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Meine Kita 04/22

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Meine

04

22

Das didacta Magazin für die frühe Bildung

NOVEMBER / DEZEMBER 2022 / JANUAR 2023

22034 D 2,90 € / AT 3,20 €

Raus aus dem

Schneckenhaus

Kindern aus armen Familien

Teilhabe ermöglichen

BILDUNG

Achtsame

Kommunikation

FÜR DIE PRAXIS

Rezepte für

die Adventszeit

MEIN BERUF

Leadership in

der Kita


KOSTENFREIE KITA-WEBSEMINARE

Kita-Webseminare: Webspecial im November

S

Das erwartet dich vom 15. bis 18. November 2022:

A

P R C H F Ö R E R U N G

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K I N D E R V E R H A L T E N

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Für mehr Informationen

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Sammelt neue Impulse!

Save the date und seid mit dabei!


EDITORIAL

ARMUT BEGEGNEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Abbildungen: © Sascha Kreklau; © Devita ayu silvianingtyas / Shutterstock.com

es ist unser Anliegen,

aktuelle frühpädagogische

Themen aufzugreifen

und für die

Praxis so aufzubereiten,

dass Kinder in ihrer

Entwicklung gestärkt

werden. Dies ist vor

allem für jene Kinder wichtig, die nicht auf

der Sonnenseite des Lebens aufwachsen.

Dass in einem so wohlhabenden Land wie

Deutschland jedes fünfte Kind unter Armutsverhältnissen

aufwachsen muss, bedaure

ich. Denn Studien haben die mittel- und

langfristigen Effekte von Armut auf die kindliche

Entwicklung und das kindliche Lernen

aufgezeigt. Zahlreiche Bildungsinstitutionen

stellen sich bereits dieser Herausforderung

und entwickeln Handlungskonzepte, wie

Armut so begegnet werden kann, dass sie

nicht zum Schicksal werden muss. Unter

diesem Gesichtspunkt widmet sich diese

Ausgabe auch weiteren wichtigen Themen in

der Frühpädagogik: Wie können

Fachkräfte Bildungsprozesse

für Kinder mit unterschiedlichem

kulturellen Hintergrund

so gestalten, dass

sie die Sprache des Gastlandes

erwerben, ohne auf

die Stärkung der eigenen

kulturellen Identität verzichten

zu müssen? Wie können

Kinder demokratisches Verhalten

im Kindergarten entwickeln?

Warum ist Leadership mehr als nur

die Führung einer Einrichtung? Antworten

liefert Ihnen Meine Kita.

Ich wünsche Ihnen Freude beim Lesen und

viele Anregungen für die eigene Praxis.

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur

Neue Web-/Seminare für Erzieher/-innen

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Im Seminar „Zahngesundheits-Tipps für Kids – So bleiben (Kinder-) Zähne gesund“ erhalten Sie viele praktische Tipps zur Zahngesundheit.

Unsere Seminare:

Das Seminar „Zahngesundheits-Tipps für Kids – So

bleiben (Kinder-) Zähne gesund“ richtet sich an pädagogische

Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen

und Grundschulen. Es qualifiziert die Teilnehmer/-

innen für ihre Aufgaben in der Zahngesundheitserziehung,

von der Ernährung über Fluoride bis zur

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Das Web-Seminar enthält zwei Teile:

Teil 1: Entstehung der Karies und Zahnbetterkrankungen,

Prävention durch Mundhygiene

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Die Web-Seminare sind jeweils zwei Stunden und

qualifi zieren Sie für Ihre Aufgaben in der Zahngesundheitserziehung

rund um die Zahngesundheit, die zahngesunde

Ernährung, die Wirkung der Fluoride und die

Früherkennung. Das Präsenz-Seminar verbindet beide

Teile der Web-Seminare in einem Tagesseminar und

bietet zudem noch einen praktischen Teil. Die Teilnahme

an den Seminaren ist kostenlos. Fahrt- und

Verpfl egungskosten werden bei Präsenzveranstaltungen

von der LAGZ BW übernommen.

Web-Seminartermine 2023

Mi, 15.02.2023, 9-11 Uhr (Web-Seminar Nr. 23),

Teil 1 • Di, 18.04.2023, 14-16 Uhr (Web-Seminar

Nr. 24), Teil 2 • Mi, 21.06.2023, 9-11 Uhr (Web-Seminar

Nr. 25), Teil 1 • Di, 12.09.2023, 14-16 Uhr (Web-

Seminar Nr. 26), Teil 2 • Do, 26.10.2023, 9-11 Uhr

(Web-Seminar Nr. 27), Teil 1 • Mi, 13.12.2023,

9-11 Uhr (Web-Seminar Nr. 28), Teil 2

Präsenz-Seminartermine 2023

Mi, 08.02.2023, 9-16 Uhr • Do, 09.03.2023, 9-16 Uhr •

Di, 25.04.2023, 9-16 Uhr • Do, 25.05.2023, 9-16 Uhr •

Di, 27.06.2023, 9-16 Uhr • Di, 26.09.2023, 9-16 Uhr •

Di, 10.10.2023, 9-16 Uhr

Info und Anmeldung: Landesarbeitsgemeinschaft

für Zahngesundheit Baden-Württemberg e. V. |

Heßbrühlstr. 7 | 70565 Stuttgart | +49 711 22 29

66 18 | info@lagz-bw.de | www.lagz-bw.de


2 | INHALT

Inhalt

Das didacta Magazin für die frühe Bildung

Titelthema

Armutssensibles Handeln

4 Raus aus der Armutsspirale

Modellprojekt in Gelsenkirchen für

armutssensibles Handeln

8 Gummistiefel für alle

Praxisideen für armutssensibles

Handeln

12 Mathe hochbegabt,

Deutsch ungenügend

Kinder mit Potenzial fördern


Rezepte, die

die interkulturelle

Bildung stärken,

ab Seite

16

Für die Praxis

16 Smachnoho …

Rezeptideen für die Weihnachtszeit

18 Weg mit der Deko!

Raumgestaltung in der Kita

20 Schon gewusst?

Wissenswertes in Kürze


Bildung

22 „Bei uns wird Deutsch

gesprochen!“

Achtsame Kommunikation bei

bilingual aufwachsenden Kindern

Über Mehrsprachigkeit

in der

Kita, ab Seite

22

26 Lasst die Kinder mitbestimmen!

Demokratiebildung in der Kita

30 Schon gewusst?

Wissenswertes in Kürze


VOM TRÄUMEN ZUM SPIELEN

www.meine-kita.de | 3

HUCK SPIELGERÄTE

Ratgeber

32 70 Jahre später

Rechtsanwalt Torsten Bornemann

über Urheberrechte

1

KUNDEN-

WUNSCH


Mein Beruf

2 ENTWICKLUNG

3D-SKIZZE

34 Mehr als managen

Das Prinzip Leadership für

die Teamführung

38 Stellenmarkt

Job-Angebote und Gesuche

40 Impressum

3

PRODUKTION

SPIELGERÄTE

Wie Bilder zum

rechtlichen Problem

werden können,

ab Seite

32

4FERTIGER

SPIELPLATZ!

Die nächste Ausgabe erscheint im Februar 2023.

HUCK Seiltechnik GmbH

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Telefon +49 6443 8311-0

KATALOG

2022-2023


4 | TITELTHEMA

RAUS AUS DER ARMUTSSPIRALE

Immer mehr Kinder sind von Armut betroffen. Ein Projekt in

Gelsenkirchen fördert diese Kinder besonders und zeigt, was durch

Willen, Geld und armutssensibles Handeln möglich ist.

Text und Interview Roman Eisner

In Ückendorf leben 20 000 Menschen, fast

jedes zweite Kind dort wächst in einer Hartz-

IV-Familie auf. Sie sind arm. Ückendorf ist

ein Stadtteil von Gelsenkirchen, mitten im

Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. In keiner

anderen deutschen Großstadt sind Kinder derart

von Armut betroffen wie in Gelsenkirchen, wie

Zahlen des Bundessozialministeriums zeigen.

Als armutsgefährdet gelten Kinder, wenn sie

in Haushalten aufwachsen, die weniger als 60

Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens

zur Verfügung haben. Dieses durchschnittliche

Haushaltseinkommen betrug im Jahr 2021

monatlich 2165 Euro netto. Insgesamt lag der

Anteil der armutsgefährdeten Minderjährigen in

Deutschland 2021 bei 20,8 Prozent – ein neuer

Höchstwert. Urlaube am Meer, Kinobesuche,

neue Spielsachen oder ein Fahrrad: All diese

Dinge können sich armutsbetroffene Familien

kaum leisten.

Auch in Gelsenkirchen nicht. Um dort Chancengleichheit

für alle Kinder zu bieten, hat die

RAG-Stiftung 2019 zusammen mit der Stadt

Gelsenkirchen das Modellprojekt ZUSI – eine

Abkürzung für „Zukunft früh sichern“ – ins Leben

gerufen. Durch finanzielle Mittel in Höhe von 2

Millionen Euro war es unter anderem möglich,

sieben zusätzliche pädagogische Fachkräfte an

sieben Ückendorfer Kitas zu schicken. Diese

Bildungsbegleiter betreuten 136 Kinder im Alter

von vier Jahren bis zum Übergang in die Grundschule.

Rund 60 Prozent dieser Kinder wachsen

in Familien auf, die auf staatliche Unterstützung

angewiesen sind.

