Z - DAS ZOAR-MAGAZIN Ausgabe 4 2016

evangelischesdiakoniewerkzoar

DAS ZOAR-

MAGAZIN

Ausgabe 4 | 2016

2. Zoar-Symposium:

2030: Wohnen – Leben – Pflegen

Jubiläen in den Wohnanlagen

Alsenz und Winnweiler:

Feiern zum 10-jährigen Bestehen

Basis-Pass Pferdekunde:

Alles Wissen rund ums Pferd


Inhalt

Mitarbeiterjubiläen und -verabschiedungen

Kronenkreuze, Urkunden

und Geschenke für Mitarbeiter 38

Michael Zimmermann: ein Hobby-Poet

Gedichte zur Weihnachtszeit 44

Grußwort 3

Neujahrswünsche

Termine der Neujahrsempfänge 2017 7

Basis-Pass Pferdekunde

Pferdekunde-Abzeichen für einen erfolgreichen

Prüfungsabschluss 8

Ausbildung im Evangelischen Diakoniewerk Zoar

Alina Armbrust und Anatoli Peplauf:

Berichte aus der Praxis 13

5. Zoar-Ehrenamtstag

Kommunikation – mit allen Sinnen erleben 16

2. Zoar-Symposium in der Stadthalle

Kirchheimbolanden

2030: Wohnen – Leben – Pflegen.

Den Weg ins Alter bewusst gestalten 19

Neue Räume in der Bezirksamtsstraße 10,

Rockenhausen

Zoar-Malkurs zieht um 26

Zoar Mitarbeiter Ralf Feldle

Seine Entwicklung ist ein positives Beispiel

für gelungene Inklusion 30

Ankündigung

50 Jahre Zoar-Werkstätten Rockenhausen

Es wird drei Tage gefeiert! 33

Rheinhessisches Diakonie-Zentrum Heidesheim

St. Martinsumzug

Ein Fest verbindet: Laternen, Lagerfeuer

und Weckmännchen 34

Zoar-Schwimmfest im Kibo-Bad

Wassersport sorgt für Bewegung 36

Neues Wohnhaus in der Frankestraße in Alzey

Inklusives Wohnen in Wohngemeinschaften 46

Jubiläumsfeier in den Zoar-Werkstätten Rockenhausen

668 Jahre Verbundenheit zum Diakoniewerk 48

Jubiläen: 10 Jahre Zoar-Wohnanlagen

in Alsenz und Winnweiler

Jubiläumsfeiern mit Ehrengästen 52

Politiker-Besuch anlässlich der

Informationsreihe „Integrationsunternehmen“

Heiko Sippel und Jaqueline Rauschkolb zu Besuch

in den Zoar-Werkstätten Rockenhausen 56

Kindheitserinnerungen: Martina Degen und Erich Rose

Damals: natürliches Miteinander

Heute: Inklusion 60

Ankündigung

2. Zoar-Radtour

Start in Kusel – Ziel in Heidesheim 65

Klaviermusik in der Seniorenresidenz

Kirchheimbolanden

Einbeziehung der Bewohner in die Aktionen

rund um den Wiederaufbau des barocken

Terrassengartens in Kirchheimbolanden 66

Wanderfreizeit in Fischen im Allgäu

Ein Erlebnisbericht von Jürgen Mahler 68

Benefizkonzert „Mainzer Hofsänger“ zugunsten des

Zoar-Fördervereins „Ziemlich beste Kollegen“, Alzey

Beschwingte Melodien für einen guten Zweck 70

Benefizkonzert von „Foreign Feathers“

zugunsten des Fördervereins Zoar

Stimmungsvolle Klänge begeistern die Zuhörer

in der Protestantischen Kirche Winnweiler 73

Impressum 75

2 Zoar-Magazin 4 | 2016


Grußwort

Liebe Leserinnen,

liebe Leser!

Wieder ist ein Jahr zu

Ende, und wir blicken

zurück, aber

vor allem auch voraus. Zahlreiche

große Projekte stehen im kommenden

Jahr auf unserem Plan, zum

Beispiel das zentrale Versorgungszentrum.

Dieses Großprojekt soll

Küche und Bäckerei/Konditorei des

Evangelischen Diakoniewerks Zoar

an einem Standort zusammenfassen.

Die Kapazität soll damit erhöht

werden. Der Spatenstich für den

Neubau, in den bis zu sechs Millionen

Euro investiert werden, ist für

das dritte Quartal 2017 geplant.

Künftig sollen dann auch wieder

Schulen, Kindertagesstätten sowie

andere Firmen und Träger bei Bedarf

mit Speisen versorgt werden. Die

Entfernungen spielen dabei keine

Rolle, denn das Verfahren der Verpflegung

wird umgestellt; von „Cook

and Serve“ (Kochen und Servieren)

auf „Cook and Chill“ (Kochen und

Kühlen). Bei diesem Verfahren kann

auf eine unmittelbare Ausgabe der

Speisen verzichtet werden. Dies wird

durch die sogenannte Schnellkühlung

erreicht. Beim Verfahren des

„Cook and Chill“ werden die warmen

Speisenkomponenten auf herkömmliche

Weise zubereitet und gegart,

dann aber innerhalb von neunzig

Minuten auf eine Temperatur von

drei Grad Celsius gekühlt. Die gekühlten

Speisen können bei ununterbrochener

Kühlkette bis zu vier

Tage ohne Qualitätsverlust gelagert

werden. Erst unmittelbar vor der

Speisenausgabe wird vor Ort auf

Verzehr-Temperatur erwärmt, was

als ein Qualitätskriterium dieses

Verfahrens gilt.

Peter Kaiser

Direktor

Evangelisches Diakoniewerk Zoar

Qualitätsverbesserung und

Schaffung neuer Arbeitsplätze

Der Prozess der Regenerierung ist

nicht nur schonender für die zubereiteten

Speisen, sondern führt auch

dazu, dass nicht mehr sieben Tage

die Woche angeliefert beziehungsweise

tagesaktuell gekocht werden

muss. Die Verbesserung des Kundenservices

(mögliche Versorgung 365

Tage im Jahr) bedeutet daher nicht,

dass zum Beispiel das Küchenpersonal

auch am Wochenende arbeiten

muss. Hinsichtlich der neuen Versorgungsstruktur

wird derzeit unter

Einbeziehung eines Fachberaters

eine Analyse erstellt. Die geplante

Umstellung erfordert auch andere

Ausstattungskomponenten in den

Häusern, in die die Speisen geliefert

werden. Das Verfahren der Regenerierung

macht dies erforderlich. Der

Aufwand für den Austausch der Geräte

in den Häusern (neu sind dann

Dampfgarer/Kombidämpfer) wird

zum Vergleich der modernen Ausstattung

der Zentralküche jedoch

gering sein. Die Planungen bezüglich

des zentralen Versorgungszentrums

beinhalten auch die Schaffung

neuer Arbeitsplätze. Denn wenn statt

1.800 künftig 2.500 Essen täglich

Martina Leib-Herr

Direktorin

Evangelisches Diakoniewerk Zoar

produziert werden, wird auch entsprechend

mehr Personal benötigt.

Weitere Dezentralisierungsmaßnahmen:

Ludwigshafen

Auf dem bereits eingeschlagenen

Weg der Dezentralisierung der großen

Komplexeinrichtung werden wir

zukünftig weiter voranschreiten.

Diese Entwicklung führt uns hin zu

kleinteiligen und gemeindenahen

Angeboten, die wir bedarfsgerecht

und personenbezogen zuschneiden

können. Das Ergebnis wird eine weitere

Ausbreitung unserer Einrichtung

in die Fläche sein. Mit dieser

Ausdifferenzierung der Angebote

bezüglich Wohnen, Arbeiten und

Bildung sollen das Wunsch- und

Wahlrecht der Menschen mit Beeinträchtigung

gestärkt werden. Neue

Standorte werden eruiert, andere

wurden bereits verwirklicht beziehungsweise

stehen kurz vor der Fertigstellung.

Mit der Eröffnung der

Einrichtung „Wohnen am Ebertpark“

in Ludwigshafen (Stadtteil Friesenheim)

ist uns die Dezentralisierung

bereits geglückt. Dort entstand ein

stationäres Wohnangebot für 24

Bewohner mit Beeinträchtigung. 17

im Haus befindliche Appartements

Zoar-Magazin 4 | 2016

3


Grußwort

wurden außerdem auf dem freien

Wohnungsmarkt angeboten und

vermietet. So entstand ein inklusives

Wohnprojekt, das richtungsweisend

für Dezentralisierung und Inklusion

steht, denn inklusives Wohnen heißt

„Wohnen mittendrin“ und nicht abseits

der Gesellschaft. Der Erfolg gibt

uns Recht. Das Haus „Wohnen am

Ebertpark“ ist voll belegt.

Dezentralisierungsorte Alzey,

Oppenheim, Eisenberg und

Kirchheimbolanden

In der Frankenstraße in Alzey steht

unser nächstes Dezentralisierungsprojekt

kurz vor dem Abschluss. Dort

wird am 10. Februar 2017 Einweihung

gefeiert. Der Neubau bietet 16

stationäre Wohneinheiten für Menschen

mit Beeinträchtigung. Gemäß

dem heutigen Standard moderner

Wohnformen werden Einzelappartements,

Gemeinschaftsräume für den

sozialen Austausch sowie ein Außengelände

mit Sitzmöglichkeiten

und Garten in fußläufiger Zentrumsnähe

vorgehalten. Dieses Dezentralisierungsprojekt

wird aufgrund seiner

inklusiven Ausrichtung

unterstützt von der „Aktion

Mensch“. Weitere konkrete Zoar-

Dezentralisierungsstandorte sind

Oppenheim, Eisenberg und Kirchheimbolanden.

In Oppenheim werden

21 zentrumsnahe Wohneinheiten

unter dem Namen „Wohnen auf

der Saar“ für Menschen mit Beeinträchtigung

entstehen, die momentan

noch im Zoar – Rheinhessischen

Diakoniezentrum in Heidesheim

wohnen. Auf diese Weise werden

gleich zwei Großeinrichtungen des

Diakoniewerks Zoar dezentralisiert:

Rockenhausen und Heidesheim. In

beiden Fällen hat dies den positiven

Effekt, dass die Bewohner wieder in

ihre ursprünglichen Heimatgemeinden

umziehen können. In Eisenberg

trägt das dezentrale Wohnprojekt

den Namen „Wohnen in der Würzgasse“.

Durch den Kauf eines Grundstücks,

auf dem ein Neubau geplant

ist, sowie durch den Umbau des

ehemaligen Bürgerhauses wird eine

neue Zoar-Wohneinrichtung für 24

Menschen mit Beeinträchtigung

entstehen. Auch dieses künftige

Wohnangebot wird zentrumsnah

und serviceorientiert sein, so wie es

dem heute favorisierten Quartierswohnen

entspricht. Die Bauprojekte

in Eisenberg und Oppenheim sollen

2018 abgeschlossen sein.

Läuft alles nach Plan, kann es in

Kirchheimbolanden noch schneller

vorangehen. Das Gelände am Bahndamm

(5.800 Quadratmeter) ist

bereits gekauft. Dort soll ein großes

Berufsbildungszentrum entstehen;

außerdem Schulungsräume, die

sowohl intern als auch extern nutzbar

sein sollen, und 42 Werkstatt-

Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung.

Im geplanten

Gebäudekomplex werden auch zentrumsnahe

Wohneinheiten vorgehalten;

zwanzig stationär und vier

ambulant. Die Raumplanung wird

derzeit erstellt. Danach folgt die

Bauplanung, die im Frühjahr 2017

abgeschlossen sein soll. Einem Spatenstich

in 2017 würde dann nichts

mehr im Wege stehen.

Veränderte Bedingungen erfordern

Anpassung

Viel wurde in den zurückliegenden

Monaten bereits erreicht, weitere

große Aufgaben und Herausforderungen

erwarten uns. Es gilt immer

wieder, sich an neue beziehungsweise

veränderte Bedingungen und

Entwicklungen anzupassen. Ab

1.1.2017 greift zum Beispiel das

Pflegestärkungsgesetz II. In allen

Häusern der Zoar-Altenhilfe haben

entsprechende Informationsveranstaltungen

stattgefunden. Wir haben

uns darauf eingestellt, rechnen

aber erst ab Mitte 2017 mit ersten

konkreten Auswirkungen. Wenn

Politiker aus der Bundes- und Landespolitik

uns in der Einrichtung

besuchen und somit Interesse für

das Diakoniewerk Zoar bekunden,

freuen wir uns, denn es ist auch immer

Gelegenheit, um im Gespräch

auf Sorgen und Nöte im sozialen

Arbeitsalltag aufmerksam zu machen.

Außer dem Pflegestärkungsgesetz

II sind es im Bereich der Eingliederungshilfe

die Pläne bezüglich

Bundesteilhabegesetz und geplanter

Rechtsverordnung (Prüfung Personalbestand

Werkstätten), die uns

bewegen. Umso wichtiger sind Netzwerke

und der regelmäßige Austausch

mit Entscheidern. Am ehesten

können wir vor Ort in unseren

Einrichtungen von den Erfordernissen

und der Bedeutsamkeit sozialer

Arbeit berichten. Daher sind uns

Besuche interessierter Politiker jed-

4 Zoar-Magazin 4 | 2016


Grußwort

weder Couleur immer willkommen.

Auch zu unseren Festen, Jubiläen

und Inklusionsveranstaltungen laden

wir immer wieder herzlich ein.

Zahlreiche Politiker aus der Bundesund

Landespolitik sowie offizielle

Vertreter diverser Gremien und Verbandsgemeinden

haben dies bereits

dankend in Anspruch genommen,

ob beim gemeinsamen Radeln auf

der 1. Zoar-Radtour durch die Pfalz

oder bei der großen Inklusionsveranstaltung

mit Guildo Horn im

Schlosspark in Rockenhausen. Damit

leben wir unser Zoar-Motto „Gemeinsam

viel bewegen“.

Liebe Leserinnen und Leser, Weihnachten ist ein Fest des Friedens und der

Freude. Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass Sie beides erleben. Verbringen

Sie geruhsame und harmonische Weihnachtsfeiertage im Kreise Ihrer Familie.

Genießen Sie das Besondere dieser heiligen Zeit und lassen Sie die weihnachtliche

Feststimmung auf sich wirken. Für das neue Jahr 2017 wünschen

wir Ihnen und Ihren Familien viel Gesundheit, Glück und Wohlergehen. Möge

Sie der Segen Gottes durch das neue Jahr begleiten.

Es grüßen Sie herzlichst

Peter Kaiser

Direktor

Evangelisches Diakoniewerk Zoar

Martina Leib-Herr

Direktorin

Evangelisches Diakoniewerk Zoar

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wieder ist ein Jahr zu Ende, und wir blicken zurück, aber vor allem voraus. Große Projekte

stehen 2017 auf unserem Plan, zum Beispiel das zentrale Versorgungs-Zentrum. Damit

sollen Küche und Bäckerei/Konditorei an einem Stand-Ort zusammengefasst werden.

Das wird rund sechs Millionen Euro kosten. 2017 wird es losgehen mit dem Neubau.

Dann können die Mitarbeiter noch mehr Essen kochen, statt 1.800 dann 2.500 Essen täglich.

Es sollen dann auch wieder Schulen, Kindertages-Stätten, Firmen und Einrichtungen

mit Essen versorgt werden. Es ist kein Problem, wenn die weiter weg sind. Warum? Das Essen

wird normal zubereitet und auf eine bestimmte Temperatur gekühlt. Erst kurz vor dem

Essen werden die Speisen erwärmt. Das nennt man Regenerieren. Für die Qualität vom

Essen ist das gut. Im neuen Versorgungs-Zentrum entstehen zusätzliche Arbeits-Plätze.

Die Dezentralisierung von Zoar geht weiter. Was ist Dezentralisierung? Es heißt, dass

Menschen mit Beeinträchtigung nicht alle zusammen an einem Ort wohnen. Sie wohnen

stattdessen an vielen unterschiedlichen Orten, in vielen unterschiedlichen Häusern.

So haben Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit zu wählen, wo sie was machen

möchten. In Ludwigshafen wurde schon ein neues Haus eingeweiht. Es heißt „Wohnen

am Ebertpark“ und ist voll belegt. Weitere Dezentralisierungs-Maßnahmen gibt es in

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Grußwort

Alzey, Oppenheim, Eisenberg und Kirchheimbolanden. In Alzey steht ein neues Haus

kurz vor dem Abschluss. Dort wird am 10. Februar 2017 Einweihung gefeiert. 16 Wohn-

Einheiten wird es dort geben. Das Haus liegt in der Nähe vom Stadt-Zentrum.

Die Bewohner können ihre Wege zu Fuß erledigen. Andere Dezentralisierungs-Standorte

sind Oppenheim, Eisenberg und Kirchheimbolanden. In Oppenheim werden 21 Wohn-

Einheiten für Menschen mit Beeinträchtigung entstehen und in Eisenberg 24. Auch diese

Häuser liegen nah zum Zentrum. Die Bau-Projekte in Eisenberg und Oppenheim sollen

2018 abgeschlossen sein. In Kirchheimbolanden entsteht ein großes Berufsbildungs-

Zentrum mit Werkstatt. Das Gelände am Bahndamm ist schon gekauft. Im Neubau

entstehen auch Wohn-Einheiten, insgesamt 24. Zur Zeit wird der Bau geplant. In 2017

kann es dann losgehen.

Viel wurde schon erreicht. Weitere große Aufgaben und Heraus-Forderungen erwarten

uns. Dabei müssen wir uns immer wieder an neue Entwicklungen anpassen. Was ist

neu? Ab 1.1.2017 gibt es das Pflege-Stärkungs-Gesetz II. In allen Häusern von der Altenhilfe

haben dazu Informations-Veranstaltungen stattgefunden. Wenn Politiker unsere

Einrichtung besuchen, freuen wir uns. So können wir uns unterhalten und auf unsere

Sorgen im sozialen Arbeits-Alltag aufmerksam machen. Auch Pläne zum Bundes-Teilhabe-Gesetz

und bestimmte Rechts-Verordnungen sind für uns Themen. Daher ist es wichtig,

sich auszutauschen. Immer wieder weisen wir darauf hin, was unsere soziale Arbeit

erfordert und wie wichtig sie ist. Wir laden die wichtigen Personen der Öffentlichkeit

auch immer zu unseren Festen und Veranstaltungen ein. Viele sind deswegen schon

gekommen. Sie sind zum Beispiel bei der 1. Zoar-Radtour mitgeradelt und waren beim

Konzert mit Guildo Horn dabei.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten und alles Gute für das neue

Jahr 2017. Bleiben Sie gesund und munter. Gottes Segen soll Sie durch das neue Jahr

begleiten.

Es grüßen Sie ganz herzlich

Peter Kaiser

Direktor

Martina Leib-Herr

Direktorin

6 Zoar-Magazin 4 | 2016


Neujahrswünsche

Neujahrsempfänge 2017

Mit Beginn des neuen Jahres starten auch

unsere Neujahrsempfänge in allen Zoar-

Einrichtungen. Los geht es am 6. Januar

2017 in den Zoar-Werkstätten in Alzey. Die Veranstaltungsreihe

findet ihren Abschluss am 24. Januar 2017

auf dem Inkelthalerhof in Rockenhausen. Dazwischen

liegen zahlreiche spannende Begegnungen, interessante

Grußworte und unterhaltsame Beiträge. Wir freuen uns,

dass die Zoar-Neujahrsempfänge immer so gut besucht

sind; von Mitarbeitern und Bewohnern wie auch von

Ehrenamtlichen, Freunden und Förderern von Zoar.

Wie bereits in unserem Vorwort erwähnt, blicken wir

zufrieden zurück und voller Zuversicht voraus. Zahlreiche

große Projekte stehen im kommenden Jahr auf unserem

Plan. Diese sind in unserem Vorwort genau beschrieben.

Dafür bedarf es viel Kraft, Ausdauer und Mut. Den kommenden

Herausforderungen möchten wir uns mit der

Unterstützung der Mitarbeiter in allen Zoar-Bereichen

stellen. Diesen Weg mit dem Blick auf das Ziel überschreiben

wir mit unserem Zoar-Motto

„Gemeinsam viel bewegen“.

TERMINE

Auch die Jahreslosung 2017 weckt Mut:

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege

einen neuen Geist in euch.“ (Hesekiel 36,26)

Neues Herz und neuen Geist; Gott möchte uns beides

geben. Das Herz schenkt neue Liebe und Hoffnung.

Der Geist ist eine dynamische Lebenskraft und macht

lebendig. In dieser gelungenen Kombination von Herz

und Geist werden neue Möglichkeiten erkannt und Wege

gefunden, bisher verschlossene Türen zu öffnen. Dies erhoffen

wir! Denn das neue Jahr wird viele Herausforderungen

bringen, die es uns nicht erlauben, sich auf dem

Erreichten auszuruhen beziehungsweise dieses entspannt

auszubauen. Zahlreiche Veränderungen, auf die wir im

Vorwort hinweisen, werden uns begegnen. Angepasst

an diese Entwicklungen werden wir agieren – zum Wohle

der Menschen, die bei Zoar arbeiten und wohnen oder

unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Mit

jedem Hindernis auf dem Weg ist auch immer eine neue

Chance verbunden.

In diesem Sinne nochmals frohe Weihnachten und ein

gesundes und gesegnetes, neues Jahr. Das Jahr 2017

möge Freude, Glück und Gesundheit für uns alle bereithalten.

Werkstätten Alzey FR 06.01.2017, 10.00 Uhr

Seniorenresidenz

Kirchheimbolanden

MO 09.01.2017, 14.00 Uhr

Wohnanlage Alsenz DI 10.01.2017, 15.00 Uhr

Werkhaus Alzey MI 11.01.2017, 10.00 Uhr

Wohnanlage Winnweiler DO 12.01.2017, 15.00 Uhr

Bürgerhospital

Kaiserslautern FR 13.01.2017, 15.00 Uhr

Alten- und Pflegeheim Kusel MO 16.01.2017, 15.00 Uhr

Sozialstation Brücken DI 17.01.2017, 15.00 Uhr

Rheinhessisches

Diakonie-Zentrum Heidesheim MI 18.01.2017, 10.00 Uhr

Wohnanlage Kaiserslautern DO 19.01.2017, 14.30 Uhr

Wohnen am Ebertpark,

Ludwigshafen FR 20.01.2017, 15.00 Uhr

Wohnanlage Wiesenstraße,

Rockenhausen

MO 23.01.2017, 14.00 Uhr

Pfälzisches Diakonie-Zentrum

Rockenhausen mit RBG DI 24.01.2017, 15.30 Uhr

Es grüßen Sie herzlichst

Peter Kaiser

Direktor

Martina Leib-Herr

Direktorin

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Menschen bei Zoar

Basis-Pass Pferdekunde: Alles Wissen rund ums Pferd

Das Pferdekunde-Abzeichen für einen

erfolgreichen Prüfungsabschluss

Beim Kurs zum Erwerb des Basis-Passes Pferdekunde, der immer donnerstags

als arbeitsbegleitende Maßnahme der Zoar-Werkstätten

Rockenhausen stattfindet, dreht sich alles um den fachgerechten Umgang

mit dem Pferd. Es geht darum, den vierbeinigen Partner besser zu

verstehen und sich ihm verständlich zu machen. Der Erwerb des Basis-

Passes führt zu Kenntnissen über die Bedürfnisse des Pferdes sowie seine

Haltung und Pflege.

Yvonne Pisters, „Carino“, Christine Fink

Dieses umfangreiche Wissen erwirbt eine

Gruppe von Teilnehmern, die sich aus Beschäftigten

der Zoar-Werkstätten Rockenhausen

zusammensetzt. Initiiert und durchgeführt wird das

Pilotprojekt von Ulrike Alt, Mitarbeiterin der Bewegungsförderung

am Zoar-Standort Rockenhausen. Warum

Pilotprojekt? „Der Basis-Pass Pferdekunde wird vom Bundesverband

für Pferdesport und Pferdezucht vergeben.

Dass Menschen mit Beeinträchtigung sich dieser Prüfung

unterziehen, ist eher unüblich“, informiert Ulrike Alt und

ergänzt, dass die Abschlussprüfung für nächstes Jahr

geplant ist. Die Inhalte des Pferdekunde-Abzeichens, so

die Verlautbarung des Bundesverbands für Pferdesport

und Pferdezucht, richten sich an alle Menschen: „Der

Basis-Pass Pferdekunde ist eine tolle Sache für Pferdefreunde

aller Altersgruppen“.

Prüfungsabschluss mit Abzeichen und Urkunde

Alle Teilnehmer des Kurses zum Erwerb des Basis-Passes

Pferdekunde nehmen auch am therapeutischen Reiten,

geleitet von Ulrike Alt und Sabine Klaassen, auf dem

Hanauerhof in Dielkirchen teil. Aus diesem Grund sind

alle Kursteilnehmer an den Umgang mit dem Pferd gewöhnt.

Überdies ergibt sich aus der Kursteilnahme die

Notwendigkeit der Fähigkeit des Lesens und Schreibens.

„Die Teilnehmer bereiten sich zuhause selbstständig auf

die Prüfung vor“, erläutert Ulrike Alt. „Sie lesen in den

Schulungsunterlagen, die ich zur Verfügung stelle, und

beantworten Fragen durch Ankreuzen.“ Die Prüfung zum

Erwerb des Basis-Passes erfolgt mündlich und dauert

eine Stunde. „Wir möchten nicht, dass sich die Teilnehmer

zu sehr unter Druck gesetzt fühlen. Daher findet die

„Shanon“ (Alter 23, Rasse „irischer Tinker“), seit vier Jahren

bei Familie Alt. „Shanons“ Charakter ist sehr ausgeglichen,

auch in der Beziehung zu Menschen.

Prüfung in der Gruppe statt.“ Die möglichst lockere

Atmosphäre innerhalb der Gruppe der Prüflinge soll dazu

führen, dass keiner aus Angst und Stress Blockaden entwickelt

und so am Ende alle das Abzeichen und eine

Urkunde in Händen halten können.

Positiver Einfluss auf die Gesamtentwicklung

„Hierbei geht es auch um Wertschätzung und Anerkennung“,

sagt Ulrike Alt. Der Erfolg einer bestandenen Prüfung

nehme positiven Einfluss auf die Gesamtentwick-

8 Zoar-Magazin 4 | 2016


Menschen bei Zoar

Frederic Eichelsbach trainiert das Führen

mit Pferd „Carino“.

Gruppenbild vor dem Offenstall: (v.l.n.r.) Frederic Eichelsbach, Pascal

Wulff, Yvonne Pisters, Christine Fink und Ulrike Alt auf dem Hanauerhof

in Dielkirchen. „Shanon“ steht gesattelt im Hintergrund.

lung und das Selbstvertrauen eines Menschen, ob mit

oder ohne Beeinträchtigung. „Die positive Entwicklung

ist bereits in der Vorbereitung auf die Prüfung zu beobachten“,

so die Zoar-Mitarbeiterin. Denn für jeden Menschen

sei es Motivation und Ansporn, ein Ziel vor Augen

zu haben. Und dieses Ziel betrifft das Wissen rund ums

Pferd. Denn den richtigen Umgang mit Pferden kann

man lernen; theoretisch und praktisch. Wie wird ein

Pferd sicher geführt? Worauf muss beim Satteln, Aufhalftern

und Auftrensen geachtet werden? Was gehört

auf den Speiseplan eines Pferdes? Wie sieht die Pferdepflege

aus? Welche Krankheitsanzeichen gilt es zu erkennen?

Wie fördert und erhält man die Gesundheit des

Pferdes? Worauf ist beim Pferdekauf zu achten?

Kursteilnehmern wird die Prüfungsangst

genommen

Der Kurs zum Erwerb des Basis-Passes Pferdekunde befindet

sich nun im dritten Jahr. „Alles hat ein wenig länger

gedauert; auch weil wir keine Erfahrungswerte

haben, weil so etwas noch nie stattgefunden hat“, berichtet

Ulrike Alt, die den Hanauerhof zusammen mit

drei anderen Familien bewohnt. Dort stehen 38 Pferde,

die zum Teil in den Besitz der Familie Alt gehören. Außerdem

ist der Hof ein Zuhause für Esel, Kühe, Lamas,

Schweine und Ziegen. Deswegen gibt es auf dem Hanauerhof

immer etwas zu sehen und zu erleben. Gern berichtet

Ulrike Alt auch aus ihrer persönlichen Erfahrung,

„denn ich selbst bin schon seit langen Jahren mit Pferden

vertraut“. Dieses Wissen gibt sie nun weiter an die Kursteilnehmer,

„die manchmal Angst vor ihrer eigenen Courage

bekommen“, so Alt. Bei nachgestellten Prüfungssituationen

in der Vorbereitung auf die Prüfung zum

Erwerb des Basis-Passes Pferdekunde macht sich die Aufregung

der Teilnehmer bemerkbar. „Daher sind regelmäßige

Wiederholungen des Schulungsstoffes so wichtig“,

erklärt die Kursleiterin. Ebenso notwendig ist die private

Nachbereitung der Lerninhalte. Dies läuft, laut Aussage

der Kursteilnehmer, vor allem dann besonders gut, wenn

zum Beispiel Eltern und Geschwister beim Lernen unterstützen.

