2015 CUMINAIVEL #9

cuminaivel

Nr. 9 | Donnerstag, 22. Januar 2015

///CUMINAIVEL

Informationsmagazin für alle eingesetzten Sicherheitskräfte am WEF 2015

/// www.cuminaivel.ch /// Hotline: 081 632 16 75 /// Mail: info@kapo.gr.ch

Tourismuskatalysator

Gemäss Gaudenz Thoma – CEO der

Tourismusorganisation Graubünden

Ferien – hat das WEF für Graubünden

eine unglaubliche Bedeutung.

Warum das so ist, erklärt er uns im

Interview. Seiten 2–3

Il catalizzatore del turismo

Il WEF ha per Gaudenz Thoma –

CEO di Grigioni Turismo – un importante

significato. Il motivo ce lo

spiega rispondendo alle domande

della nostra redazione. Pagine 4–5

Kampfjetwerkstatt

Wer repariert eigentlich die F/A-18

Flugzeuge Wir besuchen den Militärflugplatz

Meiringen und schauen

den Experten über die Schultern.

Dabei wird schnell klar: Sie haben

alles im Griff. Seite 6

Seit Juni bereit

Belgische Schäferhunde der Rasse

Malinois sind in diesen Tagen für das

WEF im Einsatz. Wir haben je ein

Exemplar auf ziviler und militärischer

Seite angetroffen und wagen einen

Vergleich. Seite 8

Meteo

Davos Chur

Min / Max

Donnerstag 1° / 6°

Freitag 0° / 3°

Donnerstag -7° / 0°

Freitag -6° / -3°

WEF IM

BLICK

Bild: mw.


2 /// DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

«Es wäre töricht, auf

das WEF zu verzichten»

Gaudenz Thoma ist CEO der Tourismusorganisation Graubünden Ferien. Zusammen

mit touristischen Partnern im Kanton verfolgt Graubünden Ferien das Ziel,

neue Gäste für Graubünden zu gewinnen.

Für Graubünden habe das WEF eine unglaubliche Bedeutung, meint Gaudenz Thoma von Graubünden Ferien.

Bild: Patrick Nyffeler

dz. Gaudenz Thoma, welche Bedeutung

hat das WEF für Graubünden

Ferien generell

Gaudenz Thoma: Hier ist grundsätzlich

zu unterscheiden, aus welchem

Blickwinkel man das betrachtet. Wir

unterscheiden die Bedeutung des WEF

aus Sicht von Graubünden Ferien, aber

auch aus der Sicht des Kantons Graubünden

selbst. Für Graubünden hat das

WEF eine unglaubliche Bedeutung,

weil der Anlass eine weltweite Ausstrahlung

besitzt.

Leidet der Tourismus unter dem

WEF, weil beispielsweise alle Hotels

durch WEF-Teilnehmer besetzt

sind

Das glaube ich persönlich nicht. Ich

betrachte das WEF als einen wichtigen

Beitrag zur touristischen Wertschöpfung.

Weil das WEF zudem zu einer

Zeit stattfindet, in welcher nicht unbedingt

Hochsaison herrscht, verträgt es

die Durchmischung von WEF-Teilnehmern

und Feriengästen sehr gut.

Die Bergbahnen der Destination

Davos/Klosters klagen immer wieder

über leere Pisten während der

WEF-Woche. Können diese Einbussen

durch den riesigen Werbeeffekt,

den das WEF mit sich bringt,

wettgemacht werden

Ich habe grosses Verständnis für die

Verantwortlichen der Bergbahnen. Der

Aufwand, der betrieben wird, um die

Infrastruktur inklusive Pisten in einem

guten Zustand zu halten, ist enorm.

Wenn dann die Gäste ausbleiben, ist

das natürlich nicht angenehm. Solche

Grossveranstaltungen dürfen jedoch

meiner Meinung nach nicht auf einen

einzelnen Leistungserbringer, in diesem

Fall die Bergbahnen, heruntergebrochen

werden, sondern müssen in einem

Gesamtkontext betrachtet werden.

Langfristig gesehen soll das Gesamtsystem

von einem solchen Grossanlass

profitieren.

