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Stahlreport 2022.07

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77. Jahrgang | Juli/August 2022<br />

STAHLREPORT<br />

Nachrichten aus Handel, Produktion und Verarbeitung<br />

7/8<br />

22<br />

Wie lief es 2021 für den Stahlhandel? | ab S. 38<br />

BDS-Research – die große Abnehmergruppen-Analyse<br />

Europas innovativstes Walzwerk | S. 24<br />

Feralpi investiert in Riesa<br />

Treffpunkt Stahlhandel ein voller Erfolg | S. 52<br />

BDS-Gemeinschaftsstand auf der Tube


SEMINAR<br />

„LADIES FIRST“ –<br />

SICHER EIGENE AKZENTE SETZEN<br />

TEILNEHMERKREIS<br />

Mitarbeiterinnen aus allen Unternehmens- und<br />

Fachbereichen im Stahlhandel.<br />

13. - 14. SEPTEMBER 2022<br />

SOLTAU<br />

Mächtige Männer – machtlose Frauen? – Stimmt das? Auf dem Programm<br />

steht u. a. die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Hierarchie- und<br />

Machtstrukturen im Unternehmen, Strategien der Selbstfürsorge sowie<br />

Möglichkeiten der bewussteren Karriereplanung.<br />

DAS THEMA<br />

Wie Sie dabei Ihre eigene Perspektive<br />

behalten, Netzwerke aufbauen<br />

und Ziele realisieren, dazu gibt<br />

Ihnen das Seminar „Ladies first –<br />

sicher eigene Akzente setzen“<br />

Tipps & Tricks an die Hand.<br />

DAS SEMINARZIEL<br />

In diesem BDS-Seminar erhalten<br />

Mitarbeiterinnen aus allen Unternehmens-<br />

und Fachbereichen im<br />

Stahlhandel wertvolle Informationen<br />

zum Arbeitsalltag und profitieren<br />

vom Erfahrungsaustausch.<br />

DIE DOZENTIN<br />

Regina Groß blickt auf eine langjährige<br />

Erfahrung als Personalentwicklerin<br />

zurück. Mit ihren speziellen Soft-Skill-<br />

Trainings setzt sie sich erfolgreich für<br />

die Förderung und die Belange von<br />

Frauen in Führungspositionen ein.<br />

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Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 0211 86497-19<br />

oder per E-Mail: wynands-bds@stahlhandel.com.


EDITORIAL<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

auch wenn das große Scheinwerferlicht meist andere Branchen beleuchtet: der Stahlhandel ist<br />

ein überaus aktiver Sektor. Engagiert, ideenreich und auf der Höhe der Zeit: die Menschen des<br />

Stahlhandels – das zeigen auch wieder die Beiträge in dieser Ausgabe des <strong>Stahlreport</strong>s – arbeiten<br />

alles andere als in einer verstaubten Branche.<br />

Nur ein Beispiel: Die Gebr. Lotter KG hat jüngst den Um- und Neubau ihres Betonstahl-Standorts<br />

Würzburg abgeschlossen (siehe ab S. 8). Das ist, gemessen am üblichen Aufregungspotenzial<br />

„großer“ Nachrichten natürlich kein Aufreger. Ein genauerer Blick zeigt jedoch die Anstrengung,<br />

die hier über zwei Jahre unternommen wurde, um sich an die großen aktuellen Entwicklungen der<br />

Zeit anzupassen. Stichwort Digitalisierung: Die Intralogistik im Würzburger Biegebetrieb wurde<br />

an vielen Stellen direkt mit dem EDV-System verbunden, zudem ist der Standort vollständig mit<br />

dem Lotter-Biegereiverbund vernetzt. Stichwort Umweltschutz: Der Natur- und Hochwasserschutz<br />

hat bei dem weitgehenden Neubau eine große Rolle gespielt, viele Auflagen mussten eingehalten,<br />

Gutachten erstellt werden. Zusätzlich soll eine Photovoltaik-Anlage installiert werden. Stichwort<br />

Mitarbeiterzufriedenheit: Damit externe Mitarbeiter nicht nur ein gutes Arbeits-, sondern auch<br />

ein gutes Wohnklima vorfinden, wurde eigens ein moderner Schlaftrakt errichtet. Und so sieht das<br />

Gesicht des Fortschritts im Stahlhandel oft aus: viele Einzelschritte und Maßnahmen, die beharrlich<br />

in die reale Umgebung des Unternehmens integriert werden.<br />

Wie engagiert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stahlhandel sind, hat auch das BDS-<br />

Fernstudium „Betriebswirt/in Stahlhandel (BDS)“ gerade wieder gezeigt. So haben in diesem Jahr<br />

neun Nachwuchs-Führungskräfte das Studium erfolgreich abgeschlossen (und acht neue ganz<br />

frisch begonnen, siehe S. 51). Für den mündlichen Teil der Prüfung hatte sich ein Fernstudent<br />

dabei etwas ganz besonderes ausgedacht: Zur Visualisierung seines Themas – eine Analyse<br />

der Wirtschaftlichkeit von Groß- und Kleinkunden – hatte er mehrere Figuren entworfen, im<br />

3D-Drucker ausgedruckt und zur Prüfung mitgebracht (Sie sehen die Figuren auf dem Titel dieser<br />

Ausgabe). Seinen persönlichen Einsatz hatte er ohne Worte damit schon zu Beginn der – übrigens<br />

sehr erfolgreichen – Prüfung gezeigt.<br />

Trotz der ingesamt eher schwierigen Gemengelage, die aktuell so dicht und von so vielen<br />

gleichzeitigen Krisen und Problemlagen geprägt ist, wie selten zuvor, gehören – wie ich meine –<br />

immer wieder auch die positiven Dinge ins Zentrum. Daher hoffe ich, dass Sie meinem Blick auf das<br />

Engagement des Stahlhandels und seiner Menschen folgen konnten – es ist an vielen Stellen immer<br />

wieder zu finden.<br />

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht<br />

Markus Huneke<br />

Chefredakteur <strong>Stahlreport</strong><br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

3


Inhalt <strong>Stahlreport</strong> 7/8 2022<br />

XXXXXXXXXX<br />

XXXXX A XXXXX<br />

Walzstahlfertigerzeugnisse und Rohre legten zu<br />

Abnehmergruppen-Analyse 2021<br />

Das vergangene Jahr hat für den Lagerabsatz von Walzstahlfertigerzeugnissen<br />

und Rohren ein Plus gebracht – trotz fortdauernder<br />

Coronapandemie. Bei Rohrverbindungen wurden laut BDS-Research<br />

dagegen leichte Rückgänge verbucht. Die genaue Analyse der<br />

Abnehmergruppen ab S. 38.<br />

38<br />

24<br />

Spatenstich für neues Walzwerk<br />

Feralpi investiert in Riesa<br />

Es ist ein Ausrufezeichen: Feralpi investiert am<br />

Standort Riesa in den kommenden Jahren eine<br />

dreistellige Millionensumme. Enstehen soll Europas<br />

innovativstes Walzwerk, mit dem erstmals in<br />

Deutschland warmgespoolte Coils bis zu 8 t produziert<br />

werden können. Zugleich reduziert das Unternehmen<br />

mit der Investition seinen CO 2 -Fußabdruck.<br />

Mittendrin, statt nur dabei<br />

BDS-Gemeinschaftsstand auf der Tube<br />

Lang musste die Branche warten, immer wieder wurde<br />

der Messetermin coronabedingt verschoben. Im Juni<br />

war es nun aber soweit: die Düsseldorfer Messe<br />

öffnete endlich wieder ihre Tore für die Stahlrohr- und<br />

Drahtbranche. Mittendrin in der neuen Halle 1 war<br />

auch der Stahlhandel mit dem BDS-Gemeinschaftsstand<br />

vertreten – ein voller Erfolg.<br />

52<br />

4 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


12<br />

20 Jahre Erfolg am<br />

Markt<br />

Huse & Philipp feierten<br />

rundes Jubiläum<br />

Was für eine Location: das<br />

Stahlhandelshaus Huse &<br />

Philipp hatten sich einen ungewöhnlichen<br />

Ort für ihre Jubiläumsfeier<br />

ausgesucht. Über<br />

400 Kunden, Lieferanten und<br />

andere Wegbegleiter waren<br />

der Einladung von Dirk Huse<br />

und René Philipp im Juni ins<br />

heimische Stadion der Braunschweiger<br />

Eintracht gefolgt<br />

– für eine runde und schöne<br />

Feier, endlich wieder im<br />

persönlichen Austausch.<br />

PERSÖNLICHES<br />

6 Kurznachrichten<br />

Stahlhandel<br />

8 Lotter schließt Um- und Neubau in Würzburg ab<br />

10 Kicherer – Gelungene Nachwuchs-Kampagne<br />

11 Stahl Krebs – Exzellente Markenstrategie<br />

12 20 Jahre Huse & Philipp<br />

13 Sülzle erneut „Best Managed Company“<br />

14 Eisen-Fischer – Maschinenpark erweitert<br />

16 Heine + Beisswenger – Erste grüne Stahlpartnerschaft über die gesamte<br />

Automotive-Wertschöpfungskette<br />

18 Salzgitter Mannesmann Stahlhandel –<br />

Standort Fürth feierte 50-jähriges Jubiläum<br />

20 Jebens – Twist mit dem Brenner<br />

22 Nordwest – Erfolgreiche Auftaktveranstaltung für Führungsnachwuchs<br />

23 Klöckner – Zukäufe erweitern Kundenstamm<br />

Stahlproduktion<br />

24 Feralpi – Spatenstich für Europas innovativstes Walzwerk<br />

26 Benteler – Neue Ziehlinie in Paderborn eröffnet<br />

28 Salzgitter AG investiert in Wasserstofflabor<br />

30 ArcelorMittal will grüne Energie<br />

33 Rohstahlproduktion weltweit/Deutschland<br />

Stahlverarbeitung<br />

34 Wuppermann – Perfekter Start ins Jubiläumsjahr<br />

BDS-Research<br />

36 Auswirkungen des Ukraine-Kriegs weiterhin spürbar<br />

38 Die große Abnehmergruppen-Analyse 2021<br />

BDS-Berufsbildung<br />

50 Arbeitskreis junger Stahlhändler Duisburg –<br />

Mehr als nur ein grober Überblick<br />

BDS-Kommunikation<br />

52 Treffpunkt Stahlhandel –<br />

BDS-Gemeinschaftsstand auf der Tube ein toller Erfolg<br />

53 Einladung zu Gebietsversammlungen 2022<br />

Anarbeitung & Logistik<br />

54 IMS Messsysteme –<br />

3D-Oberflächeninspektion direkt nach dem Streckreduzierwalzen<br />

56 Behringer – Sägen ist mehr als nur Trennen<br />

58 Kasto – Kapazitäten erweitert, Schnittzeiten verkürzt<br />

60 Hergarten – Neue Softwarelösung ermöglicht Subunternehmen<br />

Transportabwicklung<br />

Messen und Märkte<br />

61 wire & Tube – Düsseldorf hat sich wieder gelohnt<br />

62 AMB 2022 – Digitalisierung zum Anfassen<br />

63 Konjunktur<br />

64 Termine<br />

65 Messekalender<br />

Lifesteel<br />

66 Ein Solardach für den Acker<br />

66 Impressum<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

5


XXXXXXXXXX<br />

Persönliches<br />

XXXXX Kurznachrichten A XXXXX<br />

Bild: Messe München<br />

Nordwest<br />

Thorsten Stiefken<br />

hat im Rahmen der Reorganisation die Leitung<br />

des im April 2022 neu geschaffenen<br />

Geschäftsbereichs Geschäftsfeldentwicklung<br />

& Akquisition der Nordwest Handel AG<br />

übernommen. Was<br />

vorher im Gesamtbereich<br />

Vertrieb<br />

verankert war, ist<br />

jetzt in zwei neue<br />

Geschäftsbereiche<br />

aufgesplittet<br />

worden. Damit<br />

Bild: Nordwest<br />

sollen zum einen die<br />

Betreuung und Weiterentwicklung<br />

der<br />

Fachhandelspartner weiter ausgebaut und<br />

zum anderen ganz neue Geschäftsfelder<br />

strategisch erschlossen werden. Neben dem<br />

Bereich Großhandel & Geschäftspartnermanagement,<br />

geleitet von Jan Korb, entstand<br />

daher der Bereich Geschäftsfeldentwicklung<br />

& Akquisition mit dem gelernten Stahlhändler<br />

Thorsten Stiefken an der Spitze.<br />

Im Fokus steht dabei sowohl die strategische<br />

Weiterentwicklung und Gewinnung weiterer<br />

Handelspartner als auch der Aufbau zusätzlicher<br />

Kooperationen. So wurden beispielsweise<br />

erste Schritte gemacht, um vertriebliche<br />

Aufgabenstellungen im Handel zu systematisieren<br />

und dadurch die Handels partner zu<br />

entlasten. Durch die neu gewonnenen Freiräume<br />

können diese wiederum ihr Kerngeschäft<br />

und die Nähe zu ihren Kunden weiter<br />

intensivieren, so Nordwest.<br />

Der verantwortliche Geschäftsbereichsleiter<br />

Thorsten Stiefken ist seit über drei Jahrzehnten<br />

in der Branche tätig, seit 15 Jahren<br />

davon bei der Nordwest Handel AG: „Von<br />

jeher setze ich mich mit Marktstrukturen<br />

und Weiterentwicklungen auseinander. Als<br />

gebürtiger Landwirt bin ich es gewohnt,<br />

Neuland zu beackern und brenne sozusagen<br />

dafür, neue Themen und Strategien zu<br />

entwickeln, die zukünftigen Erfolg sichern<br />

und für alle Beteiligten von Nutzen sind – für<br />

mich ein großer Motivator“, erläutert Stiefken<br />

seine Berufung.<br />

Verabschiedung von Messechef Klaus Dittrich (v.l.): Dr. Manfred Gößl (Hauptgeschäftsführer der Industrie-<br />

und Handelskammer für München und Oberbayern), Hubert Aiwanger (Bayerischer Staatsminister<br />

für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Messe München),<br />

Klaus Dittrich (Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München), Dieter Reiter (Oberbürgermeister<br />

der Stadt München und erster stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Messe München),<br />

