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22-07-08 Kuechenplaner

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Ausgabe 7/8 / 2022

Küchenverbände –

KüchenTreff sagt

„Danke, Franz“

▶ 16

Eurocucina –

Electrolux kreiert

neues Küchenkonzept

▶ 28

Fachkräfte –

Dramatischer Appell

der Möbelfachschule

▶ 62


Die Verbundgruppe führender Küchenspezialisten in Europa

Wir haben es geschafft!

Mit dem Erfolgs programm für Nachfolger und Existenzgründer

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Mit der starken Marke

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Impulse/Ansichten

Im Daueralarm

Die Sache mit der Glaskugel schien geklärt. Sie nutzt nichts

bei der Zukunftsbetrachtung. Endlich Raum für Realismus?

Die Lage ist schlimmer. Kaffeesatzleserei unterschiedlichster

Weltsicht treibt die Stimmung in den grenzroten Alarmbereich.

Und beständig darüber hinaus.

Der Konjunktiv hat Konjunktur und kleidet sich bevorzugt als

„könnte“. Es könnte dieses oder jenes stattfinden. Wenn etwas geschieht

oder nicht oder versäumt wird zu tun. Die nächste Coronawelle

könnte noch viel schlimmer werden, die nächste Virusvariante

noch viel ansteckender. Die nächste Hitzewelle könnte

heißer werden denn je, das nächste Unwetter noch mehr Regen,

Hagel und Tornados bringen. Putin könnte den Gashahn nach

der turnusmäßig anberaumten Technikwartung geschlossen

halten (Stand 19. Juli 2022). Die Inflation könnte noch viel höher

ausfallen, der Aufwand für Energie weiter steigen.

Wer gerne zusätzlich Alarmstimmung verbreitet, kommt gerade

auf seine Kosten. Und wer den Konjunktiv für Fortgeschrittene

beherrscht, hat Chancen auf eine großformatige Schlagzeile,

einen tausendfach gelikten Social-Media-Post oder einen Talk

im TV. Diese Experten jedweder Fachrichtung (Alarmismus ist

eine Frage der Mentalität statt des Arbeitsplatzes) kombinieren

„könnte“ mit „wenn“ und modellieren so einen destruktiven Sog

feinster depressiver Güte. Unter Missachtung jeglichen psychologischen

Grundwissens. Oder gerade damit.

Es wird auf Zukunftsoptionen hin gesorgt, beklagt und geängstigt.

Und gewarnt. Deutschland am Boden, wenn . . . , ja wenn . . . !

Ja was, wenn? Ganz bestimmt, wenn die Alarmisten gleich welchen

Lagers die Diskussionen beherrschen und weiter zusätzlich

Angst und Schrecken verbreiten. Die Betonung liegt auf zusätzlich.

Dass sich Minister und Unternehmenslenker mit krisenhaften

Szenarien beschäftigen und Risiken aufzeigen müssen,

bleibt davon unberührt. Was daran so bitter ist: Es gibt wahrlich

genug Gründe für Unsicherheit und Besorgnis. Für selbstkritische

Standortbestimmungen und mutige Verhaltensänderungen.

Auch, aber nicht nur wegen der akuten Energiediskussion,

die an dieser Stelle keineswegs verharmlost werden soll. Diese

Zustände rund um die drängenden Probleme von Corona über

Energie und Klima bis Putin (oder umgekehrt) fordern aber einen

möglichst kühlen Kopf. Und keine zusätzliche und vorauseilende

Hysterie, vor der selbst das schlangenfokussierende

Kaninchen wie ein rosa Optimismus-Schlumpf wirkt. Seriöse

Prognosen sind einfach zu schwierig geworden, als dass damit

leichtfertig umgegangen werden sollte. Szenarien können zutreffen

oder nicht, mal noch viel schlimmer werden als gedacht oder

auch nicht. Fast meint man, es habe sich ein Wettprognostizieren

etabliert. Nach dem Motto: Wer hat die schlimmste aller Mutmaßungen.

Auch in der Küchenbranche mehren sich die Sorgen. Bei der logistik-

und rohstoffgestressten Industrie nachvollziehbar als

Dauerzustand. Und im Handel je nach Vermarktungsidee in unterschiedlicher

Intensität. Auf der Großfläche und im Discount,

so heißt es, sei das Sommerloch nicht nur eine Frage der Temperatur.

In der höherwertigen und hochwertigen Küchen- und

Wohnraumplanung liefe es hingegen ordentlich. Das kann unterschiedlich

betrachtet werden. Je nachdem, welcher Referenzwert

herangezogen wird. Meist ist das der Umsatz. In dieser Hinsicht

war 2011 ein besonderer Jahrgang mit überproportionalen Steigerungen

auf ohnehin hohem Niveau. Schon seit mehr als zehn

Jahren surfen Industrie und Handel auf einer beispiellosen Erfolgswelle.

Corona hat der Nachfrage einen zusätzlichen Booster

verpasst, wie wir inzwischen wissen.

Wer nun mit Blick auf die real abgekühlte Küchenkonjunktur

des laufenden Jahres bereits eine tiefgreifende Krise manifestiert

sieht, verliert sich in voreiliger Schwarzmalerei. Ist es nicht

auch so, dass der überhitzte Küchenmarkt von einer etwas gemäßigteren

Fahrt sogar profitieren könnte? (paradoxer Alarmismus!)

Denn viele Unternehmen in Industrie und Handel hat die

extreme Nachfrage der letzten beiden Jahre bis an die Grenze der

Leistungsfähigkeit gebracht. Dabei geraten oft interne Strukturen

aus dem Blick.

Die Phase der Warenverteilung ist vorbei, die Budgets der Kücheninteressierten

immer öfter beschränkt. Wegen der immensen

Steigerungen bei den Energie- und Lebenshaltungskosten. Es

kommt im Handel mehr denn je auf Kernkompetenzen an: fachkundige

Beratung, tragfähige Strategien und eine vertrauensvolle

Beziehungspflege. Damit rücken die eigenen Einflussfaktoren

nach vorn. Was nicht unbedingt bequem sein muss: Jüngst

wandte sich die Möbelfachschule in Köln mit einem Brandbrief

an die Öffentlichkeit. Mit einer deutlichen Botschaft: Die Branche

muss aufwachen und sich für die Ausbildung von Fachkräften

engagieren. Wörtlich heißt es: „Wenn es so weitergeht, stehen

wir in wenigen Jahren ohne jeden fähigen Nachwuchs da.“ Diese

Einschätzung wiederum hat nichts mit Alarmismus zu tun und

kommt auch nicht aus dem Kaffeesatz.

Dirk Biermann

Chefredakteur KÜCHENPLANER online/offline

7/8/2022 KÜCHENPLANER 3


Inhalt

Foto: Biermann

Foto: MöFa

16 62

Die KüchenTreff-Familie traf sich nach zwei Jahren wieder persönlich.

Emotionaler Höhepunkt: Die offizielle Verabschiedung

von Ex-Geschäftsführer Franz Bahlmann (Foto rechts).

Sabine Ganzkow (Foto), Schulleiterin der MöFa in Köln, sagt, wie

es ist: „Wir sind darauf angewiesen, dass die Küchenstudios mitmachen.

Sonst stehen wir bald ohne fähigen Nachwuchs da.“

Ansichten

3 Im Daueralarm

Markt + Menschen

6 Personalien aus der Küchenbranche

10 AMK: Die Ansprüche der Verbraucher steigen stetig

15 TechniStone: Einzug ins IDF34

Küchenverbände

16 KüchenTreff sagt „Danke, Franz“

Hausgeräte

20 Konzept „Gro“: Wenn die Küche für uns sorgt

24 Mein Blick auf Küche: Kochhandwerk schlägt KI

27 V-ZUG: Diskutieren und genießen auf der EuroCucina

28 Miele: Der Algorithmus hilft beim Kochen

Produkte

32 „Lapitec Chef“: Kochen auf dem Pad

34 Smeg: Like Galileo Galilei

39 Haier: Gerätewelt im Wandel

40 Atoll: Alles an einem Tisch

43 berbel: Technologien für gute Luft

47 20 Jahre „Slide&Hide“: Gelungenes Versteckspiel

Hausgeräte/IFA 2022

48 Schott: „So macht Kochen einfach mehr Spaß“

52 Vorschau: Neuheiten auf der IFA 2022

Küchenmöbel

54 SieMatic: Zusammenspiel der Gegensätze

56 Schüller/next125: In Mailand unter einem Messe-Dach

57 Blum: Räume flexibel nutzen

58 Nolte Küchen: „nolteneo“ mit vielen Extras

Betriebsmanagement

60 Was jetzt auf den Küchenhandel zukommt

Fachkräfte

62 Ausbildung: Interview mit MöFa-Leiterin Sabine Ganzkow

64 Recruiting: Interview mit Chris Thieme

66 Bindung: Ausgezeichnete Beispiele

Küchenverbände

68 KüchenTreff: Jubilare geehrt

68 MHK: Rund um die Eigenmarken

69 Varia: Marcus Zeeh eröffnet in Ilsfeld

69 DER KREIS: „SieMatic by Krampe“

Foto: Haier

Haier setzt den konsequenten

Weg in die Zukunft fort. Mit der

neuen Serie 6 präsentiert die

weltweite Nummer 1* für große

Hausgeräte eine einzigartige Einbaugeräte-Serie,

mit der Kochen

zum Erlebnis wird. Konsequent

setzt das Unternehmen dabei auf

Vernetzung und den Einsatz von

künstlicher Intelligenz. „From

cooking to amazing“ – nicht weniger

will Haier mit der Serie 6

erreichen, die das Unternehmen

jetzt exklusiv für den Küchenfachhandel

auf den Markt bringt.

Nachhaltigkeit

70 Aus der Praxis: Von Aufforstung bis Wasserstoff

Unternehmen

72 nobilia: Positiv trotz angespannter Lage

73 Schock: Buntes Küchenleben auf der EuroCucina

74 Familie Grohe übernimmt Mehrheit bei TermaCook

75 Siemens gibt sich neue visuelle Identität

76 Blum: Im Wechselbad der Gefühle

Rubriken

77 Impressum

4 KÜCHENPLANER 7/8/2022


cooking

CHEF@HOME SERIE 6

Entdecken Sie den Hauptdarsteller der brandneuen, von künstlicher

Intelligenz gesteuerten Backöfen. Dank der exklusiven Preci Taste®, einer



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Foto: Samsung Foto: KWC

CEO-Wechsel

bei KWC

Planmäßig hat Frank Schnatz

zum 1. Juli 2022 als CEO die Führung

der KWC Group AG übernommen.

Er folgt auf Thorsten

Klapproth, der das Unternehmen

als Präsident des Verwaltungsrats

weiterhin unterstützen

wird. Frank Schnatz

fungierte bereits mehr als ein

Jahr als Co-CEO des Armaturenspezialisten und gestaltete

die Herauslösung von KWC aus dem Verbund der Franke

Holding aktiv mit. Der bisherige Verwaltungsratspräsident

Stefan Maser bleibt weiterhin Mitglied des Gremiums.

www.kuechenplaner-magazin.de/themen/detail/news/ceo-wechsel-bei-kwc/

BSH regelt CEO-Nachfolge

Dr. Matthias Metz wird zum 1. Oktober 2022 neuer Vorsitzender

der Geschäftsführung der BSH Hausgeräte GmbH.

Dann übernimmt er die Position des CEO von Dr. Gerhard

Dambach, der nach dem kurzfristigen Abschied von Carla

Kriwet Ende April diese Aufgabe interimistisch übernommen

hat. In seiner neuen Funktion wird Dr. Matthias Metz,

51, das globale Geschäft des Hausgeräteherstellers mit

mehr als 62000 Mitarbeitenden

und einem globalen Produktionsnetzwerk

von 40 Fabriken

weltweit verantworten. Metz leitet

derzeit die Sparte Consumer

Markets der Zeiss Gruppe, einem

der internationalen Technologieführer

im Bereich Halbleiterfertigungs-Equipment.

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/news/

bsh-regelt-ceo-nachfolge/

Foto: BSH

Foto: Miele

Aufstieg in die Geschäftsleitung

Hausgerätehersteller Miele schafft ein neues Ressort in

der Geschäftsleitung. „Human Resources & Corporate

Affairs“ heißt es. Geleitet wird es seit 1. Juli 2022 von

Rebecca Steinhage. Es ist die erste Frau in der Führungsriege

des Gütersloher Konzerns. Als Senior Vice

President leitet sie den Bereich „Human Resources“

bei Miele schon seit 2019. www.kuechenplaner-magazin.de/suche/

news-detail/news/ressort-personal-gestaerkt/

Einbauvertrieb

in neuen Händen

Samsung hat die Nachfolge für den Vertrieb von Kücheneinbaugeräten

im Küchen- und Möbelfachhandel

in Deutschland geregelt. Nach dem Ausscheiden

von Martin Alof hat Silke Eckstein zum 1. Juli 2022 die

Position als „Head of Sales Built-in Home Appliances“

übernommen. Silke Eckstein verfügt über eine mehr als

20 Jahre währende Branchenerfahrung mit Stationen

bei Warendorf, SieMatic und Bauknecht. Bei Samsung

Deutschland ist sie bereits seit vier Jahren im Einbaugerätebereich

tätig. www.kuechenplaner-magazin.de/suche/newsdetail/news/einbauvertrieb-von-samsung-in-neuen-haenden/

6 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Beförderung für Frank Platzer

Die Verbundgruppe DER KREIS hat die Position des

kaufmännischen Geschäftsführers intern besetzt:

Rund ein Jahr nach seinem Einstieg als kaufmännischer

Leiter ist Frank Platzer, 52, nun zum Geschäftsführer

der Leonberger Gemeinschaft für Küchenspezialisten

bestellt worden. Auch in der neuen

Funktion wird er die Bereiche Finanzen, Controlling,

Personal sowie Digitalisierung und Prozessoptimierung

der gesamten Unternehmensgruppe verantworten.

Zudem ist der Diplom-Kaufmann neben

Ralph Leimbach zum Geschäftsführer der Holdinggesellschaft

DER KREIS Systemverbund Holding GmbH

& Co. KG bestellt worden. www.kuechenplaner-magazin.de/

themen/detail/news/befoerderung-fuer-frank-platzer-bei-der-kreis/

Foto: DER KREIS

Foto: Privat

Siegfried Widmer ist

im Alter von 77 Jahren

gestorben.

Trauer um Siegfried Widmer

Er war langjähriges Verwaltungsratsmitglied von

DER KREIS und ein leidenschaftlicher Küchenspezialist.

Nun ist Siegfried Widmer am 17. Juni 2022

im Alter von 77 Jahren in familiärer häuslicher

Umgebung gestorben.

Siegfried Widmer war unter anderem gelernter

Tischler und Ingenieur für Holztechnik mit vielseitiger

Berufserfahrung. 1992 gründete er gemeinsam

mit dem bereits vor drei Jahren verstorbenen

Jugendfreund Werner Grambow in

Schwerin das Unternehmen „Ihre Küche“. Die

„Ihre Küche Grambow & Widmer GmbH“ ist

seit Gründung Mitglied in der Verbundgruppe

DER KREIS. Siegfried Widmer selbst war langjähriges engagiertes Verwaltungsratsmitglied

bei DER KREIS Einkaufsgesellschaft für Küche & Wohnen

GmbH & Co. KG. Von 1997 bis 2015 setzte er in fast zwei Jahrzehnten vielfältige

und nachhaltige Akzente für die erfolgreiche Verbundgruppenarbeit.

Das Unternehmen Ihre Küche Grambow & Widmer in Schwerin wird von den

beiden Söhnen der Gründer, Steffen Widmer und Detlef Grambow, geführt.

Ernst-Martin Schaible, Gründer von DER KREIS und geschäftsführender Gesellschafter:

„Mit Siegfried Widmer verlieren die Branche und DER KREIS einen

aktiven und sehr engagierten Küchenspezialisten, der immer auch ein

offenes Ohr für seine Kollegen und die Jugend hatte. Ich selbst verliere einen

guten Freund und Geschäftspartner. Siegfried Widmer war ein Unternehmer

mit Weitblick und Augenmaß. Mit großem Respekt vor Leistung,

engagiert, fair und aufrichtig. Er hatte sich immer im Interesse für seine

Kollegen starkgemacht. Unsere Gedanken sind nun bei seiner lieben Familie

und seinen Mitarbeitern. Wir werden Siegfried Widmer vermissen und ihm

stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Daniel Griehl ist neuer Geschäftsführer

und Gesellschafter bei Warendorf.

Foto: Griehl

Schneller Abschied

bei SieMatic

Geplant war es sicher für länger,

doch am Ende ist es kaum mehr als

ein Gastspiel geworden. Nach nur

neun Monaten kehrte CEO Daniel

Griehl SieMatic den Rücken und

wechselte zum 1. Juli 2022 nach

Warendorf. Griehl kam zum 1. Oktober

2021 vom Arbeitsplattenspezialisten

Lechner zum Küchenmöbelhersteller

nach Löhne. Nun

verließ er das Unternehmen zum

30. Juni 2022. Ziel ist die Warendorf

Küchenfabrik GmbH. Dort wurde er

Foto: SieMatic

Neue Doppelspitze bei SieMatic: Michael Kersting und

Axel Maek lösen CEO Daniel Griehl ab.

zum 1. Juli 2022 Geschäftsführer und auch geschäftsführender Gesellschafter. Die Gesamtverantwortung

bei SieMatic haben nun die Führungskräfte Michael Kersting und Axel Maek als Doppelspitze.

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/news/ceo-daniel-griehl-verlaesst-siematic-und-geht-zu-warendorf/

7/8/2022 KÜCHENPLANER 7


Markt + Menschen

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Andreas Macelski.

Stabwechsel in der Schweiz

Andreas Macelski hat am 1. Juli 2022 als Managing

Director die Leitung der Schweizer Zweigniederlassung

des deutschen Herstellers Blanco übernommen.

Er löste Christian Frank ab, der das Vertriebsbüro

in den vergangenen drei Jahren führte.

Frank hat zum 1. Juli eine neue Rolle innerhalb der

Blanco-Organisation zur Weiterentwicklung der

„Blanco Unit“-Strategie übernommen. Zudem

wird er weiterhin die Vertriebsorganisation DACH

unterstützen. www.kuechenplaner-magazin.de/suche/newsdetail/news/stabwechsel-in-der-schweiz/

Emotionaler Abschied

33 Jahre standen sie an der Spitze des Softwareanbieters

Carat: Gerhard Essig und Norbert Michael. Anfang Juli wurden

die beiden Mitbegründer von mehr als 130 Mitarbeitenden,

dem MHK-Vorstand sowie Familie, Wegbegleitern und

Freunden in ihren „Unruhestand“ verabschiedet. In seiner

Eröffnungsrede hob Werner Heilos die Bedeutung von

Foto: MHK

Fotos: Blanco

Christian Frank.

Abschied bei Carat (Foto von links): Gerhard Essig, Andreas Günther,

Jutta Strothoff, Andreas Joost, Norbert Michael und Werner Heilos.

Neue Doppelspitze

David Ruetz und Kai Mangelberger haben die Leitung der IFA

2022 übernommen. Das Team ersetzt die bisherigen Verantwortlichen

Jens Heithecker und Dirk Koslowski. David Ruetz, 53, war

im Unternehmen bislang als „Head of ITB“ für die renommierte

Reisemesse zuständig. Kai Mangelberger, 42, betreute die letzten

zehn Jahre als „Deputy Director“ die Fachmesse InnoTrans (Verkehrstechnik)

sowie seit Herbst vergangenen Jahres die „Fruit

Logistica“ (Fruchthandel). www.kuechenplaner-magazin.de/suche/newsdetail/news/ifa-mit-neuer-doppelspitze/

Neue IFA-Leitung:

David Ruetz (l.)

und Kai Mangelberger

(r.)

Gerhard Essig und Norbert Michael hervor. Sowohl für Carat

als auch für die gesamte Verbundgruppe. Die Herausforderung,

die beide 1989 mit Bravour meisterten, bezeichnete er

als „Innovation“ und „Revolution“: „Damals ging es nämlich

um nicht mehr und nicht weniger als die Entwicklung

einer computergestützten Küchenplanung. Und das in einer

Zeit, in der Küchen sehr aufwendig und vor

allem auf Papier und mit Stift geplant wurden.“

Lobende und emotionale Worte fanden

im Anschluss auch Jutta Strothoff sowie

die beiden aktuellen Carat-Geschäftsführer

Andreas Günther und Andreas Joost.

In allen Reden wurde die herausragende

Leistung des ehemaligen „Geschäftsführer-Tandems“

hervorgehoben. Ebenso der

stets wertschätzende und vertrauensvolle

Umgang mit allen Kolleginnen und Kollegen.

Die zukünftigen Ruheständler rangen

sichtlich um Worte: „Ich bin sehr gerührt

und bin wirklich sprachlos“, gestand

Norbert Michael. Auch Gerhard Essig ging es

so. Zum Abschied gab es für beide die goldene

MHK-Ehrennadel. www.kuechenplaner-

Foto: Messe Berlin

magazin.de/themen/detail/news/emotionaler-abschiedvom-geschaeftsfuehrer-duo/

8 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Viertes Lager

Häfele hat sein viertes Hochregallager am Logistikzentrum in

Nagold eingeweiht. Dazu begrüßte das Unternehmen Gäste

aus Politik und Wirtschaft. Die Investition in den Stammsitz im

Nordschwarzwald stelle einen wichtigen Meilenstein in der Innovations-

und Servicestrategie des Familienunternehmens dar. so

Unternehmensleiterin Sibylle Thierer. Denn mehr Platz für neue

Dienstleistungen und Sortimente sowie hochmoderne Abläufe

ermöglichten eine noch schnellere und zuverlässigere Versorgung

der Kunden in aller Welt. Bereits heute werden täglich bis

zu 6000 Sendungen von Nagold aus in alle Welt verschickt. Platz

für 15 000 zusätzliche Europaletten erweitern die Gesamtkapazität

auf 65 000 Paletten-Plätze. Das Unternehmen investierte rund

20 Mio. in das aktuelle Projekt. Weiter folgen: Allen voran das geplante

Dynamikzentrum. Baubeginn für den futuristischen Neubau

im Süden des bestehenden Versandzentrums am Nagolder

Wolfsberg ist Ende 2022. Die geplante Bauzeit beträgt fünf Jahre.

Foto: Häfele

Foto: Senoplast

Standort gestärkt

Am 20. Juni hat Senoplast eine neu errichtete Extrusionsanlage

am Hauptstandort in Piesendorf/Österreich in Betrieb

genommen. Das Unternehmen investierte rund 7,5 Millionen

Euro. Die neue Anlage erhöht die jährlichen Produktionskapazitäten

um rund 4500 Tonnen. Die gesamte Investitionssumme

beträgt 7,5 Millionen Euro. „Die neue Fertigungsanlage ist eine

bedeutende Investition in die Zukunft zur Sicherung der Arbeitsplätze

in der Region und zur Stärkung unserer Position am

Markt“, erklärt Günter Klepsch, Geschäftsführer der Senoplast

Klepsch & Co. GmbH. Am Hauptstandort Piesendorf/Öster reich

beschäftigt Senoplast 530 Mitarbeitende. www.kuechenplanermagazin.de/suche/news-detail/news/senoplast-staerkt-den-standort-piesendorf/

Neue Produktionshalle

Mehr Platz für die Produktion von Auszugsführungen und Schubkästen.

Den schafft Hettich am Stammsitz in Kirchlengern. Mehr

als 30 Mio. Euro investiert das Unternehmen in eine neue multifunktionale

Produktionshalle mit 23 500 m 2 Nutzfläche. Nachdem

Ende 2021 die ersten vorbereitenden Maßnahmen in Gang gesetzt

wurden, folgte nun mit einer feierlichen Grundsteinlegung der

offizielle Baustart für das Gebäude „C3“. Läuft alles nach Plan,

werden ab dem 2. Quartal 2023 die ersten Produkte in der neuen

Halle vom Band laufen. Das Gebäude wird logistisch mit der benachbarten

Logistikhalle „C2“ verknüpft. Dabei setzt das Unternehmen

wie schon bei allen anderen Projekten der letzten Jahre

auf eine nachhaltig geprägte Bauweise. Die Produktionshalle

werde die Vorgaben der Energieeinsparverordnung deutlich übertreffen

und einen Beitrag zum verantwortungsvollen Industriebau

leisten. Neben zum Teil begrünten Fassaden und Dachflächen

wird zudem eine Photovoltaikanlage installiert. www.kuechenplanermagazin.de/suche/news-detail/news/hettich-baut-neue-produktionshalle/

Foto: Hettich

Feierliche Grundsteinlegung: Die beiden Auszubildenden Rebecca Buschkamp

und Yannik Gebauer versenken die selbst gebaute Zeitkapsel.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 9


Markt + Menschen

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Die Ansprüche steigen stetig

Auch für das Investitionsgut Einbauküche

haben sich die Rahmenbedingungen

zuletzt eingetrübt.

Dennoch sei die Nachfrage nach

individuell geplanten Küchen weiterhin

hoch. Das sagte der neue

AMK-Vorstandssprecher Frank

Jüttner Anfang Juni bei der Wirtschaftspressekonferenz

des Verbandes

in Köln. „Der Trend zu

höherwertigeren Küchen ist ungebrochen“,

stellte Frank Jüttner

fest. So gaben die Verbraucher

laut Marktforschungsinstitut GfK

im vergangenen Jahr im Fachhandel

durchschnittlich 10 337 Euro

für eine neue Küche aus. Dies entspricht

einem Anstieg von 659 Euro

oder knapp 7 % im Vergleich zum

Vorjahr. „Die Ansprüche der Kunden

im Hinblick auf die Ausstattung

der Küche steigen stetig“,

sagte Jüttner. Neben dem Design

und den Materialien betreffe dies

auch die Hausgeräte und Stauraumfunktionen.

Der Vorstandssprecher

der Arbeitsgemeinschaft

Die Moderne Küche e.V. (AMK)

räumte aber ein: „Beim Anstieg

des Durchschnittspreises haben

die Preiseffekte aufgrund der Materialverteuerung

eine Rolle gespielt.“

Das dürfte vor allem die aktuellen

Marktzahlen beeinflussen.

Laut amtlicher Statistik steigerten

die deutschen Küchenmöbelproduzenten

ihren Umsatz in den ersten

vier Monaten dieses Jahres um

13 % auf 2,1 Mrd. Euro. Dabei legte

der Export um 13,4 % zu, auf dem

Heimatmarkt gelang ein Plus von

12,6 %. Die Entwicklung sei zwar

besser als gefühlt, aber trotzdem

sehr fragil, so Jüttner.

Chancen und Risiken

Markus Sander, neben Jüttner weiterer

AMK-Vorstandssprecher, beleuchtete

in einem Ausblick für

die zweite Jahreshälfte Chancen

und Risiken. Zwar werde der Stellenwert

des Themas Küche weiter

beträchtlich bleiben und der Wohnungsbau

stabilisiere sich derzeit

auf hohem Niveau, jedoch führten

der Ukraine-Krieg und die Inflation

zu Verunsicherungen bei den Verbrauchern.

Darüber hinaus stellen

laut Sander die massiv steigenden

Rohstoff- und Transportkosten eine

große Herausforderung für Industrie

und Handel dar. Dazu komme

der Containerstau vor den chinesischen

Häfen. Die dadurch verursachten

Störungen in den Lieferketten

entwickelten sich zur großen

Belastung – auch über das laufende

Jahr hinaus. „Die weltweite Vernetzung

in der Produktion von Chip-

Modulen wird zu einer anhaltend

angespannten Chipversorgung

führen“, sagte Markus Sander.

Alle profitierten

Bei der Rückschau auf das vergangene

Jahr bezeichnete Volker

Irle, AMK-Geschäftsführer, den Geschäftsverlauf

der deutschen Küchenindustrie

insgesamt als erfreulich.

Dazu zählen die Hersteller von

Küchenmöbeln, Hausgeräten, Spülen

und Küchenzubehör. Laut den

von Irle zitierten amtlichen Zahlen

legte der Umsatz der deutschen

Küchenmöbelproduzenten im Jahr

Foto: Hilgert

2021 auf 5,7 Mrd. Euro zu. Dies entspricht

nach den Auswertungen des

Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie

(VdDK) einem Zuwachs

von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Während im Jahr 2020 noch

der Inlandsmarkt die große Stütze

gewesen war, wurde im Jahr 2021

die Erholung der Exportmärkte zum

Treiber des Umsatzwachstums.

