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Bildungspraxis 04/2022

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ALLES DRIN?

WARUM DIE AEVO-PRÜFUNG EIN UPDATE BRAUCHT

AUSBILDUNG

Konzepte aus der

Möbelbranche

IM FOKUS

Reform der Ausbilderqualifizierung

WEITERBILDUNG

Tipps für den

Videochat


GemeinsamZukunftBilden

BERUFLICHE BILDUNG

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MEINE

ZUKUNFT

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AUSBILDUNG WEITERBILDUNG HÖHERE BERUFSBILDUNG

Eine Initiative der:

der DIHK-Bildungs-gGmbH


EDITORIAL

AUSBILDUNGSPERSONAL

GUT VORBEREITEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ausbilderinnen und Ausbilder

nehmen in der dualen

Ausbildung eine Schlüsselrolle

ein. Sie planen und

organisieren den Lernweg

ihrer Azubis, sie unterstützen

diese bei fachlichen

und organisatorischen Fragen und koordinieren

die Kooperation mit anderen

Lernorten. Aus diesem Grund ist es

richtig, dass die Ausbildereignungsverordnung

AEVO neben der fachlichen

und persönlichen auch die berufs- und

arbeitspädagogische Eignung zur Voraussetzung

für die Ausbildertätigkeit

macht – und dass sie definiert, welche

Kompetenzen diese Eignung ausmachen.

Die Inhalte der Ausbilderqualifizierung

auf Basis der AEVO müssen

jedoch auf der Höhe der Zeit sein.

Aktuelle Themen wie der digitale

Wandel, die Heterogenität der Auszubildenden

oder Nachhaltigkeit müssen

darin eine wichtige Rolle spielen. Daher

ist es gut, dass Politik, Arbeitnehmer

und Arbeitgeber nun zusammen

diskutieren, wie der Rahmenplan für

die AEVO-Qualifizierungen angepasst

werden muss, um Ausbilderinnen und

Ausbildern Rüstzeug für die aktuellen

Herausforderungen in der Ausbildungswelt

mitzugeben.

Eine bestandene AEVO-Prüfung

wird nicht ausreichen, um als Ausbildender

dauerhaft kompetent und

fundiert vorbereitet zu bleiben. Um

Kenntnisse aufzufrischen und neue

Phänomene fachlich sicher für die

Ausbildung nutzen zu können, ist

lebenslanges Lernen nötig. Gefragt

ist also sowohl die Bereitschaft zur

Weiterbildung bei den Ausbilderinnen

und Ausbildern – aber auch die

Bereitschaft der Unternehmen, die

dafür nötigen Freiräume und Mittel

bereitzustellen.

In der aktuellen Ausgabe von Bildungspraxis

werden wir daher die

Ausbilderqualifizierung in den Fokus

nehmen. Praktische Beispiele zeigen

dabei, wie divers der berufliche und

fachliche Hintergrund bei denen ist,

die sich heute an einer Ausbilderqualifizierung

beteiligen.

Ich wünsche Ihnen eine

anregende Lektüre, Ihr

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

Chefredakteur Bildungspraxis

Abbildung: © Sascha Kreklau

›› BILDUNGSPRAXIS 4/2022 | 1


INHALT

Ausbildungskooperationen in der Möbelindustrie,

ab Seite 16

Vernetzte Lernsysteme und ihre Stärken,

ab Seite 26

Im Fokus

Die Ausbildereignungsprüfung

6 „Gute Ausbilderinnen und

Ausbilder sind mit Geld nicht

zu bezahlen“

Neue Anforderungen an die AEVO

10 Von der Fachkraft zum Ausbilder

Drei Fachkräfte und ihr Weg zum

Ausbilderschein

Ausbildung

16 Eine Bildungskette für

Nischenbranchen

Ein innovatives Konzept aus

der Möbelindustrie

20 Ausbildung News

WEBCAM

FÜRS DISTANZ-

LERNEN

GEWINNEN

Seite 21

Weiterbildung

22 „Die Kamera muss an bleiben“

Bildungsarbeit im Videochat

26 Vernetzt lernen

Das Potenzial adaptiver

Lernmanagementsysteme

30 Weiterbildung News

32 Veranstaltungen 2022/23

DIE NÄCHSTE BILDUNGSPRAXIS ERSCHEINT IM FEBRUAR 2023.

2 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


IMPRESSUM

›› Herausgeber: Didacta Ausstellungs- und Verlagsgesellschaft mbH

Rheinstraße 94 • 64295 Darmstadt

AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Arabellastraße 17 • 81925 München

›› Chefredaktion: Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis (verantwortlich)

wassilios@fthenakis.de

›› Verlag und AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH

Redaktionsanschrift: Arabellastraße 17 • 81925 München

Telefon: +49 89 419694-43

Fax: +49 89 4705364

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bildungspraxis.magazin@avr-verlag.de

Internet: www.avr-werbeagentur.de

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Aboverwaltung

c/o Easy Mail GmbH

Otto-Hahn-Str. 14

85609 Aschheim

›› Geschäftsführung: Thomas Klocke

›› Gesamtleitung Tina Sprung

Bildungsredaktion:

›› Projekt- und Vincent Hochhausen

Redaktionsleitung:

›› Redaktion: Roman Eisner

Silvia Gallus

Thorsten Timmerarens

›› Redaktionsassistenz: Petra Wrischer

›› Marketing: Christoph Gülden

›› Autorinnen und Autoren Michelle Jörgens

dieser Ausgabe: Markus Kamann

Julia Knopf

Joachim Martin

Marius Schönberger

›› Gesamtleitung Kirstin Strecker • Telefon: +49 89 419694-57

Anzeigenverkauf: E-Mail: kstrecker@avr-verlag.de

›› Mediaberatung: Anja Löscher • Telefon: +49 89 419694-33

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›› Art Direction und Michaela Körner

Bildredaktion:

›› Grafik Design: Sabrina Gentner

›› Composing: Udo Karohl

›› Titelbild: © Foxstudio / Shutterstock.com

›› Erscheinungsweise: 4 × jährlich

›› Druck: Weiss-Druck GmbH & Co. KG,

Hans-Georg-Weiss-Straße 7, 52156 Monschau

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›› Abonnement: Jahresabonnement (4 Hefte) 24 €, zzgl. Versandkosten

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Beiträge freier Autoren geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Verleger zugleich Anschrift aller Verantwortlichen

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Redaktionsmaterial übernimmt der Verlag keine Haftung.

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IM FOKUS

4 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


WAS MUSS

ALLES REIN?

Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO)

legt fest, dass Ausbilderinnen und Ausbilder

eine Mindestqualifikation nachweisen müssen,

um ausbilden zu dürfen. Doch nicht alle der

vorgeschriebenen Inhalte sind noch zeitgemäß.

Im Bildungspraxis-Fokusthema geht es darum,

was sich daran ändern sollte.

›› BILDUNGSPRAXIS 4/2022 | 5


IM FOKUS

„GUTE AUSBILDERINNEN

UND AUSBILDER SIND MIT

GELD NICHT ZU BEZAHLEN“

Die Inhalte der Ausbildereignungsprüfungen werden sich ändern.

Welche Aktualisierungen es braucht und warum motivierte Ausbildende für

Betriebe so wichtig sind, erklärt Berufsbildungsfachmann Michael Härtel.

Interview Vincent Hochhausen

Abbildungen: © Ground Picture / Shutterstock.com; BIBB

6 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Dokumentenkameras

für den Unterricht

Im Interview

MICHAEL HÄRTEL

ist Leiter des Arbeitsbereiches Lehren und Lernen,

Bildungspersonal beim Bundesinstitut für Berufsbildung

in Bonn. Er ist an den Diskussionen zu den

Änderungen am AEVO-Rahmenplan beteiligt.

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Bildungspraxis: Ist das, was angehende

Ausbilderinnen und Ausbilder

in den Ausbildereignungsprüfungen

nachweisen müssen, noch zeitgemäß?

Michael Härtel: An einigen Stellen gibt

es Überarbeitungsbedarf. Das haben wir

2021 in einer Kurzstudie festgestellt und

auf Weisung der Politik wird das BIBB

nun zusammen mit den Sozialpartnern

im Rahmen von Sachverständigengesprächen

über konkrete Änderungen am

AEVO-Rahmenplan diskutieren.

Diese Diskussionen sollen bis zum

nächsten Sommer abgeschlossen sein

und dem Hauptausschuss des BIBB

vorgelegt werden.

