Taxi Times München - 1. Quartal 2021

taxitimes

1. QUARTAL 2021 3,50 €

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MÜNCHEN

EINFACHER UND WETTBEWERBSFÄHIGER

DIE TARIFREFORM

IMPFTAXIS

Der mühsame Kampf

um Kostenerstattung

GESETZESVERSTÖSSE

Der Uber-Alleinfahrer

als Praktikant

ISARFUNK INFORMIERT

Der Hauptspeicher

ist weg


Zu jedem Einsatz bereit.

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Ihre Ansprechpartner:

Bernd Obkirchner

Tel. 089 / 48001-166

Johannes Huber

Tel. 089 / 48001-578


DAS TAXI UND DIE ZUKUNFT

Es gibt keinen Grund, die jetzige Lage schönzureden: Sie ist für

die Münchner Taxiunternehmer*innen katastrophal. Doch wenn

man sich innerhalb der Münchner Taxibranche umhört, trifft man

neben denjenigen, die schon resigniert haben, auch solche, die sich

weiterhin kämpferisch zeigen. Sie glauben an ein Ende der Pandemie,

sie hoffen darauf, dass das Leben dann wieder hochfährt.

Schließlich wird nur eine Stadt, die lebt, auch Bedarf an Taxifahrten

haben. Für unsere Redaktion war deshalb klar, dass wir uns mit

dieser Ausgabe auf die Zukunftsthemen konzentrieren müssen.

Denn trotz aller aktuellen Frustration treffen Gewerbevertreter,

Politik, Taxizentralen, Unternehmer und Fahrer speziell in

München Maßnahmen, mit denen man jetzt die Weichen für eine

bessere Zukunft stellt. Manche Weiche muss dafür auf ein neues

Gleis umgestellt werden, weil die Branche, sobald man sie vom

derzeitigen Abstellgleis wieder auf die Strecke schickt, einen anderen

Weg nehmen muss.

Ein „Weiter so“ auf alter Strecke darf es nicht geben. Uber und

Free Now werden auch nach der Pandemie vorhanden sein und mit

ihren Partnern weiterhin bestehende Rechtsvorschriften umgehen.

Das Interview auf Seite 10 belegt das auf erschreckende Weise.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Branchenvertreter – auf

Initiative des Taxiverbands München (TVM), dann aber in beeindruckender

Einigkeit und Zusammenarbeit mit allen Taxiverantwortlichen

– eine wegweisende Tarifreform auf den Weg gebracht

haben. Der Verzicht auf bisherige Zuschläge, auf degressive Kilometertarife,

die Einführung zusätzlicher Festpreiszonen sowie die

Verpflichtung zur Kreditkartenakzeptanz sind allesamt Maßnahmen,

die bisherige Nachteile im Wettbewerb mit Uber und Free

Now kompensieren. Die neue Taxitarifordnung gilt ab 1. März.

Wir erklären sie ab Seite 6.

Ein Umdenken wird auch bei der nächsten Fahrzeuganschaffung

notwendig sein. Die Stadt wie auch der Flughafen haben

schon vor Corona angefangen, die Mobilität neu zu definieren.

Sie werden das nach der Pandemie fortsetzen. Auch hier ist es ein

Ergebnis der gemeinschaftlichen Bemühungen der Taxivertreter,

dass die Stadt bereit ist, das Taxigewerbe bei diesem Wandel mitzunehmen.

Jetzt liegt es an den Taxiunternehmern, ob sie sich auf

neue Antriebe und eine zusätzliche Klientel (Rollstuhlfahrgäste)

einlassen. Wir stellen das neue Mobilitätsreferat der Stadt vor

(S. 13) und geben einen Überblick über die neuesten Produkte

und Entwicklungen bei Elektro- und Inklusionstaxis (ab S. 22).

Last, but not least sei im Zusammenhang mit zukunftsfähigen

neuen Weichenstellungen noch auf das Projekt „Courier“ hingewiesen.

Vom Boom der Versandplattformen kann selbst das Taxigewerbe

profitieren. Doch auch hier gilt: Alle Weichenstellungen

„von oben“ (in diesem Fall von der IsarFunk Taxizentrale) helfen

nichts, wenn am Ende die Fahrer*innen nicht bereit sind, auf den

neu errichteten Gleisabschnitten mitzufahren.

Fazit: Das Taxi hat Zukunft – wenn es gelingt, die nächsten

Wochen auch noch zu überstehen und wenn Unternehmer*innen

und Fahrer*innen bereit sind, nach der Krise auch neue Wege auszuprobieren.

Die Weichen dafür kann jeder Einzelne jetzt schon

stellen. Das hilft vielleicht auch bei der aktuellen Frustbewältigung.

INHALT

PERSONEN UND IMPFTAXIS

4 Damendisput um Seniorentaxis

5 Stadt bezahlt keine Impftaxis

TARIFREFORM

6 Was sich alles ändert

9 FAQs und Antworten

WETTBEWERB + PBEFG

10 Die Tricks eines Uber-Fahrers

12 Die Kritikpunkte des OB Reiter

MOBILITÄT

13 Das neue Referat und seine Aufgaben

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

14 Digitale Jahreshauptversammlung

15 80 Verstöße in 80 Tagen

ISARFUNK TAXIZENTRALE

16 Taxi kann auch „Courier“

FLUGHAFEN

18 FMG kündigt Taxi-Hauptspeicher

DESINFEKTION

19 Unternehmer testen neue Produkte

ELEKTRO + INKLUSION

20 Emmissionsfreie Taxis müssen sein

22 Neue und bewährte

Förderprogramme

23 Neue E-Taxis und Rollilösungen

DIENSTLEISTUNGEN

24 Umfrage mit Lernpotenzial

22 Neue und bewährte Förderprogramme

TAXI TIMES DIGITAL

26 Tipps von der Website

26 Impressum

FOTO: Name Name

– die Redaktion –

TAXI 1. QUARTAL 2021

3


PERSONEN

TABLET

STATT TAXI

Zum Schutz vor Corona-Ansteckung

sollen Senioren und Risikopatienten von

der Stadt Taxigutscheine bekommen.

Doch die Sozialreferentin lehnt dies ab.

Über ihre Begründung ist ein

parteipolitischer Streit entbrannt.

Evelyne Menges

Dorothee Schiwy

Mit gleich drei Anträgen, zwei davon sogenannte Dringlichkeitsanträge,

hatte die CSU, die in München seit der

Kommunalwahl des letzten Jahres wieder in der Opposition

ist, Taxigutscheine gefordert. Diese sollten den sogenannten

Risikogruppen mit geringerem Einkommen von der Stadt entweder

unentgeltlich, vergünstigt oder auf der Basis des ÖPNV-Tickets

zur Verfügung gestellt werden.

Die CSU-Stadtrats-Mitglieder Michael Dzeba, Heike Kainz,

Dr. Evelyne Menges und Sebastian Schall hatten dies sowohl am

15. Dezember 2020 als auch am 19. Januar 2021 beantragt. Bereits

am 23. Oktober 2020 hatte Stadträtin Alexandra Gaßmann (ebenfalls

CSU) freie Taxifahrten für Seniorinnen und Senioren an Weihnachten

gefordert.

„Seniorinnen und Senioren gehören zur Corona-Risikogruppe

und meiden derzeit aus Angst vor einer Infektion oft den ÖPNV“,

argumentierte Gaßmann. „Altersbedingt wollen oder können viele

ältere Menschen auch nicht mehr Auto fahren und sind schlecht zu

Fuß. Nicht jeder kann es sich leisten, für Fahrten zur Familie ein

Taxi zu nehmen. […] Taxi-Gutscheine würden dieses Problem lösen.“

Diskutiert wurden alle drei Anträge im Stadtrat nicht. „Der

Inhalt der Anträge betrifft eine laufende Angelegenheit, deren

Besorgung nach Art. 37 Abs. 1 GO und § 22 GeschO dem Oberbürgermeister

obliegt. Eine beschlussmäßige Behandlung der Angelegenheit

im Stadtrat ist daher rechtlich nicht möglich“, heißt es

seitens der Stadt zur Begründung.

Deren Sozialreferentin Dorothee Schiwy erläuterte ergänzend,

warum man den Antrag der Oppositionspartei neben dem formalrechtlichen

Aspekt auch inhaltlich ablehne. Schiwy beruft sich

auf ein Statement des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen

(VDV), wonach zahlreiche nationale und internationale wissenschaftliche

Untersuchungen gezeigt hätten, dass es keine erhöhte

Infektionsgefahr im ÖPNV gebe.

TAXIFAHREN REDUZIERT NICHT DIE KONTAKTE

Sie sieht zudem die hier angesprochene Zielgruppe lieber zu Hause

als unterwegs: „Sinn und Zweck der Kontaktbeschränkungen ist,

die Kontakte erheblich zu reduzieren. Die Ausgabe von Taxi-Gutscheinen

würde diesen Bestrebungen zuwiderlaufen und den

Nutzer*innen ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln.“

Generell seien präventiv für Risikogruppen eine konsequente

Kontaktminimierung und strikte Einhaltung der Hygieneregeln

die wichtigsten Maßnahmen.

Alternativ stelle auch die Nutzung der Videotelefonie eine

gesundheitlich unbedenkliche Alternative zu Besuchen der Verwandtschaft

dar. Die Stadt gewähre bestimmten Senioren einen

Zuschuss in Höhe von 250 Euro für den Kauf eines Tablets oder

Laptops.

Für Evelyne Menges von der CSU ist diese Ablehnung ein

Schlag ins Gesicht für kranke und alte Menschen: „Diese Menschen

wollen nicht zum Vergnügen durch die Gegend fahren

und fröhlich Kontakte pflegen, sondern die für ihre Gesundheit

und ihre sozialen Grundbedürfnisse notwendigen Fahrten ohne

gesundheitliche Gefährdungen zurücklegen können. Was hat das

mit einem iPad zu tun? Sollen diese Menschen nicht mehr zum

Arzt dürfen oder einkaufen?“

Den Verweis aus dem Sozialreferat, ältere Menschen könnten

ohne Risiko den ÖPNV nutzen, kontert Menges ebenfalls: „Im Taxi

sitzt man mit einer weiteren Person, meist sogar getrennt durch

eine Plastikfolie, im ÖPNV mit Dutzenden Fremden. Das Taxi holt

die Menschen daheim ab, zum ÖPNV muss man sich hinbewegen

und dabei weiteren Menschen begegnen. Es ist völlig weltfremd,

hier keinen Unterschied beim Infektionsrisiko zu sehen. Taxi-

Gutscheine wären eine unbürokratische Lösung, um Ängste und

völlige Isolation zu vermeiden.“

jh

FOTOS: Pixabay, CSU, Martin Hangen

4 1. QUARTAL 2021 TAXI


IMPFFAHRTEN

WER ENTSCHEIDET

ÜBER IMPFTAXIS?

In Berlin werden seit Anfang Januar Tausende staatlich bezahlte Impf-Taxifahrten

durchgeführt. In Bayern schiebt man die Verantwortung auf den Bund, in München

auf die Krankenkassen.

FOTO: Witte

Ziemlich neidisch blicken Taxifahrer*innen in Bayern auf

die Bundeshauptstadt. Dort hatte bereits Anfang Januar

der dortige Landessenat beschlossen, zunächst den

Ü-90-Jährigen, später auch den Ü-80-Jährigen die Taxifahrt in eines

der Impfzentren zu bezahlen. Bestellt und abgerechnet werden die

Taxis über die Berliner Taxizentrale, die dafür sogar eine eigene

Rufnummer freischalten ließ. Vor Ort wird mithilfe eines eigens

eingerichteten Taxi-Leitstellendienstes dafür gesorgt, dass pro Tag

mehrere einhundert An- und Abfahrten abgewickelt werden. Vermittelt

werden die Fahrten an Taxis mit Trennschutz, die Fahrer

tragen Mundschutz, die Fahrzeuge werden regelmäßig desinfiziert.

Das Taxi hat am Beispiel Berlin gezeigt, dass es ohne Vorlauf

in der Lage ist, für eine flächendeckende Mobilität zu sorgen. Seitdem

macht das Beispiel bundesweit Schule. Niedersachsen und

Hessen tragen die Kosten (anteilig) landesweit, auch zahlreiche

Kommunen haben inzwischen unbürokratische Lösungen gefunden,

darunter auch Städte wie Frankfurt, Bayreuth oder Augsburg.

MÜNCHEN ÜBERNIMMT KEINE VERANTWORTUNG

München fehlt allerdings auf der Liste (Stand: 1. Februar 2021).

Dort schiebt die Sozialreferentin Dorothee Schiwy die Verantwortung

auf die Krankenkassen: „Für Fahrten zu den Impfzentren

können Taxifahrten zwischenzeitlich ärztlich verordnet werden,

wenn ein anderes Verkehrsmittel nicht infrage kommt. Die Kosten

hierfür werden dann durch die gesetzliche Krankenversicherung

übernommen“ heißt es in einem Statement aus dem Sozialreferat.

Dabei übersieht Frau Schiwy allerdings, dass nur bestimmte

Krankenversicherte einen Anspruch auf Kostenübernahme

haben, beispielsweise solche mit genau definierten Merkmalen

im Schwerbehindertenausweis oder Patienten mit Pflegegrad vier

bzw. fünf. Zudem ist es für die Hochbetagten eine Zumutung, sich

für eine Fahrtkostenbewilligung durch die Mühlen der Krankenkassenverwaltung

zu quälen.