Albert Füracker (Bayerischer Staatsminister für Finanzen und Heimat), Franz Xaver Peteranderl (Präsident<br />

der Handwerkskammer für München und Oberbayern)<br />

Messe München<br />

Klaus Dittrich<br />

hat nach mehr als 20 Jahren die Messe München verlassen. Der langjährige Vorsitzende der<br />

Geschäftsführung ist planmäßig zum 30. Juni 2022 in den Ruhestand eingetreten. In seinen<br />

zwölf Jahren an der Unternehmensspitze hat er die Messe München unter die weltweit<br />

erfolgreichsten Messeunternehmen geführt und dabei ihre internationale, digitale und nachhaltige<br />

Ausrichtung maßgeblich geprägt, so das Unternehmen. Wie bereits im November<br />

letzten Jahres entschieden, wird das Unternehmen seit 1. Juli 2022 von Dr. Reinhard Pfeiffer<br />

und Stefan Rummel als gleichberechtigte Geschäftsführer in einer CEO-Doppelspitze geleitet.<br />

Schwarzwaldeisen<br />

Steffen Auer<br />

wurde im Mai 2022 in den Aufsichtsrat der<br />

Nordwest Handel AG<br />

berufen. Nordwest<br />

ist eine deutschlandweit<br />

tätige<br />

Verbundgruppe im<br />

Produktionsverbindungshandel<br />

in den Bereichen<br />

Handwerk, Industrie,<br />

Bauelemente,<br />

Stahl und Haustechnik.<br />

Nordwest erzielte im Jahr 2021<br />

ein Geschäftsvolumen von über 4 Mrd. €.<br />

Dr. Steffen Auer ist in seiner Hauptfunktion<br />

geschäftsführender Gesellschafter der<br />

Schwarzwaldeisen-Gruppe in Lahr.<br />

Bild: Schwarzwaldeisen<br />

Knauf Interfer<br />

Domenico Marino<br />

ist neuer Chief Procurement Officer/Chief<br />

Market Development Officer (CPO/CMDO)<br />

der Knauf Interfer SE. Domenico Marino<br />

verfügt über langjährige Management- und<br />

Führungserfahrung im Automotive- und<br />

Industry-Bereich und gehört der Knauf Interfer-Gruppe<br />

seit 20<br />

Jahren an. Als Mitglied<br />

der Geschäftsfeldleitung<br />

verantwortete<br />

er bereits<br />

die Ressorts Stahleinkauf,<br />

Vertrieb<br />

und die Logistik.<br />

Bild: Knauf Interfer<br />

In der Leitung der<br />

Business Unit Steel<br />

hat er die jüngste<br />

Transformation der Knauf Interfer-Gruppe<br />

im Stahlbereich mitgetragen. „Wir freuen<br />

uns, dass wir mit Domenico Marino aus den<br />

eigenen Reihen einen ausgewiesenen Experten<br />

der europäischen Metallverarbeitungsszene<br />

– sowohl was die Kunden-, als auch<br />

die Beschaffungsseite angeht – gewinnen<br />

konnten“, so der Vorstandsvorsitzende/CEO<br />

Matthias Kessel-Knauf.<br />

In der neu geschaffenen Position des Chief<br />

Procurement Officers verantwortet Domenico<br />

Marino seit 01.07.2022 die Konsolidierung<br />

und Weiterentwicklung des Einkaufs<br />

der Knauf Interfer-Gruppe und schließt<br />

damit nahtlos an seine bisherigen Aufgaben<br />

im Unternehmen an. Durch sich immer<br />

schneller verändernde Märkte gelte es<br />

6 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


stetig neue Entwicklungsmöglichkeiten für<br />

die Gruppe zu identifizieren, so das Unternehmen.<br />

Dies ist seine zweite Aufgabe, um<br />

so gemeinsam mit dem Vorstands-Team die<br />

Knauf Interfer-Gruppe weiterzuentwickeln.<br />

VDIK<br />

Reinhard Zirpel<br />

ist als Präsident des Verbands der Internationalen<br />

Kraftfahrzeughersteller (VDIK) wiedergewählt<br />

worden. Reinhard Zirpel wurde<br />

im Juni von der Mitgliederversammlung für<br />

weitere zwei Jahre als Präsident bestätigt.<br />

Er hat das Amt seit 2016 inne. Zum neuen<br />

Vizepräsidenten wurde Jürgen Keller als<br />

Nachfolger von Uwe Hochgeschurtz von den<br />

Mitgliedern bestimmt. Keller ist Geschäftsführer<br />

der Hyundai<br />

Motor Deutschland<br />

GmbH. Als Vorstandsmitglieder<br />

wurden außerdem<br />

Bernhard Kaplan<br />

(Geschäftsführer<br />

Mazda Motors<br />

Deutschland GmbH)<br />

und Jan-Kas van der<br />

Stelt (Geschäftsführer<br />

Jaguar Land Rover Deutschland GmbH)<br />

für zwei Jahre wiedergewählt. Neu in den<br />

VDIK-Vorstand gewählt wurden Haico van<br />

der Luyt (Geschäftsführer Peugeot Deutschland<br />

GmbH) und Libor Myška (Sprecher der<br />

Geschäftsführung Škoda Auto Deutschland<br />

GmbH). Weiterhin zum Vorstand gehören<br />

Werner H. Frey (Geschäftsführer Mitsubishi<br />

Motors Deutschland GmbH) und André<br />

Schmidt (Präsident Toyota Deutschland<br />

GmbH).<br />

SSAB<br />

Leena Craelius<br />

ist zur neuen CFO bei SSAB ernannt worden.<br />

Sie hat die Position als kommissarische<br />

CFO bereits seit dem 1. November 2021<br />

inne. Leena Craelius<br />

ist seit 2005 bei<br />

SSAB tätig, während<br />

dieser Zeit übernahm<br />

sie bereits<br />

mehrere leitende<br />

Positionen in dem<br />

schwedischen Stahlkonzern.<br />

„Ich freue<br />

mich sehr, Leena in<br />

Bild: SSAB Bild: VDIK<br />

Bild: J. Schmalz GmbH<br />

ihrer neuen Rolle willkommen zu heißen“,<br />

sagte Martin Lindqvist, Präsident und CEO<br />

von SSAB. „Ich bin überzeugt, dass sie auf<br />

beste Art und Weise auf unserem Weg, ein<br />

fossil-freies und branchenführendes Unternehmen<br />

zu werden, beitragen wird.“ Leena<br />

Craelius hat einen MBA in Finanzen von der<br />

Helsinki School of Economics und einen<br />

BBA in International Business von der Häme<br />

University of Applied Sciences.<br />

DVS<br />

Harald Krappitz<br />

ist mit dem Ehrenring des Deutschen Verbands<br />

für Schweißen und verwandte Verfahren<br />

e. V. (DVS) ausgezeichnet worden.<br />

Ausgezeichnet wurde Dr.-Ing. Harald Krappitz<br />

für sein vielfältiges Engagement und<br />

sein langjähriges Wirken im Hartlöten und<br />

Diffusionsschweißen. Dipl.-Ing. Jens Jerzem-<br />

Dr. Kurt Schmalz<br />

(Mitte) nimmt<br />

die renommierte<br />

Rudolf-Diesel-Medaille<br />

vom Sprecher des<br />

Kuratoriums, Prof. Dr.<br />

Alexander J. Wurzer<br />

(links) und Laudator<br />

Dr. Christoph Münzer,<br />

Hauptgeschäftsführer<br />

vom Wirtschaftsverband<br />

Industrieller<br />

Unternehmen Baden<br />

e.V. (wvib Schwarzwald),<br />

entgegen.<br />

J. Schmalz GmbH<br />

Kurt Schmalz<br />

ist mit der renommierten Rudolf-Diesel-Medaille ausgezeichnet worden. Der geschäftsführende<br />

Gesellschafter der J. Schmalz GmbH überzeugte die Fachjury in der Kategorie „Nachhaltigste<br />

Innovationsleistung“. Die Verleihung fand im Juni in den Hallen des MAN-Museum<br />

in Augsburg im Rahmen eines Gala-Dinners statt.<br />

Bild: DVS/Andreas Steindl<br />

Dr.-Ing. Harald Krappitz bedankt sich in seiner<br />

Rede auf der Fachkonferenz LÖT 2022 für die<br />

Auszeichnung mit dem DVS-Ehrenring.<br />

beck, Leiter der Abteilung „Forschung und<br />

Technik“ im DVS, sowie Dr.-Ing. Hartmut<br />

Schmoor, Vorsitzender der Fachgesellschaft<br />

Löten im DVS, überreichten dem 67-Jährigen<br />

die bedeutende Auszeichnung während<br />

der Eröffnungsfeier zur LÖT 2022, der 13.<br />

internationalen Konferenz für Hartlöten,<br />

Hochtemperaturlöten und Diffusionsschweißen,<br />

im Juni.<br />

„Ich bin unglaublich glücklich und stolz“, sagt Dr. Kurt Schmalz. „Dieser Preis ist eine Bestätigung<br />

für unsere Innovationsarbeit und eine Auszeichnung für das gesamte Team. Deshalb<br />

möchte ich diese Medaille allen Schmalz-Mitarbeitenden weltweit widmen.“ Der Weltmarktführer<br />

für Vakuumtechnologien aus Glatten entwickelt innovative Produkte, die seine Kunden<br />

auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen.<br />

Die Rudolf-Diesel-Medaille, Europas ältester Innovationspreis, wird seit 1953 im Gedenken<br />

an den Innovator Rudolf Diesel an wirtschaftlich erfolgreiche, unternehmerische Innovationsleistungen<br />

verliehen. Das Deutsche Institut für Erfindungswesen e.V. ist seit 1982<br />

Trägerverein der Rudolf-Diesel-Medaille. Auserwählt werden die Preisträger vom Rudolf-Diesel-Kuratorium,<br />

das aus über fünfzig Technologievorständen von weltmarktführenden, mittelständischen<br />

Technologieunternehmen besteht.<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

7


Stahlhandel<br />

Bericht<br />

20.000 m 2 im Würzburger Hafen: in rund zweijähriger Bauzeit entstand ein hochmoderner Betrieb zum Bearbeiten von Betonstahl und Lagermatten.<br />

Modernisierter Betonstahl-Biegebetrieb stärkt „strategisches Dreieck“<br />

Lotter schließt Um- und Neubau in Würzburg ab<br />

Die Lotter-Gruppe zählt als Vollsortimenter mit einer Biegekapazität von rund 300.000 t Bewehrungsstahl zu den<br />

führenden Anbietern auf dem Armierungssektor. Der Um- und Neubau des Biegebetriebes in Würzburg verstärkt das<br />

„strategische Dreieck“ der Standorte in Würzburg, Frankfurt und Schweinfurt, sodass die gesamte Rhein-Main-Region<br />

jetzt noch schneller mit hochwertigen Betonstahl-Lösungen und Dienstleistungen versorgt werden kann.<br />