Alle Gespräche sind wichtig, auch

die zwischen Köchin und Kind

Das hat einen negativen Einfluss auf die Entwicklung

der Kinder: Kinder aus armen Familien

erreichen im Durchschnitt nur 50 Prozent des

altersgemäßen Entwicklungsniveaus laut dem

ZUSi-Zwischenbericht. Im Vergleich: Kinder aus

nicht armen Familien erreichen 70 Prozent. Die

Bildungsbegleiter haben zu Beginn des Modellprojekts

jedes einzelne der 136 Kinder zu Hause

besucht und Interviews mit ihnen geführt. Auch

Küchenangestellte und Hausmeister der Kita waren

für das Projekt sensibilisiert. „Die Gespräche eines

Kindes mit der Köchin oder dem Hausmeister sind

Abbildungen: © Talinna, Devita ayu silvianingtyas / Shutterstock.com


TITELTHEMA | 5

andere als mit einer Erzieherin. Kinder geben dabei

andere Dinge aus ihrem Leben preis“, erklärt

Sebastian Gerlach, der das ZUSi-Projekt für die

Gelsenkirchener Kindertagesbetreuung „GeKita

koordiniert. So hat das Kita-Team gemeinsam

den individuellen Förderbedarf eines jeden Kindes

festgestellt und passgenaue Angebote konzipiert

– in den Bereichen Sprachförderung, soziale

Kompetenzen, kognitive Entwicklung sowie

Grob- und Feinmotorik. Die Kitas kooperieren

dafür auch mit Gelsenkirchener Musikschulen,

Sportvereinen und Grundschulen. So kommt in

jede ZUSI-Kita einmal pro Woche Dozierende

der städtischen Musikschule und musiziert mit

den Kindern. „Wir haben dadurch Talente entdeckt,

die sonst verborgen geblieben wären.

Ein Kind mit Migrationshintergrund, das zum

Beispiel noch wenig Deutschkenntnisse hat, hat

vielleicht ein unglaubliches musikalisches Talent,“

sagt Gerlach. Tut ein Kind sich schwer, Freunde

zu finden, sind andere Maßnahmen zielführend,

wie Gerlach berichtet: „Dann laden wir die Kinder

mit ihren Eltern zu Spielenachmittagen ein, wo

sie Kontakte knüpfen können“. Darum geht es

bei ZUSI: Defizite, aber auch versteckte Talente

bei den Kindern festzustellen und entsprechende

kostenfreie Maßnahmen zu ermöglichen.

Versteckte Schränke gegen Scham

Ein weiteres kostenfreies Angebot sind Tauschschränke,

die in allen ZUSI-Kitas stehen. Hier haben

Eltern die Möglichkeit, Kleidung abzugeben

und durch andere Kleidung aus dem Schrank zu

tauschen, wenn ihr Kind eine neue Kleidergröße

braucht. Diese Schränke stehen an Plätzen, die

nicht alle sehen können, so dass sich niemand

beobachtet fühlt und keine Gerüchte entstehen.

„Das ist armutssensibles Handeln. Die Angebote

so zu strukturieren, dass sie nicht stigmatisierend

sind,“ betont Gerlach. Außerdem haben alle Kitas

Regenjacken, Matschhosen oder Gummistiefel

gekauft. So können alle Kinder an den Outdoor-

Aktivitäten teilnehmen, egal ob sie von ihren

Familien wettergemäße Kleidung erhalten oder

nicht. Zum armutssensiblen Handeln gehöre laut

Gerlach auch, immer zu prüfen, ob Kita-Ausflüge

mit Kosten verbunden sind und Wege zu finden,

allen Kindern diese Ausflüge zu ermöglichen.

ausgelegt. Nur wenige Kinder durften die Notbetreuung

in Anspruch nehmen. Die Bildungsbegleiter

lieferten den Kindern Materialien zur

Vorbereitung auf die Grundschule, aber auch

Spiele und Bilderbücher nach Hause. Doch die

Kita-Fachkräfte entwickelten auch andere Ideen,

um die Kinder trotz der Distanz zu fördern, wie

Gerlach erzählt: „Wir haben Videos erstellt, in

denen wir Experimente gefilmt, Geschichten vorgelesen

oder eine Yoga-Stunde aufgezeichnet

haben – und das in verschiedenen Sprachen,

sodass wir alle Kinder erreichen.“

Die 136 Kinder, die seit 2019 am ZUSI-Projekt

teilgenommen haben, kamen 2021 in die Grundschule.

Dass viele der armutssensiblen Fördermaßnahmen

trotz Coronapandemie erfolgreich

waren, macht Gerlach auch am Feedback der

Grundschulen fest: „Die Grundschulen haben

uns zurückgemeldet, dass die ZUSI-Kinder

sehr gut vorbereitet waren auf den Übergang.“

Auch nach dem Projekt wollen Ückendorfer

Kitas Wege finden, die Fördermaßnahmen für

armutsbetroffene Kinder weiterhin kostenfrei

anzubieten. Und sie geben ihr Wissen zu armutssensiblem

Handeln an alle Gelsenkirchener

Kitas weiter.

Die RAG-Stiftung mit Sitz in Essen übernimmt

die Finanzierung der sogenannten

Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus,

etwa Grundwasserreinigung. Sie

engagiert sie auch in den Bereichen

Bildung, Wissenschaft und Kultur in

den ehemaligen Bergbauregionen. Der

wissenschaftliche Abschlussbericht zu

dem von der RAG-Stiftung finanzierten

ZUSI-Projekt erscheint im Frühling 2023.

Eine weitere Kohorte an ZUSI-Kindern

wird 2023 eingeschult, dann endet das

Projekt. Folgeprojekte wie „ZUSi geht in

die Grundschule“ und „ZUSi 2.0“ laufen

bereits.

Vorlesen und Yoga per Video

Die Förderangebote während der Coronapandemie

weiterzuführen, hat die Verantwortlichen

vor Herausforderungen gestellt. Das Projekt

war nicht auf Lockdowns und Distanzbetreuung


6 | TITELTHEMA

Irina Volf ist Psychologin,

sie leitet am Institut für

Sozialarbeit und Sozialpädagogik

in Frankfurt am

Main den Bereich Armut.

Mit ihrem Team am ISS

begleitet und evaluiert sie

das Projekt ZUSI.

„FACHKRÄFTE WÜNSCHEN

SICH IMPULSE ZU ARMUTS­

SENSIBLEM HANDELN“

Durch Inflation und Energiekrise ist das Geld

knapper denn je. Psychologin Irina Volf über

armutssensibles Handeln in Kitas.

Meine Kita: Vor welchen Herausforderungen

stehen Kitas, vor allem in sozial hoch

belasteten Stadtteilen?

Irina Volf: In diesen Stadtteilen wohnen oft

Familien mit einem niedrigen Bildungsniveau,

Migrationshintergrund und eingeschränkten

Sprachkenntnissen. Kinder, die in Familien mit

drei Geschwistern oder mehr oder mit Migrationshintergrund

aufwachsen, sind häufiger

von Armut betroffen. Und wir wissen aus der

Forschung: Kinder, die in armutsbetroffenen

oder -gefährdeten Familien aufwachsen, werden

über einen kürzeren Zeitraum institutionell

betreut: Sie kommen später in die Kita und

besuchen sie auch weniger Stunden in der

Woche.

Mit welchen Auswirkungen?

Diese Kinder profitieren weniger von der Sprachförderung,

vom Miteinander mit anderen Kinder

und von den Bewegungsangeboten der Kitas.

Das hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung

dieser Kinder.

Sind Kita-Fachkräfte ausreichend

geschult in armutssensiblem

Handeln?

Leider nicht, deswegen

wünschen sie sich Impulse

und Tipps dazu.

Vor dem Hintergrund

der Energiekrise und der Inflation sind die Kita-

Mitarbeitenden zunehmend damit konfrontiert,

mit solchen armutsgefährdeten und -betroffenen

Familien umzugehen.

Welche armutssensiblen Maßnahmen

sind besonders wirksam?

Den Kindern beispielsweise für eine Woche Spiele

auszuleihen, etwa Karten- und Brettspiele. Spiele

sind zentral für die Entwicklung von Kindern. Wenn

das Kind ein Spiel aus der Kita mitbringt und den

Eltern zeigt, es Spiel geht, verbringt es dadurch

viel Zeit mit ihnen oder den Geschwistern. Das

hat großes Potenzial für die Förderung der Kinder.

Welche weiteren Angebote empfehlen Sie?

Ein anderes Angebot ist beispielweise das Waldprojekt.

Vielen Kindern in armutsbetroffenen Familien

fehlt es an Möglichkeiten, sich zu bewegen,

in sozial belasteten Stadtteilen toben die Kinder

meist nur auf den Spielplätzen, die sich häufig in

desolatem Zustand befinden. Im Wald können

sich die Kinder in der Natur ausprobieren oder die

Namen von Bäumen und Pflanzen lernen. Auch

das ist Sprachförderung.

Warum ist das so wichtig?

Weil viele Kinder von der Corona-Notbetreuung

nicht profitiert haben und im Bereich Sprache

von ihren Familien zuhause nicht bedarfsgerecht

unterstützt werden konnten. Die individuelle

Sprachförderung sollte in den Kitas einen hohen

Stellenwert einnehmen, insbesondere in sozial

belasteten Stadtteilen, wo viele der Kita-Kinder

einen Migrationshintergrund haben und zu Hause

kein Deutsch gesprochen wird. Das ist wichtig,

um am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen.

Wenn Kinder in den ersten Lebensjahren

eingeschränkte soziale und kulturelle Teilhabe

erfahren, dann fällt es ihnen später schwer, sich

aus eigener Motivation für anspruchsvolle und

neue Erlebnisse zu entscheiden.

Abbildungen: © Talinna, Devita ayu silvianingtyas / Shutterstock.com; Anastasia Kalinina


TITELTHEMA | 7

machen, Theater oder Schach spielen – dann

entscheiden sich die Kinder aus armutsbetroffenen

Familien eher für Tätigkeiten, mit denen

sie vertraut sind: draußen spielen, basteln oder

malen. Und die Kinder, die regelmäßig mit ihren

Familien Kino, Theater oder Konzerte besuchen,

die zeigen sich motivierter für solche Aktivitäten

und erreichen dementsprechend auch bessere

Entwicklungsniveaus.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Wenn die Kinder in einer Kita die Möglichkeit

haben zu entscheiden, was sie am Nachmittag

machen – etwa freies Spiel, basteln, malen, Musik

Wie können Kitas hier helfen?

Man darf hier nicht einfach sagen: „Ok, das Kind

hat kein Interesse an anderen Aktivitäten.“ Aus

armutssensibler Perspektive muss man fragen:

„Warum entscheidet sich dieses Kind immer nur für

das Spielen draußen? Gibt es Berührungsängste?“

Vielleicht hat das Kind nicht das Vokabular, um

sich an solchen Angeboten auf Augenhöhe mit

anderen Kindern zu beteiligen. Das ist Teil des

Bildungsauftrages der Kitas, kulturelle und soziale

Teilhabe zu gewährleisten.

