Stahlreport 2017.10

markushuneke

72. Jahrgang | Oktober 2017

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

10|17

Jahrbuch Stahlhandel 2018 – Dokumentierte Qualität des BDS


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Ludwig Felser

4. Auflage

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

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Stahlrohre und Rohrzubehör

Dr. Axel Willauschus

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Herstellung und Anwendungsgebiete

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49,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Empfehlungen, Ausrüstung und Umsetzung

Ladungssicherung

im Stahlhandel

Recommendations, Equipment and Execution

Cargo Security

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Ludwig Felser

Ladungssicherung

im Stahlhandel

Empfehlungen, Ausrüstung und Umsetzung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 89 Seiten, 168 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 |

39,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Normung und Eigenschaften

Langerzeugnisse aus Stahl

Production, Standards and Properties

Long Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Langerzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und

Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 128 Seiten, 99 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 | 119,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Kommentar für den praxisorientierten Anwender

aus Handel und Industriee

EN-Normen für

Rohre und Rohrzubehör

Dr. Axel Willauschus

Neu

Dr. Axel Willauschus

EN-Normen für Stahlrohre

und Rohrzubehör

Format DIN A5 | veredeltes Softcover

ca. 560 Seiten | 4. Auflage – Sept. 2017 |

36,45 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Ein material-, produkt- und anarbeitungskundliches

Nachschlagewerk für den Stahlhandel

Stahl-Lexikon

Manfred Feurer

Prof. Dr. Joachim Lueg

Heinz Schürmann

Manfred Feurer, Prof. Dr. Joachim Lueg,

Heinz Schürmann

Stahl-Lexikon

Eine Material-, Produkt- und

Anarbeitungskunde

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

339 Seiten, 75 Abbildungen | 27. Auflage –

Nov. 2009 | 49,00 € zzgl. MwSt.,

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Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Peter Henseler

1. Auflage

Peter Henseler

Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

ca. 100 Seiten | 1. Auflage – 2011 | 45,79 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Flacherzeugnisse aus Stahl

Production, Properties and Testing

Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 130 Seiten, 120 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2010 | 119,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Eigenschaften und Verarbeitung

Edelstahl Rostfrei

Production, Properties and Processing

Stainless Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

Edelstahl Rostfrei

Herstellung, Eigenschaften und

Verarbeitung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 144 Seiten, 104 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Bestellen Sie per Telefax: 02 11/8 64 97-22 oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


„Nur wer schreibt,

der bleibt!“

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

früher hätte man die Headline für dieses

Heft anders formuliert – und festgehalten:

„Nur wer schreibt, der bleibt!“

Dabei gab es vielfach die Vorstellung,

unabhängig von der Qualität des Erreichten

sozusagen für die Ewigkeit dokumentieren

zu können. Das aber nimmt einem heute niemand

mehr ab – und deshalb hat der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel sein neues Jahrbuch 2018 nicht

einfach chronologisch, sondern am Qualitätsgedanken orientiert

und zudem nach den seit rund zehn Jahren geltenden

verbandlichen Prozessstrukturen ausgerichtet: Kommunikation,

Research und Berufsbildung.

Diese Ordnung durchzieht übrigens stets auch die Hefte

des „Stahlreport“, der in seinem Mittelteil auch diesmal

wieder so gegliedert ist (S. 30ff).

Und die weiteren Teile dieses Heftes orientieren sich ganz

aktuell am Motto des Stahlhandelstages Ende September

in Darmstadt: wissen, handeln, weiterdenken. Informationen

aus der Unternehmens- (S. 4ff), Logistik- (S. 12ff),

Markt- (S.18ff) und Verbänderealität (S. 36ff) der Stahlwirtschaft

sowie verbundener Bereiche gehören ebenso

dazu wie das Wissenswerte (S. 36ff) oder die Berichte zu

„Lifesteel“ (S. 44ff), von denen viele zum Weiterdenken

anregen.

So gilt das Motto des Stahlhandelstages auch für die Gliederung

der Monatshefte des „Stahlreport“, der mit dieser

Basis zudem Grundlage des neuen Jahrbuchs ist, das in

Darmstadt vorgestellt wurde (es kann ab sofort beim BDS

zum Preis von 29,85 € zzgl. Versand bestellt werden).

Ein wesentlicher Bestandteil der Jahrbuch-Publikation ist

das BDS-Unternehmensverzeichnis, und da schließt sich

der Kreis. Für diese Marktakteure gelten die Qualitätskriterien,

nach denen sich auch ihr Fachverband ausrichtet,

ebenso.

Eine bereichernde Lektüre des Stahlreport und den Jahrbuchs

wünscht mit freundlichen Grüßen aus Düsseldorf

STAHLHANDEL

4 Chance bekommen, Chance genutzt: SHG

6 Neue Handelsplattform: Metalxchange.Online

8 Nordwest: Stahlverbund Phoenix

9 Propipe: Tag der offenen Tür

10 Kerschgens: Papierlose Prozesssteuerung

ANARBEITUNG UND LOGISTIK

12 Branchenforum Stahl

14 Blacke-Dürr rüstet beim Licht auf

MESSEN UND MÄRKTE

18 Vorschau auf die Blechexpo (Behringer, MEBA,

Remmert, EMW und Schäfer)

22 Bericht von der EMO

25 Messenachrichten

26 Schwerpunkt Konjunktur

BDS

30 Research

32 Kommunikation: Fotoimpressionen vom

Stahlhandelstag

34 Berufsbildung

VERBÄNDE UND POLITIK

36 Stahl-Innovationspreis 2018

WISSENSWERTES

38 Bildungskongress der Bundeswehr

39 Stuttgarter Sägetagung

40 Buchtipps: Ausbildung und Qualität

42 Was man bei Schäfer zur Metallverarbeitung

lernen kann

LIFESTEEL

44 La Canopée

46 Museum der Arbeit in Hamburg

47 Verschrottung der „Costa Concordia“

48 Draht für die Land- und Forstwirtschaft

Dr. Ludger Wolfgart

PERSÖNLICHES

50 Kurznachrichten

Stahlreport 10|17

3


Stahlhandel

Bericht

Saarländische Handelsgesellschaft SHG

Chance bekommen, Chance genutzt

Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Saarländische Stahlhandelsgesellschaft SHG nun nach

einem Management-Buy-Out unter eigener Flagge unterwegs. Offiziell seit Oktober 2016

wird das vormals zur Knauf-Interfer-Gruppe gehörende Unternehmen von den ehemaligen

leitenden Angestellten Dr. Petra Kirchhausen und Jörg Schneider als neuen Gesellschaftern

geführt. Die Bilanz seitdem ist positiv – in doppeltem Sinn.

Jörg Schneider hat

mit seiner Kollegin

Dr. Petra Kirchhausen

die SHG in

einem Management-

Buy-Out im Oktober

2016 übernommen

(links).

Die Saarländische

Handelsgesellschaft

SHG ist ein Traditionsunternehmen

in

Saarlouis (rechts).

Über enge Verhältnisse können

sich Petra Kirchhausen und Jörg Schneider

nicht beschweren – und das sogar

in direkter Stadtlage, keine 200 m vom

Saarlouiser Hauptbahnhof entfernt.

Ganz im Gegenteil, die sieben Hallenschiffe

der Saarländischen Handelsgesellschaft

(SHG) mbH mit zugehörigem

Freilager bieten genügend Platz für die

gegenwärtigen und wohl auch künftigen

Aktivitäten.

Schnell entschiedenes

Management-Buy-Out

Dass an diesem Standort überhaupt

über zukünftige Aktivitäten nachgedacht

wird, ist der Entschlussfreudigkeit

der beiden jetzigen Gesellschafter

der SHG zu verdanken. Als

Knauf-Interfer die defizitäre SHG Anfang

2016 nach vergeblicher Käufersuche

endgültig schließen will, haben Kirchhausen

und Schneider das Unternehmen

in einem Management-Buy-Out

übernommen. Für die Entscheidung

hatten sie gerade mal ein Wochenende

Zeit.

„Ich habe das aus dem Bauch raus

entschieden. Ich wusste, dass das funktionieren

kann“, sagt Jörg Schneider, der

schon seine Ausbildung zum Groß- und

Außenhandelskaufmann hier absolviert

hat. Petra Kirchhausen bekennt,

dass sie dieses Szenario schon zuvor

gedanklich durchgegangen war. „Ich

wusste ja, dass die SHG eigentlich profitabel

wirtschaften konnte, das hatte

ich der Konzernleitung auch vorgerechnet“,

sagt die Maschinenbau-Ingenieurin.

„Das Defizit kam durch zu hohe

Personalkosten und durch Umlagen an

den Konzern zustande.“

Die SHG ist ein saarländisches Traditionsunternehmen.

Als Saarlouiser

Eisenhandel GmbH wurde das Unternehmen

1952 gegründet. 1960 ging es

an die DSD Dillinger Stahlbau GmbH,

1999 dann an die Stinnes Interfer.

Interfer seinerseits wurde 2004 von

Dr. Albrecht Knauf übernommen, bevor

das Unternehmen dann aus dem Knauf-

Interfer-Verbund im Oktober 2016 als

heutig eigenständige SHG GmbH herausgekauft

wurde.

In den drei Bereichen Langprodukte,

Flachprodukte und Brennzuschnitte

handelt die SHG mit Band- und

Quartoblechen von 1 bis 300 mm, mit

Stab- und Formstahl bis 400 mm, Rohren

und Spezialprofilen. Auf fünf autogenen

und einer Plasma-Brennschneidanlage

werden Brennteile gefertigt,

zusätzlich stehen Säge- und eine Bohranlage

sowie auch eine Sandstrahl- und

Konservierungsanlage zur Verfügung.

Vertrauen zurückgewonnnen

Das Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur

zu bringen, war allerdings kein

Selbstläufer. Das Problem lag dabei

nicht wirklich im Geschäftlichen. Zwar

war das wirtschaftliche Umfeld in der

Stahldistribution schwierig, doch die

Kundenstruktur der SHG eigentlich

intakt. Überhöhte Kosten in verschiedenen

Bereichen nagten an den Zahlen.

So durchforsteten Kirchhausen und

Schneider zunächst Kostenstellen und

reduzierten den Gesamtaufwand. „Das

Geschäft hat sich dabei eigentliche nicht

groß geändert. Das Sortiment ist im

Großen und Ganzen gleich geblieben

und auch die Kunden sind mehr oder

weniger die gleichen“, so Jörg Schneider.

Die größte Hürde nach der Übernahme

sei jedoch gewesen, verloren

gegangenes Vertrauen zurückzuerlan-

4 Stahlreport 10|17


Auf rund 25.000 m² bevorratet die SHG ständig etwa 7.000 t Stahlprodukte

und bietet verschiedene Anarbeitungsmöglichkeiten wie das Brennschneiden.

SHG setzt auf Wertschöpfung

Die Kunden sind der SHG treu geblieben.

Zwar sind einige in der Periode,

als nicht klar war, ob der Standort überhaupt

fortgeführt wird, abgesprungen.

Doch die meisten sind heute wieder

dabei – Maschinenbauer, Bauunternehmen,

Automobilzulieferer. Die SHG liegen

– und zwar nicht an erster Stelle

der Kunden, sondern das der der eigenen

Mitarbeiter. „Die wussten nach

dem langen Hin und Her ja nicht mehr,

woran sie waren“, blickt Petra Kirchhausen

zurück.

Nicht mehr auf Masse ausgerichtet

Nach dem Buy-Out hätten viele Mitarbeiter

nicht recht glauben können, dass

das Unternehmen nun unter der neuen

Führung wieder positive Zahlen schreiben

konnte. „Wir hatten ja am Sortiment

und an den Abläufen nicht grundlegend

was geändert. So mussten wir

die Mitarbeiter erstmal überzeugen,

dass wir nun trotzdem erfolgreich waren

und wieder festen Boden unter den

Füßen hatten“, so Schneider.

Schwierig sei es gewesen, das alte,

auf das Massengeschäft ausgerichtete

Denken in der Mannschaft aufzugeben

und stattdessen das Verkaufen auf Preis

hin zu etablieren. Das ist heute kein Problem

mehr. Im Gegenteil. „Wir gehen

nicht mehr auf Tonnage und buchen

nicht mehr jeden Auftrag“, erläutert

Schneider. „Dafür verdienen wir jetzt

bei jedem Auftrag, den wir dann buchen,

auch Geld.“

Nachdem sich das Unternehmen

aus den ersten Schwierigkeiten aus eigener

Kraft herausgearbeitet hat, ist

die Stimmung im Unternehmen heute

besser denn je. „Den Mitarbeitern macht

es wieder richtig Spaß, hier zu arbeiten.

Wir haben eine tolle Mannschaft,

ich würde sogar sagen, die beste im

Saarland. So einen Club gibt es nicht

noch einmal“, sagt Kirchhausen stolz.

Banken nach Vor-Ort-Termin

überzeugt

Auch die Banken mussten erst überzeugt

werden. Von Anfang an hat die

örtliche Kreissparkasse Saarlouis Interesse

gezeigt und nach vielen persönlichen

Gesprächen schließlich, nach

Absage der Landesbank, die alleinige

Finanzierung zugesagt.

Neben einem soliden Businessplan hat

dabei auch ein persönlicher Vor-Ort-

Termin geholfen. „Als wir den Damen

und Herren von der Kreissparkasse hier

unsere Werks hallen gezeigt haben,

haben die einen persönlichen Eindruck

von der Handfestigkeit unseres Geschäfts

bekommen. Das hat geholfen“, sagt Jörg

Schneider. „Die hatten ja erst den Eindruck,

einen maroden Laden vor der

Nase zu haben. Da war extrem wichtig,

denen zu vermitteln, wie es wirklich

ist. Als die in den Hallen waren, war

dieses Thema dann durch“, blickt Petra

Kirchhausen zurück. „Die KSK hat an

das Konzept geglaubt und war ein toller

Partner, sie hat uns wirklich unterstützt“,

sagt Kirchhausen.

Geholfen hat auch, vom ersten Tag

an warenkreditversichert gewesen zu

sein. Alle relevanten Versicherungsgesellschaften

hätten damals die Zusammenarbeit

direkt zugesagt. „Wir

sind einfach sehr transparent mit dem

Thema umgegangen. Das ist ein Pfund,

mit dem sich wuchern lässt“, sagt Jörg

Schneider.

fert etwa 25 % ihrer Produkte in das

Saarland, 75 % gehen im Umkreis von

rund 300 km auch in die angrenzenden

Bundesländer wie Baden-Württemberg,

etwa ein Drittel wird nach Frankreich

geliefert.

Die SHG setzt dabei auf Wertschöpfung.

Kaum ein Träger gehe raus, wie

er reingekommen ist. „Wir haben auf

diese Weise einen höheren Rohertrag“,

sagt Jörg Schneider. Die SHG hat das

alte Vertrauen des Marktes wieder etabliert.

„Wir sind der Premiumanbieter,

was die Liefertreue und Schnelligkeit

angeht“, sagt Petra Kirchhausen.

Sukzessive soll das Lagerprogamm

immer wieder in kleinen Schritten angepasst

und erweitert werden. Investiert

wurde bereits in eine weitere Autogenanlage,

mit der auch markiert

werden kann. Jetzt investieren Kirchhausen

und Schneider noch in eine

zweite, kleinere Strahlanlage, um die

internen Abläufe zu optimieren.

Heute arbeiten bei SHG wieder 48

Mitarbeiter plus sieben Azubis. Es sind

Leute aus vielen Berufen, sagt Kirchhausen,

oft über 30 Jahre im Betrieb: Schlosser,

Fliesenleger, Kaufleute, Elektriker,

Kfz-Mechaniker, aber auch Ungelernte.

„Wir haben kürzlich einen Schlosser

und einen Elektriker eingestellt, beide

im Alter von 62 Jahren. Warum denn

nicht?“ Hätte man das seinerzeit im

Konzern vorgeschlagen, „hätten die uns

gefragt, ob wir sie noch alle haben“. 2

[ kontakt ]

SHG Saarländische

Handelsgesellschaft

mbH

66740 Saarlouis

Tel. +49 6831 446-0

www.shg-stahl.de

Das Unternehmen

handelt mit Bandund

Quartoblechen,

mit Stab- und Formstahl,

Rohren und

Spezialprofilen.

SHG setzt auf Wertschöpfung

und die

Anarbeitung der

Stahlprodukte.

Stahlreport 10|17

5


Stahlhandel

Bericht/Nachrichten

Bild: © Metalxchange GmbH

Metalxchange.Online

Neue Handelsplattform

für Altmetall und Schrott

Auf der neuen Plattform haben

Unternehmen den Betreibern zufolge

erstmals die Gelegenheit, Altmetall,

Schrott und andere Abfälle gezielt zu

vermarkten. Möglich wird dies durch

eine Datenbank mit Unternehmen

der D-A-CH-Region (Deutschland,

Österreich, Schweiz), die sämtliche

Akteure aus der Recycling-, Stahlund

Metallindustrie enthält. Aus der

Datenbank können Metalxchange-

Nutzer geeignete Bieter auswählen.

Bestehende Lieferanten lassen sich

zudem ebenfalls erfassen. Sobald eine

neue Ausschreibung eingestellt wird,

werden ausgewählte Bieter per E-Mail

zur Gebotsabgabe eingeladen. Somit

wird der Erfolg einer Ausschreibung

nicht von der Anzahl aktiver Plattform-Nutzer

definiert. Die Teilnahme

ist für verkaufende Unternehmen kostenlos.

Aufwändiges Nebengeschäft

vereinfachen

Mit dem Angebot der Plattform will

Metalxchange das zeitaufwändige

Nebengeschäft der Vermarktung von

Altmetall für die Unternehmen vereinfachen

und eine effiziente Markt-

Metalxchange, der

neue Marktplatz

für Altmetall und

Schrott, ist eine

Ausschreibungsplattform.

Durch

Online Bieterverfahren

gibt sie

Unternehmen die

Möglichkeit, den

Verkaufsprozess

von Altmetall und

Schrott zu optimieren

und höhere

Preise zu erzielen.

Die E-Commerce-Plattform Metalxchange bietet als

Ausschreibungsplattform seit Juni 2017 die Möglichkeit, per

Online-Bieterverfahren den Verkaufsprozess von Altmetall und

Schrott zu optimieren und höhere Preise zu erzielen. Basierend

auf weltweit gängigen Sorten für Sekundärrohstoffe, vermarktet

Metalxchange ähnlich einer Börse als Schrott anfallende Metalle

von verarbeitenden Unternehmen, Recyclingbetrieben, Händlern,

Stahlwerken, Gießereien und Schmelzwerken.

kommunikation zwischen Käufern

und Verkäufern ermöglichen.

Um dabei das Zustandekommen von

Preisen für alle Marktteilnehmer nachvollziehbar

zu gestalten, können Ausschreibungen

an gängige Preisindizes

gekoppelt werden – zum Beispiel

an den Preisindex des Bundesverbandes

Deutscher Stahlrecycling- und

Entsorgungsunternehmen (BDSV)

oder den Index der London Metal

Exchange (LME). Alternativ können

Fest- bzw. Spotpreise definiert oder

Fixierungsverträge abgebildet werden.

Dies gewährleiste eine maximale

Preistransparenz für alle Beteiligten.

Geführt wird die neue E-Commerce-Plattform

von Daniel Jürgenschellert.

Der Diplom-Kaufmann besitzt

jahrelange Erfahrung auf

Verkäufer- und Käuferseite aus der

Beratung von Automobilzulieferern,

Stahlhändlern und Maschinenbauunternehmen.

Zuletzt war er als Mitglied

der Geschäftsleitung für das

deutsch/polnische Regionalgeschäft

der SCHOLZ-Gruppe verantwortlich,

bevor er sich dazu entschied, mit

Metalxchange einen B2B-Handelsplatz

im Internet anzubieten. 2

Bild: Wirtschaftsförderung Seelze

Sülzle Stahlpartner stärkt

Lieferservice in Niedersachsen

Biegerei am neuen

Standort eröffnet

SÜLZLE Stahlpartner, Teil der SÜLZLE-

Gruppe, hat am 1. August eine neue Niederlassung

in Seelze eröffnet. Bereits im

vergangenen November hatte der Spezialist

für Bewehrungsstahl dort ein 70.000 m²

großes Gelände der Klöckner Stahl- und

Metallhandel GmbH erworben. Auf dem

Grundstück startet nun ein leistungsstarker

und moderner Biegebetrieb. Mit dem

neuen Standort baut Sülzle Stahlpartner

sein Netzwerk weiter aus. Kunden und Projektpartner

in ganz Niedersachsen sollen

von einem schnelleren und flexibleren Lieferservice

profitieren.

Auf dem großflächigen Grundstück befinden

sich bereits Bürogebäude, mehrere

Lagerhallen und Krananlagen auf den

Freiflächen. Ein Teil des Geländes war

zuvor an die ThyssenKrupp GfT Bautechnik

GmbH vermietet worden und fungierte

als Kundenservice-Center mit eigenem

Lager. „Das hat für uns große

Vorteile“, erklärt Heinrich Sülzle, geschäftsführender

Gesellschafter der

Gruppe. „Wir können die vorhandenen

Strukturen und Kapazitäten für unsere

neue Niederlassung nutzen und müssen

bei der Biegerei nicht von Null anfangen.“

Sülzle Stahlpartner ist mit 13 eigenen

Standorten und einem Partnerbetrieb in

Aichach einer der größten Bewehrungsstahlhändler

und Biegebetriebe Deutschlands

und steht in direktem Kontakt mit

zahlreichen internationalen Stahlwerken.

Ein Blick von oben auf das Gelände in Seelze

6 Stahlreport 10|17


Caro verschmilzt mit Stahlflanschen Scheibe

Umfirmierung vollzogen

Thies & Co übernimmt Stanze-Stahl

Sicherung des Standorts Peine

Die Unternehmensgruppe Thies &

Co. übernimmt die Peiner Traditionsfirma

Stanze-Stahl Gmbh zum 1. Januar 2018.

Das bestätigte Stanze-Geschäftsführer

Christian Knop lokalen Medien. Er habe

sich „zu dieser strategischen Übergabe

entschlossen, um den Stahlhandel am

Standort Peine nachhaltig zu sichern und

auszubauen.

Die Stanze Stahl GmbH wurde 1887 als

Eisenwarenhandel gegründet. Im Jahr

2002 teilte man das Unternehmen in zwei

Bereiche auf:

z Es wurden die Stanze Stahl GmbH und

die Stanze GmbH Heizung + Sanitär gegründet.

z 2006 folgte dann die Stanze Kulhmann

GmbH, die Werkzeug, Arbeitsschutz und

Befestigungstechnik verkauft.

Bereits seit vielen Jahren bieten die Caro-

Supersan Installationstechnik GmbH und die

Stahlflanschen Scheibe GmbH Lösungen für

die Installations- & Industrietechnik an. Nach

vielen erfolgreichen Jahren paralleler Firmengeschichte

mit Pressfitting-Systemen sowie als

Spezialist für Rohre und Rohrverbindungen in

den Bereichen C-Stahl, Edelstahl und Sonderlegierungen

haben die beiden Unternehmen

nun zur CaroScheibe GmbH umfirmiert.

Sämtliche rechtlichen Verpflichtungen bleiben

bestehen oder werden im Zuge der

Rechtsnachfolge durch die CaroScheibe

GmbH übernommen, meldet das Unternehmen.

Durch die Verschmelzung sei man in

der Lage, eine wesentlich größere Produktpalette

aus einer Hand anzubieten und

durch Optimierung der Prozesse und Abläufe

die Leistungsfähigkeit und Servicequalität

weiter zu steigern.

Im Rahmen der Umfirmierung hat auch die

Geschäftsführung gewechselt. Neuer Geschäftsleiter

ist Matthias Hoffmann, der die

Position von Uwe Beyer übernommen hat.

„Wir danken Uwe Beyer für sein Engagement

und seinen Beitrag zur Entwicklung

unseres Unternehmens“, hieß es in einer

Stellungnahme des Unternehmens. Beyer

werde die Unternehmensgruppe auch weiterhin

begleiten.

Stanze-Stahl bevorratet Stahl- und Edelstahlgüten

sowie NE-Metalle und Kunststoffprodukte.

Darüber hinaus bietet das

Unternehmen ein breites Anarbeitungsspektrum

von Zuschnitt über die Oberflächenbearbeitung

bis zur Auslieferung.

Die niedersächsische Unternehmensgruppe

Thies & Co. ist ein über 100 Jahre

altes Handelshaus für Stahl und Baustoffe,

das gleichzeitig Fach- und Baumärkte

betreibt. An zurzeit sieben Standorten

beschäftigt die Gruppe rund 280

Mitarbeiter.

Ab Januar 2018 werde das hinzugewonnene

Peiner Handelshaus unter dem

neuen Namen Stanze Stahl GmbH & Co.

KG auf dem Markt agieren.

Bei der Stanze Kuhlmann GmbH werde es

jedoch keine Veränderungen geben. Geschäftsführender

Gesellschafter werde

dort weiterhin der bisherige Geschäftsführer

Christian Knop sein.

Vielen Dank für Ihren Besuch

unseres Messestands auf dem

26. Stahl handelstag in Darmstadt!

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Stahlreport 10|17

7


Stahlhandel

Berichte

Jörg Simon, Stahlvorstand

der Nordwest Handel AG

Nordwest stellte „Stahlverbund Phoenix“ vor

Treffen der

Stahlhandelspartner

Fotos: Nordwest

Rund 200 Teilnehmer kamen im Sommer zum alljährlichen Treffen

der Nordwest-Stahlhandelspartner zusammen. Im Fokus stand

dabei die Vorstellung des neuen Gesamtkonzepts, mit dem der

Stahlbereich des Einkaufsverbunds sich für die Zukunft rüstet. Mit

dem „Stahlverbund Phoenix“ genannten Modell passt sich Nordwest

den unterschiedlichen Größen und gesonderten Anforderungen

seiner Fachhandelspartner an – und hat für alle Handelshäuser

eine passende Betreuung erarbeitet.

Neues Logo des

„Stahlverbunds

Phoenix“ von

Nordwest

Der neue „Stahlverbund Phoenix“ soll ein Modell

sein, das für alle Handelspartner nutzbar ist. Der „Stahlverbund

Phoenix“ gliedert die Händler nach ihrer

Umsatzgröße in drei unterschiedliche Gruppen. Damit

nehme man jedoch keine Wertung der Leistungsfähigkeit

vor, sondern gewährleiste eine bedürfnisorientierte

Zusammenführung der Händler, teilte Einkaufsverbund

mit.

„Wir haben Ihre Anmerkungen, Vorschläge und

Kritiken aus den vergangenen Jahren aufgenommen

und das bisherige IG Stahl-Modell grundlegend überarbeitet.