Die Eisenbiegerei der Gebr.<br />

Lotter KG im Würzburger Hafen hat<br />

in den letzten beiden Jahren die<br />

Weichen auf Zukunft gestellt. Auf<br />

dem 20.000 m 2 großen Areal an der<br />

Südlichen Hafenstraße entstand in<br />

rund zweijähriger Bauzeit nach<br />

dem weitgehenden Abriss der bestehenden<br />

Anlagen ein hochmoderner<br />

Betrieb zum Bearbeiten von Betonstahl<br />

und Lagermatten.<br />

Ausgeklügelte Intralogistik<br />

Prägendes Element und schon von<br />

weitem sichtbar sind die beiden<br />

imposanten Krananlagen im<br />

90 °-Winkel zueinander. Eine davon<br />

hat die Aufgabe, über eine neu<br />

errichtete Kranbahn Baustahl vom<br />

Vorratslager direkt in die dafür vorgesehene<br />

Produktion und zu den<br />

Schneid- und Biegeautomaten zu<br />

bringen.<br />

Bauliche<br />

Vorschriften<br />

sowie Umweltschutzauflagen<br />

machten einen<br />

zusätzlichen<br />

sechsstelligen<br />

Bauaufwand nötig<br />

– für Lotter als auf<br />

die Nachhaltigkeit<br />

ausgerichtetes<br />

Unternehmen ein<br />

selbstverständlicher<br />

Aufwand.<br />

Diese Kranbahn ist mit zwei großen<br />

Brückenkränen mit 47 m Spannweite<br />

bestückt, wovon einer mit einer<br />

Magnetanlage zum schnellen Transport<br />

des Betonstahls von den Lkw<br />

der Werke in die Produktion ausgerüstet<br />

ist. Dabei werden die verwogenen<br />

Tonnagen per Funk direkt an<br />

das EDV-System übertragen und dort<br />

verbucht. Auf der zweiten 120 m langen<br />

Kranbahn fahren zwei 14 m hohe<br />

Portalkrane mit Spannweiten von<br />

über 40 m und einer Traglast von bis<br />

zu 12 t. Diese führen den Transport<br />

des bearbeiteten Betonstahls und<br />

den von Betonstahlmatten über die<br />

verschiedenen Produktionsschritte<br />

bis auf die Lkw durch.<br />

Derzeit 2.000 Tonnen<br />

pro Monat<br />

Sämtliche Krane verfügen über<br />

hohe Fahrgeschwindigkeiten für<br />

das Hubwerk, die Katze und den<br />

Kran selbst und sind mit Funkfernsteuerung<br />

ausgestattet. In den bei-<br />

8 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


den neu gebauten Produktionshallen<br />

gegen Ende der Portalkranbahn<br />

werden an vier Bügelautomaten,<br />

zwei Richtanlagen, zwei Schneidemaschinen<br />

und einer Schweißmaschine<br />

aktuell rund 2.000 t Armierungselemente<br />

pro Monat<br />

hergestellt, wobei die Möglichkeiten<br />

noch längst nicht ausgeschöpft<br />

seien, so das Unternehmen.<br />

Laut Niederlassungsleiter Tom<br />

Klossek liegt die Kapazitätsgrenze<br />

des knapp 30 Mitarbeiter zählenden<br />

Standorts in der Zukunft noch deutlich<br />

darüber. Die am Standort verfügbaren<br />

Lkw können über einen Rundverkehr<br />

zügig das Gelände anfahren,<br />

dort laden und das Gelände schnell<br />

wieder verlassen ohne umständlich<br />

rangieren zu müssen. Dies gewährleiste<br />

sowohl in der Warenversorgung<br />

von den Werken als auch im Ausgang<br />

der Waren an die Kunden einen reibungslosen<br />

logistischen Ablauf.<br />

Ein echter Blickfang ist das Verwaltungsgebäude<br />

mit Schlafstätten<br />

für die Biegereimitarbeiter. Da das<br />

Betriebsgelände direkt am Ufer des<br />

Mains gelegen ist, ruhen die beiden<br />

quaderförmigen Baukörper aus<br />

Gründen des Hochwasserschutzes<br />

auf knapp 3 m hohen Metallstelzen.<br />

Praktischerweise kann die 560 m 2<br />

große Fläche unter dem Gebäude teilweise<br />

als Parkplatz genutzt werden.<br />

Schlafräume für die Mitarbeiter<br />

Besonders glücklich ist man darüber,<br />

Schlafgelegenheiten für die häufig<br />

aus dem Ausland stammenden Produktionsmitarbeiter<br />

anbieten zu können.<br />

„In einem separaten Schlaftrakt<br />

des Gebäudes durften wir 17 Zimmer<br />

mit modernen sanitären Anlagen realisieren.<br />

Dies schafft ein gutes<br />

Wohnklima für die Mitarbeiter<br />

unmittelbar am Standort in Würzburg.<br />

Eine effiziente Flüssiggaswärmepumpe<br />

sorgt über die Fußbodenheizung<br />

für Kühlung im Sommer<br />

und für Beheizung im Winter. Um<br />

den Gedanken der Nachhaltigkeit<br />

weiter zu unterstützen soll in den<br />

nächsten Monaten auf den Dächern<br />

eine Photovoltaik-Anlage zum Eigenverbrauch<br />

installiert werden.<br />

Der Standort ist darüber hinaus<br />

vollständig digital mit dem Lotter-Biegereiverbund<br />

vernetzt. Hierdurch<br />

Bilder: Lotter<br />

Prägendes Element und schon von weitem sichtbar: die<br />

beiden Krananlagen, angeordnet im 90°-Winkel zueinander<br />

kann eine optimale Kapazitätsauslastung<br />

der verschiedenen Biegereien<br />

in der Lotter-Gruppe erreicht und<br />

gleichzeitig eine bedarfsgerechte<br />

Belieferung der Kunden sichergestellt<br />

werden.<br />

Hohe Anforderungen<br />

an Naturschutz<br />

Bewegt man sich heute über das<br />

Betriebsgelände mit seinen rund<br />

14.000 m 2 Nutzfläche, kann man den<br />

planerischen Aufwand und die zur<br />

Umsetzung nötige Ausdauer nur<br />

erahnen. Doch die spezielle Topographie<br />

und die Anforderungen an den<br />

Natur- und Hochwasserschutz erwiesen<br />

sich als ausgesprochen herausfordernd.<br />

Das 2017 von Lotter von der<br />

Hafenbehörde in Erbpacht gemietete<br />

Areal beherbergte seit den 1950er-Jahren<br />

eine Schiffswerft und seit den<br />

1980er-Jahren den Biegebetrieb eines<br />

kleinere Betonstahlunternehmens.<br />

Im Zuge der Standortentwicklung<br />

geführte Gespräche mit der Stadt<br />

Würzburg machten schnell den<br />

Umfang des geplanten Unterfangens<br />

deutlich.<br />

Da das Betriebsgelände in der<br />

Nähe eines Naturschutzgebietes und<br />

im Überschwemmungsbereich des<br />

Maines liegt, galt es, zahlreiche bauliche<br />

Vorschriften sowie Umweltschutzauflagen<br />

zu erfüllen, den Hochwasserschutz<br />

zu berücksichtigen und<br />

die teuren Produktionsanlagen gegen<br />

Hochwasser zu schützen. Obwohl<br />

diese Auflagen einen zusätzlichen<br />

sechsstelligen Bauaufwand und jede<br />

Menge Gutachten verschlangen, war<br />

deren Umsetzung für Lotter als auf<br />

die Nachhaltigkeit ausgerichtetes<br />

Unternehmen selbstverständlich.<br />

Umbau ohne Produktionsstopp<br />

Nachdem alle erforderlichen Genehmigungen<br />

erteilt waren, wurde im<br />

Januar 2020 im laufenden Betrieb mit<br />

den Baumaßnahmen begonnen.<br />

„Ohne die reibungslose<br />

Zusammenarbeit mit den<br />

beteiligten Behörden,<br />

Firmen und der eigenen<br />

Mitarbeiter und deren<br />

Flexibilität wäre diese<br />

Herausforderung nicht zu<br />

stemmen gewesen.“<br />

Tom Klossek, Niederlassungsleiter<br />

„So konnte der gesamte Umbau<br />

ohne einen Tag Produktionsstopp<br />

realisiert werden. Teilweise änderte<br />

sich der Produktionsablauf im<br />

Wochenrythmus und jeden Tag gab<br />

es neue Überraschungen“, so Klossek<br />

weiter. „Wenn ich aber heute aus<br />

meinem Büro über das Gelände zum<br />

Main schaue, kann ich nur sagen:<br />

Es hat sich mehr als gelohnt.“ 2<br />

[Kontakt]<br />

Gebr. Lotter KG<br />

Waldäcker 15<br />

71631 Ludwigsburg<br />

+49 7141 406–0<br />

info@lotter.de<br />

www.lotter.de<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

9


Stahlhandel<br />

Berichte<br />

Arbeitsplatz der Zukunft:<br />

#VIELFALT<br />

ist uns wichtig<br />

kicherer.de/karriere<br />

Kicherer setzt auf Imagewerte,<br />

Emotion und Instagram-Stil<br />

Gelungene Nachwuchs-<br />

Kampagne<br />

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind auch für Kicherer ein wichtiger<br />

Baustein des Unternehmenserfolgs. Umfangreiche Ausbildungs- und<br />

Fortbildungsmaßnahmen, ein gesundes Arbeitsumfeld und ein positives<br />

Arbeitsklima machen Kicherer zu einem der attraktivsten Arbeitgeber seiner<br />

Region. Doch wie lässt sich das immer wieder aufs Neue kommunizieren? Seit<br />

Juli 2022 ist das Unternehmen mit einer emotionalen Imagekampagne an<br />

den Start gegangen, die den Nerv der Zielgruppe über direkte und humorvolle<br />

Kommunikation der Unternehmenswerte treffen soll.<br />

#ZUSAMMENHALT<br />

Bilder: Kicherer<br />

ist uns wichtig<br />

Arbeitsplatz der Zukunft:<br />

#WEITBLICK<br />

ist uns wichtig<br />

Arbeitsplatz der Zukunft:<br />

#SICHERHEIT<br />

ist uns wichtig<br />

Arbeitsplatz der Zukunft:<br />

#NACHHALTIGKEIT<br />

ist uns wichtig<br />

kicherer.de/karriere<br />

kicherer.de/karriere<br />

kicherer.de/karriere<br />

Arbeitsplatz der Zukunft: kicherer.de/karriere<br />

„Mit unserer neuen Kampagne wollen<br />

wir zeigen, was alles hinter dem Stahlgroßhandelsunternehmen<br />

mit den großen blauen Lagerhallen<br />

steckt“. Mit sechs Motiven vermittelt<br />

Kicherer in ansprechender, moderner Bildsprache,<br />

was das Unternehmen ausmacht und wirbt<br />

damit um den künftigen Nachwuchs.<br />

Vielfalt<br />

Vielfalt ist für Kicherer von hoher Bedeutung:<br />

Vielfalt eines einzigartigen und riesigen Sortiments,<br />

eine Vielfalt an Berufsbildern und<br />

die vielen verschiedenen Branchen, die<br />

bedient werden. „Auf dem Wimmelbild soll<br />

die Vielfalt der Menschen bei Kicherer und<br />

unser vielfältiges soziales Engagement in der<br />

Region ausgedrückt werden“, so das Unternehmen.<br />

Zusammenhalt<br />

„Als Familienunternehmen bauen wir auf<br />

partnerschaftliches Miteinander – mit unseren<br />

Mitarbeitern wie mit unseren Kunden.<br />

Unser Umgang ist geprägt von Offenheit und<br />

gegenseitiger Wertschätzung“ – beschreibt<br />

das Unternehmen das Kampagnenmotiv<br />

„Zusammenhalt“. Das Gemeinschaftsgefühl<br />

in der großen Unter nehmen sfamilie Kiche-<br />

rer wird gerne durch Arbeits- und Projektgruppen<br />

gefördert – ein Team-Selfie steht<br />

in der Kampagne unmissverständlich für<br />

„Zusammenhalt“.<br />

Weitblick und Sicherheit<br />

Nachhaltiges Wirtschaften, innovative<br />

Unternehmensprozesse und die Sicherheit<br />

eines organisch gewachsenen Unternehmens<br />

– dafür steht das Familienunternehmen<br />

Kicherer. „Wir zeigen mit einem<br />

Schreibtisch auf einem Bauplatz, dass es<br />

immer weiter geht. Wir investieren in den<br />

Unternehmensfortbestand und<br />

neue Arbeitsplätze. Mit Arbeitsplatz<br />

der Zukunft meinen wir auch<br />

gemeinsames Wachsen und ein<br />

Sich-ständig-weiterentwickeln“,<br />

heißt es in den Motiv-Erläuterungen<br />

„Weitblick“ und „Sicherheit“.<br />

Sicherheit lasse sich auch über<br />

einen modernen Fuhrpark kommunizieren.<br />

Der Fahrernachwuchs, um<br />

den hier geworben wird, möchte<br />

einen sicheren Arbeitsplatz und<br />

eine sichere Zukunft. Versinnbildlicht<br />

wird das in der Kampagne<br />

durch ein Kind in einem Miniatur-Lkw<br />

– ein echter Eyecatcher.<br />

Nachhaltigkeit<br />

Unter dem Motto „Stahl ist grün<br />

– wir sind es auch“ gibt es bei<br />

Kicherer vielseitige Nachhaltigkeitsprojekte,<br />

angefangen bei einer<br />

großen Photovoltaikanlage, einem<br />

effektiven Logistiksystem mit Pendelverkehr<br />

bis hin zu Projekten für<br />

Auszubildende wie Baumpflanzaktionen<br />

oder dem gemeinsamen Bau<br />

von Nistkästen. Kinder, die Blumen<br />

gießen, die aus einer Stahlhalle im<br />

Maßstab 1:100 herauswachsen, stehen<br />

bilderbuchhaft für ein Nachhaltigkeits-<br />

und Zukunftsbewusstsein.<br />

2<br />

[Kontakt]<br />

Friedrich Kicherer GmbH & Co. KG<br />

Ludwig-Lutz-Str. 4<br />

73479 Ellwangen<br />

+49 7961 885-0<br />

info@kicherer.de<br />

www.kicherer.de<br />

10 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Das Team Stahl<br />

Krebs freut sich<br />

über den German<br />

Brand Award<br />

(v.l.): Daniel Krebs,<br />

Geschäftsführender<br />

Gesellschafter, Isabella<br />

Herzig, Leitung<br />

Personalentwicklung<br />

& Kommunikation,<br />

sowie Ralf Andereya,<br />

Geschäftsführung<br />

ipanema2c brand<br />

communication<br />

gmbh.<br />

Bild: Stahl Krebs<br />

Stahl Krebs beim German Brand Award 2022 ausgezeichnet<br />

Exzellente Markenstrategie<br />

In feierlichem Rahmen wurden am 9. Juni in Berlin die Sieger des German Brand Awards präsentiert. „Winner“ in der<br />

Kategorie „Excellence in Brand Strategy and Creation“ wurde die Ernst Krebs KG aus Solingen. Im Rahmen eines<br />

umfangreichen Rebrandings überzeugte das Stahlhandelshaus mit dem Relaunch seiner Webseite.<br />