Was wären die grössten Konsequenzen

für Graubünden Ferien, wenn

das WEF plötzlich nicht mehr in Davos

stattfinden würde

Für Graubünden Ferien hätte dies

wahrscheinlich keine grossen Konsequenzen,

weil wir davon nur am Rande

betroffen wären. Für die Region Graubünden

wäre es jedoch überhaupt nicht

gut. Ich bin der Meinung, das WEF

gehört zu Davos und das WEF gehört

auch zu Graubünden. Das ist eine gute

Ehe. Es gibt für alles Pro und Contra.

Wenn das WEF nicht mehr in Graubünden

stattfinden würde, gäbe es nur

noch Contra, weil man sich dann bewusst

würde, was mit dem WEF alles

verloren ginge.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015

/// 3

Die Polizei bekommt des Öfteren den

Vorwurf zu hören, dass sie das Gebiet

rund um Davos derart abriegelt,

dass es für normale Tagestouristen

während dieser Zeit praktisch zur

Sperrzone wird. Wie beurteilen Sie

diesen Aspekt aus Sicht von Graubünden

Ferien

Es geht meiner Meinung nach nicht um

Abriegeln oder Nichtabriegeln. Es stellt

sich viel mehr die Frage «Wie sage

ich’s meinem Kinde». Die Polizisten

und Polizistinnen sind dabei die ersten

Kontaktpersonen, welche die Aufgabe

haben, den Touristen die Notwendigkeit

dieser verstärkten Kontrollen verständlich

und mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl

zu erläutern. Das ist eine

grosse Herausforderung, die bis jetzt

jedoch immer sehr gut umgesetzt worden

ist.

Dia andera

Böck han i

in d Feria

gschickt!

Über das Ganze betrachtet: Hat

Graubünden Ferien wegen des WEF

mehr Vor- oder Nachteile Beziehungsweise

begrüsst Graubünden

Ferien das WEF in Davos oder

könnte man auch gut ohne den Anlass

leben

Dieser Anlass hat eine derart internationale

Ausstrahlung und breite Präsenz,

dass es töricht wäre, darauf zu

verzichten. Es handelt sich um den

Anlass des Jahres, an dem sich Spitzenvertreter

aus der Wirtschaft und

der Politik die Hände reichen. Natürlich

müssen gewisse Opfer erbracht

werden, sei es von der Davoser Bevölkerung,

sei es von den Touristen. Diese

Opfer sollte man aber unbedingt in

Kauf nehmen. Zusammengefasst meine

ich deshalb, dass wir nicht mehr auf

diesen Anlass verzichten können.

Illustration: han.


4 /// DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

«Sarebbe insensato

rinunciare al WEF»

Gaudenz Thoma, CEO di Grigioni Turismo, in collaborazione con diversi partners

turistici del cantone cerca di raggiungere l'obiettivo di incrementare l'attrattività

turistica della regione.

Il WEF ha per il Canton Grigioni una forte importanza, spiega Gaudenz Thomas CEO di Grigioni Turismo.

Foto: Patrick Nyffeler

dz. / dr. Gaudenz Thoma quale significato

ha il WEF per Grigioni Turismo

Gaudenz Thoma: Bisogna capire da

che punto di vista si vuole rispondere

a questa domanda. Noi, come Grigioni

Turismo, vediamo il WEF differentemente

dal Canton Grigioni. Grazie al

WEF, quest’ultimo ha beneficiato di un

incredibile riscontro a livello internazionale,

portando il territorio cantonale al

centro di una vetrina mondiale.

Il turismo risente della presenza del

WEF. Per esempio perché tutti gli

alberghi sono riservati dai partecipanti

Personalmente non lo credo. Considero

il WEF come uno dei più importanti

contributi al turismo nella regione. Infatti

durante questo periodo non è alta

stagione e i partecipanti si mischiano

molto bene con i turisti.

I proprietari degli impianti di risalita

delle destinazioni di Davos/Kloster

si lamentano di avere le piste vuote

durante la settimana del WEF. Possiamo

dire che questa perdita non è

ripagata dall'enorme impatto pubblicitario

che il WEF porta con se

Comprendo la difficoltà dei proprietari

degli impianti di risalita. Il dispendio

di risorse per mantenere operative tutte

le infrastrutture e le piste è enorme.

