Life Channel Magazin Februar/März 2021

erf4medien

Aus alt wird neu

DAS MEDIENMAGAZIN FÜR TV, RADIO UND INTERNET

lifechannel.ch

FEBRUAR ı MÄRZ

2021

MAGAZIN

W

ALTE

ALTE

MAUERN

MAUERN –

NEUES

NEUES

LEBEN.

LEBEN.

WIEVIEL

WIEVIEL

KIRCHE

KIRCHE

IST

IST

DA

DA

NOCH

NOCH

DRIN?

DRIN?

SEITE 12

SEITE 12

JEDEM NEUANFANG GEHT

JEDEM NEUANFANG GEHT

EINE ERSCHÜTTERUNG

EINE ERSCHÜTTERUNG VORAUS.

VORAUS

SEITE 31

SEITE 31

AUS AUS ALT ALT

WIRD NEU

W

Wie uns der Reiz des Anfangs packt,

packt, wenn wenn wir wir ihn ihn brauchen.


INSELHÜPFEN

DALMATIEN

AB CHF 1'695.-

PRO PERSON

23. APRIL – 2. MAI 2021

Von Insel zu Insel per Schiff und Fahrrad

Reisebegleitung: Charles & Hanni Zwahlen

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Die schönste Insel Deutschlands zu Fuss entdecken

Reisebegleitung: Röbi Rüegg

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EDITORIAL

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021

ı 3

Aus Alt wird Neu

Gott beginnt immer

wieder Neues mit

uns Menschen und

startet jeden Tag

wieder neu mit uns.

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Titel «Aus Alt wird Neu» dieser Ausgabe des «Life Channel Magazin»

ist sehr konkret gemeint: Sie halten die erste Ausgabe unseres neu konzipierten

Magazins in den Händen. Neu ist das Layout: Aktueller soll es sein und für bessere

Lesbarkeit und Übersicht soll es sorgen. Gleichzeitig wollen wir das «Life Channel

Magazin» auch inhaltlich aufwerten und fokussieren uns dazu noch stärker auf die

jeweiligen Themen.

Zu diesen Themen soll es auch mehr Programmhinweise auf dazugehörige

Medienbeiträge in unserem Radio-, TV- und Online-Angebot geben. So soll Ihnen

der Zugang zu unserem vielseitigen und multimedialen Angebot zu verschiedensten

Lebens-, Sinn- und Glaubensfragen erleichtert werden. Wir gehen damit auf

ein wachsendes Bedürfnis unseres Publikums ein, jederzeit auf die gewünschten

Medienbeiträge in unserem Online-Portal lifechannel.ch zugreifen zu können, um

Hilfe für verschiedenste Lebenssituationen zu erhalten.

Mit dem neuen Konzept verbunden ist auch das separate Angebot der ERF Plus

Radio-Programmseiten: Da diese nur bei einem zwar kleinen, aber sehr interessierten

Radiopublikum gefragt sind, drucken wir sie nicht mehr im «Life Channel

Magazin» ab, sondern stellen diese online zur Verfügung. Auf radio-erf-plus.ch/

programm können Sie das Programm direkt herunterladen oder bequem abonnieren.

Sollten Sie keinen Internetzugriff haben und möchten das Programm lieber per

Post erhalten, melden Sie sich bei unserem Service-Center, Telefon 044 953 35 35.

Gerne senden wir Ihnen dieses kostenlos zu.

Noch eine letzte Neuerung möchte ich erwähnen: Mehrmals im Jahr gibt es statt

einer Monatsausgabe eine Doppelausgabe – so wie die Februar/März-Ausgabe, die

Sie aktuell in den Händen halten. Wir hoffen, damit die Umwelt zu schonen und

auch unsere Kosten etwas reduzieren zu können – und Ihnen dafür mit einer starken

Doppelnummer viele Impulse für Ihren Alltag zu vermitteln.

Soweit ein kurzer Überblick der Neuerungen rund um das «Life Channel Magazin».

Wir hoffen, dass Ihnen das neue Magazin gefällt, und würden uns über Ihre

Rückmeldung dazu freuen!

Ich wünsche Ihnen beim Lesen dieser Ausgabe «Aus Alt wird Neu» viel Freude –

und viel Mut, loszulassen, aufzubrechen und Neues zu wagen. Gott beginnt immer

wieder Neues mit uns Menschen und startet jeden Tag wieder neu mit uns.

Herzliche Grüsse

HANSPETER HUGENTOBLER

Geschäftsführer

hanspeter.hugentobler@erf.ch


4 ı

ERF MEDIEN / SPENDEN

Tausend Dank –

Ihre Spende bedeutet uns ALLES …

… denn alles, was wir tun, um die beste Botschaft der Welt verbreiten zu können, ist

nur möglich dank Menschen, die uns finanziell unterstützen. Besonders in einem so

erschütternden Jahr wie dem letzten, konnten Menschen dank Ihrer Unterstützung…

… sich auf die Suche nach Gott machen,

… neue Hoffnung schöpfen für Herausforderungen in ihrem Alltag,

… Trost finden in schwierigen Situationen,

… Antworten auf Fragen erhalten, die Menschen ihnen nicht beantworten können,

… Licht in einem der vielleicht dunkelsten Jahre ihres Lebens sehen.

Im Namen eines jeden Einzelnen, den ein Funke der Hoffnung erreichen konnte, und

im Namen des ganzen ERF Medien-Teams bedanken wir uns bei Ihnen von Herzen

für Ihre grosszügige Unterstützung im Jahr 2020.

Wir freuen uns auch

in diesem Jahr über Ihre

Unterstützung für unsere

gemeinsame Vision.

IMPRESSUM

Herausgeber

ERF Medien

Witzbergstrasse 23, 8330 Pfäffikon ZH

Tel. 044 953 35 35

erf@erf.ch, erf-medien.ch

Hanspeter Hugentobler (Geschäftsführer)

Werbung

Inserate und Beilagen gemäss Tarifen unter www.erf-medien.ch/werbung. Inserate und

Beilagen werden inhaltlich von den Inserenten und nicht von der Redaktion verantwortet.

Rezensionsexemplare

Zuschriften und Rezensionsexemplare von Büchern, CDs und DVDs an die Redaktion:

Für unaufgefordert eingesandte Rezensions exemplare besteht weder eine Verpflichtung

zur Rezension noch der Anspruch auf Rücksendung oder Korrespondenz.

Vorstand

Markus Schaaf (Präsident), Elisabeth Augstburger, Hansjörg Leutwyler, Andreas Manig,

Hanna Maurer, Samuel Röthlisberger, Ingrid Rubli-Locher, Matthias Ziehli

Redaktion

Mathias Fontana (Leitung), Susanna Balog, Marcel Eberle, Marnie Hux-Ebermann,

Nathanael Kägi, Heidi Pauli, Michèl Willen

Layout, Grafik

PS Werbung AG, 8184 Bachenbülach

www.psw.ch

Druck

Stämpfli AG, Bern

Auflage 23 000 Exemplare / erscheint 9 Mal jährlich

Jahresabonnement

CHF 40.–

Der Abobeitrag wird separat erhoben.

Spenden

Postkonto 84-183-1

Zürcher Kantonalbank Meilen

IBAN CH28 0070 0112 7002 2334 8

ERF Medien unterstützen Sie am besten, wenn Sie Ihre Spende mit dem Vermerk «ERF

Medien allgemein» tätigen. Dies gibt uns die Möglichkeit, flexibel auf Spendenschwankungen

bei einzelnen Projekten zu reagieren. Gehen für einzelne Projekte mehr Spenden ein als

benötigt, werden diese für ein ähn liches Medienprojekt verwendet.

Wiedergabe von Artikeln und Bildern

Die Wiedergabe ist – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet.

Geschlechtergerechte Sprache

Aus Gründen der Lesbarkeit wählen wir bei Personen-Bezeichnungen die männliche Form.

Selbstverständlich beziehen sich diese Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

Bildnachweise

Titelbild Alex from the Rock (Adobe Stock)

S. 3 ERF Medien

S. 4 ERF Medien

S. 5 Alexandragl*, Viktor Pravdica*, zvg

S. 6 – 9 Jon Rehg*, zvg

S. 12 –13 Viktor Pravdica*, Bjorn Hovdal*, ERF Medien, zvg

S. 16 ERF Medien, Biletskiy*, Andrea Volpicelli*, Ezthaiphoto*

S. 17 Elena Saulich*

S. 18 Roberto Scandola*, Alexandragl*, Jockejansson*

S. 19 Loonara*, zvg

S. 20 zvg

S. 21 Damien Richard*, zvg

S. 22 Photographieundmehr*, ERF Medien, Katholisch Stadt Zürich, zvg

S. 23 ERF Medien, Panuwat Dangsungnoen*, zvg

S. 24 Marius Godoi*, zvg

S. 25 Dorian2013z*, Jacques Kloppers*, zvg

S. 26 Verlag Brunnen

S. 27 Adogslifephoto*, Anna Raspopova*, Franz1212*, Dennis Jacobsen*

S. 28 Marco Bäni, ERF Medien, zvg

S. 29 Sebastiangauert*, ERF Medien, zvg

S. 30 best-image.ch

S. 31 Dreamstock*, ERF Medien * dreamstime.com


Inhalte

Ausgabe Februar ı März 2021

DER OUTDOOR-EXPERTE

25

Thomas Zuberbühler ist leidenschaftlich mit Gott unterwegs.

Als Unternehmer beflügelt er die Menschen in seinem Umfeld und

versucht sie ihren Stärken und Begabungen entsprechend einzusetzen.

12

18

Schweden …

… bietet weit mehr als Elche

und rote Häuser. Es ist ein

Paradies zum Durchatmen.

ALTE MAUERN – NEUES LEBEN

Alte Kirchen werden mehr und mehr umgenutzt.

Ein Blick hinter die dicken alten

Mauern zeigt auf, was Gutes, Neues aus

Altem, Ehrwürdigem entstehen kann.

ÜBERSICHT

3 Editorial

6 Thema: Aus Alt wird Neu

12 Alte Mauern – neues Leben

16 ERF Medien Inside

17 ERF Medien Finanzen

18 Reisen

19 Medientipp

20 Lesetipp

21 Gott ist …

22 Programm Radio Life Channel

25 Persönlich

27 Alltagstipp

28 Programm FENSTER ZUM SONNTAG

30 Porträt

31 Kolumne


THEMA LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 7

AUS ALT WIRD NEU

Wie uns der Reiz des Anfangs packt,

wenn wir ihn brauchen

VON ANDREAS LOOS

«Aus Alt mach Neu!» Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn zwischen Altem und Neuem liegt

der Anfang, und der ist bekanntlich oft schwer. Vor allem, wenn eine Pandemie das Alte abrupt

und fast gewaltsam beendet. Da ist es leichter gesagt als getan: «Erfinde Dich neu» oder

«Nutz die Zeit zum Neuanfang» oder «Drück auf Neustart». Grund genug also zu fragen:

Wie geht Anfangen, und woher nehmen wir den Mut dazu?

«Gehen Sie zurück auf Start!» –

Neu anfangen fühlt sich nicht immer gut an

Spielen Sie (noch) «Monopoly»? Es ist eines der erfolgreichsten

Gesellschaftsspiele der Welt. Teil des Spiels sind

Ereigniskarten, die in der Schweizer Ausgabe Chance- oder

Kanzleikarten heissen. Eine der fiesesten lautet: «Gehen

Sie zurück auf Start. Ziehen sie nicht Fr. 4.000 ein!»

Zurückgesetzt werden auf das Startfeld … wie bitter! Aber

neu anzufangen, so schwer auf ihnen lastet, dass sie erst

mal gar nichts mit sich und ihrem Leben «anzufangen»

wissen.

