Der Harz_11_21

Harzdruckerei

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 11_2021

31 Jahre

Deutsche Einheit

Seite 8

Wiedereinbürgerung

von Luchsen

Seite 16

Achtsamkeitspfad

Wildemann

Seite 18

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EDITORIAL

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Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

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Redaktion:

Christoph Steingaß (CS)

Redaktionskollegium:

David Rügner (Hauptpressewart),

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stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

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übernimmt der Verlag keine Gewähr.

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30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Der Luchs

(Foto: ©Pixabay)

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

es gab im vergangenen Monat zwei Aufreger, die ich

hier kurz beleuchten möchte. Das erste Thema könnte

man zusammenfassen unter dem Titel: Deutschland –

Umleitungsland! Es war eigentlich kaum möglich, den

direkten Weg von A nach B zu finden, denn an ganz vielen

Straßen wurden Fahrbahnen erneuert, Brücken repariert,

Bäume gefällt oder Mäharbeiten durchgeführt. Hatte

man dann glücklich sein Ziel erreicht, wartete bereits die nächste Überraschung – auch die

Forststraßen und Wanderwege waren durch Holzfällung oder -abfuhr teilweise gesperrt

und man musste Umwege in Kauf nehmen. Was sein muss, das muss eben sein! Und da ist

es keine gute Idee, die Absperrungen einfach zu ignorieren, denn dadurch bringt man nur

sich selbst und die Mitwanderer in Gefahr!

Den zweiten Aufreger hat der Harzklub selbst verursacht. Durch die Pressemitteilung über

den teilweise schlechten Wegezustand und viele zerstörte oder verschwundene Wegeschilder

haben wir einen regelrechten „shitstorm“ losgetreten. Die Volksstimme titelte gar „Wenn

Wanderurlaub zur Schlammschlacht wird!“ Es war jedoch niemals die Intention des Harzklubs

Waldbesitzer oder im Wald Tätige anzugreifen oder gar zu beschimpfen. Wir wollten

lediglich auf die momentanen Missstände aufmerksam machen und haben auch großes

Verständnis dafür aufgezeigt. Der Harzklub betrachtet sich als der Anwalt aller Wanderer

und in dieser Funktion haben wir lediglich das weitergeleitet, was uns zugetragen worden

ist. Ebenso wenig, wie Rom an einem Tag erbaut wurde, kann der Harz nicht in einem Jahr

alle Wunden der Natur und der Infrastruktur hinter sich lassen. Aber darauf hinzuweisen,

das muss erlaubt sein!

Der Harzklub wünscht eine gute Zeit!

Glück Auf!

Christoph Steingaß

INHALT

Renovierung der Köte am Heidenstieg 4

Ein gelungenes Harzklub-Event 5

Gespräch mit Landrat Bernhard Reuter 6

32 Jahre Brockenmauer-Öffnung 7

31 Jahre Deutsche Einheit 8

Neue Informationstafel bei Harzgerode 10

UNESCO-Geopark setzt Zeichen 11

Neue Auszubildende starteten bei den Harzer Schmalspurbahnen 12

Harzer Tourismustag am 14. Oktober 2021 13

Kontrolle der Orientierungstafeln 14

Harzer Luchse 15

Die Wiedereinbürgerung von Luchsen 16

Zum Tag der Deutschen Einheit 18

31 Jahre Deutsche Einheit auf dem Brocken 19

Geführte Wanderungen im November und Dezember 2021 20

Achtsamkeitspfad und Ehrung Naturschutzpreis 21

11 | 2021

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HARZKLUB

Renovierung der Köte am Heidenstieg

Zweigverein Schulenberg leistet 620 Stunden

im Ehrenamt

Die Köte am Heidenstieg ist wieder in

Schuss: Rund 620 Stunden ehrenamtlicher

Arbeit leisteten elf Mitglieder des

Harzklub-Zweigvereins Schulenberg

in den vergangenen Monaten. Das

Ergebnis ist ein Schmuckstück und

touristisches Kleinod an einer beliebten

Wanderstrecke nahe dem Ferienort.

Die neue Köte bietet Wetter- und

Sonnenschutz, lädt zur Rast ein und

informiert Waldbesucher über Geschichte,

Natur und die im Oberharz

verbreitete Köhlerei.

Der äußere Wetterschutz der Köte war zuletzt

2005 komplett erneuert worden. Der

Zustand der inneren Köte war zu diesem

Zeitpunkt noch sehr gut, beschreibt der

Zweigverein. Lediglich kleine Ausbesserungsarbeiten

seien in der Zwischenzeit

notwendig gewesen.

Ende 2020 stellte der Harzklub Zweigverein

Schulenberg massive Schäden an der

Außenhülle der Köte fest. Eine grundlegende

Renovierung wurde beschlossen. Viele

der Rundhölzer waren morsch geworden.

Sämtliche Unterhaltungsarbeiten der letzten

Jahre hätten den Verfall der Außenhülle

nicht aufhalten können, berichtet Detlef

Ehrenberg aus Schulenberg.

Der Wegewart des Zweigvereins schildert

die Arbeiten wie folgt: „Nachdem wir die

Außenhülle abgebaut hatten, stellten wir

fest, dass auch die Rundhölzer der inneren

Köte schon massive Schäden aufwiesen.

Einen kompletten Neubau der inneren Köte

konnten wir durch Austausch der beschädigten

Rundhölzer vermeiden“, sagt Detlef

Ehrenberg. Allerdings musste der Zweigverein

zusätzliche Rundhölzer bei Firma

Prelle (Bauking) in Goslar nachkaufen.

Zwischenzeitlich verzögerten Lieferengpässe

beim Holz den Renovierungsbeginn.

Außerdem bekamen die Ehrenamtlichen

Preissteigerungen beim Sägeholz zu spüren.

So zog sich die Sanierung der Köte bis

Ende August hin.

Dem Zweigverein ist wichtig, die Sponsorentafel zu veröffentlichen

richtet und umgestaltet. Nagelneue Tische,

Bänke und zwei zusätzliche Informationstafeln

laden unsere Gäste zur erholsamen

Rast ein“, freuen sich die Restauratoren

und freiwilligen Helfer vom Zweigverein.

Insgesamt zwanzig Tonnen Absiebung sowie

fünf größere Steine zur Sicherung der

gesamten Anlage habe der Platz erhalten.

Im Stundenbuch stünden nun weitere 620

Arbeitsstunden; geleistet von Ehrenamtlichen

des Harzklub Zweigvereins Schulenberg,

zur Freude zahlreicher Anwohner,

Gäste und Fernwanderer auf dem Heidenstieg

im Oberharz.

Text u. Foto: Zweigverein Schulenberg

Platz um die Köte optisch aufgewertet

und mit Infotafel neu ergänzt

Nicht nur die Köte ist optisch aufgewertet,

wetterfest, sicher und trocken. „Auch den

Platz um die Köte haben wir hübsch herge-

Feierabend Bier. Von links: Thorsten Beck, Detti, Kalle Buchmeier, Uwe Bauerochs, Günther

Jannowsky, Klaus Wolff, Claus Metje, vorne auf der Kiste ist Peter Kirchner

4

11 | 2021


HARZKLUB

Harzklub-Zweigverein Oker

Ein gelungenes Harzklub-Event

Nach langen Monaten der Pandemie,

ausgefallenen Veranstaltungen und

Übungsabenden der Heimatgruppe

haben wir am Samstag, d. 25.Sept

2021 endlich mal wieder ein Harzklub-

Event gestartet!

Otto und Lenette hatten mit Hilfe der DAA

(hierfür ein besonderes Dankeschön) in den

vergangenen Monaten an der Adlerklippe

und der Halleschen Höhe wichtige und sehr

aufwändige Reparaturen vorgenommen.

Nun endlich konnten wir die Ergebnisse

ihrer Arbeit begutachten.

Treffpunkt war 9 Uhr an der Halleschen

Höhe, wo nicht nur das reparierte Dach,

sondern als Überraschung auch noch eine

hübsche, hölzerne grüne Tanne (angefertigt

von der DAA) auf dem Dach präsentiert

wurden. Nach der Begrüßung durch die 1.

Vors. des HK Oker, Birgit Franke, und den

Grußworten von Christoph Steingaß vom

Hauptvorstand gab Otto Informationen

zur Geschichte der Halleschen Höhe und

den weiteren Ablauf für die gerade neu

gegründete Kindergruppe „Oker Strolche“

bekannt. Für die ersten 30 speziell

für die Kinder entworfenen T-Shirts mit

Logo konnten bereits Sponsoren gefunden

werden. Außerdem bekamen die Kleinen

Stempelheftchen für die Teilnahme an weiteren

Kinderveranstaltungen (die nächste

am 2.Okt.) und im nächsten Jahr – bereits

für 5 Stempel gibt es dann eine kleine Überraschung!

Mit eigens für die erste Kinderaktion

organisierten Müllsammelzangen

ausgestattet, ging es dann zum „Waldhaus“,

wo Otto für alle interessante Fakten zur

Müllzersetzung in der Natur erläuterte. Bei

Kaffee und Kuchen auf der Terrasse durften

wir unsere Heimatgruppe „Die Okertaler“

begrüßen und dem bunten, sehr schönen

Programm lauschen und mitsingen. Trotz

der wenigen Übungsabende war es eine

sehr stimmige Vorführung. Herzlichen

Dank dafür.

Von den 50 anwesenden Harzklubfreunden

wanderten 15 mit Otto zur Adlerklippe,

um die neue Treppe mit Stegen und eine

von Otto und Lenette gesponserte Bank

einzuweihen.

Gegen 14 Uhr war dann Treffpunkt in der

„Flößerstube“ zum Grillen und einem gemütlichen

Nachmittag mit Mundharmonikaklängen

von Walter.

Nach einstimmiger Meinung war das ein

rundum gelungener Tag. Wir möchten uns

bei allen Beteiligten herzlichst für die schönen

Aktionen bedanken!

Text: B. u. R. Franke

Fotos: O. Unruh

Vogelzählung

Stunde der

Wintervögel

Vom 6. bis 9. Januar 2022 können wieder

unsere gefiederten Gartenfreunde

gezählt werden. Der NABU ruft zum

zwölften Mal dazu auf, eine Stunde

lang die Vögel am Futterhäuschen, im

Garten oder Park zu zählen.

Die Aktion kann man hervorragend mit

Kindern durchführen. Im Internet findet

man unter „Die Stunde der Wintervögel“

genaue Hinweise und Anleitungen.

Mönchsgrasmücke (Foto: Otto Unruh)

11 | 2021 5


HARZ AKTUELL

Wir sitzen im Fahrstuhl nach oben

Gespräch mit Landrat Bernhard Reuter

Nach einer Amtszeit von 22 Jahren in

den Landkreisen Osterode am Harz

und Göttingen, wechselt Landrat

Bernhard Reuter Ende Oktober in den

verdienten Ruhestand. Im Höhlenerlebniszentrum

Bad Grund stand er

dem Harzklub freundlicherweise zu

einem Gespräch zur Verfügung.