©istockphoto.com/ ruizluquepaz, alexmak72427

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8 | TITELTHEMA

GUMMISTIEFEL FÜR ALLE

Spielverleihe, Tauschbörse, Waldwoche – armutssensibles Handeln lässt

sich in vielen Bereichen in der Kita umsetzen. Meine Kita stellt Beispiele

aus dem Gelsenkirchener Projekt „Zukunft früh sichern!“ vor.

Abbildungen: © Talinna, Devita ayu silvianingtyas,

Anastassiya Bezhekeneva / Shutterstock.com


TITELTHEMA | 9

Kindergeburtstag

armutssensibel gestalten

Die Gelsenkirchener Kindertageseinrichtungen

des Modellprojektes „ZUSi – Zukunft

früh sichern!“ (mehr dazu auf Seite

4) gestalten seit 2019 armutssensible

frühe Bildung, beispielsweise indem sie

Kindergeburtstage anders abhalten als

früher. Manche Kinder feierten früher keinen

Geburtstag. Andere wurden nicht zur

Geburtstagsfeier eingeladen, wieder andere

luden ihre Freunde ein, aber nicht alle ihrer

Freunde kamen. Ein Grund dafür ist Armut.

Fanden die Geburtstagsfeiern in der Kita

statt, zeigte sich, dass die Vorgabe der

Kita, etwas mitzubringen, für viele Familien

ein Problem darstellte. Wenn die Kita soziale

Teilhabe fördern und armutssensibel

handeln möchte, muss die gemeinsame

Aktivität im Vordergrund stehen. Die Kinder

gestalten beispielsweise die Einladung zur

Feier, backen einen Kuchen und übernehmen

bei der Feier verschiedene Aufgaben.

Auf Geschenke wird verzichtet.

Was lässt sich damit erreichen?

• Der Geburtstag eines jeden Kindes wird

unabhängig von den materiellen Ressourcen

der Familien gefeiert, sodass sich

jedes Kind wertgeschätzt fühlt.

• Durch die Geburtstagsfeier wird das Kind

in seinen Selbstbehauptungskompetenzen

gestärkt – das Kind traut sich zum

Beispiel, als Gastgeber vor eine Gruppe

zu treten.

• Durch eine gemeinsame Geburtstagsfeier

werden die sozialen und kulturellen

Kompetenzen der Kinder gefördert.


10 | TITELTHEMA

EINRICHTEN EINER TAUSCHBÖRSE

Tauschbörsen und ein Wechselkleiderfundus verbessern den

Zugang zu materiellen Gütern und damit zur Teilhabe. Konkret:

Jedes Kind sollte Gummistiefel und eine Winterjacke haben,

um draußen zu spielen. Wenn sich Eltern keine Spiele und

Bücher leisten können, dann sollten sie sich diese Dinge in

der Kita leihen können, ohne dafür stigmatisiert zu werden.

Lösungsvorschlag: Im Eingangsbereich der Kita wird in einer

Ecke ein Schrank oder ein Regal aufgebaut. Das Möbelstück

dient dem Austausch von Kleidungsstücken, Schuhen und

Spielsachen. Die Tauschbörse soll möglichst schön und

einladend gestaltet werden, etwa durch eine Lichterkette

oder schöne Kleiderbügel.

Jede Person soll im Vorbeigehen ohne hohen Aufwand und

mit möglichst geringem Schamgefühl einen Blick in die Auslage

werfen und etwas mitnehmen können. Eltern haben die

Möglichkeit, nicht mehr benötigte Dinge im Sinne des armutssensiblen

Handelns und der Nachhaltigkeit zu spenden oder

auch, sie mitzunehmen und weiterzuverwenden. Fachkräfte

sollten die Tauschbörse bei den Eltern persönlich bewerben.

Waldwoche für mehr

Bewegung

Gerade für Stadtkinder oder Kinder

mit weniger Bewegungsmöglichkeiten

ist das Spiel in der freien Natur ein

wichtiger Ausgleich, etwa in regelmäßigen

Projektwochen im Wald. Beim

Klettern, Springen und Balancieren

werden die Kinder in ihrer körperlichen

Ausdauer sowie in ihrer Grob- und

Feinmotorik gestärkt. Die Waldpädagogik

deckt darüber hinaus die Bandbreite

der kindlichen Interessen- und

Entwicklungsbereiche ab. So fördert

sie etwa die sprachliche Entwicklung

und die soziale Kompetenz und bietet

ein anregungsreiches Erfahrungsfeld

zum Forschen und Experimentieren.

Der Aufenthalt im Wald trägt außerdem

zur seelischen Gesundheit von

Kindern bei.

Als Ausstattung benötigen die Kinder

je nach Jahreszeit Matschhosen und

Gummistiefel. Kinder, die keine angemessene

Kleidung haben, werden aus

einem Wechselkleiderfundus der Kitas

versorgt. Da ein einzelner Tag im Wald

nur einen Ausflugscharakter bietet, soll

eine ganze Woche dazu führen, dass

die Kinder im Wald aufblühen und ein

„Spielflow“ entstehen kann.

Abbildungen: © Talinna, Devita ayu silvianingtyas / Shutterstock.com; Gelsenkirchener Kindertagesbetreuung


TITELTHEMA | 11

Gruppenstunde zur Förderung

der Resilienz

Die seelische Widerstandsfähigkeit im Umgang

mit schwierigen Lebenssituationen

soll durch regelmäßige Kleingruppenstunden

der Projektkinder gefördert werden.

Dabei stehen das Vorlesen und Erzählen

von resilienzfördernden Geschichten im

Vordergrund. Märchen eignen sich zur

Resilienzförderung. Verschiedene Gefühle,

Mut und Tapferkeit, Fairness und Gerechtigkeit

aber auch neue Situationen, Konflikte

– all das taucht, wenn auch anders

verpackt, in Märchen auf und kann somit

mit und durch Märchen mit Kindern thematisiert

und bearbeitet werden.

Von Profis für Profis

Wir sind Ihr Partner für eine saubere

und hygienische Kinder-Umgebung.

Kinder haben so die Chance, Modelle zu

finden, wie sie Probleme lösen, Verantwortung

übernehmen und Krisen überwinden

können. Die Geschichten bieten

eine Entlastung vom stressigen Alltag der

Kinder. Die sozial-emotionale Entwicklung

soll zudem durch regelmäßige Aktivitäten,

die sich mit dem Umgang von Gefühlen

befassen, durch den Einsatz kooperativer

Spiele und durch das Erlernen von Konfliktlösestrategien

unterstützt werden.

Finden Sie weitere Informationen sowie

unseren kostenlosen Reinigungsleitfaden

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Weitere Literaturtipps:

Der Löwe in dir – Rachel Bright,

Henri, der mutige Angsthase –

Nicola Kinnear,

Trau dich, sag was! – Peter H. Reynolds,

Du gehörst zu uns oder Jeder ist ein bisschen

anders – Julia Volmert,

Mina entdeckt eine neue Welt – Sandra

Niebuhr-Siebert

DIESE UND WEITERE

PRAXISIDEEN FINDEN SICH IN

der Broschüre „Armutssensibles

Handeln in Kindertageseinrichtungen“,

Beispiele und Ergebnisse

aus dem Modellprojekt

„Zukunft früh sichern“:

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im Anschluss durch ein berufsbegleitendes Bachelor-

Studium das Wissen vertiefen.

Deutschlandweit. Das ist Kolping.

Bildung

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Grenzen

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AKADEMIE


12 | TITELTHEMA

MATHE HOCHBEGABT,

DEUTSCH UNGENÜGEND

Einkommensarmut der Eltern kann die Potenzialentfaltung

der Kinder verhindern. Nicht aber, wenn Schule und Kita

eng zusammenarbeiten, um Begabungen zu fördern.

Gastbeitrag Nadine Seddig und Lisa Pohlmeier

Abbildungen: © Rawpixel.com, Devita ayu silvianingtyas / Shutterstock.com; Karg-Stiftung


TITELTHEMA | 13

DIE AUTORINNEN

Nadine Seddig ist Erziehungswissenschaftlerin

und Leiterin

des Ressorts Kita der Karg-

Stiftung. Ihre Arbeitsschwerpunkte

sind die Qualifizierung

pädagogischer Fachkräfte in der

frühen Begabungs- und Begabtenförderung.

Lisa Pohlmeier ist Kindheitspädagogin

und Projektleitung im

Ressort Kita der Karg-Stiftung.

Sie hilft Kindertageseinrichtungen

dabei, sich bei der Begabten-

und Begabungsförderung

weiterzuentwickeln.

Alessio ist zehn Jahre alt. Er besucht die vierte

Klasse einer Grundschule in Mühlenberg, einem

Stadtteil von Hannover – dieser gilt als sozialer

Brennpunkt. Bald wird Alessio in die fünfte

Klasse des Gymnasiums gehen. Er ist mathebegabt

und konnte schon als Vorschulkind im Zahlenraum

bis 100 addieren und subtrahieren. Sorge bereitet

Alessio jedoch das Fach Deutsch, er kann nicht so

gut Deutsch sprechen und hat dadurch Probleme mit

Rechtschreibung und Grammatik. Aber Alessio ist

selbstbewusst und weiß, was er sich zutrauen kann

und wo er sich vielleicht auch mal Hilfe holen muss.

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die eine Leitungsposition mit pädagogischen und betriebswirtschaftlichen

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Niveau vertiefen möchten. Inklusive:

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Informationen unter: www.zfh.de | www.kita-studiengang.de

Dass Alessios bisheriger Bildungsverlauf so positiv

verlief, ist nicht selbstverständlich. Denn Alessios

Familie ist arm, hat einen Migrationshintergrund

und spricht deswegen zu Hause wenig Deutsch.

Einen großen Anteil an seinem bisherigen positiven

Bildungsverlauf hat die Kita, die Alessio besuchte.

