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Taxi Times DACH - 2. Quartal 2022

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2. QUARTAL 2022 6,80 €

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D – A – CH

EU-GESETZENTWURF FÜR VERMITTLER

IM SOG DER

SCHEINSELBSTSTÄNDIGKEIT

Messen und Treffen

DIE RÜCKKEHR ZUR

PRÄSENZ

Zuwachs bei Krankenfahrten

85 PROZENT IN

12 JAHREN

Interview mit Hamburgs

Senator Tjarks

200 E-TAXIS IN 14 MONATEN


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SPÄTER – ABER

NOCH NICHT

ZU SPÄT

INHALT

TITEL: freepik.com, Montage: Raufeld FOTO: Taxi Times

Haben Sie die kleine Lüge schon

entdeckt, die auf dem Titel dieser

Taxi Times-Ausgabe steht? Es

wäre die Ausgabe 2. Quartal,

aber sie ist erst im 3. Quartal bei

Ihnen im Briefkasten gelandet.

Dabei wäre das Magazin pünktlich

fertig gewesen, aber leider

haben kurzfristig zwei Fahrzeughersteller

ihre gebuchten Werbeanzeigen wieder storniert. Das so

entstandene Loch musste zunächst mit einer Sonderaktion zumindest

ein wenig wieder gefüllt werden. Danke an dieser Stelle an

diejenigen Taxi-Partner, die spontan eingesprungen sind.

Die extreme Zurückhaltung trifft (nicht nur) unseren Verlag

zu einer Zeit, in der man eigentlich wieder zuversichtlich war,

dass es nach der Corona-Pandemie wieder aufwärts geht. Doch

dann begann Russland den Krieg und wichtigen Industriezweigen

fliegt nun die Firmenstrategie des Billig-Produzierens um die

Ohren – mit der Folge, dass wegen des Produktionsengpasses die

Werbemaßnahmen runtergefahren werden. Warum soll man auch

Produkte bewerben, wenn man sie gar nicht zum Verkauf zur Verfügung

hat?

Machen wir uns nichts vor: Diese Probleme werden uns noch

lange beschäftigen, was für den Mikrokosmos einer Taxi-Fachzeitschrift

ebenfalls zu Veränderungen führen wird. Zu welchen

genau, verraten wir Ihnen auf Seite 26.

Diese Ausgabe ist also später als geplant erschienen, aber noch

lange nicht zu spät, denn die Themen sind alle noch brandaktuell.

Beispielsweise die Bemühungen der Europäischen Union, den

neuen Herausforderungen politisch und regulatorisch gerecht zu

werden, die mit dem Markteintritt der digitalen Plattformanbieter

wie Uber & Co. bewältigt werden müssen. Klare Regelungen hinsichtlich

der Scheinselbstständigkeit schaffen sicherlich einen

faireren Wettbewerb, aber sie bergen auch die Gefahr, dass Taxizentralen

in den Sog dieser Bestimmungen reingezogen werden.

Das wurde während einer Taxiveranstaltung im Mai deutlich, über

die wir ab Seite 6 berichten.

Dieses Treffen in Köln war eine von vielen Präsenzveranstaltungen,

die derzeit wieder möglich sind. Man trifft sich wieder,

kann persönlich miteinander sprechen, entdeckt Themen und

wertvolle Nebensächlichkeiten, die in den Videokonferenzen der

letzten beiden Jahre im wahrsten Sinn des Wortes kein „Zeitfenster“

hatten. Über einige dieser Veranstaltungen berichten wir ab

Seite 10.

Bei all den wirtschaftlichen Einschränkungen erinnert das

Hamburger „Projekt Zukunftstaxi“ an das gallische Dorf, das sich

allen äußeren Angriffen widersetzt. Als gäbe es keine Lieferprobleme,

werden in der Hansestadt fast täglich neue E-Taxis zugelassen.

Der Hamburger Senator Dr. Anjes Tjarks hat das Projekt

politisch angestoßen, Dirk Ritter von der Behörde hat es organisatorisch

umgesetzt. Im Doppel-Interview mit Taxi Times haben

beide eine Jahresbilanz gezogen (S. 20).

Viel Spaß beim (verspäteten) Lesen wünscht

Jürgen Hartmann (Chefredakteur)

PERSONEN + NACHRUF

4 News: Ralph Goossens, Christoph F. Siekermann …

5 Abschied von Heinz Peter

EUROPÄISCHE UNION

6 EU-Gesetzentwurf für Vermittler

8 Leitlinien zur Regulierung von Taxis und Mietwagen

MESSEN + TREFFEN

10 News: VW-Abend, Projekt CarlE

11 Taxifest bei 4U Assekuranz

12 Zwei neue Taxi-Erfa-Gruppen

14 Rückblick auf die Messe RETTmobil

TAXI-PARTNER

16 News: HALE, Telekom

KOLUMNE

17 85 Prozent Zuwachs bei Krankenfahrten

TAXIZENTRALEN

18 50/50-Vermittlung: Erfolgreich und einmalig

ELEKTRO- + INKLUSIONSTAXIS

20 Interview mit Senator Tjarks und Dirk Ritter

REGIONALSEITEN

22 Hamburg: Förderung + Ladesäulen

23 München: Brennendes Taxi, gestaffelte Preise

24 Berlin: Flughafentarif, IHK-Wahl

IN EIGENER SACHE

26 Neue Wege bei Taxi Times

26 Impressum

TAXI 2. QUARTAL 2022

3


PERSONEN

NEWSTICKER

UMFANGREICHE

KOSTENKALKULATION

Der Düsseldorfer

Mehrwagenunternehmer

Ralph Goossens

hat eine ausführliche

Tabellen kalkulation

erstellt, mit der dank

zahlreicher Variablen

eine vielschichtige

Wirtschaftlichkeitsberechnung

durchgeführt werden kann.

Die Besonderheit dieser auf Excel-Basis

erstellten Kalkulation sind die zahlreichen

Verknüpfungen untereinander.

Sobald ein Wert irgendwo in der Tabelle

verändert wird, kann man sofort sehen, in

welcher prozentualen Höhe sich das auf

den Unternehmensgewinn auswirkt. Im

Ergebnis steht dem Unternehmer damit

ein einfaches Tool zur Verfügung,

um Mindestlöhne zu berechnen

oder diverse externe

Komponenten wie

Tariferhöhungen oder

Besetztquoten durchzuspielen.

Zudem

lässt sich mit dieser

Tabelle auch die Un-

Mehr Infos zur

Rentabilität von Uber Tabelle.

beweisen. jh

PERSONALWECHSEL BEI VW PKW

Ute Schulenburg geht

im Herbst in Altersteilzeit.

Künftig wird

Melanie Neugebauer

VW-Ansprechpartnerin

für den Bereich

Pkw sein (für Nutzfahrzeuge

ist weiterhin

Joachim Flämig

zuständig). Frau Neugebauer wurde nach

einer kaufmännischen Ausbildung Diplom-

Betriebswirtin (FH) und ist seit 20 Jahren

im Konzern beschäftigt. Sie betreute im

VW-Versicherungsdienst die Einzelkunden

und im Leasing-/Europcar-Fleet-Service

die Großkunden. Im Bereich Group

Fleet International war sie für Diplomaten

und internationale Organisationen weltweit

zuständig, ehe sie für Volkswagen Pkw die

Bundesbehörden betreute. Den ersten direkten

Kontakt mit Vertretern des Taxigewerbes

hatte Melanie Neugebauer bei der Taxi

Driving Innovation in Köln.

jh

PERSONALWECHSEL

BEIM BVTM

Christoph F.

Siekermann

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen e. V. hat im Mai neue Mitarbeiter

für seine Geschäftsstelle vorgestellt. Christoph F. Siekermann,

36 (Foto), übernimmt als neuer Referent für öffentliche Angelegenheiten

(Public Affairs) das Aufgabengebiet von Dominik Eggers, der

den Verband im Mai verlassen hat und nun bei der IHK Berlin neue

Herausforderungen sucht.

Siekermannn ist Sozialwissenschaftler und gebürtiger Ostwestfale,

war allerdings schon vor seinem Engagement beim BVTM in der

Hauptstadt tätig. Als Büroleiter im Berliner Abgeordnetenhaus für

den verkehrspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion konnte er unter

anderem an der Ausgestaltung des Mobilitätsgesetzes mitwirken. „Er

ist vertraut mit dem politischen Prozess in Bund und Land und weiß

bereits, welche Themen hier auf ihn zukommen, sagte dazu BVTM-

Geschäftsführer Michael Oppermann.

Seit Mai unterstützt auch Adonias Tsegaye den Verband als studentischer

Mitarbeiter.

ar

DIREKT-DIALOG BEIM TMV

Der Taxi- und Mietwagenverband (TMV) hat für das Taxigewerbe ein

neues Digitalformat ins Leben gerufen, bei dem Taxiunternehmer*innen

über Videokonferenz 45 Minuten lang in den direkten Austausch mit

Politikern verschiedener Parteien treten können. Gestartet war das Format

Ende April mit Oliver Luksic, Staatssektretär des Bundesverkehrsministeriums

und somit zweiter Mann hinter Verkehrsminister Wissing.

Während der nächsten Wochen folgten dann noch Michael Donth, Stefan

Gelbhaar, Martin Kröber, Jürgen Lenders und Christoph Ploß.

Bei nahezu allen Politikern wurden die wichtigsten Taxithemen

angesprochen, unter anderem die Umsetzung der PBefG-Novelle oder

auch die immer noch nicht umgesetzte inhaltliche Definition der

künftigen Fachkunde.

Auffällig bei allen Gesprächen war die parteiübergreifende Einigkeit

darüber, dass eine weitere Anpassung des Personenbeförderungsgesetzes

in dieser Legislaturperiode sicherlich nicht auf der Agenda

steht. Das ist unter einem Aspekt besonders schade: Bei der

jetzigen Novelle sind manche neuen Bestimmungen

für Mietwagen (z. B. Kennzeichnungspflicht)

nicht bußgeldbewehrt. Ein entsprechender Passus

wurde schlicht und einfach vergessen.

Eine Übersicht über die wichtigsten Aussagen

der Politiker finden Sie unter dem nebenstehenden

QR-Code.

jh

FOTOS: Taxi Times, Privat, BVTM

4 2. QUARTAL 2022 TAXI


NACHRUF

HEINZ PETER –

EIN LEBEN FÜR

DAS TAXI

Kein Vertreter des deutschen Taxigewerbes war so

einflussreich wie der am 1. April verstorbene Berliner

Heinz Peter. Zeitzeugen denken mit Bewunderung

und Schmunzeln zurück.

Heinz Peter (14.3.1930–1.4.2022)

FOTOS: Taxi Times, Privat

Heinz Peter mit

dem späteren

Regierenden

Bürgermeister

und Bundespräsidenten

Richard

von Weizsäcker

(1980).

Heinz Peter mit

Ehefrau Anneliese

und dem späteren

Regierenden

Bürgermeister

Eberhard

Diepgen (1980).

Eigentlich wäre Heinz Peter, der den Krieg durch Zufälle

überlebt hatte, gerne Lehrer geworden. Schon als Fahrer

bei den amerikanischen Besatzern wurde er Mitarbeitersprecher,

da er mutig das Wort ergriff.

1958 wurde er in der Berliner Taxi-„Innung“ Beisitzer und

war Gründungsmitglied der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner

Taxibesitzer (WBT) und des Funktaxenvermittlungsdienstes. Er

erkämpfte 1968 den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Taxifahrten.

1969 wurde Heinz Peter 1. „Innungs“-Vorsitzender. Ehrenmitglied

Lothar Kubig (82): „Heinz hat immer viel organisiert, nicht

nur politisch, auch den jährlichen Taxiball. Das waren rauschende

Feste.“ Harald Ruf (95): „Heinz war ein guter Gewerbepolitiker, ich

ein guter Tänzer. Während Heinz mit den Politikern die geschäftlichen

Dinge erledigte, musste ich mit den Ehefrauen tanzen.“

Auch im Taxisportverein engagierte sich Heinz Peter. Mitstreiter

Wolfgang Uecker: „Einen besseren Kollegen werden wir nie

mehr wiederkriegen.“

Als 1970 die ersten Busspuren kamen, setzte der Kollege durch,

dass in Berlin auch Taxis sie benutzen dürfen – keine Selbstverständlichkeit.1974

wurde Heinz Peter Vizepräsident des Bundesverbandes.

Thomas Grätz, von 1991 bis 2019 Geschäftsführer: „Er

hatte seine ganz eigene Art, Menschen für sich zu gewinnen, wobei

seine Berliner Schnauze eine gewichtige Rolle spielte.“

Nicht nur für das Taxigewerbe opferte sich Heinz Peter auf. Im

Laufe seiner Karriere war er Mitglied in unzähligen Organisationen

und Gremien. Er war ehrenamtlicher Richter an mehreren

Gerichten.

1980 wurde Heinz Peter das Bundesverdienstkreuz am Bande

verliehen. Sein Ansehen als Gewerbevertreter und Mensch klingt

in den Worten zweier Regierender Bürgermeister von Berlin nach.

