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Bildungspraxis 03/2022

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3/2022 | September / Oktober | 19201 | Deutschland 6,80 € | Österreich 7,50 € | Schweiz 11 CHF

www.bildungspraxis.de

AN EINEM

STRANG

WIE LERNORTE ERFOLGREICH

ZUSAMMENARBEITEN

AUSBILDUNG

Was tun bei

Ausbildungsabbruch

IM FOKUS

Schulen und Betriebe

zusammenbringen

WEITERBILDUNG

Vom Aufenthaltsraum

zum Exzellenzzentrum


Eine Initiative der:

GemeinsamZukunftBilden


EDITORIAL

MITEINANDER

LERNPROZESSE GESTALTEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Abbildung: © Sascha Kreklau

das Zusammenspiel der Lernorte

Schule und Betrieb ist eine der

Stärken des dualen Ausbildungssystems.

Die Kombination von

Kompetenzerwerb im konkreten

Arbeitsumfeld und Lernen im

schulischen Kontext stellt seit

Jahrzehnten sicher, dass junge

Fachkräfte mit einem hohen Kompetenzniveau

in ihr Arbeitsleben starten. Um

dies zu erreichen ist es unerlässlich, dass Schule

und Betrieb – sowie gegebenenfalls überbetriebliche

Lernorte – kontinuierlich in Kontakt

stehen, sich abstimmen und sich in ihren jeweiligen

Aufgaben unterstützen. Bereitschaft zum

Austausch und zur Zusammenarbeit auf beiden

Seiten ist eine Mindestvoraussetzung.

Aus diesem Grund werden wir in der aktuellen

Ausgabe von Bildungspraxis beleuchten, welche

Rahmenbedingungen gute Lernortkooperation

braucht und wie man ihr Gelingen unterstützen

kann. Insbesondere die Digitalisierung kann

dabei eine wichtige Rolle spielen, denn Informationen,

Lerninhalte und Konzepte lassen sich

zum Beispiel über gemeinsam genutzte Plattformen

unkompliziert austauschen und zugänglich

machen. Welche Möglichkeiten es dabei gibt,

zeigen zum Beispiel die Projekte der hessischen

Initiative „#HESSENbildung.digital“, die wir im

Fokusthema dieser Ausgabe vorstellen.

Außerdem beschäftigen wir uns im aktuellen

Heft damit, wie ein drohender Ausbildungsabbruch

sowohl für Azubis als auch für den Betrieb

zur Chance werden kann und wie berufsschulische

Lernumgebungen Kompetenzen der Industrie

4.0 fachübergreifend vermitteln können.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre, Ihr

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur Bildungspraxis

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INHALT

Was tun, wenn Azubis abbrechen wollen?

Ab Seite 14

Vom Aufenthaltsraum zur cyberphysischen Fabrik

ab Seite 24

Im Fokus

Lernortkooperationen

6 Zusammenwirken statt informieren

Aktuelle Forschung zur Kooperation

der Lernorte

8 Enger verbinden

Unternehmen und Schulen erarbeiten

gemeinsam Konzepte

12 Kooperation stärken – aber wie?

Die Sicht von Fachleuten

Ausbildung

14 Abbruch als Chance

Azubis beim Ausbildungsabbruch

begleiten

18 Jeder wie er kann

Individuelle Lernpfade verbessern

die Ausbildung

22 Ausbildung News

Weiterbildung

24 Mitten im Produktionsprozess

Fachübergreifendes Lernen für

die Industrie 4.0

26 Weiterbildung News

International

28 Die Schule bestimmt

Ausbildung in den

Niederlanden

30 International News

32 Veranstaltungen 2022

DIE NÄCHSTE BILDUNGSPRAXIS ERSCHEINT IM NOVEMBER 2022.

2 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


IMPRESSUM

›› Herausgeber: Didacta Ausstellungs- und Verlagsgesellschaft mbH

Rheinstraße 94 • 64295 Darmstadt

AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Arabellastraße 17 • 81925 München

›› Chefredaktion: Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis (verantwortlich)

wassilios@fthenakis.de

›› Verlag und AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Redaktionsanschrift: Arabellastraße 17 • 81925 München

Telefon: +49 89 419694-43

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Otto-Hahn-Str. 14

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›› Geschäftsführung: Thomas Klocke

›› Gesamtleitung Tina Sprung

Bildungsredaktion:

›› Projekt- und Vincent Hochhausen

Redaktionsleitung:

›› Redaktion: Roman Eisner

Silvia Gallus

Thorsten Timmerarens

›› Redaktionsassistenz: Petra Wrischer

›› Autoren und Mitarbeiter Markus Kamann

dieser Ausgabe: Claudia Köhl

Tina Mersch

Gabriele Weingärtner

›› Gesamtleitung Kirstin Strecker • Telefon: +49 89 419694-57

Bildungsverkauf: E-Mail: kstrecker@avr-verlag.de

›› Mediaberatung: Anja Löscher • Telefon: +49 89 419694-33

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›› Art Direction und Michaela Körner

Bildredaktion:

›› Grafik Design: Sabrina Gentner

›› Composing: Udo Karohl

›› Titelbild: © jamesteohart / Shutterstock.com

›› Erscheinungsweise: 4 × jährlich

›› Druck: Weiss-Druck GmbH & Co. KG,

Hans-Georg-Weiss-Straße 7, 52156 Monschau

›› Preis des Heftes: Deutschland 6,80 € inkl. MwSt., Österreich 7,50 €,

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›› Abonnement: Jahresabonnement (4 Hefte) 24 €, zzgl. Versandkosten

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Beiträge freier Autoren geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Verleger zugleich Anschrift aller Verantwortlichen

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sonstige Vervielfältigung – auch auszugsweise – sind nur mit

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IM FOKUS

FESTE

VERKNÜPFUNG

Duale Ausbildung funktioniert,

wenn Lernorte gut zusammenarbeiten.

Warum Berufsschulen und Unternehmen

in festem Kontakt stehen sollten –

und wie digitale Tools sie dabei

unterstützen können.

Abbildung: © jamesteohart / Shutterstock.com

4 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


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IM FOKUS

ZUSAMMENWIRKEN

STATT INFORMIEREN

Wie gut arbeiten Betriebe und Schulen zusammen?

Bildungspraxis hat sich den Forschungsstand angesehen.

Text Vincent Hochhausen

Forschungsfrage 1:

Wie kooperieren Ausbilder/-

innen und Lehrkräfte?

Wie die Zusammenarbeit der Lernorte

konkret gestaltet ist, hat das Netzwerk

Q4.0 zwischen November 2020 und

Januar 2021 untersucht. Dafür wurden

über 400 Lehrkräfte und Ausbilder/-

innen dazu befragt, wie sie mit dem

jeweils anderen Lernort zusammenarbeiten:

Informieren sie sich gegenseitig

etwa zum Lernstand einzelner Azubis

oder über Lerninhalte? Stimmen sie

ihre Arbeit mit dem anderen Lernort

ab, etwa was die zeitliche Abfolge der

Lerninhalte oder den Softwareeinsatz

angeht? Oder wirken sie in konkreten

Aufgaben zusammen, beispielsweise

beim Erstellen von Lerneinheiten oder

bei konkreten Ausbildungsprojekten?

Anhand der Antworten wurden die Kooperationen

der Befragten einem dieser

drei Typen zugeordnet: informieren,

abstimmen, zusammenwirken. Das Ergebnis:

Die Lernortkooperationen der

Mehrzahl der Befragten – 60 Prozent

bei den Ausbildern und 58 Prozent

bei den Lehrkräften – gehört zum Typ

„Informieren“. Lediglich 16 Prozent der

Ausbilder/-innen und knapp 20 Prozent

der Lehrkräfte wirken in konkreten

Projekten mit den Partnerlernorten

zusammen. Zudem zeigte sich, dass bei

diesen Lernortkooperationen auch der

Informationsaustausch besser klappte:

So gaben zum Beispiel 90 Prozent der

Ausbilder und Lehrer aus der Kategorie

„Zusammenwirken“ an, dass sie regelmäßig

den Lernstand einzelner Azubis

mit ihren Lernortpartnern besprächen

– bei den Befragten aus der Kategorie

„Informieren“ taten dies nur 59 Prozent.

Das deutet darauf hin, dass die Zusammenarbeit

der Lernorte in konkreten

Projekten sich positiv auf die alltägliche

Kommunikation der Lernorte auswirkt.

Forschungsfrage 2:

Wie sehen Ausbildungsverantwortliche

die Zusammenarbeit

mit den Berufsschulen?