In welchen Bereichen werden

Änderungen erfolgen?

Das wird letztlich in den nun anstehenden

Sachverständigengesprächen

gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet.

Zur Diskussion dürften dabei

unter anderem die Veränderungen

stehen, die durch die zunehmende

Digitalisierung, den sich beschleunigenden

Klimawandel oder auch

die Heterogenität, also die Verschiedenheit

der Auszubildenden in der

täglichen Ausbildungspraxis zu berücksichtigen

sind.

Waren Jugendliche in der Ausbildung

nicht schon immer verschieden?

Klar, es gab schon immer leistungsstärkere

und -schwächere Auszubildende.

Aber inzwischen gibt es auch

Die Ausbildereignungsverordnung

AEVO regelt,

welche Kenntnisse

Ausbilderinnen und

Ausbilder in der dualen

Ausbildung haben

müssen. Der AEVO

Rahmenplan regelt,

welche Inhalte in den

Ausbildereignungsprüfungen

abgefragt und in

den Vorbereitungskursen

vermittelt werden

müssen. Dieser Rahmenplan

wurde zuletzt

2009 aktualisiert.

Der Hauptausschuss

ist das wichtigste Organ

des Bundesinstituts für

Berufsbildung (BIBB)

und berät die Politik

in Fragen, die die Berufsbildung

betreffen.

Er setzt sich aus je acht

Vertretern des Bundes,

der Länder sowie der

Arbeitgeber- und der

Arbeitnehmerseite zusammen.

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IM FOKUS

Ausbilden darf in Deutschland

nur, wer dafür die

nötigen fachlichen und

berufs- und arbeitspädagogischen

Kenntnisse mitbringt.

Ausbilder/-innen

weisen diese pädagogischen

Kenntnisse über die

schriftliche und praktische

Ausbildereignungsprüfung

nach.

mehr Studienabbrecher/-innen, die

sich für eine Ausbildung entscheiden.

Diese haben oft andere Ansprüche als

Auszubildende mit zum Beispiel mittlerer

Reife oder Hauptschulabschluss.

Zudem absolvieren immer mehr

Jugendliche mit Migrations- oder

Fluchthintergrund Ausbildungen. Da

spielen neben der Sprachförderung

und der sozialen Integration auch

Fragen wie der Aufenthaltsstatus

oder die Anerkennung von eventuell

bereits bestehenden Bildungsabschlüssen

eine Rolle.

Viele Ausbilderinnen und Ausbilder

fühlen sich hier alleingelassen. Deswegen

ist es so wichtig, dass die Ausbildung

für Ausbilder/-innen all diese

Herausforderungen widerspiegelt.

Können diese Themen mit der

AEVO-Ausbilderqualifizierung

ausreichend abgedeckt werden?

Die Ausbildereignungsprüfungen müssen

sicherstellen, dass eine Basiskompetenz

da ist, mit der die Ausbilderinnen

und Ausbilder arbeiten und auf der sie

aufbauen können. Trotzdem muss es

auch darüber hinaus weitergehende Angebote

und Hilfestellungen geben, die sie

in Anspruch nehmen können, um ihre

Kompetenzen auszuweiten.

Welche zum Beispiel?

Vor Kurzem zum Beispiel ist unser

Weiterbildungskonzept MIKA gestartet,

das steht für Medien- und IT-

Kompetenz für Ausbildungspersonal.

In zwölfwöchigen Kursen werden dabei

von eigens dafür zertifizierten Trainerinnen

und Trainern Grundkenntnisse

der Medienbildung vermittelt. Uns ist

dieses Thema sehr wichtig, denn kompetenter

und reflektierter Einsatz von

modernen Medien ist heutzutage eine

der zentralen Voraussetzungen für gute

und zukunftsfähige Ausbildung.

Inwiefern?

Es geht darum, dass Ausbilderinnen

und Ausbilder all die Möglichkeiten

digitaler Medien kompetent nutzen

können. Nehmen wir zum Beispiel die

Erstellung eines kurzen Erklärvideos:

Als Ausbilderin oder Ausbilder muss

man sich vorher das angestrebte

Lernziel klarmachen und ein sinnvolles

Script oder Storyboard erstellen.

Wie lang soll es sein? Spricht eine

Person vor der Kamera oder aus

dem Off? Und wer eignet sich dafür?

Und natürlich muss gute Bild- und

Tonqualität sichergestellt sein – für

Ausbildungspersonal, das zum ersten

Mal Videos erstellen möchte, ist das

oft nicht selbstverständlich.

Warum braucht es überhaupt

eine einheitliche Ausbilderqualifizierung?

Unternehmen könnten

doch selbst dafür sorgen, dass ihre

Ausbilderinnen und Ausbilder

gut vorbereitet sind?

Dieses Experiment hat man 2003

gewagt, als die AEVO ausgesetzt

wurde. Mit dem Ergebnis, dass kleinere

und mittlere Unternehmen feststellten,

dass die Ausbildungsqualität

sank. Daher wurde die AEVO novelliert

und im Jahr 2009 wiedereingeführt,

und seitdem sind die Zahlen

der abgelegten Ausbilderprüfungen

deutlich gestiegen. Es braucht einfach

eine vergleichbare methodische

und didaktische Basis, an der sich

Ausbildende und Betriebe orientieren

können, damit Ausbildung

funktioniert.

Wie stellt man sicher, dass die

Fachkräfte bei den AEVO-Kursen

etwas für ihre Ausbildungspraxis

mitnehmen, statt nur für die

Prüfung zu pauken?

Das hängt von der Motivation ab.

Oft sind es gerade Mitarbeitende,

die sich fachlich sicher fühlen und

eine Affinität dazu verspüren, anderen

etwas beizubringen oder sie

zu unterstützen, die sich im Betrieb

melden, um die AEVO-Prüfung zu

machen. Hier ist jedem Betrieb nur

zu raten, solchen Mitarbeiterinnen

8 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


und Mitarbeitern diese Möglichkeit

auch einzuräumen. Wenn Mitarbeitende

zum Ausbilderschein gedrängt

werden, ist das eine denkbar schlechte

Ausgangssituation. Zudem kann ich

nur raten, zur Vorbereitung die Kurse

mit den vorgesehenen 115 Stunden zu

belegen, statt auf stundenmäßig kurze

Intensivkurse auszuweichen. Das ist

zwar aufwändiger, aber gute Ausbilderinnen

und Ausbilder, die kompetent

sind, sich professionalisieren und die

andere motivieren können, sind mit

Geld nicht zu bezahlen.

Was halten Sie von dem Vorschlag,

Zulassungsvoraussetzungen für die

AEVO-Prüfungen einzuführen oder

Auffrischungskurse vorzuschreiben?

In unserer Kurzstudie

wurden Zulassungsvoraussetzungen

mehrheitlich abgelehnt, Auffrischungskurse

waren dagegen

erwünscht. Allerdings nicht verpflichtend,

sondern auf freiwilliger Basis.

Das halte ich auch für sinnvoll, denn

es liegt in der Verantwortung der

Betriebe, darauf zu achten, dass ihr

Ausbildungs personal auf der Höhe der

Zeit ist.

Für die 2021 erschienene

„Kurzstudie zur

Prüfung des Evaluierungsbedarfs

der AEVO“

wurden 3855 Ausbilder/-

innen, Prüfende,

Ausbildungsleiter/-innen

und Personalverantwortliche

dazu befragt,

in welchen Bereichen

sie Änderungsbedarf bei

der AEVO wahrnehmen.

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IM FOKUS

VON DER FACHKRAFT

ZUM AUSBILDER

Jedes Jahr legen 80 000 Menschen die Ausbildereignungsprüfung ab.

Um zu erfahren, was diese Fachkräfte motiviert, wie sie sich vorbereiten und ob

sie sich durch die Prüfungsphase gut für die Ausbildertätigkeit gerüstet fühlen, hat

Bildungspraxis drei von ihnen auf ihrem Weg zum Ausbilderschein begleitet.

Text und Interviews Vincent Hochhausen

Die Kandidatinnen und Kandidaten:

Florian Garbe, 31 Jahre alt,

ist Rechenzentrumstechniker

beim Cloudanbieter German

Edge Cloud im hessischen

Eschborn. Bevor er 2020 als

Quereinsteiger ohne Ausbildung

zu seinem jetzigen

Arbeitgeber kam, hatte er

zehn Jahre lang im Handwerk gearbeitet und bei

Kunden Anschlüsse und IT-Systeme eingerichtet.