Als Kompromiss hätte die Stadt jene Regelung ins Auge fassen

können, die beispielsweise auch in Niedersachsen zum Tragen

kommt. Hier springt das Land als Rückfallebene in die Bresche.

Wenn die Krankenkasse keine Fahrtkosten übernimmt, zahlt

das Land.

TAXIGEWERBE WIRD NICHT GEHÖRT

Für Bayern würde das allerdings bedeuten, dass die Landesregierung

den Willen zur Kostenübernahme aufbringt. Münchens

Gewerbevertreter vom Taxiverband München sowie des Landesverbands

Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer haben

diesbezüglich auch bereits Gespräche mit Roland Weigert vom

Bayerischen Wirtschaftsministerium geführt. Man versprach, sich

dafür einzusetzen, dass das Thema beim zuständigen Sozialministerium

auf oberster Ebene platziert wird.

Ein weiteres Gespräch mit Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender

der Freien Wähler, stieß auf ähnliches Verständnis, auch wenn

hier ebenfalls auf eine andere Stelle verwiesen wird. Diesmal

allerdings wird der Ball an die Bundesregierung weitergespielt.

In einem gemeinsamen Antrag der bayerischen CSU-Fraktion und

der Freien Wähler wird die Bayerische Staatsregierung gebeten,

„sich auf Bundesebene weiterhin mit Nachdruck dafür einzusetzen,

dass die Übernahme der Kosten für Fahrten zu einer Corona-

Impfung mit einem Taxi für immobile Personen sichergestellt ist“.

Das wäre sowieso von Anfang an die einfachste Lösung gewesen.

Anstatt bundesweit einen abermaligen Flickenteppich auszurollen,

hätte Gesundheitsminister Jens Spahn die Taxikosten für

Impftaxis als Sonderprogramm auflegen können. Den Vorschlag

hatte der Bundesverband Taxi in einem Schreiben an Herrn Spahn

schon Anfang Dezember gemacht und es dann noch einmal im

Januar wiederholt. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd: Nicht

einmal eine Antwort hat Deutschlands höchste Gewerbevertretung

bekommen.

jh

TAXI 1. QUARTAL 2021

5


TAXITARIF

MÜNCHENS

NEUER TAXITARIF

Ab 1. März 2021 gilt in der Landeshauptstadt München sowie den Landkreisen

München, Erding und Freising ein neuer Taxitarif. Wir zeigen, was sich ändert.

1. (FAST) KEINE ZUSCHLÄGE MEHR

Taxifahren wird teurer.“ Was für alle zuletzt erfolgten Tarifänderungen

galt, ist diesmal anders. Vor allem, weil ab März viele

Zuschläge wegfallen. Konkret: Die Anfahrt zum Bestellkunden

ist ab sofort frei (bisher 1,20 Euro). Auch für Gepäckstücke und

für Tiere muss der Fahrgast keinen Extra-Obulus mehr bezahlen

(bisher 70 Cent).

2. Für die Mitnahme eines Fahrrads: 7,50 Euro.

2Euro

2Euro

2Euro

1Euro

50

Cent

50

Cent

20

Cent

Somit blieben nur mehr Fälle, in denen ein definierter Zuschlag

berechnet werden darf:

1. Bei Fahrten mit mehr als 4 Fahrgästen, wenn das Taxi über

die dafür nötige Anzahl an Sitzplätzen verfügt: 7,50 Euro.

Achtung: Es darf max. einer dieser beiden Zuschläge verwendet

werden. Werden also mehr als 4 Fahrgäste und ein Fahrrad

befördert, beträgt der Zuschlag einmalig 7,50 Euro. Bei Sperrgepäck,

also bei großen Gegenständen wie beispielsweise Möbelstücke,

Surfbretter etc., darf ein Zusatzentgelt frei vereinbart

werden. Rollstühle, Kinderwagen, Gehhilfen und Fahrräder

gelten NICHT als Sperrgepäck.

Warum diese Änderung? Bessere Preis-Transparenz und Glaubwürdigkeit

beim Kunden.

2. EINFACHERER TAXITARIF

Der Mindestfahrpreis steigt auf 4,70 Euro = Kompensation des

weggefallenen Zuschlags für die Anfahrt bei Bestellfahrten).

4.70 €

Die degressive Staffelung beim Kilometerpreis entfällt. Ab März

kostet jeder gefahrene Kilometer pauschal 2 Euro, egal ob Kurzstrecke

oder Fahrt zum Flughafen. Der Taxameter wird dabei so

programmiert, dass er nach jeweils 100 Metern 20 Cent mehr

anzeigt.

2Euro

2Euro

2Euro

50

Cent

1Euro

PRO KILOMETER

2Euro

Warum diese Änderung? Leichtere Fahrpreiskalkulation für den

Fahrer/die Fahrerin bzw. für den Kunden.

ILLUSTRATIONEN: Raufeld Medien

6

1. QUARTAL 2020 TAXI


TAXITARIF

Unverbindlicher Entwurf

Hinweis: Bereits jetzt wurde definiert, dass der Mindestfahrpreis

und der Kilometerpreis um je 10 Cent ab 1. Januar 2022

angehoben werden.

Anlage 1 zur Taxitarifordnung - Pflichtfahrgebiet

Wartezeit: Sobald das Taxi weniger als 15 km/h fährt, schaltet

der Taxameter automatisch in den Zeittarif und berechnet

20 Cent pro 24 Sekunden (= 30 Euro pro Stunde).

Anlage 2 zur Taxitarifordnung - Tarifzonen

JANUAR

1

Anlage 3 zur Taxitarifordnung - Flughafengelände

2022

10

Cent

24 sec

20

Cent

Unverbindlicher Entwurf

Anlage 4 zur Taxitarifordnung - Zone Messe

79 EURO

Unverbindlicher Entwurf

Anlage 5 zur Taxitarifordnung – Zone Hauptbahnhof

FLUGHAFEN

HAUPT-

BAHNHOF

71 EURO

München,

Dieter Reiter

Oberbürgermeister

München,

Dieter Reiter

Oberbürgermeister

München,

MESSE

Dieter Reiter,

3. FESTPREISE Oberbürgermeister HAUPTBAHNHOF, FLUGHAFEN, MESSE

Die große Neuerung an der Tarifreform sind die erweiterten Festpreise.

Dazu wurden für den Hauptbahnhof, den Flughafen und

die Messe drei Zonen definiert. Fahrten von einer dieser Zonen in

eine andere werden zum Festpreis ausgeführt.

Die Preise: Flughafen zur Zone Messe (und umgekehrt): 71 Euro.

Flughafen München zur Zone Hauptbahnhof (und umgekehrt): 79 Euro.

Zone Hauptbahnhof zur Zone Messe: 35 Euro.

35 EURO

München,

Dieter Reiter

Oberbürgermeister

Warum diese Änderung? Der bisherige Festpreis zwischen Messe

und Flughafen hat sich bewährt. Mit der Erweiterung der beiden

Zonen und der neu hinzugekommenen dritten Zone rund um den

Hauptbahnhof wurden nun auch viele Hotels in die Regelung eingebaut.

Der Taxipreis wird dadurch vor allem für Geschäftskunden

kalkulierbarer und ein wesentlicher Nachteil gegenüber Uber und

Free Now aufgehoben (Free Now ist mittlerweile ja auch in die

Mietwagenvermittlung eingestiegen).

u

Dr. J. Cichon

Dr. Cichon & Partner*

Rechtsanwaltskanzlei in München Neuhausen seit 1962

M. Werther*

Fachanwältin: Verkehrsrecht

Zivilrecht / Unfallschadenregulierung

Tätigkeitsschwerpunkte

S. v. Kummer*

Fachanwalt: Familienrecht

Sozialrecht / Erbrecht

Dr. B. Schwerdt*

Fachanwältin: Strafrecht

Bußgeldsachen

N. Nöker*

Fachanwältin: Arbeitsrecht

Verwaltungsrecht / Fahrerlaubnisrecht

M. Wunderlich-Serban

Fachanwältin: Mietrecht

Privatinsolvenzen

A. Friedmann

Gewährleistungsrecht

Reiserecht

Johann-von-Werth-Straße 1, 80639 München, Tel.: 089 / 13 99 46-0, Fax: 089 /16 59 51

TAXI 1. QUARTAL 2020

7


TAXITARIF

4. VERKLEINERUNG DES PFLICHTFAHRGEBIETS

Bad Tölz, Bad Heilbrunn, Markt Indersdorf, Altomünster und

Petershausen wurden herausgenommen. Es umfasst somit noch

das Gebiet der Landeshauptstadt München, das Gelände des

Flughafens München sowie der Landkreise Ebersberg, Erding,

Freising, Fürstenfeldbruck (teilweise), München und Starnberg

sowie der Stadt Dachau und der Gemeinde Karlsfeld.

Unverändert gilt für Fahrten innerhalb des Pflichtfahrgebiets

die Beförderungspflicht (keine Fahrt darf abgelehnt werden)

und die Tarifpflicht (jede Fahrt mit eingeschaltetem, laufendem

Taxameter). Bei Fahrten außerhalb der Tarifpflicht kann man

vor Beginn der Fahrt mit dem Fahrgast einen Preis frei vereinbaren.

Wichtig: Kommt keine Vereinbarung zustande, gelten die

für das Pflichtfahrgebiet festgesetzten Beförderungsentgelte als

vereinbart.

Bad Tölz

5. PFLICHT ZUR AKZEPTANZ VON KREDIT- UND

DEBITKARTEN

Ab 1. März muss jedes Taxi auf Wunsch des Fahrgastes bargeldlose

Zahlung durch Kredit- oder Debitkarten durchführen können.

Der Taxiunternehmer muss dafür sorgen, dass in jedem

Taxi mindestens drei im Geschäftsverkehr übliche Kreditkarten

akzeptiert werden. Die Beförderung von Personen darf mit dem

Taxi nicht durchgeführt werden, wenn ein funktionsfähiges

Abrechnungssystem oder Abrechnungsgerät vor Fahrtbeginn

nicht zur Verfügung steht.

KREDITKARTE

KREDITKARTE

KREDITKARTE

EC-KARTE

Petershausen

Warum diese Änderung: Fahrten in die nun aus dem Pflichtfahrbereich

herausgenommenen Gebiete kamen nur selten

zustande.

Warum diese Änderung? Bargeldlose Zahlungen werden mehr

und mehr zum gesellschaftlichen Standard. Dem darf sich auch

die Taxibranche nicht verschließen. Wer ein Taxi bestellt, muss

die Gewissheit haben, damit auch bargeldlos bezahlen zu können.

So ist es der Fahrgast von Wettbewerbern wie Uber und

Free Now längst gewöhnt.

LEIDER UNVERÄNDERT …

ZUR ERINNERUNG …

Die ursprünglich beantragte freie Anfahrt in die Münchner

Umlandgemeinden stieß bei den Landratsämtern

München Land und Fürstenfeldbruck auf massiven

Widerstand und wurde daher zunächst nicht berücksichtigt.

Somit bleibt es hier bei der alten Regelung: Bei

Abholungen eines Fahrgastes außerhalb der Stadtgrenzen

(= Tarifzone II) muss der Taxameter ab der

Stadtgrenze eingeschaltet werden (Tarifstufe 1). Bei der

Rückfahrt mit diesem Fahrgast muss der Taxameter

bei Fahrtbeginn in die Tarifstufe 2 umgestellt werden.

Ab der Stadtgrenze wird dann wieder in die Tarifstufe 1

gewechselt.

Erläuterung: Die Tarifstufe 2 berücksichtigt lediglich den

Zeitfaktor (20 Cent pro 24 Sekunden), keinen Kilometertarif.

Die Tarifstufe 2 ist somit deutlich günstiger als die

Tarifstufe 1.

Abholung außerhalb des Stadtgebietes

Tarifstufe 1

ab Stadtgrenze

Tarifstufe 2

nach der abholung

bis zur stadtgrenze

jh

Nachfolgende, unverändert gebliebene Passagen aus

der Taxitarifordnung sollen an dieser Stelle noch mal in

Erinnerung gerufen werden:

Paragraf 2, Absatz 5: „Kommt die Beförderung aus Gründen, die der

Fahrgast zu vertreten hat, nicht zustande, so ist der auf dem Fahrpreisanzeiger

ausgewiesene Betrag vom Fahrgast zu bezahlen.“

Paragraf 2, Absatz 6: „Bei Bestellungen darf der Fahrpreisanzeiger

erst eingeschaltet werden, wenn sich der Taxifahrer mit dem Fahrgast

über seine Ankunft am Bestellort verständigt hat.“

Paragraf 6, Absatz 2: „Bei Störungen des Fahrpreisanzeigers ist der

Fahrgast zu informieren und der Fahrpreis nach den zurückgelegten

Kilometern zu berechnen; dabei ist der Kilometerpreis der Tarifstufe 1

zugrunde zu legen.“ Absatz 3: „Wartezeiten bis zu fünf Minuten dürfen

bei Störungen des Fahrpreisanzeigers nicht berechnet werden.

