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Bildungspraxis 02/2022

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EDITORIAL

INNOVATIVE

BERUFSORIENTIERUNG

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Abbildung: © Sascha Kreklau

die duale Ausbildung ist für

junge Menschen einer der

wichtigsten Wege in ein erfolgreiches

Berufsleben. Umso beunruhigender,

dass sich auf dem

Ausbildungsmarkt seit Jahren

Passungsprobleme zeigen: Zahlreiche

Jugendliche finden keinen

Ausbildungsplatz, gleichzeitig

finden viele Ausbildungsbetriebe keinen passenden

Nachwuchs. Das ist sowohl für die

betroffenen jungen Menschen, die Betriebe

und die Gesellschaft als Ganzes ein Problem.

In dieser Ausgabe von Bildungspraxis haben

wir deswegen die Nachwuchsgewinnung in

der dualen Ausbildung in den Fokus gerückt:

Dabei zeigen wir neue, innovative Ansätze

für die Berufsorientierung, wie etwa Stadiontage,

bei denen Jugendliche vor Ort Berufe im

Fußballstadion kennenlernen. Außerdem geht

es darum, wie wichtig es für Unternehmen

mit Nachwuchsproblemen ist, mit Schulen

zusammenzuarbeiten und jeden Schritt im

Azubi-Recruiting transparent und professionell

zu gestalten.

Erfahren Sie in weiteren Beiträgen, wie

moderne Trainingssysteme Hochvoltkompetenzen

vermitteln und warum die didacta

Bildungsmesse in Köln ein Muss für Berufsbildungsprofis

ist.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme und

anregende Lektüre, Ihr

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur Bildungspraxis


INHALT

Jugendliche für Bauberufe begeistern,

ab Seite 4

E-Autos verlangen neue Skills,

ab Seite 16

Im Fokus

Neue Wege bei der Azubi-Gewinnung

4 Leuchtende Augen beim

Baggerfahren

Unternehmen gehen in die Schule

8 Stadionrunde

Berufsorientierung im Fußballstadion

12 „Dann geh ich eben woanders hin“

Recruitingprozesse attraktiv gestalten

Ausbildung

16 Ausbildung mit 1000 Volt

Neue Kompetenzen für Kfz-Fachkräfte

Weiterbildung

22 Bildungsreise in die Zukunft

Berufliche Bildung auf der didacta Messe

26 Weiterbildung News

International

28 Zeigen, was man kann

Zehn Jahre Anerkennungsgesetz

30 International News

32 Veranstaltungen 2022

20 Ausbildung News

DIE NÄCHSTE BILDUNGSPRAXIS ERSCHEINT IM SEPTEMBER 2022.

2 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


IMPRESSUM

›› Herausgeber: Didacta Ausstellungs- und Verlagsgesellschaft mbH

Rheinstraße 94 • 64295 Darmstadt

AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Arabellastraße 17 • 81925 München

›› Chefredaktion: Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis (verantwortlich)

wassilios@fthenakis.de

›› Verlag und AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Redaktionsanschrift: Arabellastraße 17 • 81925 München

Telefon: +49 89 419694-43

Fax: +49 89 4705364

E-Mail:

info@avr-werbeagentur.de

bildungspraxis.magazin@avr-verlag.de

Internet: www.avr-werbeagentur.de

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›› Leser- und Aboservice: abo-bildungspraxis@easy-mail.de

Tel: 089-4506621-0

Aboverwaltung

c/o Easy Mail GmbH

Otto-Hahn-Str. 14

85609 Aschheim

›› Geschäftsführung: Thomas Klocke

›› Gesamtleitung Tina Sprung

Bildungsredaktion:

›› Projekt- und Vincent Hochhausen

Redaktionsleitung:

›› Redaktion: Roman Eisner

Silvia Gallus

Thorsten Timmerarens

›› Autoren und Mitarbeiter Nicole Glawe-Miersch

dieser Ausgabe: Markus Kamann

Sibylle Petry

Gabriele Weingärtner

›› Gesamtleitung Kirstin Strecker • Telefon: +49 89 419694-57

Bildungsverkauf: E-Mail: kstrecker@avr-verlag.de

›› Mediaberatung: Anja Löscher • Telefon: +49 89 419694-33

E-Mail: aloescher@avr-verlag.de

›› Art Direction und Michaela Körner

Bildredaktion:

›› Grafik Design: Sabrina Gentner, Anna Spinnen-Riemath

›› Composing: Udo Karohl

›› Titelbild: © ADragan / Shutterstock.com

›› Erscheinungsweise: 4 × jährlich

›› Druck: Weiss-Druck GmbH & Co. KG,

Hans-Georg-Weiss-Straße 7, 52156 Monschau

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›› Abonnement: Jahresabonnement (4 Hefte) 24 €, zzgl. Versandkosten

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Beiträge freier Autoren geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Verleger zugleich Anschrift aller Verantwortlichen

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München. Nachdruck oder

sonstige Vervielfältigung – auch auszugsweise – sind nur mit

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IM FOKUS

LEUCHTENDE AUGEN

BEIM BAGGERFAHREN

In vielen Berufen wird der Nachwuchs knapp. Eine Lösung für

Ausbildungsbetriebe: den direkten Kontakt mit den Schulen suchen.

Text Vincent Hochhausen

Abbildung: © Petair / Shutterstock.com

4 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


können wir

unsere Ausbildungsplätze

beset-

„Noch

zen. Aber es wird immer schwieriger“,

sagt Ralph Walter, Leiter der Aus- und

Weiterbildung bei der bayerischen

Firmengruppe Max Bögl, wenn es um

den Nachwuchsmangel auf dem Ausbildungsmarkt

geht. Das international

tätige Unternehmen bildet rund 350

Auszubildende in 38 Berufen aus.

Nachwuchs zu finden sei heute

schwierig, vor allem in handwerklichen

und gewerblich-technischen

Berufen: „Beton- und Stahlbauer oder

Straßenbauer beispielsweise haben

nicht das beste Image – wenn die

Jugendlichen sie überhaupt kennen.“

Um das zu ändern, setzt Max Bögl auf

ein breites Spektrum von Recruitinginstrumenten

– von Online-Anzeigen

und Inseraten über Berufsmessen und

Informationstage bis hin zu Schulkooperationen.

›› BILDUNGSPRAXIS 2/2022 | 5


IM FOKUS

Eine davon startete 2019 mit der Staatlichen

Knabenrealschule Neumarkt in

der Oberpfalz. Hier kann Max Bögl

Schülerinnen und Schüler frühzeitig

über Berufe informieren, auch über

jene, bei denen der Nachwuchs fehlt.

Für die Schule wiederum sind solche

Kooperationen wichtig, um die Berufsorientierung

für die Schülerinnen

und Schüler zu gewährleisten. „Unser

Ziel ist, unseren Schülern die Vielfalt

der Berufswelt anhand praktischer

Bildungsprojekte näherzubringen“,

sagt Schulleiterin Sabine Söllner-Gsell.

Zudem sind ihr bei der Berufsorientierung

Praxisbezug sowie Maßnahmen

bereits in einem jungen Alter wichtig.

Löten mit Fünftklässlern

Das geschieht unter anderem durch

Besuche von Fünftklässlern im unternehmenseigenen

Ausbildungszentrum

im Rahmen des Forscherunterrichts.

Zudem bietet die Firmengruppe für

diese Altersgruppe handwerkliche

Kurse an, bei denen die Kinder zum

Berufe wie Straßen- oder Betonbauer haben nicht das attraktivste Image. Ausbildungsunternehmen

können das ändern, indem sie in der schulischen Berufsorientierung präsent sind.

Beispiel löten lernen. Für Achtklässler

veranstaltete das Unternehmen im Juli

2021 zum ersten Mal ein einwöchiges

Bautechnikcamp. Unter Anleitung von

Ausbildern lernten die Teilnehmer dort

Grundlagen der Metall- und Holzbearbeitung,

Elektronik mit Lötunterricht

und die Bedienung von Ladern und

Baggern kennen. Das Bautechnikcamp

soll in diesem Jahr erneut durchgeführt

werden. Außerdem bietet die Firmengruppe

Betriebsführungen für Lehrkräfte

an. „Nicht nur Jugendliche, auch

Lehrer kriegen oft leuchtende Augen,

wenn sie sich in einen Bagger setzen

dürfen“, sagt Walter lachend.

