIBEN!

SPORTaktiv feiert sein 20-Jahr-Jubiläum, das Sportministerium bedankt sich aus diesem besonderen Anlass für

die langjährige gute Zusammenarbeit. Im Laufe dieser Kooperation konnten gemeinsam viele Facetten der österreichischen

Sportlandschaft beleuchtet und den Leserinnen und Lesern eine Fülle an verschiedensten Freizeitsportarten

nähergebracht werden.

Die COVID-19-Pandemie stellt uns alle vor nie gekannte Herausforderungen. Das Sportministerium bemüht sich daher,

in enger Kooperation mit allen Verbänden und Vereinen Österreichs, um die Schaffung jener Rahmenbedingungen,

die allen sportlich Aktiven im Land größtmöglichen Freiraum bieten, ohne dass die speziellen Sicherheitserfordernisse

beeinträchtigt werden. Auch Fachmedien wie SPORTaktiv fällt hier eine besondere Aufgabe zu.

Gerade im Sport ist Eigenverantwortung von enormer Bedeutung. Der Spagat zwischen einem geregelten Sportbetrieb

und der gebotenen Vorsicht aller Beteiligten ist Tag für Tag eine große Aufgabe.

Nehmen wir die COVID-19-Krise sportlich! Bleiben wir gemeinsam aktiv und fit!

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG DES BMKÖS


AKTIVURLAUB IN

STRESSIGEN ZEITEN

UMAG UND POREC SIND

DESTINATIONEN FÜR DEN PER-

FEKTEN AKTIV URLAUB IN ISTRIEN.

PLAVA LAGUNA HAT DIE BESTEN

UNTERKÜNFTE FÜR DICH.

INFOS &

BUCHUNGEN

PLAVA LAGUNA

Resorts, Hotels und

Apartments in Umag

und Porec (Kroatien)

www.plavalaguna.com

Bezaubernde Natur, das Meer und

ein ideales Outdoorgelände für

alle, die ihren Urlaub am liebsten

aktiv verbringen: All das hat Istrien in

Kroatien zu bieten. Poreč und Umag

sind zwei attraktive Touristenstädte mit

gepflegten Stränden – und den ausgezeichneten

Resorts, Hotels und Apartments

der Plava Laguna, die du auf

plavalaguna.com findest und dort gleich

für deinen perfekten Outdoor-Urlaub

buchen kannst.

Gerade jetzt, in diesen außergewöhnlichen

und stressigen Zeiten, heißt es,

sich so oft wie möglich eine Auszeit in

der Natur, bei gesunden Aktivitäten zu

gönnen – und zugleich Zeit mit seinen

Liebsten zu verbringen. Beim Radfahren

oder Schwimmen, am Strand und im

Meer, beim Laufen oder Wandern: Poreč

und Umag sind für all das ideal. Freizeitsportler

können im Urlaub einfach

fit bleiben, während Profisportler perfekte

Trainingsbedingungen vorfinden.

Das ganze Jahr über herrscht ein angenehmes

Klima, es stehen zahlreiche

Rad- und Wanderwege, Sportplätze

und -zentren zur Verfügung.

Während deines Aufenthalts in den

wunderschönen Resorts und Hotels

der Plava Laguna kannst du außerdem

bei Aqua-Aerobic, Pilates und anderen

angeleiteten Sportprogrammen fit bleiben.

Aufgrund der Herausforderungen

der Saison 2020, die durch die Covid-19-Pandemie

verursacht wurden,

wird in allen Einrichtungen der Plava

Laguna noch mehr auf Gesundheit,

Sauberkeit und persönlichen Raum

geachtet. Alle Outdooraktivitäten

sind selbstverständlich möglich, unter

Einhaltung der Abstandsregeln können

alle Strände und anderen öffentlichen

Bereiche voll genutzt werden.

Foto: Blindtext

18 SPORTaktiv


Dein bestes E-Bike Abenteuer

des Sommers wartet auf dich…

Mit der neuen E-Bike Planung von komoot bist du in nur wenigen Klicks auf den besten

Trails und Touren unterwegs. Inklusive genauer, E-Bike spezifischer Zeitschätzungen

und den besten Insider Tipps aus der Community.

Dein E-Bike bietet dir endlose Möglichkeiten –

mit komoot entdeckst du sie.

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SPORTAKTIV20

Nur für neue Nutzer.

Gültig bis 31.12.2020.


Ende Juni

in der

Ramsau:

Passend

zum Thema

haben

wir das

Interview

mit Felix

Gottwald

nicht nur

im Sitzen

geführt.

u Beginn des Lockdowns waren

die Wälder voll mit Menschen.

Fahrradhändler werden

zur Zeit „gestürmt“. Wurde in dieser

Ausnahmesituation vielen der Wert von

Bewegung erst bewusst?

Es sind zwar mehrere Faktoren zu berücksichtigen.

Aber ich glaube schon,

dass auch ein Bewusstsein entstanden ist

bei vielen Menschen: Ich muss und

möchte jetzt etwas für meine Gesundheit

tun. Was ja grundschlau ist, weil jeder,

der rausgegangen ist an die frische Luft

und sich bewegt hat, auch das Gesundheitssystem

entlastet hat.

Als unser Sportminister gesagt hat: Mit

dem Hund kann man schon spazieren gehen,

war mein Erstreflex: Jetzt brauche

ich einen Hund. Wie selbiger mir dann

erklären wollte, welche Intensität und

welchen Umfang an Bewegung und Sport

mein Immunsystem braucht und wo es

zu viel wird, da habe ich gewusst: Fein,

ich kümmere mich weiter eigenverantwortlich

um meine Gesundheit.

Aber: Ja, es ist in dieser Phase, wo es so

kulminiert ist, Bewusstsein entstanden

für Bewegung, für Ernährung, auch für

das Miteinander und Füreinander. Wir

haben wieder Zeit gehabt für Dinge, für

20 SPORTaktiv


„WANN, WENN NICHT JETZT“ WÄRE

ES AN DER ZEIT, DIE ROLLE DES

SPORTS IN DER GESELLSCHAFT NEU

ZU DENKEN – MEINT ÖSTERREICHS

ERFOLGREICHSTER OLYMPIASPORTLER

FELIX GOTTWALD. WAS ES ÜBER DIE

BEWERTUNG VON SPORT UND BEWE­

GUNG AUSSAGT, WIE IN DER CORONA­

KRISE DAMIT UMGEGANGEN WURDE.

UND WAS SPORT ALLES LEISTEN

KÖNNTE, WENN MAN WOLLTE.

INTERVIEW: CHRISTOF DOMENIG

FOTOS: THOMAS POLZER

BEWEGT

DIE WELT

MEISTERN

die wir uns tendenziell zu wenig Zeit

nehmen. Es ist ja leider nicht so, dass es

normal ist, uns täglich für eine Stunde

Bewegung die Zeit zu nehmen – das wäre

ja, was ich unter einer echten Bewegungskultur

verstehen würde: Dass wie das Essen,

Trinken und Zähneputzen auch Bewegung

zum Leben dazugehört. Ich hoffe

auch, dass das Bewusstsein, dass Bewegung

etwas mit einem tut – mit der inneren

Ruhe, dem Vertrauen, der Kreativität,

dem Abschalten und Kopfdurchlüften–,

dass das angekommen ist und dass viele

jetzt sagen: Da mache ich einfach weiter.

In der Stadt haben manche zu Beginn

des Lockdowns die Straßenseite gewechselt,

wenn man ihnen als schwitzender

Jogger entgegenkam. Haben

Sie am Land Ähnliches erlebt?

Es hat ein paar Reflexe gegeben, die für

mich unverständlich sind: dass man in einer

Langlaufregion wie der Ramsau die

Loipen so schnell wie möglich zerstört

hat. In Norwegen haben sie im Gegensatz

dazu so lange wie möglich präpariert.

Oder auch, dass ernsthaft überlegt wurde,

die Großglocknerstraße dieses Jahr gar

nicht zu öffnen, weil es sich nur für die

Einheimischen nicht auszahlt. Diese Hal-

SPORTaktiv

21


Bewegungskultur

statt

Weltmeistergedanke:

Norwegen

ist für

Gottwald

ein

Vorbild,

was den

Umgang

mit Sport

angeht.

tung auch gegenüber den Radfahrern ist

leider erbärmlich.

Es wäre jetzt die Chance gewesen und

wäre nach wie vor die Chance, zu erkennen,

dass Sport und Bewegung einen Beitrag

leisten, um die Welt, in der wir leben,

zu meistern. Und da ist nirgends die

Rede von Weltmeistern. Wissend, dass

ohnehin nur 0,2 Prozent der Kinder, die

den Weg zum Sport einschlagen, irgendwann

die Chance haben, ihre Existenz

damit zu sichern. Heißt im Umkehrschluss:

Wenn es uns so wichtig ist, dass

wir Weltmeister produzieren wollen,

braucht es erst einmal 1000 Kinder, die

Sport betreiben, damit du die zwei hast,

die zumindest eine theoretische Chance

haben, irgendwann ein Marcel Hirscher

oder Dominic Thiem zu werden.

Da sehen wir schon wieder unseren aktuellen

Stand des Irrtums, was die Sportund

Bewegungskultur betrifft: Wenn es

der erste Reflex ist, Turnstunden ersatzlos

zu streichen, und nicht: Wie können wir

eine Lösung finden, dass die Kinder ausreichend

Bewegung an der frischen Luft

kriegen, um die Welt zu meistern.

Wenn Sie der Regierung ein Zeugnis für

den Umgang mit Bewegung und Sport in

der Corona-Zeit ausstellen müssten ...?

Ein Zeugnis auszustellen für ein Fach, das

nicht existiert, ist schwer. Aber meine

Hoffnung lebt weiter. Meine These ist: Es

gibt Bewegung, es gibt Ernährung, es gibt

Regeneration, unser Mindset und den

Schlaf als Basis. Wenn wir mit etwas beginnen,

beispielsweise uns zu bewegen:

Dann hat das natürlich auf alle erwähnten

Bereiche Auswirkungen!

Ich hoffe, dass vielen bewusst geworden

ist, dass wir mit den Maßnahmen der Regierung

nicht fitter und gesünder werden.

Um unsere Gesundheit kümmert sich

niemand, deshalb dürfen wir uns selbst

darum kümmern. Die Herausforderung

ist: Wir sehen die Auswirkungen nicht

unmittelbar und können gleichzeitig immer

nur heute einen Beitrag leisten. Es

braucht dafür auf sehr einladende Weise

UM DEINE

GESUNDHEIT

KÜMMERT SICH

NIEMAND, WENN

DU ES NICHT

SELBST TUST.

einen Bewusstseinsschaffungsprozess.

Nur durch Händewaschen und Abstandhalten

werden wir keine vitalere, fittere

Gesellschaft werden.

Wer sich regelmäßig bewegt, weiß,

wie gut ihm das tut. Dann gibt es wahrscheinlich

50 Prozent der Bevölkerung,

die diese Erfahrung nie gemacht haben.

Ich möchte nicht sagen: noch nie gemacht.

Kinder, und ich habe selber zwei

kleine Mädels daheim, können gar nirgends

hingehen, sie laufen. Aber natürlich

ist jeder von uns die ganze Zeit Vorbild

durch Vorleben. Wenn keiner raus-

22 SPORTaktiv


geht, sich nicht bewegt, denken Kinder,

das ist normal.

Kinder haben drei Gründe, warum sie

mit Sport anfangen: Der erste ist, sie wollen

den Eltern eine Freude machen. Der

zweite: Sie wollen zu einer Gruppe gehören.

Der dritte: Sie wollen spielen. Und

wir, und da sind wir wirklich gut in Österreich,

gehen her und sagen zu achtjährigen

Kindern: Du darfst nicht mehr

rausgehen spielen, geh trainieren. Und

mit neun müssen sich Kinder für eine

Sportart entscheiden: Fußball oder Skifahren.

Allen Ernstes.

Wieder das Beispiel Norwegen: Dort

traut sich kein Trainer ein Kind vor dem

18. Lebensjahr zu bewerten: Du bist gut,

du bist schlecht, du kannst was, du

kannst nix. Sie nehmen alle mit. Athleten,

Trainer, Funktionäre, Visionäre. Jeder

soll dem Sport erhalten bleiben –

egal, in welcher Funktion.

Dass sich Kinder so früh für eine Sportart

entscheiden sollen: Hat das mit dem

Gedanken zu tun: „wenn man sich früh

spezialisiert, wird man später besser?“

Es steckt der Weltmeistergedanke dahinter.

Jeder Verband will Weltmeister produzieren

um aus den Fördertöpfen entsprechend

zu profitieren. Aber das ist eine

Themenverfehlung. Ich rede da leicht als

Olympiasieger, aber: Ich bin nicht der Inbegriff

des Systems. Wenn es nach dem

gegangen wäre, hätte ich mit 13 aufhören

sollen, weil ich zu schlecht war. Auch

Hermann Maier ist ein Gegenbeispiel.

Es war fast unser Glück, dass wir zu

früh abgeschrieben worden sind – und es

dann auch unbedingt wollten. Die, die

unbedingt wollen, kannst du sowieso mit

keinem System verhindern. Aber generell

unsere Sportstruktur auszurichten auf die

Weltmeister, die Thiems und Hirschers,

unser Sportsystem zuzuspitzen auf die

olympischen Kernsportarten, Goldmedaillen

und Siege: Das macht leider keinen

Sinn.

Stattdessen sollten sich möglichst

viele Menschen einfach regelmäßig

bewegen ...

Es gibt einen schönen Text vom Unternehmensberater

Simon Sinek: Wir stehen

an einer Weggabelung und haben die

Entscheidung über Sieg oder Erfüllung.

Der Sieg steht für das Endliche und die

Erfüllung für das Unendliche. Entscheidest

du dich fürs Siegen, ist alles auf die

FELIX GOTTWALD

ist 44 und als ehemaliger

nordischer Kombinierer der

erfolgreichste österreichische

Sportler der Olympiageschichte

(3 x Gold, 1 x Silber, 3 x Bronze).

Insgesamt 18 Medaillen bei

Großereignissen.

Der gebürtige Salzburger lebt

mit Partnerin und zwei Töchtern

(6 und 5) in Ramsau am

Dachstein/St, bietet Workshops,

Trainings und Management-

Programme für Unternehmen

und Organisationen an.

Gottwald ist auch Ehrenbotschafter

des „Jane Goodall

Instituts Austria“.

www.felixgottwald.at

Ziellinie ausgerichtet, die Leute streben

dorthin. Du gewinnst, alle jubeln dir zu.

Dann gehen sie heim, du stehst alleine da

und kannst nur hoffen, dass dir das

irgendwann wieder gelingt. Bei der Erfüllung

gehst du deinen Weg, die Leute

schließen sich dir an und gehen mit dir.

Wenn es dich einmal nicht mehr gibt,

wird dein Weg von den anderen fortgesetzt.

Meine Idee wäre, dass wir von der

Sportkultur her einen solchen Weg einschlagen,

der unendlich weitergeht. Wo

wir als Nation eine Lebendigkeit entwickeln,

Bewusstsein entwickeln für unsere

Grundbedürfnisse, zu denen Bewegung

dazugehört. Wenn wir eine Situation erreicht

haben: Du gehst während der Arbeit

in der Mittagszeit eine Stunde laufen,

und erntest keine komischen Blicke und

es sagt keiner: „Hast du nichts zum Hackeln?“;

sondern: Weil meine Arbeit so

wichtig ist, deshalb geh ich die Stunde

laufen. Wenn es normal wird, dass wir

uns einmal am Tag bewegen, dann haben

wir es geschafft.

Die Frage ist, wie kommen wir dahin?

Kultur wird millimeterweise aufgebaut

und meterweise abgerissen. Wir sind

schlecht im Aufbauen und gut im Abreißen

– wenn du etwa reflexartig gleich

einmal die Turnstunden streichst in so einer

prekären Phase, wie wir sie jetzt gehabt

haben.

Haben Sie eine Idee, wie eine Einladung

an jeden Richtung Bewegungskultur

konkret ausschauen könnte?

Ich habe mir schon überlegt, wenn wir

ein Beitragssystem entwickeln würden:

Wenn jeder Kilometer, den wir uns sportlich

bewegen, in einem Topf landet und

dieser wird dann vom Staat umgemünzt

in eine Bewegungs- und Vitalitätsinitiative.

Das stelle ich mir schon lässig vor:

Die zwei Kilometer, die ich mehr mit

dem Rad fahre, werden vom Staat Österreich

umgemünzt und wieder in Bewegung,

in Sport investiert. Ich könnte mir

vorstellen, dass da eine Superdynamik

entstehen könnte, dass Win-win-win-Situationen

entstehen. Der Einzelne, der

durch seine Bewegung beiträgt, wird fitter;

es werden Projekte realisiert. Und

dem Staat spart es einen Haufen Geld.

Und wir sind zudem gerüstet für etwaige

Krankheitswellen.

Aber um noch einmal auf die 50 Prozent

zurückzukommen, die mit Sport

nichts am Hut haben: Ich kriege das ja in

Unternehmen mit, dass jede Initiative für

Bewegung wieder die anspricht, die

schon einen Ironman machen. Aber wie

erreichst du die anderen? Auf einladende

Weise. Mit Ermutigen und Bestärken.

Es wäre eine Chance gewesen, das Vertrauen

zu stärken. Zu sagen: „Die Situati-

SPORTaktiv

23


WAS UNS BEGEIS-

TERT AM SPORT,

IST SCHON DIESE

UNMITTELBARE

EMOTION, DAS IST

ES, WO MIR DAS

HERZ AUFGEHT.

on ist so und so, aber was können wir

deshalb tun und was ist umso wichtiger:

Vernünftige Ernährung, Bewegung, jetzt

habt ihr Zeit dafür.“ Und nicht: „Ihr

könnt’s eine Stunde rausgehen – aber ja

nicht zu schnell, weil ja das Immunsystem

zusammenbrechen könnte.“

„Gesundheit“ hat seit März alles überschattet.

Aber könnte der Sport in der

Gesellschaft nicht noch viel mehr leisten

– etwa auch bei den entscheidenden

Themen der letzten Wahlen: Integration

und Klimaschutz?

Es gibt selten eine Rubrik wie den Sport,

die in alle Bereiche einzahlt. Siehe Projekte

wie Laureus: Ein Fußballprojekt mit

Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen,

wo das Miteinander zu Beginn

überhaupt nicht funktioniert hat, und

nach einigen Monaten haben sie sich fast

entschuldigt, wenn sie ein Tor geschossen

haben. Da siehst du, was der Sport an gelebten

Werten in die Welt bringt.

Es zeigt sich auch im Spitzensport. Der

ist ein Fraktal der Gesellschaft, sprich: Alles,

was du in der Welt siehst, siehst du im

Spitzensport auch. Von „das Herz am

richtigen Fleck“ bis hin zu Betrug und

Beschiss. Umso wichtiger ist, dass Spitzensport

sich ernst nimmt – „ernst“ im Sinne

von „echt“. Nicht bei jedem Trend und jedem

Quadratzentimeter Bandenwerbung

mittun. Wenn 22 Fußballer nur für sich

spielen, ist das schon skurril. So ganz

menschenleer, nur für den Fernseher?

Sport ist doch pure Emotion. Wenn

die nicht mehr gelebt wird, sondern stattdessen

nur immer mehr desselben, es nur

darum geht, Sponsoren ins Bild zu bringen:

Da macht sich der Sport unglaubwürdig.

Was uns begeistert am Sport, ist

schon diese unmittelbare Emotion, das ist

es, wo mir das Herz aufgeht. Da sind

Geisterrennen schon komisch, egal, in

welcher Sportart.

Das war jetzt eine Übergangsphase ...

Ja, und ich stelle mir die Frage: Übergang

wohin? Endliche Gewinnmaximierung ist

im Spitzensport leider nicht mehr nur die

Ausnahme. Andere Unternehmen und

Sportler nützen ihre Unternehmung, um

sich der gemeinsamen menschlichen Entwicklung

zu widmen. Für diese Unternehmen

gibt es keine Ziellinie. Solche

Athletinnen und Athleten ziehen mich in

ihren Bann. Wo der Sport nicht einfach

aufhört, wenn die Ziellinie passiert ist,

sondern etwas weitergeht. Dieser unendliche

Zugang. Wenn ein Aksel Lund

Svindal aufhört mit dem Skifahren, geht

etwas weiter. Es ist eine Kultur in der

Mannschaft etabliert worden, die nie aufhört.

Das ist meines Erachtens, was beispielsweise

einen Svindal unterschieden

hat, nicht nur seine Erfolge.

Das Thema Klimawandel ist jetzt wieder

ein wenig in den Hintergrund getreten.

Dennoch: Jeder ist gefordert, hier

einen Beitrag zu leisten. Wie könnte

ein Beitrag der Sportwelt ausschauen?

Punkt eins: Das geht sich nicht aus, dass

das in den Hintergrund tritt. Aber schon

wieder: Es ist halt nicht so unmittelbar.

Heute geht es sich noch irgendwie aus.

Auf 1200 m Seehöhe spürst du es halt

nicht wahnsinnig, wenn der Meeresspiegel

ein paar Meter ansteigt, aber: Wir sitzen

alle im gleichen Boot.

Man muss sich im Sport etwa schon

überlegen, ob es sinnvoll ist, quer über

den Globus dasselbe auszutragen. Früher

oder später wird es so etwas wie ein

CO 2 -Konto für jeden von uns geben

müssen. Und wenn du im Juli merkst,

meines ist zu Ende, dann ist es einfach zu

Ende. Dann wäre es ehrlich, wenn du

auch nichts mehr zukaufen kannst.

Aber wenn wir jetzt so etwas wie ein

CO 2 -Konto hätten, kannst du dir überlegen,

fahre ich mit dem Rad oder dem

Auto in die Arbeit. Plötzlich hast du

mehr Radkilometer am Tacho, zahlst wieder

in den Topf ein, wo wir Bewegungskonzepte

etablieren, und da kann dann

ein Rad ins andere greifen und etwas

Großes entstehen. Ich würde mir wünschen,

dass wir in Österreich da gemeinsam

vorausgehen und auf spielerische

Weise einen Unterschied machen.

Jeder Einzelne kann jeden Tag einen

Unterschied machen. Die Hoffnung, dass

die Politik für uns etwas ändert, die ist

überschaubar. Es geht ja doch um die

nächsten Wahlen und gerade mit der

Krankheit lässt sich auch viel Geld verdienen,

abgesehen davon, dass endliches

Denken noch regiert. Wenn wir selber

aber diese Unendlichkeit verinnerlicht

haben, wenn wir denken: Wenn es mich

einmal nicht mehr gibt, möchte ich auch,

dass es gut weitergeht, dann glaube ich,

dass wir viele Entscheidungen anders treffen.

In allen Bereichen. Im Sport, in der

täglichen Bewegung, in der Ernährung,

alles. Das ist schon ein schönes Projekt,

das wir da jeden Tag machen können.

DIE HOFFNUNG,

DASS DIE POLITIK

FÜR UNS ETWAS

ÄNDERT, DIE IST

ÜBERSCHAUBAR.

24 SPORTaktiv


FIT

Training – Gesundheit – Ernährung

Fotos: FH Joanneum/Miriam Weiß, Ocean Film Tour, Sportunion kovacs

SPORT FÜR ALLE

Im Rahmen der österreichweiten

kostenlosen Sommersportinitiative

„Bewegt im Park“ gibt es nun auch

inklusive Angebote. Das Pilotprojekt

wurde in Wien u. a. von Sportminister

Werner Kogler vorgestellt. Angebote

bis Ende September finden:

www.bewegt-im-park.at

STREAMEN UND STAUNEN

Die beliebten Sport- und Abenteuerfilm-Touren

wurden heuer durch

Covid-19 gestoppt. Als Ersatz gibt es

die Programme der Int. Ocean Film

Tour (Bild), der Banff Mountain Film

Tour sowie der Green Screen Tour

als Streaming-Angebot unter:

www.outdoor-cinema.net

VIELES NEU BEI DER „ÖGSE“

Die Österreichische Gesellschaft für

Sporternährung (ÖGSE) hat sich neu

aufgestellt. Dr. Manuela Konrad, unter

anderem Lehrende an der FH Joanneum

in Graz, ist jetzt die Präsidentin. Für

26. Februar 2021 ist in Graz ein großes

„Forum Sporternährung“ geplant.

www.oegse.at


SPORTLICH

LAAAANGER

HERBST

DIE HOFFNUNG LEBT. TOURISMUS, SPORTLER,

URLAUBER, INDUSTRIE UND EVENTVERANSTALTER

SETZEN HEUER AUF EINEN STARKEN UND LANGEN

HERBST, UM NEWS UND ANGEBOTE NOCH AUF

DEN MARKT ZU BRINGEN. SPEZIELL DIE THEMEN

OUTDOOR UND DIE RADBRANCHE VERSPÜREN

MUT MACHENDE SIGNALE.

VON CHRISTOPH HEIGL UND CHRISTOF DOMENIG

Zuerst ein Blick zu unseren

Schweizer Freunden. Die Studie

„Sport Schweiz 2020“ befragt

alle paar Jahre mehr als

12.000 Eidgenossen (über 15 Jahre) über

die aktuellen Sporttrends. Die neuen

Zahlen von heuer sind wegen der Corona-Einschränkungen

besonders interessant:

Egal, ob Wandern, Radfahren, Joggen

oder Mountainbiken, die Schweizer

sind immer öfters in der Natur. „Die

Schweiz kann auch stellvertretend für einen

allgemeinen Trend unserer Gesellschaft

angesehen werden“, schlussfolgert

daraus die Bike-Trail-Agentur Allegra.

Knapp 57 Prozent der Schweizer wandern

regelmäßig, womit Wandern die beliebteste

Outdoor-Aktivität bleibt. „Einen

Aufstieg verschafft sich auch das

Mountainbiken, indem es König Fußball

an Beliebtheit überholt“, freut sich das

Team von Allegra.

Davon sind wir in Österreich noch ein

Stück entfernt. Doch auch hierzulande

verzeichnet die Radbranche mitunter die

positivsten Signale, dass der Knick in den

wirtschaftlich relevanten Kennzahlen reparabel

und aufholbar ist. 60.000 neue

E-Biker, vorwiegend Neu- und Wiedereinsteiger,

kommen laut Statistik wieder

hinzu. „Mountainbiken ist wie ein Ventil,

das im Naturraum gesucht und gefunden

wird“, analysiert der Salzburger Bike- und

Tourismusexperte Hari Maier. „Lokale

Konflikte werden dadurch aber verschärft.“

Stichwort Forststraßen und

Trailsperren. Bei einem von Maier in

Fuschl veranstalteten Branchentreff mit

Bosch und KTM vernahm auch Bike-Pionier

Uli Stanciu neue Lehren durch Corona:

„Wir haben doch die neue Ruhe

und Sauberkeit geliebt. Was können wir

davon hinüberretten in die Zeit danach?“

Die Gefahr eines „Sport-Overtourism“

sieht er zwar nicht („Das ist doch ein Problem

von Städten wie Venedig oder Dubrovnik.

Mit zu vielen Autos können Biker

aber natürlich auch den nördlichen

Gardasee kaputt machen“), aber neue

Lösungsansätze sieht er in der E-Mobili-

Fotos: iStock, Moritz Ablinger, Bosch

26 SPORTaktiv


SPORTaktiv

27


Die große Mountainbike-WM in Saalfelden-

Leogang startet am 7. Oktober. Die Frage:

Mit Fans oder ohne? „Wir arbeiten an vier

verschiedenen ,coronatauglichen‘ Konzepten“,

sagt Veranstalter Kornel Grundner.

tät, wettergeschützten Radwegen mit Solarpanelen

und Hotelrabatten für Gäste,

die ohne Auto anreisen. Der Radtrend

freut auch die heimische Industrie. „Vor

allem das E-Bike kann etwas zur Lösung

der Verkehrsfrage beitragen“, ist

KTM-Geschäftsführerin Johanna Urkauf

überzeugt.

1. DER TOURISMUS

Der Tourismus, im Speziellen der Sporttourismus,

erhofft sich vom Herbst noch

gute Umsätze. „Wir haben die glückliche

Lage und die Herausforderung, als

Naherholungsgebiet gesucht und gefunden

zu werden“, formuliert es Hildegund

Schirlbauer, Geschäftsführerin des

Tourismus Fuschlseeregion in Salzburg.

Lenkungsmaßnahmen und spezielle Angebote

brauche es jetzt mehr denn je.

Von gerade gefragten Destinationen wie

dem niederösterreichischen Waldviertel

hört man von einem Run auf Radangebote,

wie Tourismus-Geschäftsführer

Andreas Schwarzinger vom „Granittrail“

berichtet, rund um Bad Waltersdorf in

der Steiermark wird gerade das Rennrad-Thema

ausgebaut und selbst winterlich

gestimmte Regionen wie die Dolomiten

in Italien laden noch im September

zu Rennrad-Pressereisen, um noch

wertvolles Marketing unter Dach und

Fach zu bringen.

Ein neues Radangebot gibt es im Dreiländereck

Salzburg, Oberösterreich, Steiermark

im Salzkammergut: den „eTrail“

im bekannten BergeSeen-Konzept. 634

Kilometer und 14.500 Höhenmeter, aufgeteilt

in zehn Tagesetappen rund ums

Salzkammergut zwischen Fuschl, Gosau,

Gmunden und Bad Aussee. Die vorwiegend

auf Forststraßen bzw. Asphalt gelegenen

Strecken sind mit ihren Tageslängen

speziell für E-Biker abgestimmt und

mit Ladestationen versehen, ganz sportliche

Radler schaffen es auch auf herkömmlichen

Mountainbikes. „Die offizielle

Startphase im Sommer hat uns Corona

etwas vermasselt“, erzählt Projektleiter

Siegfried Zink, aber alle Angebote stehen.

Der Herbst kann kommen.

2. DIE VERANSTALTER

Sehr viele Bewerbe wurden heuer schon

abgesagt. Sehr viele finden aber unter

ganz anderen Vorzeichen und mit innovativem

Modus statt. Besonders kreativ

ist die Laufszene in der Planung vor den

PCs und Apps gesessen: Dem Trend virtueller

Laufevents als Ersatz für die coronabedingt

ausgefallenen klassischen

Wettkämpfe haben wir im Run-Teil dieser

Ausgabe eine eigene Story gewidmet

(ab Seite 52).

Bei den Radfahrern hat heuer ein

Highlight nicht oder stark abgeändert

stattgefunden. Die Salzkammergut-Trophy

als größtes MTB-Rennen Österreichs

ging zwar am 18. Juli über die

Bühne, Lukas Kaufmann siegte auf der

verkürzten A-Distanz über „nur“ 176

km und 5900 hm. Die Strecke bleibt

aber mit Zeitnehmung (!) bis Ende Oktober

offen. Alle Teilnehmer der „Trophy

individuell“ können an einem beliebigen

und selbst gewählten Tag fahren

und sich online in einer Rangliste vergleichen.

Die Zeitmessung wird aber aus

Risikogründen auf die Anstiege bzw.

Flachpassagen außerhalb der Siedlungsgebiete

beschränkt. Auf den Zwischenpassagen

kann man es also gemütlich

angehen, die Landschaft genießen und

in die Hütten einkehren – das hat es bei

der Trophy noch nie gegeben.

Auch die Veranstalter vom „Ötztaler“

sind kreativ: Der Klassiker ist zwar auf

2021 verschoben, am ursprünglichen

Renntermin (28. bis 30. August) kann

man aber den „Ötztaler SocialRadmarathon“

fahren, an beliebigen Orten die

238 km radeln und auf der Website eintragen

lassen. Klassifizierung gibt es keine,

dafür werden mit Spendengeldern

Hilfsaktionen von „Netzwerk Tirol hilft“

unterstützt.

Rennradfreunde freuen sich im

Herbst noch auf die Premiere des „Istria300“

am 10. Oktober, eine Rennradfahrt

(offiziell kein Rennen) über 300,

235 oder 155 km quer durch Istrien.

Die Tour de Kärnten lockt die Mountainbiker

vom 17. bis 20. September an

den Ossiacher See, wo vier Etappen am

Programm stehen. Sportliches Highlight

des Radsportjahres wird die Vierfach-WM

der Mountainbiker in Saalfelden-Leogang

vom 7. bis 11. Oktober.

Trotz der Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie

und der daraus resultierenden

schwierigen Planbarkeit versuchen

die Veranstalter die Titelkämpfe auch für

Zuschauer zugänglich zu machen.

28 SPORTaktiv


Vitamine

3. DIE INDUSTRIE

Ohne herkömmliche Fachmessen nutzte die Sportartikelindustrie

schon die letzten Wochen, um News

hinauszuposaunen. Zum Teil nur online via Newsletter

und Website, teilweise via Videopräsentationen

wie bei BMCs neuer Bikeplattform Two-Stroke oder

bei kurzfristig anberaumten Medienterminen. Am

Fuschlsee etwa ergab sich die erste Möglichkeit, mit

KTM die neueste Generation der Bosch-Antriebssysteme

für E-Bikes zu testen. Die News? Der

MTB-Primus Performance CX hat jetzt noch mehr

Drehmoment (85 Nm) in einem größeren Trittfrequenzbereich

und neu den sogenannten „Extended

Boost“. Neu für 2021 ist bei Bosch auch eine

Help-Funktion der Cobi-Bike-App, die Stürze automatisch

erkennt und einen Notruf absetzt. Ob Corona-Auswirkung

oder nicht: Hersteller wie Cannondale,

GT oder Thok wollen dem Neuheitenwahn

entgegenwirken und haben angekündigt, neue Modelle

nur noch zum Jahreswechsel zu präsentieren.

Europas größte Outdoormesse, die „Outdoor by

ISPO“, fiel naturgemäß auch der Pandemie zum Opfer.

Die Branche war deshalb nicht untätig – und fast

jede Meldung oder vorgestellte Produktneuheit der

letzten Wochen hatte wieder einen grünen oder

nachhaltigen Touch. Nur drei von etlichen Beispielen:

The North Face launchte eine Kollektion aus in

den Alpen gesammelten Plastikflaschen, Odlo will

bis 2030 zu 100 Prozent auf recycelte oder umweltschonende

Materialien setzen, Gore-Tex hat sich mit

Juni 2020 zur CO 2 -Reduktion selbst verpflichtet und

unterstützt die Klimaschutzorganisation „Protect

Our Winters“.

4. DIE FREIZEITSPORTLER

Urlaubszeit ist gleich Sommerferienzeit? Das gilt

schon lang nicht mehr. Und noch weniger in diesem

Jahr der Unplanbarkeit. Der „goldene Herbst“ bietet

sich aus mehreren Gründen für einen aktiven Kurzoder

auch noch längeren Urlaub an. Erstens ist die

nur im Tal graue Zeit – mit den Blicken auf ein endloses

Nebelmeer von oben und milden Temperaturen

in der Höhe – die schönste Zeit für Bergsportler jeder

Art. Zweitens fällt das Abstandhalten auch in

Hotels und Pensionen außerhalb der Kernferienzeiten

viel leichter. Wer keine schulpflichtigen Kinder

hat, der tat schon bisher gut daran, seinen Urlaub in

den Frühling oder Herbst zu legen. Drittens gibt es

heuer erstmals österreichweit einheitliche Herbstferien

zwischen 24. Oktober und 1. November. Also:

nichts wie raus in den sportlichen Herbst!

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gesund!

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Mitochondrien

• Die Zellgesundheit steigt durch die Reduktion

von oxidativem Stress

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optimiertes Immunsystem

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betreibt oder unter Stress steht

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Reizübertragung zwischen den Nervenzellen

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Phosphatidylserin aus Sojalecithin, welches in

hoher Konzentration in den Hirnzellen vorkommt

• Trägt zu einer normalen geistigen Leistung

und einem normalen, gut funktionierenden

Energiestoffwechsel bei

• Sportliche Höchstleistungen verlangen stetige

Aufmerksamkeit und einen wachen Geist

(z.B. bei intensiven Training oder

Wettkämpfen) – gezielte Einnahme wirkt

einem Mangel entgegen und unterstützt die

Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis

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29


PACKAGE-TIPP

„GENUSS URLAUBEN“

So schmeckt Lebensfreude:

Vier Tage „Genuss urlauben“

ab € 129,– sind bis

31. Oktober buchbar.

Alle Infos zur Region,

sowie Buchungen auf:

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GENUSSHERBST IN

BAD RADKERSBURG

Durch das mediterrane Klima

verwöhnt die Region Bad Radkersburg

ihre Gäste mit reichlich Sonnenschein

und südlichem Feeling.

Warum in die Ferne, wenn man hier

Dolce Vita auf Steirisch erleben

kann? Und dazu die schier endlose

Weite der sanften Hügellandschaft genießt? Die

Mur-Auenlandschaft des UNESCO Biosphärenparks

hüllt sich in ein prächtig buntes Kleid

und die Weinberge erstrahlen im warmen Licht

der herbstlichen Sonnenstrahlen. Bis weit in

den Herbst hinein machen milde Temperaturen

Lust aufs Radeln, Wandern oder Golfen. Auch

dank großem Radwegenetz und Routen für

jede Kondition, den aussichtsreichen

Wein-Wanderwegen in Klöch und Tieschen

oder dem 27-Loch-Traminer Golfplatz.

Die Region mit dem Rad zu erobern, ist

überhaupt eine feine Sache: Man rollt übers

sanfte Hügelland, vorbei an Kürbisfeldern und

Weingärten oder durch die Naturlandschaft der

Murauen. Unterwegs warten überall herrliche

Ausblicke und gemütliche Einkehrstopps. Hier

werden nicht Kilometer gezählt, sondern

Eindrücke. In den Buschenschänken inmitten

der Weinberge schmeckt die Brettljause mit

einem Glas Gewürztraminer besonders gut.

Zur Zeit der Weinlese und Ernte stehen die

kulinarischen Genussbotschafter der Region im

Mittelpunkt: Aus Kürbis, Käferbohne und

Kren, Kastanien oder auch dem fast vergessenen

Buchweizen zaubern die kreativen Köche

regionale Schmankerl. Tipp: Erlebbar ist der

Genussherbst in der Region Bad Radkersburg

bis Ende Oktober bei den mund.art-Wirten.

Fotos: TV Region Bad Radkersburg/pixelmaker.at

30 SPORTaktiv


BEWEGEN UND ENTSPANNEN

Die Parktherme Bad Radkersburg bietet

jetzt den idealen Ausgleich zum Alltag.

Fotos: Parktherme Bad Radkersburg

Schwimmer ziehen im 50-Meter-Outdoor-Sportbecken

bei garantierten 25°C

Wassertemperatur eifrig ihre Bahnen.

Bewegt geht es für Gäste der Parktherme Bad

Radkersburg aber auch bei kostenlosen

Aktiv- und Vitalprogrammen oder bei den

beliebten Outdoorfitness-Angeboten zu. Dabei

werden stets unterschiedliche Schwerpunkte

gesetzt, etwa professionell begleitete Schwimmtrainings,

Faszien-Fitness oder Feldenkrais® im

Thermalwasser angeboten.

Die beanspruchten Muskeln regeneriert man

genussvoll wiederum im Thermalwasser oder

auch im weitläufigen Saunadorf. Neben 2700

m² Wasserlandschaft lädt auch die 50.000 m²

große naturnahe Parkfläche zum sommerlichen

Verweilen und Entspannen ein.

Aktivität und Erholung stehen auch im

angeschlossenen Vita med Gesundheitszentrum

im Mittelpunkt. Regeneration trifft hier auf

Genuss und therapeutische Kompetenz. Das

Herzstück ist das medizinische Trainingszentrum,

in dem Gäste ein betreutes Krafttraining

an modernsten Geräten absolvieren können.

PARKTHERME

BAD RADKERSBURG

www.parktherme.at

Heilmassagen, Moorpackungen und Co.

gehören zu den beliebten Klassikern im Vita

med. Wer Körper und Geist „Streicheleinheiten“

zukommen lassen möchte, kommt auch

im Vitalstudio der Parktherme bei hochwertigen

Spa-Anwendungen auf seine Kosten. Tipp:

Bis 30. September kann man beim „Aktiv Tag“

der Parktherme Energie tanken – Thermeneintritt,

Mittagsmenü und Vitalgetränk inklusive.

Alle Infos dazu auf: www.parktherme.at

SPORTaktiv

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HARD

ACHTUNG, HOCHSPAN-

NUNG: DIE KANADIERIN

DANA GLOWACKA HÄLT

IHREN KÖRPER MEHR ALS

VIER STUNDEN LANG IN

DER PLANK-POSITION.

DAS IST WELTREKORD.

UND EIN GUTER GRUND,

SICH ÜBER DIE MAGIE

DER INNEREN STÄRKE ZU

UNTERHALTEN.

VON AXEL RABENSTEIN

Dana, du hältst den Weltrekord im Planking.

Wie hast du dich diesen 4:20 Stunden

angenähert?

Vor vier Jahren habe ich mit vier Minuten begonnen.

Natürlich kommst du durch Training,

durch die bloße Wiederholung immer

weiter. Mit deiner eigenen Entwicklung ent-

sich aber auch die Art des Trainings wickelt

weiter.

Was für eine Entwicklung ist das?

Es geht darum, Körper und Geist darauf zu

programmieren, Schritt für Schritt länger Commitment. Warum mache ich das? Für

durchzuhalten. Der Schlüssel hierfür liegt erst meinen Sohn.

einmal darin, das eigene Ziel zu formulieren

und sich dabei drei Fragen zu stellen: was, wie

und warum?

Wie lauten die Antworten?

Was habe ich vor? So lange wie möglich zu

planken. Wie schaffe ich das? Durch volles

Für deinen Sohn?

Ja, es war seine Idee. Er las vom bestehenden

Weltrekord und fragte mich, ob ich nicht versuchen

wolle, diesen zu brechen. Ich war einverstanden.

Nun wollte ich ihm zeigen, dass

man alles schaffen kann, wenn man es wirk-

Fotos: Dana Glowacka

32 SPORTaktiv


SPORTaktiv liefert seit Anbeginn

seriöse Hintergrundinformation für

Freizeitsportler. In den Artikeln werden

Studienergebnisse, Fachexpertisen und

wissenschaftliches Basiswissen leicht

lesbar und verständlich aufbereitet,

ohne die Kerninhalte zu verwässern.

Ich bin in diesem Kreise gerne Experte

und lese immer interessiert

die anderen Beiträge

in den Ausgaben.

MAG. KURT

STEINBAUER

Sportwissenschafter

und Lauftrainer

CORE

SPORTaktiv

33


ICH ÜBERZEUGE GANZ

BEWUSST MEINEN

GEIST, DASS ICH ES

SCHAFFEN KANN.

WIDERSPRICHT MEIN

GEIST, HÖRE ICH IHM

GAR NICHT ZU.

lich will. Dass Mama etwas sein kann,

was niemand für möglich gehalten

hätte, nämlich eine Weltrekordhalterin.

Das ‚Warum‘ ist der entscheidende

Faktor. Ist es groß genug, dann

kann dich nichts mehr stoppen.

Wenn wir diese 4:20 Stunden als

eine Reise betrachten. Wie verlief

diese Reise?

Der Tag des Weltrekordversuches war

magisch. Ich war bereit. Und alles um

mich herum war ebenso bereit. Bevor

ich die Bühne betrat, habe ich mich in

mein Hotelzimmer zurückgezogen,

um dort zu stretchen, zu meditieren

und mich aufzuladen. Von hier aus

habe ich dann einen Raum betreten,

den niemand außer mir sehen oder

spüren kann.

Ein geheimer Raum?

Ja, ein Ort – ein Zustand. Man könnte

sagen, dass ich meinem Geist die Augen

geöffnet habe. Wenn du dich von

der Oberfläche löst und aus der Tiefe

deiner selbst auf ein Ziel fokussierst,

dann werden dein Körper und dein

Geist kooperieren, um dich dorthin zu

bringen. Alles, was du tun musst, ist,

dich darauf zu programmieren, das zu

werden, was du sein möchtest. Die

Verbindung zwischen deinem Gehirn

und deinem Nervensystem ist mächtig.

