Für Technik begeistern - Stiftung Partner für Schule NRW ...

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Für Technik begeistern - Stiftung Partner für Schule NRW ...

Projektdokumentation

Für Technik begeistern

Praxisbeispiele und Unterrichtsvorschläge

Ein Projekt der

Stand März 2010

Roland Berger, Manuela Demant, Stephanie Hendriks (Hrsg.)


Roland Berger, Manuela Demant, Stephanie Hendriks (Hrsg.)

Für Technik begeistern

Praxisbeispiele und Unterrichtsvorschläge

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

3


Impressum

Partner für Schule NRW

Stiftung der Wirtschaft und der Landesregierung

Nordrhein-Westfalen

Oststraße 86

40210 Düsseldorf

Tel.: 0211.913 12-600

Fax: 0211.913 12-650

E-Mail: post@partner-fuer-schule.nrw.de

Redaktion

Manuela Demant

Stephanie Hendriks

Verantwortlich

Roland Berger (Vorstand)

Kontakt

Detlef Kaenders (Projektbereichsleitung)

Tel.: 0211.913 12-641

E-Mail: kaenders@partner-fuer-schule.nrw.de

Bildquellen

Sofern nicht anders angegeben, liegen die Rechte am

verwendeten Bildmaterial jeweils bei den Schulen.

2. aktualisierte Auflage

ISBN 978-3-00-026177-0

© Stiftung Partner für Schule NRW 2008/2010


Einleitung 8

Schulische Situation / Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen /

Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte

Mögliche Gründe für die eingeschränkte Berufswahl / Umfassende Orientierung geben /

Praxisorientierter Unterricht

Hinweise zu den Projekten 11

Primarstufe 12

„Wasser und Wiese machen Schule“ Adolf-Reichwein-Schule, Moers 12

„Werkraum“ Adolf-Reichwein-Schule, Moers 13

„Windmühlen und Zahnradübersetzungen“ Antoniusschule, Dorsten 14

„Trickfilmproduktion“ Aplerbecker-Mark-Schule, Dortmund 15

„Sonnenfallen erzeugen Wärme und ermöglichen

Bewegung“

„Bauen mit Fischer-Technik

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Augustinus-Grundschule, Dortmund 16

Städt. Gemeinschaftsgrundschule Eichendorff,

Moers

„Naturwissenschaftliche Experimente für Kinder“ Franziskus Grundschule, Dortmund 18

„Computer AG“ Franziskus Grundschule, Dortmund 19

„Themenkisten bauen“

Städt. Gemeinschaftsgrundschule Böhmer Straße,

Duisburg

„Erwerb des Werkzeugführerscheins“ Gemeinschaftsgrundschule Eick-West, Moers 21

„Brücken - Brücken - Brücken“

Gemeinschaftsgrundschule an der Gartenstraße,

Dinslaken

„Solarenergie - Energie der Zukunft“ Parkschule Friedrichsfeld, Voerde 23

„Physikalisch-technische Experimente mit Luft“ Grundschule an der Auguststraße, Recklinghausen 24

„Töne - Klänge - Geräusche - Lärm“ Grundschule an der Michaelstraße, Herne 25

„AGs mit Kamera und Mikroskop“ Grundschule an der Vandalenstraße, Gelsenkirchen 26

„Rund ums Rad - Mädchen am Start“ Grundschule Essel, Recklinghausen 27

„Mädchen bauen Seifenkisten“ Gudrun-Pausewang-Grundschule, Recklinghausen 28

„Räder bewegen Sachen und Menschen“ Katholische Grundschule Meckinghoven, Datteln 29

„Leonardo da Vinci - Naturwissenschaftler und Ästhet“ Katholische Grundschule Barbara, Duisburg 30

„Experimentieren in der Chemieküche“ Lessing-Grundschule, Dortmund 31

„Wir erstellen einen Kinderreiseführer für Dortmund“ Lessing-Grundschule, Dortmund 32

„Solartechnik - Nutzung von erneuerbaren Energien“ Overberg-Grundschule, Dortmund 33

„Soap-Box-Girls - Mädchen bauen Seifenkistenautos“ Grundschule an der Düngelstraße, Herne 34

„Der elektrische Strom“ Grundschule Pantrings Hof, Herne 35

„Geisterbahn“ St. Marien-Schule, Moers 36

8

9

17

20

22

5


„Einrichtung eines Technikraumes“ Grundschule Rauendahl, Hattingen 37

„Erstellen von Technikkisten“ Steinhammerschule, Dortmund 38

„Alessandro Volta - Erfinder der Batterie“ Turmschule, Gelsenkirchen 39

„Edison, der Erfinder der Glühlampe“ Turmschule, Gelsenkirchen 40

„Arbeit mit Werkzeug und Holz/Bau von Seifenkisten“ Wilbergschule, Bochum 41

6

Sekundarstufe I 42

Förderschulen 42

„Mädchen und Technik - Wir können was!“ Comeniusschule, Leverkusen 42

„Meta-Ku“ Fröbelschule, Dortmund 43

Technik ist doch (nix) für Mädchen“ Niederrheinschule, Kamp-Lintfort 44

Hauptschulen

„Kunststoffver- und -bearbeitung“ Anne-Frank-Schule, Hamm 45

„Mädchen programmieren Roberta: Ein Robotermädchen

lernt laufen“

„Ein kinetisches Kunstwerk“

„Kosmetik - Naturwissenschaft und Technik im

Dienst der Schönheit“

Falkschule, Hamm 46

Hauptschule an der Schwalbenstraße,

Gelsenkirchen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

47

Hauptschule Scharnhorst, Dortmund 48

„Mädchen entwerfen und planen ihr Wunschzimmer“ Hellweg Hauptschule, Bergkamen 49

Techniktag für Mädchen“ Overbergschule, Witten 50

„Von der Maschinentechnik in die Metalltechnik“ Werner-von-Siemens-Schule, Bochum 51

„Elektrotechnik: Bau einer Lärmampel“ Ganztags-Hauptschule Remberg, Hagen 52

Realschulen

„Fit für die Bildungskarriere - die Realschule als

Sprungbrett“

Gertrud-Bäumer-Realschule, Dortmund 53

„Mädchen für Technik begeistern“ Heinrich-Pattberg-Realschule, Moers 54

„Schnuppertag Technik“ Marienschule, Hamm 55

„AGs rund um die Fahrradreparatur“ Realschule Heessen, Hamm 56

„Planung und Fertigung von Schmuckstücken aus

Metall“

Gustav-Heinemann-Realschule, Duisburg 57

„Wilhelminas Werkstatt“ Wilhelm-Röntgen-Realschule, Dortmund 58

„Die ‚Mädchen wählen Technik‘-AG“ Willy-Brandt-Schule, Herten 59

Gesamtschulen

„Cola und Co. - Chemie-AG für Mädchen“ Anne Frank Schule Rheinkamp, Moers 60

„Baumwolltaschen bedrucken - Stempelherstellung

über CAD und CNC“

Anne-Frank-Gesamtschule, Dortmund 61


„Rund um den Zucker“ Erich-Fried Gesamtschule, Herne 62

„Engineering“ Friedensschule, Hamm 63

„Mädchen in technischen Berufen - wir lernen neue

Berufsbilder kennen“

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Gesamtschule Berger Feld, Gelsenkirchen 64

„Kreatives Werken“ Rosa-Parks-Schule, Herten 65

„Mädchen- und Jungen-Projekttage der Jahrgangsstufe

8“

Rosa-Parks-Schule, Herten 66

„An die Feile, fertig, los!“ Geamtschule Ruhrort, Duisburg 67

„LED-Power. Der einfache Stromkreis am Beispiel

einer LED-Lampe“

Heinrich-Böll-Gesamtschule, Dortmund 68

„Lebensplaung im 8. Jahrgang“ Janusz-Korczak-Gesamtschule, Bottrop 69

„Roberta - können Roboter tanzen?“ Mont-Cenis-Gesamtschule, Herne 70

„Mädchen - Projekte - Technik. Digitale Unterrichtsdokumentation“

Gymnasien

„Talente entdecken - Interessen wecken: eine

Berufsrallye“

Willy-Brandt-Gesamtschule, Marl 71

Galilei-Gymnasium, Hamm 72

„Roberta lernt Rumba“ Haranni-Gymnasium, Herne 73

„ROSINE - Robotersysteme im Informatik/Technik-

Unterricht“

Heisenberg-Gymnasium, Dortmund 74

„Mädchen wählen Technik - und die Jungen auch“ Hittorf-Gymnasium, Recklinghausen 75

Technikorientierter Berufsparcours“ Mädchengymnasium Essen-Borbeck, Essen 76

„Die menschliche Maschine“ Otto-Hahn-Gymnasium, Herne 77

„Chemische Grundgesetze“ Otto-Hahn-Gymnasium, Herne 78

„Robotermädchen“ Ernst-Barlach-Gymnasium, Castrop-Rauxel 79

„Luft-AG“ Städtisches Gymnasium, Bergkamen 80

Sekundarstufe II 81

„Computersteuerungen im Technikunterricht“ Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, Gladbeck 81

„Wir erklimmen die Schule - Mädchen lernen

Schweißen“

Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, Duisburg 82

„Blende auf - Mädchen führen Regie“ Hans-Böckler-Berufskolleg, Marl 83

„Seitenwechsel“ Hans-Böckler-Berufskolleg, Marl 84

„Neue Medien in der Berufsorientierung und

Lebensplanung“

Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, Oberhausen 85

Kontaktdaten der Schulen 86

7


8

Einleitung

Junge Frauen entscheiden sich immer noch selten für ingenieur- und naturwissenschaftliche Studiengän-

ge oder Ausbildungsberufe im Bereich der MINT-Berufsgruppen (Mathematik, Informatik, Naturwissen-

schaften, Technik). Und das, obwohl sie nicht weniger begabt und ihre schulischen Leistungen gut sind.

Hinzu kommt eine attraktive berufliche Perspektive in diesem Beschäftigungsbereich, denn in vielen Un-

ternehmen herrscht ein Fachkräftemangel und es fehlt an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern

für die Ausbildung in technischen Berufen.

Schulische Situation

Durchschnittlich erreichen Mädchen inzwischen höhere Bildungsabschlüsse als ihre männlichen Mitschüler

und sie durchlaufen das Bildungssystem schneller als die Jungen. Genauso verlassen Mädchen die Schule

vergleichsweise selten ohne Abschluss oder lediglich mit einem Hauptschulabschluss. 1 Für fast alle jungen

Frauen ist es selbstverständlich und wichtig, einen Beruf zu erlernen, um ihre finanzielle Unabhängigkeit zu

sichern. Studien belegen zudem, dass junge Frauen von einer lebenslangen Erwerbstätigkeit ausgehen und

ihre beruflichen Pläne zielstrebiger und hartnäckiger verfolgen als ihre männlichen Mitschüler. 2

Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen

Trotz dieser guten Ausgangslage nehmen viele Mädchen und junge Frauen die vielfältigen Möglichkeiten,

die sich ihnen bei der Berufswahl bieten, nicht ausreichend wahr.

Die Mehrheit der Schulabgängerinnen konzentriert sich auf wenige Ausbildungsberufe und entscheidet

sich dabei immer noch für so genannte „Frauenberufe“, wie Einzelhandels- oder Bürokauffrau, Verkäu-

ferin oder Friseurin. 3 Bei den Studienfächern sind z.B. die Sprach- oder Kulturwissenschaften eine

Frauendomäne. 4

Mit ihrer Berufswahl nehmen junge Frauen in Kauf, dass mit den als „frauentypisch“ bezeichneten Be-

rufen ungünstigere Verdienst- und Karrierechancen einhergehen. Die männerdominierten Berufe sind

dagegen traditionell besser dotiert. Im internationalen Vergleich partizipieren Frauen in Deutschland

insgesamt nach wie vor weniger am wirtschaftlichen und technischen Innovationsprozess als die Frauen

in den meisten anderen Industrienationen. 5

Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte

Junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte begegnen zusätzlichen Herausforderungen. Sie bewegen

sich bei ihrer Berufswahlorientierung aufgrund soziokultureller Merkmale häufig in einem noch engeren

Spektrum und konkurrieren bei ihrer Bewerbung mit Schulabgängerinnen ohne Migrationshintergrund.

Diese verfügen häufiger über höherwertige Schulabschlüsse. Junge Frauen mit Zuwanderungsgeschich-

te sind dementsprechend häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als männliche Migranten sowie deutsche

Schulabgängerinnen und Schulabgänger. 6

1 Konsortium Bildungsberichterstattung (Hrsg.), 2006

2 Granato/Schittenhelm, 2003

3 Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), 2009

4 Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2006

5 Deutsche Telekom Stiftung/Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (Hrsg.), 2006

6 Rothe/Tinter, 2007

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


Mögliche Gründe für die eingeschränkte Berufswahl

Dass Mädchen und junge Frauen in den technischen Zukunftsbranchen unterrepräsentiert sind, hat vielfäl-

tige Gründe. Obwohl sich innerhalb der Gesellschaft schon viel Positives in Bezug auf die Gleichstellung von

Mann und Frau getan hat, werden Frauen immer noch bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, die sie

z.B. besonders für „frauentypische“ Berufe im pflegerischen oder sozialen Bereich geeignet erscheinen las-

sen. Diese stereotypen Geschlechterbilder sind trotz Gegensteuerung immer noch präsent. Sie wirken auf

das Denken und Handeln und letztendlich auch auf die Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen ein.

Hinzu kommt, dass Lehrkräfte in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern meist männlich, und

weibliche Vorbilder im MINT-Bereich nicht alltäglich sind. Die weiblichen Bezugspersonen der Mädchen,

wie Mütter oder Lehrerinnen, haben oft selbst große Hemmschwellen gegenüber Technik und geben die-

se Einstellung unbewusst weiter. „Männerberufe“ und das in technischen Berufen männlich dominierte

Arbeitsklima wecken darüber hinaus negative Erwartungen bei vielen jungen Frauen, die sie davon ab-

halten, einen Beruf im technischen Bereich zu ergreifen. Sie befürchten, sich an das männerdominierte

Umfeld anpassen zu müssen.

Umfassende Orientierung geben

Die Lösung von Stereotypen und die erfolgreiche Behauptung auf dem Arbeitsmarkt erfordern ein sta-

biles Selbstwertgefühl und Selbständigkeit. Konsequentes Gender Mainstreaming im Schulalltag hilft die

feststehenden Geschlechtsstereotypen bei Mädchen und Jungen zu öffnen. Systematisch angewandt

ermöglicht es diese Strategie, die Unausgewogenheit tradierter Geschlechterrollen kritisch zu hinterfra-

gen und sich in der Folge schrittweise davon zu lösen. Dazu müssen den Schülerinnen die bestehenden

Rollenbilder und -erwartungen bewusst gemacht werden, um ihnen benachteiligende Strukturen gerade

auch in Bezug auf ihre Berufs- und Lebensplanung zu verdeutlichen.

Je früher und umfassender eine geschlechterdifferenzierte Orientierung bei der Berufswahl gegeben

wird, desto leichter fällt es den Mädchen, sich in der Vielfalt der möglichen Berufe zurechtzufinden und

den für sie passenden Berufswunsch zu realisieren.

Praxisorientierter Unterricht

Ein praxisorientierter Unterricht, der den Schülerinnen und Schülern eigenes Beobachten und Experimen-

tieren ermöglicht und sie dazu anhält, sich ihr Wissen eigenständig zu erarbeiten, kann das Interesse

und den Spaß an technischen Berufen fördern. Darüber hinaus ist es wichtig, umfassende Informationen

über die Vielfalt und Bandbreite der MINT-Berufe zu vermitteln. 7

Der Umgang mit Technik und modernen Technologien sollte so früh wie möglich zu einem selbstverständ-

lichen Erfahrungsbereich von Mädchen und jungen Frauen gemacht werden. Hier ist es sinnvoll, schon

in den ersten Schuljahren spielerisch mit der Technikförderung zu beginnen.

Technik-Projekte in der Schule bieten den Mädchen einen wichtigen konkreten Bezug zur Lebenswelt:

Sie begegnen naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen und können selbst experi-

mentieren. Berührungsängste können abgebaut und Interessen aufgebaut werden. Kompetenzen im

technischen Bereich können so erfahren und die Selbstwirksamkeit von Mädchen positiv beeinflusst

werden. Schulprojekte mit externen Kooperationspartnerinnen und –partnern haben dabei den großen

Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler reale Arbeitszusammenhänge direkt ‚vor Ort’ erfahren und

Arbeitsalltage von Berufstätigen und Auszubildenden kennen lernen.

7 acatech/VDI e.V. (Hrsg.), 2009

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

9


Die vorliegenden Praxisbeispiele und Unterrichtsvorschläge bieten Konzepte zur Mädchen-MINT-Förde-

rung, die in der Praxis bereits erprobt wurden. In den Unterrichtsprojekten sind besonders Faktoren

berücksichtigt, die einen positiven Einfluss auf das Technikinteresse und die spätere Berufswahl der

Mädchen haben.

Literatur

acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften/VDI - Verein Deutscher Ingenieure e.V. (Hrsg.)

Ergebnisbericht Nachwuchsbarometer Technikwissenschaften

München/Düsseldorf 2009

Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.)

Berufsbildungsbericht 2009

Bonn/Berlin 2009

http://www.bmbf.de/pub/bbb_09.pdf

Konsortium Bildungsberichterstattung (Hrsg.)

Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse

zu Bildung und Migration.

Bielefeld 2006

Deutsche Telekom Stiftung/Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (Hrsg.)

Innovationsindikator Deutschland 2006

Berlin 2006

Granato, Mona/Schittenhelm, Karin

Wege in eine berufliche Ausbildung: Berufsorientierung, Strategien

und Chancen junger Frauen an der ersten Schwelle.

Beitrag zum Online-Reader Berufsorientierung.

Bielefeld 2003

http://www.sowi-online.de/reader/berufsorientierung/granato-schittenhelm.htm

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Mädchen und Jungen - verschieden (und) stark. Koedukation reflektieren,

weiter entwickeln und neu gestalten.

Düsseldorf 2006

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Lehrer/Gleichstellung/Koedukation21/

Koedukation-Broschuere.pdf

Rothe, Thomas/Tinter, Stefanie

Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt. Eine Analyse von Beständen und Bewegungen.

IAB Forschungsbericht 04/2007. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Nürnberg 2007

10

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


Hinweise zu den Projekten

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über bereits entwickelte Unterrichtskonzepte, die von enga-

gierten Lehrkräften innerhalb des Projekts „Mädchen wählen Technik“ in 2007/08 umgesetzt wurden.

Die gewählte Kurzform soll es Ihnen ermöglichen, die Bandbreite an Möglichkeiten in den unterschied-

lichen Schulformen, Jahrgangsstufen und Fächern zu erfassen. Detaillierte Langfassungen, die die ein-

zelnen Projektverläufe, Erfahrungen und Reflexionen wiedergeben und zusätzliches Arbeitsmaterial und

Fotos beinhalten, finden Sie auf unserer Webseite www.maedchenwaehlentechnik.de. Für sowohl die

Kurz- als auch die Langfassungen liegt das Urheberrecht bei den jeweiligen Autorinnen und Autoren.

Der Internetauftritt des Projekts bietet die Gelegenheit, auch gezielt nach einzelnen Projekten, Schulfor-

men, Klassen und Fächern zu suchen.

Die in dieser Broschüre dargestellten Unterrichtsprojekte sind nach Schulformen geordnet. Anhand der

Icons in der obersten Zeile können Sie erkennen, in welcher Schulstufe Sie sich gerade bewegen und

welches der Konzepte von einer Fachjury im Jahr 2008 prämiert wurde.

Primarstufe

Sekundarstufe I

Sekundarstufe II

Prämiertes Unterrichtsprojekt

Nähere Kontaktinformationen zu den Schulen finden Sie im Adressenverzeichnis am Ende der Broschüre.

Wir wünschen Ihnen nun viel Lesevergnügen und laden Sie herzlich ein,

auch unsere Webseite zu besuchen – es lohnt sich!

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

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„Wasser und Wiese machen Schule

In gemeinsamer Planung mit der Energie Wasser Niederrhein GmbH (ENNI) wurde der Wasserlehrpfad

rund um den alten Vinner Wasserturm neu aufgelegt. Dieser Wasserlehrpfad schließt Themen rund

ums Wasser für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3-4 auf und stellt vor Ort die technischen

Zusammenhänge anschaulich mit experimentellen Stationen her:

• Wasserkreislauf, Grundwasser, Förderung

• Brunnen, Aufbereitung, Filterversuche

• Enthärtung, Leitungssystem, Wasserturm/Wasserdruck (kommunizierende Röhren)

• Wasserspeicher, Abwasser, Kläranlage

• Umwelt, Wassersparen, Wasserschutz

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Lesen macht Spaß“ wird die Schulbibliothek um das Thema „Lern-

werkstatt Wasser“ mit vielen naturwissenschaftlichen, technischen und experimentorientierten Kompo-

nenten erweitert. Die besonderen Leseinteressen von Jungen und Mädchen finden dort ausdrücklich

Berücksichtigung in der Annäherung an das Thema.

Weiterhin wurden Klassenkisten zum Thema „Schwimmen und Sinken“ sowie das dazugehörige Ge-

samtmaterial angeschafft, um den Kindern Voraussetzungen für naturwissenschaftlich angemessene

Experimente im Bereich des Themas Wasser zu schaffen. Ebenfalls in Kooperation mit der ENNI wurde

an der Adolf-Reichwein-Schule ein Wiesencurriculum zu unserer Streuobstwiese entwickelt. Flora, Fauna

und Umweltbezüge werden in Lernstationen erlebnispädagogisch und naturwissenschaftlich erarbeitet.

Apfelernte, -verarbeitung und -vermarktung schließen mathematische und technische Aspekte mit ein.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Schulprogramm orientiert sich am Gender Mainstreaming und an den Grundsätzen zur reflexiven

Koedukation. Eine Kollegin nimmt regelmäßig an den Treffen der Ansprechpartnerinnen für Gleichstel-

lungsfragen teil, die Inhalte dieser Veranstaltungen werden ebenso regelmäßig in Konferenzen kommu-

niziert bzw. fließen in aktuelle Arbeitspläne und damit in den Unterricht ein.

Von der ersten Jahrgangsstufe an werden Geschlechtsrollen reflektiert und den Kindern Möglichkeiten

eröffnet, das ganze Spektrum ihrer personalen, sozialen, kognitiven und praktischen Kompetenzen aus-

zudrücken.

Ausblick/Fazit

Gerade der Bereich des technischen Werkens erfordert Überlegungen und Arbeiten im Team. In dieser

Schnittmenge treffen Vorurteile aufeinander, können von Kindern reflektiert und durch praktische und

erfolgreiche Projekte verändert und abgebaut werden. Im besten Fall baut sich Selbstwertgefühl auf,

aber auch Wertschätzung für das Können des Gegenübers.

12

Schule

Adolf-Reichwein-Schule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Reichweinstraße 2

47441 Moers

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Werkraum“

Mit Unterstützung einer Fachkraft konnte ein Werkraum aufgebaut werden, der Kindern die Möglichkeit

eröffnet, technisch zu werken: Es gibt eine kindergerechte Hobelbank, angemessenes Werkzeug und

Material sowie fachgerechte Anleitung. Dieser Werkraum wird im Rahmen eines technischen „Drehtür-

modells“ eingesetzt, d.h. sechs Schülerinnen und Schüler arbeiten umschichtig unter Anleitung im Werk-

raum. Gleichzeitig arbeitet die Klasse an anderen Themen oder im Rahmen einer Lernwerkstatt an ähn-

lichen Themen. Die „Drehtürgruppen“ können ggf.

auch nur aus Mädchen oder Jungen bestehen,

je nachdem welche Erfahrungen mit gemischten

Gruppen gemacht werden. Im Werkraum können

auch technische AGs arbeiten (sowie Gruppen

unserer OGATA), z.B. Seifenkisten bauen und

sich damit zu Rennen anmelden oder Lernspiele

für den Unterricht bauen. Ein technisches Spiral-

curriculum im Bereich Sachunterricht und Kunst

ist für die Klassen 1-4 im Aufbau. Im Werkraum

wird überdies Experimentiermaterial z.B. für den

Wasserlehrpfad hergestellt oder auch für die

Lernstationen auf der Streuobstwiese.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Schulprogramm orientiert sich am Gender Mainstreaming und an den Grundsätzen zur reflexiven

Koedukation. Eine Kollegin nimmt regelmäßig an den Treffen der Ansprechpartnerinnen für Gleichstel-

lungsfragen teil, die Inhalte dieser Veranstaltungen werden ebenso regelmäßig in Konferenzen kommu-

niziert bzw. fließen in aktuelle Arbeitspläne und damit in den Unterricht ein.

Von der ersten Klasse an werden Geschlechtsrollen reflektiert und den Kindern Möglichkeiten eröffnet,

das ganze Spektrum ihrer personalen, sozialen, kognitiven und praktischen Kompetenzen auszudrücken.

Ausblick/Fazit

Gerade der Bereich des technischen Werkens erfordert Überlegungen und Arbeiten im Team. In dieser

Schnittmenge treffen Vorurteile aufeinander, können von Kindern reflektiert und durch praktische und

erfolgreiche Projekte verändert und abgebaut werden. Im besten Fall baut sich Selbstwertgefühl auf,

aber auch Wertschätzung für das Können des Gegenübers.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Adolf-Reichwein-Schule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Reichweinstraße 2

47441 Moers

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„Windmühlen und Zahnradübersetzungen“

Thema des Projektes der Antoniusschule ist „Der Bau von Windmühlen und eigenen Erfindungen mit

Zahnradübersetzungen“. Bezug nehmend auf einen vorangegangenen Besuch der Windmühle in Xanten

sollen die Kinder angeregt werden, über den Sinn der verwendeten Zahnradtechnik nachzudenken. An-

schließend sollen die Kinder Zahnradübersetzungen (Getriebe) nachbauen und dabei Baukästen sowie

Bauanleitungen kennenlernen. Im weiteren Verlauf des Projekts sollen sie mit Hilfe der Baukästen vielfäl-

tige Modelle von Windmühlen entwerfen, erproben und optimieren, um abschließend selbst Erfindungen

mit Zahnradübersetzungen zu entwickeln.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Mädchen interessieren sich, wie alle Kinder dieser Altersgrup-

pe, für lebensnahe Lerninhalte. Beim Besuch der Windmühle in

Xanten zeigten sie sich beeindruckt von der Idee, die Windenergie

zum Antrieb von Maschinen, die Mehl erzeugen, zu nutzen. Vor

allem die verwendete Zahnradtechnik weckte ihr Interesse. Da

der Technikunterricht für Mädchen auch ästhetischen Aufforde-

rungscharakter haben sollte, wurde den Kindern bei der eigenen

Entwicklung von Maschinen die Art der Gestaltung und die Mate-

rialwahl freigestellt.

Zu Beginn des Projekts wurden die Schülerinnen und Schüler auf-

gefordert, geschlechtshomogene Kleingruppen von zwei bis drei

Kindern zu bilden. So sollte verhindert werden, dass die Jungen

bei den praktisch-technischen Aufgaben eine Führungsrolle über-

nehmen. Außerdem wurde der geschlechtsspezifischen Kreativi-

tät so mehr Raum gegeben.

Ausblick/Fazit

Am Ende des Projektes haben die Kinder einen Rückmeldebogen ausgefüllt. Danach beurteilten sie die

Arbeit in dem Projekt durchweg als positiv. Das Bauen mit den Baukästen hat ihnen Spaß gemacht. Am

besten gefiel allen, dass sie ganz alleine Maschinen entwickeln und gestalten durften. Der Gestaltungs-

aspekt war in erster Linie den Mädchen wichtig.

Probleme sahen einige Kinder darin, dass die Maschinen nicht immer reibungslos funktionierten, weil

einige Teile schwierig zusammenzubauen waren. Das meistgenannte Problem war allerdings die enge

Zusammenarbeit mit dem Partner, die vor allem bei den Mädchen öfter zu Auseinandersetzungen führ-

te. Dabei hatten die Mädchen der Gruppe, die zu dritt arbeiteten, die größten Probleme. Unter dem

Punkt „Meine Verbesserungsvorschläge“ gaben die Kinder in erster Linie Tipps zur Verbesserung der

Zusammenarbeit an.

14

Schule

Antoniusschule

Gemeinschaftsgrundschule der Stadt Dorsten

Heroldstraße 1

46284 Dorsten

Die Rückmeldungen der Kinder zeigen deutlich,

dass es gelungen ist, sie für technische Themen

zu interessieren und ihnen Freude am Umgang

mit Technik zu vermitteln. Alle geplanten Unter-

richtsziele konnten erreicht werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Trickfilmproduktion“

Schülerinnen und Schüler der Aplerbecker-Mark-Grundschule in Dortmund haben im Projekt „Trickfilm-

produktion – ein Beitrag zur Förderung des Technikinteresses von Mädchen in der Grundschule“ zwei

ansprechende Trickfilme produziert und nahmen bzw. nehmen mit diesen Filmen am Trickboxx-Festival

NRW teil. Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer bildeten sich im Vorfeld im Bereich der Trickfilmerstel-

lung mit der Trickboxx und der notwendigen Software fort.

Die fächerübergreifenden Projekte wurden im Klassenunterricht sowie in einer Arbeitsgemeinschaft im

offenen Ganztag über mehrere Wochen hinweg regelmäßig durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler

arbeiteten vielfach arbeitsteilig und waren an allen Phasen der Filmentstehung, der Planung, der künstle-

rischen Gestaltung von Figuren und Kulissen sowie des Drehs und des Nachvertonens beteiligt.

Inhaltlich setzten sich die Mädchen und Jungen kreativ mit Kinderliteratur auseinander: Die Klasse 3a ver-

filmte das Kinderbuch „Es ist ein Elch entsprungen“ von Andreas Steinhövel. Die Trickfilm AG der offenen

Ganztagsbetreuung setzte das Gedicht „Ich schiele“ der Schriftstellerin Christine Nöstlinger als Trickfilm um.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Besonders die Mädchen wurden im Projekt ermutigt, sich mit der technischen Ausstattung ausein-

anderzusetzen. Die Projekte wurden im koedukativen Unterricht durchgeführt. Durch die Auswahl der

Filminhalte, die bei beiden Projekten eher den geschlechterspezifischen Vorlieben von Mädchen entspre-

chen, sollten vor allem die Mädchen angesprochen und motiviert werden. Beide Filme behandeln soziale

Themen, bieten viele Möglichkeiten zur Kommunikation und beziehen in vielfältiger Weise künstlerische

Aktivitäten mit ein, was den Mädchen in besonderem Maße entgegenkommt. Um gerade die Mädchen

zur Arbeit am Computer und am Camcorder zu ermutigen, arbeiteten sie in der Partnerarbeit zusam-

men mit anderen Mädchen. Dies half Selbstvertrauen aufzubauen. Auch wurden speziell Mädchen als

Expertinnen für bestimmte Aufgaben am Computer ausgebildet und eingesetzt.