Herr Reuter, am 1.11.2016 (also vor beinahe

genau fünf Jahren) erfolgte die Fusion

der beiden Landkreise Göttingen und Osterode

am Harz. Wie lange dauerten die

Vorbereitungen und welches waren die

triftigsten Gründe?

Die ersten Überlegungen gab es sechs

Jahre vorher, im Jahre 2010. Bemerkenswerterweise

kam die Initiative aus dem

Landkreis, der hinterher nicht dabei war,

dem Landkreis Northeim.

Ich war als Landrat von Osterode am Harz

von Anfang an sehr aufgeschlossen, weil

ich gemerkt habe, dass der kleine strukturschwache

und von massivem Bevölkerungsrückgang

betroffene Landkreis

dringend Unterstützung benötigte. Das

strukturelle Defizit im Kreishaushalt lag

jedes Jahr bei einer Million Euro, Investitionen

waren beinahe vollständig ausgeschlossen

und die Spirale zeigte nach

unten. Zudem mangelte es an qualifiziertem

Personal. Deshalb habe ich mich dann

entschieden, für den Posten des Landrates

von Göttingen zu kandidieren und auch

dort für eine politische Mehrheit für die

Fusion zu werben. Der Landkreis Northeim

war in der Zwischenzeit ausgestiegen, was

die praktische Umsetzung der Kreisfusion

übrigens vereinfacht hat. Die enorme

Schwierigkeit, zwei Kreisverwaltungen zusammenzuführen,

zeigte sich erst während

des Prozesses.

Heute ist diese Fusion bis auf wenige Kleinigkeiten

als erfolgreich anzusehen. Insbesondere

der ehemalige Landkreis Osterode

hat sehr stark profitiert, aber auch der

Landkreis Göttingen steht nun besser da,

insbesondere die Entschuldungshilfe war

eine große Unterstützung.

Mittlerweile erwirtschaften wir Überschüsse,

die Kreisumlage für die Gemeinden des

Altkreises Osterode konnte deutlich gesenkt

werden. Die Region um Göttingen

wird heute als „Aufsteigerregion“ bezeichnet!

Wir sitzen im Fahrstuhl nach oben!

Welche Folgen ergaben sich für den Harzer

Raum, hat der Harz von dem neuen,

größeren Landkreis Göttingen profitieren

können?

Eindeutig: ja! Dazu als Beispiel: Dem Landkreis

Osterode war es nicht möglich, das

Weltkulturerbe finanziell und personell in

der notwendigen Form zu unterstützen.

Das kann nun der Landkreis Göttingen mit

seiner Finanzkraft tatsächlich leisten. Wir

hätten sonst eine schwächere Präsentation

und weniger Unterstützung im touristischen

Bereich.

Kommt der Harz im neuen Landkreis Göttingen

eventuell zu kurz?

Ganz im Gegenteil. Ich habe festgestellt,

dass sich der Raum Göttingen jetzt plötzlich

viel mehr mit „seinem Gebirge“ identifiziert,

als es vorher der Fall war. Die Bewegungen

auf der Straße und mit der Bahn zwischen

Göttingen und dem Harz sind viel intensiver

geworden. Wir müssen uns aber weiter

bemühen, die Kooperationskultur im Blick

zu behalten und nicht zurückzufallen in

das Kirchturmdenken der Vergangenheit.

Wenn wir Einzelinteressen zurückstellen

und an das Gesamtinteresse denken, dann

wird der Harz – gemeinsam mit der Region

–zukünftig stärker werden.

Entwicklung und Perspektiven für den

Harz. Haben Sie fertig, oder was hätten

Sie gern noch abgeschlossen?

Mein Eindruck ist, dass wir gemeinsam sehr

viel erreicht haben und das ist auch einer

der Gründe, warum ich nicht wieder antrete.

Wir dürfen aber nicht stillstehen, sondern

müssen uns weiterentwickeln. Im Bereich

Tourismus und im eigenen Selbstbewusstsein

ist noch Luft nach oben. Wir haben den

Zug auf das Gleis gesetzt, aber die Lok muss

weiter unter Dampf bleiben.

Wir sitzen hier im Höhlenerlebniszentrum

Bad Grund. Was war Ihre Rolle bei der aktuellen

Neugestaltung?

Der Ideengeber war Prof. Roseneck. Meine

Rolle lag im Wesentlichen darin, die finanzielle

Unterstützung zu organisieren. Es

gab zunächst keine Mittel des Landes und

von der EU nicht so viel, wie erhofft. Die

großen Niedersächsischen Stiftungen sind

dankenswerterweise eingesprungen. Nach

der Fusion konnte der Landkreis Göttingen

auch selbst den Um- und Ausbau unterstützen

und wir kommen jetzt auf den Stand,

den wir eigentlich von Anfang an erreichen

wollten. Aufbauend auf unser Engagement

haben wir jetzt auch starke Unterstützung

durch Land und EU. Die Prognose, dass wir

mit etwa 70.000 Besuchern aus dem defizitären

Bereich herauskommen, hat sich

erfüllt. Das Museum ist sehr faszinierend

und hat in diesem Bereich zumindest im

Harz ein Alleinstellungsmerkmal. Übrigens

noch ein Beweis dafür, dass der Landkreis

Osterode und der gesamte Harz von der

Zusammenlegung profitieren.

Im Entwurf des RROP für den neuen Landkreis

Göttingen ist die Umgebung von Osterode

und Bad Grund so etwas wie ein

Suchraum für Windenergieanlagen. Wie

stehen Sie persönlich zur Standortwahl

der Windräder auf Harzer Bergeshöhen?

Klar ist, dass wir aus Klimaschutzgründen

die Windenergie brauchen und klar ist auch,

dass das nicht schmerzfrei funktionieren

wird. Wir müssen uns also bemühen, diesen

Eingriff in die Natur, die Landschaft und für

die dort lebenden Menschen verträglich

zu gestalten. Generell meine ich, auch aus

touristischen Gründen, dass der Harz für

6 11 | 2021


HARZ AKTUELL

Windenergie eher nicht in Betracht kommt.

Aber ausschließen möchte ich nicht, dass

auch in Waldgebieten gesucht wird.

Was macht Landrat Bernhard Reuter

nach 22-jähriger Amtszeit in seinem Ruhestand?

Was so ein 67-jähriger macht, er kümmert

sich um die Enkel, die bei meiner beruflichen

Belastung etwas zu kurz gekommen

sind. Wir werden viel reisen. Ich bin ein

sportlicher Mensch mit Interessen, die

vom Wandern, Mountainbiken bis zum Golf

reichen. Das werde ich jetzt nachholen, gemeinsam

mit der Familie und mit Freunden.

Haben Sie Lieblingsorte im oder am Harz,

zu denen es Sie immer wieder hinzieht?

Natürlich ist der gesamte Harz ein faszinierendes

Gebirge, aber ich möchte mich hier

auf drei Zielorte fokussieren. Der erste Ort

ist die HansKühnenBurg, der zweite Lieblingsort

ist der Große Knollen. Den dritten

Ort, zu dem es mich öfter hinzieht, muss

man nicht extra erklären, das ist ganz klar

der Brocken.

Herr Reuter, herzlichen Dank für dieses

Gespräch und alles erdenklich Gute für

den neuen Lebensabschnitt. CS

Erinnerungen des Harzklub e.V. am 3. Dezember 2021

32 Jahre Brockenmauer-Öffnung

Am 3. Dezember 1989 fand unter dem

Motto „Freie Bürger, Freier Brocken“

ein friedlicher Sternmarsch auf den

Harzgipfel statt. Tausende Wanderer

machten sich an dem kalten Dezembertag

bei strahlendem Sonnenschein

auf den Weg. Immer drängender

wurden die Rufe nach der Öffnung der

Brockenmauer. Um 12.45 Uhr war es

soweit! Die Grenztruppen öffneten

das Tor in der 2,7 km langen Mauer,

welche die Militäranlagen auf der Brockenkuppe

schützte. Nach 28 Jahren

nahmen die Menschen ihren „Vater

Brocken“ freudetaumelnd wieder in

Besitz!

Für den Harzklub e.V. gehört die Brockenmaueröffnung

zu den wichtigsten Errungenschaften.

Viele unserer heutigen Mitglieder

waren bei diesem historischen Ereignis

dabei. Karl Berke, später langjähriger Vorsitzender

des Zweigvereins Ilsenburg, rief

dazu auf, den Harzklub auch auf der Ostseite

des Harzes wieder zu beleben. Innerhalb

weniger Monate gründeten sich 30 neue

Zweigvereine. In den Wanderheimen des

Harzklubs trafen sich Mitglieder und Interessierte

aus Ost und West, um gemeinsam

mit Hauptwegewart Hans-Dieter Harnisch

über die Verknüpfung der Wanderwege

zu beraten und diese neu auszuschildern.

Bereits im April 1990 erschien in Zusammenarbeit

mit den Landesvermessungsämtern

die erste länderübergreifende offizielle

Wanderkarte des Harzklubs "Wandern im

Mittleren Harz" mit den neuen Wanderwegen.

Sie beinhaltete noch das ehemalige

Sperrgebiet.

Seit 1989 treffen sich die Mitglieder des

Harzklubs jährlich am 3. Dezember auf dem

Brocken.

Die Festansprache findet um 11.30 Uhr am

Gedenkstein am ehemaligen Brockentor

statt.

Es spricht der Präsident des Harzklub e.V.,

Dr. Oliver Junk.

Anschließend kehren

alle Wanderfreunde

beim Brockenwirt

ein, um

sich aufzuwärmen

und Erinnerungen

auszutauschen.

Die Brockenbahn

kommt um 11.21

Uhr auf der Brockenkuppe

an, so

dass die Menschen,

die nicht mehr so

gut zu Fuß sind,

auch pünktlich am

Gedenkstein sein

können.

Geführte Wanderungen werden am 3. Dezember

2021 auf den Brocken angeboten

siehe Wanderungen Seite 20.

Gern können sich Gäste einer dieser Wanderungen

anschließen. Wir bitten um Beachtung

der Corona-Regeln und im Vorfeld um

Anmeldung beim Wanderführer/in.

11 | 2021

7


HARZ WANDERN

31 Jahre Deutsche Einheit

Feierstunde des Harzklub e.V. am 3. Oktober 2021

auf dem Brocken

Trotz Orkanböen auf dem Gipfel, die so

manchem Standfestigkeit abverlangten,

trafen sich auch in diesem Jahr

Harzklubmitglieder auf dem Brocken,

um den 31. Jahrestag der Deutschen

Einheit zu feiern. Die Freiluftveranstaltung

wurde kurzfristig witterungsbedingt

in den Goethesaal verlegt.

Der stellv. Harzklub-Präsident Karsten Peiffer

begrüßte Ehrengäste und Wanderer. Er

schätzte sich glücklich, zu der Generation

gehören zu dürfen, die in Freiheit geboren

wurde und niemals Krieg erleben musste.

1989 entwickelten die Menschen in der DDR

eine enorme Stärke, Kraft und Mut, um in

Freiheit leben zu können.

