Hofübergabe – damit es weitergeht - Agriexpert

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Hofübergabe – damit es weitergeht - Agriexpert

Seite 2SONDERBEILAGEE EWas man wissen muss:Ertragswert, Erbteilungund Zuweisung.Seite 4Wohnen auf dem Bauernhof:Vier Genera tionenunter einem Dach.Seite 8Bauen und finanzieren:Investitionen im Einklangmit der Tragbarkeit.Seite 11Versicherungen über -prüfen: Prämien sparenund Steuern optimieren.Impressum: Die Sonderbeilage «Hofübergabe»erscheint als im Abonnement inbegriffene Beilagezur UFA-Revue 5/2013.Heraus geber: fenaco Genossenschaft,Erlachstrasse 5, CH-3012 Bern in Zusammenarbeitmit SBV Treuhand und Schätzungen, Brugg.Bilder: Margrith und Karl Camenzind, Jasmin undRené Camenzind mit Melina und André sowieEmmi Camenzind, Hütten (ZH).Redaktion: Daniela Clemenz, UFA-Revue, MartinWürsch, Leiter SBV Treuhand und Schätzungen,Gestaltung: AMW, CH-8401 Winterthur.Verlag: fenaco LANDI-Medien,CH-8401 Winterthur, Tel. 058 433 65 21Druck: PMC, CH-8618 Oetwil am SeeHofübergabe damit esweitergeht


HOFÜBERGABEWas man wissen muss.Ertragswert, Erbteilung und ZuweisungDie lebzeitige Hofabtretung eines landwirtschaftlichenGewerbes oder Grundstückes kann im weitesten Sinne alsvorweggenommene Erbteilung betrachtet werden.Bei einer Übergabe wird alles bewer tet die Parzellen mittels Bodenprobe.GerhardRyfSpricht man in der Erbteilung voneiner Zuweisung, so ist es zu Lebzeiteneine Abtretung oder ein Verkaufeines Gewerbes an einenNachfolger. In beiden Fällen gelten diegleichen Massstäbe für die Wertfestsetzungvon Land, Gebäuden und Inventar.Zu Lebzeiten kann aber mit vertraglichenRegelungen davon abgewichenwerden, sofern sich die Familie, inklusivealler Geschwister des Käufers, einigsind.Im Grundsatz regelt der Artikel 17 imBGBB die Anrechnungswerte. Das landwirtschaftlicheGewerbe wird zum Ertragswertund das Inventar zum Nutzwertübergeben. Liegt kein Gewerbe voroder ist der Übernehmer nicht Selbstbewirtschafter,gilt der Verkehrswert.ErtragswertprinzipÜbernimmt ein selbstbewirtschaftenderNachkomme ein landwirtschaftlichesGewerbe, so kann er dies zum Ertragswertanrechnen lassen oder kaufen (Art.10 BGBB, Art. 2 VBB). Die Bewertungdes Ertragswertes hat gemäss der «Anleitungfür die Schätzung des landwirtschaftlichenErtragswertes» zu erfolgen.Jetzt anmelden:Webinar Hofübergabe:Ertragswert, Erbteilung undZuweisung.Ein Webinar ist ein Seminar, das im Webstattfindet und bei welchem man daheimvon seinem Computer aus teilnimmt. Hofübergabe, Ertragswert- undSelbstbewirtschafterprinzip werden von Gerhard Ryf beim Webinar (Livevortrag)am 14. Mai 2013 behandelt. Das Webinar dauert von 19.30 bisca. 20.00 Uhr. Anmelden via E-Mail an anna.steindl@ufarevue.ch, BetreffHofübergabe-Webinar. Fragen können gerne im Voraus mitgeteilt werden.Der PC muss über einen Lautsprecher verfügen und der Flash Player muss installiert sein.Das Login wird nach der Anmeldung zugestellt. Die Teilnahme ist gratis.Die aktuelle Schätzungsanleitung ist seitdem Jahr 2004 gültig.Als Übernahmewert für die Liegenschaftbieten sich vielfach die kantonalfestgelegten Steuer-, Kataster- oderamtlichen Werte an. Diese entsprechensinngemäss einem Ertragswert. Jedochist Vorsicht geboten, da die Kantone beider steuerlichen Bewertung nicht an dieSchätzungsanleitung gebunden sind. Sowird teilweise noch mit der alten Anleitunggeschätzt oder es gibt abweichendeBestimmungen, insbesondere bei derBewertung der Wohnräume. Auch passeneinige Kantone ihre Steuerwertenicht regelmässig an (beispielsweisenach baulichen Veränderungen). Ein fürdie Hofübergabe tauglicher Ertragswerthat aber immer den Gegebenheiten zumZeitpunkt der Übergabe zu entsprechen.Übernahmepreis erhöhenGemäss Artikel 18 BGBB ist in verschiedenenFällen der Übernahmewert desGewerbes zu erhöhen. Ist der Betriebbeispielsweise so verschuldet, dass dieSumme der Schulden die Anrechnungswerte(Ertragswert Liegenschaft plusNutzwert Inventar) übersteigt, so müssteder Kaufpreis mindestens der Höheder Schulden entsprechen. In diesen Fallsind Schranken bei der Finanzierungund Tragbarkeit der Hofübernahme gesetzt,was unter Umständen zu derenScheitern führen kann. Auch ist die finanzielleLage der abtretenden Generationzu beachten.Eine Erhöhung aufgrund besondererUmstände rechtfertigt sich, wenn daslandwirtschaftliche Gewerbe zu einemhöheren Wert als dem Ertragswert zugekauftwurde oder wenn der Eigentümerinnerhalb der letzten 10 Jahre vorder Übergabe erhebliche Investitionentätigte. So kann beispielsweise der Baueiner neuen Remise fünf Jahre vor derHofübergabe eine