Ausblick/Fazit

Der Rückblick auf das Projekt kann insgesamt als positiv bewertet werden. Schülerinnen und Schüler

nahmen mit viel Interesse und Freude am Projekt teil, so dass in beiden Gruppen ein ansprechender

Trickfilm entstand. Der Aspekt der Förderung des Technikinteresses bei Mädchen kann als gelungen be-

zeichnet werden. Am Ende des Projekts übernahmen Jungen wie Mädchen gleichberechtigt technische

Aufgaben, so dass keine geschlechterspezifischen Unterschiede festzustellen waren.

So bleibt festzuhalten, dass sich die Trickfilmproduktion eignet, um in Projekten besonders Mädchen

an technische Fragestellungen im Umgang mit Neuen Medien heranzuführen. In diesem Projekt wurde

der Einstieg in die Trickfilmproduktion über Kinderliteratur gewählt. In der Sekundarstufe I könnte eine

interessante Weiterführung des Projekts darin liegen, technische Vorgänge (z.B. Funktion eines Motors,

Funktion einer Kläranlage etc.) mit Hilfe von selbst erstellten Trickfilmen zu visualisieren.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Aplerbecker-Mark-Schule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Schwerter Straße 269

44287 Dortmund

15


„Sonnenfallen erzeugen Wärme und ermöglichen Bewegung“

Das Projekt „Sonnenfallen erzeugen Wärme und ermöglichen Bewegung“ ist ein Unterrichtsprojekt für

die Klassenstufe Ende Klasse 2/Anfang Klasse 3, das sich in jedem Klassenraum im Rahmen des

Sachunterrichts durchführen lässt. Materielle Voraussetzung ist die Anschaffung eines Baukastens der

Firma eitech (Construction 73) für jeweils zwei Kinder und die Beschaffung des Materials für den Bau von

Sonnenöfen (hier können jeweils drei bis sechs Lernende zusammen einen Ofen bauen).

Das Projekt ist in zwei Phasen aufgeteilt: In einer ersten Phase bauen die Schülerinnen und Schüler mit

Hilfe eines Baukastens in Partnerarbeit ein Fahrzeug, das möglichst gut und weit rollen kann. Die Kin-

der erleben anhand von Solarzellen und einem Getriebemotor, der ihr gebautes Fahrzeug in Bewegung

setzen kann, dass die Sonne Bewegung erzeugt. In einer zweiten Phase erarbeiten sich die Kinder die

Funktion von „Sonnenfallen“, indem sie in Kleingruppen jeweils einen Sonnenofen bauen und diesen zum

Kochen nutzen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Mädchen-Technik-Förderung findet in diesem Projekt innerhalb der gemischtgeschlechtlichen Klasse

statt. Der handlungsorientierte Ansatz des Projekts ermöglicht es den Mädchen, vielfältige grundlegende

Technikerfahrungen zu sammeln. Sie bauen mit dem Baukasten ein eigenes Fahrzeug. Hierzu müssen

sie Werkzeuge verwenden (Schraubendreher und Maulschlüssel) und sich über die Funktion der Achsen

und Räder klar werden. Die Wahl der Sozialform als Partnerarbeit verhindert ein bloßes Zuschauen beim

Bauen und ermöglicht eine Kommunikation über Lösungsansätze und mögliche Alternativen.

Beim Bauen der Sonnenöfen in Kleingruppen kann vor allem der Zusammenhang zwischen alltäglichem

Bezug des Gebauten, handlungsorientiertem Vorgehen und Einbindung von Fragen des Umweltschutzes

ein langfristiges Interesse an technischen Zusammenhängen bei den Mädchen wecken.

Der Einbau der Solarzelle in die Fahrzeuge ermöglicht es den Mädchen, einen direkten Erfolg ihrer

Handlung zu beobachten. In dem Moment, wo die Fahrzeuge losfahren, wissen die Kinder, dass sie alle

Zahnräder richtig aufeinander eingestellt haben. So wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten durch

ein sehr sichtbares Erfolgserlebnis gestärkt.

Ausblick/Fazit

Besonders gut bei den Schülerinnen und Schülern ist der handlungsorientierte Ansatz der Unterrichtsreihe

angekommen. Sie haben vielfältige Erfahrungen gemacht und hatten großen Spaß beim selbstständigen

Bauen der Fahrzeuge.

In der Anfangsphase zeigten sich beim Bau der Fahrzeuge zwei der Mädchen-Partner-Gruppen eher zurück-

haltend. Sie hatten zuerst keine Ideen, wie sich ein Fahrzeug konstruieren lässt, hatten dann aber mit als

Erste den Solar-Motor funktionsfähig eingebaut und zeigten hier große Begeisterung. Zum Bauen haben

sich alle Mädchen positiv geäußert und wollen sich zu Weihnachten nun die Baukästen schenken lassen.

16

Schule

Augustinus-Grundschule

Städtische Katholische Grundschule

Flughafenstraße 75

44309 Dortmund

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Bauen mit Fischer-Technik

Das Unterrichtsmodul „Bauen mit Fischer-Technik“ wurde in einem 1. Schuljahr durchgeführt und war

Teil der Fächerübergreifenden Unterrichtsreihe „Auf dem Spielplatz“. Im Rahmen des Sachunterrichts

wurden verschiedene Modelle mit dem Universalbaukasten II von Fischer-Technik gebaut. Zur Auswahl

standen folgende Modelle: Wippe, Schaukel, Karussell, Dreirad und (Spiel-)Haus.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Im offenen Anfang zu Unterrichtsbeginn wurden schnell die unterschiedlichen Spielwelten von Mädchen

und Jungen sichtbar. Die Jungen bauten mit Bauklötzen oder Steckwürfeln Modelle wie Türme, Raum-

schiffe, Roboter usw. Die Mädchen beschäftigten sich hauptsächlich mit verschiedenen Arten von Spie-

len, malten oder lasen Bücher. Sie zeigten ein weitaus geringeres Interesse fürs Bauen und hatten dabei

weniger Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten: „Das kann ich nicht so gut!“. Mit diesem Unterrichtsmo-

dul sollte darum vor allem bei den Mädchen die Freude für das Bauen von technischen Modellen geweckt

werden. Da Mädchen sich eher durch lebensnahe Inhalte angesprochen fühlen, wurde die Thematik

„Spielplatz“ gewählt, die an ihre Alltagserfahrungen anknüpft. Da Jungen im praktischen Umgang mit

Baukästen oft geübter sind, sollte mit einem Material gebaut werden, mit dem auch die Jungen dieser

Klasse noch keine bzw. wenig Vorerfahrungen hatten (Fischer-Technik).

Ausblick/Fazit

Bei der Durchführung der Unterrichtsreihe konnte beobachtet werden, dass auch bei den Mädchen

das Interesse für das Bauen von technischen Modellen geweckt wurde. Durch die Fächerübergreifende

Arbeitsweise wurden sie besonders von der Verbindung von Technik und kreativer bzw. ästhetischer Ge-

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

staltung angesprochen. Durch die Fertigstellung

und das Funktionieren der Modelle konnte jedes

Mädchen ein Erfolgserlebnis erfahren und so

mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten

auch im Bereich Technik gewinnen. Im kommen-

den Schuljahr wird das Bauen von technischen

Modellen in ähnlicher Weise fortgeführt werden.

Weiterhin könnten im offenen Anfang besondere

Angebote für Mädchen bereitgestellt werden, in

denen sie ihre Fähigkeiten praktisch erproben

können.

Schule

Städt. Gemeinschaftsgrundschule Eichendorff

Katzbachstraße 24

47443 Moers

17


„Naturwissenschaftliche Experimente für Kinder“

Zwischen den Oster- und Sommerferien 2008 fand an sechs Nachmittagen an der Schule die AG „Na-

turwissenschaftliche Experimente für Kinder“ statt. Zu dieser AG trafen sich 18 Kinder aus den beiden

1. Schuljahren und 18 Vorschulkinder aus dem katholischen Familienzentrum St. Franziskus. Aus diesen

Kindern wurden sechs Gruppen gebildet, eine davon eine reine Mädchengruppe. Die einzelnen Gruppen

wurden betreut durch Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9/10 der Geschwister-Scholl-Ge-

samtschule und des Mallinckrodt-Gymnasiums. Unterstützt wurde das Projekt durch eine externe Expertin

und eine Lehramtsstudentin für Biologie/Chemie.

Die Betreuerinnen und Betreuer wurden vor Beginn

des eigentlichen Projekts in einer Kompaktphase

fachlich und pädagogisch geschult. Dazu gehörten

die Vorstellung der Inhalte, eine gemeinsame Er-

arbeitung der Umsetzung und die Einweisung, wie

die Jüngeren beim Forschen unterstützt werden

können. Am Ende jeder AG-Stunde haben die Be-

treuungskräfte die durchgeführten Experimente

mit den Kindern reflektiert und die Ergebnisse in

einer Forschungsmappe festhalten.

Ein interessantes Erlebnis war der Besuch des Schülerlabors an der Technischen Universität Dortmund. Die

Gymnasiastinnen und Gymnasiasten konnten anhand spezieller Arbeitsaufträge erste Erfahrungen im Bereich

biologischer Experimente machen, die jüngeren Mädchen und Jungen erhielten erste Einblicke in die experi-

mentelle Forschung.

Abschluss des gesamten Projekts bildete ein Elternnachmittag, an dem die Jüngeren mithilfe der jeweiligen

Gruppenleitung ihren Eltern die unterschiedlichen Experimente vorführten. Alle Schülerinnen und Schüler

erhielten eine Urkunde und die Forschermappe, in der ihre Ergebnisse gesammelt waren, die aber auch

Beschreibungen aller Experimente zum Nacharbeiten enthielt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Um zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die speziell bei Mädchen vorhandenen Berührungsängste ge-

genüber naturwissenschaftlich-technischen Phänomenen abzubauen bzw. gar nicht erst aufkommen zu

lassen, wurde bewusst eine reine Mädchengruppe mit Gruppenleiterinnen gebildet. So konnten die jün-

geren Mädchen die Erfahrung machen, dass sie ebenso wie die Jungen experimentell handeln können,

die größeren Schülerinnen agierten dabei als Rollenbilder.

18

Schule

Franziskus Grundschule

Katholische Schule der Stadt Dortmund

Robert-Koch-Straße 50

44143 Dortmund

Ausblick/Fazit

Die Jugendlichen haben mit ihrem engagierten

und verlässlichen Verhalten sehr dazu beigetra-

gen, dass die Jüngeren mit viel Spaß, Motivation

und Wissenshunger zu den Projektnachmittagen

erschienen sind. Die Jugendlichen waren nach

kürzester Zeit sehr routiniert und sicher bei der

Betreuung und bei den Erklärungen von wissen-

schaftlichen Phänomenen.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Computer-AG“

Zwischen den Oster- und Sommerferien 2008 fand an sechs Nachmittagen an der Franziskus Grund-

schule eine Computer-AG unter der Themenstellung „Schulung der räumlichen Wahrnehmung und

Vorstellungskraft von Kindern mit Hilfe von Computern“ statt. Zu dieser AG trafen sich jeden Montag-

nachmittag 16 Mädchen und Jungen aus den 2. und 3. Schuljahren. Aus diesen Kindern wurden vier

altersgemischte Gruppen gebildet, zwei davon reine Mädchengruppen. Die Gruppen wurden durch acht

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10/11 des Dortmunder Stadtgymnasiums betreut.

Die Jugendlichen des Gymnasiums wurden vor Beginn des eigentlichen Projekts in einer Kompaktphase

fachlich und pädagogisch geschult. Dabei wurden die Inhalte vorgestellt und gemeinsam mit den Schü-

lerinnen und Schülern die Umsetzung der unterschiedlichen Themenbereiche aufgearbeitet. Zusätzlich

wurden sie eingewiesen, die jüngeren Kinder beim Umgang mit den Computern zu unterstützen und

ihnen Hilfestellung zu geben. Am Ende jedes Arbeitsnachmittages sollten die Gruppenleitungen die erar-

beiteten Ergebnisse mit den Mädchen und Jungen reflektieren.

Ein besonders außergewöhnliches und interessantes Erlebnis war der Besuch des Heinz Nixdorf Museums-

Forums in Paderborn.

Abschluss des gesamten Projekts wird ein Elternnachmittag sein, an dem die Schülerinnen und Schüler

der Franziskus Grundschule mit Hilfe der jeweiligen Gruppenleitungen ihren Eltern die unterschiedlichen

Ergebnisse vorführen werden. Alle Kinder und Jugendliche werden eine Urkunde und eine Mappe erhal-

ten, in der ihre Ergebnisse gesammelt sind.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Um zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die speziell bei Mädchen vorhandenen Berührungsängste ge-

genüber Inhalten aus den Bereichen Mathematik und Technik sowie beim Umgang mit Computern abzu-

bauen bzw. gar nicht erst aufkommen zu lassen, wurden bei der Aufteilung der Kinder ganz bewusst zwei

Mädchengruppen gebildet. Eine Gruppe setzte sich nur aus Grundschülerinnen und Gymnasiastinnen

zusammen, die zweite Mädchengruppe wurde auch von Schülern des Stadtgymnasiums betreut.

Ausblick/Fazit

Die Jugendlichen haben mit ihrem engagierten und verlässlichen Verhalten sehr dazu beigetragen, dass

die Grundschülerinnen und -schüler mit viel Spaß, Motivation und Wissenshunger zu den Projektnach-

mittagen erschienen sind. Die Jugendlichen waren nach kürzester Zeit sehr routiniert und sicher bei

der Betreuung der Kinder und bei den Erklärungen der notwendigen Arbeitsschritte an den Computern.

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen soll die AG in Abstimmung mit den Kooperationspartnerinnen und

-partnern auch im kommenden Schuljahr weiter angeboten werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Franziskus Grundschule

Katholische Schule der Stadt Dortmund

Robert-Koch-Straße 50

44143 Dortmund

19


„Themenkisten bauen“

In dem an der Gemeinschaftsgrundschule Böhmer Straße durchgeführten Projekt erstellten alle Kinder

einer 4. Klasse in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin sowie der Lehramtsanwärterin in reinen

Mädchen- sowie reinen Jungengruppen in Gruppen- bzw. Partnerarbeit sogenannte „Themenkisten“. In

diesen zehn praktisch orientierten Themenkisten befinden sich für unterschiedliche Versuche bzw. Mo-

delle nutzbare Materialien zu den Themen „Solarenergie“, „Wasser“, „Luft“, „Fahrzeuge bauen“, „Wiegen

und Messen“, „Naturphänomene“, „Optik“, „Magnet und Kompass“, „Strom“ sowie „Pflanzen und Licht“.

Darüber hinaus gibt es Anregungen, welche Versuche mit diesen Materialien durchführbar sind bzw.

welche Modelle mit diesen Materialien hergestellt werden können.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Im Rahmen dieser Einheit im Sachunterricht sollten innerhalb der Gruppen- bzw. Partnerarbeit (be-

sonders) reine Mädchengruppen dazu angeregt werden, ihre eigenen Ideen zum Umgang mit den zur

Verfügung gestellten Materialien umzusetzen, auch wenn diese eventuell von denen der Jungen abwei-

chen. Hierbei konnten die einzelnen Gruppen mehrere Räume der Schule nutzen, um ungestört und

unbeeinflusst ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Bei der Zuteilung der einzelnen Gruppen zu den Themen

der Themenkisten, die durch die Lehrkräfte erfolgte, wurden speziell die eher technisch orientierten

Themenkisten an reine Mädchengruppen vergeben. So waren z.B. die Themenkisten „Fahrzeuge bauen“,

„Solarenergie“, „Strom“, „Wiegen und Messen“ sowie „Naturphänomene“ in Mädchengruppenhand.

Ausblick/Fazit

Da die Unterrichtsreihe bis zum Ende des Schuljahres 2007/2008 durchgeführt sein sollte und weil

die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse nach den Sommerferien 2008 eine weiterführende Schule

besuchen werden, standen zeitweise bis zu acht Wochenstunden Sachunterricht auf dem Stundenplan.

Dieses ließ sich nur mit Hilfe einer Lehramtsanwärterin, die in dieser Klasse von der Klassenlehrerin im

Fach Sachunterricht ausgebildet wird, sowie mit Unterstützung der Schule (z.B. in räumlichen, logisti-

schen, aber auch personellen Fragen) durchführen.

Die so zum Ende des Schuljahres entstandenen Themenkisten bieten allen Kolleginnen und Kollegen

der Schule die Möglichkeit, sich zu einem bestimmten Thema zu informieren und es auch praktisch im

Unterricht durchzuführen.

20

Schule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Böhmer Straße

Böhmer Straße 10-14

47249 Duisburg

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Erwerb des Werkzeugführerscheins“

Die Unterrichtseinheit „Erwerb des Werkzeugführerscheins“ wird in Kooperation mit dem sci:moers

durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1c und 2 lernen Werkzeuge zur Holzverarbei-

tung kennen, können diese benennen und lernen den sachgerechten Umgang mit diesen Werkzeugen.

Am Ende der Unterrichtseinheit wird in Partnerarbeit (soziale Kompetenz) ein sogenanntes Gesellen-

stück, ein Vogelhäuschen, angefertigt, um den Werkzeugführerschein zu erwerben. Die Schülerinnen

und Schüler werden ihre neuen Fertigkeiten, das Sägen, Schleifen, Bohren und Schrauben, anwenden.

Der Werkzeugführerschein wird den Kindern abschließend in einer Schulstunde in einem feierlichen

Rahmen überreicht.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Der sachgerechte Umgang mit Werkzeugen und Werkstoffen ist notwendig, um kreative Aspekte beim

Lösen technischer Probleme umzusetzen. Deshalb soll durch das Projekt möglichst früh – also in Klasse 1

und 2 – der Umgang mit Holz und Holzwerkzeug kennengelernt und geübt werden. Hier können vor allem

Mädchen erfahren, dass sie technische Probleme kreativ und handwerklich lösen können. Es ist notwen-

dig, den Schülerinnen frühzeitig zu vermitteln, dass Technik nicht nur eine Domäne der Jungen ist.

Der Erwerb eines Werkzeugführerscheins hat neben den handwerklichen Herausforderungen einen ho-

hen Aufforderungscharakter für Schülerinnen und Schüler dieser Altersgruppe. Mädchen und Jungen

stellen sich gerne diesen Anforderungen und stehen diesen vollkommen vorurteilslos gegenüber. Es stellt

sich für sie nicht die Frage nach rollenspezifischen Tätigkeiten. Nach den Beobachtungen im Projekt ar-

beiten Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe vorurteilslos auch in anderen Bereichen wie Kochen

und Backen im Sachunterricht oder Sticken und Nähen in Textil/Kunst.

Ausblick/Fazit

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Die Faszination der Werkzeuge, z.B. der elektri-

sche Bohrer, beeindruckt sowohl Jungen als auch

Mädchen und der sachgerechte Umgang mit die-

sen Werkzeugen nimmt ihnen die Angst davor.

Deshalb arbeitet die Klasse 1 auch aufgrund der

geringen Klassenstärke in der gemischten Grup-

pe. In der Klasse 2 werden aufgrund der Klas-

senkonstellation (16 Mädchen und 15 Jungen)

zwei geschlechtshomogene Gruppen gebildet, um

keine Vorurteile aufzubauen.

Dieses Projekt soll in das Schulprogramm der Schule aufgenommen und so erweitert werden, dass

der Werkzeugführerschein in den Klassen 1 und 2 erworben werden kann und die entsprechenden

Fertigkeiten in weiteren Projekten in Klasse 3 und 4 angewendet und vertieft werden. Im Rahmen der

offenen Ganztagsschule und mit Unterstützung

des sci:moers sollen Arbeitsgemeinschaften

mit geschlechtshomogenen Gruppen angeboten

werden.

Schule

Gemeinschaftsgrundschule Eick-West

Eicker Grund 86-88

47445 Moers

21


„Brücken – Brücken – Brücken“

In diesem Projekt sollen Grundschulkinder der 2. Klasse im handelnden Umgang Grundbegriffe der Statik

erfahren. Als Motivation und Einstieg in das Thema findet zu Beginn eine Exkursion zu einem Brücken-

park statt. Projektziel ist ein „Brücken-Vormittag“ mit der Vorschulgruppe einer Kindertagesstätte und

die Dokumentation des Projekts in einem Themenbuch. Einbezogen werden die Fächer Sachunterricht,

Deutsch, Mathematik, Kunst und Musik. Ausgehend von den Vorerfahrungen und den Fragen der Kin-

der soll vor allem das eigene Bauen und Konstruieren verschiedener Brücken im Vordergrund stehen.

Außerdem stellen die Kinder nach Recherche in verschiedenen Medien Plakate zu Brücken her, arbeiten

am Computer, lernen verschiedene Künstler kennen, die zum Thema Brücken gearbeitet haben und

singen und tanzen Brücken-Lieder.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Den Mädchen wird ein praktischer Umgang mit Technik ermöglicht, um ihre Kompetenzen zu stärken

und Berührungsängste abzubauen. Da Mädchen bei gemischten Gruppen vorwiegend die Zuschauerrolle

einnehmen oder Schreibarbeiten übernehmen, wird in geschlechtshomogenen Partnergruppen gearbei-

tet. Hier können sie durch eigene technische Erfahrungen Freude an der Technik und Selbstvertrauen

entwickeln. Die zur Verfügung stehenden Materialien sind so ausgewählt, dass Mädchen und Jungen

auf gleiche Vorerfahrungen zurückgreifen können, was zum Beispiel bei technischen Baukästen nicht

der Fall ist. Dem ästhetischen Aspekt wird durch die Ausgestaltung der Brückenmodelle mit Farben

und den Aufbau der Brückenausstellung mit einem Fluss aus Stoffen und kleinen Häusern Rechnung

getragen. Auch das Themenbuch bietet die Möglichkeit einer entsprechenden Gestaltung. Die Zusam-

menarbeit mit älteren Schülerinnen aus dem Technikkurs der Klassen 10 eines ortsnahen Gymnasiums

bietet den Mädchen die oft noch fehlenden weiblichen Vorbilder im Bereich der Technikorientierung. Bei

der Präsentation für die KiTa-Kinder sollen vor allem die Mädchen als Expertinnen zum Thema Brücken

fungieren, um ihr Selbstbewusstsein in technischen Bereichen noch weiter zu unterstützen. Rollenbilder

und Wunschberufe werden thematisiert. Die durchführenden Lehrerinnen signalisieren eine positive

Erwartungshaltung und sind gleichzeitig weibliche Vorbilder.

Ausblick/Fazit

Die Kinder haben mit großer Freude gearbeitet, was sich auch in dem abschließenden Feedback-Bogen

ausgedrückt hat. Die Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte und den Schülerinnen des Technik-

kurses war für alle Seiten erfolgreich. Die zukünftige Kooperation mit der Kindertagesstätte wurde

auch in schriftlichen Kooperationsvereinbarungen festgehalten und soll weiter intensiviert werden. Die

Festschreibung der Durchführung technischer Projekte in allen Jahrgangsstufen im Rahmen des Schul-

programms soll im Laufe des nächsten Schuljahres in den zuständigen Mitwirkungsgremien diskutiert

und implementiert werden. Auch über eine Einbeziehung des offenen Ganztags sollte weiter nachgedacht

werden. Hier wäre ebenfalls die Organisation in geschlechtshomogenen Arbeitsgemeinschaften zu tech-

nischen Fragestellungen möglich und interessant.

22

Schule

Gemeinschaftsgrundschule an der Gartenstraße

Gartenstraße 17

46535 Dinslaken

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Solarenergie – Energie der Zukunft“

Das Projekt „Solarenergie – Energie der Zukunft“ teilte sich in vier Teilbereiche auf und wurde mit einer

reinen Mädchengruppe durchgeführt. Im ersten Teil wurde die Funktionsweise eines Kraftwerkes mit

fossilen Brennstoffen erläutert. Dabei ging es auch um die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe und

die Umweltbelastung durch die herkömmliche

Stromerzeugung. Im zweiten Teil wurde die Ener-

gieerzeugung durch die Sonne thematisiert. Expe-

rimente mit Sonnenlicht sollten die Kraft dieser

Energiequelle verdeutlichen. Anschließend bauten

die Schülerinnen Demonstrationsmodelle, die mit

Solarenergie angetrieben wurden. Im dritten Teil

wurde ein Solarofen benutzt und mit Sonnen-

energie ein kleines Gericht gekocht. Im vierten

Teil stellten die Schülerinnen den Schülern ihre

Lerninhalte vor und fungierten als Expertinnen im

Bereich Energieerzeugung durch die Sonne.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Projekt wurde klassenübergreifend im 3. Schuljahr durchgeführt. Die Mädchen beider Klassen wur-

den zu einer Lerngruppe zusammengefasst. Die Jungen beschäftigten sich in der Zeit mit der Nutzung

der Wasserkraft.

Geschlechtshomogene Gruppen erschienen bei diesem Projekt sinnvoll, damit die Mädchen mehr Sicher-

heit im Umgang mit dem Thema Technik erlangten. Das Bauen von Modellen ist für viele Mädchen eine

neue Erfahrung. Am Ende des Projekts sollten sie sich als Expertinnen fühlen, die gegenüber den Jungen

in einem technischen Bereich einen Wissensvorsprung haben.

Ausblick/Fazit

Die Schülerinnen waren begeistert bei der Sache. Sie fühlten sich in der reinen Mädchengruppe wohl und

trauten sich mehr zu als im normalen Sachunterricht. Einige Versuche konnten leider mangels Sonnen-

licht nicht durchgeführt werden. Viel Freude machte den Mädchen das Bauen der Modelle. Wenn sich

diese dann noch mit Hilfe der durch die Solarzellen gewonnenen elektrischen Energie bewegten, war die

Freude besonders groß. Aber auch der große Solarofen faszinierte die Schülerinnen, und das gebratene

Rührei schmeckte hervorragend! Der Solarofen steht noch heute im Schuleingang und wird von allen

Kindern der Schule bewundert. Die Ergebnisse des Projekts sollen den Parkschülerinnen und -schülern

in einer kleinen Ausstellung dargeboten werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Parkschule Friedrichsfeld

Gemeinschaftsgrundschule

Parkstraße 13

46562 Voerde

23


„Physikalisch-technische Experimente mit Luft“

Im Projekt „Physikalisch-technische Experimente mit Luft“ wurde mit Grundschulkindern zum Thema

„Luft“ und den physikalischen und technischen Alltagsphänomenen, die mit Luft, Luftdruck, Luftwider-

stand und Luftbewegung zu tun haben, gebaut, experimentiert, beobachtet und geforscht. Zunächst

haben die Schülerinnen und Schüler mit Fischer-Technik einfache Fahrzeuge gebaut (Aspekt Luftwider-

stand), anschließend mit der KiNT-Box „Luft und Luftdruck“ (Klassenkiste für den Sachunterricht) expe-

rimentiert und geforscht.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Thema wurde ausgewählt, weil die Kinder hier viele Möglichkeiten haben, ihr Welt- und Alltagswis-

sen zu erweitern. Sie können bisher für selbstverständlich Gehaltenes in Frage stellen. Das gilt vor allem

für die Mädchen, weil diese sonst in dieser Weise nicht gefordert werden. Mädchen, besonders aus

Familien mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten, können hier naturwissenschaft-

lich experimentieren, vieles ausprobieren und sich technisch-motorisch weiterentwickeln. Sie lernen zu

schrauben, zu stecken, zu bauen, mit Fahrzeugen zu spielen und zu sehen, welche Folgen die Art und

Weise hat, wie sie bauen. Die Mädchen und Jungen werden aufgefordert, Dinge zu untersuchen, zu

beobachten, zu verbalisieren, Fragen zu stellen, Neugier zu entwickeln.

Diese Kompetenzen sind im Hinblick auf Technikförderung für Mädchen besonders wichtig und werden

im normalen Sachunterricht wenig und im Alltag der Familien gerade der teilnehmenden Mädchen gar

nicht gefördert.

Ausblick/Fazit

Viele der Versuche und Erforschungen sind bei den Schülerinnen und Schülern gut angekommen und

haben die erwarteten Kenntnisse gebracht. Der Einsatz der Klassenkiste „Luft und Luftdruck“ erlaubt

zeitsparendes Arbeiten, da Anleitungen und Material schon vorgefertigt und erprobt vorlagen.

Die Kinder haben viel Neugier entwickelt, ihr Wissen den Zielen entsprechend erweitert und viel auspro-

biert. Vor allem das eigene Ausprobieren und der Umgang mit den Geräten, die sonst entweder verbo-

ten oder nur als Spielzeug bekannt sind (Teebeutel, Streichhölzer oder Luftballons, Fahrräder und Was-

serbälle) waren wichtig, erhellend und haben den Horizont und das Wissen von Jungen und Mädchen

erweitert. Beim Bauen mit Fischer-Technik wurde deutlich, wie motorisch ungeschickt manche Mädchen

zunächst waren: Sie hatten offensichtlich noch nie geschraubt, gebaut oder mit Autos gespielt.

Auch im nächsten Schuljahr soll wieder ein Angebot „Forschen und Experimentieren“ im offenen Ganztag

gemacht werden. Abhängig von den Anmeldungen wird die vorgestellte Unterrichtsreihe noch einmal

durchgeführt oder andere Vorschläge aus dem Material der Klassenkiste übernommen, die noch nicht

ausprobiert wurden.