Eltern sind schwer zu

erreichen

Um auch Eltern zu erreichen, veranstaltet

Max Bögl Informationsabende

für die Eltern der 8. Klassen, bei denen

Walter Berufe und Ausbildungen

vorstellt. Gerade bei dieser Gruppe sei

die Ansprache besonders wichtig, sagt

Walter, denn Eltern hätten einen großen

Einfluss auf die Berufswahl

der Kinder.

„Wenn ein Jugendlicher

sagt, er will Straßenbauer

werden,

dann raten ihm viele

Eltern davon ab, weil

das nicht als attraktiver

Beruf gilt“, sagt

Walter.

„Eltern sind bei der

Berufswahl Anstoß-

und Ratgeber,

deshalb muss man

sie bei der Berufsorientierung

ins Boot

holen. Leider gestaltet

sich das oft nicht

einfach“, bestätigt

Schulleiterin Söllner-

Gsell. Das zeigte sich

auch bei den Elternabenden;

die Nachfrage

war geringer,

als Söllner-Gsell und

Walter sich erhofft

hatten.

Abbildung: © Photographee.eu / Shutterstock.com

6 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Egal ob Schulkooperation oder

Online-Werbung, für Walter ist es

wichtig, die Wirksamkeit aller Maßnahmen

zur Nachwuchsgewinnung

zu evaluieren: „Wir fragen zum Beispiel

bei allen Bewerbern ab, wie sie

auf uns gekommen sind – als Freitext-Frage.“

Dabei werde deutlich,

dass die meisten Bewerbungen auf

Mundpropaganda und persönliche

Kontakte zurückgehen – zum Beispiel,

weil man jemanden kennt, der

im Unternehmen arbeitet, oder auf

einer Infoveranstaltung Kontakt aufgenommen

hat. Auch deswegen seien

Schulkooperationen wie die mit der

Knabenrealschule Neumarkt so wichtig.

„Wenn Jugendliche unsere Berufe

direkt kennenlernen, können sie so

manches Vorurteil revidieren.“

Im Überblick:

» Das weltweit tätige

Bauunternehmen Max

Bögl kämpft mit

Nachwuchsmangel,

vor allem im Beton-

und Straßenbau.

» Ein erfolgreiches

Instrument zur

Azubi-Gewinnung sind

Schulkooperationen.

» Eltern sind eine wichtige

Zielgruppe beim

Azubi-Recruiting, aber

schwer zu begeistern.

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IM FOKUS

STADIONRUNDE

Um Jugendliche für Berufe zu begeistern, muss man

ungewöhnliche Wege gehen – zum Beispiel ins Fußballstadion.

Gastbeitrag Nicole Glawe-Miersch, Markus Kamann, Sibylle Petry

Abbildungen: © gpdm (3); NLZ Holstein Kiel

8 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Eine Gruppe von Jugendlichen

steht im VIP-Bereich des

Holstein Fußballstadions in

Kiel um einen Tisch herum. Sie versuchen,

mit Hilfe einer Anleitung eine

Stoffserviette professionell als Tischdeko

zu falten. Die meisten schaffen es nicht

beim ersten Mal, aber mit Unterstützung

der Fachkräfte des Stadion-Caterers gelingt

es manchen schließlich ganz gut.

Stolz zeigt eine Schülerin der Gruppe

ihre gefaltete Serviette. Die Schülerinnen

und Schüler haben gerade Berufsorientierungsunterricht.

Ihre Schule nimmt

am Berufsorientierungskonzept Arena4You

teil, das nicht im Klassenraum,

sondern im Fußballstadion stattfindet.

Bei den elf Stadiontagen in Kiel, die im

November und Dezember 2021 stattfanden,

nahmen insgesamt 13 Schulen aus

der Region teil.

SIBYLLE PETRY UND

MARKUS KAMANN

sind die Geschäftsführer der Bildungsberatungsagentur

GPDM

– Gesellschaft für Projektierungsund

Dienstleistungsmanagement

und haben mit ihrem Team vor

zehn Jahren die Arena4You Stadiontage

entwickelt.

NICOLE

GLAWE-MIERSCH

leitet für die GPDM zwei berufliche

Ausbildungsnetzwerke im

Gewerbebereich (BANG) und

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IM FOKUS

Berufsorientierung

mal anders

Jugendliche für eine Ausbildung

zu begeistern ist

Aufgabe des Berufsorientierungsunterrichtes

in den

Schulen. Wenn das Thema

ab Klasse 8 im Stundenplan

steht, können sich

viele Jugendliche zunächst

nicht begeistern. Das Berufsorientierungsprojekt

Arena4You will deshalb die

Aufmerksamkeit und das

Interesse der Jugendlichen für das Thema

wecken, indem das Stadion als bekannter

Ort aus der Lebenswelt vieler Jugendlicher

genutzt wird.

Arena4You wurde vor zehn Jahren von der

Bildungsagentur GPDM ausgearbeitet. Es

geht von der Prämisse aus, dass die Frage an

Schülerinnen und Schüler „Kommst du mit

ins Stadion?“ eine ungleich größere Chance

haben wird, positiv beantwortet zu werden,

als „Kommst du mit zum Berufsberater?“.

Ziel ist es, eine außergewöhnliche Berufsmesse

zu veranstalten, deren Konzept dafür

sorgt, dass die Aufmerksamkeit der Jugendlichen

von Beginn an hoch ist und während

der Vorstellung der Berufe nicht nachlässt

– was zu einer hohen Nachhaltigkeit der

vermittelten Informationen führt.

14 Berufsfelder sind

Teil des Rundgangs

Kern des Arena4You-Konzeptes ist, am

Beispiel des Stadionbetriebes möglichst

viele Berufsfelder und damit Ausbildungsberufe

vorzustellen und erlebbar

zu machen. Denn im Stadion finden sich

jede Menge Berufe wieder: am Eingang die

Fachkräfte Schutz und Sicherheit, bei der

Bewirtung in den Logen und den Publikumsbereichen

die Gastronomiefachkräfte,

auf dem Rasenplatz Berufe wie Gartenund

Landschaftsbau, neben der Umkleide

Physiotherapeuten, auf dem Stadionbau die

Dachdecker oder Stahlbauer, im Fanshop

kaufmännische Berufe sowie IT- und Medienberufe

in der Verwaltung.

Beim Stadionrundgang bearbeiten die Jugendlichen Aufgaben

zu den jeweiligen Berufen.

Der Tag beginnt mit einer Stadionführung,

bei der Schüler/-innen und Lehrkräfte gemeinsam

erraten, welche Berufe an den jeweiligen

Orten ausgeübt werden – oft stellt

sich dabei heraus, dass die Jugendlichen

nicht so viele Berufe kennen, wie sie glauben.

Danach können die Schülerinnen und

Schüler Stationen besuchen, an denen die

im Stadion tätigen Unternehmen ihre Ausbildungsberufe

vorstellen. Mit Hilfe von

didaktisch aufbereitetem Begleitmaterial

erkunden die Teilnehmenden diese Berufe,

lösen Praxisaufgaben und stellen Fragen.

Der Tag schließt mit einer Feedbackrunde

in Form einer nachgestellten Pressekonferenz

ab.

Bei praktischen Aufgaben

ins Gespräch kommen

Wichtig bei Arena4You ist: Die einzelnen

Stationen sind keine Infostände wie auf einer

herkömmlichen Berufsmesse. Im Vordergrund

stehen stattdessen Arbeitsproben

und Praxisbeispiele mit Tätigkeiten, die

für den Beruf typisch sind. So müssen die

Teilnehmenden etwa die Vor- und Nachteile

von Kunst- oder Naturrasen für Sportstätten

richtig ankreuzen oder angeben,

mit welchen Werkzeugen Tischler/-innen

bestimmte Arbeitsschritte erledigen. Bei

den praxisorientierten Aufgaben müssen

sie etwa mit einer Bohrmaschine umgehen

oder einen Tisch richtig decken. Während

der Erprobung bieten Ausbilderinnen

und Ausbilder ebenso wie Azubis aus den

Unternehmen den Jugendlichen Infos zur

Ausbildung und beantworten ihre Fragen.

