2017_06_sPositive_WEB

onexmagazin

AUSGABE 6 JUNI 2017

Rolf Gasser

Ober-Schwinger

Rolf Gasser stammt aus einer Schwinger-Dynastie –

und führt heute die Geschäfte der Schwingernation.

SCHWING-DYNASTIE

Die Familie Gasser

schwingt erfolgreich

seit Generationen.

GERECHTIGKEIT

Was ist gerecht? Zwei

unterschiedliche Ansätze

einfach erklärt.

GELD UND KRAFT

Schwinger dürfen mit

Werbung Geld verdienen

– unter Vorbehalt.


ZU VERMIETEN

Roggwil, Bahnhofstrasse 20,

3.5-Zimmerwohnung im EG, 74 m 2

• alle Zimmer /

Wohnen mit

Parkett

• Dusche mit

Platten

• sep. Toilette

• grosszügige Zimmer

• ganze Wohnung komplett saniert

• Gartenanteil kann mitgenützt werden

• direkt neben Coop Roggwil

• 1 Parkplatz im Preis inklusive

Mietzins: CHF 1400.00 plus Akonto 110.00

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Egerkingen, Widenfeldstrasse 12

5.5-Zimmer-Maisonettewohnung, 153 m 2

• Wohnzimmer,

Küche und

Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer

mit Laminat

• Bad/WC

• Dusche/Bad/WC

• Balkon

• eigenes Waschabteil im UG

• grosses Kellerabteil

• Einbauschränke

• EHP à CHF 120.00/mt

Mietzins: CHF 1950.00 plus Akonto 200.00

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Langenthal, Brunnhofstrasse 11

Gewerberäume

Dieses Objekt liegt an zentraler Lage (Lotzwilstrasse,

an der Stadtausfahrt Langenthal

Richtung Lotzwil). In naher Umgebung befinden

sich Restaurant, Bowlingcenter, Fitnesscenter

sowie ein Schwimmbad. Mit dem Bus

ist der Bahnhof Langenthal innert wenigen

Minuten erreichbar.

Im EG und 1. OG Büro- oder Praxisräume ab

220 m 2 . Innen- und Aussenparkplätze können

dazu gemietet werden.

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Staffelbach, Überbauung Oberfeldpark,

3.5-Zimmerwohnung im 2. Obergeschoss

(92 m 2 ) – ERSTVERMIETUNG

• Wohnzimmer, Küche und Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer mit Parkett

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• Balkon

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• Einbauschrank / Reduit

• EHP à CHF 130.00

Mietzins: CHF 1450.00 plus Akonto 170.00

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Roggwil, Hofmattenweg 1, 2.5-Zimmerwohnung

im 1. Obergeschoss

• Wohnzimmer

und Küche mit

Plattenboden

• Schlafzimmer

mit Laminat

• Badewanne

• Einbauschränke

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• Wohnung ist neu gestrichen

• Estrichabteil

• eine abschliessbare Garage kann

für CHF 100.00/mtl. dazu gemietet werden

Mietzins: CHF 950.00 plus Akonto 110.00

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Oberbipp, Sägegasse 3

3.5-Zimmer-Maisonettewohnung, 91 m 2

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Küche, Schlafzimmer

mit

Parkett

• Nasszellen mit

Platten

• Dusche/WC

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• eigene Waschmaschine/Tumbler

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• Carport à CHF 80.00

Mietzins: CHF 1700.00 plus Akonto 180.00

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Wiler b. Utzenstorf, Überbauung

Hofacher, 4.5-Zimmer-Duplexwohnungen

(110 m 2 ) – ERSTVERMIETUNG

• Wohnzimmer, Küche und Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer mit Parkett

• Bad/WC

• Dusche/WC

• Balkon

• eigene Waschmaschine/Tumbler im UG

• grosses Kellerabteil

• Einbauschränke/Reduits

• Carport à CHF 90.00

Mietzins: CHF 1750.00 plus Akonto 230.00

Wiler b. Utzenstorf, Überbauung

Hofacher, 2.5-Zimmer-Parterrewohnungen

(69 m 2 ) – ERSTVERMIETUNG

• Wohnzimmer, Küche und Nasszellen mit

Plattenboden

• Schlafzimmer mit Parkett

• Dusche/WC

• Gartensitzplatz

• eigene Waschmaschine/Tumbler im UG

• grosses Kellerabteil

• Einbauschränke/Reduits

• Carport à CHF 90.00

Mietzins: CHF 1350.00 plus Akonto 180.00

Infos und Besichtigung:

MB Immobilien AG, Langenthal

Telefon 062 919 01 08

Rohrbach, Werkstatt

Rund 250 m 2 Werkstattfläche mit grosser

Raumhöhe.

Infos und Besichtigung: 079 431 56 42

Rohrbach, offene Lagerhalle

Ab 500 m 2 offene, überdachte Lagerhalle.

Infos und Besichtigung: 079 431 56 42

MB Immobilien AG

Bahnhofstrasse 1 I 4914 Roggwil

www.mb-immo.ch

Tel. 062 919 01 08 I Fax 062 919 01 09


EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

4

Die Ursprünge des Schwingens reichen

weit zurück. Eine erste bildliche Darstellung

stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie

ist in der Kathedrale von Lausanne zu sehen.

Als 1805 das erste Unspunnen-Fest

stattfand, stand die Schweiz noch unter

französischer Fremdherrschaft. Das Fest

trug damals zur Hebung des schweizerischen

Nationalbewusstseins bei.

Greifen sich zwei Kontrahenten an die

aus Zwilch gefertigten Schwingerhosen,

sind über 300 verschiedene Schwünge

möglich, um den Gegner auf den Rücken

zu zwingen. Alle drei Jahre wird das «Eidgenössische»

ausgetragen, das den neuen

König ermittelt. Erstmals war dies 1895

der Fall. König wurde damals Alfred Niklaus.

Im Schwingen gilt: einmal König,

immer König. Ein Schwingerkönig wird

nicht entthront, sondern nur bezwungen.

Schwingen ist in dieser Ausgabe

Schwerpunktthema. Gleich drei Artikel

handeln von dieser äusserst attraktiven

Sportart, die zum Schweizerischen Brauchtum

gehört. Schwingen gilt als eine der

fairsten Sportarten. Dass in den Kämpfen

alles fair und gerecht zugeht, dafür sorgt

der Kampfrichter.

Doch was ist eigentlich gerecht? Was ist

Gerechtigkeit? Mit dieser Frage befassen

wir uns ebenfalls. Doch wir kommen zu

keinem endgültigen Ergebnis. Gerechtigkeit

wird in jedem Kulturkreis anders gesehen

und berühmte Philosophen streiten

sich darüber, welche Sichtweise die Richtige

sei. Unstrittig ist: Gerechtigkeit nützt

denen am wenigsten, die das Sagen haben.

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: one X Services

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

30

4 ROLF GASSER

Der Geschäftsführer des

Eidgenössischen Schwingerverbands

über Geld,

Politik und das Schwingen

als Sport.

12 GERECHTIGKEIT

Was ist gerecht? Wie sähe

eine gerechte Welt aus? Darüber

streiten sich Philosophen

seit Jahrtausenden.

Ein Erklärungsversuch anhand

zweier Theorien.

20 WUSSTEN SIE SCHON

Warum schwere Knochen

eine Ausrede sind, HD-

Fernsehen ein Problem

ist und wo die Hölle auf

Erden liegt.

22 SCHWINGERDYNASTIE

Die Familie Gasser schwingt

seit Generationen an der

Spitze mit. Nur einen König

konnte sie noch nie in ihrer

Geschichte stellen.

30 SPORT UND GELD

Schwinger sind im Gegensatz

zu anderen Sportlern

trotz grosser Bekanntheit

keine Spitzenverdiener. Wir

erklären die Gründe.

34 SEITE DER LESER

Leserbriefe und Veranstaltungskalender.

22

20

Layout: tnt-graphics AG,

8305 Dietlikon,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 69 000 Exemplare

Druck: LZ Print,

Luzerner Zeitung AG

Versand: Die Post

12

Inserate-Annahme und Redaktion:

inserate@spositive.ch

s’Positive 6 / 2017 3


ROLF GASSER

«Wir sollten

noch mehr

spinnen …»

Der Oberaargauer Rolf Gasser, Geschäftsführer

des Eidgenössischen Schwingerverbandes, sagt,

wie es um den Sport steht, der eine besondere

politische Bedeutung hat und im Spannungsfeld

zwischen Tradition und Moderne liegt.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

FOTOS: MARCEL BIERI

4 s’Positive 6 / 2017


Rolf Gasser

stammt aus einer

berühmten

Schwinger-

Dynastie.

s’Positive 6 / 2017 5


ROLF GASSER

S

chwingen ist Brauchtum. Aber

Schwingen ist im 21. Jahrhundert

auch «Big Business». Das Eidgenössische

Schwingfest ist einer der

grössten helvetischen Sportanlässe

geworden – und je mehr Geld ins Schwingen

fliesst, desto stärker ist die Sehnsucht nach

der heilen Gotthelf-Welt. Rolf Gasser stammt

aus einer der berühmtesten, im Oberaargau

tief verwurzelten Schwinger-Dynastien. Er

kennt die Kultur der Schwinger aus Herkunft,

Passion und inzwischen auch als Geschäftsführer

des Verbandes aus seiner täglichen

Arbeit an «vorderster Front». Rolf

Gasser über Geld und Geist im Schwingen,

Werbung und Werbeverbote, Weltoffenheit

im Business und Sturheit bei der Bewahrung

der alten Werte, über Könige und «Glanz &

Gloria»-Schwinger sowie über Parallelen

zum FC Bayern München.

s’Positive: Was hätte Ihr Vater Hansueli

gesagt, wenn er die Entwicklung des

Schwingens noch hätte erleben dürfen?

Rolf Gasser: Mein Vater pflegte zu sagen:

Erhalte das Feuer und nicht die Asche. Zwar

konnte er zwischendurch recht stur sein.

Aber im Beruf (in leitender Position im Käsehandel

– die Red.) erlebte er viele Veränderungen

und war offen für Neues. Ich gehe

davon aus, dass er es schön finden würde,

dass wieder so viele Zuschauer die Schwingfeste

besuchen. Es gibt jedoch durchaus Entwicklungen,

die er kritisieren würde.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel die «Glanz & Gloria»-Schwinger.

Was meinen Sie denn damit?

Sie kennen die Sendung «Glanz & Gloria» im

Schweizer Fernsehen? Es geht um Schwinger,

die sich in der Szene der C-Prominenz

bewegen. Damit hätte mein Vater Mühe.

Wie ist das bei Ihnen? Missbilligen Sie den

Hang zu «Glanz & Gloria» ebenfalls?

Nein. Es ist zwar sicher nicht die Welt, aus

der wir kommen. Aber wenn wir damit das

Schwingen bekannter machen und sich

mehr Menschen dafür interessieren, ist das

gut für uns.

Gibt es Nachwuchsprobleme?