Eberhard Diepgen: „An das Haus der früheren Berliner Wohnung

von Heinz Peter gehört eine Gedenkplakette.“ Walter Momper: „Er

war perfekt vernetzt und hatte genau die richtige Mischung aus

liebenswürdigem Humor und passender Frechheit.“

Am 4. Mai 1983 wurde Heinz Peter Präsident des Bundesverbandes.

Stellvertreter Hans Meißner: „Heinz war der Außenminister

des deutschen Taxigewerbes. Er war äußerst kontaktfreudig

und trinkfest.“

„FANTASTISCHER VERTRETER“

1987 wurde Heinz Peter Präsident des internationalen Taxiverbandes

der IRU. Beisitzer Jean Paul Gallé: „Heinz Peter war der erste

Präsident, der tatsächlich aus dem Taxigewerbe stammte. Für das

Taxigewerbe war Heinz ein fantastischer Vertreter.“

1991 rief er den Gustav-Hartmann-Unterstützungsverein ins

Leben, sein großer Herzenswunsch – wie das Denkmal des „Eisernen

Gustav“ in Berlin. Es zeugt auch von Heinz Peters Engagement.

Als 1995 Feindseligkeiten im Gewerbe eskalierten, wurde Heinz

Peter aus seinen Ämtern gewählt und erfuhr zum Teil kränkende

Missachtung. Nur noch wenige würdigten seine Verdienste, zu ihnen

zählten Hermann Waldner und Jens Schmiljun von Taxi Berlin.

Geschäftsführer Hermann Waldner: „Es war eine tolle, freundschaftliche

Zusammenarbeit. Ich glaube, die hiesige Branche hatte nie

wieder so eine Bedeutung wie in Heinz Peters Ära.“ Dabei

wollte Heinz Peter nie berühmt sein: „Ick

hab nüscht weiter als meene Arbeet jetan.“

Auch zwei frühere Taxi Times-Redakteure

kannten Heinz Peter gut. Stephan

Berndt: „Heinz war unter den Berliner

Gewerbevertretern einer mit Charakter.“

Wilfried Hochfeld: „Vielleicht ringt sich

das Taxigewerbe bei allen Differenzen

zu einem ehrenden Andenken an seinen

Heinz durch. Er war immer einer der

ihren.“

ar

Heinz Peter beigesetzt

– Diepgen

und Momper

würdigen sein

Lebenswerk.

TAXI 2. QUARTAL 2022

5


EUROPÄISCHE UNION

DAS DAMOKLESSCHWERT

FÜR TAXIZENTRALEN

Die Europäische Union will arbeits- und sozialrechtliche Regelungen für

Plattformarbeitende definieren. Ein erster Gesetzentwurf könnte dabei

dazu führen, dass nicht nur Uber-Fahrer als Scheinselbstständige eingestuft

werden, sondern auch die Mitglieder von Taxizentralen.

Dieses Damoklesschwert, das hier eventuell über den Taxizentralen

schwebt, wurde im Mai während einer Taxiveranstaltung

in Köln thematisiert. Dorthin hatte der

Bundesverband Taxi und Mietwagen (BVTM) im Rahmen seiner

gemeinsam mit der Deutschen Telekom ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe

Taxi Driving Innovation“ eingeladen und dabei das

Thema Regulierung auf europäischer Ebene in den Fokus gerückt.

In zwei Gesprächsrunden wurde mit Vertretern der EU und Experten

über zwei Vorschläge aus der EU diskutiert. Einer davon wurde

im Dezember 2021 in Form eines Gesetzentwurfes präsentiert, der

andere im Februar von der EU-Kommission als unverbindliche Leitlinie

veröffentlicht (zu Letzterem siehe auch S. 18).

Der Gesetzentwurf vom 9. Dezember 2021 der Europäischen

Union soll die arbeits- und sozialrechtliche Einstufung jener

Arbeitenden definieren, die für digitale Plattformen tätig sind.

Das Ziel ist, rund 5,5 Millionen Scheinselbstständige vor Ausbeutung

zu schützen.

Seit der Veröffentlichung wird in Brüssel über den Entwurf verhandelt.

Der BVTM ist dazu mit EU-Politikern im Gespräch und hatte

dazu in Köln eine Diskussionsrunde mit Experten durchgeführt. Live

vor Ort waren Prof. Dr. Steffen Roth vom Institut für Wirtschaftspolitik

an der Universität zu Köln, Rechtsanwalt Herwig Kollar, Präsident

des BVTM, sowie Rechtsanwalt Dr. Thomas Bezani von der

Wirtschaftskanzlei Görg. Online war Tobias Müllensiefen von der

EU-Kommission zugeschaltet.

Letzterer stellte den Gesetzentwurf vor, nannte die Hintergründe

und präsentierte beeindruckende Zahlen. Aktuell seien EU-weit

500 Unternehmen als digitale Plattformen identifiziert, für die

28 Millionen Menschen Plattformarbeit leisten. 92 Prozent dieser

Unternehmen arbeiten mit Selbstständigen, von denen wiederum

5,5 Millionen als Scheinselbstständige eingestuft werden müssten.

55 Prozent der Plattformarbeiter verdienen weniger als den

Mindestlohn. Man habe bei Erhebungen zudem festgestellt, dass

viele Arbeitende rund neun Stunden pro Woche damit verbringen,

„Arbeit zu suchen“. Dazu zählt auch die Zeit, in der beispielsweise

Fahrer für Uber und Free Now auf die nächste Fahrt warten.

„In 12 Mitgliedstaaten der EU gibt es 120 Gerichtsentscheidungen

zum Thema Beschäftigtenstatus bei Plattformarbeitenden“,

berichtete Müllensiefen. „In vielen Fällen wurde Scheinselbstständigkeit

festgestellt.“ All das führe zu einer Rechtsunsicherheit,

und dieses Problem wolle man mit dem Entwurf angehen, der nun

im EU-Parlament und im Rat beraten wird und bei dem laut Müllensiefen

sicherlich noch Änderungen vorgenommen werden.

20 MILLIARDEN EURO UMSATZ

Dass solche Verbesserungen nötig sind, wurde während der

anschließenden Diskussion deutlich, an der sich auf dem Podium

der TDI ein Ökonom (Roth), ein Taxi-Experte (Kollar) sowie ein

Arbeitsrechtsspezialist (Bezani) beteiligten. Prof. Dr. Roth richtete

dabei den Blick auf die gesamte Plattformwirtschaft und relativier-

Moderatorin Nina Nagel diskutierte mit Steffen Roth, Herwig Kollar

sowie mit Dr. Thomas Bezani (v. l.). Tobias Müllensiefen von der EU-

Kommission war per Videostream zugeschaltet.

FOTOS: Taxi Times, freepik.com / Montage: Raufeld

6 2. QUARTAL 2022 TAXI


EUROPÄISCHE UNION

ein, dass es sich bei den Mitarbeitenden der Plattform um Scheinselbstständige

handelt. Eine Widerlegung dieser Vermutung ist

auf der Basis des nationalen Arbeitnehmerbegriffs durchaus möglich,

die Beweislast liegt dann aber bei der Plattform.

Genau diese fünf Kriterien seien für die klassischen Taxizentralen

brandgefährlich, denn es werde nicht zwischen Uber und

Taxizentralen differenziert, warnte Thomas Bezani. „Drei der fünf

Kriterien erfüllen auch Taxizentralen, und sie fallen damit nach

heutigem Stand unter die Vermutungswirkung“, sagt Bezani. Er

meinte damit sowohl das Kriterium, dass eine kommerzielle

Dienstleistung auf elektronischem Weg angeboten wird, als auch

die Tatsache, dass diese auf Verlangen des Empfängers erbracht

wird. Ebenso wie die Definition, dass die Fahrten durch eine Plattform

organisiert werden.

te deren Wachstumszahlen. Die 28 Millionen Plattformarbeiter

würden zusammen einen Umsatz von 20 Milliarden Euro machen.

Heruntergerechnet auf die einzelne Person entspräche das einem

Umsatz von 60 Euro pro Mitarbeiter im Monat. Roth warnte, dass

zu strikte arbeits- und sozialrechtliche Vorgaben das unmittelbare

Aus für viele kleine Plattformen zur Folge hätten. Sein Vorschlag

ging daher in die Richtung, Geringfügigkeitsschwellen für die

Scheinselbstständigen oder geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer

einzuführen – analog zu den Geringfügigkeitsgrenzen, die

man im Bereich der Lohnsteuer eingeführt hat.

Herwig Kollar wollte sich mit der ökonomischen Zahleninterpretation

indes nicht zufriedengeben. Er hielt dagegen, dass fünf der

500 genannten Plattformen mehr als die Hälfte der Vergütungszahlungen

für die 28 Millionen Plattformarbeiter übernehmen. Unter

diesen fünf Unternehmen stünde Uber auf Platz 1 und Uber Eats

auf Platz 2. Die EU solle daher keine Regelung für die 500 Plattformen

und für die Plattformarbeiter mit 60 Euro Monatsumsatz aufstellen,

sondern sich auf diese Art von Plattformen konzentrieren.

Was Kollar hier ansprach, deckt sich mit der Zielsetzung des

Gesetzentwurfes: einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der

Plattformarbeitenden. Die EU will dafür unter anderem eine „rechtliche

Vermutung“ für Arbeitsverhältnisse für gewisse Arbeitsplattformen

ermöglichen. Dafür wurden fünf Kriterien aufgestellt. Sind

nur zwei davon erfüllt, tritt die rechtliche Vermutungswirkung

UNZULÄSSIGE ARBEITNEHMERÜBERLASSUNG

Somit gibt es nicht nur für den soloselbstständigen Taxiunternehmer

ein Problem, sondern auch für das Fahrpersonal der Mehrwagenunternehmer,

weil auch das arbeitsrechtlich als Arbeitnehmer

der Taxizentrale gesehen wird und der Mehrwagenunternehmer

mit dem Vorwurf einer Ordnungswidrigkeit rechnen muss, weil er

eine unzulässige Arbeitnehmerüberlassung betrieben hat. „Daher

bedarf es einer Präzisierung der Richtlinien“, zieht Bezani ein klares

Fazit. „So wie es jetzt gestrickt ist, wird es für das Taxigewerbe

große Probleme auslösen.“

Kollar stimmte dem im Prinzip zu, verweist aber darauf, dass

es bereits einschlägige juristische Bewertungen über die Klassifizierung

einer Taxizentrale gibt. Taxizentralen seien vielerorts eine

Selbsthilfeorganisation in Form einer Genossenschaft, die für anerkannt

selbstständige Taxiunternehmen eine Auftragsvermittlung

tätigt. Es könne nicht gewünscht sein, dass solche kleinen, lokalen

Selbsthilfeorganisationen auf einmal in Arbeitgeberpflichten

gedrängt würden. „Das würde sie vom Markt verdrängen – zugunsten

von großen, international tätigen Plattformen“, sagte Kollar.

Sein Lösungsvorschlag lautet daher, Größenklassifizierungen

einzuführen. Nur wer eine signifikant hohe Anzahl an Teilnehmern

aufweist, müsste unter diese Vermutungswirkung

fallen. „Damit würde

man genau die Plattformen treffen, die das

Gros der Probleme verursachen und die

andererseits die ökonomischen Mittel hätten,

um damit umgehen zu können.“ Kollar

appellierte in seinem Schlusssatz der Diskussionsrunde

an die Verantwortlichen in

Brüssel, darüber nochmals intensiv nachzudenken.


jh

Gesetzentwurf zur

Regulierung der

Plattformarbeit.

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TAXI 2. QUARTAL 2022

7


EUROPÄISCHE UNION

Moderiert von Nina

Nagel diskutierten

Ralph Herbertz und

Gregor Beiner (v. l. n. r.)

über die EU-Richtlinien

für Taxis und

Mietwagen.

KOMPETENZ SOLL BEI

DEN KOMMUNEN BLEIBEN

Am 4. Februar 2022 hat die Europäische Kommission Leitlinien zur Regulierung

von Taxis und Mietwagen veröffentlicht. Vorgestellt und diskutiert wurden sie bei

der Taxi Driving Innovation in Köln.

Schon mit dem Erscheinen der Richtlinien

hatte die Kommission klargemacht,

dass diese weder rechtlich

bindend noch die Vorstufe zu einem europäischen

Gesetzgebungsverfahren sind. Das

betonte auch Anja Kaeller von der Europäischen

Kommission, die per Videostream

der Diskussionsrunde zugeschaltet war und

den rund 80 anwesenden Gästen aus der

Taxibranche die Grundzüge der Richtlinien

erläuterte (siehe nebenstehender QR-Code).

Im Bereich der gewerblichen Personenbeförderung

hätten sich zwei Dinge stark

verändert. Zum einen seien die Vorausbuchungen

im Mietwagensektor sehr kurzfristig geworden, („Es geht

jetzt unmittelbar kurz vor Fahrtantritt“). Zum anderen würden

die Preise nicht mehr von den Mietwagenanbietern, sondern von

den Plattformen festgesetzt. „Weil die Dienste sehr viel ähnlicher

geworden sind, ist das Konkurrenzverhältnis zwischen Taxis und

Mietwagen stärker geworden.“

Anja Kaeller von der EU-Kommission war

über Video zugeschaltet.