Gerade weil ich das seufzend auf- und ernstnehme, will

ich Sie nun bekanntmachen mit einem zauberhaften Sog

des Anfangs. Denn ich glaube, er kann uns in den Mut und

die Freiheit ziehen, selbst unter den erdrückendsten Bedingungen

neu zu beginnen.

wissen Sie, was ich festgestellt habe? Diese Ereigniskarte

hat es nie gegeben. Ich konnte sie nirgends finden. Wie

kommt es aber dann, dass sie in unseren Köpfen und in

vielen Texten herumgeistert?

Mein Verdacht ist, dass wir kulturell dazu neigen, den

Neuanfang eher als notwendiges Übel zu verstehen.

Als eine Art Strafe oder Zurückpfeifen, weil etwas nicht

stimmt, mein Leben defizitär ist oder ich gescheitert bin.

Und nur falsch ist das ja nicht. Die meisten

Wir sind alle angefangen worden!

Unser Leben beginnt mit einem Anfang, dessen wir in keiner

Weise mächtig sind. Wir wurden gezeugt und geboren,

niemand hat uns gefragt. Müssten wir uns darüber nicht

permanent empören? Schreit das neugeborene Kind etwa

deshalb, weil es entrüstet und zornig darüber ist, ungebeten

in die Welt gesetzt zu werden? Solche simplen Fragen

führen mich zu einem der grössten Geheimnisse

unserer Anfänge kommen zustande, weil wir

Mangel erleben. Ereignisse, Umstände, biografische

Verläufe, ja das Leben selbst nimmt

uns derart in die Mangel, dass wir uns in der

Mitte zwischen Alt und Neu wiederfinden:

«So, wie bisher, kann es nicht weitergehen;

ICH GLAUBE,

GOTT IST

DER GROSSE

UR-ANFÄNGER

ALLER ZEITEN.

meines Lebens: Ich bin ein Angefan-

gener, aber das nimmt mich nicht gefangen,

sondern entbindet und ermächtigt mich, selbst

anzufangen.

Aber wie geht das? Wie wird aus meinem

passiven «Angefangenwordensein» ein aktives

ich darf und will so nicht weitermachen.» Sei es in einer

Liebesbeziehung, mit meinem Ess- und Konsumverhalten,

im Beruf oder auch mit dem, was ich bisher (nicht) geglaubt

habe. Der Anfangspunkt ist hier der Nullpunkt, vom

Leben verfügt und erzwungen. Und viele haben mir in den

vergangenen Monaten erzählt, wie der pandemische Druck,

Anfängersein? Die beste Antwort auf diese Frage ist für

mich: Durch die Liebe! Es war ja die Liebe meiner Eltern,

die mich ins Leben brachte. Und zwar nicht aus Defizit oder

Mangel, sondern aus dem Wunsch, die Fülle des Lebens mit

mir zu teilen. Mit mir begann im Leben dieser Menschen

und letztlich im Leben der Welt etwas Neues.


8 ı

THEMA

Das ist die erstaunliche Schöpferkraft

der Liebe. Und die ist mir

in die Wiege gelegt, in meine DNA

eingepflanzt worden. Ich bin gewollt

und gemeint. Ein geliebter

Neuankömmling, mit dem ein

neues Leben, ja sogar eine neue

Welt beginnt. Und deshalb liebe

ich mein Leben und die, welche

es angefangen haben. Diese Liebe

spielt mir den Lebensmut zu, in dem ich etwas mit mir

selbst anzufangen vermag. Ich ergreife die Freiheit, was

Neues in meinem Leben oder in der Welt zu starten.

Hannah Arendt hat es mal so ausgedrückt: «Es geschieht

nichts Neues unter der Sonne, es sei denn, dass Menschen

das Neue, das in die Welt kam, als sie geboren wurden,

handelnd als einen neuen Anfang in das Spiel der Welt

werfen.» Let’s play!

11,11), der uns am Anfang eingehaucht wird, so dass auch

wir lebendig sind (1. Mose 2,7). Jeder Mensch hat Anteil am

kreativen Geist Gottes! Gott will nicht der Einzige sein, der

das Neue beginnt und erschafft. Er autorisiert und ermächtigt

uns, in einer ähnlichen Weise Anfänger zu sein, wie er.

Der Mensch – ein Co-Anfänger und Co-Creator Gottes! In

jedem Anfang weht ein göttlicher Geist.

Die Kunst des Anfangens besteht nun darin, sich vom

Schöpfergeist Gottes – dem Creator Spiritus – inspirieren

und ergreifen zu lassen, sich auf ihn einzulassen, damit

Gott hat uns angefangen

Es kann gut sein, dass Sie sich nicht (immer) als Wunschkind

Ihrer Eltern und der Mutter Erde fühlen. Sie sind damit

nicht allein – zum Glück. So können wir einander sagen,

was uns hilft. Mir tut der christliche Glaube an dieser

Stelle gut. Letztlich sind es nämlich nicht die Erde oder die

Menschen, die am Anfang stehen.

wir das Alte loslassen und das Neue anlassen können. Der

Heilige Geist ist Gottes verzaubernde Gegenwart bei uns,

und die brauchen wir heute besonders. Denn es spuken

auch andere Geister in den Zwischenzeiten des Anfangs.

Sie machen Druck, treiben uns vor sich her, verbreiten

Angst und Verzagtheit. Sie lähmen und verhexen uns mit

der Idee, dass wir ohne das Alte

Ich glaube, Gott ist der grosse Ur-

Anfänger aller Zeiten. War er dazu

gezwungen? Ging es nicht anders?

Hat er die Welt geschaffen aus einem

Mangel, aus Einsamkeit, einer

Willkürlaune oder egoistischen

ICH BIN EIN «ANGEFANGENER»,

ABER DAS NIMMT MICH NICHT

GEFANGEN, SONDERN ENTBINDET

UND ERMÄCHTIGT MICH,

SELBST ANZUFANGEN.

unmöglich weiterleben können.

Zauber statt Spuk, Sog statt Druck

– diesen Wechsel schafft der Geist

Gottes seit Jahrtausenden.

Zauberhafte Zeiten zum Anfangen

Motiven? Im Gegensatz zu vielen anderen Schöpfungsmythen

erzählt die Bibel eine andere Geschichte. Gott hatte

es nicht nötig, eine Welt anzufangen, um mit sich selbst

ans Ziel zu kommen. Dann wären wir alle die Selbstverwirklichungsobjekte

eines selbstsüchtigen Tyrannen. Der

dreieinige Gott ist weder einsam noch unglücklich noch

fehlt ihm etwas, um Gott zu sein. Er ist das Leben selbst in

einer Fülle, für die wir kaum Worte haben. Er ist auch kein

Egoist, sondern eine Gemeinschaft vollkommener Liebe,

die sich verschenken will. Und zwar auch an mich. Ich bin

ich ein Wunschkind Gottes.

Ob Hermann Hesse in seinem berühmten Stufengedicht an

den Heiligen Geist gedacht hat? Keine Ahnung. Jedenfalls

war er hellwach dafür, dass es ein gewisses Mass an Verzauberung

braucht, damit wir befreit und mutig den Anfang

wagen: «Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.» Darf ich

diesen Zauber ein wenig funkeln lassen, in der Hoffnung,

dass er vielleicht schon dadurch zu uns kommt?

Ich glaube, es geht hier um eine Mischung aus Sehnsucht,

Lust, Neugier, Respekt, Ungewissheit, Mut, Staunen

und Freiheit. Erinnern Sie sich noch an die Nächte, in

denen es frisch geschneit hatte? Als Kinder konnten wir es

Wir sind göttlich autorisiert, neu anzufangen

Anfangen ist also göttlich. Und die kreative Macht Gottes

ist der Heilige Geist. Die Menschen der Bibel erleben ihn

als den Geist der Liebe Gottes, der sich in uns ausgiesst

(Römerbrief 5,5). Als den Geist des Lebens (Offenbarung

am anderen Morgen kaum erwarten, die noch unberührte

Weite zu betreten. Nach draussen stürmten wir als die

Ersten, um spielerisch unsere Spuren in der Landschaft

zu hinterlassen. Zeiten des Anfangens fühlen sich an, als

hätte es in meinem Leben geschneit.


THEMA LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 9

Das gilt für die grossen wie die kleinen Anfänge: Das

«Ich liebe Dich», mit dem nichts mehr so bleiben könnte,

wie es ist. Die Unterschrift im neuen Arbeitsvertrag. Die

noch leere Wohnung, in die ich einziehe. Der erste Tag an

der (höheren) Schule. Und ja, auch der prickelnde Klick

auf die neue Netflix-Serie und der Anstoss zur Fussballweltmeisterschaft

gehören dazu. Sicher ist hier nichts,

das Risiko schwingt immer mit. Aber der Geist des Lebens

und der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung trägt mich.

Und wenn ich scheitere? Dann beginne ich noch mal oder

mache anders weiter.

Auf der Schwelle zwischen Alt und Neu wird sogar unser

Zeitempfinden anders: «Die Zeit des Anfangens ist, bei

halbwegs glücklichem Verlauf, der lichterlohe Moment,

da man sich mit der Zeit im Bunde

Wie schön! Das Glück meines Lebens liegt gar nicht darin,

mit allem, was ich neu angefangen habe, ans Ende zu

kommen. Können Sie sich vorstellen, mit einem geliebten

Menschen jemals fertig zu sein? Das wäre ziemlich öde und

lieblos. Wie stumpf und langweilig, wenn ein geschätztes

Stück Welt mich weder reizen noch erstaunen könnte: der

oft gelaufene Alpenpfad, das langjährige Hobby, die mich

umgebende Kunst, das Lieblingsessen!

Ich trage eine tiefe Sehnsucht in mir, immer wieder

am Anfang anzukommen. Und ich halte die Wette: Diese

Sehnsucht hat sich vom göttlichen Anfänger auf mich

übertragen. Denn immer und immer wieder kommt Gott

durch seinen Geist bei uns an und fängt was Neues an.

Und sei es, dass er als Mensch auf die Welt kommt, um

uns zu einem neuen Menschsein zu

fühlt.» So leuchtend beschreibt das

Rüdiger Safranski in seinem Buch

«Zeit» (S. 62). Die Zukunft erzeugt

Sog. Es weht ein Geist der Sehnsucht,

die mich daran erinnert, dass

DAS GLÜCK MEINES LEBENS LIEGT

GAR NICHT DARIN, MIT ALLEM,

WAS ICH NEU ANGEFANGEN

HABE, ANS ENDE ZU KOMMEN.

befreien. Für mich ein deutliches

Zeichen dafür, dass er mit seiner

Schöpfung niemals fertig sein will.

Bis in alle Ewigkeit wird Gott immer

etwas anzufangen wissen mit uns.

mein Leben mehr, grösser und weiter sein kann, als ich zu

träumen wage. Die Vergangenheit lässt mich frei. Vielleicht

weil sie so gut war und mich nun ein neues Kapitel

aufschlagen lässt. Vielleicht war sie aber auch schmerzhaft,

hat sich angestaut, so dass ich sie jetzt abfliessen

lasse, indem ich neu und anders weitermache. Anfangen

ist alles, ausser langweilig.

Zum Glück bleibt Gott ein Anfänger … und wir auch

Grossartig, wenn wir es wagen, etwas Neues mit unserem

Leben, in unserem Leben und durch unser Leben zu starten.