Rene Lamoth, 31 Jahre alt, ist

Fachinformatiker beim hessischen

Softwareunternehmen

Docuvita in Liederbach. Mit

seiner eigenen Ausbildung

bei einem großen Konzern ist

er rückblickend nicht zufrieden:

„Ich habe in der Ausbildungszeit

keine produktive Zeile Code gesehen.“

Maren Selzer, 31 Jahre alt,

ist stellvertretende Leiterin

der Personalabteilung beim

hessischen Reiseveranstalter

Trendtours. Sie selbst hat

keine Ausbildung gemacht,

sondern studiert. Sie findet es

sinnvoll, wenn in Personalabteilungen

Menschen mit Ausbilderschein arbeiten,

selbst wenn sie nicht persönlich Azubis ausbilden.

Abbildungen: © Dusan Petkovic / Shutterstock.com; privat; Studioline Wiesbaden; docuvita

10 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Vor Beginn: die Motivation

Jeder Betrieb, der in Deutschland dual ausbildet, muss

über mindestens einen Ausbilder oder eine Ausbilderin

verfügen. Laut der Ausbildereignungsverordnung (AEVO),

müssen diese Fachkräfte nachweisen, dass sie über die

nötigen berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikationen

für ihre Aufgabe verfügen. Dieser Nachweis erfolgt über

die sogenannte AEVO- oder Ausbildereignungsprüfung.

Vor der Coronapandemie bestanden jährlich rund 90 000

Fachkräfte diese Ausbildereignungsprüfung. Im darauffolgenden

Jahr, im ersten Coronajahr, ging diese Zahl auf 76

446 zurück. Die Durchfallquote lag 2020 bei acht Prozent.

Diese geringe Quote liegt daran, dass die meisten Prüflinge

Vorbereitungskurse für die AEVO-Prüfung belegen. So wie

Florian Garbe, Rene Lamoth und Maren Selzer, die im August

2022 an einem Online-Intensivkurs bei der Ausbilder-

Akademie im hessischen Friedrichsdorf teilnahmen.

Florian Garbe: „Als ich 2020 zu meinem jetzigen Arbeitgeber

kam, ist zusammen mit mir ein vielversprechender

Praktikant aus meinem bisherigen Betrieb gewechselt.

Ich habe dann das Thema Ausbildung bei uns intern

gepusht. Mein Chef fand die Idee gut, selbst Nachwuchs

auszubilden, und seit vergangenem Oktober absolviert der

damalige Praktikant bei uns eine Ausbildung zum Fachinformatiker

für Systemintegration. Zuerst habe ich mich

zusammen mit einem Kollegen, der bereits einen Ausbilderschein

hatte, um die Ausbildung gekümmert. Dieser ist

nun aus dem Unternehmen ausgeschieden, also brauchen

wir jemanden mit Ausbilderschein an unserem Standort.“

Maren Selzer: „Unser Unternehmen hat 170 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Wir bilden Tourismuskaufleute

mit Schwerpunkt Reiseveranstaltung aus, und mittlerweile

auch Kaufleute für Büromanagement. Außerdem bieten

wir duale Studiengänge im Bereich Marketing/Tourismus

an. Unser Anspruch ist, dass ich als für die Auszubildenden

verantwortliche Personalreferentin Kenntnisse

in den rechtlichen und fachlichen Anforderungen einer

Ausbildung vorweisen kann, um eine optimale Ausbildung

zu gewährleisten. Vor allem, weil wir mittlerweile zehn

Auszubildende haben und ich diese übergreifend betreue.

Außerdem ergeben sich für mich dadurch auch neue Perspektiven,

da für manche Weiterbildungen ein Ausbilderschein

Voraussetzung ist.“

Rene Lamoth: „Unser Hauptprodukt ist ein selbstentwickeltes

Dokumentmanagementsystem vor allem für

kleinere und mittlere Unternehmen. Wir haben ein

starkes Partnernetzwerk, das für uns den Vertrieb, sowie

technischen Direktsupport übernimmt. Durch die Komplexität

des Produktes dauert die Einarbeitungszeit für

neue Mitarbeiter bei uns bis zu einem Jahr. Das war ein

Grund, warum wir seit Beginn des neuen Ausbildungsjahres

einen Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung

ausbilden. Viele wichtige Ausbildungsinhalte können

wir anhand unserer Software und unseres Netzwerkes

aufzeigen, das neue Mitarbeiter ja ohnehin kennenlernen

müssen. Mir hat es schon immer Spaß gemacht, anderen

etwas beizubringen, daher habe ich mich für die Prüfung

freiwillig gemeldet.“

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IM FOKUS

Die ersten Wochen: die Kurswahl

Der derzeit geltende Rahmenplan der AEVO

empfiehlt für die Lehrgänge, die auf die Ausbilderprüfung

vorbereiten, eine Dauer von 115 Unterrichtsstunden.

Auf dem Bildungsmarkt gibt es

jedoch viele Kurse, die teils weniger zeitintensiv

sind. Für einen solchen entscheiden sich auch Lamoth,

Selzer und Garbe: Ihr Online-Intensivkurs

findet an fünf Tagen ganztätig statt, dauert also rund

40 Stunden. Warum haben sie sich für dieses Format

entschieden?

Rene Lamoth: „Mir hat der Ansprechpartner bei

der IHK den Kurs empfohlen. Ich habe nicht den

Anspruch, nach dem Kurs alles perfekt zu beherrschen,

was es über die Ausbildertätigkeit zu wissen

gibt. Ich sehe es als stetige, langfristige Aufgabe, auf

dem neuesten Stand zu bleiben, was die rechtlichen

Vorgaben und zeitgemäße Ausbildungsmethoden

angeht. Von dem Kurs verspreche ich mir eine solide

Grundlage, auf der ich dann weiter aufbauen

kann.“

Maren Selzer: „Ich finde das Online-Format praktischer

als Präsenzkurse, weil ich dann den Rest des

Tages flexibler planen kann.“

Florian Garbe: „Ich habe bewusst einen Online-

Kurs gewählt. Als ITler arbeite ich ja ohnehin am

liebsten remote. Da kann ich mir eine schöne Wohlfühlatmosphäre

schaffen. Am ersten Tag war ich

aber schon etwas baff, dass es so viele Inhalte sind.“

Im Kurs: Rechtsfragen und Gesetze

Grob die Hälfte der Inhalte, die in der AEVO-Prüfung

abgefragt werden, sind gesetzliche Regelungen zur Ausbildung,

etwa was Arbeitszeiten, betriebliche Mitbestimmung

oder den Ausbildungsvertrag angeht. Diese Themen

stehen am dritten und vierten Tag des Kurses an, dies

übernimmt die Dozentin Brigitte Sauter.

Dozentin Brigitte Sauter: „Viele sind von der Arbeit mit

Gesetzbüchern erst einmal eingeschüchtert. Wichtig ist es,

im Kurs Schritt für Schritt vorzugehen, bestimmte Paragrafen

gemeinsam intensiv zu lesen und das Wissen dafür

zu entwickeln, welche Fragen wo geregelt sind.“

Rene Lamoth: „Wenn es nicht erklärt wird, weiß man

nicht mal, wo die rechtlichen Vorgaben überhaupt stehen.

Anfangs fand ich die Inhalte schwer greifbar, aber ich habe

im Kurs schnell einen Zugang dazu gefunden. Personaler,

die an unserem Kurs teilnehmen oder teilgenommen

haben, haben uns ein paar Tricks und Kniffe weitergeben

können. Die haben alles so schnell gefunden, da hatte ich

noch nicht mal das Inhaltsverzeichnis aufgeschlagen.“

Maren Selzer: „Das Arbeitsrecht fand ich nicht schwieriger

als die Pädagogik. Wenn man sich noch nie mit den

Gesetzestexten beschäftigen musste, kann das am Anfang

schwierig sein. Aber durch meine berufliche Tätigkeit

hatte ich da schon Vorwissen.“

Florian Garbe: „In die juristischen Themen muss man

sich erst reindenken. Aber Probleme hatte ich damit nicht,

es wurde auch alles verständlich erklärt.“

Der Kurs startet

Am Dienstag, den 9. August 2022, beginnt der erste

Kurstermin mit einer allgemeinen Vorstellungsrunde

und einem Überblick über den Kursablauf: Die Dozentin

der ersten beiden Tage, Lena Feldmann, behandelt vor

allem pädagogische und methodische Fragen. Wie motiviert

sie ihre Teilnehmer?