Sie arbeitet inklusiv, fördert Begabungen und ist

stärkenorientiert. Als er im Alter von vier Jahren in die

Einrichtung kam, sprach Alessio kaum ein Wort. Dennoch

fiel seiner Erzieherin seine Mathebegabung auf.

Eine Psychologin stellte bei einem Test Erstaunliches

fest: Im Bereich Sprachverständnis hat Alessio große

Lücken, in Mathematik sind seine Kompetenzen

dagegen überdurchschnittlich, auf dem Niveau einer

Hochbegabung. Denn: Dass ein Vierjähriger bis 100

rechnen kann, ist außergewöhnlich.

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Eltern überrascht über Begabungen

Die Kita von Alessio begann, die Einschätzung der

Psychologin sowie die pädagogischen Beobachtungen

als Grundlage für eine inklusive und individuelle

Förderplanung zu nutzen. In Teamsitzungen überlegten

die Fachkräfte, wie genau Alessio im Bereich

Sprache gefördert werden könnte, damit er gleichzeitig

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14 | TITELTHEMA

sein Potenzial im mathematischen Bereich besser

entfalten kann. Die pädagogischen Fachkräfte begannen,

Spiele und Aktivitäten zusammenzustellen,

die Alessio förderten und forderten. So bastelten sie

das Modell einer Sonnenuhr, um es anschließend

im Garten in Groß nachzubauen. Brettspiele zum

Thema Zeit und Zahlen boten einen Anlass, um

Alessio sprachlich anzuregen. Da die Eltern wenig

Geld hatten, liehen sie ihnen Spiele und Materialien

aus. Das förderte wiederum die Kommunikation

mit den Eltern, die überrascht waren, über welche

mathematischen Fähigkeiten ihr Sohn verfügt.

Begabungsfreundlich fördern

Von begabungsfreundlicher, inklusiver und individueller

Förderung können alle Kinder – egal welche

Lebensgeschichte sie mitbringen – profitieren. Sie

trägt spezifischen Lernbedürfnissen von Kindern

Rechnung. Das ist insbesondere für Kinder wie

Alessio wichtig, wenn Eltern wenig Geld für eine

Freizeitförderung haben. Bildung ist ein wichtiger

Baustein, um die Armutsspirale zu durchbrechen,

wie Studien wie „Armutsfolgen für Kinder und

Jugendliche“ der Bertelsmann Stiftung zeigen.

Begabungsfreundlichkeit bedeutet, stärkenorientiert

auf Kinder zu schauen und den Blick auf ihre

Potenziale zu richten. Bei individueller Förderung

geht es darum, die Motivation von Kindern aufrecht

zu erhalten und zu steigern, ihre eigene

Bildungs- und Lernbiografie mitzugestalten. Dazu

gehört der multiprofessionelle Austausch – wie

im Team von Alessios Kita mit einer Psychologin.

In Kitas kommt es darauf an, die Lernumgebung

und die eingesetzten Methoden kreativ zu gestalten.

Das Ziel muss sein, viele Möglichkeiten dafür

anzubieten, dass Kinder Erfahrungen sammeln

und lernen können, ihre Interessen auszuleben

und kennenzulernen. Nachdem die Förderung

von Alessio im Alltag praktisch umgesetzt wurde,

zeigten sich deutliche Erfolge. Über die Angebote

zum Thema Zeit und der gemeinsamen Gestaltung

der Sonnenuhr im Garten der Kita, wurde Alessios

Motivation geweckt, sich sprachlich mit den anderen

Kindern und den Fachkräften auszutauschen.

Er hatte Freude am Thema und trat gerne mit

anderen darüber in Kommunikation.

Kita und Schule

als lernende Gemeinschaft

Als Alessio in die Grundschule kam, wusste er, was

er konnte und wo seine Stärken lagen. Er hatte

schon vor der Einschulung Kontakt zur Grundschule

im Stadtteil, da eine enge Kooperation

zwischen Kita und Grundschule bestand. Die

Institutionen arbeiteten nach dem Konzept der Ko-

Konstruktion, also das Lernen in Zusammenarbeit,

und verstanden sich als lernende Gemeinschaft.

Die Lehrkräfte der Grundschule und die Fachkräfte

der Kita erarbeiteten ein Lernportfolio für alle Kinder,

das in der Kita eingesetzt und anschließend in der

Schule weitergeführt wird. So auch für Alessio. Unter

Einbezug und Eigenaktivität der Kinder werden

in diesem Portfolio die individuellen Lernerfolge

der Kinder festgehalten. Er selbst konnte in dieses

Portfolio hineinschreiben oder malen, was

er aus seiner Sicht gelernt hatte. Dabei kam es

nicht auf das Dokumentieren von Kompetenzen

beim Lesen, Schreiben, Rechnen an, sondern er

durfte alles festhalten, wofür er sich interessierte

oder was er besonders gut fand. So gestaltete

Alessio mehrere Seiten in seinem Portfolio, auf

denen er verdeutlichte, inwiefern eine Sonnenuhr

als Messinstrument für Zeit dienen kann. Alessio

erhielt damit die Chance zu erfahren, wo seine

eigenen Interessen und Stärken liegen und wie er

diese selbst einschätzt. Die Arbeit mit dem Portfolio

bot ihm jedoch auch die Möglichkeit, kritisch

zu hinterfragen, in welchen Bereichen er welche

Lernziele anstreben könnte.

Um Begabungen in der Kindheit zu erkennen und zu

fördern, ist deswegen eine Änderung der Perspektive

notwendig: Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten,

sollten ihre Stärken in den Blick nehmen und vermeintliche

Defizite mit Lernangeboten fördern.

Abbildungen: © Talinna, Devita ayu silvianingtyas / Shutterstock.com


Bildungsräume

mit

Mehrwert

Der Blick für das Ganze

lässt das Wesentliche erkennen.

Rückzug

Gruppenpodeste

Unser kompetentes Team aus Fachplaner*

innen, Pädagog*innen, Schreiner*innen

und Visonär*innen unterstützt Sie bei der

Zukunft Ihres Bildungsraumes.

Verlassen Sie sich auf einen immensen

Erfahrungsschatz, ein ganzheitliches Bild

vom Kind und unsere pädagogische

Kompetenz.

Malen

Wickeln + Co

Bewegen

Bildungsräume entstehen, bestehen und

verändern sich. Diese Prozesse begleiten

wir individuell zu jeder Projektphase

gerne von Stunde 0. So übersetzen wir

im Planungsbüro Kameleon Ihre Visionen

in umfassende Planungen. Unabhängig

von der späteren Umsetzung unterstützen

wir Sie dabei Ihre Projekte von Grund

auf kind- und erwachsenengerecht zu

entwickeln. Früh eingebunden arbeiten

unsere Planer*innen bei Neubauprojekten

gemeinsam mit Träger, Architekt*innen

und dem pädagogischen Fachpersonal an

individuellen Raumkonzepten für

zeitgemäße Bildungsräume.

Basislager

Schlafen

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Nehmen Sie Kontakt auf!

Wir sind gespannt auf Ihr Projekt.

Lernen Sie uns bei unseren

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16 | FÜR DIE PRAXIS

SMACHNOHO …

… heißt guten Appetit auf Ukrainisch. Meine Kita zeigt deutsche

und ukrainische Rezept-Ideen passend zur Vorweihnachtszeit.

Sie sind nicht nur lecker, sondern bringen für ukrainische

Kinder auch ein Stück Heimat in die Kita.

Ukrainische Rogaliki

Rogaliki sind eine beliebte Nachspeise in slawischen

Ländern wie Polen, Russland und Ukraine.

Ein Snack für die Weihnachtsfeier

Gebrannte Mandeln schmecken besonders lecker auf dem

Christkindl- und Weihnachtsmarkt? Mit diesem Rezept

könnt ihr die Leckerei auch gemeinsam mit den Kindern

selbst herstellen und zum Beispiel auf dem Adventsbasar

verkaufen oder bei der Weihnachtsfeier anbieten.

Zutaten:

• 400 Gramm Mandeln

• 400 Gramm Zucker

• 2 Päckchen Vanillezucker

• 250 ml Wasser

• eine Messerspitze Zimt

So wird’s gemacht:

Lasst die Mandeln, den Zucker und das Wasser so lange

in einem Topf bei mittlerer Hitze köcheln, bis kein Wasser

mehr vorhanden ist. Gebt nun den Vanillezucker in den

Topf und rührt, bis der Zucker zergeht. Nach wenigen

Minuten klebt die Zuckermasse an den Mandeln. Wenn

alles karamellisiert ist, könnt ihr die Mandeln auf ein

Blech geben und auskühlen lassen.

Tipp: Die Kinder können kleine Tütchen für die Mandeln

basteln. So eignen sie sich auch als Snack für

zwischendurch, wenn sie beispielsweise beim Basar

verkauft werden.

Zutaten:

• 500 Gramm weiche Butter oder Margarine

• 500 Gramm Sauerrahm

• Mehl

• Prise Salz

• 1 Teelöffel Zucker

• 1 halbes Päckchen Backpulver

• 2 Eier

• Marmelade, je nach Geschmack

• Puderzucker

So wird’s gemacht:

Margarine und Sauerrahm in eine Schüssel geben

und mit Salz und Zucker schaumig rühren. So viel

Mehl hinzugeben, bis ein glatter Teig entsteht. Teig

auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen und

in zwölf Dreiecke schneiden. Wenn der Teig noch

klebt, mehr Mehl hinzugeben. Auf jedes Dreieck einen

Teelöffel Marmelade geben und Hörnchen formen. Die

Hörnchen mit verquirltem Ei bestreichen und bei 200

Grad etwa 15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Abbildungen: © Barbara Neveu, Alena_Kos, Oksana Mizina / Shutterstock.com


FÜR DIE PRAXIS | 17

Berufsbegleitender

Weiterbildungsmaster

„Kindheits- und Sozialwissenschaften“ (MAKS)

Kinderpunsch für die Nikolausfeier

Um bei der Nikolaus- und Weihnachtsfeier für das

kulinarische Wohl der großen und kleinen Gäste zu

sorgen, eignet sich ein Kinderpunsch besonders

gut. Er wärmt von innen auf, wenn es draußen kalt

und winterlich ist.