Das wäre zu viel gesagt. Wir haben etwa

3000 Aktiv- und 3000 Jungschwinger. Aber

die Familien mit fünf oder sechs Kindern auf

dem Land sind selten geworden. Deshalb

müssen wir unseren Nachwuchs auch da

finden, wo wir bisher nicht gesucht haben.

Wir arbeiten an einem Konzept, wie wir junge

Leute für das Schwingen gewinnen können.

Die Hochschule für Tourismus und

Wirtschaft in Chur hat in unserem Auftrag

eine Studie gemacht, die interessante Ansätze

aufzeigt. Wir sind deshalb offen geworden

für Schwinger mit Migrationshintergrund

und aus urbanen Regionen.

Schwingen ist eine Sportart, in welcher

der Respekt vor dem Gegner grossgeschrieben

wird. Der Sieger wischt dem

Unterlegenen das Sägemehl vom Rücken.

Dies ist leider nicht mehr immer der Fall.

Schwinger, die jubeln statt zuerst dem Unterlegenen

aufzuhelfen, gibt es immer häufiger.

Dies hätte meinem Vater ebenfalls nicht

gefallen, und es gefällt auch mir nicht. Haben

Sie Matthias Glarner gesehen, der nach dem

gewonnenen Schlussgang am Eidgenössischen

zuallererst seinem unterlegenen Gegner

aufgeholfen hat? So muss es sein.

Kommen wir nochmals auf «Glanz & Gloria»

zurück. Wenn uns nicht alles täuscht,

haben wir Remo Käser schon in dieser

Sendung gesehen. Ist auch Remo Käser

ein «Glanz & Gloria»-Schwinger?

Er war tatsächlich schon in der Sendung und

war kürzlich auch in einer Tanzshow zu sehen.

Aber so lange er die Leistung erbringt,

ist er kein «Glanz & Gloria»-Schwinger.

In den letzten Jahren ist viel Geld ins

Schwingen geflossen. Eine gute Entwicklung?

Schwingen ist erfolgreich, weil es sich klar

von anderen Sportarten unterscheidet. Wir

sind auf eine gesunde Art und Weise traditionsbewusst.

Wir erlauben keine Werbung in

der Arena oder auf Mann. Diese eingeschränkten

Werbemöglichkeiten machen

uns erst recht attraktiv. Bei einem Mini rock

schauen wir Männer ja normalerweise auch

genauer hin als beim Maxikleid. Wir bieten

sowohl Swissness als auch Weltoffenheit. Die

Popularität generiert zwangsläufig Geld.

Dies bedeutet auch Wertschätzung, was uns

nur recht sein kann. Doch mein Vater würde

warnen und uns ermahnen, Sorge zu tragen.

«Wir müssen den Nachwuchs auch

dort finden, wo wir bisher nicht suchten.

Wir sind offen für Schwinger mit

Migrationshintergrund und aus urbanen

Regionen.»

Rolf Gasser ist

ehemalîger

Kranzschwinger

und Käsermeister.

Tragen Sie Sorge?

Ja, das ist unser Bestreben. Schwingen ist fast

wie der FC Bayern München: Alle, die beim

Schwingen wichtige Positionen bekleiden,

kennen den Sport aus eigener, langjähriger

Erfahrung und leben die Werte des Sports.

Wie bei Bayern München bekleiden auch bei

uns ehemalige Spieler wichtige Führungsfunktionen.

Alle, die etwas zu sagen haben,

haben schon einmal «Sägemehl gefressen».

Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf:

Darauf hätten auch die Langnauer im Eishockey

in der Vergangenheit mehr achten

sollen.

Wie meinen Sie das?

Die zwischenzeitliche Baisse in den vergangenen

Jahrzehnten der SCL Tigers hatte auch

damit zu tun, dass es in der Führung zu wenig

Leute gab, die vom Eishockey gekommen

sind. Die heutige Situation gefällt mir wieder

besser und der Erfolg ist ja zurückgekommen.

Sie interessieren sich für Eishockey und

die SCL Tigers?

6 s’Positive 6 / 2017


Ich bin in Langnau aufgewachsen und habe

Eishockey gespielt, bevor ich mich fürs

Schwingen entschieden habe. 1976 wurde

ich mit den Novizen des SC Langnau sogar

Schweizermeister – im selben Jahr, in dem

auch die 1. Mannschaft ihren ersten und bisher

einzigen Titel holte.

Kehren wir zum Schwingen zurück: Wird

es möglich sein, die Werte zu bewahren,

wenn immer mehr Geld ins Schwingen

kommt?

Unser Ziel muss es sein, die Entwicklung zu

kontrollieren. Es gibt vier Gruppen: die

Schwinger, die Funktionäre, die Sponsoren

und die Zuschauer. Wenn alle vier mit dem

Produkt zufrieden sind, dann funktioniert

es. Wenn mehr Geld ins Schwingen investiert

wird, dann sollen die Schwinger auch davon

profitieren können. 10 Prozent ihrer Einnahmen

geben sie an den Verband ab.

Sie schreiben jeweils die Rechnung an die

Schwinger, um diese 10 Prozent einzutreiben.

Die besten Schwinger haben in-

Glocken und Treicheln dienen im Schwingsport als Preise oder Ehrengaben.

s’Positive 6 / 2017 7


ROLF GASSER

zwischen ihre Manager. Kommen Sie mit

diesen Managern klar?

Bisher arbeite ich mit allen gut zusammen.

Es sind spannende, bereichernde Begegnungen.

Rolf Huser bringt aus seiner Arbeit mit

dem internationalen Vermarkter IMG eine

andere Sichtweise ein als beispielsweise Beni

Knecht (Manager der Könige Kilian Wenger

und Matthias Glarner – die Red.), der

aus der Schwingerwelt kommt.

Ist es heute möglich, als Schwinger Profi

zu werden?

Es ist eine Gratwanderung. Wir haben heute

ungefähr 3000 Aktivschwinger. Von den 100

besten verdienen 10 bis 15 Geld mit Werbung,

das nicht nur als Aufwandentschädigung

angesehen werden kann. Aber nur drei

oder vier könnten vom Schwingen leben.

Gibt es heute Profis im Schwingen?

Nein.

Hat es solche, die genug verdienen, um

Profi zu sein?

Ja, aber sie können lediglich für eine beschränkte

Zeit davon leben. Dann brauchen

sie wieder andere Einnahmequellen

Jörg Abderhalden ist immerhin der «Bernhard

Russi des Schwingens» geworden.

Seine Fachkompetenz, seine Erfolge und sein

Auftreten haben es ihm ermöglicht, über

seine Aktivzeit hinaus ein gefragter Mann zu

sein. Aber er kann nicht vom Schwingen leben.

Er kann vielleicht sein Ferienbudget mit

den Einnahmen aus dem Schwingen finanzieren.

Sie untertreiben.

Nein. Es ist nicht möglich, im Schwingen

nach der Karriere seinen Lebensunterhalt zu

verdienen wie in Profisportarten. Aber das

Beispiel Jörg Abderhalden zeigt, dass es

möglich ist, Schwingen erfolgreich im Beruf

zu integrieren.

Gibt es weitere Beispiele?

Ja. Nehmen wir die Könige Silvio Rüfenacht

oder Harry Knüsel. Sie haben sich beide nach

der Karriere auf ihr Geschäft konzentriert

und dabei die Beziehungen genutzt, die sie

dank ihrer Popularität und ihrer Verbundenheit

mit dem Schwingen knüpfen konnten.

Wenn ein Schwinger im Geschäftsleben profitiert,

dann nicht in erster Linie wegen seiner

Erfolge in der Vergangenheit, sondern

durch seine Treue zum Schwingen. Silvio

war 20 Jahre lang im oberaargauischen Verband

tätig und ist jetzt in der Verwaltungskommission

Hilfskasse des Eidg. Schwingerverbands

aktiv.

Beim Schwingen werden Geschäfte eingefädelt

wie auf dem Golfplatz.

So ungefähr. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Verändert das Geld die Schwinger und das

Schwingen?

Das ist unsere grosse Sorge. Obwohl Geld da

ist, leben wir von der Ehrenamtlichkeit. Ich

«Wir leben von der Ehrenamtlichkeit.

Zwar spült das Schwingen den Organisatoren

und den besten Schwingern Geld in

die Kasse, die Funktionäre und Helfer

arbeiten jedoch ohne Entschädigung.»

bin als Geschäftsführer des Verbandes der

einzige Profi. Zwar spült das Schwingen den

Organisatoren der Feste und auch den besten

Schwingern Geld in die Kasse, die Funktionäre

und Helfer arbeiten jedoch ohne Entschädigung.

Wir werden künftig nicht darumherum

kommen, für gewisse Funktionen

Spesenentschädigungen zu bezahlen. Aber

an der Basis geht das nicht, da sind wir auf

die Ehrenamtlichkeit angewiesen.

Können Sie das im Griff behalten? Sie lesen

ja auch Gotthelf und kennen die Wirkung

von Geld und Geist.

Derzeit geht alles gut und so könnten wir

sagen: Ja, wir haben alles im Griff. Aber

das bleibt nur so, wenn alle weiterhin an

unseren Werten festhalten und diese respektieren.

Sobald Profilierungsneurosen

oder Geldgier Einzug halten, haben wir ein

Problem.

Wie gross ist die Gefahr?

Nicht gross, da bin ich zuversichtlich. Bei uns

muss sich einer erst über eine lange Zeit bewähren,

bevor er eine verantwortungsvolle

Position einnehmen kann. Ohne Leistung

gibt es kein Lob und keinen Lohn. Ein Tschagajew

(ehemaliger Präsident des Fussballklubs

Neuchâtel Xamax, unter dessen zweifelhafter

Leitung der Verein Konkurs ging

und in die zweite Liga abstieg – die Red.)

hätte im Schwingen keine Chance.

Ist mit dem Geld auch der Neid ins Schwingen

gekommen – nach dem Föhn bekanntlich

die stärkste Naturkraft?

8 s’Positive 6 / 2017


Rolf Gasser

kümmert sich um

«Geld und Geist» in

der Schwingwelt.

Ehrengabe für die Mitwirkung beim Eidg. Schwing- und Älplerfest in Burgdorf.

Neid gibt es. Aber Neid ist auch versteckte

Anerkennung. Wie ich schon sagte: Geld

kann etwas verändern. Aber nur, wenn man

eine Entwicklung nicht mehr steuern kann.

Deshalb bleiben wir bisweilen hart und stur.

Werden Sie weiterhin die ehrenamtlichen

Helfer finden?

Der Hang zum Hedonismus, zum Profitieren

und Konsumieren, ist ein gesellschaftliches

Problem, das auch an uns nicht spurlos vorübergeht.

Grosse Feste wie ein Eidgenössisches

oder ein Unspunnen wären heute ohne

die Hilfe durch das Militär und den Zivilschutz

nicht mehr möglich. Kleinere Feste

haben eher Mühe, dass sich genügend

Schwinger anmelden. Wir haben deshalb

eine Regelung eingeführt: Jeder Schwinger

muss vier regionale Feste innerhalb des eigenen

Teilverbandes bestreiten, sonst darf er

kein auswärtiges Teil- oder Gauverbandsfest

bestreiten. 2016 waren alle vier noch aktiven

Könige von dieser Regelung betroffen.