EUROPÄISCHE FRAGESTELLUNGEN

Darauf hätten viele Mitgliedstaaten auf sehr unterschiedliche Weise

reagiert, einige Rechtssachen zu diesem Thema seien mittlerweile

am Europäischen Gerichtshof (EuGH) anhängig. „Allein diese Tatsache

zeigt, dass es immer weiter auf die europäische Ebene geht

und immer mehr europäische Fragestellungen auftreten“, resümiert

Frau Kaeller. Die Leitlinien der EU-Kommission sollen hierbei eine

Orientierung bieten. Kaellers einführende Erläuterungen bildeten

dann die Basis für eine Podiumsdiskussion mit Gregor Beiner sowie

Ralph Herbertz, die beide in Präsenz auf der Bühne waren und von

der Moderatorin Nina Nagel geleitet wurden.

Der Taxivertreter Beiner hob hervor, dass manche nationalen

Regelungen auf dem Papier absurd wirken mögen, beim Blick in

die Region dann aber doch nachvollziehbar sind. Er machte dies

am Beispiel der Rückkehrpflicht deutlich, die in der Theorie den

Eindruck erwecke, es würden dadurch umweltbelastende Leerkilometer

entstehen. Deshalb mag es auch

verständlich sein, dass die Richtlinien der

EU für eine Abschaffung plädieren. In

Deutschland jedoch sei sie ein relevantes

Mittel, um die Differenzierung zwischen

Taxi und Mietwagen durchzusetzen. Sieht

man dann noch speziell in die Region, in

der die Rückkehrpflicht viele Leerkilometer

verursacht, dann werde das echte Dilemma

deutlich: Die Umweltschädlichkeit rühre

regional daher, weil die Betriebe ihren Sitz

nicht in der eigentlichen Kommune haben,

sondern in Nachbarkommunen, um so

andere Regelungen zu umgehen.

Für Beiner haben die Kommunen die größte Kompetenz, um über

das Mobilitätsverhalten und die Optimierung in der Region zu entscheiden.

„Dort die Kompetenz zu belassen, ist wichtiger, als eine

europaweite Harmonisierung anzustreben“, lautet daher sein Fazit.

Unterstützung erhielt Beiner dabei von Ralph Herbertz vom

Verkehrsclub Deutschland VCD. „Um beim Thema Mobilität gute

Angebote zu schaffen, wird die regionale Expertise dringend

benötigt. Die wissen, wo der Schuh drückt und welche Potenziale

man durch gute Angebote erreichen kann“, sagte Herbertz, warnte

aber auch gleichzeitig vor einer Überforderung der Kommunen.

Diese entstehe beispielsweise dann, wenn ein reformiertes

Personenbeförderungsgesetz jetzt auch die Überwachung von

Sozialstandards einfordere. Hier sei es durchaus sinnvoll,

wenn von höherer Ebene Musterregelungen

definiert werden. Deshalb brauche

man auch die weiter oben angesiedelten

rechtlichen Rahmen- und Impulsgeber.

Anja Kaeller wollte denn auch in ihrem

Schlusssatz das Subsidiaritätsprinzip

durchaus anerkennen: „Die Ebene, die

etwas regeln kann, soll es auch regeln, es

sei denn, es gibt einen Mehrwert, es auf der

nächsthöheren Ebene zu regeln.“ jh

Leitlinien zur

Regulierung von

Taxis und

Mietwagen.

FOTOS: Taxi Times

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8 2. QUARTAL 2022 TAXI


x

taxi-deutschland.net


MESSEN & TREFFEN

NEWSTICKER

WERBUNG FÜR DAS „ÖPNV-TAXI“

Eine Einbindung des Taxis in den Linienverkehr

erspart der öffentlichen Hand Kosten

und nutzt der Branche. Auf diesen einfachen

Nenner brachten Benjamin Schmidt und Dirk

Holl ihre Überzeugungsgespräche mit Vertretern

der Verkehrsgesellschaften. Die beiden

hatten dafür extra einen Messestand auf der

IT-TRANS in Karlsruhe gebucht und dort ein

Wasserstoff-Taxi präsentiert.

Auf dem Fahrzeug prangte das Logo „CarlE“.

Mit der gleichnamigen Firma mit Sitz in

Aschaffenburg hat sich Schmidt auf die Planung,

Organisation und Durchführung von

Mobilitätskonzepten für den Personennahverkehr

spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf

der letzten Meile sowie auf der Verbesserung

und Integration bestehender Insellösungen.

Erfolgreich im Einsatz ist das Konzept

bereits in Aschaffenburg und in Rastatt,

dort bei der Holl AG, dessen Geschäftsführer

Dirk Holl seinen Kollegen Schmidt auf der

Messe tatkräftig zur Seite stand. „Eine intelligente

Vernetzung von Shuttles und punktueller

Zusteuerung von Taxen und

Mietwagen senkt

die Vorhaltekosten

und ist eine Winwin-Situation

für

alle lokalen Akteure:

bezahlbar, effizient

und zukunftsfähig“,

weiß Holl aus eigener

Erfahrung. ar

Infos zum CarlE-

Konzept.

Benjamin Schmidt (r.) und Dirk Holl (l.) auf

der ÖPNV-Fachmesse IT-TRANS.

Im Autohaus Hardenberg konnten die Taxiunternehmer unter anderem

den neuen Multivan T7 als brandneues Taxi begutachten.

VW-TAXI-ABEND

IN DER ORTENAU

Die Interessengemeinschaft Taxi Ortenau hat im Mai nach einer coronabedingten

Pause ihren traditionellen VW-Taxi-Abend zum bereits

achten Mal veranstaltet. Markus Schmid, Vorsitzender der IG Taxi

Ortenau, konnte dazu in den Räumen des Autohauses der Graf-Hardenberg-Gruppe

in Lahr die Inhaber und 45 Besucher begrüßen. Sein

Dank galt der Inhaber-Familie des Autohauses für deren Organisation

und Gastgeberrolle.

Üblicherweise sind bei dieser Veranstaltung auch die konzernseitigen

Taxivertreter von VW anwesend. Joachim Flämig, seit Jahren

bewährter Ansprechpartner für Volkswagen Nutzfahrzeuge in

allen Taxibelangen, und sein für den Service verantwortlicher Kollege

Björn-Marc Börner konnten den Besuchern den Multivan T7

als brandneues Taxi in Hellelfenbein vorstellen. Ihn gibt es auch

mit einem Plug-in-Hybrid. Den Caddy 5 bietet

Volkswagen zudem mit einem gänzlich neu

entwickelten 1,5-Liter-TGI-Antrieb, der quasi

monovalent mit CNG (Erdgas) fährt.

Wer aktuell eines der Fahrzeuge als Taxi

bestellt, muss sich darauf einstellen, dass eine

Auslieferung voraussichtlich nicht vor Februar

2023 möglich sein wird. Dass eine frühzeitige

Bestellung dennoch sinnvoll sein kann, Joachim Flämig

dafür ist ein besonders Angebot verantwortlich.

„Wer bis zum 30. Juni 2022 ein Taxi von wagen-Konzern

vertrat den Volks-

VW Nutzfahrzeuge bestellt, der bekommt die beim Taxi-Abend

TaxiGarantie PLUSe als Anschlussgarantie der IG Taxi Ortenau.

kostenlos dazu“, betonte Joachim Flämig die

gute Zusammenarbeit mit „Mobile Garantie Deutschland“, deren

Vertreterin Sabine Schunk ebenfalls nach Lahr gekommen war.

Zumindest digital nahm auch Stefan Leitner vom Taxameter-Hersteller

HALE an der Veranstaltung teil. Er war online zugeschaltet

und stellte den rahmenlosen Spiegeltaxameter SPT-03R vor. Dabei

erläuterte er auch, wie die Geräte von HALE dabei helfen können,

den Alltag eines Taxiunternehmers zu erleichtern oder Energie zu

sparen. Weiterhin gab Leitner einen Ausblick darauf, wie das Unternehmen

bei der Bereitstellung der statischen Mobilitätsdaten und

später der dynamischen Mobilitätsdaten im Rahmen der neuen Mobilitätsdatenverordnung

über den „Mobilitäts-Daten-Marktplatz“ (MDM)

unterstützen kann.

Für IG-Ortenau-Vorstand Markus Schmid war es ein sehr gelungener

8. VW-Taxi-Abend: „Wir sind froh, dass es wieder möglich war,

sich in dieser großen Runde zu treffen.“

sg

FOTOS: CarlE, IG Taxi Ortenau

10 2. QUARTAL 2022 TAXI


MESSEN & TREFFEN

TAXI TRIFFT AUF

POWER UND PS

Es war allerhöchste Zeit, sich mal wieder

persönlich zu treffen. Die Versicherungs–

agentur 4 U Assekuranz hatte deshalb zu

einem Fest nahe Hannover eingeladen.

Am Veranstaltungsort konnte die ganze Taxi-Bandbreite

aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besichtigt

werden.

FOTOS: Taxi Times

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Taxi trifft auf

Adrenalin, Power und PS“. Zu Gast waren neben

Taxiunternehmer*innen aus ganz Deutschland auch

Vertreter*innen verschiedener Taxizentralen, Versicherungen sowie

Funktionäre aus den unterschiedlichsten Taxi-Gewerbevertretungen.

Für sie hatte das Mutter-Tochter-Gespann Marion und Kim Sombrutzki,

die beiden Gesichter hinter dem Unternehmen, nicht nur

kulinarisch etwas zu bieten, sondern auch eine Workshop-Reihe

organisiert. Dort sprachen Tobias Freyer und Richard Hollweg von

European Van Service (EVS) über Lösungen für die Beförderung

von Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Wie diese Lösungen

im Einzelnen in der Praxis aussahen, davon konnte man sich direkt

vor Ort anhand zwei ausgestellter Fahrzeuge selbst überzeugen.

Matthias Heußner von Auto Fleet Control (AFC) sprach über

die Kooperation zwischen AFC und 4 U Assekuranz, die es ermöglicht,

dass bei einem Glasschaden die Reparatur vor Ort beim Kunden

durchgeführt werden kann. In einem letzten kurzen Segment

informierte Kim Sombrutzki über eine sogenannte

D&O-Versicherung (Directors and Officers), die speziell

auf Geschäftsführer, Prokuristen oder Personen

zugeschnitten ist und dann einspringt, wenn diese

Personen mit ihrem Privatvermögen haften sollen.

Einen Ausblick in die Zukunft gab Stephen Hölzel von

der Hochschule Hannover. Er arbeitet, unter anderem

in Kooperation mit dem Hannoveraner Taxigewerbe,

an der Erprobung einer kabellosen Ladeinfrastruktur

im öffentlichen Raum. Ziel von LaneCharge ist es,

Hier gibt es

noch mehr

Bilder von dieser

Veranstaltung.

Kim und Marion Sombrutzki begrüßten knapp 80 Gäste.

zunächst mit relativ geringen Ladeströmen von 3,7 kWh die Funktion

und Umsetzbarkeit zu erforschen. Den Einwand vonseiten des

Taxigewerbes, dass die Ladeleistung zu gering sei, konterte Hölzel

damit, dass die Ladeleistung letztlich eine Frage der Skalierbarkeit

sei und dass auch ein geringer Ladestrom trotzdem einen Effekt hat.

Vor dem Gebäude wurden zudem verschiedene Fahrzeuge präsentiert,

unter anderem ein Hyundai-Nexo-Brennstoffzellentaxi,

ein vollelektrisches Nissan-Leaf-Taxi, ein

restauriertes Mercedes-Benz-/8-Taxi oder ein frisch

vom Band gelaufener neuer Multivan mit Taxiausstattung.

Als Kontrastprogramm waren eine BMW Isetta vor

Ort, die mit einem 250-cm³-Einzylindermotor ausgerüstet

ist, und ein Ferrari 550 Maranello mit einem 12-Zylinder-Motor.

Das Event endete mit einem reichhaltigen Abendbuffet

und einem sehr hochwertigen Unterhaltungsprogramm.


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MESSEN & TREFFEN

Taxi- und

Mietwagenunternehmer

aus ländlichen

Bereichen

trafen sich

in Straubing.

Die Leiter diverser Taxizentralen trafen sich in Nürnberg.

»WIE IST DAS


BEI EUCH?«

Die seit vielen Jahren etablierte Taxi-Erfagruppe hat mittlerweile zwei

Ableger. Jetzt tauschen sich auch Taxizentralen und Taxi- und

Mietwagenunternehmer aus dem ländlichen Bereich untereinander aus.

Erfa“ ist die Abkürzung für Erfahrungsaustausch,

und der Name der

mittlerweile drei Taxi-Erfagruppen

ist auch gleichzeitig deren Programm: der

Austausch der Gruppenmitglieder untereinander.

Denn auch wenn diese aus verschiedenen

Bundesländern kommen, haben

doch alle ein Ziel: ihren Betrieb bzw. ihre

Taxizentrale sauber und gewinnbringend

zu führen. Dafür trifft man sich 1- bis 2-mal

pro Jahr, berichtet von eigenen Erfahrungswerten

und gibt sich gegenseitig Tipps. Die

Gruppen sind weder vereinsmäßig organisiert

noch spielt die Verbandszugehörigkeit

der einzelnen Mitglieder eine Rolle, ebenso

wenig wie bei der Erfa-Gruppe Taxizentralen

das Vermittlungssystem.