In einer 2020 erschienenen Studie von

Michael Roll und Dirk Ifenthaler führten

die Forscher der Universität Mannheim

Interviews mit elf Ausbildungsverantwortlichen

aus in Deutschland ansässigen

Industrieunternehmen durch. Dabei

ging es unter anderem darum, wie sie

die Kooperation mit den Berufsschulen

einschätzten. Dabei zeigte sich ein breites

Spektrum von Bewertungen. Während

ein Teil der Befragten die Kompetenzvermittlung

in den Schulen und das

Engagement der Lehrkräfte positiv bewertete,

kritisierten andere mangelnden

Praxisbezug der Lehrkräfte. Durchge-

Abbildung: © jamesteohart / Shutterstock.com

6 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


hend wünschten sich die Befragten eine

bessere und intensivere Kooperation

von Betrieben und Schulen und mehr

Flexibilität auf beiden Seiten. Die Studienautoren

fassen zusammen: „Auf Basis

der Aussagen der Ausbildenden basiert

die Kooperation von Schule und Unternehmen

meist nur auf dem Austausch

von organisationalen Informationen, wie

Zeugnissen, Fehlzeiten.“

mit der Aussage, dass neue digitale Lerninhalte

eine engere Abstimmung der

Lernorte erforderten; auch hier stimmte

aus allen Teilgruppen eine Mehrheit

der Befragten zu. Uwe Faßhauer, der als

Professor für Berufspädagogik an der

Pädagogischen Hochschule Schwäbisch

Gmünd zu Berufsbildung und Lernortkooperationen

forscht, identifiziert

als gängige Tools zur digitalen Unter-

stützung der Lernortkooperation vor

allem Videokonferenzen und Remote

Unterricht, Lernmanagementsysteme

und digitale Berichtshefte sowie virtuelle

Arbeitsplattformen und Simulationen.

Er fordert eine berufs- und lernortübergreifende

Entwicklung von Konzepten

zur Anwendung digitaler Technologien

in der Lernortkooperation. Die gebe es

nämlich immer noch nicht.

Forschungsfrage 3:

Wie wirkt sich die

Digitalisierung auf die

Lernortkooperation aus?

In der Untersuchung des Netzwerks

Q4.0 wurden die Ausbilder/-innen und

Lehrkräfte auch dazu befragt, wie sie die

Potenziale der Digitalisierung auf die

Lernortkooperation einschätzten. In jeder

der drei Kategorien von Lernortkooperationen

– Informieren, Abstimmen,

Zusammenwirken – stimmte die Mehrheit

der Aussage zu, dass digitale Tools

die Lernortkooperation vereinfachten.

Sowohl bei den Lehrkräften als auch bei

den Ausbildern war die Zustimmung bei

denen am größten, die am intensivsten

in Lernortkooperationen zusammenarbeiteten:

88 beziehungsweise 90 Prozent

aus dieser Gruppe stimmten zu. Intensive

Zusammenarbeit und die positive

Bewertung digitaler Tools gehen also

Hand in Hand. Ähnlich verhielt es sich

Quellen und weiterführende Informationen

» Die Befragungen des Netzwerks Q4.0 zu Lernortkooperation

und Digitalisierung gibt es auf:

» netzwerkq4.0.de/de/mediathek

(in der Rubrik Publikationen)

» Im Sammelband „Konnektivität und lernortintegrierte

Kompetenzentwicklung in der beruflichen Bildung“,

erschienen 2020 im Steiner Verlag, findet sich die

Studie von Michael Roll und Dirk Ifenthaler zu den

Einstellungen der Ausbildungsverantwortlichen.

» Ein Online-Selbstcheck, mit dem Unternehmen und

Berufsschulen ihre eigenen Bemühungen zur Lernortkooperation

bewerten können, sowie ein Leitfaden

mit Handlungsempfehlungen ist hier abrufbar:

» www.f-bb.de/lok-dibb-check

√ Sichere und verlässliche Schul-IT Infrastruktur

√ Einfaches Management für alle Geräte in der Schule

√ Bereitstellung von Materialien, Schulsoftware und

Fachanwendungen in der Schule und zu Hause

√ Umfangreiche Benutzerverwaltung

√ Virtueller Klassenraum zur Gestaltung des Unterrichts

√ Einheitliche Arbeitsumgebung im Präsenz-, Hybridund

Distanzunterricht

√ Prüfungsmodus für digitale Klausuren (IHK-zertifiziert)

√ Unterrichtsspezifische Lerndesktops auch für zu Hause

√ Datenschutzkonformer Schulmessenger

√ Aufgabenmodul mit Start- und Abgabetermin

√ Private Cloud für das kollaborative Arbeiten und

das Bereitstellen von Unterrichtsmaterialien

√ Zugriff per Browser oder NetMan-App (Android/iOS)


IM FOKUS

Bei einer Abschlussveranstaltung Anfang Juli 2022 trafen sich die Teilnehmer aus allen Projektgruppen der hessischen Initiative, die seit 2020 an der

Verbesserung ihrer Lernortkooperationen gearbeitet hatten.

ENG VERBUNDEN

Eine hessische Initiative unterstützte Unternehmen und Berufsschulen dabei,

neue Wege in ihrer Zusammenarbeit zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigen das

Potenzial von Digitalisierung für die Lernortkooperation.

Gastbeitrag Claudia Köhl

Die Digitalisierung als

Chance für Unternehmen

und Berufsschulen zu sehen,

noch besser zusammenzuarbeiten

und die duale Ausbildung attraktiver

zu machen – mit dieser Überlegung

war 2020 in Hessen die Initiative

„#HESSENbildung.digital“ an den Start

gegangen, die nach zwei Jahren nun

abgeschlossen wurde. Angestoßen hatte

das Projekt ein Netzwerk aus dem Arbeitgeberverband

Hessenchemie, dem

Verband der Chemischen Industrie

Hessen sowie dem Bildungsunternehmen

Provadis.

Das Prinzip der Initiative: Zehn Tandems,

also Teams von Vertretern aus je

einem Unternehmen der Chemiebranche

und deren Partnerberufsschulen,

erarbeiteten und implementierten in regelmäßigen

Treffen Ideen zur Stärkung der

digitalen Lernortkooperation.

In einer Konzeptionsphase identifizierten

die Projektpartner zunächst Bedarfe und

Themenbereiche, anschließend stimmten

die einzelnen Teams ihre Zielsetzungen

und Zusammenarbeit miteinander ab.

Dann fanden in der sogenannten Nachhaltigkeitsphase

sechs Netzwerktreffen statt,

bei denen alle Beteiligten sich intensiv

CLAUDIA KÖHL

war in der Kommunikation in Chemie-

und Pharmaunternehmen tätig

und ist Inhaberin der auf Bildung

spezialisierten Kommunikationsagentur

Köhl et Feling.

Abbildungen: © Christoph Mertens, HessenChemie

8 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


austauschten. In Webinaren holten sich die

Teilnehmenden je nach Bedarf fachliche

Impulse, etwa zu Mixed-Reality-Technologie

oder dem Einsatz von E-Portfolios,

netzbasierten Sammelmappen in denen

Lehrende und Lernende die Lernfortschritte

dokumentieren. Auf einer Online-

Plattform arbeiteten die Projektpartner

zusammen. Im Zentrum der praktischen

Arbeit der Tandems stand bei den meisten

Gruppen das Etablieren von gemeinsamen

Online-Lernkonzepten und die Verbesserung

der digitalen Kompetenzen bei Lehrenden

und Auszubildenden.

Lernortübergreifende

Konzepte

Ein Beispiel: Der Hersteller von Medizintechnik-

und Pharmaprodukten B. Braun in

Melsungen plante gemeinsam mit dem Berufsschulpartner,

der Radko-Stöckl-Schule,

den Ausbildungsberuf Elektroniker/-in

für Informations- und Systemtechnik neu

einzuführen. Ziel war es, dafür eine digitale

Plattform und gemeinsame Lerneinheiten

aufzubauen. Während der zweijährigen

Projektarbeit entwickelten die Partner ein

lernortübergreifendes Curriculum und ein

digitales Klassenbuch. Zudem besuchten die

Ausbilderinnen und Ausbilder zusammen

mit den Lehrkräften der Schule eine Qualifizierung,

bei der sie ein Bildungsdienstleister

zu den Lerninhalten auf den neuesten

Stand brachte. Die Kosten teilten sich das

Unternehmen und die Schule. Durch das

Etablieren neuer und individueller Selbstlernkonzepte

konnten sie zudem das eigenverantwortliche

Lernen der Auszubildenden

und die Rolle der Lehrkräfte und Ausbilder

als Lernbegleitende stärken.

Diese enge Kooperation der Partner hatte

positive Nebeneffekte: „Wir konnten neue

Schülerinnen und Schüler und Studienabbrecher

für den neuen Ausbildungsberuf

gewinnen“, berichtet Ausbilder Daniel

Kuhnert in der Abschlusspublikation der

Initiative. Zudem unterstützten die Fachleute

von B. Braun die Schule parallel zum

Projekt etwa bei der Programmierung der

digitalen Lerninhalte. Diesen digitalen

Transfer wollen die Partner jetzt auch auf

andere Ausbildungsberufe übertragen.

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IM FOKUS

Neben solchen positiven Effekten stießen die

Beteiligten aber auch immer wieder auf Hürden,

von denen auch die anderen Tandems

und Netzwerkteilnehmenden auf einer gemeinsamen

Abschlussveranstaltung in Wiesbaden

berichteten. Die bisherige Erfahrung

zeige, dass Lernortkooperationen meist auf

die organisatorische Ebene beschränkt seien,

sagt auch Dirk Meyer, Hauptgeschäftführer

von Hessenchemie, in der Abschlusspublikation

der Initiative. „Gründe sind oftmals mangelnde

personelle und zeitliche Ressourcen

sowie unterschiedliche Interessen der beteiligten

Akteure.“

Roter Faden für Lerninhalte

Dass das digitale Lernen in der Pandemie

nicht nur eine Notlösung für die Fortführung

der dualen Ausbildung war, sondern auch in

Zukunft die Berufsausbildung stärken soll,

stand im Fokus des Tandemprojekts von

Provadis und der Paul-Ehrlich-Schule in

Frankfurt. Beide Lernortkooperationspartner

sind eng miteinander verbunden. Provadis

übernimmt für Unternehmen im Industriepark

Höchst und darüber hinaus die fachliche

Ausbildung in mehr als 40 Berufen.

