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der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 4/2013

Sonderheft «Raufutter-Konservierung»

Regionalprodukte

im Fokus

Seite 10

Italienischschnittiges

Design

Seite 20

Getreide: Herausforderung

am Markt

Seite 34

Latente Ketose

erkennen

Seite 70


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Weichen gestellt

1973 wurde die Vorsorgestiftung

(VSTL) gegründet. Erster Ge schäftsführer

war Fritz Scho ber.

Nun geht er in Pension.

12

Schnittiger Italiener

Die Multione Hoflader verbinden

die Vorzüge eines Teleskopund

eines Knickladers

in derselben Maschine.

20

Brotgetreide-Ernte 2012

fenaco zahlt den «Maxi»-Sammelstellen

gemäss Schlussabrechnung

höhere Preise fürs Getreide

als im Vorjahr aus.

Bis zur letzten Faser

Fütterungseffizienz bedeutet,

dass man die Nährstoffe

im Grundfutter möglichst

nutzen soll.

Die beiden Bretonen

Johann Goudal und

Gwilhelm Mancel

absolvierten auf

einem Schweizer

Landwirtschafts -

betrieb ein Praktikum.

Bild: Anna Steindl

34

72

FENACO AKTUELL

Kultur und Tradition im Weinhandel

Caves Garnier SA feiert 150-jähriges Bestehen 4

Verwaltungsentscheide 4

Auf ein Wort von Urs Feuz 5

MANAGEMENT

Hofübergabe bei Betriebsgemeinschaften

Bäuerliches Bodenrecht, Steuern, Ehe- und Erbrecht 14

Kurzmeldungen 8

Wettbewerb der Regionalprodukte: Jetzt anmelden! 10

Ein unermüdlicher Kämpfer geht in Pension 12

LANDTECHNIK

Flach – aber gründlich

Die Kurzscheiben-Egge «Terradisc pro 300» von Vogel&Noot im Test 18

Kurzmeldungen 16

Multione «SL 835 DT»: Schnittiger Hoflader 20

Ein neuer Hürlimann – mit Wettbewerb 23

Agrar Mistzetter «Mistral 8002 D» im Praxistest 24

«Optimat» von Delaval optimiert die Fütterung 26

Futterbau in Hanglagen: Mechanisierung und Arbeitszeit 28

Produktneuheiten 30

PFLANZENBAU

Intakte Bodenstruktur

Krümelbildung fördern 42

Kurzmeldungen 32

Brotgetreide-Ernte 2012: Herausforderungen am Markt 34

Schweizer Ölsaaten bleiben gefragt 36

Verbesserung der Stickstoff-Effizienz 38

Massnahmen gegen den Maiszünsler 40

NUTZTIERE

Wann ist der Zenit erreicht?

Kriterien für die Sauenselektion 86

Kurzmeldungen 63

Bio-Seite: Minex – jetzt auch für Bio-Betriebe 64

UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter 65

Ketose: Versteckt ist doppelt gefährlich 70

Steigerung der Weideeffizienz 72

Trend zu Raufutterwürfeln 74

Folgestörungen bei Mineralstoffmangel 76

Plus 1000 kg Milch dank TMR und Laufstall 78

Wann lohnt sich Kuhwohl? 80

UFA Toro-Tagung: W-FOS für Munimast 82

Nach PRRS: Hygiene im Schweinestall bleibt wichtig 84

Bio-Seite: Einfache Möglichkeiten zur Ertragsoptimierung 88

LANDLEBEN

Motiviert durch Praxis

Lernende aus der Bretagne in der Schweiz 90

Kurzmeldungen 89

Rückblick UFA-Revue-Leserreise nach Vietnam 92

Ein Bauer am Herd: Rezepte von Arthur Röösli 95

Jodeln für eine gute Laune 96

Gartenseite: Mais machen? 101

Olivier Haefliger ist gerne Bauer 102

SONDERTHEMA

Raufutter-Konservierung ab Seite 45

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EDITORIAL

Roman

Engeler

Meteorologisch beginnt der

Frühling bekanntlich am 1. März,

astronomisch zum Zeitpunkt der

Tag-und-Nacht-Gleiche, was jeweils

zwischen dem 19. und 21. März der

Fall ist. Der Frühling – Ausgabe

2013 – hielt sich an keine dieser

Regeln. Noch Ende März durften

die Wetterstatistiker selbst im

Flachland Eistage in ihre Tabellen

eintragen, im Radio überhäuften

sich glatteisbedingte Unfallmeldungen

und die sonst beginnende

Berichterstattung über die Pollenbelastung

musste dem Lawinenbulletin

den Vorzug geben.

Die Redaktion der UFA-Revue ist

aber guten Mutes, dass das

Frühlingserwachen doch noch

einsetzt und der Winter spätestens

dann, wenn Sie die aktuelle

Ausgabe unserer Zeitschrift in den

Händen halten, definitiv vorbei ist.

Denn thematisch setzen sich einige

Beiträge mit dem Vegetationsbeginn

auseinander, beispielsweise das

Sonderthema rund im die Konservierung

von Raufutter. Zu dieser

speziell für die schweizerische

Viehhaltung wichtigen Futterproduktion

geben wir Ihnen ab Seite

45 wertvolle Tipps.

Mit einem Merkblatt in der

Heftmitte möchten wir – ganz ohne

Drohfinger notabene – darauf

hinweisen, der Lagerung von

Siloballen auch eine gewisse

ästhetische Aufmerksamkeit zu

schenken, damit einerseits der

Goodwill in der Bevölkerung nicht

verloren geht und anderseits nicht

urplötzlich unbequeme und

praxisfremde Vorschriften in die

Welt gesetzt werden. Bei einem

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UFA-REVUE · 4 2013 3


FENACO

AKTUELL

Kultur und Tradition im Weinhandel

CAVES GARNIER SA FEIERT 150-JÄHRIGES BESTEHEN. Die Weinhandels -

firma Caves Garnier SA, die schwergewichtig mit Schweizer Weinen handelt, ist

eine Tochtergesellschaft der fenaco und eine Schwestergesellschaft der VOLG Weinkellereien.

Caves Garnier SA kauft im Herbst Traubensaft direkt von Westschweizer

Weinbauern und vinifiziert an ihrem Firmensitz feine Tropfen.

Die Firma Caves Garnier SA wurde

1863 von der Familie Garnier in

Bern gegründet. Als erstes Geschäftslokal

fungierte der Käfigturm

in Bern und die ersten Kellereien befanden

sich in einem Patrizierhaus an der

Junkerngasse. Nach dem 2. Weltkrieg

verkaufte die Eigentümerfamilie ihre

Weinhandelsfirma dem damaligen Verband

landwirtschaftlicher Genossenschaften

von Bern und Umgebung

(VLG). Im Zuge der Fusion der Genossenschaftsverbände

zur fenaco 1993

wurde Caves Garnier SA eine Tochtergesellschaft

der fenaco. Die Firma steht

aber auch unter dem genossenschaftli-

chen Hut für Kontinuität und Tradition.

Erst rund 120 Jahre nach ihrer Gründung

zügelte Garnier ihre Kellerei und auch

die Bürogebäude nach Münchenbuchsee.

Dort ist sie seither im Herzen der

Schweiz ansässig und übernimmt eine

Drehscheibenfunktion zwischen den

Westschweizer Weinproduzenten und

den Deutschschweizer Konsumenten,

wie es Daniel Schaub, Geschäftsführer

der Caves Garnier SA, ausdrückt.

Trotz der heutigen

automatisierten

Anla gen ist Wein -

herstellung Handwerk

vom Feinsten. Blick in

die moderne Abfüll -

anlage der Caves

Garnier SA in

Münchenbuchsee.

Bilder: Caves Garnier SA

Beste Sensorik für edle Tropfen

Die Caves Garnier SA ist für die Westschweizer

Winzer und Traubenproduzenten

ein sicherer und zuverlässiger

Grossabnehmer ihrer Weine und ihres

Traubensafts. Letzterer wird alljährlich

im Herbst angeliefert, in Edelstahltanks

eingelagert und zu erstklassigen Weinen

verarbeitet. Dafür sorgen geschulte Garnier-Kellermeister,

die mit Passion der

Weinherstellung nachgehen. Trotz der

heutigen automatisierten Anlagen ist

VERWALTUNG FENACO

CONSEIL D’ADMINISTRATION

Neues Behälterlager Die Verwaltung

hat anfangs März 2013 einen

Kredit für den Einbau eines automatischen

Behälterlagers für Kleinteile in

der LANDI Schweiz AG in Dotzigen

genehmigt. Das

vorgesehene Behälterlager

soll

in das heutige

Hochregallager

integriert und an

die bestehende

Fördertechnik

angeschlossen werden. Das Behälterlager

umfasst über 12000 Behälter in der

Grösse von 60x80cm für das Handling

von bis zu 4000 Artikeln und erlaubt einen

raschen Zugriff auf die Sortimentsartikel.

Pro Stunde können 1050 Behälter

ein- und ausgelagert werden. Die

Realisierung ist in Planung mit vorgesehener

Inbetriebnahme im Februar 2014.

Erweiterung des LANDI-Ladens

in Yverdon Mit dem Umzug der

Verteilzentrale für Pflanzenbau nach

Moudon, ergibt sich für die LANDI Nord

Vaudois-Venoge SA die Möglichkeit, die

dringend notwendige Erweiterung des

LANDI-Ladens in Yverdon in den existierenden

Gebäuden zu realisieren. Die

Verwaltung fenaco

hat den dafür nötigen

Kre dit bewilligt.

Der voraussichtliche

Baubeginn findet im

Juni statt, die Eröffnung

ist für Dezember

2013 geplant.

4 4 2013 · UFA-REVUE


BILD DES MONATS

PHOTO DU MOIS

AKTUELL

FENACO

AUF EIN WORT

EN UN MOT

Flurbegehungen im Frühjahr

Die regionalen LANDI organisieren die Flurbegehungen

und Fachleute aus Pflanzenschutz, Düngung und Futterbau aus den Geschäftsbereichen

der fenaco (UFA Samen, Landor, fenaco Pflanzenschutz) sind vor Ort und

bestreiten den Pflanzenschutzteil. Flurbegehungen sind ideal, weil die Spezialisten auf aktuelle

pflanzenbauliche Probleme eingehen können. Manche Landwirte bringen befallene

Pflanzen oder Unkräuter mit, dann kann direkt mit Spezialisten geklärt werden, wie der

Schaden wirkungsvoll zu bekämpfen ist.

Weinherstellung Handwerk vom Feinsten.

Es braucht ausgeprägte sensorische

Fähigkeiten, hochprofessionelles Fachwissen,

aber auch Intuition und ein

Regionalversammlungen

• Zentralschweiz: 3. Mai 2013

• Mittelland: 6. Mai 2013

• Westschweiz: 7. Mai 2013

• Ostschweiz: 7. Mai 2013

Jahresmedienkonferenz

der fenaco

22. Mai 2013

Delegiertenversammlung

der fenaco

18. Juni 2013

TERMINE

AGENDA

«Gspüri» für den edlen Rebsaft. Qualitätskontrollen

gibt es bei Caves Garnier

SA an allen Schnittstellen.

Die voll automatisierte Abfüllanlage

fertigt die verschiedensten Formate und

verarbeitet sowohl Nassklebe- als auch

Selbstklebe-Etiketten. Verarbeitet werden

Flaschen mit Kork, Drehverschluss

oder Kronkork. Alle Abfüllungen werden

mit Einweg-Neuglas getätigt, dies

um höchsten Qualitätsanforderungen zu

entsprechen.

Die klimatisierten Lagerhallen befinden

sich unter demselben Dach und auf

derselben Etage wie die Abfüllanlage,

was das Handling vereinfacht. Für teure

Crus besteht mit konstanter Temperatur

und Luftfeuchtigkeit ein separater Keller,

der so genannte Bordeauxkeller.

Nebst eigenem Zisternenlastwagen, im

traditionellen Garnier-Rot gekennzeichnet,

fahren für Garnier SA Lastwagen der

fenaco-Tochterfirma Traveco. Sie führen

Fortsetzung Seite 6

Welche Bedeutung hat die fenacoeigene

Lebensmittelindustrie für die

Schweizer Bauern und für Sie, als

Mitglied einer LANDI? Die Lebensmittelindustrie

ist das Bindeglied in der

Wertschöpfungskette zwischen den

Geschäftsfeldern «Agrar» und «Detailhandel».

Sie ist verantwortlich für die

Herstellung von Fertigprodukten wie

Pommes-frites, Schnittsalate, Appenzeller

Mostbröckli, Süssmost, Wein und

vieles mehr. Zu diesem Zweck ist sie

angewiesen auf qualitativ hochstehende

Schweizer Rohstoffe wie Kartoffeln,

Salate, Fleisch, Obst und Früchte. Das

Geschäftsfeld «Agrar» ist zuständig,

dass diese Rohmaterialien in der

gefordeten Form verfügbar sind und

die Produzenten mit den nötigen

Produktionsmitteln einschliesslich der

unerlässlichen, professionellen

Beratung versorgt werden. Am anderen

Ende der Wertschöpfungskette haben

wir den eigenen, stark wachsenden

Detailhandel mit Volg, LANDI und

TopShop, der uns in der Absicherung

des Absatzes unterstützt. Die Herstellung

und Entwicklung von Lebensmitteln

festigt die Stellung der fenaco bei

der Übernahme von Roherzeugnissen

und ermöglicht unseren Mitgliedern,

den Landwirten, an diesem Mehrwert

teilzuhaben. Voraussetzung dazu ist,

dass jedes Glied in der Wertschöpfungskette

effizient und wirtschaftlich

arbeitet. Nur mit wettbewerbsgerechten

Leistungen haben wir auch Erfolg

am Markt. Die fenaco hat die einmalige

(schwer kopierbare) Chance, bei

vielen Lebensmitteln die gesamte

Wertschöfungskette in der Hand zu

halten. Tragen wir Sorge dazu und

nutzen wir diese Chance!

Urs Feuz

Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung und

Divisionsleiter fenaco-Lebensmittelindustrie

UFA-REVUE · 4 2013 5


FENACO

AKTUELL

Caves Garnier SA setzt

sich mit Qualität und

Innovationskraft für

Schweizer Weine ein.

Caves Garnier SA übernimmt eine

Drehscheibenfunktion zwischen den

Westschweizer Weinproduzenten und

den Deutschschweizer Konsumenten.

die abgefüllten Weine zu den Grossund

Detailhändlern und vor allem auch

in die LANDI.

Top Schweizer Weine Schwergewichtig

werden von Caves Garnier SA

Schweizer Weine gehandelt, ergänzt

wird das Sortiment durch Weine aus aller

Welt sei es aus Frankreich, Spanien,

Italien, Kalifornien, Australien oder

Südafrika. Den Einkauf übernimmt Caves

Garnier SA auch für die VOLG Weinkellereien.

Der Anteil an einheimischen Weinen

macht schweizweit noch knapp 40% des

Weinkonsums aus, dies in einem abnehmenden

Markt. Vom Konsumrückgang

betroffen sind übrigens nicht nur

Schweizer, sondern auch importierte

Weine. Die Gründe dafür sind vielfältig:

Einen ausgewählten Wein zu einem feinen

Essen zu trinken, ist für viele Luxuskonsum

und dadurch von der Wirtschaftslage

und Konjunktur abhängig.

Auch die veränderten Konsumgewohnheiten

beeinflussen den Weinabsatz.

Früher gehörte in gewissen Regionen zu

jedem Essen ein Glas Wein – diese Alltagskultur

hat sich gewandelt.

Rebbau, Wein und Caves Garnier SA

erzählen Geschichte. Das zeigen auch

alte Preislisten.

Zudem trinken die jungen Leute deutlich

weniger Wein, stehen aber anderen

alkoholischen Getränken nicht ablehnend

gegenüber. Auch das Rauchverbot

in Restaurants und die 0.5-Promillegrenze

im Strassenverkehr beeinflussen

den Weinkonsum.

Zu denken gibt Daniel Schaub der

Wertzerfall von Schweizer Weinen.

Wenn man die relative Preisentwicklung

während des 150-jährigen Bestehens

von Caves Garnier SA betrachte, dann

habe der Wein stetig an Wert verloren.

Seitens der Produktion sind jedoch die

Kosten gestiegen. Eigentlich hätten es

weltweit nur einige wenige Weingüter

wie zum Beispiel «Château Mouton

Rothschild» mit Flaschenpreisen zwischen

800 bis 1200 Fr. geschafft, teuerungsbereinigt

mehr zu verlangen als vor

hundert Jahren. Das liege aber nicht nur

an der Promotion oder Werbung, findet

Schaub, es brauche Stolz und patriotisches

Genussempfinden. «Qualitativ

sind Schweizer Weine Spitze, in ihnen

steckt Geschichte, Innovation und Kreativität.

Wir Schweizer sind zu wenig

6 4 2013 · UFA-REVUE


AKTUELL

FENACO

stolz auf unsere Weine», findet Daniel

Schaub und fährt fort: «Wir haben in der

Schweiz die grösste Vielfalt an Rebsorten

und Weinen. Es gibt über 50 verschiedene

Rebsorten.» Auch technologisch

seien die Weinbauern, Winzer und

Kellermeister auf hohem Niveau und innovativ.

Das sehe man auch daran, dass

weltweit viele Schweizer Geräte und

Anlagen zur Vinifizierung eingesetzt

werden.

Zur Ernte 2012 sagt Daniel Schaub:

«Rebbau ist arbeitsintensiv, das zeigte

sich auch 2012. Aufgrund der sprunghaften

Temperatur- und Feuchtigkeitswechsel

des schwierigen Jahrs stieg der

Krankeitsdruck. Umsichtige Pflege in

den Reben war geboten. Die Ernte 2012

war mengenmässig unter jenen der Vorjahre.

Die Qualität ist jedoch ausgezeichnet.»

Insgesamt werden in der

Schweiz auf 14 915 ha Reben angepflanzt,

davon befinden sich 11197 ha

in der Westschweiz (grösster Weinbaukanton

ist das Wallis). Die Erntemenge

2012 betrug 1004040hl.

Weinkultur in der fenaco-LANDI Gruppe

Caves Garnier SA

• Gründung Caves Garnier SA: 1863

• Geschäftssitz: Caves Garnier SA, Im Eggacker 14, 3053 Münchenbuchsee

• Anzahl Mitarbeiter: 37

• Tanklagerkapazität: 5 Mio. Liter

• Abfüllanlage: bis 20 000 Flaschen pro Stunde

• Spezialisierung: Westschweizer Weine

• Eigenmarke: Walliser Linie «Valcombe»

• Kunden: LANDI, Volg, Grossverteiler, Detailhandel

• Lieferanten: Traubengut und Weine aus der Westschweiz

www.garnier-vins.ch

Degustieren gehört zum Geschäft: Geschäftsführer Daniel Schaub

und Kellermeister Jonas Glanzmann.

VOLG Weinkellereien AG

• Gründung: 1886

• Geschäftssitz: VOLG Weinkellereien AG, Feldstrasse 16/18,

8400 Winterthur

• Anzahl Mitarbeiter: 100

• Tanklagerkapazität Kellerei Ruhtal: 5 Mio. Liter

• Flaschenlagerkapazität Anzahl Paletten: 4500

• Kunden: Volg, LANDI, Weinfachhändler, Gastronomie, Privatkundschaft

• Lieferanten: Traubengut aus den Kantonen Aargau, Graubünden,

Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich.

• Eigene Rebstationen in Winterthur, Hallau und Malans

www.volgweine.ch

UFA-REVUE · 4 2013 7


MANAGEMENT

Schluss mit der

Sauerei

KURZMELDUNGEN

Der Bauernverband (SBV) und die

IG saubere Umwelt (IGSU) haben

sich für die Aktion «Dankeschön für

saubere Felder» zusammengetan

und bieten Strassenrandtafeln und

Plakate an, die an Verkaufsorten

von gelitterten Gegenständen aufgehängt

werden können. Auch gibt

es eine neue Faltbroschüre, die das

Verhalten im ländlichen Raum generell

thematisiert. In einer parlamentarischen

Initiative verlangte

der SBV-Direktor Jacques Bourgeois

die Einführung eines zusätzlichen

Artikels im nationalen Umweltschutzgesetz.

Dieser besagt, dass

das nicht sachgerechte Wegwerfen

Webinar: Digitale Wissensvermittlung für Landwirte

Webinare sind Seminare, die live

über das World Wide Web gehalten

werden. Dieser relativ neue Weg der

Wissensvermittlung liegt derzeit

voll im Trend. Auch im Bereich

Landwirtschaft sind Webinare ein

hervorragendes Medium, um sich

weiterzubilden. Gerade Landwirte

haben meist wenig Zeit für Schulungen

und können zudem

den Hof nicht lange alleine

lassen. Rainer Wilczek und

Angelika Siegel, beides Familienberater

des Beratungsdiensts

Familie & Betrieb

e.V. kennen diese

Problematik nur allzu gut

und haben deshalb im Oktober

2012 erstmals ein

Webinar zum Thema «Generationswechsel

auf dem

Hof» durchgeführt. Die teilnehmenden

Landwirte lernten bequem vor

dem Heim-PC, abends nach getaner

Hofarbeit, das Wichtigste über «Die

Phasen der Hofübergabe», «Konfliktebenen

in Betrieb und Familie»

oder «Spielregeln und Orientierungshilfen

für die Übergabe». Besonders

interessant ist die Interkati-

on, welche durch ein Webinar ermöglicht

wird. Das Publikum nimmt

während der gesamten Vortragsdauer

an Umfragen teil und kann bei

Bedarf Fragen im Chat stellt. Die positive

Resonanz des Publikums, sowie

die hohe Teilnehmerzahl bestätigen,

dass digitales Lernen auch in

der Landwirtschaft angekommen

ist. Die UFA-Revue geht mit

der Zeit und wird ab Mai –

in Zusammenarbeit mit den

Fachleuten von SBV Treuhand

und Schätzungen –

erstmalig ein kostenloses

Webinar zum Thema «Hofübergabe»

durchführen. In

der Ausgabe der UFA-Revue

vom Mai erhalten die

Leserinnen und Leser alle

weiteren Informationen.

oder Liegenlassen von Abfällen einen

Strafbestand darstellt. Weiter

soll der Bundesrat eine Mindestbusse

bei Übertretungen festlegen. Die

nationale Bussenregelung soll das

Bewusstsein für das gesetzeswidrige

Verhalten schärfen und die Grundlage

für eine einheitliche Umsetzung

in den Kantonen sein. Der SBV

arbeitet am runden Tisch des Bundesamts

für Umwelt mit, an dem

mögliche Lösungsansätze gegen Littering

diskutiert und initiiert werden.

Schliesslich läuft die Zusammenarbeit

mit der IGSU weiter,

indem deren Botschafter ihre Erfahrungen

den Anbietern von Schule

auf dem Bauernhof weiter geben.

Auch wirkt die Landwirtschaft am

nationalen Clean-up-Day am 21.

September 2013 mit.

Flyer (gratis), Leichttafel (15 Fr.)

und Feldrandtafel (10 Fr.) beim

LID, 0313595977, info@lid.ch.

www.lid.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten

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Gerüstet für die Zukunft

Der LV-St.Gallen verzeichnete letztes

Jahr einen Umsatzzuwachs um

8% auf 458 Mio. Fr. Unter dem Einfluss

des nach wie vor grossen Preisdrucks

in allen Geschäftsbereichen

wurde ein Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen

und Steuern von 10.5

Mio. Fr. und ein Unternehmensergebnis

von 1.3 Mio. Fr. erwirtschaftet.

Bemerkenswert ist, dass die

LANDI-Verkaufsstellen im Rheintal

trotz der Grenznähe gegenüber dem

Vorjahr allesamt den Umsatz steigern

konnten. Damit weitere Effizienzsteigerungen

in der Lagerung

und der Aufbereitung von Gemüse

im Rheintal möglich werden, integrierte

der LV-St.Gallen seine Gemüsesparte

per 1. Januar 2013 in die

Proverda AG.

Aktuelle Lidlohnansätze

Die Abteilung Treuhand und Schätzung

des Schweizerischen Bauernverbandes

hat die definitiven Lidlohnansätze

für das Jahr 2011

berechnet. Im Landwirtschaftsjahr

2011 stieg der Arbeitsverdienst der

Familienarbeitskräfte und der Privatverbrauch

pro Verbrauchseinheit

nahm ab. Das führte zu einer Steigerung

der Lidlohnansätze. Im Vergleich

zum Vorjahr ist der Lidlohnanspruch

im 2011 für die Arbeit

auf dem Betrieb um 16.9 % auf

14550 Fr. gestiegen. Der Lidlohnanspruch

2011 für die Arbeit im bäuerlichen

Haushalt beträgt 12 360 Fr.

Broschüre Lidlohnanspruch, 20 Fr.

Bezug: SBV Treuhand und Schätzungen,

056 462 52 61.

Offertenvergleich Finanzen

Auf www.comparis.ch gibt es einen

Vergleichsbarometer für Hypotheken.

Unter anderem können mit einem

Offertenvergleich bis zu acht

Angebote eingeholt und verglichen

werden. Tabellarisch wird die Offerte

mit dem grössten Sparpotenzial

aufgezeigt.

Martin Würsch,

SBV Treuhand und Schätzungen

Agrarrecht im Fokus

Im September 2013 beginnt an der

Rechtswissenschaftlichen Fakultät

der Universität Luzern der zweite

Weiterbildungskurs CAS Agrarrecht.

Er richtet sich an Juristen, Agrarökonomen

und alle, die mit Rechtsfragen

in Landwirtschaft, Ernährungssektor

und Umwelt zu tun haben.

CAS Agrarrecht, Universität Luzern,

Frohburgstr. 3, Luzern

Vertrag für Pensionspferde

Der aktualisierte Agridea-Mustervertrag

zur Pensionspferdehaltung

kostet in der Printversion 5 Fr. Die

Download-PDF-Datei kostet 15. Fr.

und enthält den Mustervertrag mit

Formularfeldern. Bezug Musterverträge

bei der Agridea, Eschikon28,

8315 Lindau, 0523549700.

www.agridea.ch

8 4 2013 · UFA-REVUE


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Fortsetzung

Seite 22

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MANAGEMENT

Wettbewerb der Regionalprodukte

JETZT ANMELDEN. Innovative Bäuerinnen und Bauern

können am 5. Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte

Gold-, Silber- und Bronzemedaillen gewinnen. Von der

Teilnahme am Wettbewerb am 28. und 29. September 2013

profitieren die Produzenten, ist Olivier Boillat überzeugt.

UFA Revue: Wie funktioniert der

Wettbewerb der Regionalprodukte

2013?

Olivier Boillat: Die bäuerlichen Produzenten

können bis Ende Juni 2013 ihre

regionalen Spezialitäten für den Wettbewerb

anmelden. Die Regionalprodukte

werden von einer Fachjury und

Konsumenten objektiv und anonym

verkostet und beurteilt. Die besten erhalten

eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille.

Wir rechnen, dass rund 1000

Regionalprodukte aus der ganzen

Schweiz im Wettbewerb stehen werden.

Gleichzeitig können die Produzenten

auch einen Standplatz mieten, wo

sie ihre Produkte am 28. und 29. September

verkaufen können.

5. Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte

• Datum: 28. und 29. September 2013.

• Ort: Fondation Rurale Interjurasienne (FRI), Courtemelon,

2852 Courtételle.

• 22 Partner: Bundesamt für die Landwirtschaft, AOC- und IGP-Vereinigung,

Schweizerischer Bauernverband, Pays romand – Pays

gourmand, Das Beste der Region, Alpinavera Culinarium, LANDI .

• Produktkategorien: Milchprodukte (A), Backwaren (B), Fleischprodukte

(C), Früchte-Gemüse-Honig-Sirups, Spirituosen (D).

• Anmeldeschluss für den Wettbewerb: 28. Juni 2013.

• Jury: Schweizweit anerkannte Fachleute aus der jeweiligen Branche

und Konsumenten.

• Ehrengäste: Wallis und Franche-Comté.

• Rahmenprogramm: Geschmacks- und Genussworkshops mit dem

schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband und Spitzenköchen.

• Highlight: Die internationale Tagung am 27. September 2013 mit

dem Thema, wie Regionalprodukte und Agrotourismus zum Motor

für eine regionale Wirtschaft werden können.

www.concours-terroir.ch

Wie viele Besucher erwarten Sie?

Wir rechnen mit rund 25 000 Besuchern.

Für sie organisieren wir Geschmacks-

und Genuss-Workshops mit

dem schweizerischen Bäuerinnen- und

Landfrauenverband und Spitzenköchen.

Einer der Workshop-Leiter ist der jurassische

Starkoch Georges Wenger aus Le

Noirmont, der mit seiner Gruppe von

Besuchern durch den Markt flaniert und

seinen Einkaufskorb mit Regionalprodukten

füllt. Diese Produkte werden degustiert

und kurzweilig kommentiert.

Die Bäuerinnen nehmen ihre Gruppe

mit in den Obstgarten, wo es über 50

verschiedene Apfelbaumsorten hat. Die

Äpfel werden gepflückt und gemeinsam

gebacken.

Warum braucht es Geschmacks- und Genuss-Workshops?

Spitzenköche und Bäuerinnen führen

die Konsumenten zum Genuss. Die

meisten Konsumenten ernähren sich

oftmals mit gängigen Produkten aus

dem Supermarkt. In den Workshops

wird die Vielfältigkeit der regionalen

Produktepalette sensorisch erfahrbar.

Konsumenten werden so zu Kennern

der Regionalprodukte – und wer etwas

kennt, geniesst auch.

Was nützt dieser Concours den Produzenten?

Eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille

ist eine Qualitätsauszeichnung mit grossem

Werbeeffekt und hilft den Bäuerinnen

und Bauern, ihre Produkte zu verkaufen.

Deshalb sollten sie sich

unbedingt anmelden. Die Anmeldefrist

läuft bis zum 28. Juni 2013.

Wie beurteilen Sie die Qualität der Regionalprodukte?

Der Concours fördert die Qualität. Die

Teilnehmer erhalten das Evaluations-

blatt der Jury und können so ihr Produkt

verbessern. Wir stellen fest, dass die

Qualität der Regionalprodukte von Anlass

zu Anlass gestiegen ist, ebenso wie

die Professionalisierung in der Produktion

und Vermarktung.

Wenn die Qualität ständig steigt, wird

auch die Produktion aufwendiger. Es

braucht spezielle Geräte und Maschinen,

ausgefallene Verpackungsmaterialien etc.

Haben Bäuerinnen und Bauern genügend

Ressourcen, um in diesem Qualitätswettstreit

mitzuhalten?

Die Produzenten sind fortschrittlich und

schliessen sich beispielsweise mit anderen

zusammen, so können Verarbeitungsgeräte

gemeinsam angeschafft und

Verpackungsmaterialien en gros eingekauft

werden.

Regionalprodukte müssen, wenn sie in

den Handel gelangen wollen, standardisiert

in Grossmengen verfügbar sein. Dies

steht im Widerspruch zu Spitzenprodukten,

die ausgefeilt einmalig auf ihre Inhaltsstoffe

hin konzipiert werden.

Bäuerinnen und Bauern produzieren

kleine Chargen. Ihre Produktion passen

sie den Rohstoffen an. Die Chance auf

Spitzenprodukte zu stossen, ist also bei

den Kleinproduzenten sehr hoch.

10 4 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Qualitätsprodukte kann man nur mit

Rohprodukten bester Qualität machen.

Was passiert mit Zweitklassfrüchten?

Sind Qualitätsprodukte nicht auch Verursacher

von Lebensmittelverschwendung,

dem so genannten Foodwaste?

Regionalprodukte werden meistens in

regionalen Absatzkanälen vermarktet.

Kurze und direkte Wege zwischen Konsument

und Produzent vermindern

Foodwaste. Zudem erfährt der Konsument

im Direktkontakt mit dem Produzenten

die Herstellungsweise und erhält

Zubereitungstipps. Dadurch steigen sein

Respekt und seine Wertschätzung gegenüber

den Lebensmitteln.

Die Konsumenten wollen immer etwas

Neues. Steht diese Sucht nach dem neuesten

Trend genügend Innovationskraft

gegenüber?

Ich war bei einem Schnapsverarbeiter in

Baselland. Er erzählte, als erstes fragen

die Konsumenten, was er Neues habe.

Nach der Degustation ausgefallener

Schnäpse landen sie aber wieder beim

traditionellen Kirsch oder Pflümli. Neues

braucht es, um die Kunden anzulocken.

Gemäss meinen Erfahrungen müssen

die Produzenten alle zwei bis drei

Jahre mit neuen Produkten aufwarten.

Aber das Innovationspotenzial könnte

in der Schweizer Landwirtschaft durchaus

noch gesteigert werden.

Warum denken Sie, dass es an Innovationspotenzial

fehlt?

Viele Bauern setzen auf Masse und Volumen.

Im Jura wird zum Beispiel der

grösste Teil der Milch ausserhalb des

Kantons in Form von Industriemilch verkauft.

So geht Wertschöpfung verloren.

Vielleicht hat es auch mit den Direktzahlungen

tun. Sie belohnen die ökologischen

Leistungen, stärken aber nicht

unbedingt die Produktion und die Innovationskraft.

Ein Produzent, der etwas

Neues entwickelt, muss unzählige Hürden

überwinden. Er muss investieren,

die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und

eigene Vermarktungskanäle suchen.

Heute produziert die Schweizer Landwirtschaft

nur 55 % von dem, was wir

essen und gemäss Artikel 104 der Bundesverfassung

muss der Bund dafür sorgen,

dass die Landwirtschaft durch eine

nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete

Produktion einen wesentlichen

Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung

leistet. Qualitätsstrategie und Swissness

gehen in die richtige Richtung und stärken

die Regionalprodukte.

Gibt es genügend Absatzkanäle für Regionalprodukte?

Für Produzenten von Kleinstmengen ist

es schwierig den Kontakt zu den

Kon sumenten zu finden, auch mit den

heutigen Hilfsmitteln wie Internet plat -

formen. Abnehmer von Regionalprodukten

sind auch Volg- und LANDI-Läden.

Von Bedeutung ist auch die

regionale Gastronomie. Dieses Jahr arbeiten

wir vom Concours eng mit «Relais

& Châteaux» zusammen. Das ist eine

exklusive Vereinigung von 520 führenden

Hotels und Spitzenrestaurants in

mehr als 60 Ländern. 29 dieser weltweit

besten Restaurants sind in der Schweiz

zu finden. Diese Küchenchefs sind interessiert

an Regionalprodukten, denn das

ist die Basis für ihre Vielfalt im Teller.

Neue Ideen für die Vermarktung suchen

wir auch im europäischem Projekt

«Locfood».

Locfood?

Locfood steht für «Local food», also regionale

und lokale Lebensmittel. Die

Idee dahinter ist, dass die regionale Produktion

der Motor für die lokale Wirtschaft

ist. Regionalvermarktungsinitiativen

aus 13 europäischen Regionen (9

Ländern) haben sich in «Locfood» zusammengeschlossen.

Unsere Partner

aus dem Locfood-Projekt werden auch

am Concours de Terroir teilnehmen.


Anmeldetalon

Anmeldung für den Wettbewerb der Regionalprodukte 2013

Bitte schicken Sie mir die dafür benötigten Dokumente:

□ Anmeldung für Marktstand □ Anmeldung für Produkte am Wettbewerb

Name

Adresse

Telefonnummer

(Anmeldeschluss: 28. Juni 2013)

Gibt es regionale Unterschiede in der

Schweiz bezüglich der Feinschmecker-

Qualitäten?

Die Westschweizer probieren gerne

Neues aus und für sie ist die Geschmack-

und die Genussqualität entscheidend.

Die Deutschschweizer

schauen eher auf die Herkunft, auf Ökologie

und Bio. Regionalprodukte decken

sowohl eine Geschmacks- als auch eine

Herkunftsseite ab. Also kommen alle

zum Zuge.


Olivier Boillat von der

Fondation Rurale

Inter jurassienne ist

Koordinator für den

Regionalprodukte-

Wettbewerb. Er hat

diesen Concours in

Delémont-Courtemelon

gemeinsam mit

Mit streitern vor acht

Jah ren ins Leben

gerufen und freut

sich auf die 5. Ausgabe

2013.

Interview Daniela

Clemenz, UFA-Revue,

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 4 · 13

Bon ausschneiden und schicken an: Schweizer Wettbewerb der Regionalprodukte, Courtemelon,

2852 Courtetelle, info@concours-terroir.ch, www.concours-terroir.ch

UFA-REVUE · 4 2013 11


MANAGEMENT

Weichen gestellt

UNERMÜDLICHER KÄMPFER GEHT IN PENSION 1973 wurde die Vorsorge -

stiftung der Schweizerischen Landwirtschaft (VSTL) gegründet, was der Start zum

starken Engagement des SBV für die Verbesserung des sozialen und privaten

Versicherungsschutzes der Bauernfamilien war. Wesentlich geprägt hat dies Fritz

Schober. Nun wird er pensioniert. Zeit für einen Rückblick.

SBV Versicherungen (SBVV)

UFA Revue: 1974 wurden Sie zum

Geschäftsführer der VSTL gewählt.

Wie hat sich die VSTL in diesen 39

Jahren entwickelt?

Fritz Schober: 1974 war die VSTL ein

Jahr alt und bestand aus einer Person.

Ich war Geschäftsführer, Sekretär, Berater

in einer Person. Heute arbeiten im

Versicherungsbereich und in den inzwischen

dazu gekommenen Dienstleistungsbetrieben

Treuhand und Schätzung

sowie Agroimpuls fast 200 Personen in

Brugg/Windisch und rund 140 Personen

im Versicherungsbereich der Kantonalorganisationen.

Die anderen Versicherungsunternehmen

des SBV, die Agrisano-Gruppe,

die Pensionskassenstiftung

der schweizerischen Landwirtschaft

(PKSL) und SBV-Versicherungen, gingen

aus dieser Tätigkeit hervor. Sie weisen

zusammen ein Prämienvolumen von

über 500 Mio. Fr. und ein Sparkapital

von über einer Milliarde auf. Die VSTL

zählt heute über 20000 Versicherte, die

PKSL über 10000 angeschlossene Betriebe

und die Agrisano-Gruppe über

110000 Versicherte.

SBVV ist ein Dienstleistungsbereich des Bauernverbands (SBV). Die

Umsetzung des Versicherungskonzepts erfolgt in Zusammenarbeit mit

den Regionalstellen der Agrisano und der kantonalen Bauernverbände.

Das Versicherungsangebot umfasst Agrisano-Krankenpflegeversicherung,

Agrisano-Kranken- und Unfalltaggeld, vermittelt Zusatzversicherungen

wie: Rechtsschutzversicherung, VSTL-Risikoversicherungen bei

Invalidität oder Todesfall und/oder Altersvorsorge ihm Rahmen der

beruflichen Vorsorge (Säule 2b), SBVV Kollektivrisikoversicherungen bei

Invalidität oder Todesfall und/oder Altersvorsorge im Rahmen der freien

Vorsorge (Säule 3b), Einzellebens-, Risiko- und Rentenversicherungen,

Freizügigkeitsversicherungen (2. Säule), gebundene Vorsorge (Säule 3a),

Freizügigkeitskonto (2.Säule), Globalversicherung (Krankenpflege,

Krankentaggeld und UVG) und berufliche Vorsorge für die Versicherung

der Arbeitnehmenden auf den Betrieben. SBV Versicherung wird per

1. Januar 2014 in die Agrisano-Stiftung integriert.

Brauchen die Bauern eine eigene Vorsorgelösung?

Eine berufsspezifische Vorsorge, die den

Gegebenheiten der Landwirtschaft Re -

chnung trägt, ist von grosser Bedeutung.

1999 attackierte das Bundesamt für Sozialversicherungen

unsere Vorsorgelösung.

Es ging darum, ob Bauern und

Bäuerinnen ohne dabei der obligatorischen

Vorsorge beizutreten als Selbstständigerwerbende

eine zweite Säule

aufbauen können. In diesem Rechtsstreit

haben wir vor Gericht obsiegt und

konnten die zweckmässige 2. Säule für

die Bauern und Bäuerinnen weiterführen.

Was war der Motor für dieses Engagement?

Es war die Sorge, dass wir die zweckmässige

Vorsorgelösung für die Selbständigerwerbenden

mit ihrem optimalen

Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr

hätten weiterführen können. Parallel

zum Rechtsstreit nahmen wir Einfluss

auf die damals laufende Revision des

BVG und konnten erreichen, dass die

Rechtsgrundlage für unsere Vorsorgelösung

auch im BVG verankert wurde.

Dieser Kampf kam nicht nur den Bäuerinnen

und Bauern zugute, sondern allen

Selbstständigerwerbenden.

Haben Sie auch «Kämpfe» verloren?