Dozentin Lena Feldmann: „Oft sind die Teilnehmenden

von sich aus sehr motiviert. Ihnen geht es vor allem darum,

die Prüfung zu bestehen. Das ist auch verständlich.

Dennoch versuche ich, auch Begeisterung für die Ausbildertätigkeit

zu wecken. Formalitäten handeln wir ganz

am Anfang ab, danach arbeite ich viel mit persönlichen

Erfahrungen und konkreten Beispielen, alle kommen zu

Wort. Hilfreich ist auch, dass man die didaktischen Methoden,

die man beibringt, selbst vorlebt. Wichtig sind

zum Beispiel Gruppenarbeiten, in denen die Teilnehmer

gemeinsam Aufgaben bearbeiten.“

Florian Garbe: „Die Arbeit in Kleingruppen gefiel mir

gut. Und dass viel interagiert wurde. Ich lerne am besten,

wenn ich mich mit anderen austausche und darüber diskutiere.

Dann bleibt der Inhalt hängen.“

Maren Selzer: „Ich hatte den Eindruck, dass die meisten

Teilnehmer schon daran gewöhnt waren, über Videochat

zu kommunizieren. Das hat die Arbeit vereinfacht.“

Abbildungen: © JARIRIYAWAT / Shutterstock.com

12 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Nach dem Kurs: die schriftliche Prüfung

Die AEVO-Prüfung ist gegliedert in einen schriftlichen und einen praktischen Teil an zwei

unterschiedlichen Tagen. Der letzte Kurstermin für die hier vorgestellten Kandidaten ist am

24. August. Am 6. September findet an der IHK Frankfurt die schriftliche Prüfung statt.

Florian Garbe: „Am letzten Kurstermin hatten wir Übungsfragebögen bekommen. Die waren

hilfreich, aber es kamen natürlich nicht dieselben Fragen in der Prüfung vor. Wenn man

zur Prüfung geht, klären sie einen zunächst darüber auf, was man machen darf und was nicht,

und fragen, ob man gesundheitlich in der Lage ist, die Prüfung abzulegen. Dann bekamen wir

den DIN A4-Bogen mit den 80 Fragen. Normalerweise wird der schriftliche Teil am Computer

abgelegt, aber es gab einen Cyberangriff auf die IHK, sodass wir auf Papier schreiben

mussten. Es sind Multiple-Choice-Fragen zum Ankreuzen. Viele denken, solche Fragen seien

leicht, aber sie waren durchaus komplex gestellt, sodass man genau lesen und gut nachdenken

musste. Die Prüfung war auf 180 Minuten angesetzt, aber ich war nach der Hälfte der Zeit

schon fertig.“

Rene Lamoth: „Ich habe mich gut vorbereitet gefühlt. Ich wollte die volle Punktzahl schaffen,

auch wenn die Dozentinnen meinten, dass fast wie nie vorkommt. Ich glaube aber, dass man

das nach dem Intensivkurs durchaus schaffen kann.“

Maren Selzer: „Die Prüfung verlief gut, auch zeitlich, obwohl ich mir wesentlich mehr Zeit

genommen habe, als zu Hause mit den Übungsbögen. Zwei oder drei Fragen behandelten das

Thema Schadensersatz. Dieses Thema hatten wir im Kurs nicht bearbeitet. Ansonsten war ich

aber gut vorbereitet. Es war auch nett, einige andere Kursteilnehmer bei der Prüfung das erste

Mal in Echt zu sehen.“

›› BILDUNGSPRAXIS 4/2022 | 13


IM FOKUS

Der letzte Schritt:

Die praktische Prüfung

Nach der Prüfung erhalten die drei

Kandidaten ihre Ergebnisse: bestanden.

Nun steht die praktische Prüfung

an. Dabei präsentiert man vor

dem Prüfungsausschuss eine Ausbildungssituation,

die man zuvor vorbereitet

hat, anschließend befragen

die Prüfer/-innen die Prüflinge dazu

in einem Fachgespräch. Nach einer

kurzen Beratungspause erhalten sie

das Ergebnis.

Rene Lamoth: „Es ist gut gelaufen.

Die Prüfer haben ein paar Fehler angemerkt,

zum Beispiel dass ich dem

Azubi keinen klaren Bearbeitungszeitraum

für seine Aufgabe genannt

habe. Das hätte ich eigentlich nach

dem Kurs vermeiden können.“

Florian Garbe: „Für die Präsentation

hatte ich unseren Azubi

mitgebracht, manche nehmen auch

Verwandte mit. Wichtig ist, dass

man sich im Vorfeld gut überlegt,

warum man eine bestimmte Methode

gewählt hat und dass man die

pädagogischen Fachbegriffe für das

Gespräch gut beherrscht. Die Prüfer

waren zufrieden, ich habe bestanden.“

Maren Selzer: „Mein Termin steht

erst noch an. Ich bereite momentan

die Präsentation mit unserer Auszubildenden

vor. Ich habe eine Situation

gewählt, in der ich sie in einem

Lehrgespräch anhand eines Formulars

dazu unterweise, wie eine Betriebsratsanhörung

abläuft. Ich bin

optimistisch, dass alles gut läuft.“

Was bleibt nach der Prüfung?

Haben sie die AEVO-Prüfung einmal

bestanden, gibt es für die rund 627 000

Ausbilderinnen und Ausbilder in

Deutschland keine Verpflichtung, ihre

berufspädagogischen Kompetenzen noch

einmal nachzuweisen oder auszubauen.

Fühlen sich Lamoth, Garbe und Selzer gut

vorbereitet auf ihre Aufgabe?

Maren Selzer: „Ich habe Wissen aus den

Kursen mitnehmen können, das ich im

Berufsalltag sicher umsetzen kann. In Gesprächen

mit unseren Azubis überlege ich

nun doch nochmal, welche Methode sich

am besten eignet oder wie wir die Ausbildung

noch spannender gestalten können.“

Florian Garbe: „Ich fand den Prozess

bereichernd. Neben der formalen Qualifikation

weiß ich jetzt, was meine

Pflichten gegenüber dem Auszubildenden

sind und wie ich ihn am besten

beim Lernen unterstütze. Viele Dinge,

die wir besprochen haben, werde ich bei

unserem aktuellen Azubi nicht brauchen,

denn der ist sehr selbstständig

und fachlich fit. Aber man weiß ja nie

– und bei zukünftigen Azubis könnte

es auch anders sein. Ich fühle mich auf

jeden Fall gut vorbereitet.“

Rene Lamoth: „Der Kurs und die Prüfung

alleine reichen nicht aus, um ein

guter Ausbilder zu sein. Aber sie sind

eine gute Grundlage. Ich weiß, welche

Aspekte wichtig sind, wenn ich die

Ausbildung plane, und habe einen Eindruck

davon, welche pädagogischen

Möglichkeiten es gibt. In meinem Beruf

als Fachinformatiker muss man nicht

jede einzelne Programmiersprache können

– aber man muss verstehen, wie sie

funktionieren und sich mit ihnen auseinandersetzen

können, wenn es nötig ist.

So sehe ich die Ausbildertätigkeit auch:

Man muss nicht immer alles im Vorfeld

wissen, aber man muss in der Lage sein,

in Ausbildungssituationen kompetent zu

handeln, und offen dafür sein, sich neue

Dinge anzueignen.“


14 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Wagen Sie den Perspektivenwechsel.

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AUSBILDUNG

EINE BILDUNGSKETTE

FÜR NISCHENBRANCHEN

Nischenberufe tun sich schwer bei der Nachwuchsgewinnung.

Ein Beispiel aus der Holz- und Möbelindustrie zeigt, wie flexible Karrierewege

und eine moderne Ausbildungsumgebung dieses Problem lösen können.

Fachkräftemangel gibt es in vielen

Branchen. Doch die Möglichkeiten,

mit dem Problem umzugehen, sind

nicht für alle Unternehmen gleich. Branchen

wie die Metall- oder Elektroindustrie haben

Gastbeitrag Joachim Martin, Markus Kamann

sechs bis zehn Berufsbilder im Angebot,

für die sich jugendliche Nachwuchskräfte

entscheiden können. Sie können zwischen

dem betrieblichen Support der örtlichen IHK

oder der Handwerkskammer wählen und

haben fast in jedem Landkreis eine berufliche

Schule mit passendem Bildungsgang.