Attraktivere Ausbildung

durch engere Zusammenarbeit

Nach Abschluss des Netzwerkprojektes

zogen die Initiatoren eine positive Bilanz. Es

habe gezeigt, in welche Richtung der gemeinsame

Weg der Lernortkooperationspartner

gehen sollte und wo es im bildungspolitischen

System dringend notwendige Veränderungen

geben muss, um die duale Ausbildung attraktiver

zu machen, etwa was die Ausstattung

der Schulen angehe. Die Erkenntnisse sollen

nun dabei helfen, die Lernortkooperation

auch flächendeckend zu verbessern. In einer

Machbarkeitsstudie, die von der Goethe-

Universität Frankfurt am Main – vertreten

durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit

und Kultur (IWAK) – derzeit mit der hessischen

Wirtschaft durchgeführt wird, soll

dies untersucht werden.

Im Überblick:

Die Tandempartner wollten die bestehende

Kooperation noch enger verzahnen und an

einem roten Faden für die Ausbildung der

Biologielaborantinnen und -laboranten stricken.

Mit dem Ziel, eine gemeinsame browserbasierte

Basisliteratur anzubieten, um alle

Auszubildenden – Schulabgänger/-innen von

Realschulen und Gymnasien sowie Studienabbrecher

– mit ihrem unterschiedlichen

Wissensstand abzuholen. Trotz Herausforderungen

bei der Vertragsverhandlung mit dem

Fachbuch-Verlag über die Online-Lizenzen

konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen

werden: Mit der Online-Basisliteratur können

die Auszubildenden in Zukunft die Inhalte

individuell von jedem Lernort abrufen und

bearbeiten. So haben sie jetzt einen digitalen

roten Faden, den die Kooperationspartner

sowohl in den betrieblichen Phasen als auch in

der Berufsschulphase einsetzen und mitgestalten.

Auf Einschränkungen wie bei Corona sind

die Ausbilder und Lehrkräfte jetzt besser vorbereitet.

Bereits im Ausbildungsjahr 2022/23

soll die Online-Basisliteratur von Anfang an

zur Verfügung stehen und das Angebot weiter

ausgebaut werden.

» Tandems aus zehn hessischen

Chemieunternehmen und deren

Berufsschulpartnern arbeiteten

zwei Jahre lang daran, ihre Lernortkooperation

zu verbessern.

» Ein Fokus lag dabei auf digitalen

Lösungen und der gemeinsamen

Erstellung und Nutzung von

Lerninhalten.

» Als Herausforderung wurden die

fehlenden Mittel der Schulen für

digitale Infrastruktur und

IT-Support identifiziert.

Mehr Informationen

Die Abschlusspublikation

des Projektes

mit Informationen

und Interviews der

Initiatoren und der

Tandempartner gibt

es zum Download:

Abbildung: © jamesteohart / Shutterstock.com

10 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


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IM FOKUS

KOOPERATION

STÄRKEN – ABER WIE?

Fachleute aus der Berufsbildung erklären,

welche Rahmenbedingungen gute Lernortkooperation

aus ihrer Sicht braucht.

ANNETTE GREILICH

Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der

Direktorinnen und Direktoren an den Beruflichen

Schulen und den Studienseminaren für

die beruflichen Schulen in Hessen

„Wir brauchen moderne Schulen,

IT-Experten und größere Klassenräume,

die mit WLAN ausgestattet

sind, damit wir mit digitalen Tools

arbeiten können. Auch unsere Unterrichtsorganisation

müssen wir

überdenken: Wir können uns zwar

vorstellen, bei den zwei Tagen

Berufsschule in der Woche oder

bei Blockunterricht zu bleiben,

der auch – abhängig von den Gegebenheiten

– online stattfinden

kann. Unsere Schulen müssen

interessanter werden und enger

verzahnt sein mit der Wirtschaft.

Wir brauchen mehr Freiheiten,

den Unterricht in Kooperation mit

den Betrieben zu gestalten. Als

selbstständige Schule können wir

unseren Unterricht und die Weiterbildung

des Personals so

gestalten, dass es den Anforderungen

genügt.“

UDO LEMKE

Geschäftsführer des Bildungsunternehmens Provadis

„Eine Befragung unter Auszubildenden, die vom Institut

für Arbeit, Wirtschaft und Kultur an der Goethe-

Universität in Frankfurt begleitet wurde, hat ergeben,

dass sich der Lernort Berufsschule verändern muss.

Dabei scheitert es nicht an den Lehrkräften, aber am

Lernort, angefangen von in die Jahre gekommenen Berufsschulen

bis hin zur Ausstattung. 90 Prozent der Befragten

sprachen sich dafür aus, dass elektronische und

traditionelle Lernmethoden kombiniert werden sollen.

Die Lernortkooperationen sollten digital weiterentwickelt

und weitere Investitionen in die Hardware und

den IT-Support getätigt werden. Aber die Digitalisierung

ist nicht alles. Leider ist die Bedeutung der Berufsschulen

in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Wir brauchen attraktive Berufsschulen als starken Partner,

weil die Attraktivität von Lern- und Lebensformen

ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Dies gelingt nur über

veränderte Rahmenbedingungen. Da der Lehrermangel

absehbar ist, sollten Kommunen und Städte eine

Berufsschulstrategie erarbeiten. Eine mögliche Lösung

wären Campusanordnungen mit Blockunterricht.“

Abbildung: © jamesteohart / Shutterstock.com; Christian Ecker, Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH

12 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


PANKRAZ MÄNNLEIN

Schulleiter der Staatlichen Berufsschule III

Bamberg Business School und Vorsitzender des

Berufsschullehrerverbandes BvLB

„Obwohl Lernortkooperation vom Berufsbildungsgesetz

explizit gefordert ist, findet

sie derzeit meist nur in informellem Rahmen

ohne feste Strukturen und Abläufe statt und

ist stark von Einzelpersonen abhängig. Die

Kooperation sollte deswegen in einen festen,

institutionalisierten Rahmen gebracht werden.

Ein erster Schritt dazu sind verpflichtende

Berufspraktika für Lehrkräfte, die es in

Bayern bereits gibt. Im Idealfall sollten neben

Unternehmen und Schulen auch die Jugendlichen

selbst bei der Konzeption eingebunden

werden. Das Repertoire an sinnvollen Maßnahmen

zur Lernortkooperation ist groß: regelmäßige

Treffen in größerem und kleinerem

Rahmen, feste Stammtische von schulischen

Lehrkräften und betrieblichen Ausbildern,

die gemeinsame Teilnahme von Ausbildungsmessen

oder Treffen der Fachabteilungen

an den Schulen mit den jeweiligen

Ausbildern. Zu bestimmten Unterrichtsthemen

lassen sich Ausbilder auch als

Experten einsetzen. Und für neue Lernsituationen,

etwa zu Smart Factories, macht es

Sinn, gemeinsame Entwicklungsteams aus

Lehrkräften und Ausbildern zu schaffen.

Leider wird es wohl kaum möglich sein, für

alle Jugendlichen die ideale Kooperation

zu schaffen, denn dazu ist die Anzahl der

Betriebe, aus denen sich die Schülerinnen

und Schüler einer Berufsschulklasse rekrutieren,

zu hoch. Heute lassen sich durch

digitale Möglichkeiten Maßnahmen einfacher

umsetzen, etwa mit Videokon ferenzen

oder Lernmanagementsyste men. Hier ist

das Potenzial an Kooperationsmöglichkeiten

noch lange nicht ausgeschöpft. Warum

sollte man sich mit der Klasse nicht live

in den Betrieb zu einer Arbeitssituation

dazuschalten können, die vom Ausbilder

moderiert wird?“


AUSBILDUNG

ABBRUCH ALS CHANCE

Ein Viertel der Ausbildungsverträge wird vorzeitig gelöst. Ausbilderinnen und Ausbilder

können dabei helfen, in solchen Situationen die bestmögliche Lösung zu finden.

Gastbeitrag Gabriele Weingärtner

Abbildungen: © Dean Drobot / Shutterstock.com; Ausbilder-Akademie GmbH

14 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


Die

Herausforderung

Jeannette Ofterding ist Ausbilderin

in einem Handelsunternehmen für

Stahlprodukte.

Gabriele Weingärtner ist

Trainerin und Coach

und leitet die Ausbilder-

Akademie GmbH.

„Unsere Auszubildende zur Groß- und Außenhandelskauffrau

Marie ist mit ihrer dreijährigen

Ausbildungszeit zur Hälfte fertig. Leider hat sie mir

anvertraut, dass sie in der Ausbildung unglücklich ist

und sich in dem Ausbildungsberuf nicht wiederfindet.

Zitat: ‚Mittlerweile ist mein Interesse auf null gesunken.

Ich würde am liebsten abbrechen und etwas ganz

Anderes machen – was soll ich tun?‘

Ich fühle mich von dieser Beratungsaufgabe überfordert.