24

Schule

Grundschule an der Auguststraße

Auguststraße 18

45661 Recklinghausen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Töne - Klänge - Geräusche - Lärm“

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse er-

langen in diesem Projekt Kenntnisse über den

Schall. Sie machen Erfahrungen zu Phänomenen in

diesem Bereich und lernen die Funktionsweise der

Schallentwicklung, -ausbreitung, -verstärkung und

-übertragung kennen. Dabei werden die Wirkungen

des Schalls auf das menschliche Ohr sowie die

Auswirkungen von Lärm erarbeitet. Im Unterricht

werden Experimente und Versuche aus den Berei-

chen Physik und Technik (Akustik) durchgeführt.

Das Projekt integriert die Fachbereiche Sachunter-

richt, Deutsch, Mathematik, Kunst, Musik.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Ausgehend vom „Tag gegen Lärm“ sollen die Schülerinnen versuchen, Lärm zu umschreiben. Die Möglich-

keit, Erfahrungen aus der Umwelt einbringen und verbalisieren zu können, spricht die emotionale und kom-

munikative Ebene der Mädchen an.

Die Erfahrungen zum Phänomen Schall sollen mit allen Sinnen möglich gemacht werden, u.a. soll die Schall-

wirkung gesehen, gehört und gespürt werden. Auch diese Ebene spricht Mädchen besonders an. In den

Experimenten werden Gegenstände eingesetzt, die den Schülerinnen aus ihrem Umfeld bekannt sind und die

im Sachunterricht einen neuen Aufforderungscharakter bekommen. Phänomene des Schalls, die wie Zauberei

erscheinen, werden erfahr- und erklärbar gemacht. Im Umgang mit Lärmampel und Datenlogger erhalten die

Kinder die Möglichkeit, mit technischen Geräten umzugehen. Die Erfahrung, mit diesen Lautstärken selbst-

ständig messen und auswerten zu können, soll das Selbstwertgefühl der Mädchen stärken. Die Schülerinnen

und Schüler haben an Stationstischen die Möglichkeit zur freien Gruppenwahl, damit geschlechtshomogene

Gruppen möglich werden. Beim Bauen von Musikinstrumenten mit Alltagsmaterialien und Werkzeugen erfah-

ren die Mädchen, dass sie nach Umsetzung der Bauanleitung einfache Melodien spielen können. Ein zusätzli-

cher Anreiz ergibt sich durch die ästhetische Wirkung nach dem Anmalen und Verzieren des Instruments.

Ausblick/Fazit

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Die Mädchen zeigten Interesse für die Thematik. Sie arbeiteten

gern mit den Messgeräten. Die Durchführung von Experimenten in

wählbaren Gruppen erwies sich als günstig, meistens wurden ge-

schlechtshomogene Gruppen gebildet. Die Mädchen bestimmten

ihr Arbeitstempo gern selbst. Das Verbalisieren von Erfahrungen

fiel ihnen leichter als das Erklären von Zusammenhängen oder das

Deuten von Diagrammen, hier besteht noch Förderbedarf.

Schule

Grundschule an der Michaelstraße

Michaelstraße 16

44649 Herne

25


„AGs mit Kamera und Mikroskop“

Unser geplantes Projekt besteht aus zwei Teilen:

1. Wir begleiten unser Schulgeschehen mit der Filmkamera.

Im Rahmen unserer letzten Projekttage wurde das große Interesse der Kinder an der Erstellung eigener

Filme über ihr Geschehen in der Schule wahrgenommen. Dieses Material wurde für Schreibanlässe wei-

ter genutzt und unterstützt unser Bemühen im Bereich Sprachförderung. Es wurde an diese positiven

Vorerfahrungen angeknüpft und den Mädchen und Jungen in der OGS die Gelegenheit zur Dokumenta-

tion gegeben. Die Kinder erfahren die Handhabung einer Filmkamera (technischer Aspekt), sie treffen

die Auswahl ihrer Motive und erstellen eine Dokumentation (Schreibanlässe). Die Ergebnisse werden den

Eltern und Klassen der Schule vorgeführt.

2. Wir interessieren uns für Kleinstlebewesen, die dem Auge verborgen bleiben.

Stadtkinder erleben Bäume und Sträucher im

Jahreswechsel, einige Tiere rund um unsere

Schule, aber die Kleinstlebewesen, z. B. im nahe

gelegenen Teich des Bulmker Parks, bleiben ihnen

verborgen. Das Interesse ist sehr groß, darüber

mehr zu erfahren. Bei Ausflügen in den Park oder

bei mitgebrachten Materialien können die Schüle-

rinnen und Schüler dann nacharbeiten, was dem

bloßen Auge nicht sichtbar war. In Kleingruppen

(zunächst in der OGS) werden die Kinder mit der

Handhabung eines Mikroskops vertraut gemacht.

Sie lernen über die neue Sicht zu staunen. Die

Welt ringsum öffnet sich auf wunderbare Weise!

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Mädchen-Technik-Förderung und Förderung der Geschlechtssensibilisierung wird unterstützt, indem die

Mädchen bei der Auswahl der Teilnehmenden bevorzugt werden. Sie sollen motiviert werden, sich auch

technische Dinge zuzutrauen, die sonst häufig von Jungen schnell ausgeführt werden.

Ausblick/Fazit

Da die Unterrichtseinheit bei Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden hatte, kann kein Fazit gezogen

werden. Geplant ist die Fortsetzung im Unterricht der Schule bzw. in Projekten. Die Kinder können ihre

Erfahrungen in die neuen Gruppen einbringen und stärken dadurch zusätzlich ihr Selbstwertgefühl.

26

Schule

Grundschule an der Vandalenstraße

Städt. Gemeinschaftsschule der Primarstufe

Vandalenstraße 43

45888 Gelsenkirchen

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Rund ums Rad – Mädchen am Start“

Im Rahmen des Projekts „Mädchen wählen Technik“ wurde eine Technik-AG mit dem Schwerpunkt „Tech-

nik am Fahrrad“ für Schülerinnen des 3. und 4. Schuljahres angeboten. Diese Thematik ermöglicht zum

einen gute Anknüpfungsmöglichkeiten an die Lebenswirklichkeit der Mädchen und bietet zum anderen

vertiefende Aspekte zur Verkehrserziehung, die fester Bestandteil des Fachs Sachunterricht im 3. wie

auch im 4. Schuljahr ist. Anhand der Thematik rund ums Fahrrad lassen sich technische Sachverhalte

beispielhaft entdecken: der Umgang mit Werkzeugen und Arbeitsmaterialien beim Flicken eines Fahrrad-

schlauchs, die Funktionsweise einer Fahrradkette, einer Klingel, eines Ventils und eines Dynamos und

die Suche nach Ursachen für einen Lichtausfall am Fahrrad.

Die AG trägt den Titel „Rund ums Rad – Mädchen am Start“, der für die Teilnehmerinnen motivierend

klingen soll und das Zutrauen in ihr technisches Können impliziert. Außerdem werden die Mädchen von

der radelnden Symbolfigur Regina durch die AG begleitet, welche z.B. auf Arbeitsblättern Reflexionsim-

pulse gibt. Für die Durchführung der Forschungsaufträge werden Alltagsmaterialien verwendet, wodurch

die Mädchen einen guten Zugang zu der Thematik finden können.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die geschlechtshomogene Gruppenzusammensetzung wurde gewählt, da den Mädchen häufig techni-

sche Vorerfahrungen fehlen und ihnen darum von den Jungen entsprechende Aufgaben vielfach abge-

nommen werden. Innerhalb der 60-minütigen AG haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, selbststän-

dig und mit Muße technische Sachverhalte handlungsorientiert zu erforschen. Damit sich das erworbene

Wissen festigt, werden zu Beginn jeder Veranstaltung bewusste Wiederholungsphasen eingebaut.

Insgesamt soll das Konzept einen Beitrag zur Förderung des technischen Verständnisses von Mädchen

leisten. Darüber hinaus sollen die Mädchen durch Könnenserfahrungen im Umgang mit den entspre-

chenden Sachverhalten Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln. In weiterführenden Unterrichts-

situationen können sie als Expertinnen fungieren (Multiplikatorinneneffekt).

Ausblick/Fazit

Zusammenfassend haben sich bei der Durchfüh-

rung der AG insbesondere folgende Aspekte als

gewinnbringend erwiesen:

• handlungsorientierter Umgang mit Alltagsmaterialien

• Thematik aus der Lebenswirklichkeit der Kinder

• geschlechtshomogene Gruppenzusammensetzung

• motivierender Titel und Symbolfigur

Da die einzelnen Sequenzen in sich abgeschlossen

sind, lassen sie sich auch problemlos in den regu-

lären Unterricht einbinden. Schule

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Grundschule Essel

Esseler Straße 195

45665 Recklinghausen

27


„Mädchen bauen Seifenkisten“

Innerhalb der einmal wöchentlich stattfindenden Technik-AG „Mädchen bauen Seifenkisten“ bauen 16

Mädchen des 3. und 4. Jahrgangs in Vierergruppen jeweils den Bausatz einer Seifenkiste möglichst

selbstständig zusammen. Die fertigen Seifenkisten werden kreativ ausgestaltet. Abschließend ist ein

Rennen mit Partnerschulen geplant, die gleiche Bausätze zusammengesetzt haben.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Mädchen, aber auch die Technik-AG-Lehrerinnen sollten in einer durch Homogenität erzeugten ge-

schützten Atmosphäre erste bzw. erweiterte Erfahrungen im Umgang mit technischen Konstruktionen

und im Umgang mit Werkzeugen machen. Dabei wird dem der weiblichen Rolle zugesprochenen Aspekt

der künstlerischen Kreativität durch das fantasievolle Verzieren und Bemalen der Seifenkisten im An-

schluss entsprochen.

Ausblick/Fazit

Innerhalb des 2. Halbjahres 2007/2008 konnten die Mädchen wertvolle Erfahrungen im Umgang mit

Werkzeugen machen. Der vermutete Zusammenhalt der gleichgeschlechtlichen Gruppe konnte in dem

Maße nur anfänglich beobachtet werden. Im Verlauf der AG stellten sich auch hier Spitzen von technisch

versierten und interessierten Mädchen heraus. Durch die Optimierung bzw. das Umschreiben der be-

triebseigenen Bauanleitung hätte eine größere Selbstständigkeit der Mädchen beim Verstehen, Erfassen

und Umsetzen einzelner Arbeitsschritte erreicht werden können.

Die Technik-AG wird voraussichtlich auch im nächsten Schuljahr von den Lehrerinnen, die am Projekt

„Mädchen wählen Technik“ teilgenommen haben, weitergeführt; dann jedoch in einer geschlechtshetero-

genen Gruppe und auch mit unterschiedlichen kleineren Reihen rund ums Bauen und Werken.

28

Schule

Gudrun-Pausewang-Grundschule

Heinrichstraße 52

45663 Recklinghausen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Räder bewegen Sachen und Menschen“

Das vorliegende Projekt „Räder bewegen Sachen und Menschen“ besteht aus vier Unterrichtsvorschlä-

gen (je zwei für die Klassenstufen 1/2 und 3/4), die generell im Sachunterricht der Grundschule

durchgeführt werden sollen, aber auch fächerübergreifende Anknüpfungspunkte enthalten. Diese Unter-

richtsvorschläge entstanden im Rahmen einer 2. Staatsprüfung. Thematisch beschäftigen sich alle vier

Unterrichtsvorschläge mit dem Komplex „Räder und Rollen zur Fortbewegung von Gegenständen und

Personen sowie zum Lastentransport“. Dabei sind entsprechend dem Spiralcurriculum die Unterrichts-

vorschläge eins und zwei sowie die Unterrichtsvorschläge drei und vier aufeinander aufbauend konzipiert,

können jedoch unter Berücksichtigung verschiedener notwendiger Abwandlungen auch unabhängig von-

einander in den Sachunterricht integriert werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Alle Unterrichtseinheiten sind darauf ausgerichtet, Hemmungen der Mädchen gegenüber technischen

Sachverhalten und eventuell bereits erworbene rollenspezifische Inkompetenzgefühle abzubauen und im

Gegenzug das Interesse für Funktionsweisen und Konstruktionsprinzipien zu wecken oder zu erhalten.

Allen Schülerinnen und Schülern sollen zu diesem Zweck in erster Linie Kompetenzerfahrungen vermit-

telt werden. Die Verwendung der erstellten Modelle in Spielzusammenhängen sowie die Möglichkeit zur

kreativen Gestaltung ermöglichen auch Mädchen individuelle Zugänge zu technischen Konstruktionen.

Sollten geschlechtsspezifische Unterschiede von den Kindern angesprochen werden, bieten alle Einhei-

ten genügend Flexibilität und Offenheit, um diese zusätzlich zu thematisieren.

Ausblick/Fazit

Da die Unterrichtseinheit bei Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden hatte, kann kein Fazit gezogen

werden.

Grundsätzlich sollen die Unterrichtsvorschläge in die Arbeitspläne für das Fach Sachunterricht aufge-

nommen werden. Es ist geplant, sie in den Sachunterricht zu integrieren und somit wiederkehrend in

allen Klassen durchzuführen. Ein Ausbau technischer Unterrichtsinhalte im Sachunterricht ist ebenfalls

angedacht, weshalb im Keller neue Werkräume eingerichtet und mit Werkzeugen ausgestattet wur-

den.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Katholische Grundschule Meckinghoven

Bahnhofstraße 22

45711 Datteln

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„Leonardo da Vinci – Naturwissenschaftler und Ästhet“

In diesem Projekt lernen die Schülerinnen und Schüler des 2. und 4. Schuljahres den Forscher und

Künstler Leonardo da Vinci in seiner Vielseitigkeit kennen. Die Kinder erfahren da Vinci, seine Erfindun-

gen und einige seiner Kunstwerke in einer ganzheitlichen, aktiv entdeckenden, gestalterischen, produk-

tiven und nachempfindenden Auseinandersetzung. Ziel ist die Förderung eines tieferen Verständnisses

der Person und ihrer Werke und eine differenzierte, gemeinsame Förderung von Mädchen und Jungen

beim Bauen und Basteln technischer Elemente.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Grundidee zur Realisierung des Leonardo-da-Vinci-Projekts zielt auf eine sehr effektive Förderung von

Mädchen und Jungen ab. Bei einem solchen Projekt in der Grundschule muss Chancengleichheit für alle

Kinder und deren individuelle Förderung bestehen. Deshalb wurde das Projekt im Sachunterricht bzw. in-

tegrativen Deutschunterricht umgesetzt, sodass die Schülerinnen und Schüler überwiegend gemeinsam

unterrichtet wurden und während des Projekts gemeinsam gelernt und gearbeitet haben. So konnten in

beiden Klassen die Kinder miteinander und voneinander lernen. Zusätzlich bot sich durch den parallelen

Aufbau des Projekts die Möglichkeit, in den beiden Klassen neben den geschlechtsheterogenen Unter-

richtseinheiten auch phasenweise geschlechtshomogen zu arbeiten. Die Mädchenförderung beinhaltet

zum einen die angestrebte Technikförderung bei den Mädchen und Jungen in unseren beiden Klassen,

zum anderen die Einbindung von Möglichkeiten zum ästhetischen Gestalten, Verändern und Verzieren.

Inhalte der Unterrichtseinheiten waren beispielsweise „Wir stellen selbst Farben aus Naturmaterialien

her“ oder „Wir bauen Fallschirme wie Leonardo“.

Ausblick/Fazit

Das Projekt lässt sich mit differenzierten Arbeits-

aufträgen und Hilfestellungen und entsprechend

aufbereitet bereits im 2. Schuljahr durchführen und

verliert bis zum Ende des 4. Schuljahres nicht an

Reiz für die Kinder. Die Motivation der Kinder war

durchgängig sehr hoch und die Spannungskurve der

Unterrichtseinheit blieb stets auf hohem Niveau.

Zurzeit wird überlegt, wie das Projekt auch in Zu-

kunft durchgeführt werden kann. Des Weiteren

soll den Aspekten des gendergerechten Lernens

noch mehr Raum gegeben werden, z.B. durch

einen reflektierteren Gebrauch der Sprache.

Somit soll eine Chancengleichheit für alle Kinder

geschaffen werden, egal ob leistungsstark oder

leistungsschwach, ob Mädchen oder Junge!

30

Schule

Katholische Grundschule Barbara-Schule

Gartenstraße 110

47167 Duisburg

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Experimentieren in der Chemieküche“

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Experimentieren in der Chemieküche“ haben die Schülerinnen und

Schüler eigenständig Lebensmittel hergestellt. In einer Experimentierstunde pro Woche über einen

Zeitraum von vier Wochen experimentierten die Schülerinnen sowohl in gemischtgeschlechtlichen als

auch in gleichgeschlechtlichen Lerngruppen („Mädchen-Experimentier-Stunden“). Dabei wurden folgende

Lebensmittel hergestellt: Zitronenlimonade, Karamellbonbons, Kandiszucker und Fruchtgummis.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Schülerinnen

• entwickeln eine kritisch-konstruktive Haltung zu

Naturwissenschaften und Technik, indem sie

Phänomene hinterfragen und versuchen, eige-

ne Begründungen zu finden,

• entwickeln Freude am Experimentieren und

Interesse an der Auseinandersetzung mit na-

turwissenschaftlichen Fragestellungen durch

gendergerechte Experimente, die ihre Interes-

sen aufgreifen und sich an der Lebenswelt der

Mädchen orientieren,

• lernen verschiedene Berufe im Bereich der Lebensmittelchemie und -technologie kennen, indem sie

Informationen über diese Berufe zusammentragen und Frauen, die im Bereich dieser Berufsfelder

tätig sind, kennenlernen,

• lernen am Modell, indem sie sich mit weiblichen Vorbildern identifizieren, die in den vorgestellten tech-

nischen Berufen tätig sind,

• schulen sich im Umgang mit verschiedenen Geräten zur Herstellung von Lebensmitteln,

• übertragen ihre Erkenntnisse aus den Versuchen auf die Lebenswirklichkeit und lernen maschinelle

Herstellungsverfahren von Lebensmitteln kennen (z.B. Herstellung von Fruchtgummis).

Ausblick/Fazit

Die Erfahrungen während der durchgeführten Unterrichtsreihe haben gezeigt, dass für die Mädchen im

Bezug auf die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen in Naturwissenschaften und Technik vor allem die

Unterrichtung in Kleingruppen sowie die Arbeit mit gendergerechten Experimenten förderlich war. Die

Zusammensetzung von Lerngruppen mit einer geringen Schülerinnen- und Schüleranzahl ermöglichte

den Mädchen, sich aktiv und mit eigenen Ideen in den Unterricht einzubringen. Im Vergleich zu den

üblicherweise im Klassenverband unterrichteten

Stunden, in denen sich die Schülerinnen bei der

Durchführung von Versuchen häufig der Verant-

wortung entziehen und eine eher passive Rolle

als Beobachterin einnehmen, konnte sowohl in

den gemischten als auch gleichgeschlechtlichen

Gruppen eine höhere Schülerinnenaktivität beob-

achtet werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Lessing-Grundschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Gneisenaustraße 60

44147 Dortmund

31


„Wir erstellen einen Kinderreiseführer für Dortmund“

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Wir erstellen einen Kinderrei-

seführer für Dortmund“ haben die Schülerinnen und Schüler einen

digitalen Reiseführer für ihre Heimatstadt Dortmund erstellt. Die

Unterrichtsreihe wurde innerhalb eines fächerverbindenden Pro-

jekts (Sachunterricht und Deutsch) erarbeitet, indem die Mädchen

und Jungen ihre eigenen Erfahrungen und Eindrücke mit Hilfe

unterschiedlicher Medien (Texte, Fotos, Zeichnungen, Filmaufnah-

men) zusammengestellt und am Computer überarbeitet haben (Ein-

fügen und Einscannen von Zeichnungen, Überarbeitung mit Text-,

Foto- und Videobearbeitungsprogrammen etc.). Im Anschluss an

die Unterrichtsreihe wird der fertig erstellte Kinderreiseführer im

Internet (www.kindernetz.de/reisefuehrer) veröffentlicht.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Schülerinnen

• lernen Texte und Bilder am Computer zu gestalten (schulen sich im Umgang mit dem PC und Textbearbei-

32

tungsprogrammen), indem sie ihre Texte und Fotos mit Hilfe entsprechender Software überarbeiten,

• erproben den Umgang mit technischen Geräten (PC, Kamera etc.), indem sie diese selber bedienen

und ihre verschiedenen Funktionen kennenlernen,

• lernen, Webseiten zu gestalten, indem sie ihre Texte mit Fotos und Zeichnungen gestalten und für die

Internetpräsenz vorbereiten,

• lernen, wie Filme gedreht, bearbeitet und für die Internetveröffentlichung vorbereitet werden, indem sie

Filmaufnahmen machen und diese mit Hilfe eines Videoschnittprogrammes überarbeiten,

• lernen verschiedene Berufe kennen, indem sie selber die Rolle der Kamerafrau, Cutterin etc. übernehmen,

• entwickeln eine kritisch-konstruktive Haltung zu Naturwissenschaft und Technik, indem sie den Umgang

mit technischen Geräten erproben.

Ausblick/Fazit

Die Erfahrungen während der Projektdurchführung haben gezeigt, dass die Thematik und das Ziel, den

Kinderreiseführer im Internet zu veröffentlichen, bei den Schülerinnen auf großes Interesse getroffen

sind. Allein die Zielangabe und die Thematik waren ausreichend, um die Mädchen zu motivieren, sich mit

der eigenen Stadt auseinanderzusetzen und nebenbei technische Kompetenzen zu erwerben. Darüber

hinaus konnten die Schülerinnen ihre sozialen Kompetenzen im Bereich Teamfähigkeit, Kooperation und

Selbstständigkeit weiterentwickeln.

Schule

Lessing-Grundschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Gneisenaustraße 60

44147 Dortmund

Besonders positiv ist im Bezug auf die Förde-

rung der Technikkompetenz der Schülerinnen

zu erwähnen, dass diese die neuen Medien aus

eigener Motivation heraus in ihre Informationssu-

che einbezogen haben. Des Weiteren zeigten die

Mädchen vor allem im Umgang mit technischen

Geräten (Digitalkamera, Camcorder) großes Inte-

resse und Geschicklichkeit.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Solartechnik – Nutzung von erneuerbaren Energien“

Während des Projekts „Solartechnik – Nutzung von erneuerbaren Energien“ haben die Mädchen der

Overberg-Grundschule in Partnerarbeit beim freien Experimentieren Erfahrungen gesammelt, die sie

beim Bau von unterschiedlichen Modellen anschließend umsetzen konnten. Durch das Projekt wurde

den Mädchen bewusst, dass neben den fossilen Energiequellen auch erneuerbare Energiequellen zum

Antrieb von Motoren genutzt werden können. Hierbei wurden sie für die Notwendigkeit der Nutzung

alternativer Energiequellen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes sensibilisiert. Gleichzeitig haben sie

gelernt, dass auch die Größe einer Solarzelle dafür entscheidend ist, wie viel Energie damit erzeugt wird,

damit Geräte mit unterschiedlichem Energiebedarf effektiv betrieben werden können.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Teilnahme an diesem Projekt war für die Mädchen freiwillig und kostenlos und erfolgte im Anschluss

an die Unterrichtsreihe „Strom und Stromkreisläufe“ in den 4. Klassen. Da die Mädchen im Rahmen

dieser Unterrichtsreihe großes Interesse zeigten, aber durch die Vorerfahrungen und die Dominanz

der Jungen nicht ausreichend gefördert werden

konnten, wurde für das Projekt eine reine Mäd-

chengruppe ausgewählt.

Seit zwei Jahren befindet sich die Overberg-Grund-

schule durch diverse Fortbildungen und Projekte

im Unterricht und im offenen Ganztag auf dem

Weg zur gendergerechten Erziehung. Daher sind

die Schülerinnen und Schüler es gewöhnt, in ge-

schlechtshomogenen Gruppen zu arbeiten.

Ausblick/Fazit

Durch das Projekt ist das Interesse der Mädchen an technischen Vorgängen und umweltbezogenen Pro-

blemen geweckt worden. Das Selbstbewusstsein der Mädchen wurde gesteigert, auch im Rahmen des

regulären Unterrichts. Diese Projektform soll aufgrund des großen Erfolgs und der hohen Motivation der

Schülerinnen auch in den folgenden Jahrgängen als Ergänzung zum Sachunterricht angeboten werden.

Leider war durch den Beginn der Sommerferien eine längere Projektdurchführung nicht möglich, so dass

dem Wunsch der Jungen nach einem eigenen Projekt nicht entsprochen werden konnte. Auch waren

aus diesem Grund Ausflüge zu außerschulischen Lernorten leider nicht möglich. Ein früherer Beginn

der vorbereitenden Unterrichtseinheit „Strom“ soll bei zukünftigen Projekten diesem Problem Rechnung

tragen.

Weitere Probleme, die im Laufe des Projekts auftraten, bezogen sich ausschließlich auf die räumlichen

Gegebenheiten aufgrund zurzeit stattfindender Umbaumaßnahmen und das Material, was durch eine

Veränderung der Materialauswahl behoben werden kann.

Die mit der Durchführung des Projekts und den

Fortbildungen erworbenen Erfahrungen werden

zudem bei einer kollegiumsinternen Fortbildung

an die Kolleginnen und Kollegen des Sachunter-

richts weitergegeben.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Overberg-Grundschule

Städtische Katholische Grundschule

Am Hohen Teich 5

44359 Dortmund

33


„Soap-Box-Girls – Mädchen bauen Seifenkistenautos“

In der wöchentlich stattfindenden Mädchen-AG „Die Soap-Box-Girls – Mädchen bauen Seifenkistenautos“

ab Februar 2008 bauten die Mädchen der 4. Klasse aus Bausätzen funktionstüchtige Seifenkistenfahr-

zeuge. Ziel war die gemeinsame Erstellung von insgesamt vier Autos.

34

Im Vorfeld erarbeiteten die Mädchen theoreti-

sche, technische und praktische Voraussetzun-

gen für funktionierende Transportmobile. Durch

Recherchen im Internet oder in adäquater Litera-

tur besichtigten sie vergleichbare Modelle. Filme

über Seifenkistenrennen mit Kindern wurden

angeschaut und ausgewertet. Für die ästhetische

Gestaltung waren der Fantasie der Mädchen kei-

ne Grenzen gesetzt, trotzdem sollten aber auch

statische und aero-dynamische Komponenten in

Betracht gezogen werden.

Nach Fertigstellung der Seifenkistenautos bildeten die Mädchen zusammen mit interessierten Jungen

aus unserer Schule so genannte „Boxen-Teams“, die die Fahrtauglichkeit, Sicherheit und Schnelligkeit der

Fahrzeuge gemeinsam erprobten.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Angebot „Mädchen bauen Seifenkistenautos“ nähert sich bereits in der Thematik einem Vorurteil

und regt zum Nachdenken an: Ist das nicht eigentlich eine Jungen-AG? Die landläufige Vorstellung,

dass der Umgang mit Werkstoffen und Werkzeugen und die Montage eines Fahrzeuges für Mädchen

zu schwierig oder sogar uninteressant ist, wurde durch das praktische Tun, die hohe Motivation der

Mädchen und die Akzeptanz der Jungen aufgebrochen. Während des Projektes wurden die Mädchen

zunehmend selbstständiger, mutiger und selbstbewusster in ihrem Tun. Bei Problemen mit den Bauplä-

nen berieten sie sich gegenseitig und fanden immer selbst machbare Lösungen. Der Umgang mit dem

Werkzeug wurde zur Selbstverständlichkeit. Unübertroffen war der Stolz, als die fertigen Seifenkisten

vorgestellt werden konnten: Das haben WIR Mädchen geschafft!

Ausblick/Fazit

Das Projekt war ein voller Erfolg und hat auch den betreuenden Lehrerinnen sehr viel Freude gemacht.

Anfangs bestand die Sorge, ob zusätzliche externe Unterstützung vonnöten sein wird. Das gesamte weibli-

che Team entschied sich jedoch ganz bewusst, konkrete Handlungsorientierung mit entdeckendem Lernen

– also „learning by doing“ – zuzulassen.

Schule

Grundschule an der Düngelstraße

James-Krüss-Schule

Düngelstraße 45

44623 Herne

Diese Entscheidung hat sich im Nachhinein als

sehr günstig erwiesen, weil der Wunsch zum

Projekterfolg mit der Notwendigkeit, ungewohnte

Wege zu beschreiten, neue Kapazitäten bei den

Mädchen und auch bei den betreuenden Lehrerin-

nen freigesetzt hat. Geplant ist eine Fortsetzung

der AG „Mädchen wählen Technik“.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Der elektrische Strom“

Inhalte der Unterrichtsreihe sind im Wesentlichen Themen des Lehrplans Sachunterricht NRW aus den

Bereichen „Natur und Leben“ und „Technik und Arbeitswelt“. Die vorliegende Unterrichtsreihe hat die

Inhalte: Der elektrische Strom, Leiter und Nichtleiter, Stromkreis, Parallel- und Reihenschaltung, Schalt-

skizzen, Batterie, Generatoren, Glühlampe, Magnetspule.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

In der Unterrichtseinheit sollen die Technikkompetenz und das Selbstverständnis insbesondere der Mäd-

chen im Umgang mit technischen Fragestellungen, Materialien und Problemen gestärkt und gefördert

werden. Dies soll durch die Bildung geschlechtshomogener Gruppen und folgender Ziel- und Inhaltsaspek-

te gestützt werden und gilt für die Mädchen- ebenso wie für die Jungengruppen:

a) Mädchen setzen sich mit technischen Fragestellungen auseinander, benutzen Fachvokabular, setzen

Arbeitsanweisungen in Fachsprache um, dokumentieren ihre Umsetzungsideen und fertigen Schalt-

skizzen dazu an.

b) Mädchen gehen mit technischen Materialien um und benutzen dafür Handwerkszeug.

c) Mädchen wenden erste Erfahrungen mit eigenen einfachen Stromkreisen auf technisch weiterentwi-

ckelte Nutzungsmöglichkeiten von elektrischem Strom an, indem sie mit „Kosmos easy elektro Kästen“

experimentieren.

d) Mädchen wenden das Gelernte beim Bau von Alltagsgegenständen bzw. Spielzeugen (Genderaspekt)

selbstständig oder angeleitet an.