Capisco quindi la frustrazione di vedere

le piste vuote in questo periodo. Grandi

manifestazioni come questa non devono

essere percepite negativamente dai

prestatori di servizi, come gli impianti

di risalita, perché a lungo termine generano

importanti vantaggi.

Quali sarebbero le più grosse conseguenze

per Grigioni Turismo se il

WEF non avesse più luogo a Davos

Le conseguenze per l'Ente Turistico dei

Grigioni non sarebbero probabilmente

importanti, visto che siamo solo marginalmente

toccati. Invece la Regione

Grigioni risulterebbe maggiormente


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015

/// 5

colpita. Sono dell'idea che il WEF appartenga

in ugual misura a Davos e ai

Grigioni. I tre attori formano un connubio

positivo, anche se ci sono pro e contro.

Se il WEF non avesse più luogo nei

Grigioni ci sarebbero solo effetti negativi,

i vantaggi accumulati fino ad oggi

andrebbero infatti persi.

Durante il WEF la polizia riceve

spesso delle lamentele da parte dei

turisti, soprattutto per quanto riguarda

i dintorni di Davos e al fatto

che l’accesso a queste zone è vietato.

Come giudica questo aspetto dal punto

di vista di Grigioni Turismo

La domanda a cui rispondere non dovrebbe

essere se è giusto sbarrare le

strade, ma «Come lo spiego ai miei

ospiti». Le poliziotte e i poliziotti sono

qui come prime persone di contatto per

spiegare ai turisti le necessità del rafforzamento

dei controlli. È una grossa

sfida, che finora hanno svolto perfettamente.

Se volessimo tirare le somme, il WEF

ha più riscontri positivi o negativi per

Grigioni Turismo Rispettivamente

Grigioni Turismo accoglie volentieri

il WEF o potrebbe farne a meno

Questo evento ha un' eco internazionale

ed è un'importante vetrina per i Grigioni.

Rinunciarvi sarebbe insensato. Si

tratta dell’evento dell’anno, che funge da

punto di incontro per i leader dell’economia

e della politica. Naturalmente ciò

causa degli inconvenienti fra la popolazione

di Davos e fra i turisti. Entrambi

devono tuttavia rassegnarsi ai disagi

portati da questo evento. Tirando le

somme, non credo però che potremmo

fare a meno di questo evento.

Illustration: han.


6 /// DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Hand in Hand

mit der Miliz

Eugen Glanzmann trägt während des WEF nicht Tarngrün, sondern einen blauen

Overall. Dennoch hat er eine Schlüsselfunktion für den militärischen Einsatz inne:

Er leitet die Flugzeugreparatur auf dem Militärflugplatz Meiringen und stellt sicher,

dass genügend Tiger und Hornets für den Schutz des Luftraums zur Verfügung stehen.

dam. Eine F/A-18 beschleunigt auf

der Piste, hebt ab und steigt hoch über

die Berner Alpen. «Das ist ein Werkflug,

soeben habe ich mit meiner Unterschrift

bestätigt, dass die Reparatur

dieses Flugzeugs abgeschlossen ist»,

erklärt Eugen Glanzmann. Ein Werkspilot

prüft den Jet nun noch eingehend

in der Luft. Anschliessend kann die

F/A-18 wieder für den WEF-Einsatz

verwendet werden. Glanzmann und

sein Team sind für Reparaturen zuständig.

Dies in klarer Abgrenzung vom

Flugbetrieb, wo Warte die Flugzeuge

tanken, putzen und kleinere Arbeiten

vornehmen. «Wird im Flugbetrieb eine

Fehlfunktion festgestellt oder wird ein

Teil des Flugzeugs aufgrund des Wartungszyklus

fällig für einen Austausch

oder eine Prüfung, so kommt der Jet zu

mir», so Glanzmann. Zusätzlich zum

«Solange scharfe Waffen

am Flugzeug sind, können

nicht alle Arbeiten

vorgenommen werden.»

Eugen Glanzmann

Profi-Team steht dem Leiter der Reparatur

im WK ein Miliz-Zug zur Verfügung,

welchen er fachlich führt. Mit

diesem Team können auch komplexere

Arbeiten, wie der Wechsel eines Triebwerks,

vorgenommen werden. Erst bei

schwerwiegenden Problemen werden

Fachleute der Ruag beigezogen.