Marie hat durchweg befriedigende Beurteilungen in den

Fachabteilungen erhalten, sie gilt als freundlich, höflich

und fleißig und erfüllt alle an sie gestellten Aufgaben. Allerdings

vermissen ihre Ausbildungsbeauftragten Motivation

und Eigeninitiative. Und sie berichten, dass Marie

oft von einem kreativen Studium als Berufswahl spricht.

Wie soll ich eine eventuelle vorzeitige Beendigung der

Ausbildung rechtlich und pädagogisch angehen?“

„Liebe Frau Ofterding, Sie

stehen mit dieser Ausbildungssituation

nicht alleine

da. Oft erleben Auszubildende

nach den ersten

euphorischen Ausbildungsmonaten

eine Phase der

Resignation und Enttäuschung und fangen

an, ihre Ausbildungsentscheidung in Frage

zu stellen. Betrachten wir zwei wichtige Aspekte

einer möglichen Trennung, die rechtlichen

Möglichkeiten einer Kündigung und

das pädagogische Vorgehen als Ausbilderin.

Was rechtlich zu beachten ist

Eine Kündigung innerhalb der Probezeit

ist für beide Seiten jederzeit möglich.

Marie ist jedoch bereits im zweiten Aus-

Megatrend Performance Recruiting:

Hält es sein Versprechen?

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Recruiting ohne Direktansprache und ohne die klassischen Online-Jobportale sorgt für schnellere und günstigere Bewerbungen.

Aber wie?

Immer mehr Unternehmen setzen auf Performance

Recruiting. Funktioniert das auch für die Ausbildung?

Michael Asshauer, einer der bekanntesten Köpfe im

Bereich des Performance Recruitings, liefert konkrete

Antworten. Im November wird er bei HRocks, dem

führenden Fachkongress für Ausbildung, noch tiefer

in das Thema einsteigen und Tipps für die praktische

Umsetzung geben.

Herr Asshauer, wie würden Sie „Performance

Recruiting“ in eigenen Worten beschreiben?

Performance Recruiting bedient sich praxiserprobter

Methoden

aus dem Online-Marketing,

die zur Kundengewinnung

genutzt werden,

um Bewerbende

für offene Stellen

eines Unternehmens

zu

gewinnen. Zuerst wird das Interesse der richtigen

Personen für eine ausgeschriebene Stelle über Social-Media-Werbung

generiert. Im zweiten Schritt

bewerben sich die Interessenten. Im dritten Schritt

fi ndet das persönliche Gespräch statt. Teilweise hat

man schon drei Tage nach Kampagnenstart viele

gute Bewerbungen.

Ist Performance Recruiting auch für Ausbildungsbetriebe

einsetzbar? Auf was muss dabei geachtet

werden?

Auf jeden Fall! Performance Recruiting ist für alle

Stellen einsetzbar – vom Azubi bis zum CEO. Wichtig

ist: Machen Sie den Leuten Lust auf den Job in Ihrem

Unternehmen! Aus Bewerbersicht zählt vor allem die

Fragestellung „Was ist für mich drin?“. Zeigen Sie

Kandidatinnen und Kandidaten auf, wie ihr Leben

im berufl ichen und privaten Bereich auf lange Sicht

aussehen kann. Viele Unternehmen nutzen Performance

Recruiting bereits für ihre Azubi-Stellen.

Gerade junge Leute sind über Performance-Recruiting-Kampagnen

auf Social Media gut zu erreichen.

Bei HRocks werden Sie über das Thema „Megatrend

Performance Recruiting: Schneller, leichter &

günstiger zu Top-Bewerbern?“ sprechen. Worauf

können sich Teilnehmende bereits jetzt freuen?

Ich werde in meinem Vortrag tiefer in die Marketing-psychologischen

Faktoren von Performance

Recruiting einsteigen und praxisnah anhand einer

Case Study verdeutlichen. Wir betrachten alle

Schritte des Performance Recruitings aus Arbeitgeber-

als auch Arbeitnehmersicht. Ich liefere Vorlagen

und Beispiele, sodass alle Teilnehmenden

Performance Recruiting nach dem Vortrag für sich

umsetzen können!

Besuchen Sie HRocks vom 7. bis 9. November 2022

in Düsseldorf! Mehr Infos fi nden Sie auf www.hrocks.

de. Das komplette Interview mit Michael Asshauer

ist in seinem Podcast Machen! Magazin zu hören.

Kontakt: FLEET Education Events GmbH |

Zirkusweg 1 | 20359 Hamburg

Tel.: +49 40 66906-700 | info@fleet-events.de


AUSBILDUNG

bildungsjahr. Nach der Probezeit sieht das

Berufsbildungsgesetz drei Möglichkeiten

der vorzeitigen Beendigung der Ausbildung

vor. Eine fristlose Kündigung können sowohl

Ausbildungsunternehmen als auch

Auszubildende nur aussprechen, wenn die

Fortsetzung der Ausbildung keinem der

Beteiligten zugemutet werden kann. Da in

diesem Fall keine schweren Regelverstöße

vorliegen, wie das Ausüben von körperlicher

Gewalt, häufiges unentschuldigtes

Fehlen oder ein Ausbleiben der Zahlung

der Ausbildungsvergütung, kann in diesem

Fall keine der beiden Parteien fristlos

kündigen.

Wenn ernsthafte Gründe auf Seiten der

Auszubildenden vorliegen, kann sie mit einer

Frist von vier Wochen eine ordentliche

Kündigung rechtswirksam aussprechen.

Falls Marie die Ausbildung zur Groß- und

Außenhandelskauffrau abbrechen möchte,

wäre das hier eine Möglichkeit. Eine Kündigung

muss schriftlich erfolgen und sie

muss Kündigungsgründe angeben.

Eine dritte Möglichkeit, die Ausbildung

zu beenden, ist die Vereinbarung eines

Aufhebungsvertrags. Ausbildungsbetrieb

und Auszubildende einigen sich darauf, die

Ausbildung nicht länger fortzusetzen. Dies

kann jederzeit ohne Einhaltung einer Frist

und ohne Angabe von Gründen schriftlich

erfolgen. Auch dies wäre rechtlich eine

Möglichkeit für Marie und das Ausbildungsunternehmen.

Gemeinsam Lösungen suchen

Auch Ihre Rolle als Ausbilderin und Coach

von Marie steht in diesem Fall im Mittelpunkt.

Sie sollten das Gespräch mit Marie

suchen und sie bei ihrer Entscheidungsfindung

unterstützen.

Aus der Perspektive als Ausbilderin stehen

dabei zwei Fragen im Mittelpunkt: Passt

der Beruf zu Marie? Und passt Marie zu

dem Ausbildungsunternehmen? Gerade

im derzeitigen Nachwuchskräftemangel

sollten Sie beide Fragen sehr sensibel

beantworten. Das Ausbildungsunternehmen

braucht junge Nachwuchskräfte und

investiert deswegen in die Ausbildung. Im

Idealfall findet sich eine für beide Seiten

zufriedenstellende Möglichkeit, Marie im

Unternehmen zu halten.

Idealerweise führen Sie Marie in dem

Gespräch durch folgende Phasen:

» Wahrnehmung des Problems:

Woran macht Marie ihre Unzufriedenheit

fest? Was sind die konkreten Situationen,

in denen sie die Ausbildung abbrechen

möchte? Welche Beobachtungen machen

die Ausbildungsbeauftragten?

» Ursachenanalyse:

Wo liegen die Ursachen der Unzufriedenheit?

Sind es die fachlichen Inhalte

des Berufsbildes oder sind es die Rahmenbedingungen

der Ausbildung?

Liegen die Gründe in der Person von

Marie oder liegen sie im Umfeld der

Ausbildung, den Ausbildungsbeauftragten,

der didaktischen Gestaltung

der Ausbildung? Inwieweit sind diese

Gründe veränderbar und inwieweit ist

eine Veränderung gewollt?

» Erarbeiten möglicher Lösungen:

Welche Optionen kommen für Marie in

Frage? Ist es die die Aufnahme einer anderen,

fachfremden dualen Ausbildung,

die Aufnahme eines Studiums? Eventuell

bietet sich in Ihrem Unternehmen ein

anderes Ausbildungsberufsbild oder ein

duales Studium an. Ein Wechsel wäre hier

einfach umzusetzen. Marie kann im Vorfeld

in dem anderen Berufsbild oder dem

dualen Studium hospitieren sowie Gespräche

mit den anderen Auszubildenden

und den Ausbildungsbeauftragten führen.

Sollte Marie sich für ein vollakademisches

Studium entscheiden, gibt es vielleicht

ebenfalls Schnittmengen: Etwa, indem sie

als Werksstudentin weiterhin im Unternehmen

bleibt oder ihre Bachelor- und Masterarbeiten

im Unternehmen schreibt.

Die Trennung fair gestalten

Wenn Marie sich für einen Ausbildungsabbruch

entscheidet, sollten Sie Marie in

der Rolle einer Outplacementberaterin

unterstützen. Bei diesem erprobten Werkzeug

aus der Mitarbeiterführung werden

Auszubildende beim Trennungsprozess

16 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


vom Ausbildungsunternehmen unterstützt

und beraten.