Auch die Hersteller von Hausgeräten

profitierten im vergangenen

Jahr von der gestiegenen Küchennachfrage.

Das Umsatzplus

bei Elektro-Großgeräten, darunter

auch den Modellen für die Küche,

betrug demnach 5 %.

Der heimische Küchenhandel

verzeichnete im vergangenen Jahr

laut GfK bei Küchenmöbeln eine um

3 % gestiegene Verkaufsmenge. Der

Verkaufsumsatz zog um 10 % an.

10 337 Euro im Durchschnitt

Detailliert ging Markus Wagenhäuser

von der GfK während der

AMK-Pressekonferenz auf Zahlen

und Produkt ein. Zwei Angaben

sind besonders interessant: Der

Umsatz von Premiumküchen über

20 000 Euro stieg laut Wagenhäuser

um 28 %. Küchen unter 10 000 Euro

verloren 4,2 % Umsatz.

Stellten in Köln die Zahlen und Fakten der Küchenbranche vor (Foto von

links): AMK Vorstandssprecher Markus Sander, AMK-Geschäftsführer

Volker Irle, der neue AMK-Vorstandssprecher Frank Jüttner und

Markus Wagenhäuser, Direktor MDA Market Intelligence GfK.

10 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Und wie sieht die Küche im Jahr

2022 aus? Im Moment findet man

in den Küchen Holz in Kombination

mit anderen Materialien, beispielsweise

Naturstein. Beleuchtete

Vitrinen sorgen in diesen

minimalistischen Designküchen

für eine wohnliche Atmosphäre.

Fronten mit matten Anti-Fingerprint-Oberflächen

und dazu farblich

angepasste Arbeitsplatten liegen

weiterhin stark im Trend. Dazu

kommen hocheingebaute Geräte,

die in der Frontenfarbe ein einheitliches

Bild ergeben. Stark nachgefragt

sind noch immer Küchen im

Industrial Look. Beliebt seien zudem

Küchenarmaturen mit einem

Trinkwassersystem für gefiltertes

gekühltes, stilles, medium oder

sprudelndes Wasser. Bei den Farben

bleibt der Trend bei weißer

oder dunkler Optik.

Vom Home-Office profitierte

auch der Bereich Technik. In erster

Linie waren das zwar Informationstechnologien

und Telekommunikation.

Diejenigen, die zu Hause

blieben, kurbelten allerdings auch

den Umsatz von Haushaltsgeräten

um 12 % an. Denn wer ständig daheim

ist, kocht öfter. Die Handelsumsätze

mit Elektro-Großgeräten,

darunter auch denjenigen für die

Küche, stiegen laut GfK um 10,4 %

auf 10 Mrd. Euro (+ 5 %). Besonders

Einbaukochfelder (+ 11,2 %) und Einbaukühlgeräte

(+ 11,6 %) legten zu.

Im Vergleich zum von Corona-Einschränkungen

geprägten Vorjahr

startete der Bereich Hausgeräte mit

einem Umsatzzuwachs von 16,9 %.

Auch bei den Premium-Einbaugeräten

konnten Umsatzzuwächse

verzeichnet werden: Der Umsatz

bei Kochfeldern mit integriertem

Abzug stieg um 31 %, bei Kühl-Gefrierkombinationen

um 16 %. Bei

Einbauherden/Öfen mit Pyrolyse

wuchsen die Umsätze um 18 %.

Trotz aller Unwägbarkeiten

startete der Verkauf von Hausgeräten

im Vergleich zum von Corona-Einschränkungen

geprägten

Vorjahr stark. Der Umsatz von Einbau-Kühlgeräten

stieg um 16,9 %,

Einbauherde und Backöfen legten

18,5 % und Einbau-Geschirrspüler

15,4 % zu. Stärkstes Kriterium für

einen Kauf sei die Energieeffizienz.


Markt + Menschen

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Foto: berbel

In Feierlaune: berbel-CEO Karl von

Bodelschwingh.

berbel feiert 20+1

Die Zahl der wegen Corona verschobenen

Feiern bereicherte die berbel

Ablufttechnik aktuell mit einem Familienfest.

Der Anlass: 20 Jahre

berbel. Diese Marke war schon 2021

erreicht und wurde nun nachträglich,

aber nicht weniger stimmungsvoll

gewürdigt. Bei warmen Frühlingstemperaturen

und Sonnenschein

konnten die Familien der rund 260

Mitarbeitenden die Dunstabzugsmanufaktur

in Rheine von innen ansehen.

Auf dem festlich hergerichteten

Firmengelände warteten zahlreiche

Spiel-, Spaß- und Sportstationen auf

die Gäste. Der Tag mündete in einen

geselligen Festabend mit Essen, Trinken

und Tanz. „berbel ist eine Familie,

die in den letzten 20 Jahren

gewachsen und zusammengewachsen

ist“, sagte CEO Karl von Bodelschwingh.

„Als Dunstabzugsspezialist

haben wir uns „living excellence“ auf

die Fahne geschrieben. Dazu trägt jeder

seinen Teil bei und damit zum Erfolg.“

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/

news-detail/news/berbel-feiert-20-1/

Aufschlag Haier

Lichtkompetenz zugekauft

Der belgische Hersteller von

Dunstabzügen und Kochfeldern

Novy hat sich weitere

Lichtkompetenz zugekauft.

Dafür wurde der

niederländische Leuchtenhersteller

Jansen & De Bont

übernommen. Künftig will

der Hersteller individuelle

Beleuchtungslösungen

auf hohem Niveau umsetzen. Das Highlight aller Leuchten: Mit der intuitiven

Gesten steuerung lässt sich das Licht ein- und ausschalten, dimmen und die

Farbstimmung ändern. In der Premium-Version kann der beleuchtete Bereich

verkleinert, vergrößert oder verschoben werden – und dies nur mit Handbewegungen.

Zum Novy-Portfolio sollen laut CEO Carlos Wanzeele künftig auch

Beleuchtungslösungen für die Kochfelder mit Dunstabzug gehören. In diese

Muldenlüfter lässt sich eine Beleuchtung bekanntlich nur schwer integrieren.

Die Leuchtenproduktion wird zu Novy nach Kuurne (Belgien) verlegt. Die Markenbezeichnung

wird ebenfalls geändert. Statt „Jansen & De Bont“ werden

die Leuchten „in naher Zukunft“ unter dem Label Novy auf den Markt kommen.

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/news/muldenluefter-mit-beleuchtung/

Bora hautnah

Einblicke in die Welt von Bora

sind auch am Münchner Viktualienmarkt

möglich. Dort eröffnete

das Unternehmen seinen ersten

Flagship Store. Das fand schon im

März 2021 statt. Eine Art öffentliche

Vorstellung folgte jetzt. Auf

160m² bietet der Shop hochwertig

gestaltete Flächen für Präsentation

und Events. Genutzt wird er für

individuelle Beratungen. Zudem

können Kochabende für Endverbraucher, Handelspartner und Multiplikatoren

veranstaltet werden. www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/news/bora-hautnah/

Bei den Hamburg European Open in der zweiten Julihälfte

war Hausgerätehersteller Haier erstmals als Premiumpartner

vor Ort. Das Unternehmen sponserte einen

Waschsalon für die Spielerinnen und Spieler sowie

einen mit Haier-Geräten ausgestatteten Catering-Bereich.

Die auf Smart Home spezialisierte Premiummarke

mit Deutschlandsitz in München präsentierte zudem den „Haier Family Day“ am Finalsonntag (24. Juli) und war in der gesamten

Turnierwoche mit einem eigenen Stand auf dem Turniergelände am Rothenbaum vertreten. Alle Besucherinnen und

Besucher des Tennisturniers konnten an einer Cashback-Aktion teilnehmen. Das Tennis-Engagement soll laut Unternehmen

die Markenbekanntheit in Deutschland weiter steigern. www.kuechenplaner-magazin.de/themen/detail/news/aufschlag-haier/

Foto: Novy

Foto: Bora

Foto: Haier

12 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Küchenstudio und Kochschule in einem –

Wie 1-2-3 Küchen den Rundumservice neu erfindet

Inhaber von 1-2-3 Küchen: Heiko Rinkes

und Heiko Rychlik (Foto von links).

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Als ein weiteres Mitglied des Verbands

KüchenTreff ist 1-2-3 Küchen auf die Beratung,

Planung, Modernisierung und Montage

von Küchen und Hauswirtschaftsräumen

spezialisiert. In den drei Standorten

Brandenburg, Potsdam und Geltow bietet

1-2-3 Küchen alles, was das Küchenherz

höherschlagen lässt. Damit hört der

Rundumservice des Küchenstudios jedoch

nicht auf: in der hauseigenen Kochschule

werden auf modernsten Geräten

unter fachgerechter Anleitung exzellente

Gerichte zubereitet.

„Die Küche ist das Herz des Hauses.“ –

so lautet das Motto, welches sich Inhaber

Heiko Rinkes und Heiko Rychlik und das

Team von 1-2-3 Küchen auf die Fahne geschrieben

haben. Die Kund:innen werden

mit organisierten und strukturierten Abläufen

von der Planung bis zur Abwicklung

beraten, sodass individuelle und

innovativ geplante Küchen für jedes Zuhause

entstehen. „Unser Ziel ist es, dass

die Kundinnen und Kunden rundum beraten

werden und ein Gefühl für die neuen

Geräte vor dem Erhalt der neuen Küche

bekommen können“, so Eric Rinkes, Küchenverkäufer

im Standort Brandenburg.

Dieses Ziel erreicht 1-2-3 Küchen mit der

hauseigenen Kochschule am Standort

Potsdam. „Im Juli 2021 eröffneten wir das

dritte Studio unter 1-2-3 Küchen, in dem

auch eine tolle Kochschule enthalten ist“,

erzählt Eric Rinkes. „Das Studio bietet

vielfältige Möglichkeiten, den Kundinnen

und Kunden die Küchen und die Geräte

live vorzuführen. Wir veranstalten beispielsweise

Themenabende, die sich auf

die verschiedenen Hersteller beziehen,

Firmenevents, oder Teamveranstaltungen

mit Kochduellen.“ Unter der Leitung professioneller

Köch:innen können die Gäste

an die verschiedenen Geräte und Einstellungen

herangeführt werden, Inspirationen

zum Kochen und Backen sammeln

und neue Gerichte ausprobieren. Eric

Rinkes fasst zusammen: „Ob zur Kundenbindung

oder zur Neukundenakquise

über Weiterempfehlung – das Studio bietet

vor allem einen Ort, an dem Kochen

Spaß macht!“

Fotos: 1-2-3 Küchen

Blick in die Kochschule von 1-2-3 Küchen in Potsdam.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 13


Markt + Menschen

Mehr erfahren . . . auf www.kuechenplaner-magazin.de

Für Novy im Süden

Foto: Novy/txn

Wechsel in Österreich

Mag. (FH) Andreas

Kuzmits hat Anfang

Juli die Geschäftsführung

von Gorenje

Österreich übernommen.

Die bisherige

Geschäftsführerin

Irena Pecňik kehrt

wie geplant in die

Unternehmenszentrale

von Gorenje in

Slowenien zurück.

www.kuechenplaner-magazin.de/themen/detail/news/

geschaeftsfuehrerwechselbei-gorenje-austria/

Von München Richtung Norden

bis hoch nach Nürnberg,

Erlangen und Forchheim:

Das ist das neue Verantwortungsgebiet

von Alban Fazlija

als Gebietsverkaufsleiter für

Novy. Seit Anfang Mai ist er

im Amt. www.kuechenplanermagazin.de/suche/news-detail/news/

fuer-novy-im-sueden/

Teamgeist beim Firmenlauf

Foto: Gorenje Austria

Mit dem Gesundheitsprojekt „ninka vital“ will Ninkaplast

Arbeitsklima und Gesundheitszustand der Belegschaft

positiv beeinflussen. Dazu werden jährlich Gesundheitstage

veranstaltet und den Mitarbeitenden

die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen ermöglicht.

So wie jetzt beim AOK-

Firmenlauf, bei dem 33 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter an

einem Lauf durch den Kur- und

Landschaftspark Bad Salz uflen

teilnahmen. Das Unternehmen

wertet das Sport-Event als „sehr

erfolgreich“. Und das nicht nur

wegen der guten Zeiten, sondern

besonders aufgrund des

starken Zusammenhalts des

Ninka-Teams. www.kuechenplanermagazin.de/suche/news-detail/news/teamgeist-beim-firmenlauf/

In die Geschäftsführung befördert

Foto: SHD

Mehr Export

Seit dem 1. Juli 2022 ist Eric Hölper

Geschäftsführer der SHD Einzelhandelssoftware

GmbH und wird

zukünftig gemeinsam mit Stefan

Hahne die Geschäftsführung verantworten.

Peter Kattrup übernimmt

als Prokurist dessen bisherige

Position als Leiter des

Produktmanagements. www.kuechenplaner-magazin.de/themen/detail/news/in-dieshd-geschaeftsfuehrung-befoerdert/

Die Exportmärkte werden auch für die Conti Sanitärarmaturen

GmbH immer wichtiger. Deshalb baut das Unternehmen

den Vertrieb weiter aus: Alexander Matt zeichnet ab

sofort als „International Sales Director“ für die Exportgeschäfte

des Armaturenherstellers verantwortlich. Der

54-jährige Vertriebsprofi verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung

in der Sanitärbranche. Er war unter anderem im Vertrieb

für Schell und Hansa tätig. Zum Produktportfolio

des hessischen Sanitärspezialisten aus Wettenberg (nahe

Gießen) zählt auch die Küchenarmaturen-Serie „H10“.

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/news/fachkraft-fuer-deninternationalen-vertrieb/

Foto: Conti

Foto: Ninka

14 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Fotos: TechniStone

www.sedia-kuechentechnik.de

Carsten Schulz (sitzend) leitet als Verkaufsdirektor die TechniStone Deutschland GmbH.

Zum Vertriebsteam gehören (stehend von links) Nurah Abou Rajab (AD Baden Württemberg),

Christian Müller (AD südl. Hessen / südl. Rheinland Pfalz / Saarland), Florent Smakolli

(AD nördl. Rheinland-Pfalz / nördl. Hessen / südl. NRW), Felix Schmidke (AD nördl.

NRW / Niedersachsen) und Bärbel Zimmermann (Innendienst).

TechniStone zieht ins IDF34 ein

Oberflächen aus Quarzkomposit bietet TechniStone für alle Bereiche des Wohnens und für

Objekteinrichtungen. Nun erweiterte das Unternehmen seine Präsenz in der wichtigsten

Region der Küchen- und Möbelindustrie. Im IDF34 in Löhne wurde ein neuer Showroom

eröffnet. Zusammen mit 75 geladenen Gästen eröffneten Verantwortliche aus der Zentrale

in der Tschechischen Republik die als Dauerausstellung und Vertriebsstützpunkt konzipierten

Räume in Löhne. Vor Ort waren Jir ̌í Tupý (Verkaufsleiter), Lukáš Horák (Exportleiter

für Deutschland), David Ruzicka (Produktmanager) und Nicole Fišerová (Online-Projektleiterin).

Den offiziellen Startschuss gab Carsten Schulz, der als Verkaufsleiter die deutsche

Niederlassung von TechniStone mit Sitz in Mannheim leitet. Das Unternehmen vertreibt

seine Produkte derzeit auf fünf Kontinenten in mehr als 75 Ländern.

Die stimmungsvolle Eröffnungsparty (geplant und umgesetzt von der Agentur ansprechend

mit der Inhaberin Christiane Pauli) stand unter dem Motto „A touch of living

perfection“. In lockerer Atmosphäre machten sich die Gäste aus Industrie, Wirtschaft, Architektur

und Innenarchitektur ein Bild von der Vielseitigkeit der Oberflächen aus Quarzkomposit.

Eingesetzt werden können diese für Wohnen, Küche, Bad und Möbelbau. In

der Küche als Arbeitsplatten und Möbelfronten

oder für komplette Wandverkleidungen.

Selbstredend wurde auch der neue

Showroom im IDF34 mit TechniStone-Platten

gestaltet. Umgesetzt von den Steinverarbeitungsfirmen

Jauer Natursteine, DBW

Natursteine und Bruno Paul. Der Showroom

wird künftig als Vertriebsbüro, Schulungsund

Eventlocation ganzjährig genutzt und

seine Pforten auch zum nächsten wichtigen

Branchenevent weit öffnen: zur Küchenmeile

A30 vom 16. bis 23. September 2022.

7/8/2022

Unsere Küche – unser Zuhause

Kochen · Leben · Lachen


Küchenverbände

Fotos: Biermann

Ex-Geschäftsführer Franz Bahlmann

ist jetzt auch offi ziell verabschiedet.

Ganz zurückgezogen hat er sich aus

dem operativen Geschäft aber nicht.

Danke, Franz!

„Der KüchenTreff wird 25 – und das zum dritten Mal.“

Mit dieser launigen Eröffnung begrüßte Moderatorin

Désirée Duray rund 350 Gäste zur Jahres hauptversammlung

in Bremen. „Endlich!“ lautete der

einheit liche Tenor. Denn zwei mal musste die

Geburtstags feier wegen Corona verschoben werden.

Und damit auch ein ganz besonderer Akt:

Die offizielle Verabschiedung des langjährigen

Geschäfts führers Franz Bahlmann.

Das wurde emotional.

16 KÜCHENPLANER 7/8/2022


7/8/2022 KÜCHENPLANER 17


Küchenverbände

„Wer nichts im Boden

hat, muss was in der

Birne haben.“ Wolfgang

Bosbach, CDU-Politiker

und unter haltsamer

Redner.

Fotos: Biermann

Zwei wie wir:

Dr. Oliver Streit (Ex-Vertriebschef nobilia)

und Franz Bahlmann beim „Franz Abend“.

„Habt Mut zu vielen Ideen.“

Autorin und Beraterin

Anja Förster.

Schon am Vorabend des „#KüchenTreff-

DesJahres“ – so nennt die Verbundgruppe

ihre Jahreshauptversammlung – stand

Franz Bahlmann im Mittelpunkt. Beim

„Franz Abend“ in den Eventräumen der

Union Brauerei in Bremen. Etwa 250 persönliche

Freunde, langjährige Wegbegleiter

aus der Branche und das Team

der Geschäftsstelle in Wildeshausen

zollten „ihrem Franz“ Respekt und Anerkennung.

Für den Erfolg der Verbundgruppe,

aber besonders für die Art und

Weise, wie er KüchenTreff über 25 Jahre

beharrlich entwickelt und erfolgreich am

Markt platziert hat. Um es auf einen Nenner

zu bringen: Mit Team-Spirit, Sachverstand,

Verhandlungsgeschick – und einer

Extra portion Herz, Humor und Menschlichkeit.

„Setz Dich auf den Stuhl Deines

Gesprächspartners“ ist sein Leitsatz. Dies

ermöglichte Verhandlungen auf Augenhöhe,

in der niemand als Verlierer den Raum

verlassen musste.

Praktikum gegen Wohnwand

Beim „Franz Abend“ brandeten viele Emotionen

auf. Anekdoten aus den Anfangstagen

der Geschäftsstellentätigkeit in der

Bahlmann’schen Privatwohnung wurden

geteilt und manche kleine und große

Träne verdrückt. Einen Abend voller Gefühle,

Wertschätzung, Unterhaltung und

Überraschungen, die das Geschäftsstellenteam

ihrem ehemaligen Chef bereiteten.

Und der war sichtbar gerührt. Und

NATÜRLICH selbst für die ein oder andere

Anekdote gut. Wie er zum Beispiel in

sehr jungen Jahren den Einstieg in die

Möbelbranche fand: als Praktikant eines

örtlichen Einrichtungsunternehmens. Im

Gegenzug verpflichteten sich seine Eltern,

eine Schrankwand bei diesem Händler zu

kaufen. Der Deal war abgemacht. Von da

an ließ ihn der Geruch von Möbeln nicht

mehr los.

Geschäftsführer der ersten Stunde

Nach Stationen in der Küchenmöbelindustrie

folgte 1995 die Gründung von

KüchenTreff. 27 Gründungsmitglieder aus

dem Händlerkreis des damaligen Meller

Küchenmöbelherstellers Star Beka vertrauten

Franz Bahlmann die Geschäftsführung

an. Unterstützung erhielt er aus

der Industrie. Auch Ferdinand Schöppich,

damals der erste Beiratsvorsitzende der

jungen Verbundgruppe (und seit 2018 Ehrenbeirat),

trat beim „Franz Abend“ ans

Rednerpult. Zusammen mit dem aktuellen

Beiratsvorsitzenden Adrian Junker.

Ebenso Irene Gotas (Flotho Medientechnik

Vlotho) und Markus Frönd (ieQ-Systems).

Andere ebenfalls. Besondere Gute-Laune-Momente

initiierte Dr. Oliver

Streit (ehemaliger nobilia-Vertriebschef)

mit seiner persönlichen, humorigen und

geistreichen Laudatio. Dafür erhielt er wenigstens

ebenso viel Applaus wie der nun

verabschiedete Franz Bahlmann.

Nicht ganz weg

Wobei Verabschiedung relativ betrachtet

werden muss. Die Geschäftsführung

von KüchenTreff hat Franz Bahlmann

wie längst bekannt bereits im März 2020

an Marko Steinmeier und Daniel Borgstedt

übergeben. Dennoch ist er weiter an

Bord. Als Geschäftsführer der Küchen-

Treff International GmbH. In dieser Position

kümmert sich um die internationalen

Aktivitäten der Gruppe, konkret in Holland,

Belgien, Luxemburg (= Benelux) sowie

Öster reich und der Schweiz. „Im Verabschieden

bin ich schlecht“, räumte der

ehemalige Gesamtgeschäftsführer und

heutige „Geschäftsführer BACH“ gegenüber

der KüchenTreff-Familie in Bremen

18 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Wandel und Veränderung: Was das für den Alltag

bedeutet, diskutierte Moderatorin Dé siré e Duray

mit Wolfgang Bosbach (2. von rechts) und Thomas

M. Stein (rechts). I nput aus Sicht der Küchenbranche

steuerte Florian Goos (Foto links) hinzu.

Blau und Gelb: Kein Hinweis auf die Farben der Ukraine-Flagge, sondern auf den einstigen

Küchenmöbelhersteller Star Beka, aus dessen Händlerkreis sich der KüchenTreff-

Verband 1995 bildete. Daran erinnerten Ferdinand Schöppich (erster Beiratsvorsitzender;

Foto rechts) und Adrian Junker (aktueller Beiratsvorsitzender; links).

Haben das Steuerruder von Franz

Bahlmann übernommen und prägen

die Geschicke von KüchenTreff auf

ihre Weise: die Geschäftsführer Daniel

Borgstedt (Foto links) und Marko

Steinmeier.

ein. Dennoch fand er die stimmigen Worte

für das, was bislang war: „Vielen Dank!“

Dafür erhielt er lang anhaltenden Applaus.

Erfolgreicher als erhofft

Das weitere Geschäftsführer-Engagement

von Franz Bahlmann in den genannten

Ländern soll aber nicht darüber hinwegtäuschen,

dass Marko Steinmeier und

Daniel Borgstedt längst das Steuerruder

in Wildeshausen übernommen haben. Die

beiden Geschäftsführer in Doppelspitze

berichteten von einem außerordentlich

erfolgreichen Geschäftsjahr 2021. Zum

Stichtag 31. Dezember 2021 zählte Küchen-

Treff in Summe 486 Mitglieder mit 509

Standorten. Davon hatten 245 Unternehmen

mit ca. 280 Standorten ihren Sitz in

Deutschland (+ 21 Mitglieder in 2021), die

übrigen verteilen sich auf die genannten

Länder. Im laufenden Jahr 2022 seien bereits

weitere neue Mitgliedschaften dokumentiert.

Der Einkaufsumsatz aller

KüchenTreff-Händler stieg im vergangenen

Jahr um 19 %. Der Umsatzzuwachs in

Deutschland betrug 14 %. Absolute Umsatzzahlen

nennt der Verband traditionell

nicht. Es sei denn, sie beziehen sich auf

den gemeinsamen Einkauf in der Kooperation

mit Alliance / DER KÜCHENRING.

Der Küchenumsatz der Kooperationspartner,

die seit März 2020 beim Einkauf gemeinsam

auftreten und inzwischen auch

organisatorisch und personell enger verzahnt

sind, erreichte 2021 rund 1,23 Mrd.

Euro (+ 8,6 %). Damit sei man die Nr. 1

unter den Verbundgruppen im Küchenmarkt,

so Marko Steinmeier.

Veränderung gestalten

„Leinen los!“ lautete das Motto der Jahreshauptversammlung

in Bremen. Damit

wählten die Verantwortlichen ein Bild mit

Doppelbotschaft. Aus interner Sicht gehe

es darum, die Marke KüchenTreff noch

selbstbewusster in den Markt zu tragen.

Dafür steht eine Vielzahl an Instrumenten

zur Verfügung, unter anderem die neue

Webpräsenz „erfolgreich-mit-kuechentreff.

de“. Gleichzeitig zielt die Botschaft auf die

Themen, die derzeit das Tagesgeschäft

bestimmen und Industrie wie Handel zu

konkreter Veränderungsbereitschaft und

Flexibilität aufrufen. Impulse dazu gab

es in Bremen von CDU-Politiker Wolfgang

Bosbach, Musikmanager Thomas M. Stein,

Agentur-Inhaber Florian Goos (Goos

Communication) und Key-Note-Speakerin

Anja Fö rster. Die Autorin und Beraterin

treibt die Frage um, was sich „in unseren

Köpfen verändern muss, wenn wir erfolgreich

sein wollen“. Anregungen dazu gab

sie mehrere, allen voran diese: „Habt Mut

zu vielen Ideen.“ Denn nur wer viele Ideen

hat und diese zulässt, könne damit experimentieren

und sich für ausgewählte Projekte

entscheiden, aus denen sich dann die

tragenden Innovationen entwickeln.

Ausgezeichneter Service

Viele Ideen sind gewiss auch die Basis

für einen überzeugenden Service. Dieser

lässt sich heutzutage über die Zahl und

Qualität der Online-Bewertungen ablesen.

Platz 1 im KüchenTreff-Ranking sicherte

sich 2011 mit den meisten Top-Bewertungen

der KüchenTreff Homberg.

Und das bereits zum siebten Mal in Folge.

Dafür erhielt Studio-Geschäftsführer

Christian Schneider den „KüchenTreff

Service Award 2021“. Die Basis für ausgezeichneten

Service verriet Schneider

auch: „Wir sind sieben Tage die Woche für

die Kunden da. Das war’s schon.“ So hätte

es Franz Bahlmann wohl auch gesagt.

Dirk Biermann

7/8/2022 KÜCHENPLANER 19


Hausgeräte

Mit dem Küchenkonzept

„Gro“ bereichert Electrolux

unser Verständnis von Ernährung,

Kochen und die

Einrichtung von Küchen. Gezeigt

wurde es erstmals auf

der Eurocucina in Mailand.

Foto: Electrolux

20 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Wenn die Küche

für uns sorgt

Haben Sie schon von „Nudging“ gehört? Der englische Begriff bedeutet

„Anstupsen“ oder „Schubsen“. Mit „Nudging“ will man Menschen ohne Zwang

und Verbote zu anderem Verhalten bewegen. Das funktioniert bei umweltfreundlichem

Verhalten, aber auch bei der Ernährung und beim Kochen.

Der Mensch ist bequem und ändert seine Gewohnheiten

nur sehr ungern. Auch bei der Ernährung. Er

kauft, was er gewohnt ist. Er isst, was er gewohnt ist.

Und das ist das Problem: Wie wir zurzeit Lebensmittel

für die weltweite Ernährung produzieren, geht

auf Kosten unseres Planeten und trägt einen großen

Teil zur Klimakrise bei.

Mit Verboten ändert man nicht viel. Und hier

setzt das „Nudging“ an. Es wird nichts verboten

und nichts belohnt. Das Prinzip wurde durch die

Verhaltensökonomen Cass Sunstein und Richard

Thaler geprägt und besagt, dass Menschen durch

kleine Anregungen ohne Zwang zu Verhaltensänderungen

gebracht werden können. In ihrem Buch

„Nudge – Wie man kluge Entscheidungen anstößt“

geben sie zahlreiche Tipps für diverse Anstups-

Möglichkeiten.