Abbildungen: gpdm; © Monkey Business Images / Shutterstock.com

16 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Doch was ist mit den Branchen, die den

Schülerinnen und Schülern weniger

Berufsbilder bieten können? Wenn die

Berufskollegs nicht zeitnah und unkompliziert

mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar

sind? In diesen Branchen sieht die

Realität der Nachwuchsgewinnung anders

aus. Die Bewerberlage in der jeweiligen

Region ist eng. Dazu kommt, dass Bemühungen

zur Berufsorientierung von Schulen,

Kommunen und Landkreisen häufig

entweder ausbleiben oder unprofessionell

sind. Eine Besonderheit für spezialisierte

Unternehmen ist zudem, dass sie innerhalb

einer Wertschöpfungskette Tiefenqualität

haben. Das bedeutet, dass ihre Spezialisierung

ungewöhnliches Wissen und ungewöhnliche

Kompetenzen mit sich bringt

und erfordert. So muss zum Beispiel ein

Mitarbeiter in der Serienmöbelproduktion

komplexe Kantenleimanlagen oder schnell

verfahrende CNC-Fräszentren bedienen.

Unternehmen in solchen Branchen können

den Mitarbeitern besondere Karrierewege

bieten. Eine regionale Koordinierung kann

den talentierten jungen Menschen die regionalen

Bildungsketten, also die möglichen

Qualifizierungs- und Bildungsabfolgen,

aufzeigen.

JOACHIM MARTIN

leitet seit 13 Jahren die Berufsakademie

Melle mit ihren dualen

und praxisintegrierten Studiengängen.

Martin ist Initiator und

Mitentwickler des Modells 2+3=4

für die Holz- und Möbelbranche.

MARKUS KAMANN

ist Vorstand der Lehrfabrik

Möbelindustrie und Initiator

von Ausbildungs- und Berufsbildungsnetzwerken.

©istockphoto.com/ nd3000

Wissen vernetzen –

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AUSBILDUNG

Das 2+3=4-Modell: Teilnehmer Lukas berichtet

„Nach meinem Abitur habe ich meinen Karriereweg

im Modell 2+3=4 der Berufsakademie

Melle begonnen. Meine auf zwei Jahre verkürzte

Ausbildung habe ich erfolgreich mit der Gesellenprüfung

zum Tischler abgeschlossen. Der Bau

des Gesellenstückes hat mich ermuntert, zwei

Gesellenjahre anzuschließen, um meine praktischen

Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen.

Danach kam ich zurück an die Berufsakademie

und habe mich mit Inhalten der Meistervorbereitungslehrgänge

und dem Studium zum

Bachelor of Engineering auseinandergesetzt.

Nach zwei Studienjahren im dualen und praxisintegrierten

Studium an der Berufsakademie in

Melle halte ich nun meine Bachelor-Urkunde in

den Händen. Heute arbeite ich im Bereich der

Konstruktion und Arbeitsvorbereitung in einem

Unternehmen der Zulieferindustrie.“

Die Uni ist nicht der einzige Weg

Eine Herausforderung ist zudem, dass

mittlerweile mehr als 60 Prozent der Schülerinnen

und Schüler die Schule mit einer

Hochschulzugangsberechtigung verlassen.

Schulabgängerinnen und Schulabgänger

mit Hochschulzugangsberechtigung wollen

die Perspektive, dass sie früher oder später

einen Hochschulabschluss erlangen werden.

Der Drang, nach der Schule in die rein akademische

Ausbildung zu wechseln, ist geprägt

durch das Elternhaus, die Schule und

das soziale Umfeld. Wenn Jugendliche sich

ausschließlich auf ihre Interessen, Neigungen,

Lerntypus, Leistungsbereitschaft und

Leistungsvermögen fokussieren könnten,

sähe das möglicherweise anders aus. Daher

brauchen Nischenbranchen aussichtsreiche

und flexible Karrierewege, die die Schulabgängerinnen

und Schulabgänger gehen können.

Gefragt sind durchgängige Aus- und

Weiterbildungsmodelle, die Jugendlichen

Perspektiven bieten, aber ihnen auch individuelle

Freiräume für die Gestaltung und

Entwicklung des privaten Umfeldes lassen.

Flexible Karrierewege in der

Holz- und Möbelbranche

In der Holz- und Möbelbranche hat sich

im „Möbelbecken“ Ostwestfalen-Lippe

und im südlichen Niedersachsen seit einem

Jahr ein solches Modell etabliert. Eine

Kooperation aus dem Wilhelm-Normann-

Berufskolleg Herford, der Lehrfabrik Möbelindustrie

in Löhne, die Teil des dortigen

BANG Ausbildungsnetzwerkes ist, und der

Berufsakademie Melle hat hier ein flexibles,

modular aufgebautes Bildungsmodell

erarbeitet, das in den kommenden Jahren

deutlich erweitert und ausgebaut werden

soll. Mittelfristig will das Netzwerk einen

überregionalen Bildungscampus schaffen,

der seinen Teilnehmenden Bildungsangebote

bietet, die berufliche und akademische

Bildung verbinden und somit eine

vollständige, funktionierende Verzahnung

von nicht-akademischer und akademischer

Bildungskette schaffen.

Zwei Routen zum Holzprofi

Für Schulabgänger/-innen gibt es zwei

Wege, in das Bildungsprogramm einzusteigen:

zum einen mit einer dualen

Erstausbildung als Tischler, Schreiner oder

Holzmechaniker bei einem der Unternehmen

des Ausbildungsnetzwerkes. Neben

dem betrieblichen und schulischen Teil

der Ausbildung lernen die Azubis technisch

anspruchsvolle Lerninhalte in der

Lehrfabrik Möbelindustrie in Löhne, die

von dem örtlichen Ausbildungsnetzwerk

betrieben und finanziert wird. Dort lernen

die Jugendlichen zum Beispiel die Konstruktion

von Möbeln hinsichtlich ihrer

Serientauglichkeit oder das Vermessen von

Teilprodukten mit optischen Sensortischen.

Mit Abschluss der dualen Erstausbildung

ist die Basis für die weitere Bildungskette

gelegt. Ein zweiter Weg besteht durch das

Modell „2+3=4“, das die Berufsakademie

Melle zusammen mit Partnerbetrieben

ins Leben gerufen hat. Es richtet sich an

Schulabgänger/-innen mit Abitur oder

Fachhochschulreife und verbindet eine

berufliche Erstausbildung zum Tischler

oder Holzmechaniker mit dem dualen,

praxisintegrierten Studium zum Bachelor

of Engineering. Das zweite Ausbildungsjahr

und das erste Studienjahr sind dabei

identisch. So erhalten die Teilnehmenden

durch dieses Modell innerhalb von vier

Jahren zwei Abschlüsse – daher der Name

2+3=4. Ob reguläre Auszubildende oder

Teilnehmende am 2+3=4-Programm: Im

18 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Sinne des lebenslangen Lernens besuchen

alle Teilnehmenden Weiterbildungsmodule,

die sie je nach Umfang und Ausprägung

zum Bachelor Professional – vormalig

Industriemeister –, zum Ingenieur oder

auch zu beiden Abschlüssen führen können.

Die Fachkräfte gehen ihren individuellen

Weg, in der von ihnen gewünschten

Zeit. „Schnelle Wege – in fünf Jahren drei

Abschlüsse – sind genauso denkbar wie

Karrierewege, die durch Gesellen- und

Meisterjahre, Elternzeit und individuelle

Lernpausen der Lebensrealität der Generation

Y und Z gerecht werden“, sagt

Thorsten Gösling, Geschäftsführer des

Unternehmens pronorm Einbauküchen aus

Vlotho, das Teil des Netzwerkes ist.

Um junge Fachkräfte für diesen Weg zu

gewinnen, müssen die Ausbildungsverantwortlichen

in den Betrieben die Jugendlichen

frühzeitig ansprechen. Um ein System

zu schaffen, das achtsam und auf die Bedürfnisse

und die Mentalität der neuen Generation

zugeschnitten ist, müssen alle Beteiligten

zusammenarbeiten – das wird auch bei den

Jugendlichen ankommen.


Im Überblick:

» In spezialisierten Branchen wie

der Holz- und Möbelindustrie ist

es besonders wichtig, Jugendlichen

flexible Karrierewege zu bieten.