Wie die Auswertungen der Stadiontage

zeigen, wird diese Form der Gespräche

sowohl von den Jugendlichen als auch von

den Ausbilder/-innen als angenehm und

sinnvoll beurteilt.

Abbildung: © NLZ Holstein Kiel

10 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Praxisaufgaben und Aktionsideen gibt es

derzeit für 14 Berufsfelder, jedes Jahr kommen

neue hinzu und die Aufgaben werden

regelmäßig aktualisiert.

Viele Akteure

arbeiten zusammen

Seit 2012 gab es bislang rund 200 Stadiontage

zur Berufsorientierung, an denen etwa 10 000

Jugendliche teilgenommen haben. Für die

Umsetzung eines solchen Tages arbeiten viele

Institutionen zusammen: die Schulen, die jeweilige

Stadiongesellschaft, die die Sportstätte

betreibt, die einzelnen Unternehmen sowie

die örtliche Arbeitsagentur, die die Maßnahme

im Idealfall finanziell fördert.

Der Bundesliga-Zweitligist Holstein Kiel ist

einer der Praxispartner, der die Stadiontage

ermöglicht. „Man hat gemerkt, dass die

Unternehmen, Schüler/-innen und Lehrer/-

innen jeweils mit der gleichen Begeisterung

ins Stadion gekommen sind“, sagt Dominic

Peitz, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums

Holstein Kiel. „Diese positive

Stimmung überträgt sich auf die Berufsorientierung

und auf das Kennenlernen von

Unternehmen und Auszubildenden.“ Diese

Einschätzung bestätigen die Fragebögen, die

die Lehrkräfte und Jugendlichen ausgefüllt

haben: Alle Lehrkräfte und 92 Prozent der

Schülerinnen und Schüler schätzten den

Berufsorientierungstag als gut oder sehr gut

ein, 72 Prozent der Jugendlichen gaben an,

dass der Tag ihr Interesse an einem der vorgestellten

Berufe geweckt habe. Auch wegen

solcher Ergebnisse ist die Nachfrage an den

Schulen nach den Stadiontagen derzeit groß.

Das Konzept soll daher in Zukunft auf andere

Veranstaltungsstätten ausgeweitet werden,

etwa Mehrzweckhallen oder Theater.

Im Überblick:

» Beim Berufsorientierungskonzept

Arena4You besuchen Jugendliche

Fußballstadien und lernen die

Berufe kennen, die dort zum

Einsatz kommen.

» An Praxisstationen bewältigen sie

berufstypische Aufgaben und kommen

mit Ausbildungspersonal und Azubis

ins Gespräch.

» Neben den Schulen, den Stadiongesellschaften

und den dortigen

Unternehmen wirken Institutionen

wie die örtliche Arbeitsagentur

an den Aktionstagen mit.

» www.arena4you.net

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IM FOKUS

„DANN

GEH ICH EBEN

WOANDERS HIN“

Jugendliche neugierig zu machen reicht nicht aus. Jeder Schritt

im Recruitingprozess birgt die Gefahr, dass Kandidatinnen

und Kandidaten abspringen.

Gastbeitrag Gabriele Weingärtner

Die

Herausforderung

Simone Hochstädter ist Ausbildungsleiterin eines mittelständischen

Unternehmens im Randgebiet einer Großstadt:

„Mit einem kreativen und zielgruppengerechten Ausbildungsmarketing

versuchen wir, potenzielle Bewerberinnen und Bewerber für unsere Ausbildungsplätze

als Industriefkaufmann/-frau und als Mechatroniker/-in anzusprechen.

Tatsächlich funktioniert der erste Schritt gut: Unsere Inserate auf den

Bewerberportalen werden überdurchschnittlich gut geklickt und wir erhalten

Rückmeldungen. Aber das ist auch schon das Ende des Erfolges. Im laufenden

Recruitingprozess springen uns immer wieder gute Bewerber ab. Woran kann

das liegen – was kann ich tun?“

Gabriele Weingärtner ist

Trainerin und Coach

und leitet die Ausbilder-

Akademie GmbH.

„Liebe Frau Hochstädter,

den ersten Schritt zum erfolgreichen

Recruiting zukünftiger

Auszubildender

haben Sie schon gemacht

über eine zielgruppengerechte

Ansprache. Dass

nach dem Erstkontakt Jugendliche den Kontakt

abbrechen, ist ein verbreitetes Problem.

Wichtig ist, sich klarzumachen, dass alle

Prozessschritte im Kontakt mit Bewerberinnen

und Bewerbern relevant sind.

Werden sie professionell und zuverlässig

umgesetzt, minimiert man die Wahrscheinlichkeit,

dass geeignete Kandidatinnen

oder Kandidaten vorzeitig abspringen.

Um das besser zu verstehen, hilft es, sich

in die Erlebniswelt junger Bewerber zu

versetzen. Im Folgenden einige Beispiele,

wie Jugendliche den Bewerbungsprozess

empfinden; die Statements sind fiktiv, aber

sie basieren auf einer Vielzahl von realen

Fällen:

Abbildung: © Ausbilder-Akademie GmbH

12 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Dokumentenkameras

für den Unterricht

„Die Anzeige liest sich gut, der Videoclip

zur Ausbildung spricht mich an und das

Unternehmen wirkt jung, modern und dynamisch.

Doch die Ansprechpartnerin ist

nicht zu erreichen, sie antwortet jetzt schon

zwei Tage nicht auf meine Mail mit den

Fragen. Als ich dort anrufe, lässt man mich

in der Warteschleife verhungern und dann

lande ich bei einem Kollegen der Ansprechpartnerin

– sie hat Urlaub und er kann mir

leider keine Auskunft geben. Ein zweites Mal

werde ich nicht anrufen. Schade, das wäre

interessant gewesen – also zum nächsten

Unternehmen.“

„Ich hätte die Stelle gerne, also will ich

meine Bewerbung hochladen. Leider geht

das nicht so unkompliziert wie erwartet.

Habe ich dann endlich meine Unterlagen

hochgeladen, möchte ich nicht lange warten:

Eine direkte Eingangsbestätigung mit

Infos zum weiteren Verlauf sowie ein regelmäßiges

Update über den Stand meiner

Bewerbung finde ich selbstverständlich.

Leider dauert es viel zu lange, bis ich eine

Rückmeldung bekomme. Da werde ich

mich wohl beim nächsten Unternehmen

bewerben.“

„Ich habe eine Einladung zum Vorstellungsgespräch

bekommen. Das Unternehmen bietet

als Optionen ein telefonisches Interview

an, ein Interview per Videochat oder ein

Präsenzinterview vor Ort. Ich finde es gut,

dass ich wählen kann, aber klare und eindeutige

Angaben und Anleitungen darüber,

wie und wo das Gespräch abläuft, gibt es in

der Einladung nicht. Bevor ich den Informationen

hinterherlaufe, nehme ich lieber die

Einladung bei einem anderen Ausbildungsunternehmen

an – zum Glück habe ich mehrere

Optionen.“

„Das virtuelle Bewerberinterview startet,

und bei mir funktioniert alles: Die Software

ist mit meinem Rechner kompatibel,

Internetverbindung steht, Kamera, Licht

und Headset sind eingeschaltet, das reduziert

meine Aufregung. Aber nun hänge

ich im Warteraum. Verspätet werde ich

zugeschaltet, aber leider kann ich meine

Gesprächspartner weder gut sehen noch

hören, und auch das angekündigte Teilen

des Bildschirms mit den Informationen zum

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IM FOKUS

Anzeige

Ausbildungsunternehmen

startet

nicht – nicht sehr

professionell.