Um die Schulungsunterlagen interessant zu

gestalten und zu bebildern, ging Ulrike Alt dazu über,

Inhalte aus Jugendbüchern zum Thema „Pferde“ herauszukopieren

und zu verteilen.

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Menschen bei Zoar

Vier Kursteilnehmer berichten von ihren Erfahrungen mit Pferden, vom Reiten und ihren Prüfungsvorbereitungen:

Pascal Wulff (23): „Ich bin froh, dass ich beim therapeutischen Reiten mit dabei

bin. Und als ich gefragt wurde, ob ich den Basis-Pass Pferdekunde machen will,

habe ich mich gefreut und gleich ‚Ja‘ gesagt. Ich lerne meistens allein. Manchmal

hilft mir mein Bruder, der auch den Basis-Pass für die Pferde macht. Ich bin

aber auch froh, wenn es vorbei ist, denn das mit dem Lernen geht jetzt schon

ganz schön lang. Viel lieber bin ich so mit den Pferden zusammen. Ich führe sie

auch gern am Halfter spazieren. Im Stall auf dem Hanauerhof habe ich ganz

viele Lieblingspferde. Und die kenne ich auch alle beim Namen.“

Yvonne Pisters (40): Wenn ich die Prüfung geschafft habe, dann rahme ich mir

die Urkunde ein und hänge sie in meinem Zimmer auf. Meine beste Freundin

ist ein bisschen neidisch auf das, was ich hier mache. Aber eigentlich könnte sie

es ja auch tun. Sie muss es nur machen. Ich bin gern auf dem Hanauerhof, weil

ich die Pferde so lieb habe. Meine Mama ist stolz auf mich. Sie findet es gut,

dass ich die Prüfung für den Basis-Pass Pferdekunde mache. In der letzten Zeit

hat mir beim Reiten ein bisschen die Hüfte wehgetan. Ich hoffe, das wird bald

wieder besser. Auch wenn ich nicht reiten kann, bin ich gern bei den Pferden.

Ich fasse gern das Fell an und streichele sie. Mir gefällt es auch, dass sie so ruhig

sind. Sie machen keine lauten Geräusche. Das beruhigt mich. Im Fernsehen

gucke ich am liebsten Tiersendungen. Besonders gut gefällt mir „Der Knochenbrecher“

mit Tamme Hanken. Ich bin traurig, dass der gestorben ist. Der kannte

sich so gut mit Pferden aus.

Das Thema „Pferd“ ist unerschöpflich

Praktische Tätigkeiten rund ums Pferd liegen den Teilnehmern

oft mehr als die Aneignung des theoretischen Wissens.

Der direkte Umgang mit den Pferden „Shannon“

(irischer Tinker) und „Carino“ (Reitpony) macht allen am

meisten Spaß. Zumal beide Pferde keine Unbekannten

sind. Sie werden auch beim therapeutischen Reiten auf

dem Hanauerhof eingesetzt. Christine Fink zum Beispiel

liebt Pferde schon immer.

Sie freut sich, dass sie alle

zwei Wochen am therapeutischen

Reiten teilnehmen

kann. „Weil ich die Pferde

so mag, fällt mir auch das

Lernen leichter“, sagt sie.

Da stimmt ihr Frederic

Frederic Eichelsbach,

Christine Fink, Yvonne Pisters

und Pascal Wulff beim Säubern

des Pferdes; unter anderem

Auskratzen der Hinterhufe

Eichelsbach zu: „Ich bin als Kind schon geritten“. Mittlerweile

ist er in der Reitgruppe für Fortgeschrittene und

darf auf dem Reitplatz sogar allein reiten. Auf den

Pferden wird aber nicht nur geritten, sondern es werden

auch Entspannungs- und Atemübungen auf deren

Rücken vollzogen. Manchmal führt der Ausflug auch ins

Gelände; „dann werden die Pferde allerdings geführt“,

berichtet Ulrike Alt. „Das Thema ‚Pferd‘ ist unerschöpflich

und eine ganz tolle

Freizeitbeschäftigung für

Menschen jeden Alters, ob

mit oder ohne Beeinträchtigung.“

Der Umgang mit

den Pferden tut allen gut.

Die Tiere lassen sich streicheln

und „bemuttern“.

Und sie hören zu. „Ich kann

ihnen alle meine Probleme

erzählen“, sagt Frederic

Eichelsbach. „Sie sind ruhig

und lassen mich reden.“

Alexandra Koch

10 Zoar-Magazin 4 | 2016


Menschen bei Zoar

Frederic Eichelsbach (42): „Es macht mir Spaß, mit Pferden umzugehen. Als

Kind bin ich in einer Reitschule geritten. Ich finde, ich bin ein Pferdeflüsterer.

Denn ich kann Pferden zuhören. Und sie hören mir zu. Für jedes Kommando

gibt es auch ein Geräusch. Wenn ich zum Beispiel antraben will, dann

schnalze ich mit der Zunge. Für die Prüfung lerne ich viel. Denn ich will es

unbedingt schaffen. Den Basis-Pass Pferdekunde bekomme ich nur, wenn ich

viel lerne. Das mache ich entweder allein am Computer oder zusammen mit

meinen Eltern, bei denen ich wohne.“

Christine Fink (33): „Ich liebe Pferde schon immer. Ein eigenes Pferd habe

ich nicht. Das ist schade. Deshalb komme ich zum Hanauerhof. Hier gibt es

nämlich ganz viele Pferde. Alle zwei Wochen reite ich hier. Dann kommen

wir in einer Gruppe mit dem Bus aus Rockenhausen hierher. Ich arbeite in

den Zoar-Werkstätten im Bereich Mechanik. Für den Basis-Pass Pferdekunde

lerne ich jeden Abend. Nur am Wochenende nehme ich mir frei. Am liebsten

lerne ich etwas über das Futter für die Pferde und über die verschiedenen

Pferderassen. Aber auch alles über Krankheiten und Giftpflanzen interessiert

mich. Denn ich will ja, dass alle Pferde gesund bleiben.

Am Kurs zum Erwerb des Basis-Passes Pferdekunde nehmen außer

den Interviewten noch folgende Zoar-Beschäftigten teil: Yvonne Lindner,

Michael Wulff, Nicole Unger und Sandra Balz.

Therapeutisches Reiten:

Therapeutisches Reiten umfasst pädagogische, psychologische,

psychotherapeutische, rehabilitative und sozialintegrative

Maßnahmen, die über das Medium Pferd

umgesetzt werden. Die Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche

und Erwachsene mit körperlichen, seelischen und sozialen

Entwicklungsstörungen und/oder Behinderungen.

Die Entwicklungsförderung steht dabei im Mittelpunkt;

reiterliche Fähigkeiten sind eher nebensächlich. Beim

therapeutischen Reiten werden speziell ausgebildete

Pferde eingesetzt. Sie zeichnen sich durch einen ruhigen,

geduldigen, kontaktfreudigen und sensiblen Charakter

aus. Meist werden Kleinpferde (Haflinger, Freiberger) und

Ponys (Isländer) mit einem Stockmaß von ungefähr 150

Zentimetern für diesen Einsatz trainiert.

Beim therapeutischen Reiten macht man sich das Medium

„Pferd“ zunutze und regt mit ihm die verschiedenen

Sinne an. Die konkrete körperliche Arbeit, also Körperübungen,

die auf dem Pferd stattfinden, beeinflussen

positiv das Gleichgewicht, die Körperspannung und

-aufrichtung. Dies geschieht bereits durch die natürliche

Bewegung des Pferdes. Allein das Getragen Werden führt

zur Verbesserung der Körperkontrolle. Durch verschiedene

Übungen, die auf jeden Menschen mit Beeinträchtigung

individuell abgestimmt werden, werden bestimmte Entwicklungsziele

mit dem Pferd erreicht.

Erreicht werden auf diese Weise:

• Schulung des Gleichgewichts und Koordination,

• Regulierung des Muskeltonus,

• Schulung von Fein- und Grobmotorik,

• Wahrnehmungsförderung,

• gesteigertes Selbstwertgefühl,

• positive Erlebnisse,

• Verbesserung des Sozialverhaltens, Einfühlungsvermögens

und Mitgefühls,

• Verbesserung der Konzentrationsdauer und -intensität,

• Verbesserung der körperlichen Ausdauer,

• Abbau von Ängsten,

• Abbau von Aggressionen und

• Abbau von Verhaltensstörungen

Zoar-Magazin 4 | 2016

11


Menschen bei Zoar

Basis-Pass Pferdekunde:

Alles Wissen rund ums Pferd

Es gibt einen Kurs, in dem kann man alles über Pferde lernen. Der Kurs ist eine arbeitsbegleitende

Maßnahme von den Zoar-Werkstätten Rockenhausen. Er heißt: Basis-Pass

Pferdekunde und findet auf dem Hanauer-Hof in Dielkirchen statt. Acht Menschen mit

Beeinträchtigung, die in den Zoar-Werkstätten arbeiten, nehmen daran teil. Nächstes Jahr

werden sie eine Abschluss-Prüfung machen. Dann wird ihr Wissen rund ums Pferd abgefragt.

Zoar-Mitarbeiterin Ulrike Alt hat den Kurs gegründet. Sie leitet ihn auch.

Der Basis-Pass Pferdekunde wird vom Bundes-Verband für Pferde-Sport und Pferde-Zucht

vergeben. Die Prüfung für den

Basis-Pass erfolgt mündlich und

dauert eine Stunde. Sie wird in der

Gruppe abgehalten.

Alle Kurs-Teilnehmer sind an den

Umgang mit dem Pferd gewöhnt.

Warum? Sie nehmen auch am

therapeutischen Reiten teil.

Für alle ist es ein Ansporn, ein Ziel

zu haben. Und das ist die Prüfung.

Im Kurs wird schon lange dafür

Christine Fink (rechts) mit Ulrike Alt beim Aufzäumen von „Shanon“ gelernt. Leiterin Ulrike Alt berichtet

auch gern darüber, was sie mit

Pferden schon alles erlebt hat. Sie bewohnt den Hanauer-Hof zusammen mit drei anderen

Familien. Dort stehen 38 Pferde. Außerdem leben auf dem Hof Esel, Kühe, Lamas,

Schweine und Ziegen.

Das, was in den Schulungs-Unterlagen steht, wird regelmäßig wiederholt. Die Kurs-Teilnehmer

lernen auch zu Hause. Da helfen die Eltern und Geschwister. Auf dem Hanauer-

Hof lernen die Teilnehmer auch viel über den praktischen Umgang mit den Pferden. Am

meisten haben sie mit den Pferden „Shannon“ und „Carino“ zu tun. Beide sind sehr brav.

Einige der Pferde-Fans sind schon als Kind geritten. Ulrike Alt sagt, dass der Umgang mit

den Pferden allen gut tut. Die Tiere lassen sich streicheln und bemuttern. Und sie hören zu.

12 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ausbildung & Beruf

Ausbildung im Evangelischen Diakoniewerk Zoar

Alina Armbrust und Anatoli Peplauf:

Unsere berufliche Zukunft bei Zoar

Alina Armbrust und Anatoli Peplauf: Den Schulabschluss haben

sie in der Tasche. Nun sind sie in Ausbildung. Ein erfolgreicher

Start in die berufliche Karriere braucht vor allem eins:

Ausbildungsbetriebe.

Das Evangelische

Diakoniewerk Zoar

bildet schon immer

junge Menschen in unterschiedlichen

Berufen aus.

Neben Sandra Busch (siehe

dazu der Bericht im Zoar-

Magazin 3/2016) gehören

Alina Armbrust und Anatoli

Peplauf zu den neuen Auszubildenden,

die im August

2016 ihre Ausbildung beim

Evangelischen Diakoniewerk

begonnen haben.

Vielfältige Aufgabengebiete

„Nach dem Abitur wollte ich zunächst

gern praktische Erfahrungen

in einem Betrieb sammeln und ein

wenig Geld verdienen. Der Beruf der

Kauffrau für Büromanagement ist

Alina Armbrust

Anatoli Peplauf

sehr vielseitig und interessant. Dass

das mit der Ausbildung bei Zoar geklappt

hat, freut mich riesig“, berichtet

die 19-jährige Alina Armbrust.

Seit dem 1. August ist sie nun bei

Zoar und hat schon viele Erfahrungen

in der Praxis sammeln können.

Die ersten drei Monate der dreijährigen

Ausbildung absolvierte Alina

Armbrust in der Finanzbuchhaltung

im Bereich der Werkstattlohn- und

Leistungsabrechnung. „Dort habe

ich Prozesse kennengelernt, die die

Verwaltung der Zoar-Werkstätten

mit sich bringt. Ich konnte immer

Fragen stellen und wurde mit der

Zeit selbstständiger. Die Kollegen

waren sehr freundlich und hilfsbereit“,

erzählt sie rückblickend. Danach

arbeitete Alina Armbrust in der

Die Auszubildenden Sandra Busch,

Selina Philippi und Alina Armbrust

(v.l.n.r.) begrüßten die Besucher des

2. Zoar-Symposiums am Empfang der

Stadthalle in Kirchheimbolanden.

Zoar-Magazin 4 | 2016

13


Ausbildung & Beruf

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit,

Marketing und Fundraising. Von

Abteilungsleiterin Alexandra Koch

erhielt sie regelmäßig „kleine“ Aufträge,

die im Gegensatz zur klassischen

Bürotätigkeit am Schreibtisch

auch extern auszuführen waren. Das

gefällt der jungen „Azubine“ besonders

gut. „Man kommt oft raus. So

habe ich zum Beispiel beim Zoar-

Symposium in der Stadthalle in

Kirchheimbolanden viele Menschen

kennengelernt.“

Anatoli Peplauf an seinem

Arbeitsplatz in der IT

In ihrer Freizeit reist

Alina Armbrust gern.

Alina Armbrust bei der Arbeit in der

Verwaltung des Evangelischen

Diakoniewerks Zoar

Bereich Informationstechnik

und Kommunikation

Auch Anatoli Peplauf berichtet stolz

von seinen ersten Erfahrungen und

Eindrücken bei Zoar. Er begann seine

Ausbildung zum Fachinformatiker

zeitgleich mit Alina Armbrust und

Sandra Busch. „Nach dem Abitur

entschied ich mich anfangs für ein

Studium der Finanzdienstleistungen

in Zweibrücken, bis ich merkte, dass

trockene Vorlesungen und theoretische

Aufgabenstellungen nichts für

mich sind. Während der ersten Ausbildungswochen

bei Zoar habe ich

schon mehr gelernt als in der Zeit

dort.“ Anatolis Familie stammt aus

Kasachstan. Als Kind kam der heute

21-Jährige nach Deutschland. „In

Nußbach und Umgebung wohnen

viele Zoar-Mitarbeiter und so kam

es, dass ich auf Zoar aufmerksam

wurde und dann mal die Internetseite

besucht habe. Dass ich meine

Ausbildung zum Fachinformatiker

Systemintegration in unserem ländlichen

Gebiet machen kann, finde

ich super“, sagt Anatoli Peplauf. Er

ist bereits der dritte Auszubildende

im Bereich Informationstechnik und

Kommunikation, der sich immer

größerer Beliebtheit unter jungen

Bewerbern erfreut. Ein Leben ohne

Computer ist heutzutage nicht mehr

vorstellbar. Für die Anwender werden

Arbeitsprozesse durch Computersysteme

vereinfacht. Vermehrt

bedarf es aber auch der Fachleute,

die sich mit den Systemen richtig

gut auskennen. Und so kommt es,

dass Anatoli Peplauf bereits an fast

allen Zoar-Standorten eingesetzt

war, um vor Ort neue Systeme zu

installieren und/oder Hardware-Teile

auszutauschen.

Beide Auszubildenden wünschen sich

eine schöne und erfahrungsreiche

Zeit beim Evangelischen Diakoniewerk

Zoar. Mit Erlangung der beruflichen

Qualifikation hoffen Alina

Armbrust und Anatoli Peplauf, professionell

in ihrem erlernten Beruf

agieren zu können. Alina Armbrust

wird im Laufe ihrer Ausbildung die

unterschiedlichen Verwaltungsabteilungen

durchlaufen, während Anatoli

Peplauf durchgängig in der IT bleibt,

wo er unter anderem das Telefon

besetzt, Störungsmeldungen entgegen

nimmt und Fragen beantwortet.

Julia Margert

14 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ausbildung & Beruf

Nähere Informationen zum Ausbildungsberuf der Kauffrau/des Kaufmanns für Büromanagement

entnehmen Sie bitte dem letzten Zoar-Magazin (Ausgabe 3/2016).

In dieser Ausgabe informieren wir über die

Ausbildung als Fachinformatiker/in Systemintegration beim Evangelischen Diakoniewerk Zoar.

Ausbildungsort

Rockenhausen

Voraussetzungen

• Eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben.

Wir erwarten jedoch mindestens einen guten Realschulabschluss.

• Von Vorteil ist ein Abschluss als staatlich geprüfte(r) Assistent(in) für IT-Systeme oder ein

vergleichbarer Abschluss.

• Führerschein der Klasse B

• Gesundheitliche Eignung

• Zugehörigkeit zu einer Kirche, die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der

Bundesrepublik Deutschland mitarbeitet

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung beginnt jährlich am 1. August und dauert in der Regel drei Jahre. Der/die

Auszubildende ist an 1,5 Tagen in der Woche in der Berufsschule und an 3,5 Tagen im Betrieb.

Bei guten schulischen und praktischen Leistungen ist eine anschließende Übernahme in ein

Dienstverhältnis möglich, sofern eine entsprechende Stelle zur Verfügung steht.

Monatliches Ausbildungsentgelt (brutto)

1. Ausbildungsjahr: 831,20 Euro

2. Ausbildungsjahr: 888,33 Euro

3. Ausbildungsjahr: 939,72 Euro

Zusätzliche Altersvorsorge über die Evangelische Zusatzversorgungskasse

Prüfung

Die Prüfung wird in zwei Teilen durchgeführt. Im Vordergrund des Teils 1 der Abschlussprüfung

stehen die Projektarbeit sowie eine Präsentation mit anschließendem Fachgespräch. In

Teil 2 der Abschlussprüfung werden neben zwei geschäftsprozessorientierten Aufgaben auch

Inhalte aus der Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.

Inhalte während der praktischen Ausbildung:

• Projektierung von Anwendungssystemen, Entwicklungsstrategien und Vorgehensmodelle

der Anwendungsentwicklung

• Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung eines Lösungskonzepts und zur Dokumentation

von Vorgängen

• Beratung und Schulung von Anwendern

• Datenbankanpassung bei Beachtung von Datenschutz- und Datensicherungskonzepten

• Strukturierung und Dokumentation von Programmentwicklungsmethoden

• Erstellung von Programmbibliotheken

Zoar-Magazin 4 | 2016

15


Ehrenamt & Engagement

„Kommunikation – mit allen Sinnen erleben“

Bewegende Momente

beim Ehrenamtstag

Stimme, Gestik, Mimik und Körpersprache – wie vielfältig

Kommunikation sein kann, wurde beim 5. Ehrenamtstag des

Evangelischen Diakoniewerks Zoar deutlich. Die zahlreichen

Ehrenamtlichen, die der Einladung ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus

nach Kirchheimbolanden gefolgt waren, machten intensive

Erfahrungen und erlebten Kommunikation mit allen Sinnen.

Zoar-Direktorin Martina Leib-Herr bedankt

sich bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Eingebettet in ein vertrauensvolles,

wertschätzendes und

humorvolles Miteinander

bot der Ehrenamtstag einen wunderbaren

Rahmen zum Lernen, Ausprobieren

und Wohlfühlen.

Der abwechslungsreiche Tag in entspannter

Atmosphäre war angefüllt

mit einer Kombination aus interessanten

Vorträgen und professioneller

Wissensvermittlung. Dabei blieb

viel Raum für Übungen und einen

lebhaften Austausch. Nachdrücklich

dankte Zoar-Direktorin Martina

Leib-Herr allen ehrenamtlichen

Mitarbeitern für ihr wertvolles

Engagement im Dienste der Zoar

anvertrauten Menschen. Mit dem

Ehrenamtstag sage Zoar den Ehrenamtlichen

„Danke“. „Sie bringen Ihre

Talente und Ihre Hobbys ein und

bereichern dadurch das Leben der

Menschen in unseren Einrichtungen.

Sie tragen mit Ihrer geschenkten

Zeit dazu bei, den uns anvertrauten

Menschen mehr Lebensqualität zu

sichern und machen Nicht-Alltägliches

möglich“, so die Direktorin.

„Das kann weg!“

Mit dem Gebet „Morgenlob“ von

Alois Albrecht stimmte Ruth Magsig,

Gemeindepädagogin und Referentin

im Missionarisch-Ökumenischen

Dienst der Evangelischen Landeskirche

der Pfalz (MÖD), in den Tag ein.

Sie begleitete mit der Gitarre das

gemeinsame Lied „Danke für diesen

guten Morgen“. Mit der richtigen

Mischung aus Liebevollem und Provokativem

sorgte Ruth Magsig für

eine gefühlsaufrüttelnde Achterbahn

sowie heilendes Seelenbalsam in

perfekter Balance. Dabei stellte sie

den Satz „Das kann weg!“ in den

Mittelpunkt ihrer Ansprache. Schnell

sei diese Entscheidung getroffen,

wenn etwas nicht mehr funktioniert

oder überflüssig ist. Auf der anderen

Seite „sind Sie alle für Menschen da,

die nicht mehr so ,funktionieren‘ wie

erwartet wird. Sie machen Mühe,

brauchen besondere Zuwendung und

müssen ‚untergebracht‘ werden, was

Kosten verursacht. Lohnt sich das?

Oder ‚kann das weg‘?“, fragte Ruth

Magsig provozierend in die Runde.

Leben ist kostbar

Noch bevor Proteste laut wurden,

verwies Ruth Magsig auf die wunderbaren

Erfahrungen, die die Ehrenamtlichen

im Umgang mit den

Menschen in den Zoar-Einrichtungen

immer wieder machen, daran,

Karin Becker gibt wertvolle Hinweise im

Umgang mit Menschen mit Demenz.

In der Paulskirche in Kirchheimbolanden

erklingen die Stimmen der Ehrenamtlichen

wunderschön.

Brian Jeffries dirigiert

den Chor der Ehrenamtlichen

16 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ehrenamt & Engagement

Tanja Berberich, Zoar-Ehrenamtsbeauftragte,

freut sich über das humorvolle

Miteinander im Dietrich-Bonhoeffer-

Haus in Kirchheimbolanden.

Ruth Magsig begleitet die

Singstunde mit der Gitarre.

Aufmerksam verfolgen die Teilnehmer des

Ehrenamtstags die interessanten Vorträge.

Ein gutes Team: Tanja Berberich (r.)

dankt den beiden Referentinnen Ruth Magsig

und Karin Becker (v. l.)

wie beschenkt sie sich fühlen, trotz

aller Mühe. Und sie führte Gott ins

Feld. Für ihn dürfen Menschen alt

und gebrechlich sein, geknickt und

gescheitert. Er sieht das Leben in

ihnen. Gott will Leben bewahren

und umsorgen, ihm Zeit und Raum,

Zuspruch und Zuwendung geben.

„Er wird auch diesem Leben zu seinem

Lebensrecht verhelfen“, bekräftigte

Ruth Magsig, „darin können

wir uns auf ihn verlassen“.

In der anschließenden Vorstellungsrunde

berichteten die Ehrenamtlichen

lebhaft über ihre Arbeit und

über die vielen positiven Momente,

die sie im Umgang mit den Menschen

in den Zoar-Einrichtungen tagtäglich

erfahren. Der Raum war erfüllt

von gegenseitiger Wertschätzung

und Achtung, so dass auch auf

Sorgen und Nöte der ehrenamtlichen

Mitarbeiter eingegangen werden

konnte. Im Hinblick auf das von Zoar

geplante Hospiz stand das Thema

Sterbebegleitung im Vordergrund. Im

Hospiz werde Supervision zum Alltag

gehören, versicherte Zoar-Direktorin

Martina Leib-Herr. Ehrenamtliche

und hauptamtliche Mitarbeiter können

auf eine professionelle Begleitung

zählen.

Wertschätzende

Kommunikation

Mit dem Gedicht „Ich habe es leicht,

denn mir fehlen die Verzweiflung

und der Schmerz“ leitete Karin Becker,

Gedächtnistrainerin und Mitarbeiterin

der Seniorenresidenz Kirchheimbolanden,

ihren Vortrag ein.

Mit der ihr eigenen Fähigkeit, komplexe

Themen professionell mit klarer

Struktur, aber auch liebevoll und

humoristisch zu vermitteln, referierte

sie das Thema „Integrative Validation“.

In einem Rollenspiel zusammen

mit Ruth Magsig zeigte sie auf,

Zoar-Magazin 4 | 2016

17


Ehrenamt & Engagement

wie man demenzkranken Menschen

im positiven Sinne begegnet. Es sei

wichtig, den Demenzkranken da

abzuholen, wo er sich in seiner Biografie

gerade befindet. Validation sei

nicht nur eine wertschätzende Kommunikations-

und Umgangsform,

sondern eine Grundhaltung, die die

Innenwelt und Einzigartigkeit des

dementen Menschen akzeptiert.

„Das was dem Demenzkranken

bleibt, sind seine Gefühle. Sie sind

echt, pur, spontan und in dieser

Dichte ungewohnt für die Umwelt“,

erklärte Karin Becker.

Bewegende und

belebende Elemente

Die tiefgreifenden Denkanstöße

sorgten in der Mittagszeit für angeregte

Gespräche. Die ehrenamtlichen

Mitarbeiter nutzten den familiären

und vertrauenswürdigen

Rahmen, um sich auszutauschen.

Belebende und bewegende Elemente

nach dem Mittag ließen ein Mittagsloch

erst gar nicht aufkommen.

„Die Stimme ist das wichtigste Element

der Kommunikation“, meinte

Ruth Magsig und animierte alle Teilnehmer

des Ehrenamtstags zum

Mitsingen. Beim Tanzreigen ging die

Gruppe auf „Tuchfühlung“ und setzte

die verschiedensten Redensarten

wie beispielsweise „sich den Rücken

stärken“ erfrischend und lebendig in

Bewegung und Berührung um.

Die Ehrenamtlichen mit

indonesischen Klanginstrumenten

Gruppenbild in

der Paulskirche:

Der Ehrenamtstag

hat sichtlich

Laune gemacht.

Singen ist eine beliebte Art

der Kommunikation.

„Sich gegenseitig den Rücken

stärken“ war die Aufgabe, die

die Ehrenamtlichen sogleich

in die Tat umsetzten.

Ausgestattet mit indonesischen

Klanginstrumenten bildeten die

Teilnehmer des Ehrenamtstags ein

Orchester. „Jeder Ton ist wichtig“,

war das Ergebnis dieses faszinierenden

Erlebnisses. Nach einem Ortswechsel

wurde der Ehrenamtstag in

der Paulskirche in Kirchheimbolanden

fortgesetzt. Das experimentelle

Singen in der klaren Akustik des Gotteshauses

ging unter die Haut.

Spontan wurde ein dreistimmiger

Kanon intoniert, dirigiert von Brian

Jeffries aus Kaiserslautern.

Das 5. Ehrenamtstreffen mit seinen

magischen und unvergesslichen

Momenten war für alle Beteiligten

ein bewegender Tag mit intensiven

Erfahrungen und zum Teil berührenden

und bewegenden Momenten.

Das Fazit daraus: nur was uns wirklich

unter die Haut geht und uns

begeistert, verändert unser Verhalten,

unsere Kommunikation, unser

Denken und damit unser Leben.

Kunigunde Otterbein

Der 6. Ehrenamtstag findet

am 21. Oktober 2017 statt.

18 Zoar-Magazin 4 | 2016


Zoar präsentiert sich

2. Zoar-Symposium in der Stadthalle Kirchheimbolanden

2030: Wohnen – Leben – Pflegen.