„Das evolutionäre Design kommuniziert gewachsene<br />

Werte. Wir leben unsere Zukunftsorientierung<br />

und setzten hiermit ganz bewusst neue Akzente für<br />

die Branche“, freute sich Geschäftsführer Daniel<br />

Krebs, der die Auszeichnung persönlich entgegennahm.<br />

Wie kaum ein anderer Preis steht der German<br />

Brand Award für erfolgreiche Markenführung. Er<br />

entdeckt, präsentiert und prämiert einzigartige Markenmacher.<br />

Pionier des bergischen Stahlhandels<br />

Seit 1882 steht Stahl Krebs für die Versorgung internationaler<br />

Märkte. Viele der anspruchsvollen Kunden<br />

sind Marktführer aus der Schneidwarenindustrie und<br />

Handwerkzeugindustrie oder produzieren chirurgische<br />

Instrumente. Daneben gehören Gesenkschmieden<br />

aus dem Bereich Automotive zu den Kernbranchen<br />

von Stahl Krebs.<br />

Gemeinsam mit der Markenagentur ipanema2c<br />

entwickelte man die neue Markenstrategie aus der<br />

Historie und der Innensicht des Unternehmens. Die<br />

täglich gelebte Faszination für Stahl spiegelt sich jetzt<br />

in einem klaren, internationalen Markenanspruch<br />

wider: „our steel. YOUR BUSINESS.“ Genau darauf<br />

setzt die neue Website thematisch auf: stahl-krebs.de<br />

überzeugte die Jury des German Brand Awards mit<br />

klarer Nutzenorientierung und präsentiert die<br />

B2B-Marke als vertrauensvollen, zukunftsorientierten<br />

Partner. Zu diesem Erfolg passt auch, dass die<br />

Lagerkapazitäten im Solinger Dellenfeld aktuell um<br />

zusätzliche 5.000m² erweitert werden.<br />

Der Award, der Markenerfolge sichtbar macht<br />

Der German Brand Award konnte 2022 mit rund 1.200<br />

Einreichungen aus 19 Ländern eine große internationale<br />

Resonanz erzielen. Initiator der nunmehr siebten<br />

Mal Auflage ist der Rat für Formgebung. Gemeinsam<br />

mit dem German Brand Institute zeichnet er<br />

erfolgreiche Marken, konsequente Markenführung<br />

sowie nachhaltige Kampagnen aus. Die Jury setzt sich<br />

zusammen aus unabhängigen, interdisziplinären<br />

Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft,<br />

Beratung und Agenturen. Die Bewertung<br />

erfolgte nach Eigenständigkeit und Markentypik,<br />

Markenprägnanz, Differenzierung zum Wettbewerb<br />

und Zielgruppenrelevanz – allesamt Kriterien, die die<br />

Seite stahl-krebs.de erfüllt – auf sehr hohem, auszeichnungswürdigem<br />

Niveau. 2<br />

[Kontakt]<br />

Ernst Krebs KG<br />

Dellenfeld 38–40<br />

42653 Solingen<br />

+49 212 5969-0<br />

www.stahl-krebs.de<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

11


Stahlhandel<br />

Berichte<br />

Große Feier im Braunschweiger Stadion: Rund 400 Gäste waren zum 20-jährigen Jubiläum von Huse & Philipp gekommen.<br />

Über 400 Gäste feiern das Jubiläum des Braunschweiger Stahlhandelshauses<br />

20 Jahre Huse & Philipp<br />

Zwanzigjährige Jubiläen waren im Stahlhandel in den letzten Jahren eher eine Seltenheit. Viele Unternehmen können<br />

auf eine bewegte Historie zurückblicken, die sich nicht selten über mehr als 100 Jahre erstreckt. Bei Huse & Philipp in<br />

Braunschweig ist das anders. Zur Gründung des Stahlhandelshauses kam es im Sommer 2002 quasi über Nacht.<br />

Die Geschichte des Unternehmens<br />

Huse & Philipp GmbH &<br />

Co. KG ist in ihrem Beginn alles<br />

andere als gewöhnlich. Denn dessen<br />

Gründung war nicht von langer<br />

Hand geplant, sondern eine<br />

Ad-hoc-Entscheidung der damaligen<br />

Prokuristen Dirk Huse und René<br />

Philipp des in Schieflage geratenen<br />

Stahlbereichs der Firma Eisenvater.<br />

Sehr kurzfristig bot sich den beiden<br />

Führungskräften vor nun genau<br />

zwanzig Jahren die Gelegenheit zur<br />

Übernahme der Geschäftstätigkeit<br />

ihres damaligen Arbeitgebers –<br />

samt Lagerstandort und Mitarbeitern.<br />

Die Alternative wäre die Einstellung<br />

des Geschäftsbetriebs im<br />

Bereich Stahlhandel gewesen.<br />

Erfolgreicher Start in<br />

schwierigen Zeiten<br />

Die Entscheidung für die Gründung<br />

des neuen Unternehmens war<br />

jedoch nicht ganz ohne Risiken. Das<br />

Jahr 2002 war für den Stahlhandel<br />

ein äußerst schwieriges Jahr. Der<br />

sogenannte China-Boom, der zwei<br />

Von Beginn an in der Gemeinschaft der<br />

Branche: BDS-Vorstand Oliver Ellermann<br />

(r.) gratulierte Dirk Huse (li.) und René<br />

Philipp (m.) zum runden Jubiläum – und<br />

überreichte zugleich die Urkunde für<br />

die 20-jährige Mitgliedschaft des Unternehmens<br />

im Bundesverband Deutscher<br />

Stahlhandel.<br />

Jahre später einsetzen sollte, war<br />

noch nicht in Sicht. So prophezeiten<br />

einige Stimmen im Markt dem jungen<br />

Unternehmen auch prompt kein<br />

langes Dasein. Mit ihrer neu-motivierten<br />

Truppe, bestehend aus 20<br />

Mitarbeitern, machten sich die beiden<br />

Junggeschäftsführer dennoch<br />

an die Arbeit.<br />

Im ersten Jahr wurde ein vergleichsweise<br />

bescheidener Umsatz<br />

von 8 Mio. € erwirtschaftet. In den<br />

Folgejahren konnte das Geschäft<br />

dann aber spürbar an Fahrt aufnehmen.<br />

Neben dem Umzug des Braunschweiger<br />

Stammsitzes in das neu<br />

geschaffene Gewerbegebiet Waller<br />

See wurden die Standorte Calbe,<br />

Wiesenburg und Magdeburg übernommen.<br />

Mittlerweile beschäftigt<br />

Huse & Philipp 155 eigene Mitarbeiter<br />

sowie um die 50 Zeitarbeitskräfte<br />

und Fremdspeditionsfahrer.<br />

Im Jahr 2016 wurden erstmals<br />

100.000 t Absatz übertroffen, 2019<br />

zum ersten Mal mehr als 100 Mio. €<br />

Umsatz erzielt.<br />

12 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Best Managed Companies Award<br />

Sülzle erneut ausgezeichnet<br />

Zum dritten Mal in Folge ist die Sülzle-Gruppe Preisträger des<br />

von Deloitte Private, Credit Suisse, der Frankfurter Allgemeinen<br />

Zeitung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.<br />

vergebenen Gütesiegels für hervorragend geführte Unternehmen.<br />

„Als Preisträger des Best Managed Companies Award hat Sülzle<br />

erneut seine herausragende Unternehmensführung erfolgreich<br />

unter Beweis gestellt“, sagte Markus Seiz, Best Managed Company-<br />

Programmleiter und Director bei Deloitte Private.<br />

Das Jahr 2021 markierte das bisher<br />

erfolgreichste der Firmengeschichte:<br />

176.200 t Absatz und ein Umsatz<br />

von knapp 160 Mio. € übertrafen<br />

alle bisherigen Ergebnisse. Schwerpunkt<br />

im Sortiment sind neben<br />

Walzstahl vor allem Bewehrungsstahlprodukte<br />

und deren Anarbeitung.<br />

Große Feier im Stadion<br />

Über 400 Kunden, Lieferanten und<br />

andere Wegbegleiter folgten der Einladung<br />

von Dirk Huse und René Philipp<br />

Mitte Juni, um bei schönstem<br />

Wetter und guter Laune im Fußballstadion<br />

von Eintracht Braunschweig<br />

das Jubiläum zu feiern. Unter Ihnen<br />

waren auch die Laudatoren MdB<br />

Carsten Müller (CDU), Peter Jüngst<br />

(EDE/ESH) und Oliver Ellermann<br />

(BDS). Alle drei Festredner hoben<br />

nicht nur den unternehmerischen<br />

Erfolg des Geschäftsführerduos hervor,<br />

sondern auch deren kollegiale<br />

und angenehme Art, die bei<br />

Geschäftspartnern sehr geschätzt<br />

wird. Gute Voraussetzungen also für<br />

weitere erfolgreiche 20 Jahre. 2<br />

[Kontakt]<br />

Huse & Philipp GmbH & Co. KG<br />

Waller See 100<br />

38110 Braunschweig<br />

+49 531 5809-0<br />

info@hp-stahl.de<br />

www.hp-stahl.de<br />

Bilder: Huse & Philipp<br />

Der „Best Managed Companies<br />

Award“ wurde der Sülzle-Gruppe in<br />

Düsseldorf am 12. Mai 2022 verliehen.<br />

Nach Feiern ist den Rosenfeldern<br />

aber nicht zumute: „Gerade in<br />

dieser schwierigen Zeit mit menschenverachtenden<br />

Kriegen wie in<br />

der Ukraine und deren gewaltigen<br />

Auswirkungen wird einmal mehr<br />

deutlich, welche Relevanz eine werteorientierte,<br />

partnerschaftliche und<br />

nachhaltige Unternehmensphilosophie<br />

hat“, sagte Andreas Sülzle,<br />

geschäftsführender Gesellschafter<br />

der Sülzle-Gruppe. Zusammen mit<br />

seinem Bruder Heinrich Sülzle leitet<br />

er das Rosenfelder Unternehmen in<br />

vierter Generation. Doch die<br />

Geschäftsführer bleiben optimistisch<br />

und halten an ihren Grundprinzipien<br />

wie Ehrlichkeit sowie einer offenen,<br />

positiven Einstellung und vor allem<br />

am Mut zur Veränderung fest.<br />

Ökologische, ökonomische und<br />

soziale Werte<br />

Als äußerst nachhaltig lässt sich<br />

auch die Unternehmensentwicklung<br />

beschreiben: Sülzle ist durch<br />

Investitionen und Innovationen<br />

über mehrere Generationen stetig<br />

gewachsen. Unter der Leitung der<br />

heutigen Gesellschafter ist nach<br />

dem Jahrtausendwechsel eine starke<br />

Firmengruppe entstanden, in<br />

neun Unternehmensbereichen im<br />

Stahlhandel, im Stahl- und Anlagenbau<br />

sowie in der Gebäude- und<br />

Umwelttechnik arbeiten rund 1.000<br />

Beschäftigte an 29 Standorten in<br />

Deutschland und Frankreich.<br />

Seit Oktober 2021 sind alle operativen<br />

Geschäftsbereiche der Unternehmensgruppe<br />

klimaneutral. Als<br />

erster Bewehrungsstahlhändler in<br />

Bild: Sülzle<br />

v.l.: Susanne Schöne, Moderatorin; Heinrich<br />

und Andreas Sülzle, Sülzle Holding GmbH &<br />

Co. KG; Mischa Tschopp, Jurymitglied Credit<br />

Suisse<br />

Deutschland bietet Sülzle Stahlpartner<br />

zudem seinen Kunden die Möglichkeit,<br />

„grünen Stahl“ zu beziehen. Um bislang<br />

unvermeidbare CO 2 -Belastungen<br />

bei Stahl auszugleichen, können zur<br />

Kompensation hochwertige Klimaschutzzertifikate<br />

erworben werden.<br />

Die Sülzle-Gruppe beteiligt sich<br />

zudem an jungen Start-Up-Unternehmen,<br />

die sich den Zukunftsthemen<br />

verpflichten, und mit dem „Green<br />

Innovation Park“ entsteht südlich von<br />

Stuttgart auf Initiative der Familie<br />

Sülzle ein Innovationscampus, der bis<br />

2030 zur zentralen Adresse für nachhaltige<br />

Innovationen in den Bereichen<br />

Energie, Bau, Ökologie und Digitalisierung<br />

werden soll. 2<br />

[Kontakt]<br />

Sülzle Holding<br />

GmbH & Co. KG<br />

Hauffstraße 14+15<br />

72348 Rosenfeld<br />

+ 49 7428 9414–0<br />

info@suelzle-gruppe.de<br />

www.suelzle-gruppe.de<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

13


Stahlhandel<br />

Bericht/Nachrichten<br />

Eisen-Fischer investiert in Betonstahlbearbeitung am Standort Diez<br />

Maschinenpark erweitert<br />

Die Firma Eisen-Fischer GmbH & Co. KG mit Hauptsitz im hessischen Limburg gehört<br />

mit 13 Niederlassungen und 380 Mitarbeitern zu den größeren mittelständischen<br />