Eugen Glanzmann ist verantwortlich für die Reparaturen an den Jets.

Bild: dam.

Scharfe Waffen

Nebst dem intensiven Flugbetrieb und

der 24-Stunden Bereitschaft sorgt die

Bewaffnung der Flugzeuge während

des WEF für zusätzliche Herausforderungen.

Glanzmann erklärt: «Solange

scharfe Waffen am Flugzeug sind, dürfen

wir nur Arbeiten vornehmen, für

welche die elektrischen Systeme nicht

eingeschaltet werden müssen. Ausser

einem Radwechsel liegt da nicht mehr

viel drin.» Es gelte also meist, die Waffen

vom Flugzeug zu nehmen, korrekt

zu lagern und nach erfolgter Reparatur

wieder zu montieren. «Das kann dazu

führen, dass eine Arbeit, die man normalerweise

in einer halben Stunde erledigt,

mehr als einen halben Tag in Anspruch

nimmt.» Abgefedert wird der

Mehraufwand durch die Miliz, auch

wenn die F/A-18 sehr komplex sind:

«Dank intensiver Unterstützung durch

die Profis funktioniert das. Zudem sind

bei uns nur Leute eingeteilt, die zivil

in technischen Berufen arbeiten. Einige

davon sind sogar Ingenieure oder

Piloten.»


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015

/// 7

Ein Blick

zurück …

WEF-Geschichten von Daniel Zinsli

Bis vor einigen Jahren fand das WEF nicht innerhalb einer einzigen

Kalenderwoche statt, sondern begann jeweils donnerstags

und endete am Dienstag der kommenden Woche. Bis ins

Jahr 1990 wurde der Anlass ausschliesslich mit Einsatzkräften

der Kantonspolizei Graubünden bewältigt. Um rechtzeitig

mit allen Vorbereitungsarbeiten fertig zu werden, rückte das

Kader am Dienstag der WEF-Woche, also zwei Tage vor Beginn

des Anlasses, mit sämtlichem Einsatzmaterial in Davos

ein. Am Mittwoch kam die Mannschaft dazu. Die Grenadiere

wurden in drei Gruppen eingeteilt. In einem achtstündigen

Turnus leistete die eine Gruppe Pikett, die zweite Innendienst

im Kongresshaus und die dritte Personenschutz. Ruhezeit gab

es keine. Die musste man sich meistens während des Pikettdienstes

stehlen.

Die Pikettgruppe hatte den Auftrag, binnen zwei Minuten

abfahrbereit vor der Unterkunft zu sein. Das bedeutete, dass

nachts im Grenadierkombi inklusive Kampfstiefel geschlafen

werden musste. Der damalige Chef Grenadiere überprüfte diese

Auflage alljährlich bei jeder Gruppe mindestens einmal. Er

alarmierte die Pikettgruppe und wartete dann mit der Stoppuhr

auf dem Parkplatz auf die Gruppe. Dauerte es länger als

zwei Minuten, wurde die Gruppe tags darauf erneut beübt. Die

Aussensicherung des Kongresshauses wurde tagsüber von vier

uniformierten Polizisten sichergestellt, die bei den vier Eingängen

postiert waren. Nachts patrouillierten zwei Hundeführer

im Kongresshaus. Die Aufgabenteilung Innendienst und

Aussendienst durch Grenadiere beziehungsweise Uniformierte

war für das gute Klima nicht immer förderlich. Insbesondere

dann nicht, wenn einzelne Grenadiere in Anzug und Krawatte

ihre fast steifgefrorenen Kameraden vor den Eingängen mit

unpassenden Sprüchen eindeckten.

Im Jahre 1991 wurde dann erstmals die Unterstützung des

Ostschweizer Polizeikonkordats beansprucht. Das Dispositiv

blieb grundsätzlich unverändert. Die einzige wesentliche

Änderung betraf den Aussendienst. Dieser wurde nämlich ab

dann ebenfalls von Grenadieren geleistet, was bedeutete, dass

die Sprücheklopfer des Vorjahres die Davoser Aussentemperaturen

nun am eigenen Leib zu spüren bekamen.