In seinem Grußwort berichtete Thomas

Balcerowski, Landrat des Kreises Harz, wie

er in der DDR an Demonstrationen teilgenommen

hatte gegen ein Regime, das am

Ende war. Die Befreiung des Brockens,

dieses besonderen Berges in der Mitte

Deutschlands, war ihm ein persönliches

Anliegen. Daher hatte er zwei seiner Kinder

zu dieser Feierstunde mitgebracht, um der

jungen Generation diesen Berg und seine

Geschichte zu zeigen.

Die Festrede hielt Peter Gaffert, Oberbürgermeister

der Stadt Wernigerode und

ehemaliger Leiter des bereits 1990 noch

zu DDR-Zeiten gegründeten Nationalpark

Hochharz.

„30 Jahre Entwicklung der Brockenregion

– aus verschiedenen Perspektiven“. Aus

seinem eigenen Leben und Wirken berichtete

er über die turbulenten Zeiten nach der

Wende und der friedlichen Revolution. Die

Wiedervereinigung erfolgte am 03.Oktober

1990, darauf folgte der „Aufbau Ost“ (1).

Es galt, zwei völlig unterschiedliche Gesellschaftssysteme

zusammenzuführen.

Die Gespräche und Verhandlungen liefen

nicht immer so, dass sich die ehemaligen

DDR-Bürger angenommen und verstanden

fühlten.

Einige Themen aus der rede, über die sich

lohnt nachzudenken:

Osten und Westen sind eigentlich nur Himmelsrichtungen.

Ein Blick auf die Landkarte

zeigt, dass Erfurt weiter westlich liegt als

Ingolstadt oder München. Dennoch unterscheidet

man im umgangssprachlichen

Alltag im Westen die Ostfriesen, Hessen,

Bayern mit ihren Landschaften und Dialekten,

während Bürger der neuen Bundesländer

gerne als „Ossis“ betrachtet

werden, obwohl es auch hier vielfältige

Unterschiede gibt, z.B. Mecklenburg, Thüringen

oder Sachsen.

„Freiheit ist das Wichtigste. Freiheit ist nicht

alles, aber ohne Freiheit ist alles nichts.

Der Brocken ist das Brandenburger Tor

des Harzes!“ Zu DDR-Zeiten waren beide

abgesperrt – hier ging es nicht weiter.

Heute können wir in Freiheit durch das

Brandenburger Tor gehen oder auf dem

Brocken sein.

In der Zeit des Umbruchs, z.B. beim Verkauf

des Waldes rund um den Brocken durch die

Treuhand und/oder bei der Wiederaufnahme

des Betriebes der Brockenbahn hätte

er gewünscht und erwartet, dass mehr

Gespräche auf Augenhöhe geführt worden

wären. “Man hat kaum miteinander

geredet“. Es wäre besser gewesen, wenn

man Unterschiede in der Lebenserfahrung

gesehen, angesprochen und akzeptiert hätte

und diese bei den Lösungen hätte mit

einfließen lassen.

Dennoch ist viel Positives und Erhaltenswertes

entstanden, z.B. der Aufbau des

Tourismus an prädestinierten Orten, Hatix,

die Ein-Harz-Initiative (zusammen mit Dr.

Oliver Junk, OB der Stadt Goslar und Harz-

Landrat Balcerowski überbrachte Grußworte (Foto: Harzklub)

klubpräsident), die Nationalpark-Fusion

und eine nachhaltige Forstwirtschaft im

unglaublichen Wandel der Harzer Wälder.

“Eine gute Zeit haben wir jetzt, hoffentlich

zum Guten des Harzes. Mit Stolz können wir

zurückblicken“. Dies für Folgegenerationen

zu bewahren und gegen jederlei extremistisches

Denken zu schützen, muss unsere

Aufgabe sein.

Für eine fröhliche Stimmung sorgten auch

die Heimatgruppe des Harzklub- Zweigvereines

Rhumspringe und Jodelmeisterin

Marina Hein.

Die Feierstunde wurde mit der Nationalhymne

„Einigkeit und Recht und Freiheit“

beendet.

Clausthal-Zellerfeld, den 12.10.2021

Christine Eggers

(stellvertr. Hauptpressewartin)

(1) Anm. der Autorin: bei Wikipedia finde

ich: „Aufbau Ost ist die verbreitete Bezeichnung

für alle wirtschaftspolitischen

Maßnahmen in Ostdeutschland seit 1990,

die die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse

in den neuen Bundesländern an den

Westen der Bundesrepublik Deutschland

anpassen sollen.“

8

11 | 2021


HARZ WANDERN

Impressionen vom Tag der Deutschen Einheit auf

dem Brocken

Fotos: A. Drache, Chr. Eggers, M. Hain, O.Unruh

11 | 2021 9


REGIONALVERBAND HARZ

Neue Informationstafel bei Harzgerode

Mitarbeiter vor Ort

Eine neue Informationstafel steht

am Kupferstieg bei Harzgerode. Sie

thematisiert historische Hohlwege.

Mit Zustimmung des Forstbetriebs

Ostharz wurden die Hohlwege von

Mitarbeitern des Energieversorgers

enviaM, dem größten Ökostromanbieter

in Ostdeutschland teilweise wieder

freigeschnitten.

Die Idee zu der neuen Informationstafel

hatte Maik Hauf, ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger

aus Harzgerode. Bürgermeister

Marcus Weise stellte den Kontakt

zum Regionalverband Harz als Träger des

Natur- und UNESCO-Geoparks her und die

Dinge nahmen ihren Lauf. Im Rahmen der

Aktion „Mitarbeiter vor Ort“ gewann Maik

Hauf sogar seinen Arbeitgeber enviaM, sich

für das Vorhaben einzusetzen. Als wichtigsten

Beitrag zu dem Projekt verfasste Maik

Hauf selbst den Text der neuen Informationstafel

und stellte Bilder zur Verfügung.

An dem Standort haben sich insgesamt

vier tief eingefahrene, parallel verlaufende

Hohlwege als Rest einer Art Fernverkehrsstraße

des Mittelalters erhalten. Vom

nördlichen Harzvorland aus führte sie über

Harzgerode zur alten Klausstraße (heutige

Naturparkleiter Dr. Klaus George und Bürgermeister Marcus Weise bedanken sich bei den

Kollegen von Maik Hauf (3. von rechts). (Foto: RVH)

B 242). Fuhrwerke arbeiteten die Fahrspuren

immer tiefer in den Boden. Regen und

Schmelzwasser spülten sie weiter aus. Der

alte Verkehrsweg war wichtig für den Warenaustausch

zwischen Harzgerode und

dem Kloster Hagenrode. Holzkohle, Erz und

Rohmetalle wurden transportiert. Bergleute

und Handwerker versorgten sich auf

dem Markt mit Waren für ihren täglichen

Bedarf. Produkte der Hütten, Edelmetalle

und Schmiedeerzeugnisse konnten direkt

in Harzgerode vermarktet werden.

Maik Hauf & Isabel Reuter

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

Mitgliederversammlung und Jahresempfang

Zepter bleibt beim Landkreis Goslar

Auf der Mitgliederversammlung des

Regionalverbandes Harz in Rodishain

(Landkreis Nordhausen) wurde Dr.

Alexander Saipa einstimmig zum neuen

Vorsitzenden gewählt. Im Rahmen

des sich anschließenden Jahresempfangs

erfolgten die Preisverleihungen

des Kulturpreises Harz und des Harzer

Naturparkpreises, über die wir in der

nächsten Ausgabe gesondert berichten

werden.

Für den scheidenden Landrat des Landkreises

Goslar Thomas Brych war es die letzte

Veranstaltung des Regionalverbandes Harz

als Vorsitzender. Ab dem 1. November ist

Dr. Alexander Saipa Landrat des Landkreises

Goslar. Als solcher wurde er auch von

Verabschieden Landrat Thomas Brych (Mitte): Landrat Matthias Jendricke, Landrat a. D. Martin

Skiebe, Landrat Thomas Balcerowski und Landrat André Schröder (v. l.) (Foto: Hellwig/RVH)

10 11 | 2021


REGIONALVERBAND HARZ

der Mitgliederversammlung des Regionalverbandes

Harz zum neuen Vorsitzenden

gewählt. Zudem wurden der Wirtschaftsund

Stellenplan für das Jahr 2022 beschlossen.

„Unser Verband ist finanziell gesund,

die Geschäftsstelle einsatzfähig und es

konnten wieder viele spannende Projekte

umgesetzt werden“, fasste Landrat Thomas

Brych das Jahr 2020 in seinem Jahresbericht

zusammen. Der Regionalverband

Harz habe viel in seinen Aufgabenfeldern

Natur- und Geoparkträgerschaft sowie als

Kulturförderer erreicht – und dies über

Ländergrenzen hinweg. Die sehr gute Zusammenarbeit

mit den anderen Landratskollegen

und dem Oberbürgermeister der

Welterbestadt Quedlinburg im Präsidium

habe er immer sehr geschätzt. Matthias

Jendricke, Landrat des Landkreises Nordhausen

und stellvertretender Vorsitzender

des Regionalverbands Harz dankte Landrat

Thomas Brych für sein großes Engagement

für die Harzregion.

Prof. Martin Feustel, Abteilungsleiter im

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie

und Naturschutz überbrachte ein Grußwort

der Landesregierung des Freistaats. Darin

würdigte er besonders die Geoparkarbeit

des Regionalverbandes Harz als wichtigen

Beitrag zur Entwicklung des Geotourismus

in Verbindung mit Bildung für nachhaltige

Entwicklung. Der Freistaat Thüringen hatte

im Jahr 2018 eine eigene Geoparkförderung

aufgelegt. Gefördert werden die beiden

UNESCO Global Geoparks, die Nationalen

GeoParks und der Geotopschutz im gesamten

Land.

Begrüßen konnte Landrat Thomas Brych

beim Jahresempfang auch den ehemaligen

Vorsitzenden Landrat a. D. Martin Skiebe.

Da im vorigen Jahr kein Jahresempfang

stattfinden konnte, war es nun möglich,

Martin Skiebe, verbunden mit einem herzlichen

Dank für seine engagierte Arbeit,

offiziell als ehemaligen Vorsitzenden zu

verabschieden.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung

von dem Flötenduo Christiane und

Helene Gruppe sowie dem Gitarrenduo

Amelie Schneller und Merle Ludewig von

der Kreismusikschule Nordhausen.

Christiane Linke & Isabel Reuter

UNESCO-Geopark setzt Zeichen

Neue Stele in Wieda

Der Walkenrieder Ortsteil Wieda

ist ein beliebter Ausgangspunkt für

Wanderungen im Natur- und Geopark.

In der Otto-Haberlandt-Straße hat

der Regionalverband Harz eine neue

Geopark-Stele errichtet. Erstmals

zeigt sie das neue UNESCO-Logo. Auf

der integrierten Informationstafel

wird über die Entstehung des ortstypischen

Gesteins berichtet. Es ist Diabas.

Vor 385 Mio. Jahren entstand der durch

untermeerischen Vulkanismus. Nicht unerwähnt

bleibt zudem die große Bedeutung

des Abbaus und der Verhüttung des Roteisensteins.