Handelshäusern in den Bereichen Sanitär, Heizung, Werkzeuge und Stahl. Am<br />

Standort Diez wurde in den letzten Monaten kräftig in die Bearbeitung von Betonstahl<br />

investiert. Entstanden ist ein hochmoderner Maschinenpark mit umfassenden<br />

Anarbeitungsmöglichkeiten.<br />

[Kontakt]<br />

Eisen-Fischer<br />

GmbH & Co. KG<br />

Standort Diez<br />

Industriestr. 20<br />

65582 Diez<br />

+49 6432 9144-0<br />

www.eisen-fischer.de<br />

Pedax GmbH<br />

Industriestr. 10 A<br />

54634 Bitburg<br />

+49 6561 9667-0<br />

www.pedax.de<br />

Bereits seit dem Jahr 1992<br />

wurde am Standort Diez neben der<br />

Lagerung von Walzstahl auch<br />

Betonstahl bearbeitet. In den Folgejahren<br />

wurde dieser Geschäftszweig<br />

sukzessive ausgebaut. Vor<br />

drei Jahren traf die Geschäftsleitung<br />

bestehend aus Julia Häuser,<br />

Petra Häuser und Oliver Wintzer<br />

die Entscheidung, den Bereich<br />

Walzstahl in Diez auszugliedern.<br />

Diese Produkte werden schwerpunktmäßig<br />

in den Niederlassungen<br />

Erfurt und Bad Hersfeld gelagert<br />

und angearbeitet.<br />

In neue Anlagen investiert<br />

Am Standort Diez konzentriert man<br />

sich seitdem auf die Bearbeitung<br />

von Betonstahl. Unter der Niederlassungsleitung<br />

von Markus<br />

Wagenbach und seinem Stellvertreter<br />

Kevin Schweitzer, beides<br />

Betriebswirte Stahlhandel BDS,<br />

wurde hierzu in einen neuen Anlagenpark<br />

investiert. Die Wahl fiel auf<br />

Lösungen der Firma Pedax aus Bitburg<br />

in der Eifel, mit der man in der<br />

Vergangenheit schon vertrauensvoll<br />

und erfolgreich zusammengearbeitet<br />

hatte.<br />

Besonders im Bereich der Bügelproduktion<br />

wurde ein deutlich<br />

höherer Bedarf an Produktionskapazität<br />

festgestellt. Um diese Möglichkeiten<br />

zu schaffen, wurde in<br />

zwei leistungsfähige Bügelbiegeautomaten<br />

Twinmaster 16 X+ sowie in<br />

einen Twinmaster 13 S und einen<br />

Handbiegetisch Perfect 60cc von<br />

Pedax investiert. Alle Bügelautomaten<br />

wurden mit modernen, motorisierten<br />

5 t-Haspeln ausgestattet.<br />

Um den aktuellen Marktbedingun-<br />

„Die<br />

langjährige<br />

gute Partnerschaft<br />

zwischen Eisen-Fischer<br />

und Pedax, der hohe Servicestandard<br />

sowie das<br />

Preis- Leistungsverhältnis des<br />

Maschinenfabrikanten haben<br />

uns überzeugt.“<br />

Markus Wagenbach, Eisen-Fischer<br />

GmbH & Co. KG, Niederlassungsleitung<br />

Diez<br />

gen – insbesondere im Hinblick auf<br />

den akuten Personalmangel und die<br />

Preisunterschiede zwischen Coilund<br />

Stabmaterial – gerecht zu werden,<br />

hat sich Eisen-Fischer zusätzlich<br />

entschlossen, in eine neue<br />

Permatic SK Doppelbiegeanlage zu<br />

investieren. Diese Anlage wird im<br />

Laufe des Sommers geliefert und<br />

während der laufenden Produktion<br />

aufgebaut.<br />

Auch Dank weiteren Ausbauarbeiten<br />

an Gebäuden und Grundstücken<br />

erreicht Eisen- Fischer mit 13<br />

Maschinen für die Betonstahlbearbeitung<br />

und sieben Krananlagen<br />

eine Produktionskapazität von<br />

3.000 t im Monat. Hierzu stehen auf<br />

einer gesamten Geländefläche von<br />

10.000 m² Lagerflächen für 5.000 t<br />

Betonstahl in Stäben und Coils<br />

sowie für ca. 2.500 t Betonstahlmatten<br />

zur Verfügung. Etwa 35 Mit-<br />

Bild: Eisen-Fischer<br />

arbeiter tragen dafür Sorge, dass<br />

Kunden in einem Lieferradius von<br />

ca. 150 km passgenau und termingerecht<br />

mit Bewehrungsstahlprodukten<br />

versorgt werden.<br />

Investiert wird jedoch nicht nur<br />

in die Leistungsfähigkeit des<br />

14 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Markus Wagenbach (li., Niederlassungsleitung<br />

Standort Diez) und Kevin<br />

Schweitzer (stellvertretender Niederlassungsleiter)<br />

Hauptsitz von Salzgitter Mannesmann Handel ist umgezogen<br />

Die Salzgitter Mannesmann Handel GmbH ist mit der zugehörigen Salzgitter Mannesmann Stahlhandel<br />

GmbH seit dem 1. August 2022 unter einer neuen Adresse zu erreichen. Die beiden Unternehmen<br />

der Salzgitter AG haben ihren Hauptsitz von Düsseldorf nach Mülheim an der Ruhr verlagert.<br />

Die neue Anschrift lautet nun Wiesenstraße 36, Gebäude 397, 45473 Mülheim an der Ruhr. Für<br />

Briefzuschriften lautet die Adresse: Postfach 10 17 15, 45417 Mülheim an der Ruhr. Die neue Telefonnummer<br />

lautet +49 208 20772-0, Telefax: +49 208 20772-222. Die bisherigen Ansprechpartner/innen<br />

aus Düsseldorf bleiben mit der gewohnten Durchwahl erhalten, teilte der Konzern mit.<br />

E/D/E-Marktplatz Schweißtechnik<br />

Trends, Produkte, Digitalisierung – diese Themen standen beim diesjährigen E/D/E-Marktplatz<br />

Schweißtechnik im Juni auf dem Programm. Der Schwerpunkt lag nach zwei Jahren Pause dabei auf<br />

den Dingen, die in den letzten Jahren pandemiebedingt gelitten haben: Kommunikation und Netzwerken<br />

von Angesicht zu Angesicht. Entsprechend groß war der Zuspruch der eingeladenen Lieferanten<br />

und Händler: Insgesamt 165 Teilnehmer trafen sich im hessischen Fulda, um sich auf den<br />

neuesten Stand in Sachen Schweißtechnik zu bringen und um sich in entspannter Atmosphäre nach<br />

langer Wartezeit endlich wieder in Ruhe mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche zu vernetzen.<br />

BoosterBOX<br />

Digitales Performance-Management<br />

für Ihren Shopfloor<br />

„Auch<br />

wegen des<br />

spürbaren Mangels<br />

an Fachpersonal halten<br />

wir die Investition in<br />

moderne und leistungsfähige<br />

Anlagen für sinnvoll.“<br />

Kevin Schweitzer, Eisen-Fischer<br />

GmbH & Co. KG, stellvertretender<br />

Niederlassungsleiter<br />

Standort Diez<br />

Maschinenparks, sondern auch in<br />

seine Umweltverträglichkeit. So<br />

wird gerade auf den Dächern der<br />

Lagerhallen in Diez eine Photovoltaik-Anlage<br />

errichtet, die den Großteil<br />

des Strombedarfs der Aggregate<br />

am Standort abdecken wird. 2<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

15<br />

Starten Sie jetzt und gewinnen Sie +30% Potential!<br />

+800 454 0 2345<br />

oder per E-Mail an: sales@kaltenbach-solutions.com<br />

www.kaltenbach-solutions.com<br />

PLUG<br />

PLAY & ONE<br />

ALL4


Stahlhandel<br />

Bericht<br />

Bild: ZF<br />

Reduzierung des CO 2 -Footprints: Elektromagnetische Aktuatoren werden u.a. in E-Trucks eingesetzt.<br />

Swiss Steel Group, Andernach & Bleck, Heine + Beisswenger, Magnet-Schultz und ZF<br />

Erste grüne Stahlpartnerschaft über<br />

gesamte Automotive-Wertschöpfungskette<br />

Die Swiss Steel-Gruppe mit ihrem Werk Steeltec, der Blankstahlhersteller Andernach & Bleck GmbH & Co. KG, die<br />

Stahlhandelsgruppe Heine + Beisswenger, der Elektromagnete-Hersteller Magnet-Schultz GmbH & Co. KG und der<br />

Technologiekonzern ZF Friedrichshafen AG haben eine grüne Stahlpartnerschaft gegründet. Erstmals verständigen sich<br />

damit fünf Partner im Rahmen eines Pilotprojektes entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie<br />

auf eine Verringerung ihrer CO 2 -Emissionen.<br />

Mit der im Juni verkündeten<br />

Projektpartnerschaft streben die<br />

Unternehmen eine deutliche Reduzierung<br />

des Product Carbon Footprint<br />

für einen elektromagnetischen<br />

Aktuator (Wählaktuator, Nutzfahrzeug<br />

Getriebesteller) an, der im<br />

Bereich Automotive/Truck eingesetzt<br />

wird. Akutatoren sind dafür<br />

zuständig, die Signale eines Steuergerätes<br />

in eine Aktion umzusetzen.<br />

Ein Product Carbon Footprint bilanziert<br />

alle Treibhausgasemissionen<br />

– bezogen auf eine definierte Nutzeneinheit<br />

– die während des<br />

Lebenszyklus eines Produkts entstehen.<br />

Dabei werden sämtliche Prozessstufen,<br />

von Entwicklung, Herstellung<br />

und Transport der<br />

Rohstoffe bzw. Vorprodukte über<br />

Produktion und Distribution bis hin<br />

zur Nutzung, Nachnutzung und Entsorgung,<br />

betrachtet. Auch Dienstleistungen<br />

können in diesem Sinne<br />

als Produkte verstanden werden.<br />

Verlässliche CO 2 -Informationen<br />

für Endkunden<br />

Auf Basis einer CO 2 -optimierten<br />

Stahlherstellung im Elektrostahlwerk<br />

bei Swiss Steel, eines verbesserten<br />

Material- und Energieeinsatzes<br />

im Ziehprozess bei Andernach<br />

& Bleck, des Einsatzes einer CO 2 -armen<br />

Anarbeitung und Logistik<br />

durch Heine + Beisswenger, angepasste<br />

Dreh- und Montageprozesse<br />

bei Magnet-Schultz und ZF können<br />

die Partner erhebliche Reduzierungspotenziale<br />

erschließen. Dank<br />

eines gesamtheitlichen Ansatzes<br />

über alle Zukaufteile inklusive der<br />

Komplettmontage des Aktuators<br />

erhält der Endkunde verlässliche<br />

Informationen zum CO 2 -Gehalt der<br />

eingesetzten Komponenten.<br />

Für die Berechnung der Werte<br />

machen alle beteiligten Partner<br />

ihre produktbezogenen CO 2 -Bilanzen<br />

transparent. Der erzielten Einsparung<br />

liegen sowohl Maßnahmen<br />

im Rahmen der jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategien<br />

als auch produktbezogene<br />

Optimierungsprozesse<br />

zugrunde. Dabei werden für das<br />

Produkt Wählaktuator die<br />

CO 2 -Emissionen 2019 den aktuellen<br />

Werten auf Basis der Messungen<br />

einer Probelieferung gegenübergestellt.<br />

Es könne in der gesamten Wertschöpfung<br />

produktbezogen eine<br />

Einsparung von 35 % bzw. 710 kg<br />

16 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Bild: Heine + Beisswenger<br />

CO 2 pro Tonne eingesetztem Stahl<br />

im Jahr 2022 gegenüber 2019 erzielt<br />

werden. Bezogen auf das Jahresvolumen<br />

von 300.000 Wählaktuatoren<br />

und den dazugehörigen Kern,<br />

der aus Stahl gefertigt wird, macht<br />

dies ca. 35 t CO 2 -Einsparung pro<br />

Jahr aus. Dies entspricht ca. 66 Flügen<br />

Berlin-London oder dem<br />

CO 2 -Ausstoß von 25 Pkw/Jahr.<br />

Durch die zusätzlich geplanten<br />

Maßnahmen aller Partner können<br />

die CO 2 -Emissionen um weitere<br />

41 % bzw. 540 kg CO 2 /t in 2024<br />

gegenüber 2022 reduziert werden.<br />

Stahlhandel kann zur<br />

CO 2 -Reduktion beitragen<br />

„Die von Heine + Beisswenger angeregte<br />

Stahlpartnerschaft unterstützt<br />

die Transformation der deutschen<br />

und europäischen<br />

Stahlindustrie. Wir wollen zeigen,<br />

dass wir auch in der Automotive-Wertschöpfungskette<br />

weitere<br />

CO 2 -Einsparungen auf der Rohstoffund<br />

Lieferantenseite für unsere<br />

Kunden erreichen können. Bei H+B<br />

nutzen wir neue Lösungen der<br />

Stromgewinnung und Energieeinsparungen,<br />

investieren in CO 2 -arme<br />

Logistik- (darunter alternativ<br />

betriebene Lkw) und Produktionsprozesse.<br />

Darüber hinaus erfordert<br />

die Transformation der Stahlindustrie<br />

eine geteilte Verantwortung<br />

zwischen Unternehmen und Politik“,<br />

sagte der Vorstandsvorsitzende<br />

der H+B-Gruppe Rainer Lindner<br />

anlässlich der Gründung der Partnerschaft.<br />

„Für uns als Swiss Steel Group<br />

ist die Reduzierung des CO 2 -Fußabdrucks<br />

der Stahlindustrie eine<br />

gesellschaftliche Verpflichtung, der<br />

wir uns mit Überzeugung stellen.<br />

Die grüne Stahlpartnerschaft ist<br />

dabei ein weiterer Bereich, bei dem<br />

wir unseren Kunden helfen können,<br />

die CO 2 -Werte ihrer Produkte zu<br />

reduzieren. Einen entscheidenden<br />

Beitrag leisten dabei unsere Produkte<br />

– so sparen wir pro t produziertem<br />

Stahl aus Emmenbrücke<br />

bereits heute rund 90 % der Emissionen<br />

gegenüber dem Branchenschnitt.<br />

Neben der Produktion im<br />

Elektrolichtbogenofen und dem Einsatz<br />

von Stahlschrott, führt demnächst<br />

auch die Nutzung von Energie<br />

aus Schweizer Wasserkraft in<br />

unserem Werk in Emmenbrücke zu<br />

einer deutlichen Reduzierung der<br />

CO 2 -Emissionen. Das macht die<br />

Swiss Steel-Group zu einem Champion<br />

in Sachen Nachhaltigkeit“,<br />

sagte Frank Koch, CEO der Swiss<br />

Steel-Gruppe.<br />

Auf dem Weg zur CO 2 -neutralen<br />

Lieferkette Automobil<br />

„Alle beteiligten Unternehmen<br />

haben in der Vergangenheit den<br />

verantwortungsvollen Einsatz der<br />

Prof. Dr. Rainer Lindner, Vorsitzender des Vorstands, Heine + Beisswenger-Gruppe<br />