Ja sicher. Aber es ist uns meistens gelungen,

etwas Gutes, was auch zum Erfolg

führte, daraus zu machen. Eine Ausnahme

ist das Engagement für den Aufbau

eines starken Agrartourismus, insbesondere

Ferien auf dem Bauernhof.

Wie kam es dazu, dass der SBV eine Krankenkasse

gründete?

«Aber es ist uns

meistens

gelungen, etwas

Gutes, was

auch zum Erfolg

führte, daraus

zu machen.»

Fritz Schober

Der SBV schloss in den 1970er Jahren

mit etwa 70 Krankenkassen einen Kollektivvertrag

Landwirtschaft ab. Darin

konnten die Heilungskosten und das

Taggeld für den Erwerbsausfall gebündelt

für Krankheit und Unfall zu sehr

günstigen Prämien versichert werden.

Das hat bis zum Inkrafttreten des neuen

KVG, das die Kollektivverträge in der

Form, wie wir sie betrieben, verunmöglichte,

sehr gut funktioniert. Um den

Bauernfamilien weiterhin eine vorteilhafte

Lösung bieten zu können, gründeten

wir am 1. Dezember 1991 die Agrisano.

Was gab es für Highlights in Ihrer Karriere?

Etwas vom Schönsten war der Aufbau

des Dienstleistungsbereiches beim SBV

und die Zusammenarbeit mit meinem

Team, insbesondere mit Edi Boos, Elisabeth

Baer, Beat Meier, Christian Kohli,

Damian Keller, Monika Schatzmann, Ulrich

Ryser und Martin Würsch. Gefallen

hat mir auch die Annahme der Abstimmung

über das Mutterschaftstaggeld,

auch wenn mir dieses Engagement sehr

viel «Prügel», nicht zuletzt von Frauen,

eingebracht hat.

12 4 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Für die Bäuerinnen ist das Mutterschaftstaggeld

vorteilhaft.

Das Mutterschaftsgeld ist für alle Familien

mit Kindern wichtig. 2005 wurde

damit eine grosse Lücke im sozialen

Schutz beseitigt. Wir setzten uns aber

schon früher für die Stärkung der rechtlichen

Stellung der Bäuerinnen ein. Mit

der 10. AHV-Revision trat das Einkommenssplitting

mit Erziehungs- und Betreuungsgutschriften

in Kraft und war

die Grundlage für eine gerechte Einkommensaufteilung

zwischen Frau und

Mann. Wir zeigten auf, wie Bäuerinnen

sich als Selbstständigerwerbende deklarieren

können und kämpften dafür erfolgreich

bis vor Bundesgericht.

Soll das Einkommen zwischen einem Bauernpaar

immer gesplittet werden?

Nein, man soll dort splitten, wo es Sinn

macht. Für mich ist die Gleichstellung

von Mann und Frau eine Selbstverständlichkeit.

Heute wird aber vielfach

nur die Stellung der Bäuerin thematisiert.

Oft haben aber die Bauern auch

wenig Ahnung. Darum ist es mir wichtig,

dass in der aktuellen Kampagne

«Frauen und Männer in der Landwirtschaft

– Zusammenleben bewusst gestalten»,

dahinter steht die Agridea, der

schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband,

das Beratungsforums

und der SBV, die Männer ebenso wie

die Frauen angesprochen werden.

Zur Altersvorsorge gehört bei vielen Betrieben

auch das Wohnrecht.

Bei der Vorsorge muss man die Gesamtbetrachtung

machen: Gemäss FAT-Auswertungen

werden jährlich 10000 Fr. je

Betrieb in die 2. und 3. Säule einbezahlt.

Zur Vorsorge zählen aber nicht nur die

Pensionskonten bei Banken, Versicherungen

und Vorsorgeeinrichtungen.

Auch jede andere nachhaltige Vermögensvermehrung

gehört dazu. Dem genügenden

Wohnraum kommt dabei eine

besondere Bedeutung zu, denn er

erleichtet das harmonische Zusammenleben

der Generationen.

Was denken Sie über das schweizerische

Gesundheitswesen, die Negativschlagzeilen,

die Kostensteigerungen etc.?

Das Hauptproblem ist, dass wir das Beste

Gesundheitssystem der Welt haben

wollen, aber nicht wirklich bereit sind,

die dadurch entstehenden Kosten zu

tragen.

Neben der Volksinitiative für eine Einheitskasse

existiert von Gesundheitsminister

Alain Berset ein Gegenvorschlag.

Was halten Sie davon?

Den Gegenvorschlag finde ich noch

schlimmer als jener der Einheitskasse.

Wenn man die Wahl zwischen der Einheitskasse

und dem Vorschlag von Bundesrat

Berset hat, kann man quasi zwischen

Pest und Cholera wählen.

Wollen Sie, dass es so weiter wie bisher

läuft?

Ich sehe im Moment wirklich keinen

grossen Handlungsbedarf. Eigentlich

sollte eher mal gebremst werden. Ständig

gibt es neue utopische Vorschläge,

die nicht durchsetzbar sind oder die Administration

erheblich aufblähen. Ein

Beispiel ist der Vorschlag für die Schaffung

eines neuen Aufsichtsgesetzes für

die Krankenkassen. Es würde vollauf genügen,

wenn die bereits bestehenden

aufsichtsrechtlichen Vorschriften korrekt

ungesetzt würden.

Was meinen Sie zur Situation der IV?

Durch die Sparrevisionen (5. Und 6. IV-

Revision) wurde der IV, quasi die Seele

gestohlen. Heute wird konsequent die

materielle Invalidität geprüft. Dies mit

dem Ergebnis dass es für Personen mit

tiefen Einkommen, und dazu gehören

die meisten Bauern, sehr schwierig geworden

ist, eine Rente zu bekommen.

Gemäss IV lässt sich zumindest theoretisch

in einem anderen Beruf trotz Behinderung

eine Beschäftigung mit einem

gleichen oder sogar höheren

Einkommen finden und so gelten sie IVrechtlich

als eingegliedert.

Was machen Sie nach der Pensionierung?

So genau weiss ich das noch nicht. Vorerst

bleibe ich noch Präsident der Agrisano-Gruppe.

Der SBV-Versicherungsbereich

befindet sich in einer wichtigen

Phase der Reorganisation. In Zukunft

sollen alle Versicherungsbereiche unter

dem einheitlichen Sammel-Logo Agrisano

auftreten. Da gibt es auch für einen

Pensionierten noch das eine und andere

zu tun. Langweilig wir es mir bestimmt

nicht, den ich habe auch privat einen

grossen Aufgabenkreis.


Engagiert für Bauernfamlien

Fritz Schober (65) wuchs auf dem

Bauernbetrieb Sennenberg in

Killwangen auf. Dabei handelte es sich

um einen Verwalterbetrieb des

aargauischen Fleckviezuchtverbands.

Schober lernte Landwirt, ein Lehrjahr

verbrachte er im Welschland. Die

Meisterprüfung absolvierte er auf der

Liebegg. Er besuchte die Handelsschule

Gademann in Zürich. 1973 verliess er

die aktive Landwirtschaft und wurde

Versicherungsagent bei der «La Suisse»,

die mitten in Zürich ihren Sitz hatte.

1974 trat Fritz Schober in den

schweizerischen Bauernverband ein und

wurde erster Geschäftsführer der

Vorsorgestiftung der Schweizerischen

Landwirtschaft, die er nach und nach zu

einem erfolgreichen Unternehmen

aufbaute. Die Ausbildung zum

Versicherungsfachmann mit

eidgenössischem Fachausweis schloss er

mit Auszeichnung ab. Im Frühjahr 1991

wurde Fritz Schober zum

Departementsleiter «Soziales und

Arbeit» des schweizerischen

Bauernverbands ernannt und in die

Geschäftsleitung gewählt.

Fritz Schober wohnt in Hägglingen (AG)

Er ist verheiratet und hat zwei

erwachsene Söhne.

Fritz Schober hat sich

sein ganzes Berufs -

leben lang für die

soziale Absicherung

von Bäuerinenn und

Bauern eingesetzt.

Interview Daniela

Clemenz, UFA-Revue,

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 13


MANAGEMENT

Hofübergabe bei Gemeinschaften

BÄUERLICHES BODENRECHT, STEUERN, EHE- UND ERBRECHT Irgendwann

kommen alle in die Jahre und dann fragen sich die Mitglieder von Betriebsgemeinschaften

oder Betriebszweiggemeinschaften, wie sie die Übergabe an die nachfolgende

Generation regeln sollen. Leider ist meistens davon im Gesellschaftsvertrag wenig

die Rede. Darum gilt es, sich gemeinsam fair zu einigen.

Gerhard

Ryf

Die meisten Betriebsgemeinschaften

(BG) und Betriebszweiggemeinschaften

sind als einfache Gesellschaft

auf Basis von Artikel 530 ff.

des Obligationenrechts (OR) organisiert.

Diese Form hat sich aufgrund ihrer

Einfachheit bei der Gründung einer

überbetrieblichen Zusammenarbeitsform

durchgesetzt. Auch gibt es zur einfachen

Gesellschaft Musterverträge für

Kooperationen. In der Regel fehlen in

diesen Verträgen aber Bestimmungen

zum Generationenwechsel. Die einfache

Gesellschaft kennt von Gesetzes

wegen keinen Gesellschafterwechsel,

also wäre die Gemeinschaft bei der Hofübergabe

aufzulösen und zu liquidieren.

Sind sich die Gesellschafter jedoch einig,

so kann ein Nachfolger in den bestehenden

Vertrag eintreten. Das dispositive

Recht im OR ermöglicht zudem

eine Regelung des Gesellschafterwechsels

im Gründungsvertrag oder eine entsprechende

Regelung als Ergänzung zu

einem bestehenden Vertrag.

Gründung Nebst der Regelung eines

Gesellschafterwechsels sind bei Gemeinschaften

weitere Punkte auf die

bevorstehende Hofübergabe abzustimmen.

So kann zum Beispiel die Vertragsdauer

unter Berücksichtigung des erwarteten

Zeitpunktes der Übergabe

festgelegt werden. Eingeschränkt ist

diese Möglichkeit jedoch, wenn durch

die Gesellschaft grössere Investitionen

getätigt werden. Eine finanzierende

Kreditkasse kann zur Gewährung von

Investitionskrediten eine Mindestvertragsdauer

vorschreiben. Die Folgen einer

möglichen Auflösung der Gesellschaft

können verringert werden, wenn

bei der Planung von Investitionen der

Zeithorizont des Generationenwechsels

berücksichtigt wird.

Unabhängig von einer möglichen

Hofübergabe sollte im Vertrag eine ausserordentliche

Liquidation bei einer vorzeitigen

Vertragsauflösung geregelt

sein. Dies gilt insbesondere bei grösseren

Investitionen, welche aufgrund der

Gründung einer Gesellschaft getätigt

wurden. Bei einer ausserordentlichen

Liquidation sind gemeinsame Investitionen

besonders zu behandeln, damit das

Risiko für den einzelnen Gesellschafter

minimiert werden kann. Dies betrifft

auch das finanzielle und produktionstechnische

Risiko desjenigen Gesellschafters,

der das Investitionsobjekt

übernimmt. Diesem Umstand ist auch in

einem Baurechtsvertrag bei der Heimfallentschädigung

Rechnung zu tragen.

Bewertungsfragen Werden bei

der Gründung Vermögenswerte in das

Gesamteigentum der Gemeinschaft eingeführt,

so stellen sich Fragen zur Bewertung

der betreffenden Objekte. Am

einfachsten ist die Einbilanzierung der

Buchwerte. Da diese jedoch abhängig

von der vergangenen Abschreibetätigkeit

in den Buchhaltungen der einzelnen

Gesellschafter sind, ist auch der Verkehrswert

in die Beurteilung mit einzubeziehen.

Liegt zum Beispiel der Ver-

Fallbeispiele Hofübergabe in Gemeinschaften

Fall 1: Der anteilsmässige Buchwert des Vaters an der Gemeinschaft ist höher, als der

Übernahmewert, welcher der Sohn bezahlen muss. Die Betriebsgemeinschaft hat 8 Jahre

vor der Hofübergabe in einen neuen Stall investiert, deshalb ist beim Übernahmewert

eine Anrechnung der Investition gemäss Art. 18 BGBB zu berücksichtigen. Je nach Höhe

dieser Anrechnung bei der Kalkulation des Übernahmewertes und je nach Abschreibungsdauer

in der Buchhaltung, kommt der Buchwert höher zu liegen, als der erbrechtliche

Anrechnungswert auf Basis des BGBB. Für den Vater resultiert aufgrund der

längerfristigen buchhalterischen Abschreibungsstrategie ein Verlust. Ist im Gesellschaftsvertrag

eine Auflösung zu den Buchwerten festgelegt, so ist aus erbrechtlicher Sicht

Vorsicht geboten. Allfällige zu erwartende Gewinne, beispielsweise aufgrund eines

späteren Ausstiegs des Sohnes aus der Gemeinschaft sind mittels eines Gewinnanspruchs

zu regeln.

Fall 2: Der anteilsmässige Buchwert des Vaters an der Gemeinschaft ist tiefer, als der

Übernahmewert, welcher der Sohn bezahlen muss. Es entsteht ein Buchgewinn, der

vom Vater versteuert werden muss. Mit einer vorzeitigen und längerfristigen Planung

kann auch dieser Nachteil vermieden werden.

Grafik: Hofübergabe in Gemeinschaften

Buchwert*

Buchwert*

Übernahmewert**

Fall 1: Buchverlust

Fall 2: Buchgewinn

* Der Buchwert entspricht dem Eigenkapital des Vaters in der BG/BZG

** Der Übernahmewert entspricht dem erbrechtlichen Anrechnungswert

(Ertragswert + ev. Erhöhung nach Art. 18 BGBB, Nutzwert beim

Inventar)

14 4 2013 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Wie die Übergabe bei

einem Gemeinschaftsstall

vonstatten

gehen soll, muss

ausgehandelt werden.

Christian Mühlhausen, landipixel.de

kehrswert eines Traktors höher als dessen

Buchwert, so ist die Differenz «stille

Reserve». Diese sind zwischen den beiden

Gesellschaftern entweder auszugleichen

oder sie werden weitergeführt.

Übernimmt ein späterer Betriebsnachfolger

die Vermögenswerte seines Vaters,

so sind bestehende «stille Reserven»

aufzurechnen, womit diese der

Abtreter wieder zurückbekommt. Wollen

die Gesellschafter der Problematik

der «stillen Reserven» möglichst aus

dem Weg gehen, so müssten die Einbilanzierung

und die Auflösung der Gemeinschaft

zu den Verkehrswerten erfolgen,

was aber ohne entsprechende

Planung zu steuerlichen Nachteilen führen

kann.

Hofübergabe Ist der Zeitpunkt der

Hofübergabe gekommen und sind sich

die Gesellschafter bezüglich des Nachfolgers

einig, so stellen sich in erster Linie

dieselben Fragen wie beim Einzelbetrieb.

Grundsätzlich regelt hier das

Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht

(BGBB) die erbrechtlichen Belange,

welche auch bei Hofübergaben

zu Lebzeiten zu beachten sind. Bei der

Festsetzung des Übernahmewertes

stellt sich als erstes die Frage, ob es sich

bei den Anteilen des betreffenden Gesellschafters,

welcher den Betrieb seinem

Sohn übergeben will, um ein landwirtschaftliches

Gewerbe handelt. Die

Gewerbebeurteilung basiert auf den

Flächen im Alleineigentum des Übergebers,

dem Zupachtland und dem anteilsmässigen

Tierbestand in der Gemeinschaft.

Liegt ein landwirtschaftliches

Gewerbe vor und ist der

Übernehmer Selbstbewirtschafter, so

können die Liegenschaft zum Ertragswert

und Vieh- und Fahrhabe zum

Nutzwert übernommen werden (Art. 17

BGBB). Andernfalls gilt der Verkehrswert.

Bei den Liegenschaften ist zusätzlich

die vergangene Investitionstätigkeit zu

berücksichtigen. Gemäss Art. 18 BGBB

kann der Übergabewert insbesondere

dann erhöht werden, wenn innerhalb

der letzten 10 Jahre grössere Investitionen

in die Liegenschaft getätigt wurden.

Dazu gehören auch Investitionen in einen

Gemeinschaftsstall.

Fazit Ein Generationenwechsel innerhalb

einer Betriebsgemeinschaft

kann zur Belastungsprobe für die Gemeinschaft

werden. Insbesondere wenn

das Verhältnis der nachrückenden Generation

zu den bisherigen Gesellschaftern

gestört ist oder wenn ein Nachfolger

aus anderen Gründen nicht in die

Gesellschaft einsteigen will. Letztendlich

ist die Auflösung und Liquidation

einer Gemeinschaft anlässlich des Generationenwechsels

immer eine Option.

Deshalb ist es wichtig, mit den Bestimmungen

im Gesellschaftsvertrag die Folgen

abzufedern. In jedem Fall lohnt sich

ein früher Einbezug des möglichen

Übernehmers, bereits Jahre vor der Hof-

übergabe. Schlussendlich ist der Entscheid,

ob die Gemeinschaft weiterbesteht

oder nicht, von sämtlichen Beteiligten

abhängig.


Tabelle: Relevante Begriffe bei der Bewertung

Ertragswert Der Ertragswert entspricht dem Kapital, das mit dem

Ertrag eines landwirtschaftlichen Gewerbes oder

Grundstückes bei landesüblicher Bewirtschaftung zum

durchschnittlichen Zinssatz für erste Hypotheken

verzinst werden kann. Grundlage ist die Schätzungs -

anleitung basierend auf dem bäuerlichen Bodenrecht

(BGBB). Der Ertragswert wird angewendet bei

Hofübergaben von landwirtschaftlichen Gewerben und

Grundstücken, bei der Ermittlung von Belastungsgrenze

und Pachtzinsen.

Verkehrswert Der Verkehrswert entspricht dem unter normalen

Verhältnissen auf dem Markt erzielbaren Kaufpreis,

ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche

Verhältnisse. Er wird auch Marktwert genannt.

Buchwert Der Buchwert ist derjenige Wert, zu dem die Vermögensbestandteile

(Vorräte, Vieh, Maschinen, Immobilien)

in der Bilanz einer Buchhaltung eingesetzt sind.

Nutzwert Übernahmepreis des lebenden und toten Inventars bei

Hofübergabe innerhalb der Familie, basierend auf Art.

17 BGBB:

• Maschinen: Zeitwert (Ankaufspreis minus betriebswirtschaftliche

Abschreibungen), bei älteren

Maschinen mässiger Verkehrswert.

• Vieh: Mittelwert von Schlachtpreis und Marktpreis,

(Mastvieh: Schlachtpreis).

• Vorräte: Richtzahlen Koordinationskonferenz.

Autor Gerhard Ryf, Ing.-Agr. FH,

Fachverantwortlicher Betriebswirtschaft

Bereich Schätzungen, Schweizerischer

Bauernverband, Laurstrasse 10,

5201 Brugg AG, 056 462 51 11

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 15


LANDTECHNIK

KURZMELDUNGEN

Automatisierung im Fokus

Zwei neue

«Agrovector»-

Modelle

Die Teleskoplader «Agrovector» von

Deutz-Fahr wurden in erster Linie

für den Umschlag von landwirtschaftlichen

Produkten konzipiert:

Ballen, Düngemittelsäcke, Paletten,

Einsatz mit grossvolumigen Getreide-

oder Erdschaufeln. Ein Schnellwechselrahmen

ermöglicht den Gerätewechsel,

ohne dass der Fahrer

das Fahrzeug verlassen muss.

Dank der leistungsfähigen Hydraulikanlage

«Load-Sensing» (mit

Verstellpumpe 150 l/min und 250

bar Druck) und der innovativen

Geometrie des Teleskoparms bieten

die neuen «Agrovector» von Deutz-

Fahr eine gute Hubkraft und ermöglichen

wesentlich einfachere und

schnellere Ladevorgänge. Das Federungssystem

des Teleskoparms sorgt

für maximalen Komfort bei Arbeiten

auf unebenem Gelände. Beide Modelle

bewältigen eine Hubkraft von

3.7t bei einer maximalen Hubhöhe

von 6.10 m bzw. 7.30 m. Mit dem

elektrohydraulischen Joystick hat

der Fahrer alle Funktionen im Griff.

Nicht nur die proportionale Ansteuerung

des Teleskopausschubs

wird über den ergonomischen Griff

gesteuert, auch die Gang- und

Fahrtrichtungswechsel können damit

bedient werden.

Der «Agrovector» von Deutz-Fahr

ist serienmässig mit einem doppelt

wirkenden Zusatzsteuergerät am

Teleskoparm ausgestattet. Ein weiterer

doppelt wirkender Anschluss

mit zusätzlicher Fernbedienung am

Heck kann auf Wunsch angebracht

werden. Beide Steuergeräte lassen

sich mit dem Joystick komfortabel

bedienen.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

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Krone mit Isobus-Zertifikat

Als erster Landtechnik-Hersteller

hat Krone sich den neuen Isobus-

Prüfungen der Agricultural Industry

Electronics Foundation (AEF) gestellt.

Für die erste Testreihe ging

Krone mit allen Ladewagen-Typen

an den Start und erhielt nach Ablauf

aller Prüfverfahren das AEF-Zertifikat

für die Baureihen «AX», «MX»

und «ZX». Auch die neuen Butterfly-

Mähwerke «EasyCut B 1000 CV»

und «EasyCut B 1000 CV Collect»

bestanden den Test ohne Probleme.

Neue «T4»-Traktoren

New Holland ersetzt mit der komplett

überarbeiteten und aufgerüsteten

«T4»-Baureihe die «T4000»-

und die Einstiegsmodelle der

«T5000»-Baureihe. Die drei Premium-Traktoren

der neuen Baureihe

decken mit 86 bis 107 PS ein breites

Anforderungsspektrum ab. Die Motoren

mit gekühlter, externer Abgasrückführung

erfüllen die Abgasnorm

der Stufe 3b.

Exel-Gruppe kauft Holmer

Die französische Exel-Gruppe hat

Holmer, den deutschen Hersteller

von Erntemaschinen übernommen.

Nach Moreau, Matrot und Agrifac

ist Holmer damit der vierte Hersteller

von Zuckerrüben-Erntetechnik,

der von der Exel-Gruppe übernommen

wird. Exel möchte in diesem

Markt weiter wachsen. Zur Exel-

Gruppe gehört bereits ein starker

Pflanzenschutzbereich mit den Marken

«Tecnoma», «Berthoud», «Caruelle»,

«Fischer» und «Hardi».

Reform an Rapid beteiligt

Seit 2010 besteht zwischen den Reform-Werken

und Rapid eine Kooperation

in der Herstellung und

Vermarktung der hydrostatischen

Einachs-Geräteträger. Nun beteiligen

sich die Reform-Werke mit 3%

am Aktienkapital an der Rapid-Holding.

Der Aufbau dieser Beteiligung

erfolgt in gegenseitiger Absprache,

heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung

der beiden Firmen.

Immer grösser werdende Betriebe

und die gleichzeitige Einsparung

von Arbeitskräften stellen neue Herausforderungen

für Milchviehhalter

dar. So verwundert es nicht, dass

das Thema «Automatisierung in der

Rinderhaltung» verstärkt in den Vordergrund

rückt. Dem hat sich auch

die 4. Tänikoner Melktechniktagung

angenommen und den Fokus auf die

Automatisierung rund ums Melken

gerichtet. An der Tagung kamen

Wissenschaftler, Melktechnikberater,

Tierärzte und Landwirte aus

dem In- und Ausland an der Forschungsanstalt

Agroscope ART am

Standort Tänikon zusammen, um

neue Erkenntnisse, aktuelle Forschungsergebnisse

und innovative

Produkte vorzustellen und zu diskutieren.

Automatisierung der Milchgewinnung

im Wandel, Kosten und

Nutzen der Automatisierung sowie

beue Technologien und Traditionen

waren nur einige Punkte, die beim

Publikum auf reges Interesse stiessen.

Einer der Höhepunkte der Tagung

war die Präsentation von Innovationen

in der Melk- und Fütterungstechnik.

Vertreter der Industrie

stellten unter anderem den

Fütterungsroboter «Lely Vector»

und den «MlOne» Melkroboter der

GEA Farm Technologies vor und erläuterten

deren Funktionsweise und

Möglichkeiten. Besonders interessant

gestaltete sich der letzte Teil

der Tagung, bei dem Doktoranden

der Agroscope ART ihre Forschungsprojekte

vorstellten. «Der Nachwuchs

trägt massgebend zum zukünftigen

Gelingen der Automatisierung

in der Rinderhaltung bei»,

betonte Franz Nydegger, wissenschaftlicher

Mitarbeiter der Agroscope

ART. Insgesamt wurde an der

4. Tänikoner Melktechniktagung

klar, dass es im Bereich Automatisierung

in der Rinderhaltung voran

geht und noch einiges an technischen

Neuheiten zu erwarten ist.

Berufsleute ausgezeichnet

Am Bildungszentrum der Metall-

Union wurde kürzlich der nationale

Berufswettbewerb für Landmaschinen-,

Baumaschinen- und Motorgerätemechaniker

durchgeführt. Gold

ging an Manuel Biland aus Rüschegg-Heubach

(Lehrbetrieb: Herzig

Technik GmbH, Zimmerwald).

Silber gewann Daniel Fink aus Marbach

(Gebr. Siegenthaler AG,

Schangnau) und Christoph Maurer

aus Heimenschwand (Kuhn Schweiz

AG, Heimberg) holt Bronze. Die erfolgreichsten

drei Berufsleute bekommen

ein Stipendium, mit dem

sie eine Weiterbildung in Angriff

nehmen können.

16 4 2013 · UFA-REVUE


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Anbaugeräten und Hof-, Rad- und Teleskoplader. Sie wissen die Bedürfnisse

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UFA-REVUE · 4 2013 17


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Flach – aber gründlich

DIE KURZSCHEIBEN-EGGEN «TERRADISC PRO» bietet Vogel&Noot in

verschiedenen Arbeitsbreiten und in den Varianten Dreipunktanbau, gezogen

(«TR») und geklappt («Hydro») an. Nachfolgend wird die im Dreipunkt angebaute

Version mit einer Arbeitsbreite von 3 m beschrieben.

Die Kurzscheiben-Eggen haben sich

in den letzten Jahren zu Allroundern

der Bodenbearbeitung entwickelt.

Waren sie ursprünglich einmal

für die flache Stoppelbearbeitung

unmittelbar nach der Ernte gedacht, so

werden sie heute auch für die Vorbereitung

des Saatbetts und für den Anbau

von Zwischenfrüchten eingesetzt (oftmals

in Kombination mit einer einfachen

Sämaschine). Vor allem auf leichten

Böden hat sich diese Art der

Bodenbearbeitung einen festen Platz ergattert.

Da mit hohen Geschwindigkeiten

gefahren werden kann, sind auch

bei kleineren Arbeitsbreiten ansprechende

Flächenleistungen möglich.

Wirkung Im Stoppelfeld bewirkt die

Kurzscheiben-Egge ein flaches Einarbeiten

(5 bis 15 cm) der Ernterückstände

und einen frühen Start der Strohverrottung.

Unkräuter sowie Ausfallgetreide

keinem rasch auf und können später gezielt

bekämpft werden. Die Bodenfeuchte

bleibt erhalten, weil die Verdunstung

durch die an der Oberfläche

deponierte Mulchschicht reduziert

wird.

Bei der Weiterentwicklung seiner

Kurzscheiben-Eggen hat Vogel&Noot

unter anderem die Form der Scheiben

mit dem Ziel verändert, dass der Mischeffekt

verbessert und der Einzug des

Materials in den Boden auch unter

schwierigeren Rahmenbedingungen gewährleistet

ist. Dadurch sollen höhere

Arbeitsgeschwindigkeiten und somit eine

wirtschaftlichere Bodenbearbeitung

möglich werden.

Aufbau Das Modell «Terradisc pro

300» wird am Dreipunkt über die fixen

Kugeln für Schnellkuppler angebaut.

Die Tragachse ist starr. Am robust konstruierten

Tragrahmen sind auf zwei Balkenreihen

(Abstand 80 cm) insgesamt

24 Scheiben montiert, was einen Strickabstand

von 12.5cm ergibt. Die Scheiben

weisen einen Durchmesser von

510mm auf, sind relativ grob und tief

verzahnt, was zusammen mit dem

schrägen Eingriffswinkel für ein gutes,

aggressives Einzugsverhalten auch bei

schweren und harten Böden sorgt. Der

hohe Rahmen und die Freiräume zwischen

den Scheiben und Scheibenhaltern

versprechen einen hohen Strohdurchgang,

damit das organische

Material auch gut vermischt und eingearbeitet

wird.

Praxisstimme zur Kurzscheiben-Egge «Terradisc pro 300»

Eric und Gaël

Pavillard

Eric und Gaël Pavillard bewirtschaften

eine Fläche von knapp 100

Hektar, die sich auf drei Standorte

in der Gegend von La Sarraz-Cossonay

im Kanton Waadt aufteilt. Sie

bauen Getreide, Erbsen, Sonnenblumen,

Zuckerrüben, Mais, Kunst- und Natur -

wiesen sowie Wildblumen an. Auf dem

Betrieb werden zusätzlich noch

300 Mastschweine und 8 Pferde gehalten.

Seit einiger Zeit bewirtschaften die

Pavillards ihre Flächen nach dem Prinzip

der reduzierten, konservierenden

Bodenbearbeitung, setzen den Pflug aber

dennoch fallweise ein (vor allem nach Mais

für die Beseitigung der Ernterückstände im

Kampf gegen den Zünsler). Wesentliches

Instrument der Bodenbearbeitung ist die

Kurzscheiben-Egge, die unmittelbar nach

der Ernte und zur Saatbettbereitung

eingesetzt wird. «Das Vorgängermodell ist

in die Jahre bekommen, weshalb wir uns

zwecks einer Ersatzbeschaffung umgeschaut

gaben und dabei auf das Produkt

von Vogel&Noot gestossen sind», sagt Eric

Pavillard. An lässlich einer Vorführung auf

dem eigenen Betrieb konnte er sich einen

ersten Eindruck von der «Terradisc pro

300» machen, zusammen mit seinem Sohn

reiste er sogar dann noch nach Frankreich,

um auch Scheibeneggen von anderen Her -

stellern im praktischen Einsatz zu sehen.

Überzeugt hat die beiden die robuste

Bauweise, die einfache Wartung und

Einstellmöglichkeiten der «Terradisc pro

300» von Vogel&Noot. Aber auch die

sichtbare Arbeit auf dem Feld hat es den

Pavillards angetan. «Wir arbeiten mit einer

Geschwindigkeit von rund 15 km/h mit

einem 130-PS-Traktor. Die Rückstände der

Vorfrucht werden sehr gut in den Boden

eingearbeitet. Dank den Randblechen und

der Nachlaufwalze wird der bearbeitete

Boden schön flach und ideal für die

nächsten Kulturen vorbereitet.» Die

Pavillards haben die Kurzscheiben-Egge mit

einem pneumatischen Sägerät von APV

kombiniert, das dank seiner elektrisch

gesteuerten Säwelle, die den Saatgut-Strom

stufenlos reguliert, jedes Streugut einfach

in der gewünschten Menge ausbringen

kann. Über das elektrische Steuermodul ist

der ganze Vorgang bequem vom Fahrersitz

aus zu überwachen und zu regulieren.

Dieses Gerät wird bei den Pavillards ins -

besondere für die gleichzeitige Aussaat von

Gründüngungen eingesetzt.

18 4 2013 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Die Arbeitstiefe kann hydraulisch

(Bild, optional) oder mechanisch

verstellt werden.

Die äusseren Randscheiben können

für den Transport zusammen mit dem

Randblech hohgeklappt werden.

Die Scheiben selbst sind mit wartungsfreien,

dreifach abgedichteten,

zweirilligen Schrägkugellagern gelagert.

Die Scheibenhalten sind einzeln mit jeweils

vier Gummifeder-Elementen verschraubt,

was für eine gewisse Bodenanpassung

sorgt und die Werkzeuge vor

Beschädigungen schützt.

Für den Transport müssen in jeder

Reihe einmal links und einmal rechts die

beiden äusseren Scheiben geklappt

werden. Auf der linken Seite ist dort zusätzlich

noch das optionale Randblech

montiert. Dieser Randbleche sorgen dafür,

dass die Erde nicht zu weit nach aussen

fliegt und es nicht zu einer Dammoder

Furchenbildung kommt.

Tiefenverstellung Die «Terradisc

pro» ist mit einer einfachen, zentralen

Im Stoppelfeld bewirkt die Kurz -

scheiben-Egge ein flaches Einarbeiten

der Ernterückstände und einen frühen

Start der Strohverrottung.

Arbeitstiefenverstellung ausgestattet.

Diese kann optional auch hydraulisch

(mit Speicherfunktion), also bequem

auch während der Fahrt bedient werden.

So ist es möglich, die Arbeitstiefe

während der Fahrt vorübergehend flacher

oder tiefer zu stellen, um beispielsweise

Fahrspuren zu bearbeiten.

Steckbrief

Kurzscheiben-Egge Vogel&Noot

«Terradisc pro 300»

Arbeitsbreite: 3.00 m.

Transportbreite: 2.98 m.

Anzahl Scheiben: 24; Durchmesser:

510 mm, gewölbt und grob gezahnt.

Strichabstand: 12.5 cm.

Gewicht: Variiert je nach Ausrüstung von

1370 kg (ohne Walze) bis 2180 kg (mit

Keiltrommel-Walze und Striegel vor und

nach Walze).

Leistungsbedarf Traktor: 90 – 160 PS.

(Herstellerangaben)

Nachlaufwalzen Um die Kurzscheiben-Egge

«Terradisc pro 300» individuell

auf die jeweiligen Bodenverhältnisse

anpassen zu können, bietet

der Hersteller Vogel&Noot insgesamt

fünf verschiedene Nachlaufwalzen mit

Striegeln davor und danach an. Wer am

Traktor ausreichend Hubkraft hat, sollte

auf diese Werkzeuge nicht verzichten.

Die Kurzscheiben-Egge kann des

Weiteren mit einem Sägerät für Zwischenkulturen

oder Gründüngungen

kombiniert werden. Damit können verschiedene

Arbeitsgänge kombiniert, der

Boden durch Reduktion von Überfahrten

geschont und die Kosten gesenkt

werden.


Die Kurzscheiben-Egge

kann mit Sägeräten

kombiniert werden.

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Praxistest»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen.

Die Interviewpartner,

respektive Eigentümer

dieser Maschinen,

wer den jeweils in

Zusammenarbeit mit

den entsprechenden

Herstellern oder Impor -

teuren ausgesucht.

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www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 19


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Italienisch-schnittiges Design

MULTIONE «SL 835 DT» Hoflader sind dank ihrer Wendigkeit, ihrer geringen Breite

und dank der grossen Hubkraft vielseitig einsetzbare Fahrzeuge, die mit dem breiten

Angebot an Zusatzgeräten kaum Wünsche offen lassen. Die Systemfrage, ob Teleskopoder

Knicklader, beantwortet der Multione-Lader insofern, als dass er aus beiden Typen

etwas mitbringt.

Im Fussbereich

befinden sich zwei

Gaspedale – eines für

die Vorwärts-, eines für

die Rückwärtsfahrt.

Die Hoflader Multione zeichnen

sich durch zwei besondere Merkmale

aus. So ist einmal der Hubarm

mit einer «Doppel-H»-Struktur teleskopierbar.

Mit dem Teleskoparm wird

eine Hubhöhe von 3.00m erreicht. Die

hydraulische Hubkraft wird mit 2100kg,

die maximale Kipplast mit 1400kg angegeben.

Dann sitzt der Fahrer durch

die spezielle Geometrie der Knickung

quasi auf der Vorderachse, hat so also

stets gerade Sicht auf die Ladegeräte.

Das Heck dreht sich bei Einlenkung der

Maschine unter dem Fahrer weg.

Motor von Yanmar Angetrieben

wird der «SL 835 DT» von einem im

Heck verbauten wassergekühlten 1.3 l

Dieselmotor von Yanmar mit 3 Zylindern

und einer Leistung von 33PS. Das

1.4t schwere Gefährt läuft bis 10 km/h,

wobei alle vier Räder mit hydraulischen

Radmotoren angetrieben werden. Ein

Die wichtigsten Bedienelemente sind

rechts vom Fahrersitz angeordnet.

integriertes «Dynamic Block System» ermöglicht,

dass bei Arbeiten auf empfindlichen

Untergrund der Boden nicht

beschädigt wird und der Reifenverschleiss

auf befestigten Flächen sich auf

ein Minimum beschränkt. Verringert

sich beispielsweise die Traktion bei einem

Rad, so sorgt dieses System für eine

Anpassung des Antriebsmoments auf

die übrigen Räder.

Mit dem Teleskoparm wird eine

Hubhöhe von 3.00 m erreicht.

Kompakt gebaut Von einem Hoflader

erwartet man eine kompakte Bauweise.

Mit einer Breite von 1.18 bis

1.30 m (je nach Bereifung) wird dieses

Kriterium vom Multione «SL 835 DT»

erfüllt. Der optional heizbare und mit

Beckengurt versehene Fahrersitz ist mit

einer «Rops/Fops»-zertifizierten, offenen

Kabine ausgestattet. Optional ist

auch eine geschlossene Kabine verfügbar.

Bedienung Die wichtigsten Bedienelemente

sind rechts vom Fahrersitz angeordnet.

Mit dem Joystick werden die

Praxisstimme zum Hoflader Multione «SL 835 DT»

Thomas und Marcel

Helfenstein

Marcel Helfenstein führt im luzernischen

Rothenburg einen Betrieb mit Mutterkuhhaltung

(«Natura Beef»). In wenigen Jahren

wird sein Sohn Thomas einsteigen. Nach

einem Brand mussten Stall und Scheune

neu gebaut werden, wobei man gleichzeitig

gewisse Umstrukturierungen vornahm.

So wird das Grundfutter den Tieren heute

nur noch in Form von Siloballen- und

Heuballen angeboten. Die Helfensteins

verzichteten auf einen Heustock mit einer

Greiferanlage, brauchten dafür eine

geeignete Mechanisierung für das Ballen-

Handling.

Nach einer ausgedehnten Modellsuche mit

dem Vergleich verschiedener Offerten und

Testfahrten haben sich Marcel und Thomas

Helfenstein im Sommer 2012 für den

Multione «SL 835 DT» des italienischen

Herstellers CSF entschieden. Ausschlaggebend

für diese Wahl war neben dem guten

Preis-Leistungsverhältnis die kompakte

Bauweise mit der serienmässig breiten

Bereifung. «Bei anderen Maschinen hätten

wir wohl Doppelräder montieren müssen,

damit ausreichende Stabilität beim

Handling mit schweren Siloballen gegeben

ist», betont Thomas Helfenstein. Den

Hoflader haben sie vorerst mit einer

Ballenzange, einer Palettengabel und einer

Leichtmetall-Schaufel ausrüsten lassen –

vielleicht kommen später noch weitere

Anbaugeräte dazu. Der Hoflader kommt

pro Woche während gut einer Stunde zum

Einsatz. Da Marcel Helfenstein vorher kein

solches Gerät im Einsatz hatte, sei ein

Vergleich schwierig. Er hält aber fest, dass

die Maschine für die vorgesehenen

Einsätze geeignet sei, «auch wenn bei sehr

schweren Ballen der Lader durchaus noch

etwas mehr Eigengewicht haben könnte».

«Es braucht am Anfang selbstverständlich

etwas Übung, vor allem im Umgang mit

dem Joystick». Speziell sei auch die Tat -

sache, dass die Knickung quasi entlang

einer Diagonale verläuft. «Als Fahrer sitzt

man immer in einer Linie hinter dem An bau -

gerät und hat so stets eine gute Übersicht».

20 4 2013 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Steckbrief

Multione «SL 835 DT»

Motor: Wassergekühlter Dieselmotor

von Yanmar mit 3 Zylindern, 33 PS,

1331 ccm. Maximale Drehzahl:

3300 Umin. 24 l Tankinhalt.

Antrieb: Hydrostatischer Allradantrieb.

10 km/h.

Zusatzhydraulik: 66 l/min (3 Pumpen).

Kräfte: Schubkraft: 1290 kg; Maximale

Kipplast: 1400 kg; Hydraulische

Hubkraft: 2100 kg.

Masse: 1300 x 2606 x 2126 mm (L xBxH,

bei Reifengrösse 26 x 12.00-12);

Gewicht: 1450 kg; Hubhöhe: 3 m;

Kipphöhe: 2.478 m.

(Herstellerangaben)

Bewegungen des Teleskop-Auslegers

gesteuert und gleichzeitig hydraulischen

Zusatzkreise bedient. Weiter kann die

Ölmenge für die Anbaugeräte per

Knopfdruck eingestellt und aktiviert

werden. Der Hebel ist zudem mit einer

Sicherung gegen unbeabsichtigtes Fehlbedienen

ausgerüstet. Im Fussbereich

befinden sich zwei Metall-Gaspedale –

eines für die Fahrt nach vorne, eines für

die Rückwärtsfahrt.