Übersteigt die Wartezeit fünf Minuten, so sind für die gesamte Wartezeit

0,50 Euro pro Minute zu berechnen.“

Paragraf 6, Absatz 3: „Für Fahrten innerhalb und außerhalb des

Pflichtfahrgebietes kann eine Vorauszahlung in Höhe des voraussichtlichen

Fahrpreises verlangt werden.“

Absatz 4: „Der Taxifahrer muss während des Dienstes einen Betrag

bis zu 50 Euro wechseln können. Fahrten zum Zweck des Geldwechsels

gehen zulasten des Fahrers.“

Absatz 4: „Dem Fahrgast ist auf Verlangen eine Quittung mit dem

jeweils gültigen Umsatzsteuersatz über das Beförderungsentgelt

mit Angabe der Fahrtstrecke und der Ordnungsnummer sowie des

Namens des Unternehmers und der Betriebssitzadresse auszustellen.“

Absatz 6: „Der Fahrgast hat die Kosten der von ihm schuldhaft verursachten

Beschädigungen oder Verunreinigungen zu ersetzen.“

Paragraf 8, Absatz 2: „Von der Beförderung können vom Fahrer

ausgeschlossen werden:

1. Personen, die unter erheblichem Einfluss alkoholischer Getränke

oder berauschender Mittel stehen und

2. Personen mit ansteckenden Krankheiten.“

Absatz 4: „(4) Gepäck und Tiere können von der Beförderung

ausgeschlossen werden, wenn durch ihre Mitnahme Gefahren oder

Belästigungen zu befürchten sind.“

jh

ILLUSTRATIONEN: Raufeld Medien

8

1. QUARTAL 2020 TAXI


TAXITARIF

FAQ’S ZUM NEUEN TAXITARIF

Welche Werkstätten bzw. Firmen bieten eine Tarifumstellung an?

Adler, Heidemannstr. 37, München, 089 / 255 44 114

Er-Tax, Frankfurter Ring 97, München, Telefon: 089 / 307 480 47

MTZ / K & G, Occamstr. 20, München, Telefon: 089 / 54046960 (nur Hale)

Taxiverleih München, Engelhardstr. 6, Telefon: 089 / 167 54 40 (nur Hale)

A & S, Erdinger Str. 43, Freising, Telefon 0172 / 72 75 100 (nur Hale)

Kann man in der Funkwerkstatt bei der

jetzigen Umstellung auch gleich den

Tarif ab 1.1.2022 aufspielen lassen? Ja,

laut Aussage der Funkwerkstätten ist

das technisch möglich.

Wo werden die drei Festpreise im Taxameter

einprogrammiert?

Das hängt jeweils vom Taxametertyp ab. In den

meisten Modellen werden alle drei Festpreise auf

einen Knopf gelegt, der dann bei Aktivierung die

jeweiligen Tarife zum Durchklicken anzeigt.

Darf man bei einer Festpreisfahrt

mit mehr als fünf

Personen den Großraumoder

Fahrrad-Zuschlag von

7,50 Euro berechnen?

Ja, aber nur maximal einer

Person von beiden.

Werden Fahrten innerhalb

einer Festpreiszone

auch zum festen Tarif

durchgeführt?

Nein, nur bei Fahrten

von einer Zone in eine

andere.

Gilt der Festpreis zur Zone Messe

oder von der Zone Messe nur während

einer laufenden Veranstaltung?

Nein, der Festpreis gilt unabhängig

von Veranstaltungen oder Messen.

Gilt der Festpreistarif auch bei

Abholungen bei Privatadressen

innerhalb der Festpreiszonen?

Ja, er gilt für alle Adressen innerhalb

der Zone. Bei den Straßen,

die den Rand der Zone markieren,

auch jeweils für beide Straßenseiten.

Ist beim Festpreis zur Messe

berücksichtigt, dass man oft nur

im Stop-and-go vorwärtskommt?

Ja, das wurde einkalkuliert.

Was ist, wenn eine Fahrt von einer

Festpreiszone in die andere mit

einem Zwischenstopp an einer

dritten Adresse erfolgt?

Dann wird diese Fahrt mit laufendem

Taxameter gefahren. Der Festpreis

wird nur angewandt, wenn die Fahrt

von einer Zone auf direktem Weg in

die andere Zone erfolgt.

Kann eine Kreditkartenzahlung verweigert werden, wenn das Gerät

einen technischen Defekt hat?

Nein, in diesem Fall hätte der Fahrer die Fahrt gar nicht erst annehmen

dürfen. Kommt es deswegen zu einer Beschwerde durch den Fahrgast,

darf das KVR ein Bußgeld gegenüber dem Taxiunternehmer verhängen.

Gelten die Festpreise

nur bei

bestellten Fahrten?

Nein, auch bei

Einsteigern und

Aufhaltern.

HILFE VOM KVR

Parallel zum neuen Taxitarif hat der

Stadtrat übrigens auch beschlossen,

dass das KVR die Taxibranche

bei allen Maßnahmen unterstützen

soll, die eine verlässliche Servicequalität

garantieren. Die Kundenbefragung

vom vergangenen Herbst

war dafür schon ein wichtiger

erster Schritt (siehe Seite 24).

Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum

Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst

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TAXI 1. QUARTAL 2020

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WETTBEWERB

TAXIFAHRER A. LIAS UND SEINE

ERFAHRUNGEN MIT UBER UND FREE NOW

ALLEINFAHRER MIT

PRAKTIKANTENVERTRAG

Der ehemalige Berliner Taxifahrer A. Lias (Name von der

Redaktion geändert) hat die Seiten gewechselt und ist für

einige Wochen für Uber und Free Now gefahren. Seine Schilderungen

zeigen, mit welchen Tricks sowohl die Fahrer als

auch die Uber- und Free-Now-Partner-Unternehmen gültige

Gesetze umgehen. Und dabei geht es nicht nur um die

Rückkehrpflicht, sondern auch um Steuer- und Sozialversicherungsbetrug.

TAXI TIMES: Warum bist du vom Taxifahren aufs Mietwagenfahren

umgestiegen?

A. LIAS: Aus Neugier und Liebe zur Fahrgastbeförderung und

weil ich mir eine Meinung über Uber und Free Now bilden wollte.

Warst du als Festangestellter, geringfügig Beschäftigter oder

Aushilfe angemeldet?

Weder noch, ich habe einen Praktikums-Vertrag unterzeichnet.

Man bot mir allerdings eine geringfügige Anstellung zwischen

500 bis 800 Euro an, damit ich die Möglichkeit eventueller Bezüge

über das Amt nicht verliere. Man hatte mich auch explizit

gefragt, ob ich beim Amt Leistungen beziehe.

Wie viele Fahrzeuge und Fahrer*innen hat der Betrieb?

Mein Chef hat mehrere Mietwagen-Konzessionen. Ob er auch

Taxi-Konzessionen hatte, ist mir nicht bekannt, ebenso wenig die

KEINE AUSNAHMEN, SONDERN DIE REGELN

genaue Zahl der Angestellten. Knapp unter 50 sind in

einer WhatsApp-Gruppe, in der ich auch eingeloggt war.

Wirst du nach gearbeiteten Stunden oder Prozenten

bezahlt?

Prozentual. Ich bekomme 28 Prozent vom Gesamtfahrpreis

oder 40 Prozent nach Abzug von Uber. Uber selbst bekommt

29,75 Prozent vom Fahrpreis, allerdings verschweigt Uber gerne

die tatsächlich vom Fahrgast eingenommene Summe. So nehmen

sie selektiv systematisch weit mehr als den genannten Fahrpreis.

Wenn man sich das ausrechnet, wird klar, dass du sehr auf

das Trinkgeld der Kunden angewiesen warst. Was aber, wenn

Kunden dir kein oder nur wenig Trinkgeld gegeben haben?

Wenn man mich lange hat warten lassen, ohne Trinkgeld zu

geben, aber freundlich war, gab ich in der Kundenbewertung nur

vier von fünf Sternen und bei unfreundlichen Gästen zwei bis

drei Sterne. Einen einzigen Stern gab ich nur in Extremfällen,

weil sonst der Fahrgast dauerhaft von mir gesperrt worden wäre.

Gibt es einen Wegstreckenzähler und eine Alarmanlage

im Auto?

Nein.

Wo holst du dein Fahrzeug ab: vom Betriebssitz des Unternehmers

oder fliegender Wechsel mit der Arbeitskollegin oder

Arbeitskollegen?

Ich war Alleinfahrer, somit konnte ich von meiner Wohnung aus

starten und enden.

Die im Interview beschriebenen Praktiken scheinen keine

Ausnahmen besonders ausgebuffter Uber- oder Free-

Now-Fahrer zu sein, sondern vielmehr eine bewährte

Methode. Auch die ARD hatte vor einiger Zeit in ihrem

Mittagsmagazin einen Uber-Fahrer anonymisiert zu Wort

kommen lassen, der Verstöße gegen die Arbeitszeitregelungen

und Sozialversicherungsbetrug bestätigte. Und die

überregionale Tageszeitung „Die Welt“ hatte auch bereits

einen Uber-Fahrer von dessen systematischer Umgehung

der Rückkehrpflicht berichten lassen.

In beiden Fällen wurde auch Uber dazu befragt, die sich

jeweils damit herausredeten, dass ihnen solche Verfehlungen

ihrer Partner nicht bekannt seien. „Für uns ist es

extrem wichtig, dass sich die Mietwagenunternehmer und

deren Fahrer konsequent an die gültigen Regeln halten.“

Lass uns über deinen Alltag sprechen. Wie viele Stunden

warst du im Einsatz?

So wie es mir beliebte, bei Uber durfte ich maximal zwölf Stunden

online sein, allerdings wird die Standzeit nicht in die Online-Zeit

einberechnet. Daher sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Wie viele Touren hast du durchschnittlich gemacht?

Acht bis fünfzehn in einer 12-Stunden-Schicht.

Gab es viele Folge-Aufträge?

Mit Ausnahme von Silvester kaum.

Was hast du dann gemacht, um schnellstmöglich eine neue

Fahrt zu erhalten?

Ich habe mich dort aufgehalten, wo ich mir die meisten Aufträge

erhofft habe.

FOTO: Taxi Times

10 1. QUARTAL 2021 TAXI


WETTBEWERB

Hat dich dein Chef ansonsten auf die Einhaltung der

Regeln (Rückkehrpflicht) ernsthaft hingewiesen und

musstest du einen solchen Hinweis gesondert unterschreiben?

Mir wurden einige Verträge zur Unterschrift vorgesetzt.

Allerdings war alles nur pro forma und eine Aufklärung hat

nur auf Nachfrage stattgefunden – mit dem Hinweis, dass es

nicht wichtig ist, die Verträge lediglich zur eigenen Absicherung

dienen.

Hast du bei Uber oder bei dessen Generalpartner Safe Driver

ennoo oder auch bei Free Now noch eine zusätzliche Schulung

gemacht?

Nein, ich war bereits als Taxifahrer mit Free Now und Uber vertraut,

jedoch müssen laut Aussagen neue Fahrer an einer Schulung

teilnehmen. Über die Rückkehrpflicht wurde nie gesprochen,

aber es gab einige Tutorials per Mail und in der Uber-App in

Bezug auf den richtigen Umgang mit Fahrgästen.

Also hast du beispielsweise

in der Nähe vom Hauptbahnhof,

von Krankenhäusern und großen Firmen gewartet?

Nein, meistens bin ich herumgefahren.

Uber sagt doch aber, sie setzen die Fahrer offline, wenn diese

in Richtung Betriebssitz des Unternehmens fahren.

Deshalb bin ich offline schnell weit weggefahren und habe mich

dann wieder bei der Uber-App angemeldet. Anschließend bin ich

langsam im Zickzack-Kurs zum Betriebssitz gefahren.

War das deine Idee?

Man hat mir diese Infos im Unternehmen bei der Anmeldung

offengelegt, mir aber die Entscheidung selbst überlassen, ob ich

so vorgehen will.

Wie war das bei der Free-Now-App: Habt ihr die auch so ausgetrickst?

Bei Free Now gibt es keinen technischen Zwang, zum Betriebssitz

zurückzukehren. Allerdings erscheint nach dem Ende jeder Fahrt

ein Pop-up mit dem Hinweis „Rückkehrpflicht“.

Mit welchen Konsequenzen im Falle einer Nichtbeachtung?

Keinen. Man klickt das Pop-up einfach nur weg und macht weiter.

Über welche App hast du mehr Touren vermittelt bekommen:

Free Now Ride oder UberX?

UberX – mit weitem Abstand.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf den Mietwagenbetrieb

ausgewirkt?

Finanziell stehen sie nicht gut da. Viele Wagen wurden stillgelegt,

jeder Cent wird umgedreht. Wir bekamen sogar die Anweisung,

den Wagen nicht zu waschen.

Wieso hast du aufgehört, als Mietwagenfahrer zu arbeiten,

und was machst du jetzt?

Es ist Sklavenarbeit, und was die Zukunft mit sich bringt, steht

aktuell in den Sternen …

Was wünschst du den Mietwagenfahrer*innen und Unternehmern

für die Zukunft?

Dass sie aufwachen und kein System unterstützen, das darauf

beruht, die Partner und deren Angestellte auszubeuten. Firmen

wie Uber verdienen allein durch die Vermittlung mehr als Fahrer

und Unternehmer. Sie tun dafür nichts außer Marketing und

Vermittlung. Für mich grenzt es an Zuhälterei, da man absolut

auf die angewiesen ist.

Das Interview führte Hayrettin Simsek

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TAXI 1. QUARTAL 2021

11


PBEFG

REITERS KRITIK

AN DER NOVELLE

Zur geplanten Novelle des Personenbeförderungsgesetzes hat sich auch der

Münchner Oberbürgermeister geäußert. Seine Stellungnahme schlägt unter

anderem vor, Taxis und Mietwagen als Einheitsgewerbe zu regeln.