Zutaten:

• 1 Liter Traubensaft

• 1 Liter Apfelsaft

• 200 Milliliter Orangensaft

• 1 Beutel Glühweinfix

• 3 Nelken

• Orangenscheiben von einer Bio-Orange

• Zimt

Die Informationsveranstaltung

fi ndet am 26.11.2022

ab 09:00 Uhr online

unter zoom//maks.de statt.

Mehr Informationen unter:

www.hs-koblenz.de/maks.

Anmeldung unter:

www.zfh.de/anmeldung/maks.

MAKS

Kindheits- und

Sozialwissenschaften

Starten Sie zum WiSe 23/24

▪ Fernstudiengang

▪ Vier Semester

▪ 90 ECTS-Punkte

▪ Gruppensupervision & Intervision

Schwerpunkte zur Auswahl

▪ Management & Beratung

▪ Kinderschutz & Diagnostik

▪ Bewegung & Gesundheit

▪ Kreativität & Kultur

▪ Pädagogische Fachberatung

(in Kooperation mit FH Kiel)

• Fachkraft für KiTa-Sozialraumarbeit

(über Anerkennungsverfahren)

Optionale Zertifikate

▪ Qualitätsbeauftragte*r,

-manager*in, (interne*r) -auditor*in

▪ Kinderschutzfachkraft

(im Schwerpunkt Kinderschutz & Diagnostik

inkludiert)

▪ Fachkraft für Entwicklungsdiagnostik

und -beobachtung im Kindesalter

▪ Fachkraft für inklusive Bewegungserziehung

und -förderung

▪ Fachkraft für Kreativitätspädagogik

(im Schwerpunkt Kreativität und Kultur inkludiert)

So wird’s gemacht:

Alle Zutaten in einen großen Topf geben und kurz

aufkochen. Dann die Nelken entfernen und den Glühfixbeutel

drei Minuten lang ziehen lassen. Nun muss

der Punsch noch mit Zimt abgeschmeckt werden,

bevor er serviert wird.

INTERKULTURELLES KOCHEN

UND BACKEN

Fachkräfte und Kinder können Rezepte aus

unterschiedlichen Kulturen in der Kita nachkochen

und unterschiedliche Speisen zu Festen

mitbringen. Auch können Fachkräfte Eltern

bitten, für einen Vormittag in die Kita zu kommen

und ein Rezept aus ihrer Kultur zuzubereiten.

Das kann Türen

für einen Austausch

mit den Eltern öffnen.

Tipps zur interkulturellen

Bildung in der Kita

findet ihr auf erzieherinausbildung.de:

DIE FRÜHE

BILDUNG

FÄNGT DEN

WURM.

#Bildungfasziniert

Erfahren Sie mehr über

frühkindliche Bildung und unser

kostenfreies Bildungsprogramm:

aim-akademie.org


18 | FÜR DIE PRAXIS

WEG MIT DER DEKO!

„Der Raum ist dritter Erzieher“, heißt es in der Reggio-Pädagogik.

Doch was soll er leisten? Meine Kita zeigt, wie Kita-Räume so geplant werden,

dass Kinder konzentriert spielen können.

Gastbeitrag Gottfried Schilling

Kinder sollen sich ins Spiel vertiefen. Das

klappt gut, wenn sich keine Regale und Deko

im Spielbereich befinden.

Abbildungen: Kameleon Raumkonzepte


FÜR DIE PRAXIS | 19

Mit etwas Möbelrücken und neuer Farbe an den

Wänden ist es nicht getan. Raumgestaltung

ist ein komplexes Thema. Sie ist Pädagogik in

3D. Ihre Aufgabe ist es, Räume zu schaffen, in

denen Kinder sich frei und sicher im gesamten Haus

bewegen können. Sie sollen sich wohlfühlen, sich ins

Spiel vertiefen und eigene Ideen umsetzen können.

Daraus ergeben sich vier wesentliche

Anforderungen an die Kita-Räume:

Orientierung geben

Fachkräfte sollten Räume auf bestimmte Funktionen

reduzieren. Der klassische Gruppenraum, der Essbereich,

Bauecke, Puppenwohnung, Kreativbereich

und eine Leseecke umfasst, ist überfrachtet und

unübersichtlich. Cleverer ist es, jedem Raum nur

eine oder zwei Funktionen zuzuweisen. Wer zwei

Funktionsbereiche kombiniert, sollte darauf achten,

dass sie zusammenpassen. Die Bibliothek lässt sich

zum Beispiel gut mit einem Ort für das Forschen

verbinden. Einen Raum, in dem ein Tisch mit Mikroskopen

steht, auch für großteiliges Bauen zu nutzen,

wäre nicht ratsam. Podeste und Einbauten sind gut

geeignet, um innerhalb der Räume feste, verlässliche

Strukturen und definierte Spielzonen zu schaffen.

Konzentriertes Spiel ermöglichen

Raumsituationen, in die sich Kinder gemeinsam

zurückziehen können, laden zum Spielen ein und

fördern die Beziehungsgestaltung. Wichtig ist, dass

solche Spielzonen – egal ob großer Bauplatz oder

enge Nische – ungestört bleiben. Störungen entstehen

vor allem, wenn sogenannte Verkehrswege

diese Flächen kreuzen. Zwar berücksichtigen Laien

in der Regel die Verkehrswege, die sich von der

Zimmertür zum Ausgang ins Außengelände ergeben.

Doch solche, die durch Möbel hervorgerufen

werden, lassen sie bei der Raumplanung häufig

außen vor. Das heißt: Sie platzieren Schränke und

Regale entlang der Wände oder als Raumteiler.

Das Ergebnis: Sobald jemand etwas aus dem

Regal holt, stört er oder sie die Kinder, die davor

spielen. An einer Spielzone sollten Fachkräfte daher

ausschließlich die zum entsprechenden Funktionsbereich

gehörigen Spieldinge und -materialien für

die Kinder platzieren.

Inspirierend und gestaltbar sein

Räume, in denen die Fachkräfte viele Dinge und

Materialien zu einem Thema gut sichtbar und wohlgeordnet

präsentieren, wecken bei Kindern die Lust,

aktiv zu werden, sich zu verkleiden, etwas zu malen,

Muster zu legen oder Türme zu bauen. Sie lassen

sich inspirieren. Damit sich Kinder über lange Zeit auf

ihr Spiel fokussieren können, sind ausreichend Platz

und gut aufeinander abgestimmte Materialien wichtig.

Kinder schätzen es zudem, wenn es große Elemente,

zum Beispiel Hocker, gibt, die sie raumbildend einsetzen

können. Solche Elemente verwandeln sich

dann je nach Spielsituation in einen Verkaufstresen,

eine Hauswand oder einem Zug.

Wohlfühlatmosphäre bieten

Kinder wollen sich sicher, geborgen und entspannt

fühlen. In Kitas ist es oft schwierig, eine solche

Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Es ist zu bunt.

Die Kinder bringen selbst so viel Buntheit mit, dass

die Räume sich zurückhalten müssen. Sie haben

eine dienende Funktion. Erdige und rauchige Töne

eignen sich besser als Pastelltöne, um diese Buntheit

aufzunehmen und eine ruhige Atmosphäre zu

schaffen. Für den Fußboden, die größte Fläche,

gilt: Ein dunklerer Farbton macht das Verweilen am

Boden angenehm.

Damit Menschen in Balance bleiben, sollten sich

aktive Phasen und Ruhepausen im Tagesverlauf

abwechseln. Manche Kitas richten für solche Pausen

extra einen Snoezelraum, also einen Ruheraum, ein.

Dieser geht jedoch an den Bedürfnissen vieler Kinder

vorbei. Sie möchten sich auch in Pausenzeiten als

Teil der Gemeinschaft fühlen. Daher sollte Kindern

in jedem Raum die Möglichkeit gegeben werden,

sich zurückzuziehen. Orte, an denen sie den Blicken

weitgehend entzogen sind, aber trotzdem den Raum

gut überblicken können, nehmen sie dafür besonders

gerne an.

Ein Tipp zum Schluss: Hände weg von Deko! Poster

an den Wänden, Basteleien an Zimmerdecken und

Fensterflächen sowie Andenken aus vergangenen

Jahren lenken ab und erzeugen Unruhe. In Kitaräume

gehört nur das, was Kinder als Anregung für ihr Spiel

benötigen.

DER AUTOR

Gottfried Schilling ist Schreiner, Pädagoge

und Geschäftsführer des Unternehmens

Kameleon Raumkonzepte.


20 | SCHON GEWUSST?

Programm zur

Gesundheitsförderung

gestartet

Die Krankenkasse DAK und die „Fit4future

Foundation“ haben im Sommer das gemeinsame

Präventionsprogramm Fit for

Future an Kitas und Schulen gestartet.

Damit wollen sie die Gesundheit von Kindern

und Jugendlichen verbessern. Teilnehmende

erhalten fachliches Wissen zur

Gesundheitsförderung in der Einrichtung.

Weitere Infos und Anmeldung unter:

➔ www.kita.fit-4-future.de

24 Gewinnspiele für

Erzieher/-innen

Auf dem Portal erzieherin-ausbilung.de

startet am 1. Dezember ein Kita-

Advents kalender mit 24 Gewinnspielen.

Fachkräfte können täglich an Verlosungen

teilnehmen und haben die Chance,

Nützliches für den Kita-Alltag oder für ihre

Freizeit zu gewinnen.

➔ www.erzieherin-ausbildung.de

Trauer um Christa Preissing

Digital-Check Kita

gestartet

Der Digital-Check Kita des Deutschen Roten

Kreuzes hilft Kita-Fach- und Führungskräften

dabei, den Stand der Digitalisierung in

ihrer Einrichtung einzuschätzen. Anhand von

30 Aussagen in den fünf Themenbereichen

Personal, Pädagogische Arbeit, Verwaltung,

Ausstattung und Unterstützung können die

Teilnehmenden die digitale Entwicklung ihrer

Kita bestimmen. Im Anschluss erhalten sie

passgenaue Handlungsempfehlungen und

weiterführende Materialien.