Erhöhung rechtfertigen.Für die Bewertung der Erhöhungwird der Zeitwert der Investition, unterBerücksichtigung einer Abschreibedauervon 10 Jahren, zu Grunde gelegt. DiesemWert ist die Erhöhung des Ertragswertsaufgrund der Investitionabzuziehen. Ob der gesamte Zuschlagnach Artikel 18 BGBB dem Kaufpreisaufgerechnet wird, hängt auch von derTragbarkeit beim Übernehmer ab.Nutzwert beim InventarDas Inventar aus Maschinen, Tieren undVorräten wird dem Übernehmer zumNutzwert verkauft. Der Nutzwert entsprichtseinem Wesen nach demErtragswert und ist bei landwirtschaftlichenGewerben anzuwenden. Manchmalwird das Inventar zum Buchwertübergeben, welcher aber abhängig vonder Abschreibetätigkeit in der Buchhaltungist. Ist zum Beispiel ein Traktornach 10 Jahren auf 0 abgeschrieben, sokann der Nutzwert immer noch mehrereTausend Franken betragen.VerkehrswertprinzipHandelt es sich beim Betrieb nicht mehrum ein landwirtschaftliches Gewerbeoder ist der Übernehmer eines landwirtschaftlichenGewerbes nicht Selbstbewirtschafter,so entspricht der Übernahmewertdem Verkehrswert. Ist derÜbernehmer eines landwirtschaftlichenGrundstückes bereits Eigentümer eineslandwirtschaftlichen Gewerbes, so istgemäss Artikel 21 BGBB eine Übernahmezum doppelten Ertragswert möglich.2 5|2013 SONDERBEILAGE · UFA-REVUE


HOFÜBERGABEWas Wert Detail Definition / Bemerkungen BewertungsgrundlageLandwirtschaftliches GewerbeInventar LiegenschaftNutzwert ErtragswertGebäude, Landund KulturenEhefrau des VatersDie Ehefrau des Verkäufers (Vater) hatauf dem Betrieb geholfen und oft mit eigenemGeld mitfinanziert. Bei der Erbteilungist der überlebende Ehegattedurch die vorausgehende güterrechtlicheAuseinandersetzung geschützt. Beiträgedes überlebenden Ehegatten anden Erblasser für die Schuldentilgung,den Ausbau und die Erhaltung des Betriebeswerden mindestens zum Nominalwert(Art. 206 ZGB) zurückerstattet.An der Errungenschaft des Erblassers istder überlebende Ehegatte zur Hälftebeteiligt. Bei der lebzeitigen Übergabeunterbleibt die güterrechtliche Ausein -andersetzung. Durch die Mitunterzeichnungdes Kaufvertrages gibt die Ehefrauihr Einverständnis. Unter Umständenverzichtet sie damit auf Ansprüche, dieihr im Erbfall zugestanden wären.AP 2014-2017Die Faktoren zur Bestimmung der SAKwerden angepasst. Gemäss BLW werdenrund 4 500 Betriebe die Gewerbegrenzevon 1.0 SAK bei Inkrafttreten derneuen SAK-Faktoren nicht mehr erreichen.Es braucht mehr Land, der Anbauvon Intensivkulturen oder die Erhöhungder Tierzahl, um die Limite zu erreichen.Die SAK-Faktoren werden um einigeSpezialkulturen und durch Berücksichtigungdes Arbeitsaufwandes für Lagerung,Verarbeitung und Verkauf eigenerProdukte erweitert. Den Kantonen wirddie Möglichkeit geboten, die Gewerbegrenzeauf 0.6 SAK anzupassen.Der Ertragswert entspricht dem Kapital,das mit dem Ertrag eines landwirtschaftlichenGewerbes oder Grundstückes bei landesüblicherBewirtschaftung zum durchschnittlichenZinssatz für erste Hypothekenverzinst werden kann.Vieh • Nutzvieh: (Verkehrswert + Schlachtwert) / 2.• Mastvieh: Mässiger Schlachterlös.MaschinenzugekaufteVorräteFeldinventarselbstproduzierteVorräteKontingente(Raps,Zuckerrüben)MilchmengenZeitwert oder mässiger Verkehrswert, wennsich der Zeitwert nicht mehr ermitteln lässt.Ankaufspreise.Vorleistungen (im Ertragswert enthalten).Mässiger Produzentenpreis.Buchhaltungsrichtzahlen.Keine Bewertung(allenfalls Gewinnanspruchim Inventarkaufvertrag).0 10 Rp. / kg (BerücksichtigungBestimmungen der Milchorganisationen).Sind Land, Ökonomiegebäudeund Wohnhausvorhanden?JaSind alle Grundstückein ortsüblicher Distanzzu den Gebäuden (ca.710 km)?JaEignet sich der Hof fürdie landwirtschaftlicheProduktion?JaWerden 1.0 Standardarbeitskräfte(kantonaleMinimalgrenze 0.75SAK)erreicht?JaGewerbe: Übergabezum Ertragswert anselbstbewirtschaftendenNachkommen.NeinNeinNeinNeinNeinGrafik: Martin Goldenberger, SBV Treuhand, BruggSchätzungsanleitung, basierend aufdem Bodenrecht BGBB.Steuerschätzung, falls diese aufder aktuellen Schätzungsanleitungbasiert.Aktuelle Marktpreise.Schlacht- und Nutzvieh.Zeitwerttabelle (Agridea).Rücknahme- oder Occasionspreise.Buchhaltung, Preislisten Verkäufer.Marktpreise, RichtzahlenKoordinationskonferenz.Grundlagen Milchorganisationen.KeinGewerbe!KeinGewerbe!KeinGewerbe!Ausnahme:Das fehlende Wohnhausist nicht notwendig, weilkeine Überwachungnotwendig (Ackerbaubetrieb)oder der Käuferbereits Eigentümer einesWohnhauses in der Näheist.Das fehlende Wohnhausoder Ökonomiegebäudekann wirtschaftlichtragbar erstellt werden.Kein Gewerbe!Beabsichtigte Produktionsveränderungen(z. B. Aufgabe der Milchwirtschaft)sind bei der Bestimmung derSAK zu berücksichtigen.Kein Gewerbe:Übergabe zum Verkehrswert.Autor Gerhard Ryf, Ing.