Schade.“

Gespräch

Zwischenbescheid

Auswahlverfahren

„Das Vorstellungsgespräch

ist super

gelaufen. Ich hatte

eine gute Ortsund

Wegbeschreibung

erhalten,

bin freundlich

aufgenommen

worden, musste

nicht lange warten

und die Atmosphäre

war entspannt. Ich hatte Möglichkeiten,

selbst Fragen zu stellen und habe

viele Informationen zur Ausbildung, zu

meinen Weiterbildungsmöglichkeiten und

den Ausbilder/-innen bekommen. Aber jetzt

nach dem Vorstellungsgespräch heißt es

wieder warten – warum bekomme ich keine

schnelle Rückmeldung über den aktuellen

Stand? Wenn ich zu lange warten muss, entscheide

ich mich für etwas Anderes.“

Empfang

Zusage/

Absage

Umfeld

» transparent,

» schnell und zeitnah,

» ansprechend,

1.Tag

» einfach für alle Beteiligten,

Vertrag

Zeit bis

1.Tag

Anreise

» mit einem hohen Maß an Mensch -

lichkeit und Empathie

Erreichbarkeit

Einladung

Erstkontakt

Telefonat/

E-Mail

Unternehmensimage

Die einzelnen Phasen des Recruiting prozesses bilden

eine Kette. An jeder Stelle davon kann es zu Fehlern

kommen, bei denen geeignete Bewerberinnen

und Bewerber verloren gehen.

„Es hat geklappt, die Zusage ist da – aber

wo bleibt der Ausbildungsvertrag? Für mich

ist es wichtig, die Fakten vorliegen zu haben

und sicher zu sein – sonst entscheide ich

mich doch noch um.“

„Jetzt habe ich den Vertrag in der Tasche

und kann mich auf die restliche Schulzeit

konzentrieren. Aber warum höre ich nichts

mehr von meinem zukünftigen Ausbildungsunternehmen?

Haben die mich vergessen?

Wie geht es weiter? Es wäre doch so einfach,

in diesen Wochen in Kontakt zu bleiben,

immer wieder Informationen zur Verfügung

zu stellen oder von mir anzufordern. Auch

wäre es toll, meine zukünftigen Mitauszubildenden

und das Ausbildungspersonal schon

vorab kennenzulernen. Vielleicht ist das

doch nicht die richtige Ausbildung für mich.“

Die Beispiele zeigen: Jeder Schritt in der

Kette birgt das Risoko, Bewerberinnen und

Bewerber zu verlieren. Überprüfen Sie Ihre

Prozesse anhand dieser Beispiele – wie

sieht es denn bei Ihnen aus? Stellen Sie sicher,

dass bei Ihnen jeder Schritt:

stattfindet. Sorgen Sie dafür, dass alle Ansprechpartner

erreichbar und informiert sind. Das

ist nicht nur dafür wichtig, eine gute Kandidatenauswahl

zu haben und keine potenziellen

Nachwuchskräfte zu verlieren. Ein guter, professioneller

Recruitingprozess ist auch bereits

Teil des Onboarding der neuen Auszubildenden.

In dieser Phase des sogenannten Preboardings

vor Ausbildungsbeginn werden die ersten

Weichen für den gemeinsamen Erfolg gelegt.

Vervollständigt wird dieser Onboardingprozess

durch die systematische Integration der jungen

Kolleginnen und Kollegen in den ersten Monaten.

Onboarding und Nachwuchskräftebindung

fängt aber schon beim richtigen Recruiting an

– jeder Schritt zählt hier.“ ■

Haben Sie konkrete Problem stellungen

oder Fragen, bei denen Sie sich Tipps

wünschen? Schreiben Sie uns an:

» redaktion@avr-verlag.de

14 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Perspektivwechsel

Die Welt aus neuen Blickwinkeln zu betrachten, hilft andere Perspektiven zu verstehen. Dazu trägt Engagement Global –

Service für Entwicklungsinitiativen seit 2012 bei: mit vielfältigen Angeboten für entwicklungspolitisches Engagement, auch

für Jugendliche und Fachkräfte in Bildung und Erziehung. Auf der didacta kommen Sie mit uns vom 7. bis 11. Juni 2022

täglich ins Gespräch in Halle 07.1, Stand B-030.

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Foto: © Thomas Range/Engagement Global

BtE – Bildung trifft Entwicklung

Ob Globalisierung, Klimawandel oder Migration:

Komplexe Themen lassen sich im Unterricht

am besten anhand von Beispielen erklären.

BtE vermittelt qualifizierte Referentinnen und

Referenten, die auch in Ländern des Globalen

Südens gelebt und gearbeitet haben, an Kindergärten,

Schulen, Hochschulen sowie Einrichtungen

der außerschulischen Jugend- und

Erwachsenenbildung. Der Chat der Welten von

BtE kombiniert Globales Lernen mit digitalen

Medien. Schulklassen in Deutschland tauschen

sich dabei online mit Menschen in Asien, Afrika

und Lateinamerika aus.

https://www.bildung-trifft-entwicklung.de/de/

ENSA

Das entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm

ENSA fördert internationale Partnerschaften

zwischen Schulen aus Deutschland

und Schulen aus Ländern in Afrika, Asien,

Lateinamerika und Südosteuropa. Gefördert

werden Anbahnungsreisen für Schulen, die

eine neue Partnerschaft starten wollen, und

Begegnungsreisen für Schulen, die eine bestehende

Partnerschaft intensivieren und Projekte

gemeinsam umsetzen wollen. Ergänzend

bieten wir außerdem Weiterbildungen und

Netzwerkveranstaltungen für Lehrkräfte und

Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen

(NRO) an.

https://ensa.engagement-global.de

Schulwettbewerb

„Alle für eine Welt für alle“

Der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik

„Alle für eine Welt für alle“ ruft Schülerinnen

und Schüler dazu auf, sich mit Themen der

globalen Entwicklung zu beschäftigen. Eine

neue Runde startet zum Schuljahresbeginn

2023/2024. Den Wettbewerb begleitet eine

Wanderausstellung mit Good Practice-Beispielen

der vergangenen Runden, die Schulen kostenfrei

ausleihen können. Einblick an unserem Stand

auf der didacta, Halle 07.1, Stand B-030.

www.eineweltfueralle.de

Song Contest „Dein Song für eine Welt!“

Der Song Contest ruft Kinder und Jugendliche

zwischen 10 und 25 Jahren dazu auf, sich musikalisch

mit Themen globaler Entwicklung auseinanderzusetzen

und ihren eigenen Song zu

komponieren. Teilnehmen können junge Menschen

aus Deutschland sowie aus Ländern des

Globalen Südens als Solistin oder Solist, Band,

Chor oder Schulklasse. Eine neue Runde startet

Anfang 2023.

https://eineweltsong.de

Orientierungsrahmen

Globale Entwicklung (OR)

Der OR für den Lernbereich Globale Entwicklung

zeigt, wie Bildung für Nachhaltige Entwicklung

mit globaler Perspektive fest im

Unterricht verankert werden kann. Er ist von

der Kultusministerkonferenz empfohlen und

bietet Anregungen für die Fächer der Sekundarstufe

I und die Grundschule sowie für den

fächerverbindenden Unterricht. Engagement

Global stellt kostenfrei Lern- und Lehrmaterialien

zu unterschiedlichen Themen zur

Verfügung.

https://ges.engagement-global.de/

mediathek.html

weltwärts

Mit dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst

weltwärts engagieren sich Menschen

zwischen 18 und 28 Jahren in einem Land in

Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder

Ozeanien für eine nachhaltige Entwicklung. Für

6 bis 24 Monate arbeiten sie in lokalen Projekten

mit, zum Beispiel in den Bereichen Bildung,

Gesundheit, Umwelt oder Menschenrechte. Voraussetzungen

sind ein Schulabschluss, Offenheit

und Lernbereitschaft sowie Interesse an den

Kulturen und Lebensverhältnissen in Ländern

des Globalen Südens. Ziel von weltwärts ist es,

Menschen in der Einen Welt zu verbinden, um

mit- und voneinander zu lernen.

https://weltwaerts.de

Kontakt: Engagement Global gGmbH

Friedrich-Ebert-Allee 40 | 53113 Bonn

www.engagement-global.de

info@engagement-global.de

Infotelefon: 0800 188 7 188


AUSBILDUNG

Berufsschullehrkräfte aus ganz Norwegen kamen im März 2020 in das norwegische Larvik, um sich

didaktische Anregungen zur Schulung von Hochvoltkompetenzen im Kfz-Bereich zu holen.