Den Weg ins Alter bewusst gestalten.

„Schon heute sind rund 20 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre. 2030 werden es 29 und

2060 bereits 34 Prozent sein“, informierte Zoar-Direktorin Martina Leib-Herr gleich zu Beginn

ihrer Ansprache im Rahmen des 2. Zoar-Symposiums, an dem rund 200 Gäste teilnahmen

und das von SWR1-Radioreporter Michael Lueg moderiert wurde.

Umso wichtiger sei es, sich

diesem Thema mit seiner

hohen gesellschaftlichen

und sozialen Brisanz zu widmen. Als

Ausdruck der Beschäftigung mit den

Entwicklungen im Bereich Altenhilfe

lautete der Titel des Symposiums:

2030: Wohnen-Leben-Pflegen. Den

Weg ins Alter bewusst gestalten.

Das 2. Zoar-Symposium, nach dem

ersten im November 2014, befasste

sich somit wieder mit menschlichen

Beeinträchtigungen; diesmal aufgrund

des Alterungsprozesses.

Individuelle Alterungsprozesse

und zahlreiche

Veränderungen

Was ist Alter? DAS Alter gibt es

nicht. Sowohl der Prozess des Alterns

als auch das Alter als Lebensphase

sind vielschichtig. Zum Facettenreichtum

des Alterns kommen

zahlreiche unterschiedliche Einflussfaktoren

hinzu; diese sind körperlicher,

psychischer, sozialer, gesellschaftlicher,

ökonomischer und

politischer Natur. Eine Quintessenz

des Symposiums lässt sich in der

Aussage zusammenfassen, dass das

Alter heutzutage sehr individuell

betrachtet werden muss. Heute alternde

Menschen sind sich ihrer

Individualität eher bewusst als frühere

Generationen und möchten

diese unbedingt gewahrt sehen.

Dies betrifft zukünftige Lebens-,

Wohn- und Beschäftigungskonzepte

der sogenannten „jungen Alten“.

Gleichzeitig steigt die Zahl der pflegebedürftigen

Menschen im Zuge

der höheren Lebenserwartung.

v.l.n.r.: Michael Lueg, Martina Leib-Herr

und Peter Kaiser

„Heute sind rund 2,4 Millionen Menschen

pflegebedürftig; 2030 werden

es bereits rund 3,4 Millionen Menschen

sein“, informierte Direktorin

Martina Leib-Herr. Thematisiert

wurde auch das Pflegestärkungsgesetz

II, das zum 1. Januar 2017 in

Kraft tritt und vor allem die ambulante

Pflege fördern wird.

Zoar-Magazin 4 | 2016

19


Zoar präsentiert sich

Inhaltsreiche Grußworte zum

Thema

Dies alles machte das 2. Zoar-Symposium

zu einer Plattform für hochaktuelle

und durchaus kontroverse

Themen für ein gemischtes Publikum;

kein Fachpublikum. „Dies ist

uns wichtig“, sagte Zoar-Direktor

Peter Kaiser. „Denn wir möchten

mit unseren Tagungen offen für jeden

sein.“ Gekommen waren Zoar-

Mitarbeiter, externe Gäste, Vertreter

von Vereinen und Verbänden sowie

der Politik und auch Betroffene

und allgemein am Thema Interessierte.

Unter dem Eindruck der Vorträge

sowie der anschließenden

Diskussionsrunde wurde klar, dass

den Veränderungen der sozialen,

gesellschaftlichen und pflegepolitischen

Landschaft angepasste Angebote

erforderlich sind. Diesbezüglich

sprach Sozialdezernent Fabian

Kirsch von der Kreisverwaltung

Kirchheimbolanden, der die Grüße

des Landrats Winfried Werner überbrachte,

von einem wünschenswerten

Mix von Angeboten für die

wachsende Zielgruppe älterer Menschen.

„Zoar ist ein Aushängeschild

für soziale Dienstleistungen in unserer

Region und hat deshalb eine große

Verantwortung, in die Zukunft zu

planen. Das dies geschieht, zeigt uns

dieses Symposium, das ebenfalls zu

einem Aushängeschild zu werden

verspricht.“

Ein Grußwort sprach außerdem Dr.

Baldur Melchior, stellvertretender

Vorsitzender des Verwaltungsrats,

und übermittelte Grüße des Zoar-

Verwaltungsrats. Baldur Melchior

bekräftigte aus der Sicht seines eigenen

Alters die Aussage, dass sinnhafte

Aufgaben und Tätigkeiten sowie

gesellschaftliche Teilhabe

gerade im Alter von großer Bedeutung

sind. Als positives Beispiel

nannte er den Bau der Sonnenterrasse

beim Zoar – Alten- und Pflegeheim

in Kusel. Bei der Planung und

Durchführung seien zahlreiche Bewohner

aktiv beteiligt gewesen, „die

entsprechend ihrer früheren Berufe

ihre Erfahrungen eingebracht haben“,

so Baldur Melchior. „Das ist ein

beeindruckendes Gemeinschaftsprojekt

mit impulsgebender und nachhaltiger

Wirkung gewesen.“

Veränderte Bedarfe verlangen

angepasste Angebote

2030: Wohnen-Leben-Pflegen. Den

Weg ins Alter bewusst gestalten. In

der sozialen, gesellschaftlichen und

pflegepolitischen Landschaft hat

sich in den vergangenen Jahren viel

verändert; und weitere Veränderungen

sind zu erwarten. Es gibt die

Gruppe der sogenannten „jungen“

oder auch „neuen“ Alten, die sich

mit den Senioren, die heute noch in

20 Zoar-Magazin 4 | 2016


Zoar präsentiert sich

Pfarrer Norbert Becker, theologischer Vorstand des

Diakoniezentrums Pirmasens, sprach zum Thema

„Wohnen oder/und Pflege“. Inhalte: Frühere Leitbilder

und heutige Konzepte verbunden mit einem Paradigmenwechsel,

verschiedene Generationen in einem

Quartier, städtebauliche und soziale Ideen. Beispiele:

„PS:patio!“ in Pirmasens und das „Bielefelder Modell“

Joshua Hampp (Dipl.-Informatiker) vom Fraunhofer-

Institut für Produktionstechnik und Automatisierung

(IPA), Stuttgart, referierte zum Thema „Entwicklung

eines intelligenten Pflegewagens und neuer Versorgungskonzepte

für stationäre Pflegeeinrichtungen“.

Inhalte: Optimale Nutzung der Technik zur Unterstützung

und Assistenz des Pflegepersonals, Einsatz

moderner Technologien und Automatisierungstechniken,

technikgestützte Pflegeprozesse, Förderung der

Autonomie und Selbstständigkeit im Alter, diverse

Alltagshilfen. Beispiele: Service-Roboter und intelligenter

Pflegewagen

stationären Einrichtungen leben,

nicht mehr vergleichen lassen. Ein

„junger“ beziehungsweise „neuer“

Alter ist technikaffin, selbstbewusst,

gut informiert und mit hohen Ansprüchen

versehen, modern eingestellt,

aktiv, vielfältig interessiert

und bestrebt, so lange wie möglich,

eigenständig und selbstbestimmt zu

leben. Der Bedarf der zukünftigen

Alten wird sich von Grund auf wandeln.

Angepasste Angebote sind erforderlich.

Zoar-Direktorin Martina

Leib-Herr wurde von SWR1-Moderator

Michael Lueg auch zum Thema

Inklusion befragt. „Wir schaffen Inklusion,

indem wir unsere Einrichtungen

öffnen“, sagte sie. Vor allem dem

Kontakt zu Vereinen und Verbänden

messe man große Bedeutung zu.

„Indem wir für diese Zielgruppen bei

Bedarf Räume in unseren Einrichtungen

zur Verfügung stellen, bauen wir

Hemmnisse ab, eine stationäre Einrichtung

zu betreten.“

Dr. Ludwig Burgdörfer, Leiter Missionarisch-Ökumenischer

Dienst (MÖD), Landau, widmete sich dem Thema

Sterbe- und Trauerbegleitung mit seinem Vortrag

„Trauer-Abschied-Liebesmüh“. Inhalte: Umgang mit

Sterbenden und deren Angehörigen, Hospizarbeit

und Palliativversorgung, Auseinandersetzung mit der

Vergänglichkeit der menschlichen Existenz, würdiges

Leben im Vorfeld des Todes, Sterben als Abschied, Trauer

als Schwerstarbeit, Trauer = Liebe, christlich-ethische

Begleitung. Beispiele: Erfahrungen aus seiner Kindheit,

persönliches Wissen aus langjähriger Sterbe- und

Trauerbegleitung

Monja Seckler-Classen, Einrichtungsleiterin des

Zoar – Rheinhessischen Diakonie-Zentrums Heidesheim,

sprach zum Thema „Wo anders sein normal

ist! Von der Siechenanstalt zum gemeinschaftlichen

Wohnprojekt“. Inhalte: Entwicklung von der Vergangenheit

über die Gegenwart zur Zukunft, Zukunftsvisionen

vor dem Hintergrund der Historie, Ambulante

Angebote an dezentralen Standorten, Einbindung

einer Kindertagesstätte, Quartiersentwicklung,

städtebauliche Ideen und Einbeziehung der Bewohner.

Beispiele: konkrete Entwicklungen und Baumaßnahmen

auf dem Campus des Rheinhessischen Diakonie-

Zentrums

Zoar-Magazin 4 | 2016

21


Zoar präsentiert sich

Selbstbestimmung und aktive

Teilhabe

Mit dem Thema Quartiersentwicklung

befasse sich Zoar gleich an

mehreren Standorten. So auch in

Heidesheim; Einrichtungsleiterin

des Zoar – Rheinhessischen Diakonie-Zentrums,

Monja Seckler-Classen,

referierte über die Entwicklung

„Von der Siechenanstalt zum gemeinschaftlichen

Wohnprojekt“ und

formulierte den Slogan „Wo anders

sein normal ist“. Verstärkt wird es in

der Zukunft um inklusives, solidarisches

und teilhabeorientiertes Leben

in einem Sozialraum gehen, um

beeinträchtigte Menschen dabei zu

unterstützen, ihr Leben im Rahmen

ihrer Möglichkeiten aktiv zu gestalten.

Bei dieser Entwicklung komme

auch den Ehrenamtlichen eine große

Bedeutung zu. „Wir sind den rund

hundert Ehrenamtlichen, die sich für

die Menschen bei Zoar einsetzen,

sehr dankbar“, so Direktorin Leib-

Herr. „Ohne deren Unterstützung

wäre so manches Zusatzangebot im

Rahmen der Betreuung und Förderung

nicht möglich.“

Sozialraumorientierung birgt

neue Chancen

In der Experten-Diskussionsrunde,

die von Michael Lueg geleitet wurde,

wurde unter anderem über neue

Wohnkonzepte (zum Beispiel das

„Bielefelder Modell“) für ein selbstbestimmtes

Leben im Alter

gesprochen. Verstärkt geht es dabei

um inklusives, solidarisches und

teilhabeorientiertes Leben in einem

Sozialraum (Dorf, Kommune, Kreis

oder Quartier). Das unmittelbare

Lebensumfeld ist eine bedeutende

Basis schneller Unterstützung und

Hilfe. Neue Wohnprojekte, Initiativen

zur Verbesserung der Lebensqualität,

gegenseitige Unterstützung

und Solidarität machen zum

Beispiel Nachbarschaft zu einer Ressource,

von der jeder Einzelne profitieren

kann. Nachbarn bilden einen

Querschnitt der Gesellschaft; sie

sind jung und alt, unterschiedlichster

kultureller und religiöser Herkunft,

wohnen allein oder gemeinsam,

sind Familien in allen

Konstellationen. Gerade in ländlich

geprägten Gebieten, die schon heute

vom demographischen Wandel

betroffen sind, werden diese veränderten

Bedarfe zur großen Herausforderung.

Auch der bereits bestehende Fachkräftemangel

wird von der demographischen

Entwicklung noch verstärkt.

Im Rahmen der Diskussionsrunde

wurde darüber gesprochen,

mit welchen Mitteln diesem personellen

Problem am besten zu begegnen

ist. „Bei der Lösung ist vor allem

auf einen Mix diverser Komponenten

zu setzen“, sagte Diskussionsteilnehmer

Peter Kaiser. „Wir setzen

unsere Bemühungen darein, Zoar zu

einer bekannten Marke und zu einem

noch attraktiveren Arbeitgeber

22 Zoar-Magazin 4 | 2016


Zoar präsentiert sich

zu machen.“ Außerdem habe man

bereits vor geraumer Zeit die Weichen

für den Einsatz auswärtiger

Fachkräfte gestellt. „In Ungarn befindet

sich ein Klassenverbund angehender

Pflegekräfte in Ausbildung,

der ab Herbst 2017 in Etappen

bei uns eingearbeitet wird, um die

Teams in den Häusern personell

aufzustocken“, ergänzte Martina

Leib-Herr.

Sterbebegleitung: würdiges

Leben im Vorfeld des Todes

und würdiges Sterben

Eine andere große Herausforderung

ist die Begleitung auf dem letzten

Lebensweg; die Sterbebegleitung.

Hospizarbeit und Palliativversorgung

erlangen eine immer größere

Bedeutung. Auch hier bedarf es weiterer

Angebote; abgedeckt von fachkompetentem

Personal. In diesem

Zusammenhang wurde über das in

Rockenhausen geplante stationäre

Hospiz gesprochen, dessen Träger

das Evangelische Diakoniewerk Zoar

sein wird. „Wir nehmen in unseren

Einrichtungen viele Bewohner auf,

die aufgrund ihrer Bedürfnisse in der

letzten Lebensphase eher in einem

Hospiz versorgt werden sollten“,

sagte Zoar-Direktorin Martina Leib-

Herr. Mehrfach erwähnt wurden die

grundlegenden Zielsetzungen der

Hospiz- und Palliativarbeit; der Respekt

sowie die Achtung und Anerkennung

der Würde des Menschen

sowie die Sicherung von Lebensqualität

und christlich-ethischer Begleitung

in der letzten Lebensphase vor

dem Tod.

Rahmenprogramm und

Aussteller

Das Rahmenprogramm wurde gestaltet

von der Zoar-Tanzgruppe

„Fit for Dance“ aus Alzey, die mit

Trainerin Klaudia Folz auf der Bühne

stand und mehrere Tänze vorführte,

sowie von „Drum Olé“, einer Groove-

Percussion mit selbstgebastelten

„Shakern“. Beide bewegungsorientierten

Auftritte animierten die

Gäste in den Pausen zwischen den

Vorträgen zum Mitmachen; und so

wurde geklatscht, getrampelt und

gerasselt. Diverse Aussteller aus

dem Bereich der Pflege-, Betreuungs-

und Unterstützungsbedarfe

präsentierten in den Tagungspausen

ihre Produkte und Dienstleistungen.

Außerdem nutzten die Teilnehmer

des Symposiums die Pausen, um sich

fachlich auszutauschen und die Expertenvorträge

zu kommentieren.

Alexandra Koch

Das 3. Zoar-Symposium, dann

wieder im Bereich Eingliederungshilfe,

wird am 15. November

2018 stattfinden.

Zoar-Magazin 4 | 2016

23


Zoar präsentiert sich

2. Zoar-Symposium

Erlebnisbericht von Alina Armbrust (19),

Auszubildende im Evangelischen

Diakoniewerk Zoar

Im November 2016 fand in der Stadthalle in Kirchheimbolanden

das 2. Zoar-Symposium, diesmal

unter dem Motto „2030: Wohnen-Leben-Pflegen.

Den Weg ins Alter bewusst gestalten“ statt. Als neue

Auszubildende durfte ich mit zwei anderen Auszubildenden

(Selina Philippi und Sandra Busch) bei der

Veranstaltung mithelfen. Während unseres Counter-Dienstes

teilten wir den Gästen beim „Come

together“ Namensschilder und Projektmappen aus

und wiesen auf die Garderobe hin, was ich persönlich

interessant fand, da man zu vielen Namen, die

man schon öfter gehört, oder deren Stimmen man

schon am Telefon hatte, auch mal ein Gesicht vor

Augen bekam.

Das Programm und der Ablauf

Die Veranstaltung startete um 9.00 Uhr mit der

Begrüßung des Moderators Michael Lueg. Unter

Einbeziehung des Publikums anhand einer kleinen

Umfrage zu persönlichen Gedanken an die Zeit nach

der Rente gelang ihm eine lockere und herzliche

Einleitung zum Thema der Veranstaltung. Bei der

Umfrage waren sich im Prinzip alle einig, dass sie so

lange wie möglich selbstbestimmt leben möchten.

Weitere Begrüßungen gab es noch von Direktorin

Frau Leib-Herr, Herrn Kirsch und Herrn Dr. Melchior.

Über den Tag verteilt folgten dann die Vorträge der

Referenten: Pfarrer Norbert Becker, theologischer

Vorstand des Diakoniezentrums Pirmasens, Monja

Seckler-Classen, Einrichtungsleiterin Zoar – Rheinhessisches

Diakonie-Zentrum Heidesheim, Pfarrer Dr. Ludwig

Burgdörfer, Leiter Missionarisch-Ökumenischer Dienst,

und Joshua Hampp vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung.

Gedicht von Mascha Kaléko berührt

Die Themen der Vorträge fand ich persönlich sehr interessant.

Man erhielt viele Einblicke in die unterschiedlichen

Fachgebiete der Referenten. Durch verschiedene

Power-Point Präsentationen wurden die Themen teilweise

auch veranschaulicht. Obwohl ich vor der Veranstaltung,

ehrlich gesagt, eher skeptisch war und davon

ausging, dass das für mich vielleicht ein wenig langweilig

werden könnte, weil das Thema in Anbetracht

meines Alters für mich noch ziemlich weit weg scheint,

fand ich die Vorträge größtenteils doch interessant und

bin froh, dass ich teilnehmen und zuhören durfte.

24 Zoar-Magazin 4 | 2016


Zoar präsentiert sich

Mir persönlich hat am besten der Vortrag von Herrn Dr.

Burgdörfer über Sterbe- und Trauerbegleitung gefallen.

Das Thema an sich finde ich schon sehr interessant und

durch die Art und Weise der Präsentation erschien mir

der Vortrag kurzweilig. Mit kleinen Geschichten, einem

Gebet und einem Liedtext ging er darauf ein, was es für

Hinterbliebene bedeutet, einen geliebten Menschen zu

verlieren; und auch auf Fragen, die sich wahrscheinlich

jeder schon einmal gestellt hat,

ging er ein: „Gibt es etwas nach

dem Tod?“, „Sehen wir geliebte

Menschen irgendwann

wieder?“. Sehr schön fand ich

auch das Gedicht „Memento“

von Mascha Kaléko, mit dem

Herr Burgdörfer seinen Vortrag

beendet hat. Darin werden die

Gefühle des Menschen hinsichtlich

des eigenen und des

Todes anderer beschrieben. Mit

dem letzten Satz des Gedichts

„Bedenkt; den eignen Tod, den

stirbt man nur, doch mit dem

Tod der anderen muss man leben“ war der Vortrag dann

beendet, und ich persönlich eher ruhig und nachdenklich

gestimmt, da es meiner Meinung nach ein sehr

berührendes Gedicht ist.

Abwechslungsreiche Programmpunkte

Ein schneller Stimmungswechsel kam dann mit dem

Auftritt der Tanzgruppe „Fit for Dance“ der Zoar-Werkstätten

Alzey. Mit moderner Musik und Tücher-Tanz

brachte die Truppe richtig gute Stimmung in die Halle

und animierte das Publikum sogar dazu mitzutanzen.

Ich selbst habe die Gruppe vorher noch nie gesehen,

und der Auftritt hat mir wirklich gut gefallen, vor allem

weil man den Tänzern die Freude beim Tanzen wirklich

angesehen hat. Auch bei der „Drum Olé“-Performance

war das Publikum miteinbezogen, und alle waren

bemüht, die Anweisungen des Entertainers richtig

umzusetzen und im Takt zu rasseln. Die Einlage passte

auch gerade richtig in den Ablauf, da sie direkt nach

der Mittagspause war und die Besucher motiviert und

aktiviert wurden für die noch folgenden Vorträge.

Was mir außerdem noch sehr gut gefallen hat, war

der Kurzfilm, den Frau Seckler-Classen gegen Ende

ihres Vortrags zeigte. In dem Film wurden die verschiedensten

Menschen aus allen möglichen Generationen

gefragt, was man am Zoar-Standort Heidesheim alles

machen könne. Angefangen von den Kindern der Kindertagesstätte

bis hin zu Bewohnern der Wohnheime

und Mitarbeitern wurden alle befragt, und es schien

so, als würde es allen gut gefallen in Heidesheim. Ich

fand den Kurzfilm und die Aufnahmen der verschiedenen

Bereiche sehr schön, da die Menschen alle sehr

sympathisch und vor allem auch authentisch wirkten.

Viele positive Rückmeldungen

Insgesamt finde ich auch, dass die Organisation der

Veranstaltung sehr gut gelungen war. Auch wenn es

gegen Ende vielleicht etwas schwieriger wurde, noch

konzentriert zuzuhören, da es ja doch eine relativ lange

Veranstaltung war, wurden genügend gut gesetzte

Pausen eingeplant, in denen man Zeit hatte, sich zu

stärken und sich mit anderen auszutauschen. Durch

die Auftritte der Tanzgruppe und durch die „Drum

Olé“-Einlage wurde das Programm außerdem aufgelockert.

So hatte man eine gute Mischung von Vorträgen,

Diskussionsrunden, der sympathischen Moderation

von Herrn Lueg und musikalischen Einlagen.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich froh bin,

dass ich bei der Veranstaltung dabei sein konnte. Ich

bin auch froh, dass ich bei einem Teil der Vorbereitungen

mithelfen durfte, weil ich im November in

der Abteilung „Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und

Fundraising“ gearbeitet habe. Somit konnte auch ich

„ein kleines bisschen“ zum Gelingen des Symposiums

beitragen. Auch von anderen Mitarbeitern, mit denen

ich in den Pausen gesprochen habe, habe ich nur positive

Rückmeldungen bekommen. Für mich war es vor

allem auch interessant zu sehen, was alles hinter der

Planung einer solchen Veranstaltung steckt und an

was alles gedacht werden muss. Alles in allem denke

ich, dass sich die Mühe auf jeden Fall gelohnt hat und

sich viele der Teilnehmer schon auf das nächste Symposium

im November 2018 freuen.

Alina Armbrust

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Kunst & Kreativität

Atelier in der Bezirksamtsstraße 10 in Rockenhausen

Zoar-Malkurs bald in neuen Räumen

Die große Glasfront im Eingangsbereich ist mit Exponaten aus dem Zoar-Kunstgewerbe dekoriert.

Der Raum dahinter gibt den Blick frei auf eine bunte Bildergalerie und verrät, was die Stunde

geschlagen hat: Der Malkurs des Evangelischen Diakoniewerks Zoar bekommt ein neues Zuhause.

Das von Inge Benzing eingereichte Bild wurde für das Kalenderblatt Oktober

im Kalender „Behinderte Menschen malen“ 2017 nominiert.

Werke, die im Malkurs

entstanden sind

Mitten in Rockenhausen

wurde kürzlich

das kleine Atelier mit

einer Ausstellung eingeweiht, deren

Werke so unterschiedlich sind wie

die Künstler des Malkurses, der

von den Ambulanten Angeboten

Rockenhausen angeboten wird.

Der Umzug des Malkurses von der

Bahnhofstraße in die Bezirksamtsstraße

10 soll demnächst erfolgen.

Licht flutet durch die Fenster und

bringt die bunten Bilder an den

Wänden besonders gut zur Geltung.

Die große Räumlichkeit atmet Kreativität,

Ideen schweben durch die

Luft. Leuchtende Landschaften, him-

melblaues Meer, farbenfrohe Stimmungsbilder

und eigenwillige Stillleben

– die Palette der Motive ist breit

gefächert und so unterschiedlich

wie die Künstler selbst. „Die Teilnehmer

sind stolz auf ihre Bilder“, berichtet

Doris Venske (78). Sie leitet

den Malkurs seit Herbst 2014 ehrenamtlich.

In der Anfangszeit arbeitete

sie mit vier Frauen. Inzwischen ist

die kleine Gruppe auf neun Frauen

und Männer gewachsen, die sich

einmal in der Woche mit der experimentellen

Malerei auseinandersetzen.

Sie schätzen es sehr, mit Doris

Venske in einer Atmosphäre der

Wertschätzung, Offenheit und des

Vertrauens zusammenzuarbeiten.

Mit Malen Stress bewältigen

Doris Venske hat schon als Kind gerne

gemalt. Sie ist Autodidaktin. Vor

kurzem nahm sie sich die Zeit, bei

einer Kunsttherapeutin in Heiligenmoschel

ihre Kenntnisse bezüglich

Aquarell-Malerei zu vertiefen. In

jungen Jahren blieb nicht viel Zeit

für ihr Hobby. Beruf und Familie forderten

sie. „Früher als ich noch berufstätig

war, ging ich schon mal mit

dem Mal-Block in den Wald, wenn

ich meine Ruhe haben und Stress

abbauen wollte“, erzählt sie lachend

im Rückblick.

Als sie sechzig Jahre alt wurde und

in Rente ging, machte Doris Venske

26 Zoar-Magazin 4 | 2016


Kunst & Kreativität

Eugenie Wilding (61): „Ich komme gerne in den Malunterricht“, erzählt

Eugenie Wilding. „Wir lachen viel in unserer Gruppe und das gemeinsame

Malen macht viel Spaß.“ Sie liebt es, Bilder mit Acrylfarbe zu

spachteln. „Frau Venske hat uns schon viele unterschiedliche Techniken

vermittelt“, erzählt die gelehrige Schülerin weiter. Dazu gehört auch

die Tupf-Technik. Eine ihrer Spezialitäten sind schraffierte Landschaftsbilder.

Eugenie Wilding hat schon als Kind gerne gemalt. Ihr Vater erkannte

das Talent seiner Tochter und schenkte der damals Zehnjährigen

ihren ersten Ölfarben-Malkasten. Das hat sie geprägt. Ihre Kreativität

beschränkt sich nicht nur auf die Malerei. Sie ist gerne handwerklich

tätig und bastelt und strickt in ihrer Freizeit.

Pläne, Menschen mit Beeinträchtigung

an der Volkshochschule Kurse

anzubieten und sie in Malerei zu

unterrichten. Doch es kam erst einmal

anders als geplant. Über mehrere

Wochen betreute sie in drei aufeinanderfolgenden

Jahren Mädchen

aus Tschernobyl. Dann pflegte sie

ihre Schwiegermutter, bis sie im

gesegneten Alter von 101 Jahren

verstarb. Inzwischen waren sechzehn

Jahre ins Land gegangen und

die aktive Rentnerin besann sich

wieder auf ihren früheren Wunsch,

Menschen mit Beeinträchtigung im

Malen zu unterrichten. „Nun wurde

es langsam Zeit, meine Vorstellungen

in die Tat umzusetzen“, erzählt

die rüstige Rentnerin mit dem bewundernswerten

Elan. Ihre Schwiegertochter

Barbara Venske, Einrichtungsleiterin

des Pfälzischen

Diakonie-Zentrums Rockenhausen,

bestärkte sie in ihrem Vorhaben und

hatte eine zündende Idee: „Biete

doch in der Tagesstruktur von ‚Zoar

zentral‘ in Rockenhausen einen Malkurs

an.“ Das ließ sich Doris Venske

nicht zweimal sagen und unterrichtete

schon kurze Zeit später die ersten

Malschüler.

Von der Natur inspiriert

Einfühlsam nimmt sie ihren Schützlingen

die Angst vor der Farbe. Verwendung

finden Kreide, Farbstifte,

Inge Benzing ✝ malte leidenschaftlich

gerne. Malen war

ein wichtiger Bestandteil ihres

Lebens. Sie malte mit Filzstiften,

Bleistiften, Ölkreide, Pastellkreide

und Faserschreiber. Ihre Motive

waren meist sehr filigran. Sie

arbeitete gerne mit Zeichentusche.

„Im Kurs kann ich sehr

gut entspannen, habe weniger

Stress“, erzählte sie. Die Natur

lieferte ihr die besten Motive wie

Tiere, Pflanzen, Landschaften mit

Meer, Felsen, Strand und Sonnenaufgang.