-Agr. FH, Bereich Schätzungen,Schweizerischer Bauernverband, Brugg AG, 056 462 51 11.www.ufarevue.ch 5 · 12K U R Z M E L D U N G E NSteuern immer wichtigerMit dem Urteil des Bundesgerichtesvom 2.Dezember 2011 hat sichsteuerlich in der Landwirtschaft einigesverändert. Es betrifft Grundstücke,die wegen ihrer Grösse(< 25 Aren) oder ihrer Zugehörigkeitzur Bauzone nicht mehr in denGeltungsbereich des Bundesgesetzesüber das bäuerliche Bodenrechtfallen. Bei Übergaben an Nachkommen vor allem bei Betrieben, diekein landwirtschaftliches Gewerbedarstellen und einzelne Grundstückean verschiedene Nachkommenverteilt werden kanndies zu massiven Steuerfolgenführen. Bis anhinkonnten Baulandgrundstückeohne Steuerfolgenan Nachkommenverschenkt werden. Damit istSchluss: Verschenkt ein Landwirtdas Landwirtschaftsland dem einenNachkommen, ein Hausgrundstückmit einer Fläche von weniger als 25Aren einem zweiten Nachkommenund ein Baulandgrundstück einemdritten, so muss er für das Hausgrundstückund für das BaulandgrundstückSteuern abrechnen(Überführung vom Geschäftsvermögenins Privatvermögen). DerÜberführungswert ist nicht mehrwie bis anhin der Anlagewert, sondernder Verkehrswert. Somit müssenbei der Überführung nicht nurdie kumulierten Abschreibungenversteuert werden, sondern der gesamteGewinn bis zum Verkehrswert.Dieser Gewinn muss neu überdie Einkommenssteuer abgerechnetwerden. Vom Gewinn fallenrund 25 % Kantons- und Gemeindesteuern,rund 10 % Bundessteuernund rund 10 % AHV-Beiträgean. Die Belastung beläuft sich auf45 %, auch wenn kein Geld fliesst.Allenfalls kann beim Alter über 55Jahren oder bei Invalidität von einerbegünstigten Abrechnung profitiertwerden.Leo Müller, Anwalt und Notar,Nationalrat, Verwaltungfenaco, RuswilUFA-REVUE · SONDERBEILAGE 5|2013 3


HOFÜBERGABETabelle 1: Vergleich verschiedener RechtsformenRechtsform Eigentum Nutzniessung Wohnrecht MieteRechtsgrundlage Art. 641 729 ZGB Art. 745 775 ZGB Art. 776 778 ZGB Art. 253 274 OREntstehung•Rechtsgeschäft.•öffentlich beurkundeterVertrag.• Grundbucheintrag.•öffentlich beurkundeterVertrag.•Verfügung vonTodes wegen.•GrundbucheintragBeendigung Veräusserung. •mit Tod.•Aufhebungsvereinbarung.Rechtliche WirkungSteuern(kantonale Abweichungen)VorteileNachteileIn den Schrankender Rechtsordnungbeliebig verfügen.•Vermögens- undEinkommenssteuernfür Wohnobjekt.•Unterhalt abziehbar.•Eigener Herrund Meister.•Für alles selbstverantwortlich.Tabelle 2: Wer ist für welchen Unterhalt zuständig?NebenkostenUnterhaltReparaturenNutzniesserträgtNebenkosten wieStrom, Wasser,Heizung oder TV.Werterhalt imBestand•PeriodischanfallendeAusbesserungen.•Wartungsarbeiten.•Pflegearbeiten.•Laufende kleineReparaturen.•Malerarbeiten.•ErsatzBodenbeläge(z. B. Teppich).•Ersatz undReparatur vonEinbaugeräten wieKühlschrank,Geschirrspülautomat,Kochherd oderWaschmaschine.•ErneuerungelektrischerAnlagen,Heizkesseloder derZentralheizung.•Verputzarbeitenoder Dachreparaturen.Nutzung kann einemDritten überlassenwerden.•Einkommenssteuerauf Eigenmietwertoder Mietzinsen.• Unterhalt abziehbar.•Weiterhin Besitzer.•Überlassung anDritte möglich.•Vermietbar.•Nutzungsrecht biszum Ableben.•Belastbar mit Hypotheken.•Verkauf währendBelastungeingeschränkt.WohnberechtigterträgtNebenkosten.Normaler Unterhalt•Ersetzen vonKochplatten,Wasserhahn,WC-Spühlung,Türschlösser, usw.•Malerarbeiten.•ErsatzBodenbeläge(Teppich).•Ersatz undReparatur vonEinbaugeräten wieKühlschrank,Geschirrspülautomat,Kochherd oderWaschmaschine.•öffentlich beurkundeterVertrag.•Verfügung vonTodes wegen.•Grundbucheintrag•mit Tod.•Aufhebungsvereinbarung.Unübertragbar,nur persönlicheAusübung möglich.•Einkommenssteuerauf Eigenmietwert.•Geringe laufendeKosten für dieBerechtigten.•Objekt nutzbar biszum Ableben odernach vertraglicherRegelung.•Recht ist nichtübertragbar.•Recht gilt nur füreine Wohnung.•Verkaufeingeschränkt.Mieterkommt auf fürNebenkosten,wenn vertraglichvereinbart.Kleiner Unterhalt•Abdichten vonWasserhahnen,Ersatz vonDuschschlauch etc.•Balkon- undSitzplatzpflanzenpflegen.•Reparaturen anTürschlössern.Keine.GegenseitigeübereinstimmendeWillensäusserung.•Kündigung.•Aufhebungsvereinbarung.Unübertragbar, nurpersönliche Ausübungmöglich.•Keine Auswirkung.•Nur Mietzins zahlen,sonst keine Verpflichtung.•Miete ist bei denErgänzungsleistungenals Bedarfanrechenbar.•«Nur» Mietvertrag.