Wir freuen uns, Ihnen unser neues, zukunftsweisendes

Stahlkonzept präsentieren zu können“, sagte

Jörg Simon, Stahlvorstand der Nordwest Handel AG.

Namenspate für das neue Modell „Stahlverbund

Phoenix“ ist der Vogel aus der Mythologie ebenso wie

das Gelände Phoenix-West mit seiner langen Stahl-Historie,

auf dem Nordwest seit rund einem Jahr sein neues

Domizil hat.

Leistungen bedarfsgerecht skalieren

Je nach Gruppe werden die Nordwest-Stahlhändler in

dem neuen Konzept bei gemeinsamen Aktivitäten eingebunden,

sie nehmen an Sammelkäufen und Importgeschäften

teil oder optimieren ihren Einkauf mithilfe

des Nordwest-Eigengeschäftes oder dem eSHOP Stahl.

„Mit dieser Unterteilung stellen wir zukünftig be-

darfsgerechte Leistungen für die verschiedenen Ansprüche

und Größenverhältnisse der Handelspartner

zur Verfügung, denn kleinere Handelspartner haben

andere Bedürfnisse als große. Dem tragen wir mit dieser

Neuerung Rechnung“, so Jörg Simon weiter.

Außendienst installiert

Zusätzlich zu diesen Neuerungen werde Nordwest zu

Beginn eines jeweiligen Jahres verlässliche, transparente

und planbare sowie leistungsorientierte Ertragszusagen

an seine Handelspartner veröffentlichen und

zusätzlich neue Beschaffungsquellen erschließen.

So wurde auch in ein verstärktes Team in Dortmund

investiert. Mit der Installation des Außendienstes

werde künftig viel intensiver gemeinsam an der Konzentration

auf das Lieferantennetzwerk des Stahlverbundes

gearbeitet. Im Oktober soll dann ein weiteres

Treffen mit allen Nordwest-Stahlhandelspartnern stattfinden,

bei dem das finalisierte Modell vorgestellt wird.

Statement

„Es ist gut zu sehen, dass Nordwest mit der Aktivierung

von Sammelkäufen wieder zum Einkaufsverband

wird. Dass es ein eigenes internationales Sourcing gibt,

zum Beispiel für Edelstahl aus China, unterstützt uns

ebenfalls. Die Bonuszusagen sollen wir zukünftig verlässlich

zu Jahresbeginn erhalten, so dass von vornherein

klar ist, was uns erwartet. Außerdem reduziert

sich der Kostenbeitrag – und das bereits im Vorgriff.

Positiv ist auch die Installation eines Stahlbeirats zur

gemeinsamen Weiterentwicklung des Modells und der

Zusammenarbeit. Aus meiner Sicht geht das neue

Modell ‚Stahlverbund Phoenix‘ also auf jeden Fall in

die richtige Richtung und war ein wichtiger Schritt zur

richtigen Zeit.“ So Jörg Throm, Geschäftsführer der

Throm GmbH in Büdingen. 2

8 Stahlreport 10|17


Foto: BDS/Sandek

Rohrwandschießen für die Gäste: die beiden ProPipe-Geschäftsführer

Dirk Graumann (l.) und Bernd Hollaender

„Tag der offenen Tür“ bei ProPipe

Das Rohr getroffen

Anfang September hatte die Willicher ProPipe GmbH zu einem Tag

der offenen Tür geladen. Die rund 80 Gäste genossen ein buntes

Programm – vom „Rohrwandschießen“ über den Düsseldorfer

Maler Winfried Lucassen, der live ein „Stahlbild“ schuf, bis hin zur

Führung durch die Werks- und Lagerhalle des Unternehmens.

Dabei ist die Halle 4 des historischen Stahlwerks Becker in Willich –

der Standort des Rohrhändlers – nicht nur logistisch günstig

gelegen, sondern auch ästhetisch ein „Eyecatcher“.

Der Bürgermeister der Stadt

Willlich, Josef Heye, würdigte den

Erfolgsweg des jungen Unternehmens,

das 20011 von Bernd Hollaender und

Dirk Graumann gegründet wurde.

Eigenen Angaben zufolge konnte man

Absatz und Umsatz in den letzten fünf

Jahren – trotz schwieriger Marktlage

– nahezu verdoppeln.

Mit ihrer langjährigen Erfahrung

in der Stahlrohrbranche haben die

beiden Geschäftsführer das Unternehmen

auf geschweißte Rohre ausgerichtet,

die in unterschiedlichste

Anwendungsbereiche geliefert werden

– von der Offshore- über die Energiebranche

bis hin in den Stahlbau

und den Maschinenbau. Eigener Auskunft

zufolge ist das Handelshaus

eines der ersten in Deutschland, das

die Zertifizierung nach EN 1090-

1:2009+A1:2001 (entsprechend System

2+, für „tragende Bauteile und

Bausätze für Stahltragwerke bis EXC

3 nach EN 1090-2) erhalten hat.

Das Produktportfolio umfasst HFlängsnahtgeschweißte

Stahlrohre

von 219,1 bis 610 mm Durchmesser

in Wanddicken von 4,0 bis 20,0

mm, HF-längsnahtgeschweißte Stahlleitungsrohre

für Gase und brennbare

Flüssigkeiten, UP-längsnahtgeschweißte

Rohre von 457,0 bis

1.067 mm Durchmesser in Wanddicken

von 10,0 bis 50,8 mm sowie

von 711,0 mm bis 1.220,0 mm Durchmesser

in Wanddicken von 7,1 bis

16,0 mm. Darüber hinaus werden

lagermäßig Rohre von 21,3 bis 193,7

mm Durchmesser in Wanddicken

von 2,0 bis 12,5 mm geführt.

Über die Lagerhaltung hinaus

bietet ProPipe Kunden zudem Anarbeitungsdienstleistungen

– unter

anderem Sägezuschnitte auf einer

eigenen Anlage. Weitergehende

Anarbeitungen führt ProPipe mit

externen Partnern durch – von der

Oberflächenbearbeitung bis zum

Richten und zu Konturenschnitten.

2

Im Wettbewerb die Nase vorn

Business-Software

für erfolgreiche Unternehmen

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Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Bei der Verwaltung

ihres umfangreichen

Lagers setzt …

Multifunktionales Etikett statt Zettelwirtschaft bei Kerschgens

Papierlose Prozesssteuerung im Stahlhandel

In einem mehrjährigen Modernisierungsprojekt hat die Kerschgens-Gruppe ihre internen Prozesse im

Stahlhandel modernisiert. Mit Erfolg: Die Ein- und Auslagerung im Hürden- und Hochregallager am

Hauptsitz Stolberg erfolgt heute papierlos, die Liefer- und Termintreue liegt bei über 99 % – bei

zugesagter Lieferung binnen 24 Stunden. Eine Schlüsselrolle in der Prozessoptimierung spielen dabei

die Kombi-Etiketten von S+P Samson als Informationsträger.

Bis zum Jahr 2007 bestimmten

Lieferlisten und Zettel den Arbeitsalltag

der Logistik-Mitarbeiter der

Kerschgens Werkstoffe & Mehr GmbH

– wie bei einem Großteil der Unternehmen

der Branche. Doch der Markt

hat sich verändert. Wurden früher

vorwiegend Standardprodukte vertrieben,

bündelt der Vollsortimenter

heute aus vielen Einzelteilen

gemischte Bestellungen. Da führte

die Zettelwirtschaft häufig zu Suchzeiten

und Fehlern bei den Warenbewegungen.

Ein neues Konzept zur

Prozessoptimierung musste entwickelt

werden.

So begannen bereits 2009 im laufenden

Lieferbetrieb die Bauarbeiten

für ein Kasto-Hochregallager, 2012

folgte auf 10.000 m² ein weitestgehend

automatisiertes Formstahl-Center,

und seit Ende 2016 ist das neue

Rohrbearbeitungs-Center in Betrieb.

Parallel arbeitete das Projektteam an

der Optimierung der Ein- und Auslagerprozesse.

Das Ziel: weitestgehender

Verzicht auf Listen und Papier

durch eine entsprechende

IT-seitige Abbildung.

Anlieferung mit Avis

Als Schlüssel hin zu papierlosen

Abläufen erwies sich bei dem Projekt

die Kennzeichnung und Prozessunterstützung

über Etiketten. Im ersten

Schritt wurde der gesamte Prozess

… die Führung

der Kerschgens-

Gruppe auf

Kombi-Etiketten.

vom Wareneingang bis zur Einlagerung

neu strukturiert. Für Lkw mit

Waren liegt seitdem bereits an der

Werkspforte ein Liefer-Avis des Lieferanten.

Nach Aushändigung des

Warenübergangsscheins werden die

Waren an der Abladestelle verwogen,

die Lieferung geprüft und die erforderlichen

Etiketten zum Ausdruck

bereitgestellt. Der Mitarbeiter etikettiert

die Waren, verbucht deren Eingang

in der EDV und verteilt sie auf

die vorgegebenen Lagerorte.

Die realen Lagerorte in der Halle

und im Kasto-Hochregallager stimmen

dabei immer mit den Informationen

in den IT-Systemen überein.

Bezeichnung, Gewicht, Lagerort und

Eingangsnummer sind neben dem

Barcode auch in Klarschrift deutlich

sichtbar für alle Mitarbeiter auf dem

Etikett vermerkt – ein Umstand, der

für eine hohe Akzeptanz des neuen

Systems in der Belegschaft gesorgt

hat.

[ kontakt ]

S+P Samson GmbH

86438 Kissing

+49 8233 846-0

www.sp-samson.com

Tourengerechte Auslagerung

Auch die Auslagerungsprozesse wurden

komplett neu gestaltet. IT-gestützt

und nach Kunden bzw. Abladeorten

sortiert, werden die Waren direkt am

Portal zum Hochregallager auftrags-

10 Stahlreport 10|17


weise gebündelt und bekommen ein

zusätzliches Bundetikett, dessen Aufdruck

automatisch generiert wird.

Diese Bündel wandern auf nach Postleitzahlen

und Touren strukturierte

Polder. Der Vorteil: Die Verladeschicht

findet alle Waren einer Tour auf dem

jeweiligen Polder. Für Selbstabholer

und zur Weiterleitung an die Anarbeitung

gibt es weitere Polder.

Die Auszeichnung durch die speziellen

Kombietiketten der S+P Samson

GmbH tragen dabei wesentlich zur

Prozesssicherheit bei. Je nach Produkt

können sie angehängt oder

geklebt werden. „Wir haben in diesem

Projekt sehr vom Auszeichnungs-

Know-how des S+P-Teams profitiert.

Vom Material über das Design und

den Aufdruck der Informationen bis

hin zur IT-Anbindung und zum Drucker

hat S+P Samson eine Komplettlösung

präsentiert“, beschreibt Heinz

Herbort die intensive und partnerschaftliche

Zusammenarbeit mit dem

Kennzeichnungsspezialisten.

„Wir haben Geschwindigkeit und

Zuverlässigkeit unserer Lagerprozesse

deutlich steigern können. Schafften

wir in drei Schichten vorher knapp

200 Positionen, so verarbeiten wir

allein im Kasto-Lager heute knapp

440 Positionen – in nur 1,5 Schichten“,

berichtet Heinz Herbort. „Damit

erreichen wir eine Liefertreue von

über 99 %, liefern also bis auf wenige

Ausnahmen stets ohne Fehler und in

den von uns zugesagten 24 Stunden

Lieferzeit. Mit dem Modernisierungsprojekt

haben wir einen 10-Jahressprung

geschafft“, so der Kerschgens-

Geschäftsführer. 2

Langjährige Lieferbeziehungen

Stahlfeinblech für Kühlschränke

Vielen ist das Unternehmen Liebherr

als einer der weltweit führenden Baumaschinen-

und Kranhersteller bekannt. Wohl

noch viel mehr Menschen kennen Liebherr

jedoch als traditionsreichen Hersteller

hochwertiger Kühl- und Gefriergeräte. Die

Unternehmen Liebherr und Salzgitter verbindet

eine langjährige Lieferbeziehung.

Liebherr verwendet den Stahl aus Salzgitter

für die Herstellung von Kühlschranktüren

und –seitenwänden. Nachdem zunächst das

Werk Ochsenhausen über viele Jahre mit

Kaltfeinblech-Coils beliefert wurde, konnten

sich die Salzgitter Flachstahl GmbH und die

Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH

im Jahre 2012 gemeinsam für die Belieferung

des Werkes Radinovo in Bulgarien mit

fertig lackierten Zuschnitten (FolaSal ® ) qualifizieren.

Die FolaSal-Beschichtung wird in Salzgitter

im kontinuierlichen Bandbeschichtungsverfahren

appliziert und eingebrannt. Die Herstellung

von endlackiertem Material für derartige

Anwendungen stellt eine besondere

Herausforderung dar, da ein großer Teil des

Materials am Ende ein Sichtteil wird und

somit dem Kühlschrank-Besitzer quasi ständig

ins Auge fällt. Vor diesem Hintergrund

ist nachvollziehbar, dass es bei der Beschichtung

in Salzgitter nicht nur um die absolut

fehlerfreie Oberfläche geht, sondern

auch enge Toleranzen für Farbton, Glanzgrad

und Oberflächenstruktur eingehalten

werden müssen.

Um diese Anforderungen zuverlässig und

dauerhaft zu erfüllen, wird das Material bei

der Salzgitter Flachstahl GmbH sowohl an

der Bandbeschichtung als auch an den Voranlagen

und beim anschließenden Tafelprozess

bei Salzgitter Mannesmann Stahlservice

in speziellen Kampagnen produziert,

für die besondere Qualitätsvorgaben gelten.

INFO

GRAPHIPLAST ® – die robusten

Kunststoffetiketten sind die

Klassiker aus dem Hause S+P

Samson. Die witterungsbeständigen

Datenträger für Materialkennzeichnungen

bis 580 °C

wurden für besonders raue Umgebungsbedingungen

entwickelt

und sind dem Unternehmen zufolge

problemlos mit konventionellen

EDV-Drucksystemen zu

beschriften – ob als Anhänge-,

Klebe- oder Kombietiketten.

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Stahlreport 10|17

11


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachricht

17. Branchenforum Stahl

Zukunftsperspektiven der Stahllogistik

Bereits zum 17. Mal hatdas BranchenForum Stahl des Landesverbandes Transport-

Logistik und Entsorgung im Verband für Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-

Westfalen (VVWL) e.V. in Zusammenarbeit mit dem Logistikcluster NRW

stattgefunden, in Dortmund. Traditionell bot die Veranstaltung eine gemeinsame

Ebene für den Stahltransport, die Stahllogistik und die Stahlmärkte.

[ Info ]

Staßeninformationsbank

NWSIB:

www.nwsibonline.nrw.de

Gleich zum Auftakt nahm Hermann

Grewer, Vorsitzender des Verbandes

Verkehrswirtschaft und Logistik

Nordrhein-Westfalen (VVWL) e.V.

sowie Mitglied des Lenkungskreises

Logistikcluster NRW, zur anhaltenden

Strukturdiskussion in und

um die europäische Stahlindustrie

Stellung. Er machte deutlich, dass

die Transport- und Logistikdienstleister

bereits durch hohe Flexibilität

und Kundenorientierung, aber

auch durch die Kosten-Optimierungen

der vergangenen Jahre nennenswerte

Beiträge zur Partnerschaft mit

der Stahlindustrie geleistet hätten.

„Eine Partnerschaft hat aber

auch einen Preis“, so Grewer. Das

reine Denken in kurzfristiger Einkaufspreisoptimierung

ohne angemessene

Refinanzierungszeiträume

wirke kontraproduktiv und sei mittelfristig

nicht mehr zielführend.

In Referaten und Podiumsdiskussionen

ging es auf der Veranstaltung

um die aktuellen Aufgabenfelder

der Stahllogistik. Teilnehmer des

Branchenforums waren vor allem

Stahltransporteure und -logistiker,

aber auch viele weitere Vertreter aus

Stahlindustrie, Stahlhandel, Stahl-

Service-Centern, Fahrzeugindustrie,

Materialflusstechnik, aus Häfen und

Umschlagsbetrieben sowie von

Schifffahrt und Eisenbahnen.

Digitalisierung macht

Lieferkette effizienter

Karsten Lork, Mitglied des Vorstandes

Klöckner & Co.SE, befasste sich

dabei mit der Digitalisierung in Stahlbranche

und Stahllogistik und forderte

eine Transformation, über welche

die fragmentierte Branche die

heute noch ineffiziente und intransparente

Supply Chain in einem auf

eine digitale Plattform gestützten

Prozess weiterentwickeln kann.

Durch die fortschreitende Digitalisierung

könnten Kunden etwa offene

Mengen und Verfügbarkeiten prüfen

und direkt einen Folgevertrag

abschließen. Der digitale Wandel

würde jedoch hohe Anforderungen

an die interne Kommunikation stellen.

Dirk M. Müller, Geschäftsführer Rheinkraft

International GmbH und Mitglied

des Fachausschusses, Stahltransporte

im VVWL, sprach über die

Digitalisierung im Schwerlastverkehr.

Als Beispiel für digitale Fortschritte

nannte er die neue RKI-App, über die

das Unternehmen mit seinen Fahrern

in deren Muttersprache kommunizieren

könne.

„Während aber die Grenzen zwischen

einer Transportmesse und der

CeBIT immer fließender werden, beschränkt

sich im Schwerlastverkehr

eGovernment gefühlt auf VEMAGS“,

kritisierte Müller. VEMAGS – das bundeseinheitliche

Verfahrensmanagement

für Großraum- und Schwertransporte

– würde ohne Mehrwert nur den

ursprünglich analogen Papierprozess

abbilden.

Aktuelle Kartendaten zeigen

verfügbare Routen

Jörg Reißing aus der Abteilung III,

Straßeninfrastruktur und Straßenverkehr,

des NRW-Verkehrsministeriums,

sprach über aktuelle Entwick-

12 Stahlreport 10|17


lungen beim digitalen Routing für Lkw

und Schwertransporte in NRW. Gerade

im Schwerlastbereich stünden Unternehmer

oft vor dem Problem, dass

bestimmte Strecken nicht immer zur

Verfügung stünden. Eine Hilfe sei hier

das Projekt Staßeninformationsbank,

in dem Kartendaten mit Straßeninfrastrukturangaben

aller Autobahnen,

Bundes- und Landstraßen enthalten

seien. Derzeit liefen die Abschlussarbeiten

an der Digitalen Krankarte

NRW, in welcher alle Auflagen ersichtlich

seien. Nach finaler Freigabe soll

diese um weitere Schwertransporttypen

ergänzt werden.

Allerdings könne durch die Anhörungspflicht

aller beteiligten Behörden

und Baulastträger das Genehmigungsverfahren

nicht schlanker

gestaltet werden. Immerhin sei das

Verfahren per Telefax Vergangenheit,

und eine Weiterentwicklung zum digitalen

Routing sei geplant.

Anschließend diskutierten gemeinsam

mit den Referenten auch

Dr.-Ing. Sebastian Bross, Geschäftsführer

Vertrieb und Logistik, Salzgitter

Flachstahl GmbH, und Rolf Bennemann,

Niederlassungsleiter Stute

Logistics (AG & Co.) KG, sowie Mitglied

des Fachausschusses Stahltransporte

im VVWL NRW. Bross beschrieb die

aktuelle Entwicklung damit, dass Auslastung

früher ein wichtiger Indikator

für Profitabilität gewesen sei, was

aber seit mehreren Jahren nicht mehr

gegeben wäre.

Bennemann machte die Probleme

der Logistik beim Straßentransport

deutlich. Auch wenn der Großteil der

Rohstoffe und Produkte über Bahn und

Binnenschiff ab gewickelt würden, sei

der Straßentransport für die Stahlindustrie

unerlässlich. Dabei würde der

sich zuspitzende Fahrermangel ein

hohes Maß an Improvisationstalent

und Priorisierung erfordern, um nicht

selbst guten Kunden sagen zu müssen,

dass nichts mehr geht.

Die Volatilität der Märkte stelle

die Logistik dabei vor zusätzliche Herausforderungen.

Zunehmend schwieriger

werde das Zeitmanagement des

Fahrpersonals: „Durch Staus und die

marode Infrastruktur kann es vorkommen,

dass Fahrer kurz vor dem Ziel

noch eine halbe Stunde Pause einlegen

müssen, denn die Sozialvorschriften

werden in Deutschland streng kontrolliert“,

warb er für mehr Verständnis

seitens der Auftraggeber. 2

Saw Expo erstmals 2018

Neue Sägemesse

nimmt Gestalt an

Der Termin für die erste eigenständige

Messeplattform in Europa für die Fertigungstechnologie

Sägen steht fest. Vom

19. bis 22. Juni 2018 soll die Premiere des

neuen Veranstaltungsformats der united

exhibitions GmbH in der Messe Augsburg

stattfinden. Ihre Teilnahme an der Saw

Expo haben einige bedeutende Player der

Branche bereits entschieden.

Sönke Krebber, Mitglied der Geschäftsführung

bei KASTO Maschinenbau: „Sägen ist

oft der unverzichtbar erste Schritt in der

Wertschöpfungskette ohne den weitere

Prozesse gar nicht möglich wären. Darüber

hinaus gibt es viele technologisch hochinteressante

Neuerungen. Daher begrüßen

wir sehr die Idee einer auf die Technologie

Sägen zugeschnittenen und spezialisierten

Messe.“ Auch Rene Eger, Vertriebsleiter

bei RSA, freut sich auf ein interessiertes

Publikum: „Diese Fachmesse bietet den

Besuchern die Gelegenheit, sich speziell

auf diese Technologie zu konzentrieren und

sich über das Portfolio der Branche einen

Überblick zu verschaffen.”

Foto: VVWL

Referenten und Diskussionsteilnehmer der 17. Branchenforums Stahl des VVWL (v.l.):

Hermann Grewer (Vorsitzender des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen

e.V. sowie Mitglied des Lenkungskreises Logistikcluster NRW); Dirk M.

Müller (Geschäftsführer Rheinkraft International GmbH und Mitglied des Fachausschusses

Stahltransporte im VVWL); Dr.-Ing. Sebastian Bross (Geschäftsführer Vertrieb und

Logistik, Salzgitter Flachstahl GmbH); Rolf Bennemann (Niederlassungsleiter Stute

Logistics AG & Co. KG sowie Mitglied des Fachausschusses Stahltransporte im VVWL

NRW); Karsten Lork (Mitglied des Vorstandes Klöckner & Co.SE); Michael Cordes

(Redakteur der Verkehrsrundschau); Benedikt Althaus (stv. Geschäftsführer des Landesverbandes

TransportLogistik und Entsorgung); Dr. Martin Theuringer (Leiter Geschäftsfeld

Wirtschaft und Märkte, Wirtschaftsvereinigung Stahl e.V.); Dr. Christoph Kösters

(Clustermanager Logistik.NRW und Hauptgeschäftsführer des VVWL) und Dr. Jörn Quitzau

(Senior Economist und Leiter Wirtschaftstrends, Berenberg Bank, Joh. Berenberg,

Gossler & Co.KG).

Ihre Entscheidung pro Saw Expo haben darüber

hinaus weitere Unternehmen bereits

getroffen – unter anderem die Firmen

Arntz, Lennartz, Linsinger, Eberle, Kinkelder/KTS

Sägetechnik, Apparatebau Clemens

Bous, Bestar Steel Group und

Bomar. Dieser Kreis mache deutlich, dass

sich die neue Messe neben den Kreis-,

Band- und Bügelsägen auch mit prozessbegleitenden

Techniken wie Kühlschmierstoffen

und Spänebürsten und alternativen

Trennverfahren bis hin zu Dienstleistungen

rund um das Sägen, Lohnsägen und Gebrauchtmaschinen

beschäftigt.

Auch das Stuttgarter Kompetenzzentrum

Sägen des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik-

und Automatisierung unterstützt

die Saw Expo, bringt sich mit

Vorträgen ein und zeigt die Themen aus

dem Bereich der Sägetechnologien, an

denen das Institut aktuell arbeitet.

Stahlreport 10|17

13


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Fotos: VDMG trading, Oliver Roetz

Durchschnittlich

etwa 60 % der Energiekosten

hat der

Apparatebauer Balcke-Dürr

durch den

Einsatz moderner

LED-Technologie in

seinem Beckumer

Werk eingespart –

dank der Beratung

und der Realisierung

des Projekts durch

die VDMG trading.

Balcke-Dürr rüstet beim Licht auf

Energieeffizienz steigern, Geld sparen

Durch die Umstellung der bisherigen Hallenbeleuchtung auf LED hat das Apparatebau-Unternehmen

Balcke-Dürr seine Energiekosten in diesem Bereich um durchschnittlich etwa 60 % gesenkt – das

haben die Auswertungen der ersten beiden Monate mit der neuen Beleuchtung ergeben. Das Unternehmen

setzte dabei auf die Expertise der VDMG trading. Der Energieeffizienz-Experte berät Kunden

bei generischen Investitionen, Dienstleistungen sowie Ge- und Verbrauchsmaterialien, bündelt

Volumina gegenüber dem Markt und überführt diese in bedarfsgerecht optimierte Lösungspakete.

Freut sich über

gesteigerte Energieeffizienz

und eine

bessere Lichtqualität:

Johannes

Laumann, COO der

Balcke-Dürr GmbH.

Johannes Laumann und Ulrich

Schlüter schauen zufrieden auf die

ausgewiesenen Zahlen. Dem COO der

BALCKE-DÜRR GmbH und seinem

Leiter der Werksinstandhaltung am

Standort Beckum liegen die Auswertungen

der ersten beiden Monate vor,

in denen das Werk mit LED-Beleuchtung

Energiekosten einspart.

Für den Apparatebauer sind

Energiekosten ein wesentlicher Kos-

tentreiber bei der Fertigung seiner

Module und Bauteile. „Wir wollen

neben konventionell betriebenen

Kraftwerken strategisch vermehrt

in neue Technologien der Kraftwerke

der Zukunft investieren und verstärkt

im Markt der chemischen Industrie

präsent sein. Deswegen streben

wir ein umweltfreundliches und

kostenoptimiertes Energiekonzept

in unseren Fertigungsstandorten

an“, so Laumann. Ein signifikantes

Einsparpotenzial wurde dabei in den

Bereichen Heizung und Beleuchtung

identifiziert – eine Aufgabe für die

VDMG trading, die als Spezialist und

Generalunternehmer das Projekt initiierte

und umfassend betreute.