2017 müssen also die ausserbernischen

Feste auf die bernischen Könige verzichten?

Ja, aber das dürfte für die Organisatoren

kaum ein Problem sein. Wir hatten 2016

erstmals insgesamt 150 000 Zuschauer an

Gau-, Kantonal- und Teilverbandsfesten.

Merkt man im Bernbiet an den Nachwuchszahlen,

dass gleich drei noch aktive

Könige aus unserem Kanton kommen?

Dank der drei Könige Kilian Wenger, Matthias

Sempach und Matthias Glarner ist es sicher

einfacher, das Interesse am Schwingen

zu wecken. Aber die Juniorenförderung

hängt sehr an den Personen, die an der Basis

arbeiten. Die Werbewirkung durch die Könige

verpufft, wenn wir an der Basis keine

guten Leute haben, die es verstehen, die

Jungen für das Schwingen zu begeistern und

sie beim Schwingen zu halten. Schwingen

ist zwar ein interessanter Sport für die Zuschauer.

Aber es ist auch ein Sport, der

schwierig auszuüben ist. Schnell gibt es

Schrammen, eine Verstauchung, schmerzhafte

Ohren und Sägemehl, das man nicht

mehr aus Augen und Ohren bekommt. Es

braucht viel Überwindung.

Eltern machen im Hockey und Fussball

alles für ihre Kinder, schimpfen mit den

Trainern, die ihrer Meinung nach zu wenig

für ihre Kinder tun, und engagieren

sich. Das ist wahrscheinlich im Schwingen

weniger der Fall.

Ich war in Burgdorf fünf Jahre lang Eishockey-Nachwuchstrainer.

Es gibt kaum einen

Unterschied zwischen den Eltern von

ZUR PERSON

Rolf Gasser

Rolf Gasser (57) ist seit dem 1. Mai

2011 Geschäftsführer des Eidgenössischen

Schwingerverbandes (ESV). In

dieser Funktion arbeitet der ehemalige

Käsermeister auch für das jeweilige OK

des Eidgenössischen Schwingfests, zurzeit

für das OK von Zug 2019. Zu Beginn

der 80er-Jahre war er Kranzschwinger,

zuvor Hockey-Junior-Novizen-Schweizermeister

mit dem SC

Langnau (1976). Der Sohn des legendären

Hansueli Gasser lebt in Ersigen,

sitzt dort im Gemeinderat und hat

nicht weit ins Büro: Der ESV hat seine

Geschäftsstelle in der ehemaligen Post

Ersigen eingerichtet. Rolf Gasser ist

beim ESV das, was Marc Lüthi beim SC

Bern ist: Er kümmert sich um die kommerziellen

Belange des Schwingens,

behält aber immer auch die sportpolitischen

Belange im Auge und sorgt dafür,

dass Kommerz und Sport («Geld

und Geist») in einem ausgewogenen

Verhältnis stehen. Wie Marc Lüthi (Ex-

Moderator bei TeleBärn) ist er ein guter

Kommunikator mit Medienerfahrung.

Er war Chefredaktor der Schwingerzeitung

und Verbands-Medienchef.

s’Positive 6 / 2017 9


ROLF GASSER

Rolf Gasser:

«Schwingen soll

die Schweiz in ihrer

ganzen Vielfalt

verkörpern.»

Nachwuchs-Eishockeyanern und -Schwingern.

Söhne, die werden sollen, was der Vater

nicht war, gibt es im Schwingen genauso.

Bei den Bubenschwingfesten gibt es Väter,

welche die Verantwortlichen der Einteilung

ebenso beschimpfen wie die Väter, die den

Eishockey-Nachwuchstrainer zusammenstauchen.

Insgesamt sind es halt mehr, die

ihre Buben zum Fussball oder Hockey bringen.

Der Vorteil beim Schwingen ist der geringere

finanzielle und zeitliche Aufwand.

Zwei Trainings pro Woche reichen bei einem

Jungschwinger. Wer im Eishockey nach oben

kommen will, muss fast täglich trainieren.

Heute finden wir unter den Schwingern

auch Städter und Secondos. In den 1960er-

Jahren wären Italiener im Schwingen undenkbar

gewesen. Wo steht Schwingen

heute politisch?

Es gibt politische Parteien, die uns und unsere

Werte vereinnahmen wollen. Dagegen

wehren wir uns. Wir haben schon Politiker

schriftlich verwarnt. Es stimmt zwar, dass

sich die Mehrheit der Schwinger nach meiner

Einschätzung wohl eher rechts von der

politischen Mitte zugehörig fühlt. Aber dies

gilt längst nicht für alle. Auch das linke Lager

stellt starke Schwinger.

Sogar Könige! Ernst Schläpfer war SP-

Kantonsrat.

Sie sagen es.

Sie sagten, dass Sie Politiker schriftlich

verwarnt haben?

Ja. Im Kanton Zürich präsentierten sich 2011

Kandidaten auf Wahlplakaten in Schwingerhosen,

und ein Politiker hat im Zusammenhang

mit einer Abstimmung letzthin dazu

aufgerufen, mit Traktoren und Schwingern

den Gotthard zu blockieren. Das geht natürlich

gar nicht.

Ist Schwingen also unpolitisch?

Nein. Schwingen hat eine Botschaft. Schwingen

soll die ganze Schweiz in ihrer ganzen

Vielfalt, mit allen Regionen, Kulturen, Sprachen

und Religionen verkörpern.

Die Eidgenössischen Schwingfeste, die

alle drei Jahre stattfinden, sind inzwischen

Mega-Anlässe geworden. Wird das

Eidgenössische noch weiterwachsen?

Kleiner ist jedenfalls nicht mehr möglich.

Alleine 33 000 Tickets sind bereits für den

Verkauf durch unsere Schwingklubs reserviert.

Ein bestehendes Stadion reicht deshalb

längst nicht mehr. Wir können doch die Leute

nicht vom Schwingen ausschliessen. Was

wir steuern können, ist die Grösse der Arena.

«Unsere Vorfahren haben doch auch

gesponnen, als sie eine Eisenbahn

aufs Jungfraujoch bauten. Diesen Mut

vermisse ich heute.»

Aber das Fest darum herum können wir nicht

einschränken. Wir können nicht sagen: Ihr

dürft nicht mit uns feiern. Wenn wir den

Zusammenhalt der Schweiz zelebrieren wollen,

ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Aber wir können im guten Sinne spinnen.

Wir werden 2019 in Zug für zwei Tage eine

Arena für 56 000 Zuschauer aufstellen – das

gibt es sonst nirgendwo auf der Welt! Das ist

doch etwas, worauf wir stolz sein können.

Ich denke, wir alle sollten noch mehr «spinnen».

Unsere Vorfahren haben doch auch im

positiven Sinne gesponnen, als sie eine Eisenbahn

aufs Jungfraujoch bauten, oder im

19. Jahrhundert einen Tunnel durch das

Gotthardmassiv gruben. Diesen Mut vermisse

ich heute. Wir könnten uns beispielsweise

die Durchführung von olympischen Winterspielen

sehr gut leisten.

52 013 Plätze bot die Arena beim Eidgenössischen

2013 in Burgdorf, 52 016 waren

es 2016 in Estavayer – gibt es 2019 in

Zug einen neuen Rekord?

Wahrscheinlich schon. In Zug werden es

voraussichtlich 56 000 sein. Wie viele Plätze

es genau es sind, weiss man aber erst,

wenn die Arena steht, denn jede Arena ist

ein Unikat.

Gibt es in Affoltern beim Kantonalen ein

Rekord-Kantonales?

Auch das ist sehr wahrscheinlich. Wir hatten

zuletzt 1982 in Burgdorf mehr als 10 000

Zuschauer bei einem Kantonalen. Diese Zahl

dürfte übertroffen werden. Schliesslich ist

Affoltern das erste Kantonale mit drei bernischen

Schwingerkönigen seit 1941.

Beachten Sie den Artikel über die Schwinger-

Dynastie Gasser ab Seite 22.

10 s’Positive 6 / 2017


ZU VERMIETEN

(ganz oder teilweise)

• Produktionsräume/Büroräume/

Lagerräume

• Totale Nutzfläche 5000 m 2

• 2 Anpass-Rampen

• 43 Parkplätze

• Autobahnanschluss A1 Niederbipp

• Nahe Bahnhof Bannwil

Niederbipp

A1

Kanton Bern

5 Minuten

mit dem Auto

von der A1

entfernt.

Bannwil

Kanton Solothurn

Aare

MB Immobilien AG

Bahnhofstrasse 1 I 4914 Roggwil

www.mb-immo.ch

Tel. 079 431 56 42


WISSEN

Wann haben wir eine

GERECHTE

WELT?

Gerechtigkeit ist ein schwieriger Begriff,

der die Menschen beschäftigt, seit sie sich

über sich selbst Gedanken machen. Wir

stellen zwei gegensätzliche Ansätze bekannter

Philosophen vor.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

D

ieser Text wird dem Begriff «Gerechtigkeit»

bei weitem nicht

gerecht. Darüber haben sich bereits

unzählige Menschen Gedanken

gemacht. In Platons

«Staat» fährt Thrasymachos dem grossen

Sokrates an den Karren:

«Das Gerechte ist nichts anderes als das, was

dem Mächtigen nützlich ist! Soweit ab bist

du mit deinen Gedanken, oh einfältiger Sokrates,

von der Gerechtigkeit und den Gerechten,

dass du nicht weisst, dass die Gerechtigkeit

und das Gerechte eigentlich ein fremdes

Gut ist, nämlich der Vorteil des Stärkeren

und des Herrschenden... »

Auf den folgenden Seiten werden die

zwei völlig unterschiedlichen Ansätze der

amerikanischen Philosophen John Rawls

und Michael Walzer vorgestellt.

DER SCHLEIER DES NICHTWISSENS

Stellen Sie sich vor, wir alle würden wiedergeboren,

hätten also mehrere Leben und würden

in unserem jetzigen Leben die Möglichkeit

erhalten, die Welt, in die wir bei unserer

Wiedergeburt hinein geboren würden, zu

gestalten. Wir könnten also die Welt gestalten,

in die wir im nächsten Leben hinein geboren

würden. Einziger Makel: Wir sind zwar

bei klarem Verstand und können rational

denken, aber wir wüssten nicht, welche Stellung

wir in unserem neuen Leben einnehmen

würden. Wie wüssten also nicht, in welchem

Land wir geboren würden. Wäre es ein Land

in Europa? Vielleicht sogar die reiche

Schweiz? Oder wäre es ein Land wie Eritrea

Foto: shutterstock.com/icedmocha

12 s’Positive 6 / 2017


Wie sieht eine

gerechte Welt aus?

Darüber streiten

sich Philosophen

seit Jahrtausenden.

in Afrika oder wie das kriegsversehrte Syrien?