Wenn du diese Kraft erst einmal

entdeckt hast, dann ist plötzlich alles

möglich.

Du sagtest, während einer langen

Plank-Session sind mehrere Wände

zu durchbrechen. Was für Wände

sind das?

Es kommen immer wieder sehr unangenehme

Minuten, in denen der Körper

pausieren möchte. Also versuchst

du, deinen Geist davon zu überzeugen,

dass es noch ein wenig länger gehen

wird. Diese Nachricht im Gehirn einzuspeisen,

kann ein paar Minuten

dauern. Aber schlussendlich wird das

Gehirn die Botschaft an den Körper

weiterleiten.

Klingt, als wärt ihr zu dritt: dein Körper,

dein Gehirn – und du?

So in etwa kann man sich das vorstellen.

Unser Gehirn ist die Schaltzentrale

unseres Nervensystems, es steht in

Verbindung mit dem ganzen Körper,

damit es uns durch unangenehme Situationen

manövrieren kann. Diese

Schaltzentrale kann man individuell

konfigurieren. Auf diese Weise kannst

du völlig neues Potenzial erschließen.

Wie genau funktioniert das?

Ich überzeuge ganz bewusst meinen

Geist, dass ich es schaffen kann. Widerspricht

mein Geist, höre ich ihm

gar nicht zu. Ich höre einzig und alleine

auf meine innere Stimme und benutze

meinen Körper wie eine Maschine,

die zu tun hat, was ich ihr sage. Ich

weiß, das hört sich alles ein wenig verrückt

an. Ich bin tief in mir, in einer

anderen Welt, in der es keinen Zweifel

daran gibt, dass meine innere Stärke

die meines Körpers übertrifft.

34 SPORTaktiv


Und diese andere Welt ist der mystische Raum,

den niemand außer dir sehen kann?

Ja, um so lange in einer Plank-Position zu verweilen,

brauche ich diesen Raum. Ich lasse ihn alleine

aus meinem Inneren heraus entstehen. Du kannst

mich zum Planken auch in ein dunkles Zimmer

stecken. Ich werde mich in meinen Raum begeben

und er wird hell erleuchtet sein. Dort bin ich stark,

dort kann ich meine verborgenen Energiereserven

anzapfen.

Als du nach 4:19:55 Stunden abgesetzt hast: War

das dein mentales oder dein physisches Limit?

Meine Familie wurde auf die Bühne geholt, um

mich zu unterstützen. Das war lieb gemeint, aber

die Nähe zu Menschen zieht mir Energie, als ob

sich mein Akku entlädt. Ich hatte vorab darum gebeten,

niemand zu nahe an mich heranzulassen.

Aber dann wurde ich sogar berührt, und das ist, als

würde mein unsichtbarer Schutzschild deaktiviert.

Es war also rein mental.

DO WHAT YOU LOVE.

LONGER.

SOLAR SMARTWATCHES

Wäre es sonst noch weitergegangen?

Ja, das wäre es. Aber das ist nicht wichtig. Ich bin

sehr glücklich darüber, dass es mir gelungen ist,

diesen Weltrekord aufzustellen.

DANA

GLOWACKA

aus Montreal (Kanada)

ist Personal

Trainer und Yogalehrerin.

Am 18. Mai

2019 stellte sie in

Naperville, Illinois

(USA) mit 4 Stunden,

19 Minuten und 55

Sekunden einen

neuen Weltrekord in

der Kategorie „Longest

Female Abdominal

Plank“ auf.

instagram: dbg_

plankdoyoga

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KOPFSACHE

MOUNTAINBIKE-

BERGSCHUTZ*

CHARISMA

PETER

GURMANN

Sport- und Gesundheitspsychologe

sowie

Beratungs lehrer in

Klagenfurt. Kontakt:

peter.gurmann@aon.at

Jeder erhellt den Raum. Einige, wenn

sie kommen, andere, wenn sie gehen!“,

lautet eine Redewendung.

Charismatische Menschen besitzen eine

positive Ausstrahlungskraft verbunden mit

Energie und Sicherheit, die ansteckend ist.

Sie zeigen sich an ihren Mitmenschen

wirklich interessiert. Sie sind nicht zu

übersehen, wirken dennoch nicht gekünstelt

oder übertrieben aufgeregt. Sie leben,

was sie sagen, und ziehen ihre Gegenüber

magnetisch an. Sie sind authentisch,

nicht aufgesetzt. Lässt sich echtes Charisma

lernen, also quasi künstlich erzeugen?

Oder ist es ein Geschenk der Götter?

Wahrscheinlich liegt die Antwort irgendwo

dazwischen.

Eine kleine Geschichte: Er führte heuer

den FC Liverpool zum ersten Meistertitel

in der Premier League nach 30 Jahren. Er

ist das Gesicht des Vereins: Jürgen Klopp.

Dieser Mann hat als Trainer Kultstatus erreicht.

Im Spitzensport zählt am Ende des

Tages nur die Leistung. Und diese lieferten

er und seine Liverpool-Spieler in dieser

Saison Woche für Woche ab.

Einige Interviews von Klopp sind legendär.

Nachdem er in seiner sportlichen Vergangenheit

sein sechstes Finalspiel verloren

hatte, sagte er Folgendes: „Wenn der liebe

Gott mich dafür braucht, um zu zeigen,

dass jemand sechs Endspiele in Folge verliert

und er es auch noch ein siebentes Mal

versucht, dann bin ich die perfekte Person

dafür. Keine Ahnung, wer das entschieden

hat, aber offensichtlich ist das ein lustiger

Kerl.“ Das darauffolgende Endspiel gewann

er.

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AUS

PRO

BIERT

FIT

GRÜNER LAMBORGHINI

„Lambo Green“ nennt Dynafit die Farbe seiner Bergsportjacke

ELEVATION GTX SHAKEDRY und lässt damit erahnen, dass

man unter dem Verwendungszweck „Athletic Mountaineering“

nicht nur eine gewisse sportliche Grundgeschwindigkeit versteht,

sondern auch exklusives Design und mit dem UVP von

€ 350,– (aktuell online stark reduziert zu haben) auch einen

recht hohen Preis. Der giftgrüne Lamborghini hat viel zu bieten

und scheint für sämtliche Bergsportarten wie Berglauf, Bergsteigen,

Biken und Skitouren ideal.

Die Jacke ist mit nur 238 Gramm superleicht, leicht verstaubar

und absolut wind- und wasserdicht. Der Schnitt ist 1 a, die Ärmel

sind lang, verrutschen nicht, Kragen und Kapuze sind perfekt.

Die Jacke sollte viel aushalten, denn sie setzt auf abriebfeste

Shakedry-Hiking-Shell-Technologie.

Der absolute Clou der 2-in-1-Regenjacke ist, dass man die Ärmel

samt Kapuze mit Reißverschlüssen im Schulterbereich abzippen

kann und damit für wärmere und trockenere Verhältnisse

im Handumdrehen eine atmungsaktive Weste mit

Mesh-Einsatz am Rücken in der Hand hat. Der Ärmelteil kommt

hinten in die Rückentasche. Fazit: perfekt für wechselnde Bedingungen

am Berg.

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FÄLLE, EINE SCHWIMMBRILLE

MIT DISPLAY UND ZWEI

TASCHEN FÜR DEN

RICHTIGEN HÜFTKNICK.

VON CHRISTOPH HEIGL UND BERTRAM TAFERNER

Fotos: Christoph Heigl, Arnold Pauly, Stephan Lutz, Anja Woertge

38 SPORTaktiv


SAGEN SIE NIEMALS

„NIERENTASCHL“ ZU IHM

Wer im Hochsommer beim Sport nicht noch mehr schwitzen

will als unbedingt nötig, muss schauen, dass er den

Schweißverursacher Rucksack vom Rücken wegbekommt.

Tja, Windjacke, Geldtascherl, Wasser und Handy willst du

trotzdem mitnehmen? Dann freunde dich mit der einstigen

Mode-Todsünde „Nierentascherl“ an, denn die feiert als

„Hip Bag“ wieder ein Comeback. Für Wanderer, Biker, Trailrunner

etc. hat Spezialist CamelBak gleich zwei solcher Lösungen

für die Hüfte im Angebot: den klassischen PODIUM

FLOW BELT samt Trinkflasche (UVP € 49,–) und den größeren

REPACK LR4 mit integrierter 1,5-Liter-Trinkblase (UVP € 78,–).

TRAINING MIT TACHOBRILLE

Läufer und Biker sind es längst gewohnt, dass sie ihre Daten

während des Trainings komfortabel direkt von Smartwatch

oder Smartphone ablesen. Bei Schwimmern war das bis dato

immer mit einer kurzen Verschnaufpause am Beckenrand verbunden.

Das kanadische Start-up FORMS hat hier Abhilfe geschaffen

und nach vier Jahren Entwicklung die FORMS SWIM

GOGGLE auf den Markt gebracht, eine hochwertige

akkubetriebene Schwimmbrille aus Silikon, die per Bluetooth

mit Handy oder Smartwatch verbunden werden kann.

Schwimmer haben also endlich die Realität direkt vor Augen:

Parameter wie Zeit, Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz

und verbrannte Kalorien lassen sich individuell einstellen

und wahlweise im rechten oder linken Brillenglas live einblenden.

Ausgewertet werden die Daten dann am Handy.

Laut Hersteller sind Forms bis zehn Meter wasserdicht und

ein Antibeschlag verhindert das lästige Anlaufen der Brillengläser.

Dank der sieben mitgelieferten Nasenbrückengrößen lässt

sie sich perfekt anpassen. Die 16 Stunden Akkulaufzeit reichen

doch für einige Längen. Mit 178 Euro hat die neue Technologie

einen stattlichen Preis, der dank hochwertiger Verarbeitung

letztlich gerecht erscheint. Gewöhnungsbedürftig ist

am Anfang die etwas einseitige Optik im Wasser sowie die

Tatsache, dass man das Teil wie einen Computer am Ende

des Trainings runterfahren muss. Augmented reality eben.

Der kleinere Podium Flow sitzt superleicht auf der Hüfte, die

620-ml-Trinkflasche hält bombenfest. An der gewagten Camouflage-Optik

unseres Testmodell scheiden sich zwar die

Geister, aber die inneren Werte mit zwei Litern Packvolumen

überzeugen: Eine Innentasche mit Netzfächern und ein Handyfach

außen nehmen das Wichtigste auf, sogar eine kleine

Radpumpe hat gerade noch Platz. Etwas mehr „Hüftgold“

hat das Modell Repack LR4. 2,5 Liter Packvolumen plus 1,5-

Liter-Trinkblase machen kleine Rucksäcke vergessen. So

lässt sich alles sicher und gut organisiert verstauen. Den

magnetischen Clip, der den Trinkschlauch fixiert, haben wir

zwar leider im „Gefecht“ gleich verloren, man kann das

Trinksystem dennoch noch gut fixieren. Fazit: Nierentaschl

war gestern, lang leben die Hip Bags!

SPORTaktiv

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FRISCH UND LIMITIERT

Die zuckerfreien MVD-„Mineral Vitamin Drinks“

Maracuja-Guave und der „Sport Eistee“ aus der

Limited Summer Edition von PEEROTON sind

die idealen Sport-Drinks bei Aktivitäten bis 60

Minuten. Sie füllen die Elektrolytspeicher rasch

mit den 5 wesentlichen Elektrolyten plus Zink und

Magnesium.

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LIFESTYLE TRIFFT

PERFORMANCE

Das funktionelle BUFF ® Pack Baseball

Cap vereint Lifestyle und Performance.

Es lässt sich handlich falten und

passt in jede Tasche, beim

Auspacken springt es in

seine ursprüngliche Form

zurück. Ideal als Sonnenschutz

bei der Gipfelpause – oder Modestatement

bei der After-Race-Party.

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DEN KÖRPER

CREMIGE

BEGLEITER

Fettarm, ohne Zuckerzusatz

und cremig-fein sind die fünf

neuen Fruchtjoghurt-Sorten

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Begleiter für alle, die nicht

nur Vorsätze, sondern Ziele

haben.

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KNIE-PROBLEME?

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Knieproblemen beugt man am besten mit

Aufwärm- und Dehnungsübungen vor.

Zusätzlich wichtig: die Gelenke gezielt mit den

richtigen Mikronährstoffen versorgen. Zu finden

in den Gelenks-complex-Tabletten von

Dr. Böhm ® aus der Apotheke. Am besten 2 bis

3 Monate lang einnehmen.

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Magnesium- und Calciumgehalt

ist LONG LIFE eine wahre

Kraftquelle, denn in diesem

Mineralwasser sind natürliches

Magnesium (201 mg/l) und

Calcium (270 mg/l) in hoher

Konzentration und idealem

Verhältnis enthalten.

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Fotos: Hersteller

40 SPORTaktiv


RUN

Training – Menschen – Material

Fotos: Getty Images, On-Running, Berlinmarathon/Sportograf, Rainer Predl

ZWEI REKORDE IN BLUMAU

Österreichische Rekorde haben

Karin Augustin und Rainer Predl in

Bad Blumau aufgestellt. Augustin

lief in 24 Stunden 218,81 km, Predl

in 12 Stunden 151,23 km.

www.rainerpredl.com

ABSAGEN, ABSAGEN, ABSAGEN

Schwere Zeiten für große Marathons.

Wegen der Corona-Pandemie

sind viele Herbst-Klassiker abgesagt:

Wachau-Marathon in Österreich, international

Berlin und New York.

www.wachaumarathon.com

SPEED UND SOUND

Der Schweizer Hersteller On hat

mit dem Cloudboom seinen ersten

Schuh mit Carbonfasern präsentiert,

der in einem „Performance Kit“

mit B&O-Earphones erhältlich ist.

www.on-running.com

SPORTaktiv

41


Unmöglich. Sich in normaler Lautstärke zu

unterhalten ist unmöglich, so heftig schüttet

es in der Pizzeria mitten in Bregenz.

Hinter uns: eine Mikrowellen-Margherita

als letztes Abendmahl vor dem Abenteuer,

vor uns 730 Kilometer bis Mörbisch. Die Pandemie

hat fünf Männer kreativ gemacht. Innerhalb der Grenzen

(jener des Heimatlandes) wollen wir Grenzen

überschreiten – unsere eigenen nämlich. Wenn Urlaub

in Österreich das Gebot der Stunde ist, dann nehmen

wir es wörtlich und laufen einmal komplett von West

nach Ost. Mastermind des Wahnsinns ist wie so oft

Klaus Höfler, der die Idee in die Runde wirft, der vier

Lauf-Enthusiasten sofort anheimfallen: Joachim Hirtenfellner,

Thomas Sommeregger, Clemens Ticar und

der Schreiber dieser Zeilen. Dazu drei Gastläufer, die

sich bereit erklärt haben uns ein Stück zu begleiten.

Einen Tag vor dem Start geht mir das Projekt noch

FÜNF MÄNNER, FÜNF TAGE, SECHS BUNDES­

LÄNDER UND 730 KILOMETER VOM WEST­

ZIPFEL AN DEN OSTZIPFEL DES LANDES.

DAS LAUFPROJEKT „LAKE 2 LAKE“ BEWEIST:

UNVERGESSLICHE ABENTEUER SIND

AUCH VOR DER HAUSTÜR MÖGLICH.

SPORTAKTIV WAR LIVE DABEI.

VON KLAUS MOLIDOR

QUER

Fotos: Klaus Höfler

Oben: Clemens

Ticar übergibt

in Kematen an

SPORT aktiv-

Chefredakteur

Klaus Molidor.

Rechts: Captain

Klaus Höfler bei

der „Einreise“

in die Steiermark.

42 SPORTaktiv


einmal sprichwörtlich durch den Kopf. „Entspannen Sie

sich“, sagt der Herr im weißen Kittel. Faceshield und

FFP-Maske dämpfen seine Stimme, während sich das

Staberl mit dem Wattekopf weiter in die Nase schiebt

und am Rachen zu kitzeln beginnt. Vor das Abenteuer

hat die aktuelle Lage den Corona-Test gestellt. Denn zu

fünft im Wohnmobil durch Österreich – das wird

schwer mit Mindestabstand. Also stellte uns das Hygienicum

in Graz die Abstriche zur Verfügung, damit wir

DURCH

für die Zeit, in der wir unter uns sind, safe sind.

„Was machen wir eigentlich, wenn es morgen auch so

schüttet?“, fragt Clemens jetzt in der Pizzeria. Die Antwort

kann er sofort aus den Gesichtern ablesen und bekommt

sie zur Sicherheit blitzschnell und unisono auch

akustisch geliefert: Laufen. Deswegen sind wir hier. Von

der Seebühne in Bregenz bis zur Seebühne nach Mörbisch

im Laufschritt und in fünf Tagen. 14 Stunden planen

wir täglich für die rund 140 Kilometer langen Etappen

des „Lake2Lake“-Projekts. Weil Österreich

aber – Achtung Binsenweisheit – kein flaches

Land ist, warten auch knapp 8000 Höhenmeter

auf uns. Oder ungefähr einmal von Bregenz auf

den Mount Everest.

Zuerst aber werfen wir im Regen noch einen

letzten Blick auf das imposante Rigoletto-Bühnenbild

in Bregenz und einen sorgenvollen

Blick auf das Wetterradar. Immerhin ist der

Starkregen beim Start ausgeblieben, als Joe die

erste Etappe von Bregenz nach Dornbirn Richtung

Hohenems in Angriff nimmt. Das Ländle

hat an sich viele schöne Stellen, durch das

Rheintal ostwärts dominieren aber Industriegebäude

an Ortseinfahrten

und Supermarktklötze auf der

grünen Wiese. Denn natürlich

haben wir die kürzeste

Route gewählt und nicht die

mit den landschaftlichen

Höhepunkten. Darum: viel

Bundesstraße, auf der am

Samstag zum Glück wenig

Verkehr ist. Klaus, Schlins,

Nüziders, Bludenz. Irgendwie

hat man das Gefühl,

das Bundesland an den

Ortsnamen zu erkennen.

Jetzt Klösterle und rauf auf

den Arlberg. Der Regen ist

abgeklungen, es geht besser

voran als geplant. War auch

notwendig, denn ein für uns

unvorhergesehenes Bergrennen

auf den Arlberg hätte

unsere Planung beinahe

gekillt. 10 Minuten später

und die Straße wäre den ganzen

Nachmittag gesperrt gewesen.

In Flirsch, wo man den drei

skifahrenden Matt-Brüdern

mit einer großen Tafel am Ortseingang

huldigt, stärken wir

SPORTaktiv

43


ES IST LETZTLICH AUCH DIE REDUKTION

AUF DAS WESENTLICHSTE, DIE DEN

REIZ AUSMACHT.

uns erstmals mit dem, was unser

täglicher kulinarischer Fixstern

werden sollte: Fritattensuppe.

Schon vor dem ersten Etappenziel

in Imst stellt sich auf den Laufeinsätzen

ein wunderbares Gefühl ein.

Eines von Luxus, sich aufs Laufen konzentrieren

zu können. Allein mit sich zu sein,

in einer doch meistens schönen Landschaft.

Einsamkeit verbunden mit den Sicherheit

gebenden Segnungen der Zivilisation.

„Warum macht ihr das?“, haben wir

alle unzählige Male aus dem Umfeld gehört.

Darum. Einen Schritt vor den anderen.

Freiheit, Bewegung, aber auch Freundschaft,

Zusammenhalt, einer für alle, alle

für einen. Gemeinsam schaffen wir das.

Noch so ein Satz aus der Pandemie-Normalität.

Wir erfüllen ihn zum Leben. Laufen,

navigieren, essen, Wohnmobil fahren. Es ist

letztlich auch die Reduktion auf das Wesentlichste,

die den Reiz ausmacht.

Tag 2 bringt mir eine traumhafte Etappe

von Kematen bis unters Goldene Dachl

nach Innsbruck und wieder einmal die

Gewissheit, wie nahe die Dinge beieinanderliegen.

Links vom bewaldeten Radweg

fließt der milchig graue Inn, dahinter ragen

schon die Berge der Nordkette auf.

Rechts von mir donnert die Blechlawine auf der Inntalautobahn

dahin. Später im Zillertal zeigt sich auch,

dass man oft nur ein wenig von den Trampelpfaden

weg muss, um Idylle zu erleben. Wenige Meter neben

der aus Verkehrsfunk jedermann bekannten Zillertalbundesstraße

schlängelt sich ein Weg durch Wiesen

und am Ziller entlang nach Uderns und Zell am Ziller.

Wenn beim gleichmäßigen Dahinlaufen die Gedanken

frei werden, spürt man wieder – auch das eine Parabel

zu unserem Alltag.

Kurz vor dem Anstieg zum Gerlospass empfängt uns

mit breitem Grinsen Berglauf-Ikone Markus Kröll, unser

erster Gastläufer. Obwohl erst selbst eine Woche

vom Berliner Höhenweg retour, tänzelt er für uns den

Pass nach oben und erzählt beim Abendessen von seinen

China-Reisen als Restaurator und gibt wertvolle

Tipps zur Regeneration.

Links oben: Unser

rollendes Basislager.

Links unten:

Übergabe am

Goldenen Dachl in

Innsbruck. Großes

Bild: Geschafft

und glücklich auf

der Seebühne in

Mörbisch

Der dritte Tag ist dann der körperlich härteste. Alles

zwickt bereits. Oberschenkel, Waden, Hüfte. Zwischen

40 und 75 Kilometer hat da jeder von uns schon in

den Beinen. Mental wächst die Euphorie über die zurückgelegte

Strecke und steigt zusätzlich, wenn unser

Projekt Kinnladen zum Hängen bringt. „Ah, geht’s in

den Urlaub“, sagt die Dame an der Tankstellenkassa irgendwo

in Österreich. „Nein, wir laufen vom Bodensee

zum Neusiedler See.“ Stille, ungläubige Blicke,

dann sieht sie den Rest der Bande im Sportgewand an

der Zapfsäule. „Bist du deppert“, entfährt es ihr, da

sind wir schon wieder dahin.

Ohne Stopp geht es durch Salzburg. Mittersill,

Kaprun, Schwarzach, Wagrain. Oft ganz allein in der

Natur, bis auf einen halsbrecherischen Kilometer an

der B311 entlang. Den Herren im grauen SUV mit

Mödlinger Kennzeichen werde ich noch lange verflu-

Fotos: Klaus Höfler, Joachim Hirtenfellner

44 SPORTaktiv


UNSERE PARTNER:

Gelaufen sind wir mit einer Weltpremiere: On hat uns den

neuen vollgedämpften Schuh „Cloudflyer“ exklusiv zum

Vorabtest zur Verfügung gestellt. Der Schuh wird ab 20.

August erhältlich sein.

Dynafit hat uns mit ultraleichten Laufshirts unterstützt, die

Firma Gebetsroither mit einem Wohnmobil, unserem rollenden

Basislager.

Das Testlaboratorium Hygienicum in Graz hat uns kostenlos

die Corona-Tests ermöglicht.

UNSERE GASTLÄUFER:

Markus Kröll: Berglauflegende aus Mayrhofen im Zillertal.

Hat uns von Zell am Ziller auf den Gerlospass 20 Kilometer

abgenommen.

Matthias Stieg: Der Hobbyläufer aus Haus im Ennstal ist

kurzfristig für Ultraläufer Klaus Gösweiner eingesprungen,

der eine Verletzung ausheilt. „Hias“ ist 27 Kilometer von

Mandling bis Pruggern gelaufen.

Christian Dornhofer: Mitglied des „Team Austria“ vom

Speed Project 2018. Hat uns an den letzten beiden Tagen

mit 20 Kilometern geholfen.

Erich Artner: Unterschenkelamputierter Triathlet und

Keynote-Speaker. Hat uns 10 Kilometer im Raum Wiener

Neustadt begleitet.

chen. Ein Sprung ins Gelände war notwendig um der

„Jetzt komm ich“-Mentalität dieses Herrn lebend zu entfliehen.

Alles vergessen, als es die Enns entlang von Altenmarkt

via Radstadt Richtung Steiermark geht. Am

Anfang meiner Etappe ist die Enns ein Bacherl, am Ende

ein Fluss. Manche Dinge erlebt man wirklich nur, wenn

man zu Fuß unterwegs ist. So vergehen die Lauftage wie

im Flug. Mandling, Lassing, Semmering, Gloggnitz. Das

Ende ist nahe. Noch einmal bekommen wir Inspiration.

Von Erich Artner, der als 15-Jähriger mit einer seltenen

Krankheit dem Tod von der Schaufel gesprungen ist, dabei

aber beide Unterschenkel verloren hat. Heute absolviert

er Ironman-Bewerbe mit seinen Prothesen.

Es geht die ungarische Grenze entlang, vorbei an der

Stelle, wo einst das Paneuropäische Picknick stattgefunden

hat und der Eisernen Vorhang erstmals für DDR-Bürger

aufgegangen ist, ein Hügel durch den Wald und dann liegt

er vor uns, der See. Mit Österreich-Fahne laufen wir mitten

auf der Straße nicht nur der Seebühne entgegen, sondern

auch der Gewissheit, dass man immer mehr schaffen

kann, als man auf den ersten Blick glaubt. 730 Kilometer

zu Fuß durch Österreich – mit einem Schnitt von 5 Minuten

pro Kilometer. Es stellt sich das Gefühl ein, ganz

Österreich nicht nur gesehen zu haben, sondern es erspürt

zu haben. Entspannung der in der Strapaz, fünf Tage

lang unvergessliche Erlebnisse. Quer durch.

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ZEITEN JAGEN

IN CORONA-

VIRTUELLE WETTKAMPFSERIEN MACHEN SPASS

UND BRINGEN ZUMINDEST EINEN TEIL DES VER-

MISSTEN WETTKAMPF-FEELINGS. DIE „FASTEST

KNOWN TIME AUSTRIA“-SERIE FÜR TRAILRUN-

NER LÄUFT BIS 26. OKTOBER, DER SUMMER CUP

DES ÖSTERREICHISCHEN LEICHTATHLETIKVER-

BANDS NOCH BIS SCHULBEGINN.

VON CHRISTOF DOMENIG

ZEITEN

Buzz Burrell und Peter Bakwin

gelten als Urheber des Phänomens

„Fastest Known Time“ –

oder kurz „FKT“. Im Jahr 2000

bewältigten die Amerikaner den John Muir

Trail, einen 340 Kilometer langen Fernwanderweg

in Kalifornien, in 4 Tagen und 14

Stunden. Rund um diesen Rekordlauf definierten

Burrell und Mitstreiter auch die heute

noch gültigen Regeln der FKT-Bewegung.

Grob geht es darum, vorab definierte Strecken

nachweislich, aber zu einem beliebigen

Zeitpunkt zurückzulegen. Weltklasse-Trailrunner

wie zum Beispiel Kilian Jornet oder

Emelie Forsberg stehen als Bestzeithalter in

etlichen FKT-Listen – nachzuprüfen auf der

Webseite der weltweiten und vor allem in

Nordamerika äußerst populären FKT-Bewegung

www. fastestknowntime.com.

FKT gibt es also schon länger als GPS (zumindest

als Anwendung für den Endverbraucher),

deutlich länger als Strava und natürlich

auch als Corona. Doch gerade durch

die aktuellen Entwicklungen passt das Konzept

perfekt in die Zeit. Die Tiroler Trailrunner

Michael Geisler und Adrian Niski haben

jetzt im Coronajahr die „Fastest Known

Time Austria“-Serie ins Leben gerufen. „Als

im Frühling ein Event nach dem anderen

gecancelt wurde, dachten wir uns, wir müssen

etwas tun. Ich verfolge Fastest Known

Time außerdem schon lange mit Interesse

und wollte selber schon solche Projekte laufen,

hatte aber bisher nicht die Zeitressourcen

dazu“, erklärt Dynafit-Athlet Geisler die

Grundgedanken.

„Hey, coole Idee“, fanden auch andere

führende Köpfe der österreichischen Ultratrailszene

und erweiterten FKT Austria auf

ihre Heimatbundesländer: Florian Grasel

mit Gerhard Schiemer und Egon Theiner in

Niederösterreich, Lukas Gärtner in der Steiermark,

Alexander Payer in Kärnten. In eben

diesen vier Bundesländern – also: Tirol, Niederösterreich,

der Steiermark und Kärnten,

kann man nun seit bereits mehreren Wochen

und noch bis 26. Oktober auf feinen

Trailrunningstrecken um Bestzeiten rittern.

Das funktioniert zu jeder beliebigen Zeit,

als Nachweis gilt der mit Strava oder einer

gängigen GPS-Uhr (Garmin, Suunto, Polar)

aufgezeichnete, online auffindbare und auf

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

46 SPORTaktiv


Fastest Known Time ist kein neues Phänomen, aber wie gemacht für eine Laufchallenge

in Coronazeiten. Es gilt, eine vorgegebene Strecke zu beliebiger Zeit möglichst schnell

zurückzulegen. Sozusagen ein Wettkampf gegen virtuelle Gegner.

Seit einigen Jahren darf ich als Experte

in eurem großartigen Magazin zu den

Themen Sport- und Ernährungsmedizin

immer wieder Beiträge liefern. Ihr

präsentiert stets hochaktuelle und interessante

Themen, bringt motivierende

Storys und zeigt lässige Fotos, die mich

und andere Sportler/-innen motivieren,

sich neue Ziele zu setzen.

Ihr vermittelt den Spaß,

den regelmäßiges

Training bringen kann.

DR. ROBERT FRITZ

Sport- und Ernährungsmediziner

und Ausdauerathlet

SPORTaktiv

47


www.fastestknowntimeaustria.com eingereichte

GPS-Track. Mitmachen kann

jeder und kostenlos.

Abstandhalten ist bei dem virtuellen

Event also kein Problem – und immerhin

ein wenig Wettkampffeeling kommt

für die Trailrunningszene im Ausnahmejahr

2020 damit rüber. Weil mit Dynafit

und Suunto zwei bekannte Firmen als

Sponsoren gewonnen werden konnten,

gibt es auch die Chance, feine Sachpreise

zu gewinnen. Die Jahresschnellsten

werden am Ende mit Dynafit-Gutscheinen

von 1000 Euro belohnt, zugleich

hat jeder Teilnehmer an der FKT Austria

bei der Abschlusstombola eine Gewinnchance.

Sprint, Marathon und Ultra

Je eine Sprint-, Marathon- und Ultrastrecke

gibt es pro Bundesland. Aber

aufpassen: Die „Sprint strecken“ sind

schon gut 20 Kilometer lang und weisen

etliche Höhenmeter auf – Trailneulinge

könnte die Bezeichnung irritieren. Die

Marathondistanzen sind zwischen 40

und 50 Kilometer lang, die Ultras noch

deutlich darüber und mit mehreren Tausend

Höhenmetern nur etwas für Spezialisten.

Auf den Sprintsrecken war in

den ersten Wochen auch mit Abstand

am meisten „Verkehr“.

Die Strecken wurden von den Initiatoren

mit Bedacht ausgewählt: „Landschaftlich

schön und schön zu laufen

sollten sie sein, zugleich aber auch fordernd.

Sie sollten auch mit öffentlichen

Verkehrsmitteln gut zu erreichen sein

und vor allem auf den langen Distanzen

auch die nötige Infrastruktur aufweisen:

Etwa genügend Hütten am Weg haben,

um sich verpflegen zu können“, umreißt

Michael Geisler die Kriterien der Streckensuche.

In Tirol gibt es zusätzlich zu

den drei permanenten Strecken noch

eine jeweils wechselnde Monatsstrecke,

auf der ebenfalls am Ende des Monats

Sachpreise vergeben werden.

Wie bei Trailrunning-Events üblich,

geht es aber eben um mehr als nur um

Zeiten und Platzierungen. Gerhard

Schiemer, mit Florian Grasel der

FKT-Verantwortliche für Niederösterreich,

verweist auf das Naturerlebnis:

„Die Strecken sind wirklich lässig und

die Möglichkeit, seine Zeit mit der von

Eliteläufern zu vergleichen, ist sicher ein

Reiz – sollte aber nicht im Vordergrund

stehen. Auch als gut trainierter Genussläufer

wird man vor allem auf den kürzeren

Strecken viel Freude haben.“

Der Hinweis, dass jeder Teilnehmer

selbst für seine Sicherheit verantwortlich

ist, darf nicht fehlen. Die Strecken führen

durchs alpine Gelände, sind auf der

Webseite von FKT Austria exakt inklusive

Gefahrenstellen beschrieben. Genaue

Tourenplanung, akribische Vorbereitung

und das Mitführen einer Notfallausrüstung

sind unbedingt vonnöten. Michael

Geisler mahnt auch zur Zurückhaltung:

„Nicht am letzten Zacken laufen und

ausreichend Pausen einplanen“. Um die

Verpflegung unterwegs muss sich jeder

selber kümmern, wobei es für die Wer-

Fotos: Dynafit Running, ÖLV

360°-TRAIL:

DEIN TRAIL-

RUNNING-CAMP!

Mach mit beim 360°

TRAIL Camp in der Zugspitz

Arena Bayern-Tirol:

Von 18.–20. September

kannst du in Garmisch-

Partenkrichen (D) in die

Welt des Trailrunnings

eintauchen.

Einsame Trails, blaue Seen, der Geruch von

frischem Gras und Wald und das Gefühl, ein

Ziel aus eigener Kraft erreicht zu haben: Das

alles ist Trailrunning.

Egal, ob Einsteiger oder ambitionierter

Läufer, beim 360°-TRAIL kannst du alles

rund um das Thema Trailrunning herausfinden

oder dein Wissen erweitern. Eine Expo

mit neuen Produkten zum Testen, aktive

Lauf-Workshops mit erfahrenen Trailrunnern,

interessante Vorträge, Yoga und vieles

mehr stehen für dich bereit.

Sei dabei, genieße ein Wochenende

unter Gleichgesinnten und lauf in dein

persönliches Abenteuer!

INFOS UND ANMELDUNG

www.360-trail.com

Fotos: Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Anne Kaiser Photography

48 SPORTaktiv


tung keinen Unterschied macht, ob man

sich supporten lässt oder die Strecke im

Alleingang bewältigt. Zum Mitmachen

findet man alles auf: www.fastestknowntimeaustria.com

Der Summer Cup des ÖLV

Eine ähnliche Idee hatten die Verantwortlichen

vom Österreichischen

Leichtathletikverband, dabei jedoch vornehmlich

die Straßen-Hobbyläufer im

Visier. Mit dem „Summer Cup“ läuft

noch bis in den September hinein eine

virtuelle Laufserie, bei der sich Hobbyläuferinnen

mit der heimischen Elite

vergleichen und sich mit ihren Zeiten in

Bestenlisten verewigen können. Gelaufen

wird auf Strecken zwischen einer

Meile und dem Halbmarathon, die

nicht fix vorgegeben, sondern selbst gewählt

werden können. Lediglich die Distanz

muss am Ende nachweislich stimmen.

Hier erfolgt die Aufzeichnung mit

einer Uhr oder Tracking-App, die eine

GPX-Datei exportieren kann.

Julia Mayer

(l.) stellt im

ÖLV-Sommercup

Richtzeiten auf,

Hobbyläufer können

sich daran

messen.

Dabei haben sich die Verantwortlichen

auch ungewöhnliche Formate einfallen

lassen: Bei der „Uphill Challenge“

(läuft von 14. bis 24. August) sind innerhalb

von 30 bzw. 45 Minuten möglichst

viele Bergauf-Höhenmeter zurückzulegen.

Und bei „Beat Julia“ (22. August

bis 1. September) gibt Österreichs

schnellste Mittelstreckenläuferin Julia

Mayer auf 5 Kilometern die Zeit vor.

Auch bei der virtuellen Laufchallenge

des ÖLV ist die Teilnahme kostenlos

und es werden am Ende Preise unter

allen Teilnehmern verlost. Alles dazu

auf: www.oelvrunning.at

2020

Samstag, 05.09.2020

Lutzmannsburg

Strecken: Kinderläufe ab 580 m,

Genusslauf 5.000 m, Hauptlauf 8.300 m

Höheres Preisgeld für die Schnellsten!

Super schnelle & flache Strecke!

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Gratis Nutzung der Sonnentherme!

Startsackerl & Gratis-Verpflegung

Mehr Infos auf www.sonnentherme.at


GALLISCHE DÖRFER

WIR BEFINDEN UNS IM JAHR 2020 N. CHR. DIE GANZE LAUFEVENT­

SZENE IST VON COVID-19 BESETZT. DIE GANZE? NEIN, EIN PAAR

UNVERDROSSENE HÖREN NICHT AUF, WIDERSTAND ZU LEISTEN.

Knapp vor Redaktionsschluss

Ende Juli haben wir uns noch

einmal umgehört, was heuer

in Österreich noch laufen

sollte. Und zwar ...

DIE „ECHTEN“

... von 7. bis 9. August der Salomon Pitz

Alpine Glacier Trail – der Trailrun mit

Distanzen zwischen 15 und 105 km. Zu

den Covid-19-Maßnahmen gehört z. B.

das Starten mit Mund-Nasen-Schutz.

Kurzentschlossene können leider nicht

mehr teilnehmen: ausgebucht.

www.pitz-alpine.at

Am 21./22. August wird Kärnten Läuft

„anders“ stattfinden, aber doch: mit

neuem Start-Ziel-Bereich im Stadion, einem

neuen Rundkurs und Einzelstarts.

www.kaerntenlaeuft.at

Am 29./30. August geplant: Das Race

Across Burgenland. Während der Radmarathon

abgesagt wurde, blieben der

218-km-Ultra und der Burgenland

Nightrun 100 im Programm.

www.race-across-burgenland.at

Ebenfalls zu Redaktionsschluss bestätigt:

Der „Ultraks“-Trail-Event am 12. September

mit Distanzen von 7 bis 50 Kilometer

in Mayrhofen im Zillertal.

mayrhofen.ultraks.com

Am 13. September sollte der „Sorger

Halbmarathon“ in Graz über die Bühne

gehen. Letztinformation: „Mit neuem

Format“, so Veranstalter Achim Wippel,

der auch die virtuellen Ladies Runs in

Wien und Graz – siehe unten – veranstaltet.

Wie, steht ab Mitte August auf:

www.graz-halbmarathon.at

Vom Frühling auf den 20. September

war schon der Schafberglauf – mit Start

in St. Wolfgang – verschoben worden.

Organisator Werner Haas: „Die Leute

wollen den Lauf.“ Entscheidung um den

20. August. www.lg-st-wolfgang.at/

schafberglauf.html

Am 22. September läuft der Vienna

Night Run. Zwischen 20 und 22 Uhr

kann man bei dem Charitylauf an einem

beliebigen Punkt auf dem Kurs starten

und die 5-Kilometer-Runde laufen.

Oder man wählt den Virtual Run und

läuft zwischen 22. und 30. September

an beliebiger Stelle die 5 km.

www.viennanightrun.at

Ebenfalls noch im Rennen: Der 3-Länder-Marathon

am Bodensee am 4. Oktober

und der Kärnten Marathon

Carinthia/Koroska am selben Tag.

www.sparkasse-3-laender-marathon.

at, www.internationaler-kaernten-marathon.at

Beim „Kleine Zeitung Graz Marathon“

von 9.–11. Oktober wurde die Anmeldung

im Juli ausgesetzt, die Hoffnung

lebte bei Redaktionsschluss aber noch.

grazmarathon.kleinezeitung.at

Eigentlich hätte der Lindkogeltrail in

Bad Vöslau die Trailsaison eröffnen sollen.

Jetzt beschließt er sie am 18. Oktober.

Angemeldete, die zu dem Termin

nicht können, mögen ihren Startplatz

weitergeben, bittet Veranstalter Jürgen

Smrz. Dafür gibt es eine Startplatzbörse.

www.lindkogeltrail.at

DIE „VIRTUELLEN“

Per App kann man den für 15. August

geplanten Großglockner-Berglauf bewältigen

– auf der Originalstrecke bis 30.

September. Und es gibt „Happenings“

fürs Covid-19-adäquates Gruppenerlebnis.

www.grossglocknerberglauf.at

Ebenfalls als App-Run werden der

„Montafon Arlberg Marathon“ auf der

T33-Strecke (bis 15. September) sowie

der Karwendelmarsch durchgeführt (bis

Ende Oktober). www.montafon.at/

montafon-arlberg-marathon,

www.karwendelmarsch.info

Als Ersatz für den Silvrettarun 3000 stehen

bei der Paznaun Challenge mehrere

Strecken bereit, um sie zu laufen und

per App zu tracken – bis 30. September.

www.ischgl.com

An fixen Terminen und mit Startnummern,

aber virtuell laufen der Ladies

Run in Wien (5. September) und Graz

(27. September). Egal, an welchem Ort

–fünf Kilometer müssen es sein und der

GPS-Track muss von den angemeldeten

Teilehmerinnen hochgeladen werden.

www.ladiesrun.at

Vom gleichen österreichischen Veranstalter

„Hikimus“ und nach dem gleichen

Prinzip läuft der Marathon Germany:

anmelden und am 30. August weltweit

laufen, wo man will. Das gewohnte

Teilnehmerpackage inklusive Startnummer,

Laufshirt und Medaille kommt per

Post, die Urkunde steht unmittelbar

nach dem Lauf zum Download bereit.

marathon-germany.de

50 SPORTaktiv


VIELES LÄUFT ANDERS, WENN

AM 21. AUGUST DER START-

SCHUSS FÜR „KÄRNTEN

LÄUFT“ FÄLLT. DOCH EINES

BLEIBT GLEICH: DAS MOTTO

„PACK DIE LAUFSCHUHE UND

DIE BADEHOSE EIN“.

KÄRNTEN LÄUFT 2020

EINMAL ANDERS

Foto: Kärnten Läuft

INFOS & BUCHUNGEN

KÄRNTEN LÄUFT 2020

21.–23. August

Alle Infos zum Programm und zu

Laufurlaubspackages auf:

www.kaerntenlaeuft.at

www.visitklagenfurt.at/de/

Das ist auch sicher: Trotz der

Coronamaßnahmen kommen

die Teilnehmer an der 19.

Auflage von „Kärnten Läuft“ voll auf

ihre Kosten. Die Startnummernaussendung

an alle vorangemeldeten Teilnehmer

sowie das Schleusensystem in der

neuen Running City im Wörthersee

Stadion stellen einen minimalen

Kontakt unter den Läufern sicher.

Einzelstarts und Startintervalle

garantieren den Mindestabstand. Auf

die Siegerehrung vor Ort wird heuer

verzichtet und Preise werden erstmalig

per Post an die Siegerinnen und Sieger

nach Hause gesendet.

Das Urlaubsfeeling, das den Lauf

auszeichnet, bleibt bei alledem

garantiert. Der türkisblaue Wörthersee

bildet die perfekte Umgebung, um

Lauflust mit Urlaubsgefühl zu kombinieren.

Zuerst das Laufen auf den

malerischen Strecken vorbei an der

Sattnitz, der Lend und dem Wörthersee,

anschließend der Sprung ins kühle

Nass. Das ist das typische „Kärnten

Läuft Feeling“. Ob Familienurlaub

kombiniert mit dem Familienlauf,

einem Start beim Kleine Zeitung

Halbmarathon oder einem der

weiteren Laufangebote von Kärnten

Läuft: Ein entspannender Urlaub an

der sonnigen Südseite der Alpen ist in

jedem Fall garantiert. Die Veranstalter

freuen sich auf euch: vom 21. bis 23.

August am Wörthersee in Kärnten!