Primären Energien bereits vollzogen<br />

und für sich die Optimierung<br />

der Energie- und CO 2 -Bilanz eingesetzt.<br />

Dieses partnerschaftliche<br />

Projekt zur Dokumentation und<br />

Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes<br />

anhand eines ausgewählten Produktes<br />

ist bislang einmalig. Wir<br />

sind stolz, mit unseren drastisch<br />

reduzierten CO 2 -Werten (2019 zu<br />

2022 reduziert um ca. 75 bis 85 %<br />

je nach Artikel) einen wesentlichen<br />

Beitrag innerhalb der Wertschöpfungskette<br />

zu leisten. Andernach &<br />

Bleck ist in der Lage, einen Carbon<br />

Footprint für alle produzierten Artikel<br />

auszuweisen“, so Carsten Bleck,<br />

CEO von Andernach & Bleck.<br />

„Durch den offenen und transparenten<br />

Austausch aller Partner<br />

entstand eine sehr positive Dynamik<br />

bei der Bearbeitung der Themen,<br />

angetrieben vom gemeinsamen<br />

Ziel der Vermeidung und<br />

Einsparung von CO 2 . Zudem ist der<br />

Erfahrungsaustausch und Lerneffekt<br />

bei der Konzipierung und<br />

Berichterstattung der Footprintwerte<br />

sehr hilfreich gewesen“, sagte der<br />

Leiter Materialwirtschaft von Magnet-Schultz,<br />

Johann Erbe.<br />

„Mit der Einführung CO 2 -armer<br />

Produktionsverfahren befindet sich<br />

die Stahlindustrie in einem tiefgreifenden<br />

Wandel. Weltweit verarbeitet<br />

ZF direkt und indirekt rund 2,5<br />

Mio. t Stahl pro Jahr; das verdeutlicht<br />

die Bedeutung von Stahlprodukten<br />

für die Reduktion des ökologischen<br />

Fußabdrucks von ZF.<br />

Innovative Unternehmen mit nachhaltigen<br />

Konzepten sind in allen<br />

Stufen der Lieferkette gefragt.<br />

Durch unsere Beteiligung an der<br />

Grünen Stahlpartnerschaft unterstützen<br />

wir die Transformation<br />

aktiv und haben eine sehr zielgerichtete<br />

und erfolgreiche Zusammenarbeit<br />

erlebt“, sagte Daniele<br />

Pontarollo, Leiter der konzernweiten<br />

Materialwirtschaft von ZF.<br />

„Unser Ziel zur Klimaneutralität ab<br />

2040 wird Auswirkungen auf die<br />

vorgelagerte Lieferkette haben. Wir<br />

sind davon überzeugt, dass wir nur<br />

durch kreative Zusammenarbeit<br />

mit nachhaltigen Lieferanten die<br />

Emissionen deutlich und nachhaltig<br />

reduzieren können.“ 2<br />

[Kontakt]<br />

Steeltec (Swiss Steel<br />

Group)<br />

Anina Berger<br />

Vice President<br />

Corporate Marketing &<br />

Communications<br />

A.Berger@swisssteelgroup.<br />

com<br />

Swiss Steel Holding AG<br />

Landenbergstrasse 11<br />

6005 Luzern<br />

Schweiz<br />

+41 41 58140-00<br />

www.swisssteel-group.com<br />

Andernach & Bleck<br />

Saskia Bleck<br />

Leitung Marketing<br />

Lennestraße 92<br />

58093 Hagen<br />

+49 2331 353-245<br />

Mobil: +49 170 1553343<br />

s.bleck@blankstahl.biz<br />

www.blankstahl.biz<br />

Heine + Beisswenger<br />

Olga Demchenko<br />

Leiterin<br />

Unternehmensentwicklung<br />

und -kommunikation<br />

Heine + Beisswenger<br />

Stiftung + Co. KG<br />

Höhenstrasse 22<br />

70736 Fellbach<br />

+49 711 5854 102<br />

+49 160 5503178<br />

olga.demchenko@heinebeisswenger.de<br />

www.heine-beisswenger.de<br />

Magnet-Schultz<br />

Allgäuer Straße 30<br />

87700 Memmingen<br />

www.Magnet-Schultz.com<br />

ZF Friedrichshafen AG<br />

Löwentaler Straße 20<br />

88046 Friedrichshafen<br />

+49 7541 77-0<br />

postoffice@zf.com<br />

www.zf.com<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

17


Stahlhandel<br />

Bericht<br />

Rund 100 Kunden und Gäste waren zur Jubiläumsfeier des Standorts Fürth der Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH gekommen.<br />

Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH<br />

Standort Fürth feierte 50-jähriges Jubiläum<br />

Die Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH hat am 20. Mai das 50-jährige Bestehen des Standorts Fürth gefeiert.<br />

Zu der Jubiläumsfeier waren rund 100 Kunden und Gäste gekommen – vorrangig aus den Bereichen Stahlbau,<br />

Baumaschinenindustrie und Blechbearbeitung.<br />

Zusammen mit der Geschäftsführung<br />

der Salzgitter Mannesmann<br />

Stahlhandel GmbH begrüßte<br />

Herbert Baumgärtner, Standortverantwortlicher<br />

in Fürth, insbesondere<br />

die ehemaligen Mitarbeiter. In<br />

einem kurzen Rückblick würdigte<br />

er die äußerst erfolgreiche Entwicklung<br />

des Standorts in den letzten<br />

50 Jahren.<br />

„Wer<br />

glaubt Corona<br />

hat uns geschwächt,<br />

der irrt. Wenn wir eines<br />

aus Corona gelernt haben<br />

dann, dass wir flexibel, aber mit<br />

Bedacht auf schnell wechselnde<br />

Marktbedingungen reagieren können.<br />

Ein starkes Team hat uns<br />

hierhergebracht!“<br />

Herbert Baumgärtner<br />

Standortverantwortlicher in Fürth<br />

Das Timing der Feier war dabei bestens<br />

geplant: Denn seine damalige<br />

Eröffnung hatte der Standort auf<br />

den Tag genau fünfzig Jahre vor der<br />

Jubiläumsfeier am 20.05.1972<br />

begangen. Der Lagerstandort Fürth,<br />

in den damals inklusive Vertriebsgebäude<br />

eine Anfangsinvestition<br />

von rund 5,8 Mio. Deutsche Mark<br />

floss, versorgt das Bundesland Bay-<br />

ern mit Stahlerzeugnissen und<br />

Dienstleistungen. Das Unternehmen<br />

ist ein geschätzter Partner bei<br />

Kunden in der Industrie- und Stahlbaubranche.<br />

Als fester Bestandteil der Salzgitter<br />

Mannesmann Stahlhandel<br />

GmbH werden im Fürther Hafen<br />

Bleche und Träger gelagert und<br />

passgenau an Kunden geliefert. Das<br />

Leistungsspektrum des Standorts<br />

umfasst Sägen, Strahlen sowie das<br />

Brennschneiden. Warenanlieferungen<br />

erfolgen per Bahn und Schiff.<br />

41 Mitarbeiter, davon 20 im Bereich<br />

Lagerlogistik und 21 Vertriebsmitarbeiter,<br />

sorgen für reibungslose<br />

Abläufe und termintreue Lieferungen.<br />

Auf dem Weg in eine<br />

grüne Zukunft<br />

Ein zentrales Thema der Veranstaltung<br />

war darüber hinaus die<br />

Transformation der Stahlbranche in<br />

eine grüne und nachhaltigere Epo-<br />

18 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Bilder: Salzgitter Mannesmann Stahlhandel<br />

Volker Schult, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter Mannesmann Handel GmbH,<br />

hieß die Gäste, Kunden und Partner zur Jubiläumsfeier willkommen.<br />

an dessen Umsetzung im Konzern<br />

mit Hochdruck gearbeitet wird. Wie<br />

der Salzgitter-Konzern auch<br />

zukünftig die Versorgung der Kunche.<br />

Die Salzgitter AG hat hierzu<br />

mit dem Programm SALCOS ® (Salzgitter<br />

Low CO 2 Steelmaking) einen<br />

zukunftsweisenden Pfad gefunden,<br />

den mit CO 2 -armen Stahl sicherstellen<br />

will, hat Sven Schulz, Stellvertretender<br />

Leiter der technischen<br />

Kundenberatung der Salzgitter<br />

Flachstahl GmbH, in einem Vortrag<br />

erläutert.<br />

Gäste und Kunden konnten sich<br />

schließlich bei einer Führung durch<br />

die Lagerhallen ein direktes Bild<br />

über die Abläufe am Standort<br />

machen – und somit besser nachvollziehen,<br />

wie die Produkte aus<br />

dem Lagervorrat bearbeitet, kommissioniert<br />

und bei ihnen angeliefert<br />

werden. So war die 50-Jahr-Feier<br />

ein rundum informativer und<br />

spannender Tag für Gäste, Kunden<br />

und Partner. 2<br />

[Kontakt]<br />

Salzgitter Mannesmann<br />

Stahlhandel GmbH<br />

Wiesenstraße 36<br />

Gebäude 397<br />

45473 Mülheim an der Ruhr<br />

+49 208 20772-0<br />

www.salzgittermannesmann-stahlhandel.de<br />

Standort Fürth<br />

Hafenstraße 91<br />

90768 Fürth<br />

+49 911 7570-0<br />

Die Stahlspedition –<br />

mehr Effizienz für Ihre Stahllogistik<br />

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Stahlhandel<br />

Bericht<br />

Bild: Jebens GmbH<br />

24 spiralförmige Stahlrippen zur Verstärkung von zwei Stahlgießpfannen fertigte Jebens durch 3D-Brennen.<br />

Jebens: 3D-Brennen auch bei anspruchsvollen Geometrien<br />

Twist mit dem Brenner<br />

Brennen über mehrere Ebenen ist keineswegs Standard. Bei der Jebens GmbH gehört es dennoch zum Tagesgeschäft. Der<br />

Spezialist für große schwere Brennteile und komplexe Schweißbaugruppen mit Sitz in Korntal-Münchingen ergänzt das<br />

Verfahren mit einer ganz besonders ausgeklügelten Brenntechnik: 3D-Brennen auch bei anspruchsvollen Geometrien als<br />

Ersatz für einen kostenintensiven Vor- oder Komplettabtrag durch Fräsen. Nur mit der Flamme wird so beispielsweise der<br />

Schnittwinkel entlang der gesamten Schnittkante kontinuierlich verändert.<br />

Für 24 Stahlrippen, die zwei<br />

neue Gießpfannen für den Schmelzbetrieb<br />

eines Stahlwerks verstärken,<br />

wählte Jebens dieses Fertigungsverfahren.<br />

Auf den ersten<br />

Blick sehen die Stahlrippen, die den<br />

leicht kegelartigen Giespfannenkörper<br />

sternförmig umschließen, nicht<br />

spektakulär aus. Zudem sind sie für<br />

die bei Jebens sonst übliche Bauteilgröße<br />

eher klein. Beim genauen<br />

Hinschauen wird jedoch deutlich,<br />

dass jedes Brennteil so aussieht, als<br />

sei es um eine imaginäre Längsachse<br />

gedreht. Mit einer Fräsmaschine<br />

wäre auch diese Umsetzung eher<br />

eine – allerdings sehr kostspielige<br />

– Standardaufgabe. Daher löste der<br />

Brennschneidexperte auch diese<br />

herausfordernde Aufgabe mit der<br />

Flamme.<br />

Brennen wirtschaftlicher<br />

als Fräsen<br />

Für die Lösung Brennen statt Fräsen<br />

sprach vor allem angesichts der<br />

benötigten Rippenanzahl die signifikante<br />

Kosten- und Zeitersparnis.<br />

Der Schnittwinkel der Rippen sollte<br />

dabei bei einer Bauteilgröße von<br />

120 x 245 x 928 mm über die gesamte<br />

Länge von 72 auf 84 ° verändert<br />

werden. Bei der zweistufigen<br />

Umsetzung erfolgte zunächst der<br />

Vorschnitt durch autogenes Brennen<br />

mit Sauerstoff. Anschließend<br />

fertigte der Brennschneidexperte<br />

mit dem Fasroboter den nicht vertikalen<br />

Schnittkantenverlauf.<br />

Was sich so einfach anhört, war<br />

jedoch nicht nur für die Brennspezialisten<br />

von Jebens eine echte Herausforderung.<br />

Die Programmierung<br />

des Roboters war derart komplex,<br />

dass sie nur durch den Hersteller<br />

der Robotersteuerung gelöst werden<br />

konnte. Mit dem Ergebnis, dass<br />

Jebens schließlich den Winkel des<br />

20 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Bild: Jebens GmbH<br />

Bild: Wessel GmbH<br />

Kostenintensives Fräsen ersetzt Jebens auch bei anspruchsvollen Geometrien durch<br />

eine ausgeklügelte Brenntechnik.<br />

Die Verstärkungsrippen für diese Stahlgießpfanne wurden mit<br />

einer vorgegebenen Torsion gebrannt.<br />

Bauteils über die gesamte Länge<br />

nahezu beliebig verändern konnte.<br />

Binnen einer Woche war die erste<br />

Stahlrippe mit der vorgegebenen<br />

Torsion erstellt. Das Ergebnis war<br />

so gut, dass das Bauteil für diesen<br />

spezifischen Einsatzzweck nicht<br />

einmal durch Fräsen gefinished<br />

werden musste.<br />

Neben dem robotergeführten Brenner<br />

trug dazu auch die hohe Werkstoffkompetenz<br />

des Jebens-Teams<br />

bei. Im gesamten Prozess musste das<br />

Materialverhalten durch eine entsprechend<br />

sensible Temperaturführung<br />

berücksichtigt werden. Das Beispiel<br />

zeige, so das Unternehmen,<br />

dass sich auch bei schwierigen Bauteilgeometrien<br />

die Überlegung lohnt,<br />

ob eine Vor- oder sogar Komplettbearbeitung<br />

durch die von Jebens perfektionierte<br />

Technik des 3D-Brennens<br />

möglich ist. Denn mit diesem<br />

Verfahren biete der Brennschneidspezialist<br />

eine zeitlich und wirtschaftlich<br />

deutlich effizientere Alternative zur<br />

mechanischen Bearbeitung an. 2<br />

[Kontakt]<br />

Jebens GmbH<br />

Daimlerstr. 35<br />

70825 Korntal-Münchingen<br />

+49 711 8002-0<br />

info@jebens.dillinger.biz<br />

www.jebens.de<br />

IN UNSEREM BOOT<br />

SIND NOCH PLÄTZE FREI<br />

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Stahlhandel<br />

Berichte<br />

Bilder: Nordwest<br />

Vorstellungsrunde bei der Auftaktveranstaltung auf der Zeche Zollverein.<br />

Nordwest weitet „Zukunftskreis“ auf Stahlverbund Phoenix aus<br />

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung<br />

für Führungsnachwuchs<br />

Dass der Stahlhandel eine anspruchsvolle und herausfordernde Branche ist, zeigt sich in den heutigen Zeiten<br />

besonders deutlich. Was liegt da näher, den Austausch und das Netzwerk zwischen Jungunternehmern und jungen<br />