» Ein Netzwerk aus Ausbildungsunternehmen

und Bildungseinrichtungen

hat dafür ein

Bildungs konzept entwickelt.

» Kern sind flexible Weiterbildungsangebote

sowie die Möglichkeit,

mehrere Abschlüsse in kurzer Zeit

zu erwerben.

Das Portal für Bildungsinformation

bildungsklick informiert Sie aktuell und umfassend mit News, Hintergrund berichten,

Dossiers, Interviews und Videos aus der Welt der Bildung.

Wir machen Bildung zum Thema. | www.bildungsklick.de

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AUSBILDUNG

News

AUSBILDUNGS­

BERUFE MIT

STEIGENDER

NACHFRAGE

Medienkompetenz

für Ausbilder/-innen

Trotz sinkender Ausbildungszahlen

ist in einigen

Berufen die Nachfrage nach

Ausbildungsplätzen seit

2016 gestiegen. So stieg sie

im Beruf Führer/-innen von

Erdbewegungsmaschinen

um 67 Prozent, für Zweiradtechnik

um 43 Prozent

und für Tiefbauberufe um

42 Prozent. Das ist das Ergebnis

einer Untersuchung

des Instituts der Deutschen

Wirtschaft. Seit 2016 sei die

Nachfrage in 77 Berufen gestiegen

und in 169 Berufen

gesunken.

Ende September ist die berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahme

MIKA, Medien- und IT-Kompetenz für Ausbildungspersonal,

gestartet, die vom Bundesinstitut für berufliche Bildung BIBB

erarbeitet wurde. Die MIKA-Weiterbildung umfasst 60 Stunden,

die als zwölfwöchiges Blended-Learning-Format durchgeführt

werden. Mehr Informationen zu Ablauf und Inhalten auf:

» www.foraus.de/mika

Berufsschullehrerverband

fordert mehr

Freiheiten

Der Berufsschullehrerverband fordert größere

Handlungsspielräume für Berufsschulen, um

zum Beispiel Präsenz- und Fernunterricht je

nach Pandemielage flexibel umzusetzen. Das

betonen die beiden Vorsitzenden Pankraz

Männlein und Sven Mohr in einem Rundschreiben

zum Start des Ausbildungsjahres.

Beim Pandemiemanagement müsse der Gesundheitsschutz

oberste Priorität haben und

Maßnahmen müssten sich nach der Situation

im Einzugsgebiet der Schulen richten.

» www.bvlb.de

Abbildungen: © The KonG, fizkes / Shutterstock.com

20 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


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in Löhne hochqualifizierende Schulungsangebote.

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Kameraset für den

Fernunterricht zu gewinnen

Bildungspraxis und Promethean verlosen gemeinsam drei

Kamerasets für den Distanzunterricht. Das Set besteht aus

einer leistungsfähigen Kamera mit robustem Stativ und

passendem Kabel. Damit ist es Lehrkräften möglich, eine

Teilhabe am Unterrichts geschehen auch außerhalb des Klassenzimmers

störungsfrei, sicher und verlässlich anzubieten.

Bis zum 31. Dezember auf www.bildungspraxis.de

mit dem Stichwort „Kamera22“ teilnehmen

und gewinnen.

Lerninhalte

strukturiert - immer aktuell -

jederzeit nutzbar

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Lernsituationen

definieren

vorhandene

Lerninhalte nutzen

Eigene Inhalte

erstellen

Moderne

Lernmethoden

Lernvideos Aufgabensammlungen eLearning Kurse

Prüfungsvorbereitung Fachbücher Simulationen Lernkontrollen uvm.

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Gewinn

wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices sind von der

Teilnahme ausgeschlossen.

Alle verfügbaren Inhalte sortiert nach Technologien

sind in der Contentplattform abrufbar!

lx.festo.com


WEITERBILDUNG

SERIE:

Best

Practice

Deutsche Unternehmen

gestalten die Transformation

der Aus- und Weiterbildung

mit innovativen

Ideen und Konzepten

mit. Bildungs praxis stellt

Beispiele dafür vor.

„DIE KAMERA MUSS AN BLEIBEN“

Niko Fostiropoulos ist Experte für Remote Teaching und den Einsatz

von Videokonferenztools. Im Interview erklärt er, wie Lernen und

Arbeiten per Videochat reibungslos funktioniert.

Interview Vincent Hochhausen

Abbildungen: © fizkes / Shutterstock.com; alfatraining Bildungszentrum GmbH

22 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Im Interview

NIKO FOSTIROPOULOS

ist Geschäftsführer des 2005 gegründeten

Weiterbildungsanbieters „alfatraining“. Seit

2010 führt das Unternehmen alle Kurse und

Lehrgänge remote über das eigens entwickelte

Videokonferenztool „alfaview“ durch.

Bildungspraxis: Seit der Coronapandemie

sind Videokonferenzen in

Schulen und Betrieben Alltag. Was

sind typische Fehler, die Mitarbeitende

dabei machen?

Niko Fostiropoulos: Während der

Konferenz die Kamera auszuschalten.

Natürlich ist die Versuchung groß,

wenn man gerade kurz etwas anderes

erledigen will. Aber jeder schwarze

Bildschirm in einer Videokonferenz

oder einem Online-Seminar senkt die

Qualität. Unser Tool arbeitet deswegen

nach dem Prinzip „I see you, you see

me“, also „Wenn ich dich sehe, siehst

du auch mich“. Das motiviert dazu, die

Kamera anzulassen.

eduApps:

DAS NEUE MUST-HAVE

FÜR LEHRKRÄFTE

Das neue Portal eduApps bietet eine

Übersicht über digitale Angebote für die

Schule und den Unterricht. Alle Schulformen

und Fächer eingeschlossen.

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Das ist noch nicht alles:

Mit eduApps PLUS können

Sie digitale Angebote auch

direkt nutzen.

So oft und wann immer Sie

wollen, zu Hause oder im

Klassenzimmer.

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Hilfreiche

Lehr- und

Lern-Apps für

Lehrkräfte

Warum ist das so wichtig?

Weil Bildung und Kommunikation vom

persönlichen Kontakt, von Mimik und

Gestik und der direkten Interaktion

leben. Lehrkräfte und Trainer können

fast alle Inhalte, die sie in Präsenzseminaren

vermitteln, mindestens ebenso

gut in einer Videokonferenz übermitteln.

Aber das funktioniert nur, wenn

man interagiert, aufeinander reagiert

und eine Atmosphäre der Nähe schafft.

Geht bei Videokonferenzen nicht

trotzdem etwas verloren?

Nein, im Gegenteil: Wir bekommen

oft die Rückmeldung, dass Teilnehmende

konzentrierter lernen oder arbeiten

als im Präsenzseminar oder im


WEITERBILDUNG

Büro. Weil sie sich in einem Umfeld

befinden, in dem sie sich wohlfühlen

und nicht abgelenkt werden, aber

gleichzeitig auch den direkten, anregenden

Kontakt zu anderen haben.

Ein Grund, warum manche Nutzer

die Kamera ausstellen, ist, dass ihre

Internetverbindung schlecht ist.

Wie löst man dieses Problem?

Man sollte Anwendungen nutzen, die

sich als App auf den Rechner installieren

lassen, statt browserbasierte

Anbieter. Denn ein Browser hat nicht

die Leistungsfähigkeit, die man für eine

zuverlässige Verbindung in guter Qualität

braucht. Ich hoffe außerdem, dass

der Gesetzgeber wie angekündigt flächendeckend

ordentliches Internet bereitstellen

wird. Die Stabilität war einer

der Gründe, warum wir überhaupt ein

eigenes Videokonferenztool entwickelt

haben. Abgesehen davon sollte man

aber auch darauf achten, dass das Tool,

welches man nutzt, alle Datenschutzregeln

erfüllt.

Wie kann Bildungspersonal online genauso

gute Lernerlebnisse schaffen wie

im direkten Kontakt?

Die Herangehensweise soll genauso wie

beim Präsenzunterricht sein. Das fängt

damit an, dass man sich zum Beispiel

nicht nachlässiger kleidet als man es im

Face-to Face-Kontext tun würde. Es ist

hilfreich, eine gute Kamera zu haben,

denn die Teilnehmer sollen einen gut

wahrnehmen. Nähe zu schaffen ist bei

Videokonferenzen sogar leichter, denn

niemand sitzt in der letzten Reihe.