•VorzeitigteAuflösung durchEigentümer ist nichtausgeschlossen.Autor MartinGoldenberger istImmobilien-Schätzermit eidgenössischemFachausweis und leitetden Bereich Schätzungendes Bauernverbands,Brugg.www.ufarevue.ch 5 · 13K U R Z M E L D U N G E NAuf Vermögen verzichtet?W trat im August 2007 in ein Alters-und Pflegeheim ein. Im Oktober2007 veräusserte er seine landwirtschaftlicheLiegenschaft zumErtragswert an einen seiner Söhne.Bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen(EL) zur AHV-Altersrentevon W rechnete die Ausgleichskassediese Liegenschaftzum Verkehrswert an. Das heisst,sie behandelte die Differenz zwischendem Ertragswert und demVerkehrswert so, wie wenn diesesVermögen noch vorhanden wäre.Die Gesetzgebung siehtvor, dass bei der EL-Berechnungauch Einkünfteund Vermögenswerteangerechnet werden,auf die verzichtet wordenist. Bei der Entäusserung einesGrundstückes ist für die Prüfung,ob ein Vermögensverzicht vorliegt,grundsätzlich der Verkehrswertmassgebend. Er gelangt dann nichtzur Anwendung, wenn von Gesetzeswegen ein Rechtsanspruch aufden Erwerb zu einem tieferen Wertbesteht. Ob der Verkauf einer landwirtschaftlichenLiegenschaft anein erbberechtigtes Kind zum Ertragswerteinen Vermögensverzichtdarstellt, hängt laut Bundesgerichtin erster Linie davon ab, ob es sichdabei um ein landwirtschaftlichesGewerbe im Sinne des bäuerlichenBodenrechts handelt und der KäuferSelbstbewirtschafter ist. Sinddiese beiden Voraussetzungen erfüllt,verfügt dieser Nachkommevon Gesetzes wegen über ein Vorkaufsrechtzum Ertragswert und einVermögensverzicht fällt ausser Betracht.Im Falle von W wies dasBundesgericht die Sache zu weiterenAbklärungen hinsichtlich derGewerbe- und der Selbstbewirtschaftereigenschaftan die Ausgleichskassezurück (Bundesgerichtsentscheid138 III 548 vom09.07.2012).Andreas Wasserfallen, Agronomund Rechtsanwalt, Bernwasserfallen@agrarrecht.chUFA-REVUE · SONDERBEILAGE 5|2013 5


HOFÜBERGABEHofübergabe in der LandwirtschaftAusgangslageAngestelltbei den ElternBewirtschaftungeines BetriebszweigsGenerationengemeinschaftPachtübergabein der FamilieVerkauf: Übergabe zuLebzeitenVerkauf: ÜbergabeGewerbe im ErbfallFallbeschreibungDie Eltern stellen denNachkommen alsAngestellten auf ihremBetrieb an.Sohn oder Tochterbewirtschaftetunabhängig vom«Stammbetrieb» einenBetriebszweig.Vater und Nachkommebewirtschaftenden Betrieb gemeinsam.Der Vater verpachtetdas landwirtschaftlicheGewerbe an seinenNachkommen.Die Eltern übergebenden Hof an denNachkommen(Kindskauf).Der Hofeigentümerstirbt und der Hof(Erbmasse) geht aneinen Nachkommen.ZeitpunktAls Angestellter lerntder Sohn den Betriebbesser kennen undentlastet die Eltern.Der Vater ist noch zujung, um den Betriebzu übergeben. DerNachkomme möchteinvestieren undselbstständig arbeiten.Der Vater ist nochjung, der Nachkommewill einsteigen undzusammen mit demVater den Betriebführen.Die Eltern wollen denHof nicht zu Eigentumübergeben. DerNachkomme möchteden Betrieb in eigenerVerantwortung leiten(Zeitplan zum Kaufvereinbaren).Der Vater ist oder wird65 und bekommt keineDirektzahlungen mehr.Die Eltern möchtendas Gewerbeübergeben und derNachkomme ist dazubereit.Todesfalls des Vaters:Der Verkauf konntenicht zu Lebzeitengeregelt werden.GesetzlicheGrundlageEinzelarbeitsvertrag(OR), Normalarbeitsvertrag(NAV).Vertrag (eGes),Baurecht, juristischePersonVertrag als einfacheGesellschaft (eGes).Pachtrecht (LPG). BGBB, ZGB, OR. BGBB, ZGB.KaufpreisKein Kauf und keineBeteiligung.Der Vater trägt dasvolle Risiko desBetriebes.Die Kosten desBetriebszweigs werdenentsprechend derBeteiligung unter denParteien geteilt (Preis =Anlagekosten).Der Nachkommebeteiligt sich mitseinen Ersparnissen amBetrieb und kauft sichein. Seine Beteiligungstellt Eigenkapital dar.Der Nachkommeübernimmt dasInventar zumNutzwert.Gewerbe zumErtragswert.Inventar zumNutzwert.Liegt kein landwirtschaftlichesGewerbevor (< 1.0 SAK) oderfehlt es an derSelbstbewirtschaftung,zum Verkehrswert.Der Kaufpreis setzt sichaus dem Ertragswert(Liegenschaft) unddem Nutzwert(Inventar) zusammen.Ist der Betrieb keinlandwirtschaftlichesGewerbe, gilt derVerkehrswert.FinanzierungKeine Finanzierung(Lohngutschrift fürNachkommen).Eigene Ersparnisse.Eventuell Starthilfe.Eigene Ersparnisse desNachkommen.Starthilfe.Darlehen des Vaters.Eigene Ersparnisse.Starthilfe.Darlehen des Vaters.Ersparnisse, Starthilfe.Hypothek, Investitionskredite,Abgeltung fürWohnrecht,Darlehen des Vaters.Erbanteil, Starthilfe,Anrechnung desWohnrechtes Mutter,Hypothek, Darlehender einzelnen Erben.ZupachtlandZupachtland bleibtbeim Vater, keinPächterwechsel.Pachtland ist davon inder Regel nichtbetroffen.Zusammenarbeit mussvom Verpächterakzeptiert werden(Orientierung).Schriftliche