WEF-Geschichten

Daniel Zinsli ist bei der Kantonspolizei

Graubünden in der Dienststelle

Kommunikation tätig. Der 52-Jährige

blickt mittlerweile auf 31 Dienstjahre

zurück. Zwanzig Mal war er selbst

am WEF in Davos in verschiedensten

Funktionen im Einsatz. Die WEF-Geschichten

erscheinen alternierend zur

«WEF-Stafette» in jeder zweiten «Cuminaivel»-Ausgabe.

Mit offenen Worten

und etwas Humor blickt Zinsli dabei

bis ins Jahr 1971 zurück. In jenem

Jahr fand das Jahrestreffen des WEF

in Davos erstmals statt.


8 /// DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Seite an Seite

Der belgische Schäferhund Malinois ist schnell und wendig, er gilt als lernund

arbeitsfreudig. Dies macht ihn zum idealen Begleiter für ambitionierte Hundeführer.

Wie arbeitet man mit ihm im militärischen, wie im zivilen Leben

Eine Hommage auf den Malinois.

Sdt Franziska Brotzer mit Rüde Forman.

sig. Ob man als Cuminaivel-Journalist

über einen Wachhund der Schweizer

Armee oder über einen zivilen Lawinen-

und Sanitätshund berichtet, spielt

keine Rolle. So oder so wird man beim

Anblick des Malinois unweigerlich in

dessen Bann gezogen. Der belgische

Schäferhund schaut seinem Gegenüber

direkt in die Augen und mustert es,

wachsam, voller Aufmerksamkeit, voller

Neugier. Die Gruppe der Malinois

stellt eine Varietät des belgischen Schäferhundes

dar, die sich durch ein kurzhaariges,

falbfarben-schwarzgewolktes

Fell auszeichnet. Ursprünglich eingesetzt

als Hüte- oder Treibhund, arbeitet

er heute oft als Wach- oder Schutzhund.

Und so erstaunt es nicht, dass in der

Schweizer Armee überwiegend diese

Rasse eingesetzt wird. Der Malinois

gilt als mutig, intelligent und gesund.

Er ist leicht und schlank, was ihn sehr

beweglich und schnell macht. Ein idealer

Begleiter also für Sdt Franziska

Brotzer, Hundeführerin im Einsatz für

das WEF. Ihr Rüde Forman ist mit vier

Jahren zu ihr gestossen, als sie die RS

absolvierte. Rund ein Monat pro Jahr

leisten die beiden Dienst für das Vaterland,

die restliche Zeit verbringen sie zu

Hause in Flums. Dort arbeitet Sdt Brotzer

und ihr Gefährte für Securitas Chur

und trainiert für die Einsatzfähigkeit

ihres Diensthundes. Da fragt man sich,

wie der Rüde diese doch unterschiedlichen

Welten wahrnimmt. Sdt Brotzer

meint: «Der Dienst kann für Forman

manchmal ziemlich stressig sein. Wir

arbeiten zwar viel mit dem Hund, sind

beispielsweise auf Patrouille, aber wir

haben deutlich weniger direkten Kontakt.

Forman verbringt zusammen mit

den anderen Hunden seine Ruhephase

in den jeweiligen Einsatzboxen. Für das

Schmusen bleibt da weniger Gelegenheit

übrig.» Gerade bei den Rüden, die

allgemein als selbstbewusster und kräftiger

gelten, kann es durch diese Stresssituation

in der Gruppe manchmal etwas

wild werden. Umso beeindruckender

ist der durch intensives Training

ausgebildete Gehorsam, den man bei

manchem Soldaten vergebens suchen

würde. Hündin Yunis hat es im Vergleich

eine Spur gemütlicher zu Hause

bei Brigitte Blumenthal im schönen Cazis.

Wer aber glaubt, man könne einen

Malinois als Schosshündchen halten,

irrt sich. «Ich trainiere mit Yunis etwa

alle zwei Tage, zusätzlich bereiten wir

uns wie Profisportler auf verschiedene

Hundeprüfungen vor», erklärt Blumenthal.

Die intensiven Trainings, die

in den Abläufen mit den militärischen

Einsatzprüfungen zu vergleichen sind,

zahlen sich aus: seit die Hündin aus dem

Brigitte Blumenthal mit Hündin Yunis.