Umrüstung unkompliziert

und schnell

Johannes Laumann: „Nach den Erstgesprächen

zur Ausgangssituation

und der Entscheidung, mit der

Beleuchtung zu starten, erfolgten

zügig die Finanzierungsmodelle für

eine vollständig neue Beleuchtungsanlage

für Hallen, Gebäude und

Außenbeleuchtung. In Zusammenarbeit

mit dem ausführenden LED-

Produzenten wurden auch die Rahmenbedingungen

der Montage

besprochen. Die Umrüstung wurde

während des laufenden Mehrschichtbetriebes

durchgeführt und dauerte

vom Erstkontakt bis zur finalen

Abnahme weniger als drei Monate.“

Bereits nach dem Einbau erster

Module ließen sich dem Unternehmen

zufolge die Spareffekte schwarz

auf weiß erkennen. Auch sei die

neue Beleuchtung mit 300 bis 700

Lux Leistung von der Belegschaft

sehr positiv aufgenommen worden,

da eine deutliche Verbesserung der

Lichtqualität erzielt worden sei.

Für die mit dem Projekt beauftragte

VDMG trading ist Balcke-Dürr

ein exemplarischer Kunde. „Das Unternehmen

ist mittelständischer Prägung

und hat sich dem weltweiten

Wettbewerb zu stellen. Letztlich sind

die Energiekosten ein nicht unerheblicher

Teil des Gesamtkostenap-

14 Stahlreport 10|17


parats und damit ein Faktor der Produktpreisgestaltung

- sowie letztlich

der Wettbewerbsfähigkeit“, so Marco

van der Meer, Geschäftsführender

Gesellschafter der VDMG trading.

Sein Unternehmen bietet Kunden

spezialisierte Lösungen unter anderem

zur Steigerung der Energieeffizienz

an. Dabei ist vor allem die

Kombination aus einem Zugriff auf

Spezialisten sowie einer durchdachten

Finanzierung das hervorstechende

Merkmal dieser Dienstleistung.

Maßnahme

rechnet sich ab Tag Eins

„Wir bieten unseren Kunden nicht

nur schnelle und schlüsselfertige,

sondern auch nachhaltige Lösungen

an, da wir alle Prozesse im eigenen

Haus betreuen und koordinieren sowie

über das Finanzierungskonzept selbst

Teil des Gesamtpakets sind“, so Marco

van der Meer. Das Unternehmen verspricht

mit seinem Angebot Zugang

zu bestmöglichen Konditionen, einen

schnellen Return-on-Invest bei Schonung

der Budgets. „Balcke-Dürr beispielsweise

nutzt für die komplette

LED-Umrüstung ein mehrjähriges

Mietmodell und vermeidet so Investitionen

im sechsstelligen Bereich.

Der kurze Return-on-Invest sowie

eine Finanzierung im Mietmodell sorgen

dafür, dass der Kunde ab Tag

Eins mit der neuen Anlage Geld verdient“,

erklärt Marco van der Meer.

Dank der Steigerung der Energieeffizienz

ist dieser Effekt dem Geschäftsführer

van der Meer zufolge bei allen

VDMG-trading-Projekten in diesem

Bereich zu beobachten.

Neben dem Projekt zur Beleuchtung

wurde bei Balcke-Dürr auch

das Heizsystem umgestellt. Durch

die Umstellung auf erdgasbetriebene

Flächenheizungen im Mietmodell

entfallen für den Apparatebauer

hohe Wartungs- und Betriebskosten

der bisherigen, mit Öl betriebenen

Anlage. „Wie beim Thema LED werden

zwischen Analyse und Inbetriebnahme

nur wenige Wochen vergehen,

so dass unser Kunde dann

bereits einen Großteil der diesjährigen

Heizperiode zu bestmöglichen

Beschaffungskosten ausschöpfen

kann“, so van der Meer.

Schöpft Einsparpotenziale für seine Kunden

bei generischen Investitionen und

Dienstleistungen: Effizienzexperte

Marco van der Meer, Geschäftsführender

Gesellschafter der VDMG trading.

Auch für Johannes Laumann ist das

Modell der VDMG trading ein

Gewinn: „Aus kaufmännischer Sicht

haben wir einen Doppeleffekt. Wir

erhalten eine Top-Ausstattung, ohne

kapitalbindend investieren zu müssen,

und erzielen damit auch noch

ab Tag Eins positive finanzielle Ergebnisse“,

so der COO des Apparatebau-

Unternehmens.

Potenzial kostenlos prüfen lassen

Die VDMG trading verspricht seinen

Kunden optimale Wirtschaftlichkeit

bei generischen Investitionen,

Dienstleistungen sowie Ge- und

Verbrauchsmaterialien. Das Unternehmen

bündelt Volumina gegenüber

dem Markt und überführt diese

in individuell gestaltete Lösungspakete.

Durch Nutzung modernster

Technologien, Zugriff auf das Experten-Know-how

der VDMG trading

sowie durchgehend digitale Prozesse

können Kunden größtmögliche Wirtschaftlichkeit

erzielen, so der Energieeffizienz-Spezialist.

Einen in kürzester

Frist durchgeführten

Potenzialcheck bieten die Experten

der VDMG trading unter Verwendung

weniger Kern-Parameter interessierten

Unternehmen dabei kostenlos

an. 2

[ Kontakt ]

van der Meer Gruppe GmbH | VDMG

46045 Oberhausen

Tel. +49 208 620162–0

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Stahlreport 10|17

15

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Anarbeitung

und Logistik

Nachrichten

Tracking-App

Transporte effizienter machen

Die unter anderem auf die Stahlbranche

spezialisierte Spedition Rheinkraft International

(RKI) hat eine eigene Telematik-

App herausgebracht. Die RKI-App ist ein

„hochmodernes Tracking-Tool“, das durch

die Erfassung telematischer Standortdaten

Kundeninformationen liefert.

Die App bietet Metainformationen über den

Transport und funktioniert als „kommunikative

Brücke“ zwischen allen beteiligten Parteien.

Sie lässt sich auf Smartphones installieren

und überträgt Auftragsdaten direkt

an den Fahrer – die bei Bedarf direkt auch

in dessen Muttersprache übersetzt werden.

Das Tool sammelt Standort- und Wegzeitdaten

und liefert so entscheidende Informationen,

um Fahrzeugankünfte nahezu in Echtzeit

zu ermitteln, so das Unternehmen.

Dies erhöhe die Planungssicherheit aller an

der Supply-Chain Beteiligten, reduziere Wartezeiten

und könne Zeitfensterbuchungssysteme

entscheidend flexibilisieren. Kunden

können alle für sie relevanten Informationen

über diverse Kanäle (telefonisch, über WhatsApp

oder via Internet) übermittelt bekommen,

alternativ kann auch ein sogenanntes

Dashboard („Armaturenbrett“) eingerichtet

werden, um einen Überblick über ihre Transporte

zu bekommen.

PowerLash with Dyneema von Dolezych

Textil zurren statt mit Stahl

Der Spezialist für Ladungssicherung

und Anschlagtechnik Dolezych hat eine textile

Zurrkette aus Gurtband entwickelt, die

dem Unternehmen zufolge herkömmlichen

aus Stahl gefertigten Zurrketten gegenüber

eine Reihe von Vorteilen aufweist. Die

PowerLash with Dyneema ® ist aus Hochleistungsfasern

gefertigt, sehr leicht und

flexibel – nach Angaben von Dolezych

dabei aber genauso stark und leistungsfähig

wie Stahl, wie sich in vielen Testreihen

und Anwendereinsätzen bewiesen habe.

Gerade bei der Ladungssicherung soll die

textile Zurrkette dank Gewichtserleichterung

und Arbeitsergonomie Vorteile bringen

und das Arbeiten angenehmer machen.

Verletzungen und Ausfallzeiten der Mitarbeitern

könnten deutlich reduziert werden,

Seit dem Start der RKI-App im März 2017

nutzen bereits 90 % der festen Partner des

Unternehmens das Tool mit Erfolg, so RKI.

Mittlerweile werden knapp 50 % aller RKI-

Sendungen von der App unterstützend abgewickelt.

Durch den benutzerfreundlichen

Aufbau und den hohen Datenschutzstandard

erschließt die App dem Unternehmen

zufolge mehr und mehr auch den Spotmarkt.

Die Trackingfunktion der App löscht

sich – wenn gewünscht – nach Abschluss

des Transports selbst.

„Ein kleiner, aber wichtiger Teil zur Digitalisierung

der Branche“ nennt Dirk Michael

Müller, der geschäftsführende Gesellschafter

der RKI, die Entwicklung der Tracking-

App.

so das Unternehmen. Gerade die körperliche

Belastung sinke mit dem Einsatz von

textilen Ketten signifikant. So müsse ein

Fahrer mit den textilen Ketten gegenüber

den Systemen aus Stahl rund 60 % weniger

Gewicht heben (Standard-Zurrkette: 3,5 m,

Güteklasse 8, Ratschlastspanner, ca. 25

kg; PowerLash with Dyneema: 3,5 m, textile

Kette, Ratschlastspanner, ca. 10 kg).

Weiterhin seien die um bis zu 85 % leichteren

textilen Ketten abrieb- und schnittfest

sowie chemikalienbeständig. Sie reduzierten

die Lärmbelastung, sind darüber hinaus

nicht elektrisch leitend und leicht kürzbar.

Neben eigenen Untersuchungen hat Dolezych

die PowerLash-Ketten zusätzlich durch

eine neutrale Instanz (Dekra) prüfen lassen.

NRW-Verkehrsdatenbanken online

Neue Verkehrsstärkenkarte

erschienen

Wie viele Fahrzeuge fahren eigentlich

täglich auf der Landesstraße 553 zwischen

Oberhundem und Röspe? Wie

stark ist die Verkehrsbelastung auf der

Autobahn 31 bei Ochtrup? Und wie viele

Kfz sind auf der B51 an der Landesgrenze

nach Rheinland-Pfalz unterwegs?

Antworten darauf liefert auf einen Blick die

Verkehrsstärkenkarte NRW, die jetzt mit

den Daten der bundesweiten Verkehrszählung

2015 neu erschienen ist. Alle fünf

Jahre zählen die Straßenbauverwaltungen

der Länder im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums

an bestimmten Tagen und zu

bestimmten Uhrzeiten nach einem einheitlichen

Schema den Verkehr. Die Daten werden

im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen

(BASt) in Bergisch-Gladbach

ausgewertet und für verschiedene Anwendungen

aufbereitet. Eine davon ist die Verkehrsstärkenkarte,

die das Verkehrsministerium

sowohl online als auch in gedruckter

Version zur Verfügung stellt.

Die Daten sollen dem Ministerium für

Verkehr des Landes NRW zufolge außerdem

in Kürze über die Online-Auskunft

der Straßeninformationsbank des Bundeslandes

www.nwsib-online.nrw.de bereitgestellt

werden. Dort gibt es für Profianwender

eine Fülle weiterer

Informationen, zum Beispiel über Brückenbauwerke,

Bedarfsumleitungen, Gefahrgutstrecken,

Baustellen, Unfalldaten

oder Fotos der regelmäßigen Bildbefahrung

der Straßen.

Aktuelle Informationen für Verkehrsteilnehmer

bietet die Seite www.verkehr.nrw.

Das Verkehrsinformationsportal des Landes

informiert über die aktuelle Verkehrssituation

auf Autobahnen und ausgewählten

Strecken im nachgeordneten Netz,

Baustellen, öffentlichen Personennahverkehr,

über Radrouten, Parkhausbelegungen.

[ Info ]

Die Verkehrsstärkenkarte ist sowohl online

auf der Internetseite als auch als Printversion

mit der Bestellnummer V-517 im Broschürenservice

des Verkehrsministeriums auf

www.vm.nrw.de/service/Broschueren/

index.php zu finden.

16 Stahlreport 10|17


Für die Intralogistik stehen die Zeichen auf Wachstum

Unterschiedliche Entwicklungen der Teilbranchen

Die deutschen Intralogistik-Anbieter

erreichten 2016 ein geschätztes Produktionsvolumen

von 20,8 Mrd. € (plus 1 % im

Vergleich zu 2015). Für das laufende Jahr

2017 geht der VDMA Fachverband Fördertechnik

und Intralogistik von einem durchschnittlichen

Wachstum von 3 % aus. Die

Entwicklung in einzelnen Teilbranchen kann

dabei unterschiedlich ausfallen.

„Zwar sind die internationalen politischen

und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

weltweit nach wie vor unbeständig, der Bedarf

an Industrie 4.0-fähigen Lösungen

steigt jedoch deutlich an. Hier überzeugen

die deutschen Hersteller mit ihrem hohen

technologischen Standard und ihrer Qualität

im internationalen Wettbewerb“, erklärt

Dr. Klaus-Dieter Rosenbach, Vorstandsvorsitzender

des Fachverbands Fördertechnik

und Intralogistik.

Vor allem im europäischen Binnenmarkt ist

der Bedarf an moderner und zukunftssicherer

Intralogistik hoch. Fast 60 % des Gesamt-Exportvolumens

der deutschen Intralogistik-Anbieter

geht in das europäische

Ausland. Die deutschen Hersteller steigerten

ihre Ausfuhren um 6 % auf 8,5 Mrd. €.

„Im europäischen Binnenmarkt erzeugt Industrie

4.0 mittlerweile einen enormen Sog.

Immer mehr Unternehmen investieren in

vernetzte Technologien für ihre Produktion

und die damit verbundene Logistik. Das

Neue Standorte in Kassel und Neu-Ulm

Still erweitert Service-Netzwerk

zeigt sich in den Auftragsbüchern der deutschen

Hersteller, die dafür die entsprechenden

Lösungen liefern“, so Rosenbach. Die

Nachfrage in Abnehmerbranchen wie in der

Automobilindustrie oder im e-Commerce ist

dem Verband zufolge ungebrochen hoch.

„Wir erleben durch den wachsenden Online-

Handel sowie durch die zunehmend vernetzte

Produktion einen Wandel im Materialfluss

und in den Lieferketten. Diese

Veränderungen können nur durch eine intelligente

Intralogistik abgebildet und gestaltet

werden“, so Rosenbach weiter.

Insgesamt ging der Export der deutschen Intralogistikhersteller

2016 leicht zurück. Sie

führten ein Volumen von 13,5 Milliarden Euro

aus und damit 2 Prozent weniger als 2015.

Wichtigster Handelspartner bleibt die USA,

die Waren im Wert von 1.072 Millionen Euro

abnahm. Es folgen Frankreich mit 898 Millionen

Euro auf Rang 2 sowie Großbritannien

mit 763 Millionen Euro auf Platz 3. China

rutscht hingegen auf Rang 6 ab, hier gingen

die Exporte 2016 um 28 Prozent zurück.

„Das liegt zum einen daran, dass viele deutsche

Hersteller mit eigener Produktion in

China vertreten sind. Zum anderen beobachten

wir, dass chinesische Hersteller den

heimischen Binnenmarkt stärker bedienen

als in der Vergangenheit“, erläutert Sascha

Schmel, Geschäftsführer VDMA Fachverband

Fördertechnik und Intralogistik.

Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung

07. – 10.11. 2017

STUTTGART

Blechbearbeitung

im Weltformat

Die 13. Blechexpo bildet mit über 1.200

Ausstellern aus ca. 35 Nationen das aktuelle

Weltangebot an Produkten und

Lösungen für die industrielle Bearbeitung

von Blechen, Rohren und Profilen ab.

Blechbearbeitungsmaschinen

Trenn- und Umformtechnik

Rohr- und Profilbearbeitung

Füge- und Verbindungslösungen

Blech-, Rohr-, Profil-Halbzeuge

Das praxisnahe Messe-Duo Blechexpo

und Schweisstec ist die weltweit einzige

Veranstaltung für die komplementären

Technologien Blechbearbeitung und Fügetechnik.

Der Intralogistikspezialist Still hat im Mai und Juni 2017 zwei weitere Miet- und Servicezentren

in Kassel und Neu-Ulm eröffnet. Damit folgt das Unternehmen eigenen Angaben

zufolge dem Trend hin zu mehr Dienst- und Serviceleistungen rund um den Erwerb von

Fahrzeugen. Neben insgesamt 14 Niederlassungen in Deutschland und 21 weiteren Landesgesellschaften

betreibt STILL – inklusive der neuen Standorte in Kassel und Neu-Ulm –

mittlerweile 19 Miet- und Servicezentren, die den Fokus auf das Thema Finanzierung, Miete

und Gebrauchtfahrzeuge gelegt haben.

Neben Varianten wie Leasing, Miete und Mietkauf spiele auch der Markt für aufgearbeitete

Fahrzeuge mittlerweile eine bedeutende Rolle. STILL hat für diese Bedarfe spezielle Aufarbeitungszentren

etabliert. Dabei werden die Gebrauchtfahrzeuge nach einem einheitlichen

Qualitätsstandard generalüberholt und auf den neuesten Stand gebracht. Das Aufarbeitungszentrum

in Stuhr bei Bremen etwa verhilft seit 2008 in Deutschland Gebrauchtgeräten

zu einem „zweiten Leben“.

www.blechexpo-messe.de

Zeitgleich: 6. Schweisstec –

Internationale Fachmesse für

Fügetechnologie

Stahlreport 10|17

17

Veranstalter: P. E. SCHALL GmbH & Co. KG

+49 (0) 7025 9206-0

blechexpo@schall-messen.de


Messen

und Märkte

Blechexpo

Hohe Schnittleistungen,

einfache Handhabung

und präzise

Winkelschnitte:

Behringer zeigt auf

der Blechexpo im

November die neue

Gehrungsbandsäge

HBE320-523G.

Behringer zeigt neue Gehrungsbandsäge HBE320-523G

Eine Klasse für sich

Die Erschließung neuer Geschäftsfelder, ein umfangreicheres Lieferspektrum oder ein Ersatz für ältere

Maschinen – dies sind die häufigsten Argumente für Anwender, in eine aktuelle, leistungsfähigere

Gehrungssägemaschine zu investieren. Mit dem neu vorgestellten Modell der HBE-Baureihe von

Behringer lassen sich für das Unternehmen die Vorzüge moderner Hochleistungsmaschinen für individuelle

Sägeaufgaben mit den bewährten, soliden Merkmalen einer klassischen Gehrungssäge kombinieren.

Bild: Behringer

„Wir haben bewusst diverse

Features unserer Behringer-High-

End-Modelle hier integriert. Das

macht die HBE320-523G zu einer

Klasse für sich – und das zu einem

optimalen Preis-Leistungsverhältnis“,

ist sich Geschäftsführer Christian

Behringer sicher. Hohe Schnittleistungen,

einfache Handhabung

und präzise Winkelschnitte sind

wesentliche Attribute der neuen

Behringer Gehrungsbandsäge

HBE320-523G.

Das Anwendungsspektrum der

Anlage ist für die Erfordernisse im

Profilstahlhandel, im Metallbau, in

Schlossereien sowie im Maschinenbau

ausgelegt. Mit einem Schnittbereich

im Flachmaterial von 520

x 320 mm sowie beidseitigen Gehrungen

von 45° und bis 30° links

erweist sie sich als Generalist für

viele Sägeaufgaben. Baustähle

ebenso wie Edelstahlprofile seien

für die Gehrungssägemaschine kein

Problem.

Konstruktiv decken sich viele

Merkmale der neuen Gehrungssägemaschine

mit denen der bereits

etablierten HBE-Dynamic-Baureihe.

Das Führungssystem in verwindungssteifer

Portalkonstruktion

und die beidseitige Lagerung der

Bandlaufräder sollen für Laufruhe

und präzise Schnitte sorgen. Die

bandführenden Teile sind aus

schwingungsdämpfendem Grauguss,

was sich Behringer zufolge

äußerst positiv auf die Qualität der

Schnittoberfläche und auf die Standzeit

der Sägebänder auswirkt.

Durch die Neigung der Bandlaufräder

reduziert sich die Biege-

Wechsel-Belastung des Sägebandes,

was eine hohe Bandstandzeit

gewährleiste. Eine vollautomatische

Höheneinstellung des Sägerahmens

und die Absenkung der Säge in Eil-

geschwindigkeit reduzieren die Nebenzeiten.

Mit der Schrägstellung des Sägebandes

lassen sich beispielsweise

Träger, Winkeleisen und U-Profile

sowie Vierkant-Hohlprofile schneller

und gratarmer sägen.

Die Maschine kann mit Zu- und

Abfuhrrollenbahnen, Messeinrichtungen

und Quertransportsystemen

sowie mit einer NC-Winkelver -

stellung entsprechend ergänzt und

ausgestattet werden. Diese pro -

zesssicheren, kundenspezifischen

Transportlösungen liefert die Behringer

GmbH aus dem hauseigenen

Stahlbau. 2

[ kontakt ]

Behringer GmbH

74912 Kirchardt

Tel. +49 7266 207-0

www.behringer.net

Blechexpo: Halle 4, Stand 4503

18 Stahlreport 10|17


Unter MEBAconnect

entwickelt der Sägespezialist

MEBA

seine Konzepte der

vernetzten Produktion

– unter anderem

Möglichkeiten

zur Fernwartung

oder Anbindung

an den MEBA

NC-Server, die

Nesting ermöglicht.

Bild: MEBA

MEBA auf der Blechexpo 2017

Doppelgehrungstechnik mit vernetztem Sägen

Zwei „exakt auf das Fachpublikum ausgerichtete Sägelösungen“ präsentiert der Sägespezialist

MEBA auf der diesjährigen Blechexpo. Die Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung öffnet vom

7. bis 10. November 2017 in Stuttgart ihre Tore. In Halle 4, Stand 4103 zeigt das Unternehmen den

Doppelgehrungsautomaten MEBAeco 335 DGA-600 für den zuverlässigen Serienschnitt sowie die

halbautomatische Doppelgehrungsbandsäge MEBAswing 260 DG-HS, ausgerichtet auf die

Bedürfnisse von Werkstattbetrieben.

Mit Features wie elektrischem

Sägevorschub mit Kugelrollspindel

oder dem patentiertem Doppelgehrungssystem,

das für die rechtwinklige

Spannung des Materials sorgt,

macht MEBA auf der Blechexpo auf

sich aufmerksam. Diese Features,

mit der das Ausstellungsmodell

MEBAeco 335 DGA-600 ausgestattet

ist, sind dem Unternehmen zufolge

eine Antwort auf die Forderung nach

einer immer höheren Flexibilität und

schnelleren Durchlaufzeiten in der

Produktion. Der durchgängige Einsatz

von modernsten Kugelumlaufführungen

mache den MEBAeco

Automaten leichtgängig, hochbelastbar,

wartungsarm und spielfrei.

MEBA Doppelgehrungsbandsägeautomaten

sind für das Abarbeiten

von verschiedenen Winkel- und

Längenkombinationen gedacht. Die

Schnittbereiche der Automaten liegen

bei 90° rund bis maximal

335 mm und flach bis maximal

500 x 335mm. In der Gehrungseinstellung

können Maße von max.

330mm rund und max. 320 x 335 mm

gesägt und bearbeitet werden.

Konzepte für das vernetzte Sägen

Die MEBAeco 335 DGA-600 verfügt

über eine ergonomische Touch-Screen-

Steuerung. Diese kann vernetzt werden

und bietet diverse Optionspakete,

wie den Teleservice zur

Fernwartung, die Einstellung von

Sägeprogrammen in der Arbeitsvorbereitung

oder den Import von Sägeprogrammen

sowie den Datenexport.

Der Doppelgehrungsautomat

MEBAeco untermauert damit die Aktivitäten

des Unternehmens in Sachen

Digitalisierung und intelligente,

vernetzte Sägekonzepte, die MEBA

unter dem Namen MEBAconnect zusammenfasst.

Der MEBA NC-Server

verbindet zum Beispiel kundenseitig

vorhandene Produktionsplanungssysteme

mit der Maschine und

ermöglicht damit die Materialoptimierung,

das so genannte Nesting.

Zu MEBAconnect gehören intelligenter

Datentransfer, beispielsweise

um Zustände zu erkennen, das

Thema Materialdatenbank, smarte

Software oder auch der Teleservice

zur Fernwartung.

Universeller Halbautomat für

die Werkstatt

MEBA hat für die Bedürfnisse von

Werkstattbetrieben auch eine Baureihe

an Metall-Bandsägemaschinen

geschaffen. Auf der Blechexpo zeigt

MEBA daraus den Doppelgehrungs-

Halbautomaten MEBAswing 260

DG-HS: Die Gehrungssäge mit halbautomatischem

Sägeablauf, hydraulischem

Heben und Senken des Sägerahmens,

hydraulischem Spannen des

Sägematerials, Eilgangabsenkung bis

Materialoberkante sowie Rückzug des

Sägerahmens nach beendetem Schnitt

bis kurz über das Material. 2

[ kontakt ]

MEBA Metall-Bandsägemaschinen GmbH

72589 Westerheim

Tel. +49 7333 9644-0

www.meba-saw.de

Blechexpo: Halle 4, Stand 4103

Stahlreport 10|17

19


Messen

und Märkte

Blechexpo

Verstärkte nationale

und internationale Knowhow-Präsenz

Auf Rekordkurs: Blechexpo und

Schweisstec 2017

Bereits im September meldete der Veranstalter

der Blechexpo – Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung (plus dem Technik-Pendant

Schweisstec – Internationale Fachmesse für Fügetechnologie)

mehr als 1.300 teilnehmende Hersteller

und Anbieter aus 34 Nationen. Damit

zeichne sich für das Fachmessen-Duo eine Rekordbeteiligung

ab. Neben Zuwächsen bei der Brutto-

Ausstellungsfläche haben sich bei dem Veranstalter,

der P.E. Schall GmbH & Co. KG, auch mehr

internationale Aussteller angemeldet.

Bild: Remmert

Vollautomatisierte Versorgung von Laseranlagen: In Kombination mit einem BASIC

Tower 4.0 oder einem Midi Blechlager sorgt die Laser FLEX 4.0 von Remmert für die

mannlose Beschickung der Produktion.

Ein Trendthema der kommenden Blechexpo sei

der Bereich Stanztechnik/Stanzteile und Baugruppen,

dem daher einer eigene themenorientierte

„Stanztechnik-Halle“ (Halle 7 und 9) gewidmet

ist. Weitere Angebotssegmente sind

Pressen und Umformtechnik in der Halle 8,

Werkstoffe/Service, Rohr- und Profilbearbeitung

in der Halle 4, Maschinen, Tools und Peripherie

in den Hallen 1, 3 und 5, die Fachmesse

Schweisstec sowie der Bereich thermische und

mechanische Füge-/Verbindungstechnik in der

Halle 6.

stahlnews – ExpertenTreff

auf der Blechexpo

Der dritte „stahlnews-ExpertenTreff“ findet am

ersten Tag der Blechexpo statt, dem 7. November

2017. Die kostenlose Veranstaltung richtet

sich ab 18 Uhr an Fachleute aus der Stahl- und

Blechbearbeitung, an Betreiber von Stahl-Service-Centern

und an Stahldistributeure mit eigenen

Anarbeitungszentren.