Ungesund durch den Lockdown

Im Lockdown, so konnte man häufig lesen, hätte

sich das Ernährungsverhalten vieler Menschen zum

Positiven verändert. Es gab es erfreuliche Berichte

von mehr Selberkochen und körperlicher Aktivität.

Kochrezepte und -Videos boomten auf Instagram.

Doch in allen Bevölkerungsschichten gab es Menschen,

bei denen sich die Ernährungssituation während

der Lockdowns und Quarantäne verschlechterte.

Diesen hätten vielleicht ein kleiner Stups

durch die heute schon mögliche Küchentechnik geholfen.

Kochfelder, auf denen nichts mehr überkocht.

Backöfen, die den nächsten Bedienschritt erkennen,

Kompaktgeräte und viele Automatikprogramme sorgen

dafür, dass Kochen auch für absolute Laien heute

so einfach wie nie ist und fast so gelingt wie in

der Profi küche inkl. Rezeptanleitung per App.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 21


Hausgeräte

Das Küchenkonzept „Gro“ soll Nutzerinnen

und Nutzer zu einem gesünderen Lebensstil

und ressourcenschonenderen Umgang mit

Lebensmitteln anregen.

„Gro“ besteht

aus modularen

und smarten

Aufbewahrungslösungen,

z.B. für

Cerealien.

Fleisch lagert in

der „Jewelry Box“.

Fotos: Electrolux

22 KÜCHENPLANER


Küche neu gedacht

Das zur Eurocucina neu vorgestellte Küchenkonzept

„Gro“ (schwedisch für „sprießen“) von Electrolux geht

noch einen Schritt weiter. Auf Grundlage wissenschaftlicher

Daten hat das Unternehmen die Küche neu gedacht.

Damit sollen Nutzerinnen und Nutzer zu einem

ressourcenschonenden und gesünderen Umgang mit

Lebensmitteln angeregt werden. Der ehrgeizige Plan:

„Gro“ soll dabei unterstützen, bis 2030 eine nachhaltige

Ernährung in den Köpfen der Menschen zu verankern

und damit die Ziele des 2019 erschienenen EAT-Lancet-

Reports umzusetzen. Grundlage für „Gro“ sind wissenschaftliche

Daten aus der Verhaltensforschung (denn,

siehe oben, der Mensch ist bequem). Mithilfe neuartiger

Funktionen und Geräte sowie digitaler Unterstützung

soll Kochen und Essen künftig ganz einfach sein

und damit Verhaltensänderungen bewirken.

Fleisch ist wertvoll

„Gro“ besteht aus mehreren smarten und modularen

Aufbewahrungslösungen. Zum Beispiel die „Jewelry

Box“ für Fleisch. Die Bezeichnung legt nahe: Tierisches

Protein ist wertvoll und muss auch so behandelt werden,

sprich: Menschen sollen weniger, aber hochwertigeres

Fleisch essen. Der „Nordic Smoker“ macht das

Räuchern auch von pflanzlichen Lebensmitteln in den

eigenen vier Wänden möglich und sorgt für neuartige

Geschmackserlebnisse.

Ökologischen Fußabdruck im Blick

Begleitend dazu visualisiert eine digitale Plattform die

eigenen Ernährungsgewohnheiten und die dadurch

verursachten Auswirkungen auf den Planeten. Und damit

sind wir wieder beim Nudging-Prinzip: Die Plattform

zeigt den Nutzerinnen und Nutzer ihren ökologischen

Fußabdruck und führt idealerweise dazu, sich

persönliche Ziele zu setzen und zu erreichen. Zudem

gibt „Gro“ Tipps zu Rezepten, lokalen Produkten und

nachhaltigen Zutaten, die auf den persönlichen Geschmack

und die individuelle Ernährungsweise abgestimmt

sind und diese kontinuierlich verbessern. Die

digitale Plattform berücksichtigt dabei auch die im

Kühlschrank vorrätigen Lebensmittel. Das wiederum

soll der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken.

Das ist kein Smart Kitchen mehr, sondern – wie die

Entwicklerinnen und Entwickler von Electrolux sagen,

ein „Thoughtful Kitchen“, eine „fürsorgliche“ Küche.

Ein nicht nur schöner, sondern sehr vernünftiger Ansatz:

Wenn wir schon nicht mehr für uns sorgen können,

dann tut es in Zukunft (vielleicht) unsere Küche.

Sybille Hilgert

Schnell auf Höchstleistung.

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Das TwoInOne Kochfeld ist unsere leistungsstärkste Kombination aus

Induktionskochfeld und Dunstabzug. Auf den extragroßen Kochbereichen

können Ihre Kunden komfortabel kochen und Genuss erleben.

Das ist Qualität, die ihrer Zeit voraus ist.

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Hausgeräte

Foto: Hilgert

24 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Mein Blick auf Küche

Kochhandwerk schlägt KI

„Küche ist meine Berufung!“ Na ja, denkt man vielleicht, wie kann

eine 19jährige das denn schon beurteilen? Aber wer erlebt, mit

wieviel Leidenschaft Kaja Beckmann über ihren Beruf spricht, der

hat keine Zweifel an dieser Aussage. Wir wollten wissen, was die

Küche für die Jungköchin bedeutet. Beruflich und privat.

Kaja Beckmann hat ihre Ausbildung im

Restaurant Schlichte Hof in Bielefeld abgeschlossen.

Sie gehörte zu den besten

Koch-Azubis in Deutschland und hat beim

Rudolf-Achenbach-Pokal in Frankfurt einen

4. Platz errungen. An ihrem Beruf liebt

sie vor allem die Kreativität und Freiheit.

„Ich habe die Möglichkeit etwas mit meinen

Händen zu erschaffen, das die Gäste begeistert

und für das ich viel Lob bekomme.“

Es begeistert sie, alles selbst zu machen

und alle Zutaten in kleinen Schritten bis

hin zum Endprodukt auf den Teller zu bringen.

Dabei gehe es nicht ohne Teamwork.

Die sei, neben guten Produkten und einer

großen Portion Kreativität und Exaktheit,

quasi die wichtigste Zutat bei der Zubereitung

eines Gerichtes. Timing und Absprachen

müssten genau passen, sonst wird die

Bestellung kalt und man kann von vorne

beginnen. „Kochen ist eben ein Teamsport“,

sagt Kaja Beckmann. Zurzeit beschäftigt

sie sich besonders gerne mit den warmen

Beilagen (entre metier). Da müsse man zwischen

viele Töpfe rotieren, um alles zeitnah

und gleichzeitig zu erwärmen. Das sei anstrengend,

aber genau das mache ihr enormen

Spaß. Dementsprechend machen ihr

auch die manchmal langen Arbeitszeiten

nicht so viel aus. Nach der Schule habe sie

sich an den neuen Arbeitsrhythmus gewöhnen

müssen. Aber inzwischen könne sie

gut damit umgehen. Außerdem mag sie ihren

Beruf viel zu sehr, um die Arbeitszeiten

in der Küche problematisch zu finden.

Effektiv mit Induktion

Die Ausstattung in der Küche des Schlichte

Hofs sei perfekt. Zurzeit nutzt sie, den Ausbildungsinhalten

des 3. Lehrjahrs entsprechend,

vor allem Grill, Pfannen und Töpfe

für Saucen.Und sie schwört auf Induktionsplatten.

Die findet sie einfach super, weil

gut handhabbar und effektiv. Kochen mit

Gas mache ihr auch Spaß, es sei aber unberechenbarer

als die Induktion.

Die professionellen Arbeitsabläufe könne

man zwar auf die private Küche übertragen,

aber sie möchte sich zu Hause beim

Kochen einfach entspannen. Ihre zukünftige

Küche soll schön und groß sein. Denn

„Die Küche ist für mich einer der schönsten

Orte im Haus.“ Ideal wäre für sie ein separater

Raum. Aber da sie den Duft von Essen

liebt, hat sie auch nichts gegen eine offene

Küche. Die würde sie dann mit einer Kochinsel

ausstatten.

Auf jeden Fall benötigt sie in ihrer privaten

Küche einen Kombidämpfer, den sie

auch aus der Küche im Schlichte Hof kennt.

Und natürlich dürfen auch im Haushalt Induktionsplatten

nicht fehlen. Dazu noch

eine Mikrowelle und die Einrichtung wäre

perfekt.

Stilistisch bevorzugt sie einen schlichten,

reduzierten Look, gerne in Grau, Weiß

oder Schwarz. Für Töpfe und Pfannen

sollten Auszüge eingeplant werden. Bestecke

und Messer gehören in Schubladen,

damit die Küche aufgeräumt und leicht zu

säubern ist. Ein Doppelbecken bei der Spüle

sei ideal, aber wenn die Küche klein sei,

reiche auch ein Becken aus.

Lebensmittelverschwendung

vermeiden

Das Thema Kochen begleitet sie schon seit

ihrer Kindheit. Ihre Eltern hätten immer

frisch gekocht und vieles ausprobiert. Dazu

hätten sie auch ihre Kinder angehalten,

auch wenn es Exotischeres wie Muscheln

gab. Kaja Beckmann findet, dass es kaum

eine bessere Methode gibt, um Kinder an

gute Ernährung heranzuführen.

Kein Wunder, dass die junge Frau nicht

nur das Kochen liebt, sondern Lebensmittel

enorm wertschätzt. Leider würde heute

viel zu viel Essen grundlos weggeworfen. Es

müsse einen viel bewussteren Umgang mit

Essen geben. Denn Lebensmittel seien ein

teures Gut und es sei nicht selbstverständlich,

dass wir in unbegrenztem Maße darü-

Völlig subjektiv

Mit unserer Serie „Mein Blick auf

Küche“ wollen wir Menschen vorstellen,

für die der Lebensraum

Küche eine besondere Bedeutung

hat. Und dabei unterschiedlichen

Perspektiven folgen. Je subjektiver

desto besser. Was verbindet

eine Sterneköchin mit der

Küche? Was ein Produktentwickler,

ein Mensch mit körperlichen

oder geistigen Beeinträchtigungen,

eine Produktdesignerin, ein

Sportler, eine Künstlerin, ein Politiker?

Wir befragen Menschen aller

Altersstufen und Kulturen. Den

Anfang macht die Jungköchin Kaja

Beckmann aus Bielefeld. Weitere

Portraits folgen in loser Folge.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 25


Hausgeräte

ber verfügen. Auch ihre eigene Familie würde heute

noch bewusster mit Essen umgehen und zunehmend

auf den Genuss von Fleisch verzichten. Kochen ist

für Kaja Beckmann also nicht nur mit viel Spaß, sondern

auch mit Verantwortung verbunden.

Digital in Maßen

Der zunehmenden Digitalisierung in der Küche

steht sie ein wenig skeptisch gegenüber. Auf der

einen Seite sieht sie die praktischen Vorteile: Ein

Kühlhaus, das ihr mitteilt, was an Vorräten fehlt,

wäre schon nicht schlecht. Auf der anderen Seite

glaubt sie an das Kochhandwerk. Denn wer für viel

Geld essen geh, möchte doch, dass das bestellte Gericht

mit Liebe und Leidenschaft von jemandem gekocht

wird, der sich darüber Gedanken gemacht hat.

So etwas könne durch Künstliche Intelligenz nicht

ersetzt werden. Und ein Roboter könne niemals so

gut abschmecken wie ein „menschlicher“ Koch.

Streetfood oder Sterneküche

Für die Zukunft hat sie noch einiges vor. Sie möchte

ihren Küchenmeister machen und sich dann gerne

an anderen Orten ausprobieren. Die Sterne küche

ist ein Ziel, aber vielleicht geht sie auch nach Japan,

um dort Streeetfood zuzubereiten. „In diesem Beruf

gibt es so viele Möglichkeiten. Ich kann überall

hingehen und mein Leben leben.“

Sybille Hilgert

Foto: Hilgert

26 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Diskutieren und genießen

Im Rahmen des Programms „Closing the Circle“ rückte

Hausgerätehersteller V-ZUG während der Milano Design

Week 2022 das Thema Kreislaufwirtschaft ins Zentrum.

Bei verschiedenen Aktivitäten in der Stadt

und auf der Messe stellte das Unternehmen seine

Vision einer zirkulären Zukunft vor. Auf dem

Messegelände hatte die Designerin Elisa

Ossino einen anspruchsvollen Stand kreiert.

Mit einer zentralen Installation der

Künstler Stefano Roveda und Stefano

Messina. Weitere Begegnungen fanden in der Mailänder City

statt, in der H+O Apartment Gallery von Elisa Ossino sowie im

Rahmen der „V-ZUG Talks“ im historischen „Teatro Gerolamo“.

Dabei ging es um die Frage, wie wir mit intelligentem Design

und zirkulären Lösungen eine bessere Lebensqualität sicherstellen

können. In der H+O Apartment Gallery (Foto) konnten

die Besucherinnen und Besucher die luxuriöse Welt von V-ZUG

hautnah erleben und kleine Köstlichkeiten genießen. Zubereitet

wurden diese von den Gourmet Academy-Köchen von V-ZUG.

Das Motto lautete: „Inside Looking Out“.

Foto: V-ZUG


Hausgeräte

Der Algorithmus

hilft beim Kochen

Ein perfekt auf den Punkt gebratenes Steak ist hohe Kochkunst. Koch-Assistenz systeme

sollen mit Hilfe von Apps, KI, Sensoren in Kochfeldern auch Koch-Laien dabei helfen,

(nicht nur) ein Steak perfekt zu braten. Wie „CookAssist“, „TempControl“ und

„Smart Food ID“ funktionieren, haben wir uns bei Miele angeschaut.

Fotos: Hilgert

7/8/2022


Koch Tobias Wulfmeyer hat in der Miele- Showküche

in Gütersloh neben einem 200 g Rinderfiletsteak einen

Pizza teig vorbereitet. Und dann geht es auch schon

los. Aus drei Bratstufen mit werkseitig hinterlegten

Temperaturen wählt Wulfmeyer die Stufe 3 und stellt

die Induktions-Pfanne auf das Kochfeld. Das smarte

Assistenz sys tem „CookAssist“, eine Anwendung

der „Miele@mobile“-App, unterstützt den Bratvorgang

über das mobile Endgerät. Es ist auf allen aktuellen

„KM 7000“ Induktionskochfeldern mit der Funktion

„TempControl“ nutzbar. Kochfeld und Smartphone korrespondieren

miteinander. So ist bereits das Aufheizen

der Pfanne über eine Grafik gradgenau nachvollziehbar.

Exakt gesteuerter Garprozess

Drei Sensoren im Kochfeld messen die Temperatur

der Pfanne, ein komplexer Algorithmus errechnet die

Temperatur und übermittelt sie an das Smartphone, so

dass sich der Garprozess exakt steuern lässt. Aber der

nächste Arbeitsgang wird nur aktiviert, wenn man

den vorherigen am Kochfeld „abgehakt“ hat. Sobald

die zum Anbraten gewünschte Temperatur erreicht

ist, ertönt ein Signal, das dazu auffordert, das vorher

mit Öl bestrichene Steak in die Pfanne zu legen. Wie

alle vernetzungsfähigen Kochfelder von Miele verfügen

die „TempControl“-Modelle über die Funktion

„Con@ctivity“, bei der das Kochfeld automatisch die

Dunstabzugshaube steuert.

Koch Tobias Wulfmeier zeigt

mit der Zubereitung eines Steaks

und Pizzen, wie das Kochassistenz-

System von Miele funktioniert.

Hier kochen die Sterneköche

Michael Dyllong, Pierre

Beckerling und Sous-Chef

Kevin Wolmerath.

Kreativität braucht Platz

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Hausgeräte

Foto: Hilgert

Das Steak wird mit Öl be strichen, bevor es in die Pfanne

gelegt wird. Von induktionsgeeignetem Kochgeschirr

abgesehen, ist spezielles Zubehör nicht erforderlich.

Grafik: Miele

Der

TempControl-

Sensor im Kochfeld

erkennt die Temperatur

des Kochgeschirrs und hält

sie automatisch konstant.

Hausgemachte oder TK-Pizza?

Das Steak brät jetzt in der Pfanne. Dank perfekt eingehaltener

Temperatur spritzt nichts und das Kochfeld

bleibt fast sauber. Weil man sich auf die App verlassen

kann, die das Signal zum Wenden des Steaks gibt, widmet

sich Tobias Wulfmeyer der Zubereitung der Pizzen.

Sowohl eine selbstgemachte als auch eine TK-Pizza werden

in die Öfen geschoben. Die Back ofen kamera nimmt

ein Foto auf und kann über die KI-gestützte Bildinterpretation

sogar zwischen frischer und TK-Pizza unter-

scheiden. Das Gerät schlägt das passende Automatikprogramm

vor und Wulfmeyer gibt das „Go“ dazu.

Die Kamera beobachtet Pizza & Co. und erkennt am

Bräunungsgrad, wann das Gericht fertig ist. Für unterschiedliche

Gerichte sind verschiedene Algorithmen

hinterlegt, die erkennen, wie der Garverlauf ist. Der

Prozess endet, wenn die Pizza passend braun ist. Die

Anwendung ist ein lernendes System, d. h., dass neu

aufgenommene Fotos von Kundenrezepten die Erkennung

laufend verbessern. Die Auswertung dieser Fotos

geschieht selbstverständlich pseudonymisiert und

nur, wenn der Kunde in den Nutzungsbedingungen

zustimmt.

Steak bitte wenden!

Inzwischen sind vier Minuten vergangen und die App

gibt das Signal, das Steak zu wenden. Tobias Wulfmeyer

dreht das Steak um. Die gebratene Seite sieht perfekt

gebräunt aus. Nach noch einmal vier Minuten gibt es

wieder ein Signal. Das Steak wird noch einmal gewendet,

um die ideale Temperatur für das perfekte Mundgefühl,

wie Wulfmeyer sagt, zu erreichen.

Die Induktionskochfelder mit „TempControl“ verfügen

auch über eine Köchelstufe für gleichbleibendes

Fortkochen bei geringer Hitze und die Funkti-

30 KÜCHENPLANER 7/8/2022


DAS NEUE

BACKOFENUNIVERSUM

VON SMEG.

Foto: Hilgert

Ob hausgemacht oder vorgebacken. Die Kamera im Backofen erkennt das Gericht,

das in den Ofen geschoben wird.

on „Warmhalten Plus“ für schonendes

Erwärmen oder Warmhalten von

Speisen.

Zudem bietet jedes „TempControl“-

Kochfeld einen „PowerFlex“-Kochbereich,

der sich an die individuelle Kochsituation

anpasst. Zwei Einzelzonen lassen

sich wahlweise zu einer eckigen Bräterzone

oder zu einer großen runden Kochzone

zusammenschalten, zum Beispiel

um eine große Portion Nudeln zu kochen.

Den Backofen

aus dem Garten steuern

Dann piept auch der Backofen – und

wir stellen fest, dass beide Pizzen

noch ein wenig Nachbräunen vertragen

können. Das funktioniert übrigens

auch, wenn man draußen im Garten

ist, denn auf dem Handy zeigen gestochen

scharfe Bilder den Bräunungsgrad

der Pizza. So kann auch außerhalb der

Küche der Garzustand kontrolliert und

mobil Einstellungen nachjustiert werden.

Bei Bedarf kann „Smart Browning

Control“ mit „ TasteControl“ kombiniert

werden, das ein Austrocknen der

Speise durch Restwärme verhindert.

Dazu öffnet sich am Programmende

die Backofentür einen Spalt, das Gerät

kühlt auf eine vorgewählte Temperatur

herunter und hält die Speisen dann

warm.

Die Assistenzsysteme „Smart Food

ID“ und „Smart Browning Control“ sind

zukünftig für bereits gekaufte 60er-

Backöfen mit integrierter Kamera nachrüstbar.

Die Funktionserweiterung gelangt

über Fern-Update auf die Geräte

und sorgt dann dafür, dass diese stets

auf dem neuesten Stand sind.

Profikoch Tobias Wulfmeyer ist von

den Assistenzsystemen begeistert. In

seinen Koch-Kursen habe er viele Menschen

kennengelernt, die die sich mangels

Erfahrung an schwierige oder

gänzlich neue Rezepte nicht herantrauen.

„Wenn die KI-Systeme dazu beitragen,

Spaß am Kochen zu finden, dann

wäre sehr viel erreicht.“

Sybille Hilgert

DIE GALILEO-REVOLUTION

Eine neue Backofengeneration,

die dank modernster Technik

die Zubereitung von Speisen

revolutioniert. 5 neue Backofentypen

vereinen bis zu 3 Backund

Garmethoden.

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7/8/2022 KÜCHENPLANER 31


Produkte

Kochen

auf dem Pad

Fotos: Lapitec

32 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Interessante neue Möglichkeiten für die

multifunktionale Nutzung der Küchenarbeitsfläche

bietet das Koch sys tem „Lapitec

Chef“. Es stammt vom gleichnamigen Anbieter

von Oberflächen aus gesintertem

Stein. Die Flächen eignen sich für innen

und außen. Bei „Lapitec Chef“ verbirgt

sich die Induktionstechnologie unsichtbar

unter der durchgehenden Arbeitsfläche.

Erst durch Auflegen spezieller Silikonpads

wird die Touch-Bedienung aktiviert. Ohne

die Pads sind die Bedienelemente nicht

aktiv. Die Arbeitsfläche selbst bleibt vollkommen

frei, lediglich dezente Gravuren

und ein Display weisen auf die zusätzliche

Funktion hin. Nach dem Kochen kann die

Steinoberfläche einfach gereinigt und anschließend

als Esstisch genutzt werden.

Entwickelt wurde diese Technologie von

Lapitec in Zusammenarbeit mit der Universität

Padua. Es ist patentrechtlich geschützt.

Kompatibel ist die Technik mit

allen Farben und Ausführungen der Produktpalette

des italienischen Herstellers

aus der Region Venetien.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 33


Produkte

Foto: Smeg

Like

Galileo Galilei

Wenn jemand in der Historie durch unbeirrbaren

Forscher- und Schöpfergeist zu

überzeugen wusste, ist dies gewiss Galileo

Galilei. Davon ließ sich der italienische

Hausgerätehersteller Smeg inspirieren und

nannte seine neue Backofen-Generation

nach dem berühmten Universalgelehrten.

Herzstück der Galileo-Geräte ist ein neu

konzipierter Innenraum im Wellendesign.

Dieses Prinzip verteile die Hitze besonders

gleichmäßig. Eingestuft sind die Geräte in

Energie-Effizienzklasse A++.

Flaggschiff und der „Alleskönner“ der

Familie ist der Kombi-Backofen „Omnichef“.

Dieses Modell vereint die Funktionen von

Ofen, Dampfgarer und Mikrowelle. Die drei

Garmethoden sind auf sieben verschiedene

Arten kombinierbar. Zudem lassen sich mit

der „Multi-Step“-Funktion bis zu drei Garprogramme

hintereinanderschalten. Der

„Omnichef“ bietet 150 Automatikprogramme.

Damit drei parallel zuzubereitende Gerichte

zeitgleich fertig werden, verfügt der Ofen

zudem über eine „Sametime“-Funktion. Sie

signalisiert, wann welches Gericht in den

Ofen muss, um auf den Punkt fertig zu sein.

Die Überlagerung von Gerüchen verhindert

eine ausgeklügelte Luftführung. Es gibt

ihn in den Designlinien „Dolce Stil Novo“,

„Classici“ und „Linea“.

Insgesamt wartet der im „Omnichef“ integrierte

Dampfgarer mit 10 Dampffunktionen

auf, die die Speisen entweder kontinuierlich

oder pulsierend befeuchten. Auch

„Sous-Vide“-Garen ist möglich.

Die Mikrowellenfunktion im „Omnichef“

verzichtet auf einen Drehteller. Zum Einsatz

kommt die neue Inverter-Technologie, die

die Wellen leiser und gleichmäßiger ab gibt

statt herkömmlich in Intervallen. Die Speisen

erhitzen sich dadurch gleichmäßiger.

Zur Galileo-Produktfamilie gehören neben

dem „Omnichef“ eine Reihe verschiedener

Kombi-Mikrowellen und Dampf backöfen

in den verschiedenen Designlinien.

34 KÜCHENPLANER 7/8/2022


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Halbe Zeit,

doppelte

Pflege.

Foto: Haier

Gerätewelt im Wandel

Durch den Einsatz vernetzter Technologien verändern sich unsere Hausgeräte und

deren Nutzung. Das thematisierte Haier mit einer partizipativen Installation im Rahmen

der Tortona Design Week parallel zur EuroCucina in Mailand. Im Superstudio

Più, Via Tortona, 27. Unter dem Titel „Home Switch Home“ stellte Haier Europe das

für die drei Marken Candy, Hoover und Haier entwickelte „Smart Home“ vor. Und

damit das Ergebnis der Ausrichtung auf technologische Innovation, künstliche Intelligenz

und Design. „Die Mailänder Designwoche ist für uns eine der wichtigsten

Gelegenheiten des Jahres, um der breiten Öffentlichkeit und Insidern unseren diversifizierten

Ansatz für Candy, Hoover und Haier, die kontinuierliche Innovationsforschung

und unsere Verbundenheit mit der Welt des Designs zu präsentieren“, erklärt

Gianpiero Morbello, Head of Brands & IOT bei Haier Europe. Mit ‚Home Switch Home‘

sprechen wir über den Wandel der Menschen im Allgemeinen, den ihrer Gewohnheiten

und ihres Zuhauses sowie über die daraus resultierende ständige Weiterentwicklung

unserer drei Marken und Lösungen. In einem vernetzten Ökosystem kommen

Produkte und Dienstleistungen zusammen, die das tägliche Erlebnis der Nutzer

verbessern und erleichtern.“ Im Mittelpunkt aller Umsetzungen steht die „hOn“-App.

50 %

SCHNELLER

50 %

SANFTER

Hält lange, spart viel

Nachhaltigkeit speist sich aus vielen Aspekten. Sie bezieht die Entwicklung und

Herstellung eines Produkts ebenso ein wie die Nutzung. Energieeffizienz sei ein

prägendes Kriterium, betont PlasmaMade und verweist auf die Stärken des Produkts

„E-Filter“ durch Nutzung der Umlufttechnologie. Diese helfe, Heizenergie zu

sparen. Hinzu kommt die Lebensdauer der Filtertechnik. Mit 9000 Betriebsstunden

im „E-Filter“ sei diese im Vergleich zu herkömmlichen Aktivkohlefilter besonders

langlebig. Bei zwei Einsatzstunden am Tag halte der Filter damit zwölf Jahre, bei einer

Betriebsstunde am Tag sind es demnach nahezu 25 Jahre. Neu ist: Die Plasma-

Made-Umluftfilter werden nach der

langen Lebensdauer vom Hersteller

zurückgenommen und teilweise wiederverwendet.

Ein Dauerbrenner der Nachhaltigkeit

sei zudem die fachgerechte Entsorgung

von Verpackungen. Plasma-

Made setzt hier auf FSC zertifiziertes

Verpackungsmaterial. Das Kürzel FSC

steht für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Und für die neue Firmenzentrale

in den Niederlanden ist

u. a. die autarke Stromversorgung

durch die Installation einer Photovoltaik-Anlage

vorgesehen. Dieses Projekt

soll bald umgesetzt werden.

Foto: PlasmaMade Deutschland

So kraftvoll wie ein Wasserfall. Und so

sanft wie ein Regenschauer. Die intelligente

Waschtechnologie AquaTech

macht aus weniger Zeit mehr Pflege:

Wasser und Wasch mittel werden vorab

im Waschmittelfach vermischt und fließen

sensorgesteuert von oben gleichmäßig

auf die Wäsche. Die schnellere

Durchnässung der Textilien spart bis zu

50 % der Reinigungszeit. Mit der Kraft

des Wassers und sanfteren Trommelbewegungen

wird eine bis zu 50 %

schonendere Reinigung im Vergleich

zu herkömmlichen Waschprogrammen

erzielt.* Und das alles besonders energiesparend

in bester Energieeffizienzklasse

A.

* Bestätigt durch ein unabhängiges

Forschungsinstitut.

7/8/2022

beko.com/de-de


Produkte

Bilder: ???

40 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Alles an einem Tisch

Jüngstes Mitglied der Blanc & Fischer Familienholding, zu

der auch Blanco und E.G.O. gehören, ist das Berliner Startup

„ATOLL Living Spaces GmbH“. Holding-CEO Bernd Eckl

bezeichnete das junge Unternehmen kürzlich als „aufgehenden

Stern“ der Holding. Denn die Produkte aus dem

Wohn-, Möbel- und Outdoorbereich bedienen ein Wachstumssegment.