SPORTaktiv

51


SABINE KOZAK

Als Trainerin bei unseren Trailrunning-Tagen hat Sabine als Lieblingsrunde

eine Strecke, die für Einsteiger optimal ist, den

Wörthersee-Süd-Trail (13,5 km/400 hm). „Los geht es südlich

vom Strandbad Maiernigg über eine Forststraße zu einem schönen

Ausblick auf die Wörthersee-Ostbucht. Weiter geht es über

Wanderwege und Singletrails auf den Schrottkogel (795 m) und

von dort weiter parallel zum Südufer zum Spintikteich (Bild), von

dort entlang des Keutschacher Seentals bis zur Ortschaft Migoriach

und über die Maiernigg-Alpe zurück zum Ausgangspunkt.“

TRAIL

TRÄUME

EINMAL DIE AUSGETRE-

TENEN WEGE VERLAS-

SEN UND WAS NEUES

FINDEN. VIELLEICHT

SCHON IM URLAUB?

ABER WO LÄSST ES

SICH HERRLICH IM Zurück zur Natur. Gerade in diesem Sommer des Neo-Biedermeiers,

GELÄNDE LAUFEN?

des Sommers der Rückbesinnung auf die Schönheit, die vor der

UNSERE EXPERTEN

Haustüre liegt, ist Trailrunning das Mittel der Wahl für Erholung

und Erlebnisse suchende Läufer. Wir haben Athleten und Experten

VERRATEN ES.

gebeten, uns ihre Lieblingstrails zu verraten. Und natürlich auch solche,

VON KLAUS MOLIDOR die für Einsteiger mit Spaß und Freude zu bewältigen sind. Herausgekommen

ist ein über Österreich verstreuter bunter Mix von namhaften Läuferinnen

und Läufern wie Sabine Kozak, Markus Kröll, Florian Grasel, Gerhard

Schiemer und Norbert Wastian.

Fotos: Philipp Reiter, Foto Scherer, Norbert Wastian, Georg Krewenka, sabine Kozak

52 SPORTaktiv


MARKUS

KRÖLL

GERHARD

SCHIEMER

„Mein absoluter Lieblings- und Hausberg

ist der Hohe Lindkogel im Wienerwald.

Hier kann man im Flachland immerhin

600 Höhenmeter am Stück machen

und findet sowohl lockeren Waldboden

als auch leicht alpines Gelände

vor. Die perfekte Spielwiese um sich für

die ‚richtigen‘ Berge vorzubereiten.

Fortgeschrittenen empfehle ich den

Schneeberg und da die Rennstrecke

vom Schneebergtrail. Von Puchberg

geht es lieblich durch Wälder und über

Almen bis ins technische und alpine Gelände.

Auf 41 Kilometern sind 2400 Höhenmeter

zu bewältigen.“

Berglauf-Ikone Markus Kröll, der

jährlich auch als Trainer bei unseren

Trailrunning-Tagen im Krallerhof

in Leogang fungiert, muss

nicht lange überlegen. „Mein absoluter

Lieblingstrail ist der Berliner

Höhenweg bei mir daheim

im Zillertal. Du bist immer auf

über 2000 Metern am Alpenhauptkamm

unterwegs, schaust

ringsum auf 3000er, hast die

Gletscher in Griffweite. Landschaftlich

ein absoluter Traum, der

noch dazu auch viele technische

Trails bietet. Ich höre oft von internationalen

Athleten, dass es so

etwas nirgends auf der Welt gibt.“

Sein Tipp für Einsteiger ist der

„Short Trail“ im Rahmen des „Ultraks“,

Ende September in Mayrhofen

im Zillertal. „Du siehst auch

auf ein herrliches Bergpanorama,

läufst aber im welligen Gelände in

der Talsohle und machst auf 15

Kilometern 900 Höhenmeter.“

SPORTaktiv

53


NORBERT WASTIAN

„Mein Lieblingstrail führt auf den Zirbitzkogel (St). An den Ausblicken

auf zwei Seen kann ich mich auch nach 1000 Begehungen

nicht sattsehen. Bergab warten herrliche Downhills über

Wanderwege und kleine Felsstufen. Für Einsteiger bietet sich

meine ‚Hintere Schönbergrunde‘ an. Vom Schönberghof beim

Red-Bull-Ring geht es auf Forstwegen ca. 6 km bergauf. Belohnung:

der Ausblick auf die Seckauer Alpen. Retour geht’s

über den Wanderweg 988 mit Blick auf Zirbitzkogel, Größing

und Gleinalm, ehe es dich oberhalb des Red-Bull-Rings beim

Schönberghof wieder ausspuckt.“

FLORIAN GRASEL

Der Ultraläufer aus Niederösterreich empfiehlt Anfängern

den Naturpark Seebenstein mit der traumhaft schönen Kulisse

der Ruinen am Türkensturz. „Vom Parkplatz im Parkbad

in Seebenstein geht es absolut anfängertauglich bergauf

über die Große Reit geradewegs zum Türkensturz, in

Summe nicht mehr als 350 hm. Die Bergruine ist ein absolutes

Highlight! Ein heißer Tipp für Naturliebhaber: einmal

dort den Sonnenuntergang zu erleben. Weiter geht’s

gemütlich und leicht bergab nach Sollgraben mit einigen

Bauernhöfen. Der in Summe nur 7 km lange Trail führt

weiter über die Sollgraben-Alm durch den Wald und über

Forstwege zum Bergschloss. Am Ende wartet ein kurzer

knackiger Downhill nach Seebenstein retour.“

54 SPORTaktiv


DYNAFIT FELINE SL

• Update des Trailschuh-Klassikers Feline SL

• perfekt für mittellange Distanzen im Gelände

• Pomoca-Sohle mit bestem Grip

• komfortables Ortholite-Fußbett

• Damen- oder Herrenmodell in vielen Farben

• Leichtgewicht mit nur 290 Gramm

PREIS (UVP): € 140,–

www.dynafit.com

BROOKS CATAMOUNT

• die leichte und reaktive Dämpfung

passt sich dem Laufstil an und hilft

dabei, jedes Gelände zu meistern

• die TrailTack-Gummi-Laufsohle

sorgt für besten Grip auf jedem

Untergrund

• DNA-FLASH-Mittelsohlenmischung

für optimale Kombination aus

Energierückführung und

geringem Gewicht

PREIS (UVP): € 160,–

www.brooksrunning.com/de_de

AB INS

GELÄNDE

SECHS VORSCHLÄGE FÜR ALLE, DIE EINEN

NEUEN TRAILRUNNINGSCHUH SUCHEN.

ON CLOUDVENTURE PEAK

• leichter Wettkampf-Trailrunningschuh

• Missiongrip-Außensohle und Stollen am

Vorderfuß für einen sicheren Halt

• Zero-Gravity-Elemente und CloudTec

vermindern den Aufprall beim

Bergablaufen

• die gespaltene Vorderfußpartie

unterstützt zusätzlich

bei technisch anspruchsvollen

Trails

• 260 Gramm (US 8,5)

PREIS (UVP): € 159,95

www.on-running.com

ARC‘TERYX NORVAN LD 2

• langlebiger und trotzdem leichter als sein Vorgänger –

ohne Einbußen bei der Performance

• Vibram®-Litebase heißt die neue signifikant leichtere Trail

Runningsohle mit Megagrip-Gummi

• das neue, noch robustere Schaft-Material ist besonders

dampfdurchlässig und abriebfest

• extrem leicht: 260 g (Männer) bzw. 220 g (Damen)

PREIS (UVP): € 160,– (€ 195,– in der GORE-TEX-Ausstattung)

www.arcteryx.com

SCOTT KINABALU ULTRA RC

Fotos: Hersteller

• Laufsohle ist optimiert für schnelle Läufe auf

angelegten und natürlichen Trails

• der neue Kinetic Foam ist 14 % reaktiver als

herkömmliches Zwischensohlenmaterial

• speziell entwickeltes Mesh-Material/Thermoplastisches

Polyurethan – für leichten Support,

Flexibilität und Atmungsaktivität

• 270 Gramm

PREIS (UVP): € 159,95

www.scott-sports.com

SALOMON SENSE RIDE 3

• Allround Trailrunningschuh

• asphaltlaufinspirierte Zwischensohle mit

vibrationsreduzierender Dämpfung

• aktiver Komfort dank weichem Schaft

• robustes Obermaterial für ausreichenden

Geröllschutz

• grifffige Außensohle für optimalen Halt

PREIS (UVP): € 130,–

www.salomon.com/de-at

SPORTaktiv

55


STILE ITALIANO FÜR

TRAILS UND BERGE

STARKES STÜCK NATUR

Die technische Lavaredo-Short der

italienischen Bergsportmarke Karpos

verfügt in Kombination mit der

Lavaredo-Boxer über mehrere Taschen

für Gels, Handschuhe oder eine leichte

Windjacke. Trailrunner können die

Short je nach Wetter und Intensität mit

drei unterschiedlichen Unterziehhosen

kombinieren.

www.karpos-outdoor.com

Die österreichische Qualitätsmarke COWONDER setzt

in der naturbelassenen Rezeptur auf nährstoffreiches

bovines Colostrum sowie die Powerfrucht Acerola.

Diese starke Kombination unterstützt den Körper

während langer Ausdauer- und Belastungsphasen und

natürlich auch bei der anschließenden Regeneration.

www.cowonder.rocks

RUN

NEWS

WENIGER GEWICHT,

VOLLE ENERGIE

SCHNELLE ENERGIE

Dank der optimalen Kombination

aus Aminosäuren (BCAA),

Magnesium, Kalium und

Spurenelementen unterstützt

Dr. Böhm® Magnesium Sport®

plus Aminosäuren Muskelkraft

und Ausdauer beim Sport sowie

schnelle Regeneration danach.

www.magnesium-sport.at

Die vierte Auflage des Levitate von BROOKS

kommt mit neu überarbeiteter DNA-AMP-

Dämpfung, die um 20 Prozent leichter ist. Trotzdem

bietet der Schuh beste Energierückführung für

einen superfedernden Lauf.

www.brooksrunning.com

Fotos: Hersteller

56 SPORTaktiv


FIT MIT SUMI

LAUFEN MIT

BABYELEFANT

Foto: Thomas Polzer

CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Meinen ersten App-Run habe

ich heuer gleich im ersten

Lockdown gemacht. Ganz

alleine habe ich da bei „Wings for Life“

meine Runden gedreht. Begleitet nur

von meinem Babyelefanten. War eh

ganz cool, aber ganz ehrlich, ich bin da

zwiegespalten, einen echten Wettkampf

ersetzt mir das nicht. Dieses Feeling hat

mir gefehlt.

Wettkampf bedeutet für mich Stimmung,

Emotion, Teil eines großen

Ganzen zu sein. Mich in einem Feld

aus Mitstreitern oder Konkurrenten zu

bewegen, einen direkten Kontakt zu

haben, auf Gegner aufzuholen oder sie

ziehen lassen zu müssen. Das ist auch

meine Trainingsmotivation, der Wettkampf

definiert mein Ziel. Habe ich genug

trainiert? Starte ich mit schlechtem

Gewissen? Die virtuelle Konkurrenz bei

einem App-Run ersetzt mir das nicht.

Keine App kann mir ein schlechtes Gewissen

machen.

Und jetzt kommt das große Aber.

ABER heuer ist wegen Corona alles

anders und es gibt nur ganz wenige

Alternativen zu Apps und Online-Vergleichen.

Außerdem gibt es ja genug

Freizeitsportler, die diesen Wettstreit

mit anderen nicht brauchen und nicht

suchen. Die einfach für sich als Challenge

einen Lauf machen und das als

Genuss betrachten. Und man darf auch

die Veranstalter nicht vergessen, die eine

Möglichkeit bieten wollen, damit ihr

Event nicht ganz ausfällt und sie ihre

Sponsoren und Startgelder nicht verlie-

ren. Also sind virtuelle Wettkämpfe natürlich

eine gute Sache, denn bei vielen

geht es um die Existenz.

Aber ich hoffe, dass das Jahr 2020

als das große Ausnahmejahr in die Geschichte

eingeht und App-Runs für uns

nicht zur Gewohnheit werden. Denn

sonst vergessen wir glatt noch unser

Wettkampf-Gen, ich und mein Babyelefant.

URLAUB, ABER SICHER!

Ein Urlaub voller Erlebnisse und ohne Einschränkungen:

Die Hohe Salve Durchführungsgarantie macht es möglich.

TIROL. In der Ferienregion Hohe Salve gibt es zum ersten

Mal die Möglichkeit des „private Guidings“: Die Programmpunkte

aus dem Sommer-Aktiv-Programm werden

bereits ab einem Teilnehmer durchgeführt. Topausgebildete

Guides begleiten Urlauber in Kleinstgruppen (maximal

neun Personen) zu den schönsten Plätzen der Kitzbüheler

Alpen. Zusätzlich machen die flexiblen Stornoregeln der

Region Vorfreude auf den Urlaub: Bis eine Woche vor

Reiseantritt kann man auch ohne Angabe von Gründen

stornieren.

www.hohe-salve.com

SPORTaktiv

57


AUS

PRO

BIERT

RUN

AUS DEM FELS GEHAUEN

Der Laufschuhmarkt ist hart umkämpft, da kann sich auch

der Marktführer nicht zurücklehnen. Aufgefallen ist Asics

schon jüngst mit den Modellen der Ride-Serie mit ihrer teils

sehr stark aufgebogenen Außensohle. Mit dem NOVABLAST

(€ 140,– UVP) setzt sich das fort. Nicht nur bei den Farben

unserer Testversion, auch der hintere Teil der Außensohle

wirkt wie grob aus dem Fels gehauen. Ganz wichtig ist immer

auch das Gefühl beim ersten Reinschlüpfen – und das

fühlt sich sehr gut an. Genauso wie die ersten Schritte. Die

Dämpfung ist da, ohne im Vordergrund zu stehen, der Abdruck

ist trotz überdurchschnittlich dicker Sohle angenehm

direkt, wie bei der Ride-Serie sorgt auch beim Novablast die

Sohlenform für ein interessantes Abrollgefühl, das dich vorwärts

treibt. Auf der Straße macht der Novablast richtig

Spaß, animiert zum schnelleren Tempo, das man dank Flytefoam-Zwischensohlenschaum

auch über längere Distanzen

gut meistert. Unebenes Gelände oder allzu schnelle oder

enge Richtungswechsel sind dagegen nicht sein Ding. Da

wirkt der Novablast im Fersenbereich ein wenig zu instabil.

Aber für solche Fälle hat man ja eh einen Trailschuh ...

DIESMAL UNTER UNSERER

TEST-LUPE: EIN BRACHIALER

SCHUH, EIN STOCK FÜR DIE

TRAILS UND GEWAND FÜR

HEISSE TAGE.

VON OLIVER PICHLER UND KLAUS MOLIDOR

Fotos: Oliver Pichler, Thomas Polzer

58 SPORTaktiv


ROGER, STRICK UND MARATHON

FEST IM GRIFF

Für die Schnellen im Gelände – ob Trailrunning oder

Speedhiking – hat Leki spezielle Stöcke entwickelt.

„Cross Trail“ steht für ein neues Stockkonzept. Selbstverständlich

sind Leichtigkeit (Carbon – etwa 200

Gramm je Stock) und Flexibilität (Faltstock – etwa 40 cm

Packmaß). Gänzlich neu ist der Griff. Er ist eine überaus

gelungene Hybrid-Lösung aus klassischen Trailrunning-/Langlaufstöcken

und typischen Berg-/Trekkingstöcken.

Der Griff ist mit dem sehr bewährten Leki-Trigger-Schlaufensystem

ausgestattet. Er hat etwas mehr

Körper als ein Trail-Griff, ist aber doch schlanker als ein

Trekking-Griff. Das vermittelt in flachen Passagen das

Gefühl dünner Leichtigkeit. Steil bergauf kann man dank

mehr Greiffläche seine Armkraft für maximalen Schub

perfekt ausspielen. Und abwärts ist Aufstützen am

Knauf – wie man es von Bergstöcken gewohnt ist – gut

möglich. Die Kork-Ausführung des Griffs, der nach unten

hin verlängert ist, lässt ihn sehr angenehm in der

Hand liegen. Auch abseits des Griffs ist der LEKI Cross

Trail Stock MCT 12 VARIO CARBON (€ 189,95 UVP),

rundum gelungen. Er ist längenverstellbar (einfach

handhabbarer Schnellverschluss: 100 bis 120 cm oder

110 bis 130 cm). Und er bietet, trotz Faltmechanismus,

hervorragende Stabilität.

Roger Federer, gestricktes Laufgewand aus Italien und ich.

Mitte Juni hat uns der Kosmos auf mysteriöse wie wunderbare

Weise zusammengebracht. Der italienische Strick-Sportkleidungshersteller

UYN hat eine neue Laufkollektion auf den

Markt gebracht. „Marathon“ nennt die sich passender- und

unmissverständlicherweise (Hose und Shirt um je € 59,–) .

Ohne scheuernde Naht verspricht sie angenehmes Tragegefühl

auch auf langen Läufen. Die Shirts sind zudem zwar körpernah

geschnitten aber ein bisschen schwimmreifenverzeihender

als die Kompressionsteile. Fühlt sich angenehm an,

schaut gut aus. Vor allem die Short ist superluftig, was an heißen

Tagen cool ist. Einziger Nachteil: sie hat keinen Einsatz

und leider auch nicht einmal ein winziges Tascherl für einen

Schlüssel oder 5-Euro-Schein. Was die Unterhosenträgerfraktion

nicht stören wird, für „Puristen“ aber ein kleiner Schönheitsfehler

ist. Das Shirt fühlt sich auf den ersten Metern warm

an – ob das bei 20 Grad und mehr nicht zu viel des Guten ist?

Der Effekt steigert sich dann aber trotz höheren Tempos nicht,

das Hautgefühl bleibt trocken, reiben tut auch beim ersten Einsatz

genau nix.

Und was hat jetzt „King Roger“ damit zu tun. Nun, die Schweizer

Tennis-Ikone wollte bei seinem fünften Triumph in Wimbleon

bei der Siegerehrung besonders gute Figur machen und

trug eine lange Trainingshose und eine gehrockartige Jacke.

Als ihm der Duke of Kent die berühmte Schale in die Hand

drückte, fiel Federer auf, dass er sich vor Aufregung die Hose

verkehrt herum angezogen

hatte, weil die

Gesäßtaschen vorne

waren. Und mir, hüstel,

ist das passiert, weil

ich mit der luftigen

Hose sofort loslaufen

wollte und erst nach

sechs Kilometern gemerkt

hab, dass vorne

eigentlich hinten ist.

Aber so hab ich mit

King Roger wenigstens

etwas gemeinsam ...

SPORTaktiv

59


DAS NEUE TARMAC SL7

EIN RAD, SIE ALLE

ZU BEZWINGEN

Kompromisse adé – der Rennradsport wird nicht mehr derselbe sein, denn das

neue Tarmac SL7 stellt die Weichen neu. Bezwinge den nächsten Anstieg mit dem

leichtesten Bike, dass das UCI-Regelwerk erlaubt, um dann mit dem Schnellsten

in den Zielsprint zu gehen. Und das alles mit dem legendären Tarmac-Handling.

Es ist, als hätten wir die Angriffs- und Kletterskills von Julian Alaphilippe und die

aggressive Kraft von Peter Sagan ohne Schwächen vereint.

Die einzige Entscheidung, die bleibt: der perfekte Zeitpunkt für deine Attacke.


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: Facebook/Giant, Facebook/Uli Stanciu, iStock

GIANT-WERK IN UNGARN

Giant aus Taiwan ist einer der größten

Radhersteller der Welt. Jetzt hat

man ein Werk in Gyöngyös (HUN)

eröffnet, produziert dort erstmals

Räder und (Alu-)Rahmen außerhalb

von Asien und kann schneller nach

Österreich und Deutschland liefern.

www.giant-bicycles.com

DIE NEUE LAGO-BIBEL

Bike-Pionier Uli Stanciu (Mitte) präsentiert

nach jahrelanger Recherche

sein neues Gardaseebuch: 164

teils neue Biketouren mit 68 Varianten.

Das 2,4 kg (!) schwere Buch

mit 400 Seiten und vielen Extras

gibt es um € 59,90 und nur online.

www.bike-gps.com

NEUE „E“-REKORDWERTE

18 Mal so viele E-Bikes wie E-Autos

wurden 2019 gekauft, in Summe

171.000 Räder um 480 Mio. Euro.

Damit sind schon 750.000 E-Räder in

Österreich unterwegs. Corona und

ein verändertes Mobilitätsverhalten

befeuern diesen Trend weiter.

www.vcoe.at


3 21

BUCHSTABEN

FRAUEN

MISSION

FRAUEN AM STEUER. JOHANNA URKAUF

UND IHRE MUTTER CAROL URKAUF-CHEN

LEITEN ÖSTERREICHS GRÖSSTEN FAHRRAD-

HERSTELLER KTM. IM INTERVIEW SPRECHEN

DIE BEIDEN ÜBER E-BIKE, TOUR DE FRANCE

UND DAS FAHRRAD ALS MOBILITÄTS-

UND GESUNDHEITSMITTEL.

INTERVIEW: KLAUS MOLIDOR FOTOS: THOMAS POLZER

Neue Normalität. Großer

Besprechungsraum, großer

Abstand. Johanna

Urkauf, Chefin des Fahrrad-Komplettanbieters

KTM und

ihre Mutter, Carol Urkauf-Chen,

empfangen zum Interview im Firmensitz

in Mattighofen. „Sie sind die

ersten Gäste seit Langem“, sagt Seniorchefin

Carol Urkauf-Chen. Die

Krise beschäftigt die beiden Damen

genauso wie das Unternehmen.

Hatten sie während des Lockdowns

Sorge um das Unternehmen, dass

es in Turbulenzen kommt oder sogar

zusperren muss?

Johanna Urkauf (JU): Eine gewisse

Unsicherheit war vorhanden. Wir

sind aber sehr bodenständig und versuchen

vernünftig zu planen. Und

wir haben jeden Tag geschaut in welche

Richtung entwickelt es sich.

Carol Urkauf-Chen (CUC): Wenn ein

zweiter solcher Shutdown wie im

März kommen würde, dann wäre es

wirklich sehr schwierig. Nicht nur für

uns. Das kann sich weltweit niemand

leisten. Wir hoffen, wir zittern jeden

Tag. Die Urlaubszeit bereitet uns große

Sorgen. Viele unserer Mitarbeiter

kommen aus dem Ausland, die fahren

dann während der Betriebsferien in

die Heimat. Und wenn die dann zurückkommen.

Uuuh.

DAS SCHÖNE AM PRO-

DUKT FAHRRAD IST,

DASS ES SO VIELSEITIG

IST UND MAN DAMIT SO

VIELEN LEUTEN FREUDE

BEREITEN KANN.

JU: Vielleicht beginnen danach auch

nicht alle gleichzeitig, dass nicht alle

beisammen sind, dann schauen wir,

wie es weitergeht. Wir überlegen

auch, dass sich die Mitarbeiter testen

lassen und wir die Kosten übernehmen.

Wäre die Krise nicht eine Chance

für die ganze Branche zu sagen: Wir

brauchen nicht jedes Jahr eine

ganz neue Palette?

CUC: Eigentlich war das ja schon geplant.

Viele Händler haben gesagt:

Bitte, bitte, lassen wir die Modelle im

nächsten Jahr gleich. Weil sie vom

Beginn der Coronazeit die Lager voll

hatten. Das Problem ist: Die neuen

Räder sind schon am Weg hierher.

Von der Bestellung der Rohmaterialien

und der Rahmen vergeht ja fast

ein Jahr bis zum fertigen Produkt.

Das lässt sich also nicht mehr so einfach

stoppen. Zum Glück war die

62 SPORTaktiv


Die Frauen hinter den drei Buchstaben KTM: Eigentümerin

Carol Urkauf-Chen und ihre Tochter Johanna Urkauf.

Im internationalen Kontext ist Österreich

eine Stadt. Nun hat diese Stadt

Österreich mit SPORTaktiv ein Medium,

das jene Themen abholt, die trendig

sind bzw. am Weg dorthin. Ähnlich

wie beim Hybridgast, dessen Interesse

nicht nur an einem Thema haftet, sehe

ich SPORTaktiv mit seinen Lesern. Hier

treffe ich ohne Streuverluste

die Zielgruppe des

Hybridsportlers.

HARI MAIER

AMBI, Austrian

Mountainbike Institute

Nachfrage nach den ersten Lockerungen

aber so groß, dass die Händler die neuen

Produkte brauchen.

JU: Außerdem braucht es doch eine gewisse

Weiterentwicklung. Wir wollen

dem Endkunden auch immer wieder etwas

Besseres und Neues bieten.

Wird angesichts des anhaltenden

E-Bike-Booms das normale Fahrrad

zum Nischenprodukt?

CUC: Vor fünf Jahren war der Anteil bei

10 Prozent, heute sind wir bei ca 50

Prozent und das wird noch weitergehen.

JU: Aussterben wird das „normale“ Rad

nicht. Es wird immer Leute geben, die

ein nicht motorisiertes Fahrrad fahren

wollen. Das Schöne am Produkt Fahrrad

ist, dass es so vielseitig ist und man damit

so vielen Leuten Freude bereiten kann.

Geschäftsführer Stefan Limbrunner betritt

den Raum. Carol Urkauf-Chen hat ihn

dazugebeten, um uns die aktuellen

E-Bike-Zahlen zu präsentieren.

Stefan Limbrunner (SL): Es geht in Österreich

immer mehr in die Richtung E-

Bike. Von den 400.000 pro Jahr verkauften

Rädern sind gut 150.000 schon

E-Bikes. Das Gute für uns daran ist,

dass E-Bikes öfters erneuert werden. Bei

einem Mountainbike um 1000 Euro

können sie nicht sofort sagen, ob das ein

Rad von 2010 oder 2020 ist. An der

Radgröße vielleicht. Aber wenn sie ein

E-Bike von 2010 mit einem von 2020

vergleichen, dann haben sie einen technischen

Fortschritt. Und solange sie ei-

SPORTaktiv

63


WIR SPRECHEN EINE

GEMEINSAME FAHR-

RAD-SPRACHE MIT

ZEIGEN UND DEUTEN

UND SPRECHEN.

AirSteel | BFP-27

Die neue Airsteel-Standpumpe

maximiert den Komfort und

minimiert den Kraftaufwand beim

Pumpen Ihrer Reifen. Diese Pumpe

ist mit 67 cm länger als eine normale

Standpumpe und hat einen Schlauch

mit einer Länge von 90 cm. Sie müssen

sich somit nicht so weit bücken und

können Ihre Kraft besser übertragen.

Der Stahlfuß sorgt nicht nur für mehr

Stabilität sondern sieht auch gut

aus. Und wussten Sie, dass Sie den

Pumpenkopf mit nur einer Hand

bedienen können? Noch nie war eine

Standpumpe so einfach zu bedienen!

-

BBBCYCLING.COM/BFP-27-AIRSTEEL

nen technischen Fortschritt optisch rüberbringen,

tauschen die Leute ein.

Früher hat man nach ungefähr 10 Jahren

ein neues Rad gekauft, mit dem

E-Bike sind es drei bis fünf Jahre.

Es gibt Gerüchte, dass KTM auch ein

Tour-de-France-Team ausrüsten will.

CUC: Ja, für heuer haben wir das geschafft.

Ein Team beim Giro d’Italia,

ein Team bei der Tour de France. Dort

fährt mit Sebastian Schönberger sogar

ein Österreicher aus unserer Gegend.

SL: Letztes Jahr beim Start der Tour in

Brüssel sind wir von Teambus zu Teambus

gegangen und haben gefragt.

Was kostet so ein Engagement?

CUC: Millionen. Millionen. Aber wir

müssen das machen.

SL: Das zahlt ja auch sehr viel in die

Marke KTM ein. Das sind vier Wochen

Dauerwerbung. Letztlich ist das auch

gut für Österreich als Fahrradstandort.

Sie haben alle Abteilungen durchlaufen,

wie sehr hat sie das vorbereitet

auf den jetzigen Job?

JU: Es war auf jeden Fall eine Grundlage,

weil so hab ich unsere Leute besser

kennenlernen dürfen, was wichtig ist

für eine gute Zusammenarbeit. Es ist

eine sehr wichtige Grundlage, dass man

Arbeitsinhalte und Prozesse der einzelnen

Abteilugen kennt, um sie koordinieren

und organisieren zu können.

Und: Ich hab die Leute kennengelernt

und die Leute mich.

Wie schwer war es für sie als Frau,

so ein Unternehmen zu leiten?

CUC: Schwer. Ich hab mich so gewundert,

dass meine Tochter diese Aufgabe

übernehmen will. Aber wenn sie Interesse

hat. Das ist das Wichtigste. Ich bin

das ganze Leben in der Fahrradbranche

und natürlich ist das nicht einfach für

eine Frau. Aber ich habe es geschafft.

Ist es für die Tochter jetzt leichter?

CUC: Es ist genauso schwer.

Hat sich da wirklich nichts verändert?

JU: Es wird jetzt bei uns nicht groß

thematisiert, es ist eine sehr natürliche

Zusammenarbeit. Ich kann mich erinnern,

dass es schwierig war, als ich noch

klein war. Die wirtschaftliche Situation

hat da noch ganz anders ausgeschaut, es

war alles andere als ein Zuckerschlecken.

(Zur Mutter:) Du warst neu in

der Firma, neu in der Gegend. Wir

kennen uns jetzt alle gegenseitig. Das

hilft sicher und macht es für mich sicherlich

einfacher.


Es war sicher auch in der ganzen Branche schwerer.

CUC: Es war nicht einfach. Ich bin hergekommen, ich

konnte damals kein Wort Deutsch. Ich konnte ein bisschen

Englisch, aber das konnte hier vor 30 Jahren kaum

jemand. Wir sprechen eine gemeinsame Fahrrad-Sprache,

mit Zeigen und Deuten und Sprechen. Dann hab ich in

der Nacht, als die Kinder geschlafen haben, selbst das

mindeste an Vokabular gelernt. Ich war bis vor 5 Jahren,

also über 25 Jahre allein in der Firma.

Vor rund zwei Jahren haben Sie sich in den Aufsichtsrat

zurückgezogen. Wie schwer war es denn auch

Verantwortung abzugeben?

CUC: Das ging von einem Tag auf den anderen. Ich habe

mein Büro ausgeräumt, fertig. Ich habe kein Büro mehr

hier. Für mich war es einfach. Aber ich bleibe ja als Beraterin

erhalten.

JU: Mir ist vorgekommen, dass es nicht schwer war für

dich die Verantwortung abzugeben, aber wir sind alle

sehr glücklich und dankbar, dass meine Mutter noch so

eine große Beratungsfunktion übernimmt und wir arbeiten

auch täglich zusammen.

Was macht das mit dem Verhältnis Mutter-Tochter,

wenn man beruflich so eng zusammenarbeitet?

JU: Für mich ist das Verhältnis sehr natürlich.

Fotos: Heiko Mandl

KTM

Das Unternehmen wurde 1951 durch Ernst Kronreif und

Hans Trunkenpolz in Mattighofen gegründet und stellte

Motorfahrzeuge und Fahrräder her. 1991 musste die KTM

Fahrrad GmbH Konkurs anmelden. Im Dezember 1991

kaufte Radgroßhändler Hermann Urkauf aus Salzburg die

Fahrradsparte. Die Motorradsparte wurde 1992 neu gegründet.

Beide Untnernehmen haben weiter ihren Sitz in

Mattighofen. Am 7. Jänner 1996 übernahm Carol Urkauf-Chen

die Geschäftsführung und konnte das Fahrradunternehmen

vor der Insolvenz retten, seit 1997 ist sie alleinige

Inhaberin der KTM Fahrrad GmbH, 2018 wechselte

sie in den Aufsichtsrat und ihre Tochter Johanna Urkauf

in die Geschäftsführung.

SpassRadsport

AmbitionGenuss

ErholungTraining

Trainierst Du auf ein sportliches Ziel

oder erkundest Kulturen und Länder gerne

per Rennrad?

Mit uns kannst Du beides. Unsere Radsportstationen auf Mallorca,

Lanzarote, in Andalusien und Griechenland bieten Dir beste

Infrastruktur und Trainingsbedingungen. Mit weltweit geführten

Rennradtouren kombinieren wir sportlichen Genuss mit der

Vielfalt fremder Länder.

Wir inspirieren Dich gerne, wenn es um Dein persönliches

Radsporterlebnis geht: huerzeler.com


CUC: Natürlich kann man einen kleinen

Krach nicht vermeiden, aber ich habe

ihr immer gesagt: „Wir haben genug

Probleme in der Firma. Privat zu streiten

hat da überhaupt keinen Sinn.“ Und sie

ist Gott sei Dank sehr klug. Ich verhalte

mich auch nicht immer ganz richtig. Ich

bin ein Mensch, ich spreche sofort und

so schnell und direkt. Ja oder nein, da

bin ich sehr deutlich. Zu Mitarbeitern

und Familie. Manchmal können das die

Leute nicht akzeptieren. Wenn ich mir

nicht sicher bin, ob meine Entscheidung

richtig ist, lade ich Leute ein, die mich

in dem Bereich gut beraten können, und

höre zu, höre mir die Meinungen der

Mitarbeiter an und dann entscheide ich.

Ich gebe den Mitarbeitern auch immer

einen Grund, warum ich glaube, dass

meine Entscheidung die richtige ist. Ich

habe nie gesagt: Du machst das so und

so und aus, sondern meine Entscheidung

immer erklärt.

Wie sind Sie eigentlich mit dem Thema

Fahrrad in Berührung gekommen?

CUC: Nach dem Studium habe ich eine

Arbeit gesucht und die war in der Fahrradbranche.

Und seitdem bin ich dabei.

Zufall. Nur Zufall. Damals als ich begonnen

habe, waren Fahrräder ein Sonnenuntergangsgeschäft.

Meine Tante hat

mich sogar gefragt: Hast du genug zu essen?

Verdienst du genug? Es war nicht

immer einfach. Aber ich habe ein Leben

lang gewartet und gearbeitet. Wer hätte

vor 40 Jahren geahnt, dass es einmal so

einen E-Bike-Boom geben wird.

Wie sehr muss man sich bei Tretlagern,

Getriebe und Co. auskennen, um so ein

Unternehmen führen zu können?

JU: Man muss sich schon auskennen.

CUC: Das ist für mich absolut notwendig.

Ich will persönlich ja auch nicht mit

Kunden sprechen und keine Ahnung

von Fahrrädern haben. Wenn ich ein

Produkt sehe, denke ich, wo kann ich es

noch verbessern. Dazu muss man die

Technik verstehen, sonst geht das nicht.

In der Vergangenheit hab ich Zigtausende

Fahrräder gesehen und weiß, was

leicht zu verkaufen ist und was nicht.

DAS RAD IST EIN EX-

TREM EMOTIONALES

PRODUKT. DA STECKEN

VIELE KINDHEITS-ER-

INNERUNGEN DRINNEN.

DIE HAT FAST JEDER.

Designer sind oft Künstler und denken

nicht wirtschaftlich. Dann muss man sie

überzeugen. Manchmal lasse ich sie ihre

Wünsche auch umsetzen, bis sie sehen –

oh, das verkauft sich nicht. Bei 500 Mitarbeitern

brauchen wir aber Umsatz.

Designer zu überzeugen ist schwer. Aber

so ist das Leben.

Diese Aufgabe kann ja jetzt ihre Tochter

übernehmen.

CUC: Aber zuerst muss sie sich mit der

Technik auskennen und beschäftigen.

Ein Leben lang.

Motorrad-KTM-Chef Pierer hat gesagt,

irgendwann müsse die „Marke heimkommen“,

weil man sich gemeinsam

gegen die großen Player auch am

E-Bike-Markt besser wappnen könne.

CUC: Dazu gibt es eine endgültige Entscheidung

vom Obersten Gerichtshof.

Die Fahrradbranche bleibt exklusiv bei

uns. Mein Ex-Mann hat das Geschäft

damals gekauft und die Sparte gehört

auf ewig uns.

Was bedeutet das Fahrrad für sie?

JU: Ich sag gern: Wir verkaufen Freude

an Bewegung. Es ist etwas Schönes, dass

man an etwas arbeiten kann, das den

Menschen Freude und Gesundheit

bringt. Das Rad ist einfach ein extrem

emotionales Produkt. Da stecken viele

Kindheitserinnerungen drinnen. Man ist

viel mobiler. Schon im Volksschulalter,

die ganzen Abenteuer. Das hat fast jeder.

CUC: Ein Kunde hat geschrieben, dass er

nach einer Lungenkrankheit nur 30 Prozent

Lungenfunktion hatte und durch

unser Rad konnte er trainieren und hat

10 Prozent zugelegt. Jedes Jahr hat er geschrieben,

bis er auf 60 Prozent war. Das

ist sensationell.

Abschließend und weil es heuer das

beherrschende Thema ist: Was haben

sie aus der Krise gelernt?

JU: Sie ist ja noch nicht vorbei.

CUC: Gott sei Dank haben wir vorigen

September die Produktionshalle komplett

neu gebaut. Ein Jahr hatten wir dahinter

ein Provisorium. Dort war es sehr

eng, bis die neue Halle fertig wurde. Jetzt

haben die Leute genug Platz um Abstand

zu halten. Eigentlich wollte ich erst das

Lager und dann die Produktion neu bauen.

Dann ist der Arbeitsinspektor gekommen

und hat gesagt: Wo Menschen

drinnen sind, ist wohl wichtiger, als wo

die Ware drinnen ist. Ich hab gesagt:

Danke für den Hinweis und hab zuerst

die Produktionshalle gebaut.

66 SPORTaktiv


Das Herbst-Highlight für JederMann/Frau

VOM SEE IN DIE BERGE

17. bis 20. September 2020

MTB & E-BIKE

Anmeldung

www.tourdekaernten.at

4 Etappen

150 Kilometer • 5.000 Höhenmeter

Prolog Love & Hate • Marathon Buggl in Bach

Sprint Tauern-Sprint •

Bergankunft The Peak

SPORTaktiv

67


VOLL GRANIT

DIESER TRAIL ROCKT

Und die Reise beginnt mit

Sehnsucht. Die Anreise per

Bahn erfolgt bequem über

Wien, doch die Vormittagshektik

der Hauptstadt flutet

dort gerade die Radwege. Dutzende

Radfahrer kämpfen bei den Ampeln wie

Hamilton gegen Verstappen um die

Pole position. Natur, Ruhe und Biken

ohne Hektik? Dieses Versprechen sollte

das Waldviertel im nördlichsten Niederösterreich

einlösen. Aber bitte pronto.

In der Tat. Beim Start des Granittrails

in Gmünd und den ersten Metern Einrollen

am Mountainbike über asphaltierte

Nebenstraßen ist die tschechische

Grenze nur einen Steinwurf entfernt

und die Hektik Schnee von gestern. Das

Waldviertel stellt sich in aller Ruhe mit

dem ersten Highlight vor: Weitra mit

dem von Weitem sichtbaren Schloss. In

der Kuenringer-Stadt treffen sich Historie

und Biertradition seit 1321 mit einem

topmodernen Golfplatz außerhalb

der Stadt. Merkenswert, weil hier in der

Steigung erstmals die leichteren Gänge

am Rad gebraucht werden und der Granittrail

vollends in die Natur abbiegt.

Die Strecke ist übrigens ausgezeichnet

beschildert, es gibt genug Kartenmaterial,

zusätzlich habe ich den GPS-Track

von der Waldviertel-Website auf die Uhr

geladen – Navigation? Check!

Seit wann fotografierst du bitte Blumen?

Das schreiben die Freunde, nach-

WER HÄTTE DAS GEDACHT?

DAS WALDVIERTEL HAT BIKERN

VIEL ZU BIETEN UND MIT DEM

GRANITTRAIL EIN ECHTES

ASS IM ÄRMEL. VON DER

TSCHECHISCHEN GRENZE IM

NORDEN BIS ZUR BLAUEN

GRENZE IM SÜDEN, DER DONAU.

AUF EINLADUNG VON

WALDVIERTEL TOURISMUS

HAT SICH SPORTAKTIV

AUF DIE REISE GEMACHT.

VON CHRISTOPH HEIGL

dem ich erste Bilder der blühenden

Mohnfelder und der blauen Kornblumen

versende. Sorry, aber das ist echt

wunderschön. Es geht sanft und leicht

hügelig vorbei an Wiesen und Wäldern,

entlang von Dutzenden Kreuzen und

Marterln und immer wieder stehen diese

sagenhaften Granit-Nockerln herum.

Teils auf Feldern und früher von Ochsen

weg- und an den Rand geschafft, die

größeren bleiben als Monumente auf

Lichtungen und Kuppen und trotzig-elegant

mitten in der Landschaft verpflanzt.

„Ich schau zwar aus, als hätte

ich die letzte Eiszeit live miterlebt“, witzelt

später am Tag eine rüstige Bäuerin,

„aber sie sagen, da war früher ein Granitgebirge

und nach Millionen von Jahren

sind das die letzten Überbleibsel.“

Manche Granitsteine sind zu zehn Meter

hohen Türmen aufgestapelt, als hätte

ein Riese (oder ein überdimensionaler

Baukran) herumgespielt. Alles Natur –

und atemberaubend.

ANZEIGE / Fotos: Christoph Heigl, Arnold Pauly, Waldviertel Tourismus/Erwin Haiden

68 SPORTaktiv


DER GRANITTRAIL

Der Königsweg der Waldviertler Mountainbikestrecken ist

der Granittrail, der von Gmünd im Norden bis ans Donauufer

bei Ybbs/Persenbeug führt. Die Strecke ist für Sportler anspruchsvoll

genug, aber auch für durchschnittlich trainierte

Personen bezwingbar, für E-Bikes eine Leichtigkeit. Den

Granittrail kann man alternativ auch von Süd nach Nord fahren,

die Beschilderung ist für beide Varianten angebracht.

Daten: 153 Gesamtkilometer, 3020 Höhenmeter, idealerweise

auf drei Tagesetappen verteilt:

1. Tag: Gmünd bis Groß Gerungs, 58,6 km, 920 hm, Fahrtzeit

ca. 5:30 Stunden, Strecke über Gmünd – Wielands –

Weitra – Spital – Oberwindhag – St. Martin – Kleiner Semmering

– Bruderndorf – Langschlag – Thail – Groß Gerungs.

2. Tag: Groß Gerungs bis Bärnkopf, 46 km, 1262 hm, Fahrtzeit

ca. 4:30 Stunden, Strecke über Groß Gerungs – Arbesbach

– Altmelon – Schönbach – Bärnkopf.

3. Tag: Bärnkopf bis Persenbeug, 46,9 km, 638 hm, Fahrtzeit

ca. 4:30 Stunden, Strecke über Bärnkopf – Gutenbrunn

– Yspertal – Altenmarkt – Persenbeug.

Hinweis: Entspannt kann man den Granittrail auch in vier

oder fünf Tagen fahren. Waldviertel Tourismus bietet dazu

ein Package mit vier Nächtigungen, Gepäcktransport, Übernachtung

in 3-Sterne-Unterkünften und MTB-Karte ab 343

Euro (pro Person, Doppelzimmer).

Fahrtechnik: Der Mix aus Wald- und Feldwegen, Wiesen,

Schotter und Asphaltpassagen überfordert niemanden.

Schwierige Singletrails sind nicht dabei.

Anreise: öffentlich mit der Bahn über Wien/Franz- Josefs-

Bahnhof bis Gmünd. Abreise ab Ybbs a.d. Donau.

www.waldviertel.at/mountainbiken

Mystisch geht es weiter. Einsame

Wege, über Stunden kaum Kontakte,

selbst die Ortschaften halten sich vornehm

zurück. Das merke ich am Wasser-

und Riegelvorrat, der langsam zur

Neige geht. Unverhofft ist Rettung in

Sicht: Bei einem Bio-Bauernhof in Bruderndorf

bei Langschlag haben nette

Menschen (www.laemmerhof-groiss.at)

für Wanderer und Radler eine „Selbstbedienungsstation“

eingerichtet. Dort finden

sich nicht nur erfrischende Getränke

im Kühlschrank, sondern auch eine

kleine Notwerkstatt mit Pumpe und

dem nötigsten Werkzeug für Pannen.

