GESTALTUNGS- NETZWERK

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ARCHITEKTEN

NETZKOORDINATOREN AM BAU

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Sie können sich an die Frühjahrshefte des FORUM der letzten Jahre erinnern. Zunächst stellten sich die Notare

standes- und selbstbewusst vor. Dann waren die Stadtplaner zu Gast. Deren Beiträge trugen schon ein Staunen

über die in der Zukunft zu bewältigenden Berufsaufgaben. In diesem Jahr schreiben Architekten im FORUM. Nein,

nicht die Weltenbummler, die unabhängig vom nationalen oder regionalen Baugeschehen ihre Duftmarken setzen,

sondern Architekten, die sich in ihrer Praxis den Problemen der Städte, der Verödung der Zentren und Zerfransung

ihrer Ränder entgegenstemmen. Architekten, die eine Vernetzung aller am Baugeschehen Beteiligten befürworten

und die Zusammenarbeit mit den Fachingenieuren suchen. Vergessen sind die Berufsverwalter, die glaubten, vor

Fachingenieuren »Hof halten« zu können.

Für die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure steckt in jedem Beitrag eine Aufforderung, ihren Fachbeitrag

zu intensivieren, ihr Verständnis für Architektur zu verbessern und den Sinn für interdisziplinäre Zusammenarbeit

zu schärfen.

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FORUM stellt moderne Architekten vor

Vermessungsingenieure und Architekten –

Partner beim Planen und Bauen

Warten auf ein

Nach den aktuellen Mitgliedererhebungen der Bundesarchitektenkammer

vom Januar 2007 kommt in Deutschland

ein Architekt bzw. Stadtplaner auf 690 Einwohner. Allerdings

gibt es regionale Unterschiede: Nach den Stadtstaaten

Hamburg und Berlin liegt das Flächenland Baden-Württemberg

bei der Architektendichte mit knapp 500 Einwohnern je

Architekt an dritter Stelle. Die niedrigsten Architektendichten

finden sich in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wo statistisch

gesehen ein Architekt für 2.600 Einwohner planen könnte.

Insgesamt haben die Architektenkammern in Deutschland

rund 120.000 Mitglieder – eine durchaus bedrohliche existenzielle

Situation für den Einzelnen, bedenkt man die weiter

wachsenden Mitgliederzahlen und den in den zurückliegenden

Jahren drastisch eingebrochenen Markt.

Glücklich dagegen der Berufsstand der Vermessungsingenieure,

der mit bundesweit rund 1.300 BDVI-Mitgliedern im Vergleich

nur ungefähr ein Hundertstel an Mitgliedern hat. Denn auch

wenn die Zahl der Architekturstudierenden leicht rückläufig

ist, wird sich am harten Wettbewerb für Architekten so schnell

nichts ändern: Noch immer gibt es doppelt so viele Absolventen

wie 65-jährige Architekten und diese denken mit Erreichen

der Altersgrenze auch nicht zwangsläufig an den Ruhestand.

Mit dem Bestseller »Die Vermessung der Welt« von Daniel Kehlmann

ist das Vermessungswesen im vergangenen Jahr unversehens

in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Auf ein

ähnliches Phänomen wartet die Architektur noch! Zwar haben

»Kehlmann-Phänomen«

WOLFGANG RIEHLE | REUTLINGEN

Bundestag und Bundesrat im vergangenen Jahr eine Stiftung

Baukultur beschlossen, doch sichtbare Ergebnisse sind hier

kurzfristig nicht zu erwarten. Bei der Öffentlichkeitsarbeit

müssen weiter alle mitwirken – die Architektenkammer Baden-

Württemberg führt daher bereits seit zwei Jahrzehnten in den

Städten und Landkreisen das Auszeichnungsverfahren »Beispielhaftes

Bauen« durch und rückt damit die Zusammenarbeit

von Bauherren und ihren Architekten regional ins Licht

der Öffentlichkeit. Nicht zuletzt diese Wettbewerbe zeigten in

den vergangenen Jahren die zunehmende Bedeutung des Bauens

im Bestand.

Um mit der vorhandenen, insbesondere historischen Bausubstanz

korrekt umgehen zu können, müssen Bestandspläne vorliegen.

Falls dies nicht der Fall ist, wird ein verformungsgerechtes

Aufmaß erforderlich und somit die Zusammenarbeit

mit Vermessungsingenieuren. Beim Erweitern vorhandener

Bausubstanz sind präzise Anschlusshöhen und verlässliche Angaben

zur Lage des Bestandes in Bezug auf die Eigentumsgrenzen

unverzichtbare Grundlagen für den architektonischen

Entwurfsprozess. Apropos Grundlagenermittlung:

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