Ausblick/Fazit

Ein wesentlicher Aspekt, der in dieser Unterrichtsreihe zum ersten Mal so umgesetzt wurde, war die

geschlechtshomogene Gruppeneinteilung. Die meisten Mädchen waren zum ersten Mal mit technischen

Fragestellungen unter sich, mussten sich für die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit

dem Thema teilweise überwinden, denn sie konnten sich unter Gleichgesinnten nicht zurückziehen und

benötigten auch wesentlich mehr Zeit für die Lösung praktischer Aufgaben als die meisten Jungengrup-

pen. Trotzdem war zu beobachten, dass die Mädchen gerade durch die Auseinandersetzung mit dem

Thema in ihrem technischen Verständnis stark gefördert wurden, so dass sie die Scheu vor dem Umgang

mit Handwerkszeug und technischen Materialien verloren haben und spüren konnten, dass Technik Spaß

machen kann, spannend ist und durchaus auch von Mädchen bewältigt werden kann. Bei der Auswahl

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

von weiteren Unterrichtsthemen werden weiterhin

in hohem Maße naturwissenschaftlich-technische

Themen berücksichtigt, die man in gendergerech-

ten Teilthemen bearbeiten kann.

Schule

Grundschule Pantrings Hof

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Eberhard-Wildermuth-Straße 43

44628 Herne

35


„Geisterbahn“

Die Unterrichtsreihe, die im Rahmen des Projekts „Mädchen wählen Technik“ durchgeführt wurde, heißt

„Geisterbahn/elektrischer Strom/Stromkreise – wir erkunden elektrische Stromkreise, Batterien und Werk-

zeuge, bauen eigene Stromkreise, beobachten, was bei unterschiedlichen Stromkreisen geschieht und bauen

gemeinsam eine Geisterbahn“. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich damit, wie elektrischer Strom

täglich in jedem Haushalt eingesetzt wird, wie wir mit elektrischen Geräten umgehen sowie mit den Gefahren,

die vom elektrischen Strom ausgehen können, und wie wichtig vorsichtiges Experimentieren ist. Sie erhalten

erste Einblicke, was es mit Stromquellen auf sich hat und wo der Strom eigentlich herkommt.

Die Mädchen und Jungen sollen sich mit den Symbolen wie z.B. zum elektrischen Stromkreis und Begriffen

wie Polklemmen oder Schraubendreher usw. beschäftigen und diese nutzen. Die Kinder sollen mit Experi-

mentierkästen ausprobieren, was man mit Stromkreisen alles machen kann. Und schließlich sollen sie ihre

Entdeckungen und Erkenntnisse in der Entwicklung und im praktischen Bau einer einfachen „Geisterbahn“

umsetzen. Dabei soll ein Stromkreis geschlossen werden, wenn ein Waggon/Wagen vorfährt und so zumin-

dest ein Lichteffekt entstehen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Hierbei waren zwei Dinge wichtig: Einmal sollten die Mädchen ihre

Scheu vor elektrischen Versuchen verlieren und Basteleien mit

elektrischem Strom oder an einer Eisenbahn nicht gleich völlig

ablehnen („Das machen nur Jungs.“). Im Rahmen anderer Unter-

richtsinhalte hatte sich bereits gezeigt, dass einige Mädchen wenig

Vertrauen in ihre Fähigkeiten hatten und handwerkliche Arbeiten

schnell für sich ablehnten bzw. Jungen/Männern zuordneten.

Sie sollten sehen, dass Mädchen genauso gut mit Batterien und

Kabeln probieren und basteln können wie Jungen, wenn sie die

Gelegenheit dazu haben.

Das zweite Anliegen war, dass die Jungen an einem Unterrichts-

thema mitarbeiten konnten, das sie sich schon lange gewünscht

hatten und das auch ihr Selbstwertgefühl steigern sollte, da sie in

ihren Partnergruppen ihr Vorwissen einbringen konnten.

Ausblick/Fazit

Die Unterrichtsreihe kam sowohl bei den Schülerinnen als auch bei den Schülern sehr gut an. Alle Kin-

der machten begeistert die Versuche und schriftlichen Ausarbeitungen mit. Sie zeigten sich regelrecht

empört, wenn wir einen Tag nicht mit Stromkreisen probierten oder wenn wir nicht an der Geisterbahn

bauten. Meistens wollten sie in der Pause weiterarbeiten.

36

Schule

St. Marien-Schule

Städtische Katholische Grundschule

Kirschenallee 100

47443 Moers

Es ist auffällig, wie begeistert sich Kinder generell

mit dem Thema „Strom“ beschäftigten. Auch bei

dieser Unterrichtsreihe zeigte sich die Begeiste-

rung sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen.

Die im Projekt angeschafften Experimentierkästen

und der CVK Stromkasten werden künftig zum

Thema „Strom und Magnetismus“ in den Schul-

jahren 2, 3 und 4 genutzt.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Einrichtung eines Technikraumes“

Diese Dokumentation entspricht in großen Teilen dem Wortlaut der Zweiten Staatsarbeit von Lisa-Marie Meise.

Ein Technikraum, der speziell für das technische Lernen bereit steht, bietet den Kindern die Möglichkeit,

in einer vorbereiteten Umgebung offen, selbstständig und handelnd tätig zu sein. Die Einrichtung eines

Technikraumes soll Technikunterricht regelmäßig möglich machen und die Lehrkräfte organisatorisch

und planerisch dabei unterstützen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Für den Technikraum wurden die beiden thematischen

Schwerpunkte Elektrizität und Fahrzeugbau gewählt, da sie

zum einen Inhalte des Lehrplans und zum anderen typische

technische Themen sind, mit denen Kinder sehr viel lernen

können. Ferner sind diese beiden Themenbereiche gut

miteinander kombinierbar, da man themenübergreifend

unterrichten kann. Die Materialien beider Themenbereiche

werden sortiert in tragbaren Schränken aufbewahrt, so

dass auch ein Unterrichten im Klassenraum möglich ist.

Bei der Ausstattung des Technikraumes wurde Wert auf vielfältige Materialien zur Gestaltung z. B. für

die Fahrzeuge gelegt, denn vor allem Mädchen haben Freude daran, gestalterisch tätig zu werden.

Ausblick/Fazit

Um das Lernen in dem neuen Technikraum mit

den neuen Materialien angemessen reflektieren

zu können, wurde probeweise die Unterrichtsrei-

he „Wir bauen Fahrzeuge“ durchgeführt. Hierbei

konnten die Schülerinnen und Schüler mithilfe

verschiedener Materialien aus dem entsprechen-

den Themenschrank selbst Fahrzeuge herstellen.

Jedes der Kinder sollte selbstständig ein Räder-

fahrzeug konstruieren, das rollen kann. Hierbei

hatten sowohl die Jungen als auch die Mädchen

großen Spaß.

Schule

Grundschule Rauendahl

Rauendahlstraße 40-42

45529 Hattingen

37


„Erstellen von Technikkisten“

38

In diesem Projekt arbeiten Schülerinnen und Schüler mit Technik-

kisten. Diese Kisten beinhalten Material und Arbeitsanleitungen für

kleine Lehrstücke, die von den Kindern angefertigt werden sollen.

An jeder Station sind dabei andere Werkzeuge und Arbeitstechni-

ken im Einsatz. Ziele sind das Kennenlernen gängiger Werkzeuge,

deren sachgerechter Gebrauch sowie der Umgang mit unter-

schiedlichen Materialien.

Hintergrund für das Projekt ist die Hoffnung, dass fachfremde

Lehrkräfte sich eher an technischen Unterricht heranwagen, wenn

strukturiertes Material dafür bereitsteht. Weitere Hemmschwel-

len sollen dadurch abgebaut werden, dass das Material schon

mit Schülerinnen und Schülern erprobt wurde. Die Fotos aus der

Erprobungsphase zeigen, mit welchem Eifer die Kinder gearbeitet

haben.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Stationen sind gleichermaßen für Jungen wie

Mädchen geeignet. So muss keine Trennung vor-

genommen werden, welche einerseits zur „Stig-

matisierung“ führen kann und andererseits im

Schulalltag schwer zu organisieren ist und somit

den Einsatz im Unterricht verhindern könnte. Die

Lehrstücke sind so gewählt, dass sie beide Ge-

schlechter ansprechen und Mädchen wie Jungen

sich über ihre Handlungsprodukte freuen können.

An der Gestaltungs-Station können die Mädchen

zudem ihrem Bedürfnis nachkommen, die Produk-

te zu verschönern. Es wurden extra kleine Werk-

zeuge für Mädchenhände angeschafft.

Ausblick/Fazit

Die Kinder der Erprobungsklasse aus dem 4. Schuljahr konnten fast alle Aufgaben leisten. Mädchen wie

Jungen waren sehr motiviert und hatten Spaß an der Arbeit und an ihren Werken. Erstaunlicherweise

nutzten auch viele Jungen die Gestaltungs-Station, wenn auch nicht mit so viel Hingabe wie die Mädchen.

Im nächsten Schuljahr wird die Werkstatt allen Lehrkräften der Schule vorgestellt. Bei einer pädagogi-

schen Konferenz sollen sie selber an den Stationen arbeiten, um den praktischen Einsatz kennenzuler-

Schule

Steinhammerschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule Marten

Schulte-Heuthaus-Straße 28

44379 Dortmund

nen. Dazu sollen zusätzlich die Mitarbeiterinnen

der offenen Ganztagsschule eingeladen werden.

Vielleicht finden sie Interesse daran, mit den

Kisten am Nachmittag zu arbeiten. Wenn der

Stundenplan es zulässt, soll eine Technik-AG ein-

gerichtet werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Alessandro Volta – Erfinder der Batterie“

Im Rahmen der Projektwoche „Berühmte Menschen“ lernten die Kinder Alessandro Volta als Erfinder

der Batterie kennen, machten Versuche zum Stromkreis mit der Batterie und lernten Grundbegriffe der

Photovoltaik kennen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Projektgruppe bestand aus neun Mädchen

und elf Jungen aus dem 3. und 4. Schuljahr. Der

Aspekt der Mädchenförderung liegt in der Ver-

mittlung der Selbstverständlichkeit im Umgang

mit Technik und der Ichstärkung von Mädchen.

Es sollte verinnerlicht werden, dass es etwas

Normales ist, mit Technik umzugehen ist – auch

für Mädchen.

Ausblick/Fazit

Jungen und Mädchen arbeiteten in diesem Projekt sehr intensiv und waren überaus interessiert. Die

Arbeit in geschlechtshomogenen Gruppen war interessant zu beobachten, da Unterschiede in der Ar-

beitsweise sehr deutlich wurden. Dies war für das Projekt und den Erfolg aber nicht vonnöten. In diesem

Projekt zeigten sich die Mädchen den Jungen in keinem Fall unterlegen. Das Interesse war genauso

groß wie bei den Jungen. Sie brachten zwar nicht so ein großes Vorwissen ein, nahmen dafür aber

umso mehr mit und behielten es auch. Durch ihre gewissenhafte Arbeitsweise erreichten sie sogar zum

Schluss ein besseres Ergebnis als die Jungen.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Das Projekt wurde – in abgespeckter Form – in

den Sachunterrichtsplan des 4. Schuljahrs auf-

genommen. Die Lehrkräfte entscheiden für sich

und ihre Klasse, ob sie geschlechtshomogene

Arbeitsgruppen bilden oder nicht.

Schule

Turmschule

Städtische Gemeinschaftsschule der Primarstufe

Schonnebecker Straße 32

45884 Gelsenkirchen

39


„Edison, der Erfinder der Glühlampe“

Im Rahmen der Projektwoche „Berühmte Menschen“ lernten die Kinder Thomas Alva Edison als einen

berühmten Erfinder kennen, machten Experimente im Zusammenhang mit der Glühlampe und dem elek-

trischen Strom und bauten ein Puppenhaus mit elektrischer Beleuchtung.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

An der Projektgruppe nahmen 20 Kinder aus dem 2., 3. und 4. Schuljahr teil, insgesamt fünf Mädchen

und 15 Jungen. Für die Teilnahme an der Gruppe hatten sich ursprünglich 51 Kinder (36 Jungen und 15

Mädchen) mit Erstwunsch angemeldet. Hier zeigt sich, dass sich immerhin 15 Mädchen als Erstwunsch

mit Elektrizität auseinandersetzen wollten, aber auch, dass es doppelt so viele Jungen waren.

Ausblick/Fazit

Alle Kinder nahmen während der gesamten Projektwoche an allen Experimenten mit großem Interesse

teil und bauten mit viel Eifer an ihren Puppenhäusern. Die Kinder schienen besonders durch die Tatsa-

che angesprochen, dass sich durch den Einbau der elektrischen Beleuchtung in die Puppenhäuser für

die bei den Versuchen gewonnenen Erkenntnisse umgehend ein Anwendungsbereich bot. Am Ende der

Projektwoche war bei allen Kindern ein Lernzuwachs festzustellen. Mädchen und Jungen zeigten sich

während der gesamten Projektwoche gleichermaßen motiviert. Die Mädchen gingen Aufgaben nicht

weniger unbefangen als die Jungen an und sie zeigten keinerlei Scheu, der Gruppe Problemlösungen

vorzuschlagen. Die Experimente führten die Mädchen mit gleicher Eigenständigkeit wie die Jungen durch.

Bezüglich der Freude an der Durchführung von Experimenten waren zwischen Jungen und Mädchen kei-

nerlei Unterschiede feststellbar. Auch beim Bau und der Möblierung des Puppenhauses waren zwischen

Jungen und Mädchen keine Interessenunterschiede zu erkennen. Auch beim Austausch von Ideen, sei es

bei den Experimenten oder bei der Arbeit an den Puppenhäusern, zeigten die Kinder keinen Unterschied

in ihrem Verhalten, wenn sie sich mit einem Jungen oder einem Mädchen austauschten. Die Kinder gin-

gen unbefangen miteinander um. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es für die Arbeit dieser

Projektgruppe zu keinem Zeitpunkt von Vorteil gewesen wäre, Jungen und Mädchen auf unterschiedliche

Weise an den Themen arbeiten zu lassen oder gar die Gruppe nach Jungen und Mädchen zu trennen.

40

Schule

Turmschule

Städtische Gemeinschaftsschule der Primarstufe

Schonnebecker Straße 32

45884 Gelsenkirchen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Arbeit mit Werkzeug und Holz/Bau von Seifenkisten“

Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil haben Schülerinnen und Schüler einer 3. und einer 4.

Klasse nach Geschlechtern getrennt mit Holz gearbeitet und den Umgang mit Werkzeugen erprobt. Im

zweiten Teil haben die Mädchen dieser Klassen Seifenkisten aus Bausätzen zusammengebaut.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Im handelnden Umgang mit Werkzeug und Holz

konnten sich die Mädchen ohne Einflussnahme

der Jungen selbstständig Fertigkeiten hinsichtlich

des Planens und Herstellens von Gegenständen

aneignen. Beim Bau der Seifenkisten konnten

sie das zielgerichtete Lesen von Grafiken und

Bauanleitungen trainieren. Sie konnten ihre

Vorerfahrungen, ihre Fragen und Interessen in

einer geschlechtshomogenen Gruppe ausleben,

ohne Zurechtweisungen von Jungen befürchten

zu müssen.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Ausblick/Fazit

Speziell die Mädchen haben einen neuen Zugang

zum technischen Werken erhalten und Hemm-

schwellen überwunden. Durch die handelnde

Auseinandersetzung mit den Materialien haben

sie ihre Vorkenntnisse systematisiert, erweitert

und auch revidiert. Alle Aktivitäten fanden bei

allen Kindern großen Anklang. Sie waren hoch

motiviert, kreativ und haben überwiegend part-

nerschaftlich zusammen gearbeitet. Es herrschte

in allen Phasen eine gelassene Atmosphäre, in

der keine Frage für zu dumm erachtet wurde und

Tipps und Hilfen immer willkommen waren.

Das Projekt lässt sich nach Meinung der durch-

führenden Lehrkräfte beliebig ergänzen, auswei-

ten und modifizieren.

Schule

Wilbergschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Wilbergstraße 3

44807 Bochum

41


„Mädchen und Technik – wir können was!“

Das Projekt „Mädchen und Technik – wir können was!“ findet mit drei Schülerinnen der 6. und 7. Klasse

und fünf Schülerinnen der 8. und 9. Klasse montags in der 5. und 6. Stunde an wechselnden Orten in

unserer Schule statt. Die Themen:

• „Mädchen müssen zusammen halten.“

42

Zusammenführung der zwei Klassen, Abbau von Vorurteilen,

Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen, Abstecken von Grenzen.

• „Auf der Suche nach einem Raum für uns.“

Wo findet unser wöchentliches Treffen statt?

• „Was erwarten wir jeden Montag?“

Was für Wünsche und Befürchtungen haben die Mädchen?

• „Wir fangen ganz einfach an.“

Besichtigung des Werkraums, wer hat welche Erfahrungen?

• „Wir möchten etwas herstellen.“

Die Schülerinnen erstellen ein kleines eigenes Werkstück.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Anfertigung eines Stundenplanrahmens erfordert nicht viel handwerkliches Vorwissen. Das genaue

Messen und Sägen wie auch das Bohren von Löchern ist für die Schülerinnen leistbar. Sie erfahren

somit schnell, dass sie etwas alleine herstellen können. Der Stundenplanrahmen ist für die Schülerinnen

ein attraktiver Anreiz, da sie diesen für sich selber oder als Geschenk für andere behalten dürfen.

Etwas alleine herstellen mit hohen Erfolgscharakter ist eine Erfahrung, die die Schülerinnen im Schulall-

tag nicht immer erleben. Besonders die Schülerinnen an einer Förderschule brauchen Erfolgserlebnisse,

damit sich ihr Selbstbewusstsein ausbaut und festigt.

Ausblick/Fazit

Die Schülerinnen sind ins Werken eingestiegen. Anfängliche Ängste und Abneigungen (Bohrmaschine,

Säge etc.) wurden abgebaut. Nach den Sommerferien sind Betriebserkundungen geplant und die Be-

sichtigung des Handwerkerinnenhauses in Köln. Wünschenswert wäre ein von den Mädchen geplantes

eigenes großes Projekt für die Schule.

Schule

Comeniusschule

Städtische Förderschule

Heinrich-Lübke-Straße 140

51375 Leverkusen

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Meta-Ku“

Das Projekt bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im theoretischen Teil haben sich

die Schülerinnen und Schüler zunächst mit der Frage „Welche Berufe kenne ich?“ und ihren Wunschberu-

fen beschäftigt. Mittels einer Bücherkiste aus der örtlichen Bibliothek konnten sie sich mit Berufen ausein-

andersetzen und so einen ersten Zugang zum Thema finden. Bei der praktischen Arbeit ging es darum, auf

unterschiedliche Arten bearbeitetes Kupferblech (z.B. durch Schneiden, Entgraten, Bohren) mit ebenfalls

bearbeitetem Acrylglas (z.B. durch Sägen, thermoplastische Verformung) zu Mobiles zu verarbeiten.

Bestandteil der Praxis war neben der Arbeit im

Werkraum der Fröbelschule der Besuch einer

Dachdeckerfirma und die Teilnahme der Mäd-

chen am Eintagesprojekt „Berufsorientierung für

Mädchen“ bei der RAG in Datteln. Hier haben die

Mädchen in der Metallwerkstatt unter Anleitung

einer Industriemechanikerin Schlüsselanhänger

aus Aluminiumblech hergestellt und bei der Ar-

beit unterschiedliche Werkzeuge, Maschinen und

Techniken kennengelernt und angewandt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Mädchen und Jungen der Klassen 6a und 6b haben gleichberechtigt am Projekt teilgenommen. Es wurde auf

eine Geschlechtertrennung verzichtet, um den Mädchen nicht zu vermitteln, dass die Auseinandersetzung mit

Berufen und die praktische Arbeit im Technikunterricht für Mädchen etwas Besonderes ist, da der sonstige

Unterricht auch nicht nach Geschlechtern getrennt durchgeführt wird. Erfahrungen aus dem Technikunter-

richt haben auch bislang gezeigt, dass der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Jungen eher eine gegen-

seitige positive Beeinflussung mit sich bringt als negative Auswirkungen auf Mädchen oder Jungen hat.

Ausblick/Fazit

Rückschauend betrachtet hat sich der Ansatz, Schülerinnen und Schüler gemeinsam zu unterrichten, als

durchaus positiv erwiesen. Sowohl Mädchen als auch Jungen konnten sich gleichermaßen behaupten,

beim Besuch der Dachdeckerfirma zeigten sich die Mädchen sogar als wissbegieriger und dominanter.

Alle Teilnehmenden des Projekts hatten viel Spaß und waren mit viel Engagement und Kreativität am

Werk. Es konnten nicht alle Projektphasen in der Ausführlichkeit und Intensität durchgeführt und been-

det werden. Es ist geplant, das Projekt im Schuljahr 2008/2009 fortzusetzen, die praktischen Arbeiten

fertigzustellen und anschließend sowohl in der Schule als auch eventuell im Friseurstudio eines Koopera-

tionspartnerbetriebs auszustellen.

Zudem ist seitens der Schulleitung geplant, die Technikförderung der Mädchen in ähnlicher Form schon

in der Mittelstufe zu beginnen. Das Projekt „Meta-Ku“ soll hierbei zur Grundlage genommen werden.

Es soll dann situativ entschieden werden, ob der

Unterricht geschlechtergetrennt oder gemeinsam

stattfindet, um gerade Mädchen einen möglichst

ungehinderten und unbeeinflussten Zugang zum

Technikunterricht zu ermöglichen.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Fröbelschule

Förderschule der Stadt Dortmund

Sendstraße 100-102

44143 Dortmund

43


Technik ist doch (nix) für Mädchen“

Die Schülerinnen haben in der Unterrichtsreihe „Technik ist doch (nix) für Mädchen!“ die Möglichkeit, den

Werkstoff Kunststoff und seine Verarbeitungsmöglichkeiten durch eigene handlungsaktive Auseinander-

setzung kennenzulernen. Die Mädchengruppe wird in vier Unterrichtseinheiten, in denen sie die Ver- und

Bearbeitungstechniken von Acrylglas kennenlernt und selbstständig ausführt, auf die Herstellung eines

komplexen Anwendungsgegenstandes hingeführt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

• geschlechtsspezifische Rollenmuster aufbrechen

• technische und naturwissenschaftliche Fähig-

44

keiten bei Mädchen wecken und fördern

• vorhandene Fertigkeiten der Mädchen festigen,

vertiefen und ausbauen

• neue Berufschancen und Berufsfelder für die

Mädchen erschließen

• neue Interessen bei den Mädchen entwickeln

• direkter Umgang mit unbekannten Materialien

• Selbstbewusstsein der Mädchen stärken

• Vertrauen der Mädchen in eigene Fähigkeiten

und Fertigkeiten herstellen

Ausblick/Fazit

Nach jeder Unterrichtseinheit, an deren Ende die Herstellung eines Werkstücks für jedes Mädchen

steht, sollen die Beteiligten zum einen zeigen können, was sie erstellt haben, und zum anderen aufge-

tretene Probleme benennen und bearbeiten. Dies ist die Grundlage für die Arbeitsschritte in den darauf

folgenden Unterrichtseinheiten.

Im Anschluss an die gesamte Unterrichtsreihe wird gemeinsam mit den Mädchen ein reflektierendes

Gespräch über die gemachten Erfahrungen angesetzt. Die Ergebnisse werden von den Teilnehmerinnen

in einem Bewertungsbogen festgehalten. Darüber hinaus werden die begleitenden Lehrkräfte versuchen,

die konstruktiven Anregungen, Verbesserungsvorschläge und persönlichen Ideen in der Umsetzung einer

sich anschließenden Unterrichtsreihe zu berücksichtigen.

Den Mädchen wird während der gesamten Unterrichtsreihe verdeutlicht, dass sie die erlernten Techni-

ken auf andere Werkstoffe übertragen. Auf diese Weise kann der Respekt oder die Angst vor anderen

Werkstoffen abgebaut werden.

Schule

Niederrheinschule

Städtische Förderschule

Friedrich-Heinrich-Allee 24

47475 Kamp-Lintfort

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Kunststoffver- und -bearbeitung“

Das Projekt wird für Schülerinnen und Schüler des 7. und 8. Jahrgangs an zwei Projekttagen im Rahmen

der normalen Unterrichtszeit durchgeführt. Projektort ist die außerschulische Einrichtung der „Kultur-

und Begegnungsstätte Alter Bauhof“. Neben theoretischen Überlegungen zum Thema Kunststoff, z.B.

über die Bedeutung des Materials im Alltag, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit seiner

Bearbeitung und den dazu nötigen Werkzeugen. Für einen praxisorientierten Zugang planen und ferti-

gen die Mädchen und Jungen einen Gebrauchsgegenstand aus Acrylglas. Die Schülerinnen und Schüler

besuchen projektbegleitend das örtliche Berufsinformationszentrum (BIZ) in Hamm, um Perspektiven im

Hinblick auf die Berufswahl im Bereich Kunststoffverarbeitung insbesondere für junge Frauen aufgezeigt

zu bekommen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Der Ideenreichtum der Schülerinnen wird in diesem Projekt besonders aufgegriffen und im Sinne der

Erweiterung der Technikkompetenz, z.B. durch Modellentwicklung, technisches Zeichnen, Biegen und

Umformen von Thermoplasten, gefördert. Die beruflichen Interessen der Schülerinnen werden nicht nur

im Hinblick auf die Kunststoffberufe berücksichtigt. Das herzustellende Werkstück, eine Blumenvase,

wird den Interessen von Mädchen gerecht. Der Werkstoff PMMA ist für Mädchen besonders aufgrund

der Ästhetik und Bearbeitungsmöglichkeiten ansprechend, auch weil er ohne großen Kraftaufwand gut

zu bearbeiten ist.

Ausblick/Fazit

Da die Unterrichtseinheit bei Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden hatte, kann kein Fazit gezogen

werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Anne-Frank-Schule

Städtische Gemeinschaftshauptschule

Frankenstraße 12

59067 Hamm

45


„Mädchen programmieren Roberta: Ein Robotermädchen lernt laufen“

In diesem Projekt können Mädchen im Technikunterricht Roboter planen und zusammenbauen. Dazu

gehören unter anderem der sachgemäße Einsatz der nötigen Materialien und Werkzeuge, wie z.B. Akku

und Sensoren, das Entdecken und Einüben von Programmierwegen, um den Roboter zu bewegen, sowie

mathematische Überlegungen. Zum Projektverlauf gehört ebenso die protokollarische Dokumentation

der Arbeitsschritte und Ergebnisse.

Am Ende der Reihe sollen die Mädchen ihre Ergebnisse in der Schule und außerhalb, z.B. im Rahmen

eines Zeitungsartikels, präsentieren. Es wird auch eine Präsentation mit dem Programm PowerPoint er-

stellt. Gerade in diesem Punkt wird sich zeigen, inwieweit die Mädchen Selbstbewusstsein erlangt haben,

indem sie eine Präsentation aufbauen, vorstellen und andere dafür begeistern können.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Projekt hat das Ziel, Mädchen nachhaltig für Technik zu interessieren. Sie sollen an dieses Thema

herangeführt werden und erkennen, dass sie die gleichen, wenn nicht gar bessere Ergebnisse als die

Jungen erreichen können. Die Kurse sollen reine Mädchenkurse werden, so dass dort nicht die bekann-

ten Hemmschwellen auftreten. Auf diese Weise können die Mädchen eigene Erfahrungen sammeln

und sich trauen, Technik auszuprobieren. Sie sollen selbst ihre Interessen und Fähigkeiten erkennen,

erproben und weiterentwickeln. Neugier und Interesse an Technik sind unabdingbare Voraussetzungen,

um sich z.B. auf eine technische Ausbildung zu bewerben und diese auch durchzuhalten. Mädchen soll

die Barriere vor Technik genommen werden, so dass sie selbstbewusster werden, auch im Bereich der

Berufswahl.

Ausblick/Fazit

Da die Unterrichtseinheit bei Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden hatte, kann kein Fazit gezogen

werden.

46

Schule

Falkschule

Hauptschule der Stadt Hamm

An der Falkschule 9

59077 Hamm

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Ein kinetisches Kunstwerk“

Die Schülerinnen lernten in einer Stationsarbeit verschiedene Möglichkeiten der optischen Täuschung

kennen. Sie entwarfen gemeinsam ein künstlerisch gestaltetes Werkstück, das eine optische Täuschung

enthielt. Die Projektgruppe entschied sich für einen Drachen mit Augen aus drehbaren Scheiben. Der

Drache wurde zuerst gezeichnet, dann wurde festgelegt, aus welchen Einzelteilen er aufgebaut werden

soll. Danach wurden Schablonen gefertigt, mit deren Hilfe die Einzelteile auf Sperrholz übertragen wer-

den konnten. Anschließend wurden die Holzteile für das Werkstück gesägt und durch Lackieren farbig

gestaltet. Zuletzt wurde der Drachen zusammengesetzt und im Schulgarten aufgestellt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Schülerinnen haben in der 5. Jahrgangsstufe noch keine einschränkenden Rollenbilder verinnerlicht

und lassen sich vorbehaltslos auf Arbeiten ein, die von den Schülerinnen der 7. Jahrgangsstufe schon

abgelehnt werden, da sie sich in dieser späteren Altersgruppe als weniger kompetent und erfahren ein-

stufen als Jungen und dementsprechend weniger Engagement im Technikunterricht zeigen. Durch das

Projekt soll der Erfahrungsrückstand der Mädchen ausgeglichen werden, damit sie später im gemeinsa-

men Unterricht ebenfalls auf ihr Können im Umgang mit Werkzeugen zurückgreifen können. Außerdem

wird der positive Abschluss des Projekts ihr Selbstbewusstsein stärken und dazu beitragen, dass sie eine

positive Erwartungshaltung in Bezug auf ihre technischen Begabungen entwickeln. Auch das Interesse an

eher männlich dominierten Berufen ist noch ohne ablehnende Haltungen vorhanden.

Der geschlechtergetrennte Unterricht kommt

dem Bedürfnis der Mädchen nach Zeit und Ruhe

zur Auseinandersetzung mit den Werkzeugen

sehr entgegen und das Kunst und Technik ver-

bindende Projekt entspricht in besonderer Weise

den Vorlieben der Schülerinnen. Bei der prakti-

schen Durchführung wurde Wert auf mädchenge-

rechte Werkzeuge und Materialien gelegt.