TREFFEN IN STRAUBING

Das Konzept hat sich so gut bewährt, dass

man es nun auf zwei weitere Gruppen erweitert

hat. Trafen sich bisher Taxiunternehmer

mit mehreren Konzessionen im städtischen

Raum, gibt es nun auch eine „pastorale Taxi-

Erfagruppe“, in der sich Taxi- und Mietwagenunternehmer

aus ländlich geprägten

Gebieten zusammengeschlossen haben. Sie

wurde vor etwa einem Jahr gegründet und

hatte kürzlich im niederbayerischen Straubing

ihr zweites Treffen.

Die dritte Erfa-Gruppe wurde dieses

Jahr aus der Taufe gehoben. Sie ist ein

Erfahrungsaustausch zwischen Taxizentralen.

Deren Mitglieder trafen sich im April

in Nürnberg bei der gastgebenden Taxi

Nürnberg eG. Angereist waren Vertreter

von neun Taxizentralen unterschiedlicher

Größen und Bundesländer, angefangen von

der Taxi München eG über die jeweils größten

Taxizentralen aus Stuttgart, Dresden,

Hannover, Augsburg, Wuppertal, Mannheim,

Bonn und Erlangen. Aus Düsseldorf

war Rhein-Taxi vertreten.

Zum umfangreichen Programm zählte

die Besichtigung der Nürnberger Taxizentrale

inklusive Schulungszentrum, in dessen

Räumen dann auch von den Vorständen

Christian Linz und Reinhold Gast sowie

vom Verwaltungsleiter Herrn Wüseke der

Betrieb der Nürnberger Taxizentrale mit

allerlei Zahlen vorgestellt wurde. Dabei

wurde schnell klar, dass Nürnberg innerhalb

der Zentralenlandschaft in vielen

Bereichen eine Einzelstellung einnimmt.

So ist man beispielsweise die einzige Taxivermittlung

in der Stadt und hat noch dazu

keine ernste Mietwagenkonkurrenz durch

Plattformvermittler wie Uber und Free

Now. Der Taxitarif wird in Nürnberg seit

Jahren jährlich angepasst. Bei der Auftragsvermittlung

setzt man als einzige Taxizentrale

in Deutschland auf das italienische

System von Microtek, in das man durch

eine entsprechende Schnittstelle auch die

App-Funktion von Taxi Deutschland integriert

hat. Einzigartig war auch die

50/50-Vermittlung während des Corona-

Lockdowns (siehe Seite 18).

GÜNSTIGE FUNKGEBÜHREN

Die Nürnberger Funkgebühr liegt mit monatlich

195 bzw. 231 Euro pro Taxi weit unter

den Gebühren der meisten anderen anwesenden

Taxizentralen. Nur München konnte

hier einen noch günstigeren Wert vermelden.

Die Nürnberger Taxizentrale vermittelt

neben der eigenen Stadt auch Taxis in den

drei fränkischen Städten Bamberg, Ansbach

und Schwabach. Mit einer durchschnittlichen

Vermittlung von 500 bis 600 Funkaufträgen

pro Disponent bewegt man sich

oberhalb der sonst üblichen Leistungsfähigkeit,

das wurde anhand der Vergleichszahlen

deutlich, von denen die anderen Teilnehmer

aus ihren Zentralen berichteten.

Generell wurde während des Treffens

viel miteinander verglichen, die Frage „Wie

ist das bei euch?“ führte immer wieder zu

angeregten Diskussionen und erfüllte somit

exakt den Charakter dieser Erfahrungsaustauschgruppe.

Zudem können die Mitglieder

der Erfa-Gruppe Taxi-Zentrale auch

über eine intern zugängliche Dropbox viele

weitere Informationen aufrufen – ein weiterer

Mehrwert dieser Gruppe, der somit

auch künftigen Mitgliedern zugutekommt.

FOTOS: Taxi Times

12 2. QUARTAL 2022 TAXI


MESSEN & TREFFEN

Gut sortiert: der Serverraum

der Taxi Nürnberg eG.

Gastgeber:

Katrin und Michael Seidel aus Straubing.

Infos zur

pastoralen

Taxi-Erfagruppe.

Beispielsweise eine neunseitige Compliance-Richtlinie

der Nürnberg Taxizentrale.

Das Thema soll beim nächsten Treffen

durch einen Expertenvortrag vertieft werden.

Interessenten für eine Aufnahme in

diese Gruppe können sich an Christian Linz

wenden (clinz@taxi-nuernberg.de).

Bei der pastoralen Taxi-Erfagruppe sind

Uwe Wieland und Markus Schmid die

Ansprechpartner (siehe QR-Code). Letzterer

moderierte das Treffen Ende April in

Straubing, zu dem das Ehepaar Seidel in

seine Betriebsräume eingeladen hatte.

Zur pastoralen Gruppe zählen aktuell

19 Taxibetriebe, deren Firmensitz quer

über die Bundesrepublik verteilt ist. Sie

haben insgesamt 581 Mitarbeiter und besitzen

zusammen 244 Konzessionen. Wobei

das Handling von Taxikonzessionen nicht

unbedingt gleichbedeutend mit dem Mietwagengeschäft

ist, wie Gastgeber Christian

Seidel in seiner Ansprache vor den knapp

19 anwesenden Taxiunternehmern erklärte.

Er sprach von „Welten, die seinen etablierten

Fahrdienst, den er mit sechs

Mietwagen und 25 Schulbussen durchführt,

vom Taxibetrieb Gäuboden-Taxi

trennen. Letzteren hat er vor einem Jahr

mitten in der Corona-Phase mit neun Konzessionen

übernommen. Die Unterschiede

seien beispielsweise in seinem Fall beim

Personal festzustellen. „Mitarbeiter im Taxi

sind ,anders‘“, stellte Seidel fest.

SCHWARZFAHRTEN DER FAHRER

Wie immer leben solche persönlichen Treffen

neben den Infos aus der offiziellen

Tagesordnung aber auch von den Diskussionen

dazwischen. Zum Beispiel darüber,

dass manche Fahrer die eine oder andere

Bahnhofsfahrt am Unternehmer vorbei kassieren.

Mehrere Teilnehmer schlugen hierzu

entsprechende Aufzeichnungsboxen und

Sitzerkennungen vor. Deren Kontrolle ist

durchaus aufwendig, aber lohnend. „Bei mir

arbeitet eine 450-Euro-Kraft ausschließlich

an der Auswertung unserer Kontrollmechanismen.

Mit dem Ergebnis finanziert sie ihr

Gehalt selbst“, berichtete ein Teilnehmer

aus der Nähe von Offenburg.

Zweites Nebenthema waren der Umgang

mit den Krankenkassen. „Ich fahre seit

zwei Monaten nicht mehr für die AOK“,

berichtete dazu der Gastgeber. Das schmerze

zwar, weil er dadurch auf rund 30.000

Euro Umsatz verzichte, aber es sei alternativlos,

weil er mit den Fahrten Kosten von

35.000 hätte.

Solch ein Verzicht bleibt oft wirkungslos,

solange die Krankenkassen noch „Unternehmer“

finden, die günstiger fahren.

Markus Schmid appellierte in diesem

Zusammenhang, neben der überregionalen

pastoralen Gruppe auch regional den

Zusammenschluss mit anderen betroffenen

Unternehmen zu organisieren.

Schmid selbst hat seit 2006 mit der Interessengemeinschaft

IG Taxi Ortenau gute

Erfahrungen gemacht.

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TAXI 2. QUARTAL 2022

13


MESSEN & TREFFEN

Drei Ansprechpartner

bei MobiTEC:

Geschäftsführer

Harald Damaschke

und seine beiden

Mitarbeiter Victor

Ermantraut und

Andé Wagner (v. l.).

Zum Umrüstpaket für einen MB Sprinter zählt bei DIE

Transform auch ein Doppelarm-Hub-Lift.

FACHMESSE FÜR

RETTUNG UND ROLLI

Als eine der ersten taxirelevanten Fachmessen kehrte die RETTmobil im Mai von

einer zweijährigen Coronapause zurück. Unter den 467 Ausstellern waren auch

einige Umrüstspezialisten für die Rollstuhlbeförderung.

Die RETTmobil im hessischen Fulda gilt als sogenannte

„Blaulichtmesse“, weil dort zahlreiche Feuerwehr- und

Rettungsfahrzeuge ausgestellt sind. Da die Grenzen zwischen

einem Rettungs- und einem Krankentransportwagen (KTW)

aber fließend sind und Letztere wiederum die Mitnahmen von

Patienten im Rollstuhl ermöglichen müssen, ist die RETTmobil

auch für zahlreiche Umrüst-Spezialisten ein Pflichttermin.

Das wiederum macht die Messe auch für all jene Taxi- und

Mietwagenunternehmer interessant, bei denen Kranken- oder Freizeitfahrten

mit Inklusionstaxis ein wichtiger Geschäftszweig sind.

Zu den angesprochenen Ausstellern zählte auch die European

Van Service GmbH (EVS) aus Hannover. Das Unternehmen legt

bei seinem in Fulda ausgestellten Mercedes Sprinter mit „Innotrans

KMP“ großen Wert auf einen flexiblen Einsatz für Taxi- und Mietwagenunternehmen.

Bei diesem Systemboden sind die Sitze dauerhaft

im Fahrzeug und müssen nicht verschoben, ausgebaut und

gelagert werden. Wird einer der vier möglichen Rollstuhlplätze

benötigt, werden die betroffenen Sitze gedreht und umgeklappt.

„Die Retraktoren für die Rollstuhlsicherung

sind fest im Boden eingelassen.

Sie können dadurch nicht

vergessen werden oder kaputtgehen“,

berichtet EVS-Mitarbeiter Tobias Freyer

gegenüber Taxi Times. Damit auch

Fahrgäste in E-Rollis befördert werden

können, wird zudem ein Rollstuhllift

für bis zu 350 Kilogramm optional

eingebaut.

Ebenfalls einen Sprinter mit BTW-

Daumen hoch vom niederländischen Tribus-Team für

ein Fußbodensystem aus modularen Leichtbauelementen,

das auf der RETTmobil erstmals vorgestellt wurde.

Umbau bekamen die Besucher auf dem

Messestand des Unternehmens DIE

Transform aus Nümbrecht im Bergischen

Land zu sehen. Interessant für das Taxigewerbe war die Information,

dass man aktuell über große Stückzahlen fertig umgebauter

Lagerfahrzeuge der Modelle Mercedes Sprinter, Ford Transit und

VW Caddy verfüge, die kurzfristig ausgeliefert werden können.

Gleich drei taxitaugliche Modelle zeigte der Umrüster MobiTEC

aus Berkheim im Allgäu: den Klassiker Caddy Maxi mit Heckausschnitt,

einen Opel Combo Life XL mit Elektroantrieb sowie einen

Mercedes Citan. Letzterer ist als Lang-Variante mit Heckausschnitt

eine Neuheit beim Berkheimer Unternehmen.

ALLER GUTEN DINGE SIND DREI

Zum Opel Combo E konnte MobiTEC-Mitarbeiter Victor Ermantraut

über einige Besonderheiten berichten: „Als erster Aufbauhersteller

haben wir beim Umbau dieses Modells mit Heckausschnitt in

der Breite nichts eingebüßt, sodass wir unsere MobiTEC-typischen

Abmessungen von 865 mm beibehalten können.“ Die Einfahrhöhe

liegt mit 1.450 mm nur 20 mm unter der gesamten Fahrzeuginnenhöhe,

die Bodenausschnittlänge beträgt 1.280 mm und die

Bodenneigung zehn Prozent.

„Aller guten Dinge sind drei“ – das

dachten sich wohl auch die Mitarbeiter

der Firma Activa aus dem münsterländischen

Borken. Zusammen mit der

Firma API stellte man auf der diesjährigen

RETTmobil neben dem Citroën

Berlingo auch den Volkswagen Caddy

Maxi mit XL-Ausschnitt vor, der

dadurch sehr gut für Pflegerollstühle

geeignet ist. Interessant war zudem,

dass die beiden werksseitigen Einzelsitze

in der 3. Sitzreihe trotz Rollstuhlumbau

erhalten bleiben. „Das kommt

FOTOS: Die Transform, Mobitec, Tribus

14 2. QUARTAL 2022 TAXI


MESSEN & TREFFEN

In diesem Mercedes Sprinter ermöglicht der von EVS eingebaute

Systemboden die flexible Mitnahme von bis zu vier

Rollstuhlfahrer*innen oder von acht Fahrgästen.

Bei diesem von ACTIVA umgerüsteten

E-Vito kann man den

Rollstuhl-Fahrgast in eine waagerechte

Position heben.

So erlebte ein

Taxiunternehmer

die RETTmobil

vielen Taxiunternehmen sehr entgegen, weil das Fahrzeug somit

wieder als 7-Sitzer einsetzbar ist“, berichtet Thorsten Nienhaus

von ACTIVA.