Genauso schön ist es, wenn unser Mut belohnt wird,

und wir nicht nur anfangen, sondern auch an ein gutes

Ende kommen. Vor nicht allzu langer Zeit aber habe ich

eine noch tiefere Dimension des Lebens entdeckt. Sie wurde

mir zugespielt durch den Pianisten Igor Levit. In einem

Interview mit der Wochenzeitschrift «Die Zeit» wurde er

am 19. Mai 2016 gefragt: «Können Sie den ersten Satz der

Mondscheinsonate noch hören?» Hier Levits Antwort:

«Ja. Ich habe die Sonate erst kürzlich gespielt. Je häufiger

ich eine Sonate spiele, je mehr ich damit arbeite, desto

weniger verstehe ich sie, desto mehr entfernt sie sich von

mir, desto glücklicher werde ich damit, und desto öfter

will ich sie spielen. Die Sonate Nr. 14 op. 27/2 – der Name

«Mondschein» ist ja nicht von Beethoven – wird einfach

immer besonderer. Ich möchte nie sagen: Das habe ich

verstanden, das Nächste, bitte. Das Ziel ist: Ich möchte

immer wieder am Anfang ankommen.»

Die kreativen Ideen werden ihm nicht ausgehen. Er ist

und er bleibt ein Anfänger, und gerade das wäre wohl die

himmlische Vollendung. Auch der Himmel ist alles, ausser

langweilig.

Rücke auf «Start» vor!

Manchmal zwingt uns das Leben zu einem Neuanfang.

Was aber, wenn uns gerade dann der zauberhafte Sog des

Lebens ergreift, wenn uns der göttliche Geist des Lebens

zum Anfang zieht und reizt? Dann laufen wir vor auf den

Anfang, und darauf hätte ich viel mehr Lust. Sollten sie

also am Anfang des Jahres eine Karte mit guten Vorsätzen

gezogen haben, weil das Leben ihnen mal wieder ordentlich

Druck gemacht hat, dann hätte ich für Sie eine Monopoly-Karte,

die es tatsächlich gibt: «Rücke auf ‹Start›

vor!». Das Anfangskapital, das dort auf Sie wartet, ist wohl

traumhaft.

USER ZUR PERSON

Dr. Andreas Loos lehrt Systematische

Theologie am Theologischen Seminar

St. Chrischona (tsc). Der gelernte

Automechaniker tüftelt an einer

Kommunikativen Theologie, die

heilsam, glaubbar und lebbar ist.


Jetzt bewerben:

erf-medien.ch/jobs

ERF Medien in Pfäffikon ZH mit Radio Life Channel und FENSTER ZUM SONNTAG-Talk umfassen in der Schweiz die

grösste Fachredaktion im Bereich Glaube und Gesellschaft.

Radio – Redaktor/in (80 – 100 %)

per 1. April 2021 oder nach Vereinbarung

Wir verbreiten ein Programm mit Beiträgen, Nachrichten und Themensendungen rund um den

christlichen Glauben und die Gesellschaft. Unser Moderationsteam präsentiert diese Themen kreativ

und verständlich in einem zeitgemässen, informativen und unterhaltsamen Programm.

Zu Ihren wichtigsten Aufgaben gehören

• Themen recherchieren und Beiträge nach

journalistischen Kriterien gestalten

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auch live präsentieren

Mit diesem Profil sind Sie bei uns genau richtig

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Fälle journalistisches Know-how

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aus christlicher Sicht aufzuarbeiten

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christlichen Medienunternehmen

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Menschen den christlichen Glauben auf moderne

und nachvollziehbare Weise kennenlernen

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Anstellungsbedingungen, Möglichkeiten zur

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Wir freuen uns auf Ihre vollständige

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Dialekt und Standardsprache an:

Simon Müller

Stv. Leiter Radio Life Channel

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Telefon 044 953 35 35

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erf-medien.ch/jobs


PUBLIREPORTAGE LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 11

IN DER NATUR KRAFT

SCHÖPFEN

In dritter Generation führt Thomas Zuberbühler

mit seinem Bruder David das Schuhund

Outdoorgeschäft zubischuhe.ch. Der

Hauptsitz ist in Herisau, also unweit der

Wanderregion rund um den Alpstein. Weitere

Filialen von «Zubi» stehen mittlerweile

auch ausserhalb des Appenzellerlandes,

im Thurgau, im Kanton Zürich und im Internet.

Als unverbesserlicher Optimist und

fleissiger Unternehmer ist er stets bemüht,

den Blick nach vorne zu richten und neue

Wege zu schaffen. Im Interview spricht er

über seinen Umgang mit Neuem und seine

Beziehung zur Natur.

Wo in deinem Leben bist du neue Wege gegangen?

Als Mensch mit offenem Geist ist

es mein täglicher Antrieb neue Wege zu entdecken.

Geschäftlich war ein Knotenpunkt,

als ich mich mit der digitalen Welt und deren

Möglichkeiten für zubischuhe.ch auseinandersetzen

musste. Dabei habe ich erkannt,

dass es sinnvoll sein kann, neue Wege einzuschlagen.

Privat und in der Familie mussten

wir lernen, dass die gleiche Erziehung nicht

bei jedem Kind denselben Anklang findet.

Sportlich betrachtet, bin ich mir es seit meinen

OL-Zeiten sowie als passionierter Berggänger

gewohnt, in unbekanntem Terrain den

richtigen Weg zu finden. Dabei vertraue ich,

egal in welchem Bereich ich unterwegs bin,

auf Gott. Das Gespräch mit Jesus und sein

Wort sind wie ein Kompass, welcher die Richtung

weist. So löst Neues für mich auch keine

Furcht aus. Mein Glaube ist für mich ein Fundament,

dank dem ich mich standfest fühle

und mich an Neues heranwagen kann.

Die Natur hat einen hohen Stellenwert in

deinem Leben. Weshalb? Einerseits fühle

ich hier die Nähe zum Schöpfer wie kaum

an einem anderen Ort. Nach draussen gehen

ist für mich ein Weg, Ruhe zu finden und von

der Hektik des Alltags abschalten zu dürfen.

Unterwegs, sei es mit Berg-, Laufschuhen

oder Tourenski, kann ich Gottes Werk in der

ganzen Schönheit und Einzigartigkeit wahrnehmen

und darin Kraft schöpfen.

Was war dein schönster Moment in den

Bergen? Das kann ich nicht auf einen Augenblick

reduzieren. In der freien Natur fühle ich

mich dem Schöpfer oft greifbar nahe. Meine

Streifzüge durch die Landschaft sind geprägt

von Lichtblicken, die mich vorwärts schauen

lassen.

zubischuhe.ch AG ist ein familiengeführtes

Unternehmen mit fünf Standorten und einem

Onlineshop. Das Sortiment umfasst Funktionskleidung,

Wanderequipment und alles, was

Naturfreunde für Ausflüge an frischer Luft

brauchen.

UNTERWEGS

MIT THOMAS ZUBERBÜHLER

In den nächsten Ausgaben lernen wir

den Appenzeller und seine Hingabe für

die Natur ausgiebiger kennen. Thomas

teilt mit Life Channel vier Wandertipps.

Im Sommer werden wir ausserdem eine

gemeinsame Wanderung veranstalten,

neue Wege entdecken und gemeinsam

in der Natur Kraft schöpfen.

Eine Auswahl von über 16’000 Produkten bei zubischuhe.ch

Ortovox | Fleece Grid Jacket | Herren

Lowa | Innox Pro GTX | Herren

Lowa | Innox Pro GTX | Damen

Schöffel | Maidstone Fleece | Damen

Herisau · Aadorf · Kreuzlingen · Effretikon · Bülach

www.zubischuhe.ch


12 ı

THEMA

ALTE MAUERN – NEUES LEBEN

Wieviel Kirche ist da noch drin?

VON JONATHAN MERZ

Als Journalist im kirchlichen Umfeld und seit 3 Jahren als Radioredaktor bei Radio Life Channel

versteht sich Jonathan Merz als Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft. Im Zuge seiner

Diplomarbeit zum Radiojournalisten machte er sich auf die Suche nach alten, ungenutzten

Kirchen und nach dem, was sie heute beherbergen. Mit einem Blick hinter die dicken alten Mauern

zeigt er auf, was Gutes, Neues aus Altem, Ehrwürdigem entstehen kann.

Kirchengebäude. Hohe Türme, Glockenschlag, Orientierung

– Jahrhunderte lang war die Kirche «im Dorf». Der Ein Trend zeigt: Die «alten Mauern» werden wieder mit

Alte Kirchen bleiben die «Hülle der Fülle»

Kirchplatz stand im Zentrum, war Dreh- und Angelpunkt «neuem Leben» gefüllt. Diese Information liefert eine

des Dorf- oder Stadtlebens.

Datenbank der Universität Bern mit vermieteten oder

Noch vor 100 Jahren hatte fast jedes Dorf seine eigene verkauften Kirchen. Aus den alten Kirchen werden Wohnräume,

Museen, Restaurants und vieles mehr. Wieviel

Kirche und Kirchgemeinde. Mit zunehmender Mobilität

verschoben sich die Gottesdiens-

«Kirche» ist bei den Neunutzungen

te mehr auf die Ballungszentren

und viele Gemeinden fusionierten

ihre Kirchgemeinden wegen

weniger Besucherinnen und

Besucher von lokalen Gottesdiensten.

Wenn wir durch die

EIN TREND ZEIGT:

DIE ALTEN MAUERN

WERDEN MIT

NEUEM LEBEN GEFÜLLT.

noch zu spüren? Gibt es so etwas

wie ein «kirchliches, geistliches

Fundament», das bei allen neuen

Nutzungen immer noch spürbar ist?

Spürbares Kirchenerbe

vielen hübschen Dörfer der Schweiz fahren, stellen wir Bei allen drei Kapellen ist das «Kirchenerbe» noch sehr

darum fest, dass viele der historischen, alten und wunderschönen

Kirchen und Kapellen leer stehen: Kirchen mit den ten, dem Gesang, der Gegenwart Gottes und der gelebten

spürbar. Der gelegte Boden mit all den Gedanken, Gebe-

hohen Türmen, einer massiven Glocke und dem Kirchenschiff.

Oder aber auch die Kleinen. Die Unscheinbaren. Die eine ganz besondere Atmosphäre.

Gemeinschaft versprüht noch heute in all diesen Objekten

Kapellen. An vielerlei Orten mutieren diese ehrwürdigen

Gebäude zur Hülle.


THEMA LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 13

KAPELLE TRUTTIKON

Viel ist von der alten Kapelle in Truttikon im Thurgau nach dem Umbau nicht

mehr zu erkennen – sie ist zu einem wunderschönen Wohnhaus mutiert, in dem

unterdessen die Bäuerin Lisa Keller wohnt. Sie lebt heute in der Kirche, in der sie

früher selbst regelmässig den Gottesdienst besuchte. Ihre geistliche Heimat ist

nun auch physisch zu ihrem Zuhause geworden – da, wo ihr Bett steht, stand früher

die Kanzel. Für sie wurde diese Kapelle zur doppelten Heimat. Die Erinnerungen

an frühere, sehr lebhafte Zeiten sind sehr präsent und rufen in ihrem Herzen

ab und zu auch eine gewisse Wehmut hervor.

KIRCHLI WOLHUSEN

Die zweite charmante Kirche ist die Täuferkapelle. Dieses «Kirchli»

steht in Wolhusen im Kanton Luzern. Es beinhaltet heute das Restaurant

«Kapello», geführt von Lukas Schär. Bereits die Täufer haben in diesen

Räumen gegessen, gefeiert und «Tischgemeinschaft» gelebt. Lukas Schär

lässt diese in seinem Restaurant weiterleben und erneut aufleben: Die

Gäste sitzen auf alten Kirchenbänken und bestellen ihre Köstlichkeiten

von den Speisekarten, die in alten Kirchengesangsbüchern eingeklebt sind.

Essen hat einfach viel mit dem Evangelium zu tun!