Die Roteisensteinvorkommen

im Kastentaler Revier verhalfen Wieda einst

zu wirtschaftlicher Blüte. Im 19. Jh. verfügte

der langgestreckte Ort über gleich drei

Bahnhöfe. Die Schmalspurbahn verband

Walkenried mit Braunlage; ein Anschlussgleis

führte über Sorge nach Tanne. Diabas

fand u. a. als Schotter im Gleisbett der meterspurigen

Bahn Verwendung.

Den Wunsch nach einer Geopark-Stele für

Wieda sprach Henning Illers vom örtlichen

Harzklub-Zweigverein aus. „Wir freuen uns

immer über entsprechende Anregungen“,

betonte Dr. Klaus George für den Regionalverband

Harz, der Träger des UNESCO-Geoparks

im Harz ist. Tatkräftige Unterstützung

aus dem Ortsrat Wieda lieferte Klaus-Erwin

Gröger. Er beschaffte das Gestein (Diabas)

Klaus-Erwin Gröger, Henning Illers, Dr. Klaus George und Ulrich Bornkessel (v. I) an der

neuen Geopark-Stele in Wieda (Foto: Czymoch/RVH)

für die Gabione und organisierte dessen

Transport. Auch Ulrich Bornkessel vom

Wiedaer Glas- und Hüttenmuseum im alten

Rathaus freut sich über die neue Attraktion

nebenan. Das Hüttenmuseum ist als Geopunkt

9 im Gebiet um die Landmarke 16

des Geoparks in dessen System von Landmarken

und Geopunkten eingebunden. Mit

der neuen Stele gibt es nun einen weiteren

Anlaufpunkt für Geopark-Interessierte in

Wieda. „Wir wollen ein ganzes Ensemble

mit Bänken und dergleichen drum herum

erschaffen, das zum Verweilen einlädt.“,

verrät Klaus-Erwin Gröger. Eine erste neue

Bank vom Harzklub Zweigverein Wieda lädt

müde Wanderer schon jetzt ein, sich direkt

zur Stele zu setzen. Die Realisierung des

Projektes wurde durch die Geoparkförderung

des Landes Niedersachsen ermöglicht.

Esther Czymoch

11 | 2021

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Zukünftige Absolventen erhalten Grundlage für vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen

Neue Auszubildende starteten

bei den Harzer Schmalspurbahnen

Das neue Ausbildungsjahr startete

bereits am 2. August bei der Harzer

Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Dazu

begrüßten Christian Klamt als Kaufmännischer

Leiter und Norman Just

als Technischer Leiter fünf junge Menschen

zum Start in das Berufsleben.

Sie werden in den nächsten Jahren im

Unternehmen zum Industriemechaniker

und zum Kaufmann für Verkehrsservice

ausgebildet.

Die Ausbildung bei den Harzer Schmalspurbahnen

bietet eine einzigartige Verbindung

aus historischer und moderner

Technik. Seitdem Ausbildungsbeginn 1997

haben bei der HSB mittlerweile 75 junge

Menschen ihre Lehre erfolgreich absolviert.

Ihnen allen konnte die HSB jeweils einen

festen Arbeitsplatz anbieten. Viele der ehemaligen

Auszubildenden sind größtenteils

im erlernten Beruf im Unternehmen tätig

oder haben sich beruflich intern wie extern

weiterqualifiziert.

Zum neuen Ausbildungsjahr sind nun fünf

neue Auszubildende hinzugekommen: Lucas

Mandrella, Leon Pascal Knobus, Owen

Evans, Jordan Melzer und Rudi Jens Biermann.

Dreizehn weitere Lehrlinge befinden

sich derzeit noch in ihrer laufenden

Ausbildung bei der HSB.

Die diesjährigen Berufsanfänger kommen

aus Wernigerode, Quedlinburg, Lieferde

(Niedersachsen), Falkensee (Brandenburg)

und Großkrotzenburg (Hessen). Vier von

ihnen werden den Beruf des Industriemechanikers

erlernen. Ein junger Mann

wird zum Kaufmann für Verkehrsservice

ausgebildet. Dieser vergleichsweise neue

Ausbildungszweig verbindet Elemente aus

den Bereichen Marketing, Vertrieb sowie

Eisenbahnbetrieb. Ziel ist es, die Auszubildenden

in den drei Bereichen flexibel

einsetzen zu können. Nach Abschluss der

Ausbildung haben die Absolventen damit

eine optimale Grundlage für vielfältige Einsatzmöglichkeiten

bei den Harzer Schmalspurbahnen.

Unmittelbar nach Ausbildungsbeginn starteten

die neuen Auszubildenden auch wieder

zur traditionellen Begrüßungstour. Gemeinsam

mit Personalleiterin Anne Walther

sowie den jeweiligen Ausbildern erhielten

die Azubis bei einer ganztägigen Rundtour

über das 140,4 Kilometer Streckennetz der

HSB einen umfassenden und interessanten

Überblick über ihren Ausbildungsbetrieb.

Auch im nächsten Jahr wird die HSB wieder

Ausbildungsplätze für verschiedene

Berufsgruppen anbieten. Bewerbungsunterlagen

für einen Ausbildungsbeginn im

Jahre 2022 können bei Interesse bereits

jetzt eingereicht werden.

Informationen zu allen weiteren Jobangeboten

beim kommunalen Bahnunternehmen

sind im Internet unter www.hsb-wr.

de erhältlich.

Die neuen Auszubildenden starteten bei den Harzer Schmalspurbahnen (v.l.n.r.): Anne Berghof (Personalleiterin), Christian Klamt (Kaufmännischer

Leiter), Jordan Melzer, Norman Just (Technischer Leiter), Lucas Mendrella, Norman Wolf (Ausbilder), Leon Pascal Knobus,

Christoph Küster-Runge (stellvertretender Abteilungsleiter Fahrzeugtechnik), Owen Evans, Karina Kapahnke (stellvertretende Betriebsratsvorsitzende),

Mario Schmidt (Ausbilder) sowie Rudi Jens Biermann (Foto: HSB)

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HARZER TOURISMUSVERBAND

Harzer Tourismustag am 14. Oktober 2021

Der Harz-Tourismus –

fit für die Zukunft?

Harzer Tourismusverband

Der jährliche Harzer Tourismustag

des Harzer Tourismusverbandes

(HTV) hat sich als Branchentreff der

Touristiker aus der gesamten Region

etabliert. Nachdem in den vergangenen

Monaten viele Veranstaltungen

den corona-bedingten Restriktionen

zum Opfer fallen mussten, konnte der

Tourismustag am 14. Oktober wieder

in Präsenz im Kurhaus St. Andreasberg

stattfinden. Traditionsgemäß ging der

jährlichen Jahreshauptversammlung

des HTV eine Fachtagung voraus, die

sich mit der Zukunft des Harz-Tourismus

beschäftigte.

Corona hat das Reiseverhalten der Deutschen

in den letzten beiden Jahren merklich

beeinflusst.

Die Nachfrage nach inländischen Reisezielen

stieg spürbar. Aber auch der Klimawandel,

dessen Folgen im Harz weithin sichtbar

sind, verändert das Denken der Menschen.

Welche aktuellen Trends werden sich manifestieren

und welche Auswirkungen

wird das auf den Tourismus und die damit

verbundene Angebotsstruktur im Harz haben?

Worauf muss heute der Fokus gelegt

werden, um morgen noch erfolgreich zu

sein? Mit diesen Fragen beschäftigten sich

die rund 100 Teilnehmer des diesjährigen

Tourismustages.

Anja Kirig, Zukunftsforscherin aus Frankfurt/Main,

zeigte auf, was die am Tourismus

beteiligten Unternehmen in Zukunft

erwartet. Dabei wurde deutlich, dass es

notwendig ist, auf einige Trends und Entwicklungen

unabhängig von Corona zu

reagieren, Anpassungen in der Produktund

Angebotsgestaltung vorzunehmen und

sich mit den ändernden Bedürfnissen der

Gäste aktiv auseinander zu setzen. Auch

wenn die Pandemie einigen Entwicklungen

zu neuer Dynamik verholfen hat, sind die

richtungsweisenden Trends nicht ganz neu.

Die Individualisierung, die Suche nach Ruhe,

Natur und nach kurzen Fluchten aus dem

Alltag werden weiter hoch im Kurs stehen.

Auch das Anliegen, sich in der Freizeit seiner

Gesundheit und dem eigenen Wohlbefinden

verstärkt zu widmen, ist seit längerem

präsent. In allen Bereichen bietet der Harz

ausreichend Potenziale. Aber auch drohende

Konfliktsituationen bedürfen der Berücksichtigung.

Diese können bspw. durch

die intensivere, individualisierte Nutzung

des Naturraumes oder durch ein temporär

überdimensioniertes Besucheraufkommen

an touristischen Hotspots hervorgerufen

werden.

Ein eher neuer Trend hingegen ist die stärkere

Verschmelzung des Arbeitslebens mit

der Freizeitwelt. Urlaubsreisen und Kurztrips

werden – gerade im Familienverband

– immer mehr auch mit einem Teil der Arbeit

verknüpft, dessen Erledigung Homeoffice

sei Dank immer weniger an den eigentlichen

Arbeitsort gebunden ist.

Für diese Kombination aus Freizeit und Arbeit

gilt es Angebotsstrukturen zu schaffen,

die vom uneingeschränkten W-Lan-Zugang

in der Unterkunft bis hin zur Bereitstellung

von temporär nutzbaren Arbeitsplätzen

oder der Schaffung von Coworking Spaces

im Umfeld reichen. Dabei ist schnelles

Handeln gefragt, um die damit verbundenen

Chancen für den Harz erfolgreich

und nachhaltig zu ergreifen. Und auch

die Nachhaltigkeit im eigentlichen Sinne,

im Dreiklang der sozialen, ökonomischen

und ökologischen Dimensionen wird im

Tourismus zunehmend eine Rolle spielen.

Hier hat sich der HTV strategisch bereits

auf den Weg gemacht und in den letzten

Monaten intensiv an der Erstellung eines

Nachhaltigkeitskonzeptes für den Harz-

Tourismus gearbeitet.

Die Tourismusbranche im Harz steht also

auch weiterhin vor großen Aufgaben und

neuen Herausforderungen, die es gemeinsam

erfolgreich zu bewältigen gilt. Es bleibt

spannend.

Dennoch – so auch das Resümee des Tourismustages

– ist der Harz-Tourismus aktuell

gut aufgestellt und blickt mit Zuversicht in

die Zukunft.

Harzer Tourismustag 2021

11 | 2021 13


HARZ AKTUELL

Kontrolle der Orientierungstafeln

Praktikantin auf historischem Boden

vorgestellt

Die Commerzbank unterstützt seit

30 Jahren bundesweit Projekte für

Naturschutz und Gesellschaft an 27

Standorten. Die Filiale Quedlinburg

und Halberstadt beteiligt sich seit 13

Jahren an diesem Sponsoring. Wert

wird dabei auf den Umweltschutz

gelegt. Als Partner wurde dabei der

Geopark Harz, Braunschweiger Land

und Ostfalen mit Sitz in Quedlinburg

ausgewählt. Primäre Aufgabe der Unterstützung

ist die Finanzierung von

Praktikantenplätzen. Dabei werden

die Kosten für die Unterkunft und täglichen

Bedarf übernommen. So auch

jetzt für die Hallenser Geografiestudentin

Lisa Wudy bei ihrem dreimonatigen

Praktikum.