AUSBILDUNG MIT

1000 VOLT

E-Autos erfordern von Kfz-Fachkräften neue Kompetenzen.

In Norwegen, einem der Vorreiterländer der Elektromobilität,

lernen Fachkräfte den Umgang mit Hochvolttechnik.

Text Vincent Hochhausen

Neue Serie

Deutsche Bildungsunternehmen verfügen

über Ideen und Konzepte, um die Transformation

der Aus- und Weiterbildung innovativ

mitzugestalten. Bildungspraxis stellt in einer

neuen Serie Best Practice-Beispiele vor.

Die Zahl der Elektroautos

auf Deutschlands Straßen

wird rapide steigen: Lag

das Ziel vor der letzten Bundestagswahl

noch bei sieben bis zehn Millionen zugelassenen

Fahrzeugen bis 2030, hat die

Abbildung: © Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG

16 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


seit 2021 amtierende Ampelkoalition

dies auf 15 Millionen aufgestockt. Bis

dahin ist es noch ein weiter Weg, denn

momentan sind erst rund 1,3 Millionen

Elektroautos in Deutschland zugelassen.

Doch das Wachstum beschleunigt

sich – 2021 gab es mit über 350 000 so

viele Neuzulassungen wie nie zuvor.

1000 Volt Spannung

Für die Fachkräfte in Kfz-Berufen bedeutet

das eine massive Umstellung.

Elektroautos funktionieren anders als

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor

und verlangen bei der Wartung und

Reparatur neue Kompetenzen. Dazu

gehört der richtige Umgang mit Hochspannungstechnik,

denn im Elektromotor

herrschen Spannungen von 1000

Volt – eine potenzielle Gefahrenquelle.

„In den Kfz-Berufen muss daher jeder,

der beruflich mit elektrischer Antriebstechnik

in Kontakt kommt, eine

Qualifizierung zum Fachkundigen für

Hochvolttechnik in Kraftfahrzeugen

nachweisen“, sagt Markus Milwa vom

Lehrsystemanbieter Christiani. Das

Unternehmen hat daher eigens den

HV-Trainer – HV steht für Hochvolt

– entwickelt, ein Schulungssystem,

mit dem angehende und fertige Kfz-

Mechatroniker/-innen unter realen

Bedingungen den Umgang mit Hochvolttechnik

erlernen und praxisnahe

Aufgaben einüben können. Dazu

gehört etwa das Lokalisieren und der

Austausch von defekten Batteriezellen,

die Messung von Spannung und von

Isolationswiderständen oder die Behebung

von Fehlern im Batterie- oder

Antriebsmodul.

Mittlerweile wird der HV-Trainer auch

in anderen Ländern wie Norwegen ein-

#excitingedu Kongress 2022

20. – 21. September Zeiss-Großplanetarium Berlin

Let’s talk! Informieren, austauschen, gestalten.

Wir suchen dich: Call for Papers

Endlich sehen wir uns im echten Leben wieder! Der #excitingedu Kongress 2022 steht unter

dem Motto: Let’s talk! Informieren, austauschen, gestalten. Nach 2 Jahren Lehren und Lernen

unter den Bedingungen der Pandemie haben wir alle viel erfahren und gelernt, deshalb bietet der

Kongress neben praxisbezogenen Workshops und Vorträgen zu digitalem Unterricht auch viele

Möglichkeiten sich auszutauschen und eigene Ideen vorzustellen. Ihr habt Lust den #excitingedu

Kongress 2022 aktiv mitzugestalten? Beteiligt euch an unserem Call-for-Papers!

Tickets und mehr Infos zum Call-for-Papers über: https://excitingedu.de/excitingedu-kongress/

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Vorschlag

einreichen!


AUSBILDUNG

gesetzt. Dort sind E-Autos, anders als

in Deutschland, bereits der Normalfall

auf den Straßen: 65 Prozent der Autos,

die dort 2021 zugelassen wurden, fahren

ausschließlich elektrisch, Tendenz

steigend. In keinem Land der Welt ist

der Anteil von elektrisch angetriebenen

Autos so hoch. Dieser rapide Wandel

in der Automobilbranche hat sich allerdings

nicht genügend in der Qualifizierung

der Fachkräfte niedergeschlagen.

Das kritisieren zumindest die norwegischen

Gewerkschaftler Christoffer

Heggholmen und Arvid Ellingsen: „Wir

hinken sowohl bei der Ausbildung als

auch bei den Kompetenzanforderungen

derjenigen hinterher, die ihre Ausbildung

bereits abgeschlossen haben“,

schreiben sie in einem aktuellen Beitrag

für das norwegische Online-Fachmagazin

Elbil24.

Lehrkräfte als

Multiplikatoren

Der Bedarf an der Vermittlung von

Kompetenzen beim Umgang mit Hochvolttechnik

ist in Norwegen hoch. „Das

meiste Interesse kommt von den Berufsschulen

und Ausbildungszentren,

denn dort findet in Norwegen der

größte Teil der Ausbildung statt“, erklärt

Sandra Strobl, die bei Christiani

für die Kooperation mit den norwegischen

Partnern zuständig ist. Um ihr

Trainingskonzept für Kfz-Hochvolttechnik

vorzustellen, führte Christiani

an der Thor-Heyerdal-Schule in Larvik,

die den HV-Trainer bereits einsetzt, im

März 2020 Schulungen für 30 Berufsschullehrkräfte

durch. Die Teilnehmenden

sollen ihr neu erworbenes Wissen

als Multiplikatoren in ihre Schulen tragen.

„Die Schulung kam gut an, leider

machte uns gleich danach Covid einen

Strich durch die Rechnung“, erzählt

Strobel. 2022 sollen wieder ähnliche

Veranstaltungen stattfinden.


2021 wurden in Deutschland so viele Elektroautos zugelassen wie nie zuvor.

In Zukunft sollen die Fahrzeuge zum Normalfall auf deutschen Straßen werden.

Abbildungen: © buffaloboy / Shutterstock.com

18 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Eine Initiative der:

GemeinsamZukunftBilden


AUSBILDUNG

News

Gastronomieberufe

modernisiert

Das Hotel- und Gastgewerbe hat die Ausbildungsordnungen seiner sieben

dualen Ausbildungsberufe modernisiert. Dabei ändern sich Berufsbezeichnungen:

Aus den Restaurantfachleuten werden beispielsweise Fachleute für

Restaurants und Veranstaltungsgastronomie. Als zweijähriger Ausbildungsberuf

wurde die Fachkraft Küche neu geschaffen. In den modernisierten

Ausbildungsordnungen soll ein Fokus auf Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz

und Digitalisierung gelegt werden. Die neuen Ausbildungen starten

im August dieses Jahres.

» www.bibb.de/hogakue

WENIGER

BEWERBER

DURCH CORONA

48 Prozent der Unternehmen,

die Ausbildungsplätze

anbieten, geben an,

dass die Zahl ihrer Bewerberinnen

und Bewerber

seit der Pandemie zurückgegangen

ist. 41 Prozent

meinen, dass auch die

Qualität der Bewerbungen

in dieser Zeit gesunken

sei. Das geht aus einer

Auswertung der Unternehmensbefragung

Betriebe

in der Covid-19-Krise

hervor, die das Institut für

Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

seit 2020 regelmäßig

unter 1500 bis 2000

Betrieben deutschlandweit

durchführt.

» www.iab.de/de/

befragungen/

becovid.aspx

Mehr Ausbildung,

weniger Studium

2021 haben mehr junge

Menschen eine Ausbildung

begonnen als im Jahr davor.