KIRCHE MENZIKEN

Dieses Kapellen-Bijou steht in Menziken im Aargau. Hinter diesen Gemäuern

verbirgt sich heute das «Tabak- und Zigarrenmuseum aargauSüd». Die hohen

Räume, Kirchenfenster und das Kreuz im Garten erinnern noch stark an

die Kapellen-Zeit. Auf den ersten Blick würde man sagen: «Tabak und Kirche

– das geht nicht zusammen!» Darum wollte die ehemalige Eigentümerin, die

Chrischona, das Gebäude zuerst auch nicht verkaufen. Zu viel Gegenwehr.

Die Wende kam mit der Erkenntnis über die Geschichte des «Stumpenlandes».

Die Region rund um Menziken wäre nämlich ohne die Tabakwirtschaft

verarmt. Durch die vielen Arbeitsplätze sicherte die Tabakproduktion die Existenz

und das Leben der Bewohner. Die Kirche anerkannte den Stellenwert und

bewilligte den Verkauf der Kapelle an die Museumsgemeinschaft.


TIPP

LIFE CHANNEL TALK |

Dienstag, 23. Februar / 20 Uhr

Alte Mauern, neues Leben:

Wie leere Kapellen

umgenutzt werden

USER JONATHAN MERZ

Jonathan Merz, Ehemann, Familienvater, Pastor und

Journalist ist seit drei Jahren bei Radio Lifechannel als

Radioredaktor tätig. Durch seine Geschichte und die zwei

Berufe versteht er sich als Brückenbauer zwischen Kirche

und Gesellschaft.


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in der Schweiz (Aufzählung nicht abschliessend).

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Kirche zu stärken.»

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16 ı

ERF MEDIEN INSIDE

Ein Blick hinter die Kulissen

Redaktor Jan Lobsiger beim Vorgespräch mit Heinz Julen

Aufnahmen im Bergatelier

DIE GESCHICHTE HINTER DER FENSTER ZUM SONNTAG-

TALK-SENDUNG MIT HEINZ JULEN

Vom Magazin-Artikel zur fertigen TV-Sendung

VON MICHÈL WILLEN

Am Wochenende vom 24. und 25. Oktober 2020 wurde der FENSTER ZUM SONNTAG-Talk mit

Heinz Julen im Schweizer Fernsehen SRF gezeigt – eine Sendung, die rege geschaut wurde und

für viele positive Reaktionen sorgte. Wie entsteht so eine TV-Sendung eigentlich?

Im Frühling 2020 stösst FENSTER ZUM SONNTAG-Talk-

Redaktor Jan Lobsiger in einem Magazin auf einen Artikel

über ein Wellnessangebot, das die biblische Schöpfungsgeschichte

darstellt. Es ist Teil des «Backstage Hotels»

von Künstler und Unternehmer Heinz Julen. Nach einiger

Recherchearbeit und Abklärungen steht fest, dass Heinz

Julen Gast im FENSTER ZUM SONNTAG-Talk wird. Jan Lobsiger

reist nach Zermatt, um in einem Vorgespräch mehr

über ihn zu erfahren, und legt ausgehend davon inhaltliche

Schwerpunkte für die Talk-Sendung fest. Bei einer weiteren

Reise ins Wallis wählt er gemeinsam mit Philipp Böhlen,

dem Regisseur der Sendung, geeignete Drehorte aus.

Im September findet dann der Dreh statt – aufgrund der

langen Anreise nicht wie üblich an einem, sondern an zwei

Tagen. Die Nacht verbringt das Produktionsteam im Hotel

von Heinz Julen, wo auch ein Teil der Sendung gedreht

wird. Der Bus mit der Kameraausrüstung kann dank einer

Spezialbewilligung zwar immerhin nach Zermatt fahren,

um sich innerhalb des autofreien Dorfes zu bewegen,

muss die Crew das Material

aber auf ein

Elektrotaxi verladen. Ein Teil

der Sendung

spielt im Atelier von Heinz Julen – um dorthin zu gelangen,

muss die gesamte Crew mit der Standseilbahn auf die Alp

Sunnegga oberhalb von Zermatt fahren. «Neben der Begrüssungsszene

mit Ruedi Josuran fand abseits der Kameras

auch der Materialtransport zum Bergatelier in Findeln

statt. Die einfache und unkomplizierte Art Julens half uns

dabei.»

Nach den Aufnahmen im Bergatelier geht’s wieder runter

nach Zermatt, wo in einer Suite des «Backstage Hotels»

die restliche Sendung aufgenommen wird. Zurück bei

ERF Medien beginnt für Jan Lobsiger die Nacharbeit zum

Dreh. «Weil Heinz Julen so viel zu erzählen hatte, hatten

wir mehr Videomaterial, als wir eigentlich brauchten.

Ich musste entscheiden, was wir davon weglassen.» Im

Schnitt entsteht dann die fertige Sendung, die im TV und

im Internet zu sehen ist. Trotz des grösseren Aufwandes

habe sich die Sendung mit Julen gelohnt: «Ich denke, dass

wir mit Heinz Julen eine wirklich spannende Persönlichkeit

zeigen konnten. Er ist ein besonderer Farbtupfer innerhalb

unserer Talk-Gäste. Auch für uns als Crew war die Reise ins

Wallis ein besonderes Erlebnis.»

TIPP: HEINZ JULEN –

ZERMATTER VISIONÄR

Jetzt nachschauen auf

fenster-zum-sonntag-talk.ch


FINANZEN

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 17

VERTRAUENSBEWEIS: FAST 12 000 SPENDENDE IM JAHR 2020

Spendenziel nicht ganz erreicht –

Dankbarkeit überwiegt

VON SIMON LEEMANN

Das Wichtigste vorweg: Fast 12 000 Menschen haben in dem von Unsicherheiten geprägten

Jahr 2020 ERF Medien ihr Vertrauen ausgesprochen, indem sie das Medienhaus mit einer

Spende unterstützt haben. Das sind über 1000 Personen mehr als im Jahr 2019. Jeder

Spenderin und jedem Spender ein herzliches Dankeschön!

Diese 12 000 Unterstützer setzten mit ihren Spenden

ein ganz wichtiges Zeichen: Die Produkte von ERF Medien

wurden in diesem von der Pandemie geprägten Jahr

nicht nur viel häufiger konsumiert, sondern jede einzelne

Spende unterstreicht, dass in der vielseitigen Medienlandschaft

der Schweiz mehr denn je auch das christliche

Medienunternehmen ERF Medien seinen gesicherten Platz

haben soll. Dieser Vertrauensbeweis ist gleichzeitig auch

ein Auftrag an ERF Medien: Weiterhin mit viel Know-how,

Professionalität und Leidenschaft Beiträge und Sendungen

mit «Guten Nachrichten» in TV, Radio, Online und im Life

Channel Magazin zu erstellen.

Leider wurde das Spendenziel nicht ganz erreicht. Dafür

fehlten 220 000 Franken. Da gleichzeitig auch die Werbeeinnahmen

Corona-bedingt zurückgegangen sind, hat

bei ERF Medien ein vorsichtiger und sparsamer Umgang

mit den anvertrauten Finanzen auch in den kommenden

Jahren höchste Priorität. Genauere Finanzanalysen und

-auswertungen werden mit dem Jahresabschluss, der in

den kommenden Monaten erstellt wird, möglich sein.

Mit grosser Dankbarkeit gegenüber Gott und den Spendenden

lassen wir nun das Jahr 2020 hinter uns und hoffen

und beten, dass 2021 nochmals mehr Menschen in diesem

Land die christliche Medienarbeit unterstützen!

Ganz herzlichen Dank für jede einzelne Spende im vergangenen

und im aktuellen Jahr!

5

SPENDENINFORMATION

ERF Medien berichten über die Liebe Gottes zu allen Menschen.

Wir geben hoffnungsvolle Impulse für Lebens-, Sinn- und

Glaubensfragen. Das ist nur möglich dank der ideellen und

finanziellen Unterstützung vieler Menschen. Jede

Spende zählt. Ihre Spende zählt! Herzlichen Dank.

LOCATION erf-medien.ch/spenden

SPENDENZIEL 2020

5.43 MILLIONEN CHF

Fehlende Spenden

bis Ende Jahr 2020

221 666

Eingegangene Spenden

bis Ende 2020

5 203 334

4

3

2

1


18 ı REISEN

SCHWEDEN – EIN PARADIES ZUM DURCHATMEN

Hygge: der schwedische Stil,

um glücklich zu sein

VON VERENA BIRCHLER

Wer an Schweden denkt, sieht zuerst Elche, rote Sommerhäuschen

und grosse Wälder vor sich. Doch dieses

Traumland hat viel mehr zu bieten. Vor allem machen

uns die Schweden vor, wie man «hygge» lebt. Hygge

bedeutet, entspannt zu leben und den Moment zu

geniessen. Und das geht in der schwedischen Landschaft

besonders gut. Dieses faszinierende Land sollte

man mindestens einmal im Leben besucht haben. Es gibt

kaum etwas Schöneres, als an einem «Sommarmorgon»

mit einem «Fika» in der Hand, inmitten der Natur, in

den Tag zu starten.

Übrigens, Fika (Kaffee) wird nicht nur am Morgen getrunken.

In Schweden gehört der Kaffee zu jedem Lebensmoment.

Nicht umsonst sind die Schweden mit einem

jährlichen Verbrauch von 10 kg Kaffee auf dem zweiten

Platz in Sachen Kaffeekonsum. Wenn die Schweden nicht

gerade am Kaffeetrinken sind, sind sie unglaublich gerne in

der Natur. Und davon hat es viel. Nur gerade 8 Prozent des

ganzen Landes sind bebaute Fläche.

Deshalb ist Schweden ein Paradies für Naturliebhaber

und Menschen. Das geht besonders gut, wenn man mit einem

kleinen Boot, zusammen mit neuen Freunden, durch

die Schärenlandschaft tuckert. Die Fahrt, vorbei an kleinen

Inseln mit ihren gemütlichen bunten Sommerhäuschen

hilft, einfach mal etwas mit der Seele zu baumeln. Und wer

diese Landschaft noch intensiver geniessen will, erlebt

beim Kanufahren die Stille, die uns so guttut.

Viele von uns kennen die Filme von Inga Lindström.

90 Minuten mit Happy-End-Garantie. Wen

wundert’s. Denn diese Filme leben von der Harmonie

dieser Landschaften. Diese zu durchwandern

ist ein Traum. Zum Beispiel auf den

kleinen Inseln von Stendörren. Über verschiedene

Hängebrücken durchstreifen wir

mit der Reisegruppe von ERF Medien Birkenwälder

– immer mit Blick aufs Meer.

Viele unserer bisherigen Gäste haben uns

erzählt, wie nachhaltig sich diese Reise

auf ihre Gesundheit ausgewirkt hat.

Hygge wurde Teil ihres Lebens.

Comment- NOCH MEHR

SCHWEDEN …

Jährlich im Oktober werden in Stockholm die Nobelpreise verliehen.

Ein Besuch im Nobel-Prize-Museum lohnt sich, denn in einer interaktiven

Ausstellung kann man alle Preisträger kennenlernen. Auch

sonst hat Schweden eine starke Kultur. Autoren wie Stieg Larsson,

Viveca Sten oder Kurt Tucholsky zeigen uns die Seelen der Nordländer.

Und beim Durchstreifen der pittoresken Gassen von Gamla

Stan (den Altstadt-Inseln) in Stockholm erkennen wir, weshalb die

Schweden so kreativ sind. In der Heimat von Astrid Lindgren und

ABBA entdecken manche die eigene künstlerische Ader.

Mit ERF Medien Schweden entdecken:

erf-medien.ch/reisen


MEDIENTIPP LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021

ı 19

IHR MEDIENTIPP IM

LIFE CHANNEL MAGAZIN

Haben Sie etwas entdeckt,

das wir hier vorstellen sollten?