In kurzen Fachvorträgen geht es dabei um aktuelle

Themen der Branche. Unter anderem

geht es um den „Stahlhandel 4.0 aus Sicht

eines Familienunternehmens“ (Norbert Thumfart,

CEO Weyland GmbH und Vorstand ARGE

Stahl- und Metalldistribution) und um „Die Distributionsbranche

als Werttreiber der europäischen

Stahlindustrie„ (Dr. Jens Lauber, Managing

Director of TATA Steel Distribution

Mainland Europe). Ein weiterer Referent des

Events ist Oliver Ellermann, Vorstand des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel – BDS AG,

der die „Aussichten und Tendenzen aus Sicht

der Stahldistribution“ analysiert.

[ Info ]

3. stahlnews-ExpertenTreff

Wann: 7. November, ab 18 Uhr

Wo: Restaurant „Am Wasser“, Messe Stuttgart

Remmert zeigt mannlose Bereitstellung auf Blechexpo 2017

Bleche in Fahrt

Auf der kommenden Blechexpo präsentiert die Remmert GmbH

ihr Shuttlesystem Laser FLEX 4.0 zur mannlosen Beschickung

von Laseranlagen. Darüber hinaus stehen im November in Halle

1, Stand 1612 der Stuttgarter Messe die Lagerlösungen BASIC

Tower 4.0 und Midi Blechlager im Mittelpunkt. Die Produkte des

Automationsexperten sind dazu konzipiert, der verarbeitenden

Industrie dabei zu helfen, die kürzer werdenden Produktions -

zyklen zu kompensieren, Fertigungskapazitäten auszubauen

und Einsparpotentiale zu erzielen.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen

für die kostenoptimierte

Blechbearbeitung ist ein perfektes

Materialhandling. Dieses lässt sich

nur erzielen, wenn Lager und Produktion

Hand in Hand arbeiten und

als Gesamtlösung funktionieren.

Denn das perfekte Ineinandergreifen

von Bevorratung, Materialhandling

und Verarbeitung gewährleistet

flexible und effiziente

Produktionsprozesse.

Auf der diesjährigen Blechexpo

präsentiert Remmert seine „integrationsstarken“

Systeme für eine vollautomatisierte

Produktion. Dazu gehört

unter anderem der Laser FLEX

4.0 – ein System zur mannlosen Beschickung

von Laseranlagen. Die

ausgeklügelte Shuttlelösung verfügt

über zwei Bereitstellungsebenen:

einen Ver- und einen Entsorger. So

wird die Beschickung von Laseranlagen

entkoppelt und das Material

binnen 60 Sekunden gewechselt.

Produktionsmaschinen

sprechen mit Lagersystem

Durch die Kombination mit den Lager -

lösungen BASIC Tower 4.0 und Midi

Blechlager sorgt Remmert für eine

vollautomatisierte Versorgung der

Produktion. Soll ein Auftrag bearbeitet

werden, kommunizieren die

an die Systeme angeschlossenen

Maschinen eigenständig mit dem

Lager. Die Vakuumeinheit des Laser

FLEX 4.0 transportiert das Rohmaterial

daraufhin vollautomatisiert

vom Lager zum Fertigungsbereich.

Durch eine optimale Maschinenauslastung

sowie reduzierte Handlingund

Nebenzeiten profitieren Anwender

dem Unternehmen zufolge von

schnellen und flexiblen Produktionsprozessen.

2

[ kontakt ]

Remmert GmbH

32584 Löhne, Tel. +49 5732 896-0

www.remmert.de

Blechexpo: Halle 1, Stand 1612

20 Stahlreport 10|17


Bild: Schäfer Werke

Vor allem die Anarbeitungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt

des gemeinsamen Messeauftritts des EMW Stahl-Service-

Centers und SCHÄFER Lochbleche bei der Blechexpo vom

7. bis 10. November in Stuttgart.

EMW und Schäfer Lochbleche

gemeinsam auf der Blechexpo 2017

Doppelt hält besser

EMW Stahl-Service-Center und SCHÄFER Lochbleche

stellen auf der diesjährigen Blechexpo in Stuttgart

vom 7. bis 10. November am Stand 4101 in Halle 4 ihre

Kompetenz in der Stahlverarbeitung vor. Neben der

breiten Güten- und Lochbildvielfalt für die weiterverarbeitende

Metall-, Automobil- und jüngst auch

Agrarindustrie stehen in diesem Jahr besonders die

Möglichkeiten der Anarbeitung im Mittelpunkt.

AUS EDELSTAHL

NAHTLOSE

ROHRE

ab Lager verfügbar

Das Leistungs- und Produktportfolio der zwei Geschäftsbereiche

der SCHÄFER Werke passen gut zusammen: Als eines

der größten werksunabhängigen Stahl-Service-Center stellt

die EMW Coils, Spaltbänder, Zuschnitte und auch Ronden aus

verschiedenen Werksstählen her. Bis zu 130.000 t sind dabei

ständig auf Lager und jederzeit abrufbar. Aktuell erweitert das

Stahl-Service-Center sein Logistikzentrum um eine weitere,

12.000 m 2 große Halle.

Eine große Flexibilität im Umgang mit kundenspezifischen

Anforderungen ist für die Unternehmen von besonderer Bedeutung.

Ermöglichen sollen dies der umfangreiche Maschinenpark

sowie der eigene Werkzeugbau der Schäfer Lochbleche.

Gerade das große Anarbeitungsportfolio sieht das

Unternehmen als großen Vorzug. Aufträge können Schäfer

Lochbleche zufolge sehr schnell umgesetzt und bei ausgewählten

Lochblechformaten auch direkt ab Lager bestellt werden.

„Von dieser engen Verzahnung profitieren die Kunden der

EMW wie auch der SCHÄFER Lochbleche. Wir sind aufgrund

der schnellen Verfügbarkeit des Vormaterials permanent in

der Lage, unseren Kunden eine breite Palette an Lochbildern

in kürzester Zeit zu liefern“, sagt Alexander Toumassian, Vertriebsleiter

SCHÄFER Lochbleche. 2

Neben einem

umfangreichen Lieferprogramm

für Langprodukte aus Edelstahl,

Aluminium und Buntmetallen, führen

wir nun auch nahtlose Edelstahlrohre!

Wir haben, was Sie brauchen

– in allen gängigen Abmessungen und

Ausführungen direkt ab Lager.

Effizient und herrlich einfach – die Online Tool Box!

[ kontakt ]

SCHÄFER Werke GmbH

57290 Neunkirchen,Tel. +49 2735 787-258

www.schaefer-werke.de

Blechexpo: Halle 4, Stand 4101

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

Telefon: +49 0 40 700165-0

www.voss-edelstahl.com

Stahlreport 10|17

21

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


Messen

und Märkte

EMO

Welche Herausforderungen die EMO in Hannover offengelegt hat

Vernetzen und Vertrauen

„Connecting systems for intelligent production“ lautete das Motto der diesjährigen EMO. Dabei zeigte

die Branche der Metallbearbeitung Mitte September wirtschaftliche und technische Zukunftsfähigkeit

– insbesondere, weil die Digitalisierung klassische Herausforderungen der Produktion besser zu

bewältigen hilft, wie es bereits auch die Vorberichterstattung in dieser Fachzeitschrift an einzelnen

Beispielen deutlich gemacht hat (7/8 2017, S. 22ff und 9 2017, S. 28f). Die großen Felder des Fortschritts

sind dabei die Werkstoffwissenschaften, das Wissensmanagement und die Wirtschaftswissenschaften

(vgl. Fortsetzung der Messeberichterstattung zur EMO in 11 2017). Vor allem aber kommt es bei der

Vernetzung auf Vertrauen an (vgl. Kasten S.24).

Hannover bereitete der „Welt

der Metallbearbeitung“, wie es im

Untertitel zur EMO heißt, nach vierjähriger

Pause einen ganz großen

Bahnhof: Zur Eröffnung kamen Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier

sowie u.a. der niedersächsische

Ministerpräsident Stephan Weil.

Sie konnten mehr als 2.000 Aussteller

aus rund 50 Ländern begrüßen.

Und überall in der Stadt war auf Fahnen

und Plakaten das bunte Rautenlogo

der EMO präsent.

Den Kern der von der Messe ausgehenden

Botschaft formulierte

EMO-Generalkommissar Carl Martin

Welcker zu Veranstaltungsbeginn:

Die komplette Vernetzung der

gesamten Produktionslinien der Metallbearbeitung

in Echtzeit bringe

für die beteiligten Unternehmen nur

dann den größten Mehrwert, wenn

sie inhouse die horizontale Kommunikation

vom Auftragseingang bis

hin zur Auslieferung realisiere sowie

zudem externe Partner integriere –

nämlich Kunden, Logistikpartner

und die Zulieferer des Handels.

Dass auch die Wissenschaft als

externer Partner dazugehört, machte

„Für die WGP ist Industrie 4.0 ein zentrales

Zukunftsthema, dem wir uns in vielen

Instituten widmen. Denn nur Unternehmen,

die sich diesem Thema öffnen, werden

wettbewerbsfähig bleiben.“

Eberhard Abele, Präsident der WGP

22 Stahlreport 10|17


„Es ist keine Frage mehr, dass Schichtbautechnologien

in Zukunft Normalität im

Fertigungsalltag sein werden und der Absatz

von Fräsmaschinen oder Spritzgussmaschinen

immer weiter zurückgeht.“

Carl Fruth, Vorstandsvorsitzender der FIT AG

die vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) organisierte

industrie 4.0 area deutlich.

Auf dieser 650 m 2 großen Sonderfläche

in Halle 25 stellten Fraunhoferund

universitäre Forschungsinstitute

der Wissenschaftlichen Gesellschaft

für Produktionstechnik (WGP)

neueste Entwicklungen zur vernetzten

Produktion vor. Neben der WGP

– einem Zusammenschluss führender

deutscher Maschinenbau-Professoren

mit Eberhard Abele als Präsident

an der Spitze – zeigten

Industrievertreter, welche Lösungen

sie bereits in die Praxis umgesetzt

haben.

Wirtschaftliche und

technische Zukunftsfähigkeit

Die diesjährige EMO fand in einem

einigermaßen stabilen konjunkturellen

Umfeld mit hohem Niveau

statt, wie z.B. die aktuellen Bestellzahlen

belegen. Für das zweite Halbjahr

und als Messefolge erhoffte sich

der VDW allerdings einen Bestellschub:

z Im zweiten Quartal 2017 fiel der

Auftragseingang der deutschen

Werkzeugmaschinenindustrie im

Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um 7 %. Dabei büßten der Inlandsbestellungen

27 % ein, die Auslandsorders

wuchsen um 4 %.

z Damit sank der Auftragseingang

im ersten Halbjahr 2017 insgesamt

um 1 %. Die Inlandsaufträge verloren

15 %. Der Auslandsauftragseingang

stieg um 6 %. Dabei lief

die Teilbranche der Umformtechnik

etwas besser als die der Zerspanung.

„Mit den Halbjahreswerten liegen

wir auf Linie unserer Erwartungen“,

sagte Dr. Wilfried Schäfer, Geschäfts-

führer des Branchenverbands, der

zum Rückgang der Inlandsorders

zudem auf einen massiven Basiseffekt

verwies, der von ungewöhnlich

hohen Auftragszuwächsen im ersten

Halbjahr 2016 ausgegangen sei.

So gab es im September aus Hannover

positive wirtschaftliche Signale

und zudem die Botschaft, dass

die Tage der klassischen Werkzeugmaschine

(noch) keineswegs gezählt

sind.

Formuliert wurde dieses Credo

ausgerechnet von Carl Fruth, dem

Vorstandsvorsitzenden der FIT AG,

die in diesem Frühjahr am Firmensitz

im oberpfälzischen Lupburg eine

erste additive Fabrik eröffnet hatte,

der schon bald weitere Produktionsanlagen

für das Additive Manufacturing

folgen sollen.

Für Carl Fruth ist in diesen Zusammenhängen

klar, dass Schichtbautechnologien

in Zukunft im Fertigungsalltag

Normalität sein werden

und der Absatz von Fräs- oder Spritzgussmaschinen

immer weiter zurückgeht.

Damit sei die klassische

Werkzeugmaschine aber keineswegs

tot. Das belegten eindrucksvoll die

Innovationen, mit denen Aussteller

der EMO 2017 aufwarten konnten.

Als Hemmschuh für den Durchmarsch

additiver Technologie in der

individualisierten Massenfertigung

gelten nach wie vor fehlende produktionstaugliche

Fertigungsanlagen.

Das zu ändern, bedarf es nach

Carl Fruth einer neuen Generation

von Konstrukteuren, die funktionsorientiert

denkt und teamorientiert

handelt. Additives Herstellen bedeute,

dass mit der Gestaltung nicht

nur die Geometrie, sondern auch die

Materialeigenschaften sowie die Bauteilkosten

wesentlich festgelegt werden.

Diese Komplexität erfordere

spezielles Training und Erfahrung

sowie geeignete Softwaretools.

Klassische Herausforderungen

digitalisiert meistern

Vor allem anhand dreier Kriterien

aus der Industriepraxis hat die EMO

das Potenzial der Digitalisierung

deutlich gemacht:

z Energieeffizienz

z Logistik

z Sicherheit

In Hannover wurden auch erste konkrete

Lösungen für die energieeffiziente

Produktion von Morgen vorgestellt,

wie sie etwa in der

ETA-Fabrik der Technischen Universität

Darmstadt entwickelt werden.

Es geht dort auch um das Ziel

der Bundesregierung, die industrielle

Energieeffizienz zu steigern

und so den Energieverbrauch bis

zum Jahr 2050 im Vergleich zu 2008

zu reduzieren.

Dazu geht es beispielsweise um

das energetische Zusammenwirken

von Fabrikgebäuden und deren technischer

Ausstattung mit dem Maschinenpark.

Der rote Faden ist die

mehrfache Vernetzung der einzelnen

Bausteine der Fabrik: Ein Wärmenetz

verbindet über Wasserrohre

die Maschinen untereinander und

mit der Gebäudehülle. Die mit sehr

kleinen Rohren durchzogene Fassade

reagiert auf die Temperatur der

Außenwelt und passt sich an sie an,

indem sie das Wasser in den Rohren

entweder kühlt oder erhitzt.

Zur Realisierung einer digital

vernetzten Fertigung werden intelligente

Spannmittel eine zentrale

Rolle spielen – und damit das logistische

Umfeld der Produktion. Davon

gibt man sich beim Fachverband

Präzisionswerkzeuge im Verband

Stahlreport 10|17

23


Messen

und Märkte

EMO/Nachrichten

„Ein Pferdefuß war im ersten Halbjahr

allerdings die Inlandsnachfrage. …

Zudem versprechen wir uns von der

EMO Hannover 2017 einen großen Schub.“

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) überzeugt.

„Die Kunden haben mittlerweile

größtenteils die Bedeutung und das

Potenzial der Spanntechnik in einer

prozessorientierten Fertigung verstanden

und verinnerlicht.“ Davon

zeigt sich Jürgen Förster überzeugt,

Prokurist und Vertriebsleiter der

AMF Andreas Maier GmbH & Co.

KG aus Fellbach. „Lag der Fokus früher

z.B. auf schnelleren Werkzeugmaschinen

oder längeren Standzeiten

der Schneidstoffe, so hat die

Spanntechnik heute mindestens den

gleichbedeutenden Stellenwert.“ Die

nahtlose Vernetzung und Kommunikation

der Spannmittel mit der

Werkzeugmaschine seien entscheidende

Faktoren für optimierte Fertigungslösungen.

Im Unternehmensalltag der Produktion

geht es zudem beispielsweise

um Sicherheitsfragen, denen

am 19.9. auf der EMO ein eigener

Safety Day gewidmet war. Schließlich

gilt die Interaktion von Mensch

und Maschine als wesentliches Bewährungsfeld

für die Digitalisierung.

Aus Anlass des Sicherheitstages

wurde einmal mehr deutlich, dass

die Normen zur Sicherheit von Werkzeugmaschinen

derzeit vom VDW

überarbeitet bzw. neu formuliert

werden. Dafür gibt es einen eigenen

Arbeitskreis. Denn: Außer den Zer-

spanungsverfahren sind im vergangenen

Jahr die Pressen und Laserbearbeitungsmaschinen

in den Aufgabenkatalog

aufgenommen worden.

Letztere hätten noch überhaupt

keine normativen Vorgaben für Sicherheitsfunktionen.

Besonders kritisch

könne die Störungsbeseitigung

bzw. die Instandhaltung sein, wenn

dabei Sicherheitseinrichtungen deaktiviert

würden. 2

[ Info ]

Die nächste EMO findet vom 16.-21.9.19

wiederum in Hannover statt.

Vernetzte Produktion

Brancheninitiative gestartet

Der VDW hat auf der EMO Hannover 2017 erstmals die

Brancheninitiative der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie

für die vernetzte Produktion vorgestellt. Dabei

wurden die besonderen technischen Herausforderungen

dieses Projekts, aber auch die Ansprüche an das

Vertrauen der Wettbewerber untereinander deutlich.

„Ziel ist es, einen Standard für die Anbindung unterschiedlichster

Maschinensteuerungen an eine gemeinsame

Schnittstelle – einen Connector – zu entwickeln

und softwaretechnisch zu implementieren“, gab Dr.

Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des Vereins Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), bekannt. In

der ersten Projektphase ist ein Kernteam mit den Firmen

DMG Mori, Emag, Grob, Heller, Liebherr-Verzahntechnik,

United Grinding, Trumpf und dem VDW beteiligt.

Der VDW-Vorstand hatte dieses Projekt im Frühjahr beschlossen,

weil es bisher an einer einheitlichen und

durchgängigen Lösung fehlt. Mit dem geplanten Standard

sollen Daten aus unterschiedlichen Maschinen mit

unterschiedlichen Steuerungen vieler Generationen

ausgelesen und in einem standardisierten Datenformat

in die Fertigungsleitsysteme oder in die Cloud befördert

werden können, um sie auszuwerten und für Optimierungsaufgaben

zu nutzen. „Dies ist eine Grund vor -

aussetzung für den Erfolg von Industrie 4.0, gerade

auch im Mittelstand“, stellte Prokop fest.

Foto: VDW

Die Brancheninitiative Industrie 4.0 des VDW wurde im Rahmen

der EMO Hannover 2017 vorgestellt. Von l. n. r.: Dr. Klaus

Finkenwirth (Geschäftsführer Liebherr Verzahntechnik GmbH,

Kempten), Dr. Heinz-Jürgen Prokop (Vorsitzender des VDW),

Klaus Winkler (Geschäftsführer Heller Maschinenfabrik GmbH,

Nürtingen), Dr. Wilfried Schäfer (Geschäftsführer des VDW).

Im ersten Quartal 2018 sollen bereits Ergebnisse

vorliegen. Mit dieser Kooperation betreten die

Werkzeugmaschinenindustrie und der VDW nach

eigener Einschätzung Neuland. „Nach unserer

Überzeugung ist es gut und richtig, etwaige Bedenken

gegen Kooperationen über Bord zu werfen,

das Prinzip des Teilens von Wissen zu übernehmen,

davon zu profitieren und an einer gemeinsamen

Lösung zu arbeiten“, resümierte Prokop. Mit

den Ergebnissen würden auch die Mittelständler

sehr schnell handlungsfähig.

24 Stahlreport 10|17


Länger geöffnet

Eisenwarenmesse in Köln

Die Internationale Eisenwarenmesse

öffnet im kommenden Jahr wieder an vier

Tagen ihre Pforten: vom 4.-7.3. in Köln.

Beim letzten Event dieser Art waren es in

2016 nur drei Öffnungstage gewesen.

Trotzdem waren rund 44.000 Fachbesucher

gekommen, diese Hartwarenplattform

zu nutzen. Dies hatte zu einer starken

zeitlichen Konzentration der

Geschäftsaktivitäten geführt. Deshalb ist

die INTERNATIONALE EISENWAREN-

MESSE diesmal länger geöffnet – am letzten

Messetag allerdings nur bis 17 Uhr.

„Durch den zusätzlichen Messetag können

wir als Messeveranstalter das Versprechen,

Geschäftsbeziehungen aufzubauen,

zu fördern und zu intensivieren vollumfänglich

erfüllen und kommen gleichzeitig

dem Wunsch der Industrie nach mehr Zeit

zur Durchführung ihres Business nach.“

Das erklärte Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin

der Köln Messe GmbH, zu

den Planungen. Das hohe Niveau des Besucheraufkommens

2016 sei ein positives

Zeichen, dass die Eisenwarenmesse als

Pflichttermin gesetzt ist.

Nortec 2018 in Hamburg

Messe für den sich digitalisierenden Mittelstand

Zu den wichtigsten stahlrelevanten

Messeterminen im neuen Ausstellungsjahr

2018 gehört die Nortec – „Die Fachmesse für

die Produktion im Norden“, wie es im Untertitel

heißt, vom 23.-26.1. in Hamburg. Unter

dem Titel „4.0 – Praxis für den Mittelstand“

will sie eine Plattform für Digitalisierungsthemen

sein.

Was das bedeutet, soll sich bei der NORTEC

nicht nur auf den Messeständen zeigen, auf

denen es um Lösungsansätze für die Effizienzsteigerung

in der Produktion sowie um Überblicke

zu aktuellen Entwicklungen in der Vernetzung

von Mensch und Maschine sowie von

Maschinen untereinander geht. Angeboten

werden zudem Foren und Workshops. Darin

soll auch eine Rolle spielen, die Komplexität

des Themas entlang der Wertschöpfungsketten

zu reduzieren und klein- bzw. mittelständischen

Unternehmen Antworten auf individuelle

Herausforderungen an die Hand zu geben.

Dieser Plan ist kein punktueller Ansatz, vielmehr

setzt er auf Kontinuität. Das zeigt das

große Interesse an der Workshopreihe „Auf

Foto: NORTEC, Stephan Wallocha

dem Weg zur Fertigung 4.0“, von dem der veranstaltende

Verband Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA) berichtet. Ein Jahr

nach dem Auftakt im Rahmen der Nortec 2016

hatte der VDMA Anfang 2016 zu einer Zwischenbilanz

eingeladen und angekündigt, auf

der Anfang 2018 anstehenden Messe in Hamburg

zu diesem Thema in die dritte Runde

gehen zu wollen. Industrie 4.0 habe sich zu

einem Megatrend entwickelt – auch für den

Mittelstand.

[ Info ]

Details zu den Messeplanungen gibt es unter

www.nortec-hamburg.de.

Nach der AMB ist

vor der AMB

Eine erfolgreiche AMB 2016 hat dafür gesorgt,

dass die Vorfreude auf die AMB

2018 steigt. Davon zeigen sich die Messemacher

aus und für Stuttgart überzeugt.

Das Event findet vom 18-22.9.18

statt – auf mehr als 120.00 Bruttoquadratmetern

und u.a. in einer neuen Messehalle.

Erwartet werden dann rund

1.500 Aussteller und etwa 90.00 Fachbesucher.

Ihre Themen sind spanende und

abtragende Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge,

Messtechnik und Qualitätssicherung,

Roboter sowie Werkstückund

Werkzeughandhabungstechnik. Unterstützt

wird die AMB 2018 von den ideellen

Trägerverbänden VDW Verein Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken sowie

insbesondere aus dem Bereich des Verbands

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) – dem VDMA Fachverband

Präzisionswerkzeuge sowie dem

VDMA Fachverband Software und Digitalisierung.

Für Guss- und Schmiedeteile:

Neue Fachmesse in Stuttgart

Die Messe Stuttgart erweitert mit der

CastForge ihr Produktportfolio im Bereich der

Industrieausstellungen. Die Präsentation für

Guss- und Schmiedeteile mit Bearbeitung feiert

vom 5. bis 7. Juni 2018 Premiere in der Landeshauptstadt

von Baden-Württemberg.

Abgestimmt wurde das Konzept zur neuen

Fachmesse auf die Bedürfnisse der Industrie-

Unternehmen – auf der Aussteller- wie auf Besucherseite.

Insbesondere: Mit der CastForge

bietet die Messe Stuttgart den Herstellern erstmals

eine eigene Plattform, um ihr umfangreiches

Leistungsspektrum und die vielfältigen

Produkte aus Stahl-, Grau- und Sphärogusssowie

Nichteisen-Guss und Schmiedeteile

einem breiten Publikum zu präsentieren.

Verbände und Branchenexperten bestätigen:

Gießerei- und Schmiedeerzeugnisse sind so gefragt

wie nie und werden auch in Zukunft stark

nachgefragt sein. Das liegt zum einen an der

guten Auftragslage in den klassischen Abnehmerbranchen

wie dem Fahrzeug-, Maschinensowie

Anlagenbau, aber auch am wachsenden

Bedarf in neuen Märkten wie beispielsweise

dem Sektor für erneuerbare Energien oder im

Zuge des digitalen Wandels in der industriellen

Fertigung, der ohne moderne Guss- und

Schmiedeteile undenkbar wäre.

In diesem Zusammenhang sind flexible Gießereien

und Schmieden gefragt, die schnell auf

individuelle Kundenwünsche, auch in der Kleinserie,

reagieren können. „Mit der CastForge

haben wir ein Messekonzept entwickelt, das

eine Lücke in der Messelandschaft schließt

und die positive Resonanz seitens der Aussteller

bestätigt uns in dieser Entscheidung.“ Das

erklärte Ulrich Kromer, Geschäftsführer der

Messe Stuttgart, die neue Veranstaltung.

Die neue Fachmesse findet zeitlich parallel zu

den Automotive Shows des englischen Veranstalters

UKIP, der Surface Technology der

Deutschen Messe AG und der LASYS – Internationale

Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung

der Messe Stuttgart statt.

Stahlreport 10|17

25


Schwerpunkt

Konjunktur

Einkaufsmanager-Index beeindruckt

In Höchstform

Nach der leichten Delle im Juli hat die deutsche Wirtschaft im August 2017 wieder an Dynamik

gewonnen und ist fast so stark gewachsen wie zum Sechs-Jahreshoch im Mai und Juni. Eine solche

Höchstform signalisiert der im September veröffentlichte EMI. Er stieg im August binnen Monatsfrist

um 1,2 Punkte auf 59,3 und erreichte damit den dritthöchsten Wert seit April 2011. Gleichzeitig

notiert dieser Konjunktur-Indikator bereits seit beeindruckenden 33 Monaten über der neutralen

Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.

Dies ist der zweitlängste Zeitraum

ununterbrochenen Wachstums

seit Umfragebeginn vor 21 Jahren.

Für den August machte der BME-

Einkaufsmanager-Index (EMI) deutlich,

dass beschleunigtes Produktionswachstum

mit einem höheren

Auftragsplus einherging. Beim

Exportneugeschäft verbuchten die

Unternehmen sogar den stärksten

Zuwachs seit Mai 2010. Gleichzeitig

verlängerten sich die Lieferzeiten

allerdings so drastisch wie zuletzt

im April 2011.