Phase 1: Vorbereitung

Analyse der Stärken der Auszubildenden

durch Gespräche zur Potenzialanalyse; Entwicklung

eines individuellen Strategie‐ und

Aktivitätenplans zur Neuorientierung der

Ausbildung.

Phase 2: Bewerbungsmarketing

Erstellung beziehungsweise Neukonzeption

der Bewerbungsunterlagen; Unterstützung

bei der Auswahl der möglichen Studiengänge,

Ausbildungsberufe und möglicher

Ausbildungsunternehmen sowie Hilfe bei

der Vor‐ und Nachbereitung von Bewerbungsgesprächen

Phase 3: In Kontakt bleiben

Den Kontakt zu ehemaligen Auszubildenden

pflegen, auch wenn sie keine direkte

Rolle mehr im Unternehmen haben.

Eine solche Outplacementberatung bei

Ausbildungsabbrüchen bedeutet für Sie

als Ausbilderin einen Mehraufwand, aber

sie bringt für beide Seiten Vorteile mit

sich. Für Marie bedeutet das, dass sie

Unterstützung bei der aktuellen Krisenbewältigung

hat. Ihre Risiken durch den

Ausbildungsabbruch werden durch die

Beratung deutlich reduziert. Für Ihr Unternehmen

gibt es ebenfalls Vorteile, die

sich langfristig zeigen: Durch die professionelle

Unterstützung beim Trennungsprozess

wird das Image als glaubwürdiges

und soziales Ausbildungsunternehmen

in der Region gewahrt. Das Arbeits‐ und

Betriebsklima unter den anderen Auszubildenden

wird durch Abbrüche nicht

belastet. Das Vertrauen der Auszubildenden

in eine faire Behandlung durch das

Ausbildungsunternehmen steigt, das Vertrauensverhältnis

wird gestärkt. Aus einer

fairen Trennung kann so ein gutes Ende

für alle Beteiligten werden.“


Lehren,

was zählt!

Global

Industry

Partner

Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Hierzu stellt Siemens

Automation Cooperates with Education (SCE) Lehrenden ein umfassendes

Angebot zur Weitergabe des Industrie 4.0-/Automatisierungs-Wissens für

Ausbildung und Studium bereit. siemens.de/sce


AUSBILDUNG

JEDER,

WIE ER KANN

Alle Azubis starten mit persönlichen Stärken und

Schwächen in die Ausbildung. E-Learning ermöglicht es,

jedem durch individualisierte Lernpfade gerecht zu werden.

Gastbeitrag Markus Kamann, Tina Mersch

Schon vor der Coronapandemie

war ersichtlich, dass

E-Learning zum integralen

Bestandteil der Aus- und Weiterbildung

wird. Die Pandemie hat jedoch

deutlich gemacht, dass dabei viel

Potenzial ungenutzt bleibt. Moderne

Ausbildung bedeutet mehr als nur

digitales Schulungsmaterial und

Remote-Präsentationen bereitzustellen.

Das große Potenzial des digitalen

Lernens erfordert eine radikale Überarbeitung

bisheriger didaktischer

Konzepte.

Lineare Ausbildung

nicht mehr zeitgemäß

Die klassische Ausbildung orientiert

sich meist an einem mittleren Leistungsniveau

der Azubis. Dies wird

der zunehmenden Heterogenität der

Lernenden nicht mehr gerecht. Beim

wachsenden Fachkräftemangel können

es sich Unternehmen nicht leisten,

Bewerber mit Schwächen kategorisch

abzulehnen. Bei einem vereinheitlichten

Ausbildungsplan besteht jedoch die

Gefahr, dass solche Jugendliche den

Anforderungen nicht gerecht werden

können, ihre Ausbildung abbrechen

oder an den Prüfungen scheitern. Auch

den leistungsstarken Azubis wird die

klassische, lineare Ausbildung nicht

mehr gerecht. Bei ihnen droht Unzufriedenheit

und Abbruch aufgrund

von Unterforderung. Abbruch durch

Über- oder Unterforderung der Azubis

– beides führt dazu, dass der Ruf der

Ausbildung beschädigt wird, und bringt

sowohl für die Jugendlichen selbst als

auch für die Betriebe vermeidbare Probleme

mit sich. Laut Bundesinstitut für

Berufsbildung wurden 2019 26,9 Prozent

aller Ausbildungsverträge vorzeitig

gelöst, ein historischer Höchststand.

Digital

Natives in der

Ausbildung

Auch das Lernen an

sich hat sich geändert.

Digital Natives sind es

gewohnt, Informationen

zu jeder Zeit und

individuell in kleinen

Häppchen zu verarbeiten.

Zudem gehen sie

bei ihren privaten Interessen

ganz selbstverständlich

ihren eigenen,

individuellen Lernpfad,

getrieben durch die

intrinsische Motivation,

mehr zu einem

bestimmten Thema zu erfahren. Die

Wissensgewinnung aus langen Lehrtexten

und Frontalpräsentationen fällt

den heutigen Azubis hingegen deutlich

schwerer als bisherigen Generationen.

Das heißt jedoch nicht, dass

die Generation der Digital Natives

weniger lernfähig oder gar dümmer

als bisherige Generationen ist. Vielmehr

ist ihre Art des Lernens an die

neuen, modernen Möglichkeiten angepasst.

Es lohnt sich daher, bisherige

Lehrmethoden auf den Prüfstand zu

stellen.

TINA MERSCH

hat im Bereich der Automatisierungstechnik

promoviert. Sie leitet

die Lehrfabriken im BANG Ausbildungsnetzwerk

Gütersloh.

MARKUS KAMANN

ist Geschäftsführer der Bildungsberatungsagentur

GPDM –

Gesellschaft für Projektierungsund

Dienstleistungsmanagement

und Initiator der BANG

Ausbildungsnetzwerke.

Abbildungen: © gpdm; privat

18 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


Drei Grundprinzipien

Der Einsatz von E-Learning sollte drei

Prinzipien folgen:

1. Fördern und Fordern

Die Ausbildung der Zukunft muss

individuell auf die Bedürfnisse der

Lernenden zugeschnitten werden. Jeder

Azubi muss bei der Bewältigung

der jeweiligen Defizite gefördert und

durch vertiefende Lernangebote zum

selbstständigen, intrinsischen Lernen

motiviert werden.

2. Individualisierung durch

Zusatzqualifikation

Werden die Lerninhalte in modularer,

individuell konsumierbarer Form

bereitgestellt, können diese auch zur

Weiterentwicklung anderer Mitarbeitender

eingesetzt werden. Ein Metall-

Azubi kann zum Beispiel einzelne

Module aus dem Bereich E-Technik

Wichtige Begriffe

» Learning-Content-Management-Systeme (LCMS):

Plattform zur strukturierten Sammlung und Nutzung

von digitalen Lerninhalten

» Individualisierte Lernpfade: auf den Lernstand

und den Informationsbedarf der Azubis abgestimmte

Modul-Abfolge

15 mm

Abstand

zu Bilder /

» Blended KästenLearning: Verzahnung von Präsenzveranstaltungen

mit digitalen Lerninhalten

» Gamification: Einsatz von spieltypischen

Elementen wie Punkte, unterschiedliche Level

und virtuelle Belohnungen zur Steigerung der

Lernmotivation

» E-Learning: Gesamtheit aller digitalen Lernformen,

angefangen von Videokonferenzen über LCMS bis

hin zu Blended Learning

Mobile Nutzung

auf dem Tablet

• Praxisunterricht &

Lernsoftware vernetzt

• Industriekomponenten

für idealen Praxisbezug

• Selbst experimentieren

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AUSBILDUNG

Möglichkeit, Lerninhalte

für alle

Lernenden einfach

bereitzustellen.

Für leistungsstarke

Azubis ermöglichen

solche

digitalen Lernzielkontrollen

den

Freiraum, sich in

weitere Themen zu

vertiefen. Schwächere

Azubis

werden über ihre

Problemfelder informiert

und können

diese gezielt

angehen. Wird die

LZK mit einem

sichtbaren Erfolgsnachweis

wie

einem Zertifikat

verknüpft, so erzeugt

dies zusätzliche

Motivation.

Digitale Lernzielkontrollen in Quiz-Form können ein guter Einstieg in das Thema E-Learning sein.

nutzen und so vielleicht sogar für die

Weiterentwicklung zum Mechatroniker

begeistert werden. Zudem können fertig

ausgebildete Fachkräfte an Modulen

teilnehmen, die über ihre Ausbildung

hinausgehen, um so weitere Kompetenzen

und Fachkenntnisse zu erlangen.

3. Digital Natives

Die Wissensvermittlung muss sich den

neuen Lerngewohnheiten anpassen.

Die Ausbildung muss so gestaltet sein,

dass sie dem verstärkten Konsumverhalten

auch beim Thema Lernen Rechnung

trägt. Hier bietet sich der Einsatz

von E-Learning an, um individuelle

Lernpfade und Lernen als Event zu

realisieren.

E-Learning heißt nicht, konventionelle

Schulungsunterlagen einfach digital bereitzustellen.

Ausbilderinnen und Ausbilder

müssen bei der Verzahnung von

digitalen und klassischen Lernmethoden

neue didaktische Wege gehen. Dazu

fehlt es ihnen oft am nötigen Knowhow.

Sowohl für die Ausbilden den als auch

für die Qualität des E-Learnings ist

es daher wichtig, ein solches System

schrittweise einzuführen.