Die Anbaugeräte – Multione bietet

bis zu 177 verschiedene – lassen sich

mechanisch auswechseln, können auf

Wunsch aber über Schnellverschlüsse

mit dem Hydrauliksystem verbunden

werden. Alternativ gibt es auch eine

Mehrfachhydraulikkupplung.

Sicherheit Eine Überlastwarnung

mit akustischer und visueller Anzeige

warnt, wenn die hinteren Räder entlastet

werden, damit der Fahrer rechtzeitig

die Last verringern und/oder den Teleskoparm

einziehen kann, bevor die Maschine

kippt. Auf der Einstiegsseite ist

ein Sicherheitsbügel angebracht, damit

ein seitliches Herausfallen verhindert

wird.


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Fortsetzung

Seite 29

22 4 2013 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

Traditionell – aber mit «Hightech»

HÜRLIMANN «XM» Die neuen Hürlimann Traktoren der Baureihe «XM» mit

drei Modellen sowie in den Ausbau-Varianten «Standard» und «Hi-Level» verbinden

Tradition und Innovation: «Historische» Lackierung in den Farben grün und rot,

frische Akzente im Design und bei der «E-Class»-Kabine sowie ein neues, kompaktes

4-Zylinder-Aggregat gehören zu den charakteristischen Merkmalen.

Angetrieben werden die neuen

Hürlimann «XM»-Modelle von einem

4-Zylinder-Aggregat aus dem

Hause Deutz. Dieser elektronisch

geregelte 4-Zylinder-Motor mit Commonrail-Einspritzung,

Turbolader und

Ladeluftkühler weist einen Hubraum

von 3.6 l auf, erfüllt die Abgasnorm der

Stufe 3b mit extern gekühlter Abgasrückführung

und einem Dieseloxydationskatalysator,

mit dem die Schadstoffe

ohne «Adblue»-Zusatz reduziert werden.

Tabelle: Modellübersicht Hürlimann «XM»

XM 100 XM 110 XM 120

Motor

4-Zylinder, 3.6 l, Commonrail, Stufe 3b

Nennleistung (PS, 2200 Umin) 95 105 116

Max. Leistung (PS, 2000 Umin) 99 119 122

Max. Drehmoment (Nm) 397 440 480

Beim Getriebe werden von der

mechanischen Variante mit 10x10 Gängen

(5 Gänge à 2 Gruppen) bis zur

60 x 60 HML-Lastschaltung (5 Gänge à

4 Gruppen mit 3 Lastschaltstufen) total

vier Möglichkeiten angeboten. Alle Modelle

gibt es mit dem lastschaltbaren

Wendegetriebe, wobei die Reaktionszeit

dieser Powershuttle in fünf Stufen

verstellbar ist. «Stop&Go» und Parkbremse

gibt es serienmässig bei allen

Modellen, während jene in «Hi-Level»-

Ausführung und mit Lastschaltung zusätzlich

über das «Automatic Powershift»

und das «Speedmatching»

verfügen, mit dem die jeweils am besten

geeignete Lastschaltstufe beim Gangwechsel

automatisch gewählt wird.

Zapfwelle, Hydraulik An der

Zapfwelle sind die vier Geschwindigkeiten

540, 540E, 1000 und

1000E mit unabhängiger Mehrscheibenkupplung

im Ölbad verfügbar.

Die elektrohydraulische Zuschaltung

geschieht über eine Drucktaste in

der Kabine oder an den Kotflügeln

des Traktors.

Um bei der Hydraulik

eine grosse Vielseitigkeit

zu gewährleisten,

sind die neuen «XM»

Traktoren in zwölf verschiedenen

Konfigurationen

erhältlich. Die

möglichen Ausführungen

verfügen über eine

Einzel- oder Tandempumpe

mit Förderleistungen von 60

oder 90l/min und 6 bis maximal 10 Hydraulikanschlüsse.

Der Heckkraftheber

hat eine Hubkraft von 6600kg.

Das Design stammt vom Studio

«Italdesign Giugiaro», das sowohl für

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das Äussere, wie auch für das Innere der

«E-Class»-Kabine verantwortlich zeichnet.

Dabei setzt der verchromte Kühlergrill

besondere Akzente. Neu sind auch

die rote Farbe der Felgen und die in original

«Hürlimann grün» lackierte Karrosserie.

In die Kabine integriert wurde zudem

eine Reihe von Konzepten aus der

Automobilbranche, so die zentrale Bedienkonsole

für die Arbeitsscheinwerfer

sowie die neu gestalteten Fahrer- und

Beifahrersitze.


Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 23


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Robuste Konstruktion –

gleichmässige Verteilung

AGRAR «MISTRAL 8002 D» Agrar hat seine Miststreuer des Typs «Mistral» weiter

entwickelt und in verschiedenen Punkten verbessert. Wie bisher wird auf das 4-Walzen-

Streuwerk gesetzt, das organische Dünger sauber abfräst und gleichmässig verteilt.

Die organischen Dünger haben in

letzter Zeit wieder an Wertschätzung

gewonnen. Der Nährstoffwert

dieser Düngemittel lässt sich aber

nur dann optimal nutzen, wenn sie

exakt dosiert und auch gleichmässig

verteilt werden können.

Da die Miststreuer häufig im Grünland

und dort bei oftmals wenig guten

(tragfähigen) Bodenverhältnissen eingesetzt

werden, muss bei den Maschinen

immer ein Kompromiss zwischen

leichter, aber trotzdem stabiler Bauweise

und möglichst grossem Ladevolumen

gefunden werden. Das Modell «Mistral

8002 D» kommt diesen doch fast widersprüchlichen

Anforderungen gut

entgegen.

Aufbau Der Miststreuer Agrar «Mistral

8002 D» wird über eine schlanke

Zugdeichsel mit dem Traktor verbunden.

Da die Deichsel angeflanscht ist,

kann man den «Mistral 8002 D» sowohl

für die Unten- wie Obenanhängung ausrüsten

lassen. Der Antrieb erfolgt direkt

über eine Weitwinkel-Gelenkwelle mit

Scherschraube auf das Zentralgetriebe

am Streuwerk. Die vier stehenden

Streuwalzen werden in der Folge über

ein separates Winkelgetriebe in Rota -

tion gebracht.

Fahrrahmen und die auch bei angebautem

Streuwerk abklappbaren Bordwände

sind feuerverzinkt. Der Boden

besteht aus imprägnierten und querverleimten

Holzplatten. Ein Schutzgitter, es

Das Streuwerk besteht aus vier leicht

schräg stehenden Walzen, die mit

gehärteten Messern versehen sind.

kann mechanisch oder hydraulisch abgeklappt

werden, schützt Fahrer und Kabine

vor Steinschlag und Verschmutzung.

Die Achsen, Bereifung und Bremsen

sind ausgelegt für 40 km/h. Als Fahr-

Praxisstimme zum Miststreuer Agrar «Mistral 8002 D»

Urs Laimbacher

Für Urs Laimbacher aus Stehrenberg (TG)

hat der Festmist eine grosse Bedeutung bei

der Bewirtschaftung seines Betriebs. Er ist

überzeugt, dass diese Art des Düngens sich

für die Bodenstruktur, die Mikroorganismen

und für den Stickstoffhaushalt nur

positiv auswirkt. Entsprechend wichtig ist

demzufolge auch die damit verbundene

Logistik. Da hat sich Laimbacher mit dem

notwendig gewordenen Ersatz seines

Miststreuers lange Zeit gelassen, damit er

sich ein geeignetes Gerät anschafft. Letzt -

lich hat er dem Modell «Mistral 8002 D»

von Agrar gegenüber zwei anderen den

Vorzug gegeben, obschon er mit der Vor -

gängermaschine, ebenfalls von Agrar, nicht

restlos zufrieden war. «Viele Miststreuer

sind für die heutigen, leistungsstarken

Traktoren zu schwach gebaut», meint

Laimbacher. Dass er sich wiederum für die

Marke «Agrar» und für das Profi-Modell

«Mistral 8002 D» entschieden hat, be -

gründet Laimbacher unter anderem damit,

dass der Hersteller bei der Entwicklung der

neuen Serie besonderen Wert auf Stabilität

und Robustheit gelegt habe, und dabei

auch auf seine spezifischen Wünsche ein -

gegangen sei. «Zudem ist es ein Schweizer

Produkt«, führt Laimbacher weiter aus.

Urs Laimbacher setzt den Miststreuer auf

dem eigenen Betrieb und im Lohn ein,

zudem wird die Maschine auch noch an

Dritte ausgemietet. Einsatzspitzen sind im

Frühjahr, nach dem Silieren vor der

Maissaat, im August und dann vor

Einbruch des Winters. Heuer kommt der

«Mistral 8002 D» in die zweite Saison.

Laimbacher zeigt sich bis jetzt zufrieden.

«Der Wagen ist etwas schwerer als sein

Vorgänger, ist aber auch durchwegs stärker

gebaut und mit einem besseren Fahrwerk

ausgestattet», so sein Fazit. Die Wartung

sei dank den zentralen Schmierleisten

hinten freundlicher. «Gäbe es eine solche

auch noch im vorderen Bereich, dann wäre

dies noch besser».

Entscheidend für Urs Laimbacher ist jedoch

das Streubild – vor allem beim Einsatz im

Grünland. «Da bin ich mit dem gewählten

Gerät wirklich zufrieden und dies sind auch

meine Kunden», hält er fest. Mit einem

doppelt und einem einfach wirkenden

Steuergerät stellt der «Mistral 8002 D»

hinsichtlich des Zugfahrzeugs keine

besonderen Anforderungen. Störend für

ihn, vor allem bei niedrigen Durchfahrten

und beim Beladen mit dem Kran, ist jedoch

das Schutzgitter, das aber aus Sicherheitsgründen

notwendig ist. «Diskutieren kann

man auch darüber«, so Laimbacher weiter,

«ob eine geschlossene Wanne (stabiler,

aber schwerer) im Vergleich zu Bordwänden

besser ist».

24 4 2013 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Der Kratzboden befördert den

Mist über ein hydraulisches Untersetzungsgetriebe

zum Streuwerk.

Für die vier Kratzbodenketten

gibt es eine neue, automatische

Spannvorrichtung.

Ein Steuerventil (hydraulischer

Mengenregler) ist auf einer tele -

skopierbaren Konsole angebracht.

werk gibt es die gefederte Tandemachse

(Boogie-Fahrwerk) serienmässig.

Das Streuwerk besteht aus vier

leicht schräg stehenden Walzen. So wird

das Streugut leicht nach oben geschleudert,

gut und gleichmässig auf einer

Breite von bis zu 8 m verteilt. Die Streuwalzen

sind mit angeschraubten, gehärteten

Fräsmessern versehen, die man

beidseitig verwenden kann. Am Sockel

münden die Walzen in einen konisch

geformten Vierschaufel-Streuteller.

Die Schmiernippel für das Streuwerk

(und für den Kratzboden) sind zu zwei

Schmierleisten zusammengefasst, was

die Wartung dieser beiden Elemente

wesentlich vereinfacht. Für eine optimale

Abdichtung und Dosierung bei

fliessfähigen Düngerarten gibt es optional

eine Stauwand.

Steckbrief

Mistzetter Agrar «Mistral 8002 D»

Masse: Länge: 7.40 m; Breite: 2.50 m;

Höhe: 2.95 m.

Leergewicht: 2280 kg. Zulässiges

Gesamtgewicht: 8500 kg.

Volumen: ca. 10 m 3 bei maximalem

Streuwerkdurchlass.

Streuwerk: 4 stehende Streuwalzen,

6 – 8 m Streubreite.

Fahrwerk: Tandemachse (Booggie-Achse).

Bereifung: 500/50 – 17.

(Herstellerangaben)

Der Kratzboden befördert den

Mist über ein hydraulisches Untersetzungsgetriebe

zum Streuwerk. Die Geschwindigkeit,

sowohl für den Vor- wie

den Rücklauf, kann man stufenlos einstellen.

Dazu gibt es ein kombiniertes

Steuerventil (hydraulischer Mengenregler),

das sich auf einer teleskopierbaren

Konsole an der Zugdeichsel befindet.

Optional ist auch eine komfortablere

Bedienbox erhältlich, so dass man alle

Funktionen des Streuers von der Kabine

aus per Knopfdruck steuern kann. Für

die vier Kratzbodenketten gibt es eine

neue automatische Spannvorrichtung,

die vorne an der Stirnwand der Maschine

platziert ist. Auf der Unterseite ist der

Kratzboden auf der gesamten Länge geführt,

was zu einem insgesamt ruhigen

Lauf führt.


Agrar hat seine Miststreuer des Typs

«Mistral» weiter entwickelt und in

verschiedenen Punkten verbessert.

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Praxistest»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen.

Die Interviewpartner,

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dieser Maschinen,

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www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 25


LANDTECHNIK

Optimiertes Fütterungsmanagement

AUTOMATISCHES FÜTTERUNGSSYSTEM Im Milchviehstall der Betriebs -

gemeinschaft Geiger-Loher in Kriessern (SG) steht schweizweit die erste automatische

Fütterungsanlage des Typs «Optimat» von Delaval. Über die Beweggründe,

die Funktions weise und die Erfahrungen gibt der nachfolgende Beitrag Auskunft.

Die Fütterung ist auf einem Milchwirtschaftsbetrieb,

selbst wenn Futtermischwagen

und Nachschiebegeräte

zum Einsatz kommen, ein

zeitintensiver Vorgang. Rund ein Viertel

der Arbeitszeit muss für die Tätigkeit

aufgewendet werden. Automatische

Fütterungsanlagen können diese Arbeit

massgeblich rationalisieren, die Arbeitsbelastung

reduzieren und einen Beitrag

dazu leisten, den Tagesablauf generell

flexibler zu gestalten.

Diese Überlegungen haben sich auch

Jörg Geiger und Niklaus Loher aus Kriessern

(SG) gemacht. Vor allem wollten sie

mit einem neuen Fütterungssystem erreichen,

dass der gesamte Tierverkehr

im Stall ruhiger sowie geordneter abläuft

und dass die rangtieferen Kühe

auch genügend zu fressen bekommen.

Vor etwas mehr als fünf Jahren haben sie

eine Betriebsgemeinschaft gebildet und

gleichzeitig auch einen neuen Milchviehstall

in Betrieb genommen, in dem

sie heute rund 130 Milchkühe halten.

Von Beginn an wurde in diesem Stall mit

zwei Melkrobotern gemolken (Typ

«VMS» von Delaval). Während der Vegetationsperiode

werden die Tiere geweidet.

Die Kühe bewegen sich ein einem

sogenannt gelenkten Tierverkehr.

«Optimat»-Systeme

Delaval bietet dieses Fütterungssystem «Optimat» in zwei Versionen an.

«Master» ist die vollautomatische Lösung (wie bei Geiger-Loher). Eine

automatische Steuerung stellt ein korrektes Füllen, Mischen und Ver -

teilen sicher. Die Waage am stationären Mischer kann täglich zahlreiche

Futterchargen kontrollieren. Die Anlage funktioniert zusammen mit

beliebiger Zahl von Silos und Befüll-Tischen.

«Standard» ist quasi die «Light»-Version und ermöglicht ein automatisches

Mischen und Verteilen. Die Version besteht aus einem Mischer

und einem Verteilwagen.

Die Anlage umfasst drei Befüll-Tische

für Öko-Heu, Grassilage und Mais-/

Zuckerrüben-Silage (vl.n.r.).

Erste Anlage Während in Skandinavien

vollautomatische Fütterungssysteme

bereits seit einigen Jahren verbreitet

sind, sind solche Anlagen in

Mitteleuropa noch eher selten anzutreffen.

Im Stall der Betriebsgemeinschaft

Geiger-Loher läuft nun seit anfangs dieses

Jahres die erste Anlage des Typs

«Optimat», die Hersteller Delaval in der

Schweiz in Betrieb nehmen konnte. Für

Jörg Geiger war diese Anschaffung, die

sich problemlos ins bestehende Gebäude

integrieren liess, fast eine logische

Folge. «Mit den beiden Melkrobotern

haben wir den ersten Schritt in Richtung

Vollautomatisation des Stalles gemacht,

nun kommt mit diesem Fütterungssystem

der zweite».

Von den Befüll-Tischen gelangen

die Futtermittel, ergänzt mit Mineralstoffen,

zum Futtermischer.

Aufbau und Ablauf Die Anlage besteht

im Wesentlichen aus drei Elementen:

Den Befüll-Tischen, dem statio -

nären Futtermischer und dem

Verteilwagen mit integriertem Nachschiebegerät,

der schienengeführt eine

TMR-Ration vor dem Fressgitter ablädt.

Einmal täglich werden die Befüll-Tische

– bei Geiger-Loher sind es deren drei –

mit den Grundfutterkomponenten Gras-

Silage (Ballen), Mais-/Zuckerrübenschnitzel-Silage

und Öko-Heu beladen.

Diese Befüll-Tische können auch Silo-

Ballen, sofern das Gras kurz geschnitten

ist, auflösen. Von dort gelangen die Futtermittel

im richtigen Verhältnis (dies

kann zuvor an einem PC bestimmt oder

direkt am Steuerungstableau bei der

Anlage eingegeben werden) über ein

Förderband zu einem stationären Vertikalmischer

mit 8m 3 Inhalt. Dieser Vorgang

findet in der Regel viermal täglich

statt. Vom Mischer gelangt die TMR-Ration,

die ebenfalls automatisch mit Mineralstoffen

ergänzt wird, in den Verteilwagen

mit 2.5m 3 Inhalt, der das Futter

im Zwei-Stunden-Rhythmus den Kühen

vorlegt. So besteht Gewähr, dass die Kühe

rund um die Uhr stets frisches Futter

zur Verfügung haben.

Die Anlage ist auch dafür ausgelegt,

spezifische Kuhgruppen mit unterschiedlichen

Rationen zu versorgen.

Diese Möglichkeit wird bei Geiger-Loher

vorerst (noch) nicht genutzt.

Erfahrungen «Die Anlage läuft bisher

gemäss unseren Erwartungen einwandfrei»,

berichtet Jörg Geiger. Das

Futter sei stets frisch, entsprechend gebe

es kaum noch Futterresten, die zu

26 4 2013 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

Jörg Geiger: «Der gesamte Tierverkehr

ist mit der neuen Anlage viel ruhiger

geworden».

entsorgen sind. «Positiv ist auch die Tatsache,

dass nun auch die rangniedrigeren

Kühe ungestört zu frischem Futter

kommen», führt Geiger weiter aus. Generell

sei der gesamte Ablauf im Stall

viel ruhiger geworden. Die Hektik, die

jeweils bei der Futtervorlage zu beobachten

war, sei nun verschwunden.

Weiter hat sich der Grundfutterverzehr

der Tiere erhöht. Zudem gäbe es kaum

noch Kühe, welche die Futteraufnahme

verweigern und früher zum Fresstisch

hätten geholt werden müssen.

Der Futtermischer mit vertikaler

Schnecke und 8m 3 Inhalt wird in der

Regel viermal pro Tag befüllt

Mit der Anlage werden auch wesentliche

Dieselkosten eingespart (Traktor

mit Futtermischwagen). «Die Mehrkosten

für den elektrischen Strom liegen

deutlich darunter», meint Jörg Geiger,

der zusammen mit seinem Partner Niklaus

Loher diesen Betrieb mit zwei Arbeitskräften

und einem Lehrling, der allerdings

mit einem anderen Betrieb

geteilt wird, bewirtschaftet.

Fazit Das automatische Fütterungssystem

«Optimat» läuft auf dem Betrieb

Vom Mischer gelangt die TMR-Ration, die ebenfalls automatisch mit

Mineralstoffen ergänzt wird, in den Verteilwagen mit 2.5 m 3 Inhalt, der das

Futter im Zwei-Stunden-Rhythmus den Kühen vorlegt.

Die gesamte Anlage konnte in

das bestehende Gebäude intergriert

werden.

Geiger-Loher seit Januar 2013. Die stallrelevanten

Arbeitszeiten können die

beiden Betriebsleiter heute viel flexibler

gestalten, als dies früher der Fall war.

Die Arbeitszeit konnte insgesamt gesenkt

werden. Die Kühe haben nach der

Umstellungsphase mit einem höheren

Futterverzehr und mit einer verbesserten

Milchleistung positiv auf das neue

Fütterungsregime reagiert. Da kein

Traktor mehr für den Mischwagen gebraucht

wird, steht dieser für andere

Aufgaben zur Verfügung.

Tag der offenen

Türe

Am Samstag,

27. April 2013, kann

die Anlage auf dem

Betrieb Geiger-Loher

von 10 bis 17 Uhr im

Rahmen eines Tags der

offenen Türe besichtigt

werden. Fachleute von

Delaval sowie Willi

Eicher aus Werdenberg

(SG), der die Anlage als

lokaler Service-Partner

von Delval installiert

hat, sind vor Ort.

Zusammen mit den

beiden Betriebsleitern

geben sie Auskunft

über die Anlage. Eine

Festwirtschaft sorgt für

das leibliche Wohl. Die

Zufahrt ist ab Autobahnausfahrt

Kriessern

(A3) beschildert.

Betriebsspiegel

Nutzfläche: 73 ha,

wovon 20 ha Silomais,

Rest Kunst- und

Naturwiesen sowie

Öko-Flächen.

Tierbestand: 130

Milchkühe, 80 Stück

Jungvieh, wovon die

Hälfte im Aufzucht -

vertrag.

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 27


LANDTECHNIK

Futterbau in Hanglagen

UNTERSCHIEDE ZWISCHEN MECHANISIERUNGSVARIANTEN Während im

Flachland vorwiegend Traktoren zur Bewirtschaftung eingesetzt werden, kommen im

Berggebiet Motormäher, Zweiachsmäher und Transporter zum Einsatz. Gründe für die

Anschaffung von teuren Spezialmaschinen wie Zweiachsmähern oder Transportern liegen

in der hohen Hangtauglichkeit sowie der damit verbundenen Arbeitserleichterung.

Grafik:

Arbeitszeitbedarf je ha (AKh)

14

12

10

8

6

4

2

0

Sebastian

Anton

Luttenbacher

Traktor

Einlagerung

Futterbergung

Schaden

Zetten und Wenden

Mähen

Traktor

Traktor

Ziel einer an der Forschungsanstalt

Agroscope Reckenholz-Tänikon

(ART) durchgeführten Untersuchung

war es, den Arbeitszeitbedarf

zur Futtererzeugung in unterschiedlichen

Hanglagen mit unterschiedlicher

Mechanisierung zu untersuchen. Dabei

wurden die Arbeitsverfahren Mähen,

Zetten und Wenden, Schwaden sowie

die Transport- und Einlagerungslogistik

im Berggebiet auf Betrieben in Bayern,

Österreich und der Schweiz betrachtet.

Im Folgenden werden die Ergebnisse

der arbeitswirtschaftlichen Untersuchung

für verschiedene Hangneigungsstufen

dargestellt.

Motormäher sind arbeitsintensiv,

oftmals aber die einzge mögliche

Mechanisierungsvariante.

Arbeitszeitbedarf in Abhängigkeit der

Mechanisierung und Hangneigung (%)

Traktor

Zweiachsmäher

Motormäher

Zweiachsmäher

Motormäher

Zweiachsmäher

Motormäher

Motormäher

80

Mechanisierungsvariante und Hangneigung (%)

Arbeitsintensiver Motormäher

Für die Raufutterernte in Hanglagen ist

insgesamt – in Abhängigkeit von der

Hangneigung – ein Zeitbedarf von 4.6

bis zu 11.6 Arbeitskraftstunden je Hektar

(AKh/ha) und Schnitt zu veranschlagen.

Beim Arbeitsverfahren Mähen in

einer Hangneigung von 25–35% zeigt

sich, dass der Arbeitszeitbedarf beim

Einsatz eines Traktors oder eines Zweiachsmähers

mit Rotationsmähwerk nahezu

identisch ist. Er liegt zwischen 1.2

und 1.4AKh/ha.

Beim Einsatz eines Motormähers

kann der Arbeitszeitbedarf mit 2.9AKh/

ha dagegen bis zu zweieinhalb mal höher

sein. Wesentliche Gründe für diese

Unterschiede sind sowohl die niedrigeren

Arbeitsgeschwindigkeiten, als auch

die geringeren Arbeitsbreiten des Motormähers

im Vergleich zum Traktor

oder Zweiachsmäher. So nimmt etwa

die Fahrgeschwindigkeit beim Mähen

bei einer Hangneigung von 50 – 80 %

von 5.5km/h beim Zweiachsmäher auf

2.9 km/h beim Motormäher ab. Die

theoretische Arbeitsbreite verringert

sich um 16 % von 2.15 m beim Rotationsmähwerk

auf 1.80 m beim Balkenmähwerk.

Geringe Unterschiede zeigen sich

auch für die nachfolgenden Arbeitsverfahren

zwischen Traktor und Zweiachsmäher.

Mit dem Motormäher ist der

Zeitbedarf dagegen sowohl beim Zetten

und Wenden, als auch beim Schwaden

annähernd doppelt so hoch. Die wesentlichen

Gründe sind auch hier die

Abnahme der Arbeitsbreiten sowie die

Verringerung der Fahrgeschwindigkeiten.

Bei der Futterbergung beträgt der Gesamtarbeitszeitbedarf

zwischen 1.2 und

2.2 AKh/ha. Hierbei hat das Ladevolumen

des Ladewagens oder des Ladegerätes

beim Transporter einen geringeren

Einfluss. Entscheidend sind vielmehr die

unterschiedlichen Graserträge, die bei

Zwischen Traktor und Zweiachsmäher

bestehen nur geringe Unterschiede

beim Zeitbedarf.

zunehmender Hangneigung um bis zu

10 dt TS/ha zurückgehen. Die Einlagerung

des Boden- oder Belüftungsheus

erfolgt entweder mit einer Greiferkrananlage

oder durch ein Gebläse mit Teleskopverteiler.

Auch hier hat die Hangneigung

keinen Einfluss auf den

Arbeitszeitbedarf. Dieser liegt zwischen

0.4 und 0.5AKh/ha.

Fazit Insgesamt sind zwischen dem

Einsatz eines Traktors oder eines Zweiachsmähers

kaum Unterschiede im Arbeitszeitbedarf

festzustellen. Der Einsatz

eines Motormähers ist generell

mit einem deutlich höheren Arbeitszeitbedarf

für die einzelnen Arbeitsverfahren

verbunden. Allerdings stellt

dieser ab einer Neigung von 50 % oft

die einzig verbleibende Mechanisierungsform

dar und ist für viele Betriebe

unverzichtbar.


Autor Sebastian Anton Luttenbacher,

Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon

(ART), 8356 Ettenhausen

www.art.admin.ch

www.ufarevue.ch 4 · 13

28 4 2013 · UFA-REVUE


Marktplatz

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von Seite 22

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Fortsetzung

Seite 33

UFA-REVUE · 4 2013 29


KNOW-HOW

NEUHEITEN

Höchste Milchqualität garantiert

Weiterentwicklung der Kuhn Anbaupflüge

Neben der Ansetzsicherheit gehört

die Überwachung der Milchqualität

zu den wichtigsten Kriterien bei der

Anschaffung eines Melkroboters. In

beiden Bereichen verfügen Lely

Melkroboter über Systeme der Spitzentechnologie,

die nicht nur zuverlässige

Arbeit verrichten, sondern

auch patentrechtlich geschützt sind.

Die Lely Funktionen des «MQC»

(Milchqualitätskontrollsystem) ermöglichen

die zuverlässigste Mastitis-Erkennung,

die heute auf dem

Markt erhältlich ist. Die Sicherheit

der Überwachung liegt dabei auf

über 99 % im Vergleich zur alleinigen

Leitfähigkeit, die auf 80 %

kommt. Dabei misst das «MQC» für

jedes Viertel Werte wie

• Milchfarbe (gesamtes Farbspektrum),

• Leitfähigkeit (Standard),

• Melkzeit (Dichtigkeit der Milchschläuche),

• Anmelkzeit (Lufteinlass),

• Melkgeschwindigkeit (Abnahmezeitpunkt)

und

• Temperatur (Infektion).

Das «MQC» befindet sich im Arm

des Roboters direkt neben dem Euter.

Damit erfolgt die Qualitätskontrolle

unmittelbar nach der Zitze,

wo die Milch ständig viertelweise

überwacht wird. Dadurch bekommt

man Informationen über Mastitis,

Fett und Eiweiss sowie Laktose für

die Überwachung der Milchqualität

und der Kuhgesundheit.

Lely Center, Dairy Solution GmbH

4614 Hägendorf SO

0848 11 33 77, www.lely.com

In den Pflügen der Baureihe «Master

3» sind Tradition und Innovation

vereint. Das Ergebnis sind Maschinen,

die durch ihre robuste Bauweise,

ihre Zuverlässigkeit und ihren

Einsatz- und Bedienkomfort bestechen,

bei deren Weiterentwicklung

drei Punkte im Vordergrund standen:

• Robustere Bauweise zur Anpassung

an leistungsstarke Traktoren.

• Um bis zu 20% höherer Auslösedruck

an der Scharspitze für zuverlässige

Pflugarbeit.

• Ausgereifte Technik für höheren

Einsatz- und Bedienkomfort.

Erhalten bleiben alle bewährten

Pluspunkte wie

• Pflugkopf aus einem Guss für

höchste Belastbarkeit.

• Kombi-Einstellung für Vorderfurchenbreite

und Zugpunkt zur

leichten und schnellen Anpassung

an die verschiedensten auf

dem Markt angebotenen Traktoren.

• Vario-Schnittbreitenverstellung

mit im Rahmen integriertem Gestänge

für optimalen Schutz.

• Grosse Auswahl an Pflugkörpern

mit geschmiedeten und daher

langlebigen Scharen und Scharspitzen.

• Triplex-Streichbleche mit ungleich

starken Schichten für eine

bis zu 40% längere Standzeit.

Die neue Baureihe der Anbaupflüge

«Master 3» umfasst 2- bis 7-furchige

Modelle, die an Traktoren von 40 bis

385 PS angebaut werden können.

Kuhn Center Schweiz, 8166 Niederweningen,

044 857 28 00

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Zetter der Extra-Klasse

Neuer «Axion 800»

Beim neuen gezogenen Zetter «Hit

12.14 T» standen höchste Futterqualität,

beste Bodenanpassung

und perfekte Streuqualität im Vordergrund

der Entwicklung. Der

neue Zetter mit 12 Kreiseln und

13.2 m Arbeitsbreite bietet eine

neue Leistungsdimension.

Der «Hit 12.14 T» verfügt über die

einzigartige «Liftmatic plus»-Aushebung:

Über einen Doppelzylinder

werden die Kreisel zuerst über eine

Kulisse in eine waagrechte Position

gebracht und anschliessend hochgehoben.

Diese intelligente, hydraulische

Steuerung der Aushebung verhindert

jegliches Einstechen oder

Kratzen der Zinken am Boden. Die

Vorgewendeaushebung ermöglicht

eine grosse Bodenfreiheit, die den

Zetter wesentlich besser manövrierfähig

macht. Auch bei dieser Maschine

ist das Herzstück der innovative

«DynaTech»-Kreisel. Für beste

Streuqualität und perfekte Bodenanpassung

sorgen der Kreiseldurchmesser

von 1.42 m und die je sechs

geschwungenen Zinkenarme mit

den neuen Zinken. Das Fahrwerk

bleibt sowohl bei der Arbeit, am

Vorgewende als auch beim Transport

am Boden. Somit kommt während

des Zettens kein zusätzliches

Gewicht durch ein hochgeklapptes

Fahrwerk auf den Zetter.

Pöttinger AG,

5413 Birmenstorf

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www.poettinger.ch

Wie der «Axion 900» verfügt der

neue «Axion 800» über einen langen

Radstand bei einer Gewichtsverteilung

von 50% vorne und 50% hinten

in kompakter Bauweise. Damit der

Traktor trotzdem wendig bleibt, hat

auch sein Frontchassis die «Wespentaillenform».

So sitzt das Kühlerpaket

auf der breitesten Stelle des Vorderachsträgers,

der Motor hingegen auf

einer schlanken und in den Rahmen

integrierten Ölwanne. Die Vorteile:

Die schmale Bauform ermöglicht hohe

Lenkeinschläge und somit einen

kleinen Wenderadius. Die stabile

Bauweise erlaubt die Verwendung

des Frontkrafthebers mit Hubkräften

von 3,5 bzw. 5,6 Tonnen ohne zusätzliche

Verstrebungen.

Und auch die 4-Pfosten-Kabine

und das Komfortkonzept mit 4-

Punkt-Kabinenfederung, Schwingungstilgung

der Hubwerke und Vorderachsfederung

hat sich die neue

Serie beim 900er abgeguckt und damit

einen Leistungssprung in Sachen

Fahrerkomfort geschafft.

Im ersten Schritt wird für den neuen

«Axion 800» zunächst das «Hexashift«-Getriebe

zur Verfügung stehen,

etwas später folgt das

stufenlose «C-Matic». Wird die

Frontzapfwelle saisonweise nicht benötigt,

kann das gesamte Getriebe

vom Motor entkoppelt werden, was

Antriebsenergie und Dieselverbrauch

reduziert.

Serco Landtechnik AG

4538 Oberbipp,

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30 4 2013 · UFA-REVUE


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Innovation

ITCF Test:

In seinem Test

bezeichnet das

ITCF (führendes

Französisches Technisches Institut

für Getreide- und Futterpflanzen)

die gleichmässige Dosierung als

wichtigstes Beurteilungskriterium

bei Drillmaschinen. Ergebnis: Das

Zellenrad von KUHN belegte Rang

1 auch bei unebenen Bodenverhältnissen

und Hanglagen.

Bei KUHN brauchen Sie auch bei

den mechanischen Combiliner ® Drillkombinationen

nicht auf die präzise

Zellenraddosierung der pneumatischen

Sätechnik zu verzichten. Ihr Plus: Hohe

Dosiergenauigkeit, unabhängig von

Hanglage, Saatgut und Fahrgeschwindigkeit.

Die 60 Sekunden-Schnellumstellung

auf Feinsaat, das 6-Gang-Komfortschaltgetriebe,

die Zentraleinstellung der

Sätiefenbegrenzung, Saatmengen von

0,8 bis 400 kg/ha, grosse Saatgutbehälter

und die exakte Ablage der fast

wartungsfreien SEEDFLEX ® Scheibenschare

mit ihren karbidbeschichteten

Abstreifern sind weitere Belege für

den technischen Vorsprung der KUHN-

Drilltechnik.

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UFA-REVUE · 4 2013 31


PFLANZENBAU

Proteinreich und

beständig

KURZMELDUNGEN

In Gegenden mit geringen Niederschlagsmengen

liefern Luzerne-Gras-Mischungen

Futter mit

einem hohen Proteinertrag pro

Hektare. Heute liegen drei Standardmischungen

(SM) mit Luzerne

vor. Aufgrund von Feldexperimenten

in Ackerstreifen und in

Kleinparzellen hat Agroscope bei

der letzten Revision der Standardmischungen

die Rezeptur der SM

325 geändert, um deren Eignung

für trockene Tallagen zu verbessern.

Die Anlagedauer der Luzerne-Gras-Standardmischungen

(SM)

Branche will Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus verbessern

Für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft

spielen im Inland

angebautes Getreide und Eiweisspflanzen

eine wichtige Rolle, denn

die einheimischen Konsumenten

sind betreffend die Herkunft der

Futtermittel sensibilisiert. Der

Selbstversorgungsgrad von Futtergetreide

liegt jedoch unter 50 %,

beim Kraftfutter sogar unter 40 %.

Die Anbaufläche von Getreide ist in

den letzten 20 Jahren um rund 25%

zurückgegangen. Die Futtergetreidefläche

sank im gleichen Zeitraum

um mehr als 46 000 ha (– 42%).

Gleichzeitig ist der Importanteil von

Futtermittelrohstoffen von 28.1 %

(1990) auf 58.4% (2010) gestiegen.

Aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit

ist der Anbau von Futtergetreide

oder Eiweisspflanzen nicht

rentabel und führt unter Berücksichtigung

aller Kosten zu negativen Erlösen.

Die Branchenorganisation

«swiss granum» will dieser negativen

Entwicklung mit einem Massnahmenpaket

entgegen treten und

bezweckt, den Selbstversorgungsgrad

sowie die Wirtschaftlichkeit

von Getreide und Futtermittelrohstoffen

zu erhöhen. Die Branchenorganisation

«swiss granum» fordert

deshalb:

• Die Einführung eines spezifischen

Beitrags für den Anbau von Futtergetreide.

• Eine angemessene Unterstützung

für den Anbau von Ackerkulturen.

• Eine Ausdehnung der Produktionsflächen

auf Kosten der

Fläche für Grünland bis 2025.

• Schutz der landwirtschaftlichen

Nutzfläche.

• Eine Prüfung der Zulassung von

tierischen Eiweissen zur Verfütterung

an Geflügel und Schweine

sowie von Nebenprodukten aus

der Ernährungswirtschaft.

• eine Intensivierung von Forschung

und Züchtung im Bereich Futtergetreide

und Eiweisspflanzen.

www.swissgranum.ch

beträgt drei Jahre. SM 320 enthält

Rotklee und Bastard-Raigras. Sie

ist für eher kühle Zonen bis

800 m ü.M. geeignet, gewährleistet

besonders im ersten Jahr einen

grossen Ertrag und eignet sich

zum Silieren. SM 323 ist für eher

trockene Gebiete bis über

800 m ü. M. vorgesehen. Sie ist

besonders im Saatjahr leguminosenlastig.

Dank dem Wiesenschwingel

ist ihre Nutzung flexibler

und die Futterqualität auf

Dauer stabiler als bei SM 320. Die

Rezeptur der SM 325 wurde im

Rahmen der Revision der Standardmischungen

2013 – 2016 angepasst.

Sie sollte eher intensiv

genutzt werden. Diese Mischung,

welche für Trockengebiete bis

800 m ü.M. geeignet ist, setzt sich

hauptsächlich aus Luzerne, feinblättrigem

Rohrschwingel und

Knaulgras zusammen. Der Anbau

von Luzerne in Reinsaat wird nur

empfohlen, wenn sich Boden und

Klima dafür bestens eignen.

www.agroscope.admin.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

Raps-Kongress in Changins

Vom 28. April bis 1. Mai 2013 findet

in der Westschweiz, organisiert von

Agroscope Changins-Wädenswil,

ein internationaler Rapskongress

statt. Die Rapsspezialisten aus aller

Welt diskutieren Züchtungsfortschritte

und Pflanzenschutzmassnahmen.

Auch werden sie Exkursionen

unternehmen, wobei die

Rapsversuche von fenaco in Pampigny

(VD) besichtigen werden.

Eine schleichende

Bedrohung für Beeren

Der Ertrag im Beerenbau, insbesondere

bei Erdbeeren und Himbeeren,

kann durch Bodenkrankheiten stark

gemindert werden. Aufgrund der

fehlenden sichtbaren Symptome auf

den oberirdischen Pflanzenteilen

werden die Auswirkungen oft unter-

schätzt. Bei einem Feldversuch hat

Agroscope gezeigt, dass der Ertrag

einer Erdbeerkultur um die Hälfte

zurückgehen kann, ohne dass dabei

die geringsten Symptome auf Blättern,

Blüten und Früchten auftreten.

Um Bodenkrankheiten besser

bekämpfen zu können, wird der Einsatz

von Gründüngung vorgeschlagen.

Einschränkung beim Verstellen

von Bienen

Zwischen dem 1. April und 30. Juni

gelten Restriktionen beim Verstellen

von Bienen. Zwischen dem 1.

April und dem 30. Juni 2013 ist es

verboten, Bienen aus dem Nicht-

Schutzgebiet ins Feuerbrand-

Schutzgebiet sowie Bienen innerhalb

des Schutzgebietes aus

Gemeinden mit Einzelherd in befallsfreie

Gemeinden zu verstellen,

wie die Forschungsanstalt Agroscope

am Montag mitteilte. Weil die

Bakterienkrankheit in grossen Teilen

der Schweiz bereits verbreitet ist, ist

nur das Wallis Feuerbrand-Schutzgebiet.

Feuerbrand breitet sich aus

Feuerbrand ist eine ansteckende

und gefährliche Bakterienkrankheit

und hat 2012 im Obstbau noch

grössere Schäden als im Vorjahr verursacht.

Regional trat in mehreren

Apfelanlagen starker Befall auf. In

mehr als 450 Gemeinden wurden im

letzten Jahr Feuerbrand-Fälle registriert.

Auch waren die vom Feuerbrand

verursachten Schäden deutlich

grösser. Erstmals wurde auch im

Wallis Feuerbrand entdeckt. Betroffen

waren mehrere Parzellen mit Birnen.

Alle befallenen Bäume wurden

gerodet. Streptomycin wurde im

letzten Jahr in 150 Gemeinden eingesetzt

– insgesamt 223kg.