Traditionsgemäß hat der BME

zu den EMI-Fakten auch wieder Teil -

indizes sowie Kommentare veröffentlicht:

Teilindizes

z Infolge des hohen Auftragseingangs

fiel die 52. Produktionssteigerung

in Folge wieder stärker aus

als zum Sechs-Monatstief im Juli.

Der entsprechende Teilindex der

Industrieproduktion kletterte auf

den vierthöchsten Wert seit April

2011. Deutlich mehr produziert

wurde im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich,

während sich

die Erzeugung im Konsumgüterbereich

abschwächte.

z Auch der Auftragseingang erholte

sich von seiner leichten Delle im

Juli wieder und wies das dritthöchste

Plus seit April 2011 aus.

Verstärkte Zuwächse verbuchten

die Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller,

im Konsumgüterbereich

schwächte sich die Nachfrage

hingegen ab.

z Die Auslandsbestellungen legten so

kräftig zu wie seit Mai 2010 nicht

mehr. Der entsprechende Teilindex

stieg auf den siebthöchsten

Wert seit Umfragebeginn im April

1996. Besonders gefragt waren Industrieerzeugnisse

„Made in Germany“

diesmal in Asien. Seit August

2015 verbuchen die Firmen

nun bereits ununterbrochen Exportorderzuwächse.

z Der 17. Stellenaufbau in Folge

schwächte sich zwar zum dritten

Mal hintereinander von seinem

Sechs-Jahreshoch im Mai ab, er

zählte jedoch erneut zu einem der

stärksten seit Umfragebeginn. Erhebliche

Zuwächse vermeldeten

der Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich,

im Konsumgüterbereich

wurden hingegen vereinzelt

Stellen gestrichen.

z Der 14. Anstieg der Einkaufspreise

in Folge fiel wieder stärker aus als

in den beiden Vormonaten. Die extremen

Werte, die zwischen Dezember

2016 und Mai 2017 verzeichnet

worden waren, wurden

jedoch nicht erreicht. Der Konsumgüterbereich

vermeldete den kräftigsten

Anstieg. Die Verkaufspreise

wurden im August infolge der Verteuerung

von Rohstoffen wieder

fast genauso stark angehoben wie

26 Stahlreport 10|17


zum 68-Monatshoch im Februar.

Alle drei von der Umfrage erfassten

Industriebereiche erhöhten ihre

Verkaufspreise kräftig.

Kommentare

„Der starke Anstieg des EMI-Teilindex

Industrieproduktion ist ein Indiz

für die anhaltend gute Verfassung

der deutschen Wirtschaft. Daran

dürfte sich auch in den kommenden

Monaten nichts ändern“, betonte Dr.

Silvius Grobosch, Mitglied des

geschäftsführenden Bundesvorstandes

des Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V.

(BME), bei der Vorlage der neuesten

Zahlen.

„Der EMI lässt sich nicht unterkriegen.

Das heißt nichts anderes, als

dass sich die deutsche Industrie auf

einem stabilen Wachstumspfad befindet“,

kommentierte Dr. Gertrud

R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba

Landesbank Hessen-Thüringen,

bei dieser Gelegenheit. Vielleicht bekomme

US-Präsident Donald Trump

jetzt doch eine Steuerreform hin, so

dass die Impulse aus den USA im

nächsten Jahr noch etwas zunehmen

werden. Protektionistische

Maßnahmen stehen nach Einschätzung

der Helaba-Bankdirektorin zumindest

derzeit nicht mehr im Mittelpunkt.

Nach Ansicht von Dr. Ulrich

Kater, Chefvolkswirt der DekaBank,

scheint das Wirtschaftsvertrauen

unerschütterlich. „Die zahlreichen

Unsicherheitsfaktoren in den vergangenen

zwei Jahren konnten den

Stimmungshöhenflug nicht aufhalten;

auch nicht die jüngsten Konflikte

mit Nordkorea oder der Türkei.

Die Zahlen deuten an, dass eine

Abkühlung der Konjunktur im dritten

Quartal nicht in Sicht ist“, sagte

Kater.

„Der Aufschwung ist mittlerweile

auch in der Industrie voll angekommen.

Die Investitionen legen endlich

zu und der Konsum wirkt

weiter als Konjunkturstütze“, kommentierte

Sophia Krietenbrink, Konjunkturexpertin

beim Deutschen Industrie-

und Handelskammertag. Die

deutschen Exporteure trotzten den

wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten.

Ein wachsendes Problem aus

Sicht der Unternehmen sei allerdings

der Fachkräftemangel. Betriebe

in weiten Teilen Deutschlands

fänden nicht mehr die nötigen Mitarbeiter,

um Aufträge abzuarbeiten.

Grundlagen: Der IHS Markit/

BME-Einkaufsmanager-Index (EMI)

gibt einen allgemeinen Überblick

über die konjunkturelle Lage in der

deutschen Industrie. Der Index erscheint

seit 1996 unter Schirmherrschaft

des BME, Frankfurt. Er wird

vom Anbieter von Unternehmens-,

Finanz- und Wirtschaftsinformationen

IHS Markit mit Hauptsitz in London

erstellt und beruht auf der Befragung

von 500 Einkaufsleitern/

Geschäftsführern der verarbeitenden

Industrie in Deutschland (nach

Branche, Größe, Region repräsentativ

für die deutsche Wirtschaft ausgewählt).

2

Trotz positiver Bewertung:

Dunkle Wolken für Zulieferer

Die Lagebewertung der deutschen Zulieferer

zeigte sich auch im August 2017

prinzipiell positiv. Dennoch gab es erste Anzeichen,

dass ein oberer Wendepunkt bei

der Geschäftslage in Sichtweite rücken

könnte. Sorgen macht vor allem die Automobilbranche.

Zudem hat sich die Einschätzung der aktuellen

Lage nicht mit der Dynamik vergangener

Monate verbessert. Auch der Blick auf

die Perspektiven erinnert an Grenzen einer

weiteren gradlinigen Konjunkturerholung.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie

wird von der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

ArGeZ in Zusammenarbeit mit

dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er beruht

auf der Befragung von rund 600 Unternehmen

und deckt die in der Arbeitsge-

Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland März 2017

Saldo der positiven und negativen Meldungen

60

50

40

30

Aktuelle Lage

Zukunftserwartungen

meinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen

Branchen Gießerei-Industrie,

Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung,

NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie

sowie Technische Textilien

ab.

Dies ist vor dem Hintergrund eines schwächelnden

Fahrzeugbaus in Deutschland zu

sehen. Bis einschließlich Juli lag die Pkw-

Fertigung um vier Prozent im Minus. Dies

können nur Zulieferer ausgleichen, welche

auch auswärtige OEMs im Kundenportfolio

haben. Dort läuft es noch etwas runder: Die

Zulassungen importierter Pkw liegen aktuell

zweistellig im Plus. Nur machen diese nicht

einmal ein Drittel der innerdeutschen Zulassungen

aus.

Quelle: ArGeZ

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

-80

Jan 06 Jan 07 Jan 08 Jan 09 Jan 10 Jan 11 Jan 12 Jan 13 Jan 14 Jan 15 Jan 16 Jan 17 Jan 18

Stahlreport 10|17

27


Schwerpunkt

Konjunktur

Bauhauptgewerbe:

Halbjahresbilanz

2017

Umsatz*

im Bauhauptgewerbe

in % zum Vorjahreszeitraum,

nominal Januar bis Juni 2017

Auftragseingang*

im Bauhauptgewerbe, in % zum Vorjahreszeitraum,

nominal Januar bis Juni 2017

+10,2%

+11,3%

+9,1%

Quelle: Hauptverband

+10,7%

Wohnungsbau Öffentlicher Bau

Bau insgesamt Wirtschaftsbau

Umsatzrekord im ersten Halbjahr

Bauhauptgewerbe

Die Bilanz für das erste Halbjahr 2017 im Bauhauptgewerbe ist ausgesprochen positiv

ausgefallen: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie Ende August festgestellt hat,

haben die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten für die ersten sechs Monate ein Umsatzplus

von nominal 10,2 % gemeldet. Damit erreichte der Umsatz einen neuen Rekord:

Der Halbjahres-Wert war der höchste seit fast 20 Jahren.

Auch für das zweite Halbjahr

ist die Branche optimistisch: 93% der

Unternehmen erwarten für die letzten

sechs Monate des Jahres eine günstigere

oder zumindest gleichbleibende

– und somit gute – Geschäftslage. Dies

verwundert nicht, denn der Auftragseingang

legte im ersten Halbjahr

schließlich um nominal 5,5% zu.

Wohnungsbau

Für den Wohnungsbau meldeten die

Baubetriebe für das erste Halbjahr ein

Umsatzplus von 11,3% und ein Orderplus

von 4,9 %. Die Bausparte profitierte

nicht nur von den nach wie vor

niedrigen Zinsen, sondern auch von

der weiterhin guten Arbeitsmarktlage

sowie den Wanderungsbewegungen

insbesondere in die Großstädte.

Auf den ersten Blick verwundert

deshalb die aktuelle Entwicklung der

Baugenehmigungen: Im ersten Halbjahr

wurde der (Neu- und Um-) Bau

von 170.000 Wohnungen genehmigt,

7,3% weniger als im vergleichbaren

Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang

ist aber nicht auf ein Abflachen der

Nachfrage, sondern auf einen Basiseffekt

zurückzuführen: In den ersten

sechs Monaten 2016 waren die Genehmigungen

– aufgrund des Vorzieh-

effektes durch die Verschärfung der

Energieeinsparverordnung – um 30%

gestiegen. Hinzu kommt, dass die Baugenehmigungen

– insbesondere in

Städten mit hoher Zuwanderung wie

Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Köln,

Hamburg und München – nach wie

vor hoch sind: Diese lagen in der

Summe der genannten Städte um

20,6 %, die Neubaugenehmigungen

von Mehrfamilienhäusern (inkl. Wohnheime)

sogar um 27,2 % über dem Vorjahresniveau.

Von einem Ende des

Wohnungsbaubooms kann somit nicht

die Rede sein.

Öffentlicher Bau

Auch der Öffentliche Bau hat das erste

Halbjahr 2017 positiv abgeschlossen:

Der Umsatz stieg um 10,7%, der Auftragseingang

um 7,2%.

Der Hauptverband führt dies überwiegend

auf den „Investitionshochlauf“

bei den Verkehrswegeinvestitionen

des Bundes zurück. Entsprechend

stark legte der Straßenbau zu: Die Unternehmen

meldeten einen Anstieg

des Umsatzes und des Auftragseingangs

von 13,1 % bzw. 8,8 %.

Dies deckt sich auch mit den Angaben

des Bundesfinanzministeriums:

Laut aktuellem Monatsbericht lagen

die Ausgaben des Bundes für den Straßenbau

in diesem Zeitraum um 9,7%

über dem Niveau des vergleichbaren

Vorjahreszeitraums. Aber auch der

„Kommunalinvestitionsförderungsfonds“

scheint bei den Unternehmen

anzukommen: Der Umsatz im Öffentlichen

Hochbau stieg um 7,6 %, der

Auftragseingang um 11,5%.

Wirtschaftsbau

Positive Signale kamen auch aus dem

Wirtschaftsbau: Der Umsatz legte im

ersten Halbjahr um 9,1% und der Auftragseingang

um 4,3% zu. Besonders

stark gestiegen ist der Umsatz im Wirtschaftshochbau

(+ 11,2 %), auch die

Nachfrage legte im ersten Halbjahr zu

(+5,3%). Der Wirtschaftstiefbau entwickelte

sich hingegen unterdurchschnittlich:

Der Umsatz stieg im

ersten Halbjahr um 5,8%, der Auftragseingang

sogar nur um 2,6%.

Angesichts der zusätzlichen Mittel

für die Deutsche Bahn AG hätte der

Hauptverband mit einer besseren Entwicklung

gerechnet. Laut Monatsbericht

des Bundesfinanzministeriums

sind im ersten Halbjahr auch erst 34%

der Mittel für 2017 abgeflossen, im

vergleichbaren Vorjahreszeitraum

waren es fast 40 %. 2

28 Stahlreport 10|17


Was der Maschinen- und Anlagenbau erwartet

Fortgesetzter Aufschwung

Der konjunkturelle Aufschwung des laufenden Jahres wird sich

nach Ansicht der VDMA-Volkswirte 2018 in dem bisherigen Tempo

fortsetzen. Daher rechnet der VDMA auch im kommenden Jahr mit

einem Zuwachs um 3 %. Für das laufende Jahr hatte der Verband

bereits im Juli seine Prognose auf real plus 3 % im Vergleich zum

Vorjahr angehoben.

Groß- und Außenhandel

Gute Zahlen und

bessere Prognosen

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA) hat im

September in Berlin beeindruckende Zahlen

für die bisherige Distribution in 2017 vorgelegt

– und für seine beiden klassischen Tätigkeitsfelder

die Jahresprognosen erhöht.

„Wir sind hier auf einem sehr

guten Weg. In den ersten sieben Monaten

2017 haben die Maschinen- und

Anlagenbauer ein Produktionswachstum

von 2,9 % erreicht“, sagte VDMA-

Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

„Politische und wirtschaftliche Krisen

sowie weiter notwendige Strukturreformen

verhindern eine deutlichere

wirtschaftliche Erholung in

vielen Ländern. Daher wird das Wachstum

2018 keine stärkere Dynamik

erreichen, es wird sich lediglich regional

verschieben.“ So der Experte aus

dem Verband Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA), der regionenorientiert

analysiert.

Regionale Analysen

Im größten Absatzmarkt, in Deutschland,

stehen die Zeichen für 2018 auf

Expansion. Die Kapazitäten in der

Industrie sind inzwischen so stark

ausgelastet, wie seit 2008 nicht mehr.

Es mehren sich bei den Kunden die

Klagen über Kapazitätsengpässe bei

Maschinen und Anlagen. „Das sollte

den dringend notwendigen Ausrüstungsinvestitionen

endlich auf die

Sprünge helfen“, erläuterte Wiechers.

In den USA, dem größten Exportmarkt

des deutschen Maschinenbaus,

läuft die Konjunktur bereits in diesem

Jahr spürbar besser als im vergangenen.

Die Ausrüstungsinvestitionen

haben deutlich zugelegt, die

deutschen Maschinenexporte in die

USA sind im ersten Halbjahr nominal

um 7 % gestiegen. 2018 könnte es

angesichts verbesserter Absatz- und

Ertragserwartungen sogar noch eine

leichte Beschleunigung der Investitionen

geben. „Allerdings gibt es in

Bezug auf die künftige Regierungspolitik

von US-Präsident Donald

Trump nach wie vor mehr Unsicherheiten

als Klarheiten. Deshalb gehen

wir nicht von einer zusätzlichen Beschleunigung

unserer Exporte aus,

sondern allenfalls von einem weiterhin

soliden Wachstum – vorausgesetzt,

die immer wieder erhobenen

protektionistischen Forderungen manifestieren

sich nicht in konkretem

Handeln“, sagte Wiechers.

Der drittgrößte Einzelmarkt, nämlich

China, sorgt ebenfalls bereits im

laufenden Jahr für ein hohes Wachstumstempo.

Die Maschinenexporte

sind im ersten Halbjahr nominal um

23 % gewachsen. Dieses Tempo wird

sich schon wegen des Basiseffekts

nicht halten lassen. Für 2018 rechnet

der VDMA mit einem Zuwachs

der Ausfuhren in prozentual mittlerer

einstelliger Höhe. In Anbetracht der

Größe des Marktes - 10 % der deutschen

Maschinenexporte oder knapp

8 % der deutschen Produktion gehen

nach China – kommt es hier also zu

einem Dynamikverlust für die Gesamtkonjunktur

im Maschinenbau in

Deutschland, „der durch eine Steigerung

beim Absatz in anderen Märkten

kompensiert werden muss und

wohl auch kann“, prognostizierte der

VDMA-Chefvolkswirt.

Die Exporte in die Partnerländer

der EU haben im ersten Halbjahr ebenfalls

zugelegt. Das bisher ausgewiesene

Plus von 2 % könnte sogar unterzeichnet

sein, da es hier regelmäßig mit

mehrmonatiger Verspätung zu umfangreichen

Nachmeldungen kommt.

Rückläufig waren zuletzt die Exporte

in das Vereinigte Königreich (minus

4 % im ersten Halbjahr). „Für 2018

rechnen wir für die meisten EU-Länder

weiterhin mit Wachstumsraten im

mittleren einstelligen Bereich. Die Konjunktur

hat in der EU deutlich an Fahrt

gewonnen. Es gibt einen Nachholbedarf

an Investitionen, gerade in der

Euro-Zone“, erläuterte Wichers. 2

Der BGA-Großhandelsklimaindikator hatte

im August 2017 mit 5,1 Punkten deutlich

auf 131,6 Punkte zugelegt. Werte über 100

Punkte spiegeln eine positive Einschätzung

wider. Zuletzt wurde dieser Wert im ersten

Halbjahr 2011 erreicht. Auch die Beurteilung

der aktuellen Lage war mit 5,9 Punkten

kräftig auf 130,1 Punkte gestiegen. Die

Erwartungen lagen mit 133,0 Punkten wieder

deutlich über der Lagebewertung, auch

wenn sich die Einschätzung nur um 4,2

Punkte verbessert hat. Nach der langen

Zeit einer Seitwärtsentwicklung im Großhandel

zeichne sich somit nun wieder ein

positiver Trend ab.

Der BGA erwartet angesichts der optimistischeren

Grundstimmung für das Jahr 2017

nunmehr einen Anstieg der Großhandelsumsätze

um bis zu 3,5 % auf ein neues Allzeithoch

von 1.184 Mrd. €. „Die gute Stimmungslage

im Großhandel und der kräftige

Umsatzsprung im ersten Halbjahr sind ein

gutes Vorzeichen für die gesamtwirtschaftliche

Entwicklung in den nächsten Monaten.

Die Stimmung ist aktuell so gut, wie

seit sechs Jahren nicht mehr. Die deutlich

zuversichtlichere Einschätzung der Lage

und der weiteren Perspektiven deutet darauf

hin, dass die konjunkturelle Dynamik

vorläufig anhalten wird.“ Soweit Anton F.

Börner als Präsident des BGA.

Das Statistische Bundesamt hatte im September

die Außenhandelszahlen für Juli

2017 bekannt gegeben. Demnach wurden

Waren im Wert von 103,7 Mrd. € exportiert,

ein Plus von 8,0 % im Vorjahresvergleich.

Mit einem Warenwert von 84,2

Mrd. € sind die deutschen Importe sogar

noch stärker gestiegen; im Vorjahresvergleich

um 9,4 %. Die Außenhandelsbilanz

schloss damit mit einem Überschuss von

19,5 Mrd. € ab. „Mit einem kräftigen Zuwachs

starten die deutschen Exporte in

die zweite Jahreshälfte. Auch für die kommenden

Monate sind wir optimistisch trotz

des erstarkenden Euros“, so Börner.

Stahlreport 10|17

29


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Keine Sommerpause im deutschen Stahlhandel

Es gibt für den deutschen Stahlhandel in diesem Jahr keine Sommerpause, stellt Jörg Feger,

Bereichsleiter Research im BDS, in seinem neuesten Bericht zur Marktlage der Branche fest.

Wie immer ist seine Darstellung in die Bereiche Lagerabsatz, Lagerbestand, Lagerreichweite

und Lagerverkaufspreise gegliedert. Am Anfang aber steht mengen- und preismäßig ein

zusammenfassender Rückblick auf den bisherigen Jahresverlauf für den Stahlhandel.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis August 2017 vorliegenden

Zahlen.

Aus Sicht des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel (BDS) verlief

der Start in das Jahr 2017 für die deutsche

Stahldistribution im Januar und

Februar mengenmäßig recht unspektakulär.

Im März konnte dann ein

ungewöhnlich hoher Lagerabsatz

erzielt werden. Nach einem etwas

bescheideneren, durch die Osterferien

geprägten April folgten dann

ein sehr starker Mai und ein ordentlicher

Juni. Auch der Juli war durchaus

passabel.

Der Ende 2016 gestartete Preisaufbau

hatte sich in den ersten Monaten

des Jahres 2017 fortgesetzt und dann

eine Pause eingelegt. Im Sommer

zogen die Preise dann rasant an.

Lagerabsatz

Im Januar und Februar wurden jeweils

etwas mehr als 900.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Das

Geschäft im März profitierte nicht nur

von einer guten Beschäftigungslage

der Kunden, sondern auch von satten

23 Arbeitstagen. Es wurden 1,06 Mio.t.

abgesetzt. Dies ist ein Volumen, das

letztmals im Mai 2011 erreicht worden

war. Die Ausgleichsbewegung

folgte dann im April mit Ostern, lediglich

18 Arbeitstagen und einem Absatz

von knapp 860.000 t. Trotz der Feiertage

konnten im Mai knapp über

1Mio.t. abgesetzt werden. Auch der

Juni und der Juli verliefen sehr ordent-

lich. Im Juli wurden etwas über

940.000t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Dies sind 10 % mehr als

im Vorjahresmonat.

Besonders dynamisch verliefen

in den ersten sieben Monaten dieses

Jahres die Lagerabsätze bei Betonstahl

sowie Bandblech und oberflächenveredeltem

Blech. Das Geschäft

bei Trägern und Quartoblech gestaltete

sich hingegen schwächer als in

der Vorjahresperiode. Der Absatz von

Stabstahl zeigte sich stabil. Insgesamt

wurde bei Walzstahlfertigerzeugnissen

in den ersten sieben Monaten des

Jahres 2017 knapp 4 % mehr Menge

als im Vorjahreszeitraum abgesetzt.

Lagerbestand

Nach dem üblichen Lagerabbau zum

Jahresende 2016 legten die Lagerbestände

im Januar und bei den meisten

Produkten auch im Februar 2017

spürbar zu. Schon im März kam es zu

einem Lagerabbau, der sich in den

Juni hinein fortsetzte. Im Juli wurde

ein leichter Lageraufbau beobachtet.

Zum Monatsletzten wurden

von der deutschen Stahldistribution

2,36Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies sind 2,5 % weniger als

vor zwölf Monaten gemeldet wurden.

Lagerreichweite

Ordentliche Lagerabsätze und keine

überhöhten Bestände führten zu einer

aktuell vergleichsweise niedrigen

Lagerreichweite.

Sie lag im Juli bei 2,5 Monaten

bzw. 75 Tagen und damit knapp 12%

unter dem Vorjahreswert (vgl. Abbildung

1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen Bereich

zufolge setzte sich der starke Preisanstieg,

der am Ende des Jahres 2016

angefangen hatte, im ersten Quartal

2017 fort. Dieser fiel bei Flachprodukten

sowie Quadrat- und Rechteckrohren

noch deutlich ausgeprägter aus

als bei Langprodukten.

Im Laufe des Frühjahrs ebbte dieser

Preisauftrieb von Produkt zu Produkt

unterschiedlich ab und es wurden

auch wieder fallende Preise im

Markt festgestellt. Im Sommer zogen

die Werkspreise bei allen Produkten

größtenteils spürbar an. Auch im Handel

konnten Preissteigerungen verzeichnet

werden. Besonders stark fielen

diese bei Betonstahl in Stäben

und Betonstahlmatten aus (vgl. Abbildung

2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

30

Stahlreport 10|17


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

106

160

99

101 96

91 92 140

89 90 92

85 90 93 90

92 92

94

86

120

68

100

81 84 78 78 75 84 78 72 78 69 99 78 81 69 84 72 72 75

80

60

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Juli

2016

Aug.

2016

Sep.

2016

Okt.

2016

Nov.

2016

Dez.

2016

Jan.

2017

Feb.

2017

Mär.

2017

Apr.

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

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4. Q. 2011

1. Q. 2012

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3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

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3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

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3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

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4. Q. 2010

1. Q. 2011

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1. Q. 2012

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1. Q. 2013

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1. Q. 2014

2. Q. 2014

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1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 10|17

31


2017

Stahlhandelstag

Impressionen

2017

Stahlhandelstag

32 Stahlreport 10|17


Stahlreport 10|17

33


BDS

Berufsbildung

Welche Entwicklung die Berufsbildung des Stahlhandels derzeit nimmt

Hybridisierung statt Digitalisierung

Die Digitalisierung, die auch auf dem Stahlhandelstag im September in Darmstadt

für diesen Teil der Werkstoffdistribution thematisiert worden ist (vgl. Berichte im

nächsten Heft), hat auch Auswirkungen auf die Berufsbildung der Branche. Dass

es bei dieser Entwicklung eher um eine Hybridisierung geht, also um Mischformen,

hat Dr. Ludger Wolfgart in der nachstehenden Zwischenbilanz festgestellt. Er ist seit

vielen Jahren als BDS-Bereichsleiter im Verband für die entsprechenden Fragen der

Berufsbildung zuständig und Chefredakteur des Stahlreport.

Fotos, 2: BDS

Dr. Ludger Wolfgart,

Bereichsleiter

Berufsbildung und

Chefredakteur des

Stahlreport

„Natürlich digitalisiert sich in

diesen Zeiten auch die Berufsbildung

des Stahlhandels in allen Bereichen –

von der Ausbildung über die Fort- bis

hin zur Weiterbildung“, resümiert der

62-Jährige. Er ist in Personalunion auch

Chefredakteur des Stahlreport, also

dieser Fachzeitschrift, die vom Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) herausgegeben wird und solche

Aspekte systematisch aufgreift. „Wir

haben es jedoch eher mit einer Evolution

als mit einer Revolution zu tun,

denn bewährte traditionelle Bildungsformate

behalten durchaus ihre Berechtigung,

und so bilden sich Hybride aus,

also Mischformen.“

Das gelte für das gesamte Portfolio

der BDS-Berufsbildung, nämlich für

das Fernstudium ebenso wie für die

Seminare als auch für die Lernteams;

betroffen sind nicht nur Veranstaltungen,

sondern auch Veröffentlichungen.

Und auch die Rahmenbedingungen

änderten sich nach eben diesem

Muster – die Kooperationen, das Qualitätsmanagement

sowie die Konzepte.

Dies unter dem Aspekt der Digitalisierung

betrachten zu können, setzt

eine Definition der so angesprochenen

Entwicklung voraus. So kann Digitalisierung

beispielsweise ganz allgemein

als die Fähigkeit betrachtet werden,

reale (Bildungs- und Informations-)

Welten ergänzend bzw. ersetzend auch

virtuell abzubilden.