Münchens Oberbürgermeister

(OB) Dieter Reiter sieht sowohl

in den elf Eckpunkten der vom

BMVI eingesetzten Findungskommission

als auch im aktuell veröffentlichten Referentenentwurf

wegweisende Vorgaben für

die Kommunen. In einem Schreiben an

Verkehrsminister Andreas Scheuer vom

November 2020 bemängelt er jedoch, dass

die Novelle „aufgrund der darin vorgegebenen

gesetzlichen Systematik zu erheblichen

Rechtsunsicherheiten führen und

gleichzeitig die Funktionsfähigkeit der

Taxis bedroht wird“.

Jene neue Rechtssystematik im Gesetzentwurf

könnte auch zu schweren Nachteilen

der Kommunen bei der Gestaltung des

ÖPNV führen, weil sich zum einen der Verwaltungsaufwand

massiv erhöhen würde

und zum anderen die Kommunen mit der

Regulierung von globalen Verkehrsanbietern

allein gelassen werden.

„Die Kommunen könnten überdies das

Gesetz nicht rechtssicher anwenden, was

sie in vielfältige und langwierige Rechtsstreitigkeiten

mit privaten Verkehrsunternehmen

verwickeln würde“, befürchtet OB

Reiter und weist damit den jetzigen Referentenentwurf

zurück: „Aus kommunaler

Sicht kann die vorgeschlagene Regelungssystematik

somit nicht als hinreichend

zukunftsfähiges Instrument angesehen

werden, um auf die jeweiligen örtlichen

Gegebenheiten reagieren und das verkehrliche

Angebot zukunftsweisend gestalten

zu können.“

VERFASSUNGSWIDRIGE PASSAGE

In einem sechsseitigen Papier wird die

Ablehnung des bisherigen Entwurfs konkretisiert,

wobei man sich hauptsächlich

gegen die beiden geplanten Verkehrs arten

Linienbedarfsverkehr und gebündelter

Bedarfsverkehr positioniert.

Die hier angedachte Differenzierung sei

aus kommunaler Sicht unnötig und hinderlich.

Gänzlich unvereinbar mit dem

Paragraf 12 des Grundgesetzes, dem Recht

auf freie Berufswahl, hält man die formulierten

Pooling-Regelungen. Die Stellungnahme

spricht in diesem Zusammenhang

sogar von einer verfassungswidrigen Passage.

Mit dem vorgesehenen gebündelten

Bedarfsverkehr wären Kommunen künftig

verpflichtet, drei statt bisher zwei

Verkehrsarten administrativ regeln zu

müssen (Taxi, Mietwagen + privates Pooling).

„In vielen Bundesländern wären die

Kommunen auch die zuständigen Genehmigungsbehörden

für den eigen- und

gemeinwirtschaftlichen Linienbedarfsverkehr“,

heißt es im Statement. „Damit

müssten die Kommunen bis zu vier unterschiedlich

geregelte Genehmigungstypen

für digitale Bedarfsverkehre im Verwaltungsvollzug

steuern. Unzweifelhaft führt

allein dieser Sachverhalt zu einer starken

Ausweitung der Verwaltungstätigkeit

der Kommunen. […] Deshalb wäre die

Einführung eines einheitlichen Genehmigungstatbestandes

für alle digitalen

OB Dieter Reiter

hat zur geplanten

PBefG-Novelle

Stellung bezogen.

Bedarfsverkehre für die Kommunen von

großem Wert.“

Kritik äußert die Landeshauptstadt auch

an der Aufweichung der Rückkehrpflicht,

indem so genannte Abstellorte erlaubt werden

sollen, zu denen Mietwagen an Stelle

des Betriebssitzes zurückkehren müssen.

„Damit wird das bisherige Unterscheidungsmerkmerkmal

der Taxen, die an der

Straße bereitstehen oder per Heranwinken

beauftragt werden, und des Mietwagens,

der nur auf vorherige Bestellung fährt, ad

absurdum geführt.“

An dieser Stelle wird alternativ vorgeschlagen,

auf jenes Unterscheidungsmerkmal

Taxi und Mietwagen künftig

zu verzichten. „Es gibt keinen plausiblen

Grund mehr, Fahrzeuge, die Fahrgäste

spontan befördern, unterschiedlich

zu regeln“, heißt es in der Begründung.

„Die Regulierung muss vielmehr danach

unterscheiden, ob Fahrgäste besonders

schutzbedürftig sind (z. B. viele Fremde

an Flughäfen) und ob ggf. Überlastungen

im Straßenraum stattfinden.“ jh

FOTO: M. Nagy

12 1. QUARTAL 2021 TAXI


MOBILITÄT

EIN ZENTRALER

ANSPRECHPARTNER

Die viel beschworene Verkehrswende ist für München ein wichtiger Schritt

in die Zukunft. Klimaschutz und Ausbau des ÖPNV stehen dabei ganz oben

auf der Agenda. Dafür hat man ein eigenes Referat geschaffen.

FOTO: Landeshauptstadt München

Mit dem Stichtag 1. Januar 2021 wurde das Münchner

Mobilitätsreferat gegründet. Es soll als zentraler

Ansprechpartner für alle Bereiche des Verkehrs und der

Mobilität verstanden werden und den Weg in eine emissionsfreie

Zukunft ebnen. Nicht alles ist gänzlich neu am Referat, vielmehr

kann es als Neuordnung verschiedener Bereiche aus anderen

Referaten angesehen werden. Durch die Reorganisation verspricht

sich Georg Dunkel, Leiter des neuen Referates, die notwendige

Schlagkraft, um die eine Verkehrswende, bei der auch das Taxi

eine Rolle spielt, in die Realität umzusetzen.

Christina Warta, Pressesprecherin des neuen Referates,

beschreibt, wie das Taxigewerbe wahrgenommen wird: „Aus der

Sicht des neuen Referates ist das Taxi Teil des öffentlichen Verkehrs

und somit elementarer Teil der Mobilitätsplanungen in München.

Im Kreisverwaltungsreferat liegt dabei die Zuständigkeit

für die städtische Taxikommission, beim Mobilitätsreferat die

Zuständigkeit für den Straßenverkehrspart, beispielsweise die

Taxistandplätze.“

ZWEI HAUPTABTEILUNGEN

Über 400 Menschen sind dem Referat direkt zugeordnet. Vorübergehender

Hauptsitz ist derzeit die Implerstraße 7 bis 9. Organisatorisch

ist das Referat in zwei Hauptabteilungen aufgeteilt.

Im Geschäftsbereich „Strategie“ werden stetig Daten erhoben, die

eine Bewertung der Wirksamkeit neu entwickelter Strategien

zulassen (siehe auch Seite 24). Neben der Entwicklung neuer

Pilotprojekte betreut das Referat auch Sonderprojekte und

Stakeholder-Plattformen zur Mobilität (z. B. „IsarTiger“). Laut

Christina Warta spielt das Taxi in der bedarfsorientierten Mobilität

dabei eine wichtige Rolle. Für den Bereich „On-Demand-

Mobilität“ wird von der Landeshauptstadt München derzeit ein

Gesamt konzept zum Thema Shared Mobility entwickelt, das

voraussichtlich im Sommer dem Stadtrat zur Beschlussfassung

vorgelegt werden soll.

Im zweiten Geschäftsbereich werden alle stadtgebietsbezogenen

Planungen und Projekte, wie beispielsweise neue Busspuren,

umgesetzt. Oberste Priorität hat dabei der Faktor „Null Emissionen“

und die Verkehrssicherheit. Bezirksausschüsse und Bürger

können ihre Anliegen direkt dem Geschäftsbereich unterbreiten.

Auch temporäre Beschilderungen für Baustellen, Filmaufnahmen

und Veranstaltungen liegen in der Verantwortung des Geschäftsbereichs

„Verkehrs- und Bezirksmanagement“.

In beiden Geschäftsbereichen gibt es also durchaus Berührungspunkte

mit dem Taxigewerbe. Das neue Mobilitätsreferat

hat das Taxigewerbe im Blick und ist bereit für den regelmäßigen

Austausch, wie beispielsweise beim IHK-Taxi-Dialogtag.

Auch in schwierigen Zeiten:

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Seit dem

1. Dezember leitet

Georg Dunkel die

Geschicke des

Mobilitätsreferates.

Ein besonderes Gewicht wird weiterhin dem Stab für Kommunikation

und Öffentlichkeitsarbeit zugewiesen. Sein wichtigster

Kommunikationskanal neben den Social Media soll dabei die Website

www.muenchenunterwegs.de sein. sg

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 1. QUARTAL 2021

13


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

TVM TAGT DIGITAL

Premiere beim Taxiverband München: Erstmals fand die Jahreshauptversammlung

ausschließlich digital statt. Die Themen waren trotzdem umfangreich wie eh und je.

Entsprechend erwartete die Mitglieder

des TVM eine detaillierte

Tagesordnung. Wie immer begann

die Versammlung nach der Begrüßung

zunächst mit dem Tätigkeitsbericht des

Vorstandes. Die Aktivitäten des Verbands

im Jahr 2020 waren natürlich im Wesentlichen

von den sich ergebenden Herausforderungen

durch die Pandemie geprägt.

Trotzdem wurden im gesamten Jahr 2020

so viele Dinge angeschoben und durchgeführt

wie selten zuvor innerhalb eines

Jahres.

Seit Jahren nimmt auch die Elektromobilität

einen breiten Stellenwert in der

Arbeit des TVM ein. Der Umstieg auf nicht

fossile Antriebe fällt noch immer vielen

Unternehmern trotz Förderprogrammen

und behördlicher Unterstützung schwer.

Aktuell ist natürlich die Bereitschaft und

auch die Möglichkeit der Investition in neue

Fahrzeuge eher gebremst. Dennoch ist es

wichtiger denn je, die brennstofffreie Mobilität

im Taxigewerbe umzusetzen.

Erfreulich ist die inzwischen umgesetzte

Förderung von Inklusionstaxis. Die Stadt

fördert den Umbau von Taxifahrzeugen

mit bis zu 10.000 Euro – für die nächsten

drei Jahre für zehn Fahrzeuge pro Jahr.

Immerhin wurde trotz aller Widrigkeiten

von manchen Unternehmern die Förderung

beansprucht. Wir hoffen aber, dass

Zur erstmaligen digitalen

Jahreshauptversammlung

hatten sich die TVM-

Mitglieder von zu Hause

zugeschaltet.

in diesem Jahr die Förderung für alle zehn

möglichen Fahrzeuge beantragt wird. Der

TVM wird über alle verfügbaren Kanäle

informieren und bietet auch hier Beratung

und Begleitung beim Umstieg auf diesen

neuen Kundenkreis an.

VIELE POLITIKER-GESPRÄCHE

Inzwischen hat der Verband seine Kontakte

in alle Ebenen der Politik deutlich verbessern

können, im Laufe des vergangenen

Jahres fanden Gespräche im Bayerischen

Landtag, beim Wirtschaftsministerium und

auch im Verkehrsministerium statt, ebenfalls

im Rathaus mit allen Stadtratsfraktionen,

mit dem Oberbürgermeister Dieter

Reiter und der neuen Bürgermeisterin Katrin

Habenschaden. Bei allen Gesprächen

konnten die Positionen des Taxigewerbes

gut dargestellt werden und es stieß dort

auch auf Verständnis und offene Ohren.

Vor allem in den bayerischen Ministerien

haben wir mittlerweile die existenzielle

Notwendigkeit weiterer Hilfen verdeutlichen

können, insofern hoffen wir, dass in

der Überbrückungshilfe 3 notwendige Hil-

ÖFFNUNG FÜR GANZ BAYERN

Laut Satzung können bislang im Taxiverband München alle

Unternehmer Mitglied werden, die ein Taxiunternehmen im

Pflichtfahrgebiet München betreiben. Bereits letztes Jahr

wurde bei der Jahreshauptversammlung die Diskussion

geführt, die Öffnung zumindest auch für Oberbayern

zu betreiben, um eine Organisationsstruktur

des Taxigewerbes für den gesamten Wirtschaftsgroßraum

München zu erreichen. Durch den Austritt des

Landesverbands Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen

aus dem Bundesverband BVTM (ehemals

BZP) hat sich ergeben, dass kein einziger bayerischer

Verband die Interessen des bayerischen Taxigewerbes

unter dem Dach des BVTM vertreten kann.

Um diese Lücke zu füllen, hat sich der Vorstand des TVM

zunächst entschlossen, dem bestens etablierten und vernetzten

Bundesverband beizutreten. Gleichzeitig sollte die

Mitgliederversammlung um die Zustimmung für eine

Satzungsänderung gebeten werden, um die Öffnung

des TVM auf den gesamten bayerischen Bereich zu

ermöglichen. Die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit

wurde bei lediglich zwei Enthaltungen

erreicht. Somit können nun dem TVM

Taxiunternehmen aus ganz Bayern beitreten. Über

eine Namenserweiterung wird noch beraten, in den

nächsten Monaten wird zunächst eine bayerische Organisationsstruktur

aufgebaut.

fb

FOTO: Pixabay, Freepik / Starline, TVM

14 1. QUARTAL 2020 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

80 BESCHWERDEN AN 80 TAGEN

Gregor Beiner, Florian Schmelmer, Florian Bachmann und Christian

Hess übergeben 80 dokumentierte Verstöße der Uber- und

Free-Now-Fahrer.