Zwinger vom Kistenstein dreijährig ist,

qualifizierte sie sich jedes Jahr für die

Schweizer Meisterschaften und zählt zu

den 25 Besten im Land. Zudem erreichten

die beiden den dritten Rang bei der

letztjährigen Schweizermeisterschaft

für Lawinenhunde. Wie der Rüde Forman

verbringt Yunis viel Zeit draussen,

und das bei jeder Witterung. Doch beide

Hundeführerinnen sind sich einig: «Mit

dem richtigen Futter und dem dickeren

Fell im Winter ist er vor der Kälte gut

geschützt.» Es wird deutlich, dass beide

Malinois Hunde sind, die viel fordern:

sie brauchen Bewegung, wollen beschäftigt

werden und müssen ihren Beutetrieb

ausleben können. Ob dieser Rahmen

durch das Militär oder im Zivilen geboten

wird, ist Hans was Heiri. Symbolisiert

wird diese Gemeinsamkeit durch

ein Detail am Rande: zu Hündin Yunis’

liebsten Gaumenfreuden zählen Militärguezli,

die sie ab und zu knabbern darf.

Bilder: rmo.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015

/// 9

Helikopterflugbetrieb

Frauenkirch

Flugspezialisten von Polizei und Militär ziehen jeweils im Januar im Zeughaus

Frauenkirch ein. Helikoptereinsätze und die Überwachung des Luftraums sind nur

zwei Aufgaben, die während des WEF im Helikopterflugbetrieb Frauenkirch ausgeführt

werden. Was steckt hinter der Organisation

as. 7.55 Uhr – Kuhglockengebimmel

im Operation Center. In fünf Minuten

beginnt das Morgenbriefing. Guido Federspiel,

Chef des Polizeiflugdienstes

und sein Stellvertreter am WEF, Daniel

Tscholl, aktualisieren noch schnell den

Dienstplan. Federspiel begrüsst. Er ist

zufrieden mit dem gestrigen Interventionstraining

mit den Grenadieren. Für

heute sind mehrere Helikopterflüge geplant:

Neben einem Personentransport

steht ein Fotoflug auf dem Programm.

Im Auftrag der Sicherheitspolizei Davos

werden dabei Objektstandorte fotografisch

festgehalten. Weiter macht

ein junger Pilot einen Trainingsflug,

um die Polizeilandeplätze kennen zu

lernen. Nicht zuletzt findet eine Konvoibegleitung

statt.

Meteo- und Nachrichtenposten

«Wir befinden uns in einer Tiefdruckrinne»,

erklärt Wettersoldat Joey Outry

die Wetterlage und ergänzt: «Im

Einsatzraum CAVOK, also gute Sichtverhältnisse.»

Das Wetter spielt eine

Schlüsselrolle bei der Planung von

Helikoptereinsätzen. «Um auf der sicheren

Seite zu sein, betreiben wir

eine zweite Helikopterbasis auf dem

Rossboden in Chur», erklärt Guido

Federspiel. Bei Eisregen zum Beispiel

sei die Sicht innert Sekunden eingeschränkt.

Die Blätter der Eurocopter

könnten vereisen, während jene der

Superpumas beheizbar seien. «Ultraleichtflugzeug

über Tamins festgestellt»,

meldet ein Soldat den Alarm

des zuständigen Nachrichtenpostens.

Federspiel ordnet die Überprüfung

des Fliegertyps sowie Entwarnung

an, sollte es sich tatsächlich um ein

Leichtflugzeug handeln. «Für Leichtflugzeuge

gilt nur in der engsten Zone

ein Flugverbot», erklärt er.

Abraham Dolf (links) und Christian Nold notieren sich die Koordinaten der Landeplätze.

Bild: as.

Konvoibegleitung Boden-Luft

Li Keqiang, Ministerpräsident der

Volksrepublik China, fährt mit seinem

Konvoi von Kloten nach Landquart.

Dort steigt die Delegation in den Zug

um. Abraham Dolf und Christian Nold

begleiten den Konvoi in der Luft als

Fliegende Einsatzleiter (FEL). Dabei

stehen sie untereinander und mit dem

verantwortlichen Personenschützer

am Boden in ständigem Kontakt. Es

muss genau geplant werden, wann und

wo die Helikopter tanken. «Wenn bei

laufendem Motor getankt wird, muss

immer ein Tanklöschfahrzeug vor Ort

sein», erklärt Dolf. «Jene Verkehrsstützpunkte

müssen informiert werden,

bei denen der Konvoi wegen Stau oder

Unfall in geschütztem Raum zwischenhalten

könnte», erinnert Nold. Die beiden

FEL haben ihren Auftrag erfüllt,

wenn der Zug mit der chinesischen Delegation

in Davos einfährt.