Auch ihre Lieblingsplät-

Wasser- und Acrylfarbe, Wachs- und

Fettstifte. Sie lässt ihren Schülern

jede künstlerische Freiheit und

machte kaum Vorgaben im Umgang

mit Pinsel und Farbe. Doris Venske

leitet lediglich die verschiedenen

Inge Benzing nahm an der Eröffnung

der neuen Räume in der Bezirksamtsstraße

10 teil und zeigte

voller Freude ihre Werke. Sie verstarb

wenige Wochen danach.

ze waren ein beliebtes Motiv und

fanden sich oft in ihren Bildern

wieder. 1990 malte Inge Benzing

zum ersten Mal für den Kalender

„Behinderte Menschen malen“.

Mehrere ihrer Bilder waren bereits

in den Kalendern der letzten Jahre

vertreten. Für sie war dies eine

„Anerkennung für viele Jahre

Malen“.

Ein letztes Mal nahm Inge Benzing

an der Ausschreibung für

den Kalender 2017 „Behinderte

Menschen malen“ teil. Sie war

glücklich und voller Freude als

sie erfuhr, dass ihr Bild für das

Oktober-Kalenderblatt nominiert

wurde. Die Glückwünsche der Jury

konnte sie nicht mehr entgegennehmen.

Inge Benzing verstarb

wenige Tage vor der Feier.

Techniken an, wie zum Beispiel Tupf-

Technik, Schraffier-Technik und

Schicht-Technik. Die Künstler lassen

sich hauptsächlich von der Natur

inspirieren: von Landschaften, Blumen

und Tiere. Dabei haben ihre

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Kunst & Kreativität

Jolanthe Lauer (39): „Jojo“, wie Jolanthe Lauer von ihren Freunden

liebevoll genannt wird, kommt erst seit einem halben Jahr

zum Malkurs. Sie entpuppte sich als Naturtalent. Es ist kaum zu

glauben, dass sie noch nie zuvor mit Pinsel und Farbe gearbeitet

hat. „Das Talent habe ich bestimmt von meinem Opa geerbt“,

erzählt sie lachend. Malen sei ihr zur Stressbewältigung

empfohlen worden. Am liebsten arbeitet Jolanthe Lauer mit der

Spachtel-Technik und gestaltet auf diese Weise ausdrucksvolle

Landschaftsbilder.

Stürmisches See, Klippen und Strand: Jolanthe Lauer zeigt eines

ihrer Lieblingsmotive, das sie in Spachtel-Technik gearbeitet hat.

Schüler die anfänglich „gewohnte

Sehweise“ verlassen und sich mutig

neuer, gestalterischer Möglichkeiten

zugewandt. Auf diese Weise haben

alle Teilnehmer inzwischen ihren

eigenen Stil entwickelt. „Das Wichtigste

ist jedoch, dass Malen Spaß

macht“, sagt Doris Venske. „Außerdem

stärkt das Malen die Persönlichkeit

und hat therapeutische Wirkung“,

berichtet sie über die

positiven Aspekte der Malerei.

Doch nicht nur die Beschäftigung

mit Pinsel

und Farbe macht Venskes

Schülern Spaß. Zum Abschluss

einer jeden Malstunde

wird in der Gruppe

das gemütliche

Beisammensein gepflegt.

Dazu werden Kaffee und

Kakao gekocht sowie der

Tisch hübsch gedeckt.

Meistens bringt Doris

Venske Kuchen, süße Teilchen

oder Lebkuchen mit.

In geselliger Runde

kommt es auch schon mal

vor, dass Doris Venske die

Mundharmonika auspackt und ein

paar Lieder spielt. Ein jeder genießt

diese halbe Stunde auf seine Art.

Anschließend wird gemeinsam aufgeräumt.

Dabei packen alle mit an.

Kunigunde Otterbein

Ein Blick in den

Eingangsbereich der

neuen Zoar-Räume

in der Bezirksamtsstraße

10.

Doris Venske malt gerne. Sie unterrichtet den

Zoar-Mal-Kurs. Sie macht das ehrenamtlich.

Der Mal-Kurs ist in der Bahnhofstraße in Rockenhausen.

Am Eingang steht: „Zoar zentral“.

Demnächst wird der Mal-Kurs umziehen.

In die Bezirksamtsstraße 10 in Rockenhausen.

Dort wurde kürzlich ein großer, heller Raum

eingeweiht. Dazu gab es eine Bilder-Ausstellung.

Die Eröffnung von der Ausstellung

nennt man Vernissage. Den Raum nennt man

Atelier. Da entstehen die Kunst-Werke.

28 Zoar-Magazin 4 | 2016


Kunst & Kreativität

Doris Venske ist mit ihren 78 Jahren überaus aktiv. Sie ist Mutter

von zwei Töchtern und einem Sohn und stolze Großmutter von

vier Enkeltöchtern. „Freitags ist Oma-Tag“, erzählt Doris Venske

glücklich. Sie liebt Katzen. Katzenskulpturen aus Holz, in Stein

gemeißelt oder in Ton gebrannt erzählen in ihrem Zuhause von

dieser Leidenschaft. Und ihr schwarzer Kater „Puschel“ kann sein

Frauchen „um die Kralle wickeln“.

Die schnurrigen Vierbeiner auf Samtpfoten sind auch die Helden

in ihren Büchern, die Doris Venske jedes Jahr mit viel Liebe

schreibt und selbst illustriert. Eines der Bücher ist der graugetigerten

Katze „Freddy“ gewidmet, die im biblischen Alter von

23 Jahren sanft einschlief. „Früher hatten wir nicht viel Geld, und da habe ich für meine Kinder zu Weihnachten

ein Buch gemacht“, erzählt sie und zeigt eines der ersten Kinderbücher in einer Spiralbindung. Heute sind ihre

kleinen Büchlein professionell gebunden und ein schönes Geschenk für ihre Enkelinnen, die sich jedes Jahr über

ein neues Werk von ihrer Großmutter freuen.

Doris Venske freut sich über jede Aufgabe. Langeweile ist für sie ein Fremdwort. Morgens strickt sie gerne,

„das ist gut für meine Hände, damit sie nicht steif werden“, sagt sie, und ihre Familie freut sich über die warmen

Socken. Die quirlige Rentnerin bietet seit September 2016 einen zusätzlichen Malkurs im Mehrgenerationenhaus

in Otterberg an. Sie ist auch im Museumskreis Rockenhausen tätig. Zu einem Frühstück in den Räumen

des Heimatmuseums hatte sie vor kurzem ihren Malkurs eingeladen. Ganz nebenbei erfuhren die Teilnehmer

interessante Geschichten über die ausgestellten Exponate im Heimatmuseum. Darüber hinaus organisierte sie

mit ihrem Mann und in Absprache mit Zoar-Mitarbeiterin Tina Condé von „Zoar zentral“ für die Teilnehmer der

Tagesstruktur eine Führung im Steinbruch „Eisensteiner Kopf“ in Kirchheimbolanden.

Teilnehmerinnen des Malkurses mit ihrer Kursleiterin:

(v.l.n.r.) Eugenie Wilding, Inge Benzing ✝, Jolanthe Lauer,

Doris Venske und Christiane Reithmann

Malen macht Spaß. Im Mal-Kurs wird viel gelacht.

Die Künstler zeichnen und malen auf

Papier. Sie zeichnen mit Stiften. Oder sie malen

mit dem Pinsel. Dazu verwenden sie Öl-

Farben. Oder auch Acryl-Farben. Malen ist

auch eine Art Therapie. Malen beruhigt.

Malen fördert die Aufmerksamkeit.

Das haben die Künstler gemeinsam:

Sie haben Kunst nicht gelernt. Sie leben nicht

von der Kunst. Das haben die Kunst-Werke gemeinsam:

Die Kunst hat keine Regeln. Es ist

eine einfache Bild-Sprache. Gefühle werden

ohne Worte ausgedrückt. Gefühle wachsen

beim Ansehen der Bilder. Man glaubt dem

Bild. Man kann sich vorstellen, was der

Künstler fühlt.

Jeder Künstler ist ein schöpferischer Mensch.

Jeder Künstler ist anders. Doch alle haben etwas

gemeinsam: Sie schaffen etwas Neues. Das ist

sehr spannend.

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Menschen bei Zoar

Dank Zoar auf einen guten Weg gebracht

Ralf Feldle ist ein positives Beispiel

für gelungene Inklusion

Ralf Feldle (54) arbeitet im Technischen Bereich

und gehört zu den „dienstbaren Geistern“ auf

dem Inkelthalerhof in Rockenhausen. Der versierte

Handwerker scheut keine Arbeit und ist aus dem

Team von Udo Schönenberger nicht mehr wegzudenken.

Er ist zur Stelle, wenn Veranstaltungsmaterial

zu schleppen ist, wenn Montage- und

Reparaturarbeiten anstehen oder sanitäre Anlagen

verstopft sind. Wenn Not am Mann ist, ist der

gelernte Elektro-Installateur auch an anderen

Zoar-Standorten als Hausmeister unterwegs.

Arbeit in luftiger Höhe: Ralf Feldle und Ronny Mehler

warten die Außenbeleuchtung auf dem Inkelthalerhof.

Ralf Feldle ist auf

dem Weg zu seinem

nächsten Einsatzort.

Das war nicht immer so. Die Überforderung

ihn seinem Beruf riss Ralf Feldle aus der Bahn.

Es kam zu einem „Burnout“ mit allen negativen

Begleiterscheinungen. Um seine lebenspraktischen

Kompetenzen wiederzuerlangen, brauchte Ralf Feldle

weiterführende Hilfe und Unterstützung. Beides fand er

im März 2011 beim Diakoniewerk Zoar in Rockenhausen.

„Ich brauchte ein halbes Jahr, um wieder in Gang zu

kommen“, erzählt er im Rückblick auf diese schwierige

Lebensphase. Schritt für Schritt lernte er, sich wieder in

der Normalität des Alltags zurechtzufinden.

Noch in der Eingliederungsphase machte er ein Praktikum

im Kunstgewerbe auf dem Inkelthalerhof in Rockenhausen.

Schon bald fühlte sich Ralf Feldle so gefestigt,

dass er nach neuen Herausforderungen Ausschau hielt.

Die fand er als Helfer in der Küche der Werkstätten

Rockenhausen. Mit dem Gesundheitspass, den er

30 Zoar-Magazin 4 | 2016


Menschen bei Zoar

Der Technische Bereich des Diakoniewerks Zoar

Seit 35 Jahren ist Udo Schönenberger der Leiter des

Technischen Bereichs. Er kennt den Inkelthalerhof

und die Bausubstanz der Wohnbereiche wie kaum

ein anderer. „Wir sehen uns als Dienstleister. In

erster Linie sind wir unseren Bewohnern verpflichtet.

Wir haben die Aufgabe, die häuslichen Rahmenbedingungen

in den Wohnbereichen aufrecht zu

erhalten“, erklärt er. „Mit unserer Arbeit tragen

wir dazu bei, das Wohlbefinden der Bewohner

zu fördern.“

Häusliche Rahmenbedingungen aufrechterhalten

Hinter diesen Worten steht ein komplexes Aufgaben-

und Arbeitsgebiet, das alle Arbeiten im und

ums Haus beinhaltet. Die Mitarbeiter vom Technischen

Bereich sorgen für Wärme und Licht in den

Häusern. Sie bauen Möbel auf und ab und achten

darauf, dass alle technischen Geräte funktionieren.

Sie leisten Winterdienste und betreuen die Mitarbeiter

mit Beeinträchtigung, die im Technischen

Bereich arbeiten. „Wir sind bestrebt, Reparaturen

in den Häusern kurzfristig auszuführen“, berichtet

Udo Schönenberger. Ihm liegt das Wohl der Bewohner

sehr am Herzen.

Kein Fest ohne den Technischen Bereich

Bei der Vorbereitung von Festen und Veranstaltungen

ist der Technische Bereich ebenfalls gefordert.

Bänke und Tische werden auf- und abgebaut,

Zelte gestellt, Versorgungsleitungen gelegt und

Verkaufstheken an Ort und Stelle gebracht. Ohne

die Hilfe und die zahlreichen Handreichungen der

dienstbaren Geister vom Technischen Bereich

wären die großen Feste auf dem Inkelthalerhof

nicht denkbar.

Die Vertretung der Hausmeister an den anderen

Standorten gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet

des Technischen Bereichs. Darüber hinaus sind die

Mitarbeiter Ansprechpartner für die Fremdfirmen,

die auf dem Zoar-Gelände arbeiten. Außerdem wird

dafür gesorgt, dass sicherheitstechnische Einrichtungen

immer auf dem neuesten Stand sind.

Zurzeit arbeiten neun Fachkräfte im Technischen

Bereich: Schreiner, Maler, Elektriker, Heizungsbauer

und Installateure. Sie sind zwar den Häusern auf dem

Inkelthalerhof zugeordnet, werden aber auch fachspezifisch

eingesetzt. Die Aufträge erhält der Technische

Bereich über die Zentralen Dienstleistungen.

problemlos erhielt, wurde den gesetzlichen Vorgaben

Rechnung getragen. „Die Arbeit machte mir richtigen

Spaß. Ich habe mit fünf Frauen zusammengearbeitet

und war der ‚Hahn im Korb‘.“ Die Hauswirtschafterinnen

lernten ihn als höflichen und gewissenhaften Mitarbeiter

zu schätzen und waren schon ein wenig traurig, als

Ralf Feldle sich entschloss, wieder berufsnah zu arbeiten.

Die Möglichkeit im Rahmen der Beschäftigung durch die

Zoar-Werkstätten in den Technischen Bereich zu wechseln,

eröffnete ihm im Mai 2013 neue Perspektiven.

Zeitgleich absolvierte er erfolgreich den Berufsbildungsbereich.

Kollegiales Miteinander

„Ralf Feldle hatte vier Wochen Probezeit“, erinnert sich

Udo Schönenberger, Leiter des Technischen Bereichs,

„aber schon innerhalb kürzester Zeit war klar, dass wir

ihn nicht mehr weglassen. Er ist ein wichtiger Pfeiler

unseres Teams, und wir schätzen die gute, kollegiale

Zusammenarbeit.“ Zunächst arbeitete Ralf Feldle mit

den Kollegen Markus Bohlander und Tobias Frölich zusammen,

die ihm notwendige Kenntnisse vermittelten.

Schnell lernte er mit den Anforderungen umzugehen,

die täglich an den Technischen Bereich gestellt werden.

Die Arbeit macht ihm Spaß. Sein Tagesablauf bekam eine

neue Struktur und neue Inhalte. Die Akzeptanz, die er

im Kollegenkreis und bei den Verwaltungsmitarbeitern

erfährt, festigt sein Selbstwertgefühl und bestärkt

ihn zusehends.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Udo Schönenberger ist sehr zufrieden mit seinem Mitarbeiter.

„Herr Feldle bekommt Reparaturanträge zugeteilt,

die im Technischen Bereich eingehen und arbeitet sie

weitestgehend selbstständig ab. Er kümmert sich umfassend

um die Aufträge und gibt in den Häusern eine Rückmeldung,

wenn die Arbeiten ausgeführt sind. Die Dokumentation

macht er perfekt. Er nimmt uns viel Arbeit ab,

organisiert und übernimmt Verantwortung“, lobt er. Ralf

Feldle ist für ihn das positive Beispiel für Inklusion, für

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Menschen bei Zoar

Mit seinen Kollegen versteht

sich Ralf Feldle (rechts) sehr gut;

(v.l.) die Elektriker Nils Schröder

und Ronny Mehler.

Arbeitsbesprechung:

Udo Schönenberger und Ralf Feldle

eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft und Arbeitswelt.

Natürlich herrscht nicht jeden Tag „eitel Freud und

Sonnenschein“. Aber Ralf Feldle kann auch mit Negativem

umgehen, ohne dass es ihn aus dem Konzept bringt

und sich auf die Arbeit auswirkt. „Er ist eine starke

Persönlichkeit und ein Perfektionist, auf den hundertprozentig

Verlass ist. Wir arbeiten eng zusammen und

reflektieren zeitnah anstehende Probleme“, erklärt Udo

Schönenberger. Ihm ist es wichtig, seinen Mitarbeitern

auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen Respekt und Achtung

entgegenzubringen und ihre Leistungsbereitschaft

und ihre Leistungen anzuerkennen. Er ist für seine Mitarbeiter

nicht nur Vorgesetzter, sondern auch ein Freund.

Mit beiden Beinen im Leben

Ralf Feldle ist wieder im normalen Alltag angekommen.

„Ich habe Zoar gebraucht, um das zu erreichen, was ich

heute bin“, reflektiert er seine positive Entwicklung in

den letzten fünf Jahren. Er sieht seine berufliche Zukunft

auch weiterhin bei Zoar und nicht in der freien Wirtschaft.

Besonders stolz ist er auf seinen Schritt in die

Selbstständigkeit, weg aus der Wohngemeinschaft, hin

zur eigenen Wohnung. Aus eigener Kraft heraus bemühte

er sich um eine kleine Wohnung im Zentrum von Rockenhausen.

„Das war nicht einfach“, erzählt er, „denn in

der Stadt sind Wohnungen für Zoar-Bewohner dünn gesät.

Es ist schwer, gegen die Vorurteile im Kopf der Menschen

anzukämpfen. Viele machen einfach ,dicht‘, wenn

sie Zoar hören“. Aber durch die Fürsprache der engagierten

Zoar-Mitarbeiterin Anja Orth hat es am Ende doch

geklappt und Ralf Feldle bezog im August letzten Jahres

seine eigenen vier Wände. Beim Umzug halfen sein

Kollege Ronny Mehler und sein Chef Udo Schönenberger

tatkräftig mit. Das Cafeteria-Team vom Inkelthalerhof

übernahm die gestalterische Beratung und brachte zur

Wohnungseinweihung Blumen mit. Mit gebrauchten

Möbeln unterstützte Zoar sein Vorhaben, selbstständig

und weitestgehend unabhängig zu leben.

Zukunftspläne mit Zoar an seiner Seite

Auch in seinem privaten Umfeld ist Ralf Feldle sehr engagiert

und hilfsbereit. „Man muss mit den Leuten reden“,

ist seine Devise und ein Grund, warum er sich bei „Der

Tafel“ in Rockenhausen tatkräftig einbringt. Er interessiert

sich und nimmt Anteil an den Schicksalen der

Menschen. Ralf Feldle genießt sein neues Leben. Er pflegt

seine sozialen Kontakte, geht mit Freunden gerne zu

Konzerten und ins Fußballstadion. Ab und zu bereitet

ihm sein Rücken Probleme. Deshalb hat er sich vorgenommen,

die Präventivangebote des Betrieblichen

Gesundheitsmanagements bei Zoar zu nutzen. „Ich habe

noch viel vor“, lacht er, „und dazu muss ich schließlich

fit sein.“

Kunigunde Otterbein

32 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ankündigung

50 Jahre Zoar-Werkstätten

Rockenhausen

Industriestraße 2, Rockenhausen

21. bis 23. September 2017

(Donnerstag bis Samstag)

Drei Tage soll bei den Zoar-Werkstätten Rockenhausen

im September 2017 gefeiert werden. Der

Grund: das 50-jährige Jubiläum der Einrichtung

am Zoar-Standort Rockenhausen.

Die Feierlichkeiten werden

für jeden etwas bieten:

für Groß und Klein, für

Jung und Alt, für Menschen, die Zoar

schon kennen und für die, die Zoar

(noch) nicht kennen. Zum Jubelfest

wird die Öffentlichkeit allgemein

angesprochen. Die Werkstätten haben

sich schon seit geraumer Zeit

geöffnet; nun zur Jubiläumsfeier

noch mehr. Zoar möchte mit Rockenhausen

und Umgebung feiern und

allen Interessierten einen Einblick in

die sozial-wertvolle und wirtschaftlich-professionelle

Arbeit der dortigen

Mitarbeiter geben.

Bekenntnis zum Standort

Rockenhausen

„Unser Bekenntnis zum Standort

Rockenhausen werden wir 2017

durch ein Jubiläumsfest bekräftigen“,

so Direktor Peter Kaiser im

Vorwort des Zoar-Magazins, 3. Ausgabe

2016. „Im Zuge dessen laufen

Vorbereitungen für bauliche Modernisierungsmaßnahmen

und Planungen

für mitarbeiterfreundliche Verbesserungen

rund um die Arbeit.

Wir werden für das Gesamtpaket

aller Maßnahmen über eine Million

Euro investieren.“ Das runde Jubiläum

sei deshalb so wichtig, weil es

als Meilenstein in der Zoar-Geschichte

gelte. „Es ist uns ein Anlass,

um innezuhalten und auf das Erreichte

zu schauen. Gleichzeitig blicken

wir in Richtung Zukunft und

arbeiten daran, dass die Entwicklung

der Werkstätten Rockenhausen auch

weiterhin eine Erfolgsgeschichte

bleibt“, sagt Direktor Kaiser. Im Zuge

der geplanten Investitionsmaßnahmen

bei den Zoar-Werkstätten

Rockenhausen wird auf Barrierefreiheit

geachtet. Außerdem werden die

Vorläufige Planungen

zum Jubiläum:

• Festeröffnung mit geladenen

Gästen und offiziellen Grußworten

sowie Andacht

• Tag der offenen Tür mit

Informationsständen und

Mitmach-Aktionen

• Mitarbeiterfest mit buntem

Programm

• Konzert mit Überraschungsgast

beziehungsweise

Überraschungsband (im

Vorprogramm Zoar-Kulturund

Musikgruppen)

Sanitäranlagen und die Funktionsräume

saniert und modernisiert.

„Die Arbeitsbedingungen für die

dort beschäftigten insgesamt

rund 380 Mitarbeiter mit und

ohne Beeinträchtigung werden

somit spürbar verbessert“, informiert

Kurt Philipp, Leiter Fachbereich

Eingliederungshilfe.

Alexandra Koch

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Veranstaltungen & Feste

Eine Station bildete das „Haus am Berg“.

Auch hier warteten die Bewohner schon auf die Kinder.

Auch die ganz Kleinen

der Kita waren mit dabei.

Stolz präsentierten die

Kinder ihre Tier-Laternen.

Rheinhessisches Diakonie-Zentrum Heidesheim:

Ein Miteinander zu St. Martin

Ein Fest verbindet

„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne

mit mir“, so heißt es in einem der vielen zum

St. Martinsfest im Zoar – Rheinhessischen Diakonie-

Zentrum Heidesheim gesungenen Lieder.

Gefüllte Bänke

in der Zoar-Kapelle

Der November ist für viele

Kinder der Zoar-Kindertagesstätte

Heidesheim ein

ganz besonderer Monat. Für die

meisten hieß es dieses Jahr zum

ersten Mal: Laternen basteln, Lieder

singen und St. Martinsumzug. Die

Kindertagesstätte des Evangelischen

Diakoniewerks Zoar feierte am

10. November 2016 ihren ersten

großen Laternenumzug mit Martinsfeuer,

Kinderpunsch und gebackenen

Weckmännern. „Vorangegangen

sind viele Vorbereitungen“, sagte

Judith Holub, Leiterin der Zoar-Kita

Heidesheim, von denen nicht nur die

Kindertagesstätte betroffen war,

sondern alle Häuser auf dem Zoar-

Gelände in Heidesheim. Dieser

aktionsreiche Tag mit der Feierlichkeit

zum St. Martin sei an Spannung und

Vorfreude sowohl für die Kinder als

auch Bewohner kaum zu überbieten.

Buntes Fest als

gelebtes Miteinander

Pünktlich um halb fünf ging es dann

auch endlich los. Rasch füllten sich

die Bank-Reihen der Zoar-Kapelle. Die

Kinder hielten stolz ihre selbst gebastelten

Tier-Laternen in den Händen.

Außer den Eltern und Geschwistern

waren auch Bewohner der Wohnanlagen

auf dem Gelände der Einladung

gefolgt. Judith Holub eröffnete

mit einer kurzen Begrüßung das musikalische

Anspiel. „Ich kann mich

noch sehr gut daran erinnern, als wir

2014 unseren ersten St. Martinsumzug

mit gerade einmal sieben

Kindern im damaligen Kita-Provisorium

feierten. Heute sind es über

dreißig Kinder.“ Das bunte Fest

werde nun von der gesamten Zoar-

Gemeinschaft des Rheinhessischen

Diakonie-Zentrums Heidesheim

gefeiert. „Und das ist schön.“

Leuchtende Laternen

in der Dunkelheit

Gemeinsam mit den Erzieherinnen

hatten die Kinder ein etwa zehnminütiges

Bilderbuch-Kino vorbereitet,

das die Geschichte von St. Martin,

illustriert mit Kinderbildern, zeigte.

Im Hintergrund liefen dabei die zuvor

aufgenommenen traditionellen

34 Zoar-Magazin 4 | 2016


Veranstaltungen & Feste

Eine Laternenkette bildeten Eltern und Kinder.

Selbstgemachte

Dosen-Laternen

Zum Abschluss versammelten sich noch einmal

alle Beteiligten am Lagerfeuer und Judith Holub (rechts)

bedankte sich herzlich für die aktive Teilnahme.

St. Martinslieder. Nach dem multimedialen

Anspiel in der Kapelle übergaben

die Erzieherinnen rote Stoffstreifen

an die Besucher. Diese

banden sich die Teilnehmer gegenseitig

um das Handgelenk. Einer Legende

nach soll der heilige Martin einem

frierenden Bettler die Hälfte seines

Mantels gegeben haben. Mit dem

roten Stoffband sollte symbolisch an

die Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe

erinnert werden. Anschließend

zog der St. Martinsumzug in Richtung

„Haus Rheinblick“, wo er schon

gespannt von den Bewohnern erwartet

wurde. Unter der Führung von

Judith Holub und Monja Seckler-Classen,

Einrichtungsleiterin des Rheinhessischen

Diakonie-Zentrums Heidesheim,

trugen die Kita-Kinder

zusammen mit ihren Eltern freudig

alle Lieder vor, die sie zuvor gelernt

hatten. Auch die Bewohner hielten

die für ihr Haus ausgewählten Liedtexte

in den Händen und sangen

kräftig mit. Ganz besonders freuten

sich die Bewohner des Alten- und

Pflegeheims über den Besuch der

kleinen Gäste. Im Speiseraum hatten

sie sich schon lange vorher versammelt,

um aus den Fenstern dem

St. Martinsumzug zu lauschen. Das

Licht wurde ausgeschaltet und die

eigenen Laternen zum Leuchten

gebracht. Zoar-Mitarbeiterin Monika

Werum erklärte, wie die Bewohner

ihre Laternen selbst gebastelt haben:

„In alte Metalldosen haben wir

herbstliche Ornamente gestanzt.

Beim Licht der Kerze leuchten diese

dann so schön“. Die letzte Station

bildete das „Haus am Berg“. Dort

loderte ein riesiges Lagerfeuer. Mit

Kinderpunsch und gebackenen

Weckmännern ließen alle Beteiligten

den Abend ausklingen. Judith

Holub resultierte einen gelungenen

St. Martinsumzug, während Kinderaugen

zufrieden und glücklich in das

knisternde Lagerfeuer blickten.

Monja Seckler-Classen bemerkte zu

Recht, dass dieser St. Martinumzug

ein Fest ist, das die Gemeinschaft

des Evangelischen Diakoniewerks

am Zoar-Standort Heidesheim verbindet

und nach außen hin öffnet.

Julia Margert

Zoar-Magazin 4 | 2016

35


Sport & Turnier

Wassersport sorgt für Bewegung

Rund 100 Teilnehmer

beim Zoar-Schwimmfest im Kibo-Bad

Rund hundert Teilnehmer aus dem Südwesten von Rheinland-Pfalz kamen kürzlich nach Kirchheimbolanden.

Das jährlich stattfindende Schwimmfest der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten

für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz (LAG WfbM RLP) wurde dieses Jahr von den

Zoar-Werkstätten Heidesheim organisiert und im Kibo-Bad ausgetragen.

Duell um die Goldmedaille Mit Spannung verfolgten Schüler der

IGS Rockenhausen die Wettkämpfe.

Von 23 Werkstätten für Menschen mit Behinderung

sind 17 der Einladung gefolgt“, berichtete

Torsten Kassebeer, beschäftigt in der Bewegungsförderung

beim Evangelischen Diakoniewerk

Zoar am Standort Heidesheim. Das sei im Vergleich zu

den letzten Jahren ein sehr gutes Ergebnis und zeige wie

wichtig solche Veranstaltungen für Menschen mit Beeinträchtigung

sind. Alter und Art der Beeinträchtigung

spielen dabei keine Rolle und so kam es, dass 18-Jährige

sich mit über 60-Jährigen bei 50 Meter Brust, 25 Meter

Freistil, 25 Meter Rücken sowie im Staffelwettbewerb

maßen.