Schreiben Sie uns

an erf@erf.ch

lesenswert – sehenswert

NEUES MAGAZIN WILL ZU NACHHALTIGEM LEBEN ANREGEN

Unter dem Namen «andersLEBEN» hat der SCM Bundes-Verlag Anfangs

Dezember 2020 ein neues Magazin lanciert, das sich um die Themen Nachhaltigkeit

und christliche Spiritualität dreht. Die Idee dazu ist während der ersten

Corona-Welle entstanden – in einer Zeit, in der sich viele Menschen stärker

als sonst Gedanken zur Zukunft machten. Am Ursprung des Projekts steht die

Frage, ob wir so weiterleben können wie bisher. Mit dem Magazin möchte man

Teil einer Suchbewegung nach neuen Lebensstilen für Gesellschaft, Kirche und

Familie sein – für eine nachhaltige und gemeinschaftlichere Zukunft.

Die 100 Seiten des Magazins beinhalten vier Heftrubriken: «Neu denken»,

so heisst der Abschnitt, wo Menschen mit interessanten Gedanken in Bezug

auf Nachhaltigkeit und Glaube zu Wort kommen. In der Rubrik «Nachhaltig

handeln» gibt’s praktische Tipps und Modelle für einen nachhaltigen Alltag.

Im Bereich «Wurzeln finden» geht es darum, wie der Glaube an Gott dem

Leben Sinn geben kann. Den Abschluss macht «Gemeinsam Leben» – hier

werden Ideen vorgestellt, wie Menschen aktiv Leben teilen können.

Das Magazin «andersLEBEN» soll jeweils viermal im Jahr erscheinen.

andersleben-magazin.net

FILM BRINGT ERLEBNISSE VOM JAKOBSWEG IN DIE KINOS

Jedes Jahr pilgern Hunderttausende auf dem «Camino de Santiago»

– dem Jakobsweg. Dieser Pilgerweg führt durch Nordspanien bis nach

Santiago de Compostela, wo das Grab des Apostels Jakobus liegen soll.

Der neuseeländische Dokumentarfilm «Camino Skies – Himmel über

dem Camino» begleitet sechs Frauen und Männer auf ihrem Weg

dorthin. Alle von ihnen haben schwere Schicksalsschläge zu verarbeiten

und erhoffen sich, beim Pilgern neue Kraft zu tanken und Antworten

auf ihre Fragen zu finden.

Mit beeindruckenden Bildern und dazu passender Musik gibt der

Film einen Einblick in den Pilgeralltag. Der Weg geht durch ländliche

Gegenden, an Schafherden vorbei, manchmal aber auch einfach durch

die belebte Stadt oder der Autobahn entlang. Das Pilgern wird nicht

nur als stilles, andächtiges Wandern gezeigt, sondern oft als eine gemeinschaftliche,

gar ausgelassene Aktivität. Neben den vielen positiven

und freudigen Situationen haben aber auch Momente der Trauer

Platz, die die Zuschauenden zum Nachdenken anregen.

«Camino Skies – Himmel über dem Camino» hat eine Laufzeit von

81 Minuten. Er soll anfangs 2021 in den Schweizer Kinos starten.

caminoskies.ch


20 ı LESETIPP

Lesetipp

BEAT WEBER

Den anderen Jeremias Gotthelf

neu zu Wort kommen lassen

«Wenn keine Religion mehr ist, da geht alles auseinander … »

book-ope

TOP-

TIPP

Jeremias Gotthelf ist bekannt durch seine grossartigen Erzählungen. Er hat uns Menschen

und Geschehnisse aus dem Emmental lebendig vor Augen gemalt. Später sind die bekanntesten

seiner Werke verfilmt worden. Trotz veränderter Zeiten finden wir uns auch heute noch in

den prägnanten Charakteren wieder.

Jeremias Gotthelf wusste, dass das Wirtshaus mehr Zulauf hatte als das Gotteshaus. Neben

der Predigt brauchte es neue Formen: Das Wort in Gestalt von Novelle und Roman.

Seine Botschaft hat heute in unserer ebenso herausfordernden Zeit nichts an Bedeutung

verloren. Die geniale Verbindung von Erzählung, Verkündigung und Belehrung bei Gotthelf

bringt der Autor, Beat Weber, in 22 Kapiteln zur Geltung. Dabei lässt er Pfarrer Bitzius alias

Gotthelf häufig selbst zu Wort kommen. Staunen wir neu über diese Botschaft – und durch sie

auch über Gottes Reden.

Mosaicstones · ISBN 978-3-906959-39-9 · 183 Seiten · ~ CHF 27.50

JOHN ELDREDGE

WO DIE SEELE ATMEN KANN

Wege zur Entschleunigung

Unser Leben nimmt immer mehr an

Geschwindigkeit zu, wir werden in ein

digitales schwarzes Loch hineingesogen.

Abends kommen wir völlig ausgelaugt

nach Hause und finden kaum noch zur

Ruhe. Für uns ist das inzwischen normal

geworden - aber was macht das mit

unserer Seele? Aus eigener Erfahrung

weiss John Eldredge: Was uns fehlt, ist

mehr von Gott. Wie wir ihn als kraftspendende

Quelle anzapfen können, um

wieder tiefer gegründet und weniger in

innerer Hektik zu sein, zeigt der Seelsorger

in 14 unkomplizierten Wegen. Sie

führen zu einem Leben, in dem wir

einfach sein dürfen, statt immer nur

leisten oder funktionieren zu müssen.

Brunnen · ISBN 978-3-7655-0747-2

271 Seiten · ~ CHF 24.50

PHILIPP MICKENBECKER

MEINE REAL LIFE STORY

Und die Sache mit Gott

Das ist meine Geschichte. Meine Real Life

Story hinter der Kamera. Nicht beschönigt,

nicht geschnitten. Die Geschichte,

wie ich als Kind ultrastrenggläubiger

Eltern aufgewachsen bin und mit dem

frommen Zeug absolut nichts zu tun

haben wollte. Wie ich gemeinsam mit

meinem Zwillingsbruder und einer Badewanne

als «The Real Life Guys» auf

YouTube bekannt wurde. Wie ich Krebs

bekam und Gott meine ganz schön dreiste

Challenge annahm: «Wenn es dich gibt,

dann mach mich gesund!» Wie unsere

Schwester bei einem Flugzeugabsturz

starb und wir das irgendwie überstanden.

Und wie ich endlich raffte, dass tausend

«Zufälle» keine Zufälle waren.

Adeo · ISBN 978-3-86334-283-8

200 Seiten · ~ CHF 25.90

THOMAS MARENT

DIE SCHÖNSTEN INSEKTEN

DER SCHWEIZ

Eine gefährdete Welt entdecken

Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Co.

sind die wahren Helden der Natur – sie

leisten Unvorstellbares und sind aus der

Schweizer Landschaft nicht wegzudenken.

Der Naturfotograf Thomas Marent

hat den Insekten seine volle Aufmerksamkeit

gewidmet und sie auf noch nie

gesehene Weise in faszinierenden Bildern

festgehalten. Er zeigt damit eine atemberaubende

Welt, die es zu erhalten gilt.

Was der Mensch gegen das Insektensterben

unternehmen kann, damit die kleinen

Helfer vor dem drohenden Aussterben

geschützt werden können, und wieso

diese Schritte von grosser Bedeutung

sind, wird in informativen und zugleich

unterhaltsamen Texten erklärt.

Ringier · ISBN 978-3-906869-22-3

280 Seiten · ~ CHF 40.00


SERIE

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 21

gott

ist…

… mein Wegbegleiter

VON KATHARINA HOBY

Eigentlich wollte ich als Jugendliche Stewardess werden. In der Nähe des Flughafens aufgewachsen, beobachtete ich fasziniert

die landenden und startenden Flieger: Sich in ein Flugzeug zu setzen, dem Kapitän voll und ganz zu vertrauen, immer wieder

neu das Kribbeln im Magen zu spüren beim Start und dann hoch über den Wolken Gastgeberin zu sein und die Wünsche der

Passagiere zu erfüllen und fremde Länder zu erkunden ...

Träume erfüllen sich – doch vielleicht anders

… So stellte ich es mir vor, doch daraus ist nichts geworden.

Wie es aber so oft im Leben ist, bleibt etwas Wesentliches

der kindlichen Träume bestehen und wird auf ganz

andere und unerwartete Art Wirklichkeit. So erlebte ich es

in meinem Pfarramt für die Chilbi- und Zirkusseelsorge,

in dem ich 17 Jahre als Seelsorgerin in der ganzen Schweiz

tätig sein durfte. Es waren zwar weniger fremde Länder,

dafür Städte und Dörfer übers ganze Land verteilt, die ich

kennenlernte bei meinen Besuchen auf den Chilbiplätzen.

Den Nervenkitzel erlebte ich x-fach auf den verrückten

Bahnen, die ich jeweils einweihen durfte. Und statt des

Kaffees mit dem Gipfeli zu servieren, kümmerte ich mich

fortan um die seelischen Bedürfnisse und Nöte der Menschen.

Dabei half mir stets die Frage, die Jesus dem blinden

Bartimäus stellte: «Was willst du, dass ich dir tun soll?»

Unzählige kostbare Begegnungen machte ich so in den vergangenen

Jahren, auch schwierige und anstrengende. Der

«Pilot», dem ich mein Leben dabei vertrauensvoll übergeben

hatte, war Gott, der sich mir - wie er es schon Mose

verheissen hatte - immer wieder neu zeigte als der «Ich

bin, der ich sein werde».

Ich suchte einen Neuanfang

Es war eine bereichernde Zeit und doch spürte ich irgendwann:

Es zieht mich woanders hin. Ich war müde geworden,

den Menschen stets hinterher zu reisen. Ich sehnte

mich nach einem festen Ort, an dem ich wirken konnte. Ich

suchte einen Neuanfang. Das Gleichnis der uns anvertrauten

Talente, mit denen wir etwas Gutes tun mögen, half

mir dabei, mich neu zu orientieren.

Nach einer Zusatzausbildung zur Spitalseelsorgerin fand

ich im Spital Hirslanden in Zürich meine Traumstelle.

Unser Erkennen ist Stückwerk

Immer noch motiviert und angetrieben von der Frage nach

dem, was ich den Menschen Hilfreiches tun kann, höre ich

den Patientinnen und Patienten zu und versuche, sie zu

verstehen und mit ihnen im manchmal unfassbaren und

unverständlichen Leid Worte und Sinn zu finden. Und halte

es mit ihnen aus, dass es auf viele Fragen keine Antworten

gibt. «Unser Erkennen ist Stückwerk» tröstet uns Paulus.

Wir sehen alles, was uns widerfährt, bloss wie durch einen

getrübten Spiegel, matt und unklar. Doch einmal werden

wir erkennen, von Angesicht zu Angesicht. Daran glaube

ich aus der ganzen Tiefe meines Herzens.

Geleitet und geführt

Zur eigenen Stärkung besuche ich mit grosser Freude

die Neugeborenen und ihre Eltern. Wie wohl sonst kaum

jemals wird in diesen Momenten eine Demut spürbar und

eine tiefe Dankbarkeit einer göttlichen Macht gegenüber,

die einem das grösste Geschenk anvertraut hat. Wenn ich

dann mit den Worten aus Psalm 91, «Gott wird seine Engel

schicken, dich zu begleiten auf allen deinen Wegen» das

Kind segne, dann breitet sich im Zimmer eine ergreifende

Stille aus. Und ich spüre, dass auch ich selbst in meinem

ganzen Leben von diesem Vertrauen geleitet und geführt

worden bin. Wie Josua glaube ich daran, dass Gott mein

Wegbegleiter ist. Darum: «Sei mutig und hab keine Angst,

ich bin bei dir auf all deinen Wegen!»


SERIE «GOTT IST …»

Wie oder wer ist Gott eigentlich? Diese Frage beschäftigt

die Menschen schon lange. In der Bibel werden unterschiedliche

Bilder gebraucht, um Gott zu beschreiben. In einer

Serie teilen Theologinnen und Theologen aus verschiedenen

Denominationen ihre Vorstellungen, wie Gott ist.