Fernstudium

Im dreijährigen BDS-Fernstudium werden

seit mehr als zwei Jahrzehnten

künftige Führungskräfte der Branche

berufsbegleitend weitergebildet – zu

Betriebswirtinnen/ Betriebswirten Stahlhandel

(BDS). Dieses Angebot hat inzwischen

rund 500 erfolgreiche Absolven-

tinnen bzw. Absolventen. Wurden die

entsprechenden Lernziele bisher über

Präsenzveranstaltungen, Studienbriefe

und klassische Kommunikation realisiert,

also insbesondere durch Briefe

sowie Telefonkontakte, geht es ab dem

Jahrgang 2017 seit dem 1. Juli digitalisiert

zu: Statt Studienbriefe per Post

zu versenden, werden Lernmodule auf

der Elektronischen Lernplattform OPAL

(Online-Plattform für Akademisches

Lehren und Lernen) bereitgestellt. Dieses

Werkzeug bietet zudem die Möglichkeit,

mittels virtueller Klassenzimmer

mittel- bzw. langfristig die Dauer

der Präsenzphasen zu reduzieren und

die gesamte Kommunikation über dieses

tool abzuwickeln und auch zu administrieren.

Das soll den Lernerfolg erhöhen

– nicht zuletzt durch kleinere

Lerneinheiten sowie die Einbeziehung

von Bild- bzw. Videomaterial – und

die Kosten senken.

Die Erfahrungen in den ersten Wochen

dieses neuen Systems haben gezeigt,

dass das so deutlich werdende

digitale Potenzial durchaus genutzt

werden kann, das alte Angebot aber

nicht vollständig wird verdrängen werden

können: Ausdrucke, anhand derer

man lernt, wird es auch in Zukunft

geben, ebenso wie den Austausch über

das Gelernte im Rahmen von Seminaren

und Trainings, den Check des Lernerfolgs

in realen Prüfungen sowie die

insbesondere fernmündliche Kommunikation

zwischen den Akteuren des

Fernstudiums.

Dies alles deutet darauf hin, dass

sich hybride Studienformen etablieren

werden: digital und analog.

Seminare

Diese Entwicklung zeichnet sich auch

bei den BDS-Seminaren ab – insbesondere

bei Veranstaltungsreihen. Sie verursachen

das Problem, viel Zeitaufwand

und hohe Reisekosten zu generieren.

Ein Beispiel dafür sind aktuell die

zweiteiligen Verkaufsseminare, von

denen noch eine Veranstaltung im vierten

Quartal 2017 stattfindet: „Mehr

Aufträge durch professionelle Angebotsverfolgung

und effektive Preisverhandlung

(Seminar Verkauf II)“ am

25./26.10.17 in Nürnberg (vgl. Rückseite

dieses Hefts).

Für die insgesamt zwei Verkaufsseminare

liegt es nahe, in 2018 zwischen

einer digitalen Informationsphase

mittels Webinar und einem

anwendungsorientierten Training im

Rahmen eines klassischen Seminars zu

unterscheiden. Darüber verhandelt der

BDS gegenwärtig mit seinem diesbezüglichen

Kooperationspartner, der

DV Deutsche Vertriebsberatung GmbH.

Lernteams

Die digitalen Optimierungsmöglichkeiten

für Seminare gelten in zu -

gespitzter Weise für die besonders

kosten- und zeitsensiblen Veranstaltungsreihen

zur firmenübergreifenden

Ausbildungsbegleitung in Lernteams

bzw. Arbeitskreisen. Diese –

eher gemeinnützigen – Angebote mussten

in jüngerer Zeit wegen des hohen

Aufwands immer häufiger abgesagt

werden.

Ein Beispiel dafür war die Stahlschule

Nürnberg. Dieses Angebot

konnte sich nicht durchsetzen, weil

die beteiligten Auszubildenden oft

weite Wege und ihre Arbeitgeber damit

hohe Kosten in Kauf nehmen mussten,

um zwei- bis dreistündige Schulungen

zu branchenrelevanten Themen

zu realisieren.

34 Stahlreport 10|17


Auch in diesem Zusammenhang liegt

es nahe, im kommenden Jahr die Digitalisierungsmöglichkeiten

dafür zu

nutzen, Informationsvermittlung in

virtuellen Klassenzimmern dezentral

am Rechner und die handlungsorientierte

Umsetzung des Gelernten – beispielsweise

in Form von Betriebsbesichtigungen

– zentral anzubieten.

Solche Überlegungen bieten sich

im Übrigen auch für die derzeit noch

relativ gut angenommenen Arbeitskreise

an, wie die Lernteams in großen

Städten heißen – etwa in Hamburg.

Der BDS hat vor, in 2018 den möglichen

Einsatz einer elektronischen Bildungsplattform

(wie sie mit OPAL im

Fernstudium genutzt wird) mit den

Verantwortlichen für die Arbeitskreise

zu diskutieren.

So könnten sich mittelfristig auch

bei der überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung

hybride Unterrichtsformen

durchsetzen.

Veranstaltungen und

Veröffentlichungen

Traditionell werden in der Berufsbildung

des Stahlhandels Veranstaltungen

und Veröffentlichungen lernzielorientiert

kombiniert – in letztgenanntem

Zusammenhang als Seminarmanuskripte

ebenso wie als Studienbriefe,

Fachbücher – wie derzeit

druckfrisch von Dr. Axel Willauschus

„EN-Normen für Rohre und Rohrzubehör“

(vgl. Kasten) – oder Fachartikel.

An diesem insgesamt immer schon

hybriden Angebot dürfte sich auch in

Zukunft nichts ändern.

Insgesamt aber stehen digital ausgelöste

Umstellungen an, weil vom

Markt zusätzlich die Bereitstellung

elektronischer Text- und Bilddateien

erwartet wird.

DIN EN ISO 9001:2015

Neuauflage des Fachbuchs EN-Normen

Dr. Axel Willauschus

EN-Normen für Stahlrohre und Rohrzubehör

Format DIN A5

veredeltes Softcover

ca. 560 Seiten

4. Auflage – Sept. 2017

36,45 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Dieser Prozess findet gegenwärtig im

BDS-Fernstudium statt. Dort gibt es

– im Übergang vom 20. Jahrgang auf

den am 1. Juli gestarteten Jahrgang

2017 – die Umstellung von relativ

umfangreichen Studienbriefen auf

eine größere Anzahl von Studienmodulen,

die einen kleineren Umfang

aufweisen. Das ist wichtig, damit sie

auch am Bildschirm bearbeitet werden

können.

Rahmenbedingungen

Die Digitalisierung wird oft auch als

Vernetzung definiert. Dabei geht es

um die Nutzung intensiv miteinander

verbundener Daten, aber auch die

Intensivierung der Beziehungen von

beteiligten Personen/Organisationen/

Prozessen spielt dabei weiterhin eine

Rolle. Und die stellen sich im Umfeld

der Berufsbildung des Stahlhandels

seit Jahren sehr intensiv dar:

Das Fernstudium im Stahlhandel

ist so attraktiv, dass sich auch der

Wirtschaftsverband Großhandel Metallhalbzeug

(WGM) und der Verband

Deutscher Metallhändler (VDM) seit

einigen Jahren ebenfalls dieses Modells

bedienen und auf dieser Basis

je eigene Abschlüsse kreiert haben:

Betriebswirte Metallhandel WGM

Die Berufsbildung des BDS ist seit Ende August nach DIN EN ISO

9001:2015 zertifiziert. Das ist das Ergebnis eines entsprechenden Audits

durch den Germanischen Lloyd. Die erste Zertifizierung dieses Verbandsbereichs

hatte 2009 zum Stahlhandelstag in Hamburg stattgefunden.

Die inzwischen reformierte Norm betont nun beispielsweise deutlicher

die Notwendigkeit, die zu überwachsenden Prozesse hinsichtlich ihrer Risiken

kritischer zu bewerten.

Als Nachfolgerin von Heinz Schürmann ist seit dem 1. Juli Beate Wynands

Qualitätsmanagementbeauftragte. Gleichzeitig arbeitet sie in ihrer Funktion

als Assistentin in der Berufsbildung des BDS weiter.

bzw. VDM. Die dafür erforderliche

Kommunikation zwischen den Verbänden

funktioniert aber nicht vorwiegend

digital, vielmehr ist sie auf

persönliche Kontakte angewiesen.

Das gilt auch für die Verbindungen

zum Fernlernverband, dem Forum

Distance Learning (DFL), mit dem gemeinsam

der BDS um die offizielle

Einordnung solcher Angebote wie

dem Fernstudium nach dem Deutschen

Qualifikationsrahmen (DQR)

kämpft. Dabei unterstützt der BDS

die gegenwärtigen Bemühungen des

FDL, sich von einem ehrenamtlich

geprägten Verband in eine professionelle

Einheit mit einer Geschäftsführung

in Berlin zu wandeln.

Das ist ein wichtiger Schritt in

dem Bemühen, das BDS-Fernstudium

über den DQR dauerhaft auf einem

hohen Leistungsniveau zu verankern.

Derzeit rangiert das Fernstudium auf

der Basis einer Selbsteinschätzung

nach einem FDL-Kriterienkatalog auf

der DQR-Niveaustufe 7 im Berufsbildungsbereich,

die auf der akademischen

Ebene einem Masterabschluss

entspricht. Damit sind diese Abschlüsse

nicht gleich, hinsichtlich

des Anforderungsniveaus wohl aber

vergleichbar – mit allen Konsequenzen,

diesen handlungsorientierten

Abschluss der Berufsbildung nach

passendem Übergang um eine akademische

Qualifikation zu ergänzen.

Auf diesem Weg ist es hilfreich, dass

die BDS-Berufsbildung nach EN ISO

2001 zertifiziert ist – seit August

2017 auch nach der neuen Norm

2015. Damit sind Bildungsprozesse

verbindlich beschrieben, die nach

Lesart des DQR grundlegende Kompetenzen

vermitteln, die Akteure in

diesem Bereich selbständig handeln

lassen. 2

Stahlreport 10|17

35


Verbände

und Politik

Berichte/Nachrichten

Elfte Auslobung

Stahl-Innovationspreis 2018

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hat für 2018 erneut den

Stahl-Innovationspreis ausgelobt – zum elften Mal. Ingenieure,

Architekten, Designer, Handwerker, Forscher und Erfinder können

sich seit dem 15. August 2017 mit innovativen Ideen beteiligen.

Den Gewinnern winken Preisgelder und die Bekanntmachung ihrer

Innovationen im Markt.

[ info ]

Weitere Informationen

sind verfügbar

unter www.stahlinnovationspreis.de

Um der großen Anwendungsvielfalt

von Stahl gerecht zu werden,

wird der Wettbewerb in den Kategorien

z Produkte aus Stahl,

z Stahl im Bauwesen,

z Stahl-Design sowie

z Stahl in Forschung und Entwicklung

ausgeschrieben. In allen Kategorien

werden jeweils drei Preise vergeben.

Jeder kann mitmachen, der neue

Ideen rund um den Werkstoff Stahl

hat.

Von besonderer Bedeutung sind

bei diesem Wettbewerb Klimaschutz

und Ressourceneffizienz. Daher wird

die Innovation, die durch Verwendung

von Stahl am besten dazu

beiträgt, Energie und Material einzusparen,

mit einem Sonderpreis

ausgezeichnet:

z Klimaschutz und Ressourceneffizienz“

Den Siegern des Stahl-Innovationspreises

winken Preisgelder in Höhe

von insgesamt 60.000 €.

Die Teilnahme an dem Wettbewerb

ist kostenfrei. Die eingereichten

Projekte müssen innerhalb der

letzten fünf Jahre in Deutschland

entwickelt worden sein. Teilnahmeberechtigt

sind Personen, Firmen,

Foto: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Institute und Entwicklungsgemeinschaften

mit Sitz in Deutschland.

Die Teilnahmeunterlagen können

bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl

in Düsseldorf angefordert werden.

Einsendeschluss ist der 26.1.18. 2

Sachpreis: Winkt allen Gewinnern, zusätzlich

zum Preisgeld.

Bauwirtschaftstag

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe

(ZDB) hat für die Zeit vom 6.-7.12.17 nach Berlin

eingeladen, um über die „Chancen und Perspektiven

für die (Bau-)Wirtschaft“ nachzudenken

– so der Untertitel zu der zweiteiligen

Veranstaltung mit deutschen und europäischen

Dimensionen. Am 6.12. finden ab Mittag

der 10. Deutsche Obermeistertag und anschließend

der Baugewerbe-Abend statt. Am

7.12. gibt es – ebenfalls ab Mittag – den 5.

Deutschen Bauwirtschaftstag. Zu dieser Veranstaltung

sind als Redner EU-Kommissar Günther

Oettinger, der FDP-Bundesvorsitzende

Christian Lindner und der Zukunftsforscher

Dr. Pero Micic eingeladen. Anschließend gibt

es ein Get together. Weitere Details finden sich

unter www.zdb.de.

Metallhändler vs.

Luxemburg

Der Verband Deutscher Metallhändler (VDM)

sieht Metalltransporte nach Luxemburg gefährdet.

Das Nachbarland erschwere mit bürokratischen

Hemmnissen die Geschäfte entsprechender

deutscher Händler. Der VDM beklagt

insbesondere die Vorschriften für Lkw-Fahrer:

So müssten diese Personen nach dem luxemburgischen

Mindestlohn bezahlt werden (11,27

€/Stunde gegenüber 8,84 €/Stunde in

Deutschland). Hinzu kommt als Hintergrund,

dass jeder nach Luxemburg entsandte Fahrer

über eine elektronische Plattform angemeldet

werden und einen eigenen Sozialausweis

sowie ein spezielles Formular mit sich führen

müsse. Nach Berechnungen des VDM verursache

dieser bürokratische Aufwand einem mitteständischen

Unternehmen der Brache pro

Jahr Zusatzkosten von rund 10.000 €. Basis für

diese Zahl sind Schätzungen, wonach etwa

2.500 Lkw-Laden p.a. und damit rund 50.000 t

Aluminium nach Luxemburg transportiert werden.

Arbeitgebertag mit Preis

Im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertages,

der am 29.11.17 in Berlin stattfindet, wird der

Deutsche Arbeitgeberpreis für Bildung 2017

verliehen. Die Ausschreibung fand gemeinsam

mit der Deutschen Bahn AG und der Deutschen

Telekom AG statt. Das aktuelle Motto:

„Entwickle deine Zukunft!“ Gesucht wurden

diesmal erfolgreiche Praxisbeispiele, wie das

Interesse und die Begeisterung von Mädchen

und jungen Frauen für Technik und Digitalisierung

gezielt unterstützt und nachhaltig gefördert

werden können. Die Bewerbungsfrist endete

am 15.8.17. Der Deutsche

Arbeitgeberpreis für Bildung wird zum 18. Mal

vergeben und ist in jeder der vier Kategorien

(frühkindliche, schulische, berufliche und hochschulische

Bildung) mit 10.000 € dotiert.

Aluminiumkongress

Der GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie

veranstaltet vom 27.-28.11.17 in Düsseldorf

den EAC European Aluminium Congress 2017

zum Thema „Aluminium in Automotive Engineering

– Challanges and Solutions“. Der GDA

organisiert diese Veranstaltung innerhalb der

„D-A-CH Allianz für Aluminium“ mit Unterstützung

der Wirtschaftskammer Österreich, des

Fachverband NE-Metallindustrie und des

Schweizer Aluminiumverbandes. Der Kongress

soll sowohl die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten

von Aluminium im Fahrzeugbau vorstellen

als auch mögliche Weiterentwicklungen,

welche die Fahrzeuge der Zukunft leichter

und energieeffizienter werden lassen. Die Kongress-Webseite

ist unter www.aluminium-congress.com

zu erreichen.

36 Stahlreport 10|17


Zum Kunden:

Handelskongress in Berlin

Unter dem Motto „Kunden. Vertrauen.

Daten. – The New Customer Experience“

werden auf dem 25. Deutschen

Handelskongress am 15. und 16.11.17 in

Berlin dieser Marktpartner und seine Bedürfnisse

in das Zentrum spannender

Kommunikation gestellt. Es geht um Antworten

auf die Frage, wie man den immer

anspruchsvoller werdenden Kundenbedürfnissen

im Einzelhandel gerecht werden

kann.

Zum Kongressauftakt begrüßen Josef

Sanktjohanser, Präsident im Handelsverband

Deutschland (HDE), und HDE-

Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die

Teilnehmer der Veranstaltung, durch die

Moderatorin Dunja Hayali führt. Im Jahr

der Bundestagswahl dürfen die Kongressteilnehmer

sich auf einen Austausch mit

der Spitzenpolitik freuen. Unter dem

Motto „Deutschland nach der Wahl“ diskutieren

der SPD-Parteivorsitzende Martin

Schulz (SPD) und der FDP-Bundesvorsitzende

Christian Lindner mit Josef

Sanktjohanser über die politischen Top-

Themen und Prioritäten der neuen Legislaturperiode.

Ein besonderes Highlight am zweiten

Kongresstag verspricht die Keynote von

CEO Pieter Haas. Er berichtet über die

Zukunftsstrategien von MediaMarktSaturn

und der neu gegründeten Consumer

Electronic Plattform CECONOMY. Zudem

gewährt der ehemalige Fußballnationalspieler

und -weltmeister Philipp Lahm im

Rahmen der Lunch-Abschluss-Session interessante

Einblicke in sein neues Leben

als Unternehmer.

Foto:Klemens Ortmeyer

Ausgezeichnet: die Sartorius Produktionshalle

in Göttingen.

Zwei Preisträger

European Steel Design Awards

Stahl+Verbundbau sowie Haslinger Stahlbau haben für die Sartorius Produktionshalle

in Göttingen den Europäischen Stahlbaupreis erhalten, Züblin Stahlbau ist für das Projekt

Amager Bakke Ressourcecenter in Kopenhagen ausgezeichnet worden.

Die European Steel Design Awards 2017 wurden Mitte September im Rahmen der European

Conference on Steel and Composite Structures (eurosteel) in Kopenhagen verliehen.

Als deutsches Projekt wurde die Sartorius Produktionshalle in Göttingen prämiert. Als weitere

Projektbeteiligte sind das Architekten- und Ingenieurteam Martin Speth

(DREWES+SPETH) und Christian Rathmann (Bünemann&Collegen) zu nennen, die mit dem

Projekt den diesjährigen Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues gewonnen hatten.

Darauf hat das bauforumstahl (BFS) hingewiesen, welches das Bauen mit Stahl fördern und

ein Forum rund um Architektur, das ressourceneffiziente und wirtschaftliche Planen und

Bauen sowie das Normenwesen sein will.

Call for Papers

Stahlbautag in Duisburg

Bauforumstahl lädt für das kommende

Jahr zum 39. Deutschen Stahlbautag

nach Duisburg ein. Am 11. und 12.10.18

wird in der Mercatorhalle Duisburg viel

Raum geboten für Netzwerk und Austausch

mit Entscheidern und Experten der Stahlbaubranche.

Jetzt erging der Call for Papers.

Foto: BFS

Ausgezeichnet: das Amager Bakke

Ressourcecenter in Kopenhagen.

Der Kongress mit begleitender Messe ist

auch in diesem Jahr in ein Rahmenprogramm

eingebettet: Verleihung des Deutschen

Handelspreises und die Retailersʼ

Night. Zum einem ersten Warm-up laden

die Veranstalter und Microsoft bereits am

Vorabend des Deutschen Handelskongresses

ein.

[ info ]

Informationen und Anmeldung unter

www.handelskongress.com

Zurzeit läuft dieser Aufruf zur Einreichung

von Beiträgen. Ausgewählt werden aktuelle

Themen aus Wissenschaft & Praxis. Wer

sich mit einem Beitrag engagieren möchte,

hat noch bis zum 31. Dezember 2017 Gelegenheit,

eine Vortragskurzfassung einzureichen.

Gesucht werden Innovationen aus Normenwesen,

Technik, Forschung, Konstruktionen,

Statik und Fertigung sowie Beiträge zum

Thema Kreislaufwirtschaft/Ressourceneffi-

zienz, digitales Planen und Bauen, aktuelle

(Stahlbau-) Projekte sowie Neues aus Wirtschaft

und Recht.

Die Vorträge der Veranstaltung werden als

Download und teilweise in der Fachzeitschrift

„Stahlbau“ veröffentlicht.

[ info ]

Die Vortragskurzfassung mit Thema und einer

kurzen Erläuterung (max. 300 Zeichen) kann per

E-Mail an AnnCarolin.Endres@bauforumstahl.de

geschickt werden.

Stahlreport 10|17

37


Wissenswertes

Berichte/Nachrichten

Was der Bildungskongress der Bundeswehr anregt

Weiter denken

und weiterdenken

Globalisierung und Digitalisierung erfordern es, in größeren

Dimensionen und damit weiter zu denken. Andererseits sind von

den genannten Megatrends etablierte Strukturen und Prozesse

betroffen, was ein Weiterdenken von Bewährtem ratsam erscheinen

lässt. Mit diesem Spannungsfeld sind die Informations- und

Diskussionsangebote zu beschreiben, die den diesjährigen

(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr Mitte September in

Hamburg geprägt haben. Sein Thema „Biografien 4.0?!“

In der Tat ist es gerade dieser

Aspekt, der die aktuellen Entwicklungen

auch in der deutschen Bildungslandschaft

treffend beschreibt. Das

machte Prof. Dr. Dieter Nittel von der

Johann Wolfgang Goethe-Universität in

Frankfurt/M. gleich in seiner Eröffnungs-

Keynote deutlich: In einer globalisierten

und digitalisierten Welt des weiter

Denkens müssten Biografien – das allen

bewusste lebenslange Lernen einfach

nur weitergedacht – zwangsläufig zu

Bildungsbiografien werden.

Argumentativ ähnlich unterwegs

war in seinem Redebeitrag am Eröffnungstag

Christoph Reifferscheid. Der

Präsident des Bildungszentrums der

Bundeswehr hatte das Thema „Bildung

4.0“ gewählt und dazu die Frage gestellt,

ob es sich dabei um eine Bildungsrevolution

handelt. Die demografische Entwicklung

in Deutschland sei beispielsweise

ein Faktor, der in diese Richtung

weise. Die im Grundgesetz verankerte

Werteordnung zeige aber, dass Grundhaltungen

vorhanden und nur entsprechend

weiterzuentwickeln sind.

Spätestens in diesen Zusammenhängen

kam auf der Kongressmesse in der

Helmut Schmidt-Universität das Qualitätsmanagement

ins Spiel – als geeignetes

Werkzeug zur hochwertigen Absicherung

von Bildungsprozessen und

-ergebnissen. Gerade dieses Thema

machte in Vorträgen und auf Austellungsständen

deutlich, dass die Bundeswehr

als großer Player auf dem

deutschen Arbeits- und Bildungsmarkt

Dank ihrer Ressourcen im berufsbildenden

und akademischen Bereich

über eine Sonderstellung verfügt.

Umso bedeutender war es, dass

sich die Tagung auch mit ethischen

Fragen – in etwa der des gerechten

Wettbewerbs – beschäftigte und sich

Prof. Dr. Dieter Nittel in seinem Vortrag

in Sachen beruflicher und akademischer

Bildung zu einer Vergleichbarkeit

bekannte, wie sie auch der

Deutsche Qualifikationsrahmen definiert,

sie in ihrer Gleichwertigkeit gar

auf dem Fundament christlich-jüdischer

Tradition einordnete.

Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler

war es auch, der unter

Bezugnahme auf den technischen Fortschritt

im Rahmen der Digitalisierung

feststellte, dass sich Bildungsbiografien

aktuell sogar über die eigentliche

Lebenszeit hinaus verlängern: Die Möglichkeiten

der künstlichen Befruchtung

stünden auch für Intelligenz-Entscheidungen

am Anfang des Lebens,

und am Ende einer Biografie sorge der

medizinische Fortschritt für Möglichkeiten,

sich bis zum Finale mit den

wichtigen Fragen zu beschäftigen.

Dann gehe es insbesondere um Kompetenz

zum Umgang mit dem Nichtwissen

zum Leben nach dem Tod. 2

Foto: Hanser

Eindruck vom KühlSchmierStoff-Forum 2016

Kühlschmierstoffe im Fokus

Die industrielle Anwendung, Leistungsfähigkeit

und Pflege von Kühlschmierstoff(KSS)-

Systemen als Schlüsseltechnik der spanenden

Metallbearbeitung stehen im

Mittelpunkt des 27. KühlSchmierStoff-Forums

vom 28.-29.11.17 in Fellbach bei Stuttgart.

Die deutschsprachige Fachkonferenz

der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG bietet

KSS-Anwendern, vom Einzelanlagen-

Kleinbetrieb bis zum Großkonzern mit zentraler

Prozessstoff-Versorgung, sowie

Kühlschmierstoff- und KSS-Anlagenherstellern

und Vertretern wichtiger Institutionen

Gelegenheit, sich über neueste technische

und regulatorische Entwicklungen zu informieren

sowie aktuelle Fragen zu diskutieren.

Außerdem gibt es eine begleitende Fachausstellung.

Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei

und auch unabhängig von der Fachtagung

möglich.

[ info ]

Weitere Informationen sind unter www.kuehlschmierstoff-forum.de

zu finden.

Symposium

Pulvermetallurgie

Hochleistungswerkstoffe, kostengünstige

Bauteile und die Fertigung mit pulvermetallurgisch

hergestellten Werkzeugen sind Beiträge

der Pulvermetallurgie zu Transportsystemen

auf der Straße, auf Schienen und in

der Luft. Mit dem 36. Hagener Symposium

widmet der Fachverband Pulvermetallurgie

diesen Themen 2017 besondere Aufmerksamkeit.

Unter der Überschrift „Pulvermetallurgie

– Schlüssel zur Mobilität“ werden

vom 30.11.-1.12. Referenten aus Forschung

und Industrie Vorträge zu diesem Themenfeld

präsentieren. Das Fachsymposium wird

auch in diesem Jahr von einer Fachausstellung

begleitet.

[ info ]

Der veranstaltende Fachverband hält

weitere Informationen bereit unter:

www.pulvermetallurgie.com.

38 Stahlreport 10|17


Neue Auflage der Stuttgarter Sägetagung

Anwendungen und Lösungen

Die Stuttgarter Sägetagung geht in eine neue Runde – am 15.11.17.

Eingeladen hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und

Automatisierung IPA. Veranstalter ist der Verein zur produktionstechnischen

Forschung. Es geht um „Anwendungen und Lösungen

für Werkzeuge, Maschinen, Prozesse und Automatisierung“, so der

Untertitel.

Um beim Sägen den Aufwand

für die Werkstückhandhabung zu verringern

und nachfolgende Fertigungsschritte

zu reduzieren, wird vermehrt

angestrebt, den eigentlichen Bearbeitungsprozess

qualitativ hochwertiger

zu gestalten und Folgeprozesse

zu integrieren. Dabei

sollen trotzdem eine hohe

Stückleistung und geringe

Werkzeugkosten realisiert

werden. Der Sägeprozess

gewinnt damit an Bedeutung

und wird Teil einer hoch automatisierten

Wertschöpfungskette.