32 4 2013 · UFA-REVUE


Marktplatz

Fortsetzung

von Seite 29

Motormäher Rapid 505, neuwertig

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Schadpflanzen machen dem

Landwirt das Leben schwer.

Doch Equip Power stellt ein

wirksames Instrument auch

für Spezialfälle dar. Es attackiert

sowohl Gräser als

auch Unkräuter.

Die Wirkung: Equip Power

wird im Nachauflauf angewendet.

Zum sehr breiten

Anwendungsspektrum gehören

neben vielen Unkräutern

auch Gräser wie Borsten-,

Hühnerhirsen, Quecken und

Raygräser. Das Wachstum

der Schadpflanzen wird direkt

nach der Applikation gestoppt.

Die Vorteile: Günstig ist die

hohe Regenfestigkeit und

dass sich die Wirkung unabhängig

von der Bodenfeuchte

entfaltet. Es ist in der

Regel nicht nötig, Spezialherbizide

zuzumischen. Ein

zusätzlicher Safener macht

das Produkt sehr verträglich

für die Kultur.

Die Effekte: Equip Power

ist ein boden- und blattaktives

Herbizid, das sich sehr

schnell in den Schadpflanzen

verteilt: Seine Wirkstoffe

hemmen ein Enzym, das

für die Bildung wichtiger

Aminosäuren benötigt wird.

Die Maispflanze jedoch ist

Rapid 505 mit MAG 1040,

Bandeingraser, einsatzbereiter

Zustand Fr. 1350,

Besichtigung in 8732

Neuhaus

079 521 07 53

Ladewagen Hamster plus,

Schnellbänne zum kippen;

Dieseltank 1000 l mit

Auffangwanne; Jauche -

mixer 10 PS;

Jaucheschläuche

033 356 11 12

Motorenverlängerungskabel

20 m mit I25

Stecker und Kupplung

Fr. 50

079562 39 16

durch den Safener geschützt

und baut mit seiner Hilfe die

Wirkstoffe sehr schnell ab.

Die Schadpflanzen bauen

die Wirkstoffe nur langsam

ab und sterben dann ab.

Der Nutzen: Diese Komplettlösung

bietet im Nachauflauf-

Verfahren maximale Sicherheit.

Sie funktioniert auch bei

geringer Bodenfeuchte. Der

Anwender profitiert vom einfachen

Handling. Das Herbizid

ist sehr gut verträglich.

So bekämpfen Sie mit

Erdmandelgras verseuchte

Mais-Flächen:

1. Behandlung:

0,2 l/ha Adengo

+ 1,5 l/ha Aspect

(BBCH 11–13)

2. Behandlung:

1,5 l/ha Equip Power

(BBCH 15–16)

Bayer (Schweiz) AG

CropScience

3052 Zollikofen

Telefon: 031 869 166

www.agrar.bayer.ch

Equip Power enthält Foramsulfuron,

Iodosulfuron, Thiencarbazone

und Cyprosulfamide (Safener). Gefahren-

und Sicherheitshinweise auf

den Packungen beachten.

Doppelrad für 28 Zoll Rad

und für 20 Zoll Rad,

System Müller

041 480 28 36

Motormäher Bucher

M500 mit Bandeingräser

071 222 57 07

Pumpfass Schweizer,

7000 l, Zentrifugalpumpe.,

elektr. Weitwurfdüse,

grosse Bereifung, neuwertiger

Zustand

079 745 26 91

Rohrmelkanlage DeLaval

für 26 Kühe, komplett mit

4 Milkmaster-Melkggregaten,

Selbstabnahme;

Milchtank Griesser Savoy

Typ 2000 RK-C4, 2100 l,

inkl. Kühlaggregat und

Selbstreinigung auf Mai

2013, Raum Schaffhausen

079 383 50 59

Brennholz, trocken, ca.

50 cm lang; VW Passat

Kombi, 102 000 km, AHK

abnehmbar, ab Platz

Fr. 1400 Kt. SG

079 464 69 61 oder

079 464 69 61

Silogabel Wigger, 3 Jahre

alt, guter Zustand Fr. 3700;

Vieanhänger, an Traktor,

Wirkstoffe

Foramsulfuron, Iodosulfuron,

Thiencarbazone, Cyprosulfamide

(Safener)

Formulierung

OD (Öldispersion)

Empfohlene Kulturen

Mais

Aufwandmenge

1,5 l/ha Equip Power

Anwendungszeitraum

4-6 Blatt des Maises

(BBCH 12-16)

Gebindegrössen

3 l, 4 x 3 l

Mehr Informationen

www.agrar.bayer.ch

für 3 Kühe Fr. 500;

Gillenbrüggli an Hydraulik

Fr. 800; Milchwärmer mit

Krohmstallkessel Fr. 120;

2 Mäusefallen Fr. 100;

Milchkannen 20 und 40 l,

Käserei tauglich pro Stück

Fr. 200; Subaru Legacy,

2,2 l, ab Platz Fr. 500;

Kreiselheuer Rapid,

4 Meter breit mit

Schwenkbock Fr. 500

079 575 25 52

Fortsetzung

Seite 37

UFA-REVUE · 4 2013 33


PFLANZENBAU

Herausforderungen als Chance

BROTGETREIDE-ERNTE 2012 fenaco zahlt den «Maxi»-Sammelstellen höhere

Schlussabrechnungspreise für Brotgetreide aus als im Vorjahr. Die Schweiz verliert

bei Brot und Backwaren zunehmend Marktanteile ans Ausland. Für Mahlweizen der

Klasse «Top» rückt das Qualitätskriterium Protein stärker in den Fokus.

Joseph

von Rotz

Mit rund 382000t lag die Mahlweizenernte

2012 im Mehrjahresvergleich

am unteren Rand. Lagervorräte

bei den Verarbeitern sowie die

vollständige Ausnützung des Zollkontingents

für Brotgetreide führten zu einer

jederzeit ausreichenden Versorgung der

Mühlen. In den Qualitätserhebungen

bestätigten sich die teilweise grossen Unterschiede

zwischen den offiziellen Versuchsergebnissen

und den Qualitätswerten

aus den physischen Lieferungen.

Proteingehalte zwischen rund 11– 17%

in den Anlieferungen der Produzenten

stellen insbesondere bei der Klasse «Top»

eine zunehmende Herausforderung dar.

Die Sammelstellen waren in dieser Kampagne

zudem stärker mit der Mykotoxin-

Belastung bei Getreide konfrontiert.

Verhaltener Start Nach dem Festlegen

der Ernterichtpreise sowie der

Vermarktungsphase direkt ab Ernte zogen

sich die Marktteilnehmer zurück.

Eine gute Versorgungslage sowie die

Aussicht auf eine Zollsenkung für Brotgetreide

auf den 1. Oktober 2012 unterstützten

dieses Verhalten. Entsprechend

wenig wurde im 3. Quartal importiert,

um so mehr nach der Zollsenkung von

Fr. 4.10/100kg bis zum Jahresende. Die

nachfolgende Seitwärtsbewegung der

Importpreise war keine Unterstützung

für die Inlandvermarktung. Die weltweiten

Lagervorräte an Weizen, Mais und

Soja bleiben aber auf einem tiefen, sensiblen

Niveau. Entsprechend gespannt

darf man auf den Marktverlauf bis zu

den massgeblichen Ergebnissen der

kommenden Ernten sein.

Absatzwachstum ans Ausland

In der Schweiz essen jährlich rund

Grafik 1: Marktpreise für Import-Mahlweizen 2010/12

Fr. pro 100 kg

Fr. pro 100 kg

64

60

56

52

48

44

Mai 10 Mai 11 Dez. 11 Juli 12 Dez. 13

56

54

52

50

48

46

44

42

40

38

36

34

53.86 53.92

54.44

52.00 52.00

52.50

Zollerhöhung

Fr. 3.80/100 kg

per 1. Juli 2011

52.36 52.94

50.50 51.42 51.00

49.50

Zollerhöhung

Fr. 5.20/100 kg

per 1. Oktober 2011

Deutscher E-Weizen (entspricht Klasse Top, franko Mühle)

Deutscher B-Weizen (entspricht Klasse 2, franko Mühle)

75000 mehr Menschen Brot und Backwaren.

Marktbeobachtungen zeigen einen

insgesamt konstanten Brotkonsum

pro Kopf über die letzten Jahre.

Die Vermahlungsmenge der Mühlen

(Inland- und Importgetreide) stagniert

aber seit Jahren. Die Wertschöpfungskette

Schweiz hat also das gesamte

Wachstumspotenzial von rund 1 Mio.

Menschen der letzten 10– 15 Jahren an

das Ausland verloren. Wie geht das? Mit

der jährlichen Zunahme des Imports von

vorverarbeiteten Brot- und Backwaren

auf mittlerweile rund 100000t pro Jahr.

51.44

49.86

48.00 48.92 49.50

47.00

Zollsenkung

Fr. 4.10/100 kg

per 1. Oktober 2012

Grafik 2: Abrechnungspreise Ernte 2010 – 2012 (ab Sammelstelle)

Ø Abrechnungspreise «CHP» Ernte 2010

51.86

51.44

50.00 49.92

49.50

48.00

1.40

1.30

1.20

Top Klasse 1 Klasse 2 Bisquitweizen Roggen

1.10

1.00

Euro-Kurs

Ø Abrechnungspreise «CHP/SGA» Ernte 2011

Ø Abrechnungspreise «CHP/SGA» Ernte 2012

Ø Lagergeld an die Sammelstellen

42.35 42.33 41.99

40.00 40.00 40.00

34 4 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Grafik 3: Markterlöskurve Inland-Mahlgetreide seit 2001

Basis: Ø Abrechnungspreise an «Maxi»-Sammelstellen, exkl. Lagergeld

Fr. pro 100 kg

64

62

60

58

56

54

52

50

48

46

44

42

40

38

Abbau

Grenzschutz minus

Fr. 7.–/100 kg

Top

Klasse 1

Bisquitweizen

Klasse 2

Roggen

E01 E02 E03 E04 E05 E06 E07 E08 E09 E10 E11 E12 E13

64

62

60

58

56

54

52

50

48

46

44

42

40

38

Zolltechnisch ist dies attraktiv, da die

Grenzabgaben lediglich den Rohstoffanteil

betreffen. Nebst dem Anbaurückgang

drohen der Schweiz damit weitere

Verluste entlang der ganzen Wertschöpfungskette.

Vermarktung hart am Markt

fenaco GOF konnte die Vermarktung

der Ernte 2012 bis im März dieses Jahres

nahezu vollständig abschliessen. In der

Schlussabrechnung im System Maxi

wird konventionelles Brotgetreide wiederum

mit minus Fr. 1.50/100kg gegenüber

«Suisse Premium/Suisse Garantie»

preislich differenziert.

Die durchschnittlichen Abrechnungspreise

der fenaco an die «Maxi»-Sammelstellen,

nach Abzug der Vermarktungskosten,

betragen für die Klasse

«Top» Fr. 52.50 (plus Fr. 0.50 zum Vorjahr),

Klasse «1» Fr. 51.00 (plus Fr. 1.50),

Klasse «2» Fr. 49.50 (plus Fr. 2.50) und

für Biskuitweizen Fr. 49.50 (plus Fr. 1.50)

und A-Mahlroggen Fr. 40.00 je 100 kg

exklusive Mehrwertsteuer. Grafik 2 zeigt

die Abrechnungspreise je Klasse im Vergleich

zu den Vorjahren plus das durchschnittlich

an die Sammelstellen ausbezahlte

Lagergeld je 100kg. Trotz

fehlender Herbstrichtpreise und permanenter

Konkurrenzierung durch Importgetreide

ist es gelungen, der aktuellen

Nachfrage entsprechend, über den Vorjahrespreisen

abzurechnen. Mit Grafik 3

wird die Entwicklung der Markterlöse

seit Beginn der neuen Marktordnung im

Jahre 2001 dargestellt. Speziell zu beachten

ist die unterschiedliche Preisentwicklung,

respektive der Preisabstand

zwischen der Klassen «Top» und «2».

Die Vermarktungskosten werden den

«Maxi»-Sammelstellen detailliert aufgezeigt,

sie beinhalten die unveränderte

Dienstleistungs-Entschädigung von Fr.

1.00/100 kg für die fenaco. Zusätzlich zu

den erwähnten Abrechnungspreisen

erhalten die Sammelstellen für die Lagerung

eine durchschnittliche Entschädigung

von Fr. 1.94/100kg für Mahlweizen,

respektive Fr. 1.99/100 kg für

Mahlroggen. Die individuellen Abrechnungen

berücksichtigen zudem den

Auslagerungszeitpunkt, die Nähe zu

den Verarbeitern, eine geleistete Akontozahlung

sowie die ausgelieferte Qualität.

Die Sammelstellen ihrerseits gestalten

die Schlussabrechnung an die

Produzenten nach ihren betriebsspezifischen

Gegebenheiten – diese können

daher von den vorgenannten Preisen

abweichen.

Top ist nicht gleich Top Mahlweizen

der Klasse «Top» wird betreffend

Preis und Qualität mit deutschem Eliteweizen

oder österreichischem Premiumweizen

verglichen. Durch den auf gegen

50 % gestiegenen Anteil dieser

Klasse spielt der Proteingehalt zur Erfüllung

der Qualitätsanforderungen für

Backmehle eine immer wichtigere Rolle.

In den Produzentenanlieferungen und

folglich auch in den Mühlenlieferungen

widerspiegeln sich die grossen Schwankungen

aus dem Anbau. fenaco will in

enger Zusammenarbeit mit interessierten

Sammelstellen diese Herausforderung

mit einer Proteinbewirtschaftung

auf Stufe Sammelstelle besser steuern

können. Durch die Proteinerfassung soll

bei den tiefsten 20 – 25 % die Sorten-

Mit rund 382 000 t lag

die Mahlweizenernte

2012 im mehrjährigen

Vergleich eher am

unteren Rand.

wahl mit den betreffenden Produzenten

überprüft werden. Letztlich dient

diese Massnahme als Teil der Qualitätsstrategie

der Marktstellung und

dem Image von Schweizer Brotgetreide.

Die Juni-Ausgabe der UFA-Revue

befasst sich mit dieser Thematik und

den Anbauempfehlungen für die

Herbstsaat 2013. Die Ernterichtpreise

2013 für Brotgetreide werden am 26.

Juni 2013 verhandelt.


Autor Joseph von Rotz, Getreide,

Ölsaaten, Futtermittel (GOF),

8401 Winterthur

Mit der traditionellen Informations -

veranstaltung vom 11. April 2013 in

Kirchberg (BE) informierte fenaco GOF

die «Maxi»-Sammelstellen über die

Vermarktung der zu Ende gehenden

Kampagne sowie die künftigen Perspek -

tiven. Mehr über diesen Treffpunkt der

Getreidebranche in der nächsten

Ausgabe der UFA-Revue.

www.fenaco-gof.ch

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 35


PFLANZENBAU

Schweizer Ölsaaten bleiben gefragt

ÖLSAATEN-ERNTE 2012 Trotz tieferen Weltmarktpreisen für pflanzliche Öle liegen

die Schlussabrechnungspreise für Ölsaaten der fenaco auf oder über dem hohen

Vorjahresniveau. Soja profitierte von der Preishausse am Weltmarkt. «HO»-Sonnenblumen,

«HOLL»-Raps und Bio-Ölsaaten sind weiterhin gefragte Rohprodukte.

Joseph

von Rotz

Die Ölsaaten-Ernte 2012 lag mengenmässig

rund 10 % unter dem

Vorjahr. Ein Grund waren die Auswinterungsschäden

bei Raps in einzelnen

Regionen. Der Markterlös wurde

beeinflusst durch die tieferen Weltmarktpreise

für pflanzliche Öle, so auch

für Sonnenblumen- und Palmöl. Anderseits

wirkten sich die durch die Sojahausse

gestiegenen Proteinpreise positiv

auf das Vermarktungsergebnis für

Schweizer Ölsaaten aus. Durch permanente

Marktnähe und das Ausnützen

der Marktbewegungen kann die fenaco

den «Maxi»-Sammelstellen wiederum

eine attraktive Schlussabrechnung präsentieren.

Attraktive Abrechnungspreise

Die durchschnittlichen Abrechnungspreise

der fenaco an die «Maxi»-Sammelstellen,

nach Abzug der Vermarktungskosten,

betragen für «HOLL»-Raps

Fr. 102.00, konventionellen Raps Fr.

Vertragsanbau Bio-Ölsaaten

Biologisch produzierte Pflanzenöle und Sojaprodukte haben hervorragenden

Absatz im Verkaufsregal, noch fehlt es aber am entsprechenden

Ölsaatenangebot aus inländischem Knospe-Anbau. fenaco engagiert

sich zusammen mit den Sammelstellen für die Ausdehnung des

Vertragsanbaus. Anreize werden über attraktive Auszahlungspreise und

zusätzliche Übernahmestandorte geschaffen.

Weiterhin gesucht sind interessierte Neuproduzenten von Bio-Sonnenblumen

(Knospe mind. Fr. 165.00/100 kg oder aus Umstellung mind.

Fr. 155.00/100 kg), Bio-Sojabohnen (Knospe mind. Fr. 220.00/100 kg)

sowie Bio-Raps (Knospe mind. Fr. 220.00/100 kg oder aus Umstellung

mind. Fr. 145.00/100 kg). Der Anbau dieser Hackfrüchte ist in den

meisten Ackerbauregionen gut möglich, wobei Weinbauregionen als

besonders günstige Standorte gelten. Aufgrund der angepassten

Auszahlungsziele für Ernte 2013 erreichen die Kulturen eine vergleichbare

Rentabilität mit Bio-Körnermais.

Für den Anbau 2013 können sich Interessierte noch bis Mitte April

2013 anmelden: www.fenaco-gof.ch (Bio-Rohprodukte, Bio-Ölsaaten)

oder 058 433 64 92.

Grafik: Markterlöskurve Inland-Ölsaaten seit 2000

Basis: Ø Abrechnungspreise an «Maxi»-Sammelstellen, exkl. Lagergeld

Fr. pro 100 kg

120

115

110

105

100

95

90

85

80

75

70

65

60

55

HO-Sonnenblumen

HOLL-Raps

Sonnenblumen

Rapssaat

Sojabohnen

00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13

Jahr

92.00, «HO»-Sonnenblumen Fr. 104.00,

konventionelle Sonnenblumen Fr. 99.00

sowie für Sojabohnen Fr. 70.00 je

100kg (exkl. MwSt.). Zusätzlich zu diesen

Preisen erhalten die Sammelstellen

eine durchschnittliche Lagerentschädigung

von Fr. 1.15/100 kg bei Raps,

respektive Fr. 2.53/100 kg bei Sonnenblumen.

Die Grafik zeigt die Abrechnungspreise

der fenaco im Vergleich zu

den Vorjahren.

«HO» und «HOLL» im Trend Mit

gezielten Massnahmen konnte der

Rückgang des Sonnenblumen-Anbaus

gestoppt werden. Die Nachfrage nach

Speiseölen aus Schweizer «High oleic»-

Sonnenblumen (HO) und «High oleic

low linolenic»-Raps (HOLL) für die Nahrungsmittelindustrie,

Gastronomie und

den Detailhandel zur Verwendung im

Frittier-Bereich wächst weiter. Damit

wird mit nachhaltig produzierten

Schweizer Ölsaaten importiertes Palmöl

ersetzt. Der Absatz von konventionellem

Rapsöl hingegen scheint seine

Grenzen erreicht zu haben. Der Anbau

der verschiedenen Ölsaaten wird durch

Höhere Proteinpreise

unter stützen die Schlussabrechnungspreise

für Ölsaaten.

fenaco in enger Zusammenarbeit mit

den regionalen «Maxi»-Sammelstellen

gesteuert. Dies dient der Angebotszusammensetzung,

der Qualitätssicherung

im Warenfluss sowie der Optimierung

von Lagerung und Logistik, was sich

letztlich im Markterlös niederschlägt.

Autor Joseph von Rotz, Getreide,

Ölsaaten, Futtermittel (GOF),

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 4 · 13

36 4 2013 · UFA-REVUE


Marktplatz

Fortsetzung

von Seite 33

Frontmähwerk Titan 215; Heu -

gebläse, Ø 55 cm, Rohr Ø 40 cm;

Maishackgerät, 2-reihig; Räder

Kleber, 3 Radial, 230/95 R40

052 337 32 56

Düngerstreuer Rauch ZSA, 600 l,

2-Scheiben hydr. Fr. 2500; Plattformwagen

2, 3 m x 4.1 m Fr. 300;

Kartoffelwalmgerät 4-reihen Fr. 800

Kt. Bern

079 271 93 59

Bandeingraser Balken, 1.9 m,

Ausleger zu Rapid606; Ladegerät

Trunkenpolz ALG80; Ferkel -

automaten Suevia Chromstahl

Aggregate Surge Melotte

034 493 34 18

Anhänger, Brücke mit Seitenläden

Doppelräder, Gesamtgewicht 7.5 t

Fr. 450 Combox oder SMS

076 492 88 27

Zetter Deutz-Fahr KH 2.52, Jg. 96,

Eingestellt seit 09, guter Zustand

Fr. 1050

071 633 31 49

Saem. Nordsten NS1025m. elektr.

Fahrgassenschaltung; Viehputz -

maschine Hata, 078 640 94 61

Dosiergerät Muli Vitesse mit

Abstellautomatik und Wakumregler;

Heugebläse Wild; Traktor Fendt

280S mit Fronthydraulik und

Zapfwelle Betr. Std. 4530, Jg. 1998;

Motormäher Aebi AM 41, Jg. 2009;

Frontmähwerk Sip Roto 281F,

Jg. 2010; Mistzetter Muli B45

6.3 M3; Messerschleiffapparat;

Front-Heckschwader Fell

079 251 60 97

Maishackgerät Gaspardo, 4-reihig

mit 2 Düngerkästen, für Reihen -

düngung, guter Zustand, einsatzbereit

Fr. 2500, 079 211 01 24

Heurüstmaschine Portana 380V,

stationär, sehr günstig

078 879 74 77

4-Rad Zysternenwagen, 6400 l

Nenninhalt, lebensmittelecht,

luftgebremst, beide Achsen gelenkt,

sehr guter Zustand, z.B. ideal als

Tränkefass usw.

078 879 74 77

Scheibenegge John Deere BW 3m

V-form 3punkt anh, guter Zustand

Fr. 3300, 071 633 31 49

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sehr schön Fr. 4/Stk.

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Batterien Optima, neu, Lieferungskosten

Fr. 20, Verkaufspreis Fr. 250

076 330 41 60

Filter, Oelfilter, Hydraulikölfilter, etc.

zu Welte Forstschlepper

076 330 41 60

Motormäher Aebi AM60

mit Mähbalken, 1.90 m;

Bandheuer; Doppelrad,

alles in gutem Zustand

071 931 13 62

Mähwerk BCS Duplex

Gold Doppelmesser -

mähwerk, 2.4 m, hydraulischer

Aushub, inkl.

Anbaurahmen für Einsatz

mit DR, geringer Kraftbedarf,

Vorführmaschine,

10 HA, Fr. 200

077 438 90 88

Federzahnegge Zaugg mit

Dopelkrümmler und

Flachwalze, 2.7 m Fr. 800

031 859 41 63

Sähmaschine Isaria 2.5 m

mit Schleppscharen und

Fahrgassenschaltung, guter

Zustand Fr. 600 Kt. TG

078 614 77 07

Heukran Küger, teilrevidiert,

sonst guter Zustand

Fr. 7800

078 614 77 07

Ladewagen Hamster

8025, Jg. 86, Pick-up

revidiert, neuer Boden,

Tandemachse, 25 m 3

Inhalt, voll funktionsfähig

Fr. 4800 KT BE

078 718 59 32

Kartoffelvollernter, gut

erhalten, Samro Master

SCRB, mit Zusatzbunker;

Ladewagen Agrar LT18;

Mähwerk Claas, 2

Trommeln, Heubelüftungsgebläse,

Achsial Ansauggebläse,

Zumstein 15 PS und

autom. Verteiler G+H;

Kunststofftüren mit

Beschlägen zu Schweinestalleinrichtungen,

günstig;

Vorkeimharassen; Holz

079 482 75 80

Brennholzfräse, 3 PS

Fr. 150; Netzviehüter

Fr. 120; 120 Kunstoffweidpfähle,

neu,

Fr. 3/Stck.; Ladewagen

Fr. 200; Heugebläse

Lanker mit Rohren, 10 PS

Fr. 120; Druckfass Bauer,

4500 l Fr. 3700; LKW-Einachsanhänger,

8 t, 12 m 3

Fr. 2000

052 336 11 37

Tank a lait, Serap, 3100 l

avec récupérateur de

chaleur; Tank a lait, Pako,

3600 l; Creches en

éléments béton 7 x 2 m

078 825 74 81

Fortsetzung

Seite 41

UFA-REVUE · 4 2013 37


PFLANZENBAU

Verbesserung der N-Effizienz

BIOGAS-GÄRGÜLLEN enthalten erhebliche Mengen an Ammoniumstickstoff. Bei

entsprechenden Bodentemperaturen wird dieser schnell zu Nitrat umgewandelt.

Nitrifikationshemmstoffe verlangsamen diesen Prozess. Dadurch wird der verfügbare

Stickstoff dem Pflanzenbedarf angepasst und die Verluste werden reduziert.

Roland

Walder

Samuel

Kramer

Mit der steigenden Anzahl an Biogasanlagen

fallen immer grössere

Mengen an festen und flüssigen

Gärresten an. Durch den Abbau von

organischer Substanz während des Gärungsprozesses

wird Stickstoff freigesetzt,

der dann in den Gärresten vorwiegend

als Ammonium vorliegt. Da sich

bei der Vergärung der pH-Wert vom

neutralen in den leicht basischen Bereich

(pH 8 bis 8.5) ändert, verschiebt

sich auch das Gleichgewicht vom gut

löslichen Ammonium zum gasförmigen

Ammoniak. Damit steigt das Risiko von

Ammoniakverlusten bei der Lagerung

und Ausbringung des Gärrestes.

Schleppschlauch und Schlitzdrillverfahren

Grundsätzlich gelten

bei der Ausbringung von Gärgüllen die

gleichen Voraussetzungen wie bei der

Ausbringung von normaler Gülle. Gärgüllen

sollten bei kühlem, feuchtem und

windstillem Wetter auf aufnahmefähigen

Boden ausgebracht werden. Die

Gefahr der flüchtigen Ammoniakverluste

wird mit entsprechenden Massnahmen

wie der unmittelbaren Einarbeitung

im Schlitzdrillverfahren und der

optimierten Ausbringungstechnik mit

Schleppschlauch minimiert.

Mit Piadin Ammonium stabilisieren

Da flüssige Gärgüllen, Presswasser

oder Konzentrate je nach Ausgangsmaterial

zwischen 2 bis 6 kg/m 3

pflanzenverfügbaren Stickstoff enthalten,

gelangen bei betriebsüblichen Gaben

von 20 bis 25 m 3 /ha sehr hohe

Ammoniummengen in den Boden. Bei

entsprechenden Bodentemperaturen

wird das grosse Ammoniumangebot

schnell zu Nitrat umgewandelt. Die

Folgen sind unerwünschter Nitrat-

Luxuskonsum und die Gefahr von Nitratauswaschungen

oder gasförmigen

Verlusten durch das besonders klimaschädliche

Lachgas. Deshalb empfiehlt

sich der Einsatz von Nitrifikationshemmern

wie zum Beispiel Landor Piadin.

Bedarfsgerechtes Stickstoffangebot

Nitrifikationshemmer wirken

selektiv auf die Bakterienart Nitrosomonas

im Boden, diese wandeln im ersten

Schritt der Nitrifikation Ammonium in

Org. Dünger

ohne mit

Piadin Piadin

30 cm

60 cm

Dank Landor Piadin kann bei Mais die

gesamte Güllengabe bereits kurz vor

Saat platziert werden.

Nitrit um. Der weitere Schritt von Nitrit

zu Nitrat wird nicht beeinflusst. Dadurch

wird der mineralisierte Ammonium-Stickstoff

in den Gärresten länger in

der stabilen, nicht auswaschungsgefährdeten

Ammoniumform gehalten

und kontrolliert in Nitrat umgewandelt.

Die Pflanze kann sich so laufend mit

Ammonium- und Nitratstickstoff ernähren

und wird nicht unerwünscht mit einem

Überangebot an Nitratstickstoff

überflutet.

Ammoniumbetonte Ernährung

Landor Piadin bedingt eine längere Ammoniumphase

im Boden, damit eine

vom Pflanzenwachstum selbst gesteuer-

38 4 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

te ammoniumbetonte Ernährung und

keine Überflutung mit einem Überangebot

an Nitratstickstoff. Die Gefahr eines

Luxuskonsums ist selbst bei hohen

Gärrestmengen gering. Wie Untersuchungen

zeigen, wird durch eine

ammoniumbetonte Ernährung das Wurzelwachstum

gefördert und der pH-

Wert in der Rhizosphäre gesenkt. Eine

erhöhte Phosphat- und Spurenelementaufnahme

ist die Folge. In aktuellen

Feldversuchen der Landwirtschaftskammer

Nordrhein-Westfalen (Laurenz,

2012) konnten die bessere Wurzelentwicklung

sowie ein schnelleres Jugendwachstum

durch eine bessere Nährstoffaufnahme

bei Einsatz von Piadin

nachgewiesen werden.

Beispiel Mais In Kulturen mit einer

spät einsetzenden N-Aufnahme wie

dem Mais, kann mit einem Ni tri -

fikationshemmstoff das Stickstoff ange -

bot aus Gärgüllen, Presswasser, Konzentraten

aber auch gehaltvoller Gülle mit

dem N-Bedarf in Einklang gebracht werden.

Bei Mais kann dank «Landor Piadin»

die gesamte Güllengabe kurz vor

Saat platziert werden. Durch das sofortige

Einarbeiten werden gasförmige

Ammoniakverluste minimiert. Dank der

Stabilisierung wirkt der Stickstoff genau

richtig, nämlich erst relativ spät, wenn

die Maisbestände nicht mehr befahrbar

sind, im 6- bis 8-Blattstadium.

Was ist Landor-Piadin?

• Stickstoffstabilisator für organische

Dünger.

• Kontrolliert Umsetzung von Ammo -

niumstickstoff.

• Ideal zu Biogas-Gärgülle, Presswasser,

gehaltvoller Rinder – und Schweinegülle

und Hühnermist.

• Aufwandmenge: 5 lt/ha

• Weniger Nitratauswaschung und

gasförmige Verluste.

• Mehrertrag.

• Weniger Aufwand (Überfahrten).

• Erhältlich in der LANDI.

Piadin anwenden Lan dor Piadin

ist in verschiedenen Gebindegrössen erhältlich.

Es wird beim Lohnunternehmer

automatisch beim Lastwagen oder

Selbstfahrer dosiert. Beim Einsatz durch

die Landwirte wird das Produkt durch

das Entlüftungsventil angesaugt. Die

Dosierung beträgt 5 l/ha. Das Produkt

muss unmittelbar vor dem Ausbringen

dosiert werden, weil es nach einigen

Wochen biologisch abgebaut wird und

die Wirkung verliert.

Besonders einfach und präzise geht

der Einsatz von Piadin mit der Landor-

Piadin-Dosieranlage. Verschiedene Versionen

zur Anwendung am Güllewagen

oder für selbstfahrende Maschinen stehen

zur Verfügung. An der Dosieranlage

sind die benötigte Menge Piadin je Fassfüllung

einzustellen. Das Gerät übernimmt

mit Pumpe und elektronischem

Durchflusszähler die genaue Dosierung.

Fazit Bei der Ausbringung von Gärgüllen,

Presswasser, Nährstoffkonzentraten

oder gehaltvollen Rinder- und

Schweinegüllen gelangen meistens hohe

Mengen an Ammoniumstickstoff in

den Boden, was erhöhte Verluste durch

Nitrat oder Lachgas zur Folge haben

kann. Durch eine Stabilisierung mit

Landor Piadin wird Ammonium kontrolliert

in Nitrat umgesetzt.

Die Zugabe von Landor Piadin erhöht

somit die Stickstoff-Effizienz, trägt zu

verbesserten Erträgen sowie besserer

Qualität bei und minimiert Umweltemissionen.

Auch lassen sich kleinere

Güllengaben zusammengefasst ausbringen

und damit teure Überfahrten sparen.


Landor-Nährstoffkonzentrat

• Natürlicher Flüssigdünger auf

pflanzlicher Basis.

• Für alle Kulturen geeignet: Besonders

Mais (Vorsaat), Wintergetreide

(anstelle 2.und 3. Mineraldünger -

gabe), nach der Getreideernte und ins

Grünland.

• Es handelt sich um Stickstoff in

Ammoniumform (NH4), stabilisiert

dank Dosierung des Stickstoffstabilisators

Landor-Piadin.

• pH-neutral.

• Garantiert sandfrei.

• Gehalt: 6.8 NH4, 13.7 K2O, 0.1 Mg

• Zu Wintergetreide, Mais, Grünland

und Raps.

• Direktaustrag mit Schleppschlauch,

einschlitzen oder eingruppern.

• Verfügbar in Bern, Solo thurn, Aargau,

Zürich und Basel-Land.

Landor-Flüssigpower

• Natürlicher Flüssigdünger auf

pflanzlicher Basis.

• Stickstoff in Ammoniumform (NH4);

stabilisiert dank Zudosierung des

Stickstoffstabilisators Landor-Piadin.

• Der Dünger enthält neben Stickstoff

und Kali auch wertvolles Phosphor.

• pH-neutral.

• Gehalt: 5.2 NH4, 1.0 P2O5, 8.8 K2O,

0.3 Mg.

• Zu Wintergetreide, Mais, Grünland

und Raps.

• Direktaustrag mit Schleppschlauch,

einschlitzen oder eingruppern.

• Verfügbar in den Kantonen Bern,

Solothurn, Aargau, Zürich und Basel-

Land.

Bessere N-Effizienz

und höhere Erträge

mit Landor Piadin.

Bild: Agrarfoto.com

Autoren Roland

Walder und Samuel

Kramer, Beratungsdienst

Landor,

4127 Birsfelden

Kostenlose Beratung

0800 80 99 60

www.landor.ch

info@landor.ch

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UFA-REVUE · 4 2013 39


PFLANZENBAU

Massnahmen gegen den Maiszünsler

TRICHOGRAMMA-PIONIERE Vor 35 Jahren gehörten die Schweizer Landwirte

zu den ersten, die Trichogramma-Schlupfwespen zur Zerstörung der massenhaft

auftretenden Maiszünslerlarven im Freiland einsetzten. Heute ist die Bekämpfung

des Maiszünslers mit Trichogrammen das einzige Standardverfahren des

Pflanzenschutzes im Freiland mit Nützlingen.

Regina

Burger

Maiszünslerlarven

im Stengel

Foto: BBZN Schüpfheim

Der Maiszünsler treibt besonders

dort sein Unwesen, wo vermehrt

Mais angebaut wird. Rot verfärbte

Stängel, teilweise umgeknickt und

beim genauen Hinsehen Bohrmehl in

den Blattscheiden. Das zeigt, hier war

der wichtigste Maisschädling, der Maiszünsler,

unterwegs. Die Larve des Zünslers

frisst sich stängelabwärts durch das

Maismark hindurch und schwächt die

Pflanze massiv, bis sie umknickt, was

den Maisertrag (sowohl Körner- als auch

Silageertrag) empfindlich reduzieren

kann. Auch schafft die Larve durch ihr

Bohrloch Eintrittspforten für Fusariumpilze

und damit einhergehend das Auftreten

von Mykotoxinen. Dieses kann

bei Verarbeitung im Tierfutter zu Leistungsproblemen

bei Rindern und

Schweinen führen.

Befallsdruck senken Wer jetzt gemeinschaftlich

denkt und einen Befall

mit Maiszünslern verhindern möchte,

sollte konkrete Massnahmen einleiten:

Zum einen müssen noch in den Feldern

liegende Stoppelreste bis Ende April

sauber untergepflügt werden, um den

erneuten Einflug der Zünslerfalter aus

den Altbeständen in die neuen Maisfelder

zu verhindern. Zum anderen ist eine

direkte Bekämpfung des Maiszünslers

mit Trichogramma-Schlupfwespen angezeigt

und zwar ab ca. 15% befallenen

Stängeln im Körnermais und ca. 30 %

befallenen Stängeln im Silomais des

Vorjahrs.

Schweizer sind Trichogramma-

Pioniere Noch vor 35 Jahren waren

die Schweizer Landwirte unter den ersten,

die Trichogramma-Schlupfwespen

zur Zerstörung der massenhaft auftretenden

Maiszünslerlarven im Freiland

einsetzten. Von Jahr zu Jahr wuchs die

zusammenhängende Einsatzfläche und

im Zuge dieser Solidarität der Landwirte

etablierte sich die Bekämpfung des

Maiszünslers mit Trichogrammen zum

einzigen Standardverfahren des Pflanzenschutzes

im Freiland mit Nützlingen.

Der kontinuierliche Einsatz über Jahre

hinweg senkte den Befallsdruck enorm.

Die Trichogrammen legen ihre Eier in

den Eiern des Maiszünslers ab und entwickeln

sich in ihnen. Dadurch werden

die Schädlingseier abgetötet und es

schlüpfen wieder Trichogrammen, die

sich im Feld so lange vermehren können

bis keine Maiszünslereier mehr abgelegt

werden (ca. Mitte August).

Trichogramma:

Jetzt bestellen!

Die Maiszünslerfalter befreien sich im

Juni aus ihren Puppenstadien in der

Maisstoppel. Durch das Ausstiegsloch in

der Maisstoppel schlüpfen sie ins Freie.

Von hier besiedeln sie erneut die Mais -

felder und legen ihre Eier auf den

Blattunterseiten der jungen Maispflanzen

ab. Hieraus schlüpfen die kleinen

Larven, die sich dann in den Stängel

einbohren. Trichogrammen sollten bis

spätestens Anfangs Juni bei der LANDI

oder direkt bei UFA-Samen Nützlinge

bestellt werden: Nützlinge, Nordring 2,

4147 Aesch, 058 434 32 82

www.nuetzlinge.ch

box) an die Pflanze gehängt oder auch

in Optikugeln aus biologisch abbaubarer

Maisstärke auf den Boden geworfen.

In einem neuen Projekt werden die Kugeln

mit Hilfe von Kleinfluggeräten, den

so genannten Multikoptern, in Maisbeständen

ausgebracht.

Da es sich bei der biologischen Maiszünslerbekämpfung

um Lebendmaterial

handelt, das auf den Flugtermin des

Schädlings hin produziert werden muss,

sollten die Trichogrammen möglichst

jetzt bis spätestens Anfang Juni bestellt

werden (www.nuetzlinge.ch. Auskunft:

Tel. 058 434 32 92).


Autorin Regina Burger, UFA-Samen

Nützlinge, 4147 Aesch.

Ausbringungstechnik Schlupfwespen

werden in Kartonträgern (Opti-

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40 4 2013 · UFA-REVUE


W-1234






Wofür steht die W-Nummer?
























Nur ein in der Schweiz registriertes


eine W-Nummer.











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PFLANZENBAU

Krümelbildung fördern

EINE INTAKTE BODENSTRUKTUR ist entscheidend für gutes Pflanzenwachstum

und ein aktives Bodenleben. Wichtig ist, Strukturschädigungen zu vermeiden und

die natürliche Strukturbildung im Boden zu unterstützen, damit der Boden durchlässig

bleibt und stabile Krümel geschaffen und erhalten werden.

Urs

Zihlmann

DOK-Versuch: Im

biologischdynamisch

angebauten

Winterweizen sind

in einem nassen Herbst

nur in den Saat-

Fahrspuren starke

Verschlämmungen

sichtbar. Bild: A. Fliessbach

Tabelle: Ausgebrachte Mengen an Mist und Mistkompost

(t Frischmasse/ha) in den Kulturen

bzw. Anbausystemen des DOK-Versuches

(Mittelwerte der 4. Fruchtfolgeperiode, 1999 – 2005)

Anbausystem / Mistart

biologisch- biologisch-

ÖLN organisch dynamisch

Fruchtfolge/Kultur Rottemist Rottemist Mistkompost

1. Kartoffeln 32 33 25

2. Winterweizen/GD* – – 11

3. Soja/GD* – – –

4. Silomais 32 27 20

5. Winterweizen – – –

Kunstwiese-Ansaat 16 10 10

6. Kunstwiese

erstes HNJ** – 10 10

7. Kunstwiese

zweites HNJ** – – –

Gesamte Mistmenge 80 80 76

*Gründüngung **Hauptnutzungsjahr

Die Struktur des Oberbodens unterliegt

einem ständigen Wandel.