Wir wüssten auch nicht, in welche Familie wir

geboren würden. Wären wir Kinder reicher

Eltern, hätten wir Zugang zu Bildung, Kultur

und allen Annehmlichkeiten, die das Leben

in privilegierter Position bieten kann, oder

wären wir Teil einer mittellosen Familie, deren

primäres Anliegen es wäre, täglich etwas

zu Essen herbeizuschaffen? Welche Hautfarbe

hätten wir? Würden wir gut aussehen?

Auch unsere Fähigkeiten kennen wir nicht.

Wären wir intelligent? Hätten wir Talente?

Oder wären wir nahezu talentfrei und hätten

körperliche oder geistige Defizite? Wie wäre

unser Charakter? Hätten wir eine kriminelle

Ader? Hätten wir Durchsetzungsvermögen?

Oder wären wir nur ein Mitläufer und graue

Mäuse? Wären wir in unserem Wesen eher

Gewinnoptimierer oder Sozialdenker?

PRIVILEGIERT IN DER SCHWEIZ

Da wären tausende und abertausende von

Möglichkeiten, wie die Situation in unserem

neuen, noch unbekannten Leben aussehen

könnte. Eines aber wäre klar: Damit

rechnen, dass wir wieder als Schweizer

geboren würden, dürfen wir nicht. Zu gering

ist die Chance, als einer von acht Millionen

Menschen unter 7,5 Milliarden, es

ein zweites Mal so gut zu treffen. Wie würden

wir, wie würden Sie diese Welt gestalten

wollen? Wie würden wir eine gerechte

Welt schaffen?

Würde die künftige Welt so aussehen, wie

Sie heute aussieht? Wo wir doch wissen, dass

der Grossteil der Menschen weltweit be-

s’Positive 6 / 2017 13


WISSEN

Wer wenig hat,

wird den Status

Quo nicht als gerecht

empfinden.

nachteiligt ist, und die Gefahr, genau da

hinein geboren zu werden, weitaus grösser

ist als die Chance, in einem Land leben zu

können, wie wir es jetzt mit der Schweiz

haben und eventuell sogar der Sohn oder die

Tochter eines Millionärs zu sein.

WER PROFITIERT?

Der Vater dieses Gedankenexperiments ist

der amerikanische Philosoph und Harvard-

Professor John Rawls. Gemäss Rawls besteht

das grösste Problem dieser Welt darin, dass

die Entscheider, also die Mächtigen und die

Reichen, von grösserer Gerechtigkeit auf der

Welt keinerlei Vorteile hätten. Die Leidenden

allerdings, die von einer grösseren Gerechtigkeit

profitieren würden, haben keinen

Einfluss auf politische Entscheidungen. Die

Welt befindet sich also in einem Dilemma,

das nie zu wirklicher Gerechtigkeit führen

kann. Doch was wäre, wenn man das Wissen

über seine aktuelle Position in der Gesellschaft

einfach wegliesse? Wenn wir uns also

neutral entscheiden müssten, ohne zu wissen,

in welche Position wir später einmal

hinein geboren werden. Das Konzept dieses

Experiments nennt Rawls «den Schleier des

Nichtwissens». Wir können zwar dabei rational

denken, aber haben von den Voraussetzungen,

die uns erwarten, noch keine Ahnung

und müssen deshalb mit allem rechnen.

Auch mit der ziemlich viel grösseren

Wahrscheinlichkeit, dass wir es das nächste

Mal nicht mehr so gut treffen werden.

Geld und Güter sind einseitig verteilt,

wenige Menschen besitzen viel, während

sehr viele Menschen kaum genug zum Leben

haben. Rawls geht nun davon aus, dass die

Menschen unter dem Schleier des Nichtwissens

instinktiv wüssten, wie eine gerechte

«Die konkreten Erkenntnisse, die Rawls aus

diesem Experiment zieht, zeigen das Bild

eines modernen, demokratischen und sozialen

Rechtsstaates. Jeder hätte maximale Freiheit

und gleiche Chancen.»

Verteilung auszusehen hätte. Man müsste

sich lediglich überlegen, in welche Welt man

hinein geboren werden möchte, wenn man

nicht wüsste, in welcher Position man sich

dort befinden würde. Kaum jemand würde

unsere heutige Gesellschaft unter diesen

Umständen so belassen, wie sie jetzt ist. Viel

zu gross wäre das Risiko, als Benachteiligter

geboren zu werden.

Statt dessen würden wir Verhältnisse zu

schaffen versuchen, in denen dies idealerweise

kaum einen Unterschied macht. Eine

Welt also, in der das Risiko, in die falsche

Gesellschaft hinein geboren zu werden, möglichst

ausgeschlossen werden kann. Die konkreten

Erkenntnisse, die Rawls aus diesem

Experiment zieht, zeigen das Bild eines modernen,

demokratischen und sozialen

Rechtsstaates. Jeder hätte maximale Freiheit

und gleiche Chancen. Die Freiheit Einzelner

dürfte nur dann beschnitten werden, wenn

dadurch die Freiheit aller insgesamt erhöht

wird, und die Freiheitsbeschränkung für die

Einzelperson annehmbar wäre.

Soziale und ökonomische Ungleichheiten

müssten gleich zwei Bedingungen erfüllen.

Zum einen dürfen sie nur mit Ämtern und

Positionen verbunden werden, die jedem

offen stehen. Ausserdem müssten sie dem

am wenigsten Begünstigten den grössten

Vorteil bringen. Rawls bezeichnet dies als

das Differenzprinzip. Ein Manager dürfte

also nur dann mehr verdienen als alle ande-

Fotos: shutterstock.com/panitanphotoASDF_MEDIA

14 s’Positive 6 / 2017


Wer viel hat,

wird den Status

Quo nicht verändern

wollen.

ren, wenn seine Position von jedem zu erreichen

ist. Zudem müsste er mit seiner Arbeit

dafür sorgen, dass die Allerärmsten am meisten

profitieren, dass er nicht als Angestellter,

sondern als Manager arbeitet.

FREIHEIT ALS WICHTIGSTER PUNKT

Der wichtigste Punkt wäre aber die Freiheit.

Bei wirtschaftlichen Ungleichheiten ist es am

wichtigsten, dass alle Positionen ausnahmslos

allen offen stehen. Nur mit unbeschnittener

Chancengleichheit erzielt die Gesellschaft

insgesamt ein höheres Mass an Einkommen

und Wohlstand. In Rawls perfekten

Staat müssten also grösstmögliche Freiheit

und Chancengleichheit herrschen. Der Staat

müsste mit jeder seiner Entscheidungen dafür

sorgen, dass die ganze Gesellschaft davon

profitieren könnte und insbesondere die am

wenigsten Wohlhabenden damit unterstützt

würden. Bei Unsicherheit, welchen Effekt

eine bestimmte Veränderung haben könnte,

nutzt Rawls die sogenannte Maximin-Regel,

mit der die schlimmstmöglichen Ausgänge

der verschiedenen Veränderungen miteinander

verglichen werden. Am Ende gewinnt

dann die Regel, die im schlimmsten Fall die

harmlosesten Auswirkungen hätte.

Dabei entscheidet sich Rawls gegen den

maximalen Nutzen für die durchschnittliche

Gesellschaft zugunsten des Schutzes vor Ausbeutung,

auch wenn diese wirtschaftliche

Vorteile hätte.

Die Theorie von Rawls ist beeindruckend

einfach. Sie zeigt ebenso simpel wie rational,

was faktisch gesehen gerecht wäre. Dabei

wird unter dem Schleier des Nichtwissens

der Egoismus jedes Einzelnen genutzt und

lässt uns unwiderlegbar erkennen, wie einfach

und eindeutig Gerechtigkeit sein kann.

Ein Gedankenmodell, das einleuchtet,

das wir jedoch, weil wir in dieser Welt leben,

unsere Interessen wahren und keinen Einfluss

auf unser nächstes Leben haben, kaum

je umsetzen werden. Ein Modell aber auch,

das uns zumindest in Teilen auch mal den

Weg weisen kann. Denken wir zum Beispiel

an die Flüchtlinge: Stellen wir uns vor, dass

wir nach unserem Tod in einem Gebiet in

dem Hunger oder ein grausamer Krieg

herrscht, wiedergeboren werden könnten.

Doch Rawls Theorie ist liberal. Sie stützt

sich auf das Individuum. Rawls fordert deshalb,

der Gesetzgeber solle sich auf die Sicherung

der Grundfreiheiten und ein paar

minimale Regeln der Gerechtigkeit beschränken.

DER GEGENTEILIGE ANSATZ

Während Rawls das einzelne Individuum als

Ausgangspunkt für seine Überlegungen

nimmt, geht Michael Walzer von der Gemeinschaft

aus. Walzer positionierte sich in den

vergangenen Jahrzehnten immer wieder als

Gegenspieler von John Rawls. Er versteht

denn auch seine eigene Theorie als Gegen-

DIE PHILOSOPHEN

Michael Walzer

Der 82-jährige US-Amerikaner Michael

Laban Walzer ist ein bedeutender Sozial-

und Moralphilosoph. Geboren 1935

als Sohn einer jüdischen Emigrantenfamilie

in New York, avancierte er zu

einem bedeutenden amerikanischen

Intellektuellen. Er verfasste vielbeachtete

Abhandlungen über Gerechtigkeit,

Zivilgesellschaft, Gesellschaftskritik

und Krieg.

John Rawls

John Rawls (1921 bis 2002) war ein

US-amerikanischer Philosoph, der als

Professor an der Harvard University

lehrte. Sein Hauptwerk «A Theory of

Justice» vom Jahr 1971 gilt als eines

der einflussreichsten Werke der politischen

Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Michael J. Sandel

Der 1953 in Minneapolis geborene Michael

Sandel ist ein US-amerikanischer

Philosoph. Bekannt wurde er vor allem

als Mitbegründer der kommunitaristischen

Strömung.

s’Positive 6 / 2017 15


WISSEN

Juristische Gerechtigkeit

ist nur

mit klaren Regeln

erreichbar.

ZUSATZINFOS

Volksabstimmung lässt zweifeln

Kleiner Exkurs am Rande: Am 30. November

2014 schickte das Schweizer Stimmvolk

die Initiative «Schluss mit den

Steuer privilegien für Millionäre» bachab.

Wir wollen gar nicht darüber sinnieren, ob

dies nun sinnvoll war oder nicht. Interessant

ist jedoch in diesem Zusammenhang,

dass offenbar bei einigen Menschen aus

dem weniger gut betuchten Teil der Bevölkerung

auch der Gedanke eine Rolle gespielt

haben soll, bei einem allfälligen

Lotto sechser oder einer Erbschaft von

einer unbekannten, vermögenden Tante

aus Amerika zu viele Steuern bezahlen zu

müssen.

Bei einem angenommenen Lottogewinn

von ein oder mehreren Millionen Franken

scheinen einige Menschen stärker an die

Steuern zu denken als an das, was danach

übrig bleiben würde. Dabei müsste man

aber die die richtigen Zahlen erst noch tippen.

Die Chance hierzu liegt bei einem Einsatz

von fünf Franken bei 0,0000064 Prozent.