„Das ist unsere Oase“, lacht Klaus Tannhäuser,

„die hat schon viele Radfahrer

gerettet.“ Tannhäuser ist der Obmann

der Arge Mountainbike Waldviertel und

für einen Großteil des Streckennetzes

verantwortlich. 2500 Kilometer Strecken

machen das Waldviertel zu einem

echten Bike-Dorado.

Der Riese, der alle Granitblöcke aufgestapelt

hat, hatte offenbar auch ein

Faible für Modelleisenbahnen. Diesen

Eindruck erweckt die Waldviertler

Schmalspurbahn, deren Trasse mehrfach

gekreuzt wird – keine Sorge, die kleine

Lok hupt ganz aufgeregt, wenn sie sich

nähert – denn die schmalen Gleise wirken

putzig und im Bereich Klein-Sem-

mering und am idyllischen

Waldbahnhof

nahe dem Tunnel

wirklich wie eine

Modellbahn. Teile

der Radstrecke kann

man auch mit der

Bahn bewältigen.

Vorbei am Frauenwieserteich und einer

Bisonranch erreiche ich Groß Gerungs

und den Gasthof Einfalt, Tag 1 ist in

den Büchern. Durch die Anreise war er

lange, aber ich bin geflasht.

Tag 2 ist von den Höhenmetern etwas

knackiger (1200 hm), das manifestiert

sich in Form der Ruine Arbesbach, die

SPORTaktiv

69


BIKEN IM

WALDVIERTEL

Das Waldviertel liegt im nördlichen Niederösterreich

zwischen Tschechien und

der Donau und ist wie geschaffen für den Gesundheits- und

Ausdauersport. Das Mittelgebirge zwischen Böhmerwald und

Manhartsberg, zwischen Nebelstein und Jauerling bietet Mountainbiketouren

aller Schwierigkeitsgrade.

2500 km in 80 beschilderten Mountainbiketouren locken ins ursprüngliche

Waldviertel mit seinen Hochplateaus und prägenden

Granitsteinen. Tiefe, dunkle Wälder und Wackelsteine, Moore

und Teiche, Wiesen und Felder, Granittürme und einsame Flussläufe:

Die Landschaft spielt hier alle Stückerl – ein natürliches

Refugium für alle Erholungssuchenden.

Unterkünfte: 40 radfreundliche Unterkünfte und mehr als 20

„bett & bike“-Betriebe stehen bereit, in vielen Orten und Hotels

werden Räder und Bikes verliehen. Adressen von geeigneten

Unterkünften, Fahrradwerkstätten oder E-Bike-Ladestationen

unter www.waldviertel.at/radfahren

Empfohlenes Rad: Mountainbike oder E-Mountainbike, gut rollende

Reifen. Viel Federweg bzw. Fullys sind grundsätzlich nicht

nötig, erhöhen aber den Komfort.

Tipp: Immer genügend Wasser und Jause/Riegel mitführen,

viele Streckenabschnitte verlaufen in der Natur fernab der Supermarkt-Infrastruktur.

Karten- und Infomaterial: Waldviertel-Tourismus,

T. +43 28 22/541 09, E-Mail: info@waldviertel.at

Unter www.waldviertel.at/mountainbiken finden sich interaktive

Karten, Höhenprofile sowie GPS-Tracks und buchbare

MTB-Angebote mit Gepäckstransport.

Buchung: Waldviertel Incoming, T. +43 28 22/541 09-90,

E-Mail: info@waldviertel.incoming.at

Das ganze Angebot des Mountainbikelandes

Niederösterreich:

www.niederoesterreich.at/mountainbike

auf einem 18 Meter hohen Granitblock

thront und von deren Plattform man

nicht nur das ganze Waldviertel, sondern

bis zum Dachstein sieht. An guten Tagen.

Heute ist ein mittelguter Tag und ich

sehe vom „Stockzahn des Waldviertels“,

wie die Ruine auch genannt wird, zumindest

bis zur Mittagspause, die bei einem

traditionellen Kirchenwirt verbracht

wird. So stärke ich mich für das nächste

Highlight, die „Luagalucka“ bei Altmelon.

Dort liegen die Millionen Jahre alten

Granitblöcke so kunstvoll verblockt, als

wären sie wie ein Jenga-Turm zusammengefallen.

Über Holzleitern kann man hineinklettern.

„Kuchl“ steht über einem

Hohlraum, wieder Hunger!

Die Höhenmeter des Tages sind für

sich betrachtet nicht schlimm, aber das

ständige Auf und Ab von 30, 50 oder 70

Höhenmetern sollte man als Summenspiel

nicht unterschätzen. Auch nicht

die Anfahrt ins Etappenziel in Bärnkopf,

wo früher der berüchtigte Granitbeißer-Marathon

daheim war. Auf dem

Hochplateau – ich bin ständig zwischen

800 und 1000 Metern Seehöhe unterwegs

– sieht man Wald, wohin das Auge

blickt. Waldviertler Waldness meets kanadische

Weite. Kein Wunder, dass hier

im Winter ein Langlaufparadies ist.

„Momentan spüren wir einen echten

Radboom“, erzählt Tourismus-Chef

Andreas Schwarzinger beim Frühstücken

am nächsten Morgen. „Wir punkten

voll mit der Landschaft, der programmierten

Entspannung und dem

Trend zum Individualurlaub.“ Auch als

Wohnsitz sei die Gegend hoch im Kurs.

Dennoch gebe es noch genug zu tun:

Infrastruktur, Digitalisierung und die

Jugend in der Region zu halten, das sind

die Themen fernab der großen Städte.

Denen nähere ich mich am Tag 3.

Nach dem Weinsberger Wald ändert

sich ab Gutenbrunn die Landschaft

schlagartig. Das Waldige und Hügelige

macht der neuen Weite der Täler Platz,

am Horizont vermutet man die Donau.

Jetzt geht es nur noch bergab und erstmals

haben auch die Scheibenbremsen

Arbeit, 500 Höhenmeter geht es nach

unten, am Puschacher Teich müssen wir

uns abkühlen. Ok, in Altenmarkt dann

noch einmal, mit einem dunklen Gebräu

aus Zwettl ...

Das Ziel ist nahe, aber

zurücklehnen ist nicht.

Der Ostronger Wald verlangt

meine letzten Reserven.

Die Streckenzeichner

haben eines der

steilsten Stücke für diesen

Abschnitt reserviert. Und

auch wenn diese Passage

viele Biker „spritzen“, ich

fahre. Also fast. Erstmals

muss ich nämlich bergauf

schieben. Dann fällt es aber wieder angenehm

ins Donautal hinunter, es wirkt

deutlich wärmer und staubiger, auch der

Ötscher rückt ins Panoramabild. Ziel

des Trails ist in Persenbeug, direkt an

der Donau. Danke, Waldviertel! Der

Granittrail hat mich gerockt.

70 SPORTaktiv


P R EIS / L EIS T U N G

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13,8 KG

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SRAM SX EAGLE

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2.899,95 EURO

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BOSCH PERF:CX

625 WH PT

140/140 MM

ALUMINIUM

24,5 KG

4.199,95 EURO

www.conway-bikes.com


NEUE FARBEN

Die „AtomX Carbon“-Serie des spanischen

Premiumherstellers BH BIKES kommt für 2021 mit

einigen Upgrades. Neben einem erhöhten Anteil von

Race-Face-Anbauteilen gibt es nun auch mehrere

Farboptionen pro Modell. Ausgestattet sind die Bikes

mit Brose-Drive-S-Mag-Antrieb und 720-Wh-Akku.

www.bhbikes.com

BREMSEN WIE FABIO

Die neue MT5 „Fabio Wibmer

Signature Edition“ von MAGURA

bietet alles was Mountainbiker

brauchen. Die kraftvolle 4-Kolben-

Bremszange bietet preisgekrönte

Power und Hitzebeständigkeit, der

1-Finger-HC-Bremshebel lässt

dich bremsen wie Österreichs

Youtube-Bikestar Fabio Wibmer.

www.magura.com

BIKE

NEWS

10 JAHRE AN DER

SPITZE

NACH DEM GIPFEL

GEHT ES WEITER

Auf einem Gipfel stehen

und wissen, dass eine

grandiose Abfahrt wartet – ein

einzigartiges Gefühl. Das TREK

RAIL bietet dir genau dieses

Erlebnis. Features: flache

Geometrie, satter Federweg

(160/150 mm), 625-Wh-Akku

und Treks bewährte MTB-

Technologie.

www.trekbikes.com

72 SPORTaktiv

RAKETENSTARK

Das neue FLYER UPROC6 ist

ein perfektes Spaßgerät –

abfahrtsorientiert und potent.

Dank progressiver Geometrie,

steifem Carbonrahmen und

Mixed-Wheel-Konzept

kennt es mit 160 mm

Federweg und 625-

Wh-Akku auch im

gröbsten Gelände

kaum Grenzen.

www.flyer-bikes.com

Vor zehn Jahren hat BMC mit der

TEAMMACHINE SLR eine Revolution

in Sachen Technik und Design

ausgelöst und viele Titel und Preise

eingeheimst. Mit den neuen Modellen

der Teammachine-Kultserie will BMC

auch die nächsten zehn Jahre das Feld

anführen. www.bmc-switzerland.com

Fotos: Hersteller


NEU AM MARKT

Das Welser Unternehmen

ESKA hat seit 2017 seine

erste Radhandschuh-

Kollektion entwickelt und

ausführlich gestetet. Vier

Sommer-Radhandschuhe mit

Halbfingern und fünf Modelle

mit langen Fingern sind nun

ab Sommer 2021 erhältlich.

www.eskagloves.com

WIND ZWISCHEN

DEINEN ZEHEN

Der S-Works Vent wurde von

SPECIALIZED für die heißesten

Tage und eine noch heißere

Gangart im Sattel entwickelt. Er verfügt über

ein Obermaterial aus technischem Mesh,

zwei großzügige Belüftungsportale an den

Zehen und eine belüftete Außensohle.

www.specialized.com

CANCELLARA-STYLE

GORE Wear und Radlegende

Fabian Cancellara machen

gemeinsame Sache. Neben

der rennorientierten „C7“-

Kollektion gibt es die C5-Linie,

zu der das abgebildete Jersey

gehört. Cancellara war in die

Entwicklung und ins Design

stark eingebunden.

www.gorewear.com

WELCOME TO

THE SUSPENSION

DIMENSION

ALLE INFOS

www.woombikes.com/off

ANZEIGE/Fotos: woom Bikes

Das neue woom OFF

AIR mit Federgabel –

für Kinder und

Jugendliche, die

Herausforderungen

auf dem Trail, im

Bikepark oder im

urbanen Terrain

suchen.

Das woom OFF AIR ist in schlicht elegantem

Schwarz und Silber gehalten und mit

seinen 9,0 bis 11,0 kg ein echtes Leichtgewicht.

Die Carbongabel garantiert Bodenhaftung

sogar im ruppigsten Gelände und

dämpft auch verwegenste Manöver – für

volle Kontrolle und maximalen Fahrspaß.

Sie spricht auch bei geringer Belastung gut

an und die Federwege sind auf die Kids der

jeweiligen Altersgruppe abgestimmt.

Hydraulische Scheibenbremsen ermöglichen

wohldosiertes Bremsen, die Hebel sind für

Kinderhände mit entsprechend weniger

Kraft perfekt zu bedienen. Das SRAM

X5-Schaltwerk sorgt für präzises Schalten in

jedem Terrain. Die Schwalbe-Reifen bieten

geringen Rollwiderstand bei maximalem

Grip auch in Kurven. Das woom Off Air

gibt es in drei Größen ab € 899,– im

Online-Shop und bei den woom-Partnern.

SPORTaktiv

73


CORE = GRAVEL

OHNE GRENZEN

E-BIKE UND GRAVEL WERDEN PERFEKT

VEREINT. NATÜRLICHES FAHRGEFÜHL

DANK EIGENEM BH-ANTRIEB.

BH BIKES

Radsport ohne Grenzen mit den

Modellen des baskischen

Herstellers mit mehr als

100 Jahren Tradition.

www.bhbikes.com

Die perfekte Zusammenfassung

dessen, was die Räder der Core-

Familie ausmacht: ein System, das

einer neuen Generation von E-Bikes für

Schotter und Straße Leben einhaucht. Mit

einer großen Reichweite bis 165 km und

dem Fahrgefühl wie bei traditionellen

Gravel- und Straßenrennrädern. Dazu

kommt das für die Zielgruppe wichtige

ästhetische Design, so nah wie nur

möglich am klassischen Vorbild.

540 Wh stark ist der Akku im Unterrohr,

in nur 90 Minuten ist er wieder auf

80 Prozent geladen. Der eigene BH-2E-

Antrieb passt perfekt zum Einsatzzweck

und unterstützt das ausbalancierte und

stabile Fahrverhalten, das dem eines traditionellen

BH-Rennrades ohne Motor

gleicht. So ermöglicht der kompakte

Antrieb einen Q-Faktor von nur 163

Millimeter. Auch wie bei den baskischen

Premium-Rennrädern sind die vollkommen

integrierten Brems- und Schaltzüge

plus die gesamte elektronische Verkabelung

elegant im Rahmen verlegt. Der

geräusch arme Antrieb lässt sich mit ein

oder zwei Kettenblättern fahren und bietet

bis zu 60 Nm Drehmoment bei vier

möglichen Unterstützungsstufen.

Das Display des Core-Heart-Systems

besticht durch sein minimalistisches

Design. In die Abdeckkappe des Vorbaus

wurden farbige LEDs integriert, die

optisch den Unterstützungsmodus anzeigen.

Für einen Wechsel des Fahrmodus

genügt das kurze Drücken des Displays.

Ergänzt wird das Heart-System durch

die Core-App für iOS und Android,

über die die Farben der LED-Anzeige

sowie die Stärke der einzelnen Unterstützungsmodi

individualisiert werden

können.

ANZEIGE / Fotos: Michael Faiß, BH Bikes

74 SPORTaktiv


6 Bergbahnen,

eine Bikecard

Wir kümmern uns

um deinen Bike urlaub

südlich der Alpen!

• 6 Bergbahnen

• 1 Bikecard

• Unterkünfte

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• Gepäcktransport

FLOW

TRAIL-

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AB € 217,-

3 Tage/2 Nächte/

2 Bikeareas

www.flowtrails-kaernten.at

www.bikecard-kaernten.at


76 SPORTaktiv


BIKEN,

GOLFEN,

WOHLFÜHLEN-

IN BAYERN

Zwischen Donau, Inn und Rott

eingebettet liegt das schöne

Passauer Land. Sport- und Entspannungsangebote

verschmelzen

dort zur Einheit: Auf einer

Mountainbike-Runde auf einer

von 30 WildBike-Touren (Gesamtlänge

1200 km) lässt sich

an vielen Orten die malerische

Hügellandschaft überblicken.

Entlang der eingangs erwähnten

Flüsse lassen sich herrliche Genussradtouren

unternehmen.

Relaxen kann man in Europas

größtem „Quellness Golfresort“

mit Wellness und Therme in Bad

Griesbach. First-Class-Thermengenuss

und das Angebot von 10

(!) Golfplätzen in der malerischen

Natur sind einzigartig.

Freunden des Thermalwassers

stehen auch die heilenden Quellen

in Bad Füssing zur Verfügung.

Dort locken die größte

Thermenlandschaft Europas

und modernste Gesundheitsangebote.

www.passauer-land.de

Foto: Tourismus Passauer Land_Geisler;

Kur- & GästeService Bad Füssing_Stefan Hanke;

Gäste- & Kur-Service Bad Griesbach;

Tourismus Passauer Land_Gerleigner

SPORTaktiv

77


JUNIOR

TÜTE

Kinder-E-Mountainbikes sind

ein nicht mehr ganz neues

Phänomen, das den rasanten,

fast unbegrenzten Verkauf

von E-Bikes begleitet, aber

auch polarisiert. Für die einen ist es undenkbar,

Kinder auf E-MTBs zu setzen,

die anderen sehen viele Vorteile und

probieren es einfach. Fahren Mama und

Papa E-MTB, hat der Junior oft keine

Lust, daneben herzustrampeln, bzw. sind

die Kinder schon im Bereich der

Laufradgrössen 20“/24“/26“, wird laut

Fachhandel beim E-MTB-Kauf der Familie

immer öfter auch ein Kinder-E-

MTB dazugekauft. Auch Hoteliers, die

neben Erwachsenen- auch Kinder-E-

MTBs für die Zeit des Urlaubs im Verleih

haben, berichten über eine gestiegene

Nachfrage (siehe Interview Kurt

Resch).

Mechanische Nachziehlösungen wie

„Follow Me“, wo das Kinder-Bike eingehängt

und nachgezogen wird, sind zwar

auch beliebt, aber machen das Bike von

Mama und Papa für den Geländeeinsatz

untauglich und sind nur für Forstwege

geeignet. Also wird dann doch gleich ein

Kinder-E-MTB angeschafft. Doch ist

das wie ein Bike für Große ausgestattet?

„Nein, auf keinen Fall, alle Bauteile und

auch der Rahmen und das Gesamtgewicht

sollten an das Kind angepasst sein.

E-BIKES FÜR KIDS …

KLINGT VERLOCKEND,

MACHT SPASS UND

ERMÖGLICHT EINE

NEUE QUALITÄT DER

FAMILIENERLEBNISSE.

WORAUF GILT ES

DABEI ZU ACHTEN?

EIN PRAXISBERICHT.

VON CHRISTOPH MALIN

Ein Kinder-E-MTB sollte nicht 20 oder

25 kg oder mehr wiegen, sondern die

Hälfte. Dann hat das Kind das Bike gut

im Griff“, sagt Robin Krichel. Er muss

es wissen, denn er ist der Gründer der

Firma Ben-E-Bikes, die einen beispiellosen

Raketenstart hingelegt hat. Zuerst

baute der Dipl.-Elektro-Ingenieur vor

ein paar Jahren für seinen Sohn Ben aus

zugekauften Teilen mit einem 250-Watt-

Heckmotor ein kleines, leichtes 20-Zoll-

Kinder-E-MTB-Hardtail mit 10 kg,

dann, beim 24-Zoll-Bike angekommen,

verfeinerte er dies mit einem von ihm

speziell programmierten 250-Watt-

Hecknabenmotor, leichter und vor allem

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

78 SPORTaktiv


DIE BIKES MACHEN

EINFACH SO VIEL

SPASS, DIE KINDER

WOLLEN GAR NICHT

MEHR VOM BIKE

HERUNTER.

sensibel ansprechender Federgabel und

leichten Anbauteilen – immer noch unter

12 kg Gesamtgewicht.

Fertig war das Ur-„Ben-E-Bike“, auch

genannt „Benni-Bike“, und im Bekanntenkreis

machte das Leicht-Konzept

schnell die Runde. Für den Freundeskreis

baute Robin ein paar weitere

Custom-Benni-Bikes, bis aufgrund des

Erfolgs bei den Kids und den Eltern die

Nachfrage schlagartig so groß wurde,

dass der Ingenieur neben der eigenen

Elektronik-Firma eine eigene Firma für

Ben-E-Bikes gründen musste.

Heute, fünf Jahre nach dem Start des

Projekts, ist Ben-E-Bike fast permanent

ausverkauft, und kommt mit dem Liefern

kaum hinterher. „Die Bikes machen

einfach so viel Spaß, die Kinder wollen

gar nicht mehr vom Bike herunter. Ein

super Familienerlebnis auf Tour ist garantiert,

aber auch das Auto stehen zu

lassen und von Zu Hause auf Tour zu

gehen, hat einen großen Wert“, erklärt

Krichel. Die absolut irren Boomjahre

der Firma haben ihre Spuren hinterlassen,

es wurde zu viel. Heute hat Krichel

die Firma verkauft, ist aber als Berater

nach wie vor dabei.

Einer, der in den Bergen lebt und das

Thema Kinder-E-MTB aus eigener Erfahrung

als Familienvater kennt, ist

Patrick Ribis. Der Bergführer und

Simplon- E-MTB-Factory-Teamfahrer ist

E-Enduro-Biker aus Passion. Er hat beruflich

auch viel mit Kindern zu tun. Für

die Gratis-Bike-Camps „Bike How“ der

Tiroler Landesregierung hält er Bike-Fahrtechnikkurse

für Schulklassen. In

der Freizeit ist für Patrick Quality Time

am Bike angesagt, viele Singletrail-Touren

SPORTaktiv

79


KINDER E-MTBS

WAS IST ZU BEACHTEN:

Motor-Sensibilität: Der Motor sollte

sensibel genug sein, die Pedalkraft

eines Kindes zu erkennen. Gesetzlich

werden Kinder-E-Bikes bei 20 km/h

abgeriegelt.

Gewicht: Kräftige Kinder können

auch schwerere Kinder-E-MTBs fahren,

diese liegen auch bergab „satter“

auf der Forststraße. Dennoch

machen leichtere Bikes den Kindern

mehr Spaß, da sie klassischen MTBs

im Fahrgefühl viel stärker ähneln.

Reichweite/Höhe: Trotz des geringeren

Gewichts eines Kindes muss

das nicht mehr Reichweite/Höhe bedeuten,

wenn das Kinder-E-MTB

auch einen kleineren Akku hat. Im

Zweifelsfall: zweiter Akku.

24/26“ und 26/27,5“: Ein Vorteil der

Ben-E-Bikes ist, dass man die

Laufradgrößen mixen kann. Ins 20“-

Modell passt vorne ein 24“-Laufrad,

ins 24“-Modell vorne ein 26“-Laufrad

usw. So kann das Bike noch eine

Weile länger verwendet werden, bis

es dann zu klein ist.

Auf Tour: Man kann mit Kindern 400

bis 800 hm auf eine Hütte fahren,

hier sind aber immer Pausen wichtig.

Auch ein Kinder E-MTB tritt sich wie

ein Erwachsenen-Bike nicht von alleine

und ist durchaus anstrengend.

Deshalb: Pausen machen, Landschaft

genießen, eine Jause zelebrieren,

und Spaß an der Sache haben.

Weitere Infos:

https://www.ben-e-bike.net

https://woombikes.com

Weitere Infos:

www.steineggerhof.com

mit Freunden aber auch der Familie

stehen am Programm. Da war das

E-MTB für Kinder eine logische Ergänzung.

Denn Patricks Bub Jakob ist

sieben Jahre alt und ein Energiebündel.

„Ein guter Freund von mir hat in

seinem Bike-Hotel in Mutters (Anm.:

Bike Hotel Seppl, Mutters bei Innsbruck)

seit zwei Jahren Ben-E-Bikes im

Verleih und ich habe mir immer mal

wieder eins für den Buben ausgeliehen.

Denn Jakob fährt beides gerne: im

Bikepark ein klassisches Hardtail und

auf Tour mit uns das Benni-Bike. So

habe ich dieses Jahr zugeschlagen und

ein Benni-Bike gekauft. „Es hat sich

bewährt und die Qualität der Familienausflüge

einfach massiv gesteigert.

Darüber hinaus gewinnt Jakob einen

neuen Zugang zur Mobilität. Egal, ob

wir gemeinsam eine Tour machen oder

ob wir in der Stadt etwas zu erledigen

haben, das E-Bike ist immer dabei und

reduziert die Anstrengungen wie z.B.

Hitze auf dem Rückweg vom Kinder-

INFOS UND BUCHUNG

Wienerwald Tourismus

www.wienerwald.info/

mountainbiken

MOUNTAINBIKEN

IM WIENERWALD

Im UNESCO-Biosphärenparkgebiet

Wienerwald

finden Mountainbiker eine

Vielzahl an legalen Strecken

und Trails durch die

unverwechselbare Natur.

Alles vor den Toren der

Bundeshauptstadt Wien.

Noch mehr Singletrails und Verbindungswege,

eine komplett neue Streckenbeschilderung

und unzählige genussvolle Einkehrmöglichkeiten:

Das alles erwartet Biker im Wienerwald.

Von den 1250 km Strecken für alle

Könnerstufen sind 80 Kilometer Singletrails.

Und es gibt zwei neue Mountainbike-Areas

mit erhöhtem Trail-Aufkommen: Die

MTB-Area Anninger und die MTB-Area

Wienerwald Nord. Alles in allem ein zukunftsweisendes

Streckennetz, das den

Naturraum bestmöglich zu entlasten versucht.

Neu ist auch das Angebot, mit zertifziertem

MTB-Guide den Biosphärenpark und

seine Natur zu erkunden. Auf den geführten

Touren kann man noch bis Oktober an

jedem Samstag die schönsten Strecken

entdecken und auch die Kulinarik kommt

dabei nicht zu kurz.. Der Tipp zum Übernachten

sind die zertifizierten „bett+bike“-Betriebe:

Sie sorgen mit tollen Angeboten

für perfekte Bike-Wochenenden.

Fotos: (c) Niederösterreich Werbung/ Markus Frühmann

80 SPORTaktiv


Fotos: Woom, Christoph Malin

geburtstag oder den Gegenwind bei der

Familientour. Es bleibt somit mehr Energie

und Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr

oder aufkommende Schwierigkeiten

bei der Abfahrt.“

Auch der Autor dieser Zeilen hat mit

seiner Tochter Elena, zehn Jahre, ähnliche

Erfahrungen gemacht. Tirol ist einfach

gebirgig und selbst kleinere Touren

waren für Elena meist recht bald eine

„Tortur“. Sofort geht es vom Mittelgebirge

oder vom Inntal mehrere Hundert

Höhenmeter ins Karwendel oder die

Tuxer Voralpen, gemeinsame Touren

auf Almen waren nicht ohne Weiteres

möglich. Ein Zugseil war auf Dauer

keine Lösung, das Benni-Bike jedoch

schon. Zuerst mit 20“, dann mit 24“

sind so gemeinsame Bike-Touren mit

der Familie machbar geworden. Erstaunlich

ist auch der Werterhalt der

Benni-Bikes, im Bekanntenkreis war

das 20“ Benni sofort mit wenig Abschlag

weiterverkauft. Natürlich ist ein

Kinder-E-MTB auch eine geografische

Sache: In der norddeutschen Tiefebene

wird ein Kinder-E-MTB im Familienrat

schwerer zu argumentieren sein als in

Mittelgebirgs- oder generell gebirgigen

Regionen.

Natürlich wird das Thema auch weiterhin

polarisieren und man darf sich

sogar die eine oder andere Nettigkeit

Das Thema

polarisiert,

aber mit

Kinder-E-Mountainbikes

sind

entspannte

Touren im

Familienverbund

möglich.

anhören. Uns ist diese Diskussion aber

mittlerweile ziemlich egal. Was gibt es

Schöneres als mit den Kids gemeinsam

auf eine Alm oder Hütte zu fahren und

die Natur zu genießen, vielleicht auch

einen leichten Trail mitzunehmen? Etwas,

was mit klassischen Kinder-MTBs

so nicht möglich wäre.

PERFORMANCE COMPONENTS

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„Für

massive Lines braucht man massive

Power! Mit meiner Fabio Wibmer Signature

Bremse kann euch bei euren Tricks und

Touren nichts aufhalten.“ Fabio Wibmer


„SCHNELLER ALS

MAMA UND PAPA“

KURT

RESCH

Bio- und-Bike Hotel Steineggerhof

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Kurt, wie haben Kinder-E-Bikes deine

Verleihsituation verändert?

Seit wir Ben-E-Bikes bei uns im Verleih

haben, kommen öfter Familien zum Biken

zu uns. Aber auch die Einheimischen

leihen die Kinder-E-Bikes gerne

aus, weil Familientouren mit normalen

Mountainbikes schwer möglich sind.

Dazu ist es bei uns in Steinegg viel zu

steil und man müsste mit dem Auto erst

einmal 400 hm hinauffahren. So geht

die Tour gleich vom Hotel los.

Du hast mehrere Guides angestellt

und bist auch selber gerne mit deinen

Gästen auf Tour unterwegs. Wie haben

Benni-Bikes die Touren verändert?

Es kommt selten vor, dass Kinder bei

den geführten Touren mitfahren. Wenn,

dann sind es Familien, die einen Guide

buchen, meist in Kombination mit

Fahrtechnik-Einheiten. Aber wir sehen

schon, dass Biker-Stammgäste jetzt vermehrt

mit der Familie kommen, weil sie

wissen, dass die Kinder auch mal eine

Tour mit den Eltern mitfahren können.

Hast du jetzt mehr Familien-Guidings

oder fahren Gäste einfach mal so 500

hm wohin?

Familien-Guidings haben wir sehr selten,

auch weil unsere Guides meist gut

ausgelastet sind. Mit Familien muss man

eigene Touren fahren, denn hier zählt

vor allem, dass sich die Kids wohlfühlen

und Spaß haben. Auf keinen Fall darf

man die Kinder überfordern, Pausen

und eine tolle Einkehr sind wichtig.

Wo siehst du die Vorteile? Und gibt es

Nachteile?

Der Vorteil vom Ben-E-Bike ist, dass die

Kinder ohne Kondition ein schönes Erfolgserlebnis

haben. Besonders hier in

den Bergen sind Touren ohne

Motor fast nicht möglich, da

kippt die gute Laune schnell

und die Kinder sind dann

frustriert, was sich dann auch

WOOM UP

5 UND 6

Neu vom österreichischen

Kinderbike-Spezialisten

Woom ist das Woom UP 5

(24“) und UP 6. Es basiert

auf dem sehr moderat zu

fahrenden Fazua-Motor aus

Bayern, der sehr einfach

komplett entfernt werden

kann, sodass das UP 5 und

6 einem klassischen

MTB entspricht.

auf die Eltern auswirkt. Ein Nachteil ist,

dass es bei uns recht steil ist und somit

die Reichweite leidet. Kinder wollen

schneller sein als Mama und Papa, daher

fahren sie hier meist in der höchsten

Stufe. Aber wenn man das Ladegerät

mitnimmt, dann kann man auf der

Hütte laden und kommt so gut nach

Hause. Aber Achtung: Die Kinder sind

sehr schnell angefixt von den Ben-E-

Bikes und sie wollen dann auch zu Hause

eines haben. Der Urlaub könnte also

teure Nachwirkungen haben.

Was taugt den Kids so?

Schon nach wenigen Metern leuchten die

Kinderaugen und sie wollen dann oft jeden

Tag fahren. Das freut die Eltern,

denn normalerweise sind sie es nicht gewohnt,

dass Kinder ohne zu jammern

mit ihnen Rad fahren. Kinder wollen

schneller sein als Mama und Papa, das

höre ich oft. Aber auch sonst machen die

E-Bike-Touren den Kids so viel Spaß,

dass man sie fast nicht mehr vom

Ben-E-Bike runterkriegt. Die

Kinder fahren oft noch vor dem

Haus einige Runden, bis die

Akkus leer sind.

82 SPORTaktiv


K I A R O P M A X

JENSEITS DER GRENZE MIT 250 WATT

S T E A M E R C O M P A C T

E - M T B

ERLEBE DEN FLOW


BAD WALTERSDORF

SATTELT UM

IN DER 2-THERMENREGION SETZT MAN NICHT NUR AUF DIE HEILKRAFT DES THERMAL-

WASSERS, SONDERN JETZT VERSTÄRKT AUCH AUF DAS THEMA RENNRAD UND

TRAININGSLAGER. SPORTAKTIV HAT DAS NEUE ANGEBOT UNTER DIE LUPE GENOMMEN.

VON CHRISTOPH HEIGL

Die neuesten sichtbaren

Zeichen der Radinitiative

sind die kleinen Servicestationen,

die man als

Leader-Projekt an zehn Stellen entlang

des Wegenetzes aufgebaut hat.

Sie können Radfahrern den Tag retten.

Pumpe, Schlauch und das nötigste

Werkzeug helfen, kleine Pannen

zu beheben. Die neuen E-Bike-

Ladestationen beleben alle gängigen

Akkus – ganz ohne eigenes Ladekabel

und Adapter. Die anderen Zeichen

sind eigentlich längst bekannt. Man

muss nur mit offenen Augen durch

die Gegend rund um Bad Waltersdorf

fahren: bestes Klima für Radfahrer,

ein engmaschiges Netz an verkehrsarmen

Nebenstraßen, guter Asphalt,

Top-Infrastruktur dank einer

blühenden Tourismus- und Urlaubskultur,

Unterkünfte von Radpensionen

und Campingplatz bis zu Hotels

von Weltruf und – nicht zuletzt – der

Exklusivbonus von Wellness und aktiver

Entspannung in den beiden

Thermen, der Heiltherme und der

H 2 0-Therme.

„Das muss uns erst einmal wer

nachmachen“, lacht Anja Gleichweit

und tritt in die Pedale ihres Rennrades.

Wir sind von der Heiltherme

2-THERMEN-

REGION

BAD WALT-

ERSDORF

Radhighlights: engmaschiges

Netz an attraktiven Radwegen

und verkehrsarmen Straßen,

Servicestationen, eigene Radkarten,

Radgeschäfte und viele

neue „Bett & Bike“-zertifizierte

Betriebe

Tourentipps für Rennradfahrer

(mit GPS-Download): quer

durch die Oststeiermark (121

km), Stubenberger Hügelrunde

(96 km), auf den Masenberg

(110 km), Riegersburg-Runde

(81 km)

Weitere Ausflugsziele in der

Region: Riegersburg, Schokomanufaktur

Zotter, Stubenbergsee,

Waldseilgarten, Ballonfahren,

Sommerodelbahn, Tierwelt

Herberstein, Naturpark

Pöllauer Tal, die Schlösser

Burgau, Hartberg und Obermayerhofen,

viele Heurigen und

Buschenschänken

www.badwaltersdorf.com

weggeradelt und zügig werden die

Umrisse der sagenhaften Riegersburg

im Süden deutlicher und größer. Wir

kurbeln leicht bergauf und leicht bergab,

durch ruhige Waldpassagen,

kaum Autos, die Landschaft wirkt

wie aus dem Bilderbuch. Sonnenblumen,

Äpfel, Wein. Erst knapp vor der

Riegersburg wird es hügeliger und ab

und zu steiler. Auf einem der steilen

Hügel vis-à-vis der Burg befindet sich

übrigens auch die genauso sagenhaft

gute Schokomanufaktur Zotter …

„Was wir hier in der Region haben,

ist der Traum aller Rennradfahrer“,

sagt Gleichweit. „Du kannst, wenn du

willst, im Flachen entlang der Flüsse

ordentlich Kilometer machen und an

deinen Grundlagen arbeiten oder du

kannst es dir in den Hügeln links und

rechts voll geben und viele Höhenmeter

fahren. Beides ist möglich.“ Radfahrerische

Vielfalt und Variantenreichtum

sind der Bonus der ganzen

Thermenregion, die sich in dieser

Ecke der Oststeiermark anbietet, vom

Wechselgebiet zu Niederösterreich bis

hinunter nach Bad Radkersburg und

zu den slowenischen Nachbarn. Eingerahmt

von der burgenländischen

Grenze im Osten und den Höhen des

Almenlandes im Westen.

Fotos: Christoph Heigl, Anja Gleichweit

84 SPORTaktiv


Alles im Bild:

Rad-Expertin

Anja Gleichweit,

der SPORTaktiv-

Redakteur und die

Riegersburg.

SPORTaktiv

85


Gleichweit ist nicht nur leidenschaftliche

Radsportlerin mit reichlich MTBund

Rennerfahrung, sie hat als Marketingmitarbeiterin

der Heiltherme selbst

an der Zusammenstellung der Rennradrouten

mitgewirkt (siehe Infokasten).

Riegersburg und Stubenbergsee sind

zwei der Highlights, der Masenberg

(1261 m) ist das beliebte Ziel der Bergradler.

Auch die internationale Jugendradtour

ist gern gesehener Gast in der

Oststeiermark. Bei der „Weltradsportwoche“

geben sich die Rennradsportler

ebenfalls jedes Jahr ein Stelldichein in

der 2-Thermenregion. Für ganz Starke:

Die Ultra Rad Challenge lockt am 7.

und 8. August nach Kaindorf, wo 24

Stunden nonstop geradelt wird.

So lange sind wir nicht unterwegs.

Wir kurven bis zur Riegersburg und biegen

im Ort darunter wieder gen Norden,

wo wir auf dem Weg retour in

Richtung der neuen steirischen Fußball-Hauptstadt

Hartberg und der Thermen-Hauptstadt

Bad Waltersdorf auch

durch Fürstenfeld kommen. Musikalische

Randnotiz: Auch das berühmte

„Stinatz“ aus dem STS-Klassiker „Fürstenfeld“

taucht auf den Hinweisschildern

auf. Zurück in der Heiltherme

geht’s raus aus dem Radtrikot und rein

ins Thermalwasser, diesmal ins etwas

kühlere des Sportbeckens, es ist doch

hochsommerlich warm. Im Anschluss

sorgt eine kühlende Beinbehandlung in

der hauseigenen Gesundheitsoase für

Wohlbefinden

und Entschlackung.

„Der Rennradsektor

ist für uns

ein ganz interessanter

neuer Kundenkreis“,

sagt

Heidi Schlögl

vom Tourismusverband.

„Da

können wir alle

Benefits ausspielen,

vom angenehmen

Wetter

bis zur Infrastruktur

und den

Thermen.“ Wie

auch Radexpertin

Gleichweit bestätigt,

könne man

nicht nur lange in

den Herbst hinein

sporteln, sondern

wegen der

milden Winter

fast den ganzen

Winter hindurch

IN DER REGION HABEN ALLE

DIE MUNDWINKEL OBEN.

NUR DER GELBE SMILEY DER

AUTOMATISCHEN RADAR-

ANLAGE HATTE NICHT SO

EINE FREUDE MIT UNS.

Rad fahren und bereits ab Februar mit

dem Rennrad ausgedehnte Trainingsrunden

drehen. Also zu einem Zeitpunkt,

an dem ein Großteil Österreichs

noch unter einer dicken Schneedecke

steckt oder bei zweistelligen Minusgraden

bibbert. Was in der Corona-Zeit

hinzukommt: Die bei Rennradfahrern

und Radsportlern beliebten Winter-Trainingslager

auf Mallorca und Co.

sind derzeit wegen der Flug- und Reisebeschränkungen

nur eingeschränkt bzw.

gar nicht möglich. Schlögl: „Warum in

die Ferne schweifen? Herzlich willkommen

in der Region Bad Waltersdorf.“

Radklubs, Vereine und Einzelsportler

finden auch hier alles, was das Radsportlerherz

begehrt. Und Heilwasser

statt Ballermann sollte der Form im

Frühjahr auch dienlicher sein.

In der Region haben alle die Mundwinkel

oben. Nur der gelbe Smiley der

automatischen Radaranlage bei der

Orts einfahrt in Burgau hatte nicht so

eine Freude mit uns. Wenn man aus

dem Norden vom Wald heranschießt, ist

es auch tatsächlich schwer, die 30 km/h,

die er gerne für ein (grünes) Lächeln

hätte, einzuhalten. Sorry.

Hinter dem Radprojekt stehen auch

der sportbegeisterte Heiltherme-Geschäftsführer

Gernot Deutsch und Jörg

Pfeifer, der Chef des Tourismusverbandes.

Letzterer begleitet uns auch auf einer

Segway-Tour durch den Ort und

zeigt uns ein paar der noch weniger bekannten

Plätzchen. Nur, dass es hier das

beste Eis der Welt gibt, hat sich schon

herumgesprochen.

86 SPORTaktiv


2-THERMEN REGION BAD WALTERSDORF

Bad Waltersdorf ist keine dieser Destinationen, die man einmal im Leben gesehen haben muss. Es ist ein Ort zum Immerwiederkommen.

Weil Gäste hier echten Urlaub machen können. Zum Erholen, Genießen und um sich zu bewegen. Wer hier Urlaub macht,

kommt mit einem besseren Lebensgefühl nach Hause. Und ein gutes Lebensgefühl hat immer Saison. Sommer. Winter. Immer.

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DEINEN

RAD-

URLAUB

Mitmachen und gewinnen

In Bad Waltersdorf kommst du in

die Gänge – beim Radfahren und

beim Genießen. Die hügelige Landschaft,

das milde Klima, verkehrsarme

Straßen und das vielseitige Angebot

bieten die besten Voraussetzungen

für einen Radurlaub. Entdecke

die Oststeiermark, das

Thermen- und Vulkanland bei abwechslungsreichen

Touren quer

durch die Region.

Mit etwas Glück kannst du deinen

Radurlaub sogar kostenlos genießen:

Bad Waltersdorf verschenkt

nämlich einen Aufenthalt im Quellenhotel

Bad Waltersdorf – besondere

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E-Mountainbike das steirische Thermenland

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SPORTaktiv

87


TIM DON

ÜBER

OBSESSION

im, wie hast du in Zeiten von Corona

dein Training organisiert?

Ich bin auf der Rolle gefahren, war zum

Laufen auf dem Band. Schwimmen konnte

ich vorübergehend nicht. Trainieren war

schon einfacher, aber derzeit gibt es kaum

noch Einschränkungen. Und ich denke,

wir nehmen viel aus dieser Krise mit.

Nämlich?

Wir sind so eng mit der modernen Welt

verbunden, es geht immer nur um den Job,

ums Geld. Jetzt können wir mal einen

Schritt zurücktreten. Viele Menschen kultivieren

ihre sozialen Kontakte, kümmern sich um ihre

Familie, sprechen per Skype oder Whatsapp mit

alten Freunden. Außerdem wird sich wohl das

Home-Office etablieren. Und das ist eine gute

Nachricht für unsere Umwelt, oder nicht? Ich

sehe diese Krise als großartige Gelegenheit, unser

Zusammenleben in Balance zu bringen.

Dein Leben besteht seit 1997 aus Ausdauersport:

Macht das immer noch Spaß?

Na klar, ich muss nämlich nicht zur Arbeit!

Aber mal im Ernst: Ich liebe meinen Job. Ich

88 SPORTaktiv


2017 BRACH ER DEN IRONMAN-WELTREKORD. DANN

BRACH ER SICH DAS GENICK. ENDE DER DURCHSAGE? NO

WAY! DER BRITE TIM DON HAT GEZEIGT, WAS WIR ERREI-

CHEN KÖNNEN – WENN AUFGEBEN KEINE OPTION IST.

VON AXEL RABENSTEIN

trage einfach das Verlangen in mir, mich

immer wieder zu pushen.

Was ist so schön daran?

Es gibt Menschen, die zweifeln. Ihnen

will ich zeigen, was möglich ist. Das hat

nichts mit Feindseligkeit zu tun. Es geht

um den inneren Antrieb, etwas schaffen

zu wollen. Und es dann auch zu schaffen.

Woher kommt dieser Antrieb?

Ich denke, diese Besessenheit liegt in

meiner Natur. Ich bin schon im Alter

Fotos: Red Bull Content Pool /Andrew Hinton, Specialized / Michal Cerveny, ON Running / www.ingokutsche.de

von acht Jahren Wettkämpfe geschwommen.

Ich will mein Bestes geben und

meine Stärke spüren.

Muss man das in sich haben? Oder

kann sich das entwickeln?

Ich glaube nicht, dass man damit geboren

wird oder nicht. Wir tragen das in

uns. Dann geht es allerdings darum, mit

welchen Menschen du dich umgibst.

Welche Träume du hast. Und ob du bereit

bist, hart für die Erfüllung deiner

Träume zu arbeiten.

2017 hast du in Brasilien den bis heute

gültigen Weltrekord für ein IRON-

MAN-Rennen aufgestellt. War das ein

Traum von dir?

In erster Linie wollte ich dieses Rennen

gewinnen und ich lag komfortabel in

Führung. Zehn Kilometer vor dem Ziel

rief mir mein Coach zu, dass ich den

Weltrekord brechen werde, wenn ich so

weiterlaufe. Plötzlich war ich schwer unter

Druck. Ich wollte es nicht vermasseln.

Und dann? Vollgas?

Im Gegenteil. Erst einmal habe ich Tempo

rausgenommen, damit ich nicht einbreche.

Ich war ja schon sieben Stunden

am Limit unterwegs. Den Rest des Rennens

war ich extrem fokussiert. Bis zur

nächsten Ecke laufen, das nächste Gel

nehmen. Ans Ziel konnte ich gar nicht

denken, bis ich dann wirklich in Weltrekordzeit

ankam.