Ausblick/Fazit

Die Schülerinnen zeigten sich interessiert am Projektthema. Sie arbeiteten sehr aktiv und selbständig an

ihren Aufgaben, wobei sie großes Selbstvertrauen bewiesen. Offenbar machte ihnen die Arbeit Spaß, da

sie auch außerhalb der regulären Stunden im Technikraum vorbeischauten, um zwischendurch an ihrem

Drachen weiterzuarbeiten. Ob die Projektschülerinnen in Klasse 7 im regulären Technik-Unterricht tat-

sächlich ihre technischen Fähigkeiten selbstbewusster einschätzen und sie offener gegenüber männlich

dominierten Arbeiten und Berufen bleiben, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Ganz sicher sind aber

durch das Projekt positive Erinnerungen an die Malerwerkstatt und das eigene technische Vermögen

gelegt worden und das Projekt hat die Schülerinnen zu einem Zeitpunkt erreicht, zu dem sie sich offen

auf das Thema einlassen. Bei der Durchführung des Projekts hat sich gezeigt, dass das Thema noch viel

mehr fächerübergreifende Bezüge beinhaltet, die

bei einer wiederholten Durchführung noch zusätz-

lich genutzt werden können. Das Projektthema ist

sehr offen und bietet viele Variationsmöglichkei-

ten. Dadurch ist es auch in modifizierter Form im

Pflichtunterricht einsetzbar.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Hauptschule an der Schwalbenstraße

Schwalbenstraße 22

45899 Gelsenkirchen

47


„Kosmetik – Naturwissenschaft und Technik im Dienst der Schönheit“

Im Projekt „Kosmetik – Naturwissenschaft und Technik im Dienst der Schönheit“ probieren die Schüle-

rinnen aus ihrem Alltag bekannte Hennaprodukte aus. Dabei lernen sie Gebrauchsanleitungen zu lesen

und zu befolgen. Die Schülerinnen erhalten einen Überblick über die Stellung der kosmetischen Industrie

in unserer Wirtschaft. Sie sollen sich über die Berufsbilder in diesem Bereich wie z.B. Chemikantin,

Laborantin oder Drogistin informieren.

In einer praktischen Phase werden einige Kosme-

tika selbst hergestellt. Dabei wird der Umgang

mit der Laborwaage und dem Magnetrührer

eingeübt. Auch das genaue Lesen und Verste-

hen der Versuchsanleitung sind wichtige Punkte,

ebenso wie das exakte Abmessen und Abwiegen

von Chemikalien. Anhand eines Schaubildes soll

die Versuchsanordnung mit einer großtechni-

schen Anlage verglichen werden.

Ein Besuch in einem Betrieb der chemischen In-

dustrie, möglichst aus dem Bereich Kosmetik, ist

geplant. Dabei sollen insbesondere auch Fragen

zu Ausbildungsmöglichkeiten geklärt werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Da Kosmetik in der Erfahrungswelt von Mädchen eine große Rolle spielt, kann man sie damit gut mo-

tivieren. Um den großen Anteil der ausländischen Schülerinnen zu berücksichtigen, fiel die Wahl auf

Hennaprodukte, die die Mädchen auch zuhause anwenden.

Um den Blick von typischen Mädchenberufen auf andere Berufsbilder zu lenken, die ebenfalls im weiteren Sin-

ne mit Kosmetik zu tun haben, sollen sich die Schülerinnen einen Überblick durch Internetrecherche verschaf-

fen. Da die Schülerinnen die hergestellten Kosmetika später mitnehmen können, gehen sie wahrscheinlich

sorgfältig und gewissenhaft mit den Chemikalien um und halten sich genau an die Anleitungen. Dabei lernen

sie naturwissenschaftliche Arbeitstechniken, ohne dabei von männlichen Schülern an den Rand gedrängt zu

werden. Sie führen die praktischen Arbeitsschritte selbst aus, anstatt immer nur Protokoll zu führen.

Bei der Betriebsbesichtigung soll der Erfahrungsaustausch mit weiblichen Auszubildenden ein wesentli-

cher Aspekt sein.

Ausblick/Fazit

Die Durchführung der Unterrichtseinheit wird im Schuljahr 2008/2009 stattfinden.

48

Schule

Hauptschule Scharnhorst

Städtische Gemeinschaftsschule

Gleiwitzstraße 200

44328 Dortmund

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Mädchen entwerfen und planen ihr Wunschzimmer“

Mithilfe des Projekts „Mädchen entwerfen und planen ihr Wunschzimmer und setzen es anschließend

in einem maßstabsgerechten Modell in die Praxis um“ soll versucht werden, Mädchen bzw. junge Frau-

en an naturwissenschaftliche und technische Berufe heranzuführen, da sie in diesen Berufszweigen

noch unterrepräsentiert sind. Schon in der Schule haben Mädchen in den entsprechenden Fächern oft

weniger Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, geringeres Interesse trotz gleicher Eignung und oftmals

schlechtere Noten.

Während eines Schuljahres durchlaufen sie erst die Planungsphase und dann die Phase der praktischen

Umsetzung. In der Planungsphase beschäftigen sich die Schülerinnen mit ihrem Entwurf, der Detailplanung

von Möbeln, der Elektrik sowie der Wand-, Decken-, und Fußbodengestaltung. Zudem lernen sie die Ar-

beitsbereiche der benötigten Berufsfelder kennen. In der Phase der praktischen Umsetzung erstellen die

Schülerinnen anhand der theoretischen Vorplanung ein Modell ihres Wunschzimmers im Maßstab 1:5.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Ziele dieses Projekts sind:

• Den Mädchen sollen Perspektiven in naturwissenschaftlich-technischen

Berufsfeldern eröffnet werden.

• Die naturwissenschaftlich-technischen Begabungen innerhalb der schulischen

Berufs- und Studienorientierung sollen stärker gefördert werden.

• Zudem soll dem drohenden bzw. bereits jetzt existierenden Fachkräftemangel

vorgebeugt und Unternehmen bei der Nachwuchssuche unterstützt werden.

Ausblick/Fazit

Die Durchführung der Unterrichtseinheit wird im Schuljahr 2008/2009 stattfinden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Hellweg Hauptschule

Rünther Straße 80

59192 Bergkamen

49


Techniktag für Mädchen“

In diesem Jahr ist als Sonderveranstaltung am 10.06.2008 für die Mädchen der Klassen 7 und 8 sowie

für eine kleine Gruppe von Jungen der „Techniktag für Mädchen“ durchgeführt worden. Die Mädchen

wurden an diesem Tag mit unterschiedlichen Aufgaben aus dem Technikbereich konfrontiert und durften

sich in vielfältiger Weise mit technischen Problemen auseinandersetzen.

In der Turnhalle (wegen des benötigten Platzes) war ein Parcours mit Trainingsmodulen aufgebaut. Auf

jedem Tisch lag ein gelber Stationszettel mit den Anweisungen für die Durchführung und, wenn nötig,

ein grüner Lösungszettel. Zu jeder Station gab es eine Betreuungsperson, die vorher in die einzelnen

Stationen eingeführt wurde. Die Mädchen wurden in kleinen Gruppen vor der Halle begrüßt und kurz über

den Inhalt informiert. Regeln bezüglich der Sicherheit wurden aufgestellt. Jedes Mädchen bekam einen

blauen Laufzettel, auf dem die Stationen vermerkt waren. Die Mädchen verteilten sich auf die Stationen

und wurden von den Betreuerinnen und Betreuern angeleitet und unterstützt, wo es nötig war.

20 Aufgaben, die unterschiedlichste Fähigkeiten

erforderten, standen zur Wahl. Bedingung war,

mindestens zehn Aufgaben zu lösen. Die Statio-

nen, die zu erreichenden Punkte und die erreichte

Punktzahl wurden auf dem Laufzettel eingetragen.

Am Ende wurde ausgerechnet, wie viel Prozent der

Gesamtpunktzahl erreicht wurden. Die Aufgaben

waren so gewählt, dass sie einen hohen Aufforde-

rungscharakter besaßen und an vielen Stationen

nicht sofort einen direkten – und damit eventuell

abschreckenden – Technikbezug erkennen ließen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Bei diesem Mädchen-Techniktag können Mädchen für sie Ungewohntes ausprobieren und erkennen,

dass Arbeit im technischen Bereich für beide Geschlechter gleichermaßen möglich und interessant ist.

Technische Aufgaben waren auf Mädchenthemen ausgerichtet. Dadurch und durch Auswahl von Werk-

zeugen und Maschinen, die Mädchenhänden gerecht werden, entsteht Spaß an der Technik.

Ausblick/Fazit

Der Tag hat gezeigt, dass Mädchen Interesse an Technik mitbringen, wenn ihnen die Möglichkeiten in

dem entsprechenden Rahmen gegeben werden: Personen, Materialien und Werkzeuge sowie Übungen

mit Aufforderungscharakter. Die Mädchen waren mit Begeisterung dabei, haben gute und sehr gute

Leistungen gezeigt, so dass sehr schnell klar war, dass die Weiterführung des Projekts im nächsten

Jahr und die Einbettung in den größeren Zusammenhang „Berufsorientierung“ zwingend gegeben sein

muss.

50

Schule

Overbergschule

Städtische Gemeinschaftshauptschule

Rhienscher Berg 12

58452 Witten

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Von der Maschinentechnik in die Metalltechnik“

Die Schülerinnen nehmen im Projekt „Von der Maschinentechnik in die Metalltechnik“ zunächst Einblick in die

Funktionsweise einer Ständerbohrmaschine, müssen dann Parallelen zu einem elektrischen Handrührgerät

finden und alles auf ein Hammerwerk, welches zum

Schmieden in früheren Zeiten eingesetzt wurde,

übertragen und dazu ein Modell bauen. Aus der

Verwendung des Hammerwerks ergibt sich das

Interesse an der Metallverarbeitung – hier Schmie-

den von Werkzeugen und der Exkurs in die heutige

Arbeitswelt der Stahlverarbeitung anhand einer

detaillierten Betriebsbesichtigung, verbunden mit

einer aktiven Arbeitsphase in der dortigen Lehr- bzw.

Ausbildungswerkstatt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Motivation entsteht aus der Vielseitigkeit des Projekts. Es sind Spielräume vorhanden, die eine schü-

lerinnenorientierte Gestaltung zulassen. Sehr wichtig ist, dass die Mädchen sich aktiv mit technischen

Zusammenhängen befassen müssen und damit auch den Verlauf bestimmen. Hauptziel des Projekts

war, das Interesse der Mädchen an technischen Sachverhalten zu wecken, soziale Schranken diesbe-

züglich abzubauen und Angst vor einer „Männerdomäne“ zu nehmen.

Ausblick/Fazit

Die Schülerinnen waren sehr begeistert und haben ihre neuen Erfahrungen in der Schule weitergetra-

gen. Daraus ergibt sich eine Wiederholung im kommenden Schuljahr mit einer weiteren Gruppe. Wider

Erwarten ist die Nachfrage so groß, dass überlegt werden muss, wie das Interesse bewahrt werden

kann, wenn nicht alle Schülerinnen unterkommen. Die Schülerinnen, die teilgenommen haben, wollen

noch mehr wissen, sodass ein zweites Projekt in der Fortsetzung läuft, in dem dann Berufsbilder detail-

liert aufgearbeitet werden. Vorstellbar ist auch, den Bereich der chemischen Industrie hinzuzufügen.

Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Heintzmann“ wird fortgesetzt, da von beiden Seiten und

auch vom AGV Metall großes Interesse besteht.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Werner-von-Siemens-Schule

Städtische Gemeinschaftshauptschule

Haydnstraße 3

44805 Bochum

51


„Elektrotechnik: Bau einer Lärmampel“

Die Unterrichtseinheit „Elektrotechnik: Sensorik und Umwandlung von Signalen mit dem Ziel, eine Lärm-

ampel zu bauen“ fand als zweistündiger Wahlpflichtkurs der Jahrgangsstufen 9 und 10 im zweiten

Halbjahr 2007/2008 statt. Es hatten sich 13 Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren gemeldet, vier

Mädchen kamen hinzu. Die Gruppe war extrem heterogen; es kam zu Konflikten zwischen den Jungen

und den Mädchen. Das hatte eine Teilung der Gruppe zur Folge: Die Jungen kamen weiter zu der im

Stundenplan angegebenen Zeit und die Mädchen an mehreren Freitagnachmittagen. Da von den Mäd-

chen mehr Ruhe gefordert wird, sollte als Unterrichtsergebnis eine Lärmampel gebaut werden, die für

die Schülerinnen und Schüler ein Mittel der Selbstregulierung sein soll. Die Ampel zeigt ab 60 Dezibel

das gelbe und bei Überschreitung von etwa 80 Dezibel die rote Lampe. Als Einstieg wurde am Tag gegen

den Lärm am 16.04.2008 die Ausstellung der DASA in Dortmund besucht. Die Jugendlichen machten

eine Führung, hörten Vorträge und machten Experimente im Schalllabor.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Mädchen sollten eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit Werkzeugen und Selbstbewusstsein

technischen Dingen gegenüber entwickeln. Der spezifisch weibliche Zugang zum technischen Material

ermöglicht den Abbau der Hemmungen und diffusen Ängste der Mädchen. Durch ihren Forscherdrang

sollen die Mädchen zu mehr Wissen und dadurch zu einer größeren Nähe und Sympathie für technische

Dinge gelangen, damit überholte genderbestimmte Bilder in ihren Köpfen abgebaut werden können. Sie

sollen in einem geschützten Bereich ohne die Konkurrenz der männlichen Mitschüler in freundlicher,

ungestörter Atmosphäre experimentieren können.

Ausblick/Fazit

Die forschend-entdeckende Herangehensweise an das Thema Elektronik wurde von den Mädchen gut an-

genommen. Sie erkannten die spezifische Ästhetik der Bauteile und funktionierten sie für andere Belange

um. Das erleichterte eine positive Einstellung zu dem spezifisch männlichen Bereich Elektronik und schloss

eine prinzipielle Ablehnung von vornherein aus. Dazu muss anerkennend gesagt werden, dass die vier

Mädchen eigentlich den Wahlpflichtkurs „Buchbinden“ gewählt hatten, der mangels Interesse aber nicht

zustande gekommen war, sodass sie nun in einen für sie völlig fremden und eigentlich ungewollten Bereich

einsteigen mussten. Die erforderlichen elektronischen Bauteile wurden in der Unterrichtszeit erkundet

und experimentell eingesetzt. Durch den späten Einstieg in das Projekt war das Ziel, eine Lärmampel zu

bauen, nicht mehr zu erreichen, wird aber im nächsten Halbjahr als Wahlpflichtkurs weitergeführt und

von den Mädchen zu Ende gebracht. Das Projekt war trotz des großen Zeitaufwands für alle sehr lohnend.

Zusammen mit den Mädchen wurde ein großer Er-

fahrungsschatz aufgebaut, der in den nächsten Se-

mestern weitergeben und ausbauen werden kann.

52

Schule

Ganztags-Hauptschule Remberg

Elbersstiege 10

58095 Hagen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Fit für die Bildungskarriere – die Realschule als Sprungbrett“

In dem Kooperationsprojekt „Fit für die Bildungskarriere – die Realschule als Sprungbrett“ der Gertrud-

Bäumer-Realschule und der Diesterweg-Grundschule führen die Schülerinnen und Schüler miteinander

naturwissenschaftliche und technische Experimente aus dem Alltag durch. In dem Projekt, das in Zu-

sammenarbeit mit der Universität Dortmund stattfindet, lernen die Realschülerinnen und Realschüler

neben der Aneignung und Vermittlung von rein fachlichen Aspekten vor allem den Umgang mit Rollen-

und Vorbildern: Studentinnen und Studenten werden zu Vorbildern für eine erfolgreiche Bildungskarriere

nach der Schule für die Realschülerinnen und Realschüler, während diese selbst zu Vorbildern für die

Grundschulkinder werden. Diese Aspekte, intensive Coachings sowie die betreuenden Lehrkräfte fördern

besonders bei den Schülerinnen das Selbstbewusstsein und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber

sich selbst und anderen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Da das gemeinsame Experimentieren mit den

Grundschulkindern durch eine hauptsächlich

phänomenologische Herangehensweise an Natur-

wissenschaften und Technik geprägt ist, bedeutet

dies einen komplett anderen Zugang als es die

Jugendlichen von ihrem Schulalltag gewöhnt sind.

Dies fördert das Interesse der Jugendlichen an

Naturwissenschaften und Technik allgemein so-

wie an einem naturwissenschaftlich-technischen

Bildungsweg. Dies gilt im Besonderen für die Mäd-

chen sowohl der Grund- als auch der Realschule.

Durch die Mentorentätigkeit der Jugendlichen fördert das Projekt wichtige soziale und kooperative Kom-

petenzen, die bei Mädchen bereits häufig gut ausgeprägt sind. In dem Projekt können Mädchen deshalb

stärker in Naturwissenschaften und Technik gefördert werden. Über die Zusammenarbeit mit den klei-

nen Kindern kann insbesondere bei den Realschülerinnen das Interesse an diesen vermeintlich „schwe-

ren“ Fächern ganz anders gefördert werden. Bei den männlichen Realschülern stand die Förderung der

Sozialkompetenz gegenüber dem Interesse an Naturwissenschaften und Technik im Vordergrund. Das

Projekt stellt deshalb für die Realschüler eine große Chance zur Persönlichkeitsentwicklung dar.

Ausblick/Fazit

Durch die Erfolge bei den Jugendlichen und Grundschulkindern wird das Projekt weitergeführt und in

der Realschule noch stärker mit den berufsvorbereitenden Aktivitäten vernetzt. Es wird für das ganze

Schuljahr ein WP2-Kurs für das Projekt eingerichtet. Im letzten Schuljahr war es eine AG für Freiwillige,

bei der sich dann die besten Schülerinnen und Schüler gemeldet haben. Das Projekt soll aber zu einer

langfristigen AG wie z.B. die Energie-Spar-AG für

alle Schülerinnen und Schüler werden. Außerdem

wird es eine stärkere Zusammenarbeit der Fach-

leute von Grundschule und Realschule geben,

um auch die Inhalte und Vorangehensweise des

Projekts im Unterricht der Grundschule zu ver-

ankern.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Gertrud-Bäumer-Realschule

Städtische Realschule für Jungen und Mädchen

Goethestraße 20

44147 Dortmund

53


„Mädchen für Technik begeistern

Das Projekt „Mädchen für Technik begeistern - Experimentelle Erkundung einfacher elektrischer Schal-

tungen und Bau eines elektrischen Quizspiels“ gliedert sich in zwei Teile: Zuerst wurde ein Technik-

schnuppertag für Mädchen der Jahrgangsstufe 6 durchgeführt. Daran schließt eine Unterrichtssequenz

an, die sich über ca. fünf Doppelstunden erstreckt. Diese soll ab dem kommenden Schuljahr in den

regulären Förderunterricht der Jahrgangsstufe 5 oder 6 integriert werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Mit dem Technikschnuppertag für Mädchen wurden die Schülerinnen der Jahrgansstufe 6 vor der Wahl

eines Faches aus dem Wahlpflichtbereich 1 in einem ersten Schritt angesprochen und auf das Fach

Technik aufmerksam gemacht. Dabei lag das Ziel darin, die sehr geringe Mädchenquote im Fach Tech-

Ausblick/Fazit

Die Resonanz der Mädchen auf den Schnupper-

tag war so groß, dass nicht alle Mädchen, die teil-

nehmen wollten, berücksichtigt werden konnten.

Der Tag selbst kann insofern als Erfolg verzeich-

net werden, als dass sich die Mädchenquote im

Technikkurs der kommenden Jahrgangsstufe 7

gegenüber den Vorjahren verdoppelt hat. Bei der

inhaltlichen Planung des Technikunterrichts sollte

dies miteinbezogen und die individuelle Förderung

der Mädchen berücksichtigt werden.

54

Schule

Heinrich-Pattberg-Realschule

Städtische Realschule Moers

Uerdinger Straße 74

47441 Moers

nik, die im Durchschnitt unter 15% liegt, bereits

zum nächsten Schuljahr zu erhöhen. Der zweite

Schritt soll langfristig in die Unterrichtsplanung

der unteren Jahrgangsstufen einfließen und da-

durch eine kontinuierliche Technikförderung bzw.

zunächst Technikmotivation bewirken. Ziel ist,

dass alle Mädchen und Jungen eines Jahrgangs

im Rahmen des Förderunterrichts die Unter-

richtssequenz durchlaufen, jedoch geschlech-

tergetrennt, um insbesondere auf die Mädchen

sensibler eingehen zu können.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Schnuppertag Technik

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 erproben ihre praktisch-technischen Fertigkeiten

durch einen Stationenlauf:

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

• Biegen einer Blume aus Draht

• Sägen eines Würfels aus einem Quadratstab

• Demontage von zwei Schrauben und Muttern

aus einer Doppel-T-Form

• Schätzen und Messen von Nagellängen

• Bau eines Turms mit Reißzwecken (Lötübung)

• Technisches Zeichnen

• Bohrübung an der Standbohrmaschine

• Belegen von Lüsterklemmen

• Verbindung von Stahl- und Bauwinkeln mit

Schrauben und Muttern

• Aufzeichnen von Tierfiguren auf Sperrholz und

Aussägen per Dekupiersäge

• Nachbau eines Körpers am PC

• Programmierung eines Lego-Roboters

• Aufbau eines Körpers nach technischer Zeich-

Mädchen sollen für technische Inhalte und somit für die technische Berufswelt begeistert werden. Ziel

dieses Schnuppertages ist es, durch Erfolgserlebnisse bei einfachen technischen Aufgaben Mädchen zu

motivieren bzw. ihnen Mut zu machen, die Wahl des Faches Technik als Leistungskurs in Erwägung zu

ziehen.

Ausblick/Fazit

Diese Maßnahme wird als fester Bestandteil in

das Schulprogramm aufgenommen. Die wesentli-

chen Gründe hierfür sind eine freudig-engagierte

Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler, positive

Rückmeldungen in persönlichen Gesprächen und

eine sehr hohe Anmeldezahl für den Leistungs-

kurs Technik in Klasse 7 im Schuljahr 2008/

2009. Von den 27 Anmeldungen waren zehn von

Mädchen, trotz der auf 18 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer begrenzten Kursgröße.

nung

Schule

Marienschule

Realschule für Jungen und Mädchen

Franziskanerstraße 1

59065 Hamm

55


„AGs rund um die Fahrradreparatur“

Das an der Realschule Heessen durchgeführte Projekt gliedert sich in zwei völlig unterschiedlich gestal-

tete AGs, die beide das Reparieren von Fahrrädern als gemeinsamen Aufhänger haben. Die Fahrrad-AG

kümmert sich nur um die Reparatur der oftmals defekten Fahrräder der gesamten Schülerschaft der

Realschule Heessen. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst mit Hilfe von Ruheständlern

die Werkzeuge kennen, die zwingend für die leichten Reparaturen von Fahrrädern notwendig sind. Im

nächsten Schritt reparieren sie dann in Eigenregie die ihnen zur Verfügung gestellten Fahrräder.

Die Video-AG kümmert sich ausschließlich um die Dokumentation der neu ins Leben gerufenen Fahr-

rad-AG. Ziel ist es, einen ca. sieben bis zehn Minuten dauernden Film über die Fahrrad-AG zu drehen.

Dabei erlernen die Schülerinnen und Schüler zunächst den richtigen Umgang mit der neuen Kamera und

dem Stativ. Auch der Umgang mit einem Bildbearbeitungsprogramm wird im Zuge der AG-Tätigkeiten

gewährleistet. Da es sich bei dem Film nicht um einen reinen Dokumentarfilm handeln soll, haben die

Mädchen und Jungen die Arbeit der Fahrrad-AG in eine Handlung eingebaut und somit vor den ersten

konkreten Dreharbeiten ein Storyboard erstellt. Die eigentlichen Dreharbeiten der einzelnen geplanten

Filmsequenzen nehmen dann den Großteil der AG-Arbeit ein.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Schülerinnen dringen durch ihre Mitarbeit an beiden AGs in noch bestehende Männerdomänen ein

und bekommen so einen Einblick in die Arbeitsweise eines Fahrradmechanikers oder Film- und Tontech-

nikers. Die Einarbeitung der Schülerinnen durch Fachleute in die jeweiligen hochtechnischen Aufgaben-

felder gewährleistet den Erwerb der einzelnen neuen Kompetenzen. Auch der hohe Grad der selbststän-

digen Arbeit fördert in erheblichem Maße das Technikverständnis der Schülerinnen.

Ausblick/Fazit

Die Arbeit der Schülerinnen in für Männer typischen Berufszweigen hat sich als völlig unproblematisch

herausgestellt. Sowohl im Arbeitsbereich der Video-AG als auch im Bereich der Fahrrad-AG waren an-

fängliche Schwierigkeiten beim Umgang mit Schraubenschlüssel und Objektiv schnell überwunden. Vor

diesem Hintergrund sollen auch im nächsten Schuljahr beide Angebote für Mädchen aufrechterhalten

werden. Allerdings wird die Video-AG nicht erneut eine Dokumentation der Fahrrad-AG produzieren,

sondern sich auf andere Aktivitäten der Realschule Heessen konzentrieren.

56

Schule

Realschule Heessen

Jahnstraße 23

59073 Hamm

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Planung und Fertigung von Schmuckstücken aus Metall“

Das Projekt „Planung und Fertigung von Schmuckstücken aus

Metall unter Berücksichtigung geometrischer Formen“ wird fächer-

übergreifend mit dem Fach Mathematik kombiniert, weil festgestellt

wurde, dass viele geometrische Formen wie z.B. Drei- und Vierecke

auch Unterrichtsinhalte in Klasse 7 und 8 sind.

Zu Beginn der Unterrichtsreihe ist es wichtig, dass die Schülerinnen

und Schüler verschiedene Metalle sowie deren Eigenschaften und

Bearbeitung kennenlernen. Die Werkzeuge und deren Umgang müs-

sen erlernt werden. In der Mathematik wird begleitend oder in einer

kurzen Wiederholung (falls dieselbe Lehrperson Technik und Mathe-

matik unterrichtet) der Unterrichtsinhalt „Konstruktion von Dreiecken

und Vierecken“ besprochen. Danach erfolgen Planung und Entwurf

der Schmuckstücke, die dann von den Schülerinnen und Schülern

hergestellt werden. In einer Präsentation werden die Schmuckstücke

nach Beendigung der Arbeit gezeigt und vorgestellt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Laut Richtlinien für den Technikunterricht soll das Thema „Metallbearbeitung“ besprochen werden. In

diesem Projekt wurde dieses Thema nicht wie gewöhnlich am Beispiel eines Hubschraubers besprochen,

sondern am Beispiel der Schmuckherstellung. Schmuck ist ein Accessoire, womit sich die Schülerinnen

kleiden. Somit kommt dieses Thema aus ihrer Alltagswelt und hat einen ästhetischen Aufforderungscha-

rakter. Sie identifizieren sich mit diesem Thema und sind dadurch motivierter, sich mit den Lerninhalten

des Technik- und des Mathematikunterrichts auseinanderzusetzen. Theoretische Inhalte des Mathema-

tikunterrichts werden für die Mädchen interessanter, da sie den Transfer der Dreiecks- und Vierecks-

konstruktionen zur praktischen Arbeit der Schmuckherstellung leisten können.

Ausblick/Fazit

Eine Durchführung der Unterrichtseinheit ist für das Schuljahr 2008/2009 geplant. Danach soll diese

fester Bestandteil des schulinternen Lehrplans werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Gustav-Heinemann-Realschule

Landgerichtsstraße 17

47051 Duisburg

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

57


„Wilhelminas Werkstatt“

Während einer viertägigen Projektwoche wurde im Projekt „Wilhelminas Werkstatt – Mädchen der Jahr-

gangsstufen 5 und 7 entdecken ihre handwerkliche Fähigkeiten zur Ausgestaltung des Klassenraumes“

eine Werkstatt eingerichtet. Hier bekamen Schülerinnen einer 5. und einer 7. Klasse die Gelegenheit,

handwerkliche Techniken und die Materialien Holz, Metall, Keramik und Farbe kennenzulernen und eigene

Erfahrungen im Umgang damit zu sammeln. Hergestellt wurden Dinge zur Dekoration der Klassenräume.

An den ersten beiden Tagen entdeckten die Schülerinnen Möglichkeiten des Werkstoffs Holz, indem sie ma-

gnetische Tafeln mit Rahmen sowie weitere kleine Laubsägearbeiten anfertigten. Die Schülerinnen erhielten

keine fertigen Vorlagen, sondern sollten eigene Vorstellungen umsetzen und Möglichkeiten erproben. Um

den Blick auf die Möglichkeiten und die Verarbeitung der Materialien Holz, Kunststoff und Metall sowie die

berufliche Orientierung zu erweitern, ergänzten ein Besuch und ein Vortrag beim Fachverband des Tischler-

handwerks die praktischen Arbeiten. Für die Schülerinnen der Klasse 5 bedeuteten die Inhalte des Projekts

die ersten bewussten Begegnungen im Bereich der „Männerberufe“, während ein größerer Teil der Schüle-

rinnen aus der Klasse 7 bereits beim Girls’ Day erste Erfahrungen mit eher Männern zugestandenen Berufen

sammeln konnte. Der dritte Tag stand im Zeichen des Malerhandwerks, neben technischen Kenntnissen zur

praktischen Umsetzung sollte auch hier ein Blick auf berufliche Perspektiven in gestaltungsorientierten Be-

rufen (Maler/innen und Lackierer/innen, aber auch Grafiker/innen und Inneneinrichter/innen) ermöglicht

werden. Am vierten Tag ging es um den Werkstoff Metall. Die Mädchen hatten die Gelegenheit, ihre Kraft an

dickerem Metalldraht zu messen und diesen zu Blumen zu biegen. Den Bedürfnissen der Schülerinnen nach

farbigen Details wurde nachgekommen, indem der Blumendraht zusätzlich durch Perlen geschmückt und die

Blumentöpfe mit farbigen Glassteinen und mitgebrachten Muscheln verziert wurden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Bewusst sollten hier nur Mädchen zusammenwirken, um jeden Vergleich mit Jungen auszuschließen. Im Fra-

gebogen bewerteten zahlreiche Mädchen es als positiv, dass die „unruhigen, lauten Jungs“ nicht in der Klasse

sein würden. Viele begrüßten es auch gleichzeitig, Schülerinnen aus einer anderen Klasse kennenzulernen.