Strukturzerstörend wirken hauptsächlich

Belastungen durch Fahrzeuge

und Bodenbearbeitungsgeräte

(Verdichten, Verschmieren) sowie Starkniederschläge

und Nässe (Verschlämmen).

Strukturbildend sind Einflüsse

wie Trockenheit und Frost (Rissbildung),

die Durchwurzelung (Wurzelkanäle,

Stabilisierung) und die Aktivität der Bodenlebewesen

(Regenwurmgänge, Krümelbildung).

Mit sorgfältiger Bewirtschaftung

(Fruchtfolge, Düngung,

Bearbeitung, Ernteorganisation) kann

die Strukturbildung unterstützt werden.

Eine stabile Bodenstruktur mit intaktem

Hohlraumsystem zu schaffen und zu

erhalten ist besonders knifflig auf Lössböden,

die in der Nordwestschweiz

häufig vorkommen. Im DOK-Versuch in

Therwil BL werden seit 1978 auf einem

solchen schluffreichen Boden unter anderem

die Auswirkungen der Anbausysteme

ÖLN, biologisch-organisch und

biologisch-dynamisch auf die Porosität

und Stabilität der Oberbodenstruktur

untersucht.

DOK-Langzeitversuch Bei allen

drei Anbausystemen des DOK-Versuches

sind die 7-jährige Fruchtfolge sowie

Sortenwahl und Bodenbearbeitung

mit Pflug und Kreiselegge gleich; der

Pflanzenschutzmittel- und Düngereinsatz

unterscheidet sich dagegen systembedingt

(vgl. Tabelle).

Nach 28 Versuchsjahren hatten die

mit Mistkompost gedüngten biologisch-dynamisch

bewirtschafteten Parzellen

die besten Krümelstabilitätswerte

(Grafik 1). Es ist anzunehmen, dass die

während der Kompostierung gebildeten

Humusverbindungen hauptsächlich zur

Verbesserung der Krümelstabilität beigetragen

haben.

Wie die Bodenstruktur in

Äckern erhalten und gefördert

werden kann:

• Bearbeiten Sie den Boden nur so

intensiv und tief wie für die Folgekultur

nötig. Vermeiden Sie unbedingt

Arbeitsgänge bei zu feuchtem Boden,

weil Sie sonst den Boden verkneten

statt ihn zu zerbrechen.

• Nutzen Sie bei intakt gebliebener

Bodenstruktur Mulch-, Streifen- oder

Direktsaatverfahren.

• Befahren Sie nur tragfähigen, d.h. gut

abgetrockneten Boden mit dem

gemäss Reifentabelle tiefstmöglichen

Reifendruck.

• Lockern Sie verdichtete Stellen (z. B.

Fahrspuren) nur bei trockenem Boden.

• Sorgen Sie für einen möglichst

dauernden Pflanzenbewuchs mit

intensiver Bodenbedeckung und

-durchwurzelung, z. B. durch Anbau

von Zwischenkulturen (Methode

«Immergrün»), Unkrautbekämpfung

nach Schadschwellen.

• Füttern Sie die Bodenorganismen mit

organischer Substanz aus Mist,

Kompost, Zwischenkulturen, Ernte -

rückständen usw.

• Behalten Sie den pH-Wert Ihrer

Böden im Auge und korrigieren Sie

bei Bedarf durch kalkhaltige Dünger

oder Kalkung.

Verschlämmung Bonituren des

Verschlämmungsgrades der Bodenoberfläche

nach intensiven Herbstniederschlägen

in den Winterweizen-Parzellen

bestätigten diese Krümelstabilitäts-Unterschiede

(Foto), zeigten aber zusätzlich

einen deutlichen Einfluss der Vorkultur

(Grafik 2): Wurde der Weizen

nach Kartoffeln angebaut, war die Verschlämmung

durchwegs stärker bzw.

die Krümelstabilität schlechter als nach

der Vorkultur Silomais. Zurückzuführen

42 4 2013 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Die Spatenprobe zeigt rasch,

in welchem Zustand sich

die Bodenstruktur befindet und

ob die Bewirtschaftung sich

günstig auf die Strukturbildung

auswirkt. Bild: R. Tschachtli

Grafik 1:

35

30

25

Krümelstabilität der drei Anbausysteme:

Prozentanteil stabiler Krümel nach Nasssiebung

(höhere Werte = bessere Stabilität).

Prozent

20

15

5

0

ÖLN biologisch- biologischorganisch

dynamisch

Eine intensive Durchwurzelung

trägt am meisten zur Krümel- und

Strukturbildung bei. Bild: P. Walther

ist dies vermutlich auf die intensive mechanische

Beanspruchung der Bodenstruktur

beim Kartoffelanbau, die zum

Zerschlagen von Krümeln beim Dammaufbau

und beim Absieben der Erde bei

der Ernte führt.

Bodenbedeckung Je dichter der

Pflanzenbewuchs (Beispiel Naturwiese),

desto besser der Schutz vor Verschlämmung,

desto stärker die Bildung von

Wurzelausscheidungen, und desto intensiver

der Krümelungseffekt. Ein breites,

lange anhaltendes Angebot an Wurzelausscheidungen

und Pflanzenresten

verbessert ausserdem die Nahrungsgrundlage

für die Bodenorganismen, so

dass sie einen grösseren Beitrag zur Krümelbildung

leisten können (z. B. durch

Kotausscheidung der Regenwürmer

oder Schleimstoffbildung).

Übertragen auf den DOK-Versuch bedeutet

dies, dass sich der gegenüber

dem ÖLN-Anbau stärkere und (fast) andauernd

vorhandene (tolerierbare) Unkrautbesatz

in den Bio-Ackerkulturen

positiv auf die Strukturbildung und -stabilität

des strukturlabilen Schluffbodens

ausgewirkt hat. So bedeckten beispielsweise

die Unkräuter und Ungräser in

den Bio-Winterweizenfeldern durchschnittlich

20% (biologisch-dynamisch)

und 16 % (biologisch-organisch) der

Bodenoberfläche gegenüber nur 6% in

den ÖLN-Weizenparzellen (Mittelwerte

dreier Anbaujahre, Deckungsgrad geschätzt

nach Abschluss der Unkrautbekämpfung).

Mit einer differenzierten Unkrautbekämpfung

im ÖLN – basierend auf dichtebezogenen,

wirtschaftlichen Schadschwellen

– liesse sich oftmals eine

unproblematische (Rest-)Verunkrautung

erhalten, die teilweise vor Verschlämmung

schützt und sich positiv auf

die Krümel- und Strukturbildung auswirkt.

Grobporenverlust Beim Grobporenanteil

im Oberboden zeigten sich

deutliche Kultureffekte (Grafik 3): Nach

2-jähriger Wiesennutzung wurde der

von der bodenkundlichen Gesellschaft

der Schweiz vorgeschlagene Grenzwert

von 7 Vol.-% Grobporen in allen Systemen

nur noch knapp erreicht bzw. leicht

unterschritten. Zurückzuführen ist dies

auf das mehrmalige Befahren bei der

Wiesennutzung – oft auch bei (zu)

feuchtem und folglich verdichtungsempfindlichem

Boden.


Grafik 2:

Krümelstabilität

Grafik 3:

Anteil Grobporen (Vol.-%)

hoch

mittel

gering

16

12

8

4

0

Krümelstabilität in den Winterweizen-

Parzellen nach intensiven Herbstniederschlägen

(Bonitur Ende November 2002).

ÖLN biologisch- biologischorganisch

dynamisch

Winterweizen (Vorkultur Silomais)

Winterweizen (Vorkultur Kartoffeln)

Anteil Grobporen (Vol.-%) im Oberboden

(6 – 10 cm Tiefe), Mittelwerte von je 3 Anbaujahren/-perioden.

HNJ = Hauptnutzungsjahr

Winterweizen Silomais Kunstwiese

vor der Ernte vor der Ernte Ende 2. HNJ

ÖLN biologisch-organisch biologisch-dynamisch

Autoren Urs Zihlmann, Jochen Mayer,

Peter Weisskopf, Forschungsanstalt

Agroscope Reckenholz-Tänikon ART,

8046 Zürich, www.agroscope.ch

Paul Mäder, Forschungsinstitut für

biologischen Landbau FiBL, 5070 Frick,

www.fibl.org

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 43


Zuckerrüben:

«Ein Split – ist kein

Split»

Unkrautregulierung im Mais:

Mit Principal – alle Hirsen im Griff!

Wie hiess es doch damals im Militär

bei den Nachtübungen? Ein Mann ist

kein Mann! Zu zweit auf die Patroullie,

das war nicht nur kurzweiliger,

sondern auch viel sicherer… So ist es

auch bei der Unkrautbekämpfung in

den Rüben: Zwei Splits, kurz aufeinander,

bringen Wirkungssicherheit

und ersparen zeitaufwändige und

späte Korrekturbehandlungen.

Mit dem ersten Split erreicht man

eine Wirkung von 80 – 99 %. Bei den

Rüben braucht man aber eine 100 %-

ige Wirkung. Die kleinste Restverunkrautung

garantiert im Sommer ganz

unschöne Überraschungen (z. B. mit

Melde, Kamille, Klebern, Hundspetersilie

oder Ausfallraps).

Der zeitliche Abstand eines Doppelsplits

ist 3 bis maximal 7 Tage. Nur

kurze Spritzabstände bringen Wirkungssicherheit

(wie im Militär).

Für saubere Zuckerrüben

Doppelsplit 1, ab Keimblatt:

Beetup pro 1.0l/ha + Bettix SC 1.5 l/ha

nach maximal 6 Tagen wiederholen.

Doppelsplit 2, Abschlussbehandlung:

Beetup pro 1.5 l/ha + Chloridazon DF

1.5 kg/ha + Debut 30 g/ha

nach 4 – 6 Tg:

Beetup pro 1.5 l/ha + Bettix SC

1.5 l/ha + Debut 30 g/ha

Zur Verstärkung je 150 g/ha Venzar

bei schwierig bekämpfbaren Unkräutern

(Ausfallraps, Melden/weisser

Gänsefuss, Knötericharten etc.).

Im Allgemeinen war im 2012 die Unkrautkontrolle

gut, die Maisfelder präsentierten

sich nach der Ernte relativ

sauber. Alle Komponenten (Blatt- und

Bodenherbizide) konnten zur Wirkung

beitragen. Dank genügend Feuchtigkeit

waren die Bodenherbizide sehr wirksam.

Das muss aber nicht immer so sein:

Bestimmt gibt es wieder Jahre, in denen

man sich voll auf die Blattwirkung verlassen

muss, da mangels Bodenfeuchtigkeit

die Bodenherbizide ihre Wirkung

nicht entfalten können. Im Besonderen

bei Frühjahrsfurche (fehlende Wasserkapillarität)

und vorgängiger (wasserzehrende)

Grasnutzung mangelt es an

Herbizid wirksamer Bodenfeuchtigkeit.

In solchen Fällen sind die blattwirksamen

Komponenten von entscheidender

Bedeutung für eine sichere Unkrautregulierung.

Ein besonderes Augenmerk gilt der

Hirsenkontrolle. Die Blut- und Fingerhirse

hat sich in den letzten Jahren stark

ausgebreitet, nicht zuletzt als Folge einer

einmaligen (oftmals zu späten) Anwendung

der Herbizide. Die wirksamste

Bekämpfung erfolgt im frühen

Stadium ab Auflaufen des Maises, wenn

die Hirsen noch sehr klein sind. Dadurch

erreichen wir sowohl eine Wirkung über

das Blatt als auch über den Boden.

Das neue Stähler Herbizid «Principal»

hat sich im 2012 bestens bewährt. Die

Herbizidlösung für «sauberen» Mais

Hühnerhirse (oben

links), Borstenhirse

(oben rechts) und Blut-/

Fingerhirse (unten).

Kombination zweier Sulfonylharnstoffe

(Nicosulfuron und Rimsulfuron) bringt

im Vergleich zu Einzelwirkstoffen folgende

Vorteile:

• Hohe Wirkstoffmenge bei vergleichbar

guter Verträglichkeit.

• Synergistischer Effekt; verstärkte, zusätzliche

Wirkung auf einzelne Unkräuter

(Blut- u. Fingerhirse, Gänsefussarten/Melden).

• Breiteres Wirkungsspektrum (Borstenhirse,

Hühnerhirse, Amarant).

Die Anwendung der Mischung von

Principal 90 g/ha + 0.5 l/ha Gondor +

Successor T 3.0 l/ha (Bodenwirkung)

sichert eine lang anhaltende Unkrautkontrolle.

info@staehler.ch

www.staehler.ch

062 746 80 00 www.staehler.ch

Die saubere Lösung gegen alle

einjährigen Unkräuter und -gräser

inkl. Raygras und alle Hirsenarten

Korrekturbehandlung

gegen Blacken, Winden

und Disteln

Auflauf 2-Blatt 4-Blatt 6-Blatt

Successor T 3.0 l/ha + Principal 90 g/ha

+ Gondor 0.5 l/ha

Banvel 4S

0.5 – 0.75 l/ha

44 4 2013 · UFA-REVUE


April 2013

Raufutter-

Konservierung

Mehr Qualität – weniger Kosten 46

Qualitätseinschätzung in der Praxis 48

TS-Gehalt bestimmen 50

Silo-Ballen ansprechend lagern 51

Luzerne – eine anspruchsvolle Pflanze 56

Was ist das Wiesenfutter wirklich wert? 58

Verschmutzungen vermeiden 60


PFLANZENBAU

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

Produktionskosten senken

QUALITÄTSSILAGEN ERZEUGEN Futterkosten machen ungefähr 50 % der

Produktionskosten pro Liter Milch aus. Die Hälfte dieser Futterkosten fallen dabei auf

die Produktion von Grundfutter: Ein gewichtiger Grund bei der Erzeugung der Silagen

möglichst alles richtig zu machen, ist die Tatsache, dass die Kosten zur Erzeugung von

guten oder mässigen Qualitäten nicht viel variieren.

Das oberste Ziel der milchviehhaltenden

Betriebe ist es, möglichst

viel Milch aus dem Grundfutter zu

produzieren. Diese Betriebe stehen

in betriebswirtschaftlichen Vergleichen

immer an der Spitze, die Produktionskosten

pro Liter Milch sind auf diesen

Betrieben geringer. Das gelingt aber nur,

wenn die Silagen für die Kühe schmackhaft

sind, einen hohen Energiegehalt

und den erforderlichen Strukturwert haben.

Dann ist die Futteraufnahme hoch

und der Pansen kann optimal arbeiten.

Anzahl Laktationen Ein weiterer

wichtiger betriebswirtschaftlicher Aspekt

ist die verlängerte Nutzungsdauer

der Kühe auf Betrieben, die eine hohe

Leistung aus dem Grundfutter erreichen.

Die Anzahl der geleisteten Laktationen

pro Kuh hat einen gewichtigen

Einfluss auf die Produktionskosten pro

Liter Milch.

In vielen Gebieten in Europa schaffen

es aber 25 % der Erstkalbinnen nicht,

die erste Laktation zu beenden. Auch in

der Schweiz ist die erste Laktation allzu

oft die Endstation für die jungen Tiere.

Ein Grund dafür ist der Einstieg in die

Laktation mit sehr hohen Milchleistungen.

Die aufgenommene Energie reicht

nicht aus, um diese Milchmengen produzieren

zu können und Körpersubstanz

wird eingeschmolzen.

Futteraufnahme Zwei Gründe sind

für eine geringe Futteraufnahme verantwortlich:

1. Die älteren Kühe verhindern, dass die

Erstkalbinnen oft genug zum Futtertrog

gelangen können. Beobachtungen

haben gezeigt, dass ältere Kühe

20x pro Tag zum Futtertrog gehen,

die Erstkalbinnen aber nur 10 x am

Tag.

2. Die mangelnde Qualität der Silagen:

mangelnder Energiegehalt, zu geringe

Verdaulichkeit, Struktur und

Schmackhaftigkeit.

Im Pansen der Kuh muss eine dicke

Matratze von gut strukturiertem Raufutter

vorhanden sein. Nur dann wird die

Kuh ausreichend zum Wiederkauen angeregt

und der pH-Wert kann immer

wieder optimiert werden. Ist diese

Matratze von strukturiertem Raufutter

im Pansen nicht ausreichend, bildet sich

ein saurer Brei am Boden des Pansens -

die Kuh hat eine Fermentationsstörung.

Man nennt den Anfang dieser Störung

«subklinische Acidose»: Die Futteraufnahme

sinkt weiter und es kommt zur

Acidose (Übersäuerung des Pansens).

Diese Fermentationsstörung im Pansen

führt dazu, dass die Pansenwand für

Endotoxine durchlässig wird. Die Folge:

Klauenrehe durch Gefässschädigung in

der Lederhaut und weitere entzündliche

Prozesse in der Gebärmutter und im Euter.

Die Zellzahlen steigen.

Ziel bei der Silageernte muss sein,

möglichst Qualitätssilagen zu erzeugen,

die gerne gefressen werden - denn eine

hohe Futteraufnahme ist wichtig für eine

erfolgreiche und nachhaltige Milchproduktion.

Voraussetzungen um Qualitätssilage

herzustellen:

1. Silotyp und Siloabmessungen: Das Siliergut

soll gut zu verdichten und der

Vorschub soll ausreichend sein.

2. Den optimalen Erntezeitpunkt wählen:

Gras vor der Blüte, Beginn Ährenschieben.

3. Zügiges Anwelken der Grassilage auf

ca 35% TS.

4. Kein Rasierschnitt beim Gras: Schnitthöhe

> 6 cm (Verschmutzung).

5. Der Einsatz eines Siliermittels mit

ausreichenden Leistungsnachweisen

zur Verbesserung der Milchleistung

und der Futteraufnahme.

6. Häcksellänge: Gras 4– 5cm tatsächliche

Häcksellänge.

7. Befüllen des Silos: Gleichmässige

Verteilung des Siliergutes vor dem

Verdichten (Gras in 30 cm Schichten).

8. Ausreichende Verdichtung

• Grassilage mit 20 – 50 % TS und

160-260kg TS/m³.

• Langsames Fahren des Radladers

und des Walzschleppers: 4– 6km/h.

46 4 2013 · UFA-REVUE


RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

PFLANZENBAU

• Ø7.5% mehr Mikroorganismenmasse

und Bakterienprotein im Pansen.

• Ø3.7 % Senkung der Silierverluste.

Qualitätssilage wird gerne gefressen und ist die Voraussetzung für eine gute

Futteraufnahme und eine erfolgreiche Milchproduktion.

Bild: Krone

Eine solch positive Wirkung kann ein

Siliermittel nur bei optimalem Einsatz

bringen. Das heisst: Gleichmässige Verteilung

im Erntegut und den Umständen

entsprechend angepasste Dosierung.

Auch ist ein Siliermittel nie in der Lage

schlechtes Grundfutter zu verbessern.

Die Grundlage erfolgreicher Futterkonservierung

ist und bleibt eine hervorragende

Grundfutterqualität.

• Luftdruck maximieren, um die Auflagefläche

der Reifen zu verringern.

• Reifen mit Wasser füllen – das

bringt zusätzliches Gewicht.

• Wasserpresse in Hochsilos.

• Bei längeren Ernteunterbrüchen

braucht es eine Zwischenabdeckung.

9. Luft- und wasserdichte Abdeckung:

Flattern der Abdeckung durch Querverlegung

von Silosäcken verhindern.

Insbesonders sind die Luken

der Hochsilos regelmässig auf ihre

Dichtheit zu prüfen.

10.Sorgfältige, die Anschnittsfläche

schonende Entnahmetechnik, um eine

Auflockerung des Futterstockes

bei der Entnahme zu vermeiden.

Leistungsfähiges Siliermittel

wählen Beim Einsatz eines Siliermittels

ist es wichtig, ein Produkt mit sehr

guter Leistung zu wählen. Die fenaco-

LANDI Gruppe bietet mit Ecosyl ein

breit geprüftes Siliermittel mit hervorragenden

Leistungsnachweisen an. Die

hohe Wirkung unterstützt die Erhöhung

der Milchleistung aus dem Grundfutter

(Ø1.2l mehr Milch pro Kuh und Tag, 15

Milchleistungsversuche, Ø 5 % höhere

Futteraufnahme).

Weitere Leistungsnachweise aus wissenschaftlichen

Versuchen:

• Ø 10.5% verbesserte tägliche Zunahmen

(19 Rindermastversuche).

• Ø3.7% höhere Verdaulichkeit der organischen

Substanz.

Fazit Die Wirtschaftlichkeit in der

Milchviehhaltung wird wesentlich von

den Qualitäten des Grundfutters beeinflusst.

Die Milchleistung aus dem

Grundfutter und die Futteraufnahme

sind von zentraler Bedeutung.

• Alle Punkte eines guten Siliermanagements

sind zu beachten.

• Es sollte nur ein Siliermittel zum

Einsatz kommen, das in einer aus -

reichenden Anzahl von wissen -

schaftlichen Versuchen seine Leistungsnachweise

belegen kann.

• Besondere Beachtung ist der Nachweis

der Steigerung der Milchleistung

und die Steigerung der Futteraufnahme.


Die Grundlage

erfolgreicher Futterkonservierung

ist eine

hervorragende

Grundfutterqualität.

Bild: Krone

Autor Dr. Hans-

Heinrich Herrmann ,

AgriBusiness Consulting,

Seggernweg 13 ,

D-21255 Bötersheim,

hanshherrmann@

aol.com

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 47


PFLANZENBAU

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

Gründe für minderwertige Qualität

GRASSILAGE macht bei vielen Betrieben einen erheblichen Anteil am benötigten

Raufutter aus. Eine im ART-Bericht 751 publizierte Umfrage verweist auf die

häufigsten Mängel sowie unzureichende Kenntnisse der Landwirte, die Qualität der

Silagen objektiv einzuschätzen.

Checkliste für hochwertige Silagen:

• Rechtzeitiger Schnitt des Futters – junges Mähgut sichert hohe

Energiegehalte (Beginn Ährenschieben).

• Verschmutzungen limitieren – zu tiefes Mähen, Zetten und Schwaden

vermeiden (Stoppelhöhe = 6 cm).

• Ernteprozess dem Verdichtungsprozess anpassen – Lassen Sie sich

Zeit mit dem Verdichten (2 – 3 Minuten Verdichtungsaufwand/t TS).

• Dünne Futterschichten im Silo – damit erreichen Sie eine bestmögliche

Verdichtung (max. 30 cm).

• Maximalen Kontaktflächendruck anstreben – setzen Sie auf

möglichst schmale Bereifung mit dem maximal zulässigen Reifendruck

(2 – 3.5 bar).

• Abdeckung kontrollieren – regelmässiges Überprüfen der Undurchlässigkeit

der Folie schützt vor Schimmel und Erwärmung des Futters.

• Vorschub anpassen – finden Sie Wege um dieses Hauptproblem in

den Griff zu bekommen (1.5 – 2.5 m/Woche). Bauliche Massnahmen,

überbetriebliche Zusammenarbeit oder andere Silierverfahren wie

die Ballensilage sind mögliche Lösungsansätze, um Erwärmung durch

zu geringen Vorschub zu vermeiden.

Die Silagequalität wird zum einen

durch die Gärqualität aber auch

durch die Qualität des vewendeten

Mähguts bestimmt. Ist die Silagequalität

gut, wirkt sich dies positiv auf

die Futteraufnahme, die Milchqualität

und die Tiergesundheit aus. Der Nährwert

einer Silage hängt von der Art des

Mähguts, vom Rohasche-, Rohproteinund

Rohfasergehalt ab. Saftig grüne

Wiesen führen zu einer guten Silage,

die eine hohe Verdaulichkeit aufweisen.

Ein entscheidendes Kriterium ist

zudem eine Bewirtschaftungsweise, die

dem Zustand und dem Bewuchs der

Wiese gerecht wird. Die Gärqualität

wird insgesamt von zahlreicheren Kriterien

beeinflusst. Bewuchs und Schnittzeitpunkt

haben genauso Auswirkungen

auf den Gärverlauf wie die richtige

Siliertechnik und sind entscheidend für

eine gute Futterkonservierung. Besonders

beachten muss man den richtigen

Trockensubstanzgehalt (TS), die Faserlänge

und die Vermeidung von Verunreinigungen

mit Erde, um ein optimales

Silierergebnis zu erzielen. Ausserdem

müssen Verdichtung und Luftabschluss

der Silos allzeit garantiert sein.

Optimismus herrscht bei der Bewertung

der Silagequalität. Gemäss der

von Agroscope durchgeführten Umfrage

beschreiben die Landwirte fast einstimmig

ihre Silage als «gut» bis «sehr

gut» und die Schimmelbildung als unproblematisch.

Betrachtet man hingegen

die Resultate der von der HAFL und

Melior durchgeführten Futteranalysen,

so stellt man fest, dass mehr als ein

Drittel der untersuchten Silagen problematische

oder sogar schlechte Gärqualitäten

über mehrere Jahre ausweisen.

Bei den im Jahr 2006 durchgeführten

Schweizer Siliermeisterschaften schieden

22 % der Proben auf Grund mangelnder

Qualität aus. Dies beweist, dass

die Beurteilung von Silagen keine einfache

Angelegenheit ist.

Schlechte Verdichtung Die von

ART durchgeführte Umfrage bei 210

Betrieben beleuchtet die Silierpraxis in

unserem Land. Während die Silofüllung

und das Abdecken des Silierguts mehrheitlich

am selben Tag erfolgen, enthüllt

die Studie Lücken beim Verdichten

der Silage. Die Forscher sammelten

Informationen betreffend Gesamtgewicht,

Grösse der Reifen und Reifendruck

von 99 Fahrzeugen, die für die

Verdichtung verwendet wurden. Aufgrund

dieser Daten ist es möglich, den

Druck pro cm 2 dieser Fahrzeuge zu bewerten.

Erstaunlich ist, dass die grosse

Mehrheit unabhängig vom Gesamtgewicht

einen Druck in der Grössenordnung

von 0.5 bis 1.5 kg/cm 2 erreicht.

Das Gewicht des Verdichtungsfahrzeugs

ist somit nicht das einzige zu berücksichtigende

Kriterium. Der verdichtende

Einfluss eines leichteren Traktors,

ausgestattet mit schmalen Reifen und

einem maximal zulässigen Reifendruck

ist grösser als derjenige eines grossen

48 4 2013 · UFA-REVUE


Traktors mit breiten Pneus und tiefem

Reifendruck.

Sauerstoff entfernen Die

Milchsäurebakterien entwickeln

sich nur im anaeroben Milieu, das

heisst ohne Sauerstoff. Durch die

Verdichtung kann vorhandene Luft

im Futter entfernt werden, was jedoch

nicht verhindert, dass die

Oberfläche der Silage Kontakt mit

Luft hat. Eine gute, schnelle und

hermetische Abdeckung ist nötig

um eine optimale oberste Silageschicht

zu erhalten. In den letzten

Jahren kommen verstärkt sehr dünne

Plastikfolien (0.04 mm Dicke)

zum Einsatz. Diese feinen Folien

verkleben mit der Oberfläche der Silage.

Dies reduziert den Sauerstoffeintrag.

Die Folien müssen anschliessend

mit einer 0.12 bis

Die Verdichtung ist

bei Siloanlagen oft zu

schwach.

Bild: agrarfoto.com

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

PFLANZENBAU

0.18 mm dicken Abdeckung gegen

UV-Strahlen und mechanische Beanspruchungen

geschützt werden.

Fazit Die Silagequalität ist schwierig

einzuschätzen. Verschiedene Untersuchungen

in der Schweiz zeigen,

dass ein grosser Teil der Siliermängel

auf die schlechte Verdichtung bei

der Füllung der Silos, die nicht hermetische

Abdeckung oder die zu geringe

Geschwindigkeit bei der Entnahme

zurückzuführen sind.

In den letzten Jahren hat sich die

Intensität der Erntearbeiten stark

erhöht. Während die Leistungssteigerung

im Ernteprozess mit grös -

seren Ladewagen ausgeglichen wurden,

sind die Silos und die

Verdichtungsfahrzeuge oft dieselben

geblieben. In einem Flachsilo

sind schmale und harte Reifen sowie

die hermetische Abdichtung der Silos

mit dünnen Plastikfolien und ein

angepasster Vorschub nötig, um die

Futterqualität bei der Entnahme sicherzustellen.


Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue,

1510 Moudon

Der ART-Bericht 751 der Autoren

Roy Latsch und Joachim Sauter ist

auf der Webseite

www.agroscope.admin.ch abrufbar.

www.ufarevue.ch 4 · 13

Fortsetzung

von Seite 41

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Fortsetzung

Seite 55

UFA-REVUE · 4 2013 49


PFLANZENBAU

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

Bestimmung des TS-Gehalts

OB EINE SILAGE ZUR KONSERVIERUNG parat ist, hängt grösstenteils vom

Trockensubstanzgehalt ab. Dieser Wert ist im Labor durch die Analyse des

Mähguts leicht zu ermitteln, er kann aber auch mit einigen unkomplizierten Tricks

einfach und rasch abgeschätzt werden.

Der Einsatz einer

Mikrowelle zur

Bestimmung des TS-

Gehalts des Mähguts

ist eine einfache

Methode, die jedoch

gewisse Anpassungen

erfordert.

Die Wetterprognosen sagen für die

nächsten drei Tage schönes Wetter

voraus, der Boden ist trocken und

die Wiese zum Mähen bereit. Es

herrschen somit ideale Bedingungen

zum Silieren des Mähguts. Aber wie ist

es um den Trockensubstanzgehalt bestellt?

Dieser muss vor dem Silieren ermittelt

werden, um den richtigen Zeitpunkt

zur Konservierung abzupassen.

Denn nur sorgfältiges Silieren zur richtigen

Zeit führt zu einer hohen Futterqualität,

was wiederum die Leistungsfähigkeit

der Tiere günstig beeinflusst.

Bestimmung des TS-Gehalts von Mähgut mit einer

Mikrowelle:

Benötigtes Material: Eine Mikrowelle mit Auftaufunktion und eine

Waage. Verwenden Sie eine Mikrowelle, die ausgedient hat und nicht

mehr für die Zubereitung von Speisen eingesetzt wird. Das untersuchte

Mähgut kann im Gerät einen unangenehmen Geruch hinterlassen.

Probe: Bei trockenem Mähgut werden 50 Gramm, bei feuchtem Mähgut

100 Gramm benötigt. Bitte nicht vergessen, die Proben vorher zu

wägen und die Ergebnisse zu notieren.

Trocknung: Das Mähgut auf dem Teller der Mikrowelle verteilen. Bei

trockenem Mähgut eventuell auch ein Glas Wasser hinzu stellen. Das

Auftauprogramm starten. Je nach Feuchtigkeitsgehalt des Mähguts

dauert dieser Vorgang 15 bis 45 Minuten. Wenn das Mähgut zerbricht

und durch Berührung zerbröckelt, ist es trocken.

Bestimmen des TS-Gehalts: («Gewicht vor dem Trocknen» – «Gewicht

nach dem Trocknen»)/«Gewicht vor dem Trocknen» x 100 = % TS der

Probe.

Der mit der Mikrowelle bestimmte TS-Gehalt liegt über dem tatsächlichen

TS-Gehalt der Probe. Das Landwirtschaftliche Forschungsinstitut in

Dummerstorf (D) und die Hochschule Neubrandenburg (D) haben

festgelegt, dass das Ergebnis folgendermassen korrigiert werden muss:

0.975 x TS Mikrowelle = TS Standard

Einfache Methode Die einfachste

Methode zur Bestimmung des Trockensubstanzgehalts

besteht darin, das Mähgut

mit den Händen durch Reibung zu

überprüfen. Obschon dieses Vorgehen

lediglich Schätzwerte liefert, hat es einen

Vorteil: es ist schnell und kostenlos.

Und so funktioniert die Auswertung:

• Bleiben die Hände trocken, ist der TS-

Gehalt höher als 45%.

• Sind die Hände nach starker Reibung

etwas feucht, liegt der TS-Gehalt bei

40 bis 45%.

• Glänzen die Hände nach der Reibung

des Mähguts aufgrund austretender

Feuchtigkeit, liegt der TS-Gehalt zwischen

35 und 40%.

• Kann man ein Bündel Mähgut, wie

nasse Wäsche auswringen, liegt der

TS-Gehalt bei circa 35%.

Die Hightech-Variante Bei dieser

Methode kommt ein elektrisches Haushaltsgerät,

und zwar die Mikrowelle,

zum Einsatz. Üblicherweise dient die

Mikrowelle zum raschen Erwärmen von

Speisen oder Getränken, kann jedoch

auch zur Bestimmung des TS-Gehalts

zweckentfremdet werden. Ein Team des

Land- und Forstwirtschaftsamtes im

deutschen Pfarrkirchen hat nun eine

einfache und relativ schnelle Methode

zur Bestimmung des Trockensubstanzgehalts

vorgestellt, die mit der Auftaufunktion

dieses Geräts funktioniert (siehe

Kasten). Dieses Verfahren ist jedoch

nicht offiziell anerkannt. Für zuverlässige

und eindeutige Ergebnisse sind Analysen

in spezialisierten Labors erforderlich.


Autor Gaël Monnerat, UFA-Revue,

1510 Moudon

www.ufarevue.ch 4 · 13

50 4 2013 · UFA-REVUE


Siloballen schön

in die Landschaft lagern

MERKBLATT

PFLANZENBAU

SILOBALLENLAGER IN DER LANDSCHAFT sind vielen Leuten ein Ärgernis.

Bauern und Lohnunternehmer sind aufgerufen, die Kritik ernst zu nehmen. Es braucht

zwar mehr Zeit, die weissen und grünen Ballen schön zu lagern. Aber die Bauern

schaffen damit Goodwill in der Bevölkerung, sie gewinnen Argumente für Direktzahlungen

und können unbequeme Vorschriften vermeiden.

Jetzt wachsen Sie wieder, die Siloballenpyramiden

und -haufen auf

dem Land. Für viele Bauernbetriebe

sind die weissen und grünen Ballen

eine beliebte Form der Futterlagerung.

Nicht so für die Öffentlichkeit: Immer

wieder ärgern sich Passanten und Wanderer

über Siloballenlager. Ob sie in Pyramiden,

bis zu sechs Meter hoch in

Hofnähe liegen oder in grossen und kleinen

Haufen auf freiem Feld, an Waldrändern,

unter Einzelbäumen, an Wegkreuzungen,

mehr oder weniger sauber

aufgeschichtet, manche straff andere

schlaff eingepackt, weiss, hellgrün, armeegrün

– die Siloballen wirken wie

Fremdkörper in der Landschaft. Sie

könnten aber genausogut eine Landschaft

oder ein Hofbild als kreatives Gestaltungselement

bereichern.

Stein des Anstosses

Von einer zunehmenden «Plastifizierung

der Landschaft» redet Raimund

Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung

Landschaftsschutz Schweiz. Bei allem

Verständnis, das er für die Situation der

Bauern hat, fordert er sie doch auf,

etwas gegen die störenden Siloballenlager

zu unternehmen. Er kritisiert im St.

Galler Tagblatt auch die Gemeinden:

«Sie kümmern sich kaum um die

Problematik, obwohl sie grosse

Siloballen-Lager eigentlich bewilligen

müssten». Die Basler Zeitung schrieb

unter dem Titel «Siloballen sind ein

Stein des Anstosses»: «Beim Einrichten

von Siloballen-Lagern bewegen sich die

Bauern in einem juristischen Graubereich.

Eine konkrete Gesetzgebung ist

weder in der Raumplanung noch im

Landwirtschaftsrecht zu finden.»

UFA-REVUE · 4 2013 51


PFLANZENBAU

MERKBLATT

Warum und wie schöner lagern?

Warum schöner lagern Für die

Bauern sind die Vorteile der Siloballen

offenkundig. Aber wie kann man sie verträglich

in die Landschaft platzieren?

Der Aufwand dafür lohnt sich aus folgenden

Gründen:

1. Naturbelassene, wenig möblierte

Landschaften werden in der Schweiz

knapp und knapper. Die Bauern belegen

und gestalten mit ihrer Arbeit

eben diese knappen natürlichen Räume.

2. Die Toleranz der Bevölkerung für die

Belastung und Verschandelung der

natürlichen Umwelt schwindet. Die

Bauern sind für den Verkauf ihrer Produkte

und in der Agrarpolitik aber auf

die Toleranz der Bevölkerung angewiesen.

3. Bauernbetriebe beziehen Direktzahlungen

von der öffentlichen Hand,

auch für die Pflege der Landschaft.

Und die Kampagne «Gut gibt’s die

Schweizer Bauern» wirbt mit einem

Werbespot und mit dem Plakat « Wer

Bauer ist, ist auch Landschaftsarchitekt»

(www.landwirtschaft.ch).

4. Gemeinden könnten Bedingungen

und Vorschriften zur Lagerung der Siloballen

machen, die über die jetzigen

ökologisch begründeten Vorschriften

hinausgehen. Das kann

unbequem werden. Dem können die

Bauern zuvorkommen, indem sie

selbst für Ordnung sorgen.

In Erholungsgebieten und touristisch stark frequentierten Regionen sollte

man besonders auf die Siloballenlagerung achten.

Wie schöner lagern Es spricht einiges

dafür, als Bauer oder Lohnunternehmer

die Frage der landschaftsverträglichen

Siloballenlagerung ernst zu

nehmen und auf folgendes zu achten:

• Nur kleine Mengen (10 bis 15 Ballen)

an Gebäuden deponieren.

• Grüne Plastikfolie benutzen und die

Lager mit einem Netz abdecken.

• Grössere Ballenmengen an abgewandten

Gebäudeseiten lagern,

möglichst unterdacht oder mit einem

Netz abgedeckt.

• Eine Hecke um das Siloballenlager

pflanzen.

• Schöne Pyramiden aufbauen, weniger

schöne Ballen in die Mitte legen.

• Keine Ballen im freien Land, an Wegkreuzungen

und unter Bäumen lagern.

• Grosse Silagemengen im Fahrsilo

oder Hochsilo lagern.

Pyramidenförmige Lagerung der Silo ballen auf

der flachen Seite, wo die Verpackung am stärksten ist.

Einzäunung schützt vor Vieh.

Siloballenlagerung an

Ställen und Zäunen wirkt

gepflegt.

Eine Abdeckung dämpft den

Plastifizierungs-Effekt. Achten Sie

auf eine befestigte Unterlage.

52 4 2013 · UFA-REVUE


MERKBLATT

PFLANZENBAU

Siloballen richtig lagern

Sauber geschichtete Siloballen -

pyramide an der Scheune.

Siloballen kompakt herstellen,

um eine längerfristige

Lagerfähigkeit zu gewährleisten.

Siloballen

richtig lagern

• Lagerung auf Güllen -

kasten, Mistplatte

bzw. Betonplatte

• Lagerung auf

Paletten: Plastikfolie

darunter Schutz vor

Sickerwasser

• Lagerung auf der

flachen Seite

Verpackung ist hier

am stärksten

• Lagerung in

Pyramide: Nach drei

Ballen einen kleinen

Gang für Füchse

und Katzen offen

lassen. Mäuse -

schäden vorbeugen

• Ballen gegen Krähen

zudecken

• Keine Lagerung an

Gewässern, Wald -

rändern, Hecken,

Feldgehölzen und

ökologischen

Ausgleichsflächen

(siehe Vorschriften)

Sichern Sie Ihre

Siloballenlager vor

äusseren Umwelt -

einflüssen wie Wind

und Wetter.

So nicht…

Siloballenhaufen können die Landschaft

verunstalten.

Natur-Kunst, aber nicht gestattet. Die

Lagerung an Gewässern ist untersagt.

Siloballen im Gelände sichern, bevor

sie ihre eigenen Wege gehen.

UFA-REVUE · 4 2013 53


PFLANZENBAU

MERKBLATT

Foto-Wettbewerb:

Schönstes

Siloballenlager

Bis 30. September 2013 suchen

wir Fotos von kreativen,

korrekten Siloballenlagern.

Teilnahme

Schnappen Sie Ihre Kamera und machen Sie sich auf die Suche

nach dem schönsten Siloballenlager oder errichten Sie selbst

ein Kunstwerk aus Siloballen. Senden Sie bis zu 5 Ihrer besten Fotos

an info@ufarevue.ch, Betreff: Fotowettbewerb.

Teilnahmebedingungen

• Farbbild

• Mindestauflösung 6 Megapixel

• Keine digitale Bildbearbeitung

Naturkunst mit Siloballen?

Schweizer Bauern haben eine Tradition

des schönen Lagerns, zum Beispiel gefällig

aufgeschichtete Miststöcke oder

Holzbeigen. Eine besondere Herausforderung

wäre es nun, eine hohe Schule

der Siloballenlagerung zu entwickeln

und als Bauer die Ballen gekonnt, ja

kunstvoll um den Hof oder in die Landschaft

zu drapieren. Im Internet (wikipedia.org)

finden sich unter dem Stichwort

«Land Art» der Begriff «Natur-Kunst»

und der Satz: «... es geht der Mehrzahl

der Natur-Künstler ... um feinfühlige,

häufig dekorative Setzungen von vergänglichen

Objekten in die Natur.» –

Das könnten Bauern und Lohnunternehmer

doch auch mit Siloballen machen.