Die Zahl lag laut dem Statistischen

Bundesamt mit

rund 677 000 Personen um

0,2 Prozent höher als 2020.

Gleichzeitig ging die Zahl

der Studienanfänger um 3,8

Prozent zurück. Auch im

Übergangsbereich, also bei

Bildungsmaßnahmen zwischen

Schule und Ausbildung,

sank die Zahl der Teilnehmenden.

» www.destatis.de

Abbildungen: © GaudiLab, Maksym Fesenko, Jacob Lund / Shutterstock.com

20 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Podcast

für

Ausbildende

Im Mai ist auf dem Portal

für Ausbilderinnen

und Ausbilder foraus.

de die Podcastreihe

foraus.gehört – Neues

für die Ausbildungspraxis

gestartet. Dort

werden regelmäßig

aktuelle Themen aus

der Ausbildungspraxis

besprochen und Ergebnisse

aus Projekten

zum Einsatz digitaler

Medien in der beruflichen

Bildung vorgestellt.

» www.foraus.de

11. – 12.10.2022 Berufliche Bildung –

Perspektiven entwickeln und Chancen nutzen

Jahreskongress Berufliche Bildung

ICS der Messe Stuttgart

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› Rekrutierung und Motivation von Auszubildenden

› Keynotes von Prof. Dr. Volker Busch und Dr. Carmen Köhler

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Frühbucher bis

31.07.2022

Veranstalter

Partner

In enger Kooperation mit


WEITERBILDUNG

BILDUNGSREISE IN

DIE ZUKUNFT

Vom 7. bis 11. Juni lädt die didacta Bildungsmesse nach Köln ein. Für Praktiker

aus der beruflichen Bildung gibt es dort zahlreiche Veranstaltungen.

Praxis, Politik, Forschung und

Wirtschaft diskutieren auf der

didacta Bildungsmesse in Köln

über Ziele einer zeitgemäßen Bildung

und über Wege, diese umzusetzen. Wofür

stehen Bildungsorte und Einrichtungen

heute? Was zeichnet einen guten Entwicklungs-

und Lernort nach den Erfahrungen

mit der Pandemie aus? Welche Rolle spielen

sie als Orte des Zusammenlebens und

der Nähe? Was folgt daraus für Fach- und

Lehrkräfte, für die Kinder und Jugendlichen?

Mit welchen Konzepten und Mitteln

können sie unterstützt werden? Fragen, denen

der Didacta Verband auf seinen Veranstaltungsforen

nachgeht.

Foren für Aus- und Weiterbildung

Fachkräfte sichern die Innovations- und

Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Sie

sorgen für Wachstum, Beschäftigung und Lebensqualität.

In vielen Branchen fehlt jedoch

gut ausgebildetes Personal, insbesondere

junge Menschen, die das duale Berufsausbildungssystem

durchlaufen. Laut Bundeswirtschaftsministerium

fehlen vor allem

Fachkräfte im Handwerk, in der Metall- und

Elektroindustrie sowie in sozialen Berufen,

Abbildung: © Koelnmesse / didacta

22 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


GPDM

DIE BILDUNGS

ARCHITEKTEN

Auf der

didacta

Bildungsmesse

gibt

es Innovationen

in der Berufsbildung

hautnah zu

erleben.

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Berufe im Fußballstadion erkunden:

14 Stationen über 40 Berufe.

Praxisnahe und spannende Berufsorientierung

für Jugendliche, die hängen bleibt.

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beispielsweise in der Altenpflege oder der

Gesundheits- und Krankenpflege.

GPDM Die Bildungsarchitekten

Technologiepark 8 | 33100 Paderborn

+49 5251 7760-0 | info@gpdm.de

Wie können wieder mehr junge Menschen

für Ausbildungsberufe begeistert werden?

Welche pädagogisch-didaktischen Konzepte

erfüllen die Anforderungen der Unternehmen

an eine zeitgemäße Aus- und

Weiterbildung? Inwiefern tragen technische

Innovationen wie die Künstliche Intelligenz

zu einer Weiterentwicklung der Qualifizierungsangebote

bei? Diesen und weiteren

Fragen widmen sich der Didacta Verband

und seine Partner auf den Foren Berufliche

Bildung und myQ/Weiterbildung.

Lerninhalte

strukturiert - immer aktuell -

jederzeit nutzbar

Lernsituationen

definieren

vorhandene

Lerninhalte nutzen

Eigene Inhalte

erstellen

Moderne

Lernmethoden

Freier Eintritt

zur didacta!

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didacta – Bildungsmesse.

Einfach bis zum 1. Juni

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Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Gewinn

wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices sind von der Teilnahme

ausgeschlossen.

Lernvideos Aufgabensammlungen eLearning Kurse

Prüfungsvorbereitung Fachbücher Simulationen Lernkontrollen uvm.

Alle verfügbaren Inhalte sortiert nach Technologien

sind in der Contentplattform abrufbar!

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WEITERBILDUNG

Auszüge aus dem Programm:

Dienstag, 7. Juni 2022

11 Uhr

Ausbildung 4.0 – Digitalisierung in

beruflicher Aus- und Weiterbildung

Forum Berufliche Bildung

11 Uhr

Zielerreichung durch pädagogischdidaktische

Konzeption Qualifizierungsangebote

in der Wirtschaft –

ein Vortrag von Thomas Sattelberger

Forum myQ

12.15 Uhr

Neustart nach der Pandemie? Welche

Chancen sich für den Übergang von der

Schule in die Berufsbildung ergeben

Forum Berufliche Bildung

14 Uhr

Azufi.de – der innovative Azubi-Finder

für Köln und Umgebung

Forum Berufliche Bildung

15 Uhr

Gute Lernortkooperation ist

Wirtschaftsförderung in der Region.

Durch den Fachkräftemangel wird die

duale Ausbildung immer wertvoller.

Was lockt junge Menschen in die

Berufsausbildung?

Forum Berufliche Bildung

Mittwoch, 8. Juni 2022

11 Uhr

Digitale Schlüsselkompetenzen für

Lehrkräfte am Berufskolleg

Forum Berufliche Bildung

11 Uhr

Zukunftsorientierte Aus- und

Weiterbildung

Forum myQ

12.15 Uhr

Pflege – ein Berufsfeld mit Zukunft?

Forum Berufliche Bildung

12.30 Uhr

Innovative digitale Lernkonzepte und

der Aspekt der Teilhabe

Forum myQ

14 Uhr

Wie schaffen wir zeitgemäßes Lehren und

Lernen in der beruflichen Bildung?

Forum Berufliche Bildung

14.30 Uhr

NAWID: Adaptives E-Learning für das

BFW Frankfurt am Main

Forum myQ

15 Uhr

Ethik in der Digitalisierung

Forum Berufliche Bildung

Donnerstag, 9. Juni 2022

11 Uhr

How can I help? Der Einsatz von Feelgood-Manager/-innen

in Unternehmen

Forum Berufliche Bildung

11 Uhr

Lehre im Wandel

Forum myQ

12.15 Uhr

Digitalisierung als Booster für die

Berufsbildung?

Forum Berufliche Bildung

14 Uhr

Wie das Handwerk mit der Zeit geht –

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Forum Berufliche Bildung

14.30 Uhr

Vorstellung des Projektes GRETA

Forum myQ

15 Uhr

Mit dem NETZWERK Q 4.0 in die

Ausbildung 4.0 durchstarten

Forum Berufliche Bildung

24 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Freitag, 10. Juni 2022

11 Uhr

Der Wettbewerb InnoVET: Innovationen

für eine exzellente berufliche Bildung

Forum Berufliche Bildung

12.15 Uhr

Gute Schule – Auf die Lehrkräfte kommt

es an. Veränderungen die es jetzt braucht

Forum Berufliche Bildung

15 Uhr

Generation Z –

Eine Herausforderung

für Unternehmen

Forum Berufliche Bildung

Das gesamte

Programm der didacta

Messe mit weiteren

Informationen:

www.didactamesse.de

14 Uhr

Blended Learning in der Berufsschule –

mehr Chancen als Risiken? Wie Lernen

auf Distanz mit den Erkenntnissen der

Pandemie weiterentwickelt werden kann

Forum Berufliche Bildung

Samstag, 11. Juni 2022

11 Uhr

Berufsbildung international

Forum Berufliche Bildung


Sie wollen MEHR?