„Es war sehr schön. Ich habe auch etwas gewonnen!“,

erzählte Christian Wolf stolz und voller Begeisterung

nach der Siegerehrung. Für jeden der 49 Läufe gab es

neben einer Urkunde eine Medaille aus Buchenholz, ein

Gemeinschaftsprodukt der Schreinerei und der Abteilung

Kunst&Gewerbe des Zoar-Standorts Heidesheim. Manche

Schwimmer nahmen an mehreren Disziplinen teil.

Christian Wolf zum Beispiel gewann an diesem Tag eine

Gold- und eine Silbermedaille. Das 100-Meter Staffel-

Schwimmen bildete den Höhepunkt des Tages. Besucher

und Sportler feuerten die jeweils vierköpfigen Teams

lautstark an. Nach einem spannenden Lauf gewann die

Südpfalz-Werkstatt Herxheim, zweiter wurden die Zoar-

Werkstätten Alzey, und Bronze-Medaillen trugen stolz

die Beschäftigten der Pirminius-Werkstatt der Heinrich-

Kimmle-Stiftung aus Zweibrücken um den Hals. „Zwei

Monate haben wir uns auf den Wettbewerb vorbereitet.

Gemeinsam mit unserer Trainerin Katharina Hemmann

gingen wir einmal in der Woche nach Nieder-Olm ins

Schwimmbad“, berichteten die Silber-Medaillen-Gewinner

des Evangelischen Diakoniewerks Zoar.

„Das Schwimmfest ist ein Fest der Inklusion“, so Kurt

Philipp, Fachbereichsleiter Eingliederungshilfe beim

36 Zoar-Magazin 4 | 2016


Sport & Turnier

Stolz trugen die besten Schwimmer

mehrere Medaillen für verschiedene

Disziplinen um den Hals.

Siegerehrung in der Disziplin

100 Meter Staffel Schwimmen

Geschäftsführender

Vorstand der LAG

(v.l.n.r.): Kurt Philipp,

Marco Dobrani,

Ferdinand Niesen

Hochspannender Wettkampf

bei den Rückenschwimmern

Evangelischen Diakoniewerk Zoar und Mitglied im geschäftsführenden

Vorstand der LAG. Er bedankte sich bei

der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, die das Kibo-Bad

für diese öffentliche Veranstaltung gebührenfrei

zur Verfügung stellte. Mindestens zwanzig ehrenamtliche

Helfer sowie 17 Schülerinnen und Schüler der Integrierten

Gesamtschule Rockenhausen (IGS) unterstützten

und betreuten im Rahmen des Sozialkunde-Unterrichts

die Sportler. „Bei vielen Schwimmern habe ich überhaupt

keine Beeinträchtigung vermutet, weil sie teilweise besser

schwimmen als Menschen ohne Beeinträchtigung.

Die Teilnehmer sind sehr mutig. Es ist ein ganz normaler

Umgang“, resümierte Schülerin Stephanie Kaiser.

Die Freude der Teilnehmer, beim Schwimmfest dabei

zu sein, sei überwältigend. „Auf einen Sieg kommt

es dabei noch nicht einmal vorranging an“, so Zoar-

Mitarbeiter Torsten Kassebeer.

Julia Margert

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten

für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V. (LAG

WfbM RLP) verfolgt ausschließlich und unmittelbar

gemeinnützige Zwecke. Als Verein ist sie der

Zusammenschluss von Werkstätten für Menschen

mit Beeinträchtigung in Rheinland-Pfalz und deren

angegliederten Tagesförderstätten, Tagesstätten und

Integrationsprojekten. Sitz des Vereins ist Mainz.

Die LAG WfbM RLP fördert durch Aktionen wie dem

Schwimmfest im Kibo-Bad die Zusammenarbeit ihrer

Mitgliedswerkstätten. So findet das Schwimmfest im

Wechsel mit dem Leichtathletik-Fest statt. In 2013

waren die Zoar-Werkstätten Rockenhausen für die

Organisation des Schwimmfestes zuständig.

Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für

behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V.

Robert-Koch-Straße 8, 55129 Mainz

lag-wfbm-rlp.de

Zoar-Magazin 4 | 2016

37


Ehrungen für Mitarbeiter

Zoar-Mitarbeiterjubiläen und -verabschiedungen 2016

Kronenkreuze, Urkunden

und Geschenke für Mitarbeiter

„Ein gesundes Unternehmen hat ein gesundes Menschenbild“,

sagte Zoar-Direktor Peter Kaiser in seiner Ansprache im Rahmen

des diesjährigen Mitarbeiterjubiläums vor rund 200 Gästen.

„Ein gesundes Unternehmen hat außerdem eine gesunde

Strategie, und dieser Strategieprozess ist ein Denkprozess

von ganz Zoar.“

Pfarrer Jochen Walker,

der am 1. Januar 2017

seinen Dienst bei Zoar

beginnen wird.

Diese Aussagen trafen den

Punkt. Warum? Gerade

die Ausrichtung des traditionellen

Mitarbeiterjubiläums dient

der Wertschätzung und dem guten

Miteinander im Unternehmen. Es

gehört zum guten Ton, sich bei langjährigen

Mitarbeitern für ihre zuverlässigen

Dienste und die geleistete

Arbeit zu bedanken.

Gottesdienst zum Festauftakt

Deshalb finden im Evangelischen

Diakoniewerk Zoar traditionell im

November die festlich begangenen

Mitarbeiterjubiläen und -verabschiedungen

in der Cafeteria auf dem

Inkelthalerhof in Rockenhausen

statt. Auch in diesem Jahr wurden

wieder 10-, 25- und 40-jährige

Dienstjubiläen gefeiert sowie (angehende)

Ruheständler verabschiedet.

Eröffnet wurde die Feier mit einem

Gottesdienst in der Zoar-Kapelle auf

dem Inkelthalerhof in Rockenhausen.

Dieser wurde von Dr. Baldur

Melchior, dem stellvertretenden

Vorsitzenden des Verwaltungsrats, an

der Orgel begleitet und stand unter

dem Titel „Gott schenkt uns seine

Gnade“. Zoar-Direktorin Martina

Tisch mit Ehrengästen: (v.l.n.r.) Kurt Philipp, Erich und Susanne Rose,

Bastian Ogonowski und Pfarrer Jochen Walker

Leib-Herr begrüßte die Gäste in der

gut gefüllten Kapelle. Zum ersten

Mal sprach sie beim Mitarbeiterjubiläum

als Direktorin und bekundete

ihre Freude über diese ehrenvolle

Aufgabe. „Sie alle sind das

höchste Gut unseres Unternehmens“,

richtete sie die Worte an alle Mitarbeiter.

„Ohne ihren Einsatz, ihre

Energie und ihren Eifer zugunsten

Zoars wären wir nicht da, wo wir

heute sind.“

Predigt von Pfarrer

Jochen Walker

Neu in der Zoar-Dienstgemeinschaft

ist ab 1. Januar 2017 Pfarrer Jochen

Walker. Direktorin Martina Leib-Herr

bedankte sich bei ihm für seine

spontane Zusage, den Festgottesdienst

zum Mitarbeiterjubiläum zu

halten; noch vor seinem offiziellen

Dienstantritt. Pfarrer Walker, der

derzeit noch in der protestantischen

Kirchengemeinde Odenbach tätig

38 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ehrungen für Mitarbeiter

Peter Kaiser und Sabine

Schmitt, verantwortlich für

Betriebliches Gesundheitsmanagement

(BGM)

Peter Kaiser

Dr. Baldur Melchior

Kunigunde Otterbein,

eine der Gewinnerinnen

der sechsmonatigen,

kostenfreien „Interfit“-

Mitgliedschaft

Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr hält

eine sinnhafte und lobende Ansprache.

ist, wird die momentan vakante

Stelle des Zoar-Seelsorgers mit Beginn

des neuen Jahres besetzen.

Somit tritt er die Nachfolge von Pfarrer

Friedrich Schmidt an, der nun als

Gemeindepfarrer in Winnweiler seinen

Dienst erfüllt. Jochen Walker

bedankte sich für den warmherzigen

Empfang und die freundlichen Worte

des Vorstands. Aus seiner Zeit als

ehemaliger Pfarrer der Kirchengemeinde

Dörrmoschel seien ihm die

Menschen bei Zoar bekannt. „Das

ein oder andere Gesicht habe ich

heute bereits wiedererkannt“, so

Walker. Er freue sich auf die zukünftige

Zusammenarbeit in der Zoar-

Gemeinschaft und sei mit dem baldigen

Dienstantritt ganz besonders

auf die Erfahrungen langjähriger

Mitarbeiter angewiesen. „Diese angestrebte

Zusammenarbeit wird mir

beim Erfüllen meiner neuen Aufgabe

sehr hilfreich sein.“

Jörg König, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertretung

(GMAV)

Attraktives Unternehmen Zoar

Die Themen „Gottes Gnade“ und

„Gesundheit“ zogen sich wie ein

roter Faden durch die festliche Veranstaltung.

Direktor Peter Kaiser

wies mit seinem Gesundheitsthema

auf die vielfältigen Möglichkeiten

der Gesunderhaltung im Unternehmen

hin, die durch die Implementierung

des Betrieblichen Gesundheitsmanagement

(BGM) geschaffen

wurden. „Die Zahlen besagen, dass

Zoar-Magazin 4 | 2016

39


Ehrungen für Mitarbeiter

EHRUNG

10-jährige Zoar-Jubilare:

Elke Müller

Stefan Kastner

Elfi Glag

Denis Bäcker

Ursula Heieck

Melanie Lamb

Sascha Wuttke

Christian Mohr

Gabriele Littig

Heike Gerhardt

Ellen Kiefer

Olga Felsing

Sandra Jahn

Angelika Korn

Sven Barth

Erika Heidrich

Carmen Landsiedel-Pöschl

Oliver Stucky

Michaela Rech

Stefan Schreiweis

Doris Burgdörfer

Christine Bauer

Thomas Stumpfhäuser

Ann-Kathrin Christoph

Matthias Ohl

Marion Heller

Rüdiger Schmidt

Ralf Dillenkofer

Maria Rodriguez-Klisch

Melanie Reiser

Melissa Mathias

Annemarie Winter

v.l.n.r.: Erich Rose, Heike Gerhardt,

Martina Leib-Herr und Peter Kaiser

v.l.n.r.: Dr. Baldur Melchior, Michaela

Rech, Erich Rose, Martina Leib-Herr

und Peter Kaiser

sich immer mehr Mitarbeiter an

allen Zoar-Standorten daran beteiligen.“

Das sei eine sehr erfreuliche

Entwicklung. Zumal das BGM ganz

entscheidend dazu beitrage, Zoar

noch attraktiver zu machen. „Ein

gesundes Unternehmen und gesunde

Mitarbeiter bedingen sich gegenseitig.“

Und weiter: „Unsere Vision

nährt sich aus der Mission, aus

unserem Auftrag. Wir wollen eine

gesellschaftlich gute Wirkung erzielen,

Nutzen und Sinn stiften“. Eine

gute Wirkung auf alle Anwesenden

war auch mit dem offiziellen Ehrungsakt

verbunden, denn so viele

„geballte“ Zoar-Dienstjahre gibt

es nur beim jährlichen Mitarbeiterjubiläum

zu betrachten.

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Sascha Wuttke, Kurt

Philipp, Christian Mohr und Martina Leib-Herr

v.l.n.r.: Martina Leib-Herr, Matthias Ohl,

Thomas Stumpfhäuser, Erich Rose,

Doris Burgdörfer und Peter Kaiser

Ehrung der Diakonie

durch Landesdiakoniepfarrer

Albrecht Bähr

Geehrt wurden 32 Jubilare mit

10-jähriger Betriebszugehörigkeit,

29 Jubilare mit 25-jähriger und zwei

Jubilare mit 40-jähriger Tätigkeitsdauer

in der Einrichtung. Außerdem

wurden 27 zukünftige Rentner in

den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Zur Anerkennung ihrer

für Zoar erbrachten Leistungen erhielten

alle Jubilare das silberne

oder das goldene Kronenkreuz der

Diakonie. Für die 25- und 40-jährigen

Jubilare gab es auch eine Urkunde

der Diakonie, die unter anderem

von Landesdiakoniepfarrer Albrecht

Bähr, der auch an der Veranstaltung

teilnahm und die Kronenkreuze

überreichte, unterschrieben ist. Alle

Geehrten erhielten noch dazu eine

Urkunde des Arbeitgebers Zoar.

Überreicht wurden diverse Geschenke,

zum Beispiel aus recycelten Fassdauben

hergestellte Obstschalen

40 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ehrungen für Mitarbeiter

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Ellen Kiefer,

Erich Rose und Martina Leib-Herr

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Denis Bäcker, Elfi Glag,

Stefan Kastner und Martina Leib-Herr

v.l.n.r.: Martina Leib-Herr, Angelika Korn,

Erich Rose und Peter Kaiser

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Erika Heidrich,

Erich Rose und Martina Leib-Herr

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Maria Rodriguez-Klisch,

Erich Rose und Martina Leib-Herr

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Carmen Landsiedel-

Pöschl, Kurt Philipp und Martina Leib-Herr

aus den Zoar-Werkstätten Heidesheim

sowie Bildbände der Pfalz und

Sekt mit dem Etikett „Zoar – perlende

Vielfalt“. Außerdem wurden im

Rahmen einer BGM-Tombola

„Interfit“-Mitgliedschaften verlost.

Die Kärtchen mit Namen und Adresse

waren in den Wochen zuvor von

Mitarbeitern ausgefüllt und eingesammelt

worden. Gezogen wurden

am Abend des Mitarbeiterjubiläums

Kunigunde Otterbein (Verwaltung)

und Michaela Hemmerle (Seniorenresidenz

Kirchheimbolanden). Beide

Mitarbeiterinnen dürfen sich nun

über eine sechsmonatige, kostenfreie

„Interfit“-Mitgliedschaft freuen,

die es ihnen ermöglicht, in zahlreichen

Fitnessanlagen und Schwimmbädern

in der näheren Umgebung

zu trainieren. Außer dem Vorstand

gratulierte auch die BGM-Beauftragte

Sabine Schmitt.

Grußworte voll des Lobes

für Zoar

Grußworte an die Gäste sprachen

Jörg König, Vorsitzender der Gesamtmitarbeitervertretung

(GMAV),

und Landesdiakoniepfarrer Albrecht

Bähr, der Zoar als innovatives Unternehmen

mit offenem und vielfältigem

Auftritt bezeichnete. „Für die

Diakonie Pfalz ist Zoar daher ein

wichtiger Botschafter im Sinne der

Veränderung.“ Und: „Innovation,

Toleranz, Reformfreudigkeit und

Offenheit für Neues stehen uns allen

gut zu Gesicht.“ GMAV-Vorsitzender

Jörg König erwähnte, dass

Mitarbeiter sich heutzutage den an

sie herangetragenen Herausforderungen

in immer kürzerer Zeit stellen

müssen. Dies sei nicht immer

einfach und erfordere Kraft und

Energie. Umso wichtiger sei es, den

Mitarbeitern Dank und Wertschätzung

entgegenzubringen, da dies

immer auch der Motivation diene.

„Gerade soziale Arbeit braucht Anerkennung

und gerechte Entlohnung“,

so König. Die Direktion bedankte

sich bei allen Aktiven, die dabei halfen,

das diesjährige Mitarbeiterjubiläum

zu einem Erfolg zu machen, so

dass sich jeder gern daran erinnert.

Alexandra Koch

Zoar-Magazin 4 | 2016

41


Ehrungen für Mitarbeiter

EHRUNG

25-jährige Zoar-Jubilare:

Frank Schläfer

Elke Berg

Karina Braun

Axel Rahm

Bettina Graf

Judith Grimm

Iris Schmidt

Brigitte Berker

Matthias Kehrt

Ulrike Alt

Hekim Kar

Regina Schappert-Neu

Torsten Walter

Anja Spies

Slavica Lajic

Heike Zubiller

Elke Freudenberger

Helga Schön

Andrea Peitz

Ina Rietz

Monika Cicak-Kiss

Mary-Lou Schmidt

Barbara Meyer

Ilse Schöpl-Jeiteles

Tanja Sturm

Kerstin Klein

Irmgard Hamm-Prosser

Tanja Buhrmann

Krystyna Przywara

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Kerstin Klein, Kurt

Philipp und Martina Leib-Herr

v.l.n.r.: Martina Leib-Herr, Peter Kaiser,

Wolfgang Greß, Monika Cicak-Kiss, Erich

Rose, Landesdiakoniepfarrer Albrecht

Bähr und Michael Kasper

Gruppenfoto: (v.l.n.r) Ina Rietz vom Zoar – Alten- und

Pflegeheim Kusel (Mitte sitzend) wünschte sich zum

25-jährigen Dienstjubiläum ein Foto mit Kolleginnen.

v.l.n.r.: Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr,

Peter Kaiser, Martina Leib-Herr, Elke Freudenberger,

Helga Schön, Krystyna Przywara und

Erich Rose

Einrichtung Rockenhausen:

25-jährige Jubilare mit den offiziellen Gratulanten

42 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ehrungen für Mitarbeiter

VERABSCHIEDUNG

angehender Rentner:

v.l.n.r.: Peter Kaiser, Kurt Philipp, Torsten Walter,

Regina Schappert-Neu, Martina Leib-Herr und

Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr

v.l.n.r.: Martina Leib-Herr, Heike Zubiller,

Peter Kaiser, Anja Spies, Erich Rose, Slavica

Lajic, Bastian Ogonowski und Landesdiakoniepfarrer

Albrecht Bähr

v.l.n.r.: Martina Leib-Herr, Nadja Bier, Barbara

Meyer, Kurt Philipp und Peter Kaiser

v.l.n.r.: Martina Leib-Herr, Peter Kaiser,

Andrea Peitz, Tanja Buhrmann, Erich Rose,

Bastian Ogonowski und Landesdiakoniepfarrer

Albrecht Bähr

Theresia Sickart

Gabriele Byrd

Christel Hartig

Ingrid Buch

Klaus Burgey

Heide Jung

Gabriele Mitchell

Elke Müller

Kurt Müller

Angelika Brümmer

Marianne Kugland

Sylvia Schmidt

Henni Pfaff

Lilia Mauch

Rosel Filz

Malanie Gödel

Elke Berg

Gabriele Neumann

Thie-Vien Vuong

Gertraude Steingaß

Edith Dietz

Elisabeth Militz

Ursula Malchus

Karin Steitz

Herbert Simon

Angela Schmidt

Manfred Stibitz

EHRUNG

40-jährige Zoar-Jubilare:

Wolfgang Greß

Herbert Simon

40 Jahre: (v.l.n.r.) Martina Leib-Herr, Erich Rose,

Wolfgang Greß, Dr. Baldur Melchior und

Peter Kaiser

Alle Zoar-Mitarbeiter, die in den Ruhestand verabschiedet wurden, kamen

zum Erinnerungsfoto zusammen.

Zoar-Magazin 4 | 2016

43


Poesie & Literatur

Bewohner des Bodelschwinghhauses I auf dem Inkelthalerhof in Rockenhausen

Gedichte von

Michael Zimmermann

Michael Zimmermann schreibt gern Gedichte.

Oft entstehen diese spontan aus einer bestimmten

Situation heraus. „Irgendwann in den 80zigern

habe ich damit angefangen.“

Damals hat er noch als

Schlosser gearbeitet.

„Nach Feierabend und im

Urlaub habe ich geschrieben, um zu

entspannen.“ Dabei sei er nicht der

Beste in Deutsch gewesen. „In

Rechtschreibung hatte ich immer

eine 5.“ Beim Aufsatz Schreiben und

Lesen waren die Noten jedoch weitaus

besser. „Aufsätze habe ich immer

gern geschrieben. Da hatte ich

meistens eine 3. Und im Lesen war

ich spitze. Da gab’s immer eine 1.“

Wenn in der Schule vorgelesen werden

sollte, hatte Michael Zimmermann

seinen Arm ganz schnell oben,

um damit auf sich aufmerksam zu

machen. „Die Rechtschreibfehler

sind oft dadurch entstanden, dass

ich zu schnell denke und schreibe.“

Heute lässt er sich dabei mehr Zeit

und liest seine Gedichte auch immer

Korrektur. Auf diese Weise verbessere

er viel und schreibe auch mal um,

wenn ihm die Satzstellung und der

Reim nicht mehr gefallen.

Routinierte Wege

Seit circa zehn Jahren kümmert sich

Michael Zimmermann zuverlässig

um die Auslieferung der internen

Post auf dem Inkelthalerhof in Rockenhausen.

Die routinierten Wege

der Postabholung und -auslieferung

führen ihn von den Fachabteilungen

über die Bodelschwingh-Häuser I

und II zur Verwaltung und wieder

zurück. Diese Wege geben seinem

Tag Struktur und sind ihm in Fleisch

und Blut übergegangen. Entspannung

findet er in seinem gemütlichen

Zimmer im Bodelschwingh-

Hauses I. Dort fühlt er sich wohl.

Vom Gemeinschaftsbalkon im zweiten

Stock hat man einen herrlichen

Blick über Rockenhausen, das im Tal

liegt. „Hier sitzen wir im Sommer oft

und unterhalten uns.“ Zu seinen

Zimmernachbarn im gleichen Stockwerk

hat er einen guten Kontakt.

„Das Gute ist“, so Hobby-Poet Zimmermann,

„wenn ich mich unterhal-

WEIHNACHTSWALD

Ein Englein spricht,

packe ein und erhebe Dich.

Wir rollen durch den Weihnachts-Einkaufswald.

Da bleibt kein Einkaufswagen kalt.

Und als es so ans Zahlen kam,

sprach das Englein: „Wir zahlen bar!“

Wir laufen durch den richtigen Wald,

da wird jeder Stamm nochmal so alt.

Michael Zimmermann, Dezember 2004

ten will, dann ist jemand da, und

wenn ich meine Ruhe haben will,

dann gehe ich in mein Zimmer und

mache die Tür zu“.

Der Poet und seine Gedichte

Auch über Weihnachten hat Michael

Zimmermann schon häufig geschrieben.

Denn gerade diese Zeit

wirkt auf die Menschen Gefühle

anregend, und manch einer kann

dies am ehesten in geschriebener

Form ausdrücken. Im Gedicht „Weihnachtswald“

geht es um den Konsum-Rausch

jedes Jahr zu Weihnachten.

Mit „Es ist Weihnachtszeit!“ hat

Michael Zimmermann ein persönliches

Erlebnis verarbeitet. Glanz und

44 Zoar-Magazin 4 | 2016


Poesie & Literatur

ES IST WEIHNACHTSZEIT!

Eines Morgens hörte ich laut ein

„Ho, Ho, Ho“ rufen.

Zur schläfrigen Zeit um Sieben.

Ich drückte die Augen noch kräftiger zu

und dachte: „Verschwinde, Du Idiot!“.

Jetzt fing das laute „Ho, Ho, Ho“ schon wieder an.

Ich dachte: „Verschwinde endlich!“.

Die Pointe ist.

Ich vergaß, dass es der 6. Dezember war.

Ich schaute auf und sah,

dass einer mit einem Nikolauskostüm vor mir stand,

der mich weckte.

So wünschte er einen schönen Nikolaustag.

Michael Zimmermann, Dezember 2011

Zauber der Weihnachtszeit drückt

das Gedicht „Der Weihnachtsbaum“

aus. Hier wird Weihnachten ist seiner

ganzen Pracht beschrieben. Der

Leser meint die frischen Tannennadeln

regelrecht zu riechen und das

Lametta auf den Zweigen glitzern zu

sehen.

Alexandra Koch

DER WEIHNACHTSBAUM

Das Christbäumchen klein,

es riecht nach Nadeln so fein.

Die Kugeln sind glänzend und bunt.

Wie die Welt, sind sie ganz rund.

Das Lametta sieht aus wie Schnee,

bin glücklich, wenn ich es seh‘.

Ein goldener, silbrig, rot schimmernder Faden,

zieht sich sanft über die grünen Nadeln.

Die Lichterketten glühen wie Sterne,

Ach, wie seh‘ ich sie so gerne.

Und hundert süße Leckereien,

hängen verträumt in ihren Reihen.

Auf der Spitze glitzert und leuchtet der Stern.

Er scheint ganz nah und nicht so fern.

Eine Krippe liebevoll festlich geschmückt,

mit dem Kindlein und Tieren, uns entzückt.

Viele Geschenke liegen darunter,

sie machen uns froh und munter.

Nichts davon sollte fehlen,

um zu erfreuen unsere schönen Kinderseelen.

Michael Zimmermann, Dezember 2014

Zoar-Magazin 4 | 2016

45


Dezentralisierung

Mitarbeitervertretungen von Alzey und Rockenhausen

besichtigen neues Wohnhaus

Inklusives Wohnen in

Wohngemeinschaften

Die Bauarbeiten in der Frankenstraße in Alzey

neigen sich dem Ende entgegen. Unter der Regie

des Evangelischen Diakoniewerks Zoar entstand

dort in den letzten Monaten ein barrierefreies

Wohnhaus, das künftig 16 Menschen mit Beeinträchtigung

ein neues Zuhause bieten wird.

Läuft alles nach Plan, wird das

neue Wohnhaus im Februar

2017 seiner Bestimmung

übergeben. Bei einem Besichtigungstermin

konnten sich die Mitarbeitervertretungen

von Alzey und

Rockenhausen sowie die Vertreter

des Sozialen Dienstes und der Ambulanten

Betreuung Alzey einen

ersten Überblick verschaffen.

Die Schritte der Besuchergruppe

hallen von den kahlen Wänden. Hier

und dort liegen Reste von Wärmedämmung.

Die Verputzer, Maler und

Elektriker arbeiten Hand in Hand

und eilen geschäftig von Zimmer zu

Zimmer. Die Zimmer sind hell und

freundlich und bieten den zukünftigen

Bewohnern ein hohes Maß an

Lebensqualität. Die Fassade des

Hauses erstrahlt in weiß-blau. Einhergehend

mit den letzten Pinselstrichen

wird das Baugerüst demontiert.

„In diesem Haus riecht alles

In der Frankenstraße in Alzey trafen sich zur Besichtigung des Neubaus: Barbara

Venske (Einrichtungsleiterin des Pfälzischen Diakonie-Zentrums Zoar), Karin

Gerlach (Leiterin der Standortentwicklung der Eingliederungshilfe und des Projekt-Teams

„Zoar – Zukunft mittendrin), Achim Orth (Mitarbeitervertretung

Rockenhausen), Peter Betz (Mitarbeitervertretung Alzey), Jutta Theis (Vorsitzende

der Mitarbeitervertretung Rockenhausen), Helmut Stocker (Technischer Leiter

der Zoar-Werkstätten Alzey), Olga Köhler (Sozialer Dienst Alzey), Edmund

Gabriel (Projekt-Team „Zoar – Zukunft mittendrin) , Ester Höhn (Sozialer Dienst

Alzey) und Marion Maertin (Mitarbeitervertretung Alzey).

46 Zoar-Magazin 4 | 2016


Dezentralisierung

Einweihung

10 Februar 2017, 14.00 Uhr

noch so neu.“ „Ja, nach frischer Farbe;

und überall sind so viele Kabel“,

unterhalten sich die Besucher. “ Wir

liegen gut in der Zeit“, erklärt Karin

Gerlach, Leiterin der Standortentwicklung

der Eingliederungshilfe

und des Projekt-Teams „Zoar – Zukunft

mittendrin“.

Wohnen mit einem Höchstmaß

an Selbstständigkeit

„Zurzeit leben rund 20 Menschen aus

dem Kreis Alzey-Worms bei Zoar“,

berichtet Barbara Venske, Einrichtungsleiterin

des Pfälzischen Diakonie-Zentrums

Zoar in Rockenhausen.

Es habe sich herauskristallisiert, dass

aus dem stationären Bereich zehn

Menschen nach Alzey umziehen

möchten. „Aus dem Kreis Alzey-

Worms haben ebenfalls zehn Menschen

Interesse am Wohnangebot in

der Frankenstraße bekundet. Zum

Teil arbeiten diese in den Zoar-Werkstätten

Alzey“, informiert sie weiter.

Dem Wohnangebot in der Frankenstraße

sollen weitere Angebote angegliedert

werden. So soll zum Beispiel

die Soziotherapie ausgebaut werden.

Außerdem wird Zoar dem Wunsch

der Kreisverwaltung Alzey-Worms

nachkommen und tagesstrukturierende

Angebote schaffen.