10 /// DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015 CUMINAIVEL

Main dans la main

avec la milice

Eugen Glanzmann ne porte pas la tenue de camouflage pendant le WEF mais une salopette

bleue. Il a cependant une fonction clé pour les engagements militaires : il dirige les

réparations des avions sur la Base aérienne de Meiringen et s’assure qu’un nombre suffisant

de Tiger et de Hornet soient disponibles pour la protection de l’espace aérien.

«Aussitôt qu’un avion

est équipé d’armes réelles,

on peut pas faire

tous les travaux.»

Eugen Glanzmann

dam. / da. Un F/A-18 accélère sur la piste,

décolle et s’envole au-dessus des Alpes

bernoises. « Il s’agit d’un vol d’essai

pour lequel je viens de signer la confirmation

que les réparations sont terminées

», explique Eugen Glanzmann.

Ce n’est qu’une fois dans les airs que

le pilote peut tester l’appareil. Ensuite

le F/A-18 pourra à nouveau être engagé

dans le cadre du WEF. Glanzmann et

son équipe sont responsables des réparations.

Ceci se distingue clairement

des services de vol, où l’on nettoie les

appareils, fait leur plein ainsi que de

menus travaux. « Le jet arrive chez moi

lorsqu’un dysfonctionnement est constaté

ou que, lors du cycle de maintenance,

on constate qu’une partie de l’avion

doit être testée ou changée », raconte

Glanzmann.

Armes réelles

En plus de son équipe de professionnels,

le responsable des réparations a à sa disposition

une section de milice, qu’il

encadre sur un plan technique pendant

le CR. Des travaux plus complexes,

comme le changement d’un moteur,

peuvent être entrepris par cette équipe.

En cas de problème majeur, les spécialistes

de Ruag interviendront. À côté de

l’intensité des opérations aériennes et

de la disponibilité 24h/24, l’armement

des aéronefs pendant le WEF représente

un défi supplémentaire : « Aussitôt

Eugen Glanzmann est responsable des réparations sur les jets.

qu’un avion est équipé d’armes réelles,

nous ne pouvons effectuer que des travaux

qui ne requièrent pas l’activation

des systèmes électriques. Il ne reste dès

lors plus grand-chose à part le changement

de roue ». Il s’agit donc avant

tout de démonter les armes de l’avion,

de les entreposer correctement et après

la réparation, de les monter à nouveau

sur l’appareil : « Cela implique qu’un

travail, qui normalement se fait en une

Photo: dam.

demi-heure, peut prendre plus d’une

demi-journée. » La charge de travail

supplémentaire est assurée par les miliciens,

bien que les F/A-18 soient très

complexes : « Cela fonctionne grâce

au soutien intensif des professionnels.

De plus, notre effective se compose

uniquement de personnes qui, dans le

civil, travaillent dans des domaines

techniques. Certains d’entre eux sont

même ingénieurs ou pilotes. »


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015

/// 11

Briefing du matin pour

les vols en hélicoptères

En janvier, les spécialistes civils et militaires prennent leurs quartiers dans

l’arsenal de Frauenkirch. Plusieurs Eurocopter se tiennent prêts sous leur tente.

L’engagement d’hélicoptères et la surveillance de l’espace aérien sont deux missions

qui incombent au service des vols d’hélicoptères de Frauenkirch pendant le WEF.

as. / da. 7h55 – le son des cloches des

vaches retenti jusque dans le centre

d’opération. Le briefing du matin débute

dans 5 minutes. Guido Federspiel, chef

du service de vol de la police ainsi que

son remplaçant au WEF, Daniel Tscholl,

actualisent encore rapidement le plan de

service. Federspiel ouvre la discussion.

Il est satisfait de l’entraînement d’intervention

mené hier avec les grenadiers.