Erklärung an den Verpächter mitdem Wunsch zur pachtweisen Weiterbewirtschaftung.Der Verpächter kann Nachkomme alsneuen Pächter ablehnen.30 Tage Zeit, schriftlichden Eintritt in denPachtvertrag zuerklären.Stellung des VatersVater ist Arbeitgeberund hat die Weisungsbefugnis.Vater ist am neuenBetriebszweig nichtbeteiligt. Für dieProduktionsrechte(Boden, Sicherheiten,Düngerabnahme)erhält er eineAbgeltung.Beide sind Teilhaberan der Generationengemeinschaft.DieEntscheide werdengemeinsam gefällt.Die Einnahmenwerden gemässeinfachem Gesellschaftsvertraggeteilt.Das landwirtschaftlicheGewerbe bleibt imEigentum des Vaters.Als Verpächter erhälter den Pachtzins undkommt für Hauptreparaturen,die Hypothekarzinsen,die Steuernund die Gebäudeversicherungauf.Der Vater ist Verkäuferund muss für sich undseine EhefrauWohnrecht, Nutzniessung,Gewinnanspruchsrecht,Rückkaufsrecht undNaturalienbezugvertraglich vereinbaren.Der Erblasser kann mitletztwilliger Verfügungunter den geeignetenNachkommen denÜbernehmerbezeichnen.Bei unmündigenErben wird dieErbteilung aufgeschoben.Stellung der MutterDie Mutter erledigtoft den Haushalt fürden Nachkommen,dieser kommtseinerseits für Kost,Logis, Wäsche etc. auf.Mithilfe im Betriebdes Vaters (Ehemannes).Führt den Haushaltund erledigt meistauch Haushaltsarbeitenfür den Nachkommen(Entgelt für Kost,Logis, etc.).Mithilfe im Betriebund Haushalt (Kost,Logis, etc. entgelten).Führt den elterlichenHaushalt und hilft mit(u.a. Kinderbetreuungfür Nachkommen).Wenn der Vaterverkauft, braucht esdie Zustimmung derMutter.Zustimmung Mutterist nötig, wenn dasGewerbe einemselbstbewirtschaftendemNachkommenzugewiesen wird. DerEhegatte kannNutzniessung oderWohnrecht anWohnung verlangen.Martin Würsch, SBV Treuhand und Schätzungen, Brugg, 20136 5|2013 SONDERBEILAGE · UFA-REVUE


HOFÜBERGABEInvestitionen im EinklangBauen und Finanzieren Damit für die nachfolgende Generation dienötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden können, wird meistensbei der Hofübergabe investiert. Aber aufgepasst, Investitionen beeinflussenden Übernahmepreis und die Wirtschaftlichkeit.MartinAngehrnAutor Martin AngehrnAgronom BSc BFHLeiter BereichTreuhand, Laurstrasse10, 5201 Bruggwww.ufarevue.ch 5 · 13Investitionen sollen die wirtschaftlicheSituation des Betriebes undder Familie verbessern. Davor mussdie Rentabilität mittels geeigneterMittel geprüft werden (Vollkostenrechnungoder Teilbudget). Dabei ist einegenügend hohe Liquiditätsreserve einzuplanen,denn Betriebsvergrösserungenbinden flüssige Mittel. Kostenüberschreitungensind in der Landwirtschaftschwierig zu finanzieren. Die gesetzlicheBelastungsgrenze (Art. 73 ff. BGBB) unddie Bestimmungen der landwirtschaftlichenKreditkassen lassen oft keinenSpielraum für zusätzliche Kredite.RentabilitätsprüfungIm Grundsatz liegt der Entscheid füroder gegen eine Investition beimGrundeigentümer. Jedoch sollte dienächste Generation in diese Überlegungenmiteinbezogen werden, denn dieKapitaleinlagen sind für die Hofnachfolgewegweisend und beeinflussen diestrategische Ausrichtung.Die Tragbarkeit der finanziellen Belastungmuss für die übernehmende Generationgegeben sein. Im diesem Zusammenhangstellt sich die Frage nach demInvestitionen, beispielsweise ein neuer Stall, müssen langfristig tragbar sein.optimalen Zeitpunkt der Hofübergabe:Soll der Hof vor oder nach der Investitionübergeben werden?ÜbernahmewertInvestitionen in Ökonomiegebäude sowieLandkäufe tragen in beschränktemUmfang zu einer Erhöhung des Ertragswertsbei. Durch Art. 18 BGBB gehenden Eltern in den letzten zehn Jahrenvor der Betriebsübergabe nur einen Teilihrer investierten Eigenmittel verloren.Trotzdem ist der Wertverlust nicht zuvernachlässigen, denn er beeinflusst diefinanzielle Situation und die Altersvorsorgeder abtretenden Generation beträchtlich.Die in Art. 18 BGBB vorgeseheneAufrechnung der getätigten Investitionauf den Ertragswert ist nur imRahmen der Tragbarkeit zulässig.RaumplanungLandwirtschaftliche Bauvorhaben bedingeneinen Nachweis der langfristigenExistenz eines Betriebs (Art. 34, Abs.4Raumplanungsverordnung, RPV). EinigeKantone verlangen die Einbindung dernachfolgenden Generation (eigentumsmässigeÜbergabe, pachtweise Übergabeoder Generationengemeinschaft),JasminJasStellung der Ehefraudes KäufersDer Käufer kann den Betrieb zum Ertragswertvon seinen Eltern erwerben.Dieses Privileg gilt nicht für den Ehegattendes Käufers. Deshalb ist der Ehegatteumfassend über das Güter- und Bodenrechtzu orientieren. Dies hilftMissverständnisse auszuräumen. Finanzierungvon Investitionen und die