In einer konzentrierten Aktion haben Münchner Taxiunternehmer*innen

diverse Verstöße gegen Mietwagenfahrer

gesammelt. Sie konnten in den letzten Wochen bei Fahrten

oder Beobachtungen auf der Straße entsprechende Rechtsverstöße

nachweisen, die nun alle zur Anzeige gebracht wurden.

80 Anzeigen aus 80 Tagen wurden vom Taxiverband München

am 3. Februar 2021 an das Kreisverwaltungsreferat (KVR)

übergeben.

Die festgestellten Verstöße reichen vom fehlenden oder nicht

eingeschalteten Wegstreckenzähler über Verstöße gegen die

Rückkehrpflicht bis hin zur Schwarzarbeit, von der die Fahrer

freimütig während der Fahrt geplaudert haben. Festzuhalten

bleibt, dass tatsächlich bei allen der durchgeführten Testfahrten

ein Verstoß festgestellt wurde, die Verstöße also System

haben. Uber und Free Now Ride zeigen damit erneut, dass ihr

Geschäftsmodell nur mit der Umgehung des Gesetzes funktioniert.

Die Gruppe wird auch weiterhin Verstöße dokumentieren,

und wir hoffen sehr, dass der Gesetzgeber seine Pflicht wahrnimmt,

Uber und Free Now Ride in die Schranken zu weisen.

Bei der Übergabe bedankte sich Florian Schmelmer vom KVR

für die Dokumentation der Beschwerden. Er gab an, dass diese

nun geprüft und – soweit die Genehmigungen nicht in München

erteilt worden sind – an die zuständigen Landratsämter zur

Verfolgung weitergegeben werden.

fb

fen auch umgesetzt werden. Sehr erfreulich

und konstruktiv haben sich weiterhin

die Kontakte zum KVR entwickelt. Seine

wesentliche Finanzierung erreicht der

Taxiverband über die Schulungen. Diese

sind 2020 coronabedingt über weite Strecken

ausgefallen. Soweit Schulungen überhaupt

stattfinden konnten, meldeten sich

auch deutlich weniger Personen an. Somit

sind die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr

drastisch eingebrochen. Erschwerend

kommt hinzu, dass Vereine nicht förderungsfähig

sind, sodass der Verband das

Jahr ohne irgendwelche Überbrückungen

oder Hilfen überstehen musste.

Neben allen anderen Tätigkeiten hat

der Taxiverband München mit den beiden

Münchner Taxizentralen auch den Tarifantrag

vorbereitet und ausgearbeitet. Die

Ergebnisse hierzu sind hier im Heft zu finden.

Über das gesamte vergangene Jahr

hinweg hat der TVM so intensiv und so konstruktiv

wie möglich auf der Bundesebene

beim Thema Änderung des Personenbeförderungsgesetzes

seine Positionen eingebracht.

Die hier entstandenen Kontakte

werden bei der ebenfalls auf der Versammlung

durch Satzungsänderung beschlossene

bayernweite Öffnung des Verbands behilflich

sein (siehe nebenstehenden Beitrag).

PERSONELLE ERWEITERUNG

Mit einer weiteren Satzungsänderung

wurde die Möglichkeit eröffnet, Einladungen

zu den Mitgliederversammlungen nicht

ausschließlich nur postalisch, sondern auch

per Mail verschicken zu können, sowie

künftige Mitgliederversammlungen und

dortige Entscheidungen digital stattfinden

lassen zu können.

Nach den erforderlichen und erfolgten

Entlastungen gab es bei den Wahlen

zum Vorstand neben „Altbewährtem“ eine

erfreuliche Erweiterung. Bis zur nächsten

Versammlung wird zusätzlich zu Gert

Wohlgemuth, Gregor Beiner, Karl-Heinz

Wölfle und Florian Bachmann auch Pablo

den Verein führen und nach außen vertreten.


fb

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

www.taxiverband-muenchen.de

Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb)

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TAXI 1. QUARTAL 2020

15


ISARFUNK TAXIZENTRALE

ISARFUNK

GOES COURIER

Während Covid 19 dem Taxigewerbe einen brutalen Schlag versetzt,

boomen Amazon & Co. IsarFunk hat deshalb einen routingbasierten

Lieferdienst entwickelt.

Noch immer lähmt Corona die Wirtschaft und mit ihr das

Taxigewerbe – eine schnelle Entspannung der Situation

ist nicht in Sicht. Aber auch wenn am Ende des Tunnels

irgendwann Licht zu sehen sein wird: Zu alter Stärke wird sich

die Branche nicht wieder erheben. Schon vor Corona haben sich

immer mehr Branchenneulinge ein Stück vom Kuchen der Personenbeförderung

abgeschnitten. Und das wird auch so weitergehen,

wenn es nach Uber & Co. geht. Bleiben fürs Taxi bald nur

noch die Krümel?

Für die Zentralenbetreiber ist es allerhöchste Zeit, über zusätzliche

Geschäftsfelder nachzudenken, um die Umsätze der Taxifahrer

zu sichern. Ein Blick in die Tagespresse zeigt: Paket- und

Lieferdienste boomen. Und das nicht erst seit Corona.

Treibende Kraft ist der stetig steigende Umsatz im Online-Handel,

der sich in Deutschland zwischen 2012 und 2018 auf 53,4 Mrd.

Euro verdoppelt hat. Die Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP)

sind heute bedeutende Bestandteile unseres Wirtschaftssystems.

Ihre kleinste Ausformung ist der regionale Expresslieferdienst in

Ballungsgebieten – der Stadtkurier.

In München existieren etwa 20 etablierte Stadtkurierzentralen,

die je nach Ausprägung vom Fahrradkurier bis zum Hebebühnen-

Lkw praktisch jedes Transportgut befördern können. Dazu

drängen weitere Anbieter in Form von Franchise-Plattformen auf

den hiesigen Markt, an die sich die Kurierfahrer – meist selbst

fahrende Einzelunternehmer – unbürokratisch per App anschließen

können.

Größere Kurierzentralen verfügen über bis zu 100 angeschlossene

Kurierunternehmer, von denen sie zwischen 30 und 35 Prozent

Vermittlungsprovision nehmen.

Die gute Nachricht lautet: Als Taxizentrale muss man das Rad

nicht neu erfinden, um Sachtransporte wettbewerbsfähig zu vermitteln.

Zentrale, Call-Center, Fahrer, Fahrzeuge, Kunden – alles

bereits vorhanden.

MYWIRT – GEBURTSSTUNDE DES KURIERTARIFS

BEI ISARFUNK

IsarFunk hatte sich im April 2020 entschlossen, sein Dienstleistungsangebot

auf professionelle Kurierdienstleistungen zu

erweitern, um neue Marktanteile zu erobern. Noch in der Planungsphase,

quasi aus der Not geboren, entwickelte sich dabei die

Solidaritätsaktion „MyWirt“ zum Betatest für den neuen Geschäftsbereich.

MyWirt ermöglichte den Restaurants Essenslieferungen

für pauschal 10 Euro in einem großen Teil des Stadtgebietes.

Diese von IsarFunk und seinen Fahrern bzw. Unternehmern

subventionierte Aktion lieferte nützliche Erfahrungen, die in die

Entwicklung des Kurierprojektes einflossen. Schließlich entschloss

sich IsarFunk, MyWirt auf rentable Füße zu stellen, und wandelte

es in den ersten offiziellen Kuriertarif des Unternehmens um, den

TEN. Die Reichweite der 10-Euro-Pauschale wurde auf praxisnahe

drei Kilometer reduziert. Etwaige Mehrkilometer werden nun

extra berechnet.

Immer mehr Gastronomen nehmen diesen Tarif seitdem exklusiv

in Anspruch und sind von der Verbindung aus Leistungsfähigkeit

und Preistransparenz überzeugt.

Der TEN ist auf Einzelsendungen mit höchster Dringlichkeit

ausgerichtet und fügte sich mit seiner einfachen Preisstaffelung

noch verhältnismäßig leicht in die bestehende Taxivermittlung ein.

FOTO: Screenshots IsarFunk

16 1. QUARTAL 2021 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

Da man bei der nun geplanten Erweiterung auf Kurierfahrten

jedoch nicht jedem Kundenwunsch gerecht werden kann, mussten

weitere Produkte und Tarife entwickelt werden. Das stellte

die Vermittlung vor ganz neue Herausforderungen: Ähnlich wie

beim Ride-Pooling ist es erforderlich, mehrere Transportaufträge

in ein Fahrzeug zu kombinieren. Gleichzeitig müssen dabei

Fahrtstrecke, Packstückanzahl, Paketgröße und Terminvorgaben

beachtet werden.

DIE GRENZEN DER SOFTWARE

Der Dispoleitung von IsarFunk war klar: Die Taxivermittlung,

so wie sie für den Personentransport ausgerichtet ist, kann nicht

alle Anforderungen des neuen Geschäftsbereichs erfüllen. Ebenso

klar war, dass eine zusätzliche Vermittlungssoftware einen

hohen finanziellen Aufwand bedeuten würde. Das eigentliche

K.-o.-Kriterium war jedoch die Unmöglichkeit, zwei verschiedene

Systeme zu kombinieren.

In mehrmonatiger Kleinarbeit erweiterte man daher die Leistung

des bestehenden FMS-Vermittlungssystems. Neue Auftragsarten

und Vermittlungsmerkmale wurden geschaffen, das zentrale

Routing-Modul wurde grenzwertig zweckentfremdet – am Ende

entstand eine Kuriervermittlung, die über besondere Leistungsmerkmale

verfügt.

DER 60-MINUTEN-KNIFF

Ihr Aushängeschild ist das 60-Minuten-Zeitfenster zwischen Auftragsannahme

und Zustellung. Dieser knappe Zeitraum umfasst

Anfahrt, Abholung und Zustellung mindestens eines Auftrages.

Bis zu vier Aufträge sollten in diesem Zeitrahmen für einen Fahrer

abzuwickeln sein, um maximalen Umsatz zu erzielen.

Bei IsarFunk weiß man um die Ambitioniertheit dieses Ziels,

das ohne das engagierte Mitwirken der Flotte nicht erreicht wird.

Um den Fahrern jede Scheu vor den Kurieraufträgen zu nehmen,

legt man großen Wert darauf, die Vermittlung möglichst klar zu

gestalten und lückenlos die nötigen Informationen zu liefern. Ein

Kurierauftrag ist ein Datensatz ohne Variable. Alle Aufträge tragen

eine Rechnungs-, Abhol- und Zieladresse. Der Fahrpreis laut

Preisliste wird immer ausgewiesen, die Packstückgröße und -zahl

ebenso. Es handelt sich grundsätzlich um Rechnungsfahrten für

Geschäftskunden, was die Abrechnung sowie die Park- und Ladesituation

vereinfacht. Bei gebündelten Aufträgen sind zudem die

Reihenfolge der anzufahrenden Adressen sowie die jeweiligen

Zieltermine enthalten.

Da die Verfügbarkeit, also die schiere Anzahl einsatzbereiter

Taxis, über den Erfolg des Projektes maßgeblich entscheidet, ist es

wichtig, Euro-Taxi-2_01-2016.qxp_Layout dass möglichst viele teilnehmen. 1 29.01.16 So 10:28 kann Seite IsarFunk 1 Courier

seinen Vorteil gegenüber anderen, preisgünstigeren Anbietern

ausspielen: extrem kurze Anfahrts- und Erledigungszeiten.

DOPPELTER UMSATZ

Das Prinzip „zuverlässige Schnelligkeit“ bildet die Grundlage für

die Gestaltung der Tarife, die sämtlich über dem Marktdurchschnitt

liegen. Die Bündelung mehrerer Aufträge, die jeweils voll

abgerechnet werden, führt zusätzlich zu einer massiven Steigerung

des Kilometer-Umsatzes. Bei Simulationen konnte eine Umsatzsteigerung

um knapp 100 Prozent im Vergleich zu einem vergleichbaren

Taxiauftrag erzielt werden.

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Telefon / Verwaltung: 089 / 450 54-100

E-Mail: verwaltung@isarfunk.de

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Redaktion und presserechtlich verant wortlich für die

IsarFunk-Seiten: Christian Hess

Insgesamt gliedert sich die Kurierpreisliste in vier Einzeltarife,

die den spezifischen Anforderungen der Kundschaft gerecht werden

sollen. Ob Einzelsendung oder Tourendienst, Drucksache oder

Essenslieferung, Fernfahrt oder Kleinumzug – jeder Transportfall

kann hier seine Lösung finden.

Das gilt insbesondere, wenn im weiteren Verlauf des Projektes

selbst fahrende Kurierunternehmer mit Transportern, Lastenrädern

und Fahrrädern angeschlossen werden und damit das Leistungsspektrum

ergänzen.

Ein weiterer Ausbauschritt könnte dann die Kooperation mit

internationalen Expressdienstleistern sein. Doch bis dahin wird

noch etwas Wasser die Isar hinunterfließen …

Egal was kommt, IsarFunk ist entschlossen, nicht nur seinen

Anteil am Kuchen zu sichern. Vielmehr hat man es auf ein frisches

Stück abgesehen. Mitte Februar 2021 geht IsarFunk COURIER

offiziell in Betrieb.

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Öffnungszeiten Montag – Freitag 8.00 –18.00 Uhr

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DES TAXI

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TAXI 1. QUARTAL 2021

17


FLUGHAFEN

Ein Archivfoto aus Vor-

Corona-Zeiten: Inzwischen

wird der Speicher in der

Wartungsallee anderweitig

benötigt.