➔ digital-check.drk.de/kita-check

Die Pädagogin Christa Preissing ist Mitte April

unerwartet verstorben. Sie war eine Pionierin der

frühkindlichen Bildung und eine unermüdliche Streiterin

für die Qualitätsentwicklung in Kitas.

Die Soziologin und Pädagogin war langjährige Direktorin des

Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung und hat dieses

bis zum Schluss als Beraterin begleitet. 1996 gründete sie

zusammen die INA – Internationale Akademie Berlin für

innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie, in deren

Zentrum der in den INA-Kindergärten grundlegende Situationsansatz

stand. Mit ihrem Einsatz für den Situationsansatz

haben Fachkräfte ein Bild vom Kind entwickelt, nach dem

sich Kinder als gleichberechtigte Partner mit eigenen Rechten

die Welt erschließen und aneignen. Darüber hinaus war

Christa Preissing auch gefragte Referentin und Autorin zu

zentralen Themen der frühkindlichen Bildung von Kinderrechten

über Partizipation und Inklusion bis zur Fachberatung.

Ihr Tod wird eine Lücke in der Frühen Bildung hinterlassen.

Abbildungen: © SewCream / Shutterstock.com; nifbe


Der Kita-

Adventskalender

2022

Ab dem 1. Dezember gibt es tolle

Preise zu gewinnen. Schaut rein auf:


22 | BILDUNG

„BEI UNS IN DER KITA

WIRD DEUTSCH

GESPROCHEN!“

Fehlende Deutschkenntnisse, Gespräche in Türkisch

oder Farsi – Fachkräfte können hier Bedenken haben.

Dabei ist Mehrsprachigkeit ein wertvolles Gut.

Gastbeitrag Beatrice Gievers

Abbildungen: © Kutlayev Dmitry / Shutterstock.com; Gievers


BILDUNG | 23

DIE AUTORIN

Beatrice Gievers ist Logopädin,

Kindheitspädagogin und arbeitet

als Referentin für verschiedene

Bildungseinrichtungen und Kitas

mit den Schwerpunkten Sprache,

sozial-emotionale Stabilität,

bedürfnisorientierte Pädagogik,

gewaltfreie Kommunikation und

Wahrnehmungsentwicklung.

Der fünfjährige Aslan* ist ein bisschen aufgeregt.

Heute geht er das erste Mal nach

dem Besuch bei Oma und Opa in der Türkei

wieder in seinen städtischen Kindergarten

in Nordrhein-Westfalen. Er freut sich riesig darauf,

seine Freunde Cam* und Korey* wieder

zu treffen und ihnen von seinen Erlebnissen zu

erzählen. Plötzlich wird er unterbrochen: „Ich

muss euch drei nochmal daran erinnern: Hier

bei uns in der Kita sprechen wir Deutsch.“ Seine

Erzieherin Maria* ist überzeugt: Kinder müssen

in der Kita Deutsch lernen. „Kaum ist er wieder

im Kindergarten, stehen die drei zusammen und

sprechen nur Türkisch miteinander. Das geht so

nicht“, denkt sie.

Sprachvermittlung

als zentraler Auftrag

Die Erzieherin ist besorgt, dass Aslan nicht richtig

Deutsch lernt, bevor er in die Schule kommt.

Denn ein zentraler Auftrag der frühkindlichen

Bildungseinrichtungen ist es, die Bildungssprache

Deutsch erfolgreich zu vermitteln. Daran

orientiert sich auch Erzieherin Maria. Aus ihrer

Sicht kann Mehrsprachigkeit ein Risikofaktor

sein, um Deutsch nicht auf Bildungssprachniveau

zu erwerben. Viele Fachkräfte fühlen sich

dadurch unter Druck gesetzt. Laut Bildungsplänen

müssen Fachkräfte Kindern die Sprache

Deutsch vermitteln, viele fühlen sich dadurch

unter Druck gesetzt die. Oft ist dies gepaart mit

großer Unsicherheit in der Begleitung bilingual

aufwachsender Kinder. Dadurch entsteht die

Gefahr, die kindlichen Bedürfnisse außer Acht zu

lassen und das Kind vor allem als Deutschlerner

wahrzunehmen, der in der Kita möglichst viel und

gut Deutsch zu üben hat.

Grundsätzlich fällt es Kindern nicht schwer, unter

guten Spracherwerbsbedingungen mehrere

Sprachen gleichzeitig zu lernen. Auch wird die

Tatsache, mit mehr als einer Sprache aufzuwachsen,

mittlerweile nicht mehr als Risikofaktor für

sprachliche Auffälligkeiten gesehen. Studien,

die die Entwicklung der Erst- und Zweitsprache

betreffen, belegen, dass Mehrsprachigkeit nicht

automatisch einen Risikofaktor für die Ausbildung

einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung

darstellt. Dennoch wird zwischen alltäglicher

Kommunikationssprache und den kognitiv-akademischen

Kompetenzen unterschieden, die für

den Bildungserfolg entscheidend sind. Denn:

Du mittendrin

in unseren bilingualen Kindergärten und

Grundschulen in Berlin, Frankfurt, Hamburg,

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24 | BILDUNG

Überproportional viele bilingual aufwachsende

Kinder verfügen nicht nur in der Zweitsprache

Deutsch, sondern auch in der Erstsprache über

ungenügende grammatische Kompetenzen und

haben unzureichende kognitiv-akademische Fähigkeiten

ausgebildet.

Eine Situation – eine Sprache

Dennoch ist es wichtig, die kindliche Konversation

nicht zu unterbinden, sondern viel mehr den kindlichen

Alltag zu lenken und auch die sprachlichen

Angebote zu strukturieren. Eine Möglichkeit dies

zu unterstützen ist es, die Kinder im Freispiel

auch in ihrer Muttersprache miteinander agieren

und so ihre Fähigkeiten in der Herkunftssprache

vertiefen zu lassen. Für das Deutschsprechen

kann es im Tagesverlauf festgelegte Lerninseln

geben, wie beispielsweise im Morgenkreis oder

bei der Arbeit an einem gemeinsamen Projekt,

bei der nur Deutsch als Bildungssprache gilt. Die

Arbeit mit Erzählschienen, ein Holzbrett, das beim

Geschichten erzählen unterstützt, kann ebenfalls

als Input genutzt werden. Diese Art des qualitativen

sprachlichen Angebots ist nachhaltiger

für das Kind als eine andauernde Beschallung

mit Deutsch.

Ko-Konstruktion weckt Neugierde

Aus Sicht des Kindes besteht ebenfalls eine

Sprachbarriere, um die Fachkräfte zu verstehen.

Dies kann dem Kind nur gelingen, wenn Ko-

Konstruktionen nicht nur zum Deutschlernen

genutzt werden, sondern auch zum gegenseitigen

Erkennen von Emotionen, Gefühlen und

Situationen. Um sich der eigenen Individualität

bewusst zu werden, muss sich das Kind verstanden,

gesehen und anerkannt fühlen. So kann

es Neugierde und Interesse an Kommunikationssituationen

auf Deutsch entwickeln. Hierbei

ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen

Kindern und Fachkräften sowie gemeinsame

soziale Verbundenheit von großer Bedeutung, um

durch achtsame Kommunikation und ein qualitativ

durchdachtes Sprachmodell die kindliche

Motivation anzuregen. Sobald ein gegenseitiges

Interesse an den Bedürfnissen des anderen

besteht, entwickelt das Kind von sich aus ein

Gespür für die Kommunikation außerhalb der

Herkunftssprache.

Dafür ist es erforderlich, dass Fachkräfte sich mit

ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen und ihre

sprachliche Interaktion mit Kindern immer wieder

reflektieren. Außerdem ist die Reflexion der inneren

Haltung und der eigenen Einstellung zur multikulturellen

und multilingualen Lebenswelt im Kindergarten

von großer Bedeutung. Eine bedürfnisorientierte

und emphatische pädagogische Grundhaltung

schafft die besten Spracherwerbsbedingungen in

einem Kindergarten und ermöglicht nicht nur den

Zugang zur Bildungssprache Deutsch, sondern

auch zu einem multikulturellen Miteinander.

*Namen von der Redaktion geändert

Wichtig ist, das sprachliche Miteinander

nicht zu unterbinden, sondern Kindern

Freiräume zu lassen.

Abbildungen: © Rawpixel.com / Shutterstock.com


Hoppe Hoppe

Reiter,

WIR BILDEN UNS JETZT WEITER.

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26 | BIDLUNG

LASST DIE KINDER

MITBESTIMMEN!

Kitas sollen Kinder auf das Zusammenleben in einer vielfältigen,

demokratischen Gesellschaft vorbereiten. Das Deutsche

Jugendinstitut zeigt, wie das gelingen kann.

Gastbeitrag Judith Durand und Leonhard Birnbacher

Abbildungen: © BAZA Production / Shutterstock.com; DJI/Stefan Obermaier; privat


BILDUNG | 27

Kindertagesbetreuung hat den Auftrag, Kinder auf

ein Leben in Vielfalt, gegenseitiger Anerkennung

und Selbstbestimmung vorzubereiten. Das Kinder-

und Jugendhilfegesetz bindet den Bildungs-,

Betreuungs- und Erziehungsauftrag an die Ausbildung

von grundlegenden Entscheidungs- und Sozialkompetenzen.

Damit verknüpft sind Beteiligungsrechte.

Kinder sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand

in alle Entscheidungen miteinzubeziehen, die sie

betreffen. Denn: Demokratiebildung ist in Kitas als

Auftrag der Bildungsarbeit zu verstehen. Sie ist für das

Funktionieren unserer demokratischen Gesellschaft

von wesentlicher Bedeutung. Erst wenn grundlegende

demokratische Werte und Umgangsformen

wie Anerkennung oder Kooperationsbereitschaft tief

im Alltagsleben verankert sind, lässt sich laut dem

amerikanischen Philosophen und Pädagogen John

Dewey von einer gelebten Demokratie sprechen.

Muster und Verhaltensweisen

verinnerlichen

Die ersten Jahre in der Kindheit sind prägend.