USER ZUR PERSON

Katharina Hoby hat fünf erwachsene

Kinder und wurde 1989 ordiniert zur

Pfarrerin VDM «Dienerin am Göttlichen

Wort». Zusammen mit Pfr. Andrea

Marco Bianca schrieb sie 2020 das Buch

«Hoffnungszeichen in Krisenzeiten».

www.bianca.ch/hoffnungszeichen


22 ı

RADIO LIFE CHANNEL

ZUM THEMA: AUS ALT WIRD NEU

HIGHLIGHT

LIFE CHANNEL TALK |

ALTE MAUERN, NEUES LEBEN:

WIE LEERE KAPELLEN UMGENUTZT WERDEN

tv MOBILE-A

DIENSTAG, 23. FEBRUAR

20 UHR

DIESE SENDUNG IST KURZ NACH

DER AUSSTRAHLUNG ONLINE ABRUFBAR.

radio.lifechannel.ch/talk

Noch vor 100 Jahren hatte jedes Dorf eine eigene

Kapelle. Sie war der Dreh- und Angelpunkt. Durch

Fusionen, Mobilität und Kirchenaustritte stehen

einige von ihnen heute leer. Doch, was geschieht

mit diesen «alten Mauern»? Im Talk zeigt Redaktor

Joni Merz drei Beispiele: ein Restaurant, ein

Museum und eine Wohnung – alles in ehemaligen

Kapellen. Wir hören die Geschichten und erwecken

so «alte Mauern» wieder zum Leben.

link.lifechannel.ch/c40BgX

LIFE CHANNEL TALK |

RAFFAEL SPIELMANN,

DER ALTE LEHRLING

Raffael Spielmann fällt das Lernen schwer, denn er ist 50 Jahre alt und hat

viele seiner Hirnzellen «weggekokst und weggekifft». Aber um berufliche

Perspektiven zu haben, will er sich umso mehr anstrengen und dieses Jahr

endlich seinen ersten Lehrabschluss machen. Im Talk erzählt er von seinem

Leben und dem Neuanfang als Recyclist.

LIFE CHANNEL TALK |

NEUSTART MIT HINDER-

NISSEN: LEBEN ALS AUS-

link.lifechannel.ch/WbjhT1

LÄNDER IN DER SCHWEIZ

Im Talk lassen wir jene zu Wort kommen, die schon viele Jahre als Ausländer

hier in der Schweiz leben. Carmela Serio kam vor achtundfünfzig Jahren

aus Italien in die Schweiz. Mosshen Ambossi (Name von der Redaktion

geändert) verliess vor mehr als zwanzig Jahren den Iran und begann hier

ein neues Leben. Beide hatten keinen einfachen Start und sprechen darüber

im Talk.

link.lifechannel.ch/RkiOXF

LIFE CHANNEL TALK |

AUS TRAUMHOCHZEIT

WIRD TRAUMA

Für viele ist sie eine Mutmacherin;

eine Frau, die zu einem Leben mit Gott

einlädt – die selbstbewusste Sängerin.

Doch die strahlende Déborah Rosenkranz

wurde von einem Mann zutiefst

enttäuscht. Einsamkeit und Selbstzweifel

warfen sie völlig aus der Bahn.

Wie es ihr gelungen ist, wieder aufzustehen,

schildert sie in

ihrem Buch «Stärker denn

je».


RADIO LIFE CHANNEL

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 23

link.lifechannel.ch/RkiOXF

LIFE CHANNEL TALK |

FLUCHT AUS ARMENIEN –

DIE GESCHICHTE DER ASYA K.

Nach Jahren der Unterdrückung flieht Asya Kyburz mit ihren zwei Söhnen

aus Armenien. In der Schweiz findet sie Schutz vor dem Geheimdienst und

der Gewalt durch ihren Mann. Doch der Neuanfang ist schwer. Sie hat

Probleme, die Sprache zu lernen, und findet keinen Anschluss. Sie leidet

unter den Verletzungen und traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit.

Als dann ihr Sohn bei einem Autounfall stirbt, verzweifelt sie.

LIFE CHANNEL TALK |

PRISCA UND BRUNO LÖRCHER

link.lifechannel.ch/Lzlfys

– NEUES LEBEN IN GUINEA

link.lifechannel.ch/aPJ6w5

SERIE |

VERÄNDERUNG

Veränderungen sind zwar natürlich,

aber sie fallen uns schwer. Da wäre es

schön, wir könnten ihnen einfach aus

dem Weg gehen. Psychologin Sabine

Fürbringer berät häufig Menschen,

die mit Veränderungen zu kämpfen

haben. Sie bringt uns dabei

verschiedene Aspekte zur

Veränderung näher.

Im September 2019 landen Prisca und Bruno Lörcher erstmals in Guinea.

Eine fremde Welt, die bald zum neuen Zuhause wird. Im Talk erzählen

Prisca und Bruno Lörcher von ihrem entschleunigten Leben in Guinea.

Auch Guinea-Experte Jürg Pfister kommt zu Wort. Als Leiter des Hilfswerks

«SAM Global» schätzt er die politisch angespannte Lage in Guinea ein und

erzählt, was Corona für ein weltweit aktives Hilfswerk bedeutet.

link.lifechannel.ch/0R55l7

QR-CODES

Die Sendungen und Beiträge auf dieser Doppelseite

können Sie ganz einfach via QR-Code aufrufen:

Fokussieren Sie die Kamera Ihres Handys auf den Code,

danach lässt sich die Website auf einen Klick öffnen.

Alternativ sind Direktlinks zum Eintippen angegeben.

LIFE CHANNEL TALK |

SIE PROVOZIERTE IHN,

ER SCHLUG ZU

Die Beziehung von Manuela und

Vladimir Dakic hat mit dem wunderschönen

Gefühl vom Verliebtsein

begonnen. Sie ist aber in ein tiefes

Loch gefallen, mit Streit, Provokation,

Betrug und häuslicher Gewalt. Die

Familie war am Ende, ging durch die

Hölle und erlebte einen unglaublichen

Neuanfang – durch eine unerwartete

Begegnung mit Gott. Davon

erzählt das Ehepaar im Talk.


24 ı

RADIO LIFE CHANNEL

TAGESPROGRAMM

VORSCHAU RADIO FEBRUAR & MÄRZ

MONTAG–FREITAG

06.00 – Nachrichten und Wetter

20.00 zu jeder vollen Stunde

GESPRÄCHSSENDUNG

06.00 Life Channel

Nachrichten, Wetter, Musik Nonstop

07.00 Life Channel der Morgen

«us em Läbe», Pressegespräch,

Beiträge und Infos

08.00 Life Channel der Morgen

Tageschronik, Pressegespräch,

«us de Bible», Beiträge und Infos

09.00 Life Channel der Morgen

Tagestipp, «us em Läbe»,

Album der Woche

10.00 Life Channel (Mo / Di / Do / Fr)

Tageschronik, «us de Bible»,

Beiträge und Infos

Life Channel Talk (Mi)

Orientierung im Leben, Menschen

im Blick oder Themen im Brennpunkt

11.00 Life Channel

Tagestipp, Album der Woche,

Beiträge und Infos

12.00 Life Channel Info

Beiträge und Infos

13.00 Musik Nonstop

17.00 Life Channel

Agenda, Album der Woche, Tagestipp

18.00 Life Channel Info

Beiträge und Infos

19.00 Schere, Stei, Papier

Kindersendung

20.00 Life Channel Talk (Mo - Do)

Orientierung im Leben, Menschen

im Blick oder Themen im Brennpunkt

LIFE CHANNEL TALK |

Mo, 29. März | 20 Uhr

GIFT FÜR DIE SEELE

Barbara Benz wächst als Kind eines gewalttätigen Alkoholikers auf und fliegt

als rebellische Teenagerin von der Schule. Sie experimentiert früh mit Drogen,

treibt sich auf Friedhöfen herum und begegnet bösen Geistern.

Heute hilft die Resilienztrainerin und Gesundheitscoach Menschen, ihre Seele

zu entgiften, und begleitet sie auf dem Weg zu einem veränderten Denken.

KURZBEITRAG

SERIE |

8. – 12. Februar | Mo bis Fr | 7.40 + 11.50 Uhr

AUS ALT WIRD NEU

Aus einer alten Schallplatte wird eine Schale, aus alten Petflaschen Kleider und

aus alten Kleidern Handyketten. Aus Alt mach Neu. Re- oder Upcycling ist kreativ

und nachhaltig. Dies Woche stellen wir ein paar tolle Ideen vor, wie man aus was

Altem was tolles Neues machen kann.

KINDERSENDUNG

FENSTER ZUM SONNTAG-Talk (Fr)

21.00 Musik Nonstop (Mo - Do)

Mike Plain's Fresh Friday (Fr)

SAMSTAG

08.00 – Nachrichten und Wetter

20.00 zu jeder vollen Stunde

10.00 Life Channel Talk

Orientierung im Leben, Menschen

im Blick oder Themen im Brennpunkt

11.00 Musik Nonstop

SCHERE STEI PAPIER |

GUET-NACHT-GSCHICHTE –

8. – 26. Februar | jeweils Mo, Di, Do, Fr | 19.00 Uhr DE BENI HET E FRÜND

Der Alltag vom Bauernbub Beni ist eigentlich ganz normal, aber keinesfalls langweilig.

Zusammen mit seinen Freunden Anja, Roby und Lena spielt er oft draussen

im Wald und am Bach. Zusammen suchen sie auf wichtige Fragen nach Antworten.

Wenn er allein zuhause ist, hat Beni zum Glück noch einen anderen Freund, –

einen, den man nicht sieht.

19.00 Schere, Stei, Papier

20.00 Life Channel Talk

Orientierung im Leben, Menschen

im Blick oder Themen im Brennpunkt

21.00 Musik Nonstop

SONNTAG

09.00 – Nachrichten und Wetter

20.00 zu jeder vollen Stunde

10.00 Gottesdienst

11.00 Musik Nonstop

20.00 Gottesdienst

21.00 Musik Nonstop

GOTTESDIENSTE

FEBRUAR

Sonntag, 7. Februar 2021

aus der Kirche Bild St. Gallen

Sonntag, 14. Februar 2021

Gemeindezentrum Bethel Wettigen

Sonntag, 21. Februar 2021

Chrischona Zürich

Sonntag, 28. Februar 2021

Gellertkirche Basel

MÄRZ

Sonntag, 7. März 2021

Ref. Kirche Bauma

Sonntag, 14. März 2021

Kirche im Prisma Rapperswil

Sonntag, 21. März 2021

BewegungPlus Burgdorf

Sonntag, 28. März 2021

Pfimi Bern

PROGRAMMÄNDERUNGEN VORBEHALTEN.

Das aktuelle Programm finden Sie unter radio.lifechannel.ch/programm. Wir danken für Ihr Verständnis.


PERSÖNLICH

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 25

THOMAS «ZUBI»

ZUBERBÜHLER

Thomas Zuberbühler, 46 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder, wohnt mit seiner Familie

in Waldstatt im Appenzellerland, einer wunderbaren Region mit fantastischer Natur. Hier macht

er alles, was das Outdoor-Herz begehrt: Joggen, Wandern oder Skifahren mit Touren- oder

Langlaufski und vieles mehr. Sozusagen in der «Schuhschachtel» gross geworden, führt er

heute in dritter Generation das Unternehmen «Zubischuhe» in Herisau mit einem zusätzlichen

Outlet und weiteren Filialen in Bülach, Effrektion, Kreuzlingen und Aadorf.