DER HAUPTSPEICHER

IST GESCHICHTE

Seit Monaten ist der Taxispeicher am Flughafen verwaist. Die FMG hat den

Platz deshalb inzwischen anders verplant.

Vom ehemaligen Taxispeicher ist nicht mehr viel zu sehen.

Die Container sind entfernt und die relativ jungfräulichen

E-Taxi-Ladestationen sind abgebaut worden. Viel erinnert

nicht mehr daran, dass hier noch vor einem Jahr ein reges Taxi-

Treiben herrschte. Was sicherlich für den einen oder anderen

überraschend kam, hat die FMG wie folgt begründet: „Trotz starker

Aufkommensrückgänge im Aviation-Sektor können wir auf

unserem neuen Innovationsstandort LabCampus bereits im Frühjahr

einen neuen Geschäftspartner willkommen heißen. […] Wir

bedauern allerdings, mitteilen zu müssen, dass als ein Standort

für das neue Unternehmen u. a. auch der vor Kurzem errichtete

Taxispeicher in der Wartungsallee ausgewählt wurde, nachdem

dieser seit vielen Monaten nicht mehr genutzt wurde.“

TAXI-SERVICEPOINT-FLUGHAFEN

Der Taxi-Servicepoint im Terminal 2 des Flughafens ist

bis auf Weiteres nicht besetzt. Voucher etc. können im

Briefkasten des Servicepoints eingeworfen werden. Da die

IsarFunk Zentrale in der Rosenheimer Straße nicht für den

Publikumsverkehr freigegeben ist, kann man die Flughafen-Plakette

nur nach Absprache vor Ort am Flughafen

bekommen. Bitte rufen sie vorab unter 089/97 58 50 50

an, um einen Termin zu vereinbaren.

if

DURCHFAHRTS-

PAUSCHALE ANGEPASST

Seit Mitte Dezember haben IsarFunk und

die FMG die Durchfahrtspauschale am

Flughafen angepasst. Wie auch schon beim

ersten Lockdown wird aktuell anstatt der

üblichen 1,50 Euro jetzt nur ein symbolischer

Betrag von einem Cent fällig. Voraussichtlich

bis Ende Februar soll es bei dem

reduzierten Betrag für die Durchfahrtspauschale

bleiben.

if

ERSATZSPEICHER IM ÖSTLICHEN BEREICH

Weiterhin wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass die

Baumaßnahmen in der zweiten Kalenderwoche beginnen. Viel

Zeit hat die FMG also nicht verstreichen lassen, immerhin war

das Anschreiben auf den 8. Januar datiert.

Erfreulicherweise hat sich der Flughafenbetreiber aber auch

schon Gedanken über die Zukunft gemacht. So wird ab dem zweiten

Quartal wieder mit höheren Fluggastzahlen gerechnet, was

mit einem höheren Taxiaufkommen einhergeht. Sollte dann ein

Taxihauptspeicher benötigt werden, verspricht die FMG schnell zu

handeln. Einen konkreten Standort für einen neuen Taxispeicher

gibt es derzeit noch nicht, die ersten Planungen ziehen aber einen

neuen Speicher im Osten des Flughafens in Betracht.

Die Anfahrt für die Münchner Taxis wird dadurch zwar etwas

länger, die Entfernung zum Terminal wird aber, aller Voraussicht

nach, ähnlich weit sein wie der Weg von der Wartungsallee zum

Terminal. Ziel ist es, wie schon bisher, mit einer Ampel in der

Fahrer-App unnötige Wege zu vermeiden und gegebenenfalls die

Fahrzeuge direkt zu den Terminals zu leiten. Fakt ist: Wird ein

Speicher benötigt, will die FMG handeln. Bleibt zu hoffen, dass es

sich dann um eine dauerhafte Lösung handelt, die auch ähnlich

schnell umgesetzt wird wie der Neubau an der Wartungsallee.


if

FOTOS: Pixabay, Taxi Times

18 1. QUARTAL 2021 TAXI


DESINFEKTION

DER KAMPF

GEGEN EINEN

UNSICHT BAREN

FEIND

Volldampf voraus: viel Nebel bei Decon-King

Für die Beförderung betagter Senioren und Seniorinnen zu den Impfzentren ist

das Taxi die beste Alternative. Die regelmäßige Desinfektion des Fahrzeugs ist

deshalb eine wichtige Ergänzung zu Maske und Trennschutz.

Die Wege, das Taxi zu desinfizieren,

sind vielfältig.

Viele Hersteller bieten

mittlerweile ganz verschiedene

Möglichkeiten an. Das in Berlin

ansässige Unternehmen Collonil

vertreibt ein Produkt, das ganz

auf die Fahrzeugdesinfektion ausgerichtet

ist.

Der „Sanitizer Car“ basiert auf

Ethanol und ist in einer Dose mit

100 ml Fassungsvermögen erhältlich.

Zur Anwendung stellt man

die Dose zentral im Fahrzeug auf,

schaltet die Lüftung an, rastet den

Sprühkopf ein und schließt alle

Türen. Innerhalb von zwei bis

drei Minuten ist die Dose völlig entleert und

der Vorgang abgeschlossen. Anschließend

muss der Wagen lediglich kräftig gelüftet werden

und ist dann sofort wieder einsatzbereit.

Das Unternehmen Decon-King aus

München bietet einen mobilen Desinfektions-Service

an. Decon-King leitet eine

Desinfektionsflüssigkeit, als sogenannten

Cryo-Nebel, in den Innenraum des Fahrzeugs.

Nach fünf bis sieben Minuten ist

der Wagen voll vernebelt und desinfiziert.

Die Dose von

Collonil passt in

jede Tasche.

Dank einer speziellen Düse und

dem verwendeten Cryo-Aerosol-

Verfahren kann der Wagen nach

einer kurzen Ablüftzeit wieder

eingesetzt werden. Ein Nachwischen

soll nicht notwendig sein.

Im Münchner Umland bietet

Decon-King einen Vor-Ort-Service

an.

Unter dem Label Carnatura bietet

Vierol verschiedene Luftreiniger

an. Der „Pure Car Luftreiniger“

findet im Cupholder Platz und

arbeitet mit der sogenannten

Ionisationstechnik. Carnatura

verspricht, dass er dank eines

sogenannten E2f-Filters Keime

oder Bakterien einfängt und die Verbreitung

von Viren hemmt.

STROM ÜBER USB-ANSCHLUSS

Das Gerät verfügt über einen um 180 Grad

schwenkbaren Kopf, mit dem die Richtung

des Luftstroms bestimmt werden kann.

Aktuell wird es für 49 Euro brutto angeboten.

Ein relativ neues Produkt ist der „Pure

Air Luftreiniger Hybrid“, welches sowohl

für den Einsatz im Auto als auch im Büro

Der „S-Portable“ von Carnatura passt perfekt

in den Cupholder.

konzipiert ist. Genau wie der kleinere „Pure

Car Luftreiniger“ bezieht er seinen Strom

über einen USB-Anschluss. Zur Montage

im Auto werden Klebepads und Haltegurte

mitgeliefert. Eine eingebaute Digitalanzeige

informiert über die Nutzung des

Filters und über den allgemeinen Zustand

der Luft. Das Gerät ist mit einem 5-lagigen

Hepa-Filter (H13) ausgestattet und kann

pro Stunde 31m³ Luft reinigen.

Der Luftreiniger „Pure Air Hybrid“ ist in

drei verschiedenen Farbvarianten erhältlich

und kostet 225 Euro brutto.

sg

AUCH IN DIESEN ZEITEN GIBT ES LICHTBLICKE.

FOTOS: Pixabay, Taxi Times, Decon-King, Carnatura

TAXI 1. QUARTAL 2021

19


E-MOBILITÄT

Es waren 2018 zwar nur

zehn Jaguar E-Taxis, die

in Betrieb genommen

wurden. Das Medienecho

ist aber noch heute

deutlich zu hören.

WARUM

EMISSIONS-

FREIE TAXIS

SEIN MÜSSEN

In der Klimapolitik tut sich was, das ist nicht zu leugnen. Auch die Personenbeförderungsbranche

muss, um eine Zukunft zu haben, ihren Teil dazu beitragen.

Fangen wir mal beim großen Ganzen an. Wenn sich die

Bundesrepublik Deutschland Klimaziele setzt, dann kann

man leicht sagen: „Was geht mich das an?“ Viele vergessen

aber dabei, dass sich auch die Kommunen Ziele setzen können,

die durchaus einen Einfluss auf das Geschäft des Einzelunternehmers

haben können.

München beispielsweise hat das Mobilitätsreferat ins Leben

gerufen, nicht nur, um neue Busspuren zu errichten, sondern

in erster Linie auch, weil langfristig gesehen die Emissionen

des Münchner Verkehrs deutlich reduziert werden müssen. Wer

annimmt, dass das Taxigewerbe eine Schonfrist bekommt, der

geht nicht mit der Zeit. Auch das Argument „Wenn es dann so

weit ist, kann ich immer noch auf ein E-Taxi oder Wasserstofftaxi

umsteigen“ zeugt nicht von Weitsicht, denn die Einschränkungen

für Taxis mit Verbrenner werden kommen – vermutlich sogar

schneller als gedacht.

MÜNCHENS KLIMAZIELE

So hatte München zunächst das Ziel angepeilt, bis 2050 weitestgehend

klimaneutral zu sein. Als dann 2019 der Klimanotstand

ausgerufen wurde, hat die Stadtverwaltung einen Auftrag bekommen,

einen Handlungsplan auszuarbeiten, damit das Ziel der Klimaneutralität

bereits im Jahr 2035 erreicht werden kann.

Die Mitbewerber des Taxigewerbes haben erkannt, welche

Dringlichkeit und Priorität das Thema bei den Kommunen hat,

und kommunizieren bereits jetzt über die Pressekanäle, wie ihr

Beitrag zum Klimaschutz aussehen kann. Jüngstes Beispiel ist

Free Now mit dem sogenannten Net-Zero-Plan. Er sieht vor, mittels

Wiederaufforstung von Wäldern sofort klimaneutral zu arbeiten.

Langfristig sieht der Net-Zero-Plan vor, dass alle eingesetzten

Fahrzeuge emissionsfrei unterwegs sein werden. Bis 2025 soll das

auf jedes zweite vom Personenbeförderer vermittelte Fahrzeug

zutreffen. Bereits 2030 soll die vermittelte Flotte zu 100 Prozent

emissionsfrei fahren. Diese Ziele sind jetzt nur mit Unterstützung

der Taxi- und Mietwagenunternehmer möglich. Das ist auch Free

Now klar. Ob 2030 noch Taxis Platz in Free Nows Zukunftsvision

finden, kann bezweifelt werden. Um den Plan umzusetzen, soll

eine Reihe von Anreizen für diejenigen geschaffen werden, die

bereit sind, auf saubere Autos umzusteigen. Beispielsweise will

Free Now die Anschaffung und den Unterhalt solcher Fahrzeuge

unterstützten. Auch wird davon gesprochen, dass emissionsfreie

Fahrzeuge bei der Vermittlung bevorzugt werden. Schon in diesem

Jahr soll in Hamburg ein Projekt mit 100 Fahrzeugen starten, das

Free Now mit der Stadt Hamburg und weiteren Partnern umsetzt.

Auch Uber will zur weltweiten Plattform für emissionsfreie

Mobilität werden. Spätestens 2040 sollen alle vermittelten Fahrten

nur von klimaneutralen Fahrzeugen durchgeführt werden.

Als Zwischenschritt will man in Europa bis 2025 in sieben Städten

die Hälfte der gefahrenen Kilometer ohne Schadstoff-Ausstoß

zurücklegen. Auch in Deutschland soll der Plan umgesetzt werden.

Namentlich wird Berlin genannt. Uber ist natürlich bewusst,

dass der Umstieg mit Kosten verbunden ist, und hat angekündigt,

800 Millionen Dollar bereitzustellen. Ob das Geld dabei als Kredit

oder Subvention eingesetzt werden soll, ist unklar.

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Letztlich ist

es egal, wie viele Argumente gegen den Einsatz eines E-Taxis und

FOTO: Jaguar Land Rover

20 1. QUARTAL 2020 TAXI


E-MOBILITÄT

Schenkt man Uber Glauben, dann

werden in vier Jahren alle Uber

Fahrten in Berlin von emissionsfreien

Autos durchgeführt.

FOTO: Uber Deutschland

für den Verbrenner sprechen. Der Klimaschutz ist das Totschlagargument

schlechthin. Dessen muss man sich bewusst sein. Keine

Partei wird sich für die Stimmen der Zweifler aus den Taxi-Reihen

erwärmen können, wenn die Konkurrenz ein Konzept zum Klimaschutz

aus der Tasche zieht. Ob diese Konzepte eins zu eins

umgesetzt werden, ist dann erst mal nebensächlich.

Wird so ein Plan erfolgreich umgesetzt, dann kann es schnell

passieren, dass der Dienstleister damit zum Aushängeschild und

„Saubermann“ der Stadt wird. Wäre die Münchner E-Taxi-Förderung

beispielsweise auf eine größere Gegenliebe beim hiesigen

Taxigewerbe getroffen, dann könnten heute schon Hunderte

E-Taxis in München auf der Straße sein. Man stelle sich nur mal

vor, welche Folgen das haben würde. Sicher ist, dass die Stadt

keine Gelegenheit ungenutzt gelassen hätte, um zu betonen, wie

viele saubere Taxis in der Stadt unterwegs sind. Das wäre eine PR-

Kampagne, die das Taxigewerbe nichts gekostet hätte, aber seinem

Image zugutegekommen wäre. Als Beleg dafür dient der Start der

zehn E-Jaguar eines Münchner Taxiunternehmens im Jahr 2018.