Um diese der Öffentlichkeit vorzustellen,

wurde ein besonderer Ort ausgewählt. Dies

war der in der Nähe von der Ortschaft Eggeröder

Brunnen gelegene Schlosskopf.

Hier soll sich wahrscheinlich die kaiserliche

Jagdpfalz Bodfeld befunden haben. Doch

keiner weiß dies genau, ob hier die von den

deutschen Kaisern und Königen des Mittelalters

viel besuchte Jagdpfalz existiert hat.

Für viele ist es aber der historische Ort, wo

der Kaiser Heinrich III. am 5. Oktober 1056

verstarb. Für die Commerzbank und für den

Geopark war es ein geeigneter Platz, um

die Praktikantin Lisa Wudy zu begrüßen

und vorzustellen.

Der Commerzbank Filialdirektor Torsten

Liebau überreichte ihr einen mit praktischen

Dingen gut gefüllten Rucksack. Ein

dicker Pullover für die jetzt beginnende

kältere Zeit, eine große Brotdose für die

Pausenbrote, ein für viele Geräte passendes

Ladegerät und weiteres werden Lisa

Wudy gute Dienste leisten.

„Stellen Sie doch mal ihre Tätigkeit im Geopark

vor“, ermunterte der Quedlinburger

Geschäftsführer des Geoparkes, Klaus

George, die Praktikantin. „Meine Aufgabe

ist die Kontrolle der vom Geopark aufgestellten

500 Orientierungstafeln und diese

in das elektronische Erfassungssystem

einzupflegen“, berichtete sie. Dabei muss

sie viel unterwegs sein, denn die Schilder

befinden sich in dem Naturpark Harz, der

sich über mehrere Bundesländer erstreckt.

Meistens befinden sich die Tafeln in einem

guten Zustand, etliche tragen Spuren des

Vandalismus und bei einigen nagt der Zahn

der Zeit an den hölzernen Grundgerüsten.

Auch am Schlosskopf befand sich eine

Orientierungstafel mit textlichen Hinweisen

auf die Historie dieses Fleckchen Erde.

Doch diese zeigte auch Spuren sinnloser

Zerstörung. Auf dieser einst 1996 anlässlich

des in Wernigerode stattgefunden Deutschen

Wandertages aufgestellten Tafel war

ein Erläuterungstext von dem Historiker

Heinz A. Behrend sowie einige grafische

Orientierungszeichnungen zur Jagdpfalz

aufgedruckt. „Diese Tafel

war ein Bestandteil auf

dem Weg Deutscher Kaiser

und Könige der durch

den Harz führt“, erzählte

der Elbingeröder Harzklubler

Dittmar Marquort.

Auf Hinweise durch den

Blankenburger Bürgermeister

Heiko Breithaupt

wurde unlängst diese Tafel

durch den Geopartk

erneuert. Der ursprüngliche

Text wurde in Abänderung

wieder verwendet.

Lisa Wudy hatte die

alte Tafel mitgebracht, so

dass man die Unterschiede

erkennen konnte. Am

Gerüst der Tafel ist ein

Stempelkasten für die Wandernadel für

Burgen und Schlösser des Landkreises Harz

angebracht. „Für diese Stempel-Variante

haben wir auch ein Stempelheft erstellt.

Dieses wird gern von den Stempelfreunden

genommen“, berichtete Geschäftsführer

der Harzer Wandernadel Klaus Dumeier.

Nach der Praktikantenbegrüßung wurde

von allen die mit Kalksteinbrocken dargestellten

Umrisse der angeblichen Kaiserpfalz

besichtigt.

Text und Foto Günther Breutel

Einen Rucksack voller praktischer Dinge übergibt Torsten Liebau

an Lisa Wudy.

Mit Steinen sind die Umrisse der Jagdpfalz markiert, Lisa Wudy, Torsten Liebau, Karola

Rößler, Klaus Dumeier, Dittmar Marquordt, Klaus Peter Hecht, Klaus George und Gerd

Borchert ließen ihre Gedanken in die Mittelalterzeit abschweifen.

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11 | 2021


NATIONALPARK HARZ

Harzer Luchse

Verkehrsunfälle eine der häufigsten

Todesursachen

Die Harzer Luchspopulation hat sich

in den vergangenen 20 Jahren sehr

positiv entwickelt. Das Vorkommen

beschränkt sich nicht mehr nur auf

das namengebende Mittelgebirge.

Einige wenige Weibchen haben sich

außerhalb des Harzes im Hils, Solling,

Hainberg und Westerhöfer Wald

etabliert und bringen dort Jungtiere

zur Welt.

Grünbrücke bei Göttingen

Die weitere Ausbreitung der Luchse verläuft

jedoch nur langsam. Insbesondere

die weiblichen Luchse schrecken oft davor

zurück, den schützenden Mittelgebirgswald

zu verlassen und wagen keine Wanderungen

über weite offene Agrarflächen,

um in das nächste größere Waldgebiet zu

gelangen.

Dabei sind weite Wanderungen von Luchsen

unbedingt nötig, um einen genetischen

Austausch zwischen den Luchsvorkommen

in Deutschland und Mitteleuropa zu

erreichen. Einige der hier allesamt sehr

kleinen Populationen leiden bereits unter

Inzuchterscheinungen. Die Harzpopulation

verfügt derzeit noch über eine vergleichsweise

große genetische Variabilität.

Naturgemäß nimmt diese aber mit jeder

Luchsgeneration nach und nach ab. Wir

werden uns in den kommenden Jahren

also zunehmend mit der Frage beschäftigen

müssen, wie wir Luchspopulationen

miteinander vernetzen und insbesondere

die Ausbreitung der weiblichen Tiere fördern

können.

Ein weiterer Grund für die mäßige Ausbreitungsgeschwindigkeit

von Luchsvorkommen

dürfte der Straßenverkehr sein.

36 % aller in Niedersachsen und Sachsen-

Anhalt tot aufgefundenen Luchse wurden

überfahren.

Grünbrücken und andere

Querungshilfen

Untersuchungen mit sendermarkierten

Luchsen zeigen außerdem, dass viele

Tiere bei ihren Wanderungen vor dem

Überqueren von

Schnellstraßen

zurückschrecken

und vorher abdrehen.

Doch auch die

etwas mutigeren

Tiere brauchen mitunter

sehr lange, bis

sie eine Möglichkeit

gefunden haben,

solche Straßen zu

überwinden. Gelegentlich

nutzen

sie dafür Gewässerdurchlässe

oder

Wirtschaftswegunterführungen.

Gezielt errichtete Querungshilfen

wie zum Beispiel Grünbrücken

können helfen, Unfallschwerpunkte zu entschärfen.

Der Luchs und andere größere

Wildtiere treffen meist dort auf die Straße,

wo diese den Wald oder andere dauerhafte

Vegetation schneidet. Befindet sich dort

eine Grünbrücke oder eine geeignete Unterführung,

gelangen die Tiere meist auch

gefahrlos über die Straße. Uns liegen inzwischen

etliche Fotos vor, die belegen, dass

Luchse Grünbrücken nutzen und wir sind

froh, dass im Zuge von Straßenneu- und

-ausbauten im Umfeld des Harzes zumindest

einige dieser Bauwerke entstanden

sind oder noch entstehen werden.

Foto: Ralf Steinberg

Manchmal entstehen durch eigentlich gut

gemeinte Baumaßnahmen jedoch auch

regelrechte Todesfallen. Jüngst mussten

wir einen toten Luchs einsammeln, der an

einer Stelle überfahren wurde, wo ein Wildzaun

an einer Bundesstraße im Landkreis

Göttingen von einem Radweg unterbrochen

wurde. Es ist recht wahrscheinlich,

dass der junge Luchs durch diese Lücke

auf die Straße gelangte, die er aufgrund

des ansonsten stabilen Zaunes aber nicht

mehr so einfach verlassen konnte.

Solche Gefahrzonen sollten durch kluge

Planungen bei zukünftigen Bauprojekten

vermieden werden. Wann immer Wildunfallschwerpunkte

an bestehenden Straßen

entdeckt werden, sollte durch geeignete

bauliche Veränderungen Abhilfe geschaffen

werden.

Ole Anders

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HARZ AKTUELL

Dr. Wolf-Eberhard Barth

(Foto: H. Steinbrich)

Die Wiedereinbürgerung von Luchsen –

eine Erfolgsgeschichte des Nationalparks und der

Harzer Bevölkerung seit der Expo 2000

Das Harzer Luchsprojekt verdient es,

als Beispiel der Wiedereinbürgerung

eines Beutegreifers erläutert zu werden,

zumal es anfangs unüberwindbar

scheinende Widerstände gegen den

„gefährlichen Nahrungskonkurrenten“

gab, was typisch für Menschen ist!

Deshalb wurde ich gebeten, nach 20

Jahren zu berichten, wie es dennoch

gelingen konnte, da wir damals für

eine Dokumentation wegen der Expo

2000 keine Zeit hatten! Dazu gehört

gedanklich die weltweit verbindliche

Biodiversitätskonvention von Rio 1992,

das Thema der EXPO 2000 „Mensch-

Natur-Technik“ in Hannover sowie die

Feststellung, dass die vor 200 Jahren

„endlich geschaffte“ Ausrottung der

Luchse im Harz über Generationen bei

Jägern, Förstern und der Bevölkerung

als „Heldentat“ galt!

Das Image von Luchsen - wie auch von

Wölfen und Bären - um 1700 im Harz.

Jäger, Förster und die Bevölkerung sahen

damals alle Beutegreifer als Nahrungskonkurrenten,

die zu bekämpfen sind! Da

sich der Luchs an körperlich viel schwerere

Beutetiere - z.B. 2 Jahre altes Rotwild

- herantraut, war er besonders verhasst!

Ihn zu bekämpfen, war gesellschaftlich

eine hoch angesehene Herausforderung.

Wie für Wölfe, wurden auch für getötete

Luchse Prämien gezahlt. Im 18. Jh. wurde

der Luchs in weiten Teilen Deutschlands

ausgerottet: 1710 im Pfälzer Wald, 1730 in

der Lausitz, 1745 im Sauerland und 1775 im

Fichtelgebirge. Nur im Harz und Thüringer

Wald gab es noch Luchse. Im Februar 1818

wurde bei Lautenthal - Nähe Sternplatz -

eine elftägige Luchs-Jagd mit 100 Treibern

und 80 Jägern erfolglos abgehalten. Bald

danach traf man sich dort erneut, weil man

im Schnee Luchsspuren entdeckt hatte.

Bei dieser Treibjagd erlegte der reitende

Förster Spellerberg am 17. März 1818 den

letzten Harzer Luchs. 75 Jahre später wurde

dort der Luchsstein aufgestellt, der an diese

„Großtat“ erinnert.