Erste Schritte gehen

Bevor man sich an Blended Learning

oder die Umstellung ganzer Lerninhalte

wagt, sollten zunächst kleinere

Projekte im Vordergrund stehen. So

bieten digitalisierte Lernzielkontrollen,

LZK, einen niedrigschwelligen

Einstieg in das Thema E-Learning.

LZK sind Abfragen zum Beispiel

in Quiz-Form, bei denen Auszubildende

Fragen zu bereits bearbeiteten

Themenbereichen beantworten und

so eine Rückmeldung über ihren aktuellen

Lernstand erhalten. Für die

Umsetzung bietet es sich an, Learning-

Content-Management-Systems,

LCMS, einzusetzen. Sie bieten die

Auch themenbezogene

Schulungsvideos

stellen einen

niedrigschwelligen

Zugang zum Thema E-Learning dar.

Videos und interaktive Elemente sind in

der Ausbildung bereits durchaus verbreitet.

Durch die Bereitstellung in einem

LCMS können Azubis individuell und

wiederholt auf die Inhalte zugreifen.

Diese ersten Schritte können Ausbilderinnen

und Ausbilder realisieren, ohne

dass großes Vorwissen nötig ist und

ohne dass sie das didaktische Konzept

umstellen müssen. Weiterführende

Themen wie Individuelle Lernpfade,

Themenbezogene Lernpfade, Gamification

und Blended Learning hingegen

sind gerade für kleine und mittlere Unternehmen

schwieriger zu realisieren.

Hier bietet sich der Einsatz von E-Learning-Modulen

externer Anbieter an.

Schlüsselrolle der

Ausbildenden

E-Learning bringt einen großen Freiheitsgewinn

für Azubis mit sich. The-

Abbildungen: © smolaw / Shutterstock.com

20 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


men nach eigenem Interesse vertiefen,

lernen, wann und wo man will, und

direktes Feedback über den aktuellen

Wissensstand – nicht jeder kann mit

dieser Freiheit umgehen. Viele Azubis

brauchen weiterhin klare Lernstrukturen

und -anreize. Der Einsatz von E-

Learning bringt daher eine veränderte

Rolle der Ausbildenden mit sich. Das

E-Learning-System unterstützt diese

dabei, die Interessen, Stärken und

Schwächen der Azubis im Blick zu behalten

und lenkt die Themenauswahl

während der Ausbildung entsprechend.

Als Mentor stehen sie den Azubis

zur Seite, wenn es Klärungsbedarf zu

Themen gibt oder Aufgaben Probleme

bereiten. Auch die Vorbildrolle der

Ausbilderinnen und Ausbilder rückt

wieder mehr in den Fokus. Sie machen

Azubis auf Themen aufmerksam und

geben erste Hinweise für die selbstständige

Erarbeitung.

Schnittstelle zwischen

Betrieb und Berufsschule

Ein E-Learning-System kann

die Verzahnung von Berufsschule,

Ausbildungsbetrieb

und – wenn vorhanden – überbetrieblichen

Ausbildungsstätten

unterstützen. Module

können unabhängig von der

Ausbildungsstätte in einem

gemeinsamen LCMS bereitgestellt

werden. Den aktuellen

Lernstand aus der schulischen

Ausbildung können Unternehmen

aufgreifen und schulbegleitend

vertiefen. Durch

den transparenten Austausch

des Lernstandes können die

beteiligten Ausbildungsstätten

Hand in Hand bei der individuellen

Förderung der Azubis

arbeiten.


Im Überblick

» Der Fachkräftemangel und

die zunehmende Heterogenität

der Lernenden

verlangen eine stärkere

Individualisierung der

Ausbildung.

» Einer der großen Vorteile

von E-Learning

ist, dass es diese Individualisierung

mit

einfachen Mitteln ermöglicht.

» Das verlangt von Ausbilderinnen

und Ausbildern

eine Umstellung, Flexibilität

und das Einnehmen

einer Vorbildrolle.


AUSBILDUNG

News

Mehr unbesetzte

Ausbildungsplätze

Zwischen Oktober 2021 und Juni 2022 ist die Zahl der unbesetzten

Ausbildungsstellen auf fast 499 000 gestiegen, das sind 5,5 Prozent mehr

als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank die Zahl der gemeldeten

Bewerberinnen und Bewerber um 2,4 Prozent. Das geht aus dem Monatsbericht

für Juni 2022 der Bundesagentur für Arbeit hervor.

» statistik.arbeitsagentur.de

HELFERJOBS

KÖNNEN

LUKRATIV SEIN

15 Prozent der Fachkräfte mit

abgeschlossener Ausbildung,

die in eine andere Branche

gewechselt sind und dort

Helfertätigkeiten ausüben,

verdienen dort mehr als in ihrem

alten Job. Das ergab eine

aktuelle Studie des Instituts

für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Helferberufe sind

einfache Tätigkeiten, die meist

keine duale Ausbildung erfordern.

In Bereichen wie etwa

der Baubranche sind diese

Tätigkeiten teilweise besser

bezahlt als Facharbeiterstellen

in der Gastronomie oder der

Körperpflege.

» doku.iab.de/kurzber/2022/

kb2022-14.pdf

Eisenbahnberuf

aufgeteilt

Der Beruf „Eisenbahner/-in

im Betriebsdienst“ wird

ab August in zwei duale

Ausbildungsberufe geteilt:

Angehende „Eisenbahner/-

innen im Betriebsdienst

Lokführer/-innen und

Transport“ werden zu

Lokführenden ausgebildet,

angehende „Eisenbahner/-

innen in der Zugverkehrssteuerung“

werden die

Arbeit in Stellwerken und

Betriebszentralen erlernen.

Im ersten Ausbildungsjahr

besuchen die Azubis von

beiden Berufen den gleichen

Unterricht.

» www.bibb.de/neue-berufe

Abbildungen: © Photographee.eu, Aleksandar Malivuk, PeopleImages.com - Yuri A / Shutterstock.com

22 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


Stärkung der Berufsbildung

gefordert

Deutschland braucht eine Berufsbildungsoffensive

und eine Wende zu mehr Gleichwertigkeit

zwischen beruflicher und akademischer

Bildung. Das fordern der Zentralverband des

deutschen Handwerks, die Bundesvereinigung

der deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesverband

der deutschen Industrie und der

deutsche Industrie- und Handelskammertag

in einer gemeinsamen Erklärung. Studienund

Berufsorientierung solle bundesweit

„gleichermaßen und ergebnisoffen über Ausund

Fortbildungsmöglichkeiten“ informieren.

Eine Stärkung der Berufsbildung sei wichtig,

um Fachkräfte zu sichern

und aktuelle Probleme

wie Inflation und Energiekrise

zu bewältigen.

Zur gemeinsamen Erklärung:


WEITERBILDUNG

MITTEN IM

PRODUKTIONS-

PROZESS

SERIE:

Best

Practice

Deutsche Unternehmen

gestalten die Transformation

der Aus- und Weiterbildung

mit innovativen

Ideen und Konzepten

mit. Bildungs praxis stellt

Beispiele dafür vor.

Immer mehr berufliche Schulen schaffen moderne

Lernumgebungen um auf Arbeitsprozesse in der

Industrie 4.0 vorzubereiten. Auch die Staatliche

Berufsschule Lauingen – mit positiven Folgen für

die Lernmotivation.

Text Vincent Hochhausen

Vernetzte Produktionsanlagen,

intelligente Sensoren,

kollaborative Roboter:

Diese und andere Technologien der

Industrie 4.0 bewirken Veränderungen

in zahlreichen Berufen und Unternehmensbereichen.

Deswegen sollten in

Berufsschulen Schülerinnen und Schüler

aus verschiedenen Fachbereichen

an entsprechenden Trainingssystemen

arbeiten können. Auch die Staatliche

Berufsschule Lauingen ermöglicht das.

Sie hat ein Exzellenzzentrum für Industrie-4.0-Kompetenzen

eingerichtet,

finanziell gefördert vom Land Bayern.

An der Schule lernen rund 2000

Schülerinnen und Schüler in Bau-,

Elektro-, Metall- und Informatikberufen.

Die Ausbildungsbetriebe, von

denen die Schüler kommen, sind

unterschiedlich: Lauingen liegt etwa

auf halbem Weg zwischen Ulm und

Augsburg, in der Region finden sich

sowohl Großunternehmen und weltweit

tätige „Hidden Champions“ als

auch viele mittlere und kleine Betriebe

mit begrenzten Möglichkeiten bei der

Schulung zu Industrie 4.0-Inhalten.

Die Schule nimmt also eine wichtige

Rolle ein.

Rainer Müller, Lehrer im Fachbereich

Elektrotechnik und an der Berufsschule

zuständig für das Projekt Exzellenzzentrum,

erklärt: „Herzstück der

Lernumgebung ist eine cyberphysikalische

Fabrik, mit der die Lernenden

Kompetenzen im Umgang mit modernen

vernetzten Produktionssystemen

erlernen können.“ Cyberphysikalisch

bedeutet dabei, dass in der Produktionsanlage

software- und informationstechnische

Komponenten mit

mechanischen und elektrotechnischen

verknüpft sind. Das Besondere daran:

Schülerinnen und Schüler können

jeden Handlungsschritt des Produktionsprozesses

direkt und hautnah umsetzen.