Nachwuchskräften im Verband zu stärken und zu vertiefen, um sich gemeinsam diesen Herausforderungen zu stellen?<br />

[Kontakt]<br />

Nordwest Handel AG<br />

Robert-Schuman-Str. 17<br />

44263 Dortmund<br />

+49 231 2222-3001<br />

www.nordwest.com<br />

Der Geschäftsbereich Stahl der<br />

Nordwest Handel AG hat im Mai dieses<br />

Jahres erstmals einen Zukunftskreis<br />

Stahl ins Leben gerufen, in dem<br />

junge Stahlhändler, die aktuell<br />

bereits in Führungspositionen in<br />

ihren Unternehmen tätig sind, in<br />

einer vertrauten Atmosphäre ihre<br />

Themen diskutieren und vorantreiben<br />

können. Seien es Herausforderungen<br />

als junge Führungskraft oder<br />

neue Aufgabenstellungen im Stahlhandel.<br />

Bereits in der Vergangenheit hat<br />

Nordwest zwei Zukunftskreise initiiert.<br />

Hier treffen sich regelmäßig<br />

junge Unternehmer und die, die<br />

noch vor der Übernahme des Familienunternehmens<br />

stehen. In diesen<br />

Kreisen können die Teilnehmer<br />

gemeinsam wachsen, Erfahrungen<br />

austauschen und Branchenwissen<br />

aus Impulsvorträgen und Seminaren<br />

mitnehmen, so das Dortmunder<br />

Verbundunternehmen.<br />

Unterstützung in<br />

vertrauter Atmosphäre<br />

Der Geschäftsbereich Stahl hat dieses<br />

erfolgreiche Konzept jetzt auf<br />

den Stahlverbund Phoenix und hiermit<br />

verbunden auf stahlspezifische<br />

Themen ausgeweitet. „In diesem<br />

fokussierten Netzwerk können wir<br />

intensiver auf die spezifischen Herausforderungen<br />

des Stahlhandels<br />

eingehen und die Nachwuchskräfte<br />

entsprechend unterstützen. Das ist<br />

uns ein wichtiges Anliegen, um auch<br />

die Handelspartner der nächsten<br />

Generation im Wettbewerb zu stärken<br />

und ihr eigenes Netzwerk zu<br />

erweitern“, erläuterten die beiden<br />

Geschäftsbereichsleiter Christopher<br />

Rüther und Claudio Kemper.<br />

Gemeinsam mit Jörg Simon,<br />

Nordwest-Vorstand, treffen sich die<br />

Stahlhändler ab sofort zweimal im<br />

Jahr. Zur Auftaktveranstaltung Mitte<br />

Mai kamen rund 20 junge Leute auf<br />

die Zeche Zollverein, um sich kennenzulernen<br />

und zu vernetzen. Die<br />

jeweiligen Stahl-Fachhandelspartner<br />

wurden kurz vorgestellt und Erwartungshaltungen<br />

an den Kreis und die<br />

Organisation, auch hinsichtlich der<br />

zukünftig zu behandelnden Themen,<br />

kommuniziert. Eine Abendveranstaltung<br />

in ländlicher Atmosphäre, bei<br />

dem sich die zukünftige Stahlhandelsgeneration<br />

noch intensiver kennenlernen<br />

konnte, rundete das erste<br />

Treffen ab. 2<br />

Der neue Zukunftskreis Stahl bei seiner<br />

Gründungsveranstaltung.<br />

22 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


DRÖSSER.STAHL<br />

Stahl<br />

Tränenblech<br />

Aluminium<br />

Quintett<br />

Edelstahl<br />

Tränenblech<br />

Verzinktes<br />

Tränenblech<br />

Klöckner & Co übernimmt Hernandez Stainless<br />

und RSC Rostfrei Coilcenter<br />

Zukäufe erweitern<br />

Kundenstamm<br />

Stahl Riffel-/<br />

Waffelblech<br />

Cor-Ten<br />

Tränenblech*<br />

Klöckner & Co hat die Unternehmen Hernandez Stainless GmbH<br />

(„Hernandez“) und RSC Rostfrei Coilcenter GmbH („RSC“)<br />

übernommen. Beide Akquisitionen erfolgten über die deutsche<br />

Tochtergesellschaft Becker Stahl-Service („Becker“). Mit den<br />

Zukäufen steigt Becker in die Verarbeitung von Edelstahl ein und<br />

weitet damit sein Produkt- und Serviceportfolio erheblich aus.<br />

Verzinktes Riffel-/<br />

Waffelblech<br />

Aluminium<br />

Duett<br />

Während Hernandez auf die<br />

Oberflächenbearbeitung spezialisiert<br />

ist und rostfreie Flachprodukte<br />

lagert, konzentriert sich RSC auf<br />

das Abtafeln von Edelstahlcoils.<br />

Über die Kaufpreise für beide<br />

Unternehmen wurde Stillschweigen<br />

vereinbart.<br />

Zukäufe stärken Marktposition<br />

„Beide Akquisitionen sind für uns<br />

von hoher strategischer Bedeutung.<br />

Hernandez Stainless und RSC Rostfrei<br />

Coilcenter werden unsere Position<br />

als führende digitale One-Stop-<br />

Shop-Plattform für Stahl, Edelstahl<br />

und Aluminium sowie als Vorreiter<br />

für Nachhaltigkeit stärken. Künftig<br />

werden wir unseren Kunden ein<br />

noch umfangreicheres und passgenaueres<br />

Produkt- und Serviceportfolio<br />

zur Verfügung stellen können“,<br />

sagte Guido Kerkhoff, Vorsitzender<br />

des Vorstands der Klöckner & Co<br />

SE.<br />

Hernandez und RSC betreiben<br />

umfangreiche Maschinenparks und<br />

beliefern europaweit rund 400<br />

Händler und Edelstahl verarbeitende<br />

Unternehmen aus verschiedenen<br />

Industrien. Zudem ist RSC ein wichtiger<br />

Zulieferer von Hernandez.<br />

Zusammen beschäftigen beide<br />

Unternehmen rund 70 Mitarbeitende<br />

und erzielten im Geschäftsjahr<br />

2021 einen Umsatz von rund 160<br />

Mio. €. Hernandez hat seinen<br />

Hauptsitz in Hockenheim, RSC in<br />

Süßen (beides in Baden-Württemberg).<br />

Konsolidierung ab Herbst 2022<br />

Im Rahmen der Unternehmensstrategie<br />

„Klöckner & Co 2025: Leveraging<br />

Strengths“ treibt Klöckner &<br />

Co den umfassenden Ausbau des<br />

eigenen Produkt- und Serviceportfolios<br />

voran. Das durch die Transaktion<br />

erweiterte Angebot ermögliche<br />

es Kunden zukünftig, be arbeiteten<br />

Edelstahl über Becker zu beziehen.<br />

Darüber hinaus hat Becker seine<br />

Service-Center-Aktivitäten in den<br />

Bereichen Carbon stahl und Aluminium<br />

bereits deutlich ausgeweitet.<br />

Die Konsolidierung beider Unternehmen<br />

solle voraussichtlich ab<br />

Beginn des dritten Quartals 2022<br />

beginnen, so Klöckner & Co SE weiter.<br />

Die Transaktionen stehen noch<br />

unter dem Vorbehalt der Genehmigung<br />

durch die Wettbewerbsbehörden.<br />

2<br />

[Kontakt]<br />

Klöckner & Co SE<br />

Am Silberpalais 1<br />

47057 Duisburg<br />

+49 203 307-0<br />

info@kloeckner.com<br />

www.kloeckner.com<br />

BELAGBLECHE<br />

ERSTMALS AUCH<br />

AUS COR-TEN!<br />

STÄRKE:<br />

Tränen- / Riffel- & Waffelbleche<br />

3,0 bis 10,0 mm + Träne<br />

Duett- / Quintettbleche<br />

1,5 / 2,5 / 3,5 / 5 / 8 mm + Träne<br />

FORMATE:<br />

1.000 mm x 2.000 mm<br />

1.250 mm x 2.500 mm<br />

1.335 mm x 3.000 mm*<br />

1.500 mm x 3.000 mm<br />

LOGISTIK:<br />

von der einzelnen Tafel<br />

über Pakete bis hin zur<br />

kompletten Ladung<br />

droesser.de/belagbleche<br />

KONTAKT<br />

Koray Süerdem<br />

ksueerdem@droesser.de<br />

+49 (0) 2263 / 87 - 421<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

23<br />

Peter Drösser GmbH<br />

Im Auel 67–69 // 51766 Engelskirchen<br />

www.droesser.de


Stahlproduktion<br />

Bericht<br />

v.l.n.r.: Eng. Giacomo Mareschi Danieli (CEO von Danieli & C. Officine Meccaniche S.p.A.), Giuseppe Pasini (Vorsitzender der Feralpi-Gruppe),<br />

Uwe Reinecke (Werksdirektor), Michael Kretzschmer (Ministerpräsident Freistaat Sachsen), Marco Müller (Oberbürgermeister Stadt Riesa)<br />

Bild: Feralpi<br />

Feralpi investiert in den Standort Riesa<br />

Spatenstich für Europas innovativstes Walzwerk<br />

Für Feralpi Stahl ist es der nächste logische Schritt auf dem Weg zu grünem Stahl: Das Unternehmen wird mit dem<br />

neuen Walzwerk die Produktion der Stahlprodukte am sächsischen Standort Riesa auf 1,3 Mio. t pro Jahr erhöhen – und<br />

gleichzeitig den CO 2 -Fußabdruck weiter reduzieren. Mit Inbetriebnahme, voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2024,<br />

entstehen dem Konzern zufolge außerdem perspektivisch 100 neue Arbeitsplätze.<br />

Hoher Besuch bei Feralpi Stahl in Riesa: Zum<br />

symbolischen Spatenstich waren Anfang Juli neben<br />

dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer,<br />

Hans Jürgen Kerkhoff, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung<br />