Beim Blickkontakt muss man sich

allerdings umstellen und direkt in die

Kamera gucken. Von Fernsehmoderatoren

kann man sich solche und andere

kleinen Tricks abschauen.

Neben Fernlernen hat auch das

Arbeiten von zu Hause an Wichtigkeit

gewonnen. Wie gestaltet man Homeoffice

so, dass es funktioniert?

Wir müssen für das Arbeiten von zu

Hause eine Methodik schaffen, die

Menschen zusammenführt, und nicht

vereinsamen lässt. Der Kontakt untereinander

darf nicht verloren gehen.

Wie setzen Sie das in Ihrer Firma um?

Bei uns im Unternehmen sind wir immer

in unserem Videokonferenztool und

haben unsere Kameras an. Wenn ich mit

anderen in einem Team arbeite, kann

ich sie sehen oder den virtuellen Raum

wechseln, um mich mit jemand anderem

zu besprechen – wie in einem echten

Bürogebäude auch. Das hat nichts mit

Überwachung zu tun, sondern mit Interaktion

und Gemeinschaft. Man sitzt nicht

als Einzelkämpfer zu Hause, sondern

kollaboriert aktiv mit anderen.


Die wichtigsten Tipps für Besprechungen

und Lernen per

Video

» Stabilität des Internets gewährleisten:

Tools nutzen, die man als App

auf dem Rechner installieren kann.

» Kamera anlassen: Mimik und Gestik aller

Teilnehmenden sind wichtige Signale,

auf die man nicht verzichten

kann.

» Direkte Interaktion: in die Kamera

schauen statt auf den Bildschirm,

direkt auf andere reagieren, statt

mit Emojis oder dem Handhebe-Icon.

Nutzung von Videokonferenztools

und Arbeiten im Homeoffice

Laut dem Statistischen Bundesamt führten

94 Prozent der großen Unternehmen in

Deutschland 2020 mehr Videokonferenzen

durch als 2019. Für die Studie „New Work

Reloaded“ befragte das Trendence Institut

im September 2021 außerdem 5400

Arbeitnehmer in Deutschland zu ihren Arbeitsbedingungen.

Ein Ergebnis: 48 Prozent

wünschen sich die Möglichkeit, öfter

im Homeoffice zu arbeiten. Gleichzeitig

gaben aber auch 43 Prozent an, beim Arbeiten

zu Hause den Austausch mit den

Kolleginnen und Kollegen zu vermissen.

24 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


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WEITERBILDUNG

VERNETZT LERNEN

Viele Unternehmen setzen vernetzte Lernsysteme zur Aus- und Weiterbildung ein.

Ein Vorteil dieser Systeme: Sie passen sich an den Lernenden an.

Gastbeitrag Julia Knopf, Michelle Jörgens, Marius Schönberger

Die Arbeit wird digital, Tätigkeiten,

Arbeitsvorgänge und

Anforderungen verändern

sich dadurch. Deswegen ist die Vermittlung

von Wissen und Kompetenzen wichtig. In

Unternehmen können computergestützte

Lernsysteme Mitarbeitende zeitgleich und

ortsunabhängig mit Wissen und Informationen

versorgen.

Charakteristiken vernetzter

Lernsysteme

Vernetzte Lernsysteme sind serverbasierte

Systeme zur Wissensvermittlung. Sie beinhalten

organisierte interaktive Lernangebote,

wie beispielsweise interaktive Quizze

oder Memoryspiele, und kommunikative

Komponenten, etwa Video- und Chatfunktionen.

In vernetzten Lernsystemen

nutzen die Lernenden individualisierte

Lernangebote. Dies ermöglicht eine passgenaue

Differenzierung der Lernpfade. Diese

JULIA KNOPF

ist Professorin für Fachdidaktik Deutsch

Primarstufe und leitet das Forschungsinstitut

Bildung Digital an der Universität

des Saarlandes. Sie ist Gründungspartnerin

der Didactic Innovations und Mitglied im

Vorstand des Didacta Verbands.

MICHELLE JÖRGENS

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Forschungsinstitut Bildung Digital

an der Universität des Saarlandes.

MARIUS SCHÖNBERGER

ist Geschäftsführer am Forschungsinstitut

Bildung Digital an der

Universität des Saarlandes.

Abbildungen: © Anton Watman / Shutterstock.com; Uni Saarland

26 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Lerninhalte sind entweder vom Lehrenden

zuvor speziell ausgewählt worden oder

das System passt die Lerninhalte automatisch

auf den Lernstand der Nutzenden

an. Vernetzte Lernsysteme sind zeit- und

ortsunabhängig, die Lernenden können sie

also während oder außerhalb des Unterrichts

nutzen. Die Vernetzung innerhalb

von Lernsystemen schafft eine Alltagsnähe,

die sich positiv auf die Lernmotivation

auswirkt. Zudem kann unter Beisein einer

geschulten anleitenden Person die Medienkompetenz

der Lernenden ausgebaut

werden, was positiven Einfluss auf das

generelle Nutzungsverhalten der digitalen

Medien haben kann.

Vernetzte Lernsysteme

in der Praxis

Wie kann das in der Praxis aussehen? Ein

fiktives Beispiel: Auf Wunsch ihres Arbeitgebers

absolvieren die Auszubildenden

Alexandra und Christian einen Kurs in

einem Lernsystem, der sich mit Social-

Media-Marketing beschäftigt. Vor dem

Kursstart geben beide an, wie sie am besten

lernen können. Nachdem sie ein Video zu

ersten Lerninhalten auf der Lernplattform

angesehen haben, absolvieren sie verschiedene

interaktive Übungsaufgaben, um

das Gelernte anzuwenden. Auf Basis der

Ergebnisse präsentiert ihnen das System

neue Lerninhalte und Übungen, die nicht

unbedingt für beide gleich sind:

Das Lernsystem hat Alexandras und Christians

Angaben zu ihren Lernvorlieben

ausgewertet und geschlussfolgert, dass

Alexandra eher eine visuelle Lernerin ist,

die am besten mit Grafiken, Bildern oder

Videos zurechtkommt. Dementsprechend

werden die Lerninhalte für sie eher visuell

aufbereitet. Christian ist aus Sicht des

Lernsystems ein kommunikativer Lerner,

der am besten lernt, wenn er regelmäßig

mit anderen Lernenden interagieren und

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So geht’s:

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WEITERBILDUNG

kommunizieren kann.

Die Lerninhalte werden

für ihn somit häufiger in

Form von interaktiven

Frage-Antwort-Spielen

aufbereitet und das System

wendet sich öfter mit Vorschlägen

an ihn. Zudem

erfasst das Lernsystem

über den gesamten Kursverlauf

die Lerndaten von

Alexandra und Christian

und vergleicht diese mit

den Ergebnissen anderer

Lernenden. So erkennt das

System, dass Alexandra bei

der Lerneinheit deutlich

besser abgeschnitten hat

als Christian. Außerdem

bringt das Lernsystem

beide in Kontakt mit

weiteren Lernenden, die

ähnliche Lernfortschritte

bei dem Kurs haben, damit sie sich untereinander

austauschen können.

Intuitiv, zugänglich, fehlerfrei

Gegenwärtig befinden sich am Markt verschiedene

Lernsysteme, die sich in ihrer

Qualität unterscheiden. Deswegen ist es

sinnvoll, bei der Entwicklung neuer und

der Weiterentwicklung bereits bestehender

Lernsysteme Erfolgskriterien zu berücksichtigen.

Anforderungen für erfolgreiche vernetzte

Lernsysteme können in zwei Gruppen unterteilt

werden. Einerseits müssen vernetzte

Lernsysteme Kriterien der Usability, also

der Nutzerfreundlichkeit, erfüllen, anderseits

die der Didaktik. Bei der Usability

wird zwischen Zugänglichkeit und Bedienbarkeit

unterschieden. Die Zugänglichkeit

zielt auf die Verfügbarkeit der technischen

Komponenten und Inhalte ab. Die Bedienbarkeit

umfasst beispielsweise die intuitive

Navigation. Zudem muss das Lernsystem

einem logischen Aufbau folgen und zuverlässig

und fehlerfrei funktionieren. Auch

bedeutsam sind fehlerfreie Rechtschreibung

und Grammatik, da sich Fehler in

diesen Bereichen negativ auf die Nutzerfreundlichkeit

und den Gesamteindruck

auswirken können.