Das dritte von seiner Firma umgerüstete Fahrzeug war ein

Mercedes-Benz e-Vito mit der neuen FlexiRamp PRO, die optional

den Rollstuhlfahrer in eine waagerechte Position heben kann. „Das

war ein echter Publikumsmagnet“, blickt Nienhaus zurück.

Den Blick auf Elektrofahrzeuge hat auch das niederländische

Unternehmen Tribus gerichtet. Bei der RETTmobil feierte das

Fußbodensystem TriflexAIR 2.0 eine Prototypen-Premiere. Sein

besonderes Merkmal ist das ultraleichte Material, das dabei zum

Einsatz kommt. „Das neue Bodensystem ist bis zu 35 Prozent

leichter als der derzeitige Boden und bietet einen geringeren Kraftstoff-

oder Energieverbrauch, wenn es um Elektrofahrzeuge geht“,

berichtet das Unternehmen.

Dabei steht je nach Kleinbus eine Vielzahl von Sitz- und Rollstuhlkonfigurationen

zur Verfügung. Das Unternehmen berichtet

von zahlreichen deutschen Umrüstern, die sich in letzter Zeit mit

Tribus zusammengetan haben und nun ihre Kleinbusse mit

TriflexAIR ausstatten.

Die neue Variante 2.0 besteht aus modularen Leichtbauelementen,

was zu schnelleren Umbauzeiten und geringeren Versandkosten

für die Umrüster führt. Aktuell läuft eine Testphase. Ende 2022

soll dann die Produktion anlaufen.

jh

EUROPÄISCHE TAXIMESSE: NEUSTART NACH DER ZWANGSPAUSE

FOTOS: Activa, EVS, Taxi Times

Wie immer in geraden Kalenderjahren

wird es auch 2022 eine Europäische

Taximesse geben (4. und 5.11.). Nach

der coronabedingten Zwangspause ist

es der erste Branchentreff nach vier

Jahren.

Die neuen Verantwortlichen Dr. Michael

Stehr und Markus Gossmann haben

sich auch für einen neuen Standort

entschieden, neuer Veranstaltungsort

ist jetzt das Messegelände in Essen.

Die Halle dort ist kleiner als die bisherige

Kölner Messehalle, sie kompensiert damit, dass die Anzahl

an Ausstellern nicht mehr das Niveau von 2018 erreichen

wird. Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe haben sich rund

60 Firmen und Unternehmen angemeldet. Auffällig dabei:

Auch die Zahl der Fahrzeughersteller hat abgenommen, aus

dem asiatischen Raum wird beispielsweise bisher nur Toyota

seine Taximodelle ausstellen. Weitere werkseitige Aussteller

sind Volkswagen und Volvo. Ford präsentiert sich indirekt über

zwei Autohäuser (Fiegl und Bayer) und Mercedes lässt sich

ebenfalls nur über seinen im Ruhrgebiet ansässigen Markenhändler

Lueg präsentieren. Die bisher übliche Verlosung einer

Mercedes E-Klasse, Zugpferd für viele Besucher am Samstag,

entfällt damit. Eine Tombola wird trotzdem stattfinden.

Im Bereich der Taxipartner werden dagegen alle wichtigen

Firmen und Dienstleister vertreten sein, angefangen von fünf

Taxameter-Herstellern (Albion, Cabman, HALE, Semitron und

Taxitronic) über zahlreiche Software-

Anbieter (unter anderem FMS, GefoS,

MPC, Seibt & Straub, SuE, Talex) bis

hin zu Rolliumrüstern wie AMF oder

MobiTEC etc. Dazu einschlägige Versicherer

(FVO, Klemmer, Signal Iduna,

Württembergische) und Abrechnungsdienstleister

(De-Touro, DMRZ).

Taxi Times wird alle Aussteller und

alles, was sonst für einen Besuch der

Taximesse wichtig ist, in einer Spezialausgabe

vorstellen. Erscheinungstag

ist der 26. Oktober, Anzeigenschluss ist am 27. September.

Interessant ist auch das Rahmenprogramm, das genau die

Themen widerspiegelt, welche die Taxibranche derzeit

am meisten beschäftigen. So findet am Freitag, 4.11. um

13 Uhr eine Podiumsdiskussion statt („Autos, Antriebe und

Energieversorgung – Welche Technologien treiben

die Taxi- und Mietwagenbranche

künftig an?“), ehe es dann im

Anschluss daran um die komplexen

Herausforderungen geht, die mit

Digitalisierung, Mobilitäts-Daten

und vernetzten Verkehren auf das

Taxigewerbe zukommen. Für den

Messeinfos für

Samstag ist kein Fachprogramm

Besucher und

vorgesehen. Der Eintritt zur Messe Aussteller.

ist wie immer frei.

jh

TAXI 2. QUARTAL 2022

15


PARTNER NEWS

NEWSTICKER

RENAISSANCE DER TAXIKLINGEL

Die von der Telekom entwickelte Taxiklingel

– Pendant zum Produkt Taxibutler

– nimmt einen weiteren Anlauf im

Taxigewerbe. Als Vertriebsfirma agiert nun

das Unternehmen best.ways aus Eschborn.

Stammkunden und Vielbesteller können

den Taxiruf über einen einfachen Knopfdruck

auslösen. Dank IoT-Technik ist dabei

weder eine SIM-Karte noch WLAN nötig.

Nach dem Knopfdruck wird anhand

eines Signals ein Auftrag mit allen nötigen

Informationen generiert, der dann

dem Taxiunternehmer oder der Zentrale

signalisiert oder direkt in das vorhandene

Vermittlungssystem übertragen wird.

Zudem besteht die Möglichkeit, Aufträge

per E-Mail, SMS, Messenger oder Anruf zu

übermitteln. Ansprechpartner bei best.ways

sind die Brüder Holger und Ralph Brück

oder dessen Neffe Christian Brück. jh

HALES SPIEGELTAXA–

METER WIRD RAHMENLOS

Der Salzburger Taxameterhersteller HALE präsentiert seinen multifunktionellen

und mitnehmbaren Spiegeltaxameter „SPT-03R“ als

Nachfolger des bisher beliebten „SPT-02“. Letzterer ist seit Kurzem

nicht mehr bestellbar.

Beim aktuellen Modell steht das „R“ für rahmenlos, das Design

passt sich dadurch an den Trend aktueller Fahrzeuge an.

Die Innenspiegel mancher neuen Modelle sind mittlerweile

auch rahmenlos, der Polestar verzichtet

sogar schon bei den Außenspiegeln auf eine

Umrandung. Hale verspricht bei dem aktuellen

Modell, das ab 698 Euro netto angeboten wird,

einige Verbesserungen. Welche das sind, kann

über den nebenstehenden QR-Code nachgelesen

werden.

sg

BUSINESS-BERATUNG IN

DEN TELEKOM-SHOPS

E/M/C IN OPTA-DATA-GRUPPE

INTEGRIERT

Bei der Abrechnung von Krankenfahrten

greifen Taxi- und Mietwagenunternehmer

auf Dienstleister wie RZH, Spitzlei oder

auch Opta Data zurück. Letztere bieten seit

2011 unter dem Namen E/M/C Organisationsberatung

und Datensysteme GmbH

unter anderem auch Softwarelösungen für

die Erfassung und Verwaltung rund um die

Krankenbeförderung und des Krankentransports

an. Im April hat man E/M/C

auch namentlich in die Opta-Data-Gruppe

integriert. Die E/M/C Organisationsberatung

und Datensysteme GmbH firmiert seitdem

unter opta data motion GmbH. Der

Firmensitz ist in Kassel.

jh

Um das Taxigewerbe als langjährigen Partner auch bei den anstehenden

Digitalisierungsprozessen ausführlich beraten zu können, stehen

jetzt speziell geschulte Businesspartner in über 190 Telekom-Shops

beratend zur Seite. Das hat der Taxi-Betreuer Christian Meyer auf

mehreren Veranstaltungen angekündigt, unter anderem auch auf der

Taxi Driving Innovation in Köln. Dort trat Meyer gemeinsam mit Alexis

Raftopoulos auf, der den Geschäftskundenvertrieb in den bundesweit

knapp 200 Telekom-Shops verantwortet. In diesen

Kundenfilialen bietet man auch Beratungsmöglichkeiten für

Geschäftskunden an. Dafür stehen dem Taxigewerbe dauerhaft

Geschäftskundenberater als feste Ansprechpartner zur Verfügung.

„Termine können in den Shops vereinbart werden, die Kollegen

kommen aber auch gerne in den Betrieb“, verspricht Raftopoulos.

„Die Berater stehen nicht nur für Auskünfte zu Tarifen und Festnetz

zur Verfügung, sondern unterstützen darüber hinaus bei Themen

wie Digitalisierung, Cloud-Lösungen und mobile Arbeitsplätze. Aus

unserer Sicht ist es für klein- und mittelständische Unternehmen

wichtig, gute Beratung zu

bekommen, um den Einstieg

in die Digitalisierung zu

finden.“

Christian Meyer nannte

noch einen weiteren Aspekt:

„Die Mobilitätsdatenverordnung

wird vielfache Auswirkungen

haben, auch dazu

braucht es eine ausführliche

Christian Meyer und Alexis Raftopoulos Beratung.“

jh

FOTOS: Hale, Taxi Times

16 2. QUARTAL 2022 TAXI


KOLUMNE

85 % ZUWACHS:

KRANKEN–

FAHRTEN SIND

DIE ZUKUNFT

Wer sich die vorliegenden Zahlen über die

Ausgaben der Krankenkassen für Patientenfahrten ansieht, kann eigentlich

nur zu einem Schluss kommen: Krankenfahrten sind und bleiben eines der

wichtigsten Geschäftsfelder des Taxigewerbes.

FOTOS: ARZ, Grafik Axel Rühle

GISELA SPITZLEI

Gisela Spitzlei war von 1974 bis

2005 Taxiunternehmerin und

steht seit 1980 dem Abrechnungszentrum

Spitzlei vor. Gewerbepolitisch

engagiert sie sich seit 1974

und ist seit den 1990er-Jahren im

Fachausschuss Krankenfahrten

des Bundesverbands BVTM, seit

1999 als dessen Vorsitzende.

Der Gesamtbetrag der für die Beförderung von Patienten

ausgegebenen Gelder der gesetzlichen Krankenversicherungen

in Deutschland steigt jedes Jahr. Gaben die Kassen

im Jahr 2009 noch knapp 783 Millionen Euro dafür aus, so waren

es im vergangenen Jahr bereits 1,454 Milliarden – ein Plus von

gut 85 Prozent innerhalb von zwölf Jahren.

Künftig werden die Kassen noch mehr Geld für Krankenfahrten

ausgeben müssen und auch können, denn seit Krankenhäuser

endlich auch ambulante Leistungen abrechnen können, sparen

sie viel Geld, indem sie einen Patienten beispielsweise dreimal

zum Verbandswechsel mit dem Taxi kommen lassen, statt ihm

sechs Tage länger das Krankenhausbett zu bezahlen.

Ein weiterer Garant für einen Zuwachs an Aufträgen ist der

stetige Anstieg des Bevölkerungsteils mit Gebrechen bis hin zur

Pflegebedürftigkeit. Da aufgrund der hohen Heimkosten immer

mehr Personen zu Hause von Angehörigen gepflegt werden, entsteht

hier weiterer Bedarf an Arztfahrten.

Jeder Taxiunternehmer muss das große Potenzial sehen, das

noch im Geschäftsfeld der Krankenfahrten steckt. Nicht nur, dass

heute durchschnittlich jede vierte Taxifahrt eine Krankenfahrt ist:

Im ländlichen Bereich machen Krankenfahrten sogar bis zu 80

Prozent des Umsatzes aus. Gerade dort mit einer überschaubaren

Zahl an Anbietern bestehen ganz andere Möglichkeiten der Kundenbindung.

Wenn die gebrechliche alte Dame mit dem hilfsbereiten

Taxifahrer, der sie auf telefonische Bestellung hin zur Behandlung

gefahren hat, zufrieden ist, bestellt die ganze Familie ihre Taxifahrten

beim selben Betrieb – die Enkel natürlich nur dann, wenn das

auch per App geht –, was wiederum unser Gewerbe längst kann.

Dieses Prinzip der Mund-zu-Mund-Werbung greift auch bei Taxibetrieben

(und -zentralen) in der Stadt. Hier hilft eine gute Dienstleistung

auch aktiv dabei, die unseriöse und nur auf den schnellen

Euro bedachte Konkurrenz kleinzuhalten. Ein Uber-Fahrer, für den

die Krankenfahrt aufgrund der damit verbundenen rechtlichen

Vorschriften uninteressant ist, hat erst recht keine Zeit, sich um

den hilfsbedürftigen Menschen auch noch so rührig zu kümmern,

wie es richtig gute Taxifahrer tun.

Das Personenbeförderungsgewerbe muss zeigen, dass bei aller

Digitalisierung und dem Ziel der Autonomie des Fahrens nach wie

vor der Mensch, der die Beförderung benötigt, im Mittelpunkt

stehen muss.

gs

KRANKENTRANSPORT IST

DER FALSCHE BEGRIFF

Ein Taxiunternehmen hatte auf seiner Website den Begriff

„Krankentransporte“ verwendet. Ein Wettbewerber hatte

das angemahnt, da Krankenfahrten und Krankentransporte

zwei verschiedene, genau definierte Dienstleistungen sind.