Was treibt einen ans Limit? Der Hunger

nach Ruhm?

Als junger Athlet ging es mir definitiv

um den Ruhm. Ich wollte auf dem Podium

stehen und mich feiern lassen. Heute

setze ich das in einen größeren Zusammenhang.

Du gewinnst niemals alleine.

Mein Coach, mein Physio, meine Familie

– sie alle sind Teil meines Erfolgs. Es

geht um viel mehr, als nur darum, ein

Rennen zu gewinnen. Es geht darum,

aus dem, was dir zur Verfügung steht,

das Beste herauszuholen. Das macht einen

zufriedenen Menschen aus dir.

2017 warst du einer der Favoriten auf

den WM-Titel. Zwei Tage vor dem

IRONMAN Hawaii dann dieser Radunfall.

Wie erinnerst du dich daran?

SPORTaktiv

89


Ich kam zwei Wochen vor WM-Start

nach Kona. Ich war topfit, ruhte in mir

und freute mich sehr auf den Wettkampf.

Wir waren auf einer Trainingsfahrt.

Da kam dieser Pick-up-Truck. Ich

sehe mich bremsen, über den Asphalt

schlittern. Dann wurde ich bewusstlos.

Als ich aufwachte, tastete ich mein

Schlüsselbein ab, stellte zufrieden fest,

dass es nicht gebrochen war. Ich dachte

immer noch, ich könnte starten. Die

Leute um mich rum riefen aber, ich solle

mich nicht bewegen. Dann wurde ich

wieder bewusstlos.

Wann wurde dir klar, dass du schwer

verletzt bist?

Die Ärzte wollten mir Morphium geben.

Ich lehnte ab, um meinen Start nicht zu

gefährden. Ich trug schon eine Halskrause

und drei Krankenschwestern halfen

mir behutsam in die Röhre. Nach

dem Röntgen waren es plötzlich acht

Krankenschwestern. Jede von ihnen hielt

einen anderen Teil meines Körpers. Da

schwante mir, dass es übel aussah.

Wie hast du reagiert?

Ich habe bitterlich geweint, am ganzen

Körper gezittert. Mein Manager Franko

und die Schwestern hielten mich fest.

Sie hatten Angst, ich würde noch mehr

kaputtmachen. Dann sagte ich: Okay –

ihr könnt mir jetzt das Morphium geben.

Obwohl ich hinter Alistair Brownlee, Lionel

Sanders und Sebastian Kienle nur

Vierter wurde.

Das sind aber auch ein paar harte

Jungs ...

Eben. Es war ein gnadenloser Kampf.

Am Tag nach dem Rennen spürte ich

genau, wie hoch meine Leistung einzuschätzen

war. Ergebnis und Leistung

sind zwei grundverschiedene Dinge.

Würde Patrick Lange dieses Jahr in Kona

gewinnen, würde ihm das vielleicht

mehr bedeuten als seine beiden Siege zuvor.

Weil er 2019 ausgeschieden ist. Weil

er seine Dämonen besiegt und sich zurückgekämpft

hat.

Woher hast du die Energie für dein

Comeback genommen?

Als das Stahlgestell runterkam, hatte ich

monatelang meinen Oberkörper nicht

bewegt. Wir mussten jeden einzelnen

Halsmuskel behutsam aufbauen. Das

war hart. Aber wir machten Fortschritte.

Und am Ende geht es im Ausdauersport

doch immer um das Gleiche. Du musst

die Balance zwischen Besessenheit und

Geduld finden, dich kontinuierlich pushen

– aber auch erholen.

Sechs Monate und fünf Tage nach deiner

Verletzung hast du beim Boston-

Marathon mit 2:49:42 h ein bestauntes

Comeback gefeiert. Dein größter Sieg?

Die Diagnose war niederschmetternd:

Bruch des Halswirbels. Man hat dir

vier Löcher in den Kopf gebohrt und

dich in einem Stahlgestell fixiert.

Wann kam die Idee für ein Comeback?

Fünf Wochen später. Ich setzte mich

eher zum Spaß auf ein Ergometer, bekam

gerade mal 118 Watt getreten. Aber

auf einmal sagte ich mir: Ich werde es allen

zeigen. Ich komme zurück! Endlich

war ich wieder ich selbst, denn ich hatte

eine Herausforderung.

Ist es das, worum es im Leben geht?

Für mich definitiv. Es geht darum, was

du für dich schaffst. Ein Beispiel: Der

IRONMAN 70.3 St. George im Jahr

2017 war eines meiner größten Rennen.

TIMOTHY PHILIP „TIM“ DON

wurde am 14.1.1978 in London geboren. Er nahm als Triathlet an

drei Olympischen Spielen teil, wurde Weltmeister im ITU Duathlon

(2002), ITU-Aquathlon (2005) und ITU-Triathlon (2006). Beim

IRONMAN Brasilien 2017 stellte er mit 7:40:23 einen Weltrekord

auf. Zwei Tage vor dem IRONMAN Hawaii 2017 brach er sich bei

einem Autounfall einen Halswirbel (C2). Drei Monate musste er

ein „Halo“-Stahlgestell tragen. Ein Jahr nach seinem Unfall war

er wieder zurück und finishte als 36. bei der WM in Kona/Hawaii.

www.timdon.com

90 SPORTaktiv


Definitiv. Wochenlang war das Einzige,

was ich tun konnte, daran zu glauben

zurückzukehren. Das Ziel war so weit

entfernt. Es dann erreicht zu haben, war

ein besonderer Moment.

Setzt du seit deinem Unfall andere

Schwerpunkte? Zuletzt hast du an

Wettkämpfen wie dem SOS Curaçao

oder dem Patagonman in Chile teilgenommen.

Der Patagonman ist spektakulär, du

schwimmst im Dunkeln durch eiskaltes,

spiegelglattes Wasser. Dann geht die

Sonne über den Bergen auf, das ist unvergesslich.

Curaçao ist das komplette

Gegenteil, da siehst du die Fische und

sogar ein Schiffswrack unter dir. In meiner

ITU-Karriere ging es jahrelang nur

um Höchstleistung. Nun habe ich Freude

daran, meine großen Ziele mit besonderen

Wettkämpfen zu mischen.

Und jetzt? Wie bereitest du dich auf eine

Saison vor, die es noch gar nicht gibt?

Diese Bilder

gingen um die

Welt: Tim Don

mit dem „Halo“,

dem stählernen

Heiligenschein.

Im März hatte ich einen harten Trainingsblock.

Dann kamen einige entspannte

Einheiten und nun haben wir

die Intensität wieder erhöht.

Bleibt Kona – trotz Corona – das große

Ziel?

Die WM wurde in den Februar 2021

verschoben. Noch weiß niemand genau,

wie die Qualifikation laufen soll. Natürlich

möchte ich dabei sein, denn ich mache

mir keine Illusionen: Ich werde im

Jänner 43. Es ist wohl meine letzte

Chance als Profi in Kona anzutreten.

Fehlt dann was im Leben des Tim Don?

Es ist wichtig, sich immer wieder neue

Herausforderungen zu suchen. Und davon

gibt es genug! In Nepal findet im

November ein Triathlon in großer Höhe

statt. Das reizt mich. Und könnte für

dieses spezielle Jahr 2020 ein außergewöhnliches

Highlight werden.

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DIESE PRODUKTE HABEN WIR

UNS GENAU ANGESCHAUT.

VON KLAUS MOLIDOR UND CHRISTOPH HEIGL

UNPACKBAR GUT

ZU PACKEN

Wieder was vergessen für den Biketrip? Aber was? Wer in

solchen Situationen leicht den Überblick verliert, kann sich

mit einer Check- und Packliste behelfen – oder mit der neuen

ROUNDTRIP BIKE DUFFEL von THULE (UVP € 119,95).

55 Liter Gesamtvolumen hat die große Sporttasche, die innen

ein für Radfahrer geniales Organisationssystem parat hält. Laut

Thule soll die Tasche Radausrüstung für drei bis fünftägige

Trips schaffen.

Im Hauptfach hat der Radhelm links seinen (gekennzeichneten)

Stammplatz, die Radschuhe sind in der rechten Außentasche

schmutz- und geruchstechnisch gut untergebracht. Der

Rest (Trikots, Socken, Jacke, Brille, Hosen et cetera) verschwindet

in der wabenartig angelegten Innenstruktur. Übersichtlich,

mehr oder weniger ordentlich und leicht herauszunehmen

– echt spitze. Die Schmutzwäsche kommt in eine

weitere Innentasche, das entsprechende Symbol mit „duftenden“

Socken ist mehr als vielsagend. Das Innendesign lässt

sich nicht herausnehmen, aber mit ein paar Clicks für einen

großen Innenraum zusammenfalten. In der Außentasche auf

der Längsseite ist Platz für Werkzeug, Multitool, Pumpe,

Schlauch und viele andere Bike-Utensilien. Die sehr robust

wirkende Duffle Bag ist mit mehreren Haltegriffen ausgesprochen

gut zu greifen, der Schultergurt lässt sich auch so anbringen,

dass man die Tasche (etwa für den Transport per Rad) bequem

wie eine Hängetasche am Rücken transportieren kann.

Fazit: unpackbar praktisch, Thule!

Fotos: Christoph Heigl, Thomas Polzer, Garmin Deutschland

92

SPORTaktiv


BITTE MIT ABSTAND!

Garmin hat mit dem VARIA RTL516 und dem VARIA RVR315

zwei neue Radarsysteme auf dem Markt. Sie warnen aber

nicht schnelle Rennradler vor Radarkästen, wie mein stets zügig

kurbelnder Redaktionskollege C.D. vermutete, sondern signalisieren,

wenn sich von hinten schnellere Fahrzeuge nähern.

Um UVP € 149,99 bzw. € 199,99 (516er-Version mit rotem Rücklicht)

gibt es diese sicherheitsstiftende Technik. Damit wird

man auf der Straße oder am Radweg nicht mehr so leicht

überrascht, wenn von hinten wer heranzischt. In der Praxis

braucht man dazu neben der Radareinheit (z.B. an der Sattelstütze)

entweder das Handy mit der Varia-App am Lenker bzw.

ein GPS-Gerät von Garmin oder anderen kompatiblen Drittanbietern,

die dieses Service in den Display integrieren.

FREIE SICHT, VORURTEILSFREI

Vorurteile zu haben ist ja keine besonders gute Eigenschaft.

Braucht meist sehr viel Überzeungungsarbeit von außen, um

sich ihrer zu entledigen. In meinem Fall hat das der Job erledigt.

Denn ich gestehe: Sonnenbrillen mit riesiger Scheibe,

vielleicht noch bunt oder verspiegelt oder sogar beides, hab

ich immer für eine enorme Protzerei gehalten. Mein Haus, mein

Auto, meine Sonnenbrille – so in der Richtung. Sinn dahinter?

Für mich nicht erkennbar. Bis ich dann die Fahrradbrille

namens FALCON von NAKED OPTICS getestet habe.

Die rote, polarisierte Scheibe ist riiiiiiiiiesig. Aber dann! Freie

Sicht rundum. Bisher konnte ich mit dem Preisen des großen,

rahmenlosen Sichtfelds nichts anfangen. Wieder was gelernt,

Herr Molidor. Auch beim 10. Einsatz bin ich noch begeistert,

dass nichts die Sicht auch nur im Entferntesten einschränkt.

Wird das Tempo einmal schneller (bergab am Rennrad z.B.),

stört auch keine Zugluft. Der Schaumstoffeinsatz am oberen

Rand ist bei wenig Schweiß angenehm. Bei längeren Bike-

Klettereien und sommerlichen Temperaturen kann er hinderlich

werden. Dafür lässt sich das Ding mit einem Handgriff entfernen

und wie alle Einzelteile der Brille auch nachbestellen.

Die Haptik ist beim Auspacken ein wenig filigran, sobald das

Teil auf der Nase sitzt, merkt man davon aber nichts mehr. Dafür

ist der Preis (UVP € 74,99) stark und die Brille ist ein heimisches

Produkt. Und sie hat meine Vorurteile weggewischt.

Was will man mehr? Ah ja: Für den Winter lässt sie sich gegen

10 Euro Aufpreis zur Skibrille upgraden ...

Test: Funktioniert! Noch bevor man ein Auto wahrnimmt, sieht

man am Handy das Autosymbol, das sich nähert. Bis 140 Meter

soll das funktionieren, was wir Auge mal Pi bestätigen können.

Ein Farbcode verdeutlicht die Entfernung, zudem gibt es ein

akustisches Signal. Erstaunlich, sogar zwei oder drei Autos erkennt

das System (siehe Bild). Zudem können auch mehrere

Garmin-Nutzer bzw. Apps gleichzeitig auf das eine Radarsignal

zugreifen (also z.B. bei Gruppenfahrten). Nicht alles ist perfekt:

Von hinten näher kommende Radfahrer werden ebenfalls als

„Autos“ im Display gemeldet.

SPORTaktiv

93


770A SMARTX

SMART IS

THE KEY

Komfortabel wie noch nie durch die neueste

Handsfree Technologie – bei gewohnt höchster Sicherheit.

Mit dem 770A SmartX Fahrradschloss wird das Smartphone

zum Schlüssel. Öffnen und schließen via Bluetooth.

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OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: Innsbruck/Christian Vorhofer, Snowspace, Schöffel

KEIN STREICHELZOO

Die Snow-Space-Salzburg-Bergbahnen

wollen mit einem Familienlehrpfad

zeigen, wie sich Tourismus

und Almwirtschaft nachhaltig verbinden

lassen. Zu finden auf dem

Grafenberg in Wagrain.

www.snow-space.com

KLETTERSTEIG-WORKSHOPS

Das „Klettersteigtestival light“

Innsbruck-Nordkette bietet am 5.

September 2020 ab 9 Uhr Workshops

zum Thema Klettersteig an.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine

Anmeldung ist erforderlich.

www.climbhow.info/

klettersteigtestival

FAIRNESS ZÄHLT

Schöffel ist von der „Fair Wear

Foundation“ wieder mit dem „Leader-Status“

als sozial verantwortliches

Unternehmen ausgezeichnet

worden. Mit dem besten Score

unter den Outdoor-Marken.

www.schoeffel.com

SPORTaktiv

107


Bergführer Helmut „Heli“ Mühlmann

(hinten) zeigt mir die wichtigsten

Techniken. Ich staune und lerne.

Früher hätt’s des nit geben“, sagt

Heli und zieht an der kleinen,

gewuzelten Zigarette, „dass man

sich einen Bergführer nimmt

und losklettert.“ Damit will uns

der Osttiroler Bergführer mit dem für

hier typischen Charme wohl nur sagen:

Bischt a Kletterer oder bischt koana.

Doch die Zeiten haben sich geändert

und Helmut Mühlmann, wie der

58-Jährige mit vollem Namen heißt, hat

so einen Nicht-Kletterer an der Leine

und darf ihn auf den Berg bugsieren.

Der Berg ist der Rote Turm, ein Klassiker

in den Lienzer Dolomiten, und der

Nicht-Kletterer ist der SPORTaktiv-Redakteur

mit null Kraxelerfahrung.

Das Naturbedürfnis, unsere Sehnsucht

nach Bergen, der Outdoorboom in der

Ausprägung Klettern und der Trend,

sich einen Experten als Coach und Anführer

zu schnappen, hat auch für diese

Branche den Vorteil, dass Bergführer

mittlerweile ein echtes Berufsbild geworden

ist. Mit gar nicht so schlechter Buchungslage.

Also sieht Heli das ganz entspannt,

dass er einen echten Anfänger an

der Angel hat und ihn gerade Richtung

Roter Turm anleint.

Davor macht uns noch die „Hausherrin“

fit für den Berg. Lokalmatadorin

Lisi Steurer ist eine der besten Kletterinnen

Österreichs, selbst seit 2003 Bergführerin

(Alpinschule Bergstatt Lienz)

und Ausbildnerin. Sie macht mit uns

Trittschulung und lässt uns auf 2200

Metern Seehöhe um die Karlsbader

Hütte marschieren. „Damit starte ich

immer bei Kletterkursen, denn viele der

neuen Kletterer-Generation kommen

aus der Halle und sind am Fels ausgezeichnet

unterwegs – aber beim Zustieg

und Abstieg im alpinen Gelände tun sie

sich schwer.“ Ihre Tipps sind schnell

umgesetzt: lose Stellen mit Schotter,

Steinen, Geröll meiden und am festen

Fels auftreten. Locker über Sprunggelenk,

Kniegelenk, Hüftgelenk bewegen.

Das schafft unsere kleine Journalistengruppe

problemlos.

Damit Lisi die kleine Heidi betreuen

kann (siehe Interview hinten), übernehmen

drei Bergführer das Kommando.

Eingangs erwähnter Helmut „Heli“

Mühlmann, Matthias Wurzer und der

Südtiroler Felix Tschurtschenthaler, alle

im Status zwischen Local Heroes und

Legenden. Das schafft Vertrauen und die

Schulung für Standbau, Seil- und Klettergurt-Management

am Übungsfelsen

hinter der Hütte mit den Burschen hat

echt Unterhaltungswert. Obwohl ich als

Laie mit Vokabeln wie Expressschlinge

und Twist-Lock-Karabiner und mit

Knoten wie Mastwurf, Sackstich und

Prusik heillos überfordert bin.

Dann geht’s endlich in den richtigen

Fels. Dort, wo unser SPORTaktiv-Kolumnist

Herbert Ranggetiner – auch so

eine Legende – am Roten Turm die

schwierigsten Routen bis in den 9. Grad

erstbegangen hat, nehmen wir uns die

beliebte Anfängerroute „Bügeleisen“ vor.

„Ein 2er bis 3er“, sagen die Bergführer.

Dass sie sich für so was (Schwierigkeitsgrade

siehe Infobox) im Normalfall gar

nicht anseilen, verschweigen sie galant.

„Solche Routen gehen Osttiroler zum

Supermarkt“, scherzt mein bayrischer

Kollege.

Aus dem Tourenbuch wissen wir, der

Einstieg ist ein „Vierer“, also etwas knifflig.

Für Laien hat Reinhold Messner die

Grade so beschrieben: „Eins ist das Begehen

einer steilen Treppe, ein Zehner das

Klettern an einer Raufasertapete.“ Heli

MEINE

ANFÄNGER­

FEHLER

Zu große Schritte und Bewegungen.

Besser: kleine Schritte

1.

machen, im Fluss der Bewegungen

und im Rhythmus bleiben. „Tänzeln.“

Zu viel mit den Armen ziehen.

2. Besser: Aus den Beinen heraus

nach oben arbeiten bzw. beim

Abstieg nach unten („Kniebeuge“).

Den Schuh falsch aufsetzen.

3. Besser: „Spitz steigen“, d. h.

den Schuh nur mit den Fußspitzen

aufsetzen, Ferse nach unten drücken.

Zu viel und zu weit in Ritzen

4. steigen, das blockiert und

schränkt die Bewegung ein. Besser:

„außen“ am Fels steigen, die

Beine in Engstellen „ausspreizen“.

Zu weit nach oben schauen.

5. Besser: in kurzen Abschnitten

denken, z. b. die nächsten 30 Zentimeter,

bis zum nächsten Griff.

Mit dem Oberkörper zu nah

6. am Felsen. Besser: ab und zu

wegdrücken und aufrichten.

Zu wenig Vertrauen in Griffe,

7. Sohle, Seile, Knoten und Karabiner.

Besser: Üben, üben, üben.

Kurse, Kurse, Kurse.

96 SPORTaktiv


KLETTERMAX

IN AUSBILDUNG

WAS MUT MIT EINEM BÜGELEISEN ZU TUN HAT UND WIE MAN SICH IM JOB ABSEILEN

KANN. DAS FAND DER SPORTAKTIV-KLETTERNOVIZE BEIM ALPINKLETTERN AM ROTEN

TURM IN DEN LIENZER DOLOMITEN HERAUS. ACHTUNG, SPOILER: DREI BERGFÜHRER

BRAUCHT ES GEGEN EINEN FLAUEN MAGEN IM VIERTEN GRAD.

VON CHRISTOPH HEIGL

97


seilt mich und meine Seilschaft Anja

an und gibt Kommandos. „Schön ruhig

und gleichmäßig steigen.“ Die

ersten Griffe gelingen, dann bin ich

wohl beim Vierer, denn weder Hand

noch Schuhe finden auf die Schnelle

einen Halt. Na bravo, der Anfänger

strauchelt auf den ersten Metern.

Schweiß rinnt aus dem Helm Richtung

Nase, die wohl etwas bleich

wird. Ein Ruck von oben am Seil, ich

riskiere am glatten Fels und irgendwie

klappt es, uff.

Beim Blick nach oben erkenne ich

keine Route, niemals schaffe ich es da

rauf, denke ich. „Nur bis zum nächsten

Griff schauen“, mahnt Heli von

oben. „Spitz steigen“, ist einer der

Tipps. „Auf Reibung gehen“ heißt,

der Sohle vertrauen und „keine langen

Schritte“ sollen Kraft sparen.

„Tänzeln“, sagt Heli. Wenn er klettert,

schaut es leicht aus.

„Die ersten Schritte vom Bergsteigen

zum Felsklettern“ stand auf der

Presseeinladung und meine Journalistenkollegen

haben diese ersten

Schritte schon ein paar Mal absolviert.

Sie haben ihren Spaß mit dem

SPORTaktiv-Rookie in ihrer Mitte.

Ich übe mich in Galgenhumor, mache

aus der Drei-Punkt-Kletterei die

„Sieben-Punkt-Technik“ mit 2 x

Hand, 2 x Fuß, 2 x Kniescheibe und

1 x Hintern. Elegant wie ein Seelöwe

hänge ich am Felsen, aber an den

einfacheren Passagen fasse ich Vertrauen

in meine Bergschuhe (erstaunlich,

welchen Grip die Sohle

der Schuhspitze hat) und meine

Arme. Dass ich zwei Tage später den

Muskelkater meines Lebens haben

Fürs Klettern braucht man viel Ausrüstung,

bei Kursen gibt es aber Leihmaterial.

SCHWIERIGKEITS­

GRADE,

ALPINKLETTERN:

I: Einfachste Form der Felskletterei,

kein leichtes Gehgelände mehr. Anfänger

müssen am Seil gesichert werden,

Schwindelfreiheit erforderlich.

II: Mäßige Schwierigkeiten. Hier

beginnt die Kletterei mit Drei-

Punkt-Haltung.

III: Mittlere Schwierigkeiten. Zwischensicherungen

an exponierten Stellen

empfehlenswert. Senkrechte Stellen

verlangen bereits Kraftaufwand. Geübte

und erfahrene Kletterer können Passagen

dieser Schwierigkeit noch ohne

Seilsicherung erklettern.

IV: Große Schwierigkeiten. Hier

beginnt die Kletterei schärferer

Richtung. Erhebliche Klettererfahrung

notwendig. Längere Kletterstellen

bedürfen meist mehrerer Zwischensicherungen.

Nicht mehr ohne Seilsicherung.

V: Sehr große Schwierigkeiten. Erhöhte

Anforderungen an körperliche

Voraussetzungen, Klettertechnik und

Erfahrung.

VI: Überaus große Schwierigkeiten.

Die Kletterei erfordert weit überdurchschnittliches

Können und hervorragenden

Trainingszustand. Große Ausgesetztheit,

oft verbunden mit kleinen

Standplätzen.

VII: Außergewöhnlich große Schwierigkeiten.

Akrobatisches Klettervermögen,

ausgefeilte Sicherungstechniken.

VIII: Hohe Schwierigkeiten. Ein

Schwierigkeitsgrad, der nur von wenigen

Kletterern erreicht wird.

IX. Sehr hoher Schwierigkeitsgrad,

der nur von sehr wenigen Kletterern

beherrscht wird.

X: Sehr, sehr hoher Schwierigkeitsgrad,

den nur noch professionelle

Kletterer beherrschen.

XI bzw. XII: Hier liegt der Weltrekord

bzw. das bislang Mögliche, weltweit

nur von einer Handvoll absoluter Ausnahmetalente

gemeistert.

werde, ahne ich da noch nicht. Dass

hier Zehnjährige mühelos raufkommen,

erfahre ich auch später. Die

Bügeleisenkante wird nach oben hin

aber leichter, auch wenn es seitlich

und hinter uns mittlerweile seeeehr

weit hinuntergeht. Das leicht mulmige

Gefühl im Magen bleibt.

Dann geht es weiter auf den Roten

Turm, der den spektakulären Felsenkessel

um die Karlsbader Hütte dominiert.

Aufstieg wieder als 2er und

3er, vorbei am Holzschild „Nur für

Geübte“ und über den Schneiderkamin

rauf auf den 2702 Meter hohen

Gipfel. Der Fels ist extrem griffig, die

Aussicht atemberaubend. Auch der

Abstieg über den Schmittkamin

raubt mir ein paar Mal den Atem.

Beim Klettern nach unten sieht man

nämlich seine Füße nicht immer.

Eine Passage werden wir abgeseilt,

auch ein Erlebnis auf 2600 Metern

Höhe im blanken Fels. Sobald Heli

bei mir Verunsicherung merkt, kommen

aufmunternde Worte. Ich werde

gelobt wie ein Kindergartenkind am

ersten Tag. Das taugt mir.

Als ich wieder festen Boden unter

den Füßen habe, sinkt der Adrenalinlevel

schlagartig und die positiven

Emotionen sacken. So fühlt sich also

Alpinklettern im Anfängerniveau an.

Respekt vor allen, die mehr draufhaben.

Was unsere Bergführer sonst

meistern, wenn sie kein Kindergartenkind

an der Leine haben, kann

ich mir nur ausmalen.

Fotos: Anja Woertge, Christoph Heigl, Bene Höflinger, Ramona Waldner

Quelle UIAA-Skala bzw. Alpenskala

98 SPORTaktiv


„AM BERG BIN

ICH SICHERER

ALS IM TAL“

Lisi Steurer aus Lienz ist Bergsteigerin, Alpinistin, Bergführerin,

Ausbildnerin und Vortragende in Sachen Natur, Alpen und Bergsport.

Infos: www.lisisteurer.at

Was bedeuten dir die Berge?

Diese Berge, die Lienzer Dolomiten, sind meine Heimat. Ich war mit 5

das erste Mal am Roten Turm und kann mich noch genau erinnern, wie

besonders das war und dass wir um 4 Uhr aufgestanden sind – ein superspannender

Tag.

Du warst jetzt auch während der Schwangerschaft aktiv?

Ich habe erst mit sieben Monaten den Babybauch bekommen, bin noch

bis in den 9. Grad geklettert. Skitouren habe ich bis Anfang des neunten

Monats gemacht. Für mich ist das ganz normal und sicherer, als im Tal

unten auf vereisten Gehsteigen spazieren zu gehen.

Eure Tochter Heidi ist jetzt vier Monate. Wie hat sie euch verändert?

Ich muss jetzt viel effizienter sein und besser planen. Aber sie ist ein sehr

entspanntes Kind und wir haben sie fast immer in den Bergen mit. Wird

interessant, wenn sie dann zu krabbeln beginnt …

Was muss ein Kletteranfänger mitbringen?

Trittsicherheit im alpinen, brüchigen Gelände und auf Schotter und eine

gewisse Affinität zu Wander- und Klettersteigen. Fitness? Wer sich Klettern

zutraut, ist meistens nicht unfit.

Ab welchem Alter können Kinder anfangen?

Mit 5 kann man in den Klettergarten, in die Halle und ein bisschen

bouldern. Alpinklettern in den Bergen funktioniert ab 10 Jahren ganz

gut, so was wie die „Bügeleisenkante“ ist dann möglich. Wichtig ist das

Zeitmanagement beim Zu- und Abstieg und dass man mit Themen wie

Höhe, Gefahr und Vertrauen mit viel Ruhe und Fingerspitzengefühl und

eher spielerisch umgeht. Sonst gibt’s schnell ein Drama.

Wie siehst du den Kletterboom generell?

Erstens gibt es den Hallenboom, der ein neues, hohes technisches Kletterniveau

mit sich bringt und dem Alpinklettern guttut. Und zweitens

gibt es den Massenandrang zu den Klettersteigen. In Summe ist die

Nachfrage nach Kursangeboten

in den letzten fünf, sechs

Jahren viel größer geworden.

Es gibt jetzt auch viele junge

Menschen mit dem klaren Berufsziel

„Bergführer“ und da

kann man – auch im Hinblick

auf Skitourenangebote – ganz

klar sagen: Das ist ein Beruf

mit Zukunft.

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bequem lagern

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Notrufnummer 112

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und heilt – und

beugt so Infektionen vor.

Kleine Unfälle und Verletzungen sind

schnell passiert, vor allem auch beim

Sport. In den meisten Fällen handelt es

sich um oberflächliche Wunden wie

Schürf-, Riss-, Kratz- oder Schnittwunden,

bei denen die oberen Hautschichten

lokal geschädigt sind. In der Regel

kommt es dabei nur zu einer leichten

Blutung mit geringfügigen Schmerzen.

Bei offenen Wunden besteht jedoch die

Gefahr einer Wundinfektion. Aus diesem

Grund ist es wichtig, die Wunde

zu desinfizieren, um Infektionen vorzubeugen.

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desinfizierenden Wirkstoff Chlorhexidin

mit dem wundheilungsfördernden

Dexpanthenol. Dank des dualen Wirkprinzips

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Wunden aller Art, bei denen das

Risiko einer Infektion

besteht.

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Über Wirkung und mögliche

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• 2 Übernachtungen im JUFA-Hotel Hochkar-

Sport-Resort*** (NÖ)

• inkl. Frühstück, Abendbuffet am Freitag sowie

Mittags-und Abendbuffet am Samstag

• Klettersteigtouren „Bergmandl“ und „Heli-Kraft“

• Begehung der Hochkarhöhle mit Guide

• Coaching in der JUFA-Turnhalle mit unterschiedlichen

Boulder-Elementen (bei Schönwetter outdoor)

• Testmaterial für alle Teilnehmer

• Gratis-Bergschutz der Nürnberger- Versicherung für

die Dauer des Camps

• Preis fürs Tagescamp-Teilnahme ohne

Übernachtung: € 76,– (Teilnahme ab 9 Jahren)

• Spezialpreise für Camp und Übernachtung:

ab € 196,– pro Person im Doppelzimmer

ab € 176,– pro Kind im Doppelzimmer

PROGRAMM

Freitag: Anreise, Ausgabe von Goodies und

Material

Samstag: Materialausgabe nur für Tagesgäste,

Klettersteigtouren, Hochkarhöhle

Sonntag: individuelle Ausflüge zu den Angeboten

der Region, Abreise

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Klettersteige wie geschaffen. Mit dem Klettersteig-Schnuppercamp

können gerade Familien

in dieses herrliche Erlebnis eintauchen. Das Gebiet

am Hochkar ist optimal dafür geeignet, den richtigen

und sicheren Umgang mit Klettersteiggurt und -set

zu erlernen und sich am Stahlseil das allererste Mal zu

versuchen. Der „Bergmandl“ -Klettersteig ist perfekt

für die Premiere, wer es danach noch ein wenig herausfordernder

mag, der kann sich zusätzlich am „Heli-Kraft“-Klettersteig

versuchen. Und weil man stets

von den Besten lernen sollte, übernimmt der erfahrene

Bergsteiger und Kletterer Heli Putz von Outdoor

Leadership mit seinem Team die Einschulung und

Betreuung der Teilnehmer.

Stützpunkt dieses SPORTaktiv- Lesercamps, das

heuer zum zweiten Mal stattfindet, ist das JUFA-Hotel

Hochkar- Sport-Resort*** in Göstling an der Ybbs, wo

ihr nach der Tour im Wellnessbereich relaxen könnt.

Wer ganz in der Nähe wohnt, ist natürlich auch herzlich

willkommen und kann das Camp auch ohne

Übernachtung buchen. Wer noch nicht genug hat, was

das Programm am Samstag betrifft, der kann schon

ganz früh aufstehen und beim Sonnenaufgangsyoga

„Namasté am Berg“ mitmachen oder aber einfach

nur mit der Hochkarbahn zum Frühstück aufs JoSchi

Berghaus auf 1770 m Seehöhe fahren und den wundervollen

Sonnenaufgang in den Bergen genießen – oder

beides (nicht im Package inbegriffen, vor Ort kurzfristig

buchbar). Interesse? Alle Infos zum Camp und zu

den Übernachtungs angeboten in der Region gibt’s bei

Mostviertel Tourismus!

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Das JUFA-Hotel Hochkar-Sport-Resort***

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ZIELGRUPPE

Klettersteig-Einsteiger, Familien

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max. 25 Personen

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101


ergangenen November ist enorm viel

Schnee gefallen, oben in den Karnischen

Alpen. Der Schnee war nass und schwer.

Ideal für den nordseitigen Eiskar-Gletscher.

Der Schnee blieb liegen und ist am Eis angefroren“,

freut sich Gerhard Hohenwarter. Seit

1981 zieht es den pensionierten Villacher Gymnasialprofessor

(Geografie & Geschichte) mehrmals pro

Jahr ins Eiskar. Um zu sehen, wie es dem Gletscher

geht und um ihn im Auftrag des Österreichischen

Alpenvereins zu vermessen. Zusätzlich zum auf den

Gletscher gefallenen Schnee sorgen Lawinen, die

von den gestuften, ihn umrahmenden Felswänden

abgehen, für weiteren Schneenachschub. „Anfang

Juli 2020 haben wir noch zwölf und mehr Meter

Schnee gemessen, die am Gletschereis liegen. Bis

jetzt verläuft das heurige Jahr günstig für das Eiskar,

auch weil es kaum heiße Schönwetterphasen, aber

viele kalte Nächte gab“, weiß Hohenwarter. Er

rechnet damit, dass ein Teil des Schnees den Sommer

überdauert. „Heuer dürfte es nur geringe Verluste

an Eismasse und kaum Längenverluste geben“,

hofft er.

Wegloses Gelände

Das Eiskar liegt versteckt und kaum einsehbar unterhalb

der mächtig aufragenden Felswände der

Kellerwand im Gebiet der höchsten Gipfel der Karnischen

Alpen. Der Marsch dorthin ist weit,

schwierig und weglos. Vom Plöckenpass im Osten

finden nur Ortskundige hin. „Beim ersten Besuch

im Jahr, Anfang Juni, sind wir auf die Hilfe von

Bergführern angewiesen. Alleine wäre es zu schwierig

und zu gefährlich“, verlangt die Tour Gerhard

Hohenwarter selbst nach über 100 Vermessungen

viel Respekt ab. Die beste Möglichkeit einen Blick

von oben auf das Eiskar zu werfen, bietet der

Kollinkofel (2691 m). Mit Ausgangspunkt Plöckenpass

(1357 m) sind für die Alpintour (Steige,

teils ausgesetzt, teils leichte Kletterei, 1400 hm) via

Grüne Schneid insgesamt 6 bis 8 Stunden einzuplanen.

Alternativ bzw. als Rückweg können die Steige

Nr. 146 vorbei an La Scaletta und Nr. 171 genützt

werden.

Gletscher als Leidenschaft

Gerhard Hohenwarter lebt seine Begeisterung für

Gletscher nicht nur in den Karnischen Alpen aus.

Er beobachtet und vermisst das Lassacher Kees in

der Ankogelgruppe. Und er kümmert sich im Rahmen

offizieller Gletschermessungen um das abgelegene

Freiwandkees in der Glocknergruppe. Seine

KLEIN,

ER IST ÖSTERREICHS SÜDLICHSTER GLETSCHER. UND ER

LIEGT SO NIEDRIG WIE KAUM EIN ANDERER IM ALPEN-

RAUM. DER EISKAR-GLETSCHER IN DEN KARNISCHEN

ALPEN. VERMESSEN UND BEOBACHTET WIRD ER SEIT

JAHRZEHNTEN VON EINER GLETSCHERBEGEISTERTEN

VILLACHER GEOGRAFEN- & METEOROLOGEN-FAMILIE.

VON OLIVER PICHLER

102 SPORTaktiv


VERSTECKT,

ABER OHO

Fotos: Bernd Ritschl/www.lightwalk.de, Gerhard Hohenwarter

SPORTaktiv

103


Leidenschaft für das Naturphänomen

Gletscher hat auf seinen Sohn, den

ZAMG-Meteorologen Gerhard Hohenwarter

jun., abgefärbt. Der Junior

ist mittlerweile offiziell für die Messungen

im Eiskar zuständig. Ähnlich

wie die Villacher Familie ziehen die

gewaltigen alpinen Eismassen auch

die Gletscherforscherin Andrea Fischer

und den Alpin-Fotografen

Bernd Ritschel seit Jahrzehnten in ihren

Bann. Sosehr, dass die beiden

nach über drei Jahren Vorbereitung

kürzlich ihr Buch „Alpengletscher -

Eine Hommage“ fertiggestellt haben.

„Bernd Ritschel als Fotograf und ich

als Wissenschafterin sind unabhängig

voneinander seit Jahrzehnten im

Hochgebirge unterwegs. Am Beginn

des Buchprojekts stand der uns verbindende

Gedanke, dass es zum Phänomen

Gletscher noch viel zu vermitteln

gibt“, erzählt Andrea Fischer.

„Die Gletscher anders zu betrachten,

ihr Wesen darzustellen, Umbrüche

und Veränderlichkeit zu zeigen, aber

auch die Schönheit und Stille emotional

zu vermitteln, all das wollen wir

mit dem Buch“, betont die Gletscherforscherin.

Auf den ersten Blick ist

das Buch ein prächtiger Bildband.

Wer zu lesen beginnt, findet Hintergrundinformationen

zum Klima, zur

Gletscherforschung u.v.m., die griffig

und verständlich aufbereitet sind.

„Insgesamt wollen wir mit dem Buch

erreichen, dass im Kopf des Lesers

eine eigene, persönliche Gletscher-Geschichte

entsteht. Die ersten

Rückmeldungen bestätigen, dass uns

das gelungen ist“, freut sich Fischer.

„Es war für mich in jungen Jahren

das Faszinierendste und Intensivste

am Bergsteigen, mit Steigeisen ausgerüstet

einen Gletscher zu betreten.

Das war der Beginn einer bis heute

andauernden Leidenschaft“, berichtet

Fotograf Bernd Ritschel. Aus fotografischer

Sicht seien die Gletscher für

ihn besonders spannend, gerade wegen

ihrer beständigen Veränderung.

„Sie zeigen uns in wahrnehmbarer

Geschwindigkeit, auf einer Scala von

Jahren und Jahrzehnten, dass sich die

DAS EISKAR

• Das Eiskar ist Österreichs

südlichster Gletscher und der

einzige in den südlichen Kalkalpen

in Österreich

• Lage: Karnische Alpen, westlich

des Plöckenpasses, unterhalb

der Kellerwand

(Kollinkofel, 2691 m & Kellerspitzen,

2774 m)

• Einer der am niedrigsten liegenden

Gletscher der Alpen

(2120 m bis 2370 m)

• Fläche: etwa 15 Hektar

• Erreichbarkeit: weit, sehr

schwierig, keine markierten

Wege

• Tourentipp: Das Eiskar „von

oben“, vom Kollinkofel (2691

m). Prächtige, fordernde Alpintour

inklusive leichter Kletterpassagen

vom Plöckenpass

auf markierten Steigen

DIE HOHEN-

WARTERS

• Gerhard Hohenwarter sen. ist

pensionierter Professor für

Geografie und Geschichte am

Gymnasium Villach-Perau

• Gerhard Hohenwarter jun. ist

Meteorologe und Mitarbeiter

der ZAMG Kärnten

• Infos: Berg-Blog von Gerhard

Hohenwarter jun.

www.feiersinger.jimdo.com

Welt ändert“, fasst Forscherin Fischer

zusammen. „In den letzten Jahren bin

ich, ausgelöst durch das starke

Schrumpfen, bezogen auf Gletscher,

immer trauriger geworden. Durch die

Arbeit am Buch hat sich meine Sichtweise

gewandelt. Dort wo noch vor

wenigen Jahren Eis war, wird es grün

und es wachsen wunderschöne Blumen.

Das Gletscher-Vorfeld hat seine

eigene Faszination“, ist der Fotokünstler

von der Anpassungsfähigkeit

der Natur begeistert.

Rückzug seit 1850

„Seit dem Höhepunkt der letzten

kleinen Eiszeit um 1850 gehen Gletscher

mit zweimaliger Ausnahme –

um 1920 und 1965 bis 1980 – tendenziell

zurück. Kleine Gletscher wie

das Eiskar sind während der Erholungsphasen

sogar ein wenig gewachsen“,

weiß Gerhard Hohenwarter.

„Der Unterschied zu früher ist, dass

sich die Erwärmung durch Zutun des

Menschen extrem beschleunigt“, ana-

104 SPORTaktiv


Beeindruckendes,

ewiges Eis am

Gepatschferner,

festgehalten

von

Fotokünstler

Bernd

Ritschel.

ALPENGLETSCHER

Zwei leidenschaftliche Gletscherliebhaber – Wissenschafterin

Andrea Fischer und Alpinfotograf Bernd Ritschel

– haben Verlagsprofis (Tyrolia) und Druck-Künstler

(Printer Trento) mit ihrer Begeisterung angesteckt.

Nur so lässt sich das Entstehen dieses prächtigen,

informativen Buchs erklären. „Alpengletscher – Eine

Hommage“ setzt einem Phänomen, das es schon in wenigen Jahrzehnten

so nicht mehr geben wird, ein informativ-emotionales Denkmal.

Das Buch: Alpengletscher – Eine Hommage, von Andrea Fischer und

Bernd Ritschel. 256 Seiten, Tyrolia-Verlag, 2020, € 39,–

Infos: www.tyroliaverlag.at

A. Fischer www.oeaw.ac.at | B. Ritschel www.lightwalk.de

lysiert Fotokünstler Ritschel. „Den statischen

Gletscher gibt es nicht. Sie waren

und sind immer in Bewegung.

Auch, dass sie seit 1850 zurückgehen,

ist Faktum. Neu sind die besonders starken,

sichtbaren Rückgänge. Die Gletscher

zeigen uns beispielhaft vorweggenommen,

zu welchen Auswirkungen die

Erwärmung in der zweiten Hälfte des

Jahrhunderts führen dürfte“, erläutert

Wissenschafterin Fischer. „Aus heutiger

Sicht bleibt uns die gletscherungünstige

Klimaentwicklung erhalten. Das führt

dazu, dass in 30 bis 40 Jahren das Eiskar

abgeschmolzen und nur noch am

Wandfuß ein kleiner Eissaum erhalten

sein dürfte“, erwartet der Villacher

Professor.

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Der Nationalpark Hohe Tauern Osttirol und SPORTaktiv laden ein ins:

AM ISELTRAIL: WEITWANDERN

BIS ZUM GLETSCHERTOR

17.–20. September 2020 (Do.–So.)

24.–27. September 2020 (Do.–So.)