Eigentlich hatte sich der studierte Banker seinen Werdegang etwas anders vorgestellt. Als aber

Hilfe im elterlichen Geschäft benötigt wurde, sprang Thomas ein und fand Freude am Unternehmertum

und Selbstständig-Sein. Sein einziger Chef ist Gott. Zusammen mit ihm, diesem

Freund, Helfer und Versorger beflügelt Thomas Zuberbühler die Menschen in seinem Umfeld

und versucht, sie ihren Stärken und Begabungen entsprechend einzusetzen. Er weiss heute:

Wenn die Menschen glücklich sind und gerne tun, was sie tun, dann führt das zum Erfolg.

KEY Ihr prägendstes Erlebnis im Leben war:

Die Ausbildung zum Militär-Kommandanten. Meine Stärken und

Fähigkeiten konnte ich dabei bestens einsetzen und besonders

auch bezüglich Mitarbeiterführung und im Umgang mit Menschen

sehr viel lernen.

comment- Diese Schlagzeile würde ich gerne mal im «Blick»

auf Seite 1 lesen:

«Erweckung in der Schweiz, in Europa und weiten Teilen

der Welt! Was hat es auf sich mit dem christlichen Glauben,

der sich wie ein Lauffeuer verbreitet?»

Tv-Retro Am TV schauen Sie am liebsten:

Wir haben kein TV. Der Laptop gibt jedoch ab und zu faszinierende

Dokus oder spannende Krimis her.

Crown Was bedeutet Erfolg für Sie?

Etwas vom Schönsten ist, wenn ich sehe, dass Mitarbeitende

sich aufgrund der Umgebung positiv weiterentwickeln können.

Tablet Auf welche drei Smartphone-Apps möchten Sie nicht

verzichten?

Den WeekCalender, die Strava-App – sie verbindet Millionen

Sportler auf der ganzen Welt - und für jemanden wir mich natürlich

die Wetter-App.

Hourglas Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal Zeit

verbringen?

Mit Abraham Lincoln. Zu gerne würde ich von ihm persönlich

hören, was er erleben und aushalten musste, als er sich gegen

die Sklavenhaltung stellte.

Mouse-Po Diese Website ist absolut besuchenswert:

zubischuhe.ch – in diese Website haben wir unglaublich viel

Herzblut investiert. Es wäre toll, wenn der Aufwand sich lohnt,

und sie ganz viele Besucher erfreut.

SMILE Worüber haben Sie zuletzt gelacht?

Zwischen den Festtagen habe ich einen alten Film von 1959

gesehen vom «HD-Soldat Läppli». Dabei habe ich Tränen

gelacht.

binocula Was war früher besser?

Darüber denke ich gar nicht nach. Ich lebe im Hier und Jetzt.

user-sec Sie haben immer verheimlicht, dass …

… ich gar nichts zu verheimlichen habe.

OUTDOOR-EXPERTE THOMAS

ZUBERBÜHLER TEILT JEDEN

ZWEITEN MONTAG SEINE TIPPS

FÜR DIE ZEIT DRAUSSEN.

lifechannel.ch/format/outdoor-tipp/


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ALLTAGSTIPP

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 27

GRATISEINTRITT IN ZOO BASEL

FÜR MENSCHEN MIT WENIG GELD

Am 27. Februar 2021, von 8 bis 17.30 Uhr,

öffnet der Zolli Basel gratis seine Tore und

lädt all die Menschen in unserer Bevölkerung

ein, die von Armut betroffen sind und

sich einen Zoo-Besuch nicht leisten können.

Es braucht keine Voranmeldung. Armut wird in

der Schweiz häufig unterschätzt, weil sie weniger

sichtbar und öffentlich ist. Armut wird tabuisiert.

Betroffene Personen leiden oft unter Stress und dem

Gefühl, weniger Wert zu sein. Schon eine Schulreise

oder ein Kindergeburtstag kann zum Problem werden,

wegen den Kosten und dem Vergleichen untereinander.

Armutsbetroffene Kinder in der Schweiz

haben häufig einen viel höheren Krankheitsstand.

Scham und soziale Ausgrenzung fordern bei Alleinstehenden

wie auch bei Familien einen hohen Tribut.

Der Zollitag wird von zahlreichen ehrenamtlichen

Mitarbeitenden und vielen Sponsoren getragen.

Das Projektteam möchte zum Thema Armut in der

Schweiz sensibilisieren und wünscht, dass der Gedanke

der Solidarität auch nach dem Zollitag weiterlebt.

Dass Leute inspiriert werden und offene Augen,

Hände und ein Herz für die (versteckten) Nöte in

ihrer Nachbarschaft bekommen.

Quelle: zollitag.ch

ERF PLUS

PROGRAMM

Sie suchen das ERF Plus Programm?

Neu finden Sie dieses online unter

radio-erf-plus.ch/programm als PDF

zum Herunterladen oder Ausdrucken.

Auch ein monatlicher Versand

an Ihre E-Mail-Adresse ist möglich.

Sollten Sie keinen Internetzugriff

haben und möchten das Programm

lieber per Post erhalten, melden Sie

sich bei unserem Service-Center,

Telefon 044 953 35 35. Gerne senden

wir Ihnen dieses kostenlos zu.

Interessantes

für den Alltag

220

Zahl des Monats

Die Rauchschwalbe benötigt für

den Nestbau zwischen 750–1400

Erdklümpchen. Ihre Wegstrecke

dazu beträgt rund 220 Kilometer.

Quelle: vogelwarte.ch

Zugvögel sind

Frühlingsboten

Tausende von Kilometern legen die Zugvögel jeden

Frühling zurück, um vom Überwinterungsgebiet

in die europäischen Brutgebiete zu gelangen.

Vogelarten, die im Mittelmeerraum überwinterten,

legen eine kürzere Route zurück und treffen

früher ein als jene, die aus Afrika heimkehren.

Viele Winterquartiere in Afrika liegen südlich der

Sahara. Auf ihrem Rückflug überqueren sie die

rund 2500 Kilometer breite Sahara und danach

das Mittelmeer. Eine beeindruckende Leistung,

wenn man bedenkt, dass eine Rauchschwalbe

zwischen 16 bis 25 Gramm wiegt.

Der Vogelzug ist eine gute Möglichkeit, eines der

grössten Naturspektakel in unseren Breitengraden

hautnah mitzuerleben und über Gottes

Schöpfung zu staunen. Das Beobachten bietet

sich im März genauso gut an wie im Herbst, wenn

sich die Vögel auf die Reise in den Süden machen.

Am besten sind die Zugvögel von einem erhöhten

oder exponierten Standort aus zu beobachten.

So ist man näher dran. Denn die Vögel verändern

ihre Flughöhe nicht, wenn ein Hügel vor ihnen

liegt. Jede Tageszeit ist erfolgsversprechend. Einige

Vogelarten sind jedoch kaum zu sehen, weil

sie nachts fliegen.

Ein Fernglas hilft, die einschlägigen Merkmale zu

entdecken, um die Vogelarten zu bestimmen. Ein

Profi kann Zugvögel auch aufgrund ihrer Flugrufe

identifizieren.

Quelle: vogelwarte.ch


28 ı

FENSTER ZUM SONNTAG

FENSTER ZUM SONNTAG-TALK

SA, 13. FEBRUAR | 16.40 UHR

SA, 13. FEBRUAR | 18.30 UHR

SO, 14. FEBRUAR | 09.30 UHR *

SO, 14. FEBRUAR | 14.20 UHR

SA, 27. FEBRUAR | 16.40 UHR

SA, 27. FEBRUAR | 18.30 UHR

SO, 28. FEBRUAR | 09.10 UHR *

SO, 28. FEBRUAR | 17.45 UHR

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

AUS MIST DÜNGER MACHEN

Wie wird Pech zu Glück? Wie kann Scheitern in neues

Gelingen verwandelt werden? Wie wird aus einem

Bruch ein Neuaufbruch? Diesen Fragen geht Georges

Morand schon lange nach – auch weil er selbst scheiterte.

Der Theologe und Coach sprach vor 10 Jahren in einem

FENSTER ZUM SONNTAG-Talk offen über seine Midlife-

Crisis und seine gescheiterte Ehe. Im «Mach Dünger aus

deinem Mist»-Talk erzählt der Autor, wie recyceln bei

ihm funktionierte und wie es bei anderen gelingen kann.

Denn er ist überzeugt: Scheitern und Brüche führen uns

oft in neue Formen von gelingendem Leben, wo sie sogar

zum Wachstumsförderer von Talenten werden.

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

BIS ZUM LETZTEN ATEMZUG

Markus Hänni ist unheilbar krank und müsste gemäss

früheren Prognosen bereits tot sein. Dennoch hat er

sich entschieden zu heiraten und mit seiner Frau Barbara

eine Familie zu gründen.

Dass er keine durchschnittliche Lebenserwartung hat,

erfährt Markus von den Ärzten schon als Kind.

Trotz der Krankheit haben sich Barbara und Markus

Hänni für eine Ehe und Kinder entschieden. «Wir trauen

der Liebe mehr zu als der Vernunft und wollen den Augenblick

beim Schopf packen und nicht alles auf später

verschieben.» Über die Herausforderungen im Familienleben

erzählen die Autoren des Buches «Weil jeder

Atemzug zählt» im FENSTER ZUM SONNTAG-Talk.

FENSTER ZUM SONNTAG-MAGAZIN

MAGAZIN MIT ALINE BAUMANN |

BERGFIEBER

Die schöne Bergwelt fordert durchaus ihren Tribut. Und

dies nicht nur bei den diversen Erstbesteigungen in den

Alpen vor 100 Jahren.

SA, 6. FEBRUAR | 16.40 UHR

SA, 6. FEBRUAR | 18.30 UHR

SO, 7. FEBRUAR | 12.00 UHR *

SO, 7. FEBRUAR | 17.45 UHR

DIESE SENDUNG IST NACH DER AUSSTRAHLUNG

ONLINE ABRUFBAR: sonntag.ch

Mirjam Luck Tiri wird den Tag nie mehr vergessen, als ihr

Mann Armin Wild beobachten wollte und in die Tiefe stürzte.

Ganz plötzlich verlor sie einen geliebten Menschen. Auch

Marco Bäni fotografiert fast ausschliesslich Bergwelten.

Seine Bilder kommen an, das zeigen seine mehreren zehntausend

Follower auf Instagram. Bergfieber, eine Sendung

über Menschen, die es trotz Herausforderungen immer

wieder in eine Welt aus Schnee, Stein und Eis zieht. Aline

Baumann begrüsst Sie dabei aus dem verschneiten Berner

Oberland.

PROGRAMMÄNDERUNGEN VORBEHALTEN.

Das aktuelle Programm finden Sie unter fensterzumsonntag-talk.ch. Wir danken für Ihr Verständnis.


FENSTER ZUM SONNTAG LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 29

SA, 13. MÄRZ | 16.40 UHR

SA, 13. MÄRZ | 18.30 UHR

SO, 14. MÄRZ | 12.00 UHR *

SO, 14. MÄRZ | 18.00 UHR

SA, 27. MÄRZ | 16.40 UHR

SA, 27. MÄRZ | 18.30 UHR

SO, 28. MÄRZ | 12.00 UHR *

SO, 28. MÄRZ | 17.45 UHR

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

DER SPITALDIREKTOR – FELS IN DER BRANDUNG

«Ich suchte ein Wort, das etwas Ungemütliches ankündigte,

ohne gerade Angst zu verbreiten.» Doch wie

kommuniziert der CEO eines Unispitals in der Corona-

Krise mit Chefärzten und Pflegedienstleiterinnen?

TALK MIT RUEDI JOSURAN |

DIE SEELE ENTGIFTEN

Barbara Benz wächst als Kind eines egozentrischen, alkoholabhängigen

Künstlers auf. Als rebellischer Teenager

experimentiert sie mit Drogen, um die innere Traurigkeit

zu stillen.