„Wir wollen den Bewohnern in der

Frankenstraße, die hier in Wohngemeinschaften

leben werden, ein

Höchstmaß an Selbstständigkeit und

freier Entfaltung ermöglichen. Sie

sollen in familienähnlichen Strukturen

autonom leben und sich selbst

versorgen können“, erklärt Barbara

Venske. Das Haus in der Frankenstraße

sei kein Heim, sondern ein inklusives

Wohnhaus, bekräftigt sie. „Natürlich

erhalten die Bewohner bei Bedarf

jede notwendige Unterstützung.“

Das neue Wohnhaus in der Frankenstraße

in Alzey soll den künftigen

Bewohnern Sicherheit, Lebensqualität

und Heimat bieten. Nicht

zuletzt deshalb hat sich das Evangelische

Diakoniewerk Zoar für einen

Neubau quasi im Zentrum von

Alzey entschieden.

Fußläufige Erreichbarkeit

„Die unmittelbare Nähe und Erreichbarkeit

der Fußgängerzone mit

ihren Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten

unterstützt soziale

Kontakte, sichert Teilhabe am städtischen

Leben und schafft gute Voraussetzungen

für ein gelingendes,

inklusives Leben mitten in der Gesellschaft“,

betont Barbara Venske.

Vorteilhaft wirkt sich auch die Nähe

zu den Zoar-Werkstätten Alzey aus,

so dass Werkstattmitarbeiter ihren

Arbeitsplatz sogar zu Fuß erreichen

können. Auch dieser Punkt führt

zu einer werktäglichen gelebten

Normalität.

Kunigunde Otterbein

Zoar-Magazin 4 | 2016

47


Ehrungen für Mitarbeiter

Jubiläumsfeier in den Zoar-Werkstätten Rockenhausen

668 Jahre Verbundenheit

zur Zoar-Werkstatt

Die Zoar-Werkstätten Rockenhausen

haben ihre treuesten Mitarbeiter geehrt.

Hintere Reihe: (v.l.n.r.)

Peter Didion, Wilfried Albrecht,

Zoar-Direktor Peter Kaiser, Heinz-

Dieter Panicke, Helmut Metzler,

Hermann Mauss, Ernst Kunz,

Wilfried Wenger, Karl Tressel,

Hans-Jürgen Mahler, Wilhelm Klass,

Eleonore Steil, Christine Schneider,

Matthias Peters, Axel Klaassen,

Kurt Philipp, Leiter der Eingliederungshilfe,

und Werkstattleiterin

Nicole Busch

Vordere Reihe: (v.l.n.r.)

Klaus-Dieter Walz, Karin Braun,

Trude Theobald, Christiane

Reithmann, Berthold Sellner,

Herbert Ims, Christa Bloss,

Günther Sellner und

Necmuye Demircioglu

Neben den Jubilaren, die

zehn und 25 Jahre dabei

sind, wurden zum ersten

Mal Werkstatt-Mitarbeiter für

40-jährige Tätigkeit im Evangelischen

Diakoniewerk Zoar ausgezeichnet.

Die Glückwünsche für ihre

erfolgreich abgeschlossene Ausbildung

nahm eine Absolventin des

Berufsbildungsbereichs entgegen.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden

auch „frischgebackene“ Rentner

in den Ruhestand verabschiedet. Für

die vielen Jahre der Mitarbeit gab es

nicht nur Anerkennung, Blumen und

eine Urkunde, sondern auch einen

bunten, vergnüglichen Nachmittag

bei Kaffee und Kuchen.

Die Wertschätzung des Diakoniewerks

klang in jedem gesprochenen

Satz der Veranstaltung mit. „Im Zuge

der Inklusion sind wir alle Mitarbeiter

von Zoar. Deshalb werden wir zukünftig

nicht mehr von Werkstatt-

Beschäftigten, sondern nur noch von

Mitarbeitern sprechen“, betonte Zoar-

Direktor Peter Kaiser. Die Jubilare

kommen auf insgesamt 668 Berufsjahre.

Hinter dieser beeindruckenden

Zahl steht eine tiefe Verbundenheit

zu Zoar und den Werkstätten. Peter

Kaiser nahm die Jubiläumsfeier zum

Anlass, auf den 50. Jahrestag der Zoar-Werkstätten

im kommenden Jahr

hinzuweisen. Er versprach spannende,

mehrtägige Feierlichkeiten.

48 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ehrungen für Mitarbeiter

EHRUNGEN

„Wir sprechen künftig

nicht mehr von Werkstatt-

Beschäftigten, sondern nur

noch von Mitarbeitern“,

sagte Zoar-Direktor

Peter Kaiser bei seiner

Begrüßung.

Pfarrer Hans Gaul bei

seinem Antrittsbesuch

anlässlich der Jubilar-

Feier in den Zoar-Werkstätten

Rockenhausen

Für die gereimten Worte zu

ihrem 25-jährigen Dienstjubiläum

bedankte sich

Christiane Reithmann bei

Kurt Philipp mit einer stürmischen

Umarmung.

10-jährige

Jubilare:

Necmiye Demircioglu

Heinrich Heyd

Matthias Peters

Claudia Schreiner

Eleonore Steil

Romina Weil

25-jährige

Jubilare:

Christa Bloss

Axel Klaassen

Wilhelm Klass

Helmut Metzler

Christiane Reithmann

Trude Theobald

40-jährige

Jubilare:

Karin Braun

Peter Didion

Berthold Sellner

Herbert Ims

Hans-Jürgen Mahler

Hermann Mauss

Heinz-Dieter Panicke

Christine Schneider

Günther Sellner

Klaus-Dieter Walz

Wilfried Wenger

Elvira Stark wurde für die

erfolgreich abgeschlossene

Ausbildung im Berufsbildungsbereich

geehrt.

Trude Theobald ist eine treue Mitarbeiterin. Sie kommt

jeden Tag mit dem Bus von Kirchheimbolanden nach

Rockenhausen zur Arbeit.

Verabschiedung

angehender Rentner:

Karl Tressel

Ernst Kunz

Armin Schneider

Ali Mahamed Doula

Wilfried Albrecht

Übernahme in

den Arbeitsbereich:

Elvira Stark

Zoar-Magazin 4 | 2016

49


Ehrungen für Mitarbeiter

„Kinder, wie die Zeit vergeht“, meinte

Pfarrer Hans Gaul in seiner Ansprache.

Es war sein erster Arbeitstag

in Rockenhausen und sein erster

offizieller Auftritt in der Gemeinde.

Vor zwölf Jahren habe er mit einer

Konfirmandengruppe die Zoar-

Werkstätten besucht. Nun schließe

sich der Kreis und er hoffe, noch oft

in den Werkstätten zu Besuch zu

sein, meinte er wohlgemut.

Diesmal waren es 23 Jubilare, die

von Werkstattleiterin Nicole Busch

und dem Leiter der Eingliederungshilfe,

Kurt Philipp, in einem würdigen

Rahmen geehrt wurden. „Ich bedanke

mich recht herzlich für Ihr unermüdliches

Engagement und Ihre

Zuverlässigkeit, sagte Kurt Philipp

an die Jubilare gerichtet. „Auf Ihren

Fleiß und Ihr Qualitätsbewusstsein

können wir zählen. Das macht die

Zoar-Werkstätten am Markt so erfolgreich“,

betonte er. Philipp fand

für jede Jubilarin und jeden Jubilar

ganz persönliche Worte und musste

es auch schon mal „aushalten“, stürmisch

umarmt zu werden.

Umrahmt wurden die Feierlichkeiten

von einem kurzweiligen Rahmenprogramm.

Großen Applaus ernteten

Thomas Draws (Gesang) und Ralf

Bommes (Keyboard) für ihre musikalischen

Beiträge. Unter der Leitung

von Christa Portz-Stengel trat die

Zoar-Tanzgruppe „Elwetritsche“ auf.

Sie tanzten erstmals in ihren neuen

Zoar-Shirts und präsentierten unter

großem Beifall ihren neu einstudierten

schwungvollen Tanz mit

schneller Schrittfolge. Mit einer

gelben Rose für die Aktiven bedankte

sich Werkstattleiterin Nicole

Busch beim „Musikalischen Duo“

sowie beim Zoar-Tanzkreis für

den Auftritt.

Kunigunde Otterbein

Karin Braun ist eine engagierte, freundliche und stets hilfsbereite

Mitarbeiterin in der Abteilung Kleinteile-Montage.

In ihrer Freizeit ist sie im Tanz- und Singkreis aktiv.

Herbert Ims ist seit 1975

in den Zoar-Werkstätten

tätig. Er begann seine

Tätigkeit in der Landwirtschaft

und durchlief

die Bereiche Bäckerei,

Palettenbau, Grashof

und Aquarientechnik.

Im Leuchtenbau der

Aquarientechnik ist er

heute noch tätig.

Wilfried Wenger arbeitet seit vielen Jahren im Maschinenraum

der Schreinerei. Er ist morgens der Erste und abends

der Letzte, der den Maschinenraum verlässt. Kurt Philipp

und Nicole Busch gratulierten dem Jubilar.

50 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ehrungen für Mitarbeiter

Peter Didion ist im Bereich Aquarientechnik tätig. Neben

seiner Arbeit gehört seine Leidenschaft dem Spazierengehen,

sei es in der Stadt oder in der freien Natur.

Heinz-Dieter Panicke ist seit 1975 in der Abteilung Mechanik

beschäftigt. Ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe, auch

wenn er als Gladbach-Fan nicht immer Siege bejubeln kann.

Günter Sellner ist ein

„Urgestein“ bei Zoar.

Dort lebte er schon als Kind.

Unermüdlich ist er im

Einsatz und sorgt dafür, dass

auf dem Inkelthalerhof

immer ordentlich gekehrt ist.

Hans-Jürgen Mahler engagiert sich sehr für den Werkstattrat.

Er ist ein zuverlässiger Mitarbeiter. Von der Malerei

wechselte er 2015 in die Kfz-Schilderprägestelle. Mit seinem

freundlichen und aufgeschlossenen Wesen ist er bei

den Kunden sehr beliebt.

Berthold Sellner ist ein stets gut gelaunter Mitarbeiter.

Er nimmt gerne an Ausflügen und Freizeitmaßnahmen

teil, sucht den Kontakt zu seinen Kollegen und begrüßt

die Menschen in seinem Umfeld täglich mit Handschlag.

Zoar-Magazin 4 | 2016

51


Jubiläen & Veranstaltungen

Jubiläen: 10 Jahre Zoar – Wohnanlagen in Alsenz und Winnweiler

Dies wurde gebührend gefeiert – vom

Geburtstagsständchen bis hin zur Torte

In den Zoar-Wohnanlagen am Uferweg in Alsenz und an der Prinzenstraße in Winnweiler

wurde das 10-jährige Jubiläum feierlich begangen. An beiden Jubiläumsfeiern nahmen

Ehrengäste teil, die auch bei den damaligen Einweihungen, die vor zehn Jahren lobend in

der Presse erwähnt wurden, anwesend waren.

Zoar-Direktorin Martina Leib-

Herr zitierte eine Hauptüberschrift

aus dem „Geschäftsanzeiger“

vom 29.6.2006, in

dem über die Eröffnung der Wohnanlage

in Alsenz geschrieben wurde:

„Neue Zoar-Wohnanlage ist ein Mosaikstein

segensreichen Wirkens“.

Diese Worte stammten damals von

Arno Mohr, Verbandsbürgermeister

Alsenz-Obermoschel, der sich immer

wieder gern als Gast in der Zoar-

Wohnanalage aufhält. Auch dem

10-jährigen Jubiläum wohnte er

selbstverständlich bei.

Gebäude-Außenansicht

aus Marzipan

Musikalische und unterhaltsame

Einlagen bereicherten das Rahmenprogramm

beider Jubiläumsfeiern,

sowohl in Alsenz als auch in Winnweiler.

Der feierliche Anschnitt einer

Jubiläumstorte mit dem Bild der

Außenansicht des jeweiligen Gebäudes

bildete den Höhepunkt der Jubiläumsfeiern,

an denen auch zahlreiche

Bewohner und Mitarbeiter

teilnahmen. Die geschnittenen Stücke

der Biskuit-Torte mit Buttercreme

wurden an alle Gäste verteilt,

so dass sich jeder über den süßen

Torten-Imbiss mit einem Ausschnitt

des Marzipanbildes der Gebäude-

Außenansicht freuen konnte. Beide

Zoar – Wohnanlage an der Prinzenstraße

Prinzenstraße 28

67722 Winnweiler

www.zoar.de

Jubiläumsfeiern wurden durch die

Begrüßungsansprache von Zoar-

Direktorin Martina Leib-Herr eröffnet.

Sie nahm die Gäste mit auf

ihrem Rückblick in die Entstehungsund

Entwicklungszeit der Häuser.

Diese sei eng verbunden mit der

damaligen Umstrukturierung des

Oberlinhauses auf dem Inkelthalerhof

in Rockenhausen. „Da das Oberlinhaus

den baulichen Anforderungen

nicht mehr gerecht wurde,

hatte man sich das Ziel gesteckt,

dieses durch neue Einrichtungen

zu ersetzen.“

Einladung

zum 10-jährigen Jubiläum der Zoar – Wohnanlage

an der Prinzenstraße in Winnweiler

Geburtstagsständchen

mit Klavierbegleitung

Eine davon sei die Zoar-Wohnanlage

am Uferweg in Alsenz gewesen, in

die rund sechs Millionen Euro für

den Bau und das Grundstück geflossen

sind. Heute werden dort 70 Bewohner

in 56 Einzelzimmern und

sieben Doppelzimmern betreut. „Im

Vordergrund und Mittelpunkt der

Versorgung steht bei uns der

52 Zoar-Magazin 4 | 2016


Jubiläen & Veranstaltungen

Zoar – Wohnanlage am Uferweg

Am Uferweg 15 a

67821 Alsenz

www.zoar.de

Einladung

zum 10-jährigen Jubiläum der Zoar – Wohnanlage

am Uferweg in Alsenz

Die Geburtstagstorte wird

angeschnitten: (v.l.n.r.) Angelika

Gehring, Hedwig Reindel, Manuela

Gros-Walther und Martina Leib-Herr

anlage ein Geburtstagsständchen

und ein zum Jubiläum gedichtetes

Lied nach der Melodie der „Vogelhochzeit“.

Mensch“, so Martina Leib-Herr. Dies

belege auch das Prüfergebnis des

medizinischen Dienstes der Krankenkassen

(MDK), das im Januar

2016 mit der Bestnote „sehr gut“

abgeschlossen wurde. Begrüßt wurden

die Gäste ebenfalls von Angelika

Gehring, Einrichtungsleiterin der

Zoar-Wohnanlagen im Donnersbergkreis,

sowie Manuela Lanzer, verantwortliche

Pflegefachkraft. Grußworte

sprachen Verbandsbürgermeister

Arno Mohr, Ortsbürgermeister Klaus

Zepp, Zoar-Personalleiter Wolf-Dietrich

Fritsch sowie Architekt Werner

Dietz, der im Rahmen der Jubiläumsfeier

einen Spendenscheck in Höhe

von 400 Euro an den Zoar-Förderverein

überreichte. Zoar-Mitarbeiterin

Elke Freudenberger sorgte am Klavier

für die musikalische Umrahmung.

Die Gäste sangen der Wohn-

Zum Jubiläum

ein geistliches Wort

In der Zoar-Wohnanlage in Winnweiler

wurde der feierliche Anlass

durch ein geistliches Wort von Gemeindepfarrer

Friedrich Schmidt

gewürdigt. „Das Jubiläum gibt Anlass

zur Dankbarkeit, dass es einen

solchen Ort der Geborgenheit gibt,

auf den Verlass ist.“ Zoar-Direktorin

Martina Leib-Herr erwähnte, dass

der zweite Bauabschnitt im März

Zoar-Magazin 4 | 2016

53


Jubiläen & Veranstaltungen

Hubert Weismann, 1. Beigeordneter

der Verbandsgemeinde Winnweiler,

gratulierte zum Jubiläum.

2006 seiner Bestimmung übergeben

wurde. Auch diese Erweiterung sei

aus der damals notwendig gewordenen

Umstrukturierung des Oberlinhauses

entstanden. Heute stehen in

der Wohnanlage Winnweiler 77

Pflegeplätze in 53 Einzelzimmern

und zwölf Doppelzimmern zur Verfügung.

Auch in diesem Haus belegt

das MDK-Prüfergebnis vom Februar

2016 mit der Bestnote „sehr gut“ die

entsprechenden Leistungen.

Haus mit offenen Türen

für Gäste

Angelika Gehring und Hedwig Reindel,

verantwortliche Pflegefachkraft,

begrüßten die Gäste und baten die

Grußredner um ihre Worte zum Jubiläum.

Für die Ortsgemeinde Winnweiler

gratulierte Beigeordneter

Hubert Weismann. Zoar-Personalleiter

Wolf-Dietrich Fritsch sprach von

der freundlichen Atmosphäre im

Haus, die geprägt sei von den Menschen,

die darin leben und arbeiten.

Musikalisch umrahmt wurde die

Feier von Kerstin Stumpf mit Trompetensolos,

von Gertrud Volz, Simone

Bauer und Brigitte Kuntz mit Flötentönen

sowie durch einen Liedbeitrag

der Chorgruppe unter der

Zoar-Direktorin Martina Leib-Herr ließ die letzten zehn Jahre Revue passieren.

Leitung von Simone Bauer. Was auf

einer Baustelle alles schiefgehen

kann, das parodierten Susanne Geisweid

und Angelika Gehring in ihrem

unterhaltsamen Beitrag „Der Baustellenunfall“.

Auch beim Jubiläum

der Wohnanlange in Alsenz trug der

Sketch zur Unterhaltung der Gäste

bei; gespielt von Manuela Lanzer

und Angelika Gehring. Dafür gab es

jeweils viel Applaus. Erinnerungen

dürfen an Jubiläumstagen natürlich

nicht fehlen. Dafür sorgte unter anderem

Irmgard Hoffmann, Ehrenamtskoordinatorin

am Zoar-Standort

Winnweiler. Sie berichtete über

die damaligen Anpflanzungen im

Außenbereich der Zoar-Wohnanlage

in Winnweiler; in gemeinsamer Aktion

mit den Bewohnern. Auch heute

falle in den Rabatten immer mal

Hedwig Reindel

wieder Arbeit an. Gerade vor dem

Eingangsbereich sei ein Blumengruß

ein schönes Zeichen für die Besucher.

Denn das Haus wird auch von

verschiedenen externen Gruppen

regelmäßig besucht; zum Beispiel

von Kindergarten- und Grundschulkindern

mit ihren Erzieherinnen

beziehungsweise Lehrerinnen. Auch

der katholische Frauenkreis ist seit

Jahren mit Besuchen im Haus aktiv.

Alexandra Koch

54 Zoar-Magazin 4 | 2016


Jubiläen & Veranstaltungen

Wolf-Dietrich Fritsch

„Das Jubiläum gibt Anlass

zur Dankbarkeit, dass es einen

Ort der Geborgenheit gibt,

auf den Verlass ist“, bekräftigte

Pfarrer Friedrich Schmidt in

seiner Ansprache.

Die Gäste genossen die fröhlichen Beiträge beim

Jubiläumsfest in der Wohnanlage Winnweiler.

Ein eingespieltes Team: (v.l.n.r.)

Helga Gerhard, Ulla Drewing,

Shari Carvajal-Gomez, Manuela Lanzer,

Sina Wonnerth und Sarah Traub

Was auf einer Baustelle alles

schiefgehen kann, das parodierten

Susanne Geisweid (oben) und

Angelika Gehring (rechts) beim

Jubiläum in Winnweiler in ihrem

unterhaltsamen Beitrag

„Der Baustellenunfall“.

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“

sang die Chorgruppe der Wohnanlage

Winnweiler unter der

Leitung von Simone Bauer.

Zoar-Magazin 4 | 2016

55


Zoar präsentiert sich

Politiker-Besuch anlässlich der

Informationsreihe „Integrationsunternehmen“

Heiko Sippel und

Jaqueline Rauschkolb

Im Rahmen der Informationswochen zu Integrationsunternehmen

fanden bei Zoar und der Integrationsfirma

Rockenhausener Beschäftigungsgesellschaft (RBG) kürzlich

zwei Politiker-Besuche statt: Heiko Sippel, SPD-Landtagsabgeordneter

(MdL), aus Alzey und Jaqueline Rauschkolb,

SPD-Abgeordnete des Wahlkreises Donnersberg, deren

Wahlkreisbüro sich in Rockenhausen befindet.

Gruppenfoto beim

Besuch: (v.l.n.r.)

Torsten Walter,

Nicole Busch, Heiko

Sippel (MdL), Rolf

Nehrbaß, Peter Kaiser,

Rüdiger Schmidt

und Kurt Philipp

Die Informationswochen standen unter der Überschrift

„Integrationsunternehmen – Inklusion

im allgemeinen Arbeitsmarkt“ und waren initiiert

von der Landesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen

(lag if) Rheinland-Pfalz und von der Bundesarbeitsgemeinschaft

Integrationsfirmen (bag if) mit Sitz in Berlin.

Integrationsunternehmen RBG

Das Interesse der Öffentlichkeit an beruflicher und sozialer

Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung ist seit

der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention

und deren Inkrafttreten in 2009 gestiegen. Das Teilhabe-

Modell ist gesetzlich verankert – unter dem Stichwort

56 Zoar-Magazin 4 | 2016


Zoar präsentiert sich

„Integrationsprojekt“ im Sozialgesetzbuch (SGB) IX unter

Paragraph 132 ff. Auch dem Evangelischen Diakoniewerk

Zoar ist ein Integrationsunternehmen als Tochtergesellschaft

angeschlossen: die Rockenhausener Beschäftigungsgesellschaft

(RBG). Sie wurde am 1. Oktober 1999

in Betrieb genommen. Heute arbeiten in der RBG 102

Mitarbeiter; 28 davon sind beeinträchtigt. Betriebsleiter

ist Rüdiger Schmidt. Zweck und Auftrag der RBG ist es,

Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern.

„Die Zusammenarbeit von behinderten und nicht

behinderten Menschen steht ganz im Sinne der Inklusion“,

beschreibt Rüdiger Schmidt die Kernbotschaft des

Unternehmens. Und: „Die RBG sieht sich als zuverlässiger

Partner bei der Umsetzung der Kundenwünsche aus

der Wirtschaft“. Im Vordergrund stehe hierbei die Kundenzufriedenheit.

„Diese sorgt für ein wirtschaftlich gutes

Ergebnis und sichert so die Arbeitsplätze“, bringt es

Torsten Walter, kaufmännischer Leiter der Zoar-Werkstätten

und Prokurist der RBG, auf den Punkt.

Im Rahmen des Besuchs nahmen alle Teilnehmer auch an

einer Führung durch die Produktionsstätte teil.

Führung durch die Produktionsstätte

So sahen es auch Heiko Sippel, SPD-Landtagsabgeordneter

(MdL), und Jaqueline Rauschkolb, SPD-Abgeordnete

des Wahlkreises Donnersberg, die beide getrennt voneinander

Zoar und das Integrationsunternehmen RBG besuchten.

Im Rahmen des Besuchs nahmen alle Teilnehmer

auch an einer Führung durch die Produktionsstätte

teil. Im laufenden Betrieb wurden Produktionsstraßen

erklärt, Abläufe veranschaulicht und Produkte bei der

Entstehung erklärt. Sowohl Heiko Sippel als auch Jaqueline

Rauschkolb nutzten die Gelegenheit vor Ort, um mit

den Mitarbeitern zu sprechen. Dabei entstand ein Austausch,

der auch Raum für persönliche Einschätzungen

und Arbeitsplatzbeschreibungen ließ. „Ich komme immer

wieder gern zu Zoar“, sagte Wahlkreisabgeordnete

Jaqueline Rauschkolb. „Hier entwickelt sich viel. Das

Unternehmen ist innovativ und blickt nach vorn.“

Wobei diese Aussage sowohl auf die Körperschaft des

Evangelischen Diakoniewerks Zoar als auch auf die Tochter

RBG zutrifft.

Initiativen zur Vermittlung auf den

allgemeinen Arbeitsmarkt

Angesiedelt ist das Zoar-Tochterunternehmen RBG in

unmittelbarer Nachbarschaft der Zoar-Werkstätten in

Rockenhausen; geht man über den Hof, gelangt man

zur RBG-Produktionshalle. Synergien (zum Beispiel

Transporte, Verpflegung, Rohstoff- und Wissensressourcen)

sind so nutzbar und auch Arbeitsverlagerungen bei

Zoar-Magazin 4 | 2016

57


Zoar präsentiert sich

Gruppenfoto zur Erinnerung an den Besuch der Wahlkreisabgeordneten

Jaqueline Rauschkolb: (v.l.n.r.) Nicole

Busch, Rüdiger Schmidt, Torsten Walter, Kurt Philipp,

Jaqueline Rauschkolb, Rolf Nehrbaß und Peter Kaiser

Produktionsspitzen und vollen Auftragsbüchern. Die RBG

ist hauptsächlich als Zulieferer für die Automobilindustrie

tätig. Des Weiteren erfüllt sie folgende Aufgaben:

Personal-Leasing sowie Personenbeförderung mit Bussen.

Auch ein Eigenprodukt hat die RBG vorzuweisen:

den elektrisch höhenverstellbaren Montagetisch. Den

Mitarbeitern wird neben der Beschäftigung eine arbeitsbegleitende

Förderung zur beruflichen Weiterentwicklung

angeboten. Erforderliche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

sind somit gewährleistet. Mitarbeiter mit

Beeinträchtigung aus den Zoar-Werkstätten erhalten in

der RBG die Möglichkeit, sich in einem Praktikum unterschiedlicher

Dauer zu erproben. Ziel all dieser Maßnahmen

ist die Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Diese Weichenstellungen sollen dabei helfen,

Langzeitarbeitslosigkeit, vor allem von Menschen mit

einer Beeinträchtigung, abzubauen.

Im laufenden Betrieb

wurden Produktionsstraßen

erklärt, Abläufe

veranschaulicht und

Produkte bei der

Entstehung erklärt.

Inklusive Teilhabe am Arbeitsleben

Aus dem Gespräch nahmen beide Politiker Anliegen des

Trägers mit, die die werktägliche Arbeit erschweren, beziehungsweise

Fragen, die sich aus politischen Plänen

bezüglich Bundesteilhabegesetz und geplanter Rechtsverordnungen

(Prüfung Personalbestand Werkstätten)

ergeben. „Ich weiß die Arbeit in sozialen Einrichtungen

sehr zu schätzen“, sagte Heiko Sippel. „Werkstätten werden

auch mit zunehmender Anzahl von Integrationsfirmen

ihre Daseinsberechtigung behalten, denn auch

Menschen mit schweren Beeinträchtigungen sollte Teilhabe

an Arbeit und Beschäftigung ermöglicht werden.“

Vorgestellt wurde den Politikern auch das IWP-Projekt

(Inklusionsinitiative Westpfalz), bei dem sich das Evange-

58 Zoar-Magazin 4 | 2016


Zoar präsentiert sich

Inklusives Unternehmensmodell als ein wichtiger Schritt

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Rund 850 Integrationsunternehmen, -betriebe und

-abteilungen in Deutschland beschäftigen aktuell rund

24.000 Menschen, davon circa 10.000 besonders betroffene

Schwerbehinderte. Diese Menschen hätten ohne

die Arbeit in einem Integrationsprojekt keine Chance auf

Teilhabe im allgemeinen Arbeitsmarkt. Integrationsunternehmen

sind Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts.

Sie stehen im Wettbewerb mit anderen Betrieben,

setzen marktfähige Geschäftsideen um, beschäftigen ihre

Mitarbeiter mit regulären Arbeitsverträgen und zahlen

ortsübliche oder tarifliche Löhne und Gehälter. Außerdem

verpflichten sie sich, mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitsplätze

mit besonders Beeinträchtigten zu besetzen. Ihnen

dadurch entstehende Nachteile werden vorrangig aus

Mitteln der Ausgleichsabgabe beglichen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen (bag

if) ist die Interessenvertretung dieser inklusiven Unternehmen

des allgemeinen Arbeitsmarkts. Die Vision ist es,

Menschen mit Beeinträchtigungen einen uneingeschränkten

Zugang zu einem inklusiven Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Hierbei geht es schwerpunktmäßig um die verträgliche

Zusammenführung von wirtschaftlichem Handeln

und sozialem Verantwortungsbewusstsein.

lische Diakoniewerk Zoar mit anderen Trägern (Heinrich-

Kimmle-Stiftung Pirmasens und Ökumenisches Gemeinschaftswerk

Landstuhl) sowie der Bundesagentur für

Arbeit (Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens) einbringt.