Ausblick/Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, mit welch hoher Motivation und Ausdauer die Schülerinnen mitge-

macht und auch Frustrationsmomente überstanden haben. Die Mädchen empfanden das Bewusstsein

der eigenen handwerklichen Fähigkeiten und den Spaß an der Arbeit als positiv. Die gewählte Projektform

war günstig, da hier jede Bewertung der Produkte in Notenform wegfallen konnte. Die selbst erarbeite-

ten Laubsägearbeiten wiesen bei einigen Schüle-

rinnen einen beeindruckenden Schwierigkeitsgrad

auf. Sinnvoll erscheint uns, auch weiterhin Mög-

lichkeiten zu schaffen, die Schülerinnen solche

Erfahrungen erlauben.

58

Schule

Wilhelm-Röntgen-Realschule

Städtische Realschule für Jungen und Mädchen

Kreuzstraße 159

44137 Dortmund

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Die ‚Mädchen wählen Technik‘-AG“

In der Arbeitsgemeinschaft „Mädchen wählen Technik“ wird Schülerinnen des 6. Jahrgangs in ein bis

zwei wöchentlichen Stunden ein erster Einblick in die technisch basierte Welt geboten. Erste Fertig-

keiten mit Werkzeugen zur Holz- und Metallbearbeitung werden in Lehrgängen mit anschließenden

praktischen Projekten erlernt. Hier sind Kooperationen mit Frauen aus Handwerksberufen angestrebt.

Zudem bekommen die Schülerinnen einen Einblick in die Elektrotechnik. Erste Versuche und technische

Vorgehensweisen zum Erproben von Schaltungen werden mit einem Unterrichtsgang in das Umspann-

werk Recklinghausen gekoppelt. Dieser Unterrichtsblock wird ebenfalls durch praktische Projekte

(Alarmanlagenschaltung/Morsegerät) bereichert und getragen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Durch die Geschlechtshomogenität der Gruppe verlieren die Schülerinnen die Angst vor dem männer-

dominierten Technikbereich des Lebens und der Gesellschaft. Die Schülerinnen können sich fernab von

Vorurteilen und Anfeindungen individuell entwickeln, das Fach Technik kennenlernen und ohne Angst,

etwas falsch zu machen, lernen, mit Werkzeugen und Materialien umzugehen.

Ziel des Projekts:

• Abbau von Ängsten und Vorurteilen

• höherer Anteil von Schülerinnen im vierten Hauptfach Technik ab Klasse 7

• Erweiterung des möglichen Berufsspektrums für Frauen

• Aufklärung der Schülerinnen über Möglichkeiten von Frauen in technischen Berufen

• Mädchenförderung bzgl. Naturwissenschaften/Technik/Berufswahl

Ausblick/Fazit

Für das Schuljahr 2008/2009 ist die phasenweise Unterrichtung des Faches Physik im 7. Jahrgang

in geschlechtshomogenen Lerngruppen in Planung. Dafür werden von je zwei Klassen alle Schülerinnen

gemeinsam von einer Physiklehrerin und alle Schüler von einem Physiklehrer unterrichtet.

Die AG soll als Technikeinführung verpflichtend für alle Schülerinnen des 6. Jahrgangs sein. Dafür wer-

den alle Schülerinnen aus den Klassen in möglichst kleinen Gruppen bis maximal 16 Teilnehmerinnen

phasenweise im Schuljahr das Fach Technik erproben können.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Willy-Brandt-Schule

Städtische Realschule

Ernst-Reuter-Platz 10-20

45699 Herten

59


„Cola und Co. – Chemie-AG für Mädchen“

Für das Projekt „Cola und Co. – Chemie-AG für

Mädchen“ wurde eine Chemie-AG ins Leben ge-

rufen und durchgeführt. Wir haben uns für das

Themengebiet „Cola“ entschieden, weil wir den

Schülerinnen einen Aufhänger aus ihrer Lebenswelt

bieten wollten, um sie zur freiwilligen Teilnahme zu

motivieren. Nachdem die erste Stunde Chemie-AG

mit bereits zehn Schülerinnen stattgefunden hatte,

kamen weitere Interessentinnen durch Mundpropa-

ganda hinzu. Aus organisatorischen Gründen wur-

de die Teilnehmerinnenzahl dann auf 16 begrenzt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Berührungsängste von Mädchen mit dem Fach Chemie waren bekannt. Durch Auswahl eines gen-

dergerechten Themas sollten die Mädchen gezielt angesprochen und für das Fach interessiert werden.

Mit der AG sollten die Mädchen in einer geschlechtshomogenen Gruppe ihre Ängste und Vorurteile

hinsichtlich des Fachs Chemie abbauen und im geschützten Raum Spaß und Selbstbewusstsein am

Hinterfragen, Untersuchen und Verstehen bekommen. Durch das Tragen der notwendigen Schutzklei-

dung (Kittel, Schutzbrille) fanden die Schülerinnen zusätzlich immer stärker Gefallen an der Rolle der

Wissenschaftlerin.

Ausblick/Fazit

Die AG hat dazu beigetragen, das Selbstbewusstsein der Schülerinnen hinsichtlich ihrer naturwissen-

schaftlichen Fähigkeiten und des entdeckenden Lernens zu unterstützen. Die Hemmungen hinsichtlich

des naturwissenschaftlichen Experimentierens wurden im Laufe der AG sichtlich geringer und der Mut,

Hypothesen aufzustellen und zu äußern, wuchs.

Die Schülerinnen baten um Fortführung der Chemie-AG, obwohl es sich dabei um eine zusätzliche schu-

lische Veranstaltung im Nachmittagsbereich handelt. In Hinblick auf den Chemieunterricht haben die

Schülerinnen bereits Grundkenntnisse erlangt und werden dadurch einen leichteren Einstieg in das Fach

Chemie haben.

60

Schule

Anne Frank Schule Rheinkamp

Städtische Gesamtschule Moers

Kopernikusstraße 9

47445 Moers

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Baumwolltaschen bedrucken – Stempelherstellung über CAD und CNC“

Die gegründete Schulfirma aus den Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe stellt im Fach

Arbeitslehre/Technik über CAD und CNC Druckstempel her, mit denen Baumwolltaschen für einen

bestimmen Anlass (Weihnachten, Schulfest, Einschulung etc.) bedruckt und anschließend vertrieben

werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Durch den hohen Anteil an Gestaltung und Kreativität in Verbindung mit technischen Prozessen werden

besonders Schülerinnen Anreize geboten, ihre Interessen einzubringen und ihre Fähigkeiten auf techni-

schen Gebieten zu entwickeln.

Um das Berufswahlspektrum für Schülerinnen zu erweitern und Alternativen zu „Frauenberufen“ (wie Fri-

seurin, Kosmetikerin etc.) aufzuzeigen, sollen Berufe beleuchtet werden, die technisch orientiert sind.

Um das festgefahrene Rollenklischee bei Mädchen und Jungen aufzubrechen, werden zunächst die

Mädchen der Lerngruppe in das CAD-Programm eingeführt. Sie werden anschließend als Expertinnen

den Jungen selbstständig dieses Programm erklären. Ebenso soll die Partnerarbeit von Jungen und

Mädchen Rollenklischees aufdecken.

Ausblick/Fazit

Um die Technikkompetenz von Mädchen weiter zu fördern und sie in ihrer Geschlechtsrolle zu stärken,

könnte dieses Projekt auch fächerübergreifend arbeiten. Aspekte der Mädchenförderung können in den

Fächern Berufswahlorientierung, Lebensplanung und Gesellschaftslehre weiter beleuchtet und vertieft

werden.

Das vorliegende Konzept zur Mädchen- und Technikförderung muss sich im 1. Halbjahr 2008/2009 in

der Praxis bewähren und wird bei bzw. nach seiner Anwendung sicher verbessert und modifiziert.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Anne-Frank-Gesamtschule

Städtische Gesamtschule

Burgholzstraße 120

44145 Dortmund

61


„Rund um den Zucker“

Der vollständige Titel des Projektes lautet „Von der industriellen Zuckergewinnung aus Zuckerrüben zur

Gewinnung von Zucker mit haushaltsüblichen und/oder laborüblichen Methoden aus Äpfeln“. Ausge-

hend von einer graphischen Darstellung der industriellen Herstellung von Zucker sollen die Schülerinnen

und Schüler einer 9. Klasse eine labortechnische Versuchsanordnung zur Gewinnung von Zucker aus

Äpfeln herleiten. Die Unterrichtsreihe wird im Regelunterricht eines Chemie-E-Kurses in ausgelosten

geschlechtsheterogenen Gruppen durchgeführt.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Unterrichtseinheit soll beiden Geschlechtern gerecht werden. Der Umgang mit dem Bunsenbrenner

ist zwar den meisten Mädchen bekannt, aber häufig haben sie Angst beim Anzünden der Brenner und

sie haben in der Großgruppe dafür sorgen können, dass sie es nicht machen müssen. In der Partner-

arbeit wird jede den Brenner wenigstens zweimal selbst anmachen müssen. Der Umgang mit einer

Gasflasche unter Anleitung ist ebenfalls neu und soll jeweils von einem Mädchen der 4-er Arbeitsgruppe

durchgeführt werden. Die Schülerinnen sollen entdecken, dass Chemie sehr viel mit Techniken, die auch

in jedem Haushalt stattfinden, arbeitet. Sie sollen ebenso entdecken, dass Lebensmittelverarbeitung

häufig chemische Prozesse beinhaltet, somit Chemie etwas Nützliches und für den Alltag Selbstver-

ständliches ist. Damit kann insbesondere bei Mädchen ein Interesse für das naturwissenschaftliche Fach

verstärkt werden.

Ausblick/Fazit

Die Unterrichtsreihe wird im Schuljahr 2008/2009 durchgeführt werden.

62

Schule

Erich-Fried Gesamtschule

Grabenstraße 14

44625 Herne

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Engineering“

Engineering ist ein neues Wahlfach, das Schülerinnen und Schülern zusammen die Möglichkeit eröffnet,

Grundkenntnisse in Ingenieurwissenschaften zu erlangen und dabei intensiv Englisch als Sprache der

Wissenschaft zu erlernen. Die Gruppengröße ist auf 20 Personen (zehn Schülerinnen und zehn Schüler)

beschränkt. In den ersten Lernjahren werden grundlegende Fertigkeiten wie Teamarbeit, Gruppenbildun-

gen, Durchführung eigener kleiner Projekte, Präsentation der Ergebnisse etc. vermittelt; später werden

spezielle Arbeitstechniken ausgewählter Ingenieurwissenschaften erarbeitet.

Anders als andere Wahlpflichtfächer wird Engineering schon ab der Klasse 5 mit vier Wochenstunden

erteilt. Ab Klasse 6 wird Engineering mit vier bis fünf Wochenstunden unterrichtet. Der Unterricht in

anderen WP-Fächern wird nur zwei- bis vierstündig erteilt.

„Learning by doing“: Die praktische Erarbeitung

technischer und naturwissenschaftlicher Sach-

verhalte steht im Vordergrund. Englischsprachige

Phasen sind von Anfang an Teil des Unterrichts.

Ab der Klasse 7 wird der Unterricht auf Englisch

durchgeführt, denn gute Englischkenntnisse sind

in technischen Berufen und in der Wissenschaft

in der Regel eine Notwendigkeit.

Wenige überschaubare Projekte, z.B. Entwicklung und Bau eines Windrads, werden in einem Halbjahr

fast ausschließlich in Kleingruppen (zwei – vier Schülerinnen und Schüler) in wechselnder geschlechtli-

cher Zusammensetzung durchgeführt. Die Phasen Erarbeitung von Grundkenntnissen, Planung, Bau,

Testlauf und ggf. Verbesserung sind feste Bestandteile eines solchen Projekts.

Ausblick/Fazit

Das Projekt hat mittlerweile den Abschluss der Klasse 6 erreicht. Die Nachfrage nach diesem Fach in

der Stadt Hamm ist stark angestiegen und die gelungene Förderung von Mädchen und guten Schüle-

rinnen und Schülern zeigt sich in ihrer Begeisterung am Unterricht. Die Vernetzung mit Industrie und

Handwerk zeigt erste Erfolge. Ein neues Hauptfach ist fester Bestandteil der Friedensschule geworden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Friedensschule

Gesamtschule der Stadt Hamm

Marker Allee 20

59063 Hamm

63


„Mädchen in technischen Berufen – wir lernen neue Berufsfelder kennen“

Im Rahmen der Mädchen-AG im Jahrgang 7 werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Betrieben

und Werkstätten Praktika und Besichtigungen in unterschiedlichen Berufsfeldern durchgeführt. Ziel ist

die Durchbrechung typisch männlicher bzw. weiblicher Berufsbarrieren. Mädchen sollen einen vertie-

fenden Einblick in typisch männliche Berufsfelder (z.B. im technischen Bereich) bekommen, Jungen in

typisch weibliche (z.B. Sozialwesen). Nach Beendigung der Praktika und Betriebsbesichtigungen soll eine

Interviewphase der Jugendlichen in verschiedenen Betrieben mit den dort Beschäftigten durchgeführt

werden. Das Projekt wird durch eine ausführliche Dokumentation und Präsentation in der Schule be-

endet. Mögliche Praktika der Mädchen sind in technischen Berufen vorgesehen, bei den Jungen sind

mögliche Praktika in sozialen Berufen geplant.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Geschlechtertrennung ist eine Neuerung für die Gesamtschule Berger Feld. Geschlechtergetrennte

Gruppen sind ansonsten nicht üblich. Die Kinder sollen in einer homogenen Lern- und Arbeitsgruppe

diverse Berufsfelder kennenlernen sowie selbstständig Fragebögen erstellen und eigenständig Interviews

in allen Ebenen eines Betriebs durchführen, wobei sie die hierarchische Strukturen bewusst durchlaufen.

Parallel dazu erlernen die Mädchen technische Fertigkeiten.

Ausblick/Fazit

Die Vorbereitung der Lehrpersonen geschieht in einem Zeitrahmen von Februar bis August 2008. Die

Vorbereitung und Durchführung des Projekts durch die Schülerinnen und Schüler beginnt ab August

2008 bis Januar 2009. Eine Nachbereitung und Auswertung wird für Ende des Schulhalbjahres 2008/

2009 vorgesehen. Danach ist eine eventuelle Ausweitung auf das 2. Schulhalbjahr vorgesehen.

64

Schule

Gesamtschule Berger Feld

Adenauerallee 110

45891 Gelsenkirchen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Kreatives Werken“

Im Projekt “Kreatives Werken“ konnten Schülerinnen Werkstücke eigenständig entwickeln und mit Hilfe

der technischen Möglichkeiten umsetzen. Bei der Umsetzung ihrer Ideen hatten die Mädchen weitestge-

hend freie Hand. Als Werkstoffe standen Holz, Metall, Kunststoff, Gips und Ton zur Verfügung. Es durf-

ten alle Werkzeuge und Maschinen (Dekupiersäge, Standbohrmaschine, Deltaschleifer, Akkuschrauber

etc.) aus dem Technikbereich genutzt werden.

Die verschiedenen Werkstoffe sowie die Möglich-

keiten der Bearbeitungen wurden zu Beginn des

Projekts von den beiden Fachlehrerinnen vorge-

stellt. Außerdem wurden Anregungen in Form von

bereits erstellten Werkstücken und entsprechen-

der Fachliteratur gegeben. Das Projekt wurde im

Rahmen einer AG mit dem Titel “Künstlerisches

Werken“ angeboten und fand alle zwei Wochen

zweistündig statt. Es nahmen 27 Mädchen aus

dem 7. und 8. Jahrgang sowie die beiden Projekt-

leiterinnen teil.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Nach umfassender Vorüberlegung fiel die Entscheidung gegen eine koedukative Unterrichtseinheit sowie

gegen eine bestimmte Vorgabe des Werkstücks bzw. Endprodukts. Zu diesen Vorüberlegungen gehör-

ten zum einen, dass die meisten Schülerinnen bereits im regulären AL-Unterricht in koedukativen Grup-

pen unterrichtet werden. In diesen Lerngruppen wurde die Beobachtung gemacht, dass die Schülerinnen

Ausblick/Fazit

Die Schülerinnen haben das Angebot sehr gut

angenommen und konnten ihre Ideen mit Hilfe

der technischen Möglichkeiten umsetzen. Im

nächsten Schuljahr wird dieses AG-Angebot wie-

derholt. Die Kursstärke war etwas zu groß und

sollte deshalb verringert werden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

oft Hilfe von ihren Mitschülern bekamen, teilweise

gewollt, teilweise aber auch ungewollt. Dies

betraf hauptsächlich den Umgang mit Maschi-

nen. Ziel des Projekts sollte aber sein, dass die

Schülerinnen gerade im Umgang mit Maschinen

und Werkzeugen Selbstvertrauen bzw. Selbstbe-

wusstsein entwickeln können. Zum anderen wird

im regulären AL-Unterricht oftmals das Werk-

stück aufgrund der thematischen Unterrichtsein-

heit vorgeschrieben. Diese Vorgabe spricht leider

meist mehr Schüler als Schülerinnen an.

Schule

Rosa-Parks-Schule

Gesamtschule der Stadt Herten

Fritz-Erler-Straße 2-4

45701 Herten

65


„Mädchen- und Jungen-Projekttage der Jahrgangsstufe 8“

An dem Projekt „Mädchen- und Jungen-Projekttage der Jahrgangsstufe 8“ nahmen alle Schüler und

Schülerinnen des 8. Jahrgangs teil. Die Dauer des Projekts betrug drei Tage. Die Schülerinnen und

Schüler sollten nach Geschlechtern getrennt Einblicke in Berufe und Tätigkeiten gewinnen, die für das

jeweilige Geschlecht untypisch sind: Die Mädchen testeten in der Probierwerkstatt Datteln ihre hand-

werkliche Geschicklichkeit und besuchten einen technischen Betrieb in Herten. Die Jungen besuchten

für einen Praktikumstag eine soziale Einrichtung in Herten und absolvierten einen Haushaltsparcours.

Außerdem sollten bei den Mädchen die sozialen Kompetenzen durch ein Selbstbehauptungstraining, bei

den Jungen durch Abenteuersport trainiert werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Schülerinnen konnten während dieser Projekttage Einblicke in für sie eher untypische Berufe und

Tätigkeiten gewinnen. Dazu hatten sie während der drei Projekttage u.a. Schnupperstunden in einem

frei wählbaren technischen Betrieb sowie einen Projekttag in der Probierwerkstatt Datteln, wo sie sich

alternativ in den Bereichen Holz, Metall und Internetrecherche fortbilden konnten. In das Projekt wurde

die Einheit „Selbstbehauptung“ aufgenommen, da für viele Mädchen Selbstschutz (z.B. vor sexuellen

Übergriffen), Neinsagen, sich zu wehren und durchzusetzen keine Selbstverständlichkeiten sind. Die

Stärkung ihres Selbstbewusstseins und ihrer Persönlichkeit ist deshalb besonders wichtig. Ein sicheres

Auftreten ist notwendig für die Prävention von Gewalt und der Eröffnung von Berufsperspektiven (z.B.

bei Vorstellungsgesprächen mit Arbeitgebern). Das Selbstbehauptungstraining wurde in Kooperation mit

dem Kampfsportverein „Hertener Panther“ durchgeführt.

66

Schule

Rosa-Parks-Schule

Gesamtschule der Stadt Herten

Fritz-Erler-Str. 2-4

45701 Herten

Ausblick/Fazit

Dieses Projekt findet schon viele Jahre in ab-

gewandelter Form an unserer Schule in der

Jahrgangsstufe 8 statt, zum ersten Mal in der

beschriebenen Form. In Absprache mit der Stu-

fenleitung wird zu einem späteren Zeitpunkt über

gleiche oder eventuell wieder abgewandelte Ange-

bote entschieden.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„An die Feile, fertig, los!“

Die Gesamtschule Ruhrort befindet sich in einer Schulpartnerschaft mit dem Konzern ArcelorMittal Steel

AG. Beide Partnerinnen haben sich zum Ziel gesetzt, in dem einwöchigen praxisorientierten Projekt „An

die Feile, fertig, los!“ besonders Mädchen an Metall verarbeitende Berufe heranzuführen. Dieses Ange-

bot richtet sich an Schülerinnen (und Schüler) des Jahrgangs 10, die mindestens die Fachoberschul-

reife anstreben. Die Fachoberschulreife wurde vorausgesetzt, da die Schülerinnen und Schüler diesen

Bildungsstand benötigen, um die Ausbildungsgänge bei ArcelorMittal Steel AG bestehen zu können.

ArcelorMittal Steel AG kooperiert bei diesem Projekt auch in der Hoffnung, zukünftige Auszubildende zu

finden.

Aus organisatorischen Gründen (z.B. Kapazitäten für weibliche Arbeitnehmer in der Ausbildungswerk-

statt) wurden auch männliche Schüler einbezogen. Die Schülerinnen und Schüler werden zu Beginn des

Schuljahres 2008/2009 für eine Woche vom Regelunterricht befreit, um in dieser Zeit in den Ausbil-

dungswerkstätten der Firma ArcelorMittal Steel AG verschiedene Werkstücke herzustellen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Auswahl der Werkstücke ist besonders auf die Interessen von Mädchen ausgerichtet. Die Motivation

der Mädchen, sich mit technischen bzw. Metall verarbeitenden Berufen auseinanderzusetzen, soll so

gesteigert werden. Auch die Bandbreite des Faches Technik sowie die Vielfältigkeit des Materials und

der Arbeitsvorgänge (z.B. feilen, fräsen etc.) wird veranschaulicht. Ebenso erhalten die Schülerinnen und

Schüler Einblick in die Arbeitswelt, da sie komplette Arbeitstage absolvieren.

Im Vorlauf zur Durchführung des Projekts wurde im laufenden Schuljahr das Bildungszentrum RAG in

Datteln von einer Schülerinnengruppe besucht. In den dort vorhandenen Werkstätten fertigten die Mäd-

chen nach Anweisung durch eine Handwerkerin ein Werkstück aus Metall. In diesem geschützten Raum

sollten vorhandene Hemmungen abgelegt und Selbstbewusstsein entwickelt werden. In einem sonst oft

von Männern dominierten Berufsfeld konnten die Mädchen hier frei an einem eigenen Arbeitsplatz arbei-

ten und ein Werkstück fertigen, das ihren Interessen entspricht. Dies wiederum fördert das Interesse

der Mädchen und soll sie motivieren, sich für das Projekt zu melden.

Ausblick/Fazit

Das Projekt wird zu Beginn des Schuljahrs 2008/2009 durchgeführt.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Gesamtschule Ruhrort

Schule der Sekundarstufen I und II

Karlstr. 25

47119 Duisburg

67


„LED-Power. Der einfache Stromkreis am Beispiel einer LED-Lampe“

Die Motivation der Schule zur Teilnahme an der Durchführung des Projekts „LED-Power. Der einfache

Stromkreis am Beispiel einer LED-Lampe“ begründet sich in der Feststellung, dass trotz des schulischen

Angebots von Technikfachunterricht das Interesse der Mädchen an Technik mit zunehmendem Alter

immer weiter abnimmt.

Die Unterrichtseinheit wird möglichst praxisnah und spielerisch durchgeführt. Vertraute Elektrogeräte

sollen von den Mädchen untersucht, auseinandergebaut und auf ihre Wirkungsweise hin überprüft

werden. Experimente zum Herstellen eines einfachen Stromkreises mit unterschiedlichen Materialien,

Leitern und Nichtleitern schließen sich an. Ge-

schicklichkeitsspiele mit unterschiedlichen Auf-

gaben (www.berufsparcours.de) sollen für Spaß

am Entdecken der Welt der Technik sorgen. Die

anschließende Bauphase wird durch Modelle und

Zeichnungen altersgemäß unterstützt, Messun-

gen der Widerstände und LEDs zeigen anschau-

lich die unterschiedlichen elektrischen Spannun-

gen. Ein Simultanbau der LED-Lampe am PC mit

dem Programm „Crocodile-Clips“ unterstützt das

Verständnis und vermeidet Fehler beim Bau der

Lampe.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Projekt wird in einer homogenen Lerngruppe, sprich einer reinen Mädchengruppe, im 5. Jahrgang

durchgeführt, um der ständigen Konkurrenz mit den Jungen auszuweichen. Der spielerisch gestaltete Un-

terricht soll Freude an Technik wecken und vermitteln sowie helfen, das Zielprodukt kreativer zu gestalten.

Ausblick/Fazit

Für die Mädchen war es etwas Besonderes, ohne die Jungen experimentieren zu dürfen und zu lernen.

Die ungewöhnlich günstige Materialausstattung in der Lerngruppe schloss sonst oft störende Warte-

zeiten aus, und so war der Lerneffekt weit größer. Nach jeder Stunde waren die Schülerinnen auf die

kommende gespannt und wünschten eine Verlängerung des Projekts.

Mädchenförderung soll in Zukunft in allen Technikgruppen eine größere Rolle spielen. Zusätzlich ist eine

Technik-AG nur für Mädchen in Planung.

Im berufswahlorientierten Unterricht im 9. Jahrgang soll versucht werden, Mädchen für technische Be-

rufe zu sensibilisieren. Hier kommt ein Berufsparcours zum Einsatz, der auf Anregung einer Fortbildung

im Rahmen von „Mädchen wählen Technik“ entwickelt wurde.

68

Schule

Heinrich-Böll-Gesamtschule

im Schulzentrum Lütgendortmund

Volksgartenstraße 19

44388 Dortmund

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Lebensplanung im 8. Jahrgang“

Das Projekt „Lebensplanung im 8. Jahrgang“ ist in den großen Rahmen der Lebensorientierung und

-planung der Janusz-Korczak-Gesamtschule eingebunden und soll verdeutlichen, dass Berufliches und

allgemein Menschliches nicht unabhängig voneinander existierende Bereiche sind. Das Projekt soll das

Rollenverständnis beider Geschlechter verdeutlichen, in Frage stellen und gegebenenfalls korrigieren.

Gleichzeitig wird das Verständnis für die Rolle des jeweils anderen Geschlechts geweckt.

Im Projekt reflektieren die Schülerinnen und Schüler über eigene Wünsche, Interessen und Fähigkeiten. Dabei

beschäftigen sich die Jungen und Mädchen in getrennten Gruppen mit persönlichen Perspektiven bezüglich

ihrer Lebensorientierung und beruflicher Erwartung. Gleichzeitig soll diese Perspektive durch die Erweiterung

des Erfahrungsraumes hinsichtlich jungen- und mädchenuntypischer Beschäftigungen vergrößert werden.

Jungen werden im sozialen, die Mädchen im technischen Bereich praktische Erfahrungen sammeln.

Charakteristisch für dieses Projekt ist, dass außerschulische Praxiserfahrung und Arbeit in Gruppen im

schulischen Rahmen abwechseln. Je nachdem, wo diese Phasen aus organisatorischen Gründen ange-

siedelt sind, müssen die vorgeschlagenen Bausteine entsprechend eingesetzt werden. Dabei wird mit

der Agentur für Arbeit zusammengearbeitet. Einrichtungen im sozialen Bereich werden eingebunden,

um den Jungen eine Praxiserfahrung zu ermöglichen, Bildungsträger und technische Betriebe stellen

Arbeitsplätze für Mädchen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Durch die Beschäftigung mit dem Rollenverständnis und der Auseinandersetzung mit beruflichen Über-

legungen und deren Vereinbarkeit mit persönlichen Lebensentwürfen soll die Sensibilität der Mädchen

hinsichtlich geschlechtsbezogener Zuschreibungen geweckt werden. Durch die praktische Arbeit im

Betrieb, wo sie auch Frauen bei der Arbeit beobachten können, werden die Augen für diesen Bereich

geöffnet. Entsprechend werden diese Bemühungen im Technikunterricht (WPI-Bereich) wieder aufgegrif-

fen. Vor allem soll das Selbstvertrauen gefördert werden.

Ausblick/Fazit

Dieses Projekt ist fest im Schulprogramm verankert und wird jedes Jahr im 8. Jahrgang durchgeführt.

Innerhalb des Kollegiums erfährt es eine große Akzeptanz. Schülerinnen und Schüler lassen sich bereitwil-

lig auf die neuen Erfahrungen ein. Erste Auswirkungen des Projekts zeigen sich in der Wahl bezüglich der

Praktikumsstellen. Klar ist, dass die Ansätze für die Mädchen-Technik-Förderung im Technikunterricht

weitergeführt werden müssen. Die Nachhaltigkeit des gesamten Projekts muss durch die Fachbereiche

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

sichergestellt werden. Notwendig sind auch Kon-

zepte für eine entsprechende Elternarbeit, ohne

die solche Bemühungen im Sande verlaufen.

Schule

Janusz-Korczak-Gesamtschule

Städtische Schule der Sekundarstufe I und II

Horster Straße 114

46236 Bottrop

69


„Roberta – können Roboter tanzen?“

Mit Hilfe von LEGO-Robotern (NXT) soll bei Schülerinnen zunächst an sogenannten Schnuppertagen spie-

lerisch Neugier auf Technik und Interesse für technische Anwendungen geweckt werden. Im Rahmen

der AG „Roberta – Kreativität und Robotertechnik“ werden ab dem Schuljahr 2008/2009 interessierte

Mädchen des 6./7. Jahrgangs dann selbst kreativ in die Entwicklung eigener Roboter und deren Pro-

grammierung einsteigen.

Durch den Wegfall des bisherigen Faches WPII in den Jahrgängen 9 und 10 sollen im Rahmen des

Ergänzungsstunden-Konzepts auch Schülerinnen dieser Altersgruppe an die Roboter und an Technik im

Allgemeinen herangeführt werden. Ziel soll es hierbei auch sein, geeignete Kursleiterinnen für den 6.

Jahrgang zu finden.

In diesem Zusammenhang werden in Zusammen-

arbeit mit der Hochschule Bochum Schulungen

für die Roberta-Kursleitung angeboten, um weite-

re Schülerinnen und Schüler, aber auch interes-

sierte Kollegen und Kolleginnen für die nachhalti-

ge Umsetzung dieses Konzepts zu gewinnen.