Um sich also bei 42 zur Verfügung

stehenden Zahlen eine 100-Prozent-Chance

auf den Hauptgewinn zu sichern, müsste

ein Lottospieler ungefähr 81 Millionen aufwerfen.

Auf die Gefahr hin natürlich, dass

er den Gewinn mit andern Gewinnern teilen

müsste. Der bisher höchste Gewinn im

Schweizer Zahlenlotto betrug übrigens 48,6

Millionen. Nach Abzug der Steuer dürften

es zwar erheblich weniger gewesen sein,

aber immer noch ein stolzer Betrag. Es

müssten übrigens über 31 Millionen unterschiedliche

Tipps abgegeben werden. Am

besten programmieren Sie sich hierfür

einen Algorithmus und werfen danach den

Drucker an, um Ihr Handgelenk zu schonen.

Gruppenbild

der Initianten

bei der Einreichung

der

Initiative.

Dass Überlegungen auf einen derart unwahrscheinlichen

Hauptgewinn bei einigen

Gegnern der Steuervorlage eine Rolle

gespielt haben könnte, lässt uns an John

Rawls These schon etwas zweifeln. Der

Wissenschaftler kannte den Ausgang dieser

Abstimmung beim Aufstellen seiner

These nicht. Sein Buch «Theory of justice»,

in welchem er das Thema behandelt, erschien

bereits 1971. Und Rawls, der 81

Jahre alt wurde, verstarb am 24. November

2002.

Fotos: wikimedia.org/fundriver/shutterstock.com/Africa Studio

16 s’Positive 6 / 2017


entwurf zu jener von Rawls. Walzer setzt die

liberale Theorie des Politischen als ideelle,

tragfähige Substanz voraus, an der er Modifikationen

– «kommunitaristische Korrekturen»

– anbringt. Seine Theorie richtet sich

gegen Grundregeln, die einen abstrakten

Charakter haben. Also auch gegen den Schleier

des Nichtwissens. Walzer geht davon aus,

dass wir weder unser Wissen noch unsere

Herkunft und Prägung ausblenden können

und deshalb davon beeinflusst bleiben. Und

daraus ableitend: Dass wir deshalb, je nachdem

wo wir leben, aufgewachsen und geprägt

sind, ein unterschiedliches Verständnis von

Gerechtigkeit haben. Er versucht deshalb,

seinerseits ein realistischeres Konzept einer

gerechten Gesellschaftsstruktur vorzulegen.

AUF DEN KONTEXT KOMMT ES AN

Der Bezugspunkt seiner Position ist die jeweilige

konkrete politische Gemeinschaft

mit ihrer Geschichte, mit ihrer moralischen

Tradition, die durch ein gemeinsames Bewusstsein

von Sprache, Geschichte und Kultur

definiert wird. Gerechtigkeit als Konzept

funktioniert immer nur innerhalb einer Gemeinschaft.

Walzer spricht damit an, dass in

Europa, den USA oder auf den Philippinen

unter sozialer Gerechtigkeit etwas völlig Unterschiedliches

verstanden wird. Aufgrund

der jeweiligen Kultur und Geschichte können

wir die Frage nach sozialer Gerechtigkeit

nicht unabhängig dieser unterschiedlichen

Kontexte formulieren.

Walzer sagt: «Gerechtigkeit wurzelt im

spezifischen Verständnis von Positionen,

Ehrungen und Tätigkeiten in all den Dingen,

die eine gemeinsame Lebensweise ausmachen.

Sich über dieses Verständnis rücksichtslos

hinwegzusetzen, bedeutet immer,

ungerecht zu sein.» Er setzt sich damit in

scharfen Gegensatz zu Rawls, der sich in

seiner Theorie genau über diesen Umstand

hinwegsetzt. Als Beispiel nennt Walzer in

seinem Werk «Die Sphären der Gerechtigkeit»

das indische Kastensystem. Jeder Bewohner

des Dorfes erhält seinen Anteil

gemäss seiner geschichtlich kulturell zugewiesenen

Position innerhalb des Gesamtgefüges

der Gemeinschaft. Zum Beispiel eine

bestimmte Menge Korn, die er zum Überleben

braucht. Jeder, der zum Leben des Dorfes

beiträgt, hat Anspruch auf das Gesamtprodukt.

Walzer ist längst nicht der einzige Kritiker

von Rawls Theorie. Der Grundsatzstreit unter

liberalen Politologen begann im Jahre

1982 mit einem Buch. Unter dem Titel «Liberalismus

und die Grenzen der Gerechtigkeit»

ging der Harvard- Professor Michael

Sandel seinen Kollegen John Rawls an. Dessen

Leitbild des «ungebundenen Selbst» sei

ein Ding der Unmöglichkeit, behauptete

Sandel in seiner Replik: «Weil jeder Mensch

irgendwo hineingeboren oder -gewachsen

ist, gibt es immer Menschen, denen er mehr

verpflichtet ist als anderen. Und zwar nicht

aufgrund eines Vertrages, sondern wegen

Bindungen, die Teil seiner Identität sind.

Was bin ich, wenn ich mich von meiner Familie,

meinen Freunden, Kollegen und meiner

Heimat abstrahiere? Nichts. Das «ungebundene

Selbst» und der «Schleier des Nichtwissens»

taugten nicht einmal als Gedankenexperiment,

meint nicht nur Sandel.

Wenn das stimmt, ist auch Rawls’ Schlussfolgerung

falsch, der Gesetzgeber solle sich

auf die Sicherung der Grundfreiheiten und

ein paar minimale Regeln der Gerechtigkeit

beschränken. Eine Gesellschaft braucht auch

gemeinsame Werte und Ziele, einen Konsens

darüber, was als gut und böse zu gelten hat.

Durch Sandels Fazit wurde der Akademikerstreit

schnell politisch: Das «ungebundene

Selbst» schien genau zum Radikalkapitalismus

und zu der Ich-Generation in den achtziger

Jahren zu passen. Umgekehrt liefers’Positive

6 / 2017 17


Eine Gemeinschaft

braucht mehr

als nur ein paar

Regeln, damit sie

gerecht ist.

te Sandel eine Theorie zum Erschrecken der

liberalen Öffentlichkeit über das hässliche

Gesicht dieser achtziger Jahre: Gier an der

Wall Street, Protz und bittere Armut, Gewaltexzesse

im Fernsehen, zerfallende Wohnquartiere

mit Jugendbanden, zerrütteten

Familien, minderjährige Mütter. Für all das

lieferte Sandel eine Formel: «Es ist, als ob

das von der liberalen Ethik vorausgesetzte

ungebundene Selbst Wirklichkeit geworden

wäre – eher entmachtet als befreit und in

einem Netz ungewollter Verpflichtungen

und Verwicklungen gefangen.» Also alles

andere als gerecht.

Stadt: «Wir sind hier kein Jüngstes Gericht,

welches das Positive in die eine und das Negative

in die andere Waagschale wirft.»

Was sie damit wohl sagen wollte: Strafgerichte

haben Straftaten zu beurteilen.

Das Jüngste Gericht hingegen beurteilt Lebenswerke.

Strafgerichte sind nicht für eine

umfassende Gerechtigkeit auf Erden zuständig,

sondern nur für eine ganz spezifische

Form von Gerechtigkeit, nämlich Strafgerechtigkeit.

Damit ein Strafverfahren als gerecht angesehen

wird, muss das Urteil einerseits in

einem fairen und menschenwürdigen Verfahren

zustande gekommen sein und andererseits

auf «wahren» Tatsachen beruhen.

Es geht nicht nur darum, ob der Beschuldigte

tatsächlich schuldig ist, sondern auch

darum, ob er rechtlich verantwortlich gemacht

werden kann. Vereinfacht ausgedrückt,

setzt Gerechtigkeit somit Fairness

und Wahrheit voraus.

Damit das Verfahren fair ist, müssen verschiedene

Verfahrensregeln eingehalten

«Der Beschuldigte hat in einem gerechten

Strafprozess nicht nur das Recht, zu

schweigen, er darf durchaus auch lügen.»

WAS BEDEUTET GERECHTIGKEIT IM

STRAFPROZESS?

Am 11. Juli 2003 wurde der Gründer des

Paraplegiker-Zentrums in Nottwil wegen

mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung

in Bereicherungsabsicht (Art. 158, Ziff. 1,

Abs. 1 und 3 StGB) zu zwei Jahren Gefängnis

verurteilt. Bei der Urteilseröffnung sagte die

Gerichtspräsidentin des Strafgerichts Baselwerden.

Es braucht unparteiische und unabhängige

Richter, das Verfahren muss öffentlich

und transparent sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Beschuldigte ist

anzuhören und hat das Recht auf Verteidigung.

Wenn er die Verfahrenssprache nicht

versteht, hat er Anspruch auf Übersetzung.

All diese Verfahrensregeln zielen auf Fairness,

auf eine anständige Behandlung ab.

Der Beschuldigte muss – trotz unter Umständen

gravierenden Vorwürfen – als Mensch

ernst genommen werden. Fairnessregeln

und Menschenwürde sind untrennbar miteinander

verbunden.

Jede Person gilt bis zum gesetzlichen Beweis

ihrer Schuld als unschuldig. Ein Gericht

braucht also die Wahrheit, weil das Schwert

des Strafrechts nur den Schuldigen treffen

soll. Doch die Wahrheit zu finden, ist schwierig.

Und der Blick auf die Wahrheit bleibt

immer subjektiv. Der 2014 verstorbene

Schriftsteller Urs Widmer sagte es so: «Jedes

Erinnern, auch das genauste, ist ein Erfinden.»

Im Strafverfahren erschafft sich jeder Verfahrensbeteiligte

sein eigenes Bild vom wahrheitsgemässen

Geschehen.

Schwierigkeiten bereitet der Wahrheitsfindung

auch, dass dem Strafprozess lediglich

beschränkte zeitliche und finanzielle Ressourcen

zur Verfügung stehen, Aussageverweigerungsrechte

von Zeugen sowie das

Schweigerecht des Beschuldigten. Mehr

noch: Der Beschuldigte darf nicht nur schweigen,

sondern auch lügen.

Foto: shutterstock.com/John Wollwerth

18 s’Positive 6 / 2017


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WUSSTEN SIE SCHON

DOCH KEINE AUSREDE

Gibt es schwere Knochen?

Oft gelten sie als Ausrede, bis es einfach nicht

mehr sein kann: Schwere Knochen sollen die

Ursache des eigenen Übergewichts sein. Ist

da etwas dran? Mediziner lassen dies nicht

gelten. Skelette sind zwar unterschiedlich

beschaffen, aber das erklärt maximal drei

Kilogramm Gewichtsunterschied, wird im

deutschen Magazin PM Friederike Thomasius

vom Osteoporose Zentrum Frankfurt

zitiert. Das Skelett besteht zu 23 Prozent aus

Mineralien, 12 Prozent Knorpel, 15 Prozent

Fett und 50 Prozent Wasser. Menschen, die

über Jahre schwer körperlich arbeiten oder

viel Sport treiben, haben oft etwas stabilere

und auch schwerere Knochen als andere mit

vergleichbarer Grösse. Auch sind die Knochen

von Männern tendenziell schwerer als

die von Frauen. Bei Männern machen sie

rund 15, bei Frauen etwa 12 Prozent des

Körpergewichts aus. Ausserdem haben die

Gene, die Ernährung (Kalzium erhöht die

Knochendichte) und das Alter Einfluss darauf.