Dazu zählen neben Outdoorküchen multifunktionale

Tische mit Induktionstechnologie. Diese können

gleichzeitig als Koch-, Ess-, Wohn- oder Arbeitstisch

genutzt werden. Also gerade passend für die Küche als Ort

der Begegnung und des Erlebens gemeinsamer Momente.

Den Anfang macht der Keramiktisch „Mea“. Dabei handelt

es sich um einen kombinierten Koch- und Ess tisch.

Die Induktionsspulen sind unsichtbar in die Keramikober

fläche integriert. Nur ein minimalistisches Bedienfeld

lässt die Funktion erkennen. Die Keramikplatte ist

produkttypisch hitzebeständig und kratzunempfindlich,

sodass die Mahlzeiten direkt am Tisch zubereitet und gekocht

werden können.

Gestalten lässt sich der Tisch nach eigenen Wünschen.

Für diverse Möglichkeiten stehen acht Keramik oberflächen

von „Weiß marmoriert“ bis „Tiefschwarz“ sowie

drei Tischgestelle zur Verfügung. Und das in den drei Längen

200, 240 und 280 cm. Je nach Materialeinsatz bringt

der Tisch 60 bis 140 Kilo auf die Waage. Damit setzt der

Anbieter auf zeitgemäße Individualisierbarkeit. Technisch

ausgestattet ist „Mea“ mit zwei Induktionsfeldern mit 17

und 23 cm Durchmesser. Die Leis tung liegt bei 2,3 bis 3 kW

(mit Boost-Funktion) sowie bei 1,4 kW (ohne Booster). Für

den Betrieb genüge eine Haussteckdose. Die Preise bewegen

sich laut Angaben auf der Webseite (www.atoll.store)

zwischen 10 000 und 16 500 Euro. Je nach Maß und Platten-

Design. Der Dunstabzug und die Tischbeleuchtung sind

separat zu organisieren. Dafür ist Atoll eine Markenpartnerschaft

mit Falmec eingegangen.

Im Vertrieb geht die Blanc & Fischer Familienholdung

mit seinem jüngsten Mitglied neue Wege: Der Fokus liegt

auf einer starken Nutzung digitaler Vertriebskanäle und

der direkten Ansprache der Endkunden. Dafür wurde in

Berlin am Gendarmenmarkt ein Showroom eingerichtet.

Weitere in großen deutschen Städten sollen folgen, berichtet

Simon Kozlik, neben Daniel Czemmel Atoll-Geschäftsführer.

„Damit Interessierte sich inspirieren lassen und

unsere Produkte ausprobieren können.“

Strategie ist zudem die intensive Zusammenarbeit mit

Influencern in den sozialen Medien, die die Produkte in

Aktion zeigen. Parallel dazu sei man aber auch für Vertriebspartnerschaften

offen, heißt es vom Unternehmen

auf telefonische Nachfrage. „Natürlich auch mit dem

Küchenfachhandel.“

7/8/2022 KÜCHENPLANER 41


Produkte

Foto: Franke

Foto: TheSubdivision

Fürs frische Grün

Nach dem Einbaugerät „Plantcube Kitchen“ folgt nun

der Solitär „Plantcube Living“. Eine Personal Vertical

Farm für die Aufzucht von Blattsalaten, Kräutern

oder Gemüse, die sich flexibel in jeden Raum integrieren

lässt, meint der Anbieter. Ungewöhnlich ist

die Oberfläche: Sie besteht aus einem dezenten Stoffbezug

aus recycelten PET-Flaschen. Weiter optimiert

wurde das Klima- und Bewässerungssystem. Das

Gerät besteht nun aus zwei separaten Fächern mit

zwei Türen und getrennten Klimazonen. Die neuen

Fächer sollen sich auch für höher wachsende Pflanzen

wie z.B. Tomaten oder Chilis eignen. Eine integrierte

Kamera fördert die präzisere Steuerung der

Versorgung der Pflanzen. Genau wie im Einbaugerät

können im Solitär neun „Seedbars“ pro Fach kultiviert

werden. Das sind in Summe 18 unterschiedliche

Pflanzen. „Plantcube“-Hersteller Agrilution aus

München ist seit Ende 2019 eine Miele-Tochter.

Hörbar leiser

Mit dem neuentwickelten „Sound Pro“-System gelingt es Franke nach

eigenen Angaben, die Lautstärke selbst der leistungsstärksten Dunstabzugshauben

hörbar einzudämmen. Insbesondere für offene Wohnküchen

sei die neue Lösung eine echte Bereicherung. Dank eines speziellen

De signs werden demnach insbesondere hohe und unangenehme

Frequenzen reduziert. Zugleich minimiere das System Turbulenzen und

Verwirbelungen im internen Luftstrom des Gebläses. „In Folge sinkt die

wahrgenommene Lautstärke signifikant, der Klang ist angenehmer“, erläutert

das Unternehmen. Das neue „Sound Pro“-Gebläse wird Franke

schrittweise in seine Hauben integrieren. Basis der technologischen Entwicklung

seien Studien und Forschungsergebnisse zu Geräuschpegeln

und Schallfrequenzen. Welche Modelle bereits damit ausgestattet sind,

steht auf www.franke.de/sound-pro.

Moderne Kochkiste

Mit „EcoStoof“ erlebt das Prinzip der bewährten Kochkiste eine Renaissance.

Einfach die gewünschten Zutaten in einen herkömmlichen

Topf geben, alles kurz zum Kochen bringen und das Essen danach mit

dem Topf in den aus recycelten Fasern bestehenden „Ecostoof“ stellen.

Das Produkt funktioniert wie eine dicke Jacke für den Topf. Das Essen

bleibt so heiß (zwischen 70 und 100 °C), dass es von selbst weiter

gart und seinen Geschmack beibehält. Ohne Energie zu verbrauchen,

zu verkochen oder anzubrennen. „So wird Schmorfleisch in drei

Stunden weich und Gemüse hat in weniger als einer Stunde den perfekten

Biss“, versprechen die Gründerinnen Caro Niestijl und Iris van

de Graaf aus den Niederlanden. Nachhaltiger Effekt: „Bei regelmäßiger

Verwendung des ‚EcoStoofs‘ werden die Energiekosten für das Kochen

um 30 % reduziert.“ Der „EcoStoof“ ist in unterschiedlichen Farbvarianten

von Ockergelb über Ruby bis hin zu Black erhältlich. Neben einem

Kochbuch und einem Gusseisentopf gibt es auch Küchenschürzen, Tragetaschen

sowie Topflappen im Onlineshop. www.ecostoof.com/de/

Foto: Ecostoof

42 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Technologien für gute Luft

Dunstabzug-Spezialist berbel hat sich seit der Gründung vor rund

20 Jahren den Ruf eines innovativen Unternehmens erarbeitet – mit

einigen technologischen Alleinstellungen. Vier davon im Überblick:

berbel Prinzip. Dabei handelt es sich um die filterlose Reinigung

des Kochdunstes mithilfe der Zentrifugalabscheidung. Der von Fettund

Öl partikeln belastete Kochdunst wird stark beschleunigt und

gezielt bogenförmig umgelenkt. Die Zentrifugalkraft trennt nun

die leichteren Luftpartikel von den schwereren Fett- und Ölpartikeln.

Letztere werden dabei in die Auffangschalen aus Edelstahl

abgeschieden, die nach dem Kochen ausgewischt werden können.

Ein modellabhängig integrierter Restabscheider, der so genannte

„Capillar Trap“, entfernt zusätzlich die feinsten Fettpartikel und

fängt diese ein. Den Fettabscheidegrad gibt berbel mit bis zu 97 %

an. Diese Technik ist patentiert.

Back-Flow. Bei schräg angeordneten Glas-Dekorhauben kann es

durch das Zusammentreffen von heißem Wasserdampf auf die kalte

Dekorfläche zu einer Kondensat- bis hin zur Tropfbildung kommen.

Die von berbel patentierte Technologie verhindert dies durch eine

Belüftung der Dekorscheibe von unten nach oben (Foto). Dabei wird

an der Rückseite der Haube ein Teil der Luftmenge zurückgeführt

und über die Glasfront geführt. Durch diese Sekundärbelüftung

bleibt die Dekorfläche frei von Kondensaten. Zudem wird der Dunstwrasen

gezielter in den Ansaugspalt gelenkt.

Center-Flow. Diese runde Anordnung der Zentrifugalabscheidetechnik

arbeitet ähnlich der „Back-Flow“-Technologie mit einer Sekundärluftführung.

Ziel ist es, den außen angeordneten Strömungskegel

für den Wraseneintritt zu verstärken und den Dunst noch

gezielter und effizienter zu erfassen. Dabei wird ein Teil der Luftmenge

in der Haubenmitte zurückgeführt und aus einem zentralen,

mittigen Auslass herausgeblasen und kreisförmig an den Rand

gelenkt. Durch diese Sekundärbelüftung bleibe die Dekorfläche frei

von Kondensaten und der Dunstwrasen werde noch gezielter in den

Ansaugspalt geführt.

permalyt ® -Umluftfilter. Wartungsfrei und selbstregenerierend

– das sind die charakteristischen Merkmale dieses Filtersystems.

Filtermatten aus einem Spezial-Aktivkohleblock binden dabei bis

zu 96 % der Geruchsmoleküle, die beim Kochen entstehen. Sie werden

mithilfe eines Katalysators neutralisiert (thermokatalytisches

Verfahren). Mit der einmaligen Ins tallation des Filters sei die dauerhafte

Funktion sichergestellt – und das ohne Aktivkohle-Tausch.

Foto: berbel


Produkte

Foto: Biermann

Foto: Elica

Erfolgreiche

Kooperation

Die Avitana GmbH (Herford) vertreibt unter

„Galvamet by Avitana“ Abzugshauben des italienischen

Anbieters aus Fontaniva. Ausgewählten

Produkte des Partners werden seit

gut einem Jahr mit Plasmafiltern der Herforder

Spezialisten ausgestattet. „Die Umsätze

entwickeln sich hervorragend, gezielte Ausstellungs-

und Fachhandelsaktionen unterstützen

dabei nachhaltig“, berichtet das Unternehmen

nun von einer erfolgreichen Kooperation.

Das jüngste Marketingprojekt läuft noch bis

August 2022. Im Fokus stehen die Umlufthauben

„Mood“, „Blade“ und das Flaggschiff „Globe“

mit einem Haubenkörper aus mundgeblasenem

Murano-Glas in Weiß, Schwarz oder Bronze.

Jeder der 57 cm messenden Kugeln (Foto vom

Avitana-Messestand auf der area30 im vergangenen

Jahr) sei ein Unikat. Die integrierte Technik

reinigt 450 m³ Luft je Stunde durch Plasma-

Technologie. Eingesetzt wird die „Globe“ längst

nicht allein in privaten Küchen, sondern auch

in Bars, Gaststätten, Hotels und Lounges. Zudem

in Büros und Besprechungsräumen.

Mit Knöpfen

Über fünf feststehende Druckknöpfe wird der Kochfeldabzug „ NikolaTesla

Unplugged“ von Elica bedient. Für eine leichte Reinigung lassen sich die

äußere Abdeckung der Knöpfe magnetisch entriegeln. Dank der drei Kochfunktionen

sollen alle Gerichte gelingen: Mit „Schmelzen“ brennen selbst

sensible Gerichte nicht mehr an. Die Funktion „Erwärmen“ nutzt die exakte

Temperatur für langsames Garen. Und „Simmern“ verhindert das Überlaufen

von kochendem Wasser. Zwei Brückenzonen können auch mit größerem

Kochgeschirr umgehen. Der ins Kochfeld integrierte Abzug stellt automatisch

die passende Absaugleistung ein („Autocapture“-Funktion), während

die „ Comfort Silence-Technologie“, die Geräuschentwicklung niedrig hält.

Elica verweist zudem auf den patentierten „Long Life++“-Antigeruchsfilter,

der bis zu fünf Jahre lang regeneriert werden könne. Es gibt das Gerät ganz

in Schwarz oder wie hier abgebildet mit Edelstahl-Applikationen.

Passt zum Leben

#YouMake heißt eine neue Kampagne von Samsung. Damit soll Verbrauchern

Optionen aufgezeigt werden, Geräte individuell und personalisiert in ein vernetztes

Ökosystem einzubinden. Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten,

das jeweilige Geräte-Umfeld noch genauer auf die individuell geschätzte Lebensweise

anzupassen. Mit dem Start der Kampagne wurde gleichzeitig die

#YouMake-Webseite auf Samsung.com gelauncht. Sie bietet eine Übersicht

aller Produkte des Herstellers, die sich individuell anpassen lassen. Die Auswahl

reicht von Smartphones über Fernseher bis Kühlschränke und weitere

Gerätegruppen. Besucher können auf der Webseite jedes der Produkte nach

ihren persönlichen Vorlieben gestalten, ihre Entwürfe speichern oder direkt

kaufen. Die #YouMake-Plattform steht seit Mai in acht Ländern zur Verfügung

und wird in der zweiten Jahreshälfte auf weitere Länder ausgeweitet.

In diesem Rahmen profitieren Kunden aktuell auch von exklusiven Bundles

und Rabattaktionen.

Foto: Samsung

44 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Foto: Miele

Vier in der Reihe

Dunstabzugsspezialist berbel hat seit Anfang des Jahres ein selbst entwickel

tes Panoramakochfeld mit integrierter Haubensteuerung im Portfolio.

Das „BKF 90 iPP“ bietet auf einer Fläche von 900 x 400 mm vier nebeneinander

angeordnete Zonen: Die beiden linken lassen sich über eine

Bridgefunktion verbinden, rechts befinden sich zwei runde Zonen. Eine spezielle

Schutzbedruckung (von SCHOTT) verspricht weniger Abriebspuren

auf dem Kochfeld. Zudem sollen Töpfe und Pfannen dadurch komfortabel

und „fast wie von selbst“ gleiten. Gesteuert wird das Panoramakochfeld

über eine intuitive Sensor-Touch-Bedienung mit Slider-Funktion. Der Einbau

ist flächenbündig oder auf die Arbeitsplatte aufgesetzt möglich. Kombiniert

werden kann das „BKF 90 iPP“ mit einer berbel Wand-, Kopffrei- oder

Inselhaube. Werden Kochfeld und Dunstabzug gekoppelt, kann der Lüfter

über das elegante weiße Bedienfeld auf der Glaskeramik geregelt werden.

Foto: berbel

Zubehör

für Induktion

Miele-Induktionskochfelder mit „PowerFlex“-

Kochzonen oder ganz ohne vordefinierte Kochbereiche

(„Vollfläche“) bieten schon von Haus

aus viel Flexibilität für kreativen Genuss. Exklusives

Zubehör toppt dieses. So wird aus dem

Kochfeld mit der passenden Edelstahlfläche eine

asiatische Teppan Yaki-Platte (Foto). Und Grillfans,

die sich vom Wetter unabhängig machen

möchten, können mit der passenden Gourmet-

Grillplatte auch Indoor loslegen. Speziell für

Miele hat der finnische Anbieter Fiskars ein „All

Steel“-Topfset gestaltet.

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7/8/2022 KÜCHENPLANER 45


Produkte

Kompakte Kochstelle

Der Name LHOV für ein Hausgerät klingt etwas kryptisch. Aber das ist der

internationalen Blickrichtung des italienischen Herstellers Elica geschuldet.

Denn das Kürzel steht für die englischen Begriffe Love/Hob/Oven/Ventilation.

Übersetzt: Liebe, Kochfeld,

Ofen, Ventilation.

Damit sind die drei wesentlichen

Funktionselemente

der Kochstelle in

der Küche angesprochen,

ergänzt um die Aspekte

„Liebe und Leidenschaft“.

Das designbetonte 3-in-

1-Produkt macht in allen

Küchen eine gute Figur,

seine Stärken spielt

es aber besonders in kleinen

Küchen aus. Und damit

zugleich im urbanen

Umfeld. Dort ist Platz bekanntlich

knapp und teuer.

Der Dunstabzug zieht

die Wrasen vom Kochfeld ab und parallel aus dem darunterliegenden Backofen.

Unter dem Gerät steht noch Möbelstauraum zur Verfügung. Die EuroCucina-

Neuheit ist breiter als ein normaler Ofen und böte deshalb einen größeren Garraum

auf einer Ebene. Dank der seitlichen Anordnung des Dunstabzugs verfügt

der Kochfeldabzug über fünf Kochzonen. Die Bedienung erfolgt über ein intelligentes

Touch-Display oder über die Sprachsteuerung.

Fotos: Elica

Notizen an der Haube

Dunstabzugshauben kommen bei Miele aus dem Kompetenzzentrum für Lüftungstechnik

im sauerländischen Arnsberg. Hier entwickeln und fertigen

260 Beschäftigte jährlich etwa 140000 Geräte in einer großen Auswahl an Bauformen,

De signs

und Größen. Jetzt

baut der Hersteller

sein Angebot erneut

aus: mit einer

neuen Generation

dezent integrierbarer

Flachpaneelhauben

(mit Mit Glasschirm: integrierbare Flachpaneelhaube.

Edelstahlpaneel

sowie einer Variante mit Glasschirm) sowie dem vertikalen Wand-

Modell „Screen Blackboard“ mit mattschwarzer, beschreibbarer Glasoberfläche.

Eine Edelstahlhaube im klassischen T-Design rundet das

Portfolio im Einstiegsbereich ab. Alle Neuheiten sind bereits erhältlich

und wahlweise für Abluft- oder Umluftbetrieb geeignet. Je nach

Bauart und Modell sind die Geräte mit „CleanCover“ (glatte Edelstahlflächen),

10-lagigem Edelstahl-Metallfettfilter, LED-Beleuchtung und

„Con@ctivity“ (automatische Anpassung des Dunstabzugs am Kochgeschehen)

ausgestattet. Ab Herbst 2022 gibt es für den Umluftbetrieb

statt des bewährten Aktivkohlefilters wahlweise einen Feinstaubfilter.

Dank eines zusätzlichen Vlieses reduziert dieser laut Miele neben Gerüchen

auch die Feinstaubbelastung in der Küche (ISO ePM2,5 50 %, geprüft

nach ISO Mit Notizfunktion“: Vertikalhaube „Screen Blackboard“.

16890).

Fotos: Miele

46 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Foto: Siemens Hausgeräte

So knusprig

wie möglich

Das jüngste Mitglied der intelligenten Küchenfamilie von

Siemens ist der „iQ700“ Backofen mit Bräunungssensor. Vorgestellt

wurde er auf der EuroCucina. „Home for Progress“

überschrieb der Hersteller die Präsentation in Mailand. Diese

zeigte, wie sich bei Siemens die vernetzte Küche im Laufe

der Zeit entwickelt hat und welchen Nutzen das neue, mit

künstlicher Intelligenz arbeitende Gerät bietet. „Intelligente

Geräte, die KI und Konnektivität miteinander verbinden, ermöglichen

eine entscheidende Verbesserung des privaten

Alltags“, betont das Unternehmen und kündigt „noch viele

weitere Neuheiten“ dazu an. Diese Lösungen sollen Verbraucher

auf ihrer gesamten kulinarischen Reise begleiten: vom

Einkauf über die Lagerung, Zubereitung und Präsentation

von Speisen bis hin zum Abwasch. Im Herbst folgt eine umfangreiche

Neuheitenpräsentation von Siemens Hausgeräte.

Gelungenes Versteckspiel

Hat 20 Jahre „Slide&Hide ® “ miterlebt: Thomas Baumeister,

heutiger Leiter des Neff-Werks in Bretten.

Nur ein Handgriff – und die Tür verschwindet

elegant im Gehäuse des Backofens. Vor

20 Jahren erfand Neff die versenkbare

Backofentür „Slide&Hide“. Heute sorgt diese

Idee laut Hersteller bereits in mehr als

zwei Millionen Küchen für mehr Raum

beim Kochen und Backen. Eine Zahl, die

den Erfindern seinerzeit wohl Ohrensausen

bereitet hätte: Anfang des Jahres 2000

kamen der damalige Chefdesigner und einige

Kollegen aus der Entwicklung auf die

Idee einer versenkbaren Ofentür. Nach

zwei Jahren Entwicklungsarbeit war das

Baby „Slide&Hide“ (Schwenken und Verstecken)

geboren: Die Backofentür lässt

sich schwenken und dann ins Gehäuse des

Backofens schieben, also verstecken. Möglich

wird dies dank des gedämpften Softeinzugs.

Der mitdrehende Türgriff bleibt

immer gleich ausgerichtet und liegt bequem

in der Hand. Vorgestellt wurde die

Innovation 2002 bei der Messe Hometech

in Berlin. Zunächst konnte das Gerät nur in

kleinen Stückzahlen gefertigt werden, wie

Thomas Baumeister, heutiger Leiter des Neff-Werks in Bretten,

berichtet. Denn um in Serienproduktion zu gehen, mussten einerseits

Vibrationsgeräusche im Türmodul behoben werden. Andererseits

konnte das System zunächst nur in 45-cm-Kompaktgeräten

verbaut werden. Die „Slide&Hide“-Backofentür verschwand

also erst einmal in einem 15-cm-Fach unterhalb des Ofens. Damit

hatte der Backofen in Summe das Standardmaß von 60 cm,

der Garraum war aber deutlich kleiner als gewöhnlich, „was der

Verkaufbarkeit nicht gerade förderlich war“, wie Neff einräumt.

2014 war es dann möglich, die Mechanik auch im üblichen Backofen-Standardmaß

von 60 cm zu verwenden. Ab diesem Zeitpunkt

war der Garraum so groß wie bei jedem anderen Backofen.

Damit stiegen auch die Verkäufe rasant. 2017 wurde die Millionenmarke

erreicht, 2020 waren es bereits zwei Millionen. Der

Schlüssel zum Erfolg sei die Einzigartigkeit dieser Entwicklung,

die durch eine Vielzahl von Patentanmeldungen geschützt werde,

betont der Hersteller. Ein identischer Nachbau sei also gar nicht

möglich. „Ich bin unglaublich stolz darauf, dass es den Backofen

mit versenkbarer Ofentür bis heute nur von Neff gibt. Wir haben

an die Idee geglaubt und nun werden bereits seit 20 Jahren

„Slide&Hide“-Backöfen bei uns in Bretten gefertigt – eine einmalige

Geschichte!“, so Thomas Baumeister.

Foto: Neff

7/8/2022 KÜCHENPLANER 47


Hausgeräte/IFA 2022

„So macht

Kochen einfach

mehr Spaß“

Durch das tiefschwarz der CERAN Luminoir Kochflächen

leuchten Farben bis zu fünfmal heller als durch herkömmliche

Glaskeramiken. Auf der IFA 2022 in Berlin und der Küchenmeile A30 im September wird

das Potenzial für diese Art innovativen Lichtdesigns in der Küche praktisch erlebbar.

Foto: SCHOTT

Im Gespräch mit dem KÜCHENPLANER erläutert Dr. Jörn

Besinger, Head of Product Management und New Business

Development von SCHOTT CERAN ® , Details zum Produkt,

welche Gerätehersteller die Innovation bereits einsetzen

und warum ein breites Publikum von „Ceran Luminoir“

profitieren kann.

KÜCHENPLANER: Schott setzt ein weiteres Mal auf Beleuchtung

als gestalterisches und funktionales Element.

Was bedeutet Licht aus Ihrer Sicht für den Fortschritt der

Küche von morgen?

Dr. Jörn Besinger: Licht berührt uns Menschen seit Anbeginn

der Zeit. Es ist wie pure, flackernde Emotion, schenkt

uns Geborgenheit und Vitalität zugleich. In unserer heutigen

Welt ist Licht ein Symbol für modernen Lebensstil,

es lenkt uns und bietet Orientierung, es strahlt gewissermaßen

in die Zukunft. Sie können seine Faszination auf jedem

Smartphone spüren. Diese Magie wollen viele Menschen

auch in der Küche erleben. Und diesen Wunsch

können wir nun besser erfüllen als je zuvor.

Was kann „Ceran Luminoir“, was andere Glaskeramiken

nicht können?

Wie der Name schon sagt, vereint es die schwarze (Französisch:

noir) Optik traditioneller Glaskeramiken mit einer

bisher unerreichten konstanten Transmission über das

gesamte Spektrum des sichtbaren Lichts (Französisch: lumière)

hinweg. Besonders weißes und blaues Licht scheint

heller und klarer hindurch. Bei weißem Licht ist die Lichtdurchlässigkeit

fünfmal höher als bei herkömmlichen Glaskeramiken.

Eine ähnliche Intensität erreichen aber auch

jegliche anderen Farben oder Farbkombinationen. Die Farben

wirken brillanter und die Konturen schärfer – sogar bei

diffusem Licht oder Farbverläufen. Dabei zeigt die Glaskeramik

einen perfekten Deadfront-Effekt. Das heißt, Lichtanzeigen

verschmelzen mit ihrer Umgebung und werden

erst sichtbar, wenn sie aktiviert sind und leuchten. Sind sie

aus, dann ist die schwarze Optik makellos. Sie kennen sicher

herkömmliche Glaskeramiken, die je nach Lichteinfall

leicht rötlich schimmern. Das ist bei „Ceran Luminoir“ nicht

der Fall, sie setzt ein echtes Design-Statement in der Küche.

48 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Die tiefschwarze Glaskeramik ist aufgrund

neuer Rezeptur gleichmäßig durchlässig

für alle Lichtfarben.

Wie wurde die hohe

Lichtdurchlässigkeit erreicht?

Mit einer völlig neuen Materialrezeptur.

Die Intelligenz wurde sozusagen

ins Glas geschmolzen, der Effekt resultiert

nicht mehr aus aufwendigen Filtern

und Beschichtungen. Bisher gibt es kein

vergleichbares Material auf dem Markt. Schott

hat hier also momentan ein Alleinstellungsmerkmal.

Ist das Material ansonsten vergleichbar mit

bisherigen „Ceran“-Kochflächen und deren Qualität?

Ja, das neue Material bringt auch alle bisher bekannten

Stärken einer „Ceran“-Glaskeramik mit. Es widersteht hohen

Temperaturen wie auch starken Temperaturschwankungen

und garantiert lang anhaltende Stabilität. Da gibt

es keine Qualitätsunterschiede, darauf haben wir natürlich

geachtet.

Welche Art Lichtdesign lässt

sich nun besser realisieren?

Zunächst ist zu sagen: „Ceran

Luminoir“ ist der neuste Zugang

unserer Produktfamilie CERAN

EXCITE ® . Darunter fassen wir ein

umfassendes Beleuchtungsportfolio mit

Produkten und Systemlösungen, die völlig

neue Möglichkeiten in den Nutzungskonzepten eröffnen

wollen. Wie schon angedeutet: Licht schafft Verbindungen

zwischen Mensch und Technik, ist das visuelle Bindeglied

zwischen Mensch und Kochfeld. Es macht den Kochprozess

interaktiver, emotionaler und intelligenter. Dabei ist

Licht ein essenzielles Hilfsmittel für den Transport und

den Austausch von Informationen wie im Cockpit eines

Autos oder auf einem Tablet-Display. Und es stellt das Bedürfnis

nach atmosphärischen Akzenten zufrieden. Solche

Gewohnheiten haben die Menschen inzwischen lieb

gewonnen, die möchten sie verstärkt auch in der Küche

ausleben.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 49


Hausgeräte/IFA 2022

Foto: SCHOTT

CERAN Luminoir wurde erstmals

vor gut einem Jahr im Rahmen

eines virtuellen Events präsentiert.

Dr. Jörn Besinger demonstrierte

Moderatorin Stephanie Schmidts in

dieser Szene ein Material muster.

Inzwischen gibt es erste Umsetzungen

der Hausgeräteindustrie.

Und Ihre Kunden aus der Hausgeräteindustrie

wünschen sich dafür kreative und effiziente Ideen?

Genau! Dafür bietet „Ceran Excite“ die bisher größte Vielfalt

an Beleuchtungslösungen im Markt für Kochfelder. Damit

das Licht ungestört durch die Glaskeramik dringen kann,

entwickelten wir eine Vielzahl an Beschichtungen und Filtern.

„Ceran Luminoir“ kommt nun ohne diese Hilfsmittel

aus und ermöglicht ein minimalistisches Design.

Können Sie einige Anwendungsbeispiele und Einsatzvorteile

für „Ceran Luminoir“ nennen?

Die Bandbreite reicht von reinen Designfunktionen und

Ambiente-Beleuchtung bis zu funktionalen Anwendungen.