Forschungsprojekte

begleiten diese Entwicklung

und integrieren Bausteine

zur Digitalisierung.

Anhand von Beispielen

und Praxisberichten will die

Tagung einen Einblick in laufende

Forschungsarbeiten

und zu bereits umgesetzten Applikationen

in der Sägetechnologie geben.

Deshalb sind die Vorträge der Referenten

in folgende Themenbereiche

gegliedert:

z Sägewerkzeuge

z Maschinen & Vernetzung

z Produkte für die Sägebranche

z Forschung & Wissenschaft

Die Tagung richtet sich an Entwickler,

Konstrukteure und Produktmanager

von Sägewerkzeugen, -maschinen

Quelle: IPA

FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR

PRODUKTIONSTECHNIK UND AUTOMATISIERUNG IPA

TAGUNG | 15. NOVEMBER 2017

STUTTGARTER SÄGE-TAGUNG

ANWENDUNGEN UND LÖSUNGEN FÜR

WERKZEUGE, MASCHINEN, PROZESSE

UND AUTOMATISIERUNG

Mit diesem Flyer

wirbt das IPA für

die neue Stuttgarter

Sägetagung.

und -prozessen. Ebenso sollen Anwender

der Sägetechnologie aus der

Holz-, Metall- und Kunststoffbranche

angesprochen werden. Fach- und Führungskräfte

produzierender Unternehmen,

die bereits Sägetechnologien einsetzen

oder deren Einsatz

erwägen und praxisnah die

Grundlagen sowie deren aktuelle

Entwicklungen und wirtschaftliche

Potenziale kennenlernen

möchten, sollen

auf der Tagung aktuelle Informationen

und Entscheidungshilfen

erhalten.

Die Teilnehmer der Tagung

sollen sowohl von

Praktikern als auch aus Forschersicht

einen umfassenden

Überblick über den aktuellen

Stand und die

innovativen Trends zu Sägeverfahren,

den eingesetzten

Werkzeugen, Maschinen sowie

dem Fertigungs- und Automatisierungsprozess

erhalten. Experten wollen

einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte

geben, Branchenund

Technologieführer in Anwendervorträgen

innovative Lösungskonzepte

und Entwicklungsergebnisse

vorstellen. 2

[ Info ]

Anmeldungen sind möglich unter:

anmeldung@fpf.fraunhofer.de

Digitale Fortschritte

als Forum

Die Digitalisierung schreitet immer weiter

voran, jedoch branchenabhängig noch sehr

unterschiedlich ausgeprägt. So ist sie z.B. in

der Informations-und Telekommunikationsbranche

schon deutlich fortgeschrittener

als in der Logistikbranche oder im Anlagenund

Maschinenbau, hat man bei der EURO-

FORUM Deutschland SE erkannt und lädt

deshalb zur 3. Handelsblatt Jahrestagung

Industriegipfel 2017 für den 9.-10.11.17 zu

SAP nach St. Leon-Rot ein, denn: Die richtige

Etablierung der verschiedenen Digitalisierungsprozesse

könnten einen großen

Wettbewerbsvorteil darstellen. Warum die

richtige Umsetzung so entscheidend wird,

ist nur eine der vielen Fragen, die auf dem

diesjährigen Industriegipfel behandelt werden.

Außerdem werden neue Perspektiven

des digitalen Wandels, beispielsweise der

Bereich Cybersecurity, besprochen.

[ info ]

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten

gibt es unter

www.industrie-jahrestagung.de.

Treffen zum großserienfähigen

Leichtbau

Schwerpunkt der diesjährigen Tagung der

Fraunhofer-Allianz Leichtbau vom 13.-

15.11.17 im Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese

und -verarbeitung PAZ in

Schkopau ist der großserienfähige Leichtbau.

„Think big!“ lautet die Tagungs-Maxime.

Alle Beteiligten stehen nämlich vor

der Herausforderung, Lösungen für optimierte

Werkstoffe, Ansätze für verbesserte

Verarbeitungsprozesse und Ideen für neue

Anwendungsfelder zu entwickeln, die nicht

nur im Labor funktionieren, sondern für die

Massenfertigung tauglich sind. Experten

aus der Industrie und der Fraunhofer-Gesellschaft

beleuchten deshalb auf der inzwischen

6. Konferenz dieser Art diese Herausforderungen.

Abgerundet wird die Tagung

durch eine Werksbesichtigung bei Porsche

in Leipzig und eine Abendveranstaltung im

PAZ.

[ info ]

Nähere Informationen zum Programm finden Sie

im Tagungsflyer: www.leichtbau.fraunhofer.de/

leichtbautagung2017.

Stahlreport 10|17

39


Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Buchtipps:

Ausbildung und Qualität

Gegen Ende des Jahres, wenn neue Lehrlinge in die Unternehmen kommen, steigt das Interesse

der Betroffenen bzw. Verantwortlichen an Literatur, die für die Ausbildung genutzt werden kann –

am liebsten als Leitfäden, von denen zwei nachfolgend kurz vorgestellt werden: für Lernende

und Lehrende. Und es gibt derzeit wegen der Umstellung auf die ISO 9001:2015 noch ein weiteres

aktuelles Veröffentlichungsthema, bei dem es um Qualität geht.

Eine interessante Verbindung

zwischen den beiden Veröffentlichungen

zur Ausbildung stellt die

Tatsache dar, dass Autor Dietmar

Hartmann sozusagen auf beiden Seiten

mitgearbeitet hat. Er ist als Dozent

für Aus- bzw. Weiterbildungsmaßnahmen

bundesweit tätig – und damit

u.a. für kleine Unternehmen, die

auch zum Qualitätsthema einer

besonderen Ansprache bedürfen.

Auszubildende

Für Tausende junger Menschen in

Deutschland beginnt in diesen Monaten

ein neuer Lebensabschnitt – die

Ausbildung. Sie

fachlich so zu

begleiten, dass

die Lehrlinge Nutzen

daraus ziehen

können, ist

Thema im „Leitfaden

für Auszubildende

in der

betrieblichen Praxis“.

Sie reicht vom Ausbildungsbeginn

über die Abschlussprüfung bis

hin zur Übernahme oder Weiterbildung

nach der Lehre. Informationen

zum Ausbildungsvertrag werden

ebenso gegeben wie zum richtigen

Verhalten im Betrieb und in der

Berufsschule. Einen breiten Raum

nimmt auch der Themenblock „Lernen

lernen“ ein.

Aus dem Inhalt:

z Das duale Bildungssystem

z Mein erster Tag im Ausbildungsbetrieb

z Rechte und Pflichten

z Berufliche Handlungsfähigkeit

z Prüfungen

z Bewerbung

[ INfo ]

Eckhardt, Stefan/Fotschki, Klaus-Peter/

Hartmann, Dietmar, Zierer, Claudia;

Leitfaden für Auszubildende in der

betrieblichen Praxis;

Renningen 2017; 111 Seiten, A5, broschiert;

19,80 €; expert taschenbücher,

118; expert verlag GmbH, Postfach 2020,

71268 Renningen; ISBN 978-3-8169-

3369-4

Ausbildungsbeauftragte

Die neue Auflage dieses Leitfadens

für Ausbildungsbeauftragte, ganz

besondere Akteure in den ausbildenden

Unternehmen, enthält Hilfestellungen,

Tipps und Informationen

für den

täglichen

Umgang mit Auszubildenden.

Außerdem soll

das Buch dem

Leser einen tiefe-

ren Einblick in die Materie „Ausbildung

vor Ort“ geben und in diesen

Zusammenhängen arbeitspädagogische

Fragestellungen aufgreifen.

Dabei geht es auch um die Herausforderung

einer möglichst fairen und

objektiven Bewertung von Ausbildungsleistungen.

Auszüge aus den

wichtigsten Gesetzestexten runden

das Thema ab.

Aus dem Inhalt:

z Unterschiede Ausbilder/Ausbildungsbeauftragte

z Unterweisungsmethoden

z Lernprozessbegleitung

z Soziale Netzwerke

z Gesetzestexte

z Begriffserklärungen

[ INfo ]

Hartmann, Dietmar;

Leitfaden für Ausbildungsbeauftragte in

der betrieblichen Praxis

Renningen 2017;102 Seiten, A5, broschiert;

22,00 €; expert taschenbücher,

116; expert verlag GmbH, Postfach 2020,

71268 Renningen; ISBN 978-3-8169-

3403-5

Neue Norm

Was für die einen ein Leitfaden ist,

übernimmt für andere eine Anleitung.

So ist der Titel der Veröffentlichung

zur ISO 9001:2015 zu verstehen, in

diesem Fall für kleine Unternehmen.

Speziell für sie stellt dieses Handbuch

40 Stahlreport 10|17


eine Anleitung zur Entwicklung und

Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems

auf der Grundlage der

Norm in der aktuellen Fassung aus

dem Jahre 2015 dar.

Einleitend werden Hinweise zu

Qualitätsmanagementsystemen, zu

Umgang und Einführung, zur Bedeutung

der Norm und zur Terminologie

gegeben.

Den größten Teil

des Buches machen

die Anleitungen

zur Umsetzung

der

Normanforderungen

aus, denen

auch die Originaltexte

aus der

Norm vorangestellt sind. Im Anhang

finden sich eine Checkliste zur Einführung

eines Qualitätsmanagementsystems,

Informationen zur Zertifizierung

und grundsätzliche

Prinzipien.

[ INfo ]

Beuth Verlag GmbH (Hg.);

ISO 9001:2015 – Anleitung für kleine

Unternehmen;

Berlin 2017; 184 Seiten, A5, broschiert;

48,00 €; ISBN 978-3-410-27398-1;

Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße

6,10787 Berlin; (auch als E-Book und als

Kombination lieferbar) 2

Leichtbauwerkstoffe

im Fokus

Der Trend zu nachhaltigen Produkten

sowie einem effizienten Umgang mit

Energie und Rohstoffen rückt neue

Leichtbauwerkstoffe immer stärker in den

Fokus. Sie werden kontinuierlich weiterentwickelt

und mit Metallen bzw. Nichtmetallen

sowie mit Baustrukturen kombiniert.

Die Bearbeitung solcher Werkstoffe

stellt hohe Anforderungen an die genutzten

Prozesse sowie die Auslegung der

verwendeten Werkzeuge. Diese Herausforderungen

greift die Tagung „Bearbeitung

von Verbundwerkstoffen“ am 7.11.17

in Stuttgart auf. Veranstalter ist das

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung.

[ INfo ]

Weitere Informationen und

Anmeldemöglichkeiten gibt es unter

tagung@ifw.uni-stuttgart.de.

Tagung in Nürnberg

Angebote für nicht formal Qualifizierte

„Innovative Weiterbildungsangebote

für nicht formal Qualifizierte“ ist eine Tagung

überschrieben, zu der das Bundesministerium

für Bildung und Forschung für den

9.11.17 nach Nürnberg einlädt.

Die politischen Akteure gehen dabei

davon aus, dass auf der Basis des Berufsbildungsgesetzes

nicht formal Qualifizierte

eine für die berufliche Aus- und

Weiterbildung schwer erreichbare Zielgruppe

darstellen. Deshalb sei eine methodisch-didaktische

Neuausrichtung der

entsprechenden Lernarrangements notwendig,

um die Weiterbildungsbereitschaft,

-beteiligung sowie -erfolge der Betroffenen

zu erhöhen.

Foto: Mapal

Solche Elemente seien ein

z hoher Anwendungsbezug,

z verstärktes Einbinden des Lernorts Betrieb,

z multimedialer Methodenmix sowie

z arbeitsmarktrelevante Formen der Feststellung

und Anerkennung erworbener

Kompetenzen.

Im Fokus der Fachtagung stehen deshalb

neue Lernformen wie arbeitsplatznahes, digitales

und zertifikatorientiertes Lernen, die

sich bereits in Modellprojekten bewährt,

aber dennoch erst in Ansätzen Eingang in

die Weiterbildungskultur gefunden haben.

Ziel ist es aufzuzeigen, wie diese Bildungsinnovationen

für die Bildungspraxis nutzbar

gemacht werden können.

Fräsen spielt in der Bearbeitung von Werkstoffen

eine wichtige Rolle

Frästagung in Nürtingen

Das Fräsen ist eines der wichtigsten sowie

zugleich komplexesten Bearbeitungsverfahren

und spielt in der spanenden Fertigung

eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund

will die Frästagung 2017 vom 14. – 15.11. in

Nürtingen zum fünften Mal das Forum für

aktuelle Entwicklungen sein – als unabhängiger

Branchentreff. Im Mittelpunkt stehen

auch diesmal Innovationen der spanenden

Fertigung sowie der Einsatz unterschiedlicher

Werkstoffe und Techniken. Erstmals

leitet Professor Dr.-Ing. Michael Kaufeld

vom Institut für Fertigungstechnik und

Werkstoffprüfung der Hochschule Ulm die

Tagung, zu der die Carl Hanser Verlag

GmbH & Co. KG einlädt. Auch in diesem

Jahr gibt es für Unternehmen bei der begleitenden

Fachausstellung wieder Präsentationsmöglichkeiten.

[ INfo ]

Alle aktuellen Informationen sind unter

www.fraestagung.de zu finden.

Konferenz zur digitalen Logistik

Wie der Weg in die digitale Logistik gemeistert werden kann, sollen Teilnehmer der CeMAT-

Fachkonferenz „Logistics IT: Stabile Prozesse – Schritt für Schritt in die digitale Logistik“

am 30.11.17 in Würzburg erfahren. Experten der Intralogistik- und IT-Branche sollen bei dieser

Gelegenheit diskutieren, welche Best-Practice-Lösungen es bereits gibt und welche

Schritte nötig sind, um die Logistikprozesse weiter zu digitalisieren. Das vollständige Programm

gibt es unter www.cemat.de/de/logistics-it-fachkongress. Die CeMAT ist eine

Marke aus dem Veranstaltungsportfolio der Deutsche Messe AG. Die nächste Ausstellungsauflage

zu diesem Thema (Intralogistik und Supply Chain Management) gibt es vom 23.-

27.4.18 im Rahmen der Hannover Messe, die dann 70 Jahre alt wird.

Stahlreport 10|17

41


Wissenswertes

Bericht

Gewerblich und/

oder kaufmännisch

kann in der Schäfer

Werke-Gruppe ausgebildet

werden.

Foto: Schäfer

Was und wie man bei Schäfer zur Metallverarbeitung lernen kann

So vielfältig wie die Branche

Gewerblich und/oder kaufmännisch können junge Leute in der Schäfer Werke-Gruppe ausgebildet werden.

In welchen Strukturen dies geschieht und wie ein begleitendes oder sich anschließendes Studium

eingebunden werden kann, das schildern nachfolgend die Ausbildungsleiter Wolfgang Weber und

Ralf Braun. Ihr Fazit: Die Welt des Lernens in der Metallverarbeitung ist so vielfältig wie die Branche.

Der gewerbliche Anteil an Ausbildungsberufen

in der Metallverarbeitung

ist weit gefächert: Zu den

häufigsten Berufsbildern zählen

Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker,

Konstruktionsmechaniker,

Stanz- und Umformmechaniker,

Elektroniker sowie Fachkraft für

Metalltechnik. Bereits im Namen

dieser Berufsgruppen sind erste

Unterschiede erkennbar.

Etwas anders sieht es dagegen

im kaufmännischen Bereich aus.

Dort werden vornehmlich kaufmännische,

verwaltungsorientierte und

IT-basierte Ausbildungsrichtungen

angeboten. Diese sind z.B. Industriekaufmann,

Kaufmann für Büromanagement

und Fachinformatiker Anwendungsentwicklung.

Erfahrungen

zeigen, dass es in diesen Ausbildungsberufen

wesentlich wirksamer

ist, die Auszubildenden direkt

on the job auszubilden.

Bei der großen Vielfalt der Ausbildungsberufe

sollten Betriebe da-

rauf achten, den Auszubildenden

einen Gesamtüberblick über die Ausbildungsberufe

in ihrem Betrieb zu

geben. In Form kleinerer Austauschprogramme

beispielsweise, bei welchen

kaufmännische mit gewerblichen

Azubis für einige Wochen die

Plätze tauschen. Mit einer Ausarbeitung

der gesammelten Erfahrungen

und einer Präsentation vor den

Ausbildern können dann die Vorund

Nachteile der Ausbildungsberufe

aufgezeigt werden. Ziel ist die

Reflexion der eigenen Entscheidung

sowie ein Blick über den Tellerrand,

um beispielsweise Problemstellungen

anderer Berufsbilder und Aufgabengebiete

interdisziplinärer erkennen

zu können.

Struktur der Ausbildung

Nach einer – zunehmend gemeinsamen

– Grundausbildung, die auch

eine Ausbildung an der Maschine

umfasst, können die gewerblichen

Auszubildenden in der Regel erste,

kleinere Dreh-, Schweiß- oder Frästeile

herstellen, welche schon im

Betrieb für die Produktion eingesetzt

werden. Mit diesen Grundfähigkeiten

gehen dann auch die Auszubildenden

der gewerblichen Berufsbilder

für die Praxisphasen in die

einzelnen Abteilungen: Elektroniker

in die E-Werkstatt oder Industriemechaniker

in die Schlosserei.

Dort durchlaufen beispielsweise

Konstruktionsmechaniker für den

Feinblechbau einen Kurs für Blechbearbeitung,

technisches Zeichnen

sowie den Musterbau – um in der

Produktentwicklung und allgemeinen

Konstruktion komplexer arbeiten

zu können. Elektroniker

beispielsweise erhalten spezielle

Ausbildungen zu Themen wie SPS-

Schaltung, Lampenschaltung, Gleichstrom,

Schutzschaltung, Werkzeugstrom,

Regeltechnik und elektronischem

Netzteilaufbau. Stanz- und

Umformmechaniker begleiten im

Betrieb alle Stationen vom Waren-

42 Stahlreport 10|17


eingang bis zum -ausgang und lernen

die einzelnen Anlagen und deren

Programme kennen.

Auch die kaufmännischen Auszubildenden

durchlaufen mehrere

und auch spezielle Unternehmensbereiche.

Im ersten Jahr sind das

z.B. die Materialwirtschaft, die zentrale

Poststelle sowie das Marketing.

Im zweiten Ausbildungsjahr folgt

eine Zuordnung der Auszubildenden

in ihre späteren Kernkompetenzbereiche.

Dort werden sie an

spezielle Tätigkeiten etwa in der Fertigung,

der Arbeitsvorbereitung, im

Verkauf und im Versand herangeführt.

Das dritte Ausbildungsjahr

schließt die Fortsetzung der Lehre

mit Inhalten wie Finanzbuchhaltung,

Personalwesen und der kaufmännischen

Verwaltung ab.

Um Auszubildende effektiv an

ihren Beruf heranzuführen, sollte

für jede Abteilung im Vorfeld ein individueller

Lernzielkatalog erarbeitet

und ein fester Ansprechpartner

benannt werden, welcher zusätzlich

zu seiner eigentlichen Aufgabe die

jungen Kollegen betreut. Dadurch

wissen Auszubildende zum einen

genau, was in dieser Phase auf sie

zukommt. Zum anderen kann der

Betrieb überprüfen, ob alle entscheidenden

Ausbildungsinhalte erlernt

wurden.

Ergänzendes Studium

Auch das duale Studium, zumeist in

den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften,

Maschinenbau und Elektrotechnik,

kann speziellen Gegebenheiten

angepasst werden. Seit

letztem Jahr bietet beispielsweise

die IHK Siegen eigens für technische

Studiengänge eine besondere

Form an: Dual Genial. Im Unterschied

zum klassischen dualen Studium

können organisatorische Schwierigkeiten

aus der Praxis abgefangen

werden.

Mit Dual Genial wird eine flexible

Alternative angeboten. Dabei beginnen

Dualstudenten eine verkürzte,

zwei Jahre dauernde

Ausbildung zum Industriemechaniker,

anteilig zwei Tage in der Berufsschule

und drei im Betrieb. Die

anschließende triale Phase setzt sich

aus zwei Tagen Hochschule, einem

Tag Berufsschule und zwei Tagen

Betriebsarbeit zusammen. Nach etwa

zwei Jahren folgt die Abschlussprüfung.

Als dann fertig ausgebildeter

Industriemechaniker besuchen die

Dual-Studenten weiter die Hochschule

und kommen in der vorlesungsfreien

Zeit zu Praxisphasen in

den Betrieb. Nach insgesamt vier

Jahren absolvieren erfolgreiche Abgänger

so ihr Studium zum Maschinenbauingenieur.

Möglichkeiten der Förderung

Es ist keine Überraschung, dass sich

während der Ausbildung die individuellen

Stärken und Schwächen der

Auszubildenden zeigen. Unternehmen

sollten daher einen wichtigen

Aspekt der Ausbildung nicht vernachlässigen:

die persönliche Einzelförderung.

Damit stärken sie nicht

nur die Bindung der Auszubildenden

an das Unternehmen. Sie investieren

in Form qualifizierterer Fachkräfte

auch in sich selbst. Diese

Einzelförderung sollte im Einzelunterricht

gezielt auf theoretische und

praktische Defizite eingehen, auch

wenn der theoretische Teil erfahrungsgemäß

überwiegt. Sie ist besonders

vor den Prüfungsphasen zielführend

und wird häufig zusätzlich

mit einem eigenen Werksunterricht

umgesetzt.

Gruppenunterricht gestaltet sich

durch die Unterschiede in den einzelnen

Berufsgruppen als zu schwierig.

Mit einer Ausnahme: In der gewerblichen

Ausbildung ist es von

Vorteil, in den ersten Tagen eine

Wiederholung von schulischem Basiswissen

wie Mathematik, Chemie

oder Physik anzusetzen, um etwaige

schulische Defizite von vornherein

auszuschließen. Eine weitere Möglichkeit,

Auszubildende beispielsweise

effektiv auf Prüfungssituationen

vorzubereiten, sind kleinere

Aufgaben, wie das Schreiben von

Reporten und Bearbeiten von Projekten,

welche vor einem fiktiven

Prüfungsausschuss vorgetragen werden.

Auf Unternehmensseite trägt natürlich

auch die Schulung und Weiterbildung

der eigenen Ausbildungsbeauftragten

zur verbesserten

Qualität der Ausbildung bei. Allgemein

sollte das Unternehmen die

Auszubildenden konstant begleiten.

Regelmäßige, verbindliche Mitarbeitergespräche

in jedem Ausbildungsabschnitt

sind dabei ein essenzieller

Bestandteil.

Darüber hinaus stehen Unternehmen

zahlreiche andere Möglichkeiten

zur Verfügung, um die jungen

Kollegen auf ihre kommende

Ausbildung vorzubereiten, den Betrieb

vorzustellen und Ungewissheiten

oder gar Ängsten vorzubeugen

– beispielsweise ein Kennenlernseminar

oder ein Vorstellungstag für

neue Auszubildende, zu dem auch

die Eltern eingeladen werden. 2

Über die Autoren und ihren Arbeitgeber:

Wolfgang Weber ist kaufmännischer Ausbildungsleiter der SCHÄFER

Werke GmbH. Ralf Braun ist gewerblicher Ausbildungsleiter der SCHÄFER

Werke GmbH. Beide haben selbst als Auszubildende im Unternehmen angefangen

und sind mittlerweile seit 29 beziehungsweise 31 Jahren dort

tätig. Die SCHÄFER Werke-Gruppe ist international tätig und bedient mit

den Produkten seiner Geschäftsbereiche EMW Stahl-Service-Center,

Lochbleche, Container Systems, IT-Systems und Industriegehäuse einen

großen Teil der metallverarbeitenden Industrie.

Die Faszination der

Technik ist ein

wichtiger Motivator

im Umfeld der

Ausbildung.

Stahlreport 10|17

43


Lifesteel

Bericht

Der „Bauch von Paris“ wird umgestaltet und soll aufgewertet werden

La Canopée: ein gewaltiges

Kronendach aus Stahl und Glas

Mit einem Blatt, das

aus der Höhe herabgefallen

ist, könnte man

La Canopée vergleichen

(links oben das Centre

Pompidou).

Erstes sichtbares Zeichen der Umgestaltung der berühmten Hallen in Paris ist La Canopée, eine

weitgespannte Dachkonstruktion aus Stahl und Glas über dem lange vernachlässigten Ort in der City.

Peter Becker ist als Berliner Bürger natürlich zurückhaltend mit seinen Wertungen über dieses große

Bauprojekt, hat dafür aber abschließend die Fakten der Geschichte dieses Ortes parat.

[ Info ]

www.parisleshalles.fr

seele.com

Die Hallen („Les Halles“) galten

seit Emile Zolas Roman „Der Bauch

von Paris“ als das Symbol für die Großstadt

schlechthin. Sie waren der riesige

Lebensmittelgroßmarkt mitten in

der City, wo man von Rinderhälften

bis zu Kisten mit Salat und Obst alles

für die edle Speisekammer bekam und

wo, bei nüchterner Betrachtung, die

Stadt vor Ausdünstungen nur so stank

und brodelte.

Jetzt hat der Ort ein neues Gesicht:

La Canopée, übersetzt: Das Kronenoder

Blätterdach, hat unter sich das

hitzige Leben des Verkehrsknotenpunkts

der Regionalbahn sowie der

Métro und über sich nur noch den Himmel.

Die Planung kam von den französischen

Architekten Patrick Berger

und Jacques Anziutti.

Beeindruckend sind die Daten für

das Dach: Die Konstruktion ist zwischen

zwei Seitenflügeln über 96 m

frei aufgespannt. 900 t Stahl wurden

allein für die Sparren-Pfetten-Konstruktion

mit auskragenden Bereichen und

aufgesetzten Elementen verbaut, 3000t

insgesamt. 18.000 Glasplatten decken

das Dach mit einer Größe von mehr

als einem Fußballfeld.

Die Firma Seele mit Sitz in Gersthofen

unweit von Augsburg führte diesen

Teil sowohl der Glas- als auch der

Stahlarbeiten aus.

Im Stil der Glaspaläste

So richtig verrissen hat keiner der Kritiker

die ungewöhnliche Konstruktion,

die man, von oben betrachtet, am ehesten

wie ein großes Blatt beschreiben

kann, das da aus der Höhe heruntergefallen

ist. Eher klang nostalgisches

Bedauern an, dass das neue Ensemble

keine Anklänge hat an die Hallen von

einst im Stil der Glaspaläste (s.u.).