Doch die Schwankungen sind gering.

Als Entschuldigung für mehr als sechs Pfunde

zu viel können die Knochen deshalb nicht

herhalten.

1

WUSSTEN

SIE SCHON?

20 s’Positive 6 / 2017


2

FARBENPRÄCHTIG

So schön ist die Hölle auf Erden

Im Nordosten Äthiopiens, an der Grenze zu

Eritrea, befindet sich eines der aussergewöhnlichsten

Geothermalgebiete der Erde:

Dallol. Die vier Quadratkilometer grosse

Vulkanlandschaft weist mit 34,4 Grad Celsius

die weltweit höchste Jahresdurchschnittstemperatur

aus. Säure sprudelt aus dem Boden,

bildet Seen und Tümpel. Ätzende und übel

riechende Schwaden ziehen durch die Luft.

Ohne Atemschutz ist es hier gefährlich. Auf

dem Boden wachsen dolchartige Salzzacken,

an denen man sich lebensgefährlich verletzen

kann. Man kann in den Boden einbrechen

oder in Säure versinken, Die Vulkanlandschaft

liegt rund 90 Meter unter dem Meeresspiegel.

Bis hierher dehnte sich einst das

Rote Meer aus. Als es in der mörderischen

Hitze und sehr trockenen Luft verdampfte,

entstand eine bis zu 1000 Meter dicke Salzschicht.

Beim Aufsteigen durch diese Schicht

löste heisses Grundwasser Mineralien auf und

transportierte sie an die Oberfläche. Die Mineralien

lagerten sich ab und bildeten mit der

Zeit die bizarren Krusten, Zacken und Pfeiler.

Schwefel und Kaliumsalze sorgen für leuchtende

Farben, aber auch für beissenden Gestank.

Die Formen und unglaublichen Farben

locken trotzdem Besucher an. Doch Dallol

gehört nicht nur zu den schönsten, sondern

auch zu den gefährlichsten Orten der Erde.

MAKELLOSIGKEIT GEFORDERT

Hohe Auflösung – neues Make-up

Fotos: shutterstock.com/Poznyakov/Kenneth Dedeu/MilanMarkovic78

Neue Zeiten, neue Herausforderungen. Seit

Kinofilme und Fernsehsendungen mit High-

Definition-Kameras gefilmt werden, stehen

Maskenbildner vor neuen Herausforderungen.

Wo früher die geringere Bildschärfe

wie ein Weichzeichner wirkte und kleinere

Schönheitsmakel und das oft zu dick aufgetragene

Make-up für das menschliche

Auge beinahe unsichtbar machten, machen

die hochauflösenden HD-Kameras alles

sichtbar.

Maskenbildner mussten ihre bisherige

Schminkgewohnheiten überdenken. Sie benutzen

heute das sogenannte HD-Make-up,

dessen Pigmente besonders ebenmässig und

erheblich feiner gemahlen sind als die von

herkömmlichem Make-up. Die neue Schminke

wird zudem viel dünner aufgetragen oder

gar mit einer Airbrush-Pistole ins Gesicht

gesprüht. Dies hat noch andere Vorteile: Das

Schminken geht schneller und das Make-up

fühlt sich weniger pappig an.

3

s’Positive 6 / 2017 21


DIE GASSER-DYNASTIE

Kampf der Titanen: Heinrich

Knuesel und Niklaus Gasser.

22 s’Positive 6 / 2017


Fürsten,

keine Könige

Nie war ein Gasser König der Schwinger.

Und doch ist die oberaargauische Schwinger-Dynastie

der Gassers die erfolgreichste im Land.

TEXT: KLAUS ZAUGG

BILDER: JUBILÄUMSSCHRIFT 100 JAHRE ESV

Die grösste Schwinger-Dynastie der Geschichte

ist nie gekrönt worden. Rein hierarchisch

hat es Rolf Gasser am weitesten gebracht. Er

hat zwar nur zwei Kränze bei Kantonalfesten

gewonnen. Aber als Geschäftsführer des Eidgenössischen

Schwingerverbandes (ESV) ist er zumindest administrativ

der «Höchste» im Schwingen geworden

(beachten Sie dazu das Interview ab Seite 4 in diesem

Heft).

Gründer dieser Dynastie, die für den Oberaargauischen

Schwingerverband so viele Fürsten, aber keinen

König hervorgebracht hat, ist Ernst Gasser senior (1905

–1971). Er ist Lohnkäser zu Ersigen bei Burgdorf. Die

Bauern betrachten im Bernbiet die Lohnkäser zu dieser

Zeit als ihre zu gut bezahlten Knechte und nicht als gleichberechtigte

Geschäftspartner. Wer in der Käshütte seine

Ruhe und Respekt wollte, der tat gut daran, die Bauern

nicht herauszufordern und mit ihnen in Frieden zu leben.

Ernst Gasser entwickelt mit List und Beharrlichkeit Methoden,

die ihm ein erträgliches Leben erlauben. Die

Bauern sollten nur glauben, sie könnten ihn schurigeln.

Seinen Jass klopfte er dennoch ab und zu. Als er am Eidgenössischen

1929 in Basel im 10. Rang den Kranz und

ein Schaf herausschwingt, fährt er noch am Sonntagabend

von Basel mit dem Zug zurück nach Burgdorf, läuft

mit dem Schaf zu Fuss die fünf, sechs Kilometer nach

Ersigen heim und nimmt am Montag früh in der Käserei

persönlich die Milch der Bauern entgegen. Das Gerede,

zum Schwingen am Sonntag habe er Zeit und Kraft, aber

nicht für die Arbeit, für die er schliesslich bezahlt werde,

kann er sich so ersparen. Denn für seine Bauern ist sowieso

klar: Wer schwingen will, soll arbeiten.

Die Frage ist nun, was denn diese Einsichten ins dörfliche

oberaargauische Bauernleben des letzten Jahrhunderts

mit der fehlenden Krönung der Gasser-Dynastie zu

tun haben.

«Um König zu werden braucht es

Talent, Fleiss, Cleverness, Risikobereitschaft,

Mut, Schlitzohrigkeit,

gewürzt mit einer Prise Rock’n’Roll.»

Nun, um König zu werden, braucht es immer eine Mischung

aus Talent, Trainingsfleiss, Cleverness, Risikobereitschaft,

Mut, Schlitzohrigkeit, gewürzt mit einer

Prise Rock’n’Roll. Rock’n’Roll? Ja, darunter verstehen

wir eine Prise Aufmüpfigkeit. Ein wenig davon muss

einer in sich haben, wenn er König der «Bösen» werden

will. Die Gassers hatten alles, aber diese Prise Rock’n’Roll

hat ihnen vielleicht im entscheidenden Moment mehrmals

gefehlt. Das macht sie sympathisch, aber hat sich

wahrscheinlich in der Rangliste der Eidgenössischen

Schwingfeste ausgewirkt.

Die Gassers, ursprünglich Freiburger aus Selgiswil,

wo Christian Gasser (1862–1942) Käser und Landwirt

war, sind vom Naturell her klug, bescheiden, friedfertig,

kompromissbereit und gute Verlierer. Niklaus Gasser, der

in jungen Jahren von allen noch am ehesten etwas von

einem Rock’n’Roller hat, kommt der Krönung am nächsten.

Dreimal ist er nahe dran am Königsthron. Als einziger

Gasser steht er 1983 in Langenthal gegen Ernst

Schläpfer in einem eidgenössischen Schlussgang und

dreimal (1986 in Sion, 1992 in Olten und 1995 in Chur)

scheitert er quasi erst im «Halbfinale», im 7. Gang. Kenner

der Berner Szene sind sich sicher, dass wohl nur mit

einer Mischung aus der schwingerischen Klasse von Niklaus

Gasser und der Aufmüpfigkeit seines Klein-

s’Positive 6 / 2017 23


DIE GASSER-DYNASTIE

Der Gasser-Familienstammbaum

Christian Gasser (1862–1942)

ist Käser und Landwirt aus Sergiswil (Freiburg) hat 12 Kinder von

denen deren vier – Ernst, Walter, Vreni und Bethli – auch Nachkommen

hatten, die zumindest Kranzschwinger waren.

Ernst Gasser

(1905–1971)

• Käsermeister

• Ersigen

• Schwingklub Kirchberg

• 7 Kränze (1 Eidg.)

Walter Gasser

(1908–1966)

• Metzger, Wirt

• Bleienbach

• Schwingklub Münchenbuchsee

• 11 Kränze

• 7. Rang Kilchberger 1936

Vreni Schaller-Gasser

(1913–1985)

• Sonterswil TG

Bethli Barthlome-Gasser

(1917–2010)

• Albligen

Ernst Gasser

(1933–2011)

• Käsermeister

• Bäriswil

• Schwingklub

Kirchberg

• 1 Kranz

Hansueli Gasser

(1935–1984)

• Käsermeister

• Kirchberg

• Schwingklub

Kirchberg

• 53 Kränze

(5 Eidg.)

• Sieger Unspunnen

1955

• 4x Sieger Bern.

Kant.

(57/58/59/60)

• Präsident Berner

Verband

(1980–1984)

Werner Gasser

(geb. 1945)

• Käsermeister

• Andwil TG

• Schwingklub

Kirchberg

• 8 Kränze

Peter Gasser

(geb. 1939)

• Käsermeister

• Ersigen

• Schwingklub

Kirchberg

• 70 Kränze

(6 Eidg.)

• Sieger Unspunnen

1968

• Sieger Bern. Kant.

1963

• Techn. Leiter

Oberaargau

(1977–1979)

Max Schaller

(geb. 1939)

• Landwirt

• Sonterwil TG

• Schwingklub

Boden see und

Rhein

• 27 Kränze

• Sieger TG Kant.

1965

• Präsident

Thurgauer

(1977–1983)

Käthi Oesch-

Bartlome

(geb. 1945)

• Neuenegg

Niklaus Gasser

(geb. 1961)

• Käser

• Bäriswil

• Schwingklub Kirchberg

• 102 Kränze (6 Eidg.)

• Sieger Unspunnen

1987

• Sieger Kilchberger

1996

• 6x Sieger Bern. Kant.

(83/84/87/90/92/93)

• Techn. Leiter Kanton Bern (2002–2008)

Rolf Gasser

(geb. 1960)

• Käsermeister

• Ersigen

• Schwingklub Kirchberg

• 2 Kränze

• Geschäftsstellenleiter

ESV (seit 2011)

Christian Oesch

(geb 1968)

• Kirchberg, Versicherungsberater

• Schwingklub Kirchberg

• 94 Kränze (6 Eidg.)

• Sieger Bern. Kant.