Wie aneinander gereihte Dinosaurier eier wirken diese

Siloballen, kunstvoll in die Landschaft integriert.

Preise

Eine Fachjury wird die Bilder beurteilen und die besten zehn prämieren.

Insgesamt werden 50 Preise vergeben.

• Der Hauptpreis für das beste Bild ist eine Nikon «Coolpix S 6500»

(schwarz mit integriertem Wi-Fi, 16-Megapixel-CMOS-Sensor

und 12-fachem optischem Zoom mit Weitwinkelabdeckung)

im Wert von Fr. 228.–.

• 2. und 3. Preis: Wander- und Sport-Rucksack «Edelweiss»

im Wert von Fr. 42.–.

• 4. bis 10. Preis: Sackmesser Victorinox «Edelweiss»

im Wert von Fr. 18.–.

• 11. bis 50. Preis: Robuste Einkaufstasche im Edelweisslook

im Wert von Fr. 5.–.

Dem Himmel so nah! Siloballen und Wolken ergänzen sich

in diesem Landschaftsbild.

Dieses Merkblatt wurde in Zusammen -

arbeit mit dem landwirtschaftlichen

Informationsdienst (LID) erstellt.

Autoren Matthias Diener, Journalist,

Luzern; Markus Rediger, Geschäftsführer

LID, Bern.

Bilder LID, www.landwirtschaft.ch

Redaktion Anna Steindl, UFA-Revue,

8401 Winterthur

Publikation UFA-Revue 4/2013

www.ufarevue.ch 4 · 13

54 4 2013 · UFA-REVUE


Fortsetzung

von Seite 49

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UFA-REVUE · 4 2013 55


PFLANZENBAU

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

Eine anspruchsvolle Pflanze

DIE LUZERNE spielt bei der Rinderfütterung eine besondere Rolle. Die Pflanze ist

proteinreich und wirkt sich positiv auf die Futterstruktur aus. Zudem ist sie durch ihre

trockenresistenten Eigenschaften für die Futterproduktion an trockenen Standorten

geeignet. Schwieriger gestaltet sich hingegen die Konservierung, und auch die Ernte

muss mit besonderer Sorgfalt erfolgen.

Angesichts der jüngsten Preisentwicklung

bei eiweissreichen Rohstoffen

(Sojaschrot usw.) bieten

Futterleguminosen für Mischbetriebe

zahlreiche Vorteile, wie etwa die

Unabhängigkeit in diesem Bereich. Die

Konservierung des Mähguts einer leguminosereichen

Wiese ist jedoch kein

einfaches Unterfangen. Bei zu trockenem

Pflanzgut entstehen erhebliche

Bröckelverluste, sind sie dagegen zu

feucht, gehen viele Nährstoffe durch

das Abfliessen des Silagesafts verloren.

Die Luzerne kann als Silage, Ballen,

Heu und Grünfutter äusserst vielfältig

eingesetzt werden. Während der Saison

können diese Verwendungsmöglichkeiten

kombiniert und den Bedürfnissen

des Betriebs sowie den meteorologischen

Bedingungen angepasst werden.

Ziel dabei ist aber immer, das Beste aus

der Wiese herauszuholen. Ein gutes Gelingen

der Ernte und insbesondere der

Heuernte ist anspruchsvoll. In erster Linie

ist es wichtig, die Bröckelverluste

während der Bearbeitung des Mähguts

und beim Einbringen tief zu halten.

Beim ersten Schnitt wird eine angewelkte

Silage dem Heu vorgezogen,

da diese aufgrund der Wetterbedingungen

im Frühjahr mehr Sicherheit bietet.

Im zweiten und dritten Schnitt wird in

der Regel das Heu konserviert. Der Ertrag

des vierten Schnitts ist meistens

niedriger und wird wegen des unbeständigen

Wetters häufig als Grünfutter

verwendet. Eine Beweidung der Wiese

ist dann ebenfalls möglich.

Der Schnittzeitpunkt ist ein

Kompromiss zwischen Ertrag und Qualität.

Beim ersten Zyklus wird empfohlen,

die Knospenbildung abzuwarten.

Je später die Ernte erfolgt, desto höher

ist der Trockensubstanzertrag, gleichzeitig

nimmt aber auch der Nährstoffgehalt

ab. Bis zum nächsten Schnitt ist

meist eine Wartefrist von vier bis sechs

Wochen notwendig. Es ist zudem empfehlenswert,

die Luzerne einmal pro

Jahr bis zur Samenbildung und Selbstaussaat

blühen zu lassen, damit der

Fortbestand der Wiese gewährleistet

ist.

Folgende Regeln sind bei der Ernte der Luzerne zu

beachten:

• Kreiselmäher oder Rollenaufbereiter verwenden.

• Am Morgen mähen und das noch feuchte Mähgut unmittelbar

danach zetten, um die Blattverluste gering zu halten.

• Aus demselben Grund müssen die nächsten Zettdurchgänge früh -

morgens ausgeführt werden, nachdem der Tau das Mähgut erneut

befeuchtet hat. Je trockener die Luzerne ist, desto stärker muss

die Rotationsgeschwindigkeit der Maschine gedrosselt werden,

damit das Zetten möglichst sanft erfolgen kann. Beim Zett -

wenden entstehen die grössten Blattverluste von mindes -

tens 20 %, wenn das Mähgut nicht wieder befeuchtet

wurde.

• Schwaden am Morgen, damit die Schwaden für eine

rasche Pressung geformt werden.

• Die Pressung sollte vorzugsweise morgens, sobald der

Tau weg ist, mit grossen Schwaden erfolgen, um Ver -

luste und Rotationszeit im Pressraum zu minimieren.

• Mit der Trocknung in der Scheune können die Bröckel -

verluste der Blätter gesenkt werden. Ab 50 bis

60 % TS sind diese Verluste erheblich. Diese

Konservierungsart ist weniger von guten Wetter -

bedingungen abhängig.

Anspruchsvolle Silage Die Luzerne

ist als Silage schwierig zu konservieren,

da sie wenig Zuckervebindungen

enthält, die den Milchsäurebakterien,

welche für die Fermentierung verantwortlich

sind, als unverzichtbare Nahrungsquelle

dienen. Darüber hinaus hat

die Luzerne, bedingt durch ihren hohen

Gehalt an Stickstoff und anderen Mineralstoffen

wie Kalzium oder Kalium, eine

hohe Pufferkapazität. Diese verlangsamt

den Gärprozess und beeinträchtigt

die Konservierung negativ. Im Gegensatz

zum Heu entstehen beim Silieren

von Luzerne die höchsten Verluste

nicht auf dem Feld, sondern im Silo.

Der Trockensubstanzgehalt beträgt bei

angewelkter Silage 30 bis 40 Prozent.

Die Blätter beeinhalten dreibis

viermal soviel Stickstoff wie

die Stengel.

56 4 2013 · UFA-REVUE


RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

PFLANZENBAU

Luzernekultur mit langer

Lebensdauer

Die Luzerne hat eine durchschnittliche

Lebensdauer von 4 bis 5 Jahren. Man

muss sie mindestens einmal pro Jahr

blühen lassen, damit sie wieder

Reserven aufbauen kann. Beim zweiten

oder dritten Aufwuchs kann man sie

blühen lassen. Die Pflanze sollte hoch

gemäht werden, mindestens oberhalb

von 6 bis 7 cm. Der nächste Aufwuchs

erfolgt dann umso schneller.

Ist die Silage zu wenig angewelkt, kann

dies zu Saftverlusten und unerwünschten

Gärungen (Buttersäure) führen.

Hingegen entstehen bei zu stark angewelkter

Silage Hefe- und Schimmelpilze

und/oder die Verdichtung ist unzureichend.

Üblicherweise ist die Luzerne

weniger anfällig auf Nachgärungen als

Gräser. Um eine bestmögliche Verdichtung

zu erzielen, sollte das Mähgut

stark zerkleinert werden.

Für die Silierung wird zudem die Zugabe

eines sauren Konservierungsmittels

empfohlen, um so die Milchsäuregärung

in Gang zu setzen und den

pH-Wert zu senken. Am besten ist, die

Leguminosen zusammen mit einem

Gras, das einen hohen löslichen Zuckergehalt

aufweist, zu silieren, beispielsweise

mit Knaulgras oder englischem

Raygras, die bei den Standard-Mischungen

bereits enthalten sind.

Reine Luzernekulturen sind im Norden

Frankreichs, in Spanien und Italien

zu finden, wo die Pflanzen meistens in

Spezialbetrieben getrocknet werden.

Die Konservierung in Ballen (50 bis

60 % TS) funktioniert gut, man muss jedoch

die Gefahr allfälliger Löcher im

Kunststoff beachten und die Ballen unmittelbar

nach der Herstellung auf dem

Lagerplatz platzieren. Rotklee weist einen

höheren Gehalt an löslichen Zuckern

auf als Luzerne und ist als Silage

besser zu konservieren.

Die Luzerne hat viele positive Eigenschaften,

aber auch besondere Ansprüche an Ernte und

Silierung.

Wertvolle Blätter Bei der Bodentrocknung

können die Blattverluste auf

über 30 % steigen und bei jedem Schritt

in der Erntekette von Luzerneheu auftreten.

Da die Blätter zwei- bis dreimal

mehr Stickstoff als der Halm enthalten,

ist es äusserst wichtig, die Bröckelverluste

in der gesamten Erntekette möglichst

zu reduzieren.

Proteinabbaubarkeit Der Schnitt -

termin ist entscheidend, da der Nährwert

und die Aufnahme von konserviertem

Futter vor allem vom Grüngut

abhängen. Wird der optimale Erntezeitpunkt

bei Blühbeginn überschritten,

nimmt der Nährwert der Leguminosen

ab. Auch wenn der dadurch bessere Geschmack

der Leguminosen die Futteraufnahme

verbessert, werden die Proteine

im Pansen zu rasch abgebaut und können

im Darm nicht mehr verdaut werden.

Mit den in der Schweiz üblicherweise

angebauten Gras-Leguminose-

Mischungen wird das Protein/Energie-

Gleichgewicht des Futters verbessert.

Die Mikroorganismen im Pansen verwenden

für ihr Wachstum und zur Vermehrung

vorwiegend die Energie der

Futterration, wodurch ein Teil der Proteine

im Pansen geschont wird.

Fazit Der Luzerneanbau hat sowohl

in agronomischer als auch ernährungstechnischer

Hinsicht viele Vorteile. Die

Luzerne ist jedoch eine anspruchsvolle

Pflanze, die bei der Ernte ein besonderes

Vorgehen erfordert. Bröckelverluste

bei der Bodentrocknung müssen möglichst

verhindert werden. Aufgrund ihres

geringen Zuckergehalts und ihrer

guten Pufferkapazität ist sie als Silage

schwierig zu konservieren. Der Einsatz

von Siliermittel ist daher sehr empfehlenswert.


Luzerne einmal im Jahr

blühen lassen, damit

sie Reserven aufbaut.

Autor Gaël Monnerat,

UFA-Revue,

1510 Moudon

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 57


PFLANZENBAU

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

Was Wiesenfutter wert ist

SENSORISCHE FUTTERBEWERTUNG Wer genau wissen will, für welche Tiere und

Situationen sich ein Dürrfutter- oder Grassilageposten eignet, muss auch den Geruch,

die Farbe, das Gefüge und die Verunreinigung berücksichtigen. In Österreich wurde ein

Verfahren zur sensorischen Futterbewertung entwickelt, das herkömmliche

Gehaltsschätzungen und -analysen ergänzt.

Reinhard

Resch

Nicht jede Silage und jedes Dürrfutter

eignet sich für alle Tiere. Zu wissen,

welche Qualitäten das hofeigene

Grundfutter aufweist, ist eine

wichtige Voraussetzung für eine optimale

Zuteilung unterschiedlicher Posten.

Idealerweise wird bei der qualitativen

Beurteilung nicht nur der

Laborbefund, sondern auch der sensorische

Wert des Raufutters einbezogen.

Willkommener Nebeneffekt: Die Resultate

zeigen Schwachstellen in der Wiesenbewirtschaftung

oder Konservierung

auf, damit die Ist-Situation gezielt verbessert

werden kann.

1 Repräsentative

Probenahme

Um eine aussagekräftige Probe zu

erhalten, werden fünf bis zehn kleine

Einzelproben (total 1 bis 3 kg) von

verschiedenen Stellen in eine Kunststoffwanne

gegeben und durchmischt.

Wichtig ist, die Einzelproben nicht

ruckartig herauszureissen, weil sonst zu

viel feines Blattwerk abbröckelt.

2 Bestimmung des Entwicklungs stadiums

der Leitgräser

Leitgras = z.B. Knaulgras,

Goldhafer, Raigras

Die Analytik der Pflanzen ist

heute bis in den Bereich von sekundären

Pflanzeninhaltsstoffen und Rückständen

diverser Kontaminanten (PCB´s, Radionucleide,

Dioxin, Herbizid- und Pestizidwirkstoffe)

ausgereift. Dennoch

bleibt die Schwierigkeit, den wirklichen

Wert eines Futters für die Tierernährung

darzustellen. Nach Buchgraber (1999)

besteht die Lösung darin, Energie- und

Sinnenbewertung zu verquicken und die

sogenannte Futterwertzahl zu ermitteln.

Nussbaum (2011) geht in der aktuellen

Auflage «Praxishandbuch Futter- und

Substratkonservierung» einen komplexeren

Weg, indem er Ertragsanteile von

Pflanzenarten, Pflanzenentwicklung,

Konservierungserfolg und Verschmutzung

für die Bestimmung des Futterwertes

heranzieht.

Heu

Heu

3 Zuordnung

des NEL-Gehaltes

Anhand der botanischen Zusammensetzung

(Gras, Leguminosen, Kräuter)

können die Energiegehalte geschätzt

werden. Hierbei hilft das Merkblatt

«Bewertung von Wiesenfutter» der

Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des

Futterbaus (AGFF).

Strukturierte Vorgehensweise

Bei der praktischen Futterbewertung

von Silage und Dürrfutter ist eine strukturierte

Vorgehensweise entscheidend.

Anerkannte Labormethoden liefern

exakte Werte für Nährstoffe und Energie,

Mengen- und Spurenelemente und

Gärqualität. Der Landwirt kann die botanische

Zusammensetzung (Anteil Gräser,

Leguminosen, Kräuter, wertvolle

Pflanzenarten, Gemeine Rispe, Unkräuter,

Giftpflanzen), das Entwicklungsstadium

der Futterpflanzen, Verhältnis zwischen

Stängeln und Blättern,

Trockensubstanzgehalt, Struktur und

Konsistenz, Farbe, Verschmutzung,

Staubentwicklung, Geruch (Gärsäuren,

Ammoniak, Amide) und den mikrobiologischen

Zustand (visuelle und geruchsmässige

Erfassung von Hefen und

Schimmelpilzen) der Futtermittel kostenlos

auf dem Betrieb einschätzen.

< 20 20 – 30 31 – 45 46 – 55 56 – 70 > 70

Schossen

Beginn und volles Rispenund

Ährenschieben

Beginn

Blüte

volle

Blüte

Wuchstage

Hilfsmittel Für die systematische

Erfassung hat die Österreichische Arbeitsgemeinschaft

für Grünland und

Futterbau (ÖAG) ein Hilfsblatt (siehe

58 4 2013 · UFA-REVUE


RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

PFLANZENBAU

4 Sensorische Futterbewertung

Heu Punkte Silage Punkte

Geruch Ausserordentlich gut, aromatisch 5 angenehm säuerlich, aromatisch, 14

fruchtartig, auch brotartig

Guter Heugeruch 3 Schwacher Buttersäuregeruch oder stark 10

sauer, stechend, wenig aromatisch

Fad bis geruchlos 1 Mässiger Buttersäuregeruch, stechener 4

Rostgeruch, muffig

Schwach muffig, brandig, tabakartig 0 Starker Buttersäure- oder Ammoniakgeruch 1

oder fader, nur sehr schwacher Säuregeruch

Stark muffig (schimmelig) –3 Fäkalgeruch, faulig oder starker Schimmel- –3

oder faulig

geruch, Rostgeruch, kompostähnlich

Farbe Einwandfrei, wenig verfärbt 5 Dem Ausgangsmaterial entsprechende 2

Gärfutterfarbe, Gärfutter aus angewelktem

Gras, Kleegras, auch leichte Bräunung

Verfärbt, ausgeblichen 3 Farbe wenig verändert, leicht gelb bis 1

bräunlich

Stark ausgeblichen 1 Farbe stark verändert, giftig, grün oder 0

hellgelb entfärbt/starke Schimmelbildun

Gebräunt bis schwärzlich oder 0

schwach schimmelig

Gefüge Blattreich (Klee-, Kräuter- und Gefüge der Blätter und Stängel enthalten 4

Grasblätter erhalten Knospen und 7

ebenso Blütenstände),

weich und zart im Griff

Blattärmer, wenig harte Stängel, 5 Gefüge der Blätter angegriffen 2

etwas hart im Griff

Sehr blattarm, viele harte Stängel, Gefüge der Blätter und Stängel stark an- 1

rau und steif im Griff 2 gegriffen, schmierig, schleimig, leichte

Schimmelbildung/leichte Verschmutzung

Fast blattlos, viele verholzte Stängel Blätter und Stängel verrottet oder starke 0

grob und überständig 0 Verschmutzung

Verun- Keine Staubentwicklung 3

reinigung Geringe Staubentwicklung 1

Starke Staubentwicklung,

Erde und Mistreste 0

Summe der Punkte ... ...

oben) erstellt. Das Endresultat ergibt eine

Punktesumme (– 3 bis 20 Punkte),

welche die Futterqualität des Konservierungsproduktes

in Form einer Note

(1= sehr gut, 2= gut, 3= mässig, 4= verdorben)

klassifiziert.

Vor- und Nachteile Die sensorische

Beurteilung der Futter hat folgende

Vor- und Nachteile:

+ Das Ergebnis ist sofort vorhanden.

+ Faktoren wie die Futterstruktur, -farbe,

-verschmutzung oder der Futtergeruch,

werden berücksichtigt.

+ Wertvolle Informationen, um das

Management der Wiesen und Futterkonservierung

zielgerichtet optimieren

zu können.

+ Kostenlos.

– Es resultieren Schätz-, nicht Messwerte.

Das Ergebnis hängt von den

Umweltbedingungen und vom Trainingszustand

der Person ab, die die

Beurteilung durchführt.

– Arbeitsaufwand.

Die sensorische Futter -

bewertung ist eine

wertvolle Ergänzung der

Gehaltswerte.

Bild: agrarfoto.com

5 Berechnung der

Futterwertzahl

Güte-

Qualitätsklasse

Punkte faktor

Sehr gut 20 – 18 1

Gut 17 – 16 0.9

Befriedigend 15 – 13 0.8

12 – 10 0.7

Mässig 9 – 8 0.6

7–5 0.4

Verdorben 4 – 3 0.0

Berechnungsformel: Futterwertzahl =

(NEL x 32,7 – 100) x Qualitätsfaktor

Beispiel: Heu mit 5.6 MJ NEL/kg TS,

15 Punkten nach Sinnenprüfung und

Qualitätsfaktor 0.8. Futterwertzahl =

(5,6 x 32,7 – 100) x 0,8 = 66 Punkte.

Quelle: Buchgraber, 1992

6 Anwendung der

Futterwertzahl

Die Futterwertzahl bietet die Möglichkeit,

energiemindernde Aspekte, die sich

auf die Futteraufnahme der Tiere negativ

auswirken, zu berücksichtigen.

Raufutter mit einer Futterwertzahl unter

20 gelten als verdorben. Sie sind für die

Fütterung aufgrund schlechter mikrobiologischer

Qualität (verschimmelt, ver -

fault) ungeeignet, weil sie die Gesundheit

der Tiere gefährden würden.

Gift pflanzen, die ihre Giftigkeit in der

Futterkonserve beibehalten, verschlechtern

die Qualität der gesamten

Futterpartie!

Je höher die Futterwertzahl ansteigt,

umso mehr Energie und Konservierungsqualität

hat ein Raufutter. Die Ansprüche

der Raufutterverzehrer sind je nach

Tierart und Leistung sehr unterschiedlich.

Mit Hilfe der Futterwertzahl kann

der Landwirt seine Raufuttermittel

bedarfsgerecht zuordnen. Wer Milchleistungen

über 5000 kg pro Kuh und

Laktation aus dem Raufutter erreichen

möchte, der braucht in der Startphase

Futterwertzahlen über 100.

Autor Reinhard Resch, LFZ Raumberg-

Gumpenstein, 8952 Irdning, Österreich,

www.raumberg-gumpenstein.at

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 59


PFLANZENBAU

RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

Verschmutzungen vermeiden

ERDE im Futter ist nicht nur ein Risiko für Konservierung und Qualität,

sondern führt zu einem Verschleiss der Maschinen und verursacht einen

höheren Treibstoffverbrauch. Verschmutztes Futter wirkt sich zudem negativ

auf die Leistungen der Tiere aus.

Moderne Geräte

tragen zu sauberen

Schwaden und somit

zur qualitativ hochwertigen

Futterkonservierung

bei.

Bild: Pöttinger

Die für die Buttersäuregärung verantwortlichen

Clostridien sind sehr

zahlreich im Boden anzutreffen.

Man findet sie überall wo Staub und

Schlamm sind. Es ist deshalb unmöglich,

das Vorkommen von Buttersäurebakterien

oder -sporen im Futter völlig auszuschliessen.

Clostridien werden von

den Kühen mit dem Futter aufgenommen

und finden in deren Verdauungstrakt

günstige Bedingungen für ihre Entwicklung

und Vermehrung. Aus diesem

Grund sind sie zehnmal häufiger im Kot

als im Ausgangsfutter enthalten. Auch

die Milch kann durch Clostridien gefährdet

sein. Die Kontamination findet beim

Melken statt, wenn Staub oder Erde

vom Melkzeug angesaugt werden. Neben

dem negativen Einfluss auf die Futteraufnahme

des Tieres beeinflussen

Buttersäurebakterien die Produktion

von Hart- und Halbhartkäse. Die Bakterien

entwickeln sich während der Affinage,

produzieren Buttersäure und

sorgen somit für einen schlechten Geschmack

des Käses. Aussedem wird

Kohlendioxid und Wasserstoff gebildet,

was beim Käse zu Nachgärungen oder

in gewissen Fällen zum Platzen der Laibe

führt. Deshalb ist es sehr wichtig,

jegliche Verschmutzung des Futters zu

vermeiden, unabhängig davon ob es

sich um Silage oder Heu handelt. Ein

korrektes Einstellen der landwirtschaftlichen

Maschinen und Geräte ist hier

der erste Schritt zur Produktion von

Qualitätsmilch.

Der Rohaschegehalt eines Futters ist

ein guter Indikator für dessen Verschmutzungsgrad.

Er zeigt mit der Gesamtzahl

der in einer Futterprobe enthaltenen

Mineralien, ob diese natürlich

in den Pflanzen vorkommen oder ob es

sich um Ablagerungen von Erde oder

Staub handelt. Die Pflanzen haben einen

variablen Anteil an Mineralien. Dieser

wird auf ungefähr 8% für Luzerne

und ungefähr 6% für Gras geschätzt.

Probeergebnisse mit einem Wert bei 8%

deuten auf sehr sauberes Futter hin. Es

ist unmöglich, das Vorkommen von Erde

oder Sand im Futter ganz zu vermeiden.

Allerdings sollte der Rohaschegehalt

eines Futters 10% der TS nicht

übersteigen. Solche Resultate sind nur

mit einer perfekten Geräteeinstellung,

gut gewalzten Saaten und gepflegten

Wiesen möglich.

genügend Blattfläche lässt, um schnell

wieder nachzuwachsen. Zudem verhindert

diese Stoppelschicht das Rutschen

des Mähwerks und die Bildung von Löchern,

welche die Entwicklung von

Ampfern oder Rispengräsern begünstigen.

Diese Schnitthöhe wird erreicht,

wenn sich die Messer 3 bis 4 cm über

dem Boden befinden.

Das Walzen der Saat und die Entfernung

von Maulwurfshügeln sind die

ersten Massnahmen, um sauberes Futter

zu gewinnen. Die Einstellung des

Mähwerks ist ein zentraler Punkt zur

Vermeidung von Verschmutzungen. Die

Schnitthöhe sollte zwischen 6 und 8 cm

über dem Boden liegen. Diese Schnitthöhe

hinterlässt einen Stoppelteppich,

der den Boden schützt und den Pflanzen

60 4 2013 · UFA-REVUE


RAUFUTTER-KONSERVIERUNG

PFLANZENBAU

Entlastung des Mähwerks Die

meisten Mähwerke verfügen über Entlastungssysteme.

Je nach Marke und

Modell funktionieren diese Systeme

hydraulisch, mechanisch oder hydropneumatisch.

Die Veränderung des

Drucks, mit dem das Mähwerk auf den

Boden drückt, erlaubt die Anpassung

an die Beschaffenheit der jeweiligen

Parzelle. Je grösser die Entlastung, desto

geringer der Druck der Scheiben auf

den Boden und desto besser die Führung

des Traktors. Für die Arbeiten in

Hanglagen kann ein Entlastungssystem

die Bodenhaftung des Traktors verbessern.

Dadurch wird auch die Grasnarbe

geschützt und folglich Futterverschmutzungen

vermieden.

Sauberes Kreiseln Kreiseln und

Schwaden bringen Risiken für die Futterqualität

mit sich und sorgen für Bröckelverluste.

Die Einstellung der Arbeitshöhe

und die Anpassunge an die

Bodenbeschaffenheit sind entscheidend

für die spätere Futterqualität, speziell in

hügeligen Regionen.

Eine korrekt ein gestellte Arbeitshöhe

reduziert Verschmutzungen. Die Rotationsgeschwindigkeit

der Kreisel und die

Fahrgeschwindigkeit des Traktors wirken

sich direkt auf die Bröckelverluste

aus. Bei der Arbeit mit dem Kreiselheuer

sollte darauf geachtet werden, welchen

Feuchtegrad das Mähgut aufweist. Kleinere

Kreiselzetter nehmen grosse Futtermengen

zwar weniger gut auf, haben

aber den Vorteil, dass die Arbeitshöhe

der Zinken regelmässiger ist. Ausserdem

verfügen sie über einen steileren Neigungswinkel,

der das Wenden des Futters

erleichtert. Maschinen mit grösseren

Kreiseln verfügen in der Regel über

weniger Gelenke und sind im Kauf etwas

günstiger. Sie neigen eher dazu,

kleine Schwaden zu bilden.

Die Einstellung des Schwaders ist

zentral, um Futterverschmutzungen bereits

vor der eigentlichen Ernte zu vermeiden.

Besonders wichtig ist es, eine

möglichst gute Bodenanpassung zu erzielen.

Diese wird durch Tasträder

und/oder Doppelachsen, deren Räder

nahe an den Zinken liegen, verbessert.

Auch hier gilt die Regel: Je kleiner die

Kreisel, desto besser die Bodenanpassung.

Fazit Sowohl bei Silage als auch beim

Heu hängt die Futterqualität auch von

der Einstellung der Futtererntemaschinen

ab. Maschinen, mit geringer Bodenhaftung

schädigen die Grasnarbe und

vermindern somit direkt die Qualität

des produzierten Futters. Das Anwalzen

der Saat, das Einebnen von Maulwurfshaufen,

die Einstellung der Schnitthöhe,

die Entlastung des Mähwerks sowie

eine angepasste Nutzung des Kreiselheuers

und Schwaders sind notwendige

Voraussetzungen für eine optimale Futtergewinnung.


Perfekt eingestellte

Maschinen und

Geräte sorgen für

Qualitätsfutter, das

die Kühe schätzen.

Bild: Claas

Autor Gaël Monnerat,

UFA-Revue,

1510 Moudon

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 61


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Fortsetzung

Seite 77

62 4 2013 · UFA-REVUE


Milchsäurebakterien und Wirkstoffe für konstante Leistungen

Auswertungen auf UFA-Bühl zeigen,

dass sich der gezielte Einsatz von

Milchsäurebakterien und Wirkstoffen

positiv auf die Fruchtbarkeit der

Sauen auswirken kann.

Ab zehn Tagen vor dem Abferkeln

kommen 20g des Milchsäurepräparats

UFA-Antifex pro Tier und Tag

zum Einsatz. Durch die Förderung

der erwünschten und Reduktion der

schädlichen Bakterien im Darm

nimmt die Infektionsgefahr ab.

Um dem Muttertier die nötigen

Stoffe für einen hohen Trächtigkeitserfolg

und eine grosse Uteruskapazität

bereitzustellen, werden 20 g

des Wirkstoffkonzentrats UFA-Solvi

pro Sau und Tag ab fünf Tagen vor

dem Absetzen bis zum Decken verabreicht.

Das Resultat: Die MMA-Fälle sind

innerhalb von drei Jahren um die

Hälfte zurückgegangen. Entsprechend

hat sich die Abferkelquote (%

Belegungen, die einen Wurf zur Folge

haben) auf 83.4% im 2012 verbessert.

Es fällt auf, dass insbesondere

die Wurfzahlen im vierten

Quartal der Jahre gesteigert werden

konnten.

Heinz Seelhofer,

UFA-Schweinespezialist

KURZMELDUNGEN

NUTZTIERE

Nützlinge gegen

Fliegen

Mit steigenden Temperaturen

draussen und in den Ställen beginnen

sich die Stallfliegen wieder zu

vermehren und die Tiere im Stall

zu belästigen. Natürliche Feinde

der Stallfliegen sollten im Stall ansiedelt

werden, bevor sich eine

grosse Fliegenpopulation aufgebaut

hat:

• Schlupfwespen in den Tiefstreubereichen

aller Tierhaltungen

• Güllefliegen in der Schwimmschicht

der Gülle in der Schweinehaltung

Die Schlupfwespen sind 2 mm

gross, kaum sichtbar und belästigen

weder Mensch noch Tier. Sie

legen ihre Eier in die Puppen der

Wie weiter nach

F1-Kreuzung?

Um die Fitnessmerkmale zu verbessern,

werden Holsteinkühe ver-

mehrt mit Fleckvieh eingekreuzt.

Solche Kreuzungstiere erreichen

zwar nicht die Milchleistung von reinen

Holsteinkühen, zeigen aber

punkto Fruchtbarkeit, Eutergesundheit,

Milchinhaltsstoffen und

Fleischerlös gute Resultate, bestätigt

eine Untersuchung an der Fachhochschule

Südwestfalen in Soest

anhand von 298 Kühen. Auch frühere

Studien weisen auf das Potenzial

von F1-Kreuzungen hin. Das

Problem liegt in der Frage: Wie weiter?

Optionen sind die Verdrängungskreuzung,

Rückkreuzung oder

3-Rassen-Kreuzung.

Kalb profitiert von

Transitenergie

Eine angemessene Energiekonzentration

in der Transitration der Kuh

erhöht das Geburtsgewicht des Kalbes

und verbessert dessen Immunität,

bestätigen asiatische Studien.

Geprüft wurden 5.29, 5.93 und 6.33

MJ NEL pro Kilogramm Trockensubstanz.

Sowohl bezüglich Geburtsgewicht

als auch Körperhöhe, -länge

und Brustumfang der Kälber schnitten

6.33 MJ NEL am besten ab.

Wettbewerbsgewinner

«10 Jahre Biblis»

Zum Jubiläum «10 Jahre Biblis» haben

in den vergangenen Monaten

verschiedene Wettbewerbe stattgefunden.

Beim UFA-Wettbewerb anlässlich

der Holstein-Europaschau in

Freiburg haben folgende Personen

gewonnen: Eric Perrin, Semsales (1

Palette Milchviehfutter), Stefan

Salzmann, Schwarzenegg (Futtergutschein

Fr. 300.–), Christoph Zürcher,

Muolen (Gutschein Fr. 200.–),

Adrian Dutly, Heitenried (Gutschein

Fr. 100.–), und Raphael Bucher,

Buochs (Gutschein Fr. 50.–).

Im Rahmen eines SMS-Wettbewerbs

hat die UFA-Revue fünf Mal

zwei Eintritte für die Tier & Technik

verschenkt. Die Tickets gingen an:

Hansruedi Abderhalten, Brunnadern,

Ernst Alder, Herisau, Martin

Giger, Rufi, Werner Kessler, Herisau,

und Josef Mäder, Lömmenschwil.

Ist die Schafalp

wirtschaftlich?

Wegen den Lohnkosten rechnet sich

eine ständige Behirtung von Schafalpen

erst ab 1000 Schafen, zeigen

Berechnungen an der Hochschule

für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften

(HAFL) in Zusammenarbeit

mit dem Beratungsbüro

Alpe. Damit die ständige Behirtung

wirtschaftlich konkurrenzfähig werde,

sei gegenüber Umtriebs- oder

Standweide eine Erhöhung der Beiträge

nötig. Herden mit unter 100

Schafen sind laut HAFL/Alpe meist

nicht wirtschaftlich. Es empfehle

sich, die Zusammenarbeit mit Nachbaralpen

zu suchen.

Stallfliegen. Aus den zerstörten

Puppen schlüpfen nach einiger

Zeit wieder Schlupfwespen.

Die Güllefliege ähnelt im Aussehen

der Stallfliege, ist jedoch lichtscheu,

lebt ausschliesslich im Güllekanal

und belästigt weder

Mensch noch Tier.

Zirka sechs regelmässige Freilassungen

der Nützlinge im Abstand

von rund drei Wochen, beginnend

mit dem Erscheinen der ersten

Fliegen, drücken die Fliegenpopulation

auf ein erträgliches Niveau.

In ganzjährig warmen Ställen kann

die Ansiedlung dauerhaft gelingen,

in kalten Ställen muss sie

jährlich wiederholt werden.

Rolf Lösch, UFA-Samen

Nützlinge

Tagesaktuelle Neuigkeiten

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UFA-REVUE · 4 2013 63


BIO-SEITE

Minex, jetzt auch für Bio-Betriebe

EINE GUTE MINERALSTOFFVERSORGUNG fördert die Fruchtbarkeit,

Klauengesundheit und Langlebigkeit auf dem Bio-Milchviehbetrieb. Das

neue Minex 980 Bio sorgt dafür, dass die wertvollen Mineral- und Wirkstoffe

nicht in den Futterresten landen, sondern effektiv den Tieren zugute kommen.

Ignaz

Hutter

Stephan

Roth

Phosphor (P) ist nach Kalzium der

wichtigste Knochenbestandteil. Der

Kuhkörper benötigt P für den Energie-,

Eiweissstoffwechsel und die

Regulierung des pH-Werts im Blut. Pansenbakterien

verbrauchen für die Rohfaserverdauung

und die mikrobielle Proteinsynthese

viel P. Für eine optimale

Bakterienmenge im Pansen sind 5 g verfügbarer

P/kg aufgenommene organische

Trockensubstanz (TS) aus Futter

und Speichel erforderlich.

Paul Stähli,

Frasnacht, schätzt

an Minex 980 die

hervorragende

Fressbarkeit und die

ausgewählten

Inhaltsstoffe. So

lässt sich gewähr -

leisten, dass die

Kühe wirklich von

den verabreichten

Mineralien

und Wirkstoffen

profitieren.

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erhalten Sie bei:

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Probleme bei P-Mangel P-Mangel

lässt sich an einem glasklaren, fadenziehenden

Nasensekret erkennen. Geringe

P-Gehalte im Pansen reduzieren

die Futteraufnahme, den Milcheiweissgehalt

und die Festigkeit des Skeletts.

Betroffene Kühe liegen viel, wirken

ängstlich und neigen zu Durchfall. Das

Immunsystem ist geschwächt, das Haarkleid

wird struppig und glanzlos. Lecksucht

und Fruchtbarkeitsprobleme gehören

zu den weiteren Folgen. Die

natürliche Eireifung und der Eisprung

werden beeinträchtigt.

P im Grundfutter Bio-Betriebe

haben je nach Düngungssituation eher

wenig P im Grundfutter. Intensivere Fut-

«Minex 980 wird sehr gut gefressen»

Die Betriebsgemeinschaft Stähli & Nagel hat Minex 980 für die UFA

getestet. «Soviel kann ich schon jetzt sagen», hielt Paul Stähli anfangs

März fest, «dieser Mineralstoff wird sehr gut gefressen.» Mit rund einem

Viertel Silomais in der Ration und zum Teil knappen P-Gehalten im

Boden muss die P-Versorgung auf diesem Bio-Betrieb im Auge behalten

werden. Das P-reiche Minex 980 bietet hier eine sinnvolle Ergänzungslösung.

Es wird jeweils auf den Silomais verteilt. Mehl staubt, Mineralstoffwürfel

werden von einigen Tieren nicht gefressen. «Die Expanderstruktur

scheint hier die ideale Lösung zu sein», findet Paul Stähli.

terflächen werden oft mit Rindergülle

gedüngt, die tiefere P-Gehalte aufweist

als Mist oder Schweinegülle. Am einfachsten

wird der P-Bedarf der Tiere mit

einem Mineralfutter gedeckt.

Minex 980 biokompatibel Durch

die steigende Nachfrage nach Minex-

Produkten sind auch die Bio-Betriebe

auf diese erfolgreiche Mineralsalz-Linie

der UFA aufmerksam geworden. Daher

wurde Minex 980 Bio für Bio-Betriebe

entwickelt. Die Vorteile von Minex 980

sind:

• Sichere Versorgung: 100 bis 150 g pro

Tier und Tag garantieren eine sichere

Versorgung mit allen wichtigen Mineral-

und Wirkstoffen. Gehalte pro Kilogramm:

100 g Kalzium, 100 g Phosphor,

20 g Natrium, 60 g Magnesium

(u. a.)

• Ca : P Verhältnis 1: 1: Mit dem hohen

P-Gehalt kann der oft fehlende P auf

dem Bio-Betrieb zugeführt werden.

• Schmackhaftigkeit: Das expandierte

Mineralsalz hebt sich durch den guten

Geschmack von anderen Mineralfuttermitteln

ab.

• Kräuter: Fenchel und Hagebutten

sind für ihre positive Wirkung auf Verdauung,

Wohlbefinden und Gesundheit

bekannt, die sie jetzt auch via Minex

980 entfalten.

• Organisch gebundene Spurenelemente:

Der organische Anteil bei Selen (Se)

liegt bei 50 % und der Anteil Zink (Zn)

bei 25 %. Mit der Kombination anorganischer

und organischer Spurenelemente

wird die beste Versorgung erreicht.

• Abrufstationstauglich: Die automatische,

tierindividuelle Verabreichung

über die Abrufstation spart Arbeit

und ermöglicht es, den Verzehr zu

kontrollieren.

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Werk Sursee mit der bewährten Qualität.


Autoren Ignaz Hutter, Ressortleiter im

UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil. Stephan

Roth, Ressortleiter Forschung und

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Pansen reduziert die Gesamtverdaulichkeit

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UFA-REVUE · 4 2013 65


UNTERWEGS MIT...

EN ROUTE AVEC…

…Milchviehspezialistin Mélanie Boschung-Biollaz

Ein Herz für Montbéliarde

Mélanie Boschung-Biollaz hat ihr

Hobby, die Tierhaltung, zum Beruf gemacht.

Seit 2007 begleitet sie Betriebe

im Gebiet der LANDI Nord vaudois –

Venoge SA. Nach der Ausbildung zur

Landwirtin hatte die Walliserin auf mehreren

Landwirtschaftsbetrieben gearbeitet,

bevor sie die Stelle im UFA-Beratungsdienst

antrat. Heute steht ein

Besuch der Familie Erb in L’Auberson

(VD) auf dem Programm.

Bewegte Geschichte Früher

hatte Christian Erb einen Betrieb

in La Côte-aux-Fées bewirtschaftet.

1997 kaufte er seinen aktuellen

Bauernhof in L’Auberson zu.

Dieser Betrieb wurde Schritt für

Schritt modernisiert. 2007 baute man

ausserhalb des Dorfes einen Laufstall für

52 Kühe. Zwei Jahre später wurden die

alten Gebäude in einen Laufstall für 60

Stück Jungvieh (vier Monate bis Abkalben)

umgebaut. Von der lokalen Milchgenossenschaft

hat Christian im Jahr

2010 200 Mastschweine übernommen.

Seit 2012 ist er auch Eigentümer des

Schweinemaststalls.

Funktionelle Kühe Die Freude an

der Rasse Montbéliarde kommt beim

Besuch des Betriebs Erb sofort zum Ausdruck.

Christian, Chantal und ihre Kinder

Sandrine, Benoît, Niki und Florent

züchten auf Basis der Kühe, die 1997

übernommen wurden. Die Montbéliarde

sind mittelgross, haben gut aufgehängte

Euter und produzieren viel Milch

mit guten Gehalten. Im Schnitt melkt

der Betrieb Erb 8500 kg pro Laktation

bei 3.9% Fett und 3.4% Eiweiss.