Die ökologische Funktion von Beutegreifern

- z.B. Luchsen - in Natur-Wäldern Obwohl

Alexander v. Humboldt schon vor 200

Jahren festgestellt hat, dass in der Natur

alles zusammenhängt - als Ahmaz-Regel

(alles hängt mit allem zusammen) bekannt

- missachten wir dieses Naturgesetz bis heute,

indem wir die Natur nach Schädlingen

und Nützlingen einteilen und behandeln.

Leider haben Politiker - die eigentlich für

die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen

verantwortlich sind - die Bedeutung natürlicher

(!) Ökosysteme für uns ebenso wenig

verstanden wie die Tatsache, dass Biodiversität

und standortgemäße Artenvielfalt

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11 | 2021


HARZ AKTUELL

Nationalparke – Das Naturerbe bewahren! Denkmal auf Torfhaus (Foto: Dr. Barth)

ein Kontroll- und Überlebensprinzip der

Natur ist! Die Corona-Pandemie ist dafür

ein fataler Bioindikator, weil dies auch für

Mikroorganismen - Bakterien und Viren -

in unserem „Körper-Ökosystem“ gilt! So

ist es wichtiger denn je, die evolutionäre

„Sprache“ der Natur und ihre „ökologischen

Gesetze“ für das Gemeinwohl umzusetzen!

Dies betrifft z.B. große Beutegreifer

als Spitzen von Nahrungsnetzen, die wir

in naturangepasster (!) Zahl dulden sollten,

wo wir naturnahe Ökosysteme (z.B. Nationalparke)

anstreben! Das Wechselspiel

von Pflanzen als „Produzenten“, Tieren als

„Konsumenten“ sowie Räubern und Mikroorganismen

- wie Bakterien und Viren - folgt

sog. „Lotka-Volterraschen Gesetzen“, in

denen Räuber und Krankheiten erregende

Mikroorganismen quantitativ und qualitativ

unterschiedlich wirken: Räuber nutzen

nur etwa 10 % der Beutetiere und wirken

qualitativ, weil sie disponierte - kranke,

schwache, degenerierte oder unaufmerksame

- Beutetiere leichter erbeuten. Dabei

wird nur etwa jeder 10. Versuch erfolgreich,

wodurch die BeutetierFitness getestet wird

und der 10.Versuch qualitativ-selektive

Bedeutung hat. Das sieht man an Enten

auf Stadtgewässern: Wo sie zahlreich sind,

treten häufig Mutanten mit weißen Flecken

auf, wenige Kilometer außerhalb aber überhaupt

nicht, weil sie dort von Greifvögeln

erbeutet werden. Räuber halten also Beutetiere

wild, fit und z.B. naturfarben! So

wirken sie qualitativ im Unterschied zu

Jägern, die Fitness nicht testen können!

Krankheiten erzeugende Mikroorganismen

dagegen wirken „quantitativ“ mit hohen

Sterberaten, weil sie sich alle 20-Minuten

exponentiell mit hohen Mutationsraten vermehren!

Wir Menschen beschleunigen das

als „Bakterien- oder Viren-Transporter“. Die

evolutionäre Abwehr hält die Natur durch

Artenvielfalt und Biodiversität vor! In und

auf uns leben z.B. 10x so viele überwiegend

„gute Bakterien“ wie wir Körper-Zellen haben,

denen wir aber de facto oft mit Giften

oder Antibiotika schaden!

Ökologische Kenntnisse beflügelten

schon vor 50 Jahren „Luchs-Wünsche“.

Der Wildbiologe Prof. Antal Festetics - ab

1973 Institutsleiter an der Uni Göttingen -

und Dr. Stahl am gleichen Institut waren die

ersten, die im Harz Luchse ansiedeln wollten,

aber schnell an Widerständen scheiterten.

1998 wurde politisch „schwereres

Geschütz“ durch Monika Griefahn - einst

Greenpeace-Aktivistin und 1990-1998 Umweltministerin

unter MP Schröder - aufgefahren:

Sie wollte im Harz schnellstmöglich

wieder Luchse ansiedeln. Dafür fand 1998

im Goslarer „Kaiserworth“ ein Symposium

statt, das mit einer eintägigen Anhörung

von Fachleuten der Ökologie, Wildbiologie

und Tierschutz aus ganz Deutschland,

Vertretern verschiedener Ministerien und

Verbänden, der Regional-Verwaltungen

und des Tourismusgewerbes begann und

mit einer TagesExkursion durch den Harz

abschloss. Als Gründungsleiter des Nationalparks

Harz in Niedersachsen hatte ich

die Tagung zu moderieren. Frau Griefahn

nahm nur anfangs teil und ließ sich die

Ergebnisse von ihren Mitarbeitern berichten,

was wohl gereicht hat, die „geballte

Ladung“ der Bedenken zu erkennen. In

der Moderation hatte ich es mit z.T. harten

Widerständen, Vorurteilen und Emotionen

zu tun, die ich zwar hinterfragen,

aber nur teilweise kommentieren wollte.

Ich erinnere mich besonders an ablehnende

Statements fast aller Regionalvertreter,

des BUND (der anderes für wichtiger hielt),

der Jägerschaften von Nds. und S-A., des

Tierschutzes und der Landesforstverwaltung

im Landwirtschaftsministerium sowie

des Nationalparks Hochharz! Schwerwiegend

war auch die energische Kritik der

Wildbiologen aus München und Freiburg,

die - aus meiner Sicht - Luchse wohl nur

selbst im „viel geeigneteren süddeutschen

Raum“ ansiedeln wollten! Für diese Kollegen

kamen nur Wildfänge infrage, weil

nur diese im Beuteschlagen erfahren sind

und nicht verhungern würden. Dazu gab

es allerdings ein „Totschlagargument“: „Es

ist unverantwortlich, aus Resten nordeuropäischer

Luchspopulationen Wildfänge

in der erforderlichen Zahl zu entnehmen,

weil die genetische Vielfalt der Wildfänge

ebenso zu gewährleisten ist, wie deren

Alter und Gesundheit!“ Positiv zur Luchs-

Wiedereinbürgerung im Harz hatten sich

nach meiner Erinnerung nur der NABU

Niedersachsen, die Städte St. Andreasberg

und Bad Harzburg sowie der Veterinär Dr.

Michael Böer - ab 2012 Zoodirektor in Osnabrück

- geäußert, der ein von ihm betreutes

Ansiedlungsprojekt mit Gehegeluchsen im

Kampinoski-Nationalpark - nordwestlich

von Warschau - vortrug und sofort von den

süddeutschen Wissenschaftlern angegriffen

wurde, sodass ich Wogen zu glätten

hatte, aber das Projekt als diskussionswürdig

einstufen konnte. Ein Résumé wurde

nicht gezogen, aber klar schien, dass eine

Luchs-Wiedereinbürgerung im Harz „politisch

nicht umsetzbar“ ist. Wir hörten nichts

mehr aus Hannover und Monika Griefahn ist

dann nach Berlin übergewechselt.

Fortsetzung in Heft 12_2021

Attila (Foto: H.Steinbrich)

11 | 2021 17


HARZ AKTUELL

Brocken 2021

Zum Tag der Deutschen Einheit

Jedes Jahr am 3. Oktober freue ich

mich, dass wir Harzer uns von Ost

und West am Brocken treffen und hier

den Tag der Deutschen Einheit feiern

können.

Woran gewöhnt man sich schnell?? Beispielsweise

an Gesundheit und Freiheit.

Der gesunde Mensch hat vielerlei Wünsche

– der Kranke nur einen.

Ähnlich geht es mit der Freiheit: in Freiheit

steht einem die Welt offen und man kann

ein selbstbestimmtes Leben führen. Viele

Wünsche sind damit verbunden. Und wer

Freiheit entbehren muss, hat zunächst nur

einen Wunsch!

Im Jahre 1989 hatten die Menschen in der

damaligen DDR eine für mich nicht vorstellbare

Stärke entwickelt, um in Freiheit zu

leben. Dieser Wille und diese Kraft haben

in kürzester Zeit zur Einheit unserer Heimat

geführt.

Bei aller verständlichen Kritik: ich freue

mich auch heute noch daran, was Alles

in kürzester Zeit erreicht werden konnte.

Daneben verblasst in meinen Augen

deutlich das, was nicht erreicht werden

konnte oder fehl gelaufen ist. Nur Utopisten

hätten erwarten können, dass beim

Zusammenschluss zweier gegensätzlicher

Gesellschaftssysteme keine Fehler gemacht

werden.

Ich wünsche mir mitunter die gemeinsamen,

positiven Gefühle und die Freude

zurück, die 1990 harzweit zu spüren war.

Mit positivem Denken und großem Elan

trat nur 8 Monate nach dem Mauerfall die

Währungs- und Sozialunion in Kraft, im

Ostharz entstanden sofort viele Harzklub

Zweigvereine neu.

Ich hatte das Glück, in Freiheit geboren

zu werden und zu leben. Jede Generation

vor mir musste min. einen Krieg erleiden,

ich durfte die Wiedervereinigung erleben

– welch Geschenk, ich bin sehr dankbar!

Und ich freue mich darüber, dass wir im

Harzklub in unserer Heimat diese Freiheit,

die Gemeinsamkeiten und das positive

Miteinander fortsetzen und pflegen. Die

Pandemie der letzten 18 Monate hat gezeigt,

wie wichtig und richtig unser aller

Engagement war und ist. Schon lange vor

der Pandemie hatten wir begonnen, das

Wegenetz zu überarbeiten und zu digitalisieren.

So viele Menschen wie selten zuvor

haben den Weg in den Harz gefunden und

auf unseren Wanderwegen Erholung gefunden.

Wir engagieren uns aktuell für den

Wiederauffbau der geschädigten Wälder im

Harz und setzen uns nachdrücklich für den

Erhalt unserer Heimat und ihr Kulturgut ein.

Nach einer Genesung weiß man Gesundheit

erst richtig wert zu schätzen. Nach der Pandemie,

die hoffentlich in Kürze zu Ende sein

wird, werden wir sicherlich auch unsere

Freiheit ebenso wieder bewusst wahrnehmen

und uns an ihr erfreuen.

In diesem Sinne freue ich mich, dass Sie

heute mit uns den Tag der Deutschen Einheit

an herausragender Stelle begehen. Die

Kraft und der Mut der handelnden Personen

vor gut 30 Jahren hat uns die Chance gegeben,

unsere gesamte, wunderbare Harzer

Heimat zu entwickeln, ihr zu helfen und

sie zu bewahren.

Lassen Sie uns diese Chance im Interesse

unserer Kinder, Enkel und Nachkommen

nutzen!

Glück Auf und Berg Heil! Karsten Peiffer

Ein engagiertes Mitglied und verdienstvoller Vorsitzender vom

Harzklub-Zweigverein Herzberg am Harz e.V.

NACHRUF

Friedrich Meier

Am 16. August verstarb Friedrich Meier, der

vielen Herzbergerinnen und Herzbergern

wohlbekannt war, im Alter von 86 Jahren.