1994

• Sieger Südwestschweizerischer

1994

Cousins Christian Oesch ein Schwingerkönig geworden

wäre. Oeschs Grossmutter Bethli Barthlome-Gasser ist

die Schwester von Niklaus Gassers Grossvater Ernst Gasser

senior.

Dass die grösste Schwingerdynastie des Landes keinen

König stellt, mag zeigen, wie schwierig es ist, den

Thron zu besteigen. Die Gassers dürfen mit Fug und

Recht als die Fürsten, aber eben nicht Könige des

Schwingens bezeichnet werden. 23 Eidgenössische

Kränze teilen sich Ernst, Hansueli, Peter und Niklaus

Gasser sowie Niklaus Gassers Klein-Cousin Christian

Oesch. Verteilt auf die Eidgenössischen von 1929 bis

1998. Dazu kommen zwölf Siege am Berner Kantonalen,

am Teilverbandsfest der Berner – Hansueli gewann

1957, 58, 59 und 60, Peter 1963, Niklaus 1983, 84, 87,

90, 92 und 93 und Christian Oesch 1994. Einmalig auch:

Drei verschiedene Gasser haben das Oberaargauische

Gauverbandsfest am gleichen Ort gewonnen: Hansueli

siegte 1956 am Oberaargauischen in Koppigen, Peter

1969 und Niklaus 1993.

EINE IM SCHWINGEN EINMALIGE KONSTANZ

Die Gassers sind im Oberaargau, im Bernbiet und auf

Eidgenössischer Ebene fast 70 Jahre lang an der sportlichen

Macht beteiligt. Immer in der Opposition und nie

auf dem königlichen Thron zwar, aber es ist eine der in

der Geschichte des Schwingens einmalige Konstanz.

Alles in allem hat die Gasser-Dynastie im 20. Jahrhun-

24 s’Positive 6 / 2017


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Fritz Schwander gegen Hansueli Gasser,

das grosse ungekrönte Talent.

Ernst Schlaepfer gegen Niklaus Gasser im

einzigen Schlussgang, den ein Gasser an einem

Eidgenössischen je erreichte.

dert rund 350 Kränze herausgeschwungen. Hansueli

Gasser gilt als der beste Schwinger aller Zeiten, der nie

in einem Eidgenössischen Schlussgang gestanden ist,

und Niklaus Gasser als «Bösester», der nie Erstgekrönter

oder König geworden ist. Eugen Hasler war zwar auch

nie König, aber immerhin einmal Erstgekrönter (1989).

Diese Dynastie ist umso bemerkenswerter, weil es im

Schwingen, anders als in anderen Sportarten, fast unmöglich

ist, dass der Sohn eines «Bösen» auch ein ganz

«Böser» wird. Remo Käser, der Bub von König Adrian

Käser ist eine Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Der

Schatten des Vaters ist normalerweise für den Buben

einfach zu gross – es funktioniert nur dann, wenn eine

Generation übersprungen wird oder der «Böse» ein Onkel

und nicht der Vater ist. Niklaus Gassers Grossvater

Ernst senior und seine Onkel Peter und Hansueli sind

«Am «Kilchberger» werden keine Titel

und keine Kränze verliehen. Dennoch

ist es für jeden «Bösen» eine Auszeichnung,

selek tioniert zu werden.»

eidgenössischen Kranzschwinger. Sein Vater Ernst junior

hingegen nicht. Hansuelis Sohn Rolf ist zwar

1975/76 als Verteidiger Eishockey-Schweizer Meister

mit den Novizen des SC Langnau, aber im Schwingen

reicht es ihm nicht zu eidgenössischem Eichenlaub, und

Peters Bub Jürg kommt über Zweige beim Jungschwingen

nicht hinaus.

Doch gänzlich ungekrönt ist die Gasser-Dynastie nicht

geblieben. Dafür sorgt Niklaus Gasser im Alter von 35

Jahren 1996 am 13. Kilchberger Schwinget. Beim «Masters»

des Schwingens ist alles ein bisschen speziell. Eintrittskarten

gibt es keine zu kaufen. Diese werden vielmehr

den Schwingklubs zugeteilt, denen dann die heikle

Aufgabe obliegt, sie ihren verdienten Mitgliedern zu

verteilen.

DIE LETZTE CHANCE GENUTZT

Es werden auch keine Kränze und keine Titel verliehen.

Dennoch ist es für jeden «Bösen» eine der höchsten Auszeichnungen,

für diese Veranstaltung überhaupt selektioniert

zu werden. Seinen exklusiven Status hat der

«Kilchberger» bis heute bewahrt. Ursprünglich entstand

dieses Fest aus einer Verärgerung über unbefriedigende

Vorkommnisse am Eidgenössischen von 1926 heraus.

Darauf beschloss der schwingerfreundlich gesinnte Dr.

Emil Huber (1897 – 1938) aus Kilchberg einen – laut

Stiftungsurkunde – «Freundschafts-Schwinget» mit den

besten des Landes im gleichsam familiären Rahmen zu

organisieren. Daraus ist inzwischen ein Grossanlass geworden.

Nur die 60 besten werden eingeladen, die Leistungsdichte

ist damit viel höher als beim Eidgenössischen,

zu dem mehr als 250 «Böse» antreten. Dafür wird

das Kilchberger Schwinget an einem Tag entschieden

und geht über sechs nicht über acht Gänge an zwei Tagen.

Diese letzte Chance nutzte Niklaus Gasser 1996. Er

ist an diesem Tag so gut wie vielleicht noch nie. Er gehört

zu den wenigen «Bösen», die während ihrer

26 s’Positive 6 / 2017


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DIE GASSER-DYNASTIE

ganzen Laufbahn immer wieder neue Schwünge kreieren

und sich ständig weiterentwickeln. In jungen Jahren

ist sein Links-Kurz der explosivste im Lande. Doch wenn

einer 30 geworden ist, lässt die Explosivität nach, und

wer zu wenig explosiv zieht, läuft Gefahr, in einen gegnerischen

Konter zu laufen. So lernt Niklaus Gasser im

Herbst seiner Karriere die Kraftentfaltung des Gegners

für sich auszunutzen und auch am Boden zu kämpfen.

In Kilchberg ob dem Zürichsee bodigt er Schwingerkönig

Thomas Suter, der in dieser Saison nur zwei von

60 Gängen verliert. Die Krönung der Gasser-Dynastie

schafft «Chlöisu» aber doch mit einem Links-Kurz. Mit

diesem Schwung bodigt er im Schlussgang nach 14 Minuten

Rolf Klarer.

Der Kilchberger Schwinget hat die Krönung der Gasser-Dynastie

also doch noch möglich gemacht. Niklaus

Gasser hat für seine Dynastie auch am meisten Kränze

geholt. Mit 102 Kränzen gehört er zum exklusiven «Hunderter-Klub»,

dem zu Zeit 21 Mitglieder angehören.

Niklaus Gasser

zeigt gegen Jörg

Schneider seine

Technik.

August Brunner gegen

Peter Gasser.

ZUFRIEDEN MIT DEM ERREICHTEN

Seine Karriere beendet Niklaus Gasser am Eidgenössischen

1998 in Bern. Der Traum von 7. Eidgenössischen

Kranz geht nicht mehr in Erfüllung – Niklaus gibt nach

der Niederlage im fünften Gang am Sonntagvormittag

auf und bleibt, wie sein Onkel Peter und sein Klein-Cousin

Christian Oesch bei sechsmal eidgenössischem

Eichenlaub. Aber mehr als sechs eidgenössische Kränze

haben in der ganzen Geschichte bis heute nur drei

Schwinger: Karl Meli (neun), Martin Grab und Peter Vogt

(je sieben). Kein Abgang mit Glanz und Goria. Doch die

Gassers sind nicht enttäuscht. Sie haben bis heute die

Gelassenheit und Lebensweisheit von Ernst Gasser senior

bewahrt. Sie nehmen es gelassen hin, dass keiner aus

ihren Reihen König geworden ist. Alle sind sie zu Recht

stolz auf das, was sie auf den Schwingplätzen erreicht

haben. Zufrieden zu sein mit dem Erreichten, auch wenn

es nicht das Höchste war – eine wertvolle Gabe, die vielleicht

mehr wert ist als alle Königstitel zusammen.

Über 100 Kränze

1 Arnold Forrer 143

2 Hanspeter Pellet 136

3 Markus Thomi 132

4 Karl Meli 122

5 Christian Stucki 110

Thomas Zaugg 110

7 Matthias Glarner 109

8 Adi Laimbacher 105

Stefan Zbinden 105

10 Matthäus Huber 103

Ernest Schlaefli 103

12 Otto Brändli 102

Niklaus Gasser 102

14 Christian Dick 101

Stephan Fausch 101

Eugen Hasler 101

17 Karl Oberholzer 100

Toni Rettich 100

Josef Sutter 100

28 s’Positive 6 / 2017


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SCHWINGEN

Schwinger als

Werbeträger

Werbung war im Schwingen lange

Zeit verpönt. Erst in den letzten

Jahren sieht man die erfolgreichsten

Schwinger auch als Werbeträger.

TEXT: KLAUS ZAUGG

FOTOS: MARCEL BIERI

D

ie Werbegelder im Schwingen

haben sich seit 2011 beinahe

verdreifacht. Im letzten Jahr ist

die Rekordsumme von 1,92 Millionen

Franken ausgegeben worden.

Tendenz weiterhin steigend.

Die jüngsten Zahlen dokumentieren den

Boom des vaterländischen Sportes. So viel

Geld ist seit 2011 für Werbung mit Schwingern

ausgegeben worden:

30 s’Positive 6 / 2017


Kilian Wenger am Oberaargauischen

Schwingfest 2017 in Niederbipp.

• 2011: 690 000 Franken

• 2012: 910 000 Franken

• 2013: 1,32 Millionen Franken

• 2014: 1,70 Millionen Franken

• 2015: 1,78 Millionen Franken

• 2016: 1,92 Millionen Franken

Schwingen ist der einzige Sport mit exakten

Zahlen zur Werbung. Die «Bösen» dürfen

heute Werbegelder kassieren, was noch im

Der Schlussgang in Niederbipp ist

die Sache zweier Könige. Kilian

Wenger, König von 2010, bringt

hier Matthias Sempach, König von

2013, in Bedrängnis.

letzten Jahrhundert verboten war. Im Gegenzug

müssen sie 10 Prozent ihrer Werbeeinnahmen

dem Eidgenössischen Schwingerverband

(ESV) abliefern. Das Geld wird

zweckgebunden in die Nachwuchsausbildung

investiert. Diese «Reichtumssteuer» hat

der damalige Obmann Ernst Schläpfer im

Jahr 2011 eingeführt. Im Herbst nimmt

Verbands-Geschäftsführer Rolf Gasser jeweils

Einblick in die Werbeverträge und

schreibt Ende Oktober jedem die entsprechende

Steuerrechnung.

Die Zahlen dokumentieren den Boom des

vaterländischen Sportes. Von 2011 (690 000

Franken) bis 2016 (1,92 Millionen Franken)

stiegen die Werbegelder um satte 1,23 Millionen

Franken. 2017 dürfte die 2-Millionen-

Schallmauer durchbrochen werden, denn

2017 vermarktet sich neu auch Matthias

Glarner als König.