Kochzonen etwa werden häufig klassisch als Kreis dargestellt.

Durch innovative Lichtlösungen mit „Luminoir“ bieten

sich hier viele Design- und Individualisierungsmöglichkeiten.

Farben werden durch stärkere Kontraste nun

besser erkennbar sein. Dies erhöht zudem die Sicherheit,

wenn Kochflächen angeschaltet sind – ein wichtiger Aspekt

gerade bei Induktionskochfeldern, wo es bisher kaum

visuelle Rückmeldungen gab. Wir können auch das Thema

Smart Guidance besser bedienen, also die Führung

des Users durch Lichtmarkierungen. Nicht zuletzt bietet

„ Ceran Luminoir“ durch seine höhere Transmission auch

den Einsatz effizienterer Leuchtmittel unter der Glaskeramik

an, wodurch sich Strom sparen ließe. Als Resümee

würde ich sagen: Unterm Strich wird das Kochen durch

solche Lösungen intuitiver, intelligenter und sicherer. Es

wird zu einem visuellen Erlebnis und macht einfach mehr

Spaß. Ja, und es gibt noch einen weiteren Vorteil.

Und der wäre?

Die neue Materialformel ermöglicht es unseren Kunden,

Produktionsaufwände und Kosten einzusparen. Denn brillante

und mehrfarbige Lichtfeatures lassen sich auch ohne

zusätzliche Filterschichten erreichen. Das spart nicht nur

Material und Produktionsschritte samt entsprechenden

Vorteilen für die Umwelt, sondern macht innovative Beleuchtungslösungen

in Kochfeldern auch für breitere Käuferschichten

interessant. „Ceran Luminoir“ ist attraktiver

für die Massenproduktion und könnte auch bald Standardkochflächen

außerhalb des Premium-Segments er obern.

Auch wenn unser Standardmaterial sicher weiterhin

attrak tiv bleiben wird: Die Neuheit könnte sich durchaus

zu einem Gamechanger entwickeln.

Schub in diese Richtung verschafft sicherlich auch die

Verleihung des iF Design Awards 2022 im Mai, oder?

Ja, davon sind wir überzeugt. Der iF Design Award ist weltweit

sehr renommiert und wird einmal im Jahr von der

weltweit ältesten unabhängigen Designinstitution, der iF

International Forum Design GmbH mit Sitz in Hannover,

vergeben. „Ceran Luminoir“ wurde von deren Expertenjury

unter fast 11 000 Einreichungen zum Preisträger im

Jahr 2022 gekürt und erhielt das begehrte Design- Label

in der Disziplin „Produkt“, Kategorie „Küche“. Dazu ist

zu sagen, dass Schott schon 2019 mit dem iF Gold Award

für „Ceran Excite“ prämiert wurde. Die erneute Auszeichnung

in diesem Jahr zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg

sind und dass Licht aus den Kochflächen der Zukunft nicht

mehr wegzudenken ist. Und wir möchten die Hausgeräteindustrie

immer wieder mit neuen Trends begeistern.

Gibt es denn bereits Interessenten oder Hersteller,

die „Ceran Luminoir“ einsetzen oder dies vorhaben?

Wir haben das Produkt Anfang September 2021 im Rahmen

eines Kundenevents erstmals präsentiert, das hat inzwischen

für positive Marktresonanz gesorgt. Viele bekannte

Marken werden zeitnah Modelle mit „Luminoir“

umsetzen. Firmen wie Siemens und Smeg haben entsprechende

Prototypen schon auf der Eurocucina in Mailand

ausgestellt. Auch Berbel und Benthaus haben Modelle präsentiert.

Und wenn Sie auf die IFA 2022 gehen, werden Sie

weitere Beispiele finden. Interessenten können sich natürlich

auch jetzt schon über unsere Neuheiten informieren –

zum Beispiel auf unserer Website www.schott-ceran.com.

Vielen Dank für das Gespräch, Dr. Besinger.

50 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Von allem mehr

„Entdecken Sie die Qualität, die ihrer

Zukunft vor aus ist“. Unter diesem

Motto wird Miele auf der Berliner

IFA zahlreiche Neuheiten

vorstellen. Laut Bernhard Hörsch,

Commercial Director Sales Miele

Germany, wird sich das Unternehmen

auf der IFA noch komfortabler,

smarter und nachhaltiger präsentieren.

Und mit Produktneuheiten aus

den Segmenten Dampfgarer und

Kochfelder, Einstiegsback öfen und

Kühlgeräte. Zudem wird sich Miele

dem Kleingerätebereich widmen

und kündigt drei neue Kaffeevollautomaten

an. Eine Weltpremiere

sei zudem der besonders leistungsstarke

Staubsauger „Triflex HX2“.

Live und im Netz

Rund acht Wochen vor Messestart

nimmt die IFA 2022 Gestalt

an. Laut Veranstalter sind

bereits mehr als 80 Prozent

des Berliner Messegeländes belegt.

Vom 2. bis 6. September

2022 werden renommierte Marken

der Consumer- und Home

Electronics Branche ihre Neuheiten und Themen präsentieren. „Markenhersteller aus der

ganzen Welt und allen Bereichen der Branche haben ihre Teilnahme mittlerweile verbindlich

bestätigt“, heißt es in einer Mitteilung der Messe Berlin. Kai Mangelberger, Director

IFA 2022, sagt: „Dass Unternehmen wieder in dem Umfang wie vor der Pandemie zurückkehren

sowie die nahezu ausgebuchten Flächen im Bereich Household Appliances mit

Herstellern wie Bosch, Haier, Samsung, Miele, Liebherr, Electrolux/AEG, Beko/ Grundig

oder Siemens zeigt, dass die Erwartungen an die IFA 2022 hoch sind.” Mit der neuen „IFA

Virtual“ kündigt die Messe Berlin zudem eine neue B2B-Plattform an. Ab Juli 2022 soll

darüber die Vorbereitung des Messebesuchs erleichtert werden. Eine aktuelle Übersicht

der Aussteller und weitere Besucherinformationen gibt es auf www.messe-berlin.de.

Foto: Messe Berlin

Fettfreier genießen

Wie Haushalt und Klima Hand in Hand gehen können,

will Bosch Hausgeräte auf der IFA zeigen. Die

eigene Position als „nachhaltigste Hausgerätemarke

Euro pas“ weiter auszubauen, sei eines der zentralen

Ziele. Angekündigt werden für Berlin gleich mehrere

Entwicklungen der Wäsche- und Bodenpflege.

Hinzu kommt als Küchen-Highlight eine neue Premium-Backofen-Range

der „Serie 8“ mit Dampfgarund

„AirFry Heißluftfrittieren“-Funktion. Gemüse,

Fleisch oder Kartoffeln werden auf einem speziell

geriffelten Backblech gegeben. „Dann nur noch über

den digitalen Bedienring die Heizart „AirFry“ sowie

eine Temperatur auswählen und starten“, so Bosch.

Das Ergebnis: „Viel Genuss, wenig Fett.“ Auf der Berliner

Messe folgen weitere Neuheiten, unter anderem

aus dem Bereich Dampfgaren.

Foto: Bosch Hausgeräte

Wohnlichkeit am Wasserplatz

Mit der neuen Gerätekategorie „Solitaire The Waterbase“ will der BSH-

Konzern einen Wandel am Wasserplatz vollziehen. Die Weltneuheit für

den High-End-Bereich treibt die Transformation dieses klassischen Küchenbereichs

in einen ästhetischen Raum voran und präsentiert sich mit

reduziertem und klarem Design sowie der Integration verschiedener

Funktionen. Annette Hollemann, Global Marketing BSH, erläutert: „Mit

unserer neuen Marke ‚Solitaire The Waterbase‘ stellt die BSH auf der

IFA 2022 eine Weltneuheit vor, die eine Antwort liefert auf neue Anforderungen

in der Raumgestaltung, an Wohn- und Küchenkonzepte.“ Das

„Infinity Cover“ macht das Spülbecken unsichtbar, ohne dabei die Funktionalität

zu beeinflussen. Denn eine Wasserentnahme ist auch bei abgedecktem

Becken möglich. Überschüssiges Wasser fließt dabei, wie unsichtbar

gelenkt, über eine schmale Rille ab. Die Fläche lässt sich je nach

Bedarf stufenlos absenken. Die Armatur ist mit „Hydronic Select“ ausgestattet

und bietet Wasser in sechs Varianten: von eiskalt bis kochend und

still oder gesprudelt. Und das stets gefiltert. Bedient wird es über ein

flächenbündig integriertes Touchdisplay. Integrierte Aufbewahrungslösungen

im Smart Body lassen Spülutensilien elegant verschwinden. Die

Markteinführung soll im Herbst 2022 erfolgen.

Foto: BSH

7/8/2022 KÜCHENPLANER 51


Hausgeräte/IFA 2022

Fotos: Samsung

„Bespoke“-Backofen im neuen Farbton beige.

Ebenfalls neu: der edle Ton „Blue“.

Vernetzt und in Farbe

Individualisierung und Konnektivität – das sind charakteristische Aspekte der

Neuheiten, die Samsung für die IFA 2022 ankündigt. Unter anderem wird das

farbige „Bespoke“-Portfolio um Mikrowellen und Backöfen ergänzt.

KI-gesteuerte Wäschepflege gibt es auch.

Unter dem Motto „#Connected – für jeden Lifestyle“ demonstriert

Samsung die bunte Vielfalt seines Produktportfolios.

Damit realisiert der Hersteller, dass Menschen

Produkte, die sie im Alltag begleiten, an ihre

Lebensweise anpassen können. Sei es, dass die Farbkombination

des Kühlschranks einen harmonischen

Design-Akzent im Interieur setzt. Oder dass smarte

Funktionen auf dem Fernseher auf den Familienalltag

abgestimmt sind. Im Fokus stehen Produktneuheiten,

die personalisierbar sind und im offenen Ökosystem

von Samsung harmonisch zusammenspielen.

Als farbenfrohes Erlebnis stellt Samsung schon vor

Messestart Produkt-Highlights aus den Bereichen

Hausgeräte, TV, Audio, Display und Mobile vor. Zwei

Entwicklungen prägen die Erweiterung des Portfolios:

individuelle Farbauswahl personalisierbare

Funktionen.

So individuell wie Du

„Das Leben, die Menschen, ihre Lebensweisen sind ungemein

facettenreich. Und die Vielfalt hat sich mit den

neuen hybriden Lebensweisen noch einmal erhöht. Mit

der Einführung unserer Bespoke-Kühlschrankserie

haben wir diese Entwicklung adressiert und die Möglichkeit

geschaffen, Farbe und Persönlichkeit in die eigene

Küche zu bringen. Das Konzept kommt an, unsere

Bespoke-Familie wächst und lässt sich jetzt auch

in Wohn- und Arbeitszimmer, Bad und Funktionsraum

blicken“, erläutert Diana Diefenbach, Senior Manager

Technical Product Management & Communication

bei Samsung Electronics. Zur IFA bekommt die

„Bespoke- Familie“ Zuwachs durch eine neue Generation

von Hausgeräten in stilvollen Farben und smarten

Ausstattungsmerkmalen.

Die neuen „Bespoke“-Backöfen bringen mit modernen

Gar-Funktionen wie „Dual Cook Steam“, „Air Sous

Vide“ oder „AirFry“ vielfältige Möglichkeiten in die Küche,

unterschiedliche Gerichte gleichzeitig zuzubereiten

und das Kochen zum Erlebnis werden zu lassen.

„SmartThings Cooking“ erstellt zudem personalisierte

Rezepte und hilft, einen passenden Essensplan zu erstellen.

Per App bleiben die Vorgänge im Ofen jederzeit

im Blick. Die neuen „Bespoke“-Mikrowellen bringen

neben mehr Farbe erweiterte Automatikprogramme in

den häuslichen Kochalltag.

Die „Bespoke“-Strategie hat Samsung auch auf die

Wäschepflege ausgedehnt. Die neuen KI-gesteuerten

„Bespoke“-Waschmaschinen und -Trockner passen

sich „an die individuellen Bedürfnisse der Menschen

an“, verspricht der Hersteller: mit personalisierten Programmvorschlägen,

automatisierten Reinigungsprozessen

sowie zusätzlichen Programmfunktionen. Sie

sind Teil des SmartThings-Ökosystems und können

auch miteinander kommunizieren.

Mehrwert durch Vernetzung

Neben den Produkt- und Content-Neuheiten demonstriert

Samsung vernetzte Szenarien für verschiedene

Lebensstile im offenen Ökosystem von „SmartThings“.

Hier kommt mit „SmartThings Energy“ noch in diesem

Jahr eine weitere Funktion für den deutschen Markt.

Damit könne der Stromverbrauch angeschlossener Geräte

überwacht und gesteuert werden. Die App schlägt

Maßnahmen für mögliche Energieeinsparungen auf

Basis des individuellen Nutzungsverhaltens vor. „So

zeigt ‚SmartThings Energy‘, wie die Konnektivität der

Geräte im individuellen Alltag unterstützen und ein

nachhaltigkeitsbewusstes Verhalten fördern kann“, benennt

Samsung den Nutzen dieser Neuheit.

52 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Foto: Siemens Hausgeräte

Für Premiumansprüche

mit viel

Glas und hochauflösendem

TFT-Touchdisplay:

der neue

„iQ700 studioLine“

mit Bräunungssensor

und vielen weiteren

sensorgesteuerten

Funktionen.

Mit KI zum perfekten Ergebnis

Siemens Hausgeräte wird auf der IFA 2022 in Berlin einen neuen Backofen mit KI-Technologie

vorstellen: Beim „iQ700 studioLine“ lassen sich Backergebnisse an persönliche Vorlieben anpassen.

Das gelingt mit einer im Innenraum integrierten Kamera mit Bräunungssensor.

Die „studioLine“-Neuheit soll den Nutzerinnen

und Nutzern mehr Unabhängigkeit

schenken. Der gewünschte Bräunungsgrad

eines Gerichts kann auf einer

Skala eingestellt werden. Mithilfe einer

integrierten Kamera und künstlicher Intelligenz

bereitet es der Backofen anschließend

nach Vorgabe zu. Ist der bevorzugte

Bräunungsgrad erreicht, schaltet sich der

„iQ700“ automatisch ab. Köchin oder Koch

erhalten über die Home Connect App eine

Nachricht auf ihrem Mobilgerät – wo auch

immer sie sich gerade aufhalten.

Optisch setzt das Gerät auf zurückhaltendes

Design mit nahezu vollflächigem

dunklem Glas. Ein gläserner Griff unterstreicht

die elegante Anmutung. Auf den

ersten Blick kaum sichtbar, scheint er bei

näherem Hinsehen vor der Front schwerelos

zu schweben – und liegt laut Hersteller

doch solide in der Hand. Kanten,

Rundungen und Abmessungen seien harmonisch

aufeinander abgestimmt und lassen

den iQ700 nahtlos mit der modernen

Küchenumgebung verschmelzen.

Assistenz im Ofen

Die zahlreichen Gerätefunktionen lassen

sich per Sprachbefehl steuern, unter

anderem über Amazon Alexa. Eine

davon ist der neue „Oven Assistant“.

Damit wird über die Sprachsteuerung

das gewünschte Gericht genannt und

der „iQ700“ schlägt die perfekte Programmeinstellung

vor. Ein „Ok“ genüge,

um mit dem Vorheizen, Backen, Braten

oder Grillen zu starten. Zudem betont

Siemens: „Der Shortcut zu den zahlreichen

Spezialfunktionen des Geräts

sorgt für Gelinggarantie und steht auch

per Touch über die Home Connect App

zur Verfügung.“

Neues Bedienerlebnis

Auch an der Blende erwarte die Nutzer ein

neues Bedienerlebnis. Hier ermöglicht ein

hochauflösendes TFT-Touchdisplay Zugang

zu verschiedenste vollautomatische

Brat- oder Backprogramme. Vollflächige

Foodaufnahmen zeigen die Möglichkeiten.

Mithilfe der „ cookControl Pro“-Funktion

können User dabei sogar individuelle

Wünsche äußern – wie etwa einen schnellen

Programmablauf oder ein besonders

saftiges oder knuspriges Ergebnis. Der

Ofen wendet automatisch die richtigen

Einstellungen an und schaltet sich ab, sobald

das Gericht fertig ist.

Jetzt mit Volldampf

Neu ist auch die Funktion „fullSteam

Plus“: Dabei werden Lebensmittel mit

einer ausgewogenen Kombination aus

Dampf und Hitze bei bis zu 120 °C bis zu

20 Prozent schneller zubereitet als mit der

bekannten Vorgängerversion „fullSteam“

bei 100 °C. Eine zusätzliche Weiterentwicklung

ist der „bratSensor Plus“: Um

ein möglichst exaktes Ergebnis zu erhalten,

misst er die Temperatur des Fleisches

an drei verschiedenen Stellen. Der

„baking Sensor Plus“ ermittelt während

des vollautomatischen Backens die Feuchtigkeit

im Ofen und garantiere dadurch

„ausgezeichnetes Gelingen“, so Siemens.

Mithilfe der beiden Sensoren stellt die

Home Connect App sicher, dass Nutzerinnen

und Nutzer die aktuelle Backzeit stets

im Blick behalten.

Neuer Trendreport auf der IFA

Siemens Hausgeräte befasst sich traditionell

intensiv mit den Veränderungen der

Lebensbedingungen. Michael Mehnert,

Geschäftsführer Siemens Hausgeräte,

kündigte dazu einen neuen Trendreport

an, der auf der IFA 2022 vorgestellt werden

wird.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 53


Küchenmöbel

Zusammenspiel der Gegensätze

Im Showroom „Monte Santo“ in der Mailänder Innenstadt zeigte SieMatic parallel zur Eurocucina

die neue Stilwelt „Mondial“. Charakteristisch für diese Stilwelt ist die Verbindung von scheinbaren

Gegensätzen: schlichte geometrische Formen treffen auf die Opulenz ausdrucksstarker Materialien.

Das verleiht den Küchen eine besondere Präsenz.

Im Mailänder Showroom konnten die

Messegäste zwei sehr unterschiedliche

Umsetzungen erforschen. Eine davon mit

viel Stein. Ein deutliches Statement setzt

dabei der dunkelmarmorierte Kalkstein

„Grigio Carnico“ in 30 mm Stärke als

vierseitige Umhüllung der zentral platzierten

Insel. Diese wird um einen runden

Bartisch in Sandwichbauweise mit

einer 12 mm starken Quarzit-Platte im

hellmarmorierten Dekor „White Fantasy“

ergänzt. Für die Unterkonstruktion der

Platte verwendet SieMatic die Oberfläche

„Eiche Travertin geflammt“. Auch

die neuen Rahmenfronten tragen diese

Dekorbezeichnung. Einen prägnanten

Kontrast zum dunklen Kalkstein setzen

die 80 mm starke Arbeitsplatte der Spülenzeile,

die Nischenauskleidung und

das neue 140 mm starke Küchenboard

im hellen Quarzit. Auch das frische

54 KÜCHENPLANER 7/8/2022


„grau-violett samtmatt“ (Lack) der raumhoch

geplanten Hochschränke links und

rechts der Unterschrankzeile akzentuiert.

Dabei handelt es sich um einem von

1950 Farbtönen des „SieMatic Individual

Colour Systems“. Zentral vor der Kopfwand

platziert betont die neue „SLX Vitrine

mit Reliefglas“ und schwarzmatt

eloxierten Rahmen die Längsachse.

Ihre an der Vitrinen-Rückwand eingehängten

Auszugkuben und die Aufsatzschränke

nehmen den Schwarzton in

Mattlack auf. In Gänze komponiert das

Raumplanungskonzept nicht nur frisch

und zeitgemäß mit edlen Materialien,

Tönen und Kontrasten, es spielt auch mit

den Proportionen und in Form von Tiefenversprüngen

mit dem Verschieben

von Volumina.

Parallel zur Premiere der Stilwelt

„Mondial“ stellte SieMatic ein neues Showroom-Konzept

vor. Dieses basiert auf Bereiche

für Inspiration und Kommunikation

zwischen denen die Kundinnen und

Kunden im Planungsprozess pendeln und

die laut Unternehmen einen multisensorischen

Einblick in die Welt der Premiumund

Luxusküchen von SieMatic geben.

Zeitgemäßer Luxus

Die Auffassung von Luxus hat sich nach

Ansicht von SieMatic in den letzten Jahren

grundlegend geändert. Darauf basiert auch

die Entwicklung der neuen Stilwelt „Mondial“.

Der Hersteller erläutert: „Da die heutigen

Luxuskonsumenten in ihrer Wahl

immer anspruchsvoller werden, erleben

wir ein neues und sich entwickelndes Verständnis

von Luxus. Bei diesem Konzept

von Luxus geht es weniger um oberflächliche

Statussymbole, die die Kunden besitzen

wollen, sondern vielmehr darum, wer

sie sein wollen. Sie wollen von Marken inspiriert

und emotional angesprochen werden.

Marken, die ihnen helfen, ihre eigene

Individualität zum Ausdruck zu bringen.

Aber das ist noch nicht alles: Vor allem Luxuskunden

gleichen ihr eigenes Werteverständnis

mit den Werten von Marken ab,

bevor sie in einen authentischen Dialog

mit einer Marke treten. SieMatic nimmt

die Beweggründe dieser sich wandelnden

Luxus- und Lebenswelt zum Anlass, ein

zeitgemäßes Konzept von Luxusküchen zu

entwickeln, welches den Kunden die Möglichkeit

bietet, sich größtmöglich individuell

zum Ausdruck zu bringen.“

Fotos: SieMatic

7/8/2022


Küchenmöbel

Unter einem

Dach

„Eine Küche wie ein Spaziergang

durchs mediterrane Hinterland,

wo Natürlichkeit auf

Weite trifft und kulinarischer

Genuss ein Zuhause hat.“ Mit

diesen blumigen Worten beschreibt

Schüller die Wohnküchen

„Finca“. Basis der

Country-Darstellung ist eine

tiefblaue Satinlack-Front mit

Pore und dezenter Holzmaserung.

Die dazu ausgewählten

Messinggriffe wirken edel und sollen zeitlose Behaglichkeit vermitteln. Zeitgemäß erwünschte Akzente setzen die Quarzstein-Arbeitsplatte

(von Schüller-Tochter Systemo) und die Aufsatzschränke mit Glastüren. Weitere Details: Einsätze und Flex-Boxen aus

„ Eiche natur“, offene Regalelemente, Tellerregal und geschweifte Wangenbordstütze. „Finca“ war Teil der Schüller-Inszenierung auf

der EuroCucina. In Mailand präsentierte sich der Hersteller mit zwei starken Marken unter einem Dach. Im Fokus: die Premiummarke

next125 im neuen Look und neuer Kollektion (siehe KÜCHENPLANER 5/6 2022).

Marmoriert

Foto: Schüller

Wer Marmor liebt, wird beim neuen Cosentino- Dekor

„Dekton Onirika“ zweimal hinschauen. Die ultrakompakten

Oberflächen mit ausdrucksstarken Äderungen

lassen ein opulent-luxuriöses Flair entstehen. Erhältlich

sind die Farbtöne „Awake“, „ Lucid“, „Somnia“, „Neural“,

„Trance“, „ Vigil“, „Daze“ und „ Morpheus“. Hersteller

Cosentino präsentierte die Kollektion erstmals auf der

EuroCucina in Mailand. Ebenso „Dekton Kraftizen“. Dabei

ließen sich die Entwickler vom „ Stucco Veneziano“

inspirieren. Diese aufwändige, mehrschichtige Spachteltechnik

ermöglicht farbig marmorierte Oberflächen.

„Kraftizen“ gibt es in seidigen und extra matten Farbtönen.

Die Dekorbezeichnungen lauten „ Albarium“,

„ Argentium“, „Micron“, „Nacre“ und „Umber“.

Fotos: Cosentino

Dekor „Micron“ aus der neuen Kollektion „Kraftizen“.

Dekor „Awake“ aus der neuen Kollektion „Onirika“.

56 KÜCHENPLANER 7/8/2022


„Revego“ – die Lösung von Blum zum Verbergen von Küchenzeilen oder ganzen Wohnbereichen.

Fotos: Blum

Räume flexibel nutzen

Küche sowie Ess-, Wohn- und Arbeitsbereiche wachsen in der modernen

Wohnraumnutzung immer mehr zusammen. Große Möbelfronten

verbergen bei Bedarf Küchenzeilen oder ganze Wohnbereiche.

Das braucht eine tragfähige Beschlagtechnik. „Revego“

zählt zu den technischen Lösungen, mit denen sich große Flächen

komfortabel bewegen lassen. Dabei handelt es sich um die neuen

Pocketsysteme vom österreichischen Beschlägehersteller Blum. So

lassen sich funktionale Möbelzeilen verbergen und die Wohnqualität

erhöhen. Zudem eröffnen sich völlig neue Perspektiven, wenn

komplette Wohnbereiche einfach geöffnet oder geschlossen werden

können. Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten sind der Küche

ebenso umsetzbar wie im Homeoffice, dem Hauswirtschaftsraum

oder in der Garderobe. Dank der Bewegungstechnologie „Tip-On“

öffnen Möbelnutzerinnen und Möbelnutzer die Türen durch

sanftes Antippen und Schieben sie komplett in das Pocket. Der Arbeitsbereich

ist nun barrierefrei zugänglich. Zum Schließen reicht

ein kurzes Drücken auf die Front, diese wird aus dem Pocket ausgeworfen

und der Anwender oder die Anwenderin kann mit einem

weiteren Druck den kompletten Bereich wieder verbergen.

Pocketsysteme schaffen neue Gestaltungsmöglichkeiten in

der Küche, dem Homeoffice, im Hauswirtschaftsraum oder

der Garderobe.

Für ein und zwei Türen

Mit „Revego“ realisiert der Hersteller Einschiebetürsystem für

Einzel- und Doppeltüranwendungen. Die Technik ist vollständig

integriert. „Deshalb lässt sich eine solche Gestaltungslösung

einfach in die Küchen- oder die Möbelzeile eingliedern“, so das

Unternehmen. Pocketsysteme werden laut Blum mit je einem

eigenen schmalen Korpus mit fixen Breiten, dem sogenannten

Pocket, neben den Möbeln mit freien Gestaltungsmöglichkeiten

eingeplant: die Einzeltür „uno“ mit 100 mm und die Doppeltür

„duo“ mit 150 mm breiten Pockets. Zudem können Pocketsysteme

bereits vorproduziert und vormontiert zum Aufstellort geliefert

werden. Die Endmontage vor Ort ist laut Blum ebenso einfach:

„Pockets aufstellen, ausrichten und befestigen, Türen und Laufträger

installieren, einstellen – fertig.“

Die Ecke

neu erfinden.


Küchenmöbel

Individuelle

Extras

„Modern, vielseitig, kombinierbar“

sind die Attribute von „nolteneo“. Auf

der EuroCucina in Mailand präsentiert

Nolte Küchen das zur Ausstattungslinie

weiterentwickelte Premiumprogramm

erstmals in vollem Umfang.

nolteneo sei die Ausstattungslinie für alle, die aus ihrer

Küche etwas Besonderes machen wollen, betont das

Unternehmen. Wobei Exklusivität und leicht zu realisierende

Vielfalt Hand in Hand gehen sollen. Denn Planer

können die Exklusivelemente von „nolteneo“ mit

dem gesamten Produktspektrum des Kernsortiments

kombinieren. Es gibt keine gesonderte Typenliste,

dafür einen gemeinsamen Softwarekatalog.

Nolte-Geschäftsführer Eckhard Wefing erklärt

das Prinzip so: „Wer sich für ein Element aus der

‚nolteneo‘-Kollektion entscheidet, bekommt automatisch

als Basisausstattung ein modernes Schubkasten-

und Auszugssystem, die ‚neoBOX‘. Sie ist

eines der Elemente, mit denen jede ‚nolteneo‘-Küche

ausgestattet ist. Unsere Partner können also

Auch mit Beleuchtung

Die „neoBOX“, das exklusive Auszugsystem von

„nolteneo“, ist in Anthrazit gehalten und mit einer besonders

schmalen Seitenzarge ausgestattet. Diese ist in

den Auszügen ab 450 mm extra hoch. Die Innenauszüge

verfügen über eine Blende aus satiniertem Glas.

Möglich ist auf Wunsch eine per Akku betriebene LED-

Beleuchtung, die sich beim Betätigen der Schubkästen

automatisch an- und abschaltet und erst nach 450 bis

700 Öffnungszyklen neu geladen werden muss. Lieferant

des Auszugsystems ist Hettich (AvanTech YOU).