Unter den Begriff der Krankenfahrten fällt die „Beförderung

von kranken, verletzten oder sonstigen hilfsbedürftigen

Personen, die während der Fahrt nicht der medizinisch

fachlichen Betreuung durch medizinisches Fachpersonal

oder der besonderen Einrichtungen eines Krankenkraftwagens

bedürfen und bei denen solches aufgrund ihres

Zustands nicht zu erwarten ist“ (Art. 3 Nr. 6 BayRDG).

Krankentransporte sind per Definition „der Transport von

kranken, verletzten oder sonstigen hilfsbedürftigen Personen,

die keine Notfallpatienten sind, aber während der

Fahrt einer medizinisch fachlichen Betreuung durch nichtärztliches

medizinisches Fachpersonal oder der besonderen

Einrichtungen des Krankenkraftwagens bedürfen oder

bei denen solches aufgrund ihres Zustands zu erwarten ist.

Er wird vorwiegend mit Krankentransportwagen durchgeführt“.

Für die Durchführung von Krankentransporten in

diesem Sinne ist gemäß Art. 21 Abs. 1 BayRDG eine Genehmigung

erforderlich.

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat die mehrmalige Verwendung

des Begriffs Krankenfahrten in einem Urteil vom

24. Mai 2022 als Irreführung nach § 5 Abs. 1 S. 2 Alt. 1 UWG

interpretiert, da sie unwahre Handlungen enthält, und den

Taxibetrieb zur Unterlassung verurteilt. (AZ 3 U 4652/21).

Der Streitwert wurde auf 6.000 Euro festgesetzt. sg

TAXI 2. QUARTAL 2022

17


TAXIZENTRALEN

EINE CORONA-

MASSNAHME,

DIE EINZIGARTIG

BLIEB

Obwohl sich die 50/50-Vermittlung während der

Corona-Pandemie bewährt hat, blieb die Taxizentrale

Nürnberg mit diesem Modell einzigartig. Warum

eigentlich?

Mit dem Radikal-Lockdown im März 2020 kam der sturzflugartige

Umsatzeinbruch. In den Städten fand nur

noch jede fünfte Taxifahrt statt, der Rest der Fahrgäste

hatte mangels Veranstaltungen, eingestellter Reisetätigkeiten und

geschlossener Restaurants keinen Bedarf mehr an individueller

Personenbeförderung. Entsprechend hoch fiel auch der Auftragsrückgang

bei den Taxizentralen aus, die teilweise nur noch 20 Prozent

des vorherigen Auftragsvolumens erreichten.

Relativ schnell hatte darauf die Nürnberger Taxizentrale

reagiert, indem man die sogenannte 50/50-Vermittlung eingeführt

hatte. Fortan galt, dass an ungeraden Tagen nur die Taxis

mit ungeraden Taxi-Konzessionsnummern von der Zentrale vermittelt

wurden, an geraden Tagen Taxi-Konzessionen mit geraden

Zahlen. Am 31. Kalendertag eines Monats durften alle am Funk

teilnehmen.

Natürlich gab es zu Beginn internen Widerstand, doch die beiden

Vorstände Christian Linz und Reinhold Gast konnten die

Unternehmer mit vielen Argumenten überzeugen, die sich in der

Realität dann auch schnell bewahrheiteten.

So waren durch die Funkteilung in der Spitzenzeit nie mehr

als 150 Taxis auf der Straße, was es den Unternehmen ermöglichte,

zumindest jeden 2. Tag hinreichenden Umsatz zu erwirtschaften,

der in etwa dem Umsatz des Normalbetriebes

Die Nürnberger 50/50-Regelung wurde auch vom Amtsgericht für

rechtens befunden.

entsprach. Taxiunternehmen mit Personal waren außerdem in

der Lage, für die Nichteinsatzzeit den Mitarbeiter kurzarbeiten

zu lassen. „Damit besteht die Möglichkeit, dass jedes Geschäftsmodell

die derzeit existenzielle Krise ökonomisch aushalten und

überstehen kann“, hatte die Taxizentrale in einem damaligen

Rundschreiben an die Nürnberger Taxiunternehmer mitgeteilt

und diese wohl auch überzeugt, denn im August 2020 hatten bei

einer schriftlichen Mitgliederbefragung über 70 Prozent für eine

Beibehaltung der Regelung gestimmt.

Juristisch gesehen war diese Maßnahme durchaus Neuland.

Das war auch einer der Gründe, warum die Taxizentrale Nürnberg

die einzige Vermittlung geblieben ist, die das bis zur aktuellen

Aufhebung der Corona-Beschränkungen konsequent durchgezogen

hat. „Wir haben uns das damals nicht getraut“, gab Iordanis

Georgiadis, Vorstand der Stuttgarter Taxizentrale, während des

Gründungstreffens der Erfa-Gruppe Taxizentralen zu. Dort hatten

die Nürnberger Vorstände als Gastgeber einen Rückblick auf ihr

Projekt gegeben. Anschließend wurde darüber diskutiert, warum

man damit einzigartig geblieben ist.

MITGLIEDERKLAGE OHNE ERFOLG

Georgiadis war sich nicht sicher, ob diese Maßnahme auch vor

Gericht standhalten würde, wenn die Mitglieder beispielsweise

ihre Beiträge kürzen würden. Reinhold Gast von der

Taxi Nürnberg eG konnte dazu berichten, dass man einen

solchen Prozess vor dem Amtsgericht Nürnberg gewonnen

hatte. Dort hatte man gegen zwei Taxiunternehmer geklagt,

die eigenmächtig die Funkgebühren um die Hälfte gekürzt

hatten. Deren Argumentation war, wenn sie nur noch zur

Hälfte eines Monats an der Vermittlung teilnehmen dürften,

müssten sie auch nur die Hälfte der Gebühren bezahlen.

Gast hielt dagegen, dass man dann an den Tagen,

an denen sie vermittelt würden, die doppelte Summe

bezahlen müsste, da für sie aufgrund des Ausschlusses

der anderen 50 Prozent auch die doppelte Anzahl an

Fahrten übrigblieb. Das sah dann letztendlich auch das

Gericht so, die beiden Unternehmen mussten die gekürzten

Beträge nachzahlen (AZ 30C 1300/21 + 2410/21).

Sie waren zudem aufgrund ihrer eigenmächtigen Kürzung auch aus

der Genossenschaft ausgeschlossen worden, was vor Gericht ebenfalls

standgehalten hat (AZ 35C 1932/21 + 1933/21). Hinterher

FOTO: Taxi Nürnberg eG

18 2. QUARTAL 2022 TAXI


TAXIZENTRALEN

Die alternierende Auftragsvermittlung

zu Coronazeiten haben

die Mitglieder der Nürnberger

Taxizentrale in einer Abstimmung

bejaht.

hatte dann auch der Genossenschaftsverband

Bayern bestätigt,

dass eine 50/50-Vermittlung satzungskonform

ist.

Rechtliche Bedenken waren

für andere Taxizentralen dagegen

weniger der Grund für deren

Zögern. Viele haben in ihren

Städten eine ganz andere Konstellation

vorgefunden. Bei der

Taxi München eG beispielsweise

machen die vermittelten Funkaufträge

nur ein prozentual geringes

Volumen der Gesamt-Tourenzahl

aus, berichtete deren Vorstand

Thomas Kroker. Das liegt unter

anderem auch daran, dass in der

bayerischen Landeshauptstadt

ein dichtes Netz an Standplatztelefonen vorhanden ist. Diese werden

zwar von der Taxizentrale betrieben, doch die Kunden rufen

an der Säule an und bestellen ihren Wagen direkt beim Fahrer des

vordersten Taxis.

Andere Taxizentralen hatten schlicht und einfach das Problem,

dass sie – anders wie in Nürnberg – nicht die einzigen Vermittler

sind und daher die Angst zu groß war, den eigenen Teilnehmer an

die Wettbewerbszentrale zu verlieren. Vor allen Dingen in den Städten,

in denen Free Now aktiv ist, wollte keine etablierte Zentrale das

Risiko eingehen. „Den Effekt, dass die Unternehmer ihre Fahrzeuge

an jedem zweiten Tag stehen lassen, hätten wir in München wahrscheinlich

nicht gehabt“, vermutet Kroker. „Dann wären die Kollegen

an den vermittlungsfreien Tagen eben bei Free Now tätig gewesen.“

So sieht es auch Georgiadis aus Stuttgart. Er hatte damals in

Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde versucht, für alle Konzessionen

eine abwechselnde Betriebserlaubnis zu erreichen, doch

die Behörde hatte sich dazu nicht durchringen können.

Immerhin erlaubten viele Behörden eine zunächst unbefristete

Befreiung von der Betriebspflicht. So auch in Hannover, wie Wolfgang

Pettau, Chef von Hallo Taxi 3811 in Hannover, beim Treffen

der Erfa-Gruppe Taxizentralen berichtete. „Daraufhin haben viele

Taxibetriebe ihre Fahrzeuge stillgelegt und die Mitarbeiter in Kurzarbeit

Null geschickt. Wir sind Ihnen dann entgegengekommen

und haben für diesen Zeitraum auf die Funkgebühren verzichtet.“

Das hat den Unternehmern letztlich sehr geholfen, der Zentrale

blieben allerdings fest einkalkulierte Einnahmen versagt.

In Nürnberg seien dagegen während der Corona-Pandemie kaum

Taxis stillgelegt worden, berichtete Reinhold Gast – und die Zentrale

musste auch auf keine Gebühren verzichten. Trotzdem bleibt

Nürnberg in Sachen 50/50-Vermittlung ein Einzelfall – hoffentlich

auf immer und ewig, denn wenn Covid-Ausbrüche weiterhin einen

so milden Verlauf nehmen, werden die Vermittlungszahlen in den

Taxizentralen wahrscheinlich nie mehr so einbrechen, dass man

eine 50/50-Regelung einführen muss. In Nürnberg läuft übrigens

seit Mitte August 2021 auch wieder alles seinen gewohnten Gang.

Die Vermittlungszahlen haben zumindest tagsüber und in den

Wochenendnächten wieder das Niveau von früher.

jh

TAXIGEWERBE WILL AN DIE ÖPNV-FÖRDERTÖPFE

FOTO: BVTM

Das Taxigewerbe kämpft um finanzielle

Unterstützung durch die öffentliche Hand.

Das neue Personenbeförderungsgesetz

(PBefG) sieht eine solche Hilfe explizit

vor. Dafür müssen jetzt die Landes-Nahverkehrsgesetze

angepasst werden.

Mit dieser Forderung geht der Bundesverband

Taxi und Mietwagen (BVTM) in die

Offensive. Hintergrund: Mit der Novelle

des Personenbeförderungsgesetzes im

vergangenen Jahr wurden neue Formen

der Mobilität ermöglicht – der Linienbedarfsverkehr

sowie der gebündelte

Bedarfsverkehr. „Damit unterliegt das Taxi

auch hier den ÖPNV-Pflichten. Es kann

aber nicht sein, dass nur Pflichten fixiert

werden und bei der Finanzierung macht

sich Vater Staat einen schlanken Fuß“,

Michael Oppermann vom BVTM forderte

beim deutschen Nahverkehrstag

ÖPNV-Subventionen für das Taxi.

der Tarifpflicht gesetzlich genau reglementiert,

beschreibt Oppermann den Ist-

Zustand und nennt die Notwendigkeit für

eine künftige Integration des Taxis: „Dort,

wo heute leere Busse übers Land fahren,

kommt ein Taxi wie gerufen. Diese Form

der On-Demand-Mobilität ist oft günstiger

für den Staat und komfortabler für die

Menschen.“

Oppermann fordert daher, dass solche

flexiblen Mobilitätskonzepte in die

ÖPNV-Finanzierung aufgenommen

werden sollen, damit sie auch in dünn

besiedelten Regionen funktionieren. „Die

öffentliche Hand muss hier schnellstmöglich

eingreifen, denn sonst geben

noch mehr Taxiunternehmen auf – und

dann bleibt vielen Menschen auf

kritisierte Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands

Taxi- und Mietwagen (BVTM), bei einem Auftritt

während eines dreitägigen ÖPNV-Kongresses in Koblenz.

„Busse und Bahnen werden von Vater Staat großzügig bezuschusst.

Das Taxi ist Teil des ÖPNV, aber bei der Finanzierung

außen vor. Das muss sich ändern, wenn es auch künftig individuelle

Mobilität für alle rund um die Uhr geben soll“, lautete

Oppermanns Credo.