Langfristig soll das Roberta-Konzept als fester

Bestandteil des Informatik-Unterrichtes spiele-

risch und anschaulich technische Sachverhalte

verstehen helfen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Aufbauend auf den Erfahrungen mit geschlechtergetrenntem Informatik-Unterricht in der Sek I wird die

AG „Roberta – können Roboter tanzen?“ nur für Mädchen angeboten. Dies ermöglicht den teilnehmen-

den Mädchen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und

sich mit technischen Sachverhalten auseinanderzusetzen.

Die Arbeit in Kleingruppen von zwei bis vier Schülerinnen und die an die Erlebniswelt der Mädchen angepass-

ten Aufgabenstellungen ermöglichen sowohl eine individuelle Förderung als auch die Entfaltung der eigenen

Kreativität und erhöhen die Motivation der Schülerinnen, sich technischen Anforderungen zu stellen.

Ausblick/Fazit

Nach anfänglicher Scheu und Skepsis entwickelten die Mädchen während der Schnupperkurse sehr

schnell Interesse für weiterführende Aufgabenstellungen, probierten und experimentierten selbststän-

dig sowohl an der konstruktiven Erweiterung ihrer Roboter-Modelle als auch an der Programmierung

dieser.

70

Schule

Mont-Cenis-Gesamtschule

Städtische Gesamtschule

Mont-Cenis-Straße 180

44627 Herne

Die hohe Motivation der Mädchen lässt sich u.a.

auf den schnellen Erfolg bei der Konstruktion,

aber auch bei der Programmierung zurückführen.

Der Erfolg wird nicht an der Reaktion einer Lehre-

rin oder eines Lehrers gemessen, sondern an der

Beherrschung der Technik selbst: Der Roboter

tut, was ich ihm sage.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Mädchen – Projekte – Technik. Digitale Unterrichtsdokumentation“

Das Projekt wurde im Rahmen des WP1-Unterrichts im Bereich Arbeitslehre im 6. Jahrgang durchge-

führt. Über die inhaltliche Fokussierung auf Ausbildungschancen und technische Förderung sollten die

Schülerinnen für den Zusammenhang von Technik und Mädchen sensibilisiert werden und im Compu-

terbereich interessiert und qualifiziert werden. Die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten können als

Basiskompetenzen bei weiteren Projekten wie zum Beispiel Klassen- oder Festzeitungen im Rahmen

schulischer Arbeit genutzt werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Bei der Berufswahl der Mädchen ist eine Zurückhaltung im Bereich der technischen Berufsfelder fest-

stellbar. Somit sollte im schulischen Bereich im Fach Technik angesetzt werden, damit Schülerinnen

sich mit technischen Aufgabenfeldern und Tätigkeiten auseinandersetzen. Für die jüngeren Schülerinnen,

die noch nicht unmittelbar vor der Berufswahlentscheidung stehen, ist es wichtig zu erkennen und zu

erfahren, welche Technikerfahrungen auch Mädchen an der Schule machen. Das „Hineinschauen“ mit

der digitalen Kamera in andere Gruppen sollte nicht nur das Interesse an den Arbeitsprodukten anderer,

oft älterer Schülerinnen wecken, sondern auch den Perspektivenwechsel von der handelnden Schülerin

zur beobachtenden Fotografin und beschreibenden Redakteurin ermöglichen. Ziel des Projekts war es,

diese vielfältigen und vielschichtigen Erfahrungen in die Erstellung und Gestaltung einer Technikzeitung

einmünden zu lassen.

Ausblick/Fazit

Das projektartige Vorgehen ermöglichte den Schülerinnen über einen längeren Zeitraum engagiert zu

bleiben, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Die Herausnahme des Projekts aus dem engeren

Arbeitslehreunterricht einer Jahrgangsstufe in den OA-Bereich ermöglichte zusätzlich eine Zusammen-

arbeit von älteren und jüngeren Schülerinnen und schuf neue Gruppenstrukturen und vielfältige Kom-

munikations- und Interaktionsmöglichkeiten. Die Vielzahl der von Schülerinnen entwickelten Ideen, die in

diesem Rahmen noch nicht berücksichtigt wurden, zeigte das kreative Potenzial der Schülerinnen und

Möglichkeiten zur nachhaltigen Fortführung des Projekts. So gab es Kreuzworträtsel und Knobelaufga-

ben, Erkennungsrätsel und eine Befragung von Schülerinnen bzw. Schülern und Eltern zur Berufswahl

und deren Auswertung in Form von Tabellen. Die Einbeziehung der Software „Mind Manager Smart“

ermöglichte den Schülerinnen, immer den Überblick über das Projekt zu behalten und Änderungen ein-

zuarbeiten. Das aus dem bisherigen Unterricht bekannte Mindmap-Verfahren fand hiermit seine digitale

Fortführung und Vertiefung und zeigte den Schülerinnen weitere Vorzüge eines computergestützten Un-

terrichts. Die Schülerinnen konnten über den engen schulischen Bereich hinaus mit der kostengünstigen

Drucksoftware „Drucken Total“ auch in häuslicher Umgebung weitere Lernerfahrungen machen und sich

weiterqualifizieren. Eine Verbindung von Schule und Elternhaus war damit gegeben und eine motivierende

Hausarbeit möglich.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Willy-Brandt-Gesamtschule

Willy-Brandt-Allee 1

45570 Marl

71


„Talente entdecken – Interessen wecken: eine Berufsrallye“

Ziel des Projekts war es, das schulische Konzept zur Berufsorientierung um einen weiteren praxisorien-

tierten Baustein zu ergänzen, der in Form einer Berufsrallye in der Jahrgangsstufe 9 unter besonderer

Berücksichtigung der Mädchen jährlich angeboten werden soll. Die Schülerinnen und Schüler durchlau-

fen im Rahmen der Berufsrallye klassenweise in einer Doppelstunde 13 Stationen zu verschiedenen tech-

nischen Berufen. An den Stationen müssen Aufgaben gelöst werden, die speziell technische Fähigkeiten

und Fertigkeiten abfragen und schulen. Gleichzeitig wird über die Berufsfelder informiert, in denen diese

Fähigkeiten besonders gebraucht werden.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Insbesondere bei den Mädchen soll das Interesse

an technischen Berufen geweckt werden. Die

Berufsrallye bietet ihnen zudem eine bessere

Beurteilungsbasis für die Wahl eines Praktikums-

platzes beim Berufspraktikum in der Jahrgangs-

stufe 10. Die Mädchenförderung spiegelt sich

vor allem in der mädchengerechten Aufarbeitung

der Stationen wider, um auf diesem Wege das

Vorurteil zu brechen, Mädchen besäßen weniger

technische Fähigkeiten als Jungen.

Ausblick/Fazit

Nach ihrer Durchführung wurde die Rallye anhand eines Fragebogens von den Schülerinnen und Schülern

bewertet. Die Auswertung der Befragung dient als Grundlage für die zukünftige Gestaltung der Rallye.

Für einen ersten Versuch hat der Gesamtablauf recht gut wie geplant funktioniert. Die Rückmeldungen

von Seiten der Schülerinnen und Schüler, aber auch der beteiligten Eltern und des zunächst skeptischen

Schulleiters waren überwiegend positiv. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass das Hauptproblem

in der zur Verfügung stehenden Zeit bestand, die offenbar zu knapp kalkuliert wurde, so dass an einigen

Stationen Wartezeiten in Kauf genommen werden mussten. Geplant ist, diese Abschnitte durch weitere

Materialien zu ergänzen, so dass mehrere Schülerinnen und Schüler dort gleichzeitig arbeiten können.

Einzelne Stationen sollen ferner im Anforderungsniveau an die Schüler und vor allem an die Schülerinnen

angepasst werden.

Im Nachhinein scheint die Wahl der Stufe 9 für die Berufsrallye zu spät und das Projekt allein nicht aus-

reichend, um Mädchen frühzeitig an technische Sachverhalte heranzuführen und ihr Interesse dafür zu

wecken. Die Berufsrallye soll daher zukünftig jährlich in Klasse 8 durchgeführt und in ein Gesamtkonzept

gendergerechter Berufsorientierung, beginnend in Klasse 5, eingebaut werden.

72

Schule

Galilei-Gymnasium

Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen

Dr. Voßhage Straße 1

59065 Hamm

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Roberta lernt Rumba“

Ausgehend von den Unterlagen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten

Projekts „Roberta – Mädchen erobern Roboter“ sollte am Haranni-Gymnasium Herne ein Kurskonzept

entwickelt werden, das Schülerinnen der Jahrgangsstufe 7 dazu befähigt, am „RoboDance“-Wettbewerb

teilzunehmen. Der Kurs wurde fortlaufend im 2. Schulhalbjahr als freiwilliges AG-Angebot mit ca. einer

Wochenstunde für einen festen Teilnehmerinnenkreis angeboten.

In einem ersten Teil wurden die Grundlagen der

Lego-Mindstorm-Roboter vermittelt, um eine ge-

meinsame Wissensbasis der Teilnehmerinnen zu

gewährleisten. Kleinere Aufgaben dienten dazu,

das erworbene Wissen zu wiederholen, zu abs-

trahieren und zu verankern. Danach sollten die

Schülerinnen eigene Ideen entwickeln und eine

kleine Choreografie von ca. ein bis zwei Minuten

mit Musik und tanzenden Robotern entwerfen.

Um die Motivation zu erhalten, sind externe An-

gebote im Kurskonzept integriert, wie ein Besuch

der Hannover Messe.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Arbeit fördert die Selbstständigkeit der Mädchen bei der Bearbeitung der Aufgaben, stärkt ihr Selbst-

bewusstsein und spricht ihre Kreativität an. Die Durchführung der Aufgaben erfolgte in sechs Kleingrup-

pen mit je vier Mädchen, so dass insgesamt 24 Schülerinnen die Teilnahme ermöglicht wurde.

Ausblick/Fazit

Die Kreativität der Schülerinnen übertraf bei weitem die an sie gestellten Erwartungen. Die eigenständige

Ideenfindung und Umsetzung erforderte Fingerspitzengefühl und individuelle Betreuung. Wichtig war und

ist ein abwechslungsreiches Programm und die sehr freie Gestaltung.

Der Kurs wird im nachfolgenden Halbjahr entsprechend der bereits erworbenen Fähigkeiten mit allen 24

Teilnehmerinnen fortgeführt. Hier werden Programmierelemente wiederholt, vertieft und dokumentiert,

außerdem ist eine Präsentation durch die Schülerinnen geplant.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Haranni-Gymnasium

Hermann-Löns-Straße 58

44623 Herne

73


„ROSINE – Robotersysteme im Informatik/Technik-Unterricht“

Ab dem Schuljahr 2008/2009 wird das Unterrichtsfach Informatik/Technik im Wahlpflichtbereich II für

die Jahrgangsstufen 8 und 9 angeboten. Die Kurse werden zwei Wochenstunden über vier Halbjahre

umfassen. Dieses Angebot ist neu und deshalb so besonders, weil die Schülerinnen und Schüler inner-

halb der Kurse u.a. mit Lego-Robotermodellen arbeiten dürfen.

Die Mädchen und Jungen sollen dabei neben klassischen Informatikthemen auch Robotermodelle kon-

struieren und programmieren, um damit vorgegebene Aufgabenstellungen zu lösen. Dabei wird beson-

derer Wert auf die Förderung der informatischen und technischen Kompetenz von Schülerinnen gelegt,

da diese im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Fächerbereich oftmals unterrepräsentiert

sind. Das soll sich mit diesem Kursangebot ändern. Es soll ein geschlechtergerechter Unterricht stattfin-

den, in dem bewusst auf die Stärken sowohl der Mädchen als auch der Jungen eingegangen wird.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Wahlen zu diesem Angebot haben gezeigt, dass die Mädchen großes Interesse an der Kombination

von Informatik und Technik haben, so dass nun Kurse eingerichtet werden können, in denen 50% der

Teilnehmenden Mädchen sind. Die Technikkompetenz insbesondere der Mädchen soll geschult und

gefördert werden. Dabei sollen sie einen angstfreien und selbstverständlichen Umgang mit Technik er-

lernen und Aufgaben mithilfe kooperativer Arbeitsformen lösen lernen. Auch eigene Problemstellungen

sollen kreativ entwickelt und gelöst werden. Informatische und technische Aspekte sollen bei der Pro-

blemlösung gleichbedeutend Beachtung finden.

Wichtig im Projekt ist auch ein verantwortlicher Umgang mit den Robotern, so dass diese in kommenden

Jahrgängen weiter genutzt werden können. Deshalb bekommen die Schülerinnen und Schüler zu Beginn

die Roboter in einer speziellen Kiste ausgehändigt, die sie am Ende des Kurses vollständig und funkti-

onstüchtig wieder abgeben müssen. Sollten zwischenzeitlich Teile fehlen oder kaputt gehen, so müssen

diese von den Mädchen und Jungen ersetzt werden.

Durch kooperative Arbeitsformen und Aufgabenstellungen soll erreicht werden, dass die Schülerinnen

und Schüler lernen, im Team zu arbeiten und mit anderen Gruppen so zu kooperieren, dass die Aufgaben

zielgerichtet, kreativ und effizient gelöst werden. Dabei dürfen die Mädchen und Jungen auch eigene

Aufgabenstellungen entwickeln und entweder selbst lösen oder von anderen Gruppen lösen lassen.

Ausblick/Fazit

Eine umfangreiche Aufgabenstellung ist die Entwicklung eines automatisierten „RecHeiGlinghofes“, den

die Schülerinnen und Schüler im Detail planen und umsetzen sollen. Dabei müssen sowohl die Funktiona-

lität der Roboter, als auch der Aufbau und ein umfangreiches Konzept für die Programmabläufe entwi-

ckelt werden. Anschließend sollen die „RecHeiGlinghöfe“ implementiert und präsentiert werden.

74

Schule

Heisenberg-Gymnasium

Preußische Straße 225

44339 Dortmund

Ein weiteres Ziel ist auch die Teilnahme an Wett-

bewerben wie z.B. dem der First Lego League

oder „Jugend forscht“. Im nächsten Schuljahr

heißt es aber erst einmal: „Ran an die Rosinen!“.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Mädchen wählen Technik – und die Jungen auch“

Zur Vorbereitung der Fächerwahl in der differenzierten Mittelstufe haben die Schülerinnen und Schüler im

Rahmen des Projekts die Möglichkeit, Unterrichtsinhalte und Methoden des Unterrichtsfaches Technik wäh-

rend eines Projekttages kennenzulernen und zu erleben. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich in ge-

schlechtshomogener Gruppenarbeit mit Steuer- und Regelungstechnik anhand des Lego Mindstorm NXT®

Systems. Sie erforschen selbstständig verschiedene Sensoren und erklären die möglichen Einsatzbereiche.

Anschließend konstruieren und bauen die Mädchen und Jungen mit den Bauelementen des Lego Mind-

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

storm NXT® Systems einen einfachen Roboter.

Die abschließende Programmierung erfolgt dann

in gemischtgeschlechtlichen Gruppen. Ziel ist es,

in Kooperation mit einem andersgeschlechtlichen

Team an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei

dem die gebauten Roboter ein Spielfeld mit einer

vorher festgelegten Übergabestelle von Roboter

eins an Roboter zwei durchqueren. Dazu entwickeln

die Schülerinnen und Schüler eine funktionstüchtige

Programmierung und nehmen eventuell noch nöti-

ge Anpassungen an ihren Robotern vor.

Bedingt durch die Arbeit sowohl in geschlechtshomogenen als auch in geschlechtsheterogenen Gruppen

wird Mädchenförderung in diversen Bereichen angestrebt:

• Heranführen an technische Sachgebiete und Tätigkeitsfelder

• Heranführen an technische Sachzusammenhänge

• Heranführen an unterschiedliche Unterrichtsmethoden des Technikunterrichts

• Stärkung des Selbstbewusstseins gegenüber den Jungen

• Förderung von Sozialkompetenzen durch Interaktion von Mädchen und Jungen

Die Förderung der Geschlechtssensibilität findet innerhalb des Projekts besonders durch die Interaktion

geschlechtsdifferenter Schüler/-innengruppen, sowohl vor als auch während des Wettbewerbs, statt.

Ausblick/Fazit

Die eine Woche nach Projektdurchführung erfolg-

ten Fächer-Wahlen der Schülerinnen und Schüler

zeigten eine überdurchschnittlich hohe Anwahl

des Faches Technik in der differenzierten Mittel-

stufe. So wählten fast zwei Drittel der Mädchen

und Jungen Technik. Dabei waren, verglichen

mit den Vorjahren, besonders viele Mädchen

darunter. Im nächsten Schuljahr wird es – aller

Voraussicht nach – wieder zwei Techniktage für

die Jahrgangsstufe 7 geben.

Schule

Hittorf-Gymnasium

Kemnastraße 38

45657 Recklinghausen

75


Technikorientierter Berufsparcours“

Das Projekt „Technikorientierter Berufsparcours“ zur technischen Mädchenförderung an unserer Schule

wird zu Beginn des folgenden Schuljahrs 2008/2009 stattfinden. Ziel des Projekts soll es sein, die

Mädchen frühzeitig in ihren technischen Kompetenzen zu fördern und ihnen das breite Spektrum an

technischen Berufen aufzuzeigen. Dadurch erweitert sich der Berufekanon für die Mädchen enorm, da

besonders technische Berufsfelder für die Schülerinnen unserer Schule meist von vornherein ausge-

schlossen werden.

Aus diesem Grund wird ein Berufsparcours erstellt, welcher aus diversen Stationen besteht, an denen

die Schülerinnen ihre technische Begabung entdecken können.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Um möglichst frühzeitig die Schülerinnen auf tech-

nische Berufe aufmerksam zu machen, wird der

Parcours in der Jahrgangsstufe 8 stattfinden. Die

Schülerinnen dieser Jahrgangsstufe befinden sich

in dem Alter, in welchem das gesellschaftliche

Geschlecht (gender) enorm durch Eltern, Peer-

groups und Schule geprägt wird. Eine spätere

Begeisterung der Schülerinnen für technische

Berufe in einem festgelegten Selbstbild des

Geschlechts würde eventuell nur mit größten

Schwierigkeiten möglich sein.

Ausblick/Fazit

Die Durchführung des Projekts findet im Schuljahr 2008/2009 statt.

Die Materialien des Parcours werden so gewählt, dass die einmalige Anschaffung eine häufige Verwen-

dung ermöglicht, da es Ziel an der Schule ist, diesen Parcours regelmäßig einmal im Schuljahr in der

Jahrgangsstufe 8 durchzuführen. Damit wird durch das Projekt zum einen eine möglichst lange Nach-

haltigkeit erreicht. Zum anderen dient der Parcours als Initialzündung für eine weitere Beschäftigung der

Mädchen in technischen Bereichen, die durch eine Kooperation mit dem Berufskolleg Essen-West und

die naturwissenschaftliche Wahlmöglichkeit in der Jahrgangsstufe 9 und 10 ermöglicht wird.

76

Schule

Mädchengymnasium Essen-Borbeck

Fürstäbtissinstraße 52-54

45355 Essen

Foto: Stiftung Partner für Schule NRW

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Die menschliche Maschine“

Innerhalb des Projekts „Mädchen wählen Technik“ war „Die menschliche Maschine“ das Thema im Kunst-

unterricht in der Klasse 9. Die Schülerinnen und Schüler haben in der sechswöchigen Unterrichtsreihe

zunächst Maschinenteile wie Federn, Muttern, Schrauben, Zahnräder etc. ertastet und gezeichnet. Wei-

terhin haben sie Beispiele aus der Bildenden Kunst kennengelernt, die sich mit dem Thema Maschine

auseinandergesetzt haben.

In gemischten Kleingruppen – möglichst zwei Jungen und zwei

Mädchen – war der erste Teil der Aufgabe, eine fantastische

Maschine zu erfinden, die man körperlich darstellen kann. Diese

Fantasiemaschine wurde im weiteren Verlauf gezeichnet, wobei

ca. die Hälfte des Innenlebens dargestellt und die verschiedenen

Funktionen deutlich gemacht werden sollten. Eine kreative Na-

mensgebung vervollständigte den Konstruktionsplan.

Im zweiten Teil der Aufgabe haben die Jungen der Gruppe die Ma-

schine mithilfe von Requisiten dargestellt und die Mädchen haben

diese dann bedient. Die gestellte Szene wurde mit dem gezeichne-

ten Konstruktionsplan fotografiert.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Diese Unterrichtsreihe sollte die besonders bei Mädchen übliche Einstellung „Es ist mir egal, wie das

innen aussieht. Hauptsache, es funktioniert!“ auflösen. Sie sollten auf spielerische Art Maschinenteile

kennenlernen und erfühlen und diese dann beim Zeichnen detailliert wahrnehmen. Durch Bildbeispiele

wurde das Zusammenspiel von Gelenken, Zahnrädern, Hebeln usw. verdeutlicht.

Ausblick/Fazit

Bei der Erfindung einer für sie nützlichen Fantasiemaschine diskutierten die Kinder in den Gruppen

verstärkt über Funktion und Technik schon vorhandener Maschinen und wünschenswerter, wenn auch

illusorischer Eigenschaften. Das Bedienen ihrer Mitschüler als Prototyptester hat den Schülerinnen am

meisten Spaß gemacht und besonders bei der Fotosession herrschte allgemeine Heiterkeit.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Otto-Hahn-Gymnasium

Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen

Hölkeskampring 168

44625 Herne

77


„Chemische Grundgesetze“

Die Unterrichtseinheit „Chemische Reaktionen unter Berücksichtigung der Lebenswelt der Schülerinnen“

wurde im Chemieunterricht der Klasse 7 durchgeführt und umfasste neun Wochenstunden.

Im ersten Teil der Unterrichtseinheit erfassen die

Schülerinnen den Begriff der „chemischen Reak-

tion“ durch Vorgänge, die ihnen aus ihrem Alltag

vertraut sind. Im zweiten Teil der Unterrichtsein-

heit wird das „Gesetz von der Erhaltung der Mas-

se“ zunächst anhand von lebensnahen Versuchen

erarbeitet. Anschließend erfolgt die Abstraktion

auf Modellebene, indem die Schülerinnen Modelle

selbstständig – handlungsorientiert – entwickeln

und die Reaktionsabläufe darstellen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Diese Unterrichtseinheit sollte die besonders bei Mädchen vorhandene Hemmschwelle, sich mit theo-

retischen Begriffen und Modellen auseinanderzusetzen, durch den handlungsorientierten Schwerpunkt

auflösen. Durch das Durchführen von lebensnahen Experimenten und insbesondere das anschließende

Basteln von Modellen ist für die Mädchen ein Anreiz gegeben, sich mit diesen Aspekten zu beschäftigen.

Während dieses Projekts wurden die Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet. So konnten die Mäd-

chen unbefangener an die ihnen gestellten Arbeitsaufträge herangehen.

Ausblick/Fazit

Die Durchführung der Experimente hat den Mädchen viel Spaß gemacht und sie zu weitergehenden

eigenen Versuchen angeregt. Insbesondere das Basteln fand bei den Mädchen viel Anklang und hat

78

Schule

Otto-Hahn-Gymnasium

Hölkeskampring 168

44625 Herne

ihnen dabei geholfen, die abstrakten Vorgänge

besser zu verstehen. Die getrennten Lerngrup-

pen führten zu einem unbefangeneren und regen

Umgang mit den gestellten Arbeitsaufträgen und

Materialien. Das zeigte sich zum Beispiel an den

vielen gestellten Fragen und dem eigenständigen

Entwickeln von Ideen. Aufgrund dieser Erfah-

rungen ist es sicher sinnvoll, bei bestimmten

Themen die Interessen von Mädchen stärker zu

berücksichtigen, um einen nachhaltigeren und

besseren Lernerfolg zu gewährleisten.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Robotermädchen“

Auf der Basis des LEGO® MINDSTORMS Education® NXT

Robotiksystems für Schulen ist im Schuljahr 2007/2008

eine Fördergruppe für naturwissenschaftlich besonders

begabte Schülerinnen der 6. Klassen aufgebaut worden.

Zeitgleich sind Betreuerinnen und Betreuer geschult

worden, die das Projekt „Robotermädchen“ im nächsten

Schuljahr für neue Schülerinnen anbieten.

Erhofft wird eine individuelle Förderung in Naturwissenschaften, Technik, Konstruktion und Mathematik

durch selbstständiges Arbeiten, motivierende Baukästen, Programmiersoftware und schülergerechte Lern-

konzepte. Bei den teilnehmenden Schülerinnen und den Hilfskräften wird das soziale Lernen gefördert.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Schülerinnen sind im 6. Schuljahr offen für und interessiert an technischen Fragestellungen. Da das

Ernst-Barlach-Gymnasium das Fach Technik nicht anbietet, erscheint das Fach Physik als ein möglicher

Indikator. Da im 7. Schuljahr lernplangemäß Physik entfällt, wird beobachtet, dass vormals interessierte

Mädchen nach Wiedereinsetzen des Fachs im 8. Schuljahr deutlich an Interesse verloren haben und

stärker rollenkonforme Interessen ausprägen. Durch die Robotermädchen soll diesem Interessenverlust

entgegengewirkt werden. In Kooperation mit benachbarten Hochschulen (Institut für Roboterforschung,

Dortmund und Hochschule Bochum) erleben Mädchen junge Frauen in technischen Berufen, die mögli-

che Vorbilder sein können.

Ausblick/Fazit

Durch die Teilnahme an einer altersgemäßen Aufbereitung der Einführung in die Robotik durch Roboter-

mädchen haben die Schülerinnen zahlreiche Kompetenzen erworben. Außerdem ist das Selbstbewusst-

sein der Teilnehmerinnen deutlich gestiegen. Es ist etwas Besonderes, ein Robotermädchen zu sein und

die Schülerinnen sind stolz darauf, dazuzugehören.

In Sinne der Ausprägung einer „Corperate Identity“ für die Robotermädchen in Verbindung mit der Schul-

zugehörigkeit werden Wettbewerbsteilnahmen, Logos und öffentliche Auftritte entwickelt.

Die Durchführung des Konzepts „Robotermädchen“ wird in der Schulöffentlichkeit des Ernst-Barlach-

Gymnasiums uneingeschränkt als Erfolg gewertet.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Städtisches Ernst-Barlach-Gymnasium

Lunastraße 3

44575 Castrop-Rauxel

79


„Luft-AG“

Im Rahmen des naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts veranstaltet das Städtische Gymnasium

Bergkamen eine Arbeitsgemeinschaftsreihe für den 5. und 6. Jahrgang. In der „Wald-AG“ erhalten inte-

ressierte Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs erste Einblicke in den naturwissenschaftlich-tech-

nischen Unterricht. Vierteljährlich wechseln sie die Themenbereiche und nähern sich dem Schwerpunkt

Wald aus technischer, biologisch-chemischer und künstlerischer Sicht. Interessierte Schülerinnen und

Schüler des 6. Jahrgangs vertiefen ihr naturwissenschaftliches Wissen, speziell im Bereich der Bio-

Chemie in der „Wasser-AG“. Ab dem Schuljahr 2008/2009 wird das naturwissenschaftliche Arbeitsge-

meinschaftsangebot durch die „Luft-AG“ erweitert. In dieser Arbeitsgemeinschaft können Schülerinnen

und Schüler interdisziplinär physikalische, biologische und technische Experimente zum Thema Luft und

Flug durchführen. Sie lernen dabei den Themenbereich „Luft“ mit allen Sinnen (optisch, akustisch und

haptisch) kennen. Die „Luft-AG“ soll überdies Bindeglied zwischen der bereits existierenden „Wasser-AG“

des 6. Jahrgangs und dem im 8. Jahrgang einsetzenden Wahlpflichtunterricht Technik sein.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

An der „Luft-AG“ können Mädchen und Jungen des 7. Jahrgangs teilnehmen, allerdings richtet sich das

Lernangebot der „Luft-AG“ speziell an die Mädchen dieser Jahrgangsstufe. Sie haben hier die Möglich-

keit, den Umgang mit technischen Apparaturen und Werkzeugen zu üben und dabei mit allen Sinnen zu

lernen. Darüber hinaus wird ein Selbstverständnis in der Durchführung von technischen Experimenten

ausgebildet, welches ihnen den Übergang in den Wahlpflichtbereich Technik im Jahrgang 8 erleichtert.

In der Konzeptionierung der „Luft-AG“ wurde darauf verzichtet, die Arbeitsgemeinschaft ausschließlich

für Mädchen zu öffnen, da ein geschlechtergetrenntes Vorhaben eine künstliche Situation erzeugt, die

dem Lernprozess der Mädchen einen Nachhilfe- bzw. Fördercharakter unterstellen könnte. In der gesell-

schaftlichen Realität werden sich Mädchen immer mit Jungen in Lern-, Konkurrenz- und Arbeitsprozes-

sen wiederfinden. Aus diesem Grund sollten sich Mädchen gerade im Ingenieur- und naturwissenschaftli-

chen Bereich schon frühzeitig in diesen sozialen Prozess einleben, um sich später optimal den fachlichen

Herausforderungen stellen zu können.

Ausblick/Fazit

Die „Wald-AG“ und „Wasser-AG“ erfreuen sich bei den Schülerinnen und Schülern des Städtischen

Gymnasiums Bergkamens großer Beliebtheit. In die Planung der neuen „Luft-AG“ wurden Schülerinnen

und Schüler der aktuellen „Wald-AG“ und des Wahlpflichtunterrichts Technik einbezogen, um auch diese

Arbeitsgemeinschaft primär in den Fokus des Interesses zu stellen. Im Schuljahr 2007/2008 wurden

bereits praktische Übungen und Zwischenevaluationen zu den Inhalten der „Luft-AG“ durchgeführt. Sie

versprechen, dass die Arbeitsgemeinschaft ab August 2008 eine große und interessierte Schülerschaft

finden wird.

80

Schule

Gymnasium

Städtisches Gymnasium Bergkamen

Hubert-Biernat-Straße 1

59192 Bergkamen

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Computersteuerungen im Technikunterricht“

In der Realtechnik hat die Steuerung von Fertigungsprozessen mit Hilfe von Computern in den letzten

Jahren eine erhebliche Bedeutung erlangt. Von daher erscheint es sinnvoll, die Schülerinnen und Schüler

bereits in der Schulzeit die Grundlagen dieser Technik erkunden zu lassen. Dazu gehört natürlich der Auf-

bau der wichtigen Systemkomponenten (Computer, Interface und technischer Prozess). Im Rahmen des

Unterrichts erfolgte zunächst die Vermittlung der Grundlagen der Digitaltechnik (duales Zahlensystem,

ASCII-Code), um anschließend den Grundaufbau einer jeden informationstechnischen Maschine (EVA-

Prinzip) zu erkunden. Dem inneren Aufbau von PC-Systemen kam dabei eine besondere Bedeutung zu.