• 1 x Nächtigung inkl. HP in der Nationalparkgemeinde

Matrei, 1x Nächtigung inkl. HP in der Nationalparkgemeinde

Prägraten am Großvenediger, 1x Übernachtung

inkl. HP auf der Clarahütte (Mehrbettzimmer)

• 3 geführte Touren inkl. Test-Ferngläsern von

Swarovski Optik

• Lunchpakete für die Touren am Freitag & Samstag

• Gratis-Bergschutz der Nürnberger Versicherung

für die Dauer des Camps (optional)

• Rücktransfer von Prägraten am Großvenediger nach

Matrei in Osttirol

• Preis: € 380,– im DZ; € 399,– im EZ, exklusive Kurtaxe

(Hüttenübernachtung immer im Mehrbettzimmer)

PROGRAMM

Do.: Anreise, gemeinsames Abendessen und

Kennenlernen

Fr.: Tour durch das idyllische Virgental mit einem

Nationalpark-Ranger nach Prägraten am Großvenediger

(ca. 15,5 km/500 hm bergauf, 5–6 h Gehzeit);

Abendessen und Übernachtung in Prägraten

am Großvenediger

Sa. (Variante 1): anspruchsvolle Tour mit Nationalpark-Ranger

Richtung Gletschertor über die Clarahütte

(ca. 23 km/1200 hm bergauf, 7–8 h Gehzeit);

Sa. (Variante 2): mittelschwere Tour mit Nationalpark-Ranger

über das Umbaltal bis zur Clarahütte

(ca. 12,8 km/850 hm bergauf, 4,5 h Gehzeit);

gemeinsamer Ausklang inkl. Abendessen und

Übernachtung auf der Clarahütte (2038 m)

So.: Frühstück und gemeinsamer Abstieg nach

Prägraten (ca. 7 km/700 hm bergab, 2 h Gehzeit),

Rücktransfer nach Matrei

ANMELDUNG

17.–20. September 2020:

Hotel Hinteregger Matrei

+43 48 75/65 87

info@hotelhinteregger.at

24.–27. September 2020:

Alpenparks Montana-

Matrei

+43 48 75/510 20

matrei@alpenparks.at

Buchungskennwort:

SPORTaktiv-Nationalparkcamp 2020

Infos zum Nationalpark Hohe Tauern unter

nationalpark.osttirol.com

DAS ANGEBOT:

3 ÜBERNACHTUNGEN

UND GEFÜHRTE

TOUREN MIT EINEM

NATIONALPARK-

RANGER AB € 380,–

DEINE GESCHENKE

1x Thule-Stir-35L-Rucksack,

1 Paar CEP-Merinosocken,

1x Microfiber-Mütze von Buff,

1x Peeroton-Paket,

1x Ultrasun Sonnenschutz

TEILNEHMER

max. 20 Personen

106 SPORTaktiv


NATIONALPARK HOHE TAUERN WANDERCAMP

www.sportaktiv.com

Fotos: Umbalfälle Nationalpark Hohe Tauern Martin Lugger

AlpenParks Montana Matrei

DIE UNTERKÜNFTE

17.–20. September 2020: Hotel Hinteregger, Gasthof Islitzer

und Clarahütte

24.–27. September 2020: AlpenParks Montana Matrei,

Hotel Heimat – das Natur-Resort und Clarahütte

Ein Wochenende im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern

im idyllischen Virgental, eine geführte Tour zu den spektakulären

Umbalfällen und einen Einblick in die unglaubliche

Welt des ewigen Eises: Das alles können 20 unserer Leserinnen

und Leser beim Nationalpark-Hohe-Tauern-Camp in Osttirol von

17. bis 24. September und von 24. bis 27. September erleben.

Das Camp verspricht für passionierte Wanderer und Naturbegeisterte

ein Highlight zu werden: Wir erwandern drei von fünf

Etappen des neuen Iseltrails, welcher von der Bezirkshauptstadt

Lienz bis nach Prägraten führt. Während der gesamten Tour

werden wir von einem Nationalpark-Ranger begleitet. Die Wanderung

startet am Freitag mit der offiziellen dritten Etappe des

Iseltrails, die von Matrei in Osttirol bis nach Prägraten am Großvenediger

führt. Auf diesem Streckenabschnitt zeigt die Isel ihre

ungestüme Seite: Wuchtige Katarakte und die markante Schluchtwildnis

lassen jedes Abenteurerherz höherschlagen.

Nach Übernachtung in der Nationalparkgemeinde Prägraten teilt

sich die Gruppe am Samstagmorgen: Beide Gruppen wandern über

das romantische Umbaltal zur 2038 m hoch gelegenen Clarahütte,

wobei die erste Gruppe ein wenig früher startet, um noch weiter

taleinwärts Richtung Gletschertor des beeindruckenden Umbalkees

zu gehen. Diese Tour ist anspruchsvoll. Als Alternative endet die

mittelschwere Wanderung der zweiten Gruppe bei der Clarahütte.

Ausgerüstet mit Ferngläsern und Teleskopen von SWAROVSKI

OPTIK ergibt sich auch so manche Wildtierbeobachtung im Nationalpark.

Mit dem Blick durch die hochwertige Fernoptik sind

wir ganz nah am Geschehen, ohne die Tiere in ihrem geschützten

Lebensraum zu stören.

Die Weitwanderer beider Gruppen erwartet ein Einblick in die

atemberaubende Welt des letzten unverbauten Gletscherflusses

Österreichs. Der Natur-Kraft-Weg „Umbalfälle“ mit mehreren

Aussichtsplattformen lässt jeden die Kraft und Urgewalt des

Wassers hautnah erleben. Während man die Natur in vollen Zügen

genießt, erzählt der Nationalpark-Ranger Spannendes zum

Element Wasser und zum Wasserreichtum der Hohen Tauern.

Bei einem gemütlichen Abendessen auf der Clarahütte, mitten

in der Kernzone des Nationalparks, lassen wir den erlebnisreichen

Tag gemeinsam ausklingen. Nach der Nacht in den Bergen auf

2038 m Seehöhe steht am Sonntag noch der gemeinsame Abstieg

auf dem Programm.

SPORTaktiv

107


MUT

TUT

GUT

... GERADE IN UNSICHEREN

ZEITEN. ANTJE VON DEWITZ

BESCHREITET MIT DEM OUTDOOR ­

AUSSTATTER VAUDE EINEN

MUTIGEN, WEIL RUNDUM NACH­

HALTIGEN WEG. WIE SICH EIN

UNTERNEHMEN ÖKOLOGISCH,

SOZIAL UND ERFOLGREICH

FÜHREN LÄSST, BESCHREIBT

SIE JETZT IN EINEM BUCH – MIT

SPANNENDEN ERKENNTNISSEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Im Jänner 2020 war die Klimakrise

das beherrschende Thema – was sich

auch auf der ISPO, der weltgrößten

Sportartikelmesse in München, zeigte.

So „grün“ hat sich die Sport- und

vor allem die Outdoorbranche nie zuvor

präsentiert. Dann kam der März, Corona,

der Lockdown und die wirtschaftlichen

Turbulenzen. Erzwungene Total-

entschleunigung für viele, sehr viel Ungewissheit

allerorts – aber etwa auch die

Tatsache, dass sich in Städten die Luftgüte

schlagartig besserte ...

Der perfekte Zeitpunkt für das Einleiten

der „grünen Wende“, an der aufgrund

der Klimakrise kein Weg vorbeiführt?

Manche Trendforscher sahen jedenfalls

schon den Übergang zu einer

„Postwachstumsgesellschaft“ eingeläutet.

Andere wiederum sahen gerade im Lockdown

und den daraus folgenden und

noch zu erwartenden wirtschaftlichen

Entwicklungen den Beweis dafür, dass

nur eine auf stetiges Wachstum ausgerichtete

Wirtschaft in der Lage ist, aufgebauten

Wohlstand zu erhalten und soziale

Krisen zu verhindern.

Fotos: Vaude

108 SPORTaktiv


Antje von Dewitz, Geschäftsführerin

des von ihrem Vater gegründeten Outdoorunternehmens

Vaude, hat ihr Buch

„Mut steht uns gut“ bereits vor der Coronakrise

fertiggestellt. Sie beschreibt darin,

wie sich Vaude seit ihrem Antritt der

Geschäftsführung 2009 von einer Outdoormarke

mit einzelnen Nachhaltigkeitsprojekten

gewandelt hat – zu einem

Unternehmen, das Nachhaltigkeit, Ökologie

und einen fairen Umgang mit Menschen

zur bestimmenden Unternehmens-DNA

machte. Und das nicht nur

in Deutschland, sondern etwa auch bei

den asiatischen Textilherstellern, mit denen

Vaude zusammenarbeitet.

Der Weg funktioniert auch wirtschaftlich:

Zwischen 2009 und 2019 haben

sich Umsatz und Eigenkapital verdoppelt.

Zugleich wurde der Outdoorausrüster

mehrfach für sein ökologisches und soziales

Engagement ausgezeichnet, unter anderem

mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Vaude gilt als Nachhaltigkeitspionier.

Unternehmen lassen sich erfolgreich

führen, ohne dass es auf Kosten von

Mensch und Natur geht, ist Antje von

Dewitz überzeugt – auch Corona ändert

nichts daran, wie die Unternehmerin und

vierfache Mutter im Interview erklärt.

Auf der heurigen ISPO präsentierte sich

die Sport- und insbesondere die Outdoorbranche

so „grün“ wie noch nie.

Empfanden Sie das auch so?

Definitiv. Wobei sich schon zuvor zeigte,

dass Jahr für Jahr immer mehr Unternehmen

in unserer Branche dem Thema

mehr Raum gaben. Wir als nachhaltige

Marke spüren das sehr deutlich, dass immer

mehr Menschen ein stärkeres Bewusstsein

für Fragen der Nachhaltigkeit,

Ökologie, Fairness entwickeln. Aber es

stimmt: 2020 war das sicher noch deutlicher

als jemals zuvor merkbar.

Sie setzten sich 2009 das Ziel, Vaude

zum nachhaltigsten Unternehmen der

Outdoorbranche in Europa zu machen.

Ist die aktuelle Stimmung – Fridays for

Future – für Sie eine Bestätigung, vielleicht

auch eine Genugtuung?

Als Teil der globalen Textilbranche war

für uns immer klar, dass wir nicht ein Teil

des Problems, sondern ein Teil der Lösung

sein wollen. Global gesehen haben

sich die Probleme in den letzten Jahren

dennoch leider verschärft. Von einer Genugtuung

oder eher Bestärkung kann

man insofern sprechen, als sich unser

Weg nach zehn Jahren auch wirtschaftlich

als erfolgreich herausgestellt hat. Früher

sind wir schon öfters belächelt worden.

Aber klar: Als Mutter von vier Kindern

würde ich mir wünschen, dass noch

viel mehr Unternehmen ebenfalls Verantwortung

wahrnehmen würden.

Wie geht es Ihrem Unternehmen nach

dem Lockdown ab März? Was bedeutet

„Mut“ für Sie jetzt in der Krise?

Für uns wie für die meisten Unternehmen

sind einmal die Umsätze von einem

Tag auf den anderen komplett weggebrochen.

Wir haben rund zwei Monate gebraucht,

um uns zu stabilisieren. Wir erinnerten

uns aber auch an andere Krisen,

etwa die Finanzkrise 2008. Damals hat

die Outdoorbranche sogar Rückenwind

bekommen. Die kleine Reise vor der

Haustür, das Draußensein in der Natur

haben an Wert gewonnen. Wir sind optimistisch

geblieben und haben unsere Investitionen

nicht gestoppt, im Vergleich

zu manch anderen in der Textilbranche,

die gleich ganze Kollektionen gecancelt

haben. Wir haben auch nur einen kleinen

Teil unserer Leute auf Kurzarbeit geschickt.

Den Juni haben wir schon wieder

mit einem Plus abgeschlossen. Mut in der

Krise bedeutet für mich, trotz aller

Schwierigkeiten seinen Werten treu zu

bleiben, verantwortungsvoll und zuversichtlich

zu agieren und für seine Haltung

einzustehen.

Sie schreiben, dass selbst Vaude-Kunden

preissensibel sind: Ist ein Produkt

zu teuer, wird es nicht gekauft. Sehen

Sie dieses Problem jetzt noch verschärft,

wo viele Menschen in Kurzarbeit

sind – dass viele

noch mehr auf

den Preis achten?

Lustkäufe bleiben

jetzt eher aus. Corona

hat vielen gezeigt,

dass wir eigentlich

nicht so viel brauchen.

Aber das ist

letztlich ein Gedanke,

der uns entgegenkommt.

Weil wir un-

DIE KLEINE

REISE VOR DER

HAUSTÜR, DAS

DRAUSSENSEIN

IN DER NATUR

HABEN AN WERT

GEWONNEN.

SPORTaktiv

109


seren Kunden viel Mehrwert liefern, indem

etwa die Produkte reparierbar und

langlebig sind. Den Gedanken, dass unsere

Kunden hochwertiger und deshalb weniger

oft kaufen, verfolgen wir seit Jahren.

Momentan ist es so, dass wir mit dieser

Ausrichtung kontinuierlich neue Kunden

dazugewinnen.

Was man aber klar sagen kann, ist, dass

die Bereitschaft, mehr für ein Produkt

auszugeben, stark davon abhängt, wie gut

man mit den Hintergründen vertraut ist.

Man muss die ökologischen und sozialen

Herausforderungen von textiler Produktion

kennen, um den Mehrwert von nachhaltigen

Produkten schätzen zu können.

Wir schulen Händler und Verkäufer daher

regelmäßig in unserem „Green Shape

Campus“: Dadurch gewinnen sie die

Kompetenz, nachhaltige Themen kompetent

und überzeugend zu erklären. Wir

haben die Erfahrung gemacht, dass die

Bereitschaft bei Kunden dann höher ist,

mehr auszugeben.

Vielen fehlt wohl dennoch nach wie

vor weniger der Wille als der Durchblick,

um nachhaltig und fair zu konsumieren.

In der Outdoorbranche gibt es

viele Gütesiegel, manche sprechen

vom Gütesiegeldschungel. Woran können

sich Outdoorsportler orientieren?

Einerseits ist es ein Dschungel, die Komplexität

ist hoch – auf der anderen Seite

sind es dann doch nicht so viele Gütesiegel,

die auch wirklich gut sind. Mit

„Green-Shape“ haben wir ein eigenes Gütesiegel

geschaffen, basierend auf den

strengsten anerkannten Textil- und Umweltstandards,

um einerseits unseren

Kunden Orientierung zu geben und um

andererseits auch für unsere Produktentwicklung

klare Richtlinien zur Verfügung

zu stellen. Gütesiegel dienen auch einer

Marke intern als wichtiger Wegweiser.

Durch Corona erscheinen die Themen

des Buchs noch aktueller: Viele sehen

jetzt die Chance für einen Wandel Rich-

Vaude-Gebäude mit Kletterwand,

die Unternehmenskultur basiert auf Vertrauen.

NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN

WIRD IMMER MEHR ZU

EINER KERNKOMPETENZ, UM

ZUKUNFTS FÄHIG ZU BLEIBEN.

tung Nachhaltigkeit, Klimarettung –

andere können das Schlagwort „Chance

in der Krise“ nicht mehr hören. Wie

sehen Sie das?


Aus der Sicht von Kunden und Bürgern war und ist es

tatsächlich eine Chance. Man hatte Zeit zu reflektieren,

war auf sich selbst verwiesen, konnte nachdenken: „Was

ist mir eigentlich wirklich wichtig?“. Was innerlich gärt,

kommt an die Oberfläche, eine Krise wirkt hier wie ein

Katalysator. Man kann sich auch überlegen: Wie trage

ich selber dazu bei, Druck auf Marken in Richtung

Nachhaltigkeit auszuüben. Ob die Politik die Chance

ergreift, um Veränderungen voranzutreiben, ist eine andere

Frage.

CL COMPANION

DIE FREIHEIT,

MEHR ZU

ERLEBEN

Verstehen Sie, wenn Unternehmer sagen: „Nachhaltigkeit,

Ökologie und Fairness sind schöne Werte,

aber das kann ich mir in der derzeitigen Lage nicht

leisten?“

Ich verstehe das einerseits sehr gut, weil sich viele in einem

richtigen Existenzkampf befinden. Gleichzeitig ist

es jedoch so, dass nachhaltiges Wirtschaften immer

mehr zu einer Kernkompetenz wird, um zukunftsfähig

zu bleiben. Auch im Hinblick auf die Erwartungen der

Konsumenten, die sich im Kaufverhalten abbilden, stellt

sich heute weniger die Frage, ob sich ein Unternehmen

Nachhaltigkeit leisten kann, sondern vielmehr: Kann

man es sich noch leisten, nicht nachhaltig zu sein?

Welche Form von Mut würden Sie sich von den Kunden,

also den Outdoorsportlern wünschen?

Ich würde mir zunächst einmal das Bewusstsein wünschen,

dass Konsumenten heute auch Macht haben.

Nicht nur durch ihre Kaufentscheidung, sondern auch

durch die Möglichkeit, kritisch zu sein und Fragen zu

stellen. Man kann im Geschäft freundlich, aber kritisch

nachfragen, wie Produkte hergestellt werden oder wofür

Label stehen. Viele finden eine gewisse Haltung eigentlich

gut, trauen sich aber nicht das zu äußern. Hierfür würde

ich mir von möglichst vielen den Mut wünschen ihrer

Haltung eine Stimme zu geben.

ANTJE VON DEWITZ

Geb. 1972, ist seit 2009 Geschäftsführerin von VAUDE.

Outdoortextilien, Schuhe, Ruck säcke, Taschen oder Zelte

gehören zur Kollektion. Das in Tettnang/Obereisenbach (D)

in der Nähe des Bodensees angesiedelte Familienunternehmen

wurde 1974 von Antje von Dewitz’ Vater Albrecht

gegründet, hat aktuell rund 500 Mitarbeiter/-innen und ist

vielfach für soziales und ökologisches

Engagement ausgezeichnet. 70 Prozent

der Beschäftigten und 40 Prozent der

Führungskräfte sind Frauen.

Buch: „Mut steht uns gut! Nachhaltig,

menschlich, fair – mit Haltung zum

Erfolg“, Benevento 2020, € 20,–

www.vaude.com

SEE THE UNSEEN


WANDERN WIRD

ZUM HOCHGENUSS

Was genau ist „HÜTTENKULT“? Schnell

erklärt: Die Aktion macht Lust auf

kulinarisches Wandern durch den

grenzüberschreitenden Genussraum Villach, wobei

jede der teilnehmenden zwölf Hütten eine andere

kultige Spezialität auftischt. In einem Booklet sind

alle teilnehmenden Wirtsleute mit ihren Hütten

und Spezialitäten vermerkt, außerdem werden dort

die Wanderrouten zu den Hütten genau beschrieben.

Direkt auf den Hütten können sich wandernde

Genussfreunde dann einen Stempelpass geben

lassen und diesen auf jeder Einkehr abstempeln

lassen. Wer bis 1. November mindestens vier

Stempel gesammelt hat und den Pass einsendet,

nimmt an einer Verlosung teil.

Heuer kann man sich auf zwei neue teilnehmende

Kulthütten freuen: Das Rifugio Pellarini beim

Wischberg im Gemeindegebiet von Tarvis (I) mit

Zehn Kärntner Hütten

sowie je eine in Italien und

Slowenien laden zum

„HÜTTENKULT“ ein. Speck

und Käse, Apfelstrudel oder

Hirschragout schmecken

schließlich nach einer

ordentlichen Wanderung

besonders gut.

Wirt Giorgio sowie die legendäre Klagenfurter Hütte

von Wirt Roland am Fuße des Kosiaks im Kärntner

Bärental. Zehn der Hütten liegen in der Region Villach

– Faaker See – Ossiacher See, eine in Italien und eine in

Slowenien. Auf der „Koča v Krnici“ in Kranjska Gora

(Slo) servieren Milena und Marko Pustotnik eine „Jota“,

einen slowenischen Eintopf aus Kartoffeln, Bohnen,

Fotos: Region Villach Tourismus/Michael Stabentheiner & Infrastil

112 SPORTaktiv


MEHR INFOS

Region Villach Tourismus GmbH.

T. +43 42 42/42 0 00

E-Mail: office@region-villach.at

www.visitvillach.at

www.huettenkult.at

Rettich, Knoblauch, Graupen und – wer möchte

– mit Speck.

Alle teilnehmenden Hütten sind auf unterschiedlich

schwierigen Wanderungen zu erreichen.

Lediglich die Rosstratte-Hütte im Naturpark

Dobratsch können Kulinarikfans auch mit dem

Auto ansteuern. Hier serviert Johannes Staudacher

die landestypischen Kärntner Nudeln. So gestärkt,

schafft man dann den Anstieg zur nächsten

HÜTTENKULT-Hütte, dem Dobratsch-Gipfelhaus,

ganz locker – dort, auf 2166 Meter Seehöhe,

gibt es unter anderem verschiedene kräftigende

Suppen.

Erst wandern, dann

feine regionale

Spezialitäten

genießen – der

HÜTTENKULT

rund um Villach lädt

zum Wandern und

Einkehren ein.

Im Wandergebiet der Gerlitzen Alpe steht auf

der Pöllingerhütte mit dem Hirschragout ebenfalls

Wild auf der Karte, selbst erlegt von Wirt und Jäger

Karl Peternell. Johann Maiers Empfehlung auf

der Neugarten-Almseehütte lautet: „Wasser, Brot

und Speck“ – gemeint ist eine ordentliche Jause

mit einem guten Schnapserl.

Am Wöllaner Nock, auf der Geigerhütte

(Familie Aichholzer), gibt’s Hirschnudeln – mit

Hirschfleisch gefüllte Kärntner Nudeln. Wirtin

Andrea Jessenitschnig serviert auf der ebenfalls am

Wöllaner Nock gelegenen Walderhütte ihre selbst

gemachte Haussulze. In der Schwarzseehütte der

Familie Pirker am Verditz darf man sich auf eine

zünftige Brettljause freuen.

SPORTaktiv

113


ZWISCHEN

SEEBLICK UND GIPFELGLÜCK

Vom Lesachtal über die Region Nassfeld-Pressegger

See bis zum Weissensee erstreckt sich die Kärntner

World of Mountains & Lakes. Hier erleben Bikeund

Wanderfans grenzenlose Glücksmomente

zwischen Berg und See.

WEITERE

INFOS:

nassfeld.at

weissensee.com

lesachtal.com

Wer sich frei zwischen Berg- und

See-Erlebnissen bewegen will,

wird die World of Mountains &

Lakes lieben. Mal unberührt, mal voller

Erlebnisangebote, erstreckt sie sich vom

Lesachtal über die Region Nassfeld-Pressegger

See bis zum Weissensee. Diese Weitläufigkeit

schafft eine Spielwiese grenzenloser

Möglichkeiten.

Mit 950 Kilometern MTB- und Radrouten

erwartet euch hier die größte Bikeregion auf

der Sonnenseite der Alpen. Allein das Nassfeld

bietet acht Natur-Singletrails, einen Flow Trail

sowie den 11,7 km langen „Lift & Bike Giro“.

Dank der drei Sommerbergbahnen könnt ihr

so viele Downhill- und Flow-Trail-Erlebnisse

in einen Tag packen wie nirgendwo sonst. Ergänzt

wird der Spaß um drei weitere Single

Trails – ebenfalls per Bergbahn erreichbar –

sowie herrliche Seenbiken-Angebote am Weissensee.

Genussradler und Familien finden eine

Vielzahl an leichten Strecken, darunter den

R3-Radweg entlang der Gail.

Biken, aber auch Wandern in neuen Dimensionen

verspricht die Karnische Milchstraße.

Sie lädt dazu ein, die Historie, Natur

und Kultur der erwanderten Landschaft näher

kennenzulernen. Spannende Geschichten erzählen

über die Entstehung der Landschaft

und die Menschen, die sie seit Jahrhunderten

prägen. Mit Geotrails, Weitwanderwegen wie

dem Karnischen und Gailtaler Höhenweg,

atemberaubenden Gipfelanstiegen und Kletterabenteuern

findet man alles, was Outdoor-Fans

brauchen.

Knapp 1000 Kilometer umfasst das Wanderwegenetz

und schafft damit Platz für grenzenlose

Natur- und Genusserlebnisse. Darunter

das größte Almengebiet Europas, das wahre kulinarische

Schätze bereithält, Slow Trails entlang

der Seen oder Klettersteige, die echte Höhepunkte

eures Urlaubs markieren werden.

Fotos: NLW Tourismus Marketing GmbH.

114 SPORTaktiv


specteyewear.com

FLOW ist eine Performance Brille mit

patentierter freischwebender Linse.

Dadurch wird ein optimaler Tragekomfort

und Luftstrom gewährleistet. Diese

Sonnenbrille kommt mit einer Klarsicht-

Wechsellinse und einem Hardcase.

*gültig bis 01.10.2020 mit dem Gutscheincode SportAktiv20 auf specteyewear.com solange der Vorrat reicht. Keine Barablöse möglich.


DAS WANDERN

IST DES WEBERS

LUST

WAS MACHT EIGENTLICH EIN

WANDERCOACH UND WIE

KOMMT MAN AUF DIE IDEE SO

ETWAS ZU MACHEN? EINE GE-

SCHICHTE ÜBER BUNDESBAHN,

BAIKALSEE UND MASSGE-

SCHNEIDERTE ERLEBNIS-VER-

MITTLUNG VON NAH BIS FERN.

VON KLAUS MOLIDOR

Das ist das Märchen von

Martin Weber, der seinen

Träumen gefolgt ist, der seine

Unangepasstheit letztlich

so weit getrieben hat, bis ihn

„das System“ aussortiert hat aus seinem

sicheren Plätzchen in einer Nische und

ihn hinausgetrieben hat, dorthin, wo er

immer schon hin wollte: ins Freie, in die

Natur, in die Welt. Allein: Es ist kein

Märchen, sondern die Wirklichkeit.

Aufgewachsen in Maria Enzersdorf,

dort, wo Windräder stehen statt Bergen,

wo das Land schon flach wie ein

Brett ist und man bereits das Gefühl

hat, man könnte bis zum Plattensee sehen,

vor den Toren der Metropole

Wien, dort nimmt die Geschichte über

den Wandercoach ihren Ausgang. „Wir

sind schon immer viel in den Bergen

gewesen, Salzburg, Tirol, Vorarlberg“,

erinnert sich der heute 55-Jährige. „Das

hat damals die Leidenschaft entfacht.

Das Hochgebirge hab ich als faszinierende

Landschaft erlebt“, sagt Weber.

Diese Prägung hat ihn nie wieder losgelassen.

Ein Geografiestudium war daher

die geradezu logische Folge. „Macht

man eine Umfrage unter Geo-Studenten,

geben 90 Prozent als Motiv an,

dass sie gerne reisen und in die Berge

gehen“, sagt Weber und lacht. Genauso

ist es auch bei ihm. Und er landet: bei

den ÖBB. „In einem guten Job in der

Verkehrsplanung, irgendwann auch als

Abteilungsleiter.“ Solide Karriere, sicherer

Arbeitsplatz, alles auf Schiene.

Aber latent bleibt die Unzufriedenheit,

dass es das eben nicht ist. „Irgendwann

Fotos: Martin Weber

116 SPORTaktiv


in ich so in Konflikt mit dem System

gekommen, wollte Dinge nicht mehr

mittragen, dass ich gekündigt wurde.“

47 Jahre ist er da alt. Ein Schock. „Ein

schwerer Schock, denn ich war in einer

extremen Nische und hab mich gefragt,

was ich jetzt machen soll.“

Und in der Krise besinnt er sich seiner

Träume, seiner Prägung, gesteht

sich laut ein, was er immer machen

wollte: rausgehen, reisen, die Welt sehen.

Die ums Eck und die ganz weit

weg. Er macht die Ausbildung zum

Wanderführer, beginnt Reiseplanung

anzubieten, kommt aber auch hier bald

wieder in Konflikte mit der Wirtschaftskammer,

denn diesen Bereich

decken die Reisebüros ab. Also justiert

er nach und macht jetzt „Ausflugsbegleitung“.

Weber bietet aber kein Portfolio an

Tagestouren, Weitwanderungen oder

längeren Reisen an, sondern schneidert

nach Maß. Den ersten Stresstest dafür

bescherte ihm dereinst seine damals

14-jährige Tochter. „Papa, hat sie gesagt,

ich will mit dir einen Urlaub mit

RAUSGEHEN,

REISEN, DIE WELT

SEHEN. DIE UMS

ECK UND DIE GANZ

WEIT WEG.

Pferden machen. Aber nur mit dir und

den Pferden allein, sonst niemand.“

Das war eine echte Challenge, denn

wer vermietet schon Pferde an Fremde.

Viel Recherche war da notwendig, am

Ende stand ein Urlaub in Irland, in einem

Cottage mit Pferden. „Wir waren

ganz alleine und sind geritten und hatten

eine wunderbare Zeit“, erinnert

sich Weber. Rosamund Pilcher in echt

quasi.

Heute klärt er in Vorgesprächen die

Wünsche der Kunden genau ab, neben

Ziel und Dauer geht es auch darum,

wie herausfordernd es sein soll. Oft haben

die Gäste schon sehr genaue Vorstellungen.

Manchmal muss er aber

ganz genau zuhören und tüfteln, um

die Bedürfnisse zu erfahren und danach

das Ziel auszuwählen. „Eine Biobäuerin

aus dem Weinviertel wollte einmal einfach

irgendwohin, wo es besonders ist.

Sie vertraue mir da voll“, erinnert sich

Weber. Viel mehr Eckpunkte waren in

dem Vorgespräch nicht auszumachen.

Außer, dass Wasser dabei sein soll. Weber

sucht nach einem besonderen Platz

und fährt mit der Frau in die Schladminger

Tauern, zum Klafferkessel.

„Mitte Juni ist das noch fast polar. Die

Seen sind teilweise noch gefroren gewesen.

Eine traumhafte Gegend.“ Und

genau das Richtige. „Die Dame hat gesagt,

es war genau das, was sie sich vorgestellt

hat.“

Wieder hat es sich Weber also in einer

Nische eingerichtet. Aber in einer,

die ihn jetzt erfüllt, die Leidenschaft

und Lebensunterhalt zusammenführt.

Der Bedarf an Erlebnissen in der Natur

steigt nämlich. Stetig. „Noch vor drei,

vier Jahren waren Schneeschuhwande-

KONTAKT

Interessierte erreichen

Martin Weber unter 0664/

884 225 09 und unter

ausflugundreise.at

Egal, ob Tageswanderung in den heimischen

Bergen oder zehn Tage im bizarren Eis des

Baikalsees: Wandercoach Martin Weber

schneidert Angebote für Wanderfreunde

nach Maß.

SPORTaktiv

117


ungen kaum Thema, jetzt boomt das

geradezu“, erzählt er aus der Praxis. Reiseziel,

Planung, Navigation, all das bietet

Weber an. Vor allem aber erklärt er

seinen Gästen die Kulturlandschaft, vermittelt

Wissen über Felsformationen,

Gesteinsarten, Botanik. Wer mit ihm

wandert, nimmt immer auch etwas mit,

das über das reine Wandererlebnis hinausgeht.

Zum Beispiel dass der „atlantische

Himmel“ nicht auf der Firmament

über dem Ozean beschränkt ist. „So

nenne ich den Himmel, wenn die Kontraste

besonders scharf sind. Das ist meist

nach einem Wettersturz mit Regen so,

wenn alles ausgeputzt wird und die Farben

besonders klar sind“, erklärt Weber.

Wer ist jetzt aber die klassische Klientel,

die sich eine Reise zusammenstellen

lässt und mit dem 55-jährigen Niederösterreicher

wandert, und wohin vor allem.

„Zu 95 Prozent sind es Frauen, alleine

oder mit Freundinnen, die eine

Tour oder Reise buchen. Von Anfang 40

bis weit in die 80 hinein“, sagt Weber.

Auch Familien sind darunter. Männer

alleine so gut wie nie. „Die wollen sich

nicht von einem anderen Mann führen

lassen.“

Bei den Reisezielen lässt es sich schon

nicht mehr so klar eingrenzen. Vom

Waldviertel bis Kirgistan, von den Niederen

Tauern bis zu den Kap Verden,

von der Buckligen Welt bis zum Baikalsee

reicht das Spektrum. Er bietet seine

Reisen auch Sommer wie Winter an.

Vieles hat der unangepasste Erlebnis-Maßschneider

gesehen, eine Destination

hat ihn aber besonders beeindruckt:

der Baikalsee in Sibirien. „Die

Eisformationen sind einzigartig. Der See

ist ja 800 Kilometer lang und du hast

Schattierungen von grün, schwarz, blau,

dazu Eishöhlen an den Ufern. Die Eisdecke

ist zweieinhalb Meter dick, darauf

kannst du mit dem Auto fahren. Dann

gibt es heiße Quellen wo du bei minus

30 Grad Außentemperatur in 40 Grad

heißes Wasser steigst und badest.“

Das Nahe im Fremden und das Fremde

im Nahen fasziniert ihn. Darum sind

seine Lieblingsplätze auch Wildalpen in

VOM WALDVIERTEL

BIS KIRGISTAN,

VON DEN NIE-

DEREN TAUERN

BIS ZU DEN KAP-

VERDEN, VON DER

BUCKLIGEN WELT

BIS ZUM BAIKAL-

SEE REICHT DAS

SPEKTRUM.

der Hochsteiermark und der Nordwald

im nördlichen Waldviertel an der tschechischen

Grenze. Klar sind auch diese

Gegenden schon touristisch erschlossen,

es gebe aber immer noch die ganz große

Einsamkeit in der Natur. „Man muss

nur die große Geografenfrage ‚wo?‘ und

‚wann?‘ beantworten.

Auch wenn das Geschäft gut geht –

ausschließlich davon leben kann Weber

nicht. Also hat er noch einen

20-Stunden-die-Woche-Job, richtig,

bei den ÖBB. „Heute schätze ich das

Unternehmen, das mir so viel Freiheit

bietet, dass ich meine Arbeit geblockt

erledigen kann und auch unter der

Woche freinehmen kann, um Wanderreisen

zu machen.“

Letztlich hat Weber also das umgesetzt,

was er immer machen wollte –

und schätzt, dass er seine Leidenschaft

beruflich ausleben kann. Auch wenn

„sich nicht mehr alles ausgehen wird,

was ich einmal machen wollte.“ Der

Druck, dort und da und hierhin zu

reisen, ist kleiner geworden. „Nur

nach Patagonien möchte ich unbedingt

noch einmal.“ Mit der Rückkehr

in die bizarren Eiswelten am Baikalsee

dürfte es sehr schwierig werden.

„Die Eisdecke ist längst nicht mehr so

dick, wie sie einmal war, und die Russen

erteilen gerade keine Genehmigung

mehr für das Fahren auf dem

Eis. So wird es schwierig.“ Klimawandel

hautnah erlebt. Vielleicht sollten

auch die politischen Entscheidungsträger

einmal eine Wanderreise mit

Martin Weber buchen.

118 SPORTaktiv


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heißen Tagen. Leichte Kletterpartien

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OUT

DOOR

NEWS

Fotos: Hersteller

VAUDE BLEIBT DAS

GROSSE VORBILD

Als Outdoor-Unternehmen

sieht sich VAUDE in der

moralischen Pflicht,

dem Klimaschutz

nachzukommen und

engagiert sich seit Langem

für die Umwelt.

Weitere Maßnahmen

und eine ausführliche

Klimabilanz:

https://nachhaltigkeitsbericht.

vaude.com/

Seit 2012 ist der Firmenstandort in Tettnang

am Bodensee mit allen Produkten klimaneutral.

Das bedeutet, dass nicht vermeidbare

CO2-Emissionen vollständig kompensiert

werden. Der Einsatz von Ökostrom durch

Photovoltaik, die Umstellung auf LED-Beleuchtung

und ein umfassendes Mobilitätskonzept

sind Beispiele der erfolgreichen

Maßnahmen. Damit künftig alle Produkte

klimaneutral werden, setzt sich VAUDE

ehrgeizige Klimaziele in Form von Science

Based Targets. Diese sind an Erkenntnissen

der Klimaforschung ausgerichtet und ein

Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels

aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Maximale Ressourcenschonung sowie hohe

Material- und Energieeffizienz ist die Devise.

Bis 2024 sollen 90 % aller VAUDE-Produkte

einen biobasierten oder recycelten

Materialanteil von mehr als 50 % haben.

Für die Sommerkollektion 2021 hat

VAUDE eine Trekking-Hose mit biobasiertem

Polyamid aus Rizinusöl angekündigt.

Ein guter Weg ins postfossile Zeitalter!

Fotos: Alwin Buchmaier, Vaude

120 SPORTaktiv


St. Anton Sommerkarte

DAS KOSTENLOSE AKTIVPAKET bis 11. Oktober

Dein Erlebnissommer in St. Anton am Arlberg mit

Bergbahnnutzung, Yoga, Wandern, Golfen, Schwimmen,

E-Biken, Bogenschießen, Fackelwanderung, Kinderprogramm

und vielem mehr. Das ist Sommerurlaub unlimited!

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AKTIV-

URLAUB

MIT ABSTAND

BACK TO THE ROOTS! IMMER MEHR MENSCHEN NUTZEN DEN

CAMPINGPLATZ FÜR EINEN IM WAHRSTEN SINN DES WORTES

BODENSTÄNDIGEN URLAUB. UND ZWAR NICHT ALS GEMÜTLICHEN

MOBILEN „SCHREBERGARTEN“, SONDERN ALS NATURNAHEN

AUSGANGSPUNKT FÜR SPORTLICHE AKTIVITÄTEN. EIN TREND, AUF

DEN NUN IMMER MEHR CAMPINGPLATZBETREIBER ALS ANBIETER

VON VERSCHIEDENSTEN OUTDOOR-AKTIVITÄTEN AUFSPRINGEN.

VON THOMAS POLZER

Fotos: Camping Sölden/Daniel Zangerl, Camping Schluga Hermagor

Morgens um 7.30 Uhr steht

Norbert Schluga jun. schon

in voller MTB-Montur vor

der Campingplatz-Rezeption, begrüßt

munter ein Dutzend Campinggäste, die

sich für die MTB-Einsteiger-Tour angemeldet

haben. Familien mit Kindern,

aber auch Pärchen und Singles wollen mit

dem ortskundigen Biker die umliegende

Gegend entdecken, zugleich aber auch einiges

über die richtige MTB-Technik von

einem lernen, der den Sport liebt und beherrscht.

Rund drei Stunden dauert die

Familientour über 18 km und 400 Höhenmeter,

„da läuft dann nicht nur ordentlich

der Schmäh“, sagt Norbert

Schluga, „es entsteht auch eine Nähe mit

den Gästen, manchmal auch Freundschaften.

Die Leute kommen zufrieden

zum Campingplatz zurück, haben was

gelernt fürs Mountainbiken und die Natur

genossen“.

Norbert Schluga jun. führt die beiden

Kärntner Campingplätze „Schluga-

Camping“ in Hermagor und am Pressegger

See mit ca. 3500 Personen am

Platz bereits in dritter Generation. Zwei

Plätze, die immer schon für sportliche

Camper ausgerichtet waren, bereits der

Großvater hatte ab den Sechzigern mit

122 SPORTaktiv


Gästen hochalpine Wandertouren gemacht

und in den Achtzigern die ersten

MTB-Touren angeboten. „Damit war er

sicher ganz früh Vorreiter für einen

Trend, der sich in den letzten Jahren extrem

verstärkt hat: Immer mehr Camper

wollen sportlich aktiv ihren Urlaub verbringen.

Ein Großteil unserer Gäste ist

unternehmungslustig, sucht die Bewegung

und zugleich die Erholung in der

Der Campingplatz als Ausgangspunkt für einen

aktiven, sportlichen, achtsamen Urlaub in der Natur

spielt für immer mehr Camper eine große Rolle.

Natur“, sagt Norbert Schluga, der bei

den angebotenen Aktivitäten wie Wandern,

Bersteigen, Radfahren,

E-Bike-Fahren, MTB-Touren in verschiedensten

Leistungslevels immer

mehr Teilnehmer zählt.

Aber auch am Campingplatz selbst

kann sich das wöchentliche Sportprogramm

– mit Badminton-, Tischtennisund

Fußballturnieren, Beachvolleyball,

Bogenschießen, Aquafitness, SUP etc.

mit jedem 4-Sterne-Sporthotel messen

und über die Infrastruktur mit Hallenbad,

Naturschwimmteich, vier Saunen,

Massage, Dampfbad wird alles geboten

was das sportliche Herz zur Regeneration

und Erholung braucht. Samt Kinderbetreuung,

damit die Eltern auch mal allein

eine Bergtour genießen können.

Neben solchen aktiv von den Betreibern

„bespielten“ Campingplätzen dominiert

eine zweite klare Philosophie die

Branche, wie sie etwa „Camping Sölden“

praktiziert: Den Sportplatz gestalten

die Natur und die örtlichen Bergbahnen

– der Campingplatz liefert dazu

die perfekte Infrastruktur. „Wir sind ein

kleiner Campingplatz“, sagt Geschäftsführer

Lukas Kneisl, „wir wollen und

können keine eigenen Guides anbieten.

Aber wir sind seit über 30 Jahren für

Aktivcamper ein ideales Basislager, mit

einer 85 m² großen Indoor-Kletterwand,

einem videoüberwachten Bikeraum

samt Werkstatt, einer Trailmap

mit allen Biketrails und Forstwegen. Sogar

ein Tierpflegeraum mit Hundedusche

und eine Bikewaschstation, die bei

den Bikern großen Anklang findet, fehlen

nicht im Angebot, ebenso wie Fitnessraum

und Wellnessbereich.“

Vor allem die Bike-Community

schätzt dieses exklusive und dennoch naturbelassene

Rundum-Paket am Campingplatz

immer mehr, „die Mountainbiker

bevölkern mittlerweile auch immer

stärker die Vor- und Nachsaison“, sagt

Lukas Kneisl, der natürlich wie viele

Campingplatzbetreiber in Sachen Verleih

mit dem Sporthandel vor Ort zusammenarbeitet.

Camping Sölden oder Schluga Camping

sind nur zwei bezeichnende Beispiele

von vielen, wie sich die Campingplatzbetreiber

in den letzten Jahren speziell

auf die immer größer werdende Klientel

der Aktivurlauber eingerichtet

haben – und die Angebote auch immer

stärker frequentiert werden. „Das Camping,

einst als Arme-Leute-Urlaub angesehen,

ist in den letzten Jahren salonfähig

geworden und wird jetzt als echte

SPORTaktiv

123


SPORTaktiv ist eine ideale Plattform,

um immer wieder auf das so wichtige

Basiswissen der Sicherheit in den Bergen

hinzuweisen. Das geschieht stets seriös,

aber mit Witz und ohne erhobenen Zeigefinger.

Alle Naturfreunde-Expertinnen

und -Experten stellen ihr Wissen unserem

Kooperationspartner SPORTaktiv

und seinen Lesern immer

gern zur Verfügung.

MARTIN EDLINGER

Leiter der Abteilung

Bergsport der

Naturfreunde Österreich

Guided Tours,

egal, ob

Wanderungen,

Bergtouren

oder Biketouren

werden von

immer mehr

Campingplätzen

angeboten.

INFOS

Österreichischer Camping Club

www.campingclub.at

Campingführer Österreich

www.campingfuehrer.at

Campingführer Österreich

www.camping.info

ADAC-Stellplatztführer

www.adac.de

Camping am Bauernhof

www.schauaufsland.at

gruppen erreicht“, sagt Thomas Mehlmauer,

Präsident des Camping Clubs

Österreich, „aber eines gilt aus meiner

Sicht für alle Camper: Sie sind freiheitsliebend,

naturverbunden – und sie sind

gesellige Menschen.“

Claudia Riebler von der Österreich

Werbung kann den Campingtrend auch

Alternative zum üblichen Urlaub angesehen“,

weiß man etwa bei Sport Camping

Woferlgut in Zell am See. „Dementsprechend

haben sich auch die Campingplätze

weiterentwickelt, manche

Betriebe stehen den 4- und 5-Sterne-

Hotels in nichts mehr nach.“ Trotzdem

weiß etwa Norbert Schluga, „dass Camping

nach wie vor etwa in der Hotelbranche

nicht ganz ernst genommen

wird, und das, obwohl wir mit Abstand

die meisten Übernachtungen in unserer

Region haben!“

Für den Tourismus jedenfalls ist der

Campinggast längst ein wichtiger Faktor

und zwar in all seinen Facetten: Vom eigenen

Van über das gemietete Wohnmobil

bis zum einfachen Zelt sucht sich der

Campingurlauber je nach Budget und

Vorliebe seine individuelle Unterkunft

aus. „Damit werden verschiedenste Zielmit

Zahlen belegen: „In diesem Jahr

merken wir ja einen klaren Anstieg von

Camping-Neueinsteigern. Aber schon in

,normalen‘ Jahren nächtigen fünf Prozent

unserer Gäste im Sommer am

Campingplatz. Mit Tagesausgaben von

117 Euro liegt der durchschnittliche

Campinggast deutlich unter dem

Durchschnitt aller Urlauber mit 163

Euro. Das liegt primär an den geringeren

Kosten für die Unterkunft.“ Zugleich

zeigt eine Gästebefragung, dass

Campingurlauber generell sportlich aktiver

sind als die Durchschnittsurlauber.