Wie schafft es der Leiter von 7300 Mitarbeitenden, die

sich im Universitätsspital Basel tagtäglich um die Gesundheit

der Bevölkerung kümmern, an vorderster Front

Hoffnung zu verbreiten und Ruhe zu bewahren? Spitaldirektor

Kübler nimmt uns mit auf einen Unispital-

Rundgang mitten in der Pandemiezeit – und er erzählt

uns, wie er auftankt, um dem Druck standzuhalten und

der grossen Verantwortung gerecht werden zu können.

Im Alter von 20 Jahren macht sie erste Erfahrungen mit

Gott. Sie heiratet und wird Mutter von vier Kindern, doch

ihre Traurigkeit bleibt ein Gefängnis. Sie leidet sieben Jahre

an Depressionen und erleidet zudem einen Hirnschlag, der

sie ein Jahr lang lahmlegt. Dann stellt sie sich ihrem Trauma

und den damit verbundenen toxischen Emotionen. Heute

unterstützt sie als Systemischer Coach und Resilienztrainerin

Menschen, um ihre Gedankenwelt bewusst zu erneuern.

DIE

SENDUNGEN

MAGAZIN MIT ALINE BAUMANN |

WUT IM BAUCH

SIND KURZ NACH

DER AUSSTRAHLUNG

ONLINE ABRUFBAR

Im Alltag gibt es genügend Auslöser, die

Zorn in einem hochsteigen lassen können.

Besonders in der Corona-Krise schlagen die

Emotionen hoch. Die sozialen Netzwerke werden gerne

genutzt, um dem angestauten Ärger ungefiltert Luft zu

machen.

fensterzumsonntagtalk.ch

SA, 20. MÄRZ | 16.40 UHR

SA, 20. MÄRZ | 18.30 UHR

SO, 21. MÄRZ | 12.00 UHR *

SO, 21. MÄRZ | 17.45 UHR

DIESE SENDUNG IST NACH DER AUSSTRAHLUNG

ONLINE ABRUFBAR: sonntag.ch

Doch wie ist das genau mit der Wut? Ist es ein per se «negatives»

Gefühl? Psychologen sagen, dass starke Emotionen

dabei helfen, eine Situation schnell einzuordnen. Wut mobilisiert

Energie, doch es gilt zu lernen, richtig damit umzugehen.

FENSTER ZUM SONNTAG geht den Fragen nach, wie

Menschen gelernt haben, mit ihrer Wut umzugehen, und

welche Rolle der Glaube dabei spielt.

Die TV-Reihe FENSTER ZUM SONNTAG wird gemeinsam von Alphavision (Magazin) und ERF Medien (Talk) produziert.

*Aufgrund aktueller Sendungen können sich Anfangszeiten auf SRF zwei kurzfristig verschieben. Bitte informieren Sie sich über allfällige Änderungen in der Tagespresse oder dem Teletext.


30 ı PORTRÄT

BARBARA BENZ: «MEINE TRAUMATISCHE VERGANGENHEIT UND

TOXISCHE EMOTIONEN BLOCKIERTEN MICH.»

Der Weg zum neuen Denken

VON MICHÈL WILLEN

Das Leben von Barbara Benz ist von Beginn

an nicht einfach. Sie wächst als Kind

eines egozentrischen Künstlers auf und

fühlt sich emotional verlassen. Später erlebt

sie eine längere Phase der Depression

und erleidet mit 39 Jahren einen Hirnschlag.

An diesem Punkt erkennt sie, dass

sie bewusst lernen muss, neu zu denken.

Barbara Benz ist ein introvertiertes und

scheues Mädchen, aber auch eine Herausforderung

für ihre Lehrer. Sie wird schnell

aggressiv und stösst dadurch auf Kritik.

Vieles langweilt sie. Als Teenagerin beginnt

sie, Drogen zu konsumieren – sie glaubt,

dadurch ihr Bewusstsein zu erweitern und

Antworten auf ihre Fragen zu finden. Auf der Suche nach

dem Sinn des Lebens, kommt sie mit finsteren, übernatürlichen

Praktiken in Berührung. Die Sinnlosigkeit und

Trauer drücken weiter, und sie kommt an den Punkt, an

dem sie ihr Leben beenden will. Sie überlebt – die Todessehnsucht

bleibt.

Begegnung mit Gott

Mit zwanzig Jahren begegnet sie unverhofft Gott – beim

Pflegen einer bettlägerigen älteren Frau. «Sie sprach

ständig von der Liebe Gottes und davon, dass Gott mich

ruft. Irgendwie verrückt und gleichzeitig berührend

schön.» Trotz der anfänglichen Ablehnung Gott gegenüber,

trifft seine Liebe mitten in ihr Herz – sie entscheidet

sich für ein Leben mit ihm. Drei Jahre danach heiratet sie

ihre grosse Liebe und bekommt mit 25 Jahren ihr erstes

von vier Kindern. Aber immer noch fühlt sie eine Schwere.

Als sie fünf Jahre später beginnt, an Depressionen

FILM

TV-TIPP

FENSTER ZUM SONNTAG-TALK

Die Seele entgiften

Sa, 27. März

So, 28. März

16.40 Uhr

18.30 Uhr

12.00 Uhr

17.45 Uhr

BARBARA BENZ: «ICH MÖCHTE IMPULSE GEBEN, DASS SICH MENSCHEN MIT

IHRER VERGANGENHEIT VERSÖHNEN UND IHR EIGENES DENKEN ERNEUERN.»

zu leiden, kommt die Todessehnsucht aus ihrer Jugend

wieder hoch. «Ich fühlte mich in mir selbst eingesperrt,

antriebslos und müde vom Leben. Es fühlte sich an, als ob

mein Verstand abgekapselt von meiner Seele funktionierte.»

Sieben Jahre dauern die Depressionen. Eines Tages

hat sie nach einem Gebet das Gefühl, dass die Bedrückung

sich verflüchtigt hat, und glaubt, geheilt zu sein. Sie wagt

es, die Antidepressiva abzusetzen – und tatsächlich: «Die

Depressionen waren vorbei, und ich fühlte mich so stark

wie nie zuvor.»

Hirnschlag und Neuausrichtung

Rund zwei Jahre später dann die nächste grosse Herausforderung:

Sie hat einen ischämischen Hirnschlag. Ein Jahr

lang leidet sie an den Folgen, hat Gleichgewichtsstörungen

und Konzentrationsschwäche. Oft schliesst sie sich in ihr

Zimmer ein und legt sich auf den Fussboden. «Ich forderte

Gott heraus und erfuhr immer mehr, wie Jesus über mich

denkt.» Sie erkennt, dass sie immer noch von ihrer unaufgeräumten

Vergangenheit blockiert wird und beginnt, ihr

Denken bewusst zu erneuern. Sie sucht eine Psychotherapeutin

auf und lernt dort, Gedanken und Emotionen neu

zu beurteilen und einzuordnen. Heute lebt sie ohne durch

den Hirnschlag zurückgebliebene Schäden. Als Coach

unterstützt sie nun selbst andere Menschen darin, ihre

Gedankenwelt neu auszurichten. «Eine unbändige Leidenschaft

treibt mich an, Menschen im erneuerten Denken zu

trainieren und ins volle Leben zu begleiten.»


KOLUMNE

LIFE CHANNEL MAGAZIN ı 02/03.2021 ı 31

Ruedi Josuran

Jedem Neuanfang geht eine Erschütterung voraus

Bilanz ziehen. Standortbestimmung

machen. Nicht wenige meiner Talk-

Gäste im «Fenster zum Sonntag»

oder Radio Life Channel fragen sich an

einem bestimmten Punkt im Leben, ob

sie alles richtig gemacht haben. Ob sie

gelebt haben, nicht nur gelebt wurden.

Im Lebens-Drehbuch dieser Menschen

war vieles nicht so vorgesehen. Sie

bekamen häufig vom Körper Hinweise.

Diese wurden aber als lästige Störmanöver

verdrängt. Später zeigten sich

gerade solche Signale als wertvolle

Informationen. Sie wurden dann auch

in der Nachbetrachtung zu Kompetenzen

in eigener Sache.

Herausforderungen, Krisen können

Einladungen sein, Altes hinter sich zu

lassen und Neues zu Beginnen.

Das Neue birgt immer

ein grösseres Risiko als Altbewährtes

Wer vom Auswandern träumt, fürchtet zugleich, an einem

neuen Ort keine Freunde oder keinen Job zu finden. Wer seinen

Job kündigen möchte, hat gleichzeitig Sorge, arbeitslos

zu werden. Und wer sich von seinem Partner trennt, befürchtet,

auch auf den verschiedensten Partner-Plattformen nie

mehr fündig zu werden.

In Entscheidungssituationen lassen sich die meisten

Menschen von der Furcht vor dem Scheitern viel stärker beeinflussen

als von der Freude auf Neues. Der Misserfolg hat

ein schlechtes Image. Der amerikanische Soziologe Richard

Sennett bezeichnete das Scheitern einmal als das «grosse

Tabu» der Moderne. Dabei dient gerade das Scheitern, der

absolute Tiefpunkt, als wichtiger Wegweiser: Nur, wenn man

sich ehrlich eingesteht, dass man in eine Sackgasse gelaufen

ist, kann man auch wieder zur richtigen Route zurückfinden.

Jedem Neuanfang geht eine Erschütterung voraus. Das Wort

«anfangen» kommt von anpacken, anfassen, in die Hand

nehmen.

Herausforderungen,

Krisen können

Einladungen sein, Altes

hinter sich zu lassen und

Neues zu Beginnen.

Ich gestalte, mache mutige Schritte.

Ich höre auf, darüber zu jammern, dass

ich durch meine Erziehung oder durch

meine Veranlagung festgelegt bin.

Ich kann immer neu anfangen.

Ich kann das, was mir als «Lebensmaterial»

vorgegeben ist, in die Hand

nehmen und gestalten. Dieses Lebensmaterial

ist meine Lebensgeschichte,

es besteht aus meinen Stärken und

Schwächen, meinen Erfahrungen von

Geborgenheit und Selbstvertrauen,

aber auch meinen Verletzungen und

Kränkungen.

Was mich bei unzähligen Begegnungen

mit TV- oder Radio-Gästen

berührt: Irgendwann haben sie in der

Begegnung mit Jesus Versöhnung

gefunden. Versöhnung mit Gott, mit

anderen und mit sich. Da muss ich

an Thomas denken. Auch bekannt als der Zweifler oder der

Ungläubige. Generell erfahren wir in der Bibel recht wenig

über diesen Mann, der zu den zwölf Jüngern Jesu gehört.

Was mir aber bleibt, ist: Erst, als der Auferstandene ihm die

Wundmale zeigt, vermag er sein Glaubensbekenntnis auszurufen:

«Mein Herr und mein Gott!».

«Verletzt sein» gehört zum «Mensch sein»

Jesus, der Sohn Gottes, hätte nach seiner Auferstehung die

Wunden, also die Erinnerung an seinen grausamen Tod am

Kreuz, verschwinden lassen können. Er hätte die Macht

gehabt, sie wegzuwischen, sie mit göttlicher plastisch-chirurgischer

Kunst unsichtbar zu machen. Gottes Sohn tut es

nicht: Jesus nimmt sein ganzes Menschsein – auch mit seinen

Verletzungen und Verwundungen – mit hinein in die Auferstehung.

Gerade seine Wundmale sind der Beweis, dass

er in seiner Auferstehung alles Menschliche in die Erlösung

mithineingenommen hat. Alles darf sein. Gott kommt klar

damit.

RUEDI JOSURAN

Moderator FENSTER ZUM SONNTAG-Talk

ruedi.josuran@erf.ch


052 235 10 00

www.kultour.ch

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25. APRIL – 2. MAI 2021

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