Charismatische Könige sind weiterhin

aktiv (es gibt keine Ex-Könige, wer einmal

König war, trägt diesen Titel für immer). So

zum Beispiel Kilian Wenger oder Matthias

Sempach und Christian Stucki, der «König

der Herzen». Eine neue Generation wilder,

für die Werbung attraktiver Junger, drängt

nach oben. Vielleicht hat es noch nie so viele,

so attraktive «Böse» gegeben wie 2017

allein im Bernbiet wird jedes Schwingfest

mit Wenger, Sempach und Glarner zu einem

«Dreikönigs-Tag».

SCHWINGER ALS GROSSVERDIENER

Wie viel Geld verdienen die einzelnen

Schwinger mit Werbung? Offizielle Zahlen

gibt es nicht. Alle in den Medien genannten

Werbeeinkommen der einzelnen «Bösen»

sind Schätzungen, und die Beteiligten hüten

sich, Zahlen zu nennen oder zu bestätigen.

Eine Umfrage ergibt erstaunliche Summen.

Das Werbeeinkommen des entthronten

Königs und Kilchberg-Siegers Matthias Sempach

wird von Branchenkennern auf etwa

750 000 Franken geschätzt. Auch Kilian

Wenger, der König von 2010, verdient nach

den gleichen Quellen über 600 000 Werbefranken.

Christian Stucki, dem Schlussgang-

Verlierer von 2013 und «König der Herzen»,

wird ein «königliches Werbeeinkommen»

s’Positive 6 / 2017 31


SCHWINGEN

Am Ende siegt in

Niederbipp aber der

König von 2013,

Matthias Sempach.

Schwingen begeistert die Massen. Deshalb

sind die Besten dieses Sports interessante

Werbeträger.

zwischen 300 000 und 500 000 Franken attestiert.

Hinter diesen Titanen gibt es eine

ganze Reihe von Schwingern, die gemäss

Kennern fünf- bis knapp sechsstellige Summen

mit der Werbung verdienen. Das Geld

liegt offensichtlich im Sägemehl. Die «Bösen»

müssen es nur aufheben.

Das Problem ist bloss: Wenn wir die Schätzungen

der Insider addieren, dann müsste das

gesamte Werbevolumen der Schwinger inzwischen

über 3 Millionen Franken ausmachen.

Die Werbeeinkommen der einzelnen Schwinger

werden also nach wie vor überschätzt.

KÖNIGE RÄUMEN AB

Rolf Huser, der ehemalige Mitarbeiter der

Vermarktungsagentur IMG (International

Management Group), ist einer der besten

Szenekenner. Als Pionier hat er 2008 mit

Jörg Abderhalden die erste professionelle

Vermarktung eines Schwingers aufgegleist.

Er bestätigt, dass auf dem Werbemarkt nur

die Titanen Matthias Sempach, Kilian Wenger

und Christian Stucki sowie der neue

König Matthias Glarner das Potenzial für

sechsstellige Werbeeinnahmen haben. Er

schliesst aus, dass ein «Böser» eine halbe

Million oder mehr verdient, und sagt: «Die

Obergrenze für einen einzelnen Schwinger

dürfte zwischen 300 000 und 400 000 Franken

liegen.» Verbandsgeschäftsführer Rolf

Gasser gibt zu bedenken: «Der Werbemarkt

beschränkt sich auf die Deutschschweiz.»

Am Ende sei es wohl wie überall: viel für ein

paar wenige, und wenig für viele.

Eine gewisse Demokratisierung gibt es

doch: 2011 teilten sich knapp 30 «Böse» das

Werbegeld. Jetzt sind es 62. «Aber der grösste

Teil verdient mit der Werbung bloss einen

Zustupf», sagt Rolf Gasser. Zehn Schwinger

dürften 80 Prozent der Gesamtsumme für

sich beanspruchen. Somit beschränkt sich

die Möglichkeit des Geldverdienens ziemlich

genau auf den Kreis der eidgenössischen

Kranzgewinner. Sechsstellige Werbeeinahmen

fliessen nur für die Könige Kilian Wenger,

Matthias Sempach und Matthias Glarner

sowie für Christian Stucki. Also nur für Berner.

Für die «wilden» Jungen – allen voran

Armon Orlik – muss es das Ziel sein, 2017

ein sechsstelliger «Böser» zu werden. Der

Unspunnen-Schwinget (27. August) hat daher

nicht nur eine grosse sportliche, sondern

auch eine kommerzielle Bedeutung.

Schwingen prosperiert finanziell und ist

sportlich erstaunlich stabil. Seit Jahren beträgt

die Zahl der Aktiven etwa 6000 – die

Hälfte davon Jungschwinger. Rolf Gasser

sagt: «Damit das weiter so bleibt, ist es wichtig,

dass wir unseren Anteil an den Werbeeinnahmen

in die Nachwuchsarbeit investieren

können.» Soeben ist ein neues Schwinger-Lehrbuch

erarbeitet worden.

Seit dem 1. Januar 2017 ist der ESV Mitglied

von Swiss Olympic mit allen Rechten

und Pflichten. Ein historisches Datum: Zum

ersten Mal seit der Gründung (1896) duldet

der ESV fremde Richter. Dopingkontrollen

haben die Schwinger zwar auch bisher

durchgeführt – aber seit dem 1. Januar werden

Dopingvergehen nicht mehr von der

verbands eigenen Justiz sanktioniert, sondern

von Swiss Olympic. «Das ist ganz im

Sinne der Transparenz und der Gewaltentrennung

gut so», sagt Verbands-Geschäftsführer

Gasser.

ZUSATZINFOS

So ist Werbung im Schwingen erlaubt

In der Schwingerarena, also im

Schwenkbereich der Fernsehkameras,

darf nach wie vor

keine Werbung platziert werden.

Hingegen ist es heute den

«Bösen» selbst erlaubt, Werbung

zu machen. Verboten ist

Werbung, die anstössig oder

sexistisch ist, Werbung, welche

die politische Neutralität des

Schwingens verletzt oder für

Mittel wirbt, die mit den

Grundwerten des Schwingens

nicht vereinbar sind.

Es sind lediglich Werbeaufschriften

in der Grösse von 90

Quadratzentimetern auf Kleidungsstücken

inklusive Rucksack

erlaubt, aber nicht auf

dem Wettkampf-Tenü und auf

der Festbekleidung. Das bedeutet,

dass ein Schwinger

dann, wenn er im Sägemehl

kämpft und im Fokus der TV-

Kameras steht, keinerlei Werbeaufschriften

tragen darf. Darin

unterscheidet sich Schwingen

von anderen Einzelsportarten

(wie Tennis, Rad, Ski), die

Werbung sowohl in der Arena

als auch auf dem Wettkampf-

Tenü erlauben.

Immerhin darf ein Schwinger

bei Werbekampagnen mit Festbekleidung

und Kranz, in Wettkampf-Tenüs

und Schwingerhosen

auftreten. Alle Werbe- und

PR-Aktivitäten sowie Werbeverträge

müssen durch den

Verband genehmigt werden.

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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe

Färöer Inseln

Lieber Herr Zaugg, mit Begeisterung lesen

meine Eltern regelmässig Ihre Artikel und

Beiträge im UE wie auch im s’Positive.

Als Huttwilerin, seit über 3 Jahren auf

den Färöer Inseln lebend, möchte ich Ihre

Meinung zu der Gastronomie der Färöer

gerne revidieren.

Bei Ihrem nächsten Färöer -Besuch lade

ich Sie ins Restaurant KOKS ein.

Karin Visth, Sommelier, Faroe Islands

Feedback

In ihrer Ausgabe Nr 5 vom Mai fordern sie

ihre Leserschaft auf, ihre Meinung zur

Zeitschrift mitzuteilen. Dem komme ich

sehr gerne nach. Ich kann mich kurz fassen:

einfach grossartig, wertvoll vom Inhalt,

hebt sich ganz positiv von all den

andern Blättern ab. Vielen Dank.

Max Leisibach, Thunstetten

Ps: ich warte schon sehnsüchtig auf die

nächste Ausgabe!

Korrektur

«s’Positive» ist ein gern gesehenes und

äusserst interessantes Blatt! In der Ausgabe

4/2017 sind die «zwölf Geschichten

aus dem Oberaargau» wirklich einmalig,

lustig und unterhaltsam. Trotzdem hier

noch eine kleine Korrektur zur Geschichte

Nr 10. (Roggwil). Sie geben die heutige

Einwohnerzahl mit 3786 Bewohnern an.

Letztes Jahr hat aber Roggwil die 4000er-

Grenze überschritten und am 31. Dezember

2016 4011 Bewohner ausgewiesen.

Nachzu lesen unter www.roggwil.ch. (off.

Web seite der Einwohnergemeinde).

Mit freundlichen Grüssen und Vorfreude

auf die nächste Ausgabe,

Fritz Scheurer, 4914 Roggwil

Ergänzung

Danke für Ihren Artikel zu den Färöer Inseln.

Hier noch eine Ergänzung zum

Punkt: «Die Beiz ist Zuhause». Sie schreiben:

«Wer gut essen will, muss selber kochen».

Das sehen offenbar die Michelin-

Tester anders: Das Restaurant KOKS auf

den Färörer-Inseln wurde 2017 mit einem

Michelin-Stern ausgezeichnet.

«Eine Küche voller Finesse - ein Stop

wert!» schreiben die Michelin-Tester.

Übrigens abeitet in diesem Restaurant

eine bekannte Weinfachfrau aus dem Blumen-Städtchen

Huttwil, die Sommelière,

Karin Visth.

Daniela Christen-Schäfer, 4950 Huttwil

Veranstaltungen

«Grenzklang-Konzerte für Alte Musik»

präsentiert:

L’Amour fou à la Campagne

Datum: Sonntag 25. Juni 2017,

Zeit: 20:00

Ort: Innenhof Schloss Thunstetten

www.grenzklang.ch

Ihre Meinung

interessiert uns

PROFITIEREN

SIE JETZT VOM

VERANSTALTUNGS-

KALENDER

Möchten Sie Ihre Veranstaltung

bei uns publizieren?

Dann teilen Sie uns dies

doch bitte mit.

Sind Sie mit etwas nicht einverstanden?

Haben Sie Fragen, die auch andere Leser

interessieren könnten? Oder haben Sie eine

Ergänzung zu einem Artikel? Dann schreiben

Sie uns. Ab der kommenden Ausgabe

reservieren wir Platz für Sie.

Oder möchten Sie über ein Thema, das wir

noch nicht gebracht haben, mehr erfahren?

Wir können Ihnen zwar keinen Artikel darüber

garantieren. Aber prüfen werden wir

Ihren Vorschlag ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu Leserreaktionen

bieten. Möglich, dass keine

einzige kommt. Ebenfalls möglich, dass wir

nicht alle Ihre E-Mails und Briefe publizieren

können, und deshalb eine Auswahl treffen

müssen. Werden Sie bitte nicht zu lang.

Sonst müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen Inhalt werden

nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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