Der Herzberger Harzklub-Zweigverein

trauert um seinen Ehrenvorsitzenden und

langjährigen 1. Vorsitzenden.

Der gebürtige Fuldaer hat als Lehrer am

Tilman-Riemenschneider-Gymnasium in

Osterode unterrichtet und Herzberg als

seine Heimat gewählt.

Der Verstorbene trat am 1. Januar 1986

dem Verein bei und übernahm 1988 das

Amt als Naturschutzwart.

Von 1990 bis 2014 bekleidete er mit großem

Erfolg und viel Einfühlungsvermögen das

Amt als Vorsitzender.

Auf Grund seiner sehr guten Kenntnisse

in Biologie und Geologie werden die von

Friedrich Meier durchgeführten Wanderungen,

Wanderwochen und die jährlichen

Tagesfahrten den Teilnehmern noch lange

in Erinnerung bleiben. Auch die von ihm

maßgeblich gestalteten und geleiteten

Sing- und Klönabende waren immer ein

schönes Erlebnis.

Im Jahr 2011 organisierte er maßgeblich

das 125-jährige Vereinsjubiläum mit der

Ausgabe einer Festschrift.

Der Harzklub-Zweigverein wird Friedrich

Meier in ehrender und guter Erinnerung

behalten.

Dem stillen Gedenken schließt sich der

Hauptvorstand des Harzklub e.V. an

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11 | 2021


HARZ AKTUELL

Wandergruppe Königslutter

31 Jahre Deutsche Einheit

auf dem Brocken

Noch herrscht völlige Ruhe am Bahnhof Brocken (Foto: Nadine Hauschild)

Bereits zur Tradition geworden ist es am

Tag der deutschen Einheit auf den Brocken

zu wandern. Am Parkplatz Oderbrück begann

die Wanderung, zunächst noch sehr

Trauriger Anblick zum Waldsterben

(Foto :Nadine Hauschild)

milde Temperaturen, die Wettervorsage

kündigte Orkanböen für den Brocken an,

daher waren auch nur wenig Wanderer

unterwegs. Am Dreieckigen Pfahl gab es

etwas Neues zu bestaunen, ein Grenzpfahl

wurde neu gesetzt als Mahnung und Erinnerung.

Am Wanderweg entlang der Bahnstrecke

erfüllt große Trauer beim Blick Richtung

Wurmberg und Torfhaus, nur geschädigte

Tannen. Die Feierstunde, sie war übrigens

gut besucht, wurde wegen Sturm in den

Goethesaal verlegt. Die Festansprache hielt

der Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode,

Peter Gaffert. Seine Ausführungen

machten deutlich, was in der Vergangenheit

Tolles geschafft werden konnte, aber

auch einige Rückschläge enthielten seinen

Beitrag. Umrahmt wurde die Feierstunde

vom Harzklub – Zweigverein Rhumspringe

sowie der Jodelmeisterin Marina Hein.

Beim Abstieg musste ich dann doch auf

den Gang zum Brockenstein verzichten, zu

stürmisch war es inzwischen geworden. Die

Brockenkuppe hatte sich trotzdem inzwischen

zunehmend gefüllt, immer wieder

war die Fröhlichkeit der Einheit zu spüren

und die Freundlichkeit der Wanderer unter

einander. Störend empfand man doch die

zahlreichen Fahrradfahrer, teilweise mit

überhöhtem Tempo, zwischen den Massen

der Wanderer auf Brockenstraße und

Goetheweg.

Dem Harzklub muss man immer wieder

Dank aussprechen, dass sie sich stets immer

bestens bemühen die geschichtliche

Tradition Tag der Deutschen Einheit zu

pflegen. Dieter Hauschild

Der neu gesetzte Grenzpfosten am Dreieckigen

Pfahl (Foto: Dieter Hauschild)

11 | 2021 19


HARZKLUB

Der Harzklub wandert wieder, wandern Sie mit!

Geführte Wanderungen

im November und Dezember 2021

Bitte beachten Sie:

Die angebotenen Wanderungen finden

unter Vorbehalt statt, da sich die Regelungen

zur Corona-Pandemie jederzeit

ändern können. Anmeldung zu den

Wanderungen erforderlich !!

Sonntag, 14.11.2021

„Am Volkstrauertag zum Soldatengrab“

(Zweigverein Bad Lauterberg)

Wanderung von Bad Lauterberg zum

Soldatengrab, ca. 9 km.

Treffpunkt: 13.30 Uhr, Bad Lauterberg,

Haus des Gastes

Anmeldung und Führung:

Wilhelm Diekmann, 05524-852337

Freitag, 03.12.2021

32. Tag der Brockenmaueröffnung

Zweigverein Hannover:

Wanderung von Torfhaus zum Brocken

und zurück, ca. 16 km.

Treffpunkt: 09.00 Uhr, Torfhaus,

Wanderheim Goetheweg 5

Anmeldung und Führung:

Peer Wohlgemuth, mobil 0173-6003631,

wanderwart@harzklub-hannover.de

Zweigverein Wildemann:

Wanderung zum Brocken, ca. 16 km.

Treffpunkt: 07.45 Uhr, Wildemann,

Kiosk am Eck, Wanderung 08.30 Uhr ab

Torfhaus zum Brocken

Anmeldung und Führung:

Tel. 05323-6635, heeringr@yahoo.de

Martina Michel mobil 0160-6316318

Zweigverein Wernigerode:

Wanderung von Schierke zum Brocken,

ca. 13 km.

Treffpunkt: 09.00 Uhr Schierke,

letzter Parkplatz an der Brockenstraße

Anmeldung und Führung:

Heidi Cabak, 0163-5150935,

heidi.cabak@outlook.de

Donnerstag, 23.12.2021

„Fackelwanderung vor Weihnachten“

(Zweigverein Tanne)

Fackelwanderung durch die Umgebung

des Ortes zum Lagerfeuer auf dem

Festplatz, ca. 2 km.

Treffpunkt: 18.00 Uhr, Tanne,

Wandertreff Lindenwarte

Anmeldung und Führung:

Willi Salfeld, 0160-95472974

Donnerstag, 23.12.2021

„Weihnachtswanderung“

(Zweigverein Wildemann)

Wanderung zum Grumbacher Teich,

ca. 5 km.

Treffpunkt: 15.00 Uhr, Wildemann,

Glow Golf

Anmeldung und Führung:

05323-6635

Donnerstag, 30.12.2021

„Fackelwanderung zum Jahresende“

(Zweigverein Tanne)

Fackelwanderung durch die Umgebung

des Ortes zum Lagerfeuer auf dem

Festplatz, ca. 2 km.

Treffpunkt: 18.00 Uhr, Tanne,

Wandertreff Lindenwarte

Anmeldung und Führung:

Willi Salfeld, 0160-95472974

Foto: Pixabay

20

11 | 2021


HARZKLUB

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)

Achtsamkeitspfad und Ehrung Naturschutzpreis

Wer heute aktiv im Berufsleben steht,

dem ist der Begriff Work – Life – Balance

mit Sicherheit ein Begriff. Im immer

schneller werdenden Alltag sind

ruhige Tage eher selten geworden und

man hetzt gelegentlich von Termin zu

Termin. Umso wichtiger ist es Ruhepunkte

zu schaffen und aktiv dazu

beizutragen sein seelisches Gleichgewicht

bei all dem Stress beizubehalten.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

(SDW) hatte seit einiger Zeit mit dem Thema

Achtsamkeit aufgewartet und so das Interesse

an diesem Thema auch im Harzklub

geweckt. Aus Interesse wurde ein konkreter

Plan und so entstand direkt am idyllisch

gelegenen Wanderheim Wildemann ein

Achtsamkeitspfad. Der Achtsamkeitspfad

wurde am 24.08.2021 durch den Präsidenten

des Harzklub e.V. und Oberbürgermeister

der Stadt Goslar, Herrn Dr. Oliver Junk

sowie zahlreichen Ehrengästen darunter

unter anderem Maren Szymiczek von der

Landesgeschäftsstelle der SDW Niedersachsen,

Daniel Zimmermann vom Forstamt

Riefensbeek sowie die Bürgermeister

der Gemeinden Clausthal-Zellerfeld, Herr

Udo Künstel sowie Wildemann Herr Arno

Schmidt.

Was bietet der Achtsamkeitspfad?

Auf etwa 2 km wird die Möglichkeit geboten

den Wald zu erleben und den achtsamen

Zugang zum Wald zu finden. Man kann riechen,

sehen, hören und fühlen.

An jeder Station bietet eine Hinweistafel

mit QR -Code eine entsprechende Anleitung

und Informationen. Voraussetzung

um den QR – Code zu nutzen ist ein Mobilfunktelefon

sowie ein entsprechendes

Datenvolumen um die Daten abrufen zu

können. Aber natürlich geht es auch ohne,

schließlich ergibt sich alles was man tun

muss eigentlich aus den Begriffen selbst.

Einfach eine gelungene Aktion, die zu einem

Besuch einlädt.

Ebenso am 24.08.2021 konnten nochmals

alle Projekte des Naturschutz–Förderpreises

2021 geehrt werden. Dazu hatten

sich aus den Harzklub-Zweigvereinen aus

Friedrichsbrunn, Tanne, Bad Harzburg, Wildemann,

Wieda, Hahnenklee-Bockswiese

und Bad Suderode Teilnehmer auf den Weg

nach Wildemann gemacht. Durch Karsten

Pfeiffer; Stellvertretender Präsident, wurden

alle teilnehmenden Vereine in einer

kurzen Laudatio gewürdigt und kleine

Preise übergeben.

Im Einzelnen hatten sich folgende Vereine

mit einem Projekt um den Naturschutz –

Förderpreis 2021 beworben:

- Harzklub-Zweigverein Bad Suderode mit

dem Amphibienschutz, dem Bau und der

Reinigung von Nistkästen, Müllsammelaktionen

sowie dem Anlegen eines Biotops

in und um die Ortschaft Bad Suderode

- Harzklub-Zweigverein Friedrichsbrunn u.a.

mit einem umfangreichen Naturschutzprojekt

rund um das Biotop Taubentränke

in Friedrichsbrunn sowie der Aufforstung

von Borkenkäferflächen

- Harzklub-Zweigverein Tanne mit einer

Pflanzaktion mit Kindern im Kurpark

Tanne

- Harzklub-Zweigverein Bad Harzburg mit

dem Neuaufbau einer Naturschutzhütte

sowie dem gelebten Naturschutz mit Wildblumenwiesen,

Insektenhotel und dem

Bau von Vogelhäuschen und Nistkästen

- Harzklub-Zweigverein Wildemann mit der

erfolgreichen Gruppenarbeit mit der Kindergruppe

Wanja

- Harzklub-Zweigverein Wieda mit dem Wideraufbau

und der Weiterentwicklung des

Bienenpfades

- Harzklub-Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese

mit der Aufzucht eines Baumes

durch Kinder

Gruppenbild der Ausgezeichneten (Foto D. Rügner)

11 | 2021 21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 10_2021

Der Harz_10_21.indd 1 28.09.21 14:01

HARZKLUB


Beitrittserklärung

Zutreffendes bitte ankreuzen:

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des Harzklubs unterstützen und

erkläre hiermit meinen Beitritt als:

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind

Familie

Vorname/Name:

Geburtsdatum:

Straße:

PLZ /Ort:

E-Mail:

Beitritt zum Harzklub-Hauptverein/Zweigverein:

Der Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €

Ort, Datum

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:

Ort, Datum

Der Harz (-er Wald)

geht nicht ohne uns

Harzklub hilft!