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Mit der mobile.schule Flatrate können Sie

mehrmals pro Woche an praxis orientierten

Online-Kursen zu den Themen Technik, Pädagogik,

Didaktik und Methodik teilnehmen.

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WEITERBILDUNG

News

WÄHREND CORONA:

MEHR LEHRKRÄFTE-

FORTBILDUNG ZU

DIGITALEM LERNEN

Weiterbildungsmotivation

unter Beschäftigten hoch

Während der Coronapandemie

haben mehr Lehrkräfte an Fortbildungen

zum Einsatz digitaler

Medien im Unterricht teilgenommen

als vorher. Das geht aus der

Studie „Kontinuität und Wandel

der Schule in Krisenzeiten“ KWIK

hervor, die Forscher des Leibniz

Institutes für die Pädagogik der Naturwissenschaften

und Mathematik

zusammen mit weiteren Kooperationspartnern

durchführten. 477 von

1026 befragten Lehrkräften gaben

an, 2020 oder 2021 Fortbildungen

zu digitalem Lernen genutzt zu haben,

für die Vorjahre bejahten dies

Zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland wollen sich

nur 202 Befragte. Für die Studie

weiterbilden, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu sichern.

wurden 2020 und 2021 Lehrkräfte

Das ist ein Ergebnis des Randstad Arbeitsmarktbarometers,

und Schulleitungen aus sieben

für das rund 800 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Bundesländern befragt.

befragt wurden. Gleichzeitig ergab die Befragung, dass

» www.iea.nl/de/kwik 48 Prozent sich nicht sicher sind, welche Fähigkeiten sie

am besten weiterbilden sollten

Teilqualifikation

erhöht Jobchancen

Abstand

News

Teilqualifikationen, in denen Erwachsene

ohne Berufsabschluss

in zwei- bis sechsmonatigen

Fortbildungen berufliche Kompetenzen

erwerben, sind besonders

erfolgreiche Weiterbildungsangebote.

Das ist das Ergebnis der

Untersuchung Berufsabschluss

durch Weiterbildung – Zur

Wirksamkeit beruflicher Nachqualifizierung

der Bertelsmann

Stiftung. Zwölf Monate nach Abschluss

der Qualifizierung hatten

72 Prozent der Teilnehmenden

eine Beschäftigung.

» www.bertelsmann-stiftung.de

Abbildungen: © Master1305, SFIO CRACHO, nuntarat eksawetanant / Shutterstock.com

26 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


Das Komplett-Paket für

Ihre Ausbildung

Ausbildungseinrichtungen für die

Ausstattung professioneller, funktionaler

Ausbildungsräume und für

die Verwirklichung eines modernen,

erfolgreichen Unterrichts.

ELABO bietet Ihnen das

Komplett-Paket für eine

gelungene Ausbildung.

Kritik an formaler Weiterbildung

„Die formale berufliche Weiterbildung

genügt derzeit ihrem gesetzlich

zugewiesenen Anspruch einer

höherqualifizierenden Berufsbildung

in Deutschland nur unzureichend.“

Das ist eine der neun Thesen einer

Arbeitsgruppe von Berufsbildungsexperten

unter der Leitung des Vorsitzenden

des Bundesinstituts für

berufliche Bildung Friedrich Hubert

Esser. Die Arbeitsgruppe erarbeitet

Vorschläge für eine zukunftsgerichtete

Berufsbildung. Die Wissenschaftler

fordern unter anderem eine

Modularisierung der formalen Weiterbildung

sowie berufsbegleitende,

flexible non-formale Kompetenzentwicklung

von Arbeitnehmern.

Besuchen Sie

uns auf der

didacta 2022

vom 07.-11.06.

in Köln!

Halle 9.1

Stand C020

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Tel. +49 7951 307-0

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INTERNATIONAL

ZEIGEN, WAS

MAN KANN

In diesem Jahr feiert das Gesetz zur

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

seinen zehnten Geburtstag.

Die Anerkennung ist wichtig –

für Fachkräfte, aber auch für

Unternehmen.

Text Vincent Hochhausen

Als Eric Appiah aus Ghana

2014 ins Saarland kam,

fand er nicht so schnell

eine Arbeit, wie er erwartet hatte. Trotz

seiner langjährigen Erfahrung als Elektroinstallateur

erhielt er erst nach über 60

Bewerbungen eine Anstellung – als Elektrohilfe.

Nach Beratungsgesprächen mit

der Handwerkskammer Saarland fasste er

den Schluss, seinen ghanaischen Berufsabschluss

in Deutschland anerkennen zu lassen.

Er suchte seine Dokumente zusammen

und ließ sie übersetzen. Seit 2017 ist sein

Berufsabschluss voll anerkannt. Für Appiah

bedeutete das einen Aufstieg zur Fachkraft

– und mehr Lohn.

Eric Appiah ist einer von über 120 000

Antragstellern, deren ausländische Berufsabschlüsse

seit dem Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes

2012 als gleichwertig mit

einem deutschen Abschluss anerkannt wurden.

„Im Anerkennungsverfahren prüft die

zuständige Behörde die Gleichwertigkeit des

vorliegenden Abschlusses mit einem deutschen

Referenzberuf “, sagt Claudia Moravek,

Leiterin des Arbeitsbereiches Anerkennung

ausländische Berufsabschlüsse am Bundesinstitut

für Berufsbildung. Für das Verfahren

In Zahlen

» Die meisten Antragsteller auf Anerkennung

ihrer Abschlüsse kommen aus

Rumänien: über 15 000 seit 2012.

» Nur bei rund 4 Prozent aller Anträge

wird keine Gleichwertigkeit

der Abschlüsse festgestellt. Bei

über 40 Prozent der Anträge 2020

lag eine teilweise Gleichwertigkeit

der Berufsabschlüsse vor.

» Die große Mehrheit der Anträge,

rund 74 Prozent, betrifft die

Gesundheitsberufe.

Informationen für

Arbeitgeber

» Unternehmen, die ausländische Fachkräfte

beschäftigen oder dies tun

wollen, können sich hier über Ablauf

und Vorteile der Anerkennung sowie

über das Arbeitgebersiegel „Wir fördern

Anerkennung“ informieren:

www.anerkennung-in-deutschland.de/

html/de/arbeitgeber.php

Beratung und Förderung

» Fachkräfte, die ihren Berufsabschluss

anerkennen wollen, sollten

sich dabei beraten lassen. Hilfestellungen

geben zum Beispiel die

örtlichen Handwerks- oder Industrie-

und Handelskammern. Weitere

Beratungsmöglichkeiten sowie Informationen

über finanzielle Förderung

für Antragsteller gibt es

auf dem Portal zum Anerkennungsgesetz

der Bundesregierung:

www.anerkennung-in-deutschland.de

sind Dokumente erforderlich, die die Inhalte

und Dauer der Ausbildung belegen. Normalerweise

dauert die Bearbeitung des Antrages

rund drei bis vier Monate. Wenn dabei festgestellt

wird, dass die ausländische Ausbildung

die Inhalte des deutschen Berufsbildes nur

28 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


unvollständig abbildet, wird der Abschluss

teilweise anerkannt. Die fehlenden Inhalte

können die Antragsteller in sogenannten Anpassungsqualifizierungen

nachholen. Haben

sie diese erfolgreich abgeschlossen, wird der

Berufsabschluss vollständig anerkannt – er

ist nun in allen Belangen gleichwertig mit

einem in Deutschland gemachten Berufsabschluss

im entsprechenden Beruf. So war es

auch bei Eric Appiah. In Fällen, bei denen die

vorliegenden Zeignisse nicht genug über die

genauen Inhalte der Ausbildung aussagen,

können Antragsteller ihre beruflichen Fähigkeiten

auch in einer Qualifikationsanalyse

nachweisen.