In mehreren Projektphasen des Projekts „Computersteuerungen im Technikunterricht der gymnasialen

Oberstufe“ konnten die Schüler und Schülerinnen in Anschluss technische Systeme steuern. Die erste

Aufgabe war die Ansteuerung von acht Leuchtdioden. Neben den üblichen Effekten (Lauflicht, Blinklicht)

waren hier besonders die Mädchen hinsichtlich kreativer Eigenentwicklung (Abfrage von Alarmmeldern

und Ansteuerung von Alarmgebern an selbst gebauten Modellhäusern) sehr erfolgreich. Der zweite

Projektauftrag bezog sich auf die sichere Steuerung einer Kreuzungsampel mit sechs Leuchtdioden (drei

für die Hauptstraße und drei für die Nebenstraße) in den Ampelfarben. Auch diese Aufgabe erwies sich

als sehr mädchenfreundlich, da neben dem üblichen Ablauf genügend Freiraum für weitere Rahmenbe-

dingungen blieb (z.B. Blinklicht für Fußgänger, Signalton für sehbehinderte Menschen, Ausweitung der

Grünphasen für die Fußgänger, Einsatz eines Anforderungskontaktes, Verwendung eines selbst gestalte-

ten Kreuzungsampelmodells). Zum Abschluss der Reihe war die Arbeit mit den LEGO-Robotern geplant,

was aus Zeitgründen nicht mehr realisiert werden konnte.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Projekt stellt die Weiterentwicklung von

bereits in den Vorjahren erprobten Unterrichts-

sequenzen dar. Für das aktuelle Projekt wurden

zentrale Unterrichtsverfahren zur individuellen

Förderung aller Schüler und besonders der Schü-

lerinnen eingearbeitet. Dazu gehören die Bildung

von geschlechtshomogenen Projektgruppen

mit differenzierten Arbeitsaufträgen. Durch die

stärkere Berücksichtigung der Schülerinnenin-

teressen kam es zu keiner Benachteiligung der

Jungen.

Ausblick/Fazit

Für die Folgejahre ist die ständige Weiterentwicklung der Unterrichtssequenz zentrales Element der

Fachkonferenzarbeit.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule

Fritz-Erler-Straße 4

45966 Gladbeck

81


„Wir erklimmen die Schule – Mädchen lernen Schweißen“

Industrie, Forschung und Berufsbilder der Stahl erzeugenden und verarbeitenden Industrie sind prägen-

des Bild der Stadt Duisburg und insbesondere des Duisburger Nordens. Viele Schülerinnen und Schüler

des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, ein Großteil mit Migrationshintergrund, sind über ihre Elternhäuser

mit dieser Tradition eng verbunden. Im Projekt „Wir erklimmen die Schule – Mädchen lernen Schweißen“

wird durch einen gestalterischen Ansatz versucht, insbesondere Mädchen mit dem Werkstoff Stahl

vertraut zu machen und die damit verbundenen vielfältigen beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen. Es gilt,

Berührungsängste in einer noch immer vom Mann beherrschten Domäne abzubauen.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Ziel des Projekts ist es, insbesondere Mädchen die Erprobung einer gestalterischen Technik zu ermöglichen,

die im schulischen Zusammenhang nicht geboten werden kann und die in der Regel eine Männerdomäne

darstellt. Darüber hinaus beteiligen sich die Schülerinnen aktiv an der Gestaltung des Schulgebäudes:

Ausblick/Fazit

82

Es sollen lebensgroße, stark vereinfachte Figuren aus Stahlrohr

erarbeitet werden, die an der Fassade entlang kletternd das Schul-

dach erklimmen, um sich auf diesem in Gruppen oder als illustre

Gesellschaft niederzulassen.

Der Arbeitsprozess gliedert sich in vier Hauptphasen:

1) Beobachtung von Bewegungsabläufen und Haltungen (z.B. an

Kletterwänden)

2) Erstellen von Skizzen aus diesen Beobachtungen unter Berück-

sichtigung der starken Vereinfachung der Form

3) Materialerprobung und -kunde, Erstellung erster Schweißversu-

che und Fertigung kleiner Modelle, um die zeichnerisch eingefan-

gene Bewegung dreidimensional zu bannen

4) Erstellen der Großplastiken mit Stahlrohr

Durchgeführt wird das Projekt mit Schülerinnen des Leistungskurses Kunst der Jahrgangsstufe 12

im ersten Halbjahr des Schuljahres 2008/2009. Die erstmalige Realisierung des Projekts im Herbst

2008 findet in Kooperation mit der Fachhochschule Bochum statt.

In den darauf folgenden Jahren soll das Projekt bei erfolgreicher Realisierung in den Regelunterricht der

Jahrgangsstufe 12 integriert werden. Dazu wird das Angebot auf den Kunst-Grundkurs erweitert. Zur

Erstellung weiterer Klein- und Großplastiken werden regionale Partner im näheren Umfeld der Schule

gesucht.

Schule

Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium

Am Grillopark 24

47169 Duisburg

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Blende auf – Mädchen führen Regie“

Um Mädchen die Möglichkeit zu geben, eine Fernsehproduktion von

A-Z – also von der Vorbereitung bis zur technischen Umsetzung – zu

gestalten, wurde klassenübergreifend ein Mädchenproduktionsteam

zusammengestellt. Insgesamt bestand das Team aus 15 jungen

Frauen aus drei verschiedenen Bildungsgängen der Sekundarstufe II:

• der einjährigen Berufsfachschule Medien und Kommunikationstechnik,

• der zweijährigen Berufsfachschule für Medientechnik/Drucktechnik,

• dem Bildungsgang Allgemeine Hochschulreife.

Aufgabe des Produktionsteams war die Aufzeichnung einer Chemie-

Show im Präsentationszentrum der Schule, die von den Auszubilden-

den zum Chemielaboranten bzw. zur Chemielaborantin veranstaltet

wurde. Zudem war das Fernsehbild auch als Beamerbild während

der Show zu sehen. So waren die Experimente für alle Zuschauerin-

nen gut zu verfolgen. Die Aufzeichnung wurde im Anschluss geschnit-

ten (Bild- und Tonnachbearbeitung). So entstand eine Art Lehrfilm.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Die Tatsache, dass die jungen Frauen unter sich lernen und üben konnten, ermöglichte einen anderen Zugang

zum Unterrichtsgegenstand. Sie fielen sich nicht gegenseitig ins Wort, hörten sich zu und trauten sich, Fragen

zu stellen. In dieser Atmosphäre ließen sich auch komplizierte technische Details so lange besprechen, bis sie

allen verständlich wurden. Diese Situation ermöglichte es ebenso, den jungen Frauen technische Medienberu-

fe näher zu bringen und zu vermitteln, dass Technik auch Spaß machen kann – ein nicht unwesentlicher Aspekt

bei der Frage, ob bei der späteren Berufswahl auch technische Berufe begeistern können.

Ausblick/Fazit

Sowohl die jungen Frauen wie auch die betreuenden Lehrerinnen empfanden die Lehr-Lern-Situation in

einer geschlechtshomogenen Gruppe als bereichernd und zielführend. Die Vermittlung der Technik- und

Gestaltungskompetenzen sowie der Sozialkompetenzen konnte deshalb so gut gelingen, weil auf der ei-

nen Seite die Ansprache der Lehrerinnen und andererseits die Mitarbeit der Schülerinnen von Vertrauen

und Wertschätzung geprägt waren. Entscheidend für den Erfolg des Projekts waren zudem die Produkt-

orientierung und die Orientierung an einer konkreten beruflichen Handlungssituation: Einerseits wurde

ein Produkt in Form einer DVD erstellt und andererseits entsprach die Lernsituation einer realen Berufs-

situation. Da die Aufzeichnung ein Live-Act vor Publikum darstellte, trugen dieser öffentliche Auftritt des

Mädchenproduktionsteams und die damit verbundene Anerkennung ebenfalls zum Erfolg bei.

Das Projekt „Blende auf – Mädchen führen Re-

gie“ wird im nächsten Schuljahr fortgesetzt. Im

Rahmen der Unterrichtsentwicklung wird die

Integration dieses Projekts in die didaktischen

Jahresplanungen der beteiligten Medienbildungs-

gänge Eingang finden. Geplant sind unter anderen

wieder eine Chemie-Show und die Aufzeichnung

des lokalen Finales von „Jugend debattiert“.

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Hans-Böckler-Berufskolleg

Hagenstraße 28

45768 Marl

83


„Seitenwechsel“

Bei dem Projekt „Seitenwechsel“ handelt es sich um ein einwöchiges, Fachbereiche übergreifendes Gen-

der-Projekt zur beruflichen Orientierung für die Bildungsgänge Berufsorientierungsjahr (ehemals Vorklas-

se zum Berufsgrundschuljahr) im Fachbereich Hauswirtschaft (H-BOJ) und im Fachbereich Naturwissen-

schaften und Technik (T-BOJ). Die Schülerinnen und Schüler verfügen über keinen Schulabschluss. Die

Schülerschaft der H-BOJ setzt sich traditionell fast ausschließlich aus Mädchen zusammen, in der T-BOJ

befinden sich nur Jungen. Die Schülerinnen und Schüler kommen i.d.R. aus einem sozial schwachen

Umfeld und haben besonderen Förderbedarf. Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist

sehr hoch – der familiäre Hintergrund ist eher bildungsfern.

In der Projektwoche wechseln die Schülerinnen und Schüler in den jeweils anderen Fachbereich und

werden von den dortigen Lehrkräften beschult. Dabei wird die Stundentafel für diese Woche aufgelöst;

vielmehr sollen die Schüler und Schülerinnen im projektorientierten Fachpraxisunterricht einen Einblick in

die Berufsfelder des anderen Bereiches gewinnen.

Das Projekt soll die Jugendlichen bei ihrer persön-

lichen Berufswahl unterstützen, sie anregen, ihr

eigenes Rollenverständnis zu hinterfragen und ihre

Selbsteinschätzung hinsichtlich der eigenen berufli-

chen Vorstellungen erweitern. Ziel ist es, dass die

Mädchen nach der Projektwoche frauenuntypische

und die Jungen männeruntypische Berufsfelder für

die eigene berufliche Orientierung nicht mehr unre-

flektiert ausschließen. Das Projekt ist so angelegt,

dass die berufsbezogenen Inhalte des jeweiligen Bil-

dungsganges zielgruppenorientiert aufbereitet sind.

Aspekte der Mädchen-Technik-Förderung

Das Projekt zur Mädchen-Technik-Förderung stellt unter dem Motto „Technik zum Wohle des Menschen“

die Gesundheitstechnik in den Mittelpunkt. Dabei werden die Fachpraxisfächer Zahntechnik, Elektro-

technik, Chemietechnik und Medientechnik inhaltlich in Zusammenhang gebracht mit Themen, die den

Mädchen leicht zugänglich sind.

Ausblick/Fazit

Insgesamt kann ein positives Fazit über die Durchführung und die Ergebnisse der Projektwoche gezogen

werden. Die Lernziele hinsichtlich des geschlechterspezifischen Rollenverständnisses wurden erreicht.

Es ist geplant, das Projekt zum festen Bestandteil der didaktischen Jahresplanung der beiden beteiligten

Bildungsgänge zu machen. Eine Übertragung auf andere Bildungsgänge ist vorstellbar.

84

Schule

Hans-Böckler-Berufskolleg

Hagenstraße 28

45768 Marl

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


„Neue Medien in der Berufsorientierung und Lebensplanung“

Die 2-jährige Berufsfachschule im Sozial- und Gesundheitswesen – Fachrichtung Gesundheitswesen –

ermöglicht die Erlangung der beruflichen Grundbildung und des mittleren Bildungsabschlusses, der Fach-

oberschulreife. Die Schülerinnen und Schüler verfolgen meist im Anschluss den Weg in die Gesund-

heitsberufe wie z. B. die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und

Krankenpfleger.

Der Übergang zwischen Schule und Ausbildungsplatz gestaltet sich aufgrund der auszubauenden Kom-

munikationskompetenzen sowie der Selbstdarstellung und der Richtigkeit bzw. Vollständigkeit der schrift-

lichen Bewerbungen oft schwierig.

Aus diesem Förderbedarf hat sich das Projekt „Neue Medien in der Berufsorientierung und Lebenspla-

nung“ entwickelt. Innerhalb von drei Modulen wird eine Bewerbungssituation um einen Ausbildungsplatz

bei einem Akustikbetrieb in Oberhausen simuliert. Die Schüler und Schülerinnen verbessern dadurch

ihre Kommunikationsfähigkeit in ausgewählten Bereichen mit und durch Neue Medien, um sich auf

Bewerbungssituationen in Hinblick auf den Erwerb einer Ausbildungsstelle vorzubereiten. Die modulare

Struktur mit Workshops für Anfänger/-innen und Fortgeschrittene lässt eine individuelle Förderung der

Schülerinnen und Schüler zu.

Als Kooperationspartner nehmen ein selbstständiger örtlicher Hörgeräteakustiker sowie ein Berufsbe-

rater des BIZ (Berufsinformationszentrum der Stadt Oberhausen) teil. Sie unterstützen die Arbeit in den

jeweiligen Modulen insbesondere in den Erarbeitungs- und Reflexionsphasen und stehen den Schülerin-

nen und Schülern für Fragen und Rückmeldungen zur Verfügung.

Da der Unterricht in diesem Bildungsgang in Lernfeldern stattfindet, sind die Voraussetzungen für ein

fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen gegeben. An dem Projekt sind zunächst folgende

Fächer beteiligt: Datenverarbeitung, Deutsch/Kommunikation, Gesundheitslehre, Anatomie.

Ausblick/Fazit

Es ist bereits jetzt geplant, das Projekt mit berufs-

nahen Beispielen und lebensnahen Situationen

weiterzuführen. Die Kooperation mit außerschu-

lischen Partnern soll erweitert werden:

• weitere Berufsgruppen im Gesundheitswesen

• Mitarbeit von Krankenkassen zum Bewerbungs-

training

• Zusammenarbeit mit unterschiedlichen örtli-

chen Betrieben im Gesundheitswesen, wie z. B.

im Bereich Zahntechnik

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Schule

Käthe-Kollwitz-Berufskolleg

Richard-Wagner-Allee 40

46117 Oberhausen

85


Kontaktdaten der Schulen

Hier erhalten Sie nähere Kontaktinformationen zu allen teilnehmenden Schulen der Laufzeit 2007/2008,

die wir alphabetisch nach Schulformen und Schulnamen sortiert aufgeführt haben.

Grundschulen

Adolf-Reichwein-Schule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Reichweinstraße 2

47441 Moers

Tel.: 02841.3 13 92

Fax: 02841.93 95 88

E-Mail: ars-moers@t-online.de

Antoniusschule

Gemeinschaftsschule der Stadt Dorsten

Heroldstraße 1

46284 Dorsten

Tel.: 02362.62 35 5

Fax: 02362.60 27 08

E-Mail: email@antoniusschule.dorstenerschulen.de

Aplerbecker-Mark-Schule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Schwerter Straße 269

44287 Dortmund

Tel.: 0231.286 739 60

Fax: 0231.286 739 80

E-Mail: aplerbecker-markgrundschule@stadtdo.de

Augustinus-Grundschule

Städtische Katholische Grundschule

Flughafenstraße 75

44309 Dortmund

Tel.: 0231.25 52 21

Fax: 0231.722 53 87

E-Mail: augustinus-Grundschule@stadtdo.de

Franziskus Grundschule

Katholische Schule der Stadt Dortmund

Robert-Koch-Straße 50

44143 Dortmund

Tel.: 0231.502 54 17

Fax: 0231.477 989 656

E-Mail: franziskus-grundschule@stadtdo.de

Gemeinschaftsgrundschule

an der Gartenstraße

Gartenstraße 17

46535 Dinslaken

Tel.: 02064.7 27 51

Fax: 02064.47 07 78

E-Mail: gartenschule-dinslaken@t-online.de

86

Gemeinschaftsgrundschule Eick-West

Eicker Grund 86-88

47445 Moers

Tel.: 02841.4 18 32

Fax: 02841.4 19 50

E-Mail: Grundschule_Eick-West@web.de

Grundschule an der Auguststraße

Auguststraße 18

45661 Recklinghausen

Tel.: 02361.37 21 83

Fax: 02361.65 16 98

E-Mail: email@august.schulen-re.de

Grundschule an der Düngelstraße

James-Krüss-Schule

Düngelstraße 45

44623 Herne

Tel.: 02323.94 32 44

Fax: 02323.94 32 46

E-Mail: 130692@schule.nrw.de

Grundschule an der Michaelstraße

Michaelstraße 16

44649 Herne

Tel.: 02325.50 75 5

Fax: 02325.56 91 13

E-Mail: verwaltung@michaelschule.herne.de

Grundschule an der Vandalenstraße

Städtische Gemeinschaftsschule

der Primarstufe

Vandalenstraße 43

45888 Gelsenkirchen

Tel.: 0209.20 25 27

Fax: 0209.319 44 07

E-Mail: info@gs-vandalenstrasse.de

Grundschule Essel

Esseler Straße 195

45665 Recklinghausen

Tel.: 02361.8 13 52

Fax: 02361.94 31 26

E-Mail: email@essel.schulen-re.de

Grundschule Pantrings Hof

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Eberhard-Wildermuth-Straße 43

44628 Herne

Tel.: 02323.8 38 33

Fax: 02323.98 11 78

E-Mail: pantrings.herne@cityweb.de

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


Grundschule Rauendahl

Rauendahlstraße 40-42

45529 Hattingen

Tel.: 02324.98 02 33

Fax: 02324.98 02 35

E-Mail: ggs.rauendahl@schulen-hattingen.de

Gudrun-Pausewang-Grundschule

Heinrichstraße 52

45663 Recklinghausen

Tel.: 02361.303 37 80

Fax: 02361.303 37 89

E-Mail: email@gp-gs.schulen-re.de

Katholische Grundschule Barbara-Schule

Gartenstraße 110

47167 Duisburg

Tel.: 0203.58 64 76

Fax: 0203.519 298 12

E-Mail: kgs.barbaraschule@stadt-duisburg.de

Katholische Grundschule Meckinghoven

Bahnhofstraße 22

45711 Datteln

Tel.: 02363.6 20 07

Fax: 02363.6 11 26

E-Mail: 122439@schule.nrw.de

Lessing-Grundschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Gneisenaustraße 60

44147 Dortmund

Tel.: 0231.82 54 10

Fax: 0231.728 27 44

E-Mail: Lessing-Grundschule@stadtdo.de

Overberg-Grundschule

Städtische Katholische Grundschule

Am Hohen Teich 5

44359 Dortmund

Tel: 0231.286 736 0

Fax: 0231.286 736 26

E-Mail: Overberg-Grundschule@stadtdo.de

Parkschule Friedrichsfeld

Gemeinschaftsgrundschule

Parkstraße 13

46562 Voerde

Tel.: 0281.49 62

Fax: 0281.460 80 67

E-Mail: parkschule-friedrichsfeld@t-online.de

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

St. Marien-Schule

Städtische Katholische Grundschule

Kirschenallee 100

47443 Moers

Tel.: 02841.5 78 92

Fax: 02841.50 85 11

E-Mail: buero-kontakt@st-marien-schule.de

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Böhmer Straße

Böhmer Straße 10-14

47249 Duisburg

Tel.: 0203.738 298 55

Fax: 0203.739 59 72

E-Mail: GGS.BoehmerStr@stadt-duisburg.de

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Eichendorff

Katzbachstraße 24

47443 Moers

Tel.: 02841.5 22 02

Fax: 02841.5 94 24

E-Mail: eichendorffschule-moers@t-online.de

Steinhammerschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Marten

Schulte-Heuthaus-Straße 28

44379 Dortmund

Tel.: 0231.286 729 60

Fax: 0231.286 729 66

E-Mail: Steinhammer-Grundschule@stadtdo.de

Turmschule

Städtische Gemeinschaftsschule

der Primarstufe

Schonnebecker Straße 32

45884 Gelsenkirchen

Tel.: 0209.13 46 32

Fax: 0209.155 40 85

E-Mail: 119039@schule.nrw.de

Wilbergschule

Städtische Gemeinschaftsgrundschule

Wilbergstraße 3

44807 Bochum

Tel.: 0234.53 14 38

Fax: 0234.904 10 54

E-Mail: 128892@schule.nrw.de

87


Förderschulen

Comeniusschule

Städtische Förderschule

Heinrich-Lübke-Straße 140

51375 Leverkusen

Tel.: 0214.850 18 30

Fax: 0214.850 184 30

E-Mail: foes-comeniusschule@schulen-lev.de

Fröbelschule

Förderschule der Stadt Dortmund

Sendstraße 100-102

44143 Dortmund

Tel.: 0231.286 638 30

Fax: 0231.286 638 40

E-Mail: froebel-foerderschule@stadtdo.de

Niederrheinschule

Städtische Förderschule

Friedrich-Heinrich-Allee 24

47475 Kamp-Lintfort

Tel.: 02842.5 03 40

Fax: 02842.5 03 04

E-Mail: schulleitung@niederrheinschule.de

Hauptschulen

Anne-Frank-Schule

Städtische Gemeinschaftshauptschule

Frankenstraße 12

59067 Hamm

Tel.: 02381.987 62 46

Fax: 02381.987 62 48

E-Mail: afs.schulen.hamm@t-online.de

Falkschule – Hauptschule der Stadt Hamm

An der Falkschule 9

59077 Hamm

Tel.: 02381.304 65 11

Fax: 02381.304 65 13

E-Mail: falk.schulen.hamm@t-online.de

Ganztags-Hauptschule Remberg

Elbersstiege 10

58095 Hagen

Tel.: 02331.3 19 23

Fax: 02331.2 83 74

E-Mail: hsremberg@t-online.de

Hauptschule an der Schwalbenstraße

Schwalbenstraße 22

45899 Gelsenkirchen

Tel.: 0209.58 37 20

Fax: 0209.155 58 60

E-Mail: 143492@schule.nrw.de

88

Hauptschule Scharnhorst

Städtische Gemeinschaftsschule

Gleiwitzstraße 200

44328 Dortmund

Tel.: 0231.476 429 30

Fax: 0231.476 429 49

E-Mail: Hauptschulescharnhorst@web.de

Hellweg Hauptschule

Rünther Straße 80

59192 Bergkamen

Tel.: 02389.98 24 0

Fax: 02389.98 24 15

E-Mail: hellweg.hs@helimail.de

Overbergschule

Städtische Gemeinschaftshauptschule

Rhienscher Berg 12

58452 Witten

Tel.: 02302.18 98 56

Fax: 02302.18 97 65

E-Mail: Overberg.s@witten.de

Werner-von-Siemens-Schule

Städtische Gemeinschaftshauptschule

Haydnstraße 3

44805 Bochum

Tel.: 0234.925 63 0

Fax: 0234.925 63 20

E-Mail: info@wvsbo.de

Realschulen

Gertrud-Bäumer-Realschule

Städtische Realschule für Jungen und

Mädchen

Goethestraße 20

44147 Dortmund

Tel.: 0231.502 70 51

Fax: 0231.81 09 83

E-Mail: gertrud-baeumer-realschule@stadtdo.de

Gustav-Heinemann-Realschule

Landgerichtsstraße 17

47051 Duisburg

Tel.: 0203.283 45 98

Fax: 0203.283 42 06

E-Mail: gustavheinemann.realschule@stadtduisburg.de

Heinrich-Pattberg-Realschule

Städtische Realschule Moers

Uerdinger Straße 74

47441 Moers

Tel.: 02841.3 64 51

Fax: 02841.39 61 07

E-Mail: hpr@hprmoers.de

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


Marienschule

Realschule für Jungen und Mädchen

Franziskanerstraße 1

59065 Hamm

Tel.: 02381.2 41 93

Fax: 02381.1 39 21

E-Mail: marienschule.hamm@t-online.de

Realschule Heessen

Jahnstraße 23

59073 Hamm

Tel.: 02381.30 40 86

Fax: 02381.30 40 88

E-Mail: realschule-heessen@rehe.schulen-hamm.de

Wilhelm-Röntgen-Realschule

Städtische Realschule für Jungen und Mädchen

Kreuzstraße 159

44137 Dortmund

Tel.: 0231.912 372 0

Fax: 0231.912 372 50

E-Mail: 162747@schule.nrw.de

Willy-Brandt-Schule

Städtische Realschule

Ernst-Reuter-Platz 10-20

45699 Herten

Tel.: 02366.30 37 60

Fax: 02366.30 37 63

E-Mail: v.klocke-eickmann@herten.de

Gesamtschulen

Anne Frank Schule Rheinkamp

Städtische Gesamtschule Moers

Kopernikusstraße 9

47445 Moers

Tel.: 02841.94 27 0

Fax.: 02841.94 27 55

E-Mail: schulleiter@anne-frank-ge.de

Anne-Frank-Gesamtschule

Städtische Gesamtschule

Burgholzstraße 120

44145 Dortmund

Tel.: 0231.502 59 30

Fax: 0231.728 11 69

E-Mail: anne-frank-gesamtschule@stadtdo.de

Erich-Fried Gesamtschule

Grabenstraße 14

44625 Herne

Tel.: 02325.637 95 0

Fax: 02325.637 95 28

E-Mail: hoff@efg-herne.de

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

Friedensschule

Gesamtschule der Stadt Hamm

Marker Allee 20

59063 Hamm

Tel.: 02381.544 02 0

Fax: 02381.544 02 23

E-Mail: friedensschule@gefr.schulen-hamm.de

Gesamtschule Berger Feld

Adenauerallee 110

45891 Gelsenkirchen

Tel.: 0209.450 90 11

Fax: 0209.450 90 15

E-Mail: gesamtschule.berger-feld.ge@t-online.de

Gesamtschule Ruhrort

Schule der Sekundarstufen I und II

Karlstraße 25

47119 Duisburg

Tel.: 0203.800 97 60

Fax: 0203.800 97 70

E-Mail: info@gesamtschule-ruhrort.de

Heinrich-Böll-Gesamtschule

im Schulzentrum Lütgendortmund

Volksgartenstraße 19

44388 Dortmund

Tel.: 0231.696 01 0

Fax: 0231.696 01 55

E-Mail: heinrich-boell-gesamtschule@stadtdo.de

Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule

Fritz-Erler-Straße 4

45966 Gladbeck

Tel.: 02043.94 05 0

Fax: 02043.94 05 21

E-Mail: sl@ingeborg-drewitz-gesamtschule.de

Janusz-Korczak-Gesamtschule

Städtische Schule der Sekundarstufe I und II

Horster Straße 114

46236 Bottrop

Tel.: 02041.709 47 0

Fax: 02041.709 47 19

E-Mail: janusz-korczak-gesamtschule@bottrop.de

Mont-Cenis-Gesamtschule

Städtische Gesamtschule

Mont-Cenis-Straße 180

44627 Herne

Tel.: 02323.16 26 69

Fax: 02323.16 26 57

E-Mail: leitung@mcg.herne.de

Rosa-Parks-Schule

Gesamtschule der Stadt Herten

Fritz-Erler-Straße 2-4

45701 Herten

Tel.: 02366.30 37 20

Fax: 02366.8 83 21

E-Mail: info@gesamtschule-herten.de

89


Willy-Brandt-Gesamtschule

Willy-Brandt-Allee 1

45570 Marl

Tel.: 02365.572 80 0

Fax: 02365.572 80 78

E-Mail: wbg-marl@t-online.de

Gymnasien

Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium

Am Grillopark 24

47169 Duisburg

Tel.: 0203.544 39 0

Fax: 0203.544 39 39

E-Mail: ellyheussknapp.gymnasium@stadtduisburg.de

Galilei-Gymnasium Hamm

Städtisches Gymnasium

für Jungen und Mädchen

Dr. Voßhage Straße 1

59065 Hamm

Tel.: 02381.6 46 44

Fax: 02381.6 66 67

E-Mail: mail@galilei-gymnasium.de

Haranni-Gymnasium Herne

Hermann-Löns-Straße 58

44623 Herne

Tel.: 02323.16 22 11

Fax: 02323.16 28 27

E-Mail: haranni-gymnasium-herne@t-online.de

Heisenberg-Gymnasium Dortmund

Preußische Straße 225

44339 Dortmund

Tel.: 0231.477 374 0

Fax: 0231.477 374 37

E-Mail: heiggym@aol.com

Hittorf-Gymnasium Recklinghausen

Kemnastraße 38

45657 Recklinghausen

Tel.: 02361.908 62 10

Fax: 02361.908 62 19

E-Mail: email@hittorf.schulen-re.de

Mädchengymnasium Essen-Borbeck

Fürstäbtissinstraße 52-54

45355 Essen

Tel.: 0201.685 02 30

Fax: 0201.685 02 31

E-Mail: Maedchengymnasium-Borbeck.info

@schule.essen.de

90

Otto-Hahn-Gymnasium

Städtisches Gymnasium

für Jungen und Mädchen

Hölkeskampring 168

44625 Herne

Tel.: 02323.16 26 07

Fax: 02323.16 26 08

E-Mail: buero@otto-hahn-gymnasium.de

Städtisches Ernst-Barlach-Gymnasium

Lunastraße 3

44575 Castrop-Rauxel

Tel.: 02305.358 15 0

Fax: 02305.358 15 22

E-Mail: ebgcastrop@t-online.de

Städtisches Gymnasium Bergkamen

Hubert-Biernat-Straße 1

59192 Bergkamen

Tel.: 02307.964 44 0

Fax: 02307.964 44 44

E-Mail: gym.bergkamen@helimail.de

Berufskollegs

Hans-Böckler-Berufskolleg

Hagenstraße 28

45768 Marl

Tel.: 02365.91 95 0

Fax: 02365.91 95 40

E-Mail: info@hbbk-marl.de

Käthe-Kollwitz-Berufskolleg

Richard-Wagner-Allee 40

46117 Oberhausen

Tel.: 0208.690 448 0

Fax: 0208.690 448 20

E-Mail: kkbk.ob@web.de

Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation


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Mädchen wählen Technik – Projektdokumentation

91


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ISBN 978-3-00-026177-0

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