DIE ZUKUNFT BEGINNT SCHON JETZT

Ein anderes Beispiel ist der Münchner Flughafen: Bis zum Jahr

2030 will die Betreibergesellschaft die direkt zurechenbaren CO₂-

Emissionen um 60 Prozent reduzieren. Damit sind nicht die Flüge

gemeint, sondern die CO₂-Belastung, die durch den Betrieb des

Flughafens anfällt inklusive der An- und Abreisen der Fluggäste.

Die Vorfahrtsregelung für E-Taxis am Terminal wird deshalb kurzfristig

wiederkommen und auch bestehen bleiben.

Spinnt man den Faden weiter, dann ist auch denkbar, dass der

Flughafen bei der nächsten Ausschreibung auf eine emissionsfreie

Taxiflotte besteht. Hat dann das Taxigewerbe nichts vorzuweisen,

dürfte das der Konkurrenz direkt in die Hände spielen.

Viele Unternehmer könnten dann den Flughafen als Aufstellort

aus ihrer Liste streichen.

Was tun, wenn sich die Stadt München irgendwann für Fahrverbotszonen

entscheidet, die alle Autos mit Verbrenner ausschließen?

Was tun, wenn E-Taxis am Halteplatz, beispielsweise rund um

die Wiesen, bevorzugt werden? Ist es erst einmal so weit gekommen,

dann hilft kein Aufbegehren und kein Protest mehr. Die Stadt

wird mit einem Hinweis auf die seit 2017 laufende E-Taxi-Förderung

die Verantwortung von sich weisen und damit die Argumente

auch auf ihrer Seite haben.

Wenn also das Taxi auch noch in zehn Jahren zum Stadtbild

gehören soll, dann müssen jetzt die Weichen dafür gestellt werden.

Diese schmerzhafte Erkenntnis dürfte es schon lange unterschwellig

geben. Taxi Times hat im Laufe der Jahre unermüdlich in seinen

Print-Magazinen und auf der Website über Unternehmer und

ihre Fahrzeuge berichtet, die den Umstieg bereits gewagt haben.

Sicherlich mussten sie viel Lehrgeld zahlen, aber immerhin haben

sie bereits jetzt das Know-how und die notwendige Infrastruktur

und können etwas entspannter in die Zukunft blicken. Als ein

häufiges Argument gegen E-Taxis war der Mangel an geeigneten

Fahrzeugen oder Ladesäulen zu hören. Auch da hat sich in den

letzten Jahren viel getan. Die neuesten Entwicklungen dazu haben

wir auf den Folgeseiten zusammengefasst.

Selbst wenn das Laden eines batterie-elektrisch betriebenen

Autos den Einsatz rund um die Uhr aktuell noch erschwert, könnte

man sich alternativ mit der Wasserstofftechnik auseinandersetzen.

Auch da wird es in naher Zukunft entsprechende taxitaugliche

Fahrzeuge geben.

Natürlich erwartet niemand vom Taxigewerbe, dass es sofort

seine komplette Verbrenner-Flotte gegen vollelektrische Fahrzeuge

austauscht, allerdings sollten beim kommenden Fahrzeugwechsel

ernsthaft die emissionsfreien Alternativen zum Verbrenner in

Betracht gezogen werden.

sg

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TAXI 1. QUARTAL 2020

21


E-MOBILITÄT

FÖRDER-

GELDER

VON BUND

UND STADT

Die Stadt und der Bund unterstützen

den Schritt in die elektrische Zukunft.

Das Taxigewerbe muss nur zugreifen.

Mit der vor drei Jahren gestarteten städtischen E-Taxi-

Förderung hat München etwas ganz Außergewöhnliches:

eine finanzielle Unterstützung für Taxibetriebe, die sich

für die Zukunft rüsten wollen. Die Argumente für ein E-Taxi müssen

dabei nicht zwangsläufig mit einem besonderen ökologischen

Gewissen oder dem Interesse an der neuen Technik zu tun haben,

sondern es geht schlichtweg darum, dass das Taxi auch weiterhin

als starker und emissionsfreier Partner des ÖPNV seine Dienste

anbieten kann. Das hat jetzt auch der Bund in seinem neuen Förderaufruf

erkannt, mit dem man speziell jene Gewerbetreibende

vom Umstieg überzeugen möchte, deren Fahrzeuge hohe Kilometerlaufleistungen

aufweisen.

Das Bundesverkehrsministerium unterstützt im Rahmen der

„Förderrichtlinie Elektromobilität“ bei der Anschaffung eines

E-Taxis. Gefördert werden vollelektrische Pkw (M1) zur Personenbeförderung

mit maximal acht Sitzen ohne Fahrersitz. Hybrid

und Plug-in-Hybrid Fahrzeuge sind explizit ausgeschlossen.

Zudem kann die Subvention auch für die Errichtung einer für

den Betrieb notwendigen Ladeinfrastruktur eingesetzt werden.

In der Richtlinie wird ein Förder-Mindestbetrag von 9.000 Euro

netto festgesetzt.

Leasingfahrzeuge können nur gefördert werden, wenn der Leasinggeber

die Förderung beantragt und vollständig an den Kunden

weitergibt. Die geförderten Fahrzeuge müssen für mindestens zwei

Jahre gehalten werden. Die Anträge können bis Ende März 2021

eingereicht werden.

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Anders als der Bund unterstützt die Münchner E-Taxi-Förderung

nicht die Anschaffung des Fahrzeugs, sondern die gefahrenen

Kilometer mit 20 Cent pro Besetzkilometer. Förderfähig sind

vollelektrische Taxis und Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb.

Kategorisch ausgeschlossen hingegen sind Fahrzeuge, die in

irgendeiner Form über einen Verbrennungsmotor verfügen. Ein

Fiskaltaxameter ist Pflicht. Er wird auch für die Abrechnung der

Fördergelder benötigt. Einmal im Quartal müssen dazu die Daten

an die Stadt übermittelt werden. Der Zeitraum der Förderung

beginnt ab dem Tag der Förderzusage und läuft maximal über

einen Zeitraum von vier Jahren. Ist die Förderzusage erteilt, muss

der Unternehmer den Wagen für mindestens vier Jahre halten.

FISKALTAXAMETER IST VORAUSSETZUNG

Die Obergrenze der Förderung ist dann erreicht, wenn 40 Prozent

der Nettoanschaffungskosten des E-Taxis an den Unternehmer ausgezahlt

wurden oder wenn der Fördertopf (zwei Millionen Euro)

leer ist. Der Nettoanschaffungspreis errechnet sich aus den Fahrzeugkosten

in der Grundausstattung inklusive der Kosten für das

Taxipaket. Der Fiskaltaxameter wird dabei nicht berücksichtigt.

Wer die Förderung der LH München beantragen möchte, muss

über einen Betriebssitz oder eine Zweigniederlassung in München

verfügen. Das Fahrzeug darf nur einmal an der Förderung teilnehmen

und ist von weiteren Förderungen der LH München (mit

Ausnahme der Inklusionstaxiförderung) ausgeschlossen. Im Förderzeitraum

müssen die Fahrzeuge mit einer speziellen Beklebung

kenntlich gemacht werden. Die Stadt erhofft sich einen öffentlichkeitswirksamen

Multiplikatoreffekt, der einen wichtigen Beitrag

zur Luftreinhaltung, zur Lärmminderung und zur Erreichung der

Klimaschutzziele der Landeshauptstadt leisten kann. Förderanträge

können noch bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden. sg

Infos zur Förderung

der LH München

Infos zur Förderung

des Bundes

LETZTE MELDUNG

Laut Aussage des Referats

für Klima- und Umweltschutz

der LH München spricht aus

Sicht der Stadt nichts gegen

die Inanspruch nahme beider

Förderungen.

Zum Redaktionsschluss war

unklar, ob das auch für den

Bund gilt.

sg

FOTO: Adobe Stock / Pineapple studio

22 1. QUARTAL 2020 TAXI


E-MOBILITÄT + INKLUSION

E-TAXI OHNE

LADEKABEL

Der Vorverkauf für die zweite Generation der Wasserstoff-Limousine Mirai

hat begonnen. Die zweite Auflage des Mirai hat nun fünf Sitzplätze. Die

Reichweite der Fließhecklimousine beträgt jetzt bis zu 650 Kilometer und

die E-Maschine, welche die Hinterräder antreibt, leistet mit 182 PS deutlich

mehr als der Vorgänger. Die Entwicklung des Taxipakets wurde bereits

von Intax bestätigt. Das Wasserstofftaxi kann in wenigen Minuten betankt

werden und ist sofort wieder einsatzbereit. Im Münchner Stadtgebiet sind

aktuell fünf Wasserstofftankstellen (plus eine Tankstelle am Flughafen)

gemeldet. Die letzte an der Wilhelm-Hale-Straße steht kurz vor der Vollendung.

Beim Kauf eines Toyota Mirai kann auch die Münchner E-Taxi-Förderung

in Anspruch genommen werden. Zudem gibt es auch die

Möglichkeit einer Förderung durch den Bund.

sg

NEWSTICKER

E- UND INKLUSIONSTAXI

Der vollelektrische E-Vito in der extralangen

Ausführung (L3) kann jetzt auch zum Rollstuhltransporter

umgerüstet werden. Der

Umbau des Stromers wird von der Firma AMF

Bruns durchgeführt. Der Heckausschnitt

inklusive Rollstuhlrampe beginnt in der Basisvariante

bei rund 5.200 Euro netto. Umfangreiches

Zubehör wie Schwenksitze, Kopf- und

Rückenstütze oder die sogenannte Taxi-Klappe

sind optional erhältlich. Das Taxipaket sowie

die Rolliumrüstung können ab Werk bestellt

werden. Die aktuelle Mercedes-Benz-Taxi-

Preisliste sieht derzeit kein Sondermodell „Das

Taxi“ vor, aber die Ausgangsbasis, der eVito

Tourer Pro Extralang, kostet aktuell 54.740

Euro netto. Speziell für München ist die Kombination

von E- und Inklusionstaxi interessant,

denn mit dem Fahrzeug kann man sowohl die

E-Taxi-Förderung als auch die Inklusionstaxiförderung

in Anspruch nehmen. sg

CADDY 5

ALS ROLLITAXI

DIE MÜNCHNER INKLUSIONS-

TAXIFÖRDERUNG

Pro Jahr werden vom Sozialreferat der Stadt

maximal zehn Umbauten mit einem Zuschuss

von maximal 10.000 Euro bewilligt. Die Fahrzeuge

müssen mindestens vier Jahre oder

250.000 Kilometer gehalten werden und zu

bestimmten Zeiten im Einsatz sein. Eine sehr

ähnliche Förderung kann auch beim Landkreis

München Venczel_02-2016.qxp_Layout beantragt werden. 1 03.02.16 16:15 sg Seite

FOTOS: Toyota, AMF Bruns, AMF Bruns

AMF Bruns zeigt jetzt eine Ausführung für den Caddy Maxi, die trotz

kürzerer Fahrzeug-Abmessungen dem Rollstuhlfahrer viel Platz bietet.

Für die neueste Generation des VW Caddy hat der Apener Rollstuhlspezialist

hat einen Heckausschnitt entwickelt. Als Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Premium-Partner

hat AMF Bruns dabei ein besonderes Augenmerk

auf die Sicherheit der Passagiere gelegt. Neben extralangen E-Gurten für

die vordere Rollstuhlbefestigung ist ein DIN- und ISO-geprüftes Rollstuhlrückhaltesystem

verbaut. Optional ist eine sehr empfehlenswerte Kopfund

Rückenstütze, die auf den Namen FutureSafe hört, bestellbar. Die

Einfahrthöhe für den Rollstuhlfahrer beträgt 1.450 mm. Im Fahrzeug wird

die Innenhöhe mit 1.425 Millimetern angegeben. Der originale Kraftstofftank

bleibt erhalten. Laut AMF Bruns kann der Umbau des Caddy Maxi

ab sofort angeboten werden. Für die Basisvariante werden dann 5.150 Euro

netto fällig.

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TAXI 1. QUARTAL 2020

23


DIENSTLEISTUNG

ANLEITUNG ZUM

BESSERWERDEN

Münchner Fahrgäste sind laut einer Umfrage mit dem Taxi sehr zufrieden.

Noch wertvoller als diese Erkenntnis sind allerdings die Punkte, die von den

Kunden als verbesserungswürdig eingestuft worden sind.

Das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte 2020

in enger Abstimmung mit dem Münchner Taxigewerbe

eine Online-Befragung durchgeführt, an der über 3.000

Münchner Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben. Das

Positive vorweg: Mehr als 90 Prozent sind mit der Dienstleistung

der Münchner Taxis zufrieden – vor allem die Vielnutzer

eines Taxis. 92,4 Prozent empfinden Münchens Taxifahrer als

freundlich.

Trotzdem lohnt ein Blick auf die Kritikpunkte. In Zeiten

harter Konkurrenz durch Uber, Free Now &

Co. sollte einiges noch besser

gemacht werden. Was das genau

ist, dass kann man den zusätzlichen

Angaben der Befragten

detailliert entnehmen. Wer

allerdings die Kritik am Münchner

Taxigewerbe verstehen will,

der muss sich erst einmal ansehen,

warum sich unsere Kunden

überhaupt ein Taxi bestellen.