Betriebsführungsollen im vollen Wissenvon den Ehepartnern gewählt werden.Der Ehegatte ist über Ehe- und Erbrechtgut abgesichert. Beiträge an den anderenEhegatten werden güterrechtlichmindestens nominal zurückerstattet. Aneinem künftigen Gewinn ist der Ehegattewährend 25 Jahren beteiligt. Da imStreitfall alles bewiesen werden muss,sollte der Mittelfluss festgehalten werden.Das SBV-Merkblatt zur Aufzeichnungvon Investitionen hilft weiter(www.sbv-treuhand.ch). Wichtig ist es,dass die jeweilige Verwendung der Mittelnicht zufällig geschieht. So sollte esnicht sein, dass ein Ehegatte zum Unterhaltder Familie mit allen seinen Mittelnbeiträgt und diese verbraucht, währendder andere seine Mittel spart. Ein EheundErbvertrag kann zusätzliche Möglichkeitenbieten Beweise zu sichernund vom Gesetz abweichende Regeln zutreffen. Martin Würsch, SBV Brugg8 5|2013 SONDERBEILAGE · UFA-REVUE


HOFÜBERGABEwenn der Betriebsleiter dass 55. Lebensjahrerreicht hat. Für grössere Bauvorhabenwerden immer häufiger Betriebskonzepte,auch mit Aussagen zurwirtschaftlichen Entwicklung, verlangt(ähnlich Kreditkassen). Wohnbautenund -erweiterungen sind bei Betriebsumstellungensorgfältig und langfristigzu planen.Ist ein landwirtschaftliches Gewerbevorhanden und ist eine Aufsichtspflichtnachweisbar, besteht ein deutlich grössererHandlungsspielraum für die Schaffungvon Wohnraum in der Landwirtschaftszone.Zeitpunkt der InvestitionVon der nachfolgenden Generation getätigteInvestitionen sind auf deren strategischeAusrichtung abgestimmt undgefährden die Altersvorsorge der Elternnicht. Jedoch kann eine anstehende Investitionim Falle von Tier- und Gewässerschutzmassnahmenoder bei Landkäufennicht immer aufgeschobenwerden. In Ausnahmefällen bringt eineInvestition vor der Hofübergabe sogarVorteile. In jedem Fall ist es lohnenswert,einen Berater beizuziehen, der indiesen Themen fachlich kompetent istund die Folgen abschätzen kann.FINANZIERUNGSPLANKapitalbedarfBemerkungen, HinweiseBetrag in Fr.Sanierungskosten Wohnhaus Kostenvoranschlag XY Fr. 180'000.00Reserve für Unvorhergesehenes 10% der Bausumme von Fr.Fr. 18'000.00180'000Übernahme BetriebFr. 373'000.00gem. Ertragswertschätzung vom [Datum]Inventar gem. Inventarschätzung vom [Datum] Fr. 190'000.00Betriebsmittel (Reserve) Faustregel Fr. 2'000.-/ha LN Fr. 39'000.00Total KapitalbedarfFr. 800'000.00Kapitalbeschaffung- Eigene Mittel und BeiträgeBemerkungen, HinweiseBetrag in Fr.Barmittel, Kasse mindestens 10%, besser 20% des Kapitalbedarfs Fr.75'000.00Eigene Arbeit 5% der Bausumme von Fr. 198'000 (nicht überschätzen!) Fr.10'000.00Eigenes BaumaterialHinweise kann der ART Baukostenkatalog geben.Erbvorbezug der ElternFr.20'000.00Total Eigenmittel (unverzinslich) 13% EigenfinanzierungsgradFr. 105'000.00verbleibt zu finanzierenbestehende Hypothekmaximale Hypothek(Kapitalbedarf ./. Eigenmittel)Ertragswert nach InvestitionBelastungsgrenze somit695'000.00- Fremdkapital Betrag in Fr.Hypothek der Bank XY, in [Ort] Fr. 360'000.00Starthilfe 2.00 - 2.79 SAK Fr. 150'000.- Fr. 150'000.00Darlehen der Ehefrau gemäss schriftlichem Darlehensvertrag vom [Datum] Fr.30'000.00SFWE Darlehen Stiftung zur Förderung von Wohneigentum, 4503 Solothurn Fr.50'000.00Darlehen des Abtreters gemäss Darlehensvertrag (mit Wohnrecht verbunden) Fr. 105'000.00Fr.Fr.Fr.375'000.00506'000.00 Fr.506'000.00Total Fremdkapital(Finanzierung ist sichergestellt.)Fr.695'000.00SICHERSTELLUNGKredit BetragRangVorgang in % d. Ertragswertesneue Hypothek Fr. 360'000 1. Rang96%SFWE DarlehenFr. 50'000 2. Rang Fr. 360'000.00109%StarthilfeFr. 150'000 3. Rang Fr. 510'000.00149%ZINSEN & RÜCKZAHLUNGENneue Verschuldung Betrag in Fr. p%Zins in Fr. Tilgung in Fr.HypothekFr. 360'000 4.000% Fr. 14'400.00 Fr.7'200.00StarthilfeFr. 150'000Fr.12'500.00Darlehen der EhefrauFr. 30'000SFWE Darlehen Fr. 50'000 1.500% Fr.750.00 Fr.2'500.00Darlehen des AbtretersFr. 105'000 1.500% Fr. 1'575.00 Fr.5'250.00Total nach Investition Fr. 695'000 2.41%16'725.00Fr.27'450.00Geflügelställe für Lege-,Aufzucht, Mast & BioEinrichtungen & Klimafür die GeflügelhaltungPhotovoltaikanlagenintelligent & integrierttierisch clevere Lösungen aus Appenzell !www.inauen.ch / info@inauen.ch / 071 788 39 39UFA-REVUE · SONDERBEILAGE 5|2013 9