Reglementierte und

nicht-reglementierte Berufe

Ein Antrag auf Anerkennung kommt für

alle in Frage, die eine staatlich anerkannte

Berufsqualifikation im Ausland nachweisen

können und in Deutschland arbeiten wollen.

Rund ein Drittel der Anträge wird von Personen

gestellt, die im Ausland wohnen, der

Rest aus Deutschland. Für bestimmte Berufe,

deren Ausübung rechtlich geschützt ist, ist

eine Anerkennung des Abschlusses die Voraussetzung,

um diesen Beruf in Deutschland

ausüben zu dürfen. Dazu zählen Ärzte, Lehrkräfte,

Ingenieure oder Gesundheitsberufe,

sie werden als reglementierte Berufe bezeichnet.

Daneben gibt es nicht-reglementierte

Berufe. Hier ist eine Anerkennung nicht gesetzlich

vorgeschrieben – aber für alle Beteiligten

sinnvoll, erklärt Claudia Moravek: „Die

Fachkräfte können so ihre Qualifikationen

verlässlich nachweisen und schaffen damit

eine Grundlage für angemessene Entlohnung.

Und Unternehmen können sich so sicher

sein, was ihre Mitarbeiter können, damit

sie sie bestmöglich einsetzen können.“ Seit

der Verabschiedung des Anerkennungsgesetzes

vor zehn Jahren sind die Antragszahlen

stark gestiegen, von rund 10 000

auf über 30 000 jährlich. Bis Ende 2022

soll nun eine Antragstellung auch online

ermöglicht werden – damit dieser positive

Trend anhält.


eduApps: DAS NEUE MUST-HAVE

FÜR LEHRKRÄFTE

Hilfreiche

Lehr- und

Lern-Apps für

Lehrkräfte

Das neue Portal eduApps bietet eine Übersicht über

digitale Angebote für Schule und Unterricht. Für alle

Schulformen und Fächer. Kostenlos und immer aktuell!

Das ist noch nicht alles: Mit eduApps PLUS können Sie

digitale Angebote auch direkt nutzen. So oft und wann

immer Sie wollen, zu Hause oder im Klassenzimmer.

www.eduapps.de


INTERNATIONAL

News

UNESCO kritisiert

profitorientierte Bildung

Die UNESCO hat ihren Weltbildungsbericht 2021/22 auf Deutsch vorgelegt.

Darin fordert sie stärkere Bemühungen, allen Kindern weltweit

mindestens zwölf Jahre kostenfreie, öffentlich finanzierte Schulbildung

zu garantieren. In ärmeren Ländern mache der Anteil privater Ausgaben

an den Bildungskosten 39 Prozent aus, in reicheren dagegen nur 16

Prozent. Das führe zu Bildungsungerechtigkeit.

» www.unesco.de/bildung/agenda-bildung-2030/

unesco-weltbildungsbericht

EUROPA-QUIZDUELL

FÜR SCHULKLASSEN

Bei dem Quiz „that’s eUrope“

können Schulklassen international

gegeneinander in einem Online-

Quizduell mit zwanzig Fragen zu

Europa und der EU antreten. Die

richtigen Antworten werden jeweils

mit einem kurzen Text oder

Video erklärt. Vor dem Duell haben

die Klassen fünf Minuten Zeit,

sich einander vorzustellen, danach

hat jedes Team 40 Sekunden Zeit,

die einzelnen Fragen zu beantworten.

Das Europa-Quiz gibt es

sowohl in einer Version für die

Klassen 7 bis 9 als auch für Klasse

10 oder höher. Es wird von dem

Verein Bürger Europas durchgeführt

und durch das Auswärtige

Amt unterstützt. Zur Terminanmeldung

geht es auf:

» europa.schleicher-farm.com/

duell

Bessere digitale

Bildung in Europa

Der Deutsche Akademische Austauschdienst

(DAAD) wird im

Auftrag der europäischen Union

ein europäisches Netzwerk zur

Förderung digitaler Bildung

aufbauen. Die DAAD setzte sich

im Februar zusammen mit zehn

europäischen Partnerorganisationen

bei einer Ausschreibung

der EU-Kommission durch. Die

Angebote des Zusammenschlusses

sollen dabei unter anderem

Mentoring-Programme für Lehrkräfte,

Digital-Sprechstunden

zu Digitalisierungsfragen und

Design-Thinking-Workshops

umfassen.

» education.ec.europa.eu

Abbildungen: © Shyamalamuralinath, anttoniart / Shutterstock.com

30 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


3D-Mechatroniksimulation

für die Aus- und Weiterbildung

Entwerfen, testen und simulieren

✓ Konkrete Lernszenarien virtuell abbilden

✓ Komplette Programmieraufgaben mit der

Software darstellen

✓ Verbindungen zur realen SPS herstellen

und das virtuelle Modell steuern

✓ Ausbilder können eigene Situationen erstellen en

und mit ihren Auszubildenden teilen

Mehr Informationen finden Sie unter:

christiani.de/mmssim4edu

Folgen Sie uns:


WEITERBILDUNG

VERANSTALTUNGEN 2022

Messen, Kongresse und Seminare für die berufliche Aus- und Weiterbildung

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Zertifikatslehrgang

Train the Trainer (IHK)

Für wen? Trainer- und

Seminarleiter/-innen

Wo? Frankfurt am Main

6. & 7.

SEPTEMBER 2022

Anfang September startet das erste von vier Modulen

des Zertifikatslehrgangs Train the Trainer für den

Einstieg in die Trainertätigkeit. Themen sind unter

anderem Trainingsdesign, Präsentation, Visualisierung,

Methodik und Moderation. Die Module des Lehrganges

finden vor Ort sowie über Zoom oder MS Teams

statt. Vermittelt werden Kompetenzen,

um Live-Online-Seminare

und Präsenz-Seminare erfolgreich

durchführen zu können. Mehr Informationen

auf:

Excitingedu Kongress

Für wen? Schulleitungen,

Lehrkräfte, Bildungsforscher

Wo? Berlin

Vom 20. bis 21. September findet in Berlin der

#excitingedu Kongress statt. Lehrkräfte finden

dort Input zu zeitgemäßem Unterricht und Digitalisierung

in Schulen mit vielfältigen Workshops, Keynotes,

Vorträgen und weiteren abwechslungsreichen

Formaten.

» excitingedu.de/excitingedu-kongress

20. & 21.

SEPTEMBER 2022

» www.ausbilder-akademie.de

Jahreskongress

Berufliche Bildung

Für wen? Alle Akteure der

beruflichen Bildung

Wo? Stuttgart

11. & 12.

OKTOBER 2022

Der diesjährige jakobb-Kongress im Internationalen

Congresscenter Stuttgart wird unter dem

Motto Berufliche Bildung – Perspektiven entwickeln

und Chancen nutzen stehen und sich mit Themen wie

Klassenzimmer der Zukunft, Künstliche Intelligenz

in der Pflege, Virtual Reality in der Ausbildung, Motivation

von Auszubildenden und Industrie 4.0. beschäftigen.

Veranstalter sind der Didacta Verband, der

Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg, das

Bundesinstitut für Berufliche Bildung und

Klett MINT.

BIBB Kongress 2022

Für wen? Alle Akteure

der Berufsbildung

Wo? Bonn

Am 27. und 28. Oktober wird nach mehrjähriger

Pause wieder der BIBB-Kongress stattfinden mit

Vorträgen und Veranstaltungen zu aktuellen Themen der

beruflichen Bildung. Das Motto des Kongresses lautet

Future Skills – Fortschritt denken. Ein Programm war

zum Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht.

Informationen gibt es auf:

» www.bibb.de

27. & 28.

OKTOBER 2022

» www.jakobb.de

32 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 2/2022


BILDUNG BRAUCHT EIN MITEINANDER.

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Für mehr Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie:

Damit sich diese nachhaltig entwickelt, knüpfen wir

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Mediathek

Projektarbeiten

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Aus- und Weiterbildung

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integrierbar

Mehr Informationen finden Sie unter:

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