Hier geht es zur großen Pflanzaktion:

https://harzklub.de/harzklub-hilft/

Aktiv für den Naturschutz

im Harz!

Unterschrift

Bei Minderjährigen, Unterschrift

eines Erziehungsberechtigten.

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«

(Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).

Unterschrift

Harzgeröder

Kugelspass

Seiten 10

Gewinnerbilder des

HarzNATUR 2021

Seite 15

Familienwanderung

in Friedrichsbrunn

Seiten 19

www.harzklub.de

Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

22 11 | 2021


Als Goethe, mit 28 Jahren,

innerlich unsicher und verliebt,

Abstand zum Weimarer

Hofleben suchte, bot sich

zum sich neigenden Jahr

1777 der Harz mit seiner

Mystik als Fluchtort geradezu

an. Allein bei widrigem

Wetter reisend, erhoffte er

sich von seinen Begegnungen

Klärung und Wegweisung

für sein weiteres Leben.

Diese ereignete sich auf

wundersame Weise beim gefährlichen

Aufstieg auf den

Brocken. Weitere Harzreisen

Der Meister persönlich wird vom Hotelbesitzer Achim Kapelle

gebeten, seine Geburtstagstorte anzuschneiden. Sie war köstlich!

sollten folgen, dann zu angenehmeren

Jahreszeiten.

Wir beleuchten sie für Literaturinteressierte

seit über 20

Jahren in einer kompakten

Form und möchten Sie einladen

zu einer ganz besonderen

Harzreise: folgen Sie

doch mal den Spuren von

Johann Wolfgang Goethe.

Steigen Sie, gleichsam ihm

folgend, in die Rübeländer

Tropfsteinhöhlen, in Bergwerke

wie am Büchenberg

bei Elbingerode oder den

Rammelsberg hinab. Erklimmen

Sie die Schurre, einen

Zick-Zack-Weg, der im Bodetal

bei Thale zur Roßtrappe

emporführt und nach 10

Jahren Sperrung nun endlich

wieder begangen werden

kann. Wandern Sie auf dem

Goetheweg über Torfhaus

Romantische Stimmung auf dem Brocken bei klirrender Kälte

Foto: Dorit Günther

Blick vom Bodetor in den ersten Teilbereich des grandiosen Bodetals. Die Sonne schafft es schon nicht mehr bis zur Bode.

auf einem neu hinzugekommenen

Stück von 8,7 km

nach Altenau. Dort übernachtete

Goethe vor seiner

dramatischen »Wallfahrt auf

den Brocken«, hatte also daselbst

sein Basislager für eine

seinerzeit hochriskante

Unternehmung. Und ob sie

die Wurmtrocknis mit einem

Schauder des Vergänglichen

heimsucht wie der Borkenkäfer

den Harzer Fichtenwald?

Wer weiß? Vergessen Sie

Schutzgebühr: 1

◗ 1. HARZREISE: 1777 – Winterbesteigung des Brockens

von Nordhausen über Ilfeld, Elbingerode, Wernigerode,

Goslar, Clausthal, Altenau, Brocken, St. Andreasberg,

Duderstadt nach Mühlhausen S. 2–5

◗ 2. HARZREISE: 1783 – mit geologischen Studien

von Langenstein über Blankenburg, Rübeland, Halberstadt,

Zellerfeld, Brocken, Schierke, Elend, St. Andreasberg nach

Göttingen S. 8

◗ 3. HARZREISE: 1784 – mit zeichnerischen Studien

von Lauterberg über Osterode, Clausthal-Zellerfeld,

Wildemann, Goslar, Brocken, Elbingerode, Thale,

Blankenburg nach Langenstein S. 9–10

◗ 4. HARZREISE: 1805 – »Wallfahrt nach dem Roßtrapp«

von Halberstadt über Thale, Bodetal, Gernrode, Ballenstedt

nach Aschersleben S. 14

über all den schönen und

schaurigen Harzerlebnissen

nicht, vielleicht auch mal in

den »Faust« oder die Reiseliteratur

zu schauen, die es

über die Harzreisen des Genies

gibt. Wenn wir Sie dazu

ein wenig anregen können

und Sie den Blick vom

Wischbrettel eine längere

Zeit abwenden, ja es vielleicht

mal ganz abschalten,

dann ist schon viel gewonnen.

Kaiser-Otto-Straße 28

D-06484 Quedlinburg

Tel.: +49(0)3946. 787-0

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und Senf online

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Harzreisen im Lichte

Goethes

Seit 1999 gibt es nun bereits den 23. Sonderdruck „Goethe im

Harz“ als Edition der Harzdruckerei Wernigerode aus der

„Historischen Reihe“. Das Blatt beschäftigt sich mit des Dichters

Harzreisen, seinen Intentionen, Gefühlen, Hoffnungen,

wissenschaftlichen Forschungen und seinem Faible für diese

einmalige Landschaft sowie die ihn umgebenden historischen

Persönlichkeiten.

Im Vordergrund steht dabei nicht so sehr der literarische

Ertrag, sondern eher die ursächlichen Antriebe für die verhältnismäßig

häufigen Visiten am und um den Blocksberg.

In der Jahresausgabe

2021/22 beschäftigen wir

uns u. a. mit der Wildnis

im Harz (heute Nationalpark),

wie wohl Goethe sie

auch mit der „Wurmtrocknis“

kennengelernt

hat. Die Verlängerung des

Goetheweges von Torfhaus

nach Altenau haben

wir begleitet und den

Anfängen des Harztourismus

nachgespürt. Außerdem

gibt es eine Wanderempfehlung

für das Steinbachtal

bei Thale. Goethe

als Grenzgänger zwischen

NAPOLAs des Harzes

verschiedenen Ländern

rund um den heutigen

Goethebahnhof bei seinem Aufstieg zum Brocken widmet sich

ein weiterer Beitrag. Wie reiste man im 18. Jahrhundert ohne

Eisenbahn, Autos und Handys? Wir erklären es Ihnen. Nicht

zuletzt bleibt der Brocken selbst ein zu jeder Jahreszeit sehr

empfehlenswertes Ziel und damit natürlich auch Thema in der

aktuellen Jahresausgabe. „Man muß oft etwas Tolles unternehmen,

um nur wieder eine Zeitlang leben zu können. In

meiner Jugend habe ich es nicht besser gemacht, und doch

bin ich noch mit ziemlich heiler Haut davongekommen.“

Soweit der Sprachmagier selbst über seine jungen Jahre, in

denen es ihn im Harz auf unwegsamen Pfaden zu neuen Einsichten

trieb.

Die neue Goethezeitung ist jetzt in vielen Touristinformationen

des gesamten Harzes erhältlich.

Eine ereignisreiche Spurensuche

wünscht Ihre

Goethe

Die historische Reihe aus der im Harz

Auf den Spuren des großen deutschen Dichters 2021|2022

Auf der Schurre, dem Brocken oder im Ilfelder Tal – reisen mit Hintersinn

Unterwegs mit dem Literaturmagier im Gebirge

GOETHES HARZREISEN

Weltkulturerbe

trifft Mittelalter

und Fachwerk

Weltkulturerbe

Quedlinburg

Faszination

Romanik

Hotel & Veranstaltungshof

Schlossmühle

Sonderausgabe Nr. 23

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

Senfherstellung live erleben!

Die Senf-Müllerin zeigt euch ihre Manufaktur.

Erlebt wie aus feinsten Naturzutaten leckerer Senf wird.

Führungen immer:

Dienstag, Freitag und Samstag um 11.00 Uhr

NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

Quedlinburger Senfmanufaktur

Neuer Weg 23, 06484 Quedlinburg, Tel.: 0173 1634802

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

Napola Verführte Elite im Harz

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Ballenstedt

Ilfeld

direkt an der A36. Max-Planck-Str. 12/14.

38855 Wernigerode.

Telefon 03943 5424-0.

info@harzdruckerei.de.

www.harzdruckerei.de.

Auf 272 Seiten mit 780 Fotos wird ein außergewöhnlich

intensiver Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-

Zeit möglich.

Informationen und Bestellung

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2


An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen

im gesamten Harz stehen die Stempelstellen

der „Harzer Wandernadel“ für Sie

bereit. Sie befinden sich in der Nähe von

romantischen Waldgaststätten, rustikalen

Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten

Aussichtspunkten. Auch Bergwerke,

Burgruinen oder Naturdenkmäler und

natürlich der majestätische Brocken warten

auf Ihren Besuch und halten einen Stempel für den einheimischen Wanderer oder

den Touristen bereit.

Das System der Harzer Wandernadel ist eine Erfolgsgeschichte und eines von

wenigen Projekten, welche harzübergreifend über die Grenzen von Deutschland

hinweg Anerkennung finden.

Für Natur- und Wanderfreunde ist der Harz

für einen Urlaub wie geschaffen. Kaum

eine andere Region kann mit so vielen

interessanten Landschafts- und Kulturformen

aufwarten. Der Harz erstreckt sich

über die drei Bundesländer Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Durch das Stempelheft der Harzer Wandernadel, unser dreiteiliges Kartenset und

die Hinweise auf unserer Webseite werden Sie sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten

Stellen im gesamten Harz geleitet.

Es gibt wohl kein Wanderprojekt in Deutschland, welches von ihren Nutzern, egal

ob Einheimischen, Naherholungssuchenden oder Touristen in dieser Form permanent

an andere teilweise wildfremde Menschen weiterempfohlen wird.

Über 6.500 Wanderern ist es bislang

gelungen alle 222 Stempelstellen in Ihren

Wanderpass zu sammeln, ca. 850 km zu

wandern und Harzer Wanderkaiser zu

werden. Gerade Kinder lassen sich von der

Stempeljagd schnell begeistern und begleiten

so Eltern oder Großeltern gern auf

Stempeltouren. Dafür haben wir die Auszeichnung

„Wanderprinz und Wanderprinzessin“ entwickelt, welche man bereits

für 11 gesammelte Stempel bekommt und Ansporn für weitere Wanderungen und

Wandernadeln ist. Durch unser Projekt konnten wir bereits viele Kinder aus der

digitalen Welt in den schönen Harz entführen!

Für die Teilnahme an diesem einmaligen Projekt benötigen

Sie nur einen Wanderpass und diesen erhalten Sie

für eine Schutzgebühr von 3,00 € bei vielen Vertriebspartnern,

z.B. allen Harzer Touristinformationen.

Harzer Wandernadel

Schnappelberg 6 | 38889 Blankenburg | Tel. 03944 9547148

Fotos:

Jürgen Gamping La Viershöhe

Andrea Werner Rabenklippe

Lisa Weber Ferdinandstein

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