Aujourd’hui, un certain nombre de vols

en hélicoptère sont prévus. En plus d’un

transport de personne, des prises de vue

aériennes sont programmées. Sur demande

de la police de sûreté de Davos,

certains sites seront photographiés. Un

jeune pilote effectuera ensuite un vol

d’entrainement afin de reconnaître les

places d’atterrissage de la police. Enfin

un accompagnement de convoi aura lieu.

Des postes météo et de renseignement

« On se trouve dans un couloir de basse

pression», explique le soldat météo

Joey Outry avant d’ajouter : « Dans le

secteur d’engagement CAVOK, la visibilité

est bonne. » Le temps joue un rôle

clé dans la planification d’engagements

des hélicoptères. « Pour une sécurité

maximale, nous exploitons une deuxième

base d’hélicoptère sur le Rossboden

à Coire », commente Guido Federspiel.

En cas de pluie verglaçante, la vue se restreint

en quelques secondes. Les hélices

de l’Eurocopter peuvent givrer alors que

celles du Super Puma chauffent. Le soldat

signale l’alarme reçue du poste de

renseignement : «Aéronefs ultralégers

au-dessus de Tamins ». Federspiel ordonne

la vérification du type d’appareil

et la fin de l’alarme au cas où il s’agirait

d’un avion léger. « L’espace de vol

est moins restreint pour les aéronefs légers

», ajoute-t-il.

Daniel Tscholl (à gauche) et Guido Federspiel discutent de la planification du service.

Photo: as.

Convoi d’accompagnement air-sol

Li Keqiang, le premier Ministre de

la République populaire de Chine, se

rend en convoi de Kloten à Landquart.

La délégation montra ensuite à bord du

train. Abraham Dolf et Christian Nold

forment la patrouille d’intervention volante

qui suivra le convoi. Ils gardent

en permanence le contact entre eux et

avec le responsable de la sécurité des

personnes au sol. Il faut précisément

planifier quand et où les hélicoptères

seront ravitaillés. « Un camion pompier

est toujours requis sur place lorsqu’un

ravitaillement s’opère avec le moteur en

marche », explique Dolf. « Il faut informer

chaque point d’aiguillage où le convoi

pourrait faire une halte sécurisée en

cas de bouchon ou d’accident », rappelle

Nold. Les deux patrouilles ont rempli

leur mission à l’entrée en gare de Davos

de la délégation chinoise.


CUMINAIVEL DONNERSTAG, 22. JANUAR 2015

/// 12

Bild des Tages

Chur, 21.01.2015, 11:43

Bild: rmo.

Kopf des Tages: Dominik Wagner, Kapo TG

Bild: as.

as. Dominik Wagner (26) arbeitet

auf einem Polizeiposten im Kanton

Thurgau. Als sein Chef ihn fragte, ob

er wieder einen Einsatz in Davos am

WEF leisten wolle, war er hell begeistert.

Wagner ist jetzt zum zweiten

Mal bei einem Kontrollposten

eingeteilt. «Bei den Kontrollen sind

gute Menschenkenntnisse gefragt»,

weiss Wagner. Letztes Jahr hätten

sie zwei Rumänen mit einem Kofferraum

voller gestohlener Kleider

kontrolliert und dem Polizeiposten

Davos übergeben können. «Ich freue

mich am WEF Kolleginnen und

Kollegen der Polizeischule wieder

zu treffen», sagt der junge Polizist.

Zudem ist die Tätigkeit in Davos

eine willkommene Abwechslung. Zu

seiner Arbeit in der Regionenpolizei

bei der Kapo Thurgau sagt Dominik

Wagner: «In meinem Beruf weiss

man nie, was kommt.» Auf Büroarbeit

eingestellt, heisse es plötzlich

zu einem schlimmen Verkehrsunfall

auszurücken. Wagner brauchte

lange Zeit, um den tödlichen Unfall

einer 14-jährigen Velofahrerin zu

verarbeiten. Als Ausgleich zu seinem

Beruf betreibt der sympathische

Thurgauer Kampfsport. Allerdings

kann er wegen des Schichtdienstes

nicht regelmässig an den Trainings

teilnehmen. «Darum bin ich noch

im Turnverein unseres Polizeikorps

aktiv», lacht er und macht sich zusammen

mit seinen Kollegen ans

Einrichten des Kontrollpostens.

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