Viele gaben an, ihr Fahrtziel

mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln

nur schlecht oder

gar nicht erreichen zu können.

Anderen dauerte Wartezeit oder Fahrtzeit

mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu

lange. Die Hälfte der Fahrgäste gibt an, dass

der Komfort bei der Entscheidung, mit dem Taxi

zu fahren, eine wichtige Rolle spielt, für etwa ein Viertel

steht die Sicherheit in Vordergrund.

TAXI BEI ALKOHOL

Nur etwa jeder Zehnte fährt Taxi, weil er die Kosten dafür erstattet

bekommt. Etwa die gleiche Zahl Kunden ist auf das Taxi angewiesen,

zum Beispiel, weil eine Gehbehinderung vorliegt. Ein

wichtiger Grund, sich ein Taxi zu bestellen, ist für viele der Konsum

von Alkohol, aber auch die Parkplatzsituation in der Stadt,

der Transport von sperrigem Gepäck oder die Mitnahme von Hunden

wurden häufiger genannt.

Unerwartet häufig wurde die Corona-Pandemie von den Befragten

erwähnt. Dabei zeigte sich deutlich, dass das Taxi als sicheres,

sauberes und hygienisches Verkehrsmittel gilt. Besonders positiv

fielen dabei der Einbau von Trennscheiben, das Tragen einer

Maske durch den Fahrer zusammen mit anderen Desinfektionsund

Hygienemaßnahmen auf. Kommentare wie „Wegen Corona

fahre ich nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt“

oder „Da ich kein Auto habe, benutze ich wegen Corona mehr

Taxis als sonst, da mir die öffentlichen Verkehrsmittel oft zu voll

sind“ beschreiben Situation und Beweggründe.

Daneben gibt es eine Gruppe von Fahrgästen, die situativ auf

das Taxi zurückgreift, zum Beispiel während des Oktoberfestes,

während eines MVG-Streiks oder während der Sperrung der

Stammstrecke oder einer Störung. Zusammenfassend lässt sich

sagen, dass bei aller Vielfalt der Antworten ein grundsätzlicher

Tenor erkennbar ist: Das Taxi ist sicher, zuverlässig und fair.

Werfen wir einen Blick auf die Bestell- und Bezahlmöglichkeiten.

Für 70 Prozent der befragten Nutzer ist die Bestellung über

eine Zentrale das Übliche. Etwa ein Drittel gab an, sich

auch mal ein Taxi an der Straße anzuhalten, rund

ein Viertel geht auch zu einem Standplatz, ruft

einen bekannten Fahrer an oder lässt sich

ein Fahrzeug bestellen – Mehrfachnennungen

möglich! Interessant dürfte

sein, dass sich die Bestellung per App

inzwischen durchgesetzt hat. Mit

36,6 Prozent wurde diese Bestellart

– nach der Bestellung bei einer

Zentrale – am zweithäufigsten

genannt.

Bei der Bezahlung ist Bargeld

Trumpf. Diese Variante wird am

meisten genutzt und auch in Zukunft

erwartet. Allerdings wünschen immer

mehr Kunden, dass auch eine Bezahlung

per Kreditkarte oder Bestell-App angeboten

wird. Die am häufigsten nachgefragte Bezahl-

Alternative war PayPal. Allerdings können sich

einige Fahrgäste auch eine einfache und bequeme Bezahlung

ohne weiteres Zutun vorstellen, wie sie es von Uber her kennen.

Hier könnten die üblichen Taxi-Apps noch nachbessern.

Nach all dem Lob fürs Taxi ist der derzeitige Tarif eine große

Baustelle nach Wahrnehmung der Kunden. Nur etwa zwei Drittel

halten ihn für transparent und nachvollziehbar, bleibt ein Drittel,

das das nicht so sieht. Eine ähnliche Verteilung zeigt sich bei der

Höhe des Fahrpreises. Den halten wiederum nur grob zwei Drittel

für fair und angemessen. Noch schwieriger sieht das bei den

Zuschlägen aus. Während für den Zuschlag für ein mitgeführtes

Tier noch ein überwiegendes Verständnis vorherrscht, scheiden

sich an den anderen Zuschlägen die Geister: Nur die Hälfte der

Befragten hält die Zuschläge für Gepäck, Großraum oder Kombi

für zeitgemäß und angemessen. 30,1 Prozent gaben sogar an, sie

würden ohne die Zuschläge das Taxi häufiger nutzen. Somit dürfte

dann ja ab März aufgrund der Tarifreform (siehe Seite 6) mit

mehr Fahrgästen zu rechnen sein. Eindeutiger sieht das beim Service

aus. Hier erklärt eine deutliche Mehrheit, dass Taxifahrer

freundlich sind, die Fahrzeuge sauber und bequem. Interessant ist

es hingegen zu betrachten, was als zeitgemäßer Service und als

notwendige Qualifikation der Fahrerinnen und Fahrer vorausge-

FOTOS: Pixabay, Freepik.com / Diana Grytsku

24 1. QUARTAL 2021 TAXI


DIENSTLEISTUNG

setzt wird. Das freundliche Aufhalten des

Wagenschlags, früher das Markenzeichen

des aufmerksamen Taxichauffeurs, wird

heute nur von älteren Semestern erwartet.

Ganz anders das Einladen von Gepäck in

den Kofferraum, für die Mehrheit weiterhin

Standard.

SICHERHEIT

Ebenfalls auf der Wunschliste steht ein

gepflegtes Erscheinungsbild des Fahrpersonals.

Knapp die Hälfte empfindet es als

besonders positiv, wenn bei Dunkelheit der

Fahrer wartet, bis der Fahrgast seine Haustüre

erreicht oder aufgesperrt hat – seit

vielen Jahren bereits Standard bei IsarFunk. An Bedeutung gewonnen

haben aus Kundensicht ein umweltfreundlicher Antrieb oder

das Vorhandensein von Kindersitzen. Rund ein Viertel erwartet

vom Taxi auch die Erledigung von Besorgungen, jeder Zehnte

wünscht sich die Möglichkeit von Einkaufsfahrten.

Gerade beim Thema Service wurde von den über 3.000 Befragten

reger Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, einen eigenen

Text einzugeben. Die Kommentare reichen von „Ich bin selber ein

Ausländer, aber ich erwarte schon, dass jeder Deutsch spricht und

versteht“ über „Kein Zigarettenrauch/kein Radio oder nervende

Gespräche“ bis zu „Festpreise vereinbaren wie zum Beispiel Flughafen,

Messe von der Stadt aus“ (auch dieser Wunsch wird mit

der Tarifreform erfüllt). Es zeichnet sich aber deutlich ab, dass

Deutsch- und Englischkenntnisse ebenso gewünscht beziehungsweise

erwartet werden wie Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme.

Einen Wandel hat es allerdings beim

Thema Ortskenntnis gegeben. Während

das Wissen über Hotels und Sehenswürdigkeiten

noch eher vorausgesetzt wird,

halten knapp 55 Prozent es für statthaft,

wenn bei anderen Adressen der Fahrer ein

Navigationsgerät zu Hilfe nimmt. Wo die

Ortskenntnis allerdings vorhanden ist, da

wird sie auch als besonders positiv und als

das herausragende Merkmal des Gewerbes

empfunden.

Zu den absoluten No-Gos zählt hingegen

das Telefonieren während der Fahrt,

Für Fahrgäste ein absolutes No-Go: telefonierende

Taxifahrer.

das Fahren von Umwegen, Routenänderungen

ohne Ankündigung oder Nachfragen,

lautes Radio, zu schnelles oder rücksichtsloses Fahren, kalter

Rauch, das Ignorieren von Maskenpflicht und Covid-19-Maßnahmen,

Unfreundlichkeit, fehlender Platz im Kofferraum, mangelnde

Hilfsbereitschaft und Körperhygiene.

Aber die Umfrage gibt Grund zur Hoffnung! In der Wahrnehmung

unserer Kunden schneidet das Taxi gut bis sehr gut ab.

Ausruhen darf sich das Gewerbe allerdings nicht. Die Kritikpunkte

verdienen Beachtung. Dabei darf eines nicht vergessen werden:

Ein einziger Querschläger kann die Kundenbindung an das Taxi

nachhaltig zerstören. Die Schaffung transparenter Tarife ist eine

Aufgabe der Stadt und der Verbände, die Entwicklung zeitgemäßer

App-Angebote fällt in die Verantwortung der Zentralen. Das Rückgrat

des Gewerbes ist aber der Service, den die zahlreichen Kolleginnen

und Kollegen jeden Tag leisten. Und dafür ist jeder

Taxifahrer, jede Taxifahrerin selbst verantwortlich! tb









TAXI 1. QUARTAL 2021 25


TAXI TIMES DIGITAL

DIE TAXIWELT

IN BEWEGUNG

Selten war rund um das Thema Taxi so viel zu

berichten wie aktuell. Deshalb lohnt sich ein täglicher

Blick auf die Taxi Times-Website oder in die gleichnamige

App. Nachfolgend ein paar Beispiele.

FOTO: Adobe Stock / paketesama

PBefG-Novelle:

Debatte im Bundestag

PBefG-Novelle:

Stellungnahme Bundesverband

Taxi

PBefG-Novelle: Statement

Taxi Deutschland

Die FDP und der

Spenden-Skandal

Es liegt in der Natur der Dinge, dass

ein derart mobiles Gewerbe wie die

Taxibranche ständig in Bewegung

ist. So hat beispielsweise die geplante

Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

noch einmal richtig Fahrt aufgenommen.

Ende Januar fand dazu im Bundestag

die erste Lesung statt. Dabei kamen die

jeweiligen PBefG-Experten aller im Bundestag

vertretenen Parteien zu Wort. Parallel

haben Verbände ihre Statements

abgegeben. Taxi Times hat die wichtigsten

Aus sagen auf der Website zusammengefasst

und verlinkt auf die Originalreden

der Politiker.

Der aktuelle Gesetzentwurf ist nach

der ersten Lesung in die Beratergremien

zurückgespielt worden. Nun wird also

um die letzten Verbesserungen gerungen

und um die entscheidenden Änderungen

gefeilscht. Am 22. Februar soll

es dann auch noch eine öffentliche Anhörung

geben. Über deren Verlauf wird

Taxi Times ebenfalls zeitnah auf seiner

Website berichten.

Inwieweit der jüngste Änderungsantrag

der FDP dabei berücksichtigt werden

wird, wird sich zeigen. Die Partei fordert

darin unter anderem, dass die ermäßigte

Mehrwertsteuer für Taxis künftig auch für

Mietwagen gelten solle. Das käme vor allen

Dingen Uber und dessen Generalpartner

SafeDriver Ennoo entgegen. Jenem Unternehmer,

dessen Hauptanteilseigner im Jahr

2017 mit einer Summe von 300.000 Euro

zu den Hauptspendern der FDP gehörte.

Taxi Times erinnert noch einmal an diese

Spende und fragt sich, ob die Partei tatsächlich

den Fehler aus dem Jahr 2010

wiederholt, Stichwort Mövenpick-Skandal.

Apropos großer Fehler: Anstelle der

bisherigen Ortskundeprüfung sollen Taxifahrer

eine „Kleine Fachkunde“ nachweisen

– Mietwagenfahrer aber nicht. Der

CDU-Abgeordnete Michael Donth verteidigt

diese Überlegungen, der Taxi Times-

Redakteur Remmer Witte appelliert, diese

Schwachstelle der PBefG-Novelle unbedingt

noch zu beseitigen.

Die Taxiwelt ist also kräftig in Bewegung,

im Bundesgebiet wie auch in

München. Auf der Münchner Unterseite

www.taxi-times.com/muenchen findet sich

die Meldung, dass Uber sein Kirchheimer

Experiment mit Dumpingpreisen für Fahrten

nach München inzwischen zu einem

Dauerprojekt umgestellt hat.

Wer keine Münchner Nachricht verpassen

will, kann der Münchner Taxi Times-

Gruppe bei WhatsApp beitreten. Hier

informieren wir über noch mehr Münchner

Taxithemen, und die Kollegen können

sich untereinander Tipps geben.

Die nächste Print-Ausgabe der

Taxi Times München erscheint dann übrigens

wieder im Mai 2021.

jh

PBefG-Novelle Die

vergessene Schwachstelle

Ubers Projekt

in Kirchheim

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH

Persiusstr. 7

10245 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

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Geschäftsführer und V. i. S. d. P.

Jürgen Hartmann (jh)

Bankverbindung

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UST-ID: DE293535109

Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

Jürgen Hartmann (jh), Simon Günnewig (sg)

E-Mail: tt-muenchen@taxi-times.taxi

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Tom Buntrock (tb), Hayrettin Simsek

Grafik & Layout

Katja Stellert (Artdirektion),

Ivan Cottrell

Raufeld Medien GmbH

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10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 69 56 65-936

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Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

Druck

Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25,

D-34253 Lohfelden

Erscheinungsweise 4 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, Jahres-Abo 26 €

(inkl. MwSt. und Versand)

ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

Taxi Times Berlin

Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM)

bekommen in Taxi Times München eigens

gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die beiden Genannten

im Sinne des Presserechtes selbst

verantwortlich sind.

Veröffentlichung gemäß § 7a Berliner

Pressegesetzes bzw. § 8, Absatz 3 des

Bayerischen Pressegesetzes. Gesellschafter

(100 %) der taxi-times Verlags GmbH, Berlin,

ist Jürgen Hartmann.

26 1. QUARTAL 2020 TAXI


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