An Ausstellungen werden die eigenen

Kühe mit Genetik aus der Region, der

Schweiz und auch mit Tieren aus dem

Ausland verglichen. Aufgrund ihres

Bestresultats in der Linearen Beschreibung

2011 hat die Kuh Octavia (Vater:

Octet) für die Familie Erb eine besondere

Bedeutung. Mascotte (Vater: Merci)

wurde Euterchampionne an der Swiss

Expo 2007.

Florent präsentiert einen

seiner Zuchterfolge mit der

Rasse Hotot.

Silofrei Die Kühe erhalten eine silofreie

Mischration aus Heu, Emd (Rundballen),

Luzerne, Stroh und Melasse, um

die Schmackhaftigkeit zu steigern. Die

Ergänzungsfütterung erfolgt via Abrufstation

mit UFA 263 (Startphase), UFA

244-8 (Produktionsphase) und dem Eiweisskonzentrat

UFA 248-9. In der Ration

nicht fehlen dürfen auch der Puffer

UFA-Alkamix und UFA-Mineralstoff.

Stroh-Kraftfutter-Ration Aufzuchtkälber

erhalten das Kälberfutter

UFA 116 sowie bestes Heu und Emd, bis

sie vier Monate alt sind. Danach wird

das Dürrfutter mit dem Raufutterwürfel

UFA 250-2 ergänzt. Bei über einjährigen

Rindern kommt eine Mischung aus

Stroh und UFA 250-2 zum Einsatz. Die

Stroh-Kraftfutter-Fütterung hat Christian

von Anfang an überzeugt und sich

auf dem Betrieb bewährt.

Mélanie Boschung-Biollaz,

1635 La Tour-de-Trême

Geboren 27. Juli 1980

Zivilstand verheiratet

Tätigkeiten diplomierte Landwirtin, im UFA-

Beratungsdienst seit 2007 (Gebiet der

LANDI Nord vaudois – Venoge AG)

Hobbys Reiten, Ziegenzucht, Skiwandern

Motto «Tierhalter so unterstützen, dass sie ihre

Ziele erreichen. Und aufzeigen, wo es in

der Fütterung noch Optimierungspotenzial

gibt.»

Der Milchviehstall

wurde 2007 gebaut.

66 4 2013 · UFA-REVUE


Wertschöpfung mit Stierkälbern

Die Stierkälber werden mit Vollmilch

und dem Milchpulver UFA 200 gemästet.

Ergänzt wird mit dem Wirkstoffkonzentrat

UFA top-punch, das über ausgewählte

Pflanzenextrakte verfügt, die

Vitalität der Kälber verbessert und die

Atemwege frei hält.

Benzoesäure im Schweinefutter

Seit drei Jahren gehört auch die Schweinemast

zu den Standbeinen des Betriebs.

Als sich die Gelegenheit ergab,

hat Christian die Chance gepackt und ist

mit Unterstützung des UFA-Schweinespezialisten

in diesen Betriebszweig hineingewachsen.

Die Schweine erhalten

eine Ration auf der Basis von Schotte,

ergänzt mit UFA 331-3, das natürliche,

zuwachsfördernde Benzoesäure enthält.

Die Vermarktung erfolgt via Anicom.

Octavia (Octet) erreichte in der

Linearen Beschreibung und

Einstufung (LBE) 2011 ein Bestresultat.

Die Welt von Florent Der jüngste

Sohn der Familie Erb, Florent, mag Tiere

besonders. Im Schuppen betreut er eine

eigene Herde: Sechs Gemsfarbige Gebirgsziegen

und Saanenziegen, zwei Ponys

und neun Kaninchen der Rasse Hotot,

mit denen er als Mitglied des

Kleintierzuchtvereins Sainte-Croix an

verschiedenen Wettbewerben teilnimmt.

Jungkaninchen, die sich nicht

für die Nachzucht eignen, werden gemästet.

Das Fleisch findet seine Liebhaberinnen

und Liebhaber via Direktvermarktung.

Blick in die Zukunft Währenddessen

arbeitet Vater Christian Erb konsequent

daran, den Betrieb vorwärts zu

bringen. Einer seiner Wünsche ist, den

Kindern einmal einen zukunftstauglichen

Hof weitergeben zu können.

Betriebsspiegel

Familie Christian und Chantal Erb

1454 L’Auberson

Nutzfläche: 45ha (1100m über Meer,

Bergzone 2), 20ha Alp

Tierhaltung: 55 Montbéliarde Kühe,

80 Stück Jungvieh, 25 Mastkälber pro

Jahr, 200 Mastschweine

Milchabnahme: Käserei L’Auberson,

Verarbeitung zu Vacherin Mont-d’Or

AOC und Gruyère AOC

Pflanzenbau: 2ha Kunstwiese, Weiden

und Naturwiesen

Arbeitskräfte: Christian und Niki

(beide 100%), Chantal (40%)

und Florent. Chantal arbeitet noch

60% bei der Post.

BLICKPUNKT

POINT DE VUE

«Wir schätzen die Tipps des UFA-

Beratungsdienstes, wie die Ration

anhand der aktuellen Raufutteranalysen

angepasst werden muss.»

Keine Chance für Azidose

Pansenübersäuerungen (Azidosen)

sind auf zu rasche Futterumstellungen,

Strukturmangel und/oder viel

schnell verdauliche Kohlenhydrate

(Zucker) in der Ration zurückzuführen

und daher im Frühjahr topaktuell.

Zu den Symptomen gehören

dünner Kot, fehlender Appetit, Blähungen,

Nervosität, Klauenrehe

und Fruchtbarkeitsprobleme.

UFA-Alkamix ist eine staubfreie,

aromatisierte Mischung verschiedener

Puffersubstanzen. Dank 3-Phasen-Wirkung

wird der Pansen-pH

über lange Zeit konstant gehalten,

wie auch die Erfahrungen auf dem

Betrieb Erb bestätigen. Die

Vorteile von UFA-Alkamix

überzeugen:

• stabileres Pansenmilieu

• verbesserte Mikrobenaktivität

• höherer Raufutterverzehr

• bessere Futterverwertung

• höhere Milchfettgehalte

• weniger Stoffwechselstörungen

• höhere Produktivität

UFA-Alkamix ready ist biokompatibel

und mit der Lebendhefe

«Levucell» ausgestattet.

Christian,

Niki, Florent

und Chantal

Erb.

UFA-REVUE · 4 2013 67


ERFOLG IN DER PRAXIS

SUCCÈS DANS LA PRATIQUE

LESE-FUTTER

À LIRE

Benno Elmiger, Ermensee (LU)

Ketose mit UFA-Ketonex minimiert

Latente Ketose ist heimtückisch. Betroffene

Kühe werden oft erst aufgrund

von Folgestörungen wie mangelnder

Fruchtbarkeit identifiziert.

Benno Elmiger geht auf Nummer sicher.

Ende Trächtigkeit wird UFA-Ketonex

via Abrufstation langsam angefüttert

und während drei bis sechs

Wochen nach dem Abkalben eingesetzt.

«Mit diesem Propylenglykol-

HOBBYTIER-ECKE

SERVICE UFA

Würfel kommt Ketose praktisch nicht

mehr vor», analysiert der Milchviehzüchter.

Kühen mit Fettpolster gibt

Benno Elmiger mehr Ketonex als optimal

konditionierten Tieren. Je mehr

Fett, desto grösser die Gefahr, dass

sich giftige Ketonkörper bilden. In der

Galtphase ist es zu spät, die Kondition

zu reduzieren, weil sonst der Verzehr

ums Abkalben beeinträchtigt werden

Gewinner Fotowettbewerb

Im Rahmen des UFA-Kaninchenfoto-

Wettbewerbs sind viele schöne Bilder

eingereicht worden. Unter den

besten neun Fotos konnten Besucherinnen

und Besucher während

der UFA-Futtertage (31.1. – 2.2.2013)

in den LANDI ihre Favoriten auswählen.

Gewonnen haben:

1. Silvia Müller, 8730 Uznach,

203 Punkte (Preis: LANDI-

Gutschein für 200 Fr.)

2. Maria Effinger, 8840 Einsiedeln,

194 Punkte (150 Fr.)

3. Margrit Bühlmann,

2827 Mervelier, 115 Punkte

(100 Fr.)

Alle weiteren Teilnehmer erhalten ein

Set UFA-Tassen.

2

1

3

kann. UFA-Ketonex beugt einer übermässigen

Fettmobilisierung vor. «Es

gibt Sicherheit», bestätigt Benno Elmiger

mit Blick auf die Herdendaten, die

überdurchschnittlich viele Kühe mit

Lebensleistungen über 50 000 oder

gar 90000kg Milch ausweisen.

Gratis: 1 Sack UFA-Ketonex bei Bezug

von 200kg MINEX/UFA-Mineralsalz,

bis am 11.5.2013 in Ihrer LANDI.

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Auf jeder Etikette der UFA-Kaninchenfutter

finden Sie den orangen UFA-

Sammelpunkt. Pro ausgefüllte

Sammelkarte (25 Punkte) erhalten Sie

gratis einen Futtersack. Zusätzlich

sponsern UFA und LANDI neu Fr. 5.–

pro volle Karte an den Kleintierzuchtverein

Ihrer Region. Geben Sie hierzu

Namen und Kontaktadresse Ihres

Vereins auf der Sammelkarte an.

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Profitieren Sie von den attrak -

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die sowohl die Bezüge von

MINEX, UFA-Mineralsalz, UFA-

Spezialitäten (z. B. UFA topform)

als auch UFA-Milchpulver

umfassen. Die Produkte können

frei kumuliert werden und die

entsprechenden Rabatte gelten

für die gesamte Lieferung.

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Länge geeignet, für kleinere

Fische werden diverse

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68 4 2013 · UFA-REVUE


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Versteckt ist doppelt

so gefährlich

KETOSE wird meist in Zusammenhang mit der negativen Energiebilanz rund ums

Abkalben gebracht. Doch diese Stoffwechselstörung kann auch durch andere Probleme

entstehen und wird oft nicht sofort erkannt.

Michel

Rérat

Die Ketose, auch bekannt als Acetonämie,

ist neben dem Milchfieber

und der Pansenazidose wohl die bedeutendste

Erkrankung hochleistender

Milchkühe. Sie verläuft häufig

schleichend.

Martin

Lobsiger

Energetisch unterversorgt Bei

hoher Milchproduktion, besonders zu

Beginn der Laktation, ist die Kuh energetisch

oft unterversorgt. Durch den

Abbau von Körperfett in der Leber kann

rasch Energie zur Verfügung gestellt

werden. Wenn nun die Kuh dabei nicht

genügend Kohlenhydrate aufnimmt, ist

dieser Stoffwechselvorgang gestört. Die

Leberzellen bauen das Körperfett nur

noch unvollständig ab, was zur Bildung

von Ketonkörpern führt. Einen überhöhten

Ketonkörperspiegel im Blut

während einer längeren Zeit bezeichnet

man als Ketose. Je nach Ursache unterscheidet

man drei Typen von Acetonämie

(siehe auch Tabelle):

• Die NEL-Konzentration der Ration

und die maximale Futteraufnahmekapazität

des Tieres sind durch nicht

Eine regelmässige Kontrolle der Körperkondition erlaubt es,

Risikotiere zu entdecken.

sachgerechte Fütterungstechniken

und/oder minderwertiges Futter begrenzt

(Typ I).

• Ein gesundheitliches Problem (Milchfieber,

Euterentzündung, Klauenoder

Fruchtbarkeitsprobleme) führt

Tabelle: Merkmale der verschiedenen Formen von Acetonämie nach GDS Rhône-Alpes, 2006

Acetonämietyp

Zeitraum

Ursache

begünstigende

Faktoren

Sofortmassnahmen

Vorbeugung

I

3. – 8. Woche nach Abkalben

negative Energiebilanz zu

Laktationsbeginn

zu faserreiche Ration, zu hohe

Proteinzufuhr

Gabe von Glukosevorstufen

stärkereicher Futtermittel

Anregung der Aufnahme von

Trockensubstanz und Energie

nach dem Abkalben

II (Fat Cow Syndrom)

erste 2 Wochen nach Abkalben

negative Energiebilanz unmittelbar

vor dem Abkalben, gekoppelt

mit einer verringerten Futteraufnahme

gesundheitliche Störungen,

begrenzter Zugang und Konkurrenz

an der Futterkrippe

intravenöse Glukosegabe

Veränderung der Ration trockenstehender

Kühe, Beherrschen der

Futterumstellung

III (Buttersäureacetonämie)

alle Laktationsstadien

tägliche Buttersäureaufnahme

> 200 g

in erster Linie Silagen aus nassem

Futter

keine weitere Verfütterung der

betreffenden Silage

Verringerung des Silageanteils

durch Mischen mit anderen

Futtermitteln, Begrenzung auf 50 g

Buttersäure pro Kuh und Tag

70 4 2013 · UFA-REVUE


PROFILAIT

NUTZTIERE

Grafik: Body conditioning scoring (BCS)

zu einer durch Appetitlosigkeit verursachten

Acetonämie (Typ II).

• Buttersäure ist eine Vorstufe der Ketonkörper.

In Silagen von schlechter

Qualität finden sich hohe Konzentrationen

dieser Säure (Typ III).

Hohe Milchfettgehalte Nur in

den wenigsten Fällen (5–10%) der Ketose

sind auffällige Symptome wie Appetitverlust

und ein Abfallen der Milchleistung

erkennbar. Bei der weitaus

häufigeren latenten Form der Krankheit

bleiben solche Symptome fast vollständig

aus. Dann sind lediglich hohe Milchfettgehalte

(> 4.8 %) und Fett-Protein-

Quotiente (> 1.5) während der ersten

Laktationswochen Anzeichen für eine

Ketose. Für eine zuverlässigere Diagnose

wird der Gehalt an Ketonkörpern in

der Milch mit Hilfe von Teststreifen kontrolliert.

Ohne Gegenmassnahmen kann

sich eine latente Ketose bis hin zur klinischen

Form verschlimmern.

Fruchtbarkeit leidet Häufige Folge

einer Ketose sind Fruchtbarkeitsprobleme.

Andere Krankheiten wie Labmagenverlagerung

und Leberverfettung

stehen ebenfalls in engem Zusammenhang

mit der Ketose. Bei Labmagenverlagerungen

lässt sich oft nicht feststellen,

ob sie Folge oder Ursache einer

Ketose sind. Als besonders gefährdet

erweisen sich Kühe, die beim Abkalben

zu fett sind («Fat Cow Syndrom»). Bei

diesen ist der Appetit nach dem Abkalben

deutlich reduziert. In der Folge

kommt es zu einer übermässigen Mobilisierung

von Fett aus dem Fettgewebe

wobei sehr viele Ketonkörper gebildet

werden. Kann die Leber ihrer Entgiftungsfunktion

nur noch unvollständig

oder gar nicht mehr nachkommen,

kann eine Ketose sogar mit dem Koma

des Tieres enden.

Quelle: Craig Johnson, Elanco

BCS = 1 BCS = 2 BCS = 3 BCS = 4 BCS = 5

Die Ketonkörper-Teststreifen sind ein

wertvolles Hilfsmittel, um auch die

latente Form der Ketose festzustellen.

Fette Kühe prädestiniert Der

zentrale Punkt bei der Vorbeugung von

Ketose ist eine angepasste Fütterung am

Laktationsende, während des Trockenstehens

sowie zu Laktationsbeginn. Als

Kontrolle dient das Body condition scoring

(Grafik). Kühe, die sich am Laktationsende

befinden und trockengestellte

Kühe dürfen nicht überfüttert werden,

damit sie zum Zeitpunkt des Abkalbens

nicht zu fett sind. Andererseits ist es

auch nicht ratsam, Kühe, die beim Trockenstellen

zu fett sind, in der Trockenstehphase

abmagern zu lassen. In diesem

Fall werden bereits vor dem

Abkalben Körperfettreserven angezapft

und Ketonkörper gebildet. Eine Ketose

nach dem Abkalben ist dann kaum zu

verhindern.

Defizit ausgleichen Zur Fütterungsstrategie

in der Transitphase gehört,

dass das Energiedefizit und die in

den ersten Laktationstagen reduzierte

Futteraufnahme optimal durch Kraftfutter

ausgeglichen werden. Wichtig dabei

ist eine langsame Erhöhung der Kraftfuttergaben

in den Wochen vor dem Abkalben,

damit nicht durch eine zu

schnelle Umstellung oder eine Überversorgung

mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten

nach dem Abkalben andere

Stoffwechselstörungen wie beispielsweise

Pansenazidose entstehen. Strukturreiches

Heu, rund um die Uhr zur

Verfügung, hilft vorbeugen und steigert

den Futterverzehr. Als Prophylaxe kann

man zu Laktationsbeginn bei gefähr -

deten Kühen, also Tieren mit

hoher Milchleistung, zudem Futterzusätze

verabreichen. Monopropylenglykol

oder Natriumpropionat sind Glukosevorstufen

und unterstützen die

Lebertätigkeit und den Energiestoffwechsel

in dieser Phase des hohen Energieaufwands.

Fazit Das Ketoserisiko lässt sich wie

folgt senken:

• Überfütterung der Kühe zu Laktationsende

und während der Trockenstehzeit

vermeiden, damit sie zum

Zeitpunkt des Abkalbens nicht zu fett

sind.

• Kühe, die beim Trockenstellen zu fett

sind, in der Galtphase dennoch nicht

durch eingeschränkte Fütterung zu

sehr abmagern lassen.

• Vermeiden jeglicher Umstände, die

den Appetit und die Futteraufnahme

zu Laktationsbeginn hemmen (beispielsweise

Stress, abrupte Futterumstellung).

• Stimulierung der Futteraufnahme zu

Laktationsbeginn mit einer angepassten

Transitfütterung, Heu von guter

Qualität und Ergänzungsfutter.

• Kontrolle des Ketonkörpergehalts in

der Milch während der drei ersten

Laktationswochen mittels Teststreifen,

um eine latente Ketose so früh

wie möglich aufzudecken.

Autoren Michel Rérat, Bundesamt für

Veterinärwesen BVET, 3003 Bern. Martin

Lobsiger, Agroscope Liebefeld-Posieux

ALP-Haras, 1725 Posieux.

Weitere Infos

• ALP aktuell Nr. 31 (2009)

«Die Acetonämie bei der Milchkuh»

• ALP aktuell Nr. 17 (2005) «Fütterung

und Fruchtbarkeit der Milchkuh»

• RAP aktuell Nr. 4 (2001) «Die Milch -

kuh optimal auf die neue Laktation

vorbereiten»

Diese Broschüren können Sie als PDF

herunterladen oder bestellen unter

www.agroscope.admin.ch/publikationen.

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 71


NUTZTIERE

PREMIUM

So lässt sich die Effizienz der

Weide steigern

JUNGES FRÜHLINGSGRAS hat viele Vorteile. Damit der Kuhpansen optimal

funktioniert, müssen aber einige Knackpunkte beachtet werden. Ein Indiz, ob die Ration

stimmt, ist die Kotkonsistenz.

Hansueli

Rüegsegger

Freuen sich auf den

ersten Weidegang: Die

Kühe der Betriebs -

gemeinschaft Häberli-

Steckeisen.

Bilder: Matthias Löhrer,

UFA-Milchviehspezialist

Die Weidesaison steht vor der Türe.

Junges Gras aus dem ersten Aufwuchs

weist einen hohen Energiegehalt

auf. Um das Potenzial zu nutzen,

müssen – je nach Weidebestand -

Struktur und schnell fermentierbares

Protein zugefüttert werden.

Schlechter Strukturwert Junges

Grünfutter hat einen geringen Strukturwert

und passiert den Pansen schnell.

Damit die Wiederkäuer das junge Futter

im Pansen maximal verwerten können,

ist eine entsprechende Ergänzung sinnvoll.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Eine davon ist, Dürrfutter zu

verabreichen. Damit die gewünschte

Wirkung erzielt wird, soll das Dürrfutter

• nicht zu viel Zucker enthalten, da ansonsten

das Problem noch verschärft

werden kann.

• ausreichend Struktur aufweisen.

• schmackhaft sein.

• mindestens zweimal pro Tag angeboten

werden.

Dünner Kot Beim ersten Weidegang

im Frühling koten die Kühe oft relativ

dünn. Grund ist in den meisten Fällen

der hohe Zuckergehalt und geringe

Strukturwert des Weidegrases. Bei einem

trockenen Frühling mit warmen Tagen

und kalten Nächten weist der erste

Schnitt meist einen Überschuss an

schnell fermentierbaren Kohlenhydraten

auf. Dass ein Eiweissüberschuss bei

Weidebeginn zu dünnem Mist führt, ist

eher unwahrscheinlich. Im Gegenteil

kann es bei hohen Zuckergehalten im

ersten Aufwuchs sinnvoll sein, schnell

fermentierbares Eiweiss zu ergänzen

(z. B. UFA 248-1) und so die Verwertung

der Gesamtration zu verbessern.

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QUALITÄT

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wirkungsvoll

Für eine einfache und effiziente

Ergänzung von jungem Gras eignet sich

UFA 256 Fibralor bestens. Dieser

Raufutterergänzungswürfel weist einen

hohen ADF-Anteil auf und enthält

wertvolle Fasern. Resultat:

• Die Kühe werden zum Wiederkäuen

angeregt. Die puffernde Speichelproduktion

wird gefördert.

• Vollständigere Pansenfermentation,

bessere Verwertung der Gesamtration.

• Produktion einer höheren Menge an

flüchtigen Fettsäuren, was den

Milchfettgehalt ansteigen lässt.

• Verbesserte Kotkonsistenz.

• Lässt sich auch als Lockfutter im

Melkroboter einsetzen.

Um die gewünschte Wirkung zu erzie -

len, müssen mindestens 2 kg je Kuh und

Tag verfüttert werden.

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72 4 2013 · UFA-REVUE


PREMIUM

Passagerate bremsen Die Fermentation

des junges Futters und somit

der Gesamtration lässt sich auch maximieren,

indem die Passagerate im Pansen

gebremst wird. Bei Hochleistungskühen

ist die Nährstoffkonzentration

und die Passagerate eine Gratwanderung.

Damit die Kühe ihr genetisches

Potenzial abrufen können, muss eine

hohe Konzentration angestrebt werden,

was die Durchflussrate ansteigen lässt.

Allerdings darf die Passagerate im Pansen

auch nicht zu hoch sein, damit genügend

Nährstoffe absorbiert werden

können und der Kot nicht zu dünn ist.

Futter langsam umstellen Die

Futterumstellung soll langsam erfolgen,

damit sich die Pansenmikroben auf das

neue Nährstoffangebot im Frühjahr einstellen

können. Das heisst, die Winterration

ist vorerst beizubehalten und der

Weideanteil schrittweise zu erhöhen.

Mit einem frühen Weidebeginn wird die

Grasnarbe gefördert und dem intensiven

Graswachstum kann etwas entgegengewirkt

werden.

Mg- und Na-Versorgung Wiesenfutter

aus dem ersten Aufwuchs ent-

Die Betriebsgemeinschaft

Häberli-

Steckeisen hat 71 Kühe

und zwei Stiere.

hält weniger Magnesium

(Mg) und Natrium (Na) als

spätere Aufwüchse. Folgende

Faktoren können eine Mangelversorgung

der Kühe zusätzlich verschärfen:

• intensive Stickstoff- oder Kalidüngung

vor dem ersten Weidegang

• schlecht versorgte Böden

• tiefer Kleeanteil

• hohe Milchleistungen im Frühling

• Mit zunehmendem Alter steigt der

Mg-Bedarf der Kuh.

Da die Mg-Verwertung auch von der

Versorgung mit anderen Mineralstoffen

abhängt, muss bei Anpassungen immer

die Gesamtration angeschaut werden.

Die Mg-Versorgung ist sichergestellt,

wenn die Gesamtration 2.5g Mg je Kilogramm

Trockensubstanz aufweist.

Ebenso wichtig ist die ausreichende Verabreichung

von Viehsalz, da der erste

Aufwuchs weniger Na enthält als spätere

Aufwüchse.


«Jetzt sind unsere Kühe fester im Mist»

Im Frühling haben die Kühe der Betriebsgemeinschaft (BG) Häberli-Steckeisen

vormittags fünf Stunden Weidezugang. Das Weide tor bleibt

offen, so dass sich, wer will, am Roboter melken lassen kann. Ganztags

wird Gras an der Krippe verfüttert. Über die Nacht konsumiert jede Kuh

zirka 2 kg strukturreiches Heu. Morgens, nach dem Krippereinigen,

kommen 2 kg UFA 256 Fibralor pro Kuh zum Einsatz.

«Fibralor wird sehr gerne gefressen»,

bestätigt Hansruedi Häberli. «Seit diese

Raufutterwürfel verabreicht werden», stellt

er zufrieden fest, «sind unsere Kühe fester

im Mist». Die Kotkonsistenz ist ein

wichtiger Indikator für die Ausgeglichenheit

der Futterration und deren Effizienz.

Dünnen Kot zu vermeiden war denn auch

das Ziel der BG Häberli-Steckeisen, als man

sich für den Einsatz von Fibralor entschied.

Hansruedi Häberli und Werner

Steckeisen, Mauren (TG).

Autor Hansueli

Rüegsegger, Ressortleiter

Milchvieh, UFA AG,

3360 Herzogenbuchsee.

www.ufa.ch

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 73


NUTZTIERE

Trend zu Raufutterwürfeln

MIT DEN STEIGENDEN MILCHLEISTUNGEN und dem wirtschaftlichen Druck

versuchen Milchproduzenten vermehrt, die Verwertung der Gesamtration zu verbessern.

Zur Ergänzung der passenden Fasern, aber auch aus vielen weiteren Gründen eignen

sich Raufutterwürfel wie UFA Fibralor oder Speciflor, wie eine aktuelle Diplomarbeit

gezeigt hat.

Adrian

Fankhauser

Als erste Futtermühle in der

Schweiz hat die UFA AG unter den

Namen UFA 250 Speciflor und UFA

256 Fibralor zwei Raufutterwürfel

lanciert. Die Umsätze der beiden Produkte

entwickelten sich sehr erfreulich.

Im Rahmen einer Diplomarbeit an der

Höheren Fachschule Strickhof wurden

die Gründe für diese Entwicklung eruiert.

Dabei wurde einerseits Michel Dromard,

UFA-Milchviehspezialist und Initiant

von Speciflor und Fibralor, befragt,

andererseits auch die Tierhalter, die diese

beiden Produkte einsetzen.

Bei der Entwicklung Die Rezepturen

der UFA-Raufutterwürfel wurden

nicht in erster Linie auf hohe NEL- oder

Rohprotein-Gehalte ausgelegt, sondern

auf eine optimale Rationsergänzung

durch verschiedene Arten von Fasern.

Die Risiken einer Pansenübersäuerung

sind daher sehr gering.

Tabelle 1: Durch Fibralor und Speciflor ersetzte Futter

Fibralor

Speciflor

Maiswürfel

Futterrüben

Luzerne

Kartoffeln

Maissilage

Zuckerrübenschnitzel

Heu/Emd

Kleie

Die aufgeführten Komponenten wurden auf den befragten Betrieben mit

Fibralor/Speciflor ersetzt, da Raufutterergänzungswürfel zusätzlich

positive Aspekte bezüglich Verdaulichkeit der Gesamtration aufweisen.

Tabelle 2: Kostenvergleich

Bezugsmenge 6t 8t 12 t 16 t 24 t

Fibralor 100% 97% 95% 94% 92%

Maiswürfel-Mischung 132% 130% 126% 125% 122%

Speciflor 100% 98% 95% 94% 93%

Zuckerrübenschnitzel-Mischung 119% 116% 113% 112% 109%

Lesebeispiel: 24 t UFA 256 Fibralor sind 30 % (122 % – 92 %) günstiger als

24 t Maiswürfel, wenn der Eiweiss-, Mineral- und Vitaminausgleich

einberechnet wird.

Einsatz in der Praxis Fibralor wird

meist im Frühjahr und Herbst zu jungem

Gras, Speciflor im Winter zu Dürrfutter

oder im Sommer zu trockenem Gras eingesetzt,

wie die Befragung der Betriebe

bestätigt hat. Die verfütterten Mengen

variieren von 1 bis 3kg pro Tier und Tag.

Bei Fibralor werden tendenziell höhere

Mengen pro Tier verabreicht.

Faserausgleich Rationen mit einem

hohen Anteil Kurzrasenweide, junge

Grassilage, junges Grünfutter, Emd

oder Zuckerrübenschnitzel verfügen

über hohe Verdaulichkeiten. Auch das

Nährstoffpotenzial solcher Rationen ist

hoch. Doch die NDF-Fasern sind in geringen

Mengen enthalten. Mit den hohen

ADF- und ADL-Gehalten in Fibralor

kann die Passagerate dieser Futter reduziert

werden.

Bei altem Heu und alter Grassilage

fehlen leicht verdauliche Hemmizellulosen

und Pektine. Diese können durch

Speciflor ergänzt werden. Die vorhandenen

Fasern werden dann besser abgebaut.

Auch bei hohen Anteilen an trockener

oder frisch silierter Maissilage

kann der Pansen durch Speciflor aktiviert

werden. Zwei der befragten Betriebe

haben keine unverdauten Maiskörner

mehr im Mist, seit sie Speciflor

einsetzen. Die in trockenen oder frischen

Maissilagen enthaltene Stärke ist

zu einem hohen Anteil pansenstabil. Im

Laufe der Lagerung wird die Stärke für

die Pansenmikroben besser verfügbar.

Grundfuttermangel Auf den Betrieben

Bachelard, Le Lieu (VD), und

Bersier, Cugy (FR), kommt Fibralor wegen

Grundfuttermangel zum Einsatz. In

Tabelle 1 sind die Futter aufgeführt, die

die Landwirte nutzten, bevor Fibralor

und Speciflor erhältlich waren. In Situationen,

in denen jetzt Fibralor eingesetzt

wird, wurden häufig Maiswürfel

und getrocknete Luzerne verfüttert. Die

Betriebe Banderet (Champagne VD),

Berseth (St. Georges VD), Piccand-Ropraz

(Farvagny FR), und Nicolet (Cottens

FR) konnten den Heubedarf (vor allem

durch Fibralor) reduzieren. Betriebsleiter

David Bachelard hielt fest, er müsse

die Menge Futter, die mit Fibralor gekauft

werde, ohnehin zukaufen.

Garantierte Gehalte Zu den weiteren

Vorteilen von Fibralor und Speciflor

gehören die garantierten Gehalte

und die Rückverfolgbarkeit. Der Kunde

weiss, was er kauft, wogegen es bei

Maiswürfeln und allen anderen Rohkomponenten

relativ grosse Gehaltsschwankungen

geben kann.

Mineralisierung, Vitaminierung

Garantiert ist auch die angepasste Mineralisierung

von Fibralor und Speciflor.

Allein wären Mineralstoffe wenig

schmackhaft. Die Integration ins Mischfutter

steigert die Versorgungssicherheit

und spart unter dem Strich Mineralstoffaufwand.

Ab Biblis sind Fibralor und

Speciflor zusätzlich vitaminiert.

Schmackhaftigkeit Eine wichtige

Rolle spielt die Schmackhaftigkeit des

Ergänzungsfutters. Bei ganztägiger Weide

ist die Zeit zur Heuaufnahme oft

knapp. Mit dem Einsatz von Fibralor

sorgt Steve Banderet für eine genügende

Faseraufnahme. Auf der Betriebsgemeinschaft

Piccand-Ropraz wird die

Schmackhaftigkeit der künstlich getrockneten

Luzerne mit Speciflor gestei-

74 4 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Tabelle 3: Warum Raufutterwürfel? Erfahrungen und Beweggründe der befragten Betriebsleiter

Betrieb Bachelard, Banderet, Berseth, Bersier, Besson, Bonjour- Piccand- Curlet, Kolly Nicolet,

Le Lieu Champagne St. Georges Cugy Bofflens Tenthorey, Ropraz, Juriens Corbières Cottens

VD 2 VD 1 VD 1 FR 2 VD 1 Dompierre VD 3 Farvagny FR 1 VD 3 FR 1 FR 2

Gesteigerte Futterverdaulichkeit ■ ■ ■

Höhere Milchgehalte ■ ■ ■ ■

Verbesserte Kotkonsistenz ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

Homogenere Körperkondition ■ ■

Weniger Azidose ■ ■ ■

Verbesserung der Klauengesundheit


Alternative zu Raufutterzukauf ■ ■

Arbeitserleichterung ■ ■ ■

Tiefere Futterkosten ■ ■

1

Einsatz von UFA-Fibralor und -Speciflor 2

Einsatz von UFA-Fibralor 3

Einsatz von UFA-Speciflor

gert. Das Gemisch von Luzerne und

Speciflor wird nach dem Melken an der

Krippe verfüttert. Aufgrund der guten

Fressbarkeit kann so kontrolliert werden,

ob alle Kühe Appetit haben. In beiden

Fällen wird das Futter schneller und

sicherer aufgenommen.

Arbeitswirtschaftlich

interessant: Die

Raufutterverabreichung

via Abrufstation.

Bild: agrarfoto.com

Minimales Lagerrisiko Manche

Landwirte verzichten heute auf Futterrüben.

Dies wegen der Gefahr von Buttersäurebakterien,

der aufwändigen Lagerung

und Verfütterung oder auch der

starken Verschmutzung. Zuerst werden

die Rüben durch (meist getrocknete)

Zuckerrübenschnitzel ersetzt. Flexibilität

und der Preis sind dann die Gründe

für den Wechsel auf Speciflor. Der Betrieb

Kolly kann, seit er Speciflor einsetzt,

auf Kartoffeln verzichten. Yann

Curtet, Juriens (VD), hatte eine Mischung

von Weizenkleie und Zuckerrübenschnitzeln

verfüttert.

Verfügbarkeit und Flexibilität

Fibralor und Speciflor sind während

dem ganzen Jahr verfügbar und werden

auch in kleinen Mengen geliefert. Häufig

wird trotzdem in grossen Mengen

bestellt, um vom höheren Rabatt zu

profitieren. Auf vielen Betrieben

werden Fibralor und Speciflor je

nach Jahreszeit und Grundfutterangebot

eingesetzt. Da kann

es nötig sein, am Ende einer

Fütterungsperiode noch eine

kleinere Menge nachzubestellen.

Ausserdem ist mancherorts

der Lagerraum knapp.

Einsparung von Arbeitszeit Die

Verfütterung von Fibralor und Speciflor

ist einfach. Die Raufutterwürfel können

über die Krippe oder die Kraftfutterstation

verabreicht werden. Beispielsweise

im Vergleich zu Futterrüben lässt sich

viel Arbeitszeit einsparen. Auch gegenüber

Zuckerrüben-Trockenschnitzeln ergeben

sich Vorteile, da diese im trockenen

Zustand eher schlecht gefressen

und daher häufig aufgeweicht werden.

Neben Zuckerrübenschnitzeln sind in

Speciflor noch andere Komponenten

enthalten, die für die nötige «Weichheit»

und Fressbarkeit sorgen.

Aus der Schweiz Die befragten

Landwirte betonen, Schweizer Futtermittel

zu bevorzugen, sind sich aber

auch bewusst, dass hier zu wenige Komponenten

verfügbar sind. Gerstenschälmehl,

Haferspelzen, Mühlennachgemisch,

Weizenkleie, -bollmehl und

Zuckerrübenmelasse stammen bei den

UFA-Raufutterwürfeln immer aus der

Schweiz. Bei Gerste, Rapskuchen, Sonnenblumenkuchen,

Weizen und Zuckerrübenschnitzel

werden je nach Verfügbarkeit

Schweizer Produkte verwendet.

Kostenvergleich Um die Preise zu

vergleichen, müssen auch der erforderliche

Energie- und Eiweissausgleich sowie

die Mineralisierung und Vitaminierung

einbezogen werden, da ein

Ausgleich in der Ration ohnehin erfolgen

muss. Im Vergleich zu Fibralor sind

Maiswürfel-Mischungen (mit Eiweissausgleich,

Mineralisierung und Vitaminierung)

bei zunehmender Bezugsmenge

wesentlich teurer. Dasselbe gilt für

Speciflor und Zuckerrübenschnitzel-Mischungen

(Tabelle 2). Wird während einer

Aktion eingekauft, fallen die preislichen

Vorteile zu Gunsten von Fibralor

und Speciflor noch deutlicher aus.

Autor Adrian Fankhauser hat im

Rahmen seiner Ausbildung zum Agro-

Techniker eine Diplomarbeit zu UFA

Fibralor und UFA Speciflor geschrieben

und ist neu Milchviehspezialist im UFA-

Beratungsdienst, 3052 Zollikofen,

www.ufa.ch

Bio-Raufutterwürfel Mit UFA 280

Bio hat die UFA AG ein Produkt im

Sortiment, das von der Bio Suisse zu

51% als Raufutter angerechnet wird.

UFA 280 wird in ähnlichen Situationen

wie Fibralor verwendet.

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 75


NUTZTIERE

Für Gesundheit und Leistung

MINERALSTOFFEINSATZ Wie hoch sind die Mineralstoffgehalte im Grundfutter?

Wie ist die Verdaulichkeit und Resorption der Mineralstoffe aus der Grundration?

Welchen Schwankungen unterliegen die Mineralstoffe von Tag zu Tag von Monat zu

Monat? Das alles sind Fragen, die berücksichtigt werden müssen, um Kosten und

Nutzen eines Mineralfutters zu beurteilen.

Stephan

Roth

Stefan

Zimmermann

Je nach Berechnung fällt der Ergänzungsbedarf

an Mineralstoffen bei

Kühen unterschiedlich aus. Immer

wieder gibt es Situationen, die auf

eine Unterversorgung hinweisen, beispielsweise

schlechte Fruchtbarkeit

oder Klauengesundheit. Unten sind

spezifische Ausdrucksformen einer Unterversorgung

aufgeführt. Daneben

können auch unspezifische Probleme

mit mehreren Ursachen auftreten.

Täglich verabreichen Die Ergänzung

von Mineral- und Wirkstoffen soll

auf die Grundration abgestimmt sein.

Gleich wie eine Unterversorgung kann

sich auch eine Überversorgung negativ

auswirken. Beispielsweise steigt die

Milchfiebergefahr, wenn der Kalziumgehalte

in der Galtration zu hoch ist. Je

nach Laktationsstadium oder Jahreszeit

Spezifische Störungen

Mangel an Mengenelementen

Kalzium Milchfieber (Hypokalzämie), chronisches Lahmen,

Knochenweiche

Phosphor Appetitverlust, Lecksucht, Knochenweiche

Magnesium Weide- und Stalltetanie (Hypomagnesämie)

Natrium Appetitverlust, Lecksucht, reduzierter Milchfettgehalt

Mangel an Spurenelementen

Iod Abort, lebensschwache Kälber, Nachgeburtsverhalten,

Fruchtbarkeitsstörungen

Mangan Unkorrekte Gliedmassenstellung, Lahmen, Fruchtbarkeitsstörungen

Kupfer Entfärbung der Haare, Lahmen, starker Durchfall, Herzschwäche,

Fruchtbarkeitsstörungen

Zink Hautveränderungen, schmerzhafte Gelenke, Klauenprobleme

Kobalt Starke Abmagerung, Lecksucht, struppiges Fell

Selen Nachgeburtsverhalten, Erkrankung der Skelettmuskulatur

(Myopathie), erhöhte Empfänglichkeit für Euterentzündungen

Quelle: Agroscope Liebefeld-Posieux

Othmar Thalmann und Josef Gämperli,

Jonschwil (SG).

(Magnesium im Frühling und Herbst)

macht der Einsatz unterschiedlicher

Produkte Sinn. Wichtig ist, die Mineralfutter

täglich zu verabreichen, um eine

regelmässige Versorgung ohne grössere

Schwankungen sicherzustellen.

Die Schmackhaftigkeit hat bei

der Wahl von Mineralstoffprodukten

höchste Priorität. Nur wenn die Mineralfutter

aufgenommen werden, können

sie ihre Wirkung entfalten. Sobald die

Produkte im Tier sind, spielen eine hohe

Verdaulichkeit und Resorption der

Nährstoffe eine grosse Rolle.

100 bis 150 g pro Tag UFA-Mineralfutter

sind so konzipiert, dass mit 100

bis 150 g pro Kuh und Tag oder um -

gerechnet 25 bis 35 Rp. der grösste

Nutzen erzielt werden kann. Die Verdaulichkeit

der Stoffe ist auf eine ausgeglichene

Versorgung während des ganzen

Tages abgestimmt.

Fazit Sparen bei der Mineralstoffversorgung

bringt wenig Vorteile, kann

aber ziemlich ins Geld gehen.

«Auch die Kälber profitieren»

Dass die Kalziumzufuhr in der Galtphase

minimiert werden soll, ist bekannt. Auf

andere Mineral- und Wirkstoffe (z. B.