HOFÜBERGABEPrämien sparen undSteuern optimierenVersicherungen überprüfen Die abtretendeGeneration muss noch mögliche Korrekturen vornehmen.Die jüngere Generation stellt die Weichen für die zukünftige Absicherung.ChristianKohliAutor Christian Kohliist GeschäftsführerVorsorgestiftung derschweizerischenLandwirtschaft,Laurstrasse 10, Brugg 056 461 71 12www.ufarevue.ch 5 · 13Versicherungen sind von zentralerBedeutung: Einerseits wegen derAbsicherung der finanziellen Folgenvon Schadenereignissen, andererseitsaber auch wegen deren hohen Kosten,die sie verursachen. Eine Hofübergabeist ein Ereignis, das sowohl für dieabtretende wie auch für die übernehmendeGeneration einschneidendenEinfluss auf die Versicherungen hat. FürErstere gilt es, noch mögliche Korrekturenvorzunehmen. Und Letztere müssendie Weichen für die Zukunft richtig stellen.Mit einer gut durchdachten Versicherungs-und Vorsorgestrategie lässt sichüber die Jahre nicht nur mancher Prämienfrankensparen, sondern auch diesteuerlichen Vorteile lassen sich optimalausnutzen.AHV, IV und EOZu den Versicherungen gehört die ersteSäule (AHV, IV und Erwerbsersatzordnung).Für die übernehmende Generationist es wichtig, sich über die Erwerbssituationund die Auswirkungenauf die Beiträge und Leistungen im Klarenzu sein. In den meisten Betrieben arbeitendie Bäuerinnen in erheblichemAusmass mit. Damit ist die Frage nachder korrekten Aufteilung des gemeinsammit dem Ehegatten erwirtschaftetenEinkommens verständlich.Je nach Situation auf dem Betrieb,steht dabei eine Entlöhnung der Bäuerinals mitarbeitendes Familienmitgliedoder die Anmeldung als Selbstständigerwerbendebei der AHV im Vordergrund.Eine Überprüfung der Situationund ein bewusster Entscheid für odergegen eine Einkommensteilung gehörtzum Prozess der Hofübergabe.Vorsorge längerfristig planenIm Vorsorgebereich ist eine längerfristigePlanung wichtig und im Hinblick aufeine ganzheitliche Steuerplanung anzugehen.Wenn sich die abtretende Generationerst im Zeitpunkt der Hofübergabemit der Vorsorge auseinandersetzt,steht sie in vielen Punkten vor vollendetenTatsachen und kann höchstens nochversuchen, das Beste aus der Situationzu machen. Dazu gehört unter anderemdie Optimierung der Steuerfolgen, diezum Beispiel durch die Realisierung vonstillen Reserven entstehen. Eine Massnahmekann ein «Einkauf» im Rahmeneiner freiwilligen zweiten Säule sein.Dank den Steuervorteilen, die mit einerangepassten Vorsorgestrategie erzieltwerden können, lassen sich Einsparungenrealisieren, welche zur Verbesserungder Absicherung im Alter verwendetwerden können. Für dieübernehmende Generation wird diesidealerweise im Zeitpunkt der Hofübergaberichtig vorgespurt. Fehler (Abschlusseiner unzweckmässigen Versicherung)lassen sich zu einem späterenZeitpunkt nur mit erheblichen Kostenfolgenkorrigieren.Betriebliche VersicherungenBei den betrieblichen Versicherungen(Feuer- und Elementarschadenversicherungdes Inventars, Betriebshaftpflichtversicherung)geht es in erster Linie darum,die Versicherungsverträge denneuen Besitzverhältnissen anzupassen.Die Hofübernahme ist hierbei der idealeZeitpunkt, um ungeeignete Policenausserhalb der ordentlichen Kündigungsfristenanzupassen oder gar zukündigen. Grundsätzlich geht zwar beiHandänderung der versicherten Sache(Inventarübergabe) der Versicherungsvertragautomatisch auf den neue Eigentümerüber. Aufgrund des Versicherungsvertragsgesetzeshat dieser dieMöglichkeit, innerhalb von 30 Tagenden Vertragsübergang abzulehnen.Bei den betrieblichen Versicherungenkann bei der Hofübergabe vieles, wasunter Umständen in der Vergangenheitnicht optimal aufgegleist wurde, korrigiertwerden.Das ausserordentliche Kündigungsrechtsteht aber auch dem Versichererzu. Normalerweise stellt dies keinProblem dar. Bei einer hohen Schadens -belastung könnte aber der neue Eigentümerplötzlich ohne Versicherungsdeckungdastehen, was es mit einerrechtzeitigen Überprüfung der Situationzu vermeiden gilt.Beratung ist wichtigAlle Handlungen im Zusammenhang miteiner Hofübergabe sind von der familiären,finanziellen und betrieblichen Situationabhängig. Standardlösungengibt es nicht. Um im konkreten Fall dierichtigen Massnahmen zu treffen, ist eineGesamtversicherungsberatung unabdingbar.Das Beratungsgespräch sollterechtzeitig, das heisst mindestens zweibis drei Monate vor der Übergabe stattfinden.Als ideale Ansprechpartner erweisensich die landwirtschaftlichenVersicherungsberatungsstellen, die denkantonalen Bauernverbänden angegliedertsind. Deren Beratungskräfte sindnicht nur Versicherungsspezialisten. Siekennen auch die Bedürfnisse der Bauernfamilienbestens und wissen, wiediese mit berufsständischen Versicherungs-und Vorsorgelösungen optimalgedeckt werden können.10 5|2013 SONDERBEILAGE · UFA-REVUE