„Besonders deutlich wird das beim Thema

Rad: 34 Prozent aller Campinggäste

fahren im Urlaub Rad, 14 Prozent

Mountainbike. Und auch bei anderen

sportlichen Aktivitäten wie Wandern,

Klettern, Wassersport etc. sind die Campingurlauber

deutlich überrepräsentiert.“

„Camping war noch nie so beliebt wie

heute, es wird auch immer mehr als

hochwertiger Urlaub angesehen. Zugleich

sucht der Campinggast immer

stärker die sportlichen Aktivitäten in der

Natur!“ So kann man in aller Kürze unsere

Umfrage unter allen Landestouristikern

zusammenfassen. Was sicher auch

der Coronakrise geschuldet ist: Camping

ist eine autonome Urlaubsmöglichkeit

mit genügend Abstand, „Social Distancing“

ist bei Stellplätzen mit 100 m²

und mehr kein Problem. Wahrnehmung

der und Bewegung in der Natur wurden

durch Covid-19 für viele Menschen

plötzlich sehr wichtig und haben dem

Trend zum Campingurlaub einen zusätzlichen

Turbo verliehen.

Nicht zuletzt aber deckt sich das

Campieren mit dem neuen Lebensstil,

der sich in diesen Zeiten bei immer

mehr Menschen durchsetzt: Sie wollen

bedachter und achtsamer umgehen mit

der Natur ihrer Heimat und ausgerichtet

sein auf Nachhaltigkeit und Gelassenheit.

Der Aktiv-Campingurlaub ist eine

perfekte Gelegenheit, um damit zu beginnen!

Foto: Camping Schluga Hermagor

124 SPORTaktiv


ANGEBOTS-TIPP

3–7 Übernachtungen, Führung

durch die Altstadt freitags und

samstags; ab € 149,– p. P.

DAS RADELN EIN

HOCHGENUSS

INFOS UND BUCHUNGEN

www.visitklagenfurt.at

Fotos: Franz Gerdl

Klagenfurt ist die City

für Genussradfahrer – ob

gemütlich an den See oder

mitten rein ins geschichtliche

Herz von Kärnten.

Österreichs südlichste Landeshauptstadt ist

der ideale Startpunkt für Radfahrer: Vom

Herzen der Innenstadt – dem Neuen Platz

vorm Rathaus mit dem Lindwurm-Brunnen

– führen überregionale Radwege in alle

Richtungen. Der Wörthersee-Radweg startet

hier und lädt zu einer Tour entlang des

Nordufers bis Velden mit Zwischenstopps

am See, wo man sich bei freiem Seezugang

da und dort auch abkühlen kann.

Geschichtlich Interessierte radeln entlang

des Glanradweges nach Maria Saal und

vorbei an der Herzogstadt St. Veit nach

Friesach zur mittelalterlich erhaltenen

Burgenstadt. Richtung Osten gelangt man

via Grafenstein – eine kleine Gemeinde mit

zwei Hauben-Restaurants – zum Drauradweg.

Urlaubsgäste, die kein Rad dabeihaben,

können E-Bikes an über 40 Stationen in

ganz Kärnten ausleihen und retournieren.

MIT DEM E-BIKE UM

DEN WÖRTHERSEE

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PRO PERSON

Unser E-Bike Komplett-Paket:

> Übernachtung inklusive Frühstücksbuffet

im Restaurant oder auf der Terrasse

> 1 E-Bike pro Person für einen Tag

> Relaxen im 900m² großen Move & Relax

Bereich mit Indoorpool, Relaxing Zonen,

finnische Sauna, Nebel-Eisgrotte,

Dampfbad, Fitnessraum und Infrarotkabine

> Badetasche und Bademantel

> Kostenfreies WLAN

> Kostenfreier Parkplatz vor dem Hotel

Eingebettet zwischen dem Wörthersee und der sonnigen

Stadt Klagenfurt sind wir der ideale Ausgangspunkt für

Erkundungstouren mit dem E-Bike.

DAS SEEPARK WÖRTHERSEE RESORT

T +43 463 20 44 99-0 • E reservierung@seeparkhotel.at

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Wenn Sie lieber die entspannte Variante

möchten, können Sie mit unserem BMWi3

elektrisch und umweltschonend die Umgebung

erkunden … für nur EUR 30,00 pro Tag!


EIN FEST FÜR

RADELNDE GENIESSER

DER DRAURADWEG IST EINER DER

SCHÖNSTEN RADWEGE EUROPAS UND

FÜHRT DURCH VIER LÄNDER. HERRLICH:

DER SLOWENISCHE UND KROATISCHE

ABSCHNITT, MIT SLOWENIENS STÄDTEN

MARIBOR UND PTUJ AM WEG.

Mehr Infos:

E-Mail:

info@dravabike.si

www.dravabike.si

www.facebook.com/

dravabike

In sechs Etappen lässt sich der Drauradweg

in Slowenien und Kroatien gut

einteilen. Die Gesamtlänge beträgt rund

210 Kilometer – was zwischen 30 und 50

Kilometer pro Tagesabschnitt ergibt.

Genügend Zeit für Genussradfahrer, um

unterwegs den Puls der Städte zu spüren,

auch mal in versteckte Winkel zu blicken

und ihre Gaumen mit den lokalen Köstlichkeiten

verwöhnen zu lassen.

Auffällig viele Burgen und ihre Geschichten

begleiten die Radfahrer hier. Früher

gehörte das Drautal den Flößern, auch

heute kann man auf einem Floß ein Stück

mitfahren. Die Drau eignet sich aber auch

für Wassersportarten wie Rudern, Rafting

oder Baden, die vor allem im Sommer für

willkommene Abkühlung sorgen.

Lovrenc na Pohorju ist der höchste Punkt

des Weges – schön und mitten in den

Wäldern des Pohorje-Gebirges. Über Jabolčna

pot (den „Apfelweg“) erreicht man einen

neuen Abschnitt in Ruše und kommt

danach, vorbei am wunderschönen Landschaftspark

Mariborsko jezero, nach

Maribor. Die Stadt, in der nicht nur die

älteste Weinrebe der Welt wächst, sondern

die auch mit ihrer Altstadt begeistert.

Nach Maribor kann man zwischen zwei

Wegen wählen; wir empfehlen jenen am

rechten Drauufer. Durch kleine Ortschaften

hindurch geht es weiter in die älteste

slowenische Stadt, Ptuj. Gleich südlich

davon liegt Ptujsko jezero, der größte

künstliche Stausee Sloweniens. In Ormož

verzaubern die Lagunen und danach weiter

auf dem Weg ins kroatische Varaždin die

wunderschönen Sandbänke des Flusses.

Nach Varaždin radelt man noch entlang der

Seen Varaždinsko und Dubravsko jezero,

ehe in Legrad, am Zusammenfluss der

Flüsse Mur und Drau, die Tour endet.

Foto: Drava Bike/Sam Strauss

126 SPORTaktiv


Thule geht Outdoor

Das Leben findet draußen statt.

Die Mission des schwedischen Unternehmens ist, Outdoor-Enthusiasten zu

ermöglichen, überall ihrer Passion nachgehen zu können. Die Skandinavier

warten alljährlich mit Produkthighlights auf, die Aktivitäten aller Art im

Freien ermöglichen.

Thule Tepui Dachzelte

Ob 4x4-Expeditionen zu entlegenen Spots oder

Wochenendtrips mit der Familie: Dachzelte eröffnen

neue Perspektiven und schaffen zudem mehr Platz

im Van und der Cargo Box für Ausrüstung.

Thule Fahrradträger

Anhängekupplungs-Fahrradträger von Thule sind

einfach zu montieren und können mithilfe von

Adaptern bis zu vier Fahrräder transportieren.

Thule Chasm

Wetterfeste Reisetaschen in verschiedenen

Größen, perfekt dafür geeignet, Gepäck sicher

und trocken zu verstauen und an die Küsten

dieser Welt zu bringen.

Thule Rail

Hip Packs und emtb Rucksack für echte Mountainbiker

konzipiert. Sie bieten hohen Tragekomfort und

immer genug zu trinken, während Sie alles Wichtige

auf Ihre Tour mitnehmen können.


Fotos: Daniel Hinterramskogler, www.rohrauerhaus.at

128 SPORTaktiv

VOLLAUF

DER

HÖHE


SELBSTVERWIRKLICHUNG IN DER KRISE – GEHT DAS?

MARTIN HEIDLMAIR HAT ES GETAN UND NICHT BEREUT, WEIL ER

KNALLHART RECHNET. DER HÜTTENWIRT WAR FRÜHER BANKER.

VON CARMEN OSTER, KLEINE ZEITUNG

Ein bisschen Installateur, ein

klein wenig Techniker, dazu

noch Koch, Wirt und beinhart

im Rechnen oder ganz einfach:

„Der Hüttenwirt ist kein Job

für Träumer.“ Martin Heidlmair muss es

wissen. Der 48-Jährige kündigte im Mai

2019 seinen sicheren Job als Geschäftsleiter

einer selbstständigen Bank in Hinterstoder,

um sich zuerst einmal eine

Auszeit zu gönnen. „Ich wollte das alles

so nicht mehr. Zwei Drittel meiner Arbeit

waren Administratives, es blieb fast

keine Zeit mehr für Kundenkontakt“, so

der Naturbegeisterte, der 26 Jahre lang

im Bankwesen tätig war, 15 davon in

der IT.

Nach einer kurzen Auszeit stieß er auf

ein Inserat der Naturfreunde Linz – man

suchte einen Pächter für das Rohrauerhaus

am Großen Pyhrgas. Und so wechselte

er seinen Businessanzug gegen

Bergstiefel und die Bank gegen die

Schutzhütte auf 1308 Metern Seehöhe.

95 PROZENT

MEINER GÄSTE SIND

ÖSTERREICHER,

DIE IN NORMALEN

JAHREN WEGFLIE-

GEN, UM URLAUB

ZU MACHEN.

Aussteiger- und Umsteigerträume wie

sie vor der Coronakrise oftmals zu lesen

waren. Einfach aus der Tretmühle aussteigen,

sich selbst verwirklichen und neu

anfangen – den Reset-Knopf für das Ich

und den Lebenslauf drücken. Ob Heidlmair

bereut, kurz zuvor einen sicheren

Job gegen die Selbstständigkeit getauscht

zu haben? „Bereut habe ich es noch keinen

Augenblick lang, aber vor allem

auch, weil ich als Bankmensch alles genau

durchgerechnet habe. Und zwar Winter

ohne Schnee und Sommer mit Regen –

und davon habe ich dann auch noch einmal

25 Prozent abgezogen“, erklärt der

Hüttenwirt, der auch als Naturparkranger

im Naturpark Kalkalpen tätig ist. Die

durch Corona bedingte Pause nutzte er,

um die Kachelöfen herzurichten und die

Dichtungen auszutauschen. Geschichten

wie seine locken natürlich Interessierte

an, die auch gerne ihren Jobtraum verwirklichen

würden. „Ja, die Menschen

haben eine enorm romantische Vorstellung

vom Leben heroben. Aber die Wahrheit

ist: Man ist zwar in der Natur, aber

man hat keine Zeit dafür.“

Seit Mitte Mai hat Heidlmair nun wieder

geöffnet – „und dann hat es uns

gleich einmal die Grenzen aufgezeigt“.

Denn durch den Lockdown und die

schwierigen Reisebedingungen ins Ausland

suchen Österreicher zu Hause die

SPORTaktiv

129


ROHRAUERHAUS

Das Rohrauerhaus ist nach dem Mitbegründer des Touristenvereins

Naturfreunde, Alois Rohrauer, benannt. Das Haus liegt im

Gemeindegebiet von Spital am Pyhrn in Oberösterreich auf 1308

Metern Seehöhe und ist eine Schutzhütte der Naturfreunde Österreich.

Der Weg zur Hütte ist ein Teilstück des Europäischen

Fernwanderwegs E4 und des Österreichischen Weitwanderwegs

01 (Nordalpenweg). Begehbar von Spital oder von der steirischen

Seite von Ardning und Admont. Vor allem die Besteigung des

Großen Pyhrgas (2245 Meter) ist von hier aus beliebt.

Die Hütte wurde 1925 eröffnet, brannte 1933 ab und konnte erst

1957 wiedereröffnet werden.

www.rohrauerhaus.at

Erholung. „Das merkt man spätestens daran,

wenn dir 150 Liter Suppe an einem Tag

nicht ausreichen“, lacht der Wirt. Vor allem

Radfahrer und Weitwanderer sind seine

Gäste, liegt die Hütte doch auf der Via Alpina,

einem Weitwanderweg, der von Wien

nach Bregenz führt. „95 Prozent meiner

Gäste sind Österreicher, die in normalen

Jahren schon wegfliegen, um Urlaub zu machen,

sich heuer aber nicht drübertrauen.“

Rückblickend ist Heidlmair also froh,

sich für diesen Weg entschieden zu haben.

„Mein Rat ist, einfach machen, aber mit

beinharter Rechnung und einem detaillierten

Plan. Ob nun Corona oder nicht, ist

aus meiner Sicht komplett egal.“ Einen

kleinen Wermutstropfen gibt es aber leider

auch hier: „Als ich in der Bank gearbeitet

habe, war ich fast mehr in der Natur als

jetzt. Heute stehe ich vor allem in der Küche,

aber ich mache etwas, das ich gerne

tue. Außerdem versuche ich, mir immer

wieder einen Tag abzuzwacken, um auf

den Berg oder wandern zu gehen.“


HOL DAS BESTE

AUS DIR HERAUS!

Personal Training und Ernährungsberatung

bietet Work for it Fitness in

Wien sowie online an. Professionelle

Unterstützung spart Zeit und Irrwege

im Training – und hilft dir beim

Erreichen deiner Fitnessziele.

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Sein Name ist Hassan Alageda. Vor zehn

Jahren hat er die Liebe zum Krafttraining

entdeckt – das ist mittlerweile zum

fixen Bestandteil seines Lebens geworden.

Mit dem Training kam naturgemäß

das Interesse an Ernährung. Alageda hat

etliche Wettkämpfe in den Bereichen

Classic Physique und Bodybuilding Ü90

kg erfolgreich bestritten. Nun hilft er

mit Work for it Fitness anderen,

ebenfalls ihre Fitnessziele zu erreichen.

Lass dir zeigen, wie du mehr aus dir

herausholst: Im Training und durch

Ernährung. Vom Erstgespräch weg

begleitet dich Hassan Alageda auf

deinem Weg. Wer wenig Zeit hat, aber

dennoch professionelle Unterstützung

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und -Ernährungsberatung ideal.

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Die Veredelung eines Hanwag Klassikers. Ein Voll-

Nubuklederschuh für Wanderungen vom Flachland bis zu

leichten Hüttentouren. Der Banks ist Lauffreude und Laufruhe

in einem. Mit Leder oder GORE-TEX Futter erhältlich.


KARST TRIFFT

KULTUR UND NATUR

Die italienische Region Friuli Venezia Giulia bietet einzigartige

Erlebnisse für Familien und Kinder, für Wanderer

und Wasserratten, für Natur- und Kulturliebhaber. Interessantes

gibt es zu Land, zu Wasser und sogar unter

der Wasseroberfläche.

PromoTurismoFVG

T. +39 04 31/38 71 30

info@promoturismo.fvg.it

www.turismofvg.it

Rund um die Stadt Triest, Symbol

und kulturelles Erbe der italienischen

Region Friuli Venezia Giulia,

entwickelt sich ein einzigartiges Territorium,

wo man auf nur wenigen Kilometern

einzigartige Erfahrungen machen kann. Ein

Gebiet, das wie geschaffen ist für Familien,

Wanderer und auch jene, die einfach nach

Adrenalin suchen: der Karst. Er ist eine

Hochebene, die sich über den südlichen

Teil der Region Friuli Venezia Giulia über

dem Azzurblau der Adria bis zur slowenischen

Grenze erstreckt.

Ein Ambiente mit typischer mediterraner

Vegetation und unwirtlichen Ursprungs,

wegen der weißen und unregelmäßigen

Felsen, die fast gänzlich in der Wasseroberfläche

verschwinden, verstecken sich

wunderschöne neue Erlebnisse und

Entdeckungen, die reich an Emotionen

sind. Sowohl „oben“, wo man lange und

leichte Wanderwege und enge Gassen der

kleinen Dörfer findet, als auch „unten“ auf

dem Land, umgeben von Tausenden

Grotten und Höhlen. Im Karst kann man

auch Klettern mit Meerblick und atemberaubende

Ausblicke genießen. Das Angebot

ist sehr vielfältig und an alle Niveaus, vom

Anfänger bis zum Experten, angepasst.

Möchte man hingegen von den Wellen

des Golfes von Triest profitieren, kommt

man an einer Schnorcheltour hinter Schloss

Miramare nicht vorbei. Hinter dem

berühmten Schloss der Habsburger

erstreckt sich ein geschütztes Naturreservat

MAB (Man and the Biosphere Program).

Hier wird man von den Guides der Area

Marina Protetta begleitet, die einem das

faszinierende Meeresleben unter der

Wasserobeflächer zeigen.

Fotos: Foto Archivio AMP Miramare

132 SPORTaktiv


BUFF ® is a registered trademark property of Original Buff, S.A. (Spain)

www.buff.com

www.epmsports.at


DEN GOLDENEN

HERBST

ERWANDERN

Himmlische Ruhe, grenzenlose

Weitblicke in kristallklarer

Bergluft, eine sich

langsam in Gold verfärbende

Landschaft, heitere Begegnungen

in idyllischen Dörfern

und herzhafte regionale

kulinarische Genüsse: Das

alles bietet der Kärntner

Herbst am schönsten Weitwanderweg

Österreichs, dem

Alpe-Adria-Trail.

Die Wanderprofis vom

Alpe-Adria-Trail-Buchungscenter

Kärnten haben feine

Pakete geschnürt, mit denen

man den goldenen Herbst in

Kärnten besonders erlebnisreich

erwandern kann.

Vier Tage mit drei Übernachtungen,

Gepäcktransfer

und zwei Wanderetappen

sind ab € 204,– buchbar, mit

täglichem Start zwischen 11.

September und 26. Oktober.

www.alpe-adria-trail.com

Foto: © Kärnten Werbung / Franz Gerdl

134 SPORTaktiv


SPORTaktiv 135


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

ESPRESSO-PUMPE FÜR UNTERWEGS

Woher kommt die Energie, die diesen kleinen Kolben, der eine

Espressomaschine sein will, antreibt? Akku oder Batterie gibt

es nicht. Allein durch Pumpen soll guter Kaffee entstehen? Das

stylishe Wunderteil namens NANOSPRESSO (€ 69,95 UVP)

verspricht viel. Und hält alles. Kaffee – im Test parallel mit Nanospresso

und einer bewährten Bialetti-Edelstahl-Espressomaschine

(gleicher Kaffee, gleiches Wasser) zubereitet –

schmeckt identisch. Und das geht so: Man beschafft sich

kochendes Wasser, etwa mittels Gasbrenner. Zuerst pumpt

man heißes Wasser – zum Aufwärmen – ohne Kaffee durch die

Maschine. Nachdem man gemahlenen Kaffee in die Nanospresso

gegeben hat, wiederholt man das Pumpen mit frischem

Heißwasser. Nach einigen Pumpern tropft aus dem Kolben der

erste Kaffee in die Tasse. Man pumpt so lange, bis kein Kaffee

mehr „kommt“, also das Wasser „durch“ ist. Fertig. Wie durchdacht

Nanospresso ist, zeigen die verfügbaren „Aufrüstangebote“:

Das „Barista Kit“ (€ 32,95 UVP) ermöglicht doppelten Espresso

und direkt hintereinander mehrere Portionen (2

doppelte, 2 einfache Espressi) zuzubereiten. Die Mini-Thermosflasche

„Nanovessel“ (€ 29,95 UVP) macht es möglich, heißes

Wasser mitzunehmen. Und einen Adapter für Nespresso-Kapseln

(€ 24,95 UVP) gibt es auch.

ESPRESSO FÜR DEN BERG,

EINE JACKE AUS HOLZ UND

EIN FERNGLAS, DAS DIE

TIERE ERKENNT: UNSERE

DREI TEST-HIGHLIGHTS

FÜR DEN SOMMER.

VON OLIVER PICHLER UND CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Christoph Heigl, Oliver Pichler

136

SPORTaktiv


FLEECE AUS HOLZ

HAST DU EINEN VOGEL?

Ja, ich hab einen! Aber wie heißt er? Grübel, grübel und studier,

keine Erkenntnis? Dann kommt das innovative Fernglas

„dG“ von SWAROVSKI OPTIK ins Spiel. Der „dG“ (für digital

Guide) kostet 1990 Euro, hat eine Achtfach-Vergrößerung, ist

Fernglas und Fotoapparat zugleich und das erste fernoptische

Gerät, mit dem man seine Beobachtungen via App exakt

bestimmen und mit anderen Nutzern teilen kann. Dazu

nimmt man zunächst das Handy und installiert drei Apps:

„dG“ und „dG Mammals“ (für Säugetiere) von Swarovski sowie

die bekannte Vogel-App „Merlin Bird ID“. Achtung: Wegen

großer Datenbanken brauchen die Apps viel Speicher.

Kuschelig. Und doch luftig. Der neue dünne, leichte und

schnell trocknende Fleecestoff, der aus Holzfasern hergestellt

wird, vereint alle Eigenschaften, die man sich von einem

Midlayer wünscht. Nachhaltigkeits-Vorreiter VAUDE fertigt

aus diesem sommergerechten „Holz-Fleece“ etwa das CROZ

FLEECE JACKET II (€ 130,– UVP), ein universell einsetzbares

Midlayer-Hoodie. Leicht, dünn und klein im Packmaß ist das

Teil „Außenschicht“ an kühleren Tagen, windschützende

(nicht völlig winddichte) Wärme-Reserve für unterwegs und

angenehme Zwischenschicht, wenn Regen oder Kälte eine

Hardshelljacken-Außenschicht erzwingen. Das neue Fleece-

Material besteht zu 59 % aus Holzfasern (Lyocell/Tencel) sowie

aus Elastan und Polyester. Es ist angenehm stretchig und

wasserabweisend (nicht völlig wasserdicht). Die Schulterpassagen,

der Kragen und die Kapuze sind in robust abriebfestem,

weich elastischem Gewebe ausgeführt. Das Hoodie fühlt sich,

etwa über ein Shirt getragen, sehr angenehm an. Es ist bei

Bedarf wärmend, ohne dass man dabei überhitzt. Und es ist

umweltfreudlich – des Ausgangsmaterials (Holz) wegen und

weil die Mikropartikel, die sich beim Waschen ablösen, biologisch

abbaubar sind.

Erster Versuch: Auf der Gartenhütte des Nachbarn sitzt ein

kleiner Vogel. Mit dem „dG“ ein Foto geschossen, mit den

Apps gekoppelt und man wartet auf die Antwort. „Das Tier

ist mit größter Wahrscheinlichkeit ein – Hauspferd“ (!!!) lautet

die erste Antwort. Zweiter Versuch: zweiter Vogel auf anderer

Gartenhütte. Zweite Antwort: „Hauskatze“ (!!!). Doch

es ist kein Softwarefehler, sondern ein Bedienunungsfehler.

Die Säugetier-App war korrekt gekoppelt, die Vogel-App

nicht. Sorry. Das schallende Gelächter meiner Zuseher hat

die Vögel übrigens vertrieben ...

In der Folge und mit richtig gekoppelten Apps funktioniert

das Fernrohr makellos. Beweis: Der Vogel, der über dem

Haus in der Luft steht, ist ein Turmfalke. Die Bilder sind erstaunlich

scharf, anhand der Umrisse erkennt die Software

die Tiergattung. Genial: Das Live-Bild des Fernglases lässt

sich im Umkreis einiger Meter an bis zu fünf Handys schicken.

Einer schaut und definiert, fünf können mitschauen.

„Birding“ als neues Hobby? Warum nicht? Man kann ja ruhig

einen Vogel haben.

SPORTaktiv

137


Mit der Seilbahn ins Bike-Vergnügen

Seilbahnen als ressourcenschonende, komfortable Zubringer erfüllen eine wichtige Funktion, um Berge und Regionen

für alle ganzjährig erlebbar zu machen. Dafür bietet Doppelmayr/Garaventa maßgeschneiderte Lösungen – etwa für den

komfortablen Biketransport.

So kommen Mountainbiker im deutschen Ort Willingen voll auf ihre Kosten: Im Sommer verwandelt sich die 8er-Sesselbahn

Köhlerhagen K1 der neuesten Seilbahngeneration D-Line in eine „Biker-Bahn“. Der Ettelsberg ist mit seiner Freeride- und

Downhillstrecke ein Paradies für Mountainbiker, dank des Bike Clips ist die Mitnahme des Fahrrades auf den Berg

besonders einfach.

doppelmayr.com


Foto: Ranggetiner

OUTSIDE

LOGBUCH EINES

KLETTERERS 3

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extremkletterer

Europas –

und ein „Querdenker“

der Outdoorsportszene.

In seiner

„Outside“­ Kolumne

lässt er die SPORTaktiv-Leser

an seinen

Gedanken teilhaben.

Die Bergwelt, unendliche Weiten, wir schreiben

das Jahr 2001. Dies sind die Abenteuer des

VW-Busses T2, der mit seiner 2 bis 7 Mann

starken Besatzung mehrere Jahre unterwegs ist, um

fremde Felsen zu erforschen.Viele Autostunden von der

Heimat entfernt dringt der VW T2 in Felsgalaxien vor,

die noch nie zuvor ein Mensch beklettert hat! Sternzeit

1490, 6 Uhr morgens – Slowenien. Im Halbschlaf

stolpere ich zum kleinen Morgengeschäft in eine Wiese

und da meine katzenartigen Reflexe noch auf Standby

sind, krach-bumm, ein Bauchfleck wie im Bilderbuch.

Offenes Schienbein, ich bin wach! Da der Captain

auch ein Miraculix der experimentellen Naturheilkunde

ist, schnappt er zielsicher ein Wunderkraut, das ich

mir dankbar auf die blutende Wunde binde.

Drei Tage später: Krankenhaus, falsches Kraut,

entzündeter Fuß (Konversation mit Miraculix – Null-

Nada)! Wir und ein Geschwader Weltenbummler

ankern seit fast 9 Monaten an diesen Koordinaten,

felstechnisch ein Traum! Täglich pilgern alle im Wahn

des Forscherdranges vorbei an der Hütte eines alten

Mannes, der uns täglich zu sich raufwinkt (und dem

wir täglich absagen) Richtung Kletterparadies. Doch

nicht heute und nicht ich, die Fußgeschichte, Sturz,

Kraut, fast Blutvergiftung, eh wissen! Da ist der grinsende

alte Mann, der diese Zufriedenheit ausstrahlt

und täglich vor dieser Minihütte sitzt (DPD liefert bei

uns größere Pakete aus) und neben ihm kaut seine Ziege

vor sich hin. Heute sitz ich zwischen den beiden und

wir trinken einen selbst gebrannten Grappa (die Ziege

nicht). Außer dobro jutro versteh ich nix, aber das genügt.

Ich sitze volle drei Stunden zwischen Mann und

Ziege in der Morgensonne und wir beobachteten die

gestressten Zweibeiner, die Richtung Fels hecheln. Ich

werde immer ruhiger und entspannter und irgendwann

(so bilde ich mir ein) hab ich das breite Grinsen des

Mannes und die Gelassenheit der Ziege. Oft ist es ein

kleiner Fehltritt, der zum Wechsel der Perspektive und

zum Punkt X führt. Kein haarsträubendes, todesmutiges

Abenteuer, was bleibt ist nur Harmonie! Logbuch:

Eintrag – Ende.

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Dermatologischer Sonnenschutz

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BIKES, HIKES & LIKES

IM HOME OF LÄSSIG

Die Region Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn

ist auch im Sommer der Place to be lässig.

Hier warten unzählige Möglichkeiten zum Einatmen

und Auspowern, zum In-sich-Gehen, Lustwandern

und Fein-Zusammensein.

Weitere Infos unter:

www.saalbach.com

Im Variantenreich der Region Saalbach

Hinterglemm Leogang Fieberbrunn

warten im Sommer einige Highlights:

beim Biken, beim Wandern und bei

Erlebnissen für die ganze Familie.

Österreichs größte Bikeregion wartet

mit über 70 Kilometern Lines & Trails,

9 Bergbahnen auf 7 Bergen und einem

gemeinsamen Biketicket auf. Topgewartete

Freeride-Strecken und

Single-Trails sowie der WM-erprobte

Bikepark Leogang warten auf Biker jeder

Alters- und Könnensstufe. Wer gemütlich

auf den Berg kommen will, kann

sein Bike bei den 9 Bergbahnen

mitnehmen.

Wow-Erlebnisse für die Familie

Der Berg und die Expedition Kodok,

Montelino’s Erlebnisweg, der Alleskön­

nerberg mit Timoks Wilder Welt, der

Berg der Sinne mit dem Sinne Park – sie

alle berühren und verführen mit zahlreichen

kleinen und großen Fantastereien

wie z.B.: Gipfel- und Wasserspielplätzen,

Heilkräuter- und Panoramawegen, Wildfütterungen

uvm.

Adrenalin, Freiheit & Genuss

Die Devise „lässig statt stressig“ verwirklicht

die Region mit 550 km Wanderwegen,

herrlichen Panorama-Klettersteigen

und schönen Herausforderungen für die

Wadeln. Oder doch ein unvergessliches

Flugerlebnis Marke „Flying Fox XXL“,

eine der längsten & schnellsten Stahlseilrutschen

der Welt! Und dann? Genießen

– vielleicht auf einer der unzähligen gemütlichen

Hütten oder am magischsten

Bergsee der Alpen, dem Wildseelodersee...

Fotos: saalbach.com Mirja Geh, Hansi Heckmair

140 SPORTaktiv


PRO

Fotos: Getty Images (4)

RE-START DER NBA

Seit Ende Juli setzt die amerikanische

Basketball-Liga mit Jakob

Pöltl ihre Liga fort, spätestens am

13. Oktober soll der Meister fix sein.

www.nba.com

EUROPACUP-TURNIER

Im August wird in Turnierform ermittelt,

wer die Champions League

(in Portugal) bzw. die Europa-League

(in Deutschland) gewinnt.

www.uefa.com

US OPEN

Das erste Grand-Slam-Turnier nach

Corona sollen die US Open (ab 31.

August) sein. Mit Titelverteidiger

Rafael Nadal?

www.usopen.org

Am 29. August soll die 107. Auflage

der Tour de France mit Titelverteidiger

Egan Bernal (re.) in Nizza SPORTaktiv starten.

141


eim Bahnradfahren

spielen

vor allem drei

Komponenten eine Rolle: Du

hast keine Bremse, keinen Leerlauf

und wenn du nicht mit

mindestens 30 km/h in die

45-Grad-Steilkurve fährst,

kannst du ein paar Tage lang

Holzsplitter aus deinem Oberschenkel

klauben.“ Es sind echte

Mutmacher, mit denen mich

Andreas Graf auf meine ersten

Fahrversuche im altehrwürdigen

Dusika-Stadion einstimmt.

Und was hat das Ganze dann

mit dem Fahrrad gemeinsam,

mit dem ich gelegentlich durch

die Stadt gurke? „Nichts.“ Immerhin,

und das rechne ich ihm

gleich mal hoch an, verzichtet

er darauf, das ultraleichte Carbon-Rad

(Mindestgewicht 6,8

Kilo) mit Klickpedalen auszustatten,

aus denen man als Anfänger

meist erst hinauskommt,

wenn es zu spät ist. „Wenn du

noch nie auf einer Bahn gefahren

bist, sollten wir das lieber

lassen.“

Immerhin kann ich mir sicher

sein, dass der 34-Jährige

genau weiß, wovon er spricht.

Seit seiner Jugend fährt er nicht

nur Rennen auf der Straße, sondern

vor allem auf Parkett (im

konkreten Fall sibirische Eiche)

und hat es in den Velodroms

dieser Welt zu EM-Titeln und

Weltcup-Gesamtsiegen gebracht.

Ein echter Auskenner,

der sich mit seinem Partner

Andreas Müller im Madison, einem

Zweier-Mannschaftsfahren,

für Olympia in Tokio qualifiziert

hat. Als erste Österreicher

seit 2004, also einer gefühlten

Ewigkeit. „An einem

BEIM BAHNRADFAHREN KOMMT ES VOR ALLEM AUF

EINES AN: ÜBERWINDUNG. DOCH MIT OLYMPIA-STARTER

ANDREAS GRAF ALS PACEMAKER GING AUCH DIE BISHER

STEILSTE CHALLENGE IM FERRY-DUSIKA-STADION (FAST)

OHNE ZWISCHENFALL ÜBER DIE BÜHNE.

TEXT: MARKUS GEISLER FOTOS: THOMAS POLZER

&

KÜHLER KOPF

HEISSE KURVEN

142 SPORTaktiv


„Wenn ich

nicht stürze,

stürzt du

auch nicht.“

Hat funktioniert.

guten Tag traue ich uns zu, in

die Top 5 fünf zu fahren“, sagt

er. „Aber jetzt schauen wir erst

einmal, dass wir dich ein paar

Mal durch das Oval schicken.“

Moment, nicht so schnell.

Wie soll ich losfahren, wenn ich

nicht weiß, wie ich wieder

bremsen kann? „Eine Frage des

Gefühls“, sagt der Mann mit

dem Spitznamen „Prinz“. „Wie

bei einer Rücktrittbremse

kannst du leicht gegen die

Fahrt richtung treten, dann stellt

sich eine Bremswirkung ein.

Oder einfach langsamer treten.“

Der größte Fehler ist aber ein

anderer. Denn da es keinen

Leerlauf gibt, dürfen die Beine

nie abrupt aufhören zu arbeiten,

sonst macht man einen Abflug

über den Lenker. Bei den

anvisierten Geschwindigkeiten

eine verzichtbare Einlage.

DAS IST

BAHNRADFAHREN

15 Disziplinen gibt es beim Bahnradsport, wobei

man im Wesentlichen zwischen Sprint- und

Ausdauerrennen sowie zwischen Einzel- und

Mannschaftsbewerben unterscheiden kann.

In Tokio 2021 sind Sprint, Teamsprint, Keirin

(mit Schrittmacher), Omnium (Mehrkampf),

Madison (Zweier-Teams) und Mannschaftsverfolgung

olympisch. In der Regel ist eine Bahn

entweder 250 oder 333 Meter lang, um in Tausenderschritten

rechnen zu können. Wer die

Sportart selbst einmal ausprobieren möchte,

findet unter www.lrv-wien.at alle Infos.

SPORTaktiv

143


ANDREAS GRAF

Der im August 1985 geborene

Niederösterreicher begann im

Alter von zehn Jahren mit dem

Radsport und wurde bereits als

Juniorenfahrer mit dem Bahnrad-Virus

infiziert. Bis heute ist

er auf beiden Belagen unterwegs,

die größeren Erfolge feierte

er aber in den Velodroms:

Europameister 2014, Gesamtweltcup-Sieger

2018 (jeweils

im Madison mit Andreas Müller),

Vizeweltmeister 2016 im

Punktefahren. Dazu kommen

14 Staatsmeistertitel. Bei der

im Februar dieses Jahres in

Berlin ausgetragenen Weltmeisterschaft

qualifizierte sich

das Duo Graf/Müller endgültig

für die auf 2021 verschobenen

Sommerspiele in Japan.

www.prinz-graf.at

Also legen wir los. Oder besser gesagt:

Andreas hält mein Rad fest, lässt mich in

die Pedale schlupfen und gibt mir einen

Schubser, dank dem ich mich in Bewegung

setze. Einmal in Schwung gekommen,

fühlt es sich mit der starren Übersetzung

an wie auf einem Citybike in

hohem Gang. Die mit acht Bar aufgepumpten,

28 Millimeter breiten Reifen

gleiten gleichmäßig über das Holz, die

ersten Verzögerungsversuche sind etwas

ruckelig, werden aber von Mal zu Mal geschmeidiger.

„Zu Beginn fahren wir nur

im ebenen Sturzbereich, damit du ein

Gefühl für das Rad bekommst“, erklärt

Andreas. Beim Begriff „Sturzbereich“

kommt mir erstmals die Frage in den

Sinn, warum wir – außer einem Helm

natürlich – eigentlich keine weiteren

Polsterungen tragen. „Ist nicht üblich,

wird schon nichts passieren“, wischt der

Prinz meine Bedenken vom Tisch.

Während wir also Runde um Runde

drehen, geht mein Blick immer wieder

nach rechts. Also dorthin, wo sich die

Steilkurven wie eine Tsunamiwelle alle

paar Sekunden vor uns auftürmen. Ein

weiterer Beweis, wie wenig TV-Kameras

in der Lage sind, die Realität einzufangen.

45 Grad sind so steil, dass man ohne

fremde Hilfe kaum in der Lage wäre, die

... DANN KANNST

DU EIN PAAR TAGE

LANG HOLZSPLIT-

TER AUS DEINEM

OBERSCHENKEL

KLAUBEN.

Bahn zu Fuß zu erklimmen (was unser

Fotograf übrigens bestätigen kann). Und

da sollen wir auf zwei dünnen Reifen

durchflitzen? Andreas geht es step by step

an. „Zuerst fahren wir auf der Geraden in

die Bahn und vor den Kurven wieder hinaus.

Du musst nur aufpassen, da du

beim Bergabfahren natürlich an Speed

zulegst.“ Dann lautet die Regel: Nur keine

hektischen Lenkbewegungen machen,

einfach dem Verlauf der Bahn folgen.

Und wohl auch ein bisschen auf den lieben

Gott vertrauen.

Spätestens hier fängt sie an, die Überwindung.

Auf dem dunklen Holz der insgesamt

250 Meter langen Runde sind

drei Streifen angebracht, ganz unten ein

schwarzer, etwas höher ein roter und in

der Mitte ein blauer. „Unser Ziel ist es,

ein paar Runden auf dem blauen Strich

zu fahren.“ Eine zu diesem Zeitpunkt

noch ziemlich unrealistische Vorstellung,

aber der Prinz will sich auf keine Kurvendiskussion

einlassen. Hat aber einen königlichen

Tipp in petto. Er fährt in der

nötigen Geschwindigkeit vor, ich soll

mich an sein Hinterrad heften – schließ-

144 SPORTaktiv


lich kann ich dann sicher sein: Wenn

er nicht stürzt, stürze ich auch nicht.

Klingt logisch, also bitte.

Und dann geht er los, der Ritt ins

Ungewisse, der sich schnell als berauschendes

Erlebnis herausstellt. Andreas

beschleunigt, ich hinterher, Meter für

Meter erklimmen wir die Steilkurve.

Und ich werde mit jeder erfolgreichen

Durchfahrt sicherer, habe irgendwann

das Gefühl, wie auf Schienen durch das

Velodrom zu gleiten. Und auch den

Eindruck, dass mir die Bahn entgegenkommt,

aber das könnte daran liegen,

dass ich ob meiner tränenden Augen

tatsächlich eine Kontaktlinse verloren

habe. So muss er sich anfühlen, der

Rausch der Geschwindigkeit, wenn

man mit 60, 70 km/h im Kreis fährt.

„Sehr gut“, lobt mich Andreas, „kann

sein, dass du fast 35 km/h drauf hast.“

Alles eine Frage der persönlichen

Wahrnehmung.

Kleines Problem am Rande: Durch

das ständige Gasgeben werden natürlich

auch die Beine immer schwerer,

was irgendwann zu dem Gefühl führt,

nicht mehr die nötige Geschwindigkeit

zusammenzubekommen. Und bevor es

dann zur unsanften Begegnung mit

dem Holz kommt, signalisiere ich sicherheitshalber,

meinen rauschhaften

Zustand wieder verlassen zu wollen.

Tipp unter Anfängern: In diesem Moment

darf man unter keinen Umständen

der Versuchung nachgeben, den

müden Beinen eine Verschnaufpause

zu gönnen, Stichwort: Lenkerabgang.

Gut, dass mich Andreas eindringlich

davor gewarnt hat.

Zum Runterkommen radeln wir

noch ein paar Runden gemütlich im

Sturzbereich, dabei versucht Andreas

mir die verschiedenen Disziplinen des

Bahnradfahrens näherzubringen. Nur

so viel: Es ist kompliziert (s. Kasten).

Vielleicht hab ich es aber auch nur deswegen

nicht verstanden, weil mein

Körper noch voll damit beschäftigt

war, das aufgestaute Adrenalin zu verarbeiten.

Andreas „Prinz“ Graf empfängt unseren Reporter Markus Geisler in der Radwerkstatt des

Ferry-Dusika-Stadions, dem einzigen Velodrom Österreichs. Um die Steilkurven zu durchfahren,

braucht es eine Mindestgeschwindigkeit von 30 km/h.

SPORTaktiv

145


ATHLETE’S CORNER

HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN: TENNIS-AUFSTEIGER DENNIS

NOVAK ÜBER DIE MAGIE DER TOP 100, FEHLER DER VERGAN-

GENHEIT, DAS LEBEN IM SCHATTEN SEINES BESTEN FREUNDES

DOMINIC THIEM. UND WIE IHN SNOWBOARD-QUEEN JULIA

DUJMOVITS IN CORONA-ZEITEN FIT MACHTE.

„ENDLICH

ANGEKOMMEN!“

Anfang 2020 ist mir etwas

gelungen, auf das ich jahrelang

hingearbeitet habe und

wovon jeder träumt, der professionell

Tennis spielt: Der Einzug in die Top

100 der Weltrangliste! Ich war lange

knapp dran, immer haben ein oder zwei

Ergebnisse gefehlt. Dementsprechend

groß war der Stein, der mir bei den

Australian Open im Jänner vom Herzen

fiel. Da geht es nicht nur darum,

dass man als Top-100-Spieler bei den

großen Turnieren dabei ist, bei jedem

Grand Slam im Hauptbewerb steht. Es

geht ums Prestige, ums Standing. Und

darum, dass ich nicht mehr zu hören

bekomme, dass ich vom Potenzial her

ein Top-100-Spieler bin, der es aber aus

welchen Gründen auch immer nicht

schafft. Jetzt gilt: endlich angekommen!

ZUR WAHRHEIT GEHÖRT

ABER AUCH, DASS ICH

IN MEINEN JUNGEN

JAHREN BESTIMMT

NICHT ALLES RICHTIG

GEMACHT HABE.

Dass es bei mir etwas länger gedauert

hat, hat verschiedene Gründe. Oft

habe ich den härteren Weg gewählt

und lieber topbesetzte Turniere in Europa

gespielt, als vermeintlich leichtere

Punkte in Asien oder Südamerika zu

sammeln. Heute profitiere ich von

dieser Erfahrung, weil ich gelernt habe,

mich in diesen Feldern zu behaupten.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass

ich in meinen jungen Jahren bestimmt

nicht alles richtig gemacht habe. Das

Aufwärmen spielte da schon mal nur

die zweite Geige, die Regeneration

habe ich auch nicht immer so ernst

genommen, wie ich es hätte tun sollen.

Kurzum: Es hat etwas gedauert, bis ich

die professionelle Einstellung, alles,

wirklich alles, dem Profisport unterzuordnen,

verinnerlicht habe.

Faktor Trainerteam

Auf dem Weg dorthin hat mir ein

Trainerteam geholfen, mit dem ich

heute superhappy bin. Zu dem gehören

Wolfgang Thiem, der Vater von

Dominic, Gebhard Gritsch, der als

Fitnesstrainer bis vor einem Jahr Novak

Djokovic betreut hat, und seit vergangenem

Sommer auch Julian Knowle.