Dadurch soll die existenzsichernde und nachhaltige

berufliche Integration von schwerbehinderten Menschen

ermöglich werden. Das Programm gehört zum

„Handlungsfeld 3“ des Bundesprogramms „Initiative Inklusion“.

Ziel ist es, verstärkt Ausbildung und Beschäftigung

schwerbehinderter Menschen zu erreichen; so dass

mehr schwerbehinderte Menschen Seite an Seite mit

nicht behinderten Menschen arbeiten, ganz im Sinne

einer inklusiven Teilhabe am Arbeitsleben. Wahlkreisabgeordnete

Jaqueline Rauschkolb äußerte sich interessiert

an den neuen Entwicklungen bei Zoar, gerade auch an

der Arbeit mit Kooperationspartnern. „Denn wir benötigen

mehr denn je Netzwerke und das Potenzieren durch

gemeinsames Handeln.“

Alexandra Koch

Zoar-Magazin 4 | 2016

59


Menschen & Geschichten

Kindheitserinnerungen von Zoar-Mitarbeiterin Martina Degen

Damals: natürliches Miteinander

Heute: Inklusion

„Früher war es ein natürliches Miteinander. Heute heißt es Inklusion“, sagt Martina Degen,

Einrichtungsleiterin der Seniorenresidenz Kirchheimbolanden. „Auf dem Inkelthalerhof haben

wir gewohnt und gearbeitet – Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.“

Martina Degen war

damals noch ein

Kind. Im Gespräch

mit ihren Eltern hat sie in der Vorbereitung

dieses Berichts ihre Kindheitserinnerungen

aufgefrischt.

22 Familien haben damals auf dem

Inkelthalerhof in Rockenhausen gelebt.

Alle waren in irgendeiner Weise

verbunden mit der Arbeit mit jungen

und alten Menschen mit Beeinträchtigung.

In Martina Degens Erinnerungen

sind starke Gefühle der

Zusammengehörigkeit verankert.

Gerade das gelebte Miteinander

„auf dem Berg“ hat sich ihr eingeprägt.

Abgrenzung habe es nicht gegeben.

„Alle waren wie eine große

Familie.“ Ihre Kindheit beschreibt sie

als „wunderbar behütet“.

Zoar war Arbeitgeber für die

ganze Familie

Martina Degen arbeitet in der dritten

Generation für das Evangelische

Diakoniewerk Zoar. Stolz sagt sie:

„Und die vierte Generation folgt

vielleicht, da auch meine Tochter

eine Ausbildung in der Altenhilfe

macht“. Als Kind wuchs Martina

Degen deshalb auf dem Inkelthalerhof

in Rockenhausen auf, weil ihre

Eltern und Großeltern sowie Onkel

und Tante dort in verschiedenen

Bereichen gearbeitet haben. Im

Fliednerhaus wohnte sie mit ihren

Eltern in einer Dienstwohnung. Ihr

Die Arbeit auf dem Inkelthalerhof

erforderte viele fleißige

Hände. Hier sehen wir

Martina Degens Opa (Mitte).

Dackel Susi durfte auch nie

fehlen. Der Hund gehörte

Martina Degens Oma.

Anfang der 70er-Jahre:

Arbeit gab es auf dem Inkelthalerhof

genug. Auf

dem Foto wird gerade mal

Pause gemacht. Davor

waren die Rosen-Rabatten

gesäubert worden.

Winter 1966: Der Inkelthalerhof

im Schnee;

darüber freuen sich (v.l.n.r.)

Ella Schmidt, Schwester

Käthe, Otto Schmidt jun.

und Rüdiger Schmidt

60 Zoar-Magazin 4 | 2016


Menschen & Geschichten

Mit einem roten „Dreiräder“,

elektrisch angetrieben,

verteilte Otto Schmidt sen.

das Essen auf dem Inkelthalerhof;

mit dabei

Martina Degen auf dem

„Frontsitz“, um auch wirklich

alles zu sehen.

Vater, Rüdiger Schmidt, hat in der

Kfz-Werkstatt gearbeitet und den

Schulbus gefahren, mit dem die

Kinder „vom Berg“ in die Schule in

Rockenhausen gebracht wurden.

Später war er als Pfleger im Wichernhaus

eingesetzt. Außerdem

hat er mit einem roten „Dreiräder“

mit Anhängern das Essen auf dem

Inkelthalerhof ausgefahren, damit

die Speisen aus der Zentralküche

heiß bei den Bewohnern in den Häusern

auf den Tisch kamen. Martina

Degens Mutter, Marie-Louise

Schmidt, hat im Bereich Pflege im

Fliednerhaus gearbeitet; zuerst als

ungelernte Kraft, später nach absolvierter

Ausbildung als Krankenschwester.

In den Folgejahren arbeitete

sie als Einrichtungsleiterin im

Zoar – Alten- und Pflegeheim in Kusel;

eine verantwortungsvolle Aufgabe,

die sie bis zum beginnenden

Ruhestand noch 25 Jahre erfüllte.

Otto Schmidt sen.

(Martina Degens Opa)

war ein Blumenliebhaber.

Auf dem Foto sieht man

ihn mit Martina Degen auf

dem Arm; mit dabei zwei

Bewohnerinnen.

1965: Bewohner beim

Arbeiten in der Landwirtschaft.

Hier wurde

Heu gemacht und mit

Hilfe der Nutztiere (Esel)

zum Stall gebracht.

Die Vielzahl der unterschiedlichen

Berufe bei Zoar sei schon zu dieser

Zeit groß gewesen. So arbeitete ihre

Oma anfangs zum Beispiel in der

Nähstube und der Wäscherei, ihr

Opa in der Landschaftsgärtnerei und

als Hausmeister, ihr Onkel als Maler

und die Tante im Bereich Pflege im

Falkhaus. Ihre Kindheit „auf dem

Berg“ habe sie sehr geprägt. „Mein

Sinn für Gerechtigkeit und die Sensibilität

im Umgang mit Schwächeren

sind darauf zurückzuführen.“

„Ein bisschen wie heile Welt“

Für die 48-Jährige sind es wunderbare

Erinnerungen an eine konfliktfreie

und harmonische Zeit. „In der Erinnerung

ist es ein bisschen wie heile

Welt“, schmunzelt sie. „Wir Kinder

waren unterwegs in Feld, Wald und

Wiese. Die Großen haben auf die

Kleinen aufgepasst. Natürlich haben

wir auch Quatsch gemacht.“ Das

habe einfach dazu gehört. „Wir waren

eine wilde Truppe.“ Noch heute

erinnert sich Martina Degen an die

legendären Seifenkisten-Rennen.

Mit hohem Tempo ging es die alte

Zoar-Straße hinab. „Ich bin immer

gern mit Jungs zusammen gewesen,

auch wenn die Spiele etwas wilder

waren.“ Wenn sie nach einer Rangelei

mal wieder mit aufgeschlagenen

Knien nach Hause kam, „habe ich

meinen Eltern immer gesagt, dass

ich gestürzt bin oder mich gestoßen

habe“. Heute ist sie selbst Mutter

von drei erwachsenen Kindern:

Björn, Dennis und Alisha. Auch in

ihrer Familie wird viel über Zoar gesprochen.

Denn mit der Arbeit fühle

sie sich verwachsen, zumal die Tochter

sich ebenfalls für den sozialen

Bereich interessiert und mit ihrer

Entscheidung für die Altenpflege-

Ausbildung nun in ihre Fußstapfen

tritt. „Früher bedeutete das Leben

und Arbeiten, dass man dient. Die

Zoar-Magazin 4 | 2016

61


Menschen & Geschichten

Familie kam erst an zweiter Stelle“,

so Martina Degen. Und: „Im Kreise

der Familie wurde immer nur über

Zoar gesprochen. Als Kind habe ich

das gehasst“. Dies war der Preis für

ein Leben im Idyll, etwas abgeschottet

von der Außenwelt. Der Grund:

Leben und Arbeiten waren eins. Es

gab keine Trennung zwischen privatem

und beruflichem Bereich. „Wir

hatten alles auf unserem Berg“, sagt

sie; zum Beispiel eine Minigolf-Anlage

und ein Frei- und ein Hallenbad.

„Darum haben uns viele Gleichaltrige

beneidet“. Und: „Wir Kinder konnten

uns auf dem Berg völlig frei bewegen.

Die Erwachsenen sind ihrer

Arbeit nachgegangen, bei der wir

auch oft dabei waren“. Der Kontakt

zu den Kindern aus Rockenhausen

sei zögerlich verlaufen. „Es war ja

auch ein weiter Weg.“ Erst ab der

sechsten Klasse sei der Kontakt intensiver

geworden. „In dem Alter

durften wir den Berg schon mal allein

hoch und runter laufen“, erinnert

sich Martina Degen.

Emotionale Verbundenheit

Seitdem haben sich die Zeiten gewandelt.

Ein Leben ohne die strikte

Trennung zwischen Privat- und Berufsleben

könnte sich Martina Degen

heute nicht mehr vorstellen.

Dafür genießt sie ihre Freizeit und

den Rückzug ins Private zu sehr; wie

übrigens die meisten Arbeitnehmer

in der modernen Arbeitswelt. Gern

verbringt die Zoar-Mitarbeiterin ihre

Freizeit mit Nico, einem dreijährigen

Havanesen. Beim Interview liegt der

hübsche Hund mit langhaarigem,

weißem Fell unter ihrem Stuhl und

wartet brav bis Frauchen mit dem

Familienfoto mit der neugeborenen

Martina Degen im Arm der Mutter

Marie-Louise Schmidt (links); auf dem

Foto sind außerdem zu sehen (v.l.n.r.)

Ella Schmidt, Otto Schmidt sen. mit

Carlo Schmidt auf dem Schoß, Otto

Schmidt jun. und Rosel Schmidt (außerdem

ein Gast der Familie)

Erich Rose: Erinnerungen an früher – ein Interview

Erich Rose leitet den Fachbereich Altenhilfe im Evangelischen

Diakoniewerk Zoar. Auch er wuchs auf dem

Inkelthalerhof auf, wo er zusammen mit seinen Eltern

in einer Dienstwohnung wohnte.

A. Koch: Wie haben Sie damals als Kind in der Familie

Weihnachten gefeiert?

E. Rose: Die Teilnahme am Gottesdienst in der Zoar-

Kapelle auf dem Inkelthalerhof war damals ein schöner

Brauch. Dort versammelten sich zum Festgottesdienst

viele Bewohner sowie die auf dem Inkelthalerhof lebenden

Familien. Die Kirche war voll. Für uns Kinder waren

das schöne Erlebnisse der Gemeinsamkeit, allerdings mit

dem Haken, dass die Eltern nach dem Gottesdienst fast

immer noch zum Dienst eingeplant waren. Da wurden

zum Beispiel die verschiedenen Weihnachtsfeiern der

Bewohner besucht. Erst danach zog man sich ins Private,

in seine eigene Familie, zurück.

Erich Rose (rechts) mit

seiner Mutter Rita Rose

A. Koch: Hatten Sie damals unter den Bewohnern richtige

Freunde beziehungsweise Spielkameraden?

E. Rose: Wir lebten unmittelbar im Wohnumfeld der Bewohner.

Viele Freizeitaktivitäten unternahm man zusammen,

zum Beispiel Ausflüge,

Feiern, sportliche

Unternehmungen. Selbstverständlich

ergaben sich

dabei auch Freundschaften.

A. Koch: Wie hat es sich für Sie angefühlt, mit dem Bus

vom Berg zur Schule gefahren zu werden?

E. Rose: Seitens der Beförderung war es schon etwas

Besonderes in einem eigenen Bus gefahren zu werden.

Wir Kinder wurden in einem Bus von Zoar, der auch anders

genutzt wurde, in die Schule gefahren und wieder

abgeholt. Zeitweise wurden wir allerdings auch von Mitschülern

gehänselt, da der Bus mit dem Logo der „Aktion

Sorgenkind“, wie es damals noch hieß, gekennzeichnet

war und somit klar war, wo wir herkommen beziehungsweise

wohnen.

A. Koch: Welche Erlebnisse besonderer Art hatten Sie mit

Gleichaltrigen, die auch auf dem Inkelthalerhof gewohnt

haben; sowohl positiv als auch negativ?

62 Zoar-Magazin 4 | 2016


Menschen & Geschichten

Ein Foto aufgenommen von Otmar

Rose; es zeigt Martina Degen im

Alter von fünf Jahren auf ihrem

Dreirädchen. Dieses Foto gehört zu

Martina Degens Lieblingsfotos aus

ihrer Kindheit.

Familienspaziergang im Winter

1971: (v.l.n.r.) Martina Degen

zwischen ihren Eltern Marie-

Louise Schmidt und Rüdiger

Schmidt

„langen Reden“ fertig ist. Martina

Degen wohnt in Winnweiler. Ruhe

und Entspannung, das Leben in einem

angenehmen Wohnumfeld sind

ihr wichtig. Die schönen Dinge des

Lebens genießen: Kultur, Reisen, ein

leckeres Essen und ein edler Tropfen.

Ihr verantwortungsvoller Job fordert

sie. Ein Ausgleich ist daher umso

wichtiger. Wenn sie heute den Berg

zum Inkelthalerhof hochfährt beziehungsweise

sich dort aufhält, dann

erlebt sie immer noch das ein oder

andere „Déjà-vu“. „Wenn zum Beispiel

Nebel im Tal liegt“, dann kommen

Bilder aus der Kindheit hoch;

oder wenn sie an Stellen vorbeigeht,

wo sie früher mit Spielkameraden

Baumhäuser und Höhlen gebaut

hat. Es sei eine starke emotionale

Verbundenheit zum Inkelthalerhof.

Alexandra Koch

E. Rose: Negativ fällt mir nichts ein, nur Positives; zum Beispiel

unsere Ausflüge mit anschließendem Grillen. Zum

Essen gab es gegrilltes Brot mit Zucker oder gegrillte

Knackwürste oder Eintöpfe. Herausragend schön war auch

die Nutzung unseres eigenen Freibads unterhalb des heutigen

Sportplatzes. Im Winter wurde Schlitten gefahren; wir

Kinder mit den Bewohnern. Beim Toben im Schnee blieben

kleinere Unfälle nicht aus. Mit den Schlitten waren wir mit

Tempo unterwegs; immer den Berg runter.

A. Koch: Gab es besondere Spiele, die immer wieder zum

Miteinander beigetragen haben?

E. Rose: Ja. Die gab es, zum Beispiel Tischtennis, Rollschuh-

Hockey, Basketball, Fußball und Schwimmen; alles, was mit

Bewegung zu tun hatte. Außerdem gab es bestimmte Rituale,

zum Beispiel die Gottesdienstbesuche.

A. Koch: Waren Ihre Eltern damals besorgt, wenn Sie zu lange

außer Haus waren? Gab es Regeln, an die Sie sich halten

mussten?

E. Rose: Oft habe ich mich abends zusammen mit meinem

Vater bei den Bewohnern aufgehalten, und wir gingen

zusammen heim. Es gab allgemeine Regeln, wie bei anderen

auch. Es war auch klar, wann ich zu Hause sein musste.

Aber besondere Besorgnisse gab es keine; nicht mehr oder

weniger als anderswo. Mit den Bewohnern lag ein vertrauensvolles

Miteinander vor, das ganz stark auf Hilfsbereitschaft

und Toleranz basierte.

A. Koch: Hatten Sie Freunde aus Rockenhausen, die Sie auf

dem Berg besuchen kamen?

Erich Rose: Ja. Ich hatte auch Freunde aus Rockenhausen.

Wir besuchten uns gegenseitig.

A. Koch: Was war als Kind Ihr größter Wunsch?

E. Rose: Ein Bonanza-Rad, das ich dann auch irgendwann

bekommen habe. Das Rad gehörte damals in den 60er-

Jahren zum Trend, zumindest für uns Jungs.

A. Koch: Was denken Sie heute, wenn Sie auf dem Inkelthalerhof

sind beziehungsweise zur Arbeit herkommen?

E. Rose: Bis heute erlebe ich regelmäßig, wie Erinnerungen

aus der Zeit des Aufwachsens und Wohnens auf dem

Inkelthalerhof hochkommen. Dies geschieht insbesondere

durch noch bestehende Kontakte mit Bewohnern, die

mit mir bei Zoar all die Jahre erlebt haben und die wie

ich älter geworden sind. Ich erinnere mich an früher und

denke an gemeinsame Aktivitäten, Späße, aber auch an

tragische Ereignisse. Alles haben wir gemeinsam erlebt

und getragen, positive und negative Geschehnisse.

Zoar-Magazin 4 | 2016

63


Menschen & Geschichten

Anfang der 70er-Jahre: Blick über den

Inkelthalerhof; der Neubau Oberlinhaus

ist abgeschlossen

Zur Geschichte des Evangelischen Diakoniewerks Zoar

10 Jahre vor Martina Degens Geburt:

historische Aufnahmen vom Inkelthalerhof;

Flugtag 9. Juli 1958; aus dem Deutschen Luftbildarchiv

Im Jahre 1853 entschlossen sich Vertreter des öffentlichen Lebens, zur Gründung eines Evangelischen

Rettungshauses bei Rockenhausen aufzurufen. Entscheidende Impulse gingen vom

Theologen Johann Hinrich Wichern aus, der in Hamburg 1833 das „Rauhe Haus“ gründete.

In einer flammenden Rede auf dem Kirchentag in

Wittenberg machte sich Johann Hinrich Wichern,

tief bewegt von Leid und Armut eines Großteils der

Menschen, für eine Innere Mission stark. Sein Ziel war

es, die Kirche und die Gesellschaft von innen heraus

mit dem Heiligen Geist zu durchdringen und zu

erneuern.

Durch Spendenmittel wurde das Vorhaben der

Gründung eines Evangelischen Rettungshauses bei

Rockenhausen umgesetzt. 1854 wurde das landwirtschaftliche

Anwesen auf dem Inkelthalerhof

erworben. Am 1. November 1855 wurde Einweihung

gefeiert. Die sogenannte „Anstaltsfamilie“ war in der

Landwirtschaft tätig. Durch die Vermehrung des Viehbestands

und die Bewirtschaftung der Felder wurde

der Lebensunterhalt gesichert. Die Zahl der aufgenommenen

Kinder und Jugendlichen schwankte;

manchmal waren es nur neun, ein anderes Mal stieg

die Zahl auf fünfzig an. In der Zeit des 1. Weltkriegs

wurden immer weniger Kinder und Jugendliche zugewiesen,

so dass sich die Leitung 1927 entschied, diese

Arbeit aufzugeben und stattdessen beeinträchtigte

Männer zu beherbergen. Die Leitung der Einrichtung

wurde nun nicht mehr von Hausvätern übernommen,

sondern von Diakonissen aus Speyer. Die Zahl der Bewohner

stieg fortan. 1939 wurde die Höchstzahl von

200 Bewohnern erreicht.

Während des 2. Weltkriegs fanden Kriegsgeschädigte

und schwangere Frauen auf dem Inkelthalerhof Zuflucht.

Nach dem Krieg kehrten die meisten Kriegsgeschädigten

in ihre Heimat zurück und siebzig Kinder

aus dem St. Nikolaus Kinderheim in Landstuhl wurden

aufgenommen. Die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung

wurde weitergeführt. 1961 übernahm

Diakon Herbert Dehmel gemeinsam mit seiner Frau

Änne die Leitung von Zoar. Mit dem wirtschaftlichen

Aufschwung begann in den sechziger Jahren der Ausbau

der Einrichtung. 1965 wurde das Fliednerhaus

errichtet. 1666 erfolgte der Neubau des Wichernhauses

I und II und 1968 der des Bodelschwinghhauses I.

1968 war auch das Jahr, in dem Martina Degen

im Krankenhaus in Rockenhausen geboren wurde.

Getauft wurde sie in der Zoar-Kapelle auf dem

Inkelthalerhof, weil ihre Eltern beide dort arbeiteten

und sie dort in einer Dienstwohnung wohnten.

Wie sie ihre Kindheit auf dem Inkelthalerhof erlebt

hat, lesen Sie im Hauptbericht „Kindheitserinnerungen

von Zoar-Mitarbeiterin Martina Degen“.

64

Zoar-Magazin 4 | 2016


Ankündigung

Wir radeln wieder durch die Pfalz – von Kusel nach Heidesheim

Unter dem Motto

„Gemeinsam viel bewegen“

Bald ist es wieder soweit! Unsere 2. Zoar-Radtour unter dem Motto

„Gemeinsam viel bewegen“ steht an. Gemeinsam radeln wir vom

Musikantenland nach Rheinhessen;

als Weiterführung des 2015

begonnenen Inklusionsprojekts.

2. Zoar-Radtour

am 23. und 24. Juni 2017

Unser Ausgangspunkt ist der Zoar-

Standort Kusel, wo wir im September

2015 unsere 1. Zoar-Radtour

beendet haben. Von dort aus fahren wir über

Meisenheim nach Bad Kreuznach, wo wir

Station mit Übernachtung in der dortigen

Jugendherberge geplant haben. Am 2. Tag der

Tour radeln wir über Wörrstadt nach Heidesheim

am Rhein. Unser Ziel am Ende des zweiten Tages

ist das Zoar – Rheinhessische Diakoniezentrum in

Heidesheim, wo wir am Ende der Tour im Rahmen des

dortigen Sommerfestes empfangen werden. An beiden

Tagen werden wir jeweils rund sechzig Kilometer Rad

fahren. Von der nördlichen Westpfalz in Richtung Bad

Kreuznach wird hauptsächlich der abwechslungsreiche

Glan-Blies-Radweg befahren. Von Bad Kreuznach in

Richtung des Rheins nutzen wir unter anderem die

Hiwwel-Route und den Selztal-Radweg.

Tour steht im Zeichen des Miteinanders

Zum geradelten Miteinander von Menschen mit und

ohne Beeinträchtigung werden auch wieder Personen des

öffentlichen Lebens sowie Pressevertreter eingeladen, die

uns hoffentlich auch diesmal begleiten werden. Dies dient

nicht nur dem Miteinander, sondern auch dem Austausch

und der Kommunikation. Zahlreiche Teilnehmer der 1.

Zoar-Radtour waren begeistert von der Idee der gemeinsamen

Tour durch die Pfalz und bekundeten direkt nach

dem Erreichen des Ziels in Kusel, dass sie beim nächsten

Mal wieder dabei sein möchten. Das freut uns! Ab Januar

2017 besteht die Möglichkeit sich anzumelden. Das Anmeldeformular

wird wie beim letzten Mal auf der Zoar-

Internetseite zu finden sein. Zögern Sie nicht. Die Teilnehmerzahl

ist begrenzt. Eingeladen sind externe Gäste

sowie Zoar-Mitarbeiter und Bewohner.

Wie in 2015 wird auch die 2. Zoar-Radtour unterstützt

von Kommunen und Partnereinrichtungen, die auf der

Route liegen. Lassen Sie sich überraschen! Sicher wird

wieder der ein oder andere Verbands- und Ortsbürgermeister

eine der Teilstrecken begleiten. Ganz egal, wie

viele Kilometer das sein werden; wir freuen uns über

jeden, der mitradelt. Gemeinsam werden wir ein sowohl

sportliches als auch geselliges Miteinander erleben.

Schon jetzt sei all denen gedankt, die sich für die Veranstaltung

interessieren und mit dabei sein werden. Ein

großer Dank geht auch an alle Zoar-Mitarbeiter, die im

Vorfeld mit beeinträchtigten Menschen trainieren, um

diese in die Lage zu versetzen, die gesamte Strecke beziehungsweise

Teilstrecken mitzufahren.

Wir hoffen auf einen guten Verlauf dieser inklusiven Radtour,

ausgerichtet vom Evangelischen Diakoniewerk Zoar,

und auf schönes Radler-Wetter.

Alexandra Koch

Zoar-Magazin 4 | 2016

65


Projekte & Veranstaltungen

Wiederaufbau des barocken Terrassengartens

in Kirchheimbolanden

Klaviermusik in der

Seniorenresidenz

im Schloss

Oleh Pawluk, Dolmetscher des

Interkulturellen Dialogprojekts

für deutsche und ukrainische

Steinmetzschüler, das im Rahmen

des Wiederaufbaus des

barocken Terrassengartens von

Kirchheimbolanden bereits

zum sechsten Mal stattfand,

nannte sein Klavierkonzert in

der Seniorenresidenz Kirchheimbolanden

ganz bescheiden

ein „Ständchen“. Dabei

war es weit mehr als das.

Er spielte und sang Lieder aus

seiner Heimat, der Ukraine.

Dabei ging es vor allem um

die Liebe. „In den Liedern aus meiner

Heimat geht es fast immer um Liebe“,

lachte er. Die Melodien waren

mal traurig-getragen und dann wieder

fröhlich-zuversichtlich. Egal, ob

Tango- oder Walzertakt, die Bewohner

der Seniorenresidenz Kirchheimbolanden

waren begeistert und

genossen die musikalische Abwechslung.

Einrichtungsleiterin Martina

Degen begrüßte Oleh Pawluk mit

freundlichen Worten und bedankte

sich für den Einblick in die ukrainische

Volksseele. „Wir freuen uns

schon jetzt, wenn Sie nächstes Jahr

zum Steinmetzschüler-Austausch

wieder bei uns spielen“, sagte Martina

Degen.

Ukrainische Folklore:

Liebe, Schmerz und Glück

Bereits mit fünf Jahren hat Oleh

Pawluk Klavier gespielt. „Ich stamme

aus einer musikalischen Familie.“

Nach dem Musikstudium hat er

eine zweite universitäre Ausbildung

gemacht und wurde Lehrer für Englisch

und Deutsch. Heute arbeitet er

als Dolmetscher. „Fürs Klavierspielen

bleibt mir nicht mehr viel Zeit“, berichtete

er. Aber gekonnt ist gekonnt.

Für alle Zuhörer war sein Klavierspiel

in der Seniorenresidenz

Kirchheimbolanden perfekt. „Unser

Liedgut kommt von Herzen. Da ste-

66 Zoar-Magazin 4 | 2016


Projekte & Veranstaltungen

Revitalisierung

des barocken

Terrassengartens

Seniorenresidenz Kirchheimbolanden

werden; immer dann, wenn er sich

im Rahmen des Interkulturellen Dialogprojekts

mit ukrainischen Steinmetzschülern

in der Pfalz aufhält.

„Wir möchten die Bewohner der

Seniorenresidenz gern in den Wiederaufbau

des barocken Terrassengartens

miteinbeziehen“, sagte Dr.

Lydia Thorn Wickert von „thornconcept“,

die die Stadt Kirchheimbolanden

mit innovativen Kulturprojekten

und Maßnahmen zur Kommunikation

bei der Revitalisierung des barocken

Terrassengartens unterstützt.

Kirchheimbolanden ist Träger des

Großprojekts, das im Bereich der

Steinmetzarbeiten von der Eberhard-Schöck-Stiftung

Baden-Baden

unterstützt wird. Lydia Thorn Wicken

viele Emotionen drin.“ Sicher

ein Grund dafür, warum die ukrainischen

Volkslieder so mitreißend auf

das Publikum wirkten. Zwischen den

Liedern übersetzte Oleh Pawluk aufs

Deutsche. So erfuhren die Zuhörer

etwas über das Heimweh der ukrainischen

Auswanderer in Amerika

und Kanada, über enttäuschte Liebe,

über romantische Gefühle frisch

Verliebter und über Vater-Sohn-

Konflikte.

Interkultureller Austausch

für mehr Nachhaltigkeit

Auch in 2015 spielte Oleh Pawluk

den Bewohnern in der Seniorenresidenz

Kirchheimbolanden ein Klavier-

„Ständchen“. Dies soll zur Tradition

ckert sieht sich als Mittlerin zwischen

kulturellem Erbe und dessen

Nutzung in heutiger Zeit. Die Gewinnung

der Eberhard-Schöck-Stiftung

als Sponsor für den Aufenthalt

ukrainischer Steinbildhauer an der

Meisterschule für Handwerker in

Kaiserslautern ist ihrer Initiative zu

verdanken. Zusammen mit den

Steinmetzschülern aus der Pfalz

fertigen die Ukrainer jedes Jahr für

jeweils drei Wochen Sandsteinwerkstücke,

die für den Wiederaufbau

des Terrassengartens benötigt werden.

Die untere Mauer des bedeutenden

Kulturerbes ist bereits fertig;

es folgen die Stufen, die zu der

nächst höheren Terrasse führen.