58 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Fotos: Nolte Küchen

Auf der EuroCucina: „neoSLATE“ mit Schieferfurnier,

kombiniert mit „SOFT LACK“ in Hennarot

aus dem Kernsortiment von Nolte Küchen.

Das Sockelgestell gehört zu den exklusiven

Gestal tungs elementen von „nolteneo“.

mit minimalem Aufwand Küchen aufwerten, ohne das

Budget zu sprengen. Gleichzeitig haben sie mehr Spielraum

für Kunden mit gehobenen Designansprüchen.“

Spielraum für die Planung

Individueller Gestaltungsmöglichkeiten sind bei

„ nolteneo“ Konzept. Zum Beispiel mit dem Griffmuldenprofil

in der Variante „MatrixArt ONE“. Es liegt unterhalb

der Arbeitsplatte und kann beleuchtet werden. Der

untere Bereich der Schränke ist dann mit „Push-to-open“

ausgestattet. Akzente lassen sich zudem mit einer umlaufenden

Schattenfuge setzen. Sie entsteht durch ein

12 mm breites Profil zwischen Front und Wange.

Ebenfalls prägend sind hochwertige Oberflächen.

Spiegelglas zum Beispiel („neoMIRROR“) oder Steinfurniere

sowie Marmor- oder Metalloptik. Fronten in

Holz gibt es auch. Abgestimmte Seitenverkleidungen,

wie sie im Kernsortiment für „MatrixArt“ erhältlich

sind, sollen bei „nolteneo“ ein durchgängig harmonisches

Bild schaffen. Sie werden durch ein entsprechendes

Angebot an Arbeitsplatten und Thekenelementen

ergänzt. Flexibel ist auch die Ausführung der

Sichtseiten und Korpusfarben, die individuell auf die

Fronten abgestimmt werden können.

Wohnlich mit fließenden Übergängen

Neben den Möglichkeiten von „nolteneo“ zeigte Nolte

Küchen in Mailand ausgewählte wohnliche Planungen

mit Neuheiten aus dem Kernprogramm – und bezog

angrenzende Wohnräume mit ein. Dabei legte der Hersteller

Wert auf fließende Übergänge. Gezeigt wurde

zudem ein Arbeitsplatz für das Homeoffice, eine Ankleide

und einen Hauswirtschaftsraum. Nolte SPA, die

Badezimmerkollektion, rundete die Apartmentplanung

ab. In Summe wurden neun Planungen auf 500 m 2 Fläche

in Szene gesetzt. Geschäftsführer Eckhard Wefing

zieht dieses Fazit: „Wir haben nicht einfach nur Küche

an Küche präsentiert, sondern immer auch den Übergang

in den Wohnbereich aufgezeigt. So wurde schnell

klar: Nolte Küchen kann mehr als Küchen. Spätestens

beim Hauswirtschaftsraum, dem Ankleidezimmer und

dem sich daran anschließenden Bad von Nolte SPA war

unseren Gästen bewusst: Hier bekommt man alles aus

einer Hand. Dieser ganzheitliche Ansatz und die authentische

und zugleich stilvolle Präsentation haben

dafür gesorgt, dass unser Stand während der gesamten

Messe sehr gut besucht war und aus allen Bereichen

positives Feedback kam.“

7/8/2022 KÜCHENPLANER 59


Betriebsmanagement

Die fetten Jahre sind vorbei

Was jetzt auf

den Küchenhandel zukommt

Obwohl es anfangs anders befürchtet wurde, hat Corona dem Küchenhandel nichts

anhaben können. Im Gegenteil: Küchenstudios blicken auf zwei Jahre mit vollen

Auftragsbüchern und ordentlichem Wachstum zurück. Damit ist es nun aller

Wahrscheinlichkeit nach vorbei. Denn gleich drei Faktoren werden für eine Marktbereinigung

sorgen. Ingo Anneken von der SEB Steuerberatung skizziert die

Gefahren situation und gibt Tipps, wie Unternehmer sich vorbereiten können.

„Jede Hochphase ist einmal vorbei – das ist einer der

ehernen Grundsätze der Wirtschaft. Die Frage ist bloß,

zu welchem Zeitpunkt und in welcher Geschwindigkeit

es wieder abwärts geht. Nach den überraschend guten

Corona-Jahren bahnt sich derzeit eine prägnante und

gefährliche Situation an, die dafür sorgen könnte, dass

der Markt sich weiter bereinigt. Warum das so ist?

Weil von mindestens drei Seiten Probleme auf den Küchenhandel

zukommen, die als Langzeitfolgen der Pandemie

und als direkte Auswirkung des Krieges in der

Ukraine entstanden sind. Durch Probleme in den Lieferketten

und deutlich gestiegene Rohstoff- und Energie

prei se wird die Industrie ihre Preise erhöhen, und

zwar mindestens um 15 Prozent. Darüber hinaus wird

sich die Nachfrage auf Verbraucherseite abschwächen,

denn die Kunden werden aufgrund der unsicheren

Zeiten zunehmend zurückhaltender – besonders hinsichtlich

größerer Investitionen wie einer neuen Küche.

Und drittens wird der zeitliche Ablauf dieser beiden

Szenarien Probleme bereiten: Die Rohgewinne werden

niedriger ausfallen. Gleichzeitig wird es weniger Anzahlungen

und niedrigere Deckungsbeiträge aus weniger

Auslieferungen geben. Die Folge: Küchenstudios,

die jetzt nicht aufpassen, laufen Gefahr, in die Insolvenz

zu rutschen.

Vorausschauend mit Preiserhöhungen umgehen

Jedes dieser drei ineinander verschränkten Gefahrenszenarien

sollte nun genau betrachtet und strategisch

angegangen werden. Wie geht man mit den Preiserhöhungen

für Möbel und Zubehör um? Zunächst ist

Schnelligkeit gefragt: Wer heute einen Kaufvertrag

abschließt, zahlt den alten Preis, wird die Ware aber

vor aus sichtlich in der Zeit nach der Preiserhöhung erhalten.

Maßnahme Nr. 1 ist also: Ware frühzeitig bestellen,

um die heutigen Preise zu sichern. Die zweite

Maßnahme greift die zukünftige Preiserhöhung auf:

Sie sollte bereits jetzt in der Kalkulation berücksichtigt

werden. Dazu sollte der prozentuale Unterschied zwischen

Netto-Einkaufspreis und Brutto-Verkaufspreis

auf vorschlagsweise 220 Prozent hochgesetzt werden.

Falls auch die übrigen Kostenerhöhungen weitergegeben

werden müssen, beträgt der Kalkulationsaufschlag

entsprechend 230 Prozent. Eine dritte Maßnahme

betrifft den bereits vorhandenen Auftragsbestand.

Für diesen sollte bereits heute die Bestellung ausgelöst

werden. Weicht das Aufmaß später ab, können Bestellung,

bzw. Auftragsbestätigung nachträglich korrigiert

werden.

Trotz Kaufzurückhaltung Kunden gewinnen

Klar, es wird schwieriger werden, Kunden zu gewinnen

als in den letzten zwei Jahren. Doch grundsätzlich

gilt: Es werden auch in Zukunft Küchen benötigt.

Auf absehbare Zeit wird der Markt aber schrumpfen.

Wer sich trotzdem Marktanteile sichern möchte,

sollte auf die klassischen Instrumente setzen: Zunächst

gilt es Kosteneinsparungsmöglichkeiten voll

auszuschöpfen. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit,

doch in der jüngeren Vergangenheit sind die Sparmaßnahmen

eventuell nicht ganz so konsequent betrieben

worden, wie es der enger werdende Markt nun

notwendig macht. Diese Anstrengungen können entweder

an die Kunden weitergereicht werden, was zu

Wettbewerbsvorteilen führt. Oder sie werden in Maßnahme

zwei investiert: Gibt es spezielle Werbung, explizite

Werbeaussagen, mit denen jetzt die Kunden angesprochen

werden können? Sicher ist: Mit Aktionen

wie Werksverkäufen oder ähnlichem kann man auch

preisbewusste Kunden ansprechen. Und zuletzt: In

Auslieferung, Planung oder Reklamationsbearbeitung

schneller und effizienter zu werden, sorgt für zufrie-

60 KÜCHENPLANER 7/8/2022


dene Kunden und zufriedene Kunden sorgen für neue

Kunden. Dazu sollte auf jeden Fall das Empfehlungsmarketing

verstärkt angegangen werden.

Liquiditätsengpässe vermeiden

In Krisenzeiten ist die Liquidität oft ein großes Problem.

Eigentlich gesunde Unternehmen können, wenn

sie nicht aufpassen, in die Zahlungsunfähigkeit rutschen.

Um das zu vermeiden, haben Küchenstudios

einige Stellschrauben in der Hand, die sie je nach individueller

Situation justieren können: Musterküchen

schneller zu drehen, bedeutet Umsätze aus bereits bezahlter

Ware zu generieren. Bei verkauften Küchen

kann sich eine zweite Anzahlung empfehlen, zum

Beispiel könnten vier Wochen vor dem Aufbautermin

noch einmal 20 Prozent des Kaufpreises gefordert werden.

Auf Kostenseite sollten Küchenstudios die Zahlungsziele

ihrer Lieferanten ausschöpfen und den Forderungsbestand

vermindern. Steuervorauszahlungen

können nach unten angepasst werden. Und um Geld zu

sparen, sollte bei jeder Investition genau hingeschaut

werden: Bringt dieses Invest mehr Kaufverträge? Falls

die Antwort „Ja“ lautet, kann gerne investiert werden.

Ebenso natürlich, wenn eine Investition unbedingt notwendig

ist. In jedem Fall sollte aber geprüft werden, ob

die Aufwendung durch einen Bankkredit gedeckt werden

kann. Apropos Bank: Für den Notfall sollte auch

daran gedacht werden, die Kontokorrentlinien bei der

Bank zu erhöhen.

Die Schnellen und Agilen fressen die Großen

Niemand weiß, wie lange die Krisenstimmung anhalten

wird. Immerhin ist aber sicher: Küchen werden

weiter benötigt und auch verkauft. Die Frage ist also,

wie ein Küchenstudio sich im Markt behaupten kann.

Und es werden nicht unbedingt die Großen sein, die

die Kleinen fressen. Statt Größe sind andere Werte gefragt.

Einer davon ist die Stärke, gemessen im Verhältnis

zur jeweiligen Größe des Küchenstudios. Wer jetzt

gemeinsam mit seinem betriebswirtschaftlichen Berater

eine Unternehmensplanung für die nächsten zwei

Jahre auf die Beine stellt, bekommt Risiken und mögliche

Maßnahmen aufgezeigt – und zwar genauer und

individueller als es oben skizziert ist. Weiterer Vorteil

einer Planung: Handlungsweisen und Änderungen

der Verhältnisse können schnell eingearbeitet werden.

Und daraus wiederum lassen sich schnell Maßnahmen

ableiten. Der andere Wert ist Schnelligkeit. Wer wendig

und agil ist, hat erheblich bessere Chancen durch die

Krise zu kommen als langsame, träge Unternehmen.

Am Ende bleibt die Hoffnung, dass auch diese Krise,

wie schon vor zwei Jahren, schneller vorüber sein wird

als gedacht. Heute Vorsicht walten zu lassen, ist aber

dennoch besser als morgen aus Nachsicht die Türen

schließen zu müssen.

Foto: SEB Steuerberatung

Ingo Anneken und die SEB Steuerberatung

Der dreifache Vater Ingo Anneken (Foto) ist seit 2009 Geschäftsführer

der SEB Steuerberatung. Gemeinsam mit seinen

Kollegen unterstützt er die Kunden über die klassische

Steuerberatung hinaus hinsichtlich einer Vielzahl an betriebswirtschaftlichen

Fragen – von der Rechtsformoptimierung

bis hin zur Existenzgründung. Zudem ist er Fachberater

für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.). Die SEB

Steuerberatung beschäftigt 50 Mitarbeiter und ist seit

1990 auf den Kücheneinzelhandel spezialisiert. Derzeit betreut

die Beratungsgesellschaft rund 80 Kücheneinzelhandelsunternehmen

unterschiedlicher Größen mit diversen

Verbandszugehörigkeiten. Die persönliche Betreuung

hinsichtlich betriebswirtschaftlicher, steuerrechtlicher,

buchhalterischer und datenschutzrechtlicher Fragen steht

dabei im Vordergrund.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 61


Fachkräfte/Ausbildung

Küchenstudios

müssen mitmachen

In der Küchenbranche fehlen Fachkräfte. Und die Lage fordert dringendes Handeln.

Im KÜCHENPLANER-Interview sagt Sabine Gantzkow, Schulleiterin der Möbelfachschule

(MöFa) in Köln: „Küchenstudios müssen viel aktiver bei der Nachwuchssuche

werden.“

KÜCHENPLANER: Wie überall fehlt auch in der Küchenbranche

qualifizierter Nachwuchs. Spüren Sie das

auch in der MöFa?

Sabine Gantzkow: Vor 20 Jahren hatten wir noch zwei

Küchen-Fachberater-Klassen mit 20 bis 25 Teilnehmern,

also 50 Fachkräften. Heute sind es 15 bis 20 Studierende,

die nach dem Abschluss sofort eine Stelle haben.

Früher sind die Studierenden aus Unternehmerfamilien

zu uns gekommen, danach kamen dann deren

Kinder und sogar die Enkelkinder. Es gab Wartelisten.

Heute wollen die Kinder z. T. nicht mehr in den

elterlichen Betrieben arbeiten. Ein Teil der familiengeführten

Unternehmen wurde auch aufgekauft und ist

nicht mehr am Markt. Diese Zielgruppe ist also sehr

viel kleiner geworden.

Dazu kommt, dass die fertigen Studierenden heute

unter den Jobangeboten frei wählen können. Außerdem

jagt sich die Branche gegenseitig die guten Leute ab.

Also kommen wenig Branchenfremde

zum Studieren an die MöFa?

Außerhalb der Branche ist nicht bekannt, welch großartige

Möglichkeiten die Küchen- und Möbelbranche

bietet. Viele kennen nur die Verkäuferinnen und Verkäufer

im normalen Möbelhaus oder Mitnahmemarkt.

Den meisten ist nicht bewusst, wieviel Kreativität und

Fachwissen in diesen Berufen steckt. Das ist viel mehr

als nur Verkaufen.

Was bietet die MöFa für Studiengänge?

Bei uns kann man die unterschiedlichsten staatlich anerkannten

Abschlüsse machen. Der vier Semester dauernde

Bachelor Professionell Wirtschaft mit Schwerpunkt

Einrichtung oder Küche bereitet z. B. auf die

Übernahme von Führungspositionen vor. Aufnahmebedingungen

sind ein mittlerer Schulabschluss und

eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens

fünfjährigen Berufspraxis.

Der praxisbezogenen Studiengang Interior Designer

Einrichtung und Küche kombiniert warenkundliche,

gestalterische und verkaufsbezogene Studieninhalte

und ist auch für Quereinsteiger gut geeignet.

Das duale Studium vereint Praxis und Theorie. In

nur vier Semestern schließt man eine Ausbildung

zum Einzelhandelskaufmann/-frau sowie das Studium

staatlich geprüfter Betriebswirt ab. Nach zwei Jahren

hat man einen IHK-Abschluss und bekommt nach

einem weiteren Jahr einen Bachelor.

Als Unternehmen kann man beim Arbeitgeberservice

auch einen Bildungsgutschein für Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beantragen, der bei uns

anerkannt wird. Dann wird ein Großteil der Ausbildungs-Kosten

übernommen. (Allerdings nicht für das

Duale Studium; Anm. d. Red.)

In unseren Studiengängen vermitteln wir ein sehr

breites Basiswissen. Mit unseren Abschlüssen haben

die Studierenden die Möglichkeit, auch zu Herstellern

oder zu Verbänden zu gehen.

Wie kann man das denn ändern?

Wir als Schule können es nicht leisten, deutschlandweit

Studierende zu akquirieren. Unserer Meinung nach

müssten die Küchenstudios direkt vor Ort aktiv werden

und bekanntmachen, was für großartige Berufe sie

anbieten. Sie müssten sich direkt an die Schulen wenden

und z. B. bei Berufsbörsen den Beruf des Küchen-

Fachberaters vorstellen. Als Unternehmer kann man

auch immer beim Arbeitsamt anfragen.

Gerade in kleinen Orten muss man heimische Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter finden, die auch gerne

vor Ort bleiben und arbeiten wollen. Für diese ist es

doch durchaus attraktiv, eine Ausbildung oder ein duales

Studium anzubieten, verbunden mit einem Aufenthalt

in der tollen Stadt Köln. Und danach kann man

wieder in die Heimat zurückkehren, wo man Familie

und Freunde hat.

Lernen Ihre Studierenden denn schon

im Studium Küchen-Hersteller kennen?

Wir machen regelmäßig Exkursionen zu unterschiedlichen

Herstellern. Es finden Betriebsbesichtigungen

statt und natürlich werden auch Kontakte

geknüpft. Die Hersteller kommen aber auch zu uns

nach Köln, halten Vorträge und machen Schulungen.

Das ist eine perfekte Ergänzung zur Theorie, die wir

vermitteln.

Die MöFa ist staatlich anerkannt?

Die Möfa ist eine Ersatzschule und wie eine öffentliche

Schule aufgestellt. Wir haben offizielle Lehrpläne, die

vom Schulministerium abgesegnet sind. Alles ist auch

dem Bildungsserver zu finden und einsehbar.

62 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Foto: MöFa

„Vor Ort aktiv werden,

sonst stehen wir

in wenigen Jahren

ohne jeden fähigen

Nachwuchs da.“

Sabine Gantzkow,

Schulleiterin der MöFa.

Gibt es ein solches Schulkonzept

auch an anderen Orten?

Die MöFa ist europaweit einzigartig. Es gibt Schulen,

die sich vornehmlich mit dem Handwerklichen beschäftigen.

Wir zielen ja mehr auf das Kaufmännische.

Außerdem muss bei uns kein Schulgeld bezahlt werden,

denn die MöFa wird zu 94 % durch das Land NRW

refinanziert. Die restlichen 6 % werden vom Förderverein

getragen. Außerdem bieten wir für Unternehmen

ein Sponsoringkonzept.

Wie viele Studierende sind an der MöFa?

Pro Jahrgang gibt es um die 100 Studierende. Im Moment

sind insgesamt inkl. Berufsschule und Fachabiturientinnen

und Fachabiturienten 550 Studierende bei

uns, früher waren es bis zu 700.

Ich glaube, dass bei uns eine sehr familiäre Atmosphäre

herrscht. Wir haben ein großes Vertrauensverhältnis

zu unseren Studierenden und bemühen uns

sehr, jeden individuell zu betreuen und zu begleiten.

Gerade die älteren Studierenden, die z. T. als Quereinsteiger

zu uns kommen, müssen sich nach längerer

Berufstätigkeit erst einmal umstellen. Auch für diese

sind wir immer da. Insgesamt herrscht hier ein nettes

und respektvolles Miteinander.

Wie sieht es mit der Wohnsituation aus?

Wir haben 79 Wohnheim-Plätze. Das kleine Zimmer

kos tet 650 Euro mit Vollverpflegung und Putzfrau. Dafür

muss man sich rechtzeitig anmelden. Wir kümmern

uns aber auch um Wohnungen für diejenigen, die

keinen Wohnheimplatz bekommen haben.

Wie haben Sie den Lockdown überstanden?

Wir haben sehr schnell auf Online-Unterricht mit

Teams umstellen können. Das nutzen wir auch immer

noch, wenn z. B. ein Großteil der Klasse an Corona erkrankt

ist. Wir stellen hier auch alle Unterrichtsmaterialien

und Schulinfos ein.

Wir bieten ein Rundum-Sorglos-Paket, mit dem die

Studierenden optimal versorgt und perfekt auf den

künftigen Beruf in der Küchenbranche vorbereitet werden.

Wir sind allerdings darauf angewiesen, dass auch

die Küchenstudios aktiv werden und vor Ort für diese

schönen Jobs und die Branche Werbung machen. Sonst

stehen wir in wenigen Jahren ohne jeden fähigen Nachwuchs

da.

Frau Gantzkow, herzlichen Dank für das Gespräch.

Sybille Hilgert

7/8/2022 KÜCHENPLANER 63


Fachkräfte/Recruiting

Bewerbung per Messenger

Die Social-Media-Kanäle spielen bei der Fachkräftesuche eine immer wichtigere Rolle.

„Gerade kleinere und mittlere Unternehmen sollten diese Plattformen nutzen, um die passenden

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen“, rät der Online-Marketing-Experte Chris Thieme.

Er setzt bei seinen Beratungen auf Personal-Recruiting 4.0.

Fotos: Thieme

32 Millionen Menschen nutzen die Social-

Mediaplattform Facebook. 27,8 Millionen

Menschen sind regelmäßig auf

Instagram unterwegs. Auch wegen dieser

Zahlen bieten sich diese Kanäle als

Recruiting-Plattformen an. Hier können

Unternehmen auf sich aufmerksam

machen und passende Bewerberinnen

und Bewerber auf relativ einfachem Weg

und jederzeit erreichen. Zwar funktioniere

die Suche nach Fachkräften weiterhin

auch über Jobplattformen, das Arbeitsamt

oder Zeitungsanzeigen, so Thieme,

doch die meisten Unternehmen bekämen

auf diesem Weg kaum noch Bewerbungen.

Für sie sei Personal-Recruiting

über Social-Media-Kanäle der einfachste

und effektivste Weg. Das läge u. a. daran,

dass hier die richtigen Zielgruppen erreicht

würden. Gerade mittelständische

oder kleine Unternehmen könnten auf

Facebook oder Instagram durch ständige

Präsenz nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad

aufbauen, sondern auch die

passenden Bewerberinnen und Bewerber

direkt in der Region erreichen.

Online-Marketing-

Experte Chris Thieme,

Gründer und Inhaber der

Chris Thieme Consulting

GmbH, rät dazu, bei der

Suche nach Fach kräften

auch Instagram und

Facebook zu nutzen.

Zielgruppen passend abholen

Damit holen die Unternehmen die Zielgruppen

dort ab, wo sie in ihrer Freizeit

und nach Feierabend „unterwegs“

sind. Zum Beispiel diejenigen, die mit ihrem

Job nicht ganz zufrieden sind, die

aber das passende Unternehmen für einen

Jobwechsel noch nicht gefunden haben.

Oder diejenigen, die wieder in ihre

Heimat zurückziehen wollen und sich

auf herkömmlichen Job-Plattformen und

auf den sozialen Plattformen in lokalen

Gruppen über Neuigkeiten vor Ort informieren.

Das Posten von Jobangeboten in

lokalen Facebook-Gruppen ist als unterstützende

Maßnahme perfekt geeignet.

Denn den meisten von ihnen fehle das

Wissen darüber, was die Unternehmen

in ihrer Region anzubieten haben. Wenn

ein Unternehmen sich und seine Jobangebote

auf diesen Kanälen präsentiert,

besteht eine hohe Chance, die passenden

Bewerberinnen und Bewerber auf sich

aufmerksam zu machen.

64 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Das Sichtbarkeitsproblem lösen

Das grundsätzliche Problem sei nicht

das Recruiting, sondern die Sichtbarkeit

vieler Jobs, meint Chris Thieme. Lagerarbeiter,

Monteure, Backoffice-Tätigkeiten

oder auch Küchenverkäuferinnen und

Küchenverkäufer seien im Alltag der

meisten Menschen nicht direkt sichtbar.

Und je größer das Unternehmen ist, desto

weniger transparent sind die Strukturen

und Jobs für Außenstehende.

Dieses Sichtbarkeitsproblem sei

durch das regelmäßige Posten von Jobanzeigen

sowie aktive Online-Werbemaßnahmen

zu lösen, so der Marketingberater.

Damit erreiche ein

Unternehmen eine große Zielgruppe. Es

zeigt zum einen die Jobs, die es anzubieten

hat, und zum anderen die Benefits

für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

(von Urlaubsgeld über frisches Obst

am Arbeitsplatz bis hin zur Kinderbetreuung).

Über die Story- bzw. Reelfunktionen

kann man das noch mehr fokussieren

und sich als Toparbeitgeber in der

Region präsentieren.

Einfach bewerben

Doch mit einer (bezahlten) Anzeigenschaltung

ist es nicht getan. Da die Aufmerksamkeitsspanne

von Menschen,

die in den sozialen Netzwerken unterwegs

sind, sehr kurz ist, muss der

Recruiting- Prozess so simpel gestaltet

sein, dass sich Interessierte innerhalb

kürzester Zeit beim Unternehmen bewerben

können. Ein Anruf, eine kurze

Nachricht über den Messenger-Dienst

müssen reichen. Individuelle Unterlagen

wie der Lebenslauf können später nachge

reicht werden. Alles, was mehr Zeit in

Anspruch nimmt, hindert Interessierte

daran, sich über Social-Media-Kanäle zu

bewerben.

Auf die Nachricht einer Bewerberin/

eines Bewerbers muss ein Unternehmen

allerdings auch zeitnah reagieren. Chris

Thieme rät dazu, den Hörer in die Hand

zu nehmen. Wird der Bewerber oder die

Bewerberin nicht erreicht, da der Anruf

z. B. während der Arbeitszeit stattfindet,

sollte man eine SMS verschicken. Diese

fällt, da SMS nicht mehr so häufig verschickt

werden, im Alltag auf und weckt

sofort die Aufmerksamkeit des Empfängers.

Beachtet werden muss hier, dass

ein Großteil der Bewerber über diesen

Kanal aktuell noch in Arbeit sind und

somit meist nicht die Möglichkeit haben

auf den Anruf oder die Nachricht direkt

zu reagieren.

Postings als solche seien dabei kein

Muss, so Thieme. Sie könnten unterstützend

für die Wahrnehmung des Unternehmens

sein. Das sogenannte Employer

Branding kann man eben auch mit Jobanzeigen

betreiben.

Langfristig planen und posten

Thieme rät zu gesponserten Anzeigen,

denn diese könne man ohne große

Streuverluste auf die gewünschte Zielgruppe

und Region abstimmen. So fände

man die passenden Mitarbeitenden

direkt vor Ort. Die Anzeige könne dabei

schon mit kleinem Budget ausgestrahlt

werden, es gehe um die Regelmäßigkeit

und ständige Präsenz des

Unternehmens und die Einfachheit des

Bewerbungs prozesses.

Bei der Ausschreibung von Geschäftsführer-Positionen

oder der Suche

nach einer Unternehmensnachfolge

rät Thieme zusätzlich noch zu den

Communities Xing und LinkedIn, diese

können ergänzend funktionieren.

Auch für kleinere Budgets möglich

Der Recruiting Prozess auf Social-Media-Kanälen

ist allerdings kein Sprint.

Wenn man die passenden Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter finden will, sind

längerfristige Anzeigenschaltungen gefragt

– und die gibt es auf Facebook und

Instagram auch für ein kleineres Budget.

Nur so können so viele Bewerbungen

wie möglich gesammelt werden, um am

Ende die perfekt passenden Kolleginnen

und Kollegen zu rekrutieren und man

trifft keine falschen Personalentscheidungen.

Sybille Hilgert

Podcast „B too see“

Themen rund um Business und Marketing

gibt es auf Chris Thiemes noch jungem

Podcast „B TO SEE“. Hier spricht der Marketingberater

aus Cottbus in kurzen Beiträgen

über Themen, die einem im Tagesgeschäft

immer wieder begegnen, führt

Interviews mit spannenden Gästen aus

der Branche und das möglichst praxisnah,

um seinen Hörerinnen und Hörern

den größtmöglichen Mehrwert zu bieten.

Zu hören z. B. auf Apple Podcast oder

Spotify.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 65


Fachkräfte/Bindung

Wieder einer der Top-Arbeitgeber

Freude bei CFO Rüdiger Böhle (Foto vorne links) und seinem Team:

Blanco wurde zum neunten Mal als „Top Arbeitgeber“ ausgezeichnet.

Foto: Blanco

Zum neunten Mal in Folge wurde

Blanco vom Nachrichtenmagazin „Focus

Business“ als „Top-Arbeitgeber“ ausgezeichnet.