Der Architekt Patrick Berger hebt

das Farbenspiel heraus, welches das

Sonnenlicht im Tageslauf auf den gelben

Glasplatten kreiert. Mancher Journalist

hingegen mokierte sich böse

über die Farbe: als „jaune pipi“, übersetzt

etwa uringelb, wurde sie in zahlreichen

Medien verspottet. Etliche Kritiker

hatten sich wohl einen ganz

großen Wurf der Stadterneuerung erhofft,

wie er Mitte der Siebziger mit

dem nahe gelegenen Centre Pompidou

gelungen war. Man erinnert sich:

Dort hatten die Architekten Renzo

Piano, Richard Rogers und Gianfranco

Franchini eine ganz ungewöhnliche

Gebäudeform mitsamt eines innovativen

Nutzungskonzeptes mitten in eine

historische Bausubstanz eingepflanzt

und damit dem heruntergekommenen

Ort ein neues, pulsierendes Leben gegeben.

Vielleicht, dass auch mit La Canopée

so etwas gelingt. Denn zwar gibt

es auf großer Fläche in den Untergeschossen

nur die üblichen Geschäfte

der Einkaufs-Malls. Aber in den Seitenflügeln

sind Bereiche der Kultur untergebracht,

u.a. ein Konservatorium, die

Mediathek der Stadtbibliothek und einige

Einrichtungen der Jugendkultur.

Etliche hochwertige Restaurants

haben sich in dem Ensemble bereits angesiedelt.

Außerdem ist das neue

Forum des Halles unter dem Dach als

Tor zur Stadt gedacht. Aus der Tiefe des

44 Stahlreport 10|17


Ein Hohlkasten aus U-förmigen Stahlteilen ist das zentrale tragende Element in der Konstruktion.

Bahnknotenpunktes kommend, haben

Touristen und Pendler vom Platz unter

dem Dach aus in der einen Richtung

Zugang zum Centre Pompidou, in der

anderen Richtung zu einem noch im

Bau befindlichen großen Stadtpark.

An dessen Ende liegt die ehemalige

Pariser Börse, in deren prachtvolles

Gebäude ein privates Kunstmuseum

einziehen soll.

Weitere Umbauten und Modernisierungen

im Untergrund könnten bis

2018 abgeschlossen sein.

Die Gesamtsumme für die Wiedererweckung

der Hallen wird auf rund

eine Mrd. € beziffert. La Canopée allein

schlägt mit 238 Mio. € zu Buche.

Die Geschichte der Hallen

Die Geschichte der Hallen geht bis in

das zwölfte Jahrhundert zurück. Damals

ließ König Ludwig VI, genannt der

Dicke, vor den Mauern der Stadt eine

Halle für die Tuchhändler anlegen.

Schon zuvor waren diese dort ihren

Geschäften nachgegangen.

1767 errichtete Ludwig XIV auf

dem Terrain eine große Halle für den

Handel mit Weizen. Wenige Jahrzehnte

später schon war auf dem Gelände alles

nur noch zu eng.

Von 1850 an wurden unter Federführung

des Architekt Victor Baltard

zehn neue Hallen hochgezogen, ganz

im Geschmack der Zeit als Glaspaläste.

Napoleon III hatte sich in London für

diese neue Art des Bauens begeistert.

Emile Zola zeichnete in seinem

Buch „Der Bauch von Paris“ (1873) ein

genaues Bild des Ortes, wo im wahrsten

Sinne des Wortes das Herz der

Stadt schlug. Zola war fasziniert von

der Vielfalt der Waren und der Menschen

sowie von der Umtriebigkeit und

auch der Schönheit dort, wie er schrieb.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts

waren die Hallen Endpunkt jeder

durchzechten Nacht in Paris: Nach

trinkfrohen Stunden traf man sich dort

in den Cafés, um neben den Händlern

aus dem Umland und den Prostituierten

vom Montmartre einen Absacker

zu nehmen. 1963 ließ Billy Wilder seinen

Welterfolg „Irma La Douce“ dort

spielen.

Ende der Sechziger aber war die

Gegend beinahe zu einem Slum geworden:

die hygienischen Verhältnisse

waren katastrophal, jeden Tag verursachte

der Lieferverkehr ein Chaos. In

einer beispiellosen logistischen Aktion

wurde daraufhin der Großmarkt

an den Stadtrand verlagert. Der damalige

französische Staatspräsident

Georges Pompidou setzte den Abriss

der Hallen durch – für viele war das

ein Sakrileg. Eine der Hallen wurde

übrigens in Yokohama in Japan wieder

aufgebaut, eine woanders in Frankreich.

Zehn Jahre lang gab es Planungen

und Verhandlungen, bis 1979 Jacques

Fotos, 3: Franck Badaire Photographe – PBJA Architectes

Chirac, damals Bürgermeister von

Paris, das Forum des Halles eröffnete.

Es war ein Einkaufs- und Freizeitzentrum,

mit Geschäften und Restaurants

rund um einen drei Stockwerke tiefen

Krater für das Tageslicht. Ganz unten

gab es den neuen Kreuzungspunkt der

Regionalbahn RER und der Métro.

Zunächst war das Forum eine

große Attraktion, u.a. wegen seiner

Schwimmhalle mit 50-m-Bahn sowie

15-m-Sprungtum und etlichen Kinos.

Ende der 90er aber war die Bausubstanz

marode, und es hatte sich Drogenhandel

angesiedelt.

Am 5. April 2016 wurde La Canopée

als erster Teil der modernisierten

Hallen von Bürgermeisterin Anne Hidalgo

eröffnet. 2

La Canopée und der

Platz darunter sollen

zentrale Anlaufstelle

in der Pariser City

für Besucher und

Pendler sein.

Stahlreport 10|17

45


Lifesteel

Bericht

Was das Museum der Arbeit zu bieten hat

Lernort Hamburg

Gerade erst hat der Hamburger Arbeitskreis sein neues Programm für die überbetriebliche

Ausbildungsbegleitung vorgelegt (vgl. 7/17), da sorgt die Hansestadt auch in noch größeren

Bildungszusammenhängen für Neuigkeiten: Im Museum der Arbeit eröffnet im September die

Sonderausstellung „Das Kapital“ – und macht in Zeiten der Digitalisierung insbesondere der

Wissensvermittlung interessante Lernort-Verbindungen zwischen beiden Angeboten deutlich.

Im Mittelpunkt der Arbeitskreise

im Norden, die vom Bundesverband

Deutscher Stahlhandel unterstützt

werden, steht neben der

Vermittlung von Wissen dessen

Anwendung. Bisher erfolgte Letzteres

über zahlreiche Besichtigungen

in branchennahen Betrieben. Dies

wird auch so bleiben. Die üppige

Hamburger Museumslandschaft ist

jedoch eine Anregung, auch die vielfältigen

Ausstellungen in der Metropole

an der Elbe in ein solches didaktisches

Konzept mit einzubeziehen.

Dafür bietet sich das Museum

der Arbeit im Stadtteil Barmbek

gleich aus zwei Gründen besonders

an:

z Zum einen fachlich, weil die dortige

Dauerausstellung zahlreiche

Themen abdeckt, die für Händler

mit Stahl und anderen Metallen

ebenso wichtig wie interessant

sind. Das Spektrum reicht von der

Ausstellung des 14,2 m Durchmesser

starken Schneidrades der Bohrmaschine

für die vierte Elbtunnelröhre

über die aus dem Jahr 1885

stammende Zinnschmelze bis hin

zur historischen Metallwerkstatt,

die beispielsweise das Emaillieren

ebenso nahebringt wie das Galvanisieren

und das Lackieren.

z Zum anderen sozial kompetent,

weil die Ausstellungsthemen in

Barmbek immer in größere gesellschaftliche

Zusammenhänge eingebunden

werden. Das Museum der

Arbeit zeigt nämlich nicht nur die

großen technischen Veränderungen,

die in den vergangenen 150

Jahren stattgefunden haben, es

stellt auch den damit verbundenen

sozialen Wandel dar – bis hin

zur derzeit allgegenwärtigen Digitalisierung.

Technische Entwicklung

und Gesellschaft

Und deshalb passt auch die Sonderausstellung

„Das Kapital“ nach Hamburg

und in das Museumskonzept.

Denn Autor Karl Marx, der sein

Hauptwerk vor genau 150 Jahren in

Hamburg veröffentlichte, stellte

damals angesichts der Entwicklung

von Industrie 1.0 die bedeutende

und Alternativen provozierende

Frage: In welcher Gesellschaft wollen

wir leben? Und diese Frage ist

in Zeiten von Industrie 4.0 aktueller

denn je, muss auch in einer kompetenzorientierten

Berufsbildung

eine Rolle spielen.

Dabei geht es etwa um den Aspekt,

wie das Arbeiten und das Leben

zusammengehören. Alle Abteilungen

des Museums machen durch

ihre Exponate und die Konzeption

ihrer Präsentation diese Zusammenhänge

sehr schön deutlich. Vor allem

aber ist das Ausstellungsgelände

selber Beleg dafür. Es präsentiert in

dem ehemaligen Ensemble der New

York Hamburger Gummiwaren Compagnie

nicht nur Lehrreiches, sondern

es gibt auch dem lokalen gesellschaftlichen

Stadtteilleben einen

passenden Raum; ein Lernort in doppeltem

Sinne. 2

Was Oberflächen von Metallen zu leisten imstande sind, lehrt dieses Schneidrad einer

Bohrmaschine im Hamburger Museum der Arbeit. (Foto: BDS)

[ Info ]

www.museum-der-arbeit.de

46 Stahlreport 10|17


In einer Multimedia-Reportage berichtet der VDMA über Verschrottung und Recycling der „Costa Concordia“.

Verschrottung der „Costa Concordia“

Lehrreich

Auf eine lehrreiche Art hat der VDMA ein Schiffsunglück in seine Öffentlichkeitsarbeit

eingebunden (bit.ly/2maCXDk). Es geht um die Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“

und die Verschrottung des Wracks.

Der Vorfall gehörte zu den

schlimmsten Katastrophen der zivilen

Schifffahrt in den letzten Jahrzehnten.

Das Schiff kollidierte am 13.

Januar 2012 vor der Insel Giglio im

Mittelmeer mit einem Felsen, schlug

leck und wurde manövrierunfähig

vom Wind in Richtung Insel gedrückt,

wo es unmittelbar nördlich des kleinen

Hafens der Insel auf Grund lief

und mit der Zeit auf 65 Grad Schlagseite

kippte. Millionen Menschen

trauerten um die 32 Todesopfer, und

Kapitän Francesco Schettino, der noch

vor seinen Passagieren das kenternde

Schiff verlassen hatte, war monatelang

als „Feigling“ Thema in den

Medien.

Zum Schluss aber ging es nur

noch um die Verschrottung des

Wracks. Hinter der mühsamen und

langwierigen Bergung des Schiffes

steckt eine erstaunliche Ingenieurleistung.

Es dauerte über zwei Jahre,

bis die „Costa Concordia“ in der li-

gurischen Hafenstadt Genua verschrottet

werden konnte. Wie das

Schiff in seine Einzelteile zerlegt

und recycelt wird, ist das Thema dieser

neuen Multimedia-Reportage aus

dem Verband Deutscher Maschinenund

Anlagenbau (VDMA).

Der verantwortliche Fachverband

Schweiß- und Druckgastechnik im

VDMA ist mit seinen 28 Mitgliedsunternehmen

eine der kleineren

Gruppierungen in diesem Verbund.

Der Fachverband vertritt die Inter -

essen der Mitgliedsunternehmen bei

nationalen und internationalen Institutionen

sowie gegenüber Behörden,

und er nimmt Einfluss auf technische

Regelwerke. Vorsitzender des

Fachverbandes ist Peter E. Schaaf,

Geschäftsführer der Messer Cutting

Systems GmbH. Geschäftsführer ist

Wolfgang Burchard. 2

Foto: VDMA

Stahlreport 10|17

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Lifesteel

Bericht/Nachrichten

Umfeld(welt)orientiert

Feuerverzinkte Fassade

Foto: Betafence

Betafence Farming-Programm

Draht für die Landund

Forstwirtschaft

Pünktlich zum Höhepunkt der Saison hat Betafence sein aktuell

erweitertes Programm für die Land- und Forstwirtschaft

vorgestellt: Farming. Neben Stacheldraht und Zäunen für

Viehhaltung und Wildschutz umfasst das Sortiment jetzt auch

ein spezielles Drahtangebot für den Wein- und Obstbau.

Wie schimmernde Kristalle, eingebettet

in üppiges Grün, wirken die drei Wohnhäuser

am Chilestieg in Rümlang in der

Schweiz. Die von Baumschlager Eberle

geplanten Bauten orientieren sich aus städtebaulicher

Sicht sensibel und ökologisch an

ihrem Umfeld. Für die hinterlüftete Fassade

wurde 3 mm starkes, feuerverzinktes Stahlblech

eingesetzt, worauf der Industrieverband

Feuerverzinken besonders hinweist.

Die Größe der Fassadenbleche beträgt ca.

4 m x 1,5 m. Mit Hilfe geschweißter Aufhängehaken

an der Rückseite wurden die

Fassadenbleche nicht sichtbar befestigt.

Für die Fassade wurde feuerverzinkter

Stahl auch gewählt, weil er die Gebäudeform

des Sechsecks unterstreicht und

Ecken sowie Kanten des Gebäudes präzise

herausarbeitet. Das Fugenraster der

Stahlbleche orientiert sich an den Formaten

der Fensteröffnungen.

Für Weideland, Viehhaltung

und Zucht bietet die Betafence

Deutschland GmbH aus Schwalmtal

die geflochtenen Gitterzäune der

Produktreihe Ursus an. Sechs Ausführungen

decken unterschiedliche

Anforderungen ab – vom Kleinvieh

bis zu Schweinen, Kühen und Damwild.

Eine spezielle Zink-Aluminium-

Beschichtung soll die Haltbarkeit

des Drahtes im Vergleich zu herkömmlicher

Starkverzinkung um

mehr als 50 % erhöhen. Die schweren

Ausführungen haben außerdem

eine flexible Knotenverbindung, die

eine Antwort auf unebenes Gelände

darstellt.

Für die Forstwirtschaft und zum

Wildschutz entlang von Verkehrswegen

stehen die geflochtenen Gitterzäune

Ursus AS zur Verfügung.

Die als besonders formstabil und widerstandsfähig

angepriesene Ausführung

Ursus AS Super ermöglicht

Pfostenabstände von 8-10 m und

damit eine drei Mal schnellere Installation

als bei herkömmlichen Systemen.

Eine besonders formstabile Lösung

will das neuartige Knotengeflecht

Ursus TightKnot leisten. Durch

die hohe Zugfestigkeit der Querdrähte

(1.300 N/mm²) und einen besonders

festen, unbeweglichen Verschlussknoten

kehrt das Geflecht

nach Aufprällen ohne Deformation

in seine Ausgangsform zurück, verspricht

der Hersteller. Auf gerader

Strecke sind zeitsparende Pfostenabstände

bis zu 10 m möglich.

Speziell für den Obst- und Weinbau

bietet Betafence das Drahtprogramm

Tutor an. Dessen Super-Ausführung

ist mit besonders hoher

Zugfestigkeit und fünf Mal höherem

Korrosionsschutz vor allem für den

ertragsintensiven Weinbau gedacht.

Weitere Ausführungen decken typische

Anforderungen wie hohe

Dehnbarkeit, komplexes Binden

(etwa bei der Pergola-Erziehung)

oder den multifunktionalen Einsatz

ab. Für alle Weinbergdrähte steht

ein umfangreiches Zubehörprogramm

mit Spannsets, Zangen und

Spannwerkzeug zur Verfügung.

Die Ursus-Zäune von Betafence

wollen langlebige Lösungen für Weideland

bieten. Das Drahtprogramm

Tutor steht für Lösungen zu den unterschiedlichen

Anforderungen im

Wein- und Obstbau.

Foto: archphoto, inc. © Baumschlager Eberle Architekten

Die drei- und viergeschossigen Häuser mit

insgesamt 41 Wohnungen haben eine

Nutzfläche von 4.300 m 2 .

Feuerverzinkter Stahl wird zunehmend zur

Fassadengestaltung eingesetzt und kann

für die Fassaden-Tragkonstruktion, die

Fassadenbekleidung und für Verbindungsund

Befestigungselemente verwendet

werden.

[ Info ]

Mehr Informationen sowie Referenzbeispiele

und Ausschreibungstexte unter: www.feuerverzinken.com/fassaden

Wohnhäuser am Chilestieg in Rümlang in der

Schweiz

48 Stahlreport 10|17


Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Fotos: Takraf & RWE Power AG

Tabelle der zehn weltweit größten Bagger.

Monströse Maschinen

Die zehn größten Bagger

Sie sind bis zu 96 m hoch und bis zu

14.200 t schwer: Die 10 größten Bagger der

Welt können begeistern. Nur wenige Hersteller

weltweit stellen solche Maschinen her.

Vom elektrischen Seilbagger bis zum Hochlöffelbagger

ist in den Top 10 alles dabei. Der

Online-Marktplatz www.maschinensucher.de

hat eine Bildergalerie der monströsen Maschinen

zusammengestellt.

Kaum vorstellbare 45 m 3 fasst der Hochleistungstieflöffel

des Liebherr Minenbaggers

R 9800. Das entspricht dem Inhalt von 400

herkömmlichen Badewannen. Der Maschinenriese

kann einen großen Muldenkipper

in drei Arbeitsgängen komplett beladen.

Sein Einsatzgewicht von 810 Tonnen reicht

aber nur zu Platz 6 der größten Bagger der

Welt.

An der Spitze der Tabelle steht eine Eigenanfertigung

von MAN und Takraf für die

RWE Power AG zur Braunkohleförderung.

Der Schaufelradbagger RB293 hat rund

6.745 PS. Das entspricht der Leistung von

sieben Formel 1-Rennwagen. Sein Einsatzgewicht

liegt bei 14.200 t – und das bedeutet

Platz 1 im Ranking.

Der RB293 ist so schwer wie 25 Passagierflugzeuge und so hoch wie ein Wolkenkratzer. Die größte

Maschine der Welt hat 6.745 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Metern pro Minute. Er wird

von der RWE Power AG zur Braunkohleförderung eingesetzt.

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Stahlreport 10|17

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Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Ulea Wesemeyer

Foto: acatech

Ulea Wesemeyer

sucht im Stahlhandel oder anderen interessierten

Branchen Förderer für ihren Plan, Ende

dieses Jahres auf Einladung des Bundes Deutscher

Architekten im Haus der Baukultur in

Braunschweig die Ausstellung „STAHL

FISCHEN“ zu präsentieren. In Sachen Stahl in

Händlerkreisen bekannt geworden war die in

Hamburg lebende und arbeitende Künstlerin

(Foto, Quelle: BDS) mit der Präsentation ihrer

Eisenlandschaften auf

dem Stahlhandelstag

2015 in Bremen.

Dafür hatte sie Stahlbleche

mit Flüssigkeiten

so oberflächenbehandelt,

dass für die

Betrachter individuelle

Bilder wie Landschaften

entstanden. Der

Stahlreport hatte

mehrfach darüber berichtet. Zugang zu Informationen

über das neue Projekt gibt es unter

den Adressen www.artdoxa.com/

uleawesemeyer und www.facebook.com/

uleawesemeyerEN10027.

Karl Monhof

hat Mitte September sein 30-jähriges Dienstjubiläum

gefeiert. Er ist Prokurist und Key

Account Manager bei der MCB Deutschland

GmbH.

giesysteme der Zukunft“ vereint und die Initiative

Industrie 4.0 auf den Weg gebracht.“

Elizabeth II.

hat Anfang September in Schottland die

längste Schrägseilbrücke der Welt („Queensferry

Crossing“) über den Meeresarm Firth of

Forth eingeweiht. Die neue Brücke, für die u.a.

35.000 t Stahl verbaut wurden, ist mehr als

2.600 m lang und ergänzt

die Forth Road

Bridge sowie die Forth

Bridge für Eisenbahnen,

die als einst

längste Stahlauslegerbrücke

heute zum

Unesco-Welterbe

zählt. Auch eine Vorgängervariante

der

neuen Brücke hatte

die britische Königin Elisabeth II schon in ihrer

über 50-jährigen Regentschaftszeit eingeweiht.

Andreas Steffes

ist Geschäftsführer des Schweizerischen

Stahl- und Haustechnikhandelsverbands und

interessiert sich für die im letzten Stahlreport

vorgestellte Branchenstudie zur Digitalisierung

im Stahlgeschäft (S. 52). Jedenfalls wird er

vom Autor der Studie, Prof. Dr. Lothar Grebe,

mit dem Satz zitiert: „Ich würde auch gerne

eine Ausgabe der Digitalisierungsstudie für

uns bestellen, nachdem ich so positive Rückmeldungen

erhalten habe.“

Footo: WGP

Hubert Ertl

ist neuer Forschungsdirektor und stellvertretender

Präsident im Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB). Der Wissenschaftler,

Jahrgang

1968, ist nach dreizehnjähriger

Forschungs-

und Lehrtätigkeit

an der

Universität in Oxford

für seine neue Aufgabe

nach Deutschland

zurückgekehrt.

Zum 1.9.17 hatte er

seine neue Position von Prof. Dr. Reinhold Weiß

übernommen, der sich in den Ruhestand verabschiedet

hatte. Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser,

BIBB-Präsident, begrüßte seinen neuen Stellvertreter,

Prof. Dr. Hubert Ertl, mit den Worten:

„Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, …

einen international erfahrenen Forscher in Sa-

Michael Klein

wechselt zum 1. Oktober 2017 zur Robert

Bosch GmbH. Ab 1. Januar 2018 übernimmt

der bisherige Generalsekretär der acatech

dort die Leitung des Bereichs Außenangelegenheiten,

Regierungs- und Politikbeziehungen

in Berlin. Mit dem 52-jährigen Michael Klein

hatte die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

(acatech) 2009 erstmals einen

Generalsekretär berufen. Im Mittelpunkt seiner

Arbeit stand der Ausbau der Politik- und

Gesellschaftsberatung. Akademiepräsident

Henning Kagermann dankt Michael Klein für

seine Arbeit: „Michael Klein hat die Politikund

Gesellschaftsberatung

durch acatech

entscheidend vorangebracht.

In seiner

Amtszeit hat acatech

die Innovationsdialoge

der Bundesregierung

organisiert, die Energieforschung

im Akademienprojekt

„Enerchen

beruflicher Bildung gewonnen zu haben.“

Das BIBB hat u.a. die Aufgabe, die Bundesregierung

in Berufsbildungsfragen zu beraten.

Foto: Thyssenkrupp

August Thyssen

ist vor 175 Jahren geboren worden. 1842 kam

der spätere Firmengründer in Eschweiler bei

Aachen auf die Welt. 49 Jahre später wurde im

Stahlwerk Duisburg-Bruckhausen der erste

Stahl erschmolzen und damit der Grundstein

für die heutige thyssenkrupp

Steel

Europe AG gelegt. Mit

mehr als 14.000 Mitarbeitern

ist das Unternehmen

der bedeutendste

Arbeitgeber in

Duisburg, wo man angesichts

von Fusionsplänen

bange in die

Zukunft blickt. „August

Thyssen war eher gewiefter Unternehmenslenker

als genialer Ingenieur“, charakterisiert

Prof. Manfred Rasch, Leiter des

thyssenkrupp Konzernarchivs. „Aber welche erfolgreiche

Basis er mit dem Bau des integrierten

Hüttenwerks im Duisburger Norden geschaffen

hat, sieht man daran, dass der

Standort am Rhein auch etwas mehr als 125

Jahre nach Produktionsbeginn weiterhin zu den

leistungsstärksten Werken in Europa zählt.“ Bis

heute werden dort jedes Jahr rund 12 Mio. t

Rohstahl erzeugt und verarbeitet.

Frank-Walter Steinmeier

hat am 18.9.17 in Hannover die EMO eröffnet,

die „Welt der Metallbearbeitung“. Bei dieser

Gelegenheit sagte der Bundespräsident (Foto):

„Eine offene Gesellschaft und eine prosperierende

Wirtschaft beruhen auf dem starken Fundament

aus Austausch und Vertrauen. Messen

wie die EMO verdeutlichen dies auf ganz konkrete,

greifbare Weise. Es ist gut, dass diese

Tradition auch im Zeitalter von digitalen Katalogen,

Videokonferenzen und Just-in-time-Produktion

erhalten bleibt.“ Der erste Mann im

Staat spielte damit offensichtlich auch auf eine

Initiative an, die der

Verein Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) aus

Anlass der Messe vorgestellt

hat – die auf

Vertrauen angewiesene

Initiative für die

vernetzte Produktion.

(Vgl. S. 22ff)

50 Stahlreport 10|17


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Lagerprogramm!

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Auf mehr als 60.000 qm Fläche im Duisburger Hafen bieten wir Ihnen

ein umfangreiches, gut sortiertes Lieferprogramm, welches wir ab

Oktober 2017 um warmgefertigte Stahlbauhohlprofi le erweitern.

Auch in diesem Segment arbeiten wir ausschließlich mit zugelassenen

Herstellern gemäß der aktuellen EU Normen.

Abmessungsprogramm:

Von 40 x 40 mm bis 400 x 400 mm und 50 x 30 mm bis

500 x 300 mm in Wanddicken bis 20 mm

In Herstelllängen von 12 bis 13,5 m und Fixlängen verfügbar

Technische Daten:

Warmgefertigte Stahlbauhohlprofi le gemäß EN 10210/1+2

in den Werkstoffen S355J2H und S355NH

Von namenhaften europäischen Herstellern

Verzinkungsfähig, mit APZ 3.1 nach EN 10204 und CE-Zeichen

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Auf Wunsch in gestrahlter oder geprimerter Ausführung und

nachträglicher 3.2 Abnahme. Gerne bieten wir Ihnen auf unserem

3D-Rohrlaser gefertigte Komponenten im Bereich bis 220 x 220 mm

bzw. 250 x 100 mm an.

Für Anfragen steht Ihnen unser Team jederzeit

zur Verfügung.

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Am Blumenkampshof 67 · 47059 Duisburg

Tel.: +49 203 28916-0 · Fax: +49 203 28916-35

info@stahlrohr.eu · www.stahlrohr.eu

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BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2017

Seminarthema Termin Tagungsort

Nichtrostende Stähle (Seminar) 16.-17.10. Aachen

Mehr Aufträge durch professionelle Angebotsverfolgung

und effektive Preisverhandlung

(Verkauf II) (Seminar) 25.-26.10. Nürnberg

Betonstahl (Seminar) 07.-08.11. Kehl

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.12. Gengenbach

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.02. Dortmund

Rohrtag 01.03. Düsseldorf

Blankstahl (Seminar) 10.-11.04. Ludwigsburg

Einführung Fernstudium 01.-06.07. Soltau

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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