HOFÜBERGABECheckliste für die HofübergabeVorbereitung in der Familie(mindestens 1 Jahr voraus)Miteinander reden.Geschwister des Übernehmersüber die Übergabeabsicht informieren.Form der Übergabe klären.Gratis telefonische Auskunft von SBVTreuhand und Schätzungen einholen(Tel. 056 462 52 71).Treuhänder über Hofübergabe informieren.Unterlagen für Beratungsgesprächbereitstellen(ca. ½ Jahr voraus)Aktueller, ausführlicher Grundbuchauszug(Grundbuchamt).Flächenverzeichnis (Geometer, Güterbogen,Liegenschaftsverzeichnis) oderandere amtliche Aufstellung bezüglichder Anteile Land, Wald und unproduktiveFläche pro Grundstück.Parzellenübersichtsplan (auf der Gemeindeverwaltungerhältlich).Investitionen: Auflistung der grösserenInvestitionen in die Liegenschaft.Zusammenstellung des mitbewirtschaftetenPachtlands (Pachtverträge).Formulare Betriebsstrukturdatenerhebung,Flächen- und Tiererhebung.Inventarschätzung.Auflistung Maschinen und Geräte:Kaufdatum, Kaufpreis.Auflistung Vieh: Alter, Trächtigkeit,Leistungsausweis.Auflistung zugekaufte Vorräte:Menge und Einheitspreis.Letzter Buchhaltungsabschluss inklusiveder definitiven Steuerveranlagung.Letzter Buchhaltungsabschluss (betriebswirtschaftlicheBuchhaltung).Aktuelle Ertragswertschätzung undBelastungsgrenze, sofern vorhanden.Ehe- und Erbverträge.Überprüfen der Versicherungen(ca. ½ Jahr voraus)Beratung der landwirtschaftlichen Ver -sicherungsberatungsstellen in Anspruchnehmen (zu finden bei den kantonalenBauernverbände oder SVB Versicherungen( 056 462 51 55).Staatliche Sozialversicherungen (AHVund IV).Kranken- und Unfallversicherunginklusive Taggeld.Vorsorge für Invalidität, Todesfall undAlter.Betriebe mit Angestellten: Registrierungals Arbeitgeber bei der Ausgleichkasse.Die obligatorische UVG-,BVG- und Krankentaggelddeckungwird über die Globalversicherung derBauernverbände sichergestellt.Die Gebäudeversicherungspolicenmüssen den neuen Eigentumsverhältnissenangepasst werden.Hausrat-, Privathaftpflicht und privateMotorfahrzeugversicherung überprüfenund sofern erforderlich anpassen.Betriebsinventar-, Betriebshaftpflichtundbetriebliche Motorfahrzeugversicherungsowie weitere betrieblicheSach- und Vermögensversicherungenüberprüfen und Übernahme durchden Versicherer sicherstellen (unzweckmässigeVerträge kündigen).Meldung der Hofübergabe(kurz davor)AHV-Ausgleichskasse.Steuerverwaltung.Landwirtschaftliche Organisationen.Verpächter (schriftlich).Versicherungen.Treuhandstelle.Geschäftspartner.Aus welcher Gütermasse wird derBetrieb hauptsächlich finanziert?Zu welcher Gütermasse gehört derBetrieb in Folge der Finanzierung(Eigengut oder Errungenschaft)?Werden Mittel des anderen Ehegattenin den Betrieb investiert?Was sind die Folgen bei Scheidungoder Tod (Kinder, Unterhalt, Ersparnisse,Vorsorge, Betrieb)?Ist allenfalls ein öffentlich beurkundeterEhe- und Erbvertrag zu erstellen?Wie arbeitet, wirtschaftet und lebtdie Bauernfamilie (Arbeits- und Einkommensteilung,Risiken)?Welche Beratung soll beigezogenwerden?Ich bestelle (Versandkosten werden zusätzlich verrechnet):Aufstellung zu Taschengeld (Lidlohn),weiteren bezogenen Dienstleistungen,Ausbildungszulagen, BetriebsabwesenheitenAdresseoder Dauer des Arbeits-verhältnisses.PLZ, WohnortErbenverzeichnis und Miteigentümerverzeichnis.Eherechtliche Vereinbarungen TelefonSchätzungsprotokoll der letzten Steuer-(bei Übernahme)oder Katasterschätzung (Gemein-Wird der Betrieb vor oder während Ort, DatumUnterschriftde oder Schätzungsamt).der Ehe erworben?Einsenden: UFA-Revue, Schaden, Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur.UFA-REVUE · SONDERBEILAGE 5|2013 Lieferung und Rechnungsstellung erfolgt durch den schweizerischen Bauernverband. 11AnzahlName, VornameBundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht, BGBB undVerordnung (bs0306d), SBV T&S, Brugg, Preis: 5.20 Fr.Festlegung der Nebenkosten bei Wohnrechten auf landwirtschaftlichenBetrieben (bs0315d), SBV T&S, Brugg, 10 Fr.Pachtvertrag für landw. Gewerbe im Doppel (bs0402d),SBV T&S, Brugg, Preis: 20 Fr.Der Lidlohnanspruch (bs0103d),SBV T&S, Brugg Preis: 20 Fr.Jörg Freiermuth,Schweizerischer Bauernverband,Treuhand und Schätzungen,Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG 1, 056 462 51 11,info@sbv-treuhand.chBestellcouponKommentar «Das bäuerliche Bodenrecht» (vollständigüberarbeitete 2. Auflage 2011, bs0314d),SBV T&S, Brugg, Preis: 380 Fr.Landwirtschaftliches Versicherungswesen, Broschüre,Preis: 12 Fr.


In Zusammenarbeit mitKompetent in Versicherung und Landwirtschaft.NatürlichGutVersichertHofübergabe?Eine Versicherungsberatunglohnt sich!Die optimale Lösung für Bauernfamilien!AgrisanoLaurstrasse 10, 5201 BruggTel. 056 461 71 11info@agrisano.chwww.agrisano.ch

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