Das Ranking basiert auf Arbeitgeberbewertungen,

die das Me dienunter

neh men in Kooperation mit dem

Bewertungsportal „Kununu“ analysiert

hat. „Wir freuen uns sehr über das so positive

Feedback von unseren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, das ja zu dieser

Top-Platzierung geführt hat“, sagt

Rüdiger Böhle, CFO der Blanco-Gruppe,

und ergänzt: „Wir legen Wert auf

ein hochwertiges Personalmanagement

ebenso wie auf attraktive Rahmenbedingungen

und interessante Entwicklungsmöglichkeiten.

Blanco bietet eigenen Angaben

zufolge zahlreiche Programme

für seine Beschäftigten – von fachlichen

und persönlichen Weiterbildungsangeboten

über flexible Arbeitszeitmodelle

bis hin zu Alters- und Gesundheitsvorsorge.

Ein wichtiger Aspekt sei auch die

Arbeitsatmosphäre. Diese sei geprägt

von gegenseitigem Vertrauen, von Respekt

und Kommunikation auf Augenhöhe.

„Engagierte Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter sind der wichtigste Erfolgsfaktor,

um als Unternehmen nachhaltig

erfolgreich zu sein. Deshalb genießen

moderne und mitarbeiterorientierte

Personalprozesse sowie eine ausgeprägte

Unternehmenskultur einen hohen

Stellenwert in der Firma.“, ergänzt

Bernd Kratochwille, Managing Director/

Head of Corporate Human Resources

der Blanc & Fischer Corporate Services.

Blanco als Spezialist für den Wasserplatz

ist Teil der Blanc & Fischer Familienholding.

Einen Eindruck davon, was

BLANCO als Arbeitgeber so interessant

macht, vermitteln Rüdiger Böhle (CFO)

und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in einem kurzen Video: https://www.

youtube.com/watch?v=il2rcoSyllM.

Wohlbefinden im Fokus

Foto: Electrolux

Electrolux freut sich über die Auszeichnung

„Most Wanted Employer 2022“.

Gemeinsam mit der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu

ermittelte die ZEIT-Verlagsgruppe 2022 erstmalig die 1000 beliebtesten

Arbeitgeber in Deutschland. Dabei wurde Electrolux

in seiner Kategorie mit dem ersten Platz prämiert. „Wir sind besonders

stolz und glücklich, die Auszeichnung als ,Most Wanted

Employer‘ erhalten zu haben, denn sie spiegelt die Stimmung

und Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden wider“, freut sich

Joy Laumann, Electrolux HR Business Partnerin Deutschland

und Österreich. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden bezeichnet

Electrolux als einen festen Bestandteil des Unternehmensleitbildes.

Um diese sicherzustellen, bietet das Unternehmen ein

breites Spektrum an Initiativen und wartet mit einem eigenen

Team auf, das sich dem Wohlbefinden der Belegschaft verschrieben

hat. Mit im Programm: Gesundheitswochen, sportliche Aktivitäten

wie Pilates, Yoga, Fußball oder der B2Run, aber auch Entlastungsmaßnahmen

zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

durch externe Beratungsdienstleister.

Ein internes digitales Schulungsprogramm ermögliche den

Mitarbeitenden Weiterbildungen, die speziell auf die persönlichen

Bedürfnisse abgestimmt sind, berichtet das Unternehmen.

Mobiles Arbeiten und Flexibilität seien ebenso Teil der Unternehmenskultur

wie ein offener Umgang mit Fehlern, um aus diesen

getreu dem Motto #gemeinsamstärker zu lernen. „Gerade vor

dem Hintergrund des derzeitigen Fachkräftemangels wollen wir

mit unseren vielfältigen Initiativen erreichen, dass sich auch zukünftige

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewusst für uns

entscheiden und langfristig bei uns bleiben“, betont Laumann.

Das Besondere an dieser Auszeichnung sei: „Die Daten, auf

denen die Umfrage basiert, stammen zu 100 Prozent von aktuellen

beziehungsweise ehemaligen Electrolux Teammitgliedern,

Bewerberinnen sowie Bewerbern und wurden aus der Arbeitgeberbewertungsplattform

kununu bezogen.“ Dabei konnte das Unternehmen

einen Gesamtscore von 4,3 von 5 Sternen sowie eine

Weiterempfehlungsrate von 92 Prozent erzielen und belegt damit

den ersten Platz in der Kategorie „Industrie-Chemie-Papier“.

66 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Fit für die Nachfolge

Für Nachwuchs-Küchenspezialisten und angehende Führungskräfte

bietet die DER KREIS-Akademie einmal jährlich das IHKzertifizierte

Betriebsmanagement-Seminar an. Im feierlichen

Rahmen erhielten neun Absolventen des aktuellen Kurses im

Spiegelsaal des Schloss Solitude bei Stuttgart nun ihre Zertifikate.

Die neun jungen Unternehmer wurden mit diesem Kurs für eine

verantwortungsvolle Position im Betriebsalltag vorbereitet. Die

duale Ausbildung mit IHK-Zertifizierung besteht aus acht Lernmodulen

und dauert 12 Monate. Sie baut auf dem Führungs- und

Personalmanagementseminar von DER KREIS auf, das ursprünglich

von Gründer und Inhaber Ernst-Martin Schaible und dem

Bildungszentrum Baden-Württemberg entwickelt wurde. Vermittelt

wird eine breite unternehmerische Basis für angehende Küchenstudio-Besitzer

und Firmeninhaber. Dazu zählen vielfältige

Themen von Unternehmensstrategie, Rechnungswesen und Verkaufskommunikation

bis Rhetorik und Marketingtools.

Im Beisein der Referenten und Vertretern der IHK „ Region

Stuttgart“ beglückwünschte Ernst-Martin Schaible die Absolventen

zum erfolgreichen Abschluss der anspruchsvollen Seminarreihe.

Gleichzeitig wünschte er den Teilnehmerinnen und

Teilnehmern viel Erfolg für ihre Zukunft als Unternehmer. „In

den letzten fünf Jahren haben über 90 Prozent der Absolventen

die Nachfolge in einem mittelständischen Unternehmen angetreten“,

freute sich Schaible. Dies sei ein positiver Trend.

Foto: DER KREIS

Ernst-Martin Schaible (Geschäftsführender Gesellschafter

DER KREIS; Foto 4. von rechts) und Ulf Triebener (Geschäftsführer

DER KREIS Deutschland; 5. von rechts) mit den Absolventen und

Absolventinnen des aktuellen Betriebsmanagement-Seminars

von DER KREIS (Foto von links): Florian Hardt, Sandra Wohlfart,

Bastian Hellmuth, Sebastian Gruber, Tarik Tuna, Sofie Pfleiderer,

Ulf Triebener, Ernst-Martin Schaible, Fabian Claßen, Lisa Böhner

und Carmen Hillebrand

Gleich mit in die Praxis

Kesseböhmer zählt zu den Preisträgern 2022 des Ausbildungssiegels

„Best place to learn“. Vergeben wird es von der unabhängigen

AUBI-plus GmbH aus Hüllhorst. Es gilt als ein Versprechen

auf eine überdurchschnittlich gute betriebliche Ausbildung

und beruht auf einem wissenschaftlich anerkannten Qualitätsmodell.

Analysiert und bewertet werden alle wichtigen Aspekte

der Ausbildung. Zudem werden Ausbilder, Azubis und Ex-Azubis

Foto: Kesseböhmer

Präsentieren das Gütesiegel „Best place to learn (Foto von links):

Holger Meyer (Leiter gewerblich-technische Ausbildung), Nils

Sieksmeyer (Referent Personalmarketing), Angelina Koppenborg

(HR-Managerin und Leitung kaufmännische Ausbildung), Sarah

Schnittker (Personalreferentin, kaufmännische Ausbilderin) und

Tobias Vinke (Ausbilder gewerblich-technische Berufe).

durch ein 360°-Feedback beteiligt. Die repräsentative und anonyme

Befragung deckt sieben Qualitätsbereiche innerhalb der

betrieblichen Ausbildung ab. Dazu gehören das berufliche Lernen

und auch die Perspektiven nach der Ausbildung.

Das Ergebnis bei Kesseböhmer zeige, dass das Unternehmen

seine Auszubildenden optimal auf das Berufsleben vorbereitet.

„Die Auszeichnung ist eine tolle Bestätigung für unser

vielfältiges Engagement im Bereich der Ausbildung und liefert

zugleich wichtige Erkenntnisse für die zukunftsfähige Weiterentwicklung

unserer Prozesse und Angebote“, freut sich Sarah

Schnittker, Projektverantwortliche für die Zertifizierung und

kaufmännische Ausbilderin bei Kesseböhmer. Besonders gut bewerteten

die Befragten die Qualität des Ausbildungspersonals

sowie das fachliche Know-how der Ausbilderinnen und Ausbilder

in der Prüfungsvorbereitung. Daneben überzeugen die erfolgreiche

Integration der Auszubildenden in die Betriebsgemeinschaft

und ihre intensive Einarbeitung in die betrieblichen

Arbeits- und Geschäftsprozesse. Kesseböhmer bezieht die Auszubildenden

bei der Bearbeitung realer Kundenaufträge mit ein

und überträgt ihnen dabei berufsrelevante Aufgaben. „Hier zeigt

sich, dass es sich lohnt, Auszubildenden verantwortungsvolle

Aufgaben zuzutrauen“, erläutert Nils Pehmöller, Personalleiter

bei Kesseböhmer.

Kesseböhmer gewinnt einen Großteil seines Fachkräftenachwuchses

aus den Reihen der eigenen Auszubildenden. Mit aktuell

über 200 Auszubildenden in 16 Ausbildungsberufen gehört

das Unternehmen zu den größten Ausbildungsbetrieben

im Osnabrücker Land. Im Sommer 2022 starten rund 40 neue

Azubis.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 67


Küchenverbände

Lange dabei

Einige Küchenunternehmer sind bereits

seit 10, 15, 20 oder 25 Jahre Mitglied bei

KüchenTreff. Dafür gab es bei der Jahreshauptversammlung

der Verbundgruppe

in Bremen (siehe ausführliche Berichterstattung

ab Seite 16 in dieser Ausgabe)

Urkunden und Blumensträuße.

25 Jahre

KüchenTreff Leue; Mayk und Tanja Leue

Fotos: Biermann

Gewinner des KüchenTreff- Service-

Awards 2021: Christian Schneider

(Mitte). Es gratulieren die KüchenTreff-

Geschäftsführer Marko Steinmeier

(links) und Daniel Borgstedt (rechts).

20 Jahre

Kalus Küchenfachmarkt; Fred Kalus

Lachmann Küchen; Rainer Lachmann

KüchenTreff Dirkwinkel;

Martin Dirkwinkel

15 Jahre

KüchenTreff Rostock; Axel Volke

KüchenTreff Stahnsdorf; Susanne Winter

Möbelagentur Stefan; Roland Stefan

Küchenwelt Ahlen; Sabine Stöcker

10 Jahre

Maus Küchen; Andreas Maus

Küchen Imperium Hermann;

Ludmilla Hermann

Die KüchenTreff-Jubilare.

Rund um die Eigenmarken

Foto: MHK

Auch in Scheffau (Österreich) trafen sich Verband, Handel und

Industrie zu einem Eigenmarkenkonzepttag der MHK.

elementa, designo, neola, selectiv und xeno: So heißen die Eigenmarken

der MHK Group. Um ihre Bedeutung für die Verbundgruppe

zu unterstreichen und sich über die Lage am Markt sowie

neueste Entwicklungen auszutauschen, fanden im Mai und Juni

die Eigenmarkenkonzepttage in Scheffau und Hamburg statt.

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßten die Verantwortlichen

der MHK bei beiden Veranstaltungen. Vor Ort waren

MHK-Vorstand Dr. Olaf Hoppelshäuser, Vertriebschef Frank

Schütz sowie Andreas Knehler, Leiter Eigenmarken. Erstmalig

waren alle fünf Eigenmarken-Lieferantenpartner aus dem Bereich

Küchenmöbel sowie die Konzeptpartner aus dem Bereich

Elektrogeräte vertreten. Die Industrievertreter standen den Handelspartnern

an eigens eingerichteten Industrie-Meeting-Points

für Gespräche zur Verfügung.

In Vorträgen erhielten die Handelspartner Tipps, wie sie mit

den Eigenmarken Mehrwerte generieren können, wie mit der aktuellen

Marktsituation umzugehen sei und welche Maßnahmen

gegen den Fachkräftemangel eingesetzt werden können. „Hier

wird die MHK Group ihre Partner künftig noch stärker mit Schulungsangeboten

unterstützen, unter anderem durch die Weiterbildung

von Küchenmonteuren“, kün dig te Dr. Olaf Hoppelshäuser

an. Der Business Coach und Mentalexperte Stefan Kloppe

griff das Thema in seinem Vortrag auf und erläuterte, wie sich

Unternehmen zu einer erfolgreichen Arbeitgebermarke entwickeln

und Mitarbeiter langfristig an sich binden können.

Ein Highlight der Veranstaltungen war laut MHK die Verleihung

der Eigenmarken-Awards. Europa weit und über alle Eigenmarken

hinweg wurden 48 Auszeichnungen vergeben. Der

Award kürt die erfolgreichsten Handelspartner und sei für diese

ein Marketingbaustein, um sich als Marke vor Ort zu positionieren.

Alle Gewinner erhielten neben dem Award ein individuelles

POS-Paket.

68 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Freude am hochwertigen Verkaufen

In Ilsfeld im Landkreis Heilbronn eröffnete ein weiteres

Varia-Studio. Inhaber Marcus Zeeh setzt auf

das Franchise-System von DER KREIS und zeigt auf

600 m 2 16 Küchen von Artego und LEICHT. Hinzu

kommt die Eigenmarke „Varia Purion“. „Es war schon

immer mein Traum, mich selbstständig zu machen

und ein eigenes Studio zu haben“, sagt Marcus Zeeh.

Das hochwertige Verkaufen liege ihm und er habe

Freude an Architektur und schönen Dingen. Die Unterstützung

des Varia-Teams bei der Neugründung

erlebte er als vorbildlich.

Marcus Zeeh bringt einschlägige Branchenerfahrung

mit. Der 56-jährige gelernte Maschinenbauer

und technische Zeichner startete vor 28 Jahren im

Außendienst bei Quelle ins Berufsleben und wechselte

dann rasch in den Studiobereich. Nach Stationen

bei bulthaup sowie Küchen-Franchiseunternehmen

war er zuletzt sechs Jahre bei Reddy Küchen

in Neckars ulm als Verkaufsleiter aktiv. Als Varia-

Partner nutzt er auch das Vermarktungskonzept

kuechenspezialisten.de von DER KREIS. Varia zählt

mittlerweile rund 130 Küchenstudios in Europa. Weitere

Eröffnungen sollen im Lauf des Jahres folgen.

Foto: Varia

Hat sich mit dem Franchise-Konzept Varia

selbstständig gemacht: Marcus Zeeh.

Ganz und gar SieMatic

Vor den Toren Frankfurts hat sich das

Unternehmen Krampe längst einen Namen

gemacht. Seit mehr als 80 Jahren

werden in Kelkheim individuelle Küchen

geplant und realisiert. Nun eröffnete

das DER KREIS-Mitglied ein zweites

Zur Preview-Eröffnung begrüßten Daniel Krampe und Joachim Krampe (Geschäftsführer)

auch die „VIPs“ Ulf Triebener (DER KREIS, Foto links) und den zu diesem Zeitpunkt noch

für SieMatic aktiven CEO Daniel Griehl (Foto rechts).

Foto: DER KREIS

Studio in Bad Homburg: „SieMatic by

Krampe“. „Unser zweites Küchenstudio

präsentiert an hochwertigen Planungen

Interessierten ausschließlich innovative

Küchenlösungen des deutschen Luxusküchenherstellers

SieMatic“, berichtet Geschäftsführer

Joachim Krampe. 150 m 2

Fläche stehen dafür zur Verfügung. Sie

bieten Platz für drei Planungen. Geladene

Gäste konnten sich schon vor der offiziellen

Eröffnung am 21. Mai ein Bild von

der Umsetzung machen.

Ein vorbildlicher Küchenspezialist

Joachim Krampe ist Küchenspezialist

durch und durch. Er ist MöFa-Absolvent,

langjährig begeisterter DER KREIS-Junior

und aktiver und engagierter Erfa-Teilnehmer.

Das Familien-Unternehmen führt er

bereits in dritter Generation. Und dies mit

großer Passion und innovativen Konzepten

seit 24 Jahren. Er sei zweifellos „Vorbildunternehmer

für die Zukunft der Küchenspezialisten“,

sagt Ulf Triebener, DER

KREIS Geschäftsführer Marketing und

Vertrieb, in seinem Grußwort zur Eröffnung

des neuen Studios.

2014 wurde das erfolgreiche Familienunternehmen

zum „Küchenspezialisten

des Jahres“ ausgezeichnet und gefeiert.

Das Unternehmen hat sich nicht

erst seitdem kontinuierlich weiter positiv

entwickelt. Jüngst wurde das Team

verstärkt. Daniel Krampe, Neffe des Firmeninhabers

und 2019 Gewinner des

„ SieMatic Awards“, unterstützt den Verkauf

tatkräftig.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 69


Nachhaltigkeit

Initiativen der Industrie

Von Aufforstung bis Wasserstoff

Nachhaltigkeit braucht Willen, Ideen und Tatkraft. Jede Umsetzung zählt.

Wir haben wieder einige Initiativen der Industrie gesammelt.

Foto: E.G.O. Foto: E.G.O.

„Einstieg in das Wasserstoffzeitalter.“

Giulio Cocci, CEO Elica.

„Digitalisierungslösung für Altmaschinen

spart Ressourcen.“ Dirk Schallock,

CEO E.G.O.

Für Wasserstoff zertifiziert

Der italienische Hersteller Elica zählt auch

zu den renommierten Herstellern von Elektromotoren

und Gebläsen. Über eine Tochtergesellschaft

des Spezialisten für den

Dunstabzug erfolgt nun der Eintritt in das

Wasserstoffzeitalter. 1,3 Millionen so ausgestattete

Motoren wurden angekündigt.

Die Tochtergesellschaft heißt EMC FIME

und sei in Europa führend in der Entwicklung

und Herstellung von Elektromotoren

und Gebläsen. Die Geräte sollen bereits im

Jahr 2022 einsatzbereit sein. „Die ‚Premix‘-

Ventilatoren wurden nach langen Tests

und Prüfungen international für den Einsatz

von Wasserstoff zertifiziert“, teilt das

Unternehmen aus Fabriano (Mittelitalien)

mit. Das eröffne Geschäftsbeziehungen zu

den weltweit größten Herstellern von Heiz-,

Brennwertkesseln und Öfen.

Wasserstoff habe beim Übergang zu einer

grüneren Lieferkette eine Schlüsselrolle,

erläutert das Unternehmen. Giulio

Cocci, CEO von Elica, erklärt dazu: „Die

Übernahme eines Unternehmens wie EMC

ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg

zu einer rentableren und effizienteren Lieferkette,

aber auch zur Entwicklung von

verantwortungsvollem Unternehmenswachstum.

Elektromotoren spielen heute

in vielen Industriesektoren eine Schlüsselrolle.

In diesem Sinne hoffen wir nicht

nur auf eine nachhaltigere Zukunft, wir

bauen sie auch.“ www.kuechenplanermagazin.de/suche/news-detail/news/

schluessel-fuer-die-gruene-zukunft/

Nachhaltig digital

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind

zwei zentrale Aspekte der E.G.O.-Strategie.

Bei der Digitalisierung stehen laut CEO

Dirk Schallock vor allem Produktinnovationen

und Services auf digitaler Basis im

Fokus. Aber darüber hinaus nutze die Unternehmensgruppe

die Möglichkeiten der

Digitalisierung auch für kleinere Projekte

in einem breiten Kontext. Als Beispiel

nannte Schallock die Umrüstung älterer

Maschinen mit einer intern entwickelten

digitalen Schnittstellen-Lösung. „Statt diese

Maschinen auszumustern, haben Mitarbeiter

von E.G.O. Italia S.r.l. gemeinsam

mit Spezialisten der Blanc & Fischer

Corporate Services eine skalierbare und

kostengünstig einsetzbare Digitalisierungslösung

für Altmaschinen entwickelt.

Dadurch sparen wir Lizenzkosten, den Anschaffungspreis

für einen neuen Maschinenpark

und schonen massiv Ressourcen,

die nicht für den Bau neuer Maschinen

verbraucht werden“, freut sich Schallock.

So zahle diese kreative Maßnahme in ihrer

nachhaltig digitalen Form auch auf

die ambitionierte Nachhaltigkeitsziele

von E.G.O. ein. „Bis 2026 möchten wir die

CO 2

-Emissionen um 40 % im Vergleich zu

2019 reduzieren, unsere Produkte möglichst

kreislauffähig machen, zu 100 % den

wissenschaftsbasierten Nachhaltigkeitszielen

der Science Based Target Initiative

entsprechen und eine bestmögliche Bewertung

in den Bereichen „Klimawandel“ und

„Schutz von Wasser“ durch die Non-Profit-

Organisation Carbon Disclosure Project erzielen.

Kurz: Wir möchten hier zu den Vorreitern

und Besten der Branche gehören.“

Ein für 2024 anvisiertes Ziel, mindestens

einen Standort klimaneutral zu machen,

hat E.G.O. am Stammsitz in Oberderdingen

bereits 2022 erreicht. Der Strombedarf

wird zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren

Energien gedeckt.

Ohne Plan B

Die Beko Grundig Deutschland GmbH

hat die Mitmacherklärung der Stiftung

Allianz für Entwicklung und Klima unterzeichnet.

Damit geht das Unternehmen den

nächsten Schritt im Rahmen seiner formulierten

Nachhaltigkeitsstrategie. Bereits

seit Herbst 2018 verfolgt die Allianz das

Ziel, Entwicklungszusammenarbeit und

internationalen Klimaschutz durch freiwillige

Kompensation von Treibhausgasen

zusammenzubringen. Für die Finanzierung

wichtiger Projekte in Entwicklungsund

Schwellenländern mobilisiert die Stiftung

zusätzliche Mittel. Die Beko Grundig

Deutschland GmbH unterstützt die Erreichung

dieser Ziele. Darüber hinaus strebe

das Unternehmen Klimaneutralität an.

Dafür sollen Treibhausgasemissionen vermieden,

reduziert und kompensiert werden.

Neben der stetigen Erweiterung des

70 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Foto: Hailo

Hailo engagiert

sich in der

Region Haiger

mit der

Anpflanzung

neuer Bäume.

nachhaltigen Produktportfolios seien Maßnahmen wie

diese ein wichtiger Baustein, um den CO 2

-Abdruck in

Deutschland weiter zu reduzieren, erläutert das Unternehmen.

Mario Vogl, Vorsitzender der Geschäftsführung

der Beko Grundig Deutschland GmbH, sagt

dazu: „Als Beko Grundig Deutschland GmbH wollen

wir einen messbaren Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit

leisten und unterstützen unseren Mutterkonzern

Arçelik bei seinem Ziel der Netto-Null-Emissionen

bis 2050. Denn für uns gibt es keinen Plan B.“

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/

news/ohne-plan-b-zur-klimaneutralitaet/

Für zwei Jahre „klimaneutral“

Beckermann Küchen hat seine CO 2

-Emissionen komplett

bilanziert und durch den Kauf von Klimaschutzzertifikate

abgelöst. Dafür erhielt der Küchenmöbelhersteller

das RAL Güteabzeichen für klimaneutrale

Möbelherstellung. Die Deutsche Gütegemeinschaft

Möbel (DGM) verlieh das Zertifikat für zwei Jahre,

denn die Zahl der erworbenen Klimaschutzzertifikate

übersteigt die aktuell bilanzierten CO 2

-Emissionen

um den Faktor 2. Konkret emittiert das Unternehmen

derzeit knapp 2042 Tonnen Kohlendioxid pro

Jahr. Ungeachtet der angestrebten CO 2

-Einsparmaßnahmen

wurden jetzt bereits 4084 Klimaschutzzertifikate

erworben und sich damit bilanziell für zwei Jahre

klimaneutral gestellt. Jedes Zertifikat neutralisiert

eine Tonne CO 2

und kommt einer Klimaschutzinitiative

beispielsweise im Bereich Aufforstung, erneuerbare

Energien oder Trinkwasseraufbereitung an unterschiedlichen

Projektstandorten auf der Welt zugute.

www.kuechenplaner-magazin.de/suche/news-detail/

news/fuer-zwei-jahre-klimaneutral/

Patenschaft für 11 000 Bäume

Hitze, Stürme, Borkenkäfer: Im Wald wird es immer

lichter. Umfangreiche Bestände vertrocknen oder müssen

gerodet werden. Das Unternehmen Hailo engagiert

sich nun für die Wiederaufforstung im Rahmen einer

Baumpatenschaft. 11 000 Bäume konnten gepflanzt

werden. Die Aufforstung erfolgte in Burbach, nahe dem

Unternehmenssitz in Haiger. Gepflanzt wurden im

März 2022 auf einer Fläche von etwa 1,5 Hektar rund

9500 Rotbuchen, 1000 Bergahornbäume und 750 Vogelkirschen.“

Koordiniert wurde die Aktion von der W. &

L. Jordan Stiftung. www.kuechenplaner-magazin.de/

themen/detail/news/patenschaft-fuer-11000-baeume/

Mit „Triple P“ in die Offensive

Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil der Unternehmensstrategie

in der Blanc & Fischer Familienholding,

zu der auch Blanco und E.G.O. gehören. Die

Nachhaltigkeitsoffensive „Triple P“ mit den drei Ps

für „Planet“, „People“ und „Performance“ wurde laut

CEO Bernd Eckl auch im Jahr 2021 konsequent verfolgt.

„Nachhaltigkeit ist für uns keine Pflichtübung

oder ein ‚ Nice-to-have‘, sondern Teil unserer gesellschaftlichen

Verantwortung und zudem ein Wettbewerbsvorteil“,

betonte Eckl. Beispielsweise decken seit

Januar 2022 alle deutschen Standorte der Unternehmensgruppen

der Familienholding 100 % ihres Strombedarfs

aus erneuerbaren Energien. Für die einzelnen

Unternehmensgruppen gebe es eine ganze Reihe

konkreter Ziele für den weiteren Fortschritt in Sachen

Nachhaltigkeit.

Im Klimapakt für die Möbelindustrie

Der Möbelhersteller Team 7 hat sich dem „Klimapakt

für die Möbelindustrie“ der Deutschen Gütegemeinschaft

Möbel (DGM) angeschlossen. Der

Klimapakt ist ein Schulterschluss der Möbelindustrie,

mit dem die teilnehmenden Unternehmen

das 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen

(UN) unterstützen möchten. Den Grundstein hierfür

legt der Möbelproduzent mit der Bilanzierung

seiner Treibhausgas-Emissionen. Die Emissionen

entstehen beispielsweise beim Verbrennen von

Treibstoffen für unternehmenseigene PKW und

LKW, aber auch indirekt, etwa durch die Bereitstellung

und den Verbrauch von Strom, Fernwärme

oder Wasser. Auf Grundlage der Bilanzierung,

die Team 7 gemeinsam mit einer professionellen

Klimaschutzberatung durchführt, erfährt das Unternehmen

seinen Carbon Footprint (CO 2

-Fußabdruck).

Das RAL Gütezeichen

„Möbelherstellung

Klimaneutral“ von

Beckermann Küchen.

Foto: DGM

7/8/2022 KÜCHENPLANER 71


Unternehmen

Foto: nobilia

Mehr als 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen bei nobilia für reibungslosen Ablauf und hohe Qualität.

Positiv trotz

angespannter Lage

Mitte Februar stellte nobilia die Bilanzzahlen vor und

konnte das größte Umsatzwachstum der Unternehmensgeschichte

vermelden, dann kam der Krieg in der

Ukraine. Doch trotz der angespannten Lage bleibt man

positiv, sagte Dr. Lars Bopf, Vorsitzender der nobilia-

Geschäftsführung, im Rahmen einer Presseveranstaltung

des VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie).

Wie berichtet (Ausgabe 3/4 2022) ist der nobilia-Gesamtumsatz

2021 auf 1,482 Mrd. Euro gestiegen, was einem

Zuwachs von 8,2 % gegenüber dem Vorjahresumsatz entspricht.

Ein Grund für den Erfolg sei die Komplettvermarktung

von Küchen. Hier sieht sich das Unternehmen

als Vorreiter. Außerdem ist man mit den Programmerweiterungen

in Sachen Wohn-, Ess- und Badezimmer

mittlerweile „viel mehr als Küche“. „Und unsere Kunden

wissen, dass nobilia gut in Produktion und Vermarktung

ist“, so Dr. Bopf. Trotzdem sei es schwierig, derzeit

einen belastbaren Ausblick auf die nächsten Monate zu

machen, denn zum einen verteuern sich die Rohstoffe.