Die Forschung zeigt, dass die Entwicklung eines

Werte- und Normensystems bereits mit der Geburt

beginnt. Maßgeblich dafür sind die Erfahrungen,

die junge Kinder machen. In der Interaktion mit

Erwachsenen entwickeln sie Emotions- und Stressregulationskompetenzen,

die Sicherheit bieten und

Exploration, Lernen und Partizipation ermöglichen.

Im Kontakt mit Gleichaltrigen können Kinder sich im

DIE AUTOREN

Judith Durand ist Diplompädagogin

und Grundsatzreferentin

am Deutschen

Jugendinstitut DJI im Bereich

der frühen Bildung.

Leonhard Birnbacher ist am

Deutschen Jugendinstitut DJI

wissenschaftlicher Referent

des Projekts „Bildung und

Demokratie mit den Jüngsten

BilDe“.

Zahnpflege in der Kita

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Das Forschungsmagazin

des Deutschen Jugendinstituts

Bedürfnisse und Ideen der Jüngsten ernst nehmen // Chance und Auftrag: politische Bildung im Ganztag //

„Kritische politische Medienbildung entwickeln“: bpb-Präsident Thomas Krüger im Interview

28 | BILDUNG

sozialen Miteinander erproben, Sozialkompetenzen

und Ambiguitätstoleranz ausbilden. Dabei entwickeln

sie ein Bild von sich selbst als Teil des sozialen

Gefüges. Gerade darin liegt eine große Chance:

Als erste wertebildende pädagogische Instanz

bieten Kitas für die Entwicklung von demokratisch

ausgerichteten Normen, Werten und moralischen

Überzeugungen von Kindern ein großes Potenzial.

Beteiligung und Wertschätzung

im Kita-Alltag

Demokratie kann in Kindertageseinrichtungen deshalb

– anders als in der Schule oder Erwachsenenbildung

– nicht gelehrt werden, sondern muss im

Alltag erfahrbar sein. Kinder müssen Anerkennung,

Wertschätzung und Beteiligung auf unterschiedliche

Weise spüren und sich selbst darin erproben können.

Das erfordert von pädagogischen Fachkräften

eine bewusste Gestaltung der Umwelt sowie der

zwischenmenschlichen Begegnungen entlang demokratischer

Prinzipien.

So können formale Beteiligungsformate verankert werden,

wie zum Beispiel ein Kita-Rat, Kinderkonferenzen,

Beschwerdeverfahren oder eine Kita-Verfassung.

Eine alltagsorientierte Ebene wiederum richtet den

Blick auf die Interaktionen zwischen Fachkräften und

Kindern im Alltagsgeschehen, die auf Wahrnehmung

und Berücksichtigung von kindlichen Bedürfnissen

abzielen, wie zum Beispiel beim Essen, Schlafen, bei

der Auswahl von Spielorten oder Bildungsthemen.

Dies ist Voraussetzung dafür, Kindern das Artikulieren

von eigenen Sichtweisen und Anliegen zu ermöglichen

Entscheidend ist, dass sich nicht nur die pädagogische

Praxis, sondern die gesamte Institution an

demokratischen Grundwerten orientiert. Denn auch

in der Zusammenarbeit der Leitung mit dem Team,

der Teamkolleginnen und -kollegen untereinander

oder des Trägers mit der Einrichtung zeigt sich, ob

das Miteinander demokratisch ausgerichtet ist.

Der vorliegende Artikel

wurde überarbeitet

und gekürzt. Der

vollständige Original-

Artikel wurde im Forschungsmagazin

DJI

Impulse des Deutschen

Jugendinstituts

(DJI) in der Ausgabe

1/2021 (Nr. 125) mit

dem Titel „Politische

Bildung von Anfang

an: Wie Kinder und

Jugendliche Demokratie

lernen und erfahren

können“ erstveröffentlicht.

1/21

Politische Bildung

von Anfang an

Wie Kinder und Jugendliche Demokratie

lernen und erfahren können

Abbildungen: © Rawpixel.com / Shutterstock.com


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30 | SCHON GEWUSST?

Kostenfreie Online-

Fortbildungen für

Kita-Fachkräfte

Vom 15. bis 18. November bietet das Portal

erzieherin-ausbildung.de 18 Webseminare

für Kita-Fachkräfte an. An jedem der vier

Webspecial-Tage steht ein anderer Themenschwerpunkt

im Fokus: Sprachförderung,

Kinderverhalten, Emotionen sowie Inklusion

und Vielfalt.

➔ www.erzieherin-ausbildung.de

Mangelhafte Digitalisierung

der Kitas

Laut einem Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen

Kommission der Kultusministerkonferenz

herrscht Handlungsbedarf bei der

Digitalisierung in den Kindertagesstätten. Die

digitale Medienbildung in Kitas sei unterentwickelt

und nicht nachhaltig in den

Konzepten verankert. Die

Kommission fordert die

Ausstattung aller Kitas mit digitalen

Technologien und für

Fachkräfte Weiterbildungsangebote

zu digitalen Medien.

Hohe Ausbildungsstandards

für Kita-Fachkräfte gefordert

Der DBB Beamtenbund und Tarifunion fordert, trotz Fachkräftemangels

die Qualität in der frühkindlichen Bildung zu

sichern und auszubauen. Dauer und qualitative Standards

der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern dürften

nicht angetastet werden. Um Fachkräfte zu gewinnen, rät

der DBB etwa dazu, Quereinstiege in den Beruf zu ermöglichen

und angemessene Entlohnungen zu zahlen.

➔ www.dbb.de

Abbildungen: © Leszek Czerwonka, Natalia Lebedinskaia, Halfpoint / Shutterstock.com


SCHON GEWUSST? | 31

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Kinder können die multifunktionellen Spielsteine zum

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benachrichtigt. Der Gewinn

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32 | RATGEBER

70 JAHRE SPÄTER

Zur Kita-Webseite gehören Bilder

und Videos. Einrichtungen sollten hier

immer die Urheberrechte im Blick haben.

Gastbeitrag Torsten Bornemann

Soll der eigene Internetauftritt attraktiv gestaltet

sein, dann gehören neben Texten auch Bilder

und Videos dazu. Kitas nutzen diesen Weg wie

andere Unternehmen auch, um zu informieren

und um auf sich aufmerksam zu machen – der Alltag

und das Betreuungskonzept lassen sich über

die Webseite schön darstellen. Die Webseite ist ein

Schaufenster in die Einrichtung und der Kita-Alltag

bietet Unmengen an Material zum Präsentieren.

Urheberrechte beachten

Bilder und Fotos sind schnell gemacht und

eingefügt, auch das Hochladen eigener Videos

ist meist einfach. Durch das Einbinden auf der

Homepage betritt der Betreiber allerdings den

öffentlichen Raum, denn alle können die Inhalte

sehen. Das bringt Konsequenzen mit sich: Für

die Inhalte muss sichergestellt sein, dass der Kita

die Erlaubnis für die Veröffentlichung vorliegt. Bei

Texten, Fotos und Videos betrifft dies vor allem die

Frage nach dem Urheber und dessen Rechten.

Denn frei verwendbar, als gemeinfrei bezeichnet,

sind urheberrechtlich geschützte Werke erst 70

Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Urheber oder deren Dienstleister können mittlerweile

gut nachverfolgen, wo ihre Bilder auftauchen

oder eingebaut sind. Liegt von ihnen

keine Erlaubnis vor, drohen Abmahnungen und

Schadensersatzforderungen. Im Zweifel sollte die

Kita daher entweder Rechtsrat einholen oder auf

eine Veröffentlichung verzichten und nach Alternativen

suchen. Auch bei Privataufnahmen, auf

denen beispielsweise Kinder aus der Einrichtung

zu sehen sind, muss eine schriftliche Einverständniserklärung

der Eltern vorliegen.

Abbildungen: © Veja, Rawpixel.com / Shutterstock.com, Gossens Rechtsanwälte


RATGEBER | 33

Umtexten kann strafbar sein

Ein weiterer Anwendungsfall, der Urheberrechte verletzen

kann, ist ein umgetextetes Lied, das per Video

aufgenommen und online gestellt wird. Während eine

Aufführung des umgestalteten Liedes innerhalb der

Einrichtung keinen öffentlichen Charakter hat und

unproblematisch ist, gilt das im Internet nicht mehr:

Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen eines

Werkes dürfen nur mit Zustimmung des Urhebers

veröffentlicht oder verwertet werden.

Ausnahme: Creative Commons

Es gibt lizenzfreie Inhalte. Diese sind vom Urheber

ausdrücklich zur Verwendung freigegeben und als

sogenannte „freie Lizenzen“ gekennzeichnet, häufig

abgekürzt mit CC für „Creative Commons“. Sind Inhalte

unter solchen Lizenzen veröffentlicht, kann man

sie auf eigenen Webseiten oder in gedruckter Form

verwenden. Die jeweiligen Lizenzbestimmungen

sollten Kitas genau beachten. Denn Rechteinhaber

gibt es auch hier. Diese legen fest, dass

das Werk zum Beispiel nicht verändert oder für

kommerzielle Zwecke genutzt werden darf. Eine

Namensnennung des Urhebers muss immer erfolgen.

Bei Fotos kann eine Verlinkung zur Bildquelle

erforderlich sein.

DER AUTOR

Rechtsanwalt Torsten

Bornemann gibt in

jeder Aus gabe von

Meine Kita Ant worten

auf rechtliche Fragen

aus dem Kita-Alltag.


34 | MEIN BERUF

MEHR ALS MANAGEN

Das Prinzip Leadership bedeutet mehr als Teamführung. Kita-Leitungen

können durch diese Technik alle im Team inspirieren.

Gastbeitrag Eva Weyer

Die Kita-Leitung ist im System der frühkindlichen

Bildung eine zentrale Figur. Leitungskräfte

tragen die Verantwortung sowohl für

die pädagogische Qualität der Kindertageseinrichtung

als auch für deren Organisation.

Sie erstellen Dienst- und Finanzpläne, gestalten

Kommunikationsstrukturen und dienen als Sprachrohr

für Träger und Verwaltung. Zudem geben sie

DIE AUTORIN

Eva Weyer ist Bildungswissenschaftlerin.