Magnesium Mg, Selen, Vitamin E) ist die

Kuh aber angewiesen. «Unsere Kälber

sind gesün der, seit wir trockenstehenden

Kühen den Galtmi ne ralstoff Minex 971

verabreichen», beobachtet Othmar

Thalmann. Mit dem schmackhaften

Minex ist gewährleistet, dass die

wertvollen Stoffe wirklich aufgenommen

werden. «Auf der Weide kommen die

Kühe sofort angerannt, wenn ich das

Minex-Becken bringe», sagt Josef

Gämperli.

Die Betriebsgemeinschaft Gämperli-

Thalmann stimmt die Mineralfutter

gezielt auf den Bedarf ab. So wird zu

Mg-armem Frühlinggras das Mg-reiche

Minex 974 eingesetzt. Eine gute

Fruchtbarkeit (1.5 Besamungen/Trächtigkeit)

bestätigt das konsequente Regime.

Autoren Stephan Roth, Ressortleiter

Forschung und Entwicklung, UFA AG,

3360 Herzogenbuchsee. Stefan Zimmer -

mann, Milchviehspezialist im UFA-Beratungsdienst,

9501 Wil. www.ufa.ch

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76 4 2013 · UFA-REVUE


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8207 Schaffhausen

052 631 19 00

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8570 Weinfelden

071 622 15 22, www.burgmer-ag.ch

2942 Alle 058 434 04 10

2800 Delémont 058 434 04 20

1564 Domdidier 026 675 21 41

1470 Estavayer-le-Lac 026 663 93 70

3360 Herzogenbuchsee 058 434 04 50

1733 Treyvaux 026 413 17 44

3052 Zollikofen 058 434 07 90

www.umatec.ch

METRABOL

Bolus nach dem Kalben

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www.lgc-sa.ch

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Seite 87

UFA-REVUE · 4 2013 77


NUTZTIERE

GENETIK

«Jetzt wird das Potenzial

ausgeschöpft»

WIE SPORTLER können auch Kühe ihr wahres Können nicht immer abrufen. Dafür

gibt es handfeste Gründe. Auf dem Betrieb Lisebach hat der Umzug in den Laufstall und

die Anpassung der Fütterung zu 1000 kg mehr Milch pro Kuh und Laktation geführt.

Zaster Noren hat in

der dritten Laktation

9800 kg Milch bei

5 % Fett und 3.7 %

Eiweiss gegeben. Sie

ist Champion der

Braunviehschau

Beromünster vom

September 2012 und

Mutter des Swiss -

genetics-Stiers Gomez.

Die Freude an der Milchviehzucht

kommt im Gespräch mit der Familie

Lisebach sofort zum Ausdruck.

Auch die Auszeichnungen an den

Stallwänden zeugen davon, dass hier

nicht nur Milch, sondern auch gute Genetik

produziert wird.

Nutztierverkauf Pro Jahr werden

fünf bis acht Nutzkühe verkauft. Zusätzliche

Motivation in der Milchviehzucht

geben Erfolge an regionalen und nationalen

Ausstellungen. Zum zweiten Mal

ist Hansjörg Lisebach mit seiner Herde

in der Betriebsliste des Braunviehzuchtverbandes

aufgeführt. Mehrere Stiere

haben es in die Nachzuchtprüfung geschafft.

Gute Gehalte und Fruchtbarkeit

Heute liegt der Herdenschnitt bei

8900kg Milch pro Laktation. Mit 4.2%

Fett und 3.5% Eiweiss überzeugen die

Milchgehalte. Und mit 1.5 Besamungen

pro Trächtigkeit, 81 Tagen Rastzeit und

107 Tagen Serviceperiode stimmt auch

die Fruchtbarkeit.

Komfort Das war nicht immer so.

Zwar wies die Genetik ein hohes Niveau

auf. Doch in den Umweltbedingungen

schlummerte ungenutztes Potenzial.

«Mit dem Bau eines Laufstalls im Jahr

2005 sind die Laktationsleistungen

dann in kurzer Zeit um rund 1000 kg gestiegen.

Entscheidend waren der Kuhkomfort

und die Anpassung der Fütterung»,

erinnert sich Hansjörg Lisebach.

Zahlreiche Studien belegen, dass Komfort

einen positiven Einfluss auf die Leistungen

hat, etwa weil die Euter dank

vermehrtem und bequemerem Liegen

stärker durchblutet werden.

Ganzjahres-TMR «Im Fütterungsbereich

sind vor allem die Ganzjahres-

Teilmischration bei gleichzeitiger Reduktion

der Weide sowie die Erhöhung

des Maisanteils und die gezielte Zuteilung

des Ergänzungs- und Leistungsfutters

für den Vorwärtsschub verantwortlich

gewesen», hält Hansjörg Lisebach

fest. Während der Vegetation sieht seine

Fuẗterung heute wie folgt aus:

• Drei Stunden Weide pro Tag.

• Mischration (ad libitum) mit Grasund

Maissilage, nach W-FOS passendes

Eiweisskonzentrat, UFA-Mineralstoff

TMR 1115 und Puffersubstanzen

(30kg Milchleistungspotenzial).

• Drei Mal pro Tag wird Dürrfutter separat

verfüttert.

UFA 173 F, Mineralstoff UFA 193 Biotin

sowie UFA-Ketonex für die Startphase,

danach UFA 244 Milchleistungsfutter

an der Abrufstation.

Flächeneffizienz mit Mais Mit

einem hohen Silomaisanteil ist in Bezug

auf die geerntete Trockensubstanz eine

hohe Flächeneffizienz möglich. Vor der

Maisaussaat reicht es noch für einen

Grassilageschnitt. Neben der Maissilage

Betriebsspiegel

Hansjörg, Daniela, Jörg (21 Jahre),

Adrian (18) und Simon (15) Lisebach,

6215 Beromünster

Nutzfläche: 22 ha (Talzone, 594 m ü.M.),

10 ha Raufutternutzung von Nachbar

Tiere: 55 Milchkühe, 10 Rinder,

25 Kälber (bis 1 Jahr) und 25 Rinder

(1 – 2 Jahre, in Vertragsaufzucht), 200

Mastschweine

Pflanzenbau: 8.5 ha Silomais, Kunst- und

Naturwiesen

Arbeitskräfte: Betriebsleiterehepaar mit

Unterstützung der Söhne, 1 Angestellter

78 4 2013 · UFA-REVUE


GENETIK

Fütterung auf die Genetik

ausrichten

Unter anderem dank optimierter Fütterung

sind die Leistungen auf dem Betrieb

Lisebach deutlich gestiegen. Warum das so ist,

erklärt Sepp Odermatt.

UFA-Revue: Sind Mischrationen ein Garant

für viel Milch und hohe Gehalte?

NUTZTIERE

Sepp Odermatt,

Fütterungsspezialist

im UFA-

Beratungsdienst

Sursee.

Sepp Odermatt: Mischrationen bringen Erfolg,

wenn kritische Faktoren wie die Homogenität,

Struktur und der Trockensubstanzanteil stimmen.

Mit dem Fütterungssystem UFA W-FOS können

die Mikrobenpopulation und der pH im Pansen

so eingestellt werden, dass die bestmögliche Futterverwertung sowie hohe

Milchleistungen und -gehalte resultieren. Auch mit Mischwagen bleibt

schlussendlich die Grundfutterqualität entscheidend.

Raufutter

Nassfutter

Treber

· lose

· im Siloschlauch

· in Silosäcken

· gemischt mit Mais in Siloballen

· gemischt mit Luzerne in Siloballen

Welche Rolle spielt die Wahl der Silomaissorte?

Es ist wirtschaftlich interessant, die Energie möglichst aus dem Grundfutter

bereitzustellen und dann das Eiweiss in der Mischung zu ergänzen. Grenzen

setzt die Strukturversorgung. Bei unter 35 % Mais in der Ration sollte die

Energie der Silomaissorte vor allem aus Stärke kommen, bei über 50 % eher aus

Fasern. Dazwischen ist eine Sorte mit ausgeglichenem Energieangebot aus

Stärke und Fasern ideal. Im UFA-Samen-Katalog sind die Sorten entsprechend

gekennzeichnet.

Was sind die Knackpunkte bei der Kraftfutterzuteilung?

Mit 1 kg Ergänzungsfutter liegen bis 4 kg Mehrmilch drin. 1 kg Leistungsfutter

kann über 2 kg Mehrmilch bringen, vorausgesetzt, das gene tische Potenzial ist

vorhanden und die Teilmischration ausgeglichen. Einzelne Kraftfuttergaben sind

auf 1.5 kg zu beschränken, um Azidose zu vermeiden.

Gratis-Infoline

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wird seit 2009 ebenfalls die Grassilage

ins Hochsilo konserviert. «Im

Flachsilo wäre die Entnahme mit 50

Kühen zu gering, was die Gefahr von

Nacherwärmungen mit sich brächte»,

begründet der Betriebsleiter.

Holstein im Test Neben 40

Brown Swiss Kühen befinden sich

neu zehn Holsteintiere in der Herde.

«An der Holsteinrasse fasziniert

mich, dass auf der ganzen Welt konsequent

auf eine hohe Milchleistungen

gezüchtet wird», begründet

Hansjörg Lisebach. Bereits jetzt sei

klar: Holsteinkühe geben rund

1000 kg mehr Milch pro Laktation,

dafür sind ihre Milchgehalte deutlich

tiefer. «Was die passende Kuh

für uns ist, hängt von der Milchpreisgestaltung

ab», räumt der Betriebsleiter

ein. Ebenso auf den

Markt ausgerichtet ist das Besamungsregime.

30 bis 40 % der Kühe

werden mit Mastrassen belegt.

Begeisterte Viehzüchter: Adrian,

Jörg und Hansjörg Lisebach.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue,

3360 Herzogenbuchsee.

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 79


NUTZTIERE

Wann zahlt sich Kuhwohl aus?

AN DER UHS-MILCHVIEHTAGUNG in Courtemelon, die vom UFA-Beratungsdienst

Delémont organisiert wurde, gab es viele Tipps, wie das Wohl der Kühe beurteilt und

verbessert werden kann. Anhand der Kuhsignale lassen sich Schwachstellen frühzeitig

erkennen. Entsprechende Optimierungsmassnahmen zielen darauf ab, Langlebigkeit und

Leistung der Herde zu steigern.

Glückliche Kühe,

glückliche

Tierhalterinnen.

Bild: agrarfoto.com

Die Milchviehherden werden grösser.

Es bleibt weniger Zeit, sich ums

Einzeltier zu kümmern. Dennoch:

Während früher die Produktion im

Vordergrund stand, gewinnen Tierwohl

und -gesundheit heute an Bedeutung.

Der Film «Même Pas Mal!»

(«Ohne Schmerz») zeigt die vielseitigen

Facetten des Kuhwohls auf. Kuhkomfort

sowie Massnahmen zur Stress- und

Schmerzreduktion tragen zu einer guten

Stimmung im Stall bei. «Früher gab es

Situationen, in denen ich nicht daran

gedacht hätte, Schmerzmittel einzusetzen.

Heute ist das Tierwohl viel stärker

ins Bewusstsein gerückt», beobachtet

auch Thierry Hetreau, Lehrer am Centre

d’élevage de Poisy, Frankreich, Tierarzt

und Autor des besagten Films, der an

der Milchviehtagung vom 26. Februar

erstmals in der Schweiz gezeigt wurde.

Kuhkomfort betrifft insbesondere

den Stallbau und umfasst:

• Trittfeste Böden (Laufmatten, Rillen).

• Kühe mit über 150cm Widerristhöhe

benötigen grössere Boxen als in den

Normen vorgegeben (siehe Kasten).

Allerdings korreliert die Kuhlänge

nicht immer mit der Kuhgrösse.

• Flexible Boxen- und Nackenrohre erhöhen

die Bewegungsfreiheit.

• Kompakte Boxeneinstreu-Systeme

wie die Kalk-Stroh-Matratze minimieren

die Verletzungsgefahr.

Abmessungen bei über

150 cm Widerristhöhe

Für Tiere mit einer Widerristhöhe von

mehr als 150 cm werden folgende Masse

empfohlen:

• Anbindestall: Standplatzbreite

125 cm, Standplatzlänge im Kurzstand

205 cm

• Laufstall: Fressplatzbreite 80 cm,

Fressplatztiefe 340 cm, Laufgangbreite

270 cm, Warteplatz 2.2 m 2 , Liege -

boxenbreite 130 cm, Liegeboxenlänge

wandständig 270 cm (65/195/10),

Liegeboxenlänge gegenständig 245 cm

(40/195/10), Liegefläche mit Einstreu

5.0 m 2

Die Verwendung dieser Masse empfiehlt

sich im Laufstall nur, wenn die durch -

schnittliche Widerristhöhe der 25 %

grössten Kühe einer Herde die Höhe von

150 cm überschreitet oder aufgrund des

Zuchtziels des Tierhaltenden voraussichtlich

überschreiten wird.

Bundesamt für Veterinärwesen (BVET)

• Kratzbürste zur Selbstreinigung und

Massage.

Mit der Anästhesie, etwa beim

Enthornen oder bei Schwergeburten,

werden negative Erfahrungen der Tiere

vermieden. Betäubungsmittel wirken im

Moment der Behandlung. Danach bedarf

es zusätzlicher Schmerzmittel. Neben

dem Tierwohl hat Schmerzlinderung

weitere positive Effekte. Sie

schützt den Tierhalter oder -arzt vor Panikreaktionen

des Tiers, reduziert das

Risiko von Leistungseinbrüchen in Folge

von Stress und ist positiv für das Image

der Tierhaltung.

Gesundheitsmanagement Ebenso

wichtig wie die Schmerzlinderung ist

80 4 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Kuhwohl-Checkliste

Kühe, Fütterung und Stall sind okay,

wenn (unter anderem):

• Rücken und Kopf der Tiere eine

gerade Linie bilden,

• Ohren und Körper warm sind,

• die Körpertemperatur zwischen

38.5 bis 39 °C liegt,

• das Fell glänzt und glatt ist,

• der Pansen sich beim Fressen

mindestens zweimal pro Minute

bewegt und schliesslich füllt,

• mindestens 50 % der liegenden Tiere

wiederkäuen,

• die Tiere sauber sind,

• die Fress- und Liegeplätze gleich -

mässig belegt werden,

• drei Stunden nach Futtervorlage zwei

Drittel der Tiere liegen,

• die Tiere sicher gehen und beim

gegenseitigen Aufspringen oder

Kratzen des Kopfes nicht ausrutschen.

www.kuhsignale.ch

eine konsequente Krankheitsbekämpfung.

Insbesondere bei Bestandesproblemen

gilt es, gemeinsam mit dem

Tierarzt beharrlich nach Lösungen zu suchen.

Bei Schwierigkeiten in Zusammenhang

mit der Fütterung hilft auch

der UFA-Beratungsdienst. Zum Beispiel:

• Gegen Ketose und Fruchtbarkeitsprobleme

helfen die Fütterung nach Körperkondition

und eine hohe Nährstoffdichte

in der Startphasenration.

• Klauenrehe ist in manchen Fällen auf

einen Strukturmangel (Pansenübersäuerung)

zurückführen.

• Bei Milchfieber oder Lecken an Holz

und Metall sollte die Mineralstoffversorgung

überprüft werden.

• Indem Ausgleichsfutter via Mischung

und Leistungsfutter via Abrufstation

zugeteilt werden, lässt sich das Problem

des Futterklaus lösen.

Wichtig ist, auf veränderte Raufuttergehalte

zu reagieren, um Mangelsituationen

zu vermeiden. In den UFA-W-FOS-

Heuanalysen 2012 liegen beispielsweise

die Gehalte an Zucker und verdaulichen

Fasern tiefer als im Vorjahr. Beim Emd

fallen zudem erhöhte Rohasche-Gehalte

(Futterverschmutzung) auf.

Wirtschaftlich? Ob sich der Aufwand

zu Gunsten des Tierwohls finanziell

lohnt, kann nicht immer 1:1 nachgeprüft

werden, räumt Thierry Hetreau

ein. Spätestens, sobald die Gesundheit

tangiert wird, liegt die Antwort auf der

Hand. Am besten ist, zu beobachten

und zu intervenieren, wo Unstimmigkeiten

auftreten. Dazu muss man die

Kuh kennen. Kühe liegen etwa zwölf

Stunden pro Tag, schlafen aber nur 30

«Schwellwerte fehlen»

Wie relevant einzelne Kuhsignale für das Herdenmanagement sind,

muss fallspezifisch beurteilt werden, erklärt Thierry Hetreau.

UFA-Revue: Lässt sich der Zustand einer Kuhherde allein aufgrund

technischer Zahlen oder automatisierter Bewegungsmeldungen beurteilen?

Thierry Hetreau: Nein, solche Daten reichen nicht aus. Nehmen wir

die Remontierungsrate als Beispiel. Sie informiert über die Langlebigkeit

der Kühe. Anhand der Abgangsursachen

können dann Problembereiche

identifiziert werden. Sowohl die

Remontierungsrate als auch die

Abgangsursachen sind ein Rückblick.

Das Tier ist zum Analysezeitpunkt

bereits weg. Durch Beobachten der

Kuhsignale lässt sich der Korrekturbedarf

früher erkennen.

Wie intensiv soll man beobachten?

Die Tierbeobachtung kann mit Arbeiten

wie dem Melken oder Hineinführen

von der Weide kombiniert Thierry Hetreau, Centre

Experte der Kuhsignale:

werden. Priorität haben Kühe in der

d’élevage de Poisy.

Startphase und Erstlaktierende.

Pauschal empfehle ich, die Herde täglich zwei Mal zehn Minuten auf

schnell ändernde Faktoren wie die Kotkonsistenz oder Aggressionen zu

beobachten. Bei Signalen wie Fellglanz, Körperkondition oder

Sauberkeit genügt es, einmal pro Woche genauer hinzuschauen.

Ab wann spricht man von einem Bestandesproblem?

Bei den Kuhsignalen fokussieren wir uns vorwiegend auf das Einzeltier.

Schwellen, ab wann die Rendite einer Herde spürbar reduziert wird,

fehlen. Sie zu definieren ist aufwändig und noch Forschungsbedarf.

Dagegen gelten etwa beim Milchfieber über 8% Fälle pro Jahr als

Bestandesproblem, wobei versteckte Störungen nicht inbegriffen sind.

Letztlich ist massgebend, was der Betriebsleiter als tolerierbar erachtet.

Grafik: Entwicklung Milchleistung und -gehalte

Quelle: UFA Herd Support, 64 Betriebe im Jura

9000

6.9

Laktationsleistung (kg/Jahr)

8500

8000

7500

7000

Milchprotein

Milch

Milchfett

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Zahlreich erschienen zum Film «Même Pas Mal!», der be stätigte,

dass die Schweiz bezüglich Tierwohl fortschrittlich ist.

2012

ohne

Silo 12

mit

Silo 12

5.9

4.9

3.9

2.9

Milchgehalt (%)

Minuten. Rund acht Mal pro Tag begeben

sie sich zur Tränke (weitere Signale

im Kasten). Wasserversorgung und Ruhezeit

wirken sich auf die Leistung aus.

Kontrolle via UHS Betriebe, die ihre

Daten im UFA Herd Support (UHS)

auswerten lassen, haben einen Anhaltspunkt,

wie sich Massnahmen in Haltung

und Fütterung auf die Wirtschaftlichkeit

auswirken. Dass sich ein solch faktenbasiertes

Management auszahlt, bestätigen

die UHS-Resultate der Region Jura.

Obwohl die Laktationsleistungen seit

2000 um zirka 1000 kg zugenommen

haben, sind die Milchgehalte stabil geblieben

(Grafik). Erhebungen von Vincent

Fietier und Joseph Girardin, beides

UFA-Milchviehspezialisten und Organisatoren

der UHS-Tagung in Courtemelon,

zeigen auch: Die zehn Betriebe, die

punkto Fruchtbarkeit am besten abschneiden,

erreichen alle überdurchschnittlich

hohe Milchleistungen.

Autor Matthias Roggli,

UFA-Revue, 3360

Herzogenbuchsee.

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 81


NUTZTIERE

BILDBERICHT

UFA Toro-Tagung 2013

ANLÄSSLICH DES JUBILÄUMS «10 JAHRE BIBLIS» fand die UFA-Toro-Tagung

dieses Jahr bei der UFA AG in Herzogenbuchsee statt. Der Fokus der Tagung lag auf dem

neuen Fütterungssystem «UFA W-FOS». Die Führung durch das UFA Werk Biblis sowie

die Besichtigung zweier Munimastbetriebe stellten für die 90 Teilnehmer der Tagung die

Höhepunkte dar.

1 · Mitglied der

UFA-Geschäftsleitung

Samuel Geissbühler

begrüsst die Besucher

der Tagung.

2 · CEO Wendelin

Strebel freut sich über

die positiven Ent -

wicklungen des

UFA Werkes in

Biblis in den letzten

10 Jahren.

3 · In kleinen Gruppen

werden die modernen

Produktionshallen des

Werkes besichtigt.

Effiziente Fütterung, ist das A und

O in der Rindviehmast. Aus diesem

Grund setzt die UFA bei der Rindviehfütterung

auf das vom Schothorst

Feed Research in Holland entwickelte

W-FOS System (Wahre

fermentierbare organische Substanz).

Die Entwicklung des Systems beruht auf

der Nylonbag Technik. Aus fistulierten

Tieren entnommener Panseninhalt wird

bei dieser Technik auf die Hauptbestandteile

Kohlenhydrate, Proteine und

organische Substanz geprüft. Auf Basis

der Analyseergebnisse konnten zusätzliche

Kenngrössen für die Verbesserung

der Futterrationen generiert werden.

W-FOS, als innovatives Fütterungssystem,

sorgt durch pansengeschützte Rationen

für beste Fermentationsleistung

und führt so zu hohem Futterverzehr

und effizienter Verwertung.

Spannende Vorträge Die insgesamt

90 geladenen Teilnehmer der Tagung

bekamen die Möglichkeit ihr Wissen

bezüglich Fütterungseffizient mit

dem «UFA W-FOS-System» zu erweitern.

Die Spezialisten der UFA AG Hans-

Melk Halter und Anton Wyss berichteten

anschaulich über die Bedeutung von

W-FOS in der Mast und zeigten erste

Praxiserfahrungen mit dem neuen Rationenplan

der UFA AG. «Der Pansen ist

wie eine kleine Biogasanlage. Eine ausgeglichene

Beschickung kurbelt die Fermentation

an und sorgt für hohe Tageszunahmen»,

betont Anton Wyss.

CEO Wendelin Strebel zeigte die Erweiterungsmassnahmen

des UFA Werkes

in Biblis auf, stellte positive Umsatzentwicklungen

vor und erläuterte

Kennzahlen des Mischfutterwerkes.

«Die UFA, als nachhaltiges und innovatives

Unternehmen verbraucht 20 %

weniger Energie pro Tonne als EU-Mühlen

im Vergleich und stösst nur 40% so

viel Kohlendioxid pro Tonne aus wie

die weltgrösste Mühle New Hope in

China», so Strebel. Die mannlose Mühle

des UFA-Werks Sursee sorgte schon für

internationale Schlagzeilen.

2

4

5

6b

4 · Das UFA-Werk

Biblis stösst über die

Schweizer Grenzen

hinaus auf Interesse.

1

3

6c

5 · Mit dem Lastenaufzug

auf das Dach des

UFA Werkes in Biblis.

6abc · Die Investi -

tionen in moderne

Technik machen sich

durch Nachhaltigkeit

und Effizienz bezahlt.

82 4 2013 · UFA-REVUE


BILDBERICHT

NUTZTIERE

Werksbesichtigung Neue, hochmoderne

Technik erwartete die Besucher

während der zirka einstündigen

Führung durch das Mischfutterwerk in

Biblis. Insgesamt wurden für die Erneuerungsmassnahmen

fünf Millionen

Franken investiert. Besonders beeindruckend

ist die Expandertechnologie. Hier

wird das Futter durch Erhitzung und

Verdampfung (Dampfkochtopfeffekt)

homogenisiert, hygienisiert und aufgeschlossen.

Das Ergebnis ist eine bessere

6a

Verdaulichkeit der Nährstoffe und

Schmackhaftigkeit. Aber auch die neue

Presse «Kubex T9», welche durch hohe

Leistung und einem Energieeinsparpotenzial

von bis zu 30% gegenüber konventionellen

Pressen überzeugt, liess

die Besucher staunen.

Fresserproduktion Das abwechslungsreiche

Programm sah im Anschluss

die Besichtigung von zwei Munimastbetrieben

vor. Der Betrieb Stüdeli in Bellach

ist auf die Fresserproduktion ausgerichtet

und hat sich zudem einen guten

Namen als Gastronomiebetrieb und

Strohhotel gemacht. Beim reichhaltigen

Mittagessen auf dem Betrieb hatten die

Teilnehmer die Gelegenheit, sich über

den informativen Vormittag auszutau-

7

8

schen. Yvan Meuwly von der Anicom

berichtete währenddessen über die positiven

Entwicklungen auf dem Rindfleischmarkt.

Aktuell sind Fresserproduzenten

gesucht.

Ausgeklügelte Futterration Auf

dem Nachmittagsprogramm stand die

Besichtigung der Betriebsgemeinschaft

(BG) Löhr von Martin Uhlmann und

Ernst Bangerter in Lobsigen. Beeindruckt

begutachteten die Besucher die

professionelle Haltung und Fütterung

und den sauberen Tretmiststall des Betriebes.

Tageszuwächse von über 1600g

in der sieben- bis achtmonatigen Ausmast

der Fresser werden hier durch eine

raffiniert ausgeklügelte Futterration und

höchste Maissilagequalität möglich.

Aber auch die gute Qualität der Fresser,

die durch die Anicom geliefert werden,

ist Voraussetzung für ein erfolgreiches

Mastergebnis.

Beim abschliessenden Imbiss, organisiert

von der regionalen LANDI, liessen

die Teilnehmer der Tagung den interessanten

Tag noch einmal Revue passieren.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums

erhielten die Besucher der Tagung

vor der Heimkehr das UFA 1Q Messer

als Präsent.


7 · UFA-Verkaufsleiter

Paul Stucki erläutert

die Produktionsabläufe

innerhalb des Werkes.

8 · TORO-Berater der

UFA Anton Wyss

beantwortet den

Besuchern alle Fragen

rund um die Munimastbetriebe.

9 · Tagungsteilnehmer

bestaunen die hervorragende

Futterqualität

der Munimastbetriebe.

10 · Bei einem

Rundgang auf dem

Betrieb «Stüdeli»

ist genügend Zeit für

Fachgespräche.

11 · Gemeinsames

Mittagessen in der

Gaststube des

Betriebes «Stüdeli».

9

11

12 · Die Munis der BG

«Löhr-Uhlmann-

Bangerter» erzielen

durch hochwertiges

UFA-Futter Tageszuwächse

bis zu 1600 g.

10

12

Autorin Anna Steindl,

UFA-Revue,

8401 Winterthur

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 83


NUTZTIERE

Eine gute Hygieneschleuse ist

nicht für die Katz

DIE ABGRENZUNG DES BETRIEBS gegen aussen ist mit dem PRRS-Fall

letzten Herbst wieder mehr ins Bewusstsein gerückt. Zum Glück konnte die Seuche

unter Kontrolle gebracht werden. Die Hygieneregeln gelten aber nach wie vor.

Jenny

Markov

Die Sauenherde auf einem Hof ist

vertraut mit der stalleigenen Flora

und verfügt über Antikörper gegen

vorhandene Erreger. Diese Antikörper

werden über die Biestmilch auch an

die Saugferkel weitergegeben, so dass

die Jungtiere passiv geschützt sind bis

ihr Immunsystem selber Antikörper produziert.

Das Gleichgewicht zwischen

Stallflora und Herdenimmunität funktioniert

nicht mehr, sobald ein neuer Erreger

in den Stall eingeschleppt wird.

Eine fest installierte Verladerampe ist

der Idealfall. Betriebseigene mobile

Holzrampen sind immer noch besser

als Kontakt zur Rampe des LKW.

Ein Zaun rund um den Auslauf

schützt vor Wild schweinen und hält

gleichzeitig ebenfalls Katzen, Hunde

und Füchse fern.

Neue Bakterien-Stämme, etwa

von Escherichia coli oder Streptokokken,

können massive Schäden verursachen,

bevor eine Therapie zum Einsatz

kommt und die Herdenimmunität aufgebaut

ist. Eine weitere Gefahr sind

Lawsonien oder Clostridien. Durch eine

ungenügende Abgrenzung können auch

Krankheiten eingeschleppt werden, die

auf SGD A Betrieben nicht vorkommen

dürfen und teilweise sanierungspflichtig

sind. Dazu gehören Räudemilben, Läuse,

Schnüffelkrankheit und Brachyspiren.

Im schlimmsten Fall ist eine Ansteckung

mit einer Seuche wie EP

Abgrenzungsmassnahmen im Überblick

• Schlupflöcher für Schadnager rund um den Stall stopfen.

• Ausläufe durch einen Zaun mit mindestens 1m Abstand gegen

Wildschweine absichern.

• Die Hygieneschleuse am Stalleingang ist schlecht umgehbar und gilt

für alle.

• Desinfektionsbecken nur beim Betreten des Stalls durchqueren, auf

dem Rückweg nicht.

• Stalleigene Stiefel und Überkleider anziehen.

• Besucher auf den letzten Schweinekontakt ansprechen und vor dem

Betreten des Stalls über mögliche Krankheiten informieren.

• Werkzeuge desinfizieren, bevor sie in den Stall kommen.

(Enzootische Pneumonie), APP (Actinobacillus

pleuropneumoniae) oder

PRRS (porcines reproduktives und respiratorisches

Syndrom) möglich.

Bauliche Massnahmen Eine gute

Abgrenzung beginnt mit baulichen

Massnahmen. Schlupflöcher für Schadnager

müssen gestopft werden und die

Bekämpfung mit Giftködern sollte systematisch

erfolgen. Mäuse vom Nachbarbetrieb

stellen ein grösseres Risiko

dar als die ortsansässige Population. Der

Zugang zum Stall darf nur über die Hygieneschleuse

möglich sein, Hintereingänge

und Abkürzungen sind zu vermeiden

oder abzuschliessen. Hunde,

Katzen und andere Tiere gehören nicht

in den Schweinestall, da auch sie passiv

Erreger verschleppen und Träger von

gewissen Krankheiten sein können (z.B.

Schnüffelkrankheit, Salmonellen). Der

Abtransport von Tieren erfolgt über eine

separate Rampe, so dass kein Tier vom

Transporter wieder zurück in den Stall

laufen kann. Die Rampe des LKW darf

nicht mit dem Stall selbst in Kontakt

kommen. Falls Hilfe beim Verladen nötig

ist, benutzt der Chauffeur die Hygieneschleuse

am Vordereingung und erhält

stalleigene Stiefel, Kleider und

Handschuhe.

Ausläufe müssen durch einen zweiten

Zaun mit mindestens 1 m Abstand gegen

Wildschweine abgesichert werden.

Dies empfiehlt sich auch für den Zuluftschacht

bei geschlossenen Ställen.

Wild- und Hausschwein sind biologisch

gesehen nur verschiedene Rassen

der gleichen Art. Entsprechend können

sie sich mit den gleichen

Krankheiten infizieren. Wildschweine

sind robuster als Hausschweine und der

Krankheitsdruck ist kleiner, da nie so

viele zusammen auf engem Raum leben.

Daher können Wildschweine verschiedene

Erreger mit sich tragen und verbreiten,

ohne selber stark zu erkranken

(z.B. Räudemilben, Clostridien, Circoviren

und E.coli). Aber sie können auch

mit Tierseuchen wie EP, Aujezkysche

Krankheit, Schweinepest, PRRS oder

Brucellose infiziert sein.

EP-Überträger Untersuchungen

haben gezeigt, dass in der Schweiz viele

Wildschweine Träger von Mycoplasma

hyopneumoniae, dem Erreger der EP,

sind. Bei den beiden Ausbrüchen im

84 4 2013 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Hygieneschleuse mit sauberen

Stiefeln, betriebseigenen

Über kleidern und Desinfektionsbecken.

Dazu gehört selbstverständlich

eine Handwaschgelgenheit.

Kanton Jura 2010 und im Kanton Thurgau

2011 werden Wildschweine als

plausibelste Infektionsquelle angesehen.

Auch der letzte EP-Ausbruch im

Kanton Schaffhausen im Sommer 2012

geht mit grosser Wahrscheinlichkeit auf

das Konto der Wildschweine. In zwei

der erwähnten Fälle muss dabei die

Wildsau – vermutlich ein Keiler, der eine

Sau in Rausche gerochen hat – bis auf

den befestigten Hofplatz zwischen den

Gebäuden gekommen sein. Im dritten

Fall handelte es sich um einen konventionellen

Betrieb, der sich wahrscheinlich

über den Zuluftkanal oder durch Arbeits-

und Einrichtungsmaterial, das

ausserhalb des Stalles in Reichweite der

Wildschweine gelagert wurde, angesteckt

hat. Jedenfalls wurden in allen

drei Fällen direkt beim Hof Wildschweine

geschossen, untersucht und der Erreger

nachgewiesen.

Die Schleuse gilt für alle Ein bedeutender

Punkt für eine gute Abgrenzung

betrifft den Umgang mit Personen.

Die Hygieneschleuse am Haupteingang

des Stalls sollte so konzipiert sein, dass

ein Umgehen nicht möglich oder zumindest

sehr umständlich ist. Oft muss der

Besucher separate Stiefel und Kleider

anziehen, während der Betriebsleiter

selbst mit den gleichen Stiefeln in den

Schweinstall geht, die er im Kuhstall

und auf dem Hofplatz trägt. Doch die

Hygieneschleuse gilt für alle Personen,

die den Stall betreten, da vom Hofplatz

leicht etwas in den Stall getragen werden

kann. Und auf den Hofplatz kommen

Leute und Fahrzeuge, die möglicherweise

Kontakt zu anderen Ställen

oder Wildschweinespuren hatten. Eine

klare Trennung zwischen «draussen»

und «drinnen» macht die Schleuse

übersichtlich. Vor der Hygieneschleuse

werden stalleigene Stiefel und Überkleider

angezogen. Das Desinfektionsbecken

wird nur beim Betreten des Stalls

durchquert, auf dem Rückweg wird es

ausgelassen, um unnötige Vermutzungen

der Desinfektionslösung zu vermeiden.

Die Stiefel müssen immer sauber

abgespritzt werden, denn Schmutzrückstände

können nicht desinfiziert werden

und ein verschmutztes Desinfektionsbecken

verliert seine Wirksamkeit.

Externe Besucher sollten auf ihren

letzten Schweinekontakt angesprochen

werden. Es gilt, die vorgeschriebene Besuchsreihenfolge

einzuhalten (Besucherjournal).

Menschen können auf

ihren Schleimhäuten Krankheitserreger

beherbergen und sie während ein paar

Stunden über die Atemluft wieder verteilen.

Dies betrifft mehrheitlich Erreger

von Atemwegserkrankungen. Wenn

Husten auftritt in einem Stall, darf am

gleichen Tag kein weiterer Schweinebetrieb

mehr besucht werden. Zur Vereinfachung

der Planung sollte darum jeder

Besucher schon vor dem Betreten des

Stalls über mögliche Krankheiten informiert

werden.

Bordetellen und Pasteurellen

Mykoplasmen (EP-Erreger) halten sich

nur wenige Stunden auf den Schleimhäuten.

Es gibt jedoch Bakterien, die

den Menschen infizieren und entsprechend

über längere Zeit verbreitet werden

können. Dies betrifft insbesondere

Bordetellen und Pasteurellen (Schnüffelkrankheit).

Neue Mitarbeiter müssen

unbedingt gefragt werden, ob sie möglicherweise

Kontakt mit solchen Erregern

hatten. Auch Influenzaviren sind

vom Schwein auf den Menschen und

Wildschweine

können Träger von

verschiedenen

Krankheiten sein

und Hausschweine

damit anstecken.

Nasenbluten wegen

Schnüffelkrankheit

(pRA), die durch

Tierverkehr, Personen,

Wild schweine oder

Katzen übertragen

werden kann.

umgekehrt übertragbar. Personen mit

Grippe sollten sich von Schweinen fernhalten

und den Mitarbeitern wird die

saisonale Impfung empfohlen, um das

Risiko zu reduzieren.

Stallmaterial und Werkzeuge

Nicht zuletzt ist für eine gute Abgrenzung

auch der Umgang mit Stallmaterial

und Werkzeugen von Bedeutung.

Werkzeuge sollten sauber sein und

möglichst desinfiziert werden, bevor sie

in den Stall kommen. Schaufeln, Besen

und Schubkarre sollten separat nur für

den Saustall vorhanden sein und auch

regelmässig gereinigt und desinfiziert

werden. Material, das vorübergehend

draussen gelagert wurde, muss desinfiziert

werden, bevor es in den Stall

kommt.

Problemfaktor Luft Leider gibt es

Krankheiten, die auch über die Luft

übertragen werden können, beispielsweise

EP oder PRRS über kürzere Distanzen,

Maul- und Klauenseuche oder

Schweinepest über mehrere Kilometer.

Dies ist jedoch kein Grund, die Vorsichtsmassnahmen

nicht zu treffen, die

machbar sind.


Autorin Dr. med. vet. Jenny Markov,

Schweinegesundheitsdienst (SGD)

Zürich-Ostschweiz, 8057 Zürich,

www.suisag.ch

Merkblätter Die Stallabgrenzung wird

in diversen SGD-Richtlinien geregelt und

es gibt verschiedene Merkblätter mit

wertvollen Tipps: «Eingangsbereich und

Hygieneschleuse», «Einführung von

neuen Mitarbeitenden», «Wildschweine

und Auslauf» oder «Überbetrieblicher

Einsatz von Gülle». Ihr SGD-Tierarzt

berät Sie gerne.

www.ufarevue.ch 4 · 13

UFA-REVUE · 4 2013 85


NUTZTIERE

Selektion nach Leistung

DIE LIQUIDITÄT DES FERKELPRODUZENTEN wird durch die Altersstruktur

seiner Sauenherde entscheidend beeinflusst. Wo liegen noch Reserven in der

Selektion? Bei welchem Wurfalter steht die Herdenleistung im Zenit? Eine seriöse

Datenanalyse deckt auf, ob zu viel oder zu wenig remontiert wird.

Ralph

Bley

Je älter die Sau, umso

höher muss die

Leistung sein, um

einen guten Herdenschnitt

zu erreichen.

Hohe Leistungen werden von Herden

erbracht, die ein konstantes

Durchschnittsalter aufweisen. Dies

erfordert eine regelmässige Verjüngung,

aber auch regelmässige Schlachtungen

am anderen Ende. Die entsprechende

Selektion sollte nach der

aktuellen Leistung der Sau erfolgen.

Für eine objektive Beurteilung

bedarf es einer Datengrundlage, die für

Tabelle: Effekt einer verspäteten Selektion (Beispiel)

Verkaufte Ferkel Fr. pro Jahr

pro Sau total

50 Würfe aus 1. – 4. Wurf 11.6 580 63 800

50 Würfe aus 6. Wurf und darüber 9.6 480 52 800

Differenz 2.0 100 11 000

Schnitt von 5.50 Fr. pro QM-Jager SGD A, 20 kg.

alle Sauen der Herde gleich ist. Der UFA

2000planer geht hier noch einen Schritt

weiter. Jede Sau wird mit einem Ampelsystem

beurteilt, das auch die Leistung

nach Alter umfasst. Dazu wird die Herde

in vier Altersklassen unterteilt:

• Jungsauen

• erster bis zweiter Wurf

• dritter bis vierter Wurf

• alle Sauen mit mehr als vier Würfen

Die Ampel berücksichtigt die Wurfgrösse

und die Anzahl des Umrauschens einer

Sau nach Mindestanorderungen.

Steht die Ampel auf rot, wird es höchste

Zeit, die Sau zu remontieren.

Peak im vierten Wurf Die Leistungsspitze

liegt im Schnitt um den vierten

Wurf herum. Sind in dieser Altersklasse

immer gleich viele Sauen

vorhanden, bleiben auch die Ferkelzahlen

konstant. Wird ein Jahr nicht remontiert,

entsteht eine Lücke in der Altersstruktur,

die mit jedem Umtrieb nach

hinten wandert.

Wann ist der Zenit erreicht? In

vielen Auswertungssystemen wird der

Schnitt an abgesetzten Ferkeln pro Sau

und Jahr über alle Würfe als Gradmesser

herangezogen. Dadurch werden Sauen

im achten Wurf erneut belegt, weil sie

einen höheren Schnitt als das Herdenmittel

aufweisen. Dies geschieht auch

dann, wenn die Sau im letzten Wurf nur

zehn Ferkel absetzte oder wenn über

die letzten drei Würfe nur 20 lebend geborene