Der Preis für einen Kubikmeter Spanplatten von 125 auf

340 Euro gestiegen (Stand Ende Mai 2022). Und obwohl

die Sicherheitsbestände in Sachen Elektrogeräte zurzeit

noch ausreichend seien, müsse man sich in absehbarer

Zeit mit den Verfügbarkeiten beschäftigen.

Einzelanfertigung am Fließband

Einen Einblick in die nobilia-Produktion gab es bei

der VDM-Veranstaltung für Medienschaffende bei einer

Führung durch das hochindustrialisierte Werk 1

in Verl-Sürenheide. Das entstand 1970 zum 25-jährigen

Firmenjubiläum mit einer Produktionsfläche

von zunächst 7000 Quadratmetern. Heute werden hier

auf 110 000 Quadratmetern täglich 1730 Küchen oder

17 300 Schränke produziert. Man produziere nach Bedarf

maßangefertigte Küchen für den Endkunden, sozusagen

„Einzelanfertigung am Fließband“. Überkapazitäten

gäbe es nicht.

In der 800 Meter langen Halle werden im Halbstundentakt

Rohplatten angeliefert. Das reicht für eine

Woche. Vom Wareneingang über die Fertigung bis zur

Auslieferung gibt es ein komplexes Kontrollsystem.

Zum einen kontrolliert eine Hochleistungskamera jede

Platte auf Kratzer oder Fehler, doch ohne die geschulten

Augen der Qualitätsprüfer geht es auch hier nicht.

Zusätzlich zu den Prüfstationen werden täglich bis

zu 21 komplette Einbauküchen im Qualitäts-Audit auf

Herz und Nieren geprüft.

Die Verladung erfolgt nach der Produktion direkt in

die Fahrzeuge des eigenen Fuhrparks. Im Schnitt passen

18 Küchen in einen Anhänger mit einer Kapazität

von 73 Kubikmetern. Hier sieht auch Dr. Bopf noch Optimierungsbedarf,

denn die 227 Nobilia-Lkw fahren ca.

20 Mio. Kilometer pro Jahr. Ladungsbedingt mit viel

Freiraum an Bord. Da ist noch Luft nach oben.

Sybille Hilgert

72 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Buntes Küchenleben

Messestände des Spülenherstellers Schock beeindrucken

seit einigen Jahren durch besondere Kreativität.

Auf der EuroCucina übertraf sich das Unternehmen

selbst. Mit viel Farbe und einem prägnanten

Standdesign. Auf beiden Außenseiten zog jeweils ein

überlebensgroßes Konterfei von „Markenbotschafter“

Iggy Pop die Blicke auf sich. Im Innern erzeugten hohe

Bögen in verschiedenen Farben und mehrere Spiegelwände

eine optische Illusion. Damit erwachte das Unternehmensmotto

„Colour Your Life“ zum Leben. In dem

Gang mit Infinity-Effekt waren zwei lange Kochinseln

installiert. Darin und daran präsentierte der Hersteller

neuste Trendfarben und funktionale Zubereitungsstationen.

„Der Stand repräsentiert eine überdimensionale

Küche und steht symbolisch für das Upgrade des

Küchendesigns mit Schock: das Home of Colourful“, erläutert

das Unternehmen. Iggy Pop, auch als Godfather

of Punk bekannt, ist für Schock mehr als ein simpler

Markenbotschafter. Er ist zugleich Gallions figur für

das Nachhaltigkeitskonzept „Sink Green“. In Mailand

wurde dies detailliert thematisiert. Vorgestellt wurden

zudem vier neue Farbtöne, welche ab Januar 2023

erhältlich sein werden und ab dann das Küchenleben

noch bunter machen sollen. Ebenfalls zu erleben waren

zwei „Food-Prep“-Stationen, an denen Schock seine

Gäste bewirtete. Sven-Michael Funck, Geschäftsführer

Vertrieb, zum Auftritt in Mailand: „Die Messe gibt uns

die Möglichkeit, den Markenkern des Unternehmens

Schock einem noch größeren Publikum vorzustellen.“

In Erinnerung wird er gewiss bleiben.

Foto: Schock

7/8/2022 KÜCHENPLANER 73


Unternehmen

Foto: TermaCook

Die neue Firmenzentrale in Haiger wurde 2020

bezogen. Dort werden Kochfelder und Muldenlüfter

geplant, konstruiert und produziert.

Mehrheit bei TermaCook

Die Unternehmerfamilie Klaus Grohe (Hansgrohe) steigt

über ihre Beteiligungsgesellschaft Syngroh Capital

GmbH beim Kochfeld-Spezialisten Terma Cook in Haiger

ein. Und das als Mehrheitsgesellschafter. Dirk Urban,

Gründer und CEO von TermaCook, bleibt operativ und

als Mitgesellschafter an Bord. Ebenso weitere Mitglieder

des Managements. Über finanzielle Details wurde Verschwiegenheit

vereinbart.

Die TermaCook GmbH entwickelt und produziert am

Firmensitz in Haiger Glaskeramik-Kochfelder und Muldenlüfter.

Gegründet hat Dirk Urban das Unternehmen

2012. Gemeinsam mit weiteren Führungskräften aus

der Küchenbranche. Das Unternehmen versteht sich

als Manufaktur und setzt auf höchste Qualitätsstandards.

Ent wickelt und produziert wird überwiegend für

OEM-Kunden wie Elektrogroßhändler, Unternehmen der

Küchenindus trie sowie Marken der Gerätebranche. Dabei

setzen die Verantwortlichen auf eine Kombination

aus Individualität und Innovationskraft. In den letzten

Jahren hat das Unternehmen sein Kundenportfolio stetig

internationalisiert.

Exportquote bei 50 %

Mittlerweile vertreibt der Mittelständler mehr als 50

Prozent seiner Produkte im Ausland und erlöst aktuell

einen Jahresumsatz im „zweistelligen Millionenbereich“.

Nähere Angaben zum Umsatz macht TermaCook nicht.

Besonders nachgefragt seien derzeit minimalistisch gestaltete

Highend-Lösungen mit professioneller Anmutung.

Thematisch gegliedert in die Produktgruppen Muldenlüfter,

Geruchsfilter, Konnektivität von Kochplatte

und Lüftung sowie die interaktive Steuerung mit Beleuchtung

des Kochfelds von innen. Im Verbund mit dem

neuen Mehrheitspartner soll das Geschäft nun strategisch

wachsen.

Foto: Syngroh

Richard Grohe: „Gemeinsame Verständnis

für langlebige Produkte

besseres Wohnen.“

Foto: TermaCook

Dirk Urban: Gründer und CEO von

TermaCook und weiterhin Minderheitsgesellschafter.

Ähnliche Philosophie

Richard Grohe, Geschäftsführer von Syngroh Capital,

sagt: „Mit TermaCook haben wir ein Unternehmen gefunden,

das hervorragend zu unserer Expertise bei

hochwertigen Produkten in Bad und Küche passt. Die

Innovations- und Qualitätsphilosophie von Dirk Urban

und seinem Team deckt sich mit der unseres Familienunternehmens

Hansgrohe. Uns einen das gemeinsame

Verständnis für langlebige Produkte für besseres

Wohnen, das unternehmerische Selbstverständnis und

die mittelständische Unternehmenskultur mit flachen

Hierarchien.

Dirk Urban wurde bei der Transaktion von Michael

Keller (K&K Consulting OHG) beraten, der dem Unternehmen

auch zukünftig mit seiner Expertise zur Seite

stehen wird. Die rechtliche Beratung von Dirk Urban erfolgte

durch Jürgen Helmke (ACCEDIS). Syngroh Capital

wurde von Dr. Thomas Gilles (Baker McKenzie) und

Jochen Reis (Rödl & Partner) beraten.

74 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Foto: Siemens Hausgeräte

Die Markenkommunikation von Siemens richtet sich

an eine Zielgruppe, die als neugierig und ehrgeizig,

fortschrittsorientiert und technologieaffin

beschrieben wird.

Mehr Frische, mehr Kraft, mehr Nähe

Getragen von der Idee eines sinnhaften Fortschritts hat

sich Siemens Hausgeräte eine neue visuelle Identität gegeben.

Prägend für das überarbeitete Markendesign

sind eine dynamische Bildsprache und die frische Kombination

von tiefem Blau, Reinweiß und dem bekannten

„Siemens Petrol“. Zusammen mit einer neuen Typografie

wurde ein schwungvolles Erscheinungsbild kreiert. „Es

lädt Konsumenten in eine transformierte Welt ein, die

urban und elegant, aktiv und lebensnah ist, – geprägt

von außergewöhnlichen Menschen und markanten Persönlichkeiten“,

erläutert das Unternehmen.

Premiere feierte das neue Markendesign auf der

Eurocucina in Mailand. Auch auf der IFA in Berlin wird

es zu sehen sein. Konsumenten können es künftig in

über 8500 Brand und Flagship-Stores, Showrooms und

Shop-in-Shops rund um den Globus erleben. Und auf internen

und externen digitalen Kanälen wie Instagram,

YouTube, Facebook und LinkedIn. Durch direkte Einbindung

in die Marken-Themen „Fortschritt“ und „Wissbegier“

soll ein breites Publikum erreicht und mehr Nähe

geschaffen werden. Ziel sei es, nachhaltige Beziehungen

zu potenziellen Verbrauchern, Partnern, Multiplikatoren

und zukünftigen Mitarbeitern aufzubauen.

Neugier und Nähe

Mit seiner modernisierten Markenkommunikation richtet

sich Siemens Hausgeräte an eine Zielgruppe, die als

neugierig und ehrgeizig, fortschrittsorientiert und technologieaffin

beschrieben wird. „Ihr gegenüber zeigen wir

uns künftig zugänglicher und aufgeschlossener, näher an

dem, was ihr in Zeiten des Wandels wichtig ist. Wir wollen

sie wissen lassen, dass wir ihre Überzeugungen teilen.

Auch wir glauben, dass wir uns ehrgeizige Ziele setzen

müssen, die von starken Werten getragen werden. Weil

nur so auch die schwierigen Herausforderungen unserer

Zeit gemeistert werden können“, meint André Corell, Leiter

Global Communication. Es seien die Fortschrittswilligen,

die Verantwortung übernehmen wollen, wenn es um

Wohlergehen, einen geringeren ökologischen Fußabdruck

und enge Beziehungen gehe.

Automatisch posten

Parallel zum neuen Erscheinungsbild hat sich die Hausgerätemarke

der Kommunikation auf den digitalen Kanälen

gewidmet und eine automatisierte Lösung vorgestellt.

Denn Social Media braucht eine Strategie, damit

das Engagement kein zeitraubendes und teures Stückwerk

bleibt. Der Hausgerätehersteller unterstützt seine

Handelspartner jetzt mithilfe der Retail-Marketing-Platform

„socialPALS“. Ziel sei es, professionellen Content

automatisiert auf Facebook- und Instagram-Kanälen zu

veröffentlichen ohne viel Zeit investieren zu müssen.

„Darüber hinaus erhalten die Fachhändler eine eigene

Landingpage mit Logo ihres Geschäftes, Google-Maps

Auszug zur Geschäftsadresse und Verlinkung zu ihrer

Website“, so das Unternehmen.

Den Social-Media-Auftakt machte eine Kampagne zu

den aktuellen Wäschepflege-Neuheiten. Fortgesetzt mit

dem Produktbereich Kühlen sollen das ganze Jahr über

regelmäßige weitere Kampagnen sowie „Always-On“-

Content über alle Produktbereiche hinweg folgen. Händler,

die noch keinen „socialPals“-Account haben, müssen

sich zunächst unter https://app.socialpals.de/invite/iQ-

500WaschenTrocknen neu registrieren. Sie haben dann

sofort Zugriff auf Siemens Content und werden automatisch

informiert, sobald es neue Inhalte gibt. „In einem

weiteren Schritt plant Siemens Hausgeräte seinen Händlern

bei künftigen Aktionen Mediabudget zur Verfügung

zu stellen. Damit soll die organische Reichweite „nochmals

deutlich erhöht“ werden.

7/8/2022 KÜCHENPLANER 75


Unternehmen

Im Wechselbad der Gefühle

Selten dürfte eine Bilanzpressekonferenz beim Vorarlberger Beschlägespezialisten

Blum mit einem derart intensiven Wechselbad der Gefühle verbunden gewesen

sein. Auf der einen Seite der Rückblick auf Erfolgszahlen mit einem zweistelligen

Umsatzplus. Auf der anderen Seite ein Gegenwartsbericht, der vor Herausforderungen

und Problemen nur so strotzt. Trotzdem überwieg die Zuversicht.

Als international agierendes Unternehmen, das seine

Waren in 120 Länder liefert, 33 Tochtergesellschaften

unterhält und Produktionsstandorte in Europa, Asien,

Nord- und Südamerika, sind die Alltagsaufgaben gewaltig

geworden. „Wir alle haben uns nach zwei Jahren

Pandemie wieder mehr Stabilität gewünscht und

diese sei auch in Sicht gewesen“, sagte Geschäftsführer

Philipp Blum bei der Bilanzpressekonferenz am

Firmensitz in Hoechst. Doch seit dem 24. Februar ist alles

anders und noch viel komplizierter. Der russische

Angriffskrieg auf die Ukraine habe die fragile Situation

bei Rohstoffen, Logistik, Lieferketten und Energie

zusätzlich verschärft. Angesicht eines erheblichen Warendurchflusses

ist Blum an seinen Produktionsstandorten

von einer reibungslosen Anlieferung abhängig.

Eine umfangreichere Lagerhaltung sei nur eingeschränkt

möglich. Und so können inzwischen zahlreiche

globale Ereignisse massive Auswirkungen auf

die Lieferketten haben. Vor dieser hochkomplexen Gemengelage

sind die aktuellen Kennzahlen besonders

bemerkenswert.

Nicht nur Mengenwachstum

Unter dem Bilanzstrich des Wirtschaftsjahres 2021/22

der Julius Blum GmbH steht per Stichtag 30. Juni 2022

ein Umsatz von gerundet 2,644 Mrd. Euro. Das sind

11,2 % oder 266 Mio. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wobei das Umsatzplus von 11,2 % nicht allein

auf einen Mengenzuwachs zurückzuführen ist, sondern

auch auf Preisanpassungen, die Blum in den vergangenen

12 Monate vornehmen musste. Wie sehr diese

Anpassungen den genannten Umsatz beeinflussen,

differenzierte das Unternehmen nicht. Als Fazit sagte

Geschäftsführer Philipp Blum: „Im vergangenen Jahr

waren Widerstandsfähigkeit ebenso gefragt wie Flexibilität

und kreative Lösungen. Umso erfreulicher sind

die positiven Wirtschaftskennzahlen.“ Einer guten

Tradition folgend, bedankten sich die Geschäftsführer

Philipp und Martin Blum besonders bei den inzwischen

9422 Mitarbeitenden weltweit. In der Heimatregion

Vorarlberg beschäftigt das Unternehmen 6981

Männer und Frauen. Dem besonderen Einsatz der Belegschaft

sei es geschuldet, dass die Kunden trotz der

vielen Erschwernisse durchgehend beliefert werden

konnten.

Neues Werk in Shanghai

Grundsätzlich versucht Blum, sich mit lokalen Fertigungen

so gut es geht gegen massivere Probleme bei

den Lieferketten zu wappnen. Sprich: Wo es der Bedarf

der jeweiligen Märkte hergibt, produziert der Beschlägespezialist

vollstufig vor Ort. Neben den acht Werken

in Vorarlberg unterhält Blum weitere Standorte

in Amerika (Nord und Süd) und Asien. Neu ans Netz

gegangen ist im Frühjahr 2022 ein Werk in Shanghai.

„Und das trotz Lockdown und Quarantäne“, zollte

Martin Blum den dortigen Mitarbeitenden ein Sonderlob.

China sei für Blum der Markt mit den größten

Wachstumsquoten. Die neue Fertigung verfügt über

eine Nutzfläche von 60 000 m 2 . Produziert werden in

erster Linie Scharniere für den lokalen Bedarf.

Ein Großteil der Gesamtinvestitionen (339 Mio. Euro)

flossen im vergangenen Wirtschaftsjahr jedoch in die

Stärkung des Hauptstandorts in Vorarlberg (224 Mio.

Euro). Unter anderem in die Werke in Bregenz, Höchst

und Gaißau. „Hier entwickeln wir Produkte und Fertigungsverfahren,

hier entsteht der größte Teil unserer

Wertschöpfung“, erläuterte Martin Blum. Er betonte mit

Blick auf die Inbetriebnahme in Shanghai („ein großer

Meilenstein“) aber auch: „Um die Herausforderungen

in der globalen Lieferkette zu meistern und den ökologischen

Fußabdruck zu reduzieren, bauen wir den

globalen Produktionsverbund weiter aus – in Europa

und international.“ Auch bei seiner Tochtergesellschaft

in Polen stehen dem Beschlägehersteller ab 2023 zusätzliche

Produktionsflächen zur Verfügung. „Erfreulich

ist, dass es uns in den letzten Monaten durch den

Ausbau unserer Fertigungskapazitäten und die zusätzlichen

Mitarbeitenden gelungen ist, die Lieferzeiten bei

vielen Produktgruppen wieder deutlich zu verkürzen“,

sagte Philipp Blum. Eine der wichtigsten Investitionen

ist für indes jene in Fachkräfte. Das Unternehmen beschäftigt

allein 400 Lehrlinge.

Blick in die Märkte

44 % des Umsatzes erwirtschaftet Blum in der EU, 13 %

sind es im größten Einzelmarkt USA und 33 % in allen

anderen Märkten. In Westeuropa sei die Umsatzsteigerung

„neuerlich groß ausgefallen“, so das Unternehmen,

insbesondere in Italien, Deutschland und UK.

In Osteuropa habe die politische Entwicklung indes

dämpfend auf die Märkte gewirkt. „Der Angriffskrieg

Russlands auf die Ukraine bringt den Menschen dort

unsägliches Leid und macht uns seit Februar fassungslos.

Dieser Krieg mitten in Europa erschüttert den inneren

Frieden und die Stabilität in seinen Grundfesten.

Auch wenn es unseren Kolleginnen und Kollegen der

ukrainischen Niederlassung den Umständen entsprechend

gut geht, sind wir dennoch in ständiger Sorge“,

berichtet Philipp Blum.

76 KÜCHENPLANER 7/8/2022


Fotos: Blum

Philipp Blum, Geschäftsführer: „Wertschätzung fürs

eigene Heim ist ein langanhaltender Trend.“

Martin Blum, Geschäftsführer: „Die wichtigste

Investition ist jene in die Belegschaft.“

Nicht rund und dennoch erfolgreich lief es in Asien.

Der Lockdown in Shanghai und anderen chinesischen

Städten im Frühjahr 2022 hat das Wachstum in China

gebremst: „Unsere dortigen Kunden hat das beträchtlich

getroffen. Trotzdem hat sich der Absatzmarkt in

Asien in Summe gut entwickelt“, erklärt Philipp Blum.

Auch in Nord- und Südamerika liefen die Geschäfte

zufriedenstellend. Die internationalen Transportwege

haben das Unternehmen jedoch besonders in diesen

Märkten vor Herausforderungen gestellt. Hervorgerufen

durch Verwerfungen durch den Ukrainekrieg, den

globalen Mangel an Frachtcontainern sowie Fahrerinnen

und Fahrern von Lkw. „Die Lieferkette ist weltweit

immer noch angespannt.“

Indirekt stark von Gas abhängig

Als produzierender Betrieb ist Blum Teil einer langen

und internationalen Lieferkette. Die direkten Abhängigkeiten

von Erdgas sind laut Unternehmen zwar

überschaubar, die indirekten, wie etwa die der Stahlproduktion,

aber von größerer Tragweite. Deshalb sei

ein kurzfristiger Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

nicht möglich, so Philipp Blum. „Unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen

sind langfristig. Unabhängig von

der derzeitigen Situation rund um Gas, nutzen wir

schon seit Jahren nachhaltige Alternativen wie Strom

aus Wasserkraft, Fernwärme in unseren Werken in

Dornbirn, Wärmerückgewinnung in der Produktion

und Photovoltaik-Anlagen“, ergänzte Martin Blum.

Allein in Vorarlberg seien über 1800 m 2 Sonnenkollektoren

verbaut, an allen Standorten international sind

es sogar rund 10 000 m 2 . Rund die Hälfte der Lkw-Flotte

für den internen Werksverkehr in Vorarlberg ist mit

heimischem Biogas und somit nahezu CO 2

-neutral unterwegs.

Zudem zählt Blum zu den Gründungsmitgliedern

des Klimaneutralitätsbündnis 2025 „turn to zero“.

Damit verbunden ist die Verpflichtung, den Unternehmensfußabdruck

klimaneutral zu stellen.

Homing bleibt starke Basis

Mit der Auftragslage ist das Unternehmen derzeit zufrieden

und bleibt auch für die weiteren Entwicklungen

nach eigener Aussage verhalten optimistisch. Diese Zuversicht

speise sich aus der „langanhaltenden Wertschätzung“

der Konsumentinnen und Konsumenten

fürs eigene Heim und den Wunsch „in bleibende Werte

zu investieren“. Philipp Blum: „Wir glauben, dass dies

ein nachhaltiger Trend ist.“ Mit seinen innovativen

und designorientierten Produkten sieht sich das Unternehmen

gut aufgestellt, um den Wünschen nach immer

besser ausgestatteten Küchen und Möbeln zu entsprechen.

Mit Blick auf die jüngsten EuroCucina-Präsentationen

der Kunden nannte Philipp Blum beispielhaft

das Pocketsystem „Revego“, die „Merivobox“-Plattform,

das „Legrabox“-Zargendesign sowie die „Aventos“-

Klappenfamilie. Passend zu den dunklen Möbelfarben

lasse „Onyxschwarz“ den technischen Belag in den

Hintergrund treten, und die Neuheit „Ampero“ bringe

Strom und Licht in den Schubkasten.

Widerstandskraft und Flexibilität

Mit Sorge betrachtet das Unternehmen hingegen die

hohe Inflation und die laufenden Preissteigerungen im

Alltag. „Die Menschen überlegen sich momentan genau,

wofür sie ihr Geld ausgeben. Auch die fragile Situation

der internationalen Lieferketten und Transportlogistik

sowie die stark schwankenden Rohstoffpreise bleiben

eine Herausforderung“, so Philipp Blum. Mehr denn

je seien die bereits genannten Aspekte Widerstandsfähigkeit

und die Flexibilität des gesamten Unternehmens

gefragt, um auf Krisen reagieren, daraus lernen

und sich weiterentwickeln zu können. „Das ist von entscheidender

Bedeutung, um in volatilen Zeiten zu bestehen

und nur so können wir ein verlässlicher Partner

bleiben – für unsere Kunden und Mitarbeitenden“,

schloss er.

Dirk Biermann

7/8/2022 KÜCHENPLANER 77


Unternehmen

Foto: baumann family group

Trotz allem optimistisch

Vielschichtig liest sich der Bilanzbericht 21/22 der

„baumann group“ mit den Küchenmarken Bauformat

und burger. Neben der Bekanntgabe der Geschäftszahlen

mit steigenden Umsätzen in Höhe von rund 5 %

werden zahlreiche Entwicklungen beleuchtet.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 erzielte die Küchenmarke

Bauformat rund 69 Mio. Euro Umsatz (+ 4,71 %). Bei

burger waren es 209 Mio. Euro (+ 4,8 %) und bei Badea

11 Mio. Euro (+ 12,41 %). Das sind in Summe 289 Mio.

Euro und ein Gruppenplus von 5,06 % gegenüber dem

vorhergehenden Berichtszeitraum. Während Bauformat

im Export mit ca. 25 Mio. Euro Umsatz 0,9 % unter Vorjahresniveau

blieb, legte burger international um 8 %

auf rund 71 Mio. Euro zu. Das 2020 runderneuerte Badsortiment

von Badea führte zu einem Plus von knapp

18 % (rund 4 Mio. Euro Umsatz). Das Unternehmen plant,

die Bad-Kollektion besonders international weiter voranzutreiben.

Geschäftsführer Matthias Berens zieht

eine zufriedene Bilanz: „Schon 2020 war ein starkes

Jahr. Im Zeitraum zwischen dem 1. April 2021 und dem

31. März 2022 konnten wir uns noch einmal verbessern.

Und was das kommende Geschäftsjahr angeht, so bin

ich trotz aller Widrigkeiten optimistisch.“ Diese Widrigkeiten

sind wohlbekannt: Corona, Lieferengpässe,

hohe Materialkosten, Krieg in der Ukraine. Trotz der

Vielzahl an Krisen konnte das Löhner Unternehmen

die vollständige Versorgung der Kunden gewährleisten.

Mit stabilen Lieferketten. Die Höhe der Investitionen

beziffert das Unternehmen mit einem 2-stelligen Millionenbetrag.

Derzeit wird in Burg eine neue Produktionshalle

gebaut und die Fertigung von Bauformat wird

um eine Produktionsstraße ergänzt, auf der sowohl Unter-,

Hänge- und auch Geräteschränke gefertigt werden

können. Momentan ist die Anlage im Testlauf und soll

im Sommer 2023 installiert werden.

Meilensteine des Geschäftsjahres

Zu den Meilensteinen im Wirtschaftsjahr 2021/2022 gehörten

diverse Zertifizierungen. So wurde Bauformat

als „Top Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Zudem gab es

das Siegel „Möbel Made in Germany“ und den „Blauen

Engel“ für Bauformat, burger und Badea. Neu angelaufen

ist eine Kooperation mit Haier für die Gerätemarke

Die Geschäftsleitung

der

„baumann

family group“

(Foto von links):

Michael Assner,

Sabine Brockschnieder

und

Matthias Berens.

Candy. Hinzu kamen echte Herzensangelegenheiten:

die Spendenaktionen für die Opfer der Flut und für die

Ukraine.

Durchgehend prägend waren in den vergangenen

Monaten weiterhin die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Ein Kraftakt, der für Geschäftsführer Matthias

Berens nur dank einer guten Teamleistung zu bewältigen

war: „Die große Infektionswelle im Frühjahr hat in

Produktion und Logistik für viele Ausfälle gesorgt. In

den Spitzen fehlten uns bis zu 100 Leute. Wir sind sehr

stolz darauf, dass wir es geschafft haben, den Großteil

unserer Kunden trotzdem und sogar überwiegend

pünktlich zu beliefern.“

Mobiles Arbeiten

Um Mitarbeiter und Kunden bestmöglich zu schützen,

gab es hauseigene Impfaktionen in Zusammenarbeit

mit einem Ärztenetzwerk. Gearbeitet wurde außerdem

wo immer möglich im Homeoffice. Nachdem die

technischen Voraussetzungen hierfür einmal geschaffen

waren, eröffneten sich der „kitchen family“ neue

Möglichkeiten für die Einstellung von Fachkräften

auch jenseits der Produktionsstandorte. Mittlerweile

gibt es für mehr als 50 Prozent der Verwaltung eine

Homeofficeregelung. Für Geschäftsführerin Sabine

Brockschnieder ist dies ein Erfolgsmodell: „Wir möchten

ein Arbeitsumfeld schaffen, das motiviert und

Ener gien freisetzt. Dazu gehört auch eine Portion Flexibilität.

Mitarbeiter sollen frei entscheiden können, wo

und wie sie arbeiten möchten und damit auch, ob sie

umziehen oder lieber am alten Wohnort bleiben, um

dort etablierte soziale Kontakte weiter pflegen zu können.

Für uns als Unternehmen hat diese Freiheit einen

großen Vorteil: Wir können damit den Fachkräftemangel

zumindest ein bisschen abfedern.“

Parallel bezog ein Teil der Mitarbeitenden in Löhne

neu Räume. Den Anfang macht die Produktentwicklung.

Zum 1. Juni 2022 hat das Unternehmen ein

flexibles Arbeitsplatzbuchungssystem installiert, das

feste Büros ersetzt. Mitarbeiter aus Marketing, Vertrieb

und Produktentwicklung können sich nun auch

tageweise in Teams gruppieren, zum Beispiel für die

Arbeit an Projekten.

78 KÜCHENPLANER 7/8/2022


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7/8/2022 KÜCHENPLANER 79


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