146 SPORTaktiv


Dennis Novak schaffte im Jänner

den Sprung in die Top 100 der

Tennisweltrangliste.

Fotos: Getty Images

DENNIS NOVAK

Er schaut bei Turnieren drauf, dass

ich vor und nach den Spielen nichts

schleifen lasse, zum Physio gehe, meine

Übungen mache. Es ist viel leichter,

wenn man jemanden dabei hat,

der so viel Erfahrung auf der Tour

gesammelt hat wie Julian. Der weiß,

wie man mit kleineren Verletzungen

umgeht und größeren vorbeugen

kann.

Nun gab es wohl niemanden auf

der Welt, dem der Corona-Lockdown

gelegen kam, rein sportlich hat er

mir natürlich mächtig in die Suppe

gespuckt. Top 100, ich war gut drauf,

hab auch beim Davis Cup geliefert.

Da war es schon bitter, dass gerade

in dieser Phase die Tenniswelt zum

Stehen kam. Andererseits habe ich

sofort versucht, das Positive daraus

zu ziehen und an ein paar wichtigen

Schrauben zu drehen. Am Platz hieß

das: Ich habe viel an meiner Vorhand,

meinem Aufschlag, meiner Beinarbeit

gefeilt. Mit Gebhard Gritsch habe ich

an meiner Fitness gearbeitet. Und:

Ich habe Yoga für mich entdeckt, um

meine Beweglichkeit zu verbessern

und mehr körperliche Stabilität zu

bekommen.

Durch einen Zufall habe ich

kürzlich auf Instagram Julia Dujmovits

kennengelernt, die als Snowboard-Olympiasiegerin

natürlich

genau weiß, was der Körper eines

Profisportlers braucht. Da sie jetzt

als Yoga-Lehrerin arbeitet, haben wir

gleich eine fruchtbare Zusammenarbeit

begonnen. Zwei-, dreimal pro

Woche trainieren wir gemeinsam,

entweder ist sie in Wien oder wir machen

es online. Ich hätte vorher nicht

gedacht, dass ich davon so stark profitieren

würde, aber es hilft mir ungemein.

Das kann ich jedem Sportler

nur empfehlen. Zumal ich merke,

dass ich auch mental viel davon habe,

dabei sehr gut entspannen kann.

SPORTaktiv

147


Mit Dominic Thiem (Mitte, hier am Bondi

Beach in Australien) verbindet Novak

(2.v.l.) eine langjährige Freundschaft.

Ebenfalls dabei: Sebastian Ofner, Jürgen

Melzer und Oliver Marach.

Komplette Bodenhaftung

Oft werde ich gefragt, wie es ist, als

Nummer 2 in Österreich im Schatten

eines Superstars wie Dominic Thiem

zu leben. Ich kann versichern: Mir

macht das überhaupt nichts aus, im

Gegenteil, es ist mir sogar lieber. So

kann ich oft in Ruhe

meine Arbeit machen

und mich nach vorne

spielen, weil sich der

Fokus der Öffentlichkeit

meist auf ihn richtet. Er

hat sich diese Aufmerksamkeit

absolut verdient,

durch ihn erfährt

Tennis in Österreich

einen Boom, von dem

alle profitieren. Und der

hoffentlich noch viele

Jahre anhält.

Ich kenne Dominic,

seit wir beide zwölf

Jahre alt waren, seitdem

sind wir die besten

Freunde. Daran hat sich

auch nichts geändert,

als er sportlich diesen

rasanten Aufstieg hinlegte.

Wir schreiben

und telefonieren täglich, wenn wir uns

sehen, ist es genauso wie vor zehn Jahren.

Sind wir daheim, käme niemand

auf die Idee, dass er die Nummer 3

der Welt ist. Er ist komplett am Boden

geblieben, genau der gleiche Mensch

wie damals. Manchmal denke ich an

die Zeit zurück, als er, Wolfgang und

ich uns bei Turnieren ein Zimmer geteilt

haben, weil wir uns kein zweites

leisten konnten. Harte, aber auch sehr

schöne Zeiten, die keiner von uns missen

möchte.

Nur beim Fußball sind wir uns

nicht einig. Er ist Chelsea-Fan, mein

Herz gehört, hinter meinem Lieblingsklub

Rapid natürlich, dem FC

Liverpool. In dieser Hinsicht hatte ich

dieses Jahr eindeutig die Nase vorn.

Seit Jahren liefern wir uns mit diesen

Klubs auch auf der Play Station beinharte

Duelle, auch wenn die Matches

nicht immer seriös ablaufen ...

ICH HÄTTE VORHER NICHT

GEDACHT, DASS ICH DA-

VON SO STARK PROFITIE-

REN WÜRDE, ABER YOGA

HILFT MIR UNGEMEIN.

Ziel: Top 50

Jetzt freue ich mich jedenfalls, dass

Mitte August die Saison endlich weitergeht.

Natürlich war es nett, dass wir

in der Corona-Zeit ein paar Turniere

wie die Austrian Pro Series spielen

konnten, bei denen es um etwas Preisgeld

und Prestige ging. Aber es ist für

mich überhaupt kein Vergleich zu

einem ATP-Turnier, bei dem es um

wichtige Weltranglistenpunkte geht.

Ein riesiger Unterschied. Wenn alles

gutgeht ist der Plan, im August nach

Amerika zu fliegen und dort Cincinnati

und die US Open zu spielen.

Dann kommen Kitzbühel, Madrid,

Rom und Paris.

Dabei ist mein Ziel, das Jahr, das so

gut anfing, auch in den Top 100 zu

beenden. Was nicht heißt, dass ich als

aktuell 85. zufrieden bin, wenn ich im

Dezember auf Position 99 stehe. Es

soll schließlich immer nach oben gehen

und die Top 50 wären ja ein schönes

neues Ziel für die kommenden

Monate. Aber niemand weiß, wie lange

es dauert, bis man den Rhythmus

wiederfindet und an die alte Form

anschließt. Aber das geht

ja jedem so. Ich fühle mich jedenfalls

gut vorbereitet.

148 SPORTaktiv


DER NEUE ÖFB CORNER!

Jetzt

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Foto: ©Jorge Antonio / iStockphoto

Kiosk!

SPORTaktiv

149


Michael Cepic

Geschäftsführer NADA Austria

1

Du bist seit nunmehr acht

Jahren Chef der NADA in

Österreich, überraschen dich

Doping-Vorfälle wie bei der „Operation

Aderlass“ überhaupt noch?

Ein ganz klares „Nein“! Der Sport hat

sich zu einem enormen Wirtschaftszweig

entwickelt, in dem es immer wieder

zu Betrug gekommen ist, kommt und

kommen wird. Was einen immer wieder

aufs Neue überrascht, ist die Dreistigkeit

und zum Teil die kriminelle Energie in

diesem Zusammenhang.

2Wir bitten um die wichtigsten

Eckdaten zur NADA.

Die NADA Austria wurde 2008

gegründet und schützt die Rechte aller

Sportlerinnen und Sportler auf sauberen

Sport. Um dieses Ziel zu erreichen, führen

wir jährlich ca. 3000 Dopingkontrollen

durch und sind mit unserem Referententeam

österreichweit mit ca. 350

Vorträgen fast jeden Tag im Einsatz. In

der Zentrale der NADA Austria arbeiten

13 vollzeitbeschäftige Personen täglich

für fairen Sport in Österreich und werden

dabei von ca. 120 Mitarbeitern als

fallweise beschäftigte Kontrolleure bzw.

Referenten unterstützt.

3

Was sind aktuell deine drei

wichtigsten Projekte?

Das aktuell wichtigste Projekt

ist der Neuerlass des Anti-Doping-Bundesgesetzes

2021 in Verbindung mit

Inkrafttreten des neuen WADA-Codes

am 1. Jänner 2021.

Zweitwichtigstes Projekt ist die Stärkung

der Zusammenarbeit und die Stärkung

des Auftritts der CEADO (Central

European Anti-Doping Organisation),

die im Mai 2019 in Budapest gegründet

wurde. Ein Zusammenschluss von aktuell

7 Anti-Doping-Organisationen aus

Slowenien, Kroatien, Ungarn, Serbien,

der Slowakei, Polen und Österreich.

Den aktuellen Vorsitz bis 2023 führt

Österreich. Ziel ist es, mit diesem Zusammenschluss

die Stimme der einzelnen

kleinen Länder auf internationaler

15

Ebene zu stärken und die Kooperationen

in vielen Bereichen zu intensivieren.

Projekt Nummer drei ist die Umstellung

aller administrativen Vorgänge

innerhalb der NADA Austria auf papierlos.

Immerhin arbeiten für NADA

Austria im Kontrollbereich und in der

Prävention österreichweit ca. 120 fallweise

Beschäftigte, ohne deren Einsatz

und Engagement für einen sauberen

Sport die Bewältigung der gesetzlichen

Aufgaben unmöglich wäre. Hier gilt es

zeitgemäße Strukturen aufzubauen.

4

Wo

steht die NADA

in 10 Jahren?

Ich sehe die Entwicklung

nicht gesondert für die NADA Austria,

sondern im internationalen Zusammenhang.

Ich weiß nicht, ob diese

Entwicklung in den nächsten 10 Jahren

stattfindet oder 15 Jahre dauert, aber

es wird zu weiteren gesetzlichen Regelungen

im Anti-Doping-Bereich auf

internationaler Ebene kommen, nach

dem Vorbild Österreichs, wo die Zusammenarbeit

mit Staatsanwalt, Polizei

und Gerichten gesetzlich geregelt ist.

Der Spitzensport ist und wird verstärkt

ein riesiger Wirtschaftsbereich sein. Da

komme ich mit Statuten aus den 50erund

60er-Jahren nicht mehr weit. Es bedarf,

wie in jedem anderen Wirtschaftsbereich

auch, gesetzlicher Regelungen.

Fotos: NADAAaustria, Privat

150 SPORTaktiv


5

Was würdest du machen,

wenn du deinen aktuellen

Job nicht hättest?

Wenn ich nicht die spannende Aufgabe

in der NADA übernommen hätte, wäre

ich voraussichtlich immer noch in der

Privatwirtschaft im Management tätig

und für den (Basketball-)Sport ehrenamtlich.

6

Dein Lebensmotto?

„You never lose, until you stop

trying!“ Niederlagen gehören

ebenso wie Siege zum Sport und zum

Leben. Man darf ruhig hinfallen, wichtig

ist, dass man wieder aufsteht und

weitermacht. Diesbezüglich bietet der

Sport auf allen Leistungsebenen vor

allem für junge Menschen eine perfekte

Lebensschule.

7

Wie siehst du dich in deiner

Führungsrolle?

Ich sehe mich als Teamleiter, der

versucht, das Potenzial seiner MitarbeiterInnen

zu deren und zur Zufriedenheit

der Organisation und zur Erreichung

des gemeinsamen Zieles „Schutz der

sauberen SportlerInnen“ so weit wie

möglich auszuschöpfen. Dazu bedarf es

klarer Zielvorgaben, Regeln und eines

individuellen Eingehens auf die Teammitglieder.

8

Was würdest du gerne im

österreichischen Sport ändern?

Die verkrusteten Strukturen zum

Wohle der SportlerInnen und des Sports

aufbrechen.

9

Mit welchem Sportler

würdest du gerne einen

Abend verbringen?

Da würden mir sehr, sehr viele sowohl

nationale als auch internationale Persönlichkeiten

einfallen. Da ich aus dem

Basketball komme, würde ich mich auf

internationaler Ebene für Michael Jordan

entscheiden. Auf nationaler Ebene

für Kira Grünberg, weil ich ihre innere

Kraft und ihren Kampfgeist bewundere.

10

Wie und wo entspannst

du dich?

Beim Sport, sowohl aktiv

als auch passiv.

11

Worauf bist du stolz?

In erster Linie auf meine

Familie. Ich bin seit 29

Jahren verheiratet und habe drei wunderbare,

mittlerweile erwachsene Kinder.

12

Welche Sportarten übst

du selbst aus?

Im Sommer mit Vorliebe

Straßenradfahren, Schwimmen und

nach wie vor Basketball, allerdings in

einem etwas langsameren Tempo als zu

meiner aktiven Zeit.

13

Was sind deine Hauptmotive

fürs Sporteln?

Ich kann mich dabei so

richtig vom Alltagsstress erholen und,

wie zum Beispiel beim Rennradfahren,

auch die Natur – bevorzugt im Wechselgebiet

in Niederösterreich – genießen.

14

Wie ist dein Eindruck vom

Fitnesszustand der Österreicher

im Allgemeinen?

Speziell im Kinder- und Jugendbereich

mache ich mir ernsthaft Sorgen. Da ich

durch meinen Beruf, zumindest vor Corona,

im internationalen Sportbereich

einiges gesehen habe, muss ich ganz klar

festhalten, dass die Politik gefordert ist,

dem Sport in Österreich einen international

üblichen Stellenwert zu geben.

Zwei Beispiele: Österreich hat kein 50-

Meter-Schwimmbecken westlich von

Linz und auch kein für die Champions

League taugliches Stadion etc. etc.

15

Zu guter Letzt: Zu welchen

Teams hält der

Sportfan Michael Cepic?

Da ich in den USA (Nebraska) ein

Semester studiert habe, bin ich immer

noch ein großer Fan der Football- und

Basketballmannschaft der University of

Nebraska. Im Fußball bin ich bei Weltmeisterschaften

mangels österreichischer

Teilnahmen bei den letzten Events ein

großer England-Fan.

Die Nationale Anti-Doping Agentur Austria

GmbH (NADA Austria) mit Sitz in Wien

ist eine nicht gewinnorientierte, unabhängige

Anti-Doping Organisation. Per Beschluss

des Anti-Doping Gesetzes hat die NADA

Austria GmbH als unabhängige Dopingkontrolleinrichtung

die Aufgabe der umfassenden

Anti-Doping Arbeit im Sport. Grundlage

der präventiven und repressiven Tätigkeiten

sind das Anti-DopingBundesgesetz und der

Welt-Anti-Doping-Code.

Michael Cepic (57) ist seit Sommer 2012

Geschäftsführer der NADA Austria. Als aktiver

Basketballer war er Vizestaatsmeister

und Europacup-Teilnehmer, später beruflich

in der Privatwirtschaft in den USA. Cepic ist

verheiratet und hat drei Kinder.

SPORTaktiv

151


DIE SPORTFAMILIE DER ENERGIE AG FEIERT IHR 20-JÄHRIGES

BESTEHEN. UND BLICKT AUF SPEKTAKULÄRE ERFOLGE,

VIEL KNOWHOW-TRANSFER UND EINEN EINZIGARTIGEN

ZUSAMMENHALT ZURÜCK. EIN MODELL, DAS AUCH IN

ZUKUNFT FÜR SIEGE UND MEDAILLEN MADE IN

OBERÖSTERREICH SORGEN SOLL.

EINE

SCHRECKLICH

ERFOLGREICHE

FAMILIE

4Olympia-Medaillen. 13 Weltmeister-

und acht Europameistertitel.

Insgesamt mehr

als 50 Podestplätze bei Großereignissen

wie WM oder EM. Es ist

eine herausragende Erfolgsbilanz, auf die

Athlet*Innen der Sportfamilie der Energie

AG verweisen können. Ob der Abfahrts-WM-Titel

von Hannes Trinkl

2001, die Podestplätze von Michael

Hayböck bei der Vierschanzentournee

2015 und 2016 oder zuletzt die sensationelle

Bronzemedaille im Diskuswerfen

von Lukas Weißhaidinger bei der WM

2019 in Doha. Bei all diesen Erfolgen

saß die Sportfamilie mit im Boot und

freute sich über beachtliche Leistungen.

„Für mich als genereller Sportfanatiker

ist so eine Konstellation natürlich fantastisch“,

sagt Vincent Kriechmayr, sechsfacher

Weltcupsieger in den Speed-Disziplinen

und zweifacher Medaillengewinner

bei der letzten Ski-WM in Aare. „Von so

etwas kann man als Spitzensportler nur

profitieren.“

Vor 20 Jahren hat man in der Energie

AG Oberösterreich begonnen, neben

klassischen Sportsponsoring-Aktivitäten

auch gezielt Einzelsportler aus dem heimischen

Bundesland zu fördern. Daraus

entwickelte sich bald eine Gruppe von

Athlet*Innen, die trotz unterschiedlicher

Sportarten nicht nur gut miteinander

auskamen, sondern auch extrem erfolgreich

wurden. Unter dem Titel „Energie

AG Sportfamilie“ rief der ehemalige Generaldirektor

Leo Windtner, der seit

2009 auch als Präsident des Österreichischen

Fußball-Bundes (ÖFB) fungiert,

dieses einzigartige Sportsponsoring-Programm

ins Leben, das mittlerweile weit

über die Grenzen von Oberösterreich hinaus

bekannt und anerkannt ist. „Die

herausragenden Erfolge sind der Lohn

für das Engagement und den unbändigen

Ehrgeiz der Sportlerinnen und

„SPORTFAMILIE

STEHT FÜR NACH­

HALTIGE FÖRDE­

RUNG VON JUNGEN

SPORTLER­

INNEN UND

SPORTLERN“

Generaldirektor

DDr. Werner Steinecker

Sportler, den wir als Partner hautnah

mitbekommen“, erklärt der 69-Jährige.

Heuer feiert die Energie AG Sportfamilie

ihr 20-jähriges Jubiläum. Der

Schwerpunkt dieser Sportförderung liegt

nach wie vor in der nachhaltigen Unterstützung

aufstrebender Talente, deren

Lebensmittelpunkt in Oberösterreich

liegt. Sie sollen ihren Weg an die Weltspitze

finden und sich sportlich und

Fotos: Hermann Wakolbinger, Robert Maybach

152 SPORTaktiv


menschlich in einem geeigneten Umfeld

weiterentwickeln können. Auch jenen

Athleten, die bereits in der Weltspitze

angekommen sind, bietet das Unternehmen

ein Umfeld für die individuelle

sportliche und menschliche Weiterentwicklung.

Zu den aktuellen Aushängeschildern

zählen Top-Sportler wie Vincent

Kriechmayr (Ski alpin), Michael

Hayböck (Skispringen), Andrea Limbacher

(Ski Cross) oder Lukas Weißhaidinger

(Diskuswerfen).

Eine Entwicklung, auf die man zu

Recht mit einer Portion Stolz blickt.

„Sportfamilie steht für nachhaltige Förderung

von jungen Sportlerinnen und

Sportlern. Wenn diese dann auch noch

in der Weltspitze angekommen sind,

macht uns das besonders stolz und bestätigt

unseren eingeschlagenen Weg!“,

MITGLIEDER DER

ENERGIE AG

SPORTFAMILIE

Kapitän Hannes Trinkl (Ski Alpin)

David Brandl (Schwimmen)

Barbara Haas (Tennis)

Michael Hayböck (Skisprung)

Vincent Kriechmayr (Ski Alpin)

Max Lahnsteiner (Ski Alpin)

Ana Roxana Lehaci (Flachwasser-Kanu)

Andrea Limbacher (Ski Cross)

Thomas Mayrpeter (Ski Cross)

Johnny Rohrweck (Ski Cross)

Viktoria Schwarz (Flachwasser-Kanu)

Stefan Spiessberger (Kite-Boarding)

Mendy Swoboda (Para-Kanu)

Alexander Trampitsch (Schwimmen)

Lukas Weißhaidinger (Diskus)

SPORTaktiv

153


Wann und wie kamst du zur

Sportfamilie?

Hannes Trinkl: Leo Windtner hat

das Projekt im Jahr 2000 ins Leben

gerufen. Ich war mächtig

stolz, dass ich als erster Athlet

dabei sein durfte. Die Initiative

ging von der Energie AG aus.

War das am Anfang ein reines

Sponsoring?

Nein, das war schon damals

mehr. Die Zusammenarbeit war

in Einklang mit den Konzerninteressen,

Einbindung von Kunden

und Mitarbeitern, das Ganze abgestimmt

auf meine persönlichen

Bedürfnisse. Da steckt bis

heute ein starkes Konzept dahinter.

Ein gutes Miteinander aller

Beteiligten, von dem jeder profitiert.

Deshalb nennen wir es ja

auch Familie.

INTERVIEW

„DAS IST EINZIGARTIG“

Abfahrts-Weltmeister Hannes Trinkl war der erste Athlet der

Sportfamilie und fungiert heute als ihr Kapitän.

Jetzt bist du das Oberhaupt

der Familie ...

Nein, das ist immer der Generaldirektor,

also aktuell Werner

Steinecker. Durch meine Erfahrung

und die Tatsache, dass ich

der Älteste bin, nennt man mich

Kapitän. Wir stimmen uns ab,

schauen, welche Sportler zu unserer

Philosophie passen und ob

die Leistungen dementsprechend

sind. Die Sportler sollen die Möglichkeit

bekommen, ihr Potenzial

bestmöglich abzurufen.

Ist so etwas wie die Sportfamilie

in anderen Ländern üblich

oder hat sie ein Alleinstellungsmerkmal?

So wie es die Sportfamilie der

Energie AG macht, ist es einzigartig.

Was es immer öfter gibt,

sind Versuche, das System nachzuahmen.

Gerade in der Schweiz

gibt es derzeit einige Projekte.

Ich denke, dass dies die Zukunft

des Sportsponsorings sein wird.

Es ist ja für alle sinnvoll, wenn

es eine echte Verbundenheit unter-

und miteinander gibt.

Das heißt, es gibt einen Wissenstransfer

beispielsweise

vom Kanu- zum Skifahrer?

Ja, wenn es sich anbietet. Es

gibt einmal im Jahr ein Familientreffen,

bei dem geschaut wird,

dass möglichst jeder Zeit hat.

Dann gibt es einen Erfahrungsaustausch

auf allen Ebenen. In

kleineren Gruppen trifft man sich

auch öfter.

Alle Infos zur Sportfamilie

der Energie AG gibt es auf

der Homepage

www.sportfamilie.at

sagt Generaldirektor DDr. Werner Steinecker.

Aktuell besteht das Team der Energie AG

Sportfamilie aus 15 der erfolgreichsten Spitzensportlerinnen

und -sportler Oberösterreichs (s.

Kasten). Schlagworte wie Zusammengehörigkeit,

Authentizität, Lernen von- und Spaß miteinander

zeichnen das Team aus.

Einzigartig an dieser Form des Sportsponsorings

ist, dass ein großes Augenmerk auf eine

Rundumversorgung der Athletinnen und Athleten

gelegt wird. Diese reicht von zusätzlichem

medizinischen Angebot über Medientrainings

bis zur einheitlichen Bekleidung. Besonders

stolz ist man darauf, viele erfolgreiche Sportler

aus diversen Randsportarten zu unterstützen,

die oft zu wenig ins Rampenlicht gestellt werden.

Zusätzlich trifft sich das Team der Sportfamilie

mehrmals jährlich um sich auszutauschen,

gemeinsam auf die Sportsaison zurückzublicken

oder einfach Erfolge zu feiern.

Kapitän der Sportfamilie ist Abfahrtsweltmeister

Hannes Trinkl, der mit dem Weltmeistertitel

von St. Anton 2001 Geschichte schrieb

und den ersten großen Erfolg für die Energie

AG einfuhr. Seine Aufgabe liegt jetzt vor allem

darin, die jüngeren Mitglieder der Energie AG

Sportfamilie mit seiner langjährigen Erfahrung

und seinem großen Wissensschatz aus dem Bereich

des professionellen Sports zu unterstützen.

Sie können sich an ihn wenden und bekommen

wertvolle Tipps und Ratschläge: „Die Energie

AG Sportfamilie ist mittlerweile eine einzigartige

und vorbildliche Institution im Sportsponsoring

in ganz Österreich und sogar weltweit. Für

die Mitglieder ist sie eine große Unterstützung,

denn sie wissen, dass ein starker und zuverlässiger

Partner wie die Energie AG hinter ihnen

steht! Sie können sich voll darauf konzentrieren,

ihre Visionen und sportlichen Ziele zu erreichen,

sich weiterzuentwickeln und Spitzenleistungen

zu erbringen.“

Die Sportstars sind dabei allerdings längst

nicht nur Botschafter des Unternehmens nach

außen, sondern geben im Rahmen des internen

Gesundheitsprojekts „energy@work“ den Mitarbeitern

Tipps in Form von Schwimmtrainings,

Karate-Kursen oder Tennis-Tagen. Und gewähren

dabei auch einen authentischen Einblick in

das Leben eines Spitzensportlers. Im Zuge der

Energie AG – Ferienwoche sind die Sportler der

Sportfamilie aktiv, und die Kinder der Mitarbeiter

können mit dem einen oder anderen Sportler

in Tuchfühlung gehen. Wie in einer großen

Familie eben.

154


Vincent Kriechmayr

Ski Alpin

Michael Hayböck

Skisprung

Lukas Weißhaidinger

Diskus

Thomas Mayrpeter

Ski Cross

Stefan Spiessberger

Kitesurfen

Ana Roxana Lehaci

Flachwasser-Kanu

Mendy Swoboda

Parakanu

Viktoria Schwarz

Flachwasser-Kanu

Barbara Haas

Tennis

Johnny Rohrweck

Ski Cross

David Brandl

Schwimmen

Max Lahnsteiner

Ski Alpin

Alexander Trampitsch

Schwimmen

Andrea Limbacher

Ski Cross

T AMGEIST

Bettina Plank

Karate

Hannes Trinkl

Kapitän

Bilder: Robert Maybach und gepa-pictures

Die Energie AG unterstützt und fördert seit 20 Jahren Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich, die

sich mit Topleistungen revanchieren. Leistungswille, Zusammengehörigkeit und Authentizität zeichnen

die Energie AG - Sportfamilie aus. Diese Art der Sportförderung ist einzigartig, nachhaltig und typisch für die

Energie AG und Oberösterreich. www.sportfamilie.at

Entgeltliche Einschaltung


KOSTENLOS

FÜR FIRMEN

Die Tools gibt es kostenlos

zum Ausprobieren für österreichische

Betriebe und Organisationen.

Lediglich eine

Erhebung (anonymisierte

Umfrage) für die Dokumentation

des Projekts ist damit

verbunden. Anfragen zu

den Tools bitte an:

info@betriebssport.at

www.firmensport.at

ALLER ANFANG

IST LEICHT!

DIE ARBEIT DES „ÖSTER-

REICHISCHEN BETRIEBS-

SPORT VERBANDS“ UM-

FASST NICHT NUR DIE

FÖRDERUNG VON BEWE-

GUNG IN UNTERNEHMEN

– AUCH DIE SUCHE NACH

INNOVATIONEN GEHÖRT

DAZU.

Das Nudging Tool animiert

zu Kniebeugen.

Inspiration bei der Suche nach

Innovationen holt sich das Team des

Betriebssport Verbands aus anderen

Branchen oder der Forschung. Ein

Beispiel dafür ist „Nudging“. Es

bedeutet „Anstupsen“ und erklärt sich

anhand eines einfachen Beispiels: In den

frühen 90er-Jahren brachte der Amsterdamer

Flughafen neben den Abflüssen

der Männerurinale Sticker an, die eine

schwarze Fliege abbildeten. Was

passierte? Die Verunreinigung ging um

80 Prozent zurück – offenbar war es eine

instinktive Reaktion, direkt auf die

Fliege zu zielen, ohne sich des positiven

Nebeneffekts bewusst zu sein.

Ein Ziel des ÖBSV ist die Förderung

von Gesundheit, dazu braucht es ein

gewisses Maß an Bewegung und Sport.

Da dies nicht immer mit intensiven

Arbeitszeiten, stressigen Routinen und

der fordernden Lebenswelt vereinbar ist,

versucht der Betriebssport Verband viele

verschiedene Bewegungsformen

anzubieten und auch innovative

Lösungen für Firmen zu konzipieren.

Eine dieser Innovationen sind „Bewegungs-Nudging-Tools“.

Die Tools

steigern die intrinsische Motivation und

bringen das Thema Gesundheit mit

Spaß auf die Wahrnehmungsebene der

Kollegenschaft. Eines dieser Tools

wurde gerade erst fertiggestellt (kleines

Bild): Durch Licht- und Soundimpulse

sowie positive Belohnung wird man

dazu animiert, Kniebeugen zu machen.

Am Ende der Übung gibt es einen

Traubenzucker als Belohnung.

Auch 2019 hat es schon eine Kleinserie

dieser „Nudging-Tools“ gegeben, die

durch positive Soundsignale das

Stiegensteigen belohnt haben. Wer es

gerne ein bisschen klassischer will, hat

auch die Möglichkeit, einen Fußbodenaufkleber

zu bekommen, der das

klassische Kindergartenspiel „Tempelhüpfen“

darstellt.

Die neuen Tools gibt es kostenlos für

Firmen zum Ausprobieren – mehr dazu

im Kasten oben!

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156 SPORTaktiv


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Zynisch gefragt: Sind Sie froh, dass Ihnen

das Trainerdasein in der Coronakrise

erspart blieb?

Ich finde die Frage nicht zynisch, hab mir

darüber auch Gedanken gemacht. Und,

ja, vielleicht war es nicht die ungünstigste

Zeit, beurlaubt zu sein. Es war für Vereine,

Trainer und Verantwortliche keine

einfache Phase. Gar nicht so sehr vom

Coaching, aber vom Drumherum.

Sie waren bis zu Ihrer Rückkehr nach

Athen acht Monaten ohne Job, so lange

wie noch nie, seit Sie als Profitrainer

arbeiten. Drückte das aufs Gemüt

oder waren Sie froh, mal durchschnaufen

zu können? (Anm.: Das Ge­

ich von Verträgen abhängig und muss

mich dem beugen.

Sie sprechen es an. Weil Nürnberg in

allerletzter Sekunde der Relegation

gegen Ingolstadt traf, hat sich durch

den Klassenerhalt auch Ihr Vertrag um

ein Jahr verlängert. Eine Situation, die

ich mir merkwürdig vorstelle.

Grundsätzlich habe ich mich gefreut, dass

Nürnberg den Klassenerhalt geschafft

hat, der Verein gehört mindestens in die

2. Liga. Ein großer Klub, bei dem ich viele

Erfahrungen machen und großartige

Menschen kennenlernen durfte, unabhängig

von meiner Vertragslage. Diese

hat Vor- und Nachteile. Auf der einen

Damir Canadi kehrt

zur neuen Saison zu

seinem Ex-Klub Atromitos

Athen zurück.

„DA KRITISIERE

ICH DIE SPIELER“

spräch wurde vor der Unterschrift in

Athen geführt.)

Ich habe es positiv gesehen. Ich bin seit

20 Jahren Trainer, jeder weiß, wie intensiv

und anstrengend der Job ist. Da

kommt so eine Pause schon gelegen

(lacht). Speziell dann, wenn man gerade

50 Jahre alt geworden ist.

Haben Sie sich eine Deadline gesetzt,

wann Sie wieder auf dem Trainerkarussell

mitfahren wollten, um nicht

Gefahr zu laufen in Vergessenheit zu

geraten?

Grundsätzlich wurde ich im November

in Nürnberg ja nicht entlassen, sondern

beurlaubt. Dementsprechend lag die

Entscheidung nicht nur bei mir, sondern

auch beim Verein. Dass man als Trainer

lieber am Rasen steht und coacht, versteht

sich von selbst. Andererseits bin

GEFEIERTER LANG-

ZEIT-COACH, GEFEUERTER

KURZZEIT-TRAINER – DAMIR

CANADI KENNT DIE GANZE

PALETTE DES BERUFS. IM

INTERVIEW SPRICHT ER

ÜBER VERTRAUEN, SCHUB-

LADEN, DATENHÖRIGKEIT

UND DEN VERLUST DES

MITTELWEGES.

VON MARKUS GEISLER

Seite steht eine gewisse finanzielle Sicherheit,

andererseits kann ich nicht frei entscheiden,

wenn ein Angebot hereinkommt.

Sie wurden in Nürnberg beurlaubt, als

der Club 11. war. Darüber wäre man

am Ende der Saison froh gewesen.

Nach dem Abstieg gab es einen intensiven

Umbruch. Neuer Trainer, 20 Abgänge,

16 Neue. Ausgemacht war, dass wir

uns im ersten Jahr stabilisieren wollten.

Dann gab es ein paar fragwürdige Entscheidungen

mit dem VAR, unglückliche

Gegentore in der Nachspielzeit –

plötzlich entsteht eine Energie, die du

158 SPORTaktiv


man das so analysieren. Man muss aber

jeden Verein individuell betrachten. In

Altach war ich total in die Transfers eingebunden,

genauso in Athen, wo wir in

dieser Hinsicht ganz viel richtig gemacht

haben. Bei Rapid gab es in meiner Zeit

überhaupt keinen Transfer, es war ja

nicht mal ein Sportdirektor da. Und

auch in Nürnberg war ich außen vor, da

gibt es andere Strukturen, da entscheiden

viele Leute und Gremien über

Transfers. Somit kann man die Frage

leicht beantworten.

Ex-Sturm-Sportchef Günter Kreissl hat

Sie mal als Beispiel genannt, wie

kompliziert die „Königsdisziplin“ Trainersuche

ist, da Sie bei verschiedenen

Klubs so unterschiedlich abschnitten.

Was muss aus Ihrer Sicht gegeben

sein, damit die Ehe Trainer/Klub funktioniert?

Das Schlüsselwort heißt Vertrauen, das

muss man sich als Trainer rasch erarbeiten.

Gerade bei der Kaderzusammenstellung

muss es harmonieren. Wie will ich

spielen, welche Spieler brauche ich dafür?

Nicht nur sportlich, auch charakterlich.

In den letzten Jahren verlässt man

sich zu sehr auf statistische Daten, wenn

man Spieler holt. Die sind aber nur die

eine Seite der Medaille, die andere ist

der Mensch, der dahintersteckt, der

Charakter. Das geht nur über persönliche

Gespräche, nicht über Zahlen. Sich

diese Arbeit anzutun, ist der Schlüssel

zum Erfolg. Und dann ist es sicher leichter,

wenn es im Verein kurze Wege gibt,

als wenn noch ein großes Gremium, wo

Interessen von Medien oder Spielerberater

dazukommen, involviert ist. Wissen

Sie, was ein gutes Beispiel dafür ist?

Fotos: Getty Images

als Trainer nicht beeinflussen kannst.

Und trotzdem gibt es in so einem großen

Klub Menschen, die der Meinung

waren, wir müssten mit diesem Team

aufsteigen, trotz meiner Warnungen.

Heute weiß man, dass meine Analyse

wohl die wertvollere gewesen wäre.

Sie sagen „großer Klub“. Sie haben mit

Underdogs wie Altach oder Atromitos

Athen eindeutig überperformt, mit Traditionsklubs

wie Rapid Wien oder zuletzt

dem 1. FC Nürnberg die Ziele nicht

erreicht. Reiner Zufall oder liegt Ihnen

einfach die Rolle des Außenseiters?

Wenn man in Schubladen denkt, kann

Sagen Sie es!

Borussia Mönchengladbach. Sie haben

mit Max Eberl einen Sportdirektor, der

ganz kurze Wege hat, seine strategischen

Entscheidungen in Absprache mit dem

Trainer trifft. Das ist vorbildlich.

Die von Ihnen angesprochene Datenhörigkeit

ist ein Trend, der aus dem

US-Sport kommt und sich immer mehr

durchsetzt.

SPORTaktiv

159


Genau! Und die Entwicklung ist einerseits

auch positiv. Man darf nur nicht

vergessen, auch hinter die Zahlen zu

schauen. Ich sage jetzt bewusst einen

Kritikpunkt Richtung Spieler. Die meisten

schauen nach dem Match sofort auf

ihre Werte: Laufkilometer, Sprints,

Zweikämpfe ... Dann wird nur noch für

diese Zahlen gespielt. Nach einer Niederlage

heißt es: Aber ich war ja gut,

schaut auf meine Daten. Ich finde es

nicht gut, wenn Spieler sich hinter diesen

Daten verstecken.

Kommen wir nach Österreich, wo

Salzburgs Jesse Marsch zum Trainer

der Saison gewählt wurde. Zu Recht?

Ist es wirklich ein Kunststück, mit einer

Mannschaft den siebenten Titel in

Folge zu holen?

Ich hatte 2015 das Glück, diese Auszeichnung

zu bekommen. Ich finde,

heuer hätten es sich einige Trainer in

Österreich verdient gehabt. Es ist trotz

allem nicht so leicht, mit einer Mannschaft

wie Salzburg Meister zu werden,

wie sich das viele vorstellen. Die haben

jedes halbe Jahr Abgänge und müssen jedes

Mal 16- bis 18-jährige Talente entwickeln.

Das ist eine unheimlich schwere

Aufgabe. Dominik Szoboszlai, Patson

Daka, die waren vor einem Jahr längst

nicht so weit wie heute, die wurden entwickelt.

Unter diesem Aspekt hat Jesse

Marsch einen hervorragenden Job gemacht.

Aber auch Markus Schopp in

DAMIR

CANADI

Der am 6. Mai 1970 in Wien geborene

Trainer feierte seine größten

nationalen Erfolge in Altach, wo sich

der Klub unter ihm zweimal für die

Europa League qualifizierte. Nach

einem verunglückten Kurzgastspiel

bei Rapid (0,88 Punkte im Schnitt)

ging er zum griechischen Underdog

Atromitos Athen, den er ebenfalls

ins internationale Geschäft führte

und zu dem er jetzt zurückkehrt. Im

Sommer 2019 wurde er bei Bundesliga-Absteiger

1. FC Nürnberg

präsentiert, nach nur 14 Spielen im

November aber wieder beurlaubt.

Hartberg oder Valerien Ismael beim

LASK hätten sich die Auszeichnung verdient

gehabt.

Sie sprechen Ismael an. Der galt bis

Mitte März als Wunderwuzzi beim

LASK und wurde kurz darauf entlassen.

Ich kenne keine Interna, aber das ist unser

Job. Jeder, der Trainer wird, weiß,

mit welchen Dingen wir konfrontiert

werden. Das muss man lernen.

Aber greifen Sie sich nicht mal an den

Kopf und denken: In welch verrücktes

Business bin ich da reingeraten?

Nein! Ich habe mich bewusst in diese Situation

begeben, mir den Beruf selbst

ausgesucht. Hätte ich es auf Pragmatisierung

angelegt, wäre ich woanders gelandet.

Wir haben unser Hobby zum Beruf

gemacht, das ist wunderschön. Und in

Phasen des Erfolgs bekommen wir auch

sehr viel Lob und Anerkennung. Eines

ist allerdings verloren gegangen.

Und zwar?

Der Mittelweg. Keiner schaut mehr auf

Entwicklung. Mit dem letzten Ergebnis

geht es oft in die Analyse, das ist der falsche

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MEINE ABENTEUER MIT

DEM SUP-UNTERNEHMER

EGYD

GSTÄTTNER

Der Klagenfurter

ist freier

Schriftsteller

und Hobbysportler.

Der neue Gatte meiner Exschwägerin hat das

große Los gezogen! Er ist SUP-Unternehmer!

Als er seine schönen Standuppaddelboards

der Reihe nach auf der Badewiese schlichtete

und mich kommen sah, geriet ein Glanz in seine

Augen und es gab kein Entkommen mehr: Ich

musste auf eines seiner Paddelboards hinauf und auf

den See hinaus! Ahoi! Es sei ja, wie mir meine Exschwägerin

versicherte, auch gar nichts dabei. Der

liebe Stand-up-Paddelanimateur rief mir, der ich auf

dem Kunststoffbrett noch kniete und wackelte, von

seinem eigenen Board aus als Erstes zu: „Du musst

Oberkörper und Unterkörper trennen!“ Diese Anweisung

stieß mich sofort in tiefste Verzweiflung,

hatte ich doch Oberkörper und Unterkörper all die

fünfzig Jahre meines Lebens lang nicht getrennt, gewissermaßen

intuitiv der Losung folgend: Was Gott

miteinander verbunden hat, das soll der Mensch

nicht trennen. Dass ich an Gott an und für sich

nicht glaube und Trennungen an der Tagesordnung

stehen, tut dabei nichts zur Sache.

Vor lauter Höflichkeit versuchte ich, dem Lehrer

meine Verzweiflung zu verbergen, da kam schon die

nächste gut gemeinte Anweisung: „Sehnen, Muskeln

und Knochen integrieren!“ Aha. Hätte er noch das

Wort „Ganzheitlichkeit“ verwendet, ich hätte mich

nicht gewundert.

Total darauf konzentriert, wie ich einerseits

Sehnen, Muskeln und Knochen vereinbare, andererseits

Ober- und Unterkörper trenne, merke ich

kaum, dass ich mich aus der Kniehaltung, in der

man bekanntlich die meisten Fortschritte erzielt,

in die Hocke und aus der Hocke in den aufrechten

breitbeinigen Stand hochbalanciere. Na also!

„Das Paddel nur mit dem Oberkörper bedienen,

nicht mit der Hand!“ Na, wenn’s weiter nichts ist!

Und jetzt: „Genieße die Natur!“ Ich befolgte auch

diese letzte Anweisung des Paddelanimateurs noch

und fragte mich pantheistisch, ob ich die Strandvillen

gleich mitgenießen soll. Eben noch auf den

Knien, wandelte ich nun trockenen Fußes über

den See. Ein messianisches Gefühl! Ein Jesus-Feeling!

Göttlich! Gerade wollte ich zu einer Segnung

ansetzen, als mein Board und ich darauf zu wackeln

begannen, und ehe ich mich’s versah, war ich ins

Wasser geplumpst!

Wie gesagt: Eigentlich glaube ich ja nicht an Gott

und Stand-up-Paddeln kommt vor dem Fall!

IMPRESSUM

sportaktiv.com

EIGENTÜMER/VERLEGER

TOP TIMES Medien GmbH, 8010 Graz, Gadollaplatz 1

Tel.: 0 316/80 63-25 80

SPORTaktiv ist ein Titel der Styria Media Group.

Offenlegung gem. § 25 MedienG mit der Url: sportaktiv.com/de/offenlegung

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Mag. Alfred Brunner, MBA, E-Mail: alfred.brunner@styria.com

Assistenz: Elisabeth Rechling (-25 86)

CHEFREDAKTION

Klaus Molidor (-25 93), E-Mail: klaus.molidor@styria.com

REDAKTION

Christoph Heigl (-25 88), Christof Domenig (-25 89), Thomas Polzer (-25 87)

STÄNDIGE MITARBEITER

Markus Geisler, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt,

Wolfgang Kuhn, Oliver Pichler, Axel Rabenstein, Stephan Skrobar

FOTOREDAKTION

Thomas Polzer (-25 87)

162 SPORTaktiv

SPORTaktiv

05/2020

erscheint am

5. Oktober

ANZEIGENLEITUNG

Arnold Pauly (-25 83), E-Mail: arnold.pauly@styria.com

ANZEIGEN

Bertram Taferner (-25 85), Kevin Laimer (-25 95),

Thomas Pirker (-25 84), Veronika Kainer (-25 82), Elisabeth Rechling (-25 86)

SEKRETARIAT

Petra Ofner, Tel.: 0 316/80 63-25 80, E-Mail: office.sportaktiv@styria.com

ONLINE-REDAKTION

Claudia Riedl (-25 94), Sarah Baier (-25 90)

DESIGN, LAYOUT & PRODUKTION

Christoph Geretschlaeger

HERSTELLER

Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl

Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.

ABO-HOTLINE

Styria Marketing Services GmbH & Co KG, „Abo SPORTaktiv“,

Hainburger Straße 33, 1030 Wien

Tel.: 01/51414-800, Fax: 01/51414-810, E-Mail: abo@sportaktiv.com

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ein unverbindl. empf., nicht kart. Preisnachlass inkl. MwSt. und NoVA und wird vom unverbindl.

empf., nicht kart. Listenpreis abgezogen. Nähere Infos bei teilnehmenden VW Betrieben.

Verbrauch: 8,1 – 8,8 l/100 km, CO 2 -Emission: 212 – 266 g/km. Symbolfoto.