Das Taxi sei zugleich die personalintensivste Form der Beförderung

dem Lande nur noch der Umstieg

aufs eigene Auto. Das kann nicht

gewollt sein.“

Auf dem Nahverkehrstag in Koblenz

legte der Bundesverband Taxi und

Mietwagen daher ein umfangreiches

Konzept vor, wie in den einzelnen

Landesverkehrsgesetzen der Länder

eine entsprechende Finanzierung

Taxi-Konzept für

den Nahverkehrsplan.

und werde mit der Beförderungs-, der Betriebs- und umgesetzt werden könnte.

jh

TAXI 2. QUARTAL 2022

19


E-TAXIS

DOPPELINTERVIEW

MIT DR. ANJES TJARKS

UND DIRK RITTER

»ES GEHT, UND

SEIEN SIE MUTIG!«

Das Hamburger „Projekt Zukunftstaxi“ wurde vor gut einem

Jahr ins Leben gerufen. Seitdem wurden fast 200 Elektro-

Taxis in der Hansestadt zugelassen, davon auch einige mit

Rollstuhlausrüstung. Das finanzielle Förderprogramm wurde

bislang voll ausgeschöpft. Dr. Anjes Tjarks ist Hamburgs

Senator für Verkehr und Mobilitätswende. Er hat das Projekt

politisch angestoßen. Dirk Ritter ist Leiter des Sachgebiets

Aufsicht und Genehmigungen. Er hat das Projekt umgesetzt.

Beide ziehen im großen Taxi Times-Interview Bilanz.

TAXI TIMES: Herr Tjarks und Herr Ritter, durch den Erfolg

des „Projekts Zukunftstaxi“ gilt Hamburg als Vorbild. Wie

oft haben sich schon andere Städte nach Ihrem Erfolgsrezept

erkundigt?

DR. ANJES TJARKS: Bei mir persönlich an zwei sehr zentralen

Orten: Einmal haben wir über das Projekt im Rahmen des World

Economic Forums geredet, einem Unterforum von Davos. Zum

anderen habe ich an einer von der Deutschen Telekom organisierten

Taxi-Veranstaltung teilgenommen und konnte das Projekt

damit an das ganze bundesdeutsche Taxigewerbe adressieren.

Die Rückmeldung ist groß, das Interesse ist groß. Viele Städte

haben auch bilateral nachgefragt.

DIRK RITTER: Wir bekommen Nachfragen von Genehmigungsbehörden

anderer Städte. Wenn wir dann schildern, wie

komplex das Thema ist und wie viel Aufwand betrieben werden

muss, wird erst mal geschluckt. Dann wissen alle, dass

Jedes der mittlerweile 200 Hamburger E-Taxis hat als Erkennungsmerkmal

einen grünen Außenspiegel.

dies kein Selbstgänger

ist. Man muss schon gut

aufgestellt sein, um das zu

machen. Nichtsdestotrotz ist

das Interesse groß, das ist ein gutes

Zeichen.

Welche Tipps geben Sie?

TJARKS: Es geht, und seien Sie mutig. Ich betone dabei auch

immer, dass es die Beteiligten auch selbst wollen. Die Taxifahrerinnen

und -fahrer stehen dem Thema offen gegenüber. Sie

kommen aus der Praxis und merken jeden Tag, dass es funktioniert

– auch, weil die Kunden danach fragen.

RITTER: Das Wesentliche ist die Kommunikation mit den Playern.

Ihnen gegenüber weisen wir stets darauf hin, dass dieses

Projekt keine behördlich verordnete Maßnahme ist, sondern ein

Projekt, das gemeinsam mit dem Gewerbe entwickelt wurde,

um die Zukunftsfähigkeit der Taxibranche sicherzustellen. Es

ist sehr wichtig, einen gemeinsamen Konsens zu finden, daraus

eine Zukunftsstrategie zu entwickeln und dann Step by Step die

Sachen einfach abzuarbeiten. Dann bekommt das eine positive

Eigendynamik.

Neben dem Finanztopf braucht es auch eine gut aufgestellte

Behörde, um ein solches Projekt organisatorisch und verwaltungstechnisch

zu stemmen.

TJARKS: Ich habe hier bei meinem Amtsantritt eine Taxenbehörde

vorgefunden, die nicht nur selbst mehr als in Ordnung ist,

sondern die auch den Markt in Ordnung hält. Es geht ja nicht

nur um die Emissionsfrage, es ging schon lange vorher um die

Bekämpfung von Sozial- und Lohndumping. Das ist ein Thema,

das am Anfang Marktrestriktionen hervorgerufen hat, wo im Endeffekt

nun aber alle dankbar sind. Welcher Unternehmer möchte

im Wettbewerb mit Leuten stehen, die eigentlich Sozialdumping

betreiben? In diesem Zusammenhang hat es also auch schon in

der Vergangenheit sehr viel Kommunikation der Behörde mit den

Marktakteuren gegeben. Dabei haben wir gemerkt, dass auch die

Taxenunternehmer, Vermittlungszentralen und Fahrerinnen und

Fahrer sagen, sie müssen sich dem Thema E-Mobilität stellen. Alle

wissen, dass emissionsfreies Fahren am Ende doch besser ist als

Fahren mit Emissionen.

Herr Ritter, wir unterstellen Ihnen mal, dass Sie und Ihre

Abteilung vor dem Projekt auch schon genug zu tun hatten.

Wie haben Sie das also gestemmt?

FOTOS: Reuss, Henning Angerer, Freie und Hansestadt Hamburg

20 2. QUARTAL 2022 TAXI


E-TAXIS

Wie sieht es herstellerseitig aus?

TJARKS: Zum einen fahren schon einige eVito von

Mercedes und auch das eine oder andere London Taxi

von LEVC. Beide Firmen haben dieses Projekt auch

begleitet.

Senator Dr. Anjes Tjarks

(links) und Sachgebietsleiter

Dirk Ritter (rechts)

RITTER: Das ist letztendlich eine Frage der Prioritäten und der

Organisation. Im Rahmen der Digitalisierung, die wir im Laufe

der letzten drei bis vier Jahre erlebt haben, haben wir die Abläufe

verbessern können. Zudem haben wir extrem motivierte und

„lustreiche“ Mitarbeiter. Alle arbeiten lieber einen Tag mehr als

einen zu wenig.

Das „Projekt Zukunftstaxi“ hat von Beginn an elektrisch

betriebene Inklusionstaxis eingeschlossen. Wo sehen Sie das

Taxigewerbe allgemein und welchen Beitrag kann es speziell

beim Thema Inklusion leisten?

TJARKS: Die Situation war ehrlicherweise für eine moderne

Großstadt nicht trag- und hinnehmbar. Wir hatten vier Taxen

für die vielen Menschen, die in Deutschland auf eine Beförderung

im Rollstuhl angewiesen sind – mit der Folge, dass diese

Menschen in der Punkt-zu-Punkt-Bedienung nicht mobil waren.

Es ist eine Aufgabe der Politik, an diese Menschen zu denken

und ihnen ein Angebot zu schaffen, das eine möglichst reibungslose

Bedienung ermöglicht. Da setzt das „Projekt Zukunftstaxi“

an. Unser Ziel ist es, von den vier Taxen auf etwa 50 Inklusionstaxen

zu kommen.

Die Inklusions-Förderung fällt in die Zuständigkeit des Ressorts

für Gleichstellung. Wie schwierig bzw. einfach war hier

die Abstimmung mit der Senatorin und Zweiten Bürgermeisterin

Katharina Fegebank?

TJARKS: Frau Fegebank und ich haben da eine enge Abstimmung.

Wir kennen uns seit über zwanzig Jahren und vertrauen

uns zu 100 Prozent. Zudem kenne ich die Landesbeauftragte

für die Anliegen von behinderten Menschen persönlich. Ich habe

auch mit den Taxlern, die diese Fahrzeuge betreiben, gesprochen:

Sie sehen es als menschlich erfüllenden Job, Leute zu fahren, die

bisher nicht mobil waren und damit vom öffentlichen Leben in

Teilen ausgeschlossen waren. Das erscheint mir als eine große

Win-win-Situation und man fragt sich, warum das bisher nicht

als solche erkannt worden ist.

Wie ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur im vergangenen

Jahr von politischer Seite aus vorangetrieben

worden?

TJARKS: Für uns ist wichtig, dass wir in allen Bereichen

der Stadt ein Ladeinfrastruktur-Netz schaffen. Neben der

Ladesäule am Flughafen haben wir mittlerweile auch im Stadtgebiet

zwei Schnellladesäulen nur für Taxen eröffnet. Wenn wir

2.800 Taxen auf E-Antriebe umstellen wollen, müssen wir klar

in den Markt kommunizieren, dass wir auch weitere exklusive

Schnellladesäulen für Taxen zur Verfügung stellen. Unser Ziel

ist es, 30 Schnellladesäulen aufzustellen, die ausschließlich für

Taxifahrer sind.

Können Sie uns kurz skizzieren, wie Sie das umsetzen wollen?

RITTER: Wir erarbeiten gemeinsam mit den großen Vermittlern,

wo sich die maßgeblichen Aufstellorte für die Hamburger Taxen

befinden, damit wir bezirksmäßig die Prioritäten setzen können.

Das Wesentliche ist: Wir haben uns vom Konzept verabschiedet,

dass wir auf öffentlichen Plätzen nach weiteren geeigneten Plätzen

suchen. Das würde dann auch in Konkurrenz zum grundsätzlichen

öffentlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur stehen,

zumal solche öffentlichen Plätze in einer Stadt rar gesät sind.

Also haben wir den Projektgedanken fortgedacht und gehen nun

auf die Privatwirtschaft zu, indem wir diese mit Ladeinfrastrukturanbietern

zusammenbringen. High Solutions und die Handelskammer

sind dabei unsere Partner.

Spielt die Privatwirtschaft dabei mit?

RITTER: Ja, sie bejahen das, weil sie sowieso Nachhaltigkeit

in ihren Statuten haben. Wenn uns beispielsweise zwei Plätze

zur Verfügung gestellt werden, sorgen wir als Stadt dafür, dass

dies ein Taxistand wird. Das hat am Standort Alsterdorfer Markt

super geklappt, die Fläche dort gehört der Evangelischen Stiftung.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass wir keine

bisherigen Taxistände wegnehmen, sondern für neue sorgen.

TJARKS: Wir glauben, dass die privaten Institutionen durchaus

ein Interesse haben, das zu machen. Zum einen wegen ihrer

Nachhaltigkeitsstrategie und zum anderen haben Institutionen

wie Krankenhäuser ein vitales Interesse, dass Taxis vor ihrer

Haustüre stehen.

An der Stelle ist es dann ja erst recht wichtig, wenn das Taxi

dann auch Rollstühle befördern kann.

TJARKS: Die Evangelische Stiftung Alsterdorf ist dafür das Paradebeispiel,

denn die setzen sich federführend für die Betreuung

von Menschen mit Behinderung ein.

Danke für das Interview.

TJARKS: Ich bedanke mich auch bei Ihnen für Ihre Mitwirkung

als Projektpartner.

TAXI 2. QUARTAL 2022

21


HAMBURG

NEUES GELD –

NEUE FÖRDERUNG

Der Hamburger Senat hat

eine Aufstockung des

»Projekts Zukunftstaxi« beschlossen.

Der Etat war sofort wieder vergriffen.

NOCH

EXKLUSIVER

Mitte Juni wurde in Hamburg-Eidelstedt

ein zweiter exklusiver Taxistand für

E-Taxis eingeweiht. Dort kann mit bis zu

160 kW geladen werden.

Eine weitere Million Euro wird ab sofort in die zweite Förderstufe

des „Projekts Zukunftstaxi“ fließen. Mit diesem

Geld wird man als Ausgleich für die betrieblichen Mehrkosten

100 (!) weitere E-Taxis mit jeweils 5.000 Euro fördern. Darüber

hinaus sind Fördergelder für zehn elektrisch angetriebene

Inklusionstaxis ausgelobt worden. Neu ist hier die Fördersumme:

Anstatt wie bislang 10.000 Euro stehen dann 20.000 Euro

pro Förderantrag zur Verfügung. Im Sinne der Gleichbehandlung

werden die Förderanträge für 30 E-Inklusionstaxi-

Förderungen angepasst. Konkret heißt das, dass sich

die Fördersumme verdoppelt.

NACH EINER WOCHE ALLE WEG

Nur eine Woche nachdem die Bürgerschaft zusätzliche

Mittel für

das „Projekt

Schon jetzt sind die E-Taxis nicht

mehr aus Hamburg wegzudenken.

Zukunftstaxi“

bereitgestellt

hat, sind alle

zusätzlichen

Förderanträge bereits

vergeben. Die Frist für

die Inbetriebnahme der

E-Taxis (bislang 30. Juni

2022) wird auf den 31.

Dezember 2022 ausgeweitet.

Das Ersuchen für eine

dritte E-Taxi-Förderstufe ist

von der Hamburgischen

Bürgerschaft bereits ausgesprochen

worden. Die

notwendigen Fördermittel

sind schon beantragt. sg

NOCH MEHR

HAMBURGER

TAXITHEMEN

Zur Eröffnung des

HPC-Charger am

neuen Taxistand am

S-Bahnhof Eidelstedt

war auch Hamburgs

Verkehrssenator

Dr. Anjes Tjarks

(Mitte) erschienen.

Der neue Taxistand stellt eine echte Hamburger

Premiere dar, ist er doch der erste Taxistand

im öffentlichen Raum, der über eine Ladesäule

verfügt. Damit die Exklusivität gesichert ist, wurde

der Stellplatz vor der Ladesäule mit entsprechenden

Bodenmarkierungen und Schildern versehen.