Das reicht von der Bestellung

im Webshop über die Programmierung

der einzelnen Fertigungsschritte

bis hin zum fertigen Werkstück – in

diesem Fall die Hülle einer Powerbank,

die zum Aufladen von Handys

genutzt wird. Die Jugendlichen können

an der offenen Fertigungsstraße,

eingerichtet vom Unternehmen

Festo, immer sehen, wie sich ihre

Entscheidungen zum Beispiel in der

Programmierung der Anlage auf den

Produktionsprozess auswirken.

Aus diesem Grund ist die neue Lernumgebung

für Lernende aus vielen

Fachbereichen relevant. „Das Exzellenzzentrum

nutzen bei uns Schüler aus

den Bereichen Elektrotechnik, Metall,

Fachinformatik und auch die angehenden

Kaufleute für E-Commerce“,

sagt Müller. Genau das entspricht der

Grundidee des Zentrums: Bewusst

hatten Müller und seine Kollegen als

Ort keinen bestehenden Fachraum der

Schule ausgewählt, sondern einen großen

Aufenthaltsraum, der zuvor kaum

genutzt worden war. So ist der Lernort

für alle gleichermaßen zugänglich und

nicht einem bestimmten Fachbereich

zugeordnet.

Fehler erkennen,

bevor sie passieren

Die cyberphysikalische Fabrik verbindet

klassische Automatisierungstechnik

wie Warenträger, auf denen

Werkstücke verschiedene Produktionsschritte

durchlaufen, mit neuen

Technologien und Funktionen. „Neu

daran ist, dass durch intelligente Sensoren

der Produktionsprozess von zentraler

Stelle überwacht und gesteuert

werden kann“, sagt Müller. Durch die

zentral abrufbaren Daten über jeden

Produktionsschritt lernen die Auszubildenden,

Fehler bereits im Vorfeld zu

Abbildungen: © Festo (2)

24 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


Aus einem kaum genutzten Aufenthaltsraum wurde eine Lernumgebung für Industrie-4.0-Kompetenzen.

erkennen und zu beheben, etwa, wenn

sich ein Teil dem Ende seiner Lebenszeit

nähert oder wenn sich bestimmte

Teilprozesse der Anlage verlangsamen.

Typisch für Industrie 4.0 lassen sich

auch kleine Stückzahlen leichter und

unkomplizierter umsetzen, etwa wenn

ein Kunde ein einzelnes Produkt in

einer bestimmten Farbe bestellt. Die

konkreten Lerninhalte variieren dabei

je nach Beruf: Lernen die angehenden

Mechatroniker an der Anlage zum

Beispiel die Programmierung einer

Bandsteuerung, erlernen die Schüler

aus den Elektronikerberufen die

Grundlagen der Netzwerktechnik industriell

vernetzter Systeme.

E-Learning-Kurse schaffen

Grundlagen

Der zweite große Kernbereich des

Exzellenzzentrums ist die Arbeit mit

kollaborativen Robotern, die man zur

Unterstützung bei Tätigkeiten wie

dem Anheben und Transportieren

von Werkstücken programmiert.

Für die Arbeit mit den Robotern und

der cyberphysikalischen Fabrik gibt

es E-Learning Kurse, bei denen die

Schülerinnen und Schüler die jeweiligen

Grundlagen an ihren Tablets

erlernen können. Diese Kurse wurden

jeweils von den jeweiligen Herstellern

zur Verfügung gestellt, im Fall der

Produktionsanlage von Festo, bei den

Robotern von Universal.

didacta Bildungsmesse:

Der Ort für Bildungsideen

Beide Kernbereiche des Exzellenzzentrums

kommen bei den Jugendlichen

sehr gut an, sagt Müller: „Es ist auffällig,

wie motiviert die Schüler mit der

Fertigungsstraße arbeiten. Dadurch

dass sie die Auswirkungen jeder ihrer

Handlungen auf den gesamten Produktionsprozess

direkt erleben, entsteht

eine sehr motivierende Lernsituation.“

Für viele Jugendliche ist das Exzellenzzentrum

eine Möglichkeit, direkt mit

Anlagen und Technologien umzugehen,

die sie aus ihren Ausbildungsbetrieben

noch nicht kennen. „Der größte

Unterschied liegt wirklich bei den

Schülern“, fasst Müller zusammen.

„Ich habe in meiner Arbeit vorher

nie gehört: ‚Wann dürfen wir endlich

in den Lernraum?‘ Jetzt kommt das

häufig vor.“


Nach drei Jahren Pause fand im Juni 2022 in Köln

die didacta Bildungsmesse statt. Ausgewählte

Veranstaltungen und Interviews mit Referentinnen

und Referenten der didacta 2022 gibt es auf:

» bildungsklick.tv.

Die nächste didacta, wieder mit einem vielfältigen

Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm für die

berufliche Bildung, wird vom 7. bis 11. März 2023

in Stuttgart stattfinden. Mehr Infomationen unter:

» www.didacta-messe.de

›› BILDUNGSPRAXIS 3/2022 | 25


WEITERBILDUNG

News

Pocketalk-Übersetzer

zu gewinnen!

MITMACHEN

UND

GEWINNEN!

PROGRAMMIERSPRACHE JAVA

IST AM GEFRAGTESTEN

In deutschen Stellenausschreibungen für IT-Fachkräfte

sind die Programmiersprachen Java, SQL

und Python am meisten gefragt. Nach einer aktuellen

Auswertung des Technologieunternehmens

Workgenius kam Java mit fast 32 000 Nennungen

in insgesamt 155 000 Stellenausschreibungen

auf den

Spitzenplatz. IT-Unternehmen

brauchen derzeit laut Bundesagentur

für Arbeit im Durchschnitt

121 Tage, um offene

Stellen zu besetzen.

1,3 Milliarden Euro

für Weiterbildung

Bildungspraxis verlost zwei Pocketalk-Übersetzer. Diese

Geräte übersetzen gesprochene Sätze aus und in 82 Sprachen

und sind vor allem für Gespräche konzipiert. Einfach

Sprachen und Übersetzungsrichtung einstellen, ins Mikrofon

sprechen und der Pocketalk übersetzt Gesprochenes

von bis zu 30 Sekunden Länge in die gewünschte Sprache.

Bis zum 30. September 2022 auf bildungspraxis.de

mit dem Stichwort „Sprache22“ teilnehmen und gewinnen!

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices

sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

1,3 Milliarden Euro will Mercedes

Benz in Deutschland bis

2030 in die Qualifizierung

der Beschäftigten investieren.

Das gab das Unternehmen Anfang

Juli bekannt. Dabei soll

ein Fokus auf die Nutzung von

E-Learning Plattformen und individuell

zugeschnittene Lernangebote

gelegt werden.

Neues Tool zur Berufsorientierung

für Eltern und Lehrkräfte

Mit dem Multiple-Choice-Tool Infocheck können Erwachsene ihr

Wissen über Frauen in Handwerksberufen erweitern. Das Tool

wurde vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung entwickelt, um

Eltern und Lehrkräften Vorurteile über Frauen in Handwerksberufen

zu nehmen und ihnen realistische Informationen dazu zu vermitteln.

Der Infocheck besteht aus acht Fragen, nach deren Beantwortung die

Nutzer/-innen Informationen zum Beispiel über das Gehalt oder die

Zufriedenheit von Frauen in Handwerksberufen erhält.

» digikomp.bbw.de/onlinetest/register/anonymous/213

Abbildung: © Halfpoint / Shutterstock.com

26 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


BOCK AUF

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INTERNATIONAL

DIE SCHULE BESTIMMT

Eine Studie hat untersucht, wie Unternehmen und Berufsschulen bei der Ausbildung

in den Niederlanden zusammenarbeiten. Das Ergebnis: Ähnlich wie in Deutschland

muss sich die Lernortkooperation verbessern.

Text Vincent Hochhausen

In den Niederlanden gibt es keine duale

Berufsausbildung wie in Deutschland.

Berufliche Bildung erfolgt dort vor allem

in Berufs- und Fachhochschulen. Das bedeutet

aber nicht, dass es während der Ausbildung

keinen Austausch mit der Praxis gäbe: Lernen

am Arbeitsplatz durch Lernphasen in Betrieben

ist ein Teil des Bildungsweges, auch wenn

die Jugendlichen keinen Ausbildungsvertrag

mit einem Unternehmen schließen.

Drei Forscherinnen der University of

Applied Sciences Utrecht wollten wissen, wie

die Zusammenarbeit zwischen den Berufs- und

Fachhochschulen sowie den Akteuren auf der

Unternehmensseite bei der Planung dieser

Lernsettings funktioniert. Dafür führten sie

ausgiebige Interviews mit Unternehmen und

Bildungsträgern durch, die Erfahrung mit der

Ko-Konstruktion, also der gemeinsamen Gestaltung

solcher Lernumgebungen für Jugendliche

aus der schulischen Berufsbildung hatten.

Diese untersuchten sie dann auf sogenannte

Diskontinuitäten, also auf Vorkommnisse,

die darauf hindeuten, dass das schulische und

betriebliche Lernen nicht gut aufeinander

abgestimmt sind. Die Ergebnisse waren ernüchternd:

In jedem Themenbereich, den die

Forscherinnen und Forscher auf solche Diskontinuitäten

untersuchten, fanden sie diese auch.