Sie arbeitet als Referentin in der

Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

und betreut das Projekt „Forum Kita Entwicklung“,

das die Stiftung gemeinsam

mit der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben

gerufen hat.

Abbildungen: © photo4passion.at / Shutterstock.com


MEIN BERUF | 35

fachliche Impulse und leiten das pädagogische

Personal an. Die Kita-Leitung bewegt sich an

verschiedenen Schnittstellen zwischen pädagogischen

Fachkräften, dem Träger, Eltern sowie

Kooperationspartnern.

Um diese Anforderungen zu bewältigen und den

Erwartungen an die pädagogische Qualität von

Kitas gerecht zu werden, haben Beraterinnen und

Berater in den vergangenen Jahren Techniken aus

der Wirtschaft in die Kita-Praxis eingeführt. Der

Gedanke: Kitas sollten wie moderne Unternehmen

funktionieren und wirtschaften. Klassische

Managementtechniken sind im Finanzbereich, in

der Zusammenarbeit mit dem Träger oder bei der

Gestaltung von effizienten Arbeitsabläufen hilfreich

und umsetzbar. Als pädagogische Einrichtung hat

die Kita aber andere Ziele als ein Wirtschaftsunternehmen.

Den tieferen Sinn sehen

Leadership kann in Kitas als Ergänzung zu Management

viel erreichen. Der Begriff Leadership

kann mit Führung übersetzt werden, meint aber

viel mehr. Während Führung im Allgemeinen

meint, dass eine Person anordnet, was getan

werden soll, gelten Leader als Vorbilder. Sie

begeistern und unterstützen das ganze Team

und befähigen jedes einzelne Teammitglied zu

wachsen, kompetenter und zufriedener zu werden.

Leitungen sollten daher ihren Mitarbeitenden

gut zuhören, deren Individualität schätzen, einen

tieferen Sinn in ihrer Arbeit sehen und diesen

auch im Team wecken.

Im Gegensatz zu Management geht es bei Leadership

nicht nur um Effizienz bei Arbeitsabläufen,

sondern auch um die Zusammenarbeit mit Menschen.

Das Team bestimmt und erreicht seine

Ziele gemeinsam. Damit die Mitarbeitenden gut

zusammenarbeiten, müssen sie sich als Team

fühlen, sich gegenseitig wertschätzen und unterstützen,

ein gemeinsames Verständnis von ihrer

Arbeit haben und geteilte Werte vertreten. Eine

partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Eltern

wird von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit

im Team getragen. Eine gemeinsame Vision

von guter Pädagogik stärkt das Teamwork. In

all diesen Feldern stößt Management als Führungsstil

an seine Grenzen, während Leadership

genau hier seine Stärken hat. Wenn sich eine

Kita-Leitung nur als Managerin einer Organisation

versteht, wird sie ihrer Führungsrolle nur zum Teil

gerecht. Der Leadership-Ansatz passt dagegen

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36 | MEIN BERUF

zu dem, was Kita-Leitungen brauchen, um ihre

Rolle in einer pädagogischen Einrichtung voll

auszufüllen.

Dem Team den Rücken freihalten

Kita-Leiterin Katrin Stampf der Kita Spatzennest

im baden-württembergischen Gerstetten beschreibt,

wie sie Leadership lebt. Für sie stehen

Wertschätzung und Miteinander im Vordergrund:

„Als Erzieherin waren für mich die Kinder klar im

Vordergrund. Seitdem ich als Leitung arbeite,

hat sich meine Sichtweise verschoben. An erster

Stelle stehen jetzt meine Erzieherinnen und wenn

es denen gut geht, dann geht es den Kindern

automatisch auch gut.“ An zweiter Stelle stehen

für sie die Eltern. „Sie sollen mit unserem Angebot

zufrieden sein. Ich halte meinem Team den Rücken

frei, sodass sie für die Arbeit am Kind genügend

Zeit haben.“

Das beschreibt, was Kita-Leitung im Sinne von

Leadership bedeutet: die einzelnen Mitarbeitenden

zu kennen und zu befähigen, ihre Stärken

einzubringen und weiterzuentwickeln und das

gemeinsam im Team. Dabei ist für die Mitarbeitenden

klar, welche Aufgaben die Leitung hat und

wo sie sich selbst einbringen können und sollen.

Ein Team, das so arbeitet, schafft ein positives

Arbeitsklima, in dem Menschen gerne arbeiten

und in dem sich Kinder wohlfühlen und sich gut

entwickeln. Bereits im Jahr 2007 hat die Studie

„Effective Leadership in the Early Years Sector“

bestätigt: Arbeiten Leitungskräfte im Sinne von

Leadership mit dem Team erfolgreich an einer einrichtungsspezifischen

Vision, einem gemeinsamen

pädagogischen Verständnis und gemeinsamen

Zielen, entwickeln sich Kinder kognitiv und sozialemotional

besonders gut.

Leadership bedeutet aber auch Handlungsfähigkeit.

Ein Team, das in diesem Sinne zusammenarbeitet,

ist Anforderungen von außen und

ungeplanten Veränderungen nicht schutzlos ausgeliefert,

sondern in der Lage, selbst zu gestalten

und auszuwählen, welche Anforderungen es als

sinnvoll ansieht und wie sie diesen begegnet.

LEADERSHIP IM KITA-ALLTAG

Die Einführung von Leadership im Kita-Alltag

ist herausfordernd. Folgende drei Leadership-

Tipps eignen sich, um den Ansatz auszuprobieren:

• Die Methode der wertschätzenden Erkundung

zeigt, dass es hilfreich ist, sich im

Team ganz auf die Stärken zu konzentrieren.

Das Team sammelt zuerst positive

Erfahrungen und Erfolge, die sie zusammen

erlebt haben. Davon ausgehend entwickeln

alle gemeinsam eine Zukunftsvision, die

bisherige positive Erfahrungen einbezieht.

Dabei gehen sie von der Frage aus: Wie

sieht unsere Zukunft aus, wenn wir weiter

solche Erfolgserlebnisse haben? Schließlich

entwickeln sie einen Plan, welche Schritte

konkret folgen sollen, und setzen diesen um.

• Mit der Kanban-Methode behält das Team

den Überblick über aktuelle Aufgaben und

darüber, wer an was arbeitet. Dazu hängt

man ein Plakat mit drei Spalten auf: Aufgabe,

Bearbeitung, erledigt. In der Spalte

Aufgabe sammelt das Team auf bunten

Zetteln alles, was noch ansteht. Jede Farbe

steht für ein Teammitglied und jedes Teammitglied

klebt dort Zettel mit seinen Aufgaben

auf. Die Zettel wandern eine Spalte

weiter, wenn etwas in Bearbeitung oder

erledigt ist. So sehen alle, wer gerade mit

was beschäftigt ist.

• Einander zu sagen, wofür man dankbar

ist und was man aneinander schätzt, ist

motivierend, schafft ein wertschätzendes

Teamklima und hilft auch in schwierigen

Situationen, einen positiven Blick zu behalten.

Kleine Post- oder Karteikarten sind eine

gute Möglichkeit, dies im Alltag zu tun: Die

ausgefüllten Karten legt man in die Postfächer,

die Fachkräfte lesen sie dann in einer

Runde vor, sammeln sie an einer Wand oder

stecken sie dem Gegenüber einfach zu.


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40 | IMPRESSUM

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Das kostenfreie, dreistündige Seminar „Hier spielt die Zukunft – Träger auf

dem Weg zur klimaneutralen Kita: Ressourcenschutz gestalten“ gibt Anregungen

und Praxisbeispiele für nachhaltige Bildung in der Bildungsarbeit.

➔ www.klima-kita-netzwerk.de

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7. bis 11. März 2023, Stuttgart

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Fachkräfte. Die Teilnehmenden können bei Kita-Seminaren aus

Themen wie „Qualität in Kitas“ oder „Kinderrechte im Kita-Alltag“ wählen.

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Impressum

Herausgeber:

Didacta Ausstellungs- und

Verlagsgesellschaft mbH

Rheinstraße 94

64295 Darmstadt

Projekt-/

Redaktionsleitung:

Projektassistenz:

Tina Sprung

Petra Wrischer

Erscheinungsweise: 4 × jährlich

Preis des Heftes:

Deutschland 2,90 € inkl. Mwst.

Österreich 3,20 €

Chefredaktion:

Prof. Dr. mult.

Wassilios E. Fthenakis

(verantwortlich)

wassilios@fthenakis.de

Verlag und

AVR Agentur für Werbung

Redaktionsanschrift: und Produktion GmbH

Arabellastraße 17

81925 München

Tel.: +49 89 419694-43

Fax: +49 89 4705364

meine.kita@avr-verlag.de

info@avr-werbeagentur.de

www.avr-werbeagentur.de

www.meine-kita.de

Leser- und

abo-meinekita@easy-mail.de

Abo-Service: Tel: +49 89 4506620

Aboverwaltung

c/o Easy Mail GmbH

Otto-Hahn-Str. 14

85609 Aschheim

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Thomas Klocke

Redaktion:

Autoren und

Mitwirkende

dieser Ausgabe:

Marketing:

Anzeigenleitung:

Anzeigenverkauf:

Art Direction

und Bildredaktion:

Roman Eisner

Vincent Hochhausen

Silvia Gallus

Leonhard Birnbacher

Thorsten Bornemann

Judith Durand

Beatrice Gievers

Lisa Pohlmeier

Nadine Seddig

Gottfried Schilling

Eva Weyer

Christoph Gülden

Daniela Schräder

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dschraeder@avr-verlag.de

Hans-Peter Wimmer

Tel.: +49 89 419694-31

hpwimmer@avr-verlag.de

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Druck:

Abonnement:

westermann druck GmbH

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

Jahresabonnement (4 Hefte),

11,60 €, Lieferung frei Haus

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nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München. Nachdruck

oder sonstige Vervielfältigungen – auch auszugsweise –

sind nur mit Genehmigung des Verlages gestattet. Für

unaufgefordert eingesandtes

Redaktionsmaterial übernimmt

der Verlag keine Haftung.

© AVR GmbH 2022

Gesamtleitung

Bildungsredaktion:

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Grafik Design:

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