Betrieben wird die Ladesäule von Stromnetz Hamburg

im Rahmen des „Projekts Zukunftstaxi“. An dem

HPC-Charger (High Power Charger) kann mit maximal

160 kW geladen werden. Sind beide Ladepunkte (CCS) in Benutzung,

dann stehen maximal 80 kW Ladestrom zur Verfügung.

Alternativ kann auch mit Wechselstrom (max. 22 kW) geladen

werden. Die Besonderheit an diesem Taxiposten ist, dass dort

die Fahrzeuge neben Funkaufträgen auch Laufkundschaft anund

aufnehmen dürfen.

Im Umkehrschluss bedeute dies aber, dass die Nutzung der

Ladesäule in Verbindung mit einer Pause nicht zulässig ist, wie

Dirk Ritter von der Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende

betont.

Aktuell sind knapp 180 E-Taxis in Hamburg unterwegs.

Damit die Ladeinfrastruktur für die angepeilten 460 E-Taxis

ausreicht, sind insgesamt 40 DC-Ladesäulen geplant. sg

FOTO: BVM

22 2. QUARTAL 2022 TAXI


MÜNCHEN

BRENNENDES TAXI

Weil in der Hofeinfahrt der Münchner

Taxigenossenschaft ein Taxi in Brand

geriet, mussten die Bürogebäude

inklusive Telefonzentrale evakuiert

werden.

GESTAFFELTE PREISE

In München gelten seit 1. Juni

neue Taxipreise. Neben einer Preisanpassung

wurden auch drei

kilometerbezogene Festpreis -

optionen eingeführt.

FOTOS: Taxi München eG, Graphik Raufeld

Beim Versuch, den Brand selbst zu löschen, erlitt der Fahrer

Verbrennungen an seiner Hand sowie eine Rauchgasvergiftung.

Die herbeigerufene Feuerwehr konnte das Taxi

löschen. Da es allerdings zuvor zu einer starken Rauchentwicklung

gekommen war, war giftiger Brandrauch auch in zwei angrenzende

Bürogebäude gezogen, der dann von der Feuerwehr mit Hochleistungslüftern

aus den Gebäuden geblasen werden musste.

Während dieser Zeit mussten auch die Mitarbeiter*innen

der Telefonzentrale der Taxi München eG unbeschadet das

Gebäude verlassen. „Die Fahrtenvermittlung war

dadurch allerdings nicht beeinträchtigt“, bestätigte

Taxi-München-eG-Vorstand Thomas Kroker auf Nachfrage

von Taxi Times. Man habe sofort zusätzliche

Mitarbeiter*innen informiert, die dann von ihren

Homeoffice-Arbeitsplätzen aus die Taxibestellungen

aufgenommen haben.

Weil die Taxibranche auch während des Corona-Lockdowns

weiterhin die mobile Daseinsvorsorge aufrechterhalten

hat, hatten Taxizentralen in ganz Deutschland

auf Homeoffice umgestellt und dies auch nach den Lockerungen

noch teilweise aufrechterhalten. „Das kam uns

nun zugute“, berichtet

Kroker.

Laut übereinstimmender

Medienberichte

entstand am Taxi Totalschaden

und am Gebäude

ein Sachschaden von

rund 15.000 Euro. jh

Beim Brand dieser

E-Klasse wurde auch die

Decke der Hofeinfahrt

stark beschädigt.

NOCH MEHR

MÜNCHNER

TAXITHEMEN

Bis zu einer Höchstgrenze von 5, 10 oder 45 Kilometern kann ein

Fahrgast auch einen Festpreis bezahlen.

Weitaus schneller als allgemein üblich hat

die Landeshauptstadt München eine vom

Taxigewerbe beantragte Anpassung der

Taxitarife bewilligt. Zwischen Antragstellung und Gültigkeit

zum 1. Juni 2002 waren nur wenige Wochen

vergangen. Neu im Münchner Taxitarif sind seitdem

Festpreisoptionen, die für drei Entfernungsstufen definiert

sind. Zum Festpreis von 20 Euro kann man eine

Taxifahrt bis zu maximal 5 Kilometer buchen, bis maximal

10 Kilometer sind es 34 Euro, bis maximal 45 Kilometer

115 Euro.

BEI STAU PROFITIERT DER KUNDE

Der Tarif kann vom Kunden optional vor Antritt der Fahrt

gewählt werden. Überschreitet eine zum Festpreis vereinbarte

Fahrt die maximale Entfernung, schaltet sich ab dem Moment

automatisch der Taxameter ein. Ohne vorherige Festpreisvereinbarung

wird der Fahrpreis wie bisher auch per Taxameter

ermittelt.

„Interessant sind die Tarife dann, wenn die Verkehrslage

Staus erwarten lässt, die sich negativ auf den Gesamtfahrpreis

auswirken“, wird das Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR)

als zuständige Genehmigungsbehörde in der „Süddeutschen

Zeitung“ zitiert. Sie sollen zudem die Kosten planbarer und

transparenter machen.

jh



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TAXI 2. QUARTAL 2022

23


BERLIN

EIGENER

FLUGHAFENTARIF

Seit 1. Juni gilt für Taxifahrten vom

Berliner Flughafen ein eigener Tarif.

Programmieren müssen ihn alle

Berliner Taxis.

ERFOLGREICHE

IHK-WAHL

In der Berliner Industrie- und

Handelskammer (IHK) sind künftig

innerhalb des Fachbereichs Verkehr

zwei Taxiunternehmer vertreten.

Eigentlich dürfen sich am Flughafen BER nur 400 der

aktuell zugelassen 5.800 Berliner Taxis aufstellen, den

neuen Tarif müssen jedoch alle Berliner Taxis in ihre

Taxameter einprogrammieren – ebenso wie übrigens auch die

im Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) zugelassenen Taxis, auf

deren Gebiet sich der Hauptstadtflughafen befindet.

Zur Begründung verweist die Berliner Behörde auf die

kürzlich erlassene Verordnung, Absatz 1, Satz 2: „Der Flughafentarif

gilt für Fahrten, die am Flughafen Berlin

Brandenburg beginnen.“

GILT AUCH BEI VORBESTELLUNGEN

Damit ist für die Behörde klar, warum auch Taxis ohne

BER-Ladeberechtigung die neue Tarifstufe brauchen:

„Der BER gehört zum Pflichtfahrgebiet aller Berliner

Taxen. Vorbestellungen betreffen daher nicht nur die

direkt am BER ladeberechtigten Berliner Taxis, sondern

eine Vorbestellung ab BER kann nur abgelehnt

werden, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen

oder kein Taxi zu dem gewünschten Zeitpunkt verfügbar

ist. Insofern haben auch Taxen ohne BER-Ladeberechtigung

nicht einfach die Möglichkeit, eine Vorbestellung ab

dem BER abzulehnen,

und müssten für diesen

Fall auch diese

Tarifstufe schalten

können. Eine Ablehnung

aufgrund des

fehlenden Tarifs wäre

nicht zulässig“, so die

Für Taxifahrten vom Berliner Flughafen

nach Berlin gilt ein neu geschaffener

Flughafentarif

Senatsverwaltung auf

Nachfrage von Taxi

Times.

ar

NOCH MEHR

BERLINER

TAXITHEMEN

Boto Töpfer

(links) und

Michael Klewer

vertreten das

Berliner Taxigewerbe

in der

IHK.

Dabei ist mit Boto Töpfer ein langjähriger IHK-

Vertreter erneut bestätigt worden, während

mit dem Unternehmer Michael Klewer ein

Neuling für das Taxigewerbe innerhalb der IHK tätig

wird. Beide hatten sich innerhalb der Wahlgruppe „Verkehr,

Mobilität, Logistik“ – Untergruppe „Dienstleistungen“

erfolgreich zur Wahl gestellt. Insgesamt

besteht diese Gruppe aus drei gewählten Vertretern

und sieben Nachrückern, zu Letzteren zählt beispielsweise auch

der Chef der Berliner S-Bahn.

Boto Töpfer ist ein alter Hase, der bereits seit Jahren in der

IHK sitzt und im Taxigewerbe nicht nur als Erster Vorsitzender

des Taxiverbandes Berlin, Brandenburg e. V. bekannt ist, sondern

zudem unter anderem durch die effektive Organisation

von Leitstellen (etwa an Impfzentren und Messen) und die Ausarbeitung

von Taxi-Verkehrskonzepten (wie z. B. am ZOB).

Michael Klewer ist dagegen erstmalig gewählt worden – und

war nach eigener Aussage selbst etwas überrascht von seiner

Wahl. Er ist jedoch im Gewerbe kein Unbekannter, seit er letztes

Jahr mit einer Strafanzeige gegen die damalige Verkehrssenatorin

Regine Günther für Aufsehen sorgte.

ar

FOTOS: Axel Rühle

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24 2. QUARTAL 2022 TAXI


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IN EIGENER SACHE

NEUE WEGE

BEIM SPRACHROHR

DER TAXIBRANCHE

Umsatzeinbußen von über 70 Prozent bei den

Werbeeinnahmen erfordern bei der Taxi Times

eine große Umstellung.

FOTO: Pixabay

Seit es Taxi-Fachzeitschriften gibt,

wurde deren Finanzierung zu

einem großen Anteil durch Werbekunden

aus der Taxi-Industrie sichergestellt.

Den wichtigsten Anteil trugen dabei

die Fahrzeughersteller, allen voran Mercedes

und Volkswagen. Sie haben mit ihren

Werbebuchungen den Taxi Times-Lesern

ermöglicht, wichtige Informationen zu ihrer

Branche nahezu kostenlos zu erhalten – in

unserem Fall 4-mal pro Jahr eine Taxi Times-

Ausgabe und tagesaktuell wichtige News

über das Online-Portal www.taxi-times.com.

UMSATZEINBRUCH UM

70 PROZENT

Mittlerweile haben aber zahlreiche externe

Faktoren zu einem deutlichen Rückgang

der Werbebuchungen geführt, vor allen

Dingen in diesem Halbjahr. Im Vergleich

zu den Vorjahren ist der Werbeumsatz bei

Taxi Times um über 70 Prozent eingebrochen.

Was solche Umsatzeinbußen bedeuten,

weiß die Taxibranche seit dem

Ausbruch der Corona-Pandemie (leider)

nur allzu gut.

Die Konsequenz für Taxi Times lautet

daher: Wenn die Finanzierung eines Verlags

nicht auf sicheren Füßen steht, dann

kann ein Verlag seine Arbeit nicht mehr

ausschließlich kostenfrei anbieten. In der

Folge können aufwendig recherchierte

Fachinformationen nicht mehr frei zugänglich

veröffentlicht werden, sondern werden

zukünftig gegen einen kleinen Obolus den

Lesern angeboten. Die spannende Frage der

nächsten Wochen wird für die Taxi Times-

Redaktion daher sein: Kann und will sich

die Taxibranche eine eigene Fachzeitschrift

leisten? Das Team von Taxi Times hofft auf

ein deutliches „JA“ seiner Leserschaft! Weitere

Informationen dazu folgen in Kürze.

Parallel zu dieser Umstellung hat der

Taxi-Times-Verlag allen Taxizentralen und

-verbänden eine Kooperation vorgeschlagen.

Sie bietet unter anderem die Möglichkeit,

für die Funkteilnehmer bzw. für die

Verbandsmitglieder ein Abonnement der

Printausgabe zu einem vergünstigten Preis

zu erhalten.

Die Idee ist, dass jedes Verbandsmitglied

bzw. jede*r Funkteilnehmer*in

4-mal pro Jahr eine Ausgabe der Taxi Times

und zudem einen kostenfreien Zugang zu

allen Inhalten auf der Taxi Times-Website

erhält.

KOOPERATION MIT ZENTRALEN

Der Effekt dieser Kooperation ist eine echte

Win-win-Situation für alle Beteiligten. Die

Taxizentralen und -verbände können ihren

Mitgliedern einen weiteren Mitgliedsvorteil

in Form eines vergünstigten Bezugs der

Taxi Times bieten, die Fahrer*innen und

Mitglieder sind stets aktuell informiert und

der Taxi-Times-Verlag kann dank einer kalkulierbaren

Einnahme seinen Service weiterhin

anbieten.

Taxiunternehmer*innen, die einer Zentrale

angeschlossen sind bzw. einem Taxiverband

oder einer Interessengemeinschaft

angehören, sollten sich daher bei ihrer

Zentrale / ihrem Verband erkundigen, ob

eine solche Kooperation besteht. jh

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH

Persiusstr. 7

10245 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0)30/55 57 92 67-0,

E-Mail: info@taxi-times.com,

Internet: www.taxi-times.com

Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

Stadtsparkasse München

BLZ 70150000, Kontonummer 1003173828

IBAN: DE89701500001003173828

BIC: SSKMDEMM

UST-ID: DE293535109

Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion redaktion@taxi-times.com

Simon Günnewig (sg), Jürgen Hartmann (jh, V.i.S.d.P.),

Axel Rühle (ar)

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Gisela Spitzlei (gs)

Grafik & Produktion

Katja Stellert (Artdirektion),

Ivan Cottrell;

Raufeld Medien GmbH,

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