Einige Beispiele:

Auf der Ebene der Erwartungen an Lernen

am Arbeitsplatz erzählten Befragte unter anderem,

» dass Schülerinnen und Schüler die

Kompetenz der Lehrkräfte schlecht einschätzten,

» dass zusätzliche Gelegenheiten für

Lernen am Arbeitsplatz von der Schule

nicht genutzt werden, oder

» dass an der Schule Workshops zu

denselben Inhalten wie im Betrieb

vermittelt würden, allerdings in

schlechterer Qualität.

Auf der zeitlichen Ebene beschwerten

sich die Befragten über

» mangelnde Flexibilität der schulischen

Zeitpläne oder

» einseitige Entscheidungen der Schule,

zum Beispiel Schüler kürzer als geplant

zum Arbeitsplatz zu schicken.

Auf der sozialen Ebene berichteten die

Befragten davon,

» dass die Ansprechpartner in den Schulen

sich in ihrer Motivation und Hilfsbereitschaft

stark unterscheiden,

» dass sie sich in Stressphasen nicht genug

um die Schüler/-innen am Arbeitsplatz

kümmern könnten, oder

» dass die Lernenden die Zeit in

der Arbeit als Schultag wahrnahmen anstatt

als Lernen am Arbeitsplatz.

28 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


GPDM

ProTec FONDS II

GmbH & Co. KG

BILDUNG TRAININGSZENTREN UMSCHULUNG

In ihrer Studie gaben die Autoren auch

Hinweise, wie sich solche Probleme bei

der Konzeption und Ko-Konstruktion der

Lernphasen verringern oder vermeiden

ließen: Auf institutioneller Ebene sollten

die Unterschiede zwischen den Lernumgebungen

Schule und Arbeit stärker

berücksichtigt werden; auf der zwischenmenschlichen

Ebene sei regelmäßiger

Austausch zwischen den Institutionen,

die am Lernprozess beteiligt sind, besonders

wichtig. In den letzten Jahren gab es

hinsichtlich der mittleren Berufsbildung

in den Niederlanden einige Reformbestrebungen.

Diese Studie deutet darauf

hin, dass sich diese verstärkt um eine bessere

Vernetzung der Lernorte bemühen

sollten.


Im Überblick:

» In den Niederlanden ist die

Ausbildung schulisch geprägt,

mit Lernphasen in Unternehmen.

» Eine aktuelle Studie befragte

Akteure aus den nicht-schulischen

Lernorten über die Gestaltung

dieser Lernsettings.

» Die Interviews zeigen,

dass Schulen und Betriebe

in den Niederlanden bei der

Gestaltung des Lernens am

Arbeitsplatz nicht ideal

zusammenarbeiten.

DAS MAGAZIN FÜR EINEN NACHHALTIGEN LEBENSSTIL

JETZT ZWEI AUSGABEN

KOSTENLOS* TESTEN!

Zur Studie:

Erica Bouw, Ilya Zitter,

Elly de Bruijn

Exploring Co-Construction

of Learning Environments at the

Boundary of School and Work

Through the Lens

of Vocational

Practice

Vocations and

Learning

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INTERNATIONAL

News

UNESCO-Studie zu

Digitalkompetenzen

In einer aktuellen Studie des internationalen

Zentrums der Unesco für Berufsbildung,

Unesco-Unevoc, identifizieren die Autorinnen

und Autoren Konzepte und Praktiken, die

weltweit die Qualifizierung des Ausbildungspersonals

verbessern sollen. Unter anderem

werden in der Studie „Digital Skills Development

in TVET Teacher Training“ offene

Bildungsmaterialien, mobiles Lernen und eine

gute Infrastruktur als zentral benannt.

» unevoc.unesco.org/home/

fwd2UNEVOC+Publications

Deutsche Berufsbildung

auf Ukrainisch erklärt

Die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale

Berufsbildungskooperation Govet stellt Infomaterial über das deutsche

Berufsbildungssystem auf Ukrainisch bereit. Unter anderem gibt es auf

der Website Info-Filme über die deutsche Ausbildung sowie eine

Präsentation mit wichtigen Informationen.

» www.govet.international/de/158836.php

BIBB-CHEF WIRBT

FÜR AUSLANDSAUF-

ENTHALTE

Der Präsident des Bundesinstituts für

Berufsbildung Friedrich Hubert Esser hat

Betriebe dazu ermuntert, die Fördermöglichkeiten

für Auslandsaufenthalte in der

beruflichen Bildung zu nutzen. „Wer als

Ausbildungsbetrieb, Kammer oder Berufsschule

eine Förderung erhalten will, hat bei

einem solide ausgearbeiteten Förderantrag

sehr gute Chancen“, so Esser. Auslandsaufenthalte

seien ein wichtiger Faktor

für die Attraktivität der Ausbildung. Die

aktuelle Antragsfrist für das Erasmus plus

Programm, mit dem die EU Auslandsaufenthalte

in Europa fördert, endet am 4.

Oktober. Beim Programm „Ausbildung-

Weltweit“, mit dem die Bundesregierung

Aufenthalte außerhalb Europas unterstützt,

endet die Frist am 13. Oktober. Bis dahin

können Betriebe und Schulen Anträge für

Auslandsaufenthalte einreichen, die in der

ersten Jahreshälfte 2023 beginnen.

» www.na-bibb.de/erasmus-ausbildung

» www.ausbildung-weltweit.de/

unternehmen

Abbildungen: © fizkes, New Africa / Shutterstock.com

30 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


Ausbilder/-innen fit machen

Fachkräfte für morgen sichern

Das neue Komplettprogramm für die Ausbildung der Ausbilder/-innen:

✓ Onlinekurs und betreuter Lehrgang zur AEVO

✓ Lehrgang Lernprozessbegleiter/-in für alle, die top ausbilden wollen

✓ Aufstiegsfortbildung zum Berufsabschluss „Aus- und

Weiterbildungspädagoge/-in“ bzw. „Berufspädagoge/-in“

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WEITERBILDUNG

VERANSTALTUNGEN 2022

Kongresse und Tagungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung

Excitingedu Kongress

Für wen? Schulleitungen,

Lehrkräfte, Bildungsforscher

Wo? Berlin

20. 6. & 21. 7.

SEPTEMBER 2022

Vom 20. bis 21. September findet in Berlin der

#excitingedu Kongress statt. Lehrkräfte finden

dort Input zu zeitgemäßem Unterricht und Digitalisierung

in Schulen mit vielfältigen Workshops, Keynotes,

Vorträgen und weiteren abwechslungsreichen

Formaten.

» excitingedu.de/excitingedu-kongress

mobile.schule Tagung

Für wen? Lehrerinnen und

Lehrer, Referendare und Studierende

Wo? Hannover

26. & 27.

SEPTEMBER 2022

Auf der mobile.schule Tagung, auch bekannt unter

dem Kürzel #molol, treffen sich in Hannover

Lehrkräfte aus Deutschland, um sich auszutauschen,

Anregungen zu modernem und zeitgemäßem Unterricht

zu erhalten und an den zahlreichen Workshops

zu konkreten Fragen des digitalen Unterrichts teilzunehmen.

Außerdem werden Speaker wie der als „Mr-

Wissen2Go“ bekannte Youtuber Mirko Drotschmann

Vorträge halten.

» mobileschule-tagung.de

Jahreskongress

Berufliche Bildung

Für wen? Alle Akteure der

beruflichen Bildung

Wo? Stuttgart

11. & 12.

OKTOBER 2022

Der diesjährige jakobb-Kongress im Internationalen

Congresscenter Stuttgart wird unter dem

Motto „Berufliche Bildung – Perspektiven entwickeln

und Chancen nutzen“ stehen und sich mit Themen

wie Klassenzimmer der Zukunft, Künstliche Intelligenz

in der Pflege, Virtual Reality in der Ausbildung,

Motivation von Auszubildenden und Industrie 4.0. beschäftigen.

Veranstalter sind der Didacta Verband, der

Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg, das

Bundesinstitut für Berufliche Bildung und

Klett MINT.

BIBB Kongress 2022

Für wen? Alle Akteur/-innen

aus der beruflichen Bildung

Wo? Bonn

Unter dem Motto „Future Skills – Fortschritt denken“

führt das Bundesinstitut für Berufsbildung den

BIBB-Kongress durch, der bei den aktuellen Herausforderungen

– vom Rückgang der Ausbildungszahlen bis zu

digitaler Transformation – als Standortbestimmung für

die duale Ausbildung dienen soll. Bis zum 19. September

können Frühbucher/-innen sich zum Preis von 390 Euro

anmelden, danach kostet die Anmeldung 450 Euro.

» www.bibb.de/de/152995.php

27. & 28.

OKTOBER 2022

» www.jakobb.de

32 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 3/2022


BILDUNG BRAUCHT EIN MITEINANDER.

DER DIDACTA VERBAND – EIN STARKES NETZWERK.

Für mehr Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie:

Damit sich diese nachhaltig entwickelt, knüpfen wir

ein starkes Bildungsnetzwerk, das Perspektiven eröffnet.

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Digital aus- und weiterbilden

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Lehrgänge

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und zu jeder Zeit

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✓ Alles enthalten, was Sie und Ihre

Lernenden benötigen

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Versionen

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Lernmanagementsystem möglich

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