Ein Vorteil von vernetzten Lernsystemen: Sie sind orts- und zeitunabhängig nutzbar.

Wichtige Rolle der Lehrenden

Erfolgreiche vernetzte Lernsysteme zeichnen

sich durch ihre didaktische Konzeption

aus. Hierzu zählt die Kompetenz- oder

auch die Lernzielorientierung. Dabei

müssen Lernansatz und die angestrebten

Kompetenzen und Lernziele zusammenpassen.

Verantwortlich dafür ist die

Lehrkraft beziehungsweise die Person,

die den Lernprozess betreut. Ebenfalls

bedeutsam ist der progressive Aufbau der

Lerninhalte und -einheiten: Deren Abfolge

sollte sich vom Einfachen zum Schweren

oder auch vom Allgemeinen zum Spezifischen

entwickeln. Ein solcher progressiver

Aufbau kann durch eine Strukturierung

der Lerneinheiten begünstigt werden. Sie

beginnt zum Beispiel mit einem Einstieg

in das Thema, etwa mit einem passenden

Zitat. Daran anknüpfen kann eine Erarbeitungsphase,

in der die lernende Person

sich beispielsweise anhand eines Videos die

Lerninhalte eigenständig erarbeitet. Eine

Lerneinheit kann mit einer Vertiefung abgeschlossen

werden. Zur Vertiefung kann

eine Reflexion der Lerninhalte etwa durch

eine schriftliche Stellungnahme erfolgen.

Im Sinne des progressiven Aufbaus sollte

die jeweils nächste Lerneinheit entweder

schwerer sein als die Vorherige, oder spezifischer

werden und tiefer in das Thema

Abbildungen: © Prostock-studio / Shutterstock.com

28 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


eintauchen. Abwechselnde Sozialformen

wie Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten

können die Motivation der Lernenden steigern.

Zudem sind die Individualisierung

und die Differenzierung wichtig. Vernetzte

Lernsysteme bieten daher die Möglichkeit

der Skalierbarkeit, also die Möglichkeit der

individualisierten manuellen Auswahl von

Angeboten durch die dozierende Person.

Ziele und Nutzen

Unternehmen verfolgen mit dem Einsatz

vernetzter Lernsysteme das Ziel, die Effizienz

und die Qualität der beruflichen

Weiterbildungsmaßnahmen sowohl für

die Lernenden als auch das Unternehmen

zu steigern. Zudem sind arbeitsplatznahe

Lernformen, beispielsweise die Nutzung

von Lernsystemen, gegenüber traditionellen

Weiterbildungsmaßnahmen wie Seminaren

oder Lehrgängen praxisnaher, zeitsparender,

motivierender und kostengünstiger. ■

Im Überblick:

» Vernetzte Lernsysteme sind

Systeme zur Wissensvermittlung,

die interaktive

Lernangebote sowie Kommunikationsfunktionen

beinhalten.

» Ein wichtiges Plus solcher

Systeme ist, dass sie Art und

Schwierigkeiten autonom an

Lerntyp, Lernfortschritt und

Vorwissen der Lernenden

anpassen können.

» So sind individualisierte

Lernpfade für jeden Nutzer

möglich, während dem Ausbildungspersonal

Raum für Organisation

und individuelle

Beratung gegeben wird.

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WEITERBILDUNG

News

Corona bremst

Fortbildung

BERUFSANERKENNUNG

MEIST FRISTGERECHT

59 Prozent der Anträge auf Anerkennung eines

ausländischen Berufsabschlusses in nichtreglementierten

Ausbildungsberufen werden

innerhalb von drei Monaten bearbeitet. Das sind

17 Prozentpunkte mehr als 2017. Zu diesem Ergebnis

kommt eine Untersuchung des Bundesinstituts

für Berufsbildung

BIBB. Wichtigster Grund

für ein Überschreiten

dieser Frist sei laut der

Studie, dass Antragsteller

zusätzliche Unterlagen

einreichen müssten. Die

Studie ist verfügbar auf:

Bei 29 Prozent der Erwerbstätigen, die 2021

an keiner Weiterbildung teilgenommen haben,

war die Coronapandemie der Grund dafür.

Das ergab eine repräsentative Befragung der

Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW. Zudem

gaben 41 Prozent der Befragten, die eine Weiterbildung

in Anspruch genommen haben, an,

den Umfang ihrer Fortbildungstätigkeit wegen

Corona reduziert zu haben.

» www.kfw.de/Über-die-KfW/KfW-Research

Mehr als 77 Prozent der

deutschen Unternehmen haben

ihren Beschäftigten im Jahr

2020 Maßnahmen zur Weiterbildung

und Qualifizierung angeboten.

Das teilt das Statistische

Bundesamt im August mit.

Politik verlängert

Weiterbildungsinitiative

Die Bundesregierung wird die

Nationale Weiterbildungsstrategie

NWS fortsetzen. Das Arbeitsund

das Bildungsministerium,

die gemeinsam für die Strategie

verantwortlich sind, haben dazu

neue Initiativen und Maßnahmen

vorgestellt. Unter anderem soll

2024 eine Nationale Online-

Weiterbildungsplattform ans

Netz gehen.

» www.bmas.de

Abbildungen: © Audio und werbung, SFIO CRACHO / Shutterstock.com

30 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


Ausbilder/-innen fit machen

Fachkräfte für morgen sichern

Das neue Komplettprogramm für die

Ausbildung der Ausbilder/-innen:

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Weiterbildungspädagoge/-in“ bzw. „Berufspädagoge/-in“

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WEITERBILDUNG

VERANSTALTUNGEN 2022/23

Kongresse und Tagungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung

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Tagung zum

Berufsorientierungs -

programm

Für wen? Alle, die mit Berufsorientierung

zu tun haben

Wo? Berlin und online

5. 6. & 6. 7.

SEPTEMBER DEZEMBER 2022

In Diskussionsrunden und Fachvorträgen mit Persönlichkeiten

aus Politik, Bildung und Wissenschaft

können Besucherinnen und Besucher der Tagung

Impulse für die Digitalisierung der Berufsorientierung

erhalten und sich miteinander austauschen. Die

Tagung ist kostenlos und findet hybrid statt – Teilnehmer

können die Veranstaltungen also auch von zu

Hause aus mitverfolgen.

» www.berufsorientierungsprogramm.de/bop/

shareddocs/meldungen/BOP-Tagung-2022.html

Chance 2023

Für wen? Schüler, Umschüler,

Studenten, Absolventen,

Weiterbildungsinteressierte,

Auszubildende und Jobsuchende

Wo? Gießen

Unter dem Motto „Zukunft selbst gestalten“ findet

Ende Januar die Chance statt, die größte Messe für

Beruf und Karriere in Mittelhessen. Unternehmen und

Institutionen informieren dort über Aus- und Weiterbildung,

Studium, Berufsorientierung und Jobs.

Der Eintritt kostet vier Euro, registrierte Schulklassen

zahlen 1 Euro pro Schüler. Geöffnet ist

die Messe am Freitag von 9 bis 16 Uhr

und am Samstag von 10 bis 17 Uhr.

» www.chance-giessen.de

27. & 28.

JANUAR 2023

didacta Bildungsmesse

2023

Für wen? Alle Akteurinnen und

Akteure aus der beruflichen Bildung

und allen anderen Bildungsbereichen

Wo? Stuttgart

2023 findet Europas größte Bildungsmesse in Stuttgart

statt. Hunderte Aussteller werden ihre Produkte

und Dienstleistungen präsentieren. Zudem wird es auf

den didacta-Themenforen ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm

geben. Berufsbildungsprofis können

sich dabei vor allem auf das Forum Berufliche Bildung

und das Forum myQ konzentrieren.

» www.messe-stuttgart.de/didacta

7. bis 11.

MÄRZ 2023

Hochschultage

Berufliche Bildung 2023

Für wen? Forschende der

Berufsbildung und Akteure aus der

Berufsbildungspraxis

Wo? Bamberg

Bei den Hochschultagen Berufliche Bildung der

Universität Bamberg wird es um Fachkräftesicherung

und zukunftsweisende Qualifizierung gehen.

Dabei wird es Fachtagungen und Workshops

geben. Schirmherr der Veranstaltung ist der bayerische

Kultusminister Michael Piazolo.

» www.uni-bamberg.de/wipaed-htbb2023

20. bis 22.

MÄRZ 2023

32 | ›› BILDUNGSPRAXIS – 4/2022


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