Alexandra Koch

Zoar-Magazin 4 | 2016

67


Ausflüge & Urlaub

Oktober 2016

Wanderfreizeit in Fischen im Allgäu

Ein Erlebnisbericht von Jürgen Mahler, Vorsitzender des Werkstattrats

der Werkstätten Rockenhausen sowie Teilnehmer der Reise ins Allgäu.

1. Tag

Am 5. Oktober 2016 sind wir mit sechs

Beschäftigten und zwei Mitarbeitern in

die Wanderfreizeit gefahren. Unterwegs

haben wir zweimal Pause gemacht

und einmal gut gefrühstückt.

Als wir in Fischen angekommen sind,

hat uns das „Panorama Hotel Kaserer“

sehr freundlich in Empfang genommen.

Danach haben wir unsere Zimmerschlüssel

bekommen und sind Koffer

auspacken gegangen. Im Anschluss

wurde es Zeit, sich im Hotel mit Kaffee

und Kuchen zu stärken. Frisch gestärkt

sind wir das kleine Städtchen Fischen

erkunden gegangen und haben etwas

gebummelt. Schon etwas geschlaucht

sind wir zum Abendessen und haben

schön erzählt und den ersten Tag ausklingen

lassen.

2. Tag

Wanderung auf dem Erlebnispfad

nach Ofterschwang

3. Tag

Gut gestärkt ging es mit dem Bus zur Hörnerbahn, die

übrigens schon im Hotelpreis enthalten war, was wir

alle super fanden. Von dort aus ging es einen schon

etwas anspruchsvolleren Wanderweg zur Alpe „Zunkleiten“

hinunter. Unterwegs hat uns Martin Klein etwas

vorgejodelt. Glücklich und ohne Stürze sind wir an der

Talstadion angekommen und mit dem Bus wieder ins

Hotel gefahren. Frisch geduscht ging es zum Abendessen,

was wieder sehr, sehr lecker war. Ein Teil von uns

war müde und ist zu Bett gegangen. Der Rest hatte

noch nicht genug und ging in den Fitnessraum zum

„Hackerchje“ spielen.

Heute ging es erneut zur Hörnerbahn. Auf dem heutigen Programm

stand eine Panoramatour von der Hörnerbahn nach Ofterschwang. Dort

angekommen haben wir an der Weltcuphütte Rast gemacht und einen

Imbiss eingenommen. Mit dem Weltcup-Express sind wir ins Tal gefahren.

Am späten Nachmittag gab es im Hotel wieder eine Runde Kaffee

und Kuchen. Nachdem wir uns alle etwas ausgeruht hatten, sind wir in

Fischen zur alten „Obermühlen Säge“ gelaufen, die an dem Tag das letzte

Mal zur Besichtigung geöffnet hatte. Dort wurde gezeigt, wie mit Wasserkraft

früher und noch heute das Holz gesägt wird. Dies hat uns allen

sehr gefallen und war auch interessant. Am Abend nach dem Essen gingen

einige ins Zimmer, andere haben wieder zusammen gespielt.

4. Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zum Stadtbummel

nach Oberstdorf gefahren. Da das Wetter es

heute nicht so gut mit uns meinte, sind wir in Oberstdorf

ins Heimatmuseum gegangen und haben uns dort unter

anderem viele traditionelle Werkzeuge sowie Tracht aus

der Region angesehen. Das schlechte Wetter an diesem

Tag konnte uns die Laune aber nicht vermiesen, so dass

es nach dem Museum zur Skisprungschanze (Erdinger

Skisprung Arena) ging. Wie es das Glück wollte, fand

gerade ein Training statt, das wir uns „live“ anschauten.

Wir hatten dann nur das Problem, dass wir vom Aussichtsturm

im Stadion nur noch über die Flugschanze

nach unten kamen. Also, Ski anschnallen und springen!

Nein, nicht wirklich! Aber ein bisschen Spaß muss sein …

68 Zoar-Magazin 4 | 2016


Ausflüge & Urlaub

5. Tag

Am heutigen Tag stand erneut eine Wanderung auf dem

Programm. Das Wetter hat es auch wieder gut mit uns

gemeint. Vom Parkplatz des Langlaufzentrums Oberstdorf

ging es zum Berggasthof „Riefenkopf“, wo man übrigens

auch Urlaub machen kann. Auf der Höhe „Spielmannsau“

haben wir in einem Gasthof eine Pause

eingelegt. Auch heute hat Martin Klein Lieder beim Wandern

gesungen. Dies fanden wir alle richtig toll und haben

viel gelacht. Sogar eine ganze Gruppe mit Wanderfrauen

hat Martin für seinen Jodler Applaus geklatscht.

Im Anschluss an die Tour ging es weiter zur Breitachklamm;

eines der tollsten Erlebnisse auf unserer Freizeit.

Wir waren alle begeistert von der Klamm. Herr Steller

hatte vorher gesagt, dass in der Klamm ab und zu jemand

verloren geht. Im Hotel haben wir den Spieß dann

umgedreht und die Inhaber informiert (Steffen, Ute und

Maxi Orben), dass ein Abendessen weniger benötigt

wird, weil wir Herrn Spiecker verloren haben. Auch das

ist natürlich nur ein kleiner Spaß gewesen! Herr Spiecker

hat sein Essen bekommen.

7. Tag

Leider war dies schon unser vorletzter Tag in Fischen im

Allgäu. Jedoch freuten wir uns schon riesig auf diesen Tag,

da wir zum Schloss Neuschwanstein gefahren sind. Das

Schloss haben wir von außen besichtigt und waren im

Innenhof. Man konnte auch um das Schloss zur Marienbrücke

wandern. Dort beobachteten wir einen riesigen

Wasserfall, der sehr laut rauschte. Die Aussicht auf das

Schloss war herrlich und imposant zugleich. Nach der Besichtigung

ging es nach Füssen zum Stadtbummel. Wir

waren uns alle einig, dass Füssen eine sehr schöne Stadt

ist und wir uns dort alle wohl gefühlt haben. Zum Abschluss

haben wir nach dem Abendessen noch ein Spiel

der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Fernsehen

angeschaut. Dies war ein echt toller Abschluss an diesem

Tag. Deutschland hat natürlich gewonnen.

Besuch in

der Erdinger

Skisprung

Arena in

Oberstdorf

Ausflug zu den

Königsschlössern

in Füssen

6. Tag

Wir sind heute nach Bolsterlang gefahren und mit der Hörnerbahn

auf den Berg. Von der Bergstation ging es zum Berggasthof

„Schwaben“. Die heutige Wanderung war etwas kürzer, da noch

einiges auf unserem Programm stand. Unsere Jungs wollten

unbedingt zum „Alpsee Coaster“ (Rodelbahn) und mit diesem

neue Rekorde bei der Talfahrt aufstellen. Die Rodelfahrt war ein

weiteres Highlight unserer Freizeit. Im Anschluss ging es mit

dem Bus nach Oberstdorf, um einige Besorgungen zu erledigen.

Unser Abendprogramm bestand erneut aus „Hackerchje“ Spielen

und gemütlichem Beisammensein.

Besuch der Breitachklamm bei Oberstdorf: (v.l.n.r.)

Herrmann Mauss, Rolf Spiecker, Pascal Wulff,

Martin Klein, Dominik Stüber, Jürgen Mahler,

Manuel Katlewski und Sebastian Steller

8. Tag

So, leider war es wieder soweit. Die Wanderfreizeit

war vorbei, und wir mussten die Heimreise antreten.

Nach dem Frühstück wurden die Koffer fertig

gepackt, und es ging nach Hause. Um circa 15.30

Uhr sind wir alle wieder gesund und begeistert von

der Freizeit zu Hause angekommen. Wir hoffen,

dass Herr Steller auch weiterhin Freizeiten anbieten

wird und wir daran teilnehmen können.

Jürgen Mahler

Zoar-Magazin 4 | 2016

69


Spenden

6.000 Euro Erlös: „Mainzer Hofsänger“ singen zugunsten des

Zoar-Fördervereins „Ziemlich beste Kollegen“, Alzey

Beschwingte Melodien

dienen einem guten Zweck

Rund 250 Gäste nahmen am Benefizkonzert der

„Mainzer Hofsänger“ in der Adelberghalle in Flonheim teil.

Die Veranstaltung war Teil des Rahmenprogramms

„200 Jahre Rheinhessen“

Evergreens, Musical-Melodien,

Hits, Schlager und Folklore

Die „Mainzer Hofsänger“, unter der

musikalischen Leitung von Michael

Christ, sind eine feste Größe in der

Musiklandschaft – regional und

überregional. Entstanden aus dem

Umfeld der Mainzer Fastnacht wurden

sie zu deren Aushängeschild.

Mittlerweile kann der Männerchor

auf eine 90-jährige Tradition zurückblicken.

Anlässlich des Jubiläums

erschien in diesem Jahr eine Jubiläums-CD

mit dem Titel „Gesungene

Lebensfreude“. Die Lieder empfehlen

sich als musikalische Zeitreise durch

neun Jahrzehnte Liedgut der „Mainzer

Hofsänger“. Ihr Können, geprägt

durch zahlreiche charakteristische

Stimmen, stellten die Sänger auch

beim Auftritt in Flonheim unter Beweis.

Bekannte Hits von früher und

heute, Evergreens, Musical-, Operund

Operetten-Melodien, Schlager

und folkloristisches Liedgut gehören

zum Repertoire des Männerchors

und wurden beim Konzertabend,

gekrönt von verschiedenen Soli, den

begeisterten Zuhörern präsentiert.

Eine Partnerschaft

für den guten Zweck

Begrüßt wurden die Gäste von Hofsänger-Kapitän

Christoph Clemens

sowie von Zoar-Mitarbeiter Stefan

Schreiweis, Vorsitzender des Fördervereins

„Ziemlich beste Kollegen“

am Zoar-Standort in Alzey. Christoph

Clemens stellte den Chor vor, der

Unter den Gästen war

auch ein Diamantenes

Hochzeitspaar (60 Jahre

verheiratet), Valentin und Thegla

Frondorf. Sie erhielten die Eintrittskarten

als Geschenk zur Jubelhochzeit,

die im August gefeiert worden

war. Geheiratet hat das Pärchen

damals am 20. August 1956. Speziell

für die lang Liebenden sangen die

„Mainzer Hofsänger“ das Lied „Die

Rose“. Dieses musikalische Geschenk

rührte das Ehepaar Frondorf, die sich

zudem von den beschwingten Melodien

bestens unterhalten fühlten;

und mit ihnen alle anderen Gäste in

der ausverkauften Adelberghalle.

Dieter Schöneberger beim Solo

vom musikalischen Leiter Michael

Christ am Klavier begleitet wird.

Auch die Partnerschaft mit Lotto

Rheinland-Pfalz wurde als sehr förderlich

erwähnt. Denn durch die

gemeinsame Ausrichtung von Konzerten

wurde es möglich, finanzielle

Mittel anzusparen, die regelmäßig

als Spendensummen ausgeschüttet

70 Zoar-Magazin 4 | 2016


Spenden

werden. So konnten seit Beginn der

Partnerschaft mit Lotto Rheinland-

Pfalz in 2007 bereits über eine Million

Euro für unterschiedliche soziale

Projekte im Land gespendet werden.

„Das macht uns sehr stolz und zeigt,

dass man mit Freude und Gesang

vielen Menschen helfen kann“, so

Christoph Clemens. Nutznießer der

Spendenausschüttung war beim

Konzertabend in Flonheim der Förderverein

von Zoar in Alzey.

Worte des Dankes

Nach der Überreichung eines Spendenschecks

in Höhe von 6.000 Euro

sprach Vorsitzender Schreiweis voller

Freude und Dankbarkeit zum

Publikum. „Der Erlös der Veranstaltung

kommt Menschen mit Beeinträchtigung

am Zoar-Standort Alzey

zugute.“ Und weiter: „Es hilft uns,

beeinträchtigte Menschen gezielt zu

unterstützen; und zwar personenund

projektbezogen“. Dies betreffe

zum Beispiel die Teilnahme an Ausflügen

und Urlaubsreisen, die Ausführung

eines Hobbys oder Hilfsmittel

und Materialien für Sport und

Freizeit sowie Bildung. Dass all das

gelingt, dafür setzt sich der Förderverein

„Ziemlich beste Kollegen“,

Zoar Alzey, ein. Auch die Veranstaltung

mit den „Mainzer Hofsängern“

wurde vom Förderverein in Zusammenarbeit

mit Lotto Rheinland-Pfalz

und deren Stellvertreter Friedhelm

Hommen sowie der DEVK-Geschäftsstelle

Timothy Hanauer initiiert,

organisiert und durchgeführt. Stefan

Schreiweis bedankte sich bei

allen Aktiven, die diesen Abend in

der Vorbereitung, Durchführung und

erforderlichen Nachbereitung möglich

gemacht haben. „Viel kann erreicht

werden, wenn alle an einem

Strang ziehen.“

Großer Chor,

großes Repertoire

Das Gemeinschaftsgefühl wurde an

diesem Konzertabend noch verstärkt

durch die gemeinsame Freude, die

der Gesang stiftete. Die mitreißenden

Melodien der „Mainzer Hofsänger“

gefallen sowohl Menschen mit

als auch ohne Beeinträchtigung.

Vorgetragen wurden unter anderem

Lieder wie „Can you feel the love

tonight“ (Elton John), „Somewhere”

Tanja und Jürgen Berberich

Diamantenes Hochzeitspaar Thegla

und Valentin Frondorf

(Leonard Bernstein), „Ein ehrenwertes

Haus” (Udo Jürgens), „Hey Jude”

(John Lennon), „Dein ist mein ganzes

Herz” (Heinz Rudolf Kunze),

„Perhaps love“ (John Denver) und

„Mainzer Hofsänger“ unter der musikalischen Leitung von

Michael Christ (Klavier) beim Auftritt in der Adelberghalle in Flonheim

Zoar-Magazin 4 | 2016

71


Spenden

„Hallelujah“ (Leonard Cohen). Damit

stellten die Sänger, die neben dem

Gesang alle noch einem Beruf nachgehen,

einmal mehr die Bandbreite

ihres Repertoires unter Beweis. Es

reicht von der Fastnachtskampagne,

dem eigentlichen Ursprung des

Chors, über die weltlichen Konzerte

mit beliebten Musical-, Oper- und

Operetten-Melodien bis hin zu Kirchenkonzerten

in großen und namhaften

Gotteshäusern.

Alexandra Koch

Übergabe des Spendenschecks: Michael Christ (links), Hofsänger-Kapitän

Christoph Clemens (Dritter von links) und Stefan Schreiweis (Dritter von rechts)

hier in repräsentativer Funktion

Konzert mit den „Mainzer Hofsängern“ für einen guten Zweck

Beim Konzert mit den „Mainzer Hofsängern“ in der Adelberg-Halle in Flonheim sind 6.000 Euro

für den Zoar-Förderverein „Ziemlich beste Kollegen“ in Alzey zusammengekommen. Rund 250

Gäste waren beim Konzert dabei. Das Konzert zugunsten vom Förderverein gehörte zum Programm

von „200 Jahre Rhein-Hessen“.

Die „Mainzer Hofsänger“ werden von Michael Christ musikalisch geleitet. Er spielt auch das

Klavier zum Gesang. Die Sänger hatten 2016 ihr 90-jähriges Jubiläum. Dazu ist eine CD erschienen.

Sie heißt „Gesungene Lebens-Freude“. Was haben die Sänger am Abend in Flonheim so

alles gesungen? Zum Programm gehörten bekannte Hits von früher und heute, Musical-, Operund

Operetten-Melodien, Schlager und Folklore. Vorgetragen wurden zum Beispiel Hits von

Elton John, Leonard Bernstein, Udo Jürgens, John Lennon, Heinz Rudolf Kunze, John Denver

und Leonard Cohen. Im Wechsel haben die Männer verschiedene Lieder allein gesungen.

Das hat den Gästen gut gefallen. Dafür gab es viel Applaus.

Die Begrüßung sprachen Hofsänger-Kapitän Christoph Clemens und Stefan Schreiweis, Vorsitzender

vom Förderverein „Ziemlich beste Kollegen“. Die „Mainzer Hofsänger“ haben eine Partnerschaft

mit Lotto Rheinland-Pfalz. Gemeinsam richten sie Konzerte aus. So kann der Chor

Geld ansparen. In regelmäßigen Abständen wird das Geld gespendet. Seit Beginn der Partner-

Schaft mit Lotto Rheinland-Pfalz in 2007 wurden schon über eine Million Euro für soziale

Projekte gespendet. Diesmal war der Förderverein von Zoar in Alzey an der Reihe. Stefan

Schreiweis bedankte sich für die Spende. Er sagte: „Der Erlös kommt Menschen mit Beeinträchtigung

am Zoar-Standort Alzey zugute“. Was wird davon bezahlt? Es gibt viele Möglichkeiten:

Ausflüge und Urlaubsreisen, Sachen fürs Hobby, Hilfs-Mittel und Materialien für Sport,

Freizeit und Bildung.

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Spenden

Kürzlich fand in der Protestantischen

Kirche in Winnweiler

das Benefizkonzert zu Gunsten

des Fördervereins Zoar e.V. statt.

„Don‘t call me early in the morning“,

so klang es durch die Kirche in Winnweiler;

„Call me what you want, but

leave me alone“, ertönte es weiter

aus allen Reihen der gut gefüllten

Kirche. Nicht nur bei diesem irischen

Folksong animierten die „Foreign

Feathers“ das gut gelaunte Publikum

zum Mitsingen.

Der Donnersbergverein mit Sitz in

Dannenfels organisierte in Eigeninitiative

das Konzert. Die Einnahmen

kamen dem Förderverein Zoar, der

Helfen tut gut!

Der Förderverein Zoar e.V. bedankt

sich herzlich für das Engagement

des Donnersbergvereins.

Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins Zoar

Stimmungsvolle Klänge

von den „Foreign Feathers“

im März 2016 gegründet worden

war, zugute. „Normalerweise geben

die ‚Foreign Feathers‘ nur ein Konzert

im Jahr“, so Karl Faul, Hauptinitiator

des Benefizkonzerts. „Dieses Konzert

findet traditionell immer im Donnersberghaus

in Dannenfels statt“,

erzählte er weiter. Umso schöner,

dass es in diesem Jahr gelang, die

Musiker zu einem weiteren Auftritt

für einen guten Zweck zu animieren.

Eröffnung durch

Pfarrer Friedrich Schmidt

Eröffnet wurde das Konzert durch

eine Begrüßungsansprache von Pfarrer

Friedrich Schmidt, der sich für

das Interesse der zahlreichen Besu-

cher bedankte und dem Konzert

einen guten Verlauf wünschte. Für

Friedrich Schmidt, Pfarrer der Protestantischen

Kirchengemeinde Winnweiler,

war die Veranstaltung ein

freudiges Wiedersehen mit dem

Evangelischen Diakoniewerk Zoar, für

das er als Seelsorger jahrelang gearbeitet

hat. Besonders über den Besuch

der Menschen, die er noch aus

seiner Zeit bei Zoar kennt, Bewohner

und Mitarbeiter, freute sich Schmidt

sehr. Ullrich Geib, 1. Vorsitzender des

Fördervereins Zoar, begrüßte ebenfalls

alle Besucher und bedankte sich

ganz herzlich für die Unterstützung

aller Mitglieder des Fördervereins.

„Foreign Feathers“

begeisterten

Mit einem australischen Lied eröffneten

die „Foreign Feathers“ den

musikalischen Teil. Mit ihren Interpretationen

traditioneller, irischer

und schottischer Musik sorgte die

Irish Folk-Band für eine stimmungsvolle

Atmosphäre im barocken Sakralbau.

Vertonte Geschichten und

gesungene Erzählungen aus Irland,

Schottland und anderen Ländern

sowie melancholische Lieder über

die Liebe und Balladen über das

Heimweh der Auswanderer und den

Aufstand der Iren standen auf dem

musikalischen Programm. Ergänzt

durch den fünfstimmigen Gesang

gelang es den Musikern, die im vergangenen

Jahr ihr 25-jähriges Bestehen

feierten, auf eine emotionale,

heitere und bewegende Art für Unterhaltung

zu sorgen. Die Mitglieder

der Band, Till Moysies, Jürgen Morath,

Holger Pfaff, Wolfgang Paßmann

und Hannes Kraft, schafften

es durch ihre authentische Art und

die interessanten Erzählungen, die

verschiedenen Stimmungen auf

Zoar-Magazin 4 | 2016

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Spenden

eindrucksvolle Art und Weise zu

vermitteln. Nicht nur die Herkunft

der Lieder ließen die Besucher in

einer anderen Welt „schweben“,

sondern auch die unterschiedlichen

Klänge der Instrumente. Die Stimmen

der „Foreign Feathers“ wurden

unter anderem mit dem diatonischen

Akkordeon, mit Mandoline,

Bouzouki, Cello, Geige und Klanghölzern

begleitet.

Am Ende des zweistündigen Konzerts

hielt es keinen Besucher mehr

auf den Bänken des Gotteshauses.

Die Musiker ernteten tosenden Applaus

und Zugabe-Rufe, die sogar

die Abendglocken der Winnweiler

Kirche übertönten. Mit einem Liebeslied,

wie so oft an diesem Abend

zum Mitsingen, beendeten die „Foreign

Feathers“ ihren Konzertauftritt.

„Ein wirklich schönes Konzert“, resümierte

Elke Lanzer, eine Besucherin

aus Hefersweiler, „ich hätte noch

länger zuhören können“.

Ullrich Geib,

1. Vorsitzender,

und Tanja Berberich,

Schriftführerin

des Fördervereins

Zoar

Vielen Dank der Protestantischen

Kirchengemeinde Winnweiler, Pfarrer

Friedrich Schmidt und dem Presbyterium

für die Bereitstellung der

Kirche als Aufführungsort sowie

dem Donnersbergverein und den

„Foreign Feathers“ für das gelungene

Konzerterlebnis.

Kathrin Lanzer

Die Mitglieder der Band: (v.l.n.r.) Holger Pfaff, Hannes Kraft, Till Moysies,

Jürgen Morath und Wolfgang Paßmann

Der Donnersbergverein e.V.

Der Donnersbergverein wurde 1952 als Turmbauverein Donnersberg

gegründet und hat seinen Hauptsitz in Dannenfels. Neben der Instandhaltung

und Betreuung des Ludwigsturms auf dem Donnersberg und

des Donnersberghauses in Dannenfels veranstaltet der Verein regelmäßig

kulturelle und heimatpflegende Veranstaltungen in Dannenfels

und auf dem Donnersberg. Außerdem gehören die Förderung fremdenverkehrsrelevanter

Aufgaben und die Stärkung der Zusammenarbeit

der Gemeinden rund um den Donnersberg zu seinen Zielen.

Der Zoar Förderverein e.V.

Der Zoar Förderverein wurde im März 2016 gegründet. Er hat sich sein

Ziel in der Förderung und Unterstützung von alten Menschen und

Menschen mit einer Beeinträchtigung gesetzt, die in einer Einrichtung

des Evangelischen Diakoniewerks Zoar leben, arbeiten oder ambulant

betreut werden.

„Wir sind sehr erfreut über das Engagement des Donnersbergvereins“,

so Ullrich Geib, 1. Vorsitzender des Fördervereins Zoar. „Wir befinden uns

noch am Anfang unserer ehrenamtlichen Arbeit und sind froh, bereits

jetzt Unterstützung von anderen Vereinen zu erhalten.“

Um Projekte zu unterstützen, ist der Förderverein auf die Mitwirkung

der Menschen in den Zoar-Einrichtungen angewiesen. Nur wenn der

Bedarf an Unterstützung aufgezeigt wird, kann der Förderverein aktiv

werden. Die geförderten Projekte werden in der Umsetzung durch Ideen

der Mitglieder des Fördervereins ergänzt.

Interessierte können sich gern bei Ullrich Geib, 1. Vorsitzender (Rockenhausen),

oder Monika Beyer, 2. Vorsitzende (Mainz), melden. Nähere

Informationen zum Förderverein werden Ihnen bei Interesse jederzeit

zugeschickt.

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Impressum

Impressum

Herausgeber:

Evangelisches Diakoniewerk Zoar

Inkelthalerhof

67806 Rockenhausen

Verantwortlich:

Peter Kaiser, Direktor

Martina Leib-Herr, Direktorin

Redaktion:

Alexandra Koch, Kunigunde Otterbein

und Julia Margert,

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Layout und Satz:

Andrea Adler & Alice Hubert

hauptsache:design, Mainz

Druck:

Volkhardt Caruna Medien

GmbH & Co. KG, Amorbach

Auflage: 2.500

Fotos:

Fotowerkstatt Patric Dressel, Alexandra Koch,

Kunigunde Otterbein, Julia Margert, Kathrin

Lanzer, Zoar-Mitarbeiter; S. 3 Martina Leib-

Herr: Foto Gronauer; S. 34-35 Steffen Tränker;

S. 36-37 Foto Stepan; S. 48 Hoffmann; S. 63

www.luftbildarchiv.com; S. 53-55 Foto Löffel;

S. 67 Luftbild 2016, Vermessungsbüro Buchholz

Koblenz; neue Treppe und Mauer 2016,

Tatjana Fuchs; Grafik Jakob Appel, Heilbronn

2016; Zeichnungen Wolfgang Schoenegge;

S. 72 Foto Seydel; Fotolia: S. 36-37 Hintergrundfoto

Microgen; S. 44-45 Hintergundfoto

Floydine, Illustration JiSign; S.48-51 Illustrationen:

Thaut Images; S. 65 Illustration: Kamaga

Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfältig geprüft,

aber dennoch übernimmt die Redaktion keine

Haftung für die Richtigkeit aller Angaben.

In dieser Publikation wird auf eine geschlechtsneutrale

Schreibweise geachtet.

Wo dieses nicht möglich ist, wird zugunsten der

besseren Lesbarkeit das ursprüngliche grammatische

Geschlecht verwendet. Es wird hier ausdrücklich

darauf hingewiesen, dass damit auch

jeweils das andere Geschlecht angesprochen ist.

Erscheinungstermine des Zoar-Magazins 2017

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Ausgabe

1März

Ausgabe

2Juli

Redaktionsschluss ist jeweils Mitte der Monate:

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werden gerne angenommen.

Bitte unbedingt darauf achten, dass Fotos nur in Originalgröße für den

Druck verwendet werden können. Niedrig aufgelöste Handyfotos eignen

sich nicht für den Druck und werden daher von der Redaktion nicht

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Die Redaktion behält sich vor, die eingereichten Texte zu überarbeiten

und zu kürzen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

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Telefon: 06361/452-116

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3

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4Ausgabe

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Zoar-Magazin 4 | 2016 75


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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Im Mittelpunkt der Tätigkeiten des Evangelischen

Diakoniewerks Zoar und seiner Tochtergesellschaften

steht der hilfebedürftige Mensch.

Zoar bietet ein breites Angebot in der Betreuung,

Pflege, Förderung und Beschäftigung der Menschen,

die Unterstützung brauchen, und ist somit auch ein

bedeutender Arbeitgeber an den Standorten Rockenhausen,

Alsenz, Winnweiler, Kirchheimbolanden,

Alzey, Kaiserslautern, Kusel, Heidesheim, Ingelheim,

Ludwigshafen, Mainz und Brücken.

In Zeiten der institutionellen Geldknappheit und

dünner Personaldecken im sozialen Bereich sollten

Haupt- und Ehrenamtliche bei der Ideenfindung

und -umsetzung nicht ständig an finanzielle Grenzen

stoßen, wenn es darum geht, Menschen mit Beeinträchtigung

zu fördern. Im Rahmen der begleitenden

Assistenz können Spenden sinnvoll, vielfältig und

nachhaltig eingesetzt werden.

Auch Sie können dabei helfen. Helfen tut gut!

Sprechen Sie uns an!

Selbstverständlich sind Spenden und Mitgliedsbeiträge

steuerlich absetzbar, da wir gemeinnützig sind.

Es grüßen Sie herzlichst,

Förderverein Zoar e.V.

Ullrich Geib

Monika Beyer

1. Vorsitzender 2. Vorsitzende

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uns zeitnah bei Ihnen melden.

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Der Förderverein Zoar e.V. hat sich sein

Ziel in der Förderung und Unterstützung

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Diese Menschen wohnen und/oder

arbeiten in einer Einrichtung des Evangelischen

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von Zoar-Diensten ambulant betreut.

Unsere Aktivitäten

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Der Mitgliedsbeitrag beträgt

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1. Vorsitzender Ullrich Geib

2. Vorsitzende Monika Beyer

Förderverein Zoar e.V.

Inkelthalerhof

67806 Rockenhausen

Telefon: 06361/452-288

E-Mail: foerderverein@zoar.de

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