Stahl, sowie die Gesellschafter und<br />

der Vorsitzende der Feralpi-Gruppe, Giuseppe Pasini,<br />

und Eng. Giacomo Mareschi Danieli, CEO von Danieli<br />

& C. Officine Meccaniche S.p.A., zugegen.<br />

„Als wir 1992 das Werk in Riesa übernahmen“,<br />

erinnerte Giuseppe Pasini an die Anfänge, „wussten<br />

wir, dass wir vor einer großen Herausforderung standen,<br />

die viel Energie erforderte. Uns fehlte es nicht an<br />

Visionen, Willenskraft und Mut. Wir haben die Erwartungen<br />

weit übertroffen und den Grundstein<br />

für das gelegt, was sich im Laufe der<br />

Jahre als echter gemeinsamer Erfolg<br />

erwiesen hat. Nicht nur für Feralpi,<br />

sondern auch für die Menschen<br />

und die gesamte<br />

Gemeinschaft, in der wir aufgenommen<br />

wurden und<br />

gewachsen sind. Dies wäre<br />

nicht möglich gewesen,<br />

wenn wir in Riesa nicht<br />

sofort Menschen gefunden<br />

hätten, die stolz auf ihre Produktionstradition<br />

sind und darauf,<br />

in der Stahlindustrie zu<br />

arbeiten. Heute feiern wir den<br />

„Die Herausforderungen<br />

der nächsten<br />

Jahre für die nationale<br />

und europäische Stahlindustrie<br />

bestehen darin, die ökologische<br />

und energetische Wende nachhaltig<br />

zu gestalten. Und genau in diese<br />

Richtung investiert Feralpi Stahl<br />

auch im Interesse der neuen<br />

Generationen.“<br />

Giuseppe Pasini, Vorsitzender<br />

der Feralpi-Gruppe<br />

Beginn der Arbeiten, die eine neue und wichtige Investition<br />

schaffen werden. Dies wird Feralpi Stahl dazu<br />

verhelfen, seine Position auf dem Markt für Baustähle<br />

zu konsolidieren, um in den kommenden Jahren ein<br />

wichtiger Akteur auf dem Markt zu sein“, so Pasini.<br />

Kontinuierliche Investionen<br />

in umweltfreundliche Stahlproduktion<br />

Bis Ende 2025, Anfang 2026 wird Feralpi Stahl über<br />

180 Mio. € in den Standort Riesa investieren. Für die<br />

Feralpi-Gruppe stand und steht das Thema Nachhaltigkeit<br />

immer im Mittelpunkt ihres Handelns, so der<br />

Konzern – sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch<br />

auf die eigenen Mitarbeitenden. Das Stahlwerk<br />

in Riesa trägt als eines von nur<br />

zweien in Deutschland das<br />

EMAS-Siegel (Eco-Management<br />

and Audit Scheme, eine Kombination<br />

aus Umweltmanagement<br />

und Umweltbetriebsprüfung)<br />

und investiert<br />

fortlaufend in eine möglichst<br />

umweltfreundliche<br />

Stahlproduktion und Stahlverarbeitung.<br />

Auch wenn die meisten<br />

Emissionen bereits jetzt weit<br />

unter den gesetzlich vorgeschriebenen<br />

Grenzwerten liegen, eruiert<br />

24 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


man kontinuierlich weitere Möglichkeiten<br />

zur Reduktion, so der<br />

Stahlproduzent. „Ziel bleibt der<br />

grüne Stahl“, sagt Werksdirektor<br />

Uwe Reinecke. „Wir wollen weiterhin<br />

konsequent unseren CO 2 -Fußabdruck<br />

reduzieren. Aktuell liegen<br />

wir bei circa 52 kg pro Tonne<br />

erzeugtem Stahl und unter 80 kg<br />

pro Tonne bei gewalzten Produkten.<br />

Das ist weit unter dem Durchschnitt<br />

für die Stahlerzeugung in Elektrolichtbogenöfen<br />

und natürlich noch<br />

weiter unter dem in der konventionellen<br />

Stahlproduktion über Hochofenrouten.<br />

Hier kommt man auf<br />

rund 1,75 t CO 2 pro Tonne Stahl“,<br />

so Uwe Reinecke weiter.<br />

Bei der Dekarbonisierung verfolgen<br />

Unternehmen allerdings im<br />

Moment verschiedene Strategien,<br />

auch aufgrund fehlender allgemeingültiger<br />

Vorgaben für grünen Stahl<br />

mit konsequenter CO 2 -Reduzierung.<br />

Mit seinem aus Schrott gefertigten<br />

Elektrostahl beschreitet Feralpi<br />

Stahl schon seit vielen Jahren den<br />

Weg zu grünem Stahl. Und geht jetzt<br />

den nächsten logischen Schritt.<br />

Erstmals bis zu 8 t warm<br />

gespoolte Coils<br />

„Das neue Walzwerk wird in Sachen<br />

Innovation und Nachhaltigkeit neue<br />

Maßstäbe setzen“, so der Werksdirektor.<br />

„Es wird über einen 300 m<br />

langen Heißbeschickungs-Rollgang<br />

direkt mit der vorhandenen Stranggießanlage<br />

verbunden sein. Anstelle<br />

des bisherigen Gaserwärmungsofens<br />

setzen wir ausschließlich<br />

Induktionserwärmung ein, um<br />

direkte CO 2 -Emissionen zu vermeiden“,<br />

fasst Reinecke die Vorteile<br />

zusammen.<br />

Das Walzwerk wird 16 Walzgerüste,<br />

einen Sechsstich-Fertigblock<br />

und eine Spooler-Linie umfassen.<br />

Der K-Spooler wird Stabstahl-Coils<br />

mit einem Gewicht von bis zu 8 t<br />

produzieren – die schwersten Coils<br />

für den deutschen Markt für warmgespoolten<br />

Draht mit einem Durchmesser<br />

von 8 bis 25 mm. Big Data<br />

und künstliche Intelligenz von Danieli<br />

Automation werden eine Echtzeitanbindung<br />

der bestehenden<br />

Stranggießanlage an das neue<br />

Walzwerk garantieren und sowohl<br />

für das Senken des Heizenergieverbrauchs<br />

als auch für das dynamische<br />

Regeln der thermomechanischen<br />

Prozesse und damit für eine<br />

bestmögliche Qualität des Endprodukts<br />

sorgen.<br />

Ministerpräsident lobt<br />

Feralpi-Investition<br />

Auch für die wirtschaftliche Zukunft<br />

der Region Riesa ist das Walzwerk<br />

von Bedeutung, wie Ministerpräsident<br />

Michael Kretschmer betonte:<br />

„Die Investition in ein hochmodernes<br />

Walzwerk schafft bis zu 100<br />

neue Arbeitsplätze unter nachhaltigen<br />

Produktionsbedingungen und<br />

ist ein starkes Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort<br />

Sachsen. Feralpi<br />

Stahl setzt seit Jahren erfolgreich<br />

auf eine umweltschonende Stahlproduktion<br />

und ist Vorreiter für den<br />

verstärkten Einsatz von grünem<br />

Wasserstoff. Mit ihren Aktivitäten<br />

leistet die Unternehmensgruppe<br />

einen wichtigen Beitrag für den Aufbau<br />

einer Wasserstoffwirtschaft in<br />

Sachsen. Wasserstoff ist eine Schlüsseltechnologie<br />

für eine klimaneutrale<br />

und zukunftsfähige Industrie<br />

im Freistaat Sachsen.“ 2<br />

Interview mit Werksdirektor Uwe Reinecke<br />

<strong>Stahlreport</strong>: Herr Reinecke, die Feralpi-<br />

Gruppe investiert über 180 Mio. € in den<br />

Standort Riesa. Was setzen sie neben der<br />

Hauptinvestition in das Walzwerk damit<br />

noch um?<br />

Uwe Reinecke: Die Investition besteht aus<br />

insgesamt vier strategischen Einzelinvestitionen.<br />

Das größte Projekt ist die Errichtung<br />

des neuen und sehr innovationen<br />

Walzwerks, das im zweiten Quartal 2024<br />

in Betrieb gehen soll. Erstmals in Deutschland<br />

können damit warmgespoolte Coils<br />

mit bis zu 8 t Gewicht produziert werden.<br />

Feralpi nimmt damit eine Vorreiter-Position<br />

ein. Wir werden darüber hinaus damit auch<br />

Gas als Medium für die Erwärmung der<br />

Knüppel durch induktive Erwärmung ersetzen.<br />

Weiterhin investieren wir in die<br />

Schrottaufbereitung. Der im Elektrolichtbogenofen<br />

eingesetzte Schrott wird künftig<br />

besser gereinigt und besser sortiert.<br />

Damit werden wir die Abläufe beim<br />

Erschmelzen optimieren und nochmal<br />

energieeffizienter werden. Mit einer Reihe<br />

von Maßnahmen werden wir die Kapazität<br />

des Elektrolichtbogenofens zudem noch<br />

etwas erhöhen auf rund 1,3 Mio. t Stahl<br />

pro Jahr.<br />

Für all dies benötigen wir im Werk ein<br />

modernes, leistungsfähiges Stromnetz.<br />

Als dritte strategische Investition werden<br />

wir daher ein neues Umspannwerk (6 KW,<br />

20 KW und 30 KW Schiene) errichten. Das<br />

vierte Maßnahmenpaket betrifft unsere<br />

interne Logistik. Wir werden den internen<br />

[Kontakt]<br />

ESF Elbe-Stahlwerke<br />

Feralpi GmbH<br />

Gröbaer Straße 3<br />

01591 Riesa<br />

+49 3525 749-0<br />

info@de.feralpigroup.com<br />

www.feralpigroup.com<br />

Lkw-Verkehr besser organisieren, unter<br />

anderem indem wir viele Abläufe digitalisieren.<br />

Wie bewerten Sie die ökonomische Perspektive<br />

für Betonstahlerzeugnisse?<br />

Unser Markt sind vor allem Deutschland<br />

und die Benelux-Länder sowie Osteuropa.<br />

Für diese Länder gehen wir, trotz aller<br />

aktuellen Schwierigkeiten und möglichen<br />

konjunkturellen Risiken von einer weiterhin<br />

guten Perspektive aus.<br />

Grüner Stahl wird derzeit viel diskutiert,<br />

die Transformation der Stahlindustrie hin zu<br />

einer klimaneutralen Produktion ist für die<br />

Branche eine Riesenherausforderung. Wo<br />

steht die Feralpi-Gruppe auf dem Weg dahin?<br />

Die Feralpi-Gruppe legt traditionell Wert<br />

auf eine nachhaltige und umweltfreundliche<br />

Produktion. Die Investition in das neue<br />

Walzwerk ist ein weiterer großer Schritt<br />

in diese Richtung, da wir dabei unter anderem<br />

auf den Einsatz von Gas künftig verzichten<br />

und energieeffizienter werden.<br />

Natürlich denken wir auch darüber<br />

nach, wie wir uns bei der Versorgung mit<br />

Strom besser und nachhaltiger aufstellen<br />

können – etwa mit Photovoltaik- und<br />

Windkraftanlagen. Auch grüner Wasserstoff<br />

ist für uns ein Thema. Hierbei können<br />

wir jedoch nicht allein handeln, sondern<br />

benötigen Rahmenbedingungen, die<br />

sich in schnellen Genehmigungsverfahren<br />

und finanzieller Förderung dieser<br />

Investitionen ausdrücken. 2<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

25


Stahlproduktion<br />

Bericht<br />

Christian Wiethüchter gab mit dem Durchschneiden des Bandes den Startschuss für die neue Produktion von Präzisionsstahlrohren.<br />

Auf dem Foto von links nach rechts: Thomas Michels (Leiter Werksverbund Schloß Neuhaus & Paderborn Benteler Steel/Tube), Frank Wolters<br />

(Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn), Ekkehard Kadenbach (Vice President Global Purchasing Stabilus),<br />

Christian Wiethüchter, (Geschäftsführer Benteler Steel/Tube), Eric Syburra (Lead Buyer Metal Products Europe Stabilus)<br />

Bild: Benteler<br />

Rohrhersteller stärkt Geschäftsbereich Steel/Tube im Stahlrohrwerk Paderborn<br />

Neue Ziehlinie eröffnet<br />

Benteler hat im Juni eine neue Ziehlinie im Stahlrohrwerk Paderborn eröffnet. Für die Anlage investierte das Unternehmen<br />

einen zweistelligen Millionenbetrag in den Standort. Mit Inbetriebnahme erfolgt parallel ein Aufbau von bis zu 50<br />

Arbeitsplätzen in der neuen Produktion für Präzisionsstahlrohre. Damit stärkt die Division Steel/Tube den Werksverbund<br />

Schloss Neuhaus und Paderborn und baut ihre Marktposition im Bereich individueller Rohrlösungen für hochspezialisierte<br />

Anwendungen in der Automobilindustrie aus.<br />

[Kontakt]<br />

Benteler International<br />

Aktiengesellschaft<br />

Schillerstraße 25-27<br />

5020 Salzburg<br />

Österreich<br />

+43 662 2283-0<br />

web.contact@benteler.com<br />

www.benteler.com<br />

Die neue Fertigungslinie für<br />

geschweißte Rohranwendungen hat<br />

eine jährliche Kapazität von<br />

12.000 t. Dafür wurde in der Produktionshalle<br />

eine komplett neue,<br />

innovative Infrastruktur für eine<br />

Ziehbank samt integrierter Prüfanlage<br />

geschaffen. Mehr als 1.150 t<br />

Beton, rund 31 t Betonstahl und<br />

mehr als 1,7 km Kabel an Versorgungsleitungen<br />

mit einem Gewicht<br />

von 7,7 t wurden in den vergangenen<br />

zwei Jahren verbaut.<br />

Automobilzulieferer verlassen<br />

sich auf Produkte von Benteler<br />

Die Rohrprodukte, die Benteler in<br />

der neuen Anlage produziert, finden<br />

überwiegend im Automobilbereich<br />

Anwendung. Für Kunden sei es<br />

wichtig, auf innovative, auf die<br />

Anforderungen des Endprodukts<br />

ausgelegte Rohrlösungen zu bauen:<br />

„Fehlerfreie Funktionsweise und<br />

lange Lebensdauer sind ein Muss<br />

im Automobilbereich, da sie so für<br />

mehr Sicherheit der Fahrzeuginsassen<br />

sorgen. Unsere Präzisionsrohre<br />

erfüllen diese Erwartungen sicher<br />

und zuverlässig, beispielsweise<br />

dank ihrer exzellenten Oberflächenqualität.<br />

Auch ihre homogene Gefügestruktur<br />

und die engen Toleranzen<br />

sorgen für eine hohe<br />

Prozesssicherheit in der Weiterverarbeitung.<br />

Daher sind wir der ideale<br />

Partner der Automobilzuliefererindustrie,“<br />

beschreibt Christian<br />

Wiethüchter, CSO und COO Benteler<br />

Steel/Tube. „Wir freuen uns, den<br />

Standort Paderborn mit dieser<br />

Investition weiter zu stärken.“<br />

Zu Gast bei der Eröffnung war<br />

neben Frank Wolters, Geschäftsführer<br />

der Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />

Paderborn, auch Ekkehard<br />

Kadenbach, Vice President<br />

Global Purchasing bei Stabilus.<br />

Auch für den Automobilzulieferer<br />

wird Benteler Rohre an der neuen<br />

Ziehlinie herstellen.<br />

Frank Wolters, Geschäftsführer<br />

der Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />

Paderborn, unterstrich beim<br />

Eröffnungsevent: „Investitionen wie<br />

diese stärken den Industriestandort,<br />

den Arbeitsmarkt und die Attraktivität<br />

der Stadt Paderborn sowie der<br />

Region OWL. Gerade im aktuellen<br />

Wettbewerb um Fachkräfte ist es<br />

wichtig, dass die heimischen Unternehmen<br />

in ihre Standorte investieren.<br />

Daher freue ich mich besonders<br />

über das Bekenntnis von Benteler<br />

zur Stadt Paderborn und über die<br />

Schaffung neuer Arbeitsplätze.“ 2<br />

26 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Betonstahl richten, schneiden und biegen<br />

• Flexibel<br />

• Effizient<br />

• Wartungsarm<br />

Die MSR 20-Linie mit raffiniertem<br />

Rotorrichtsystem ermöglicht zahlreiche<br />

Formen der Automatisierung.<br />

Wir bieten maßgeschneiderte<br />

Lösungen für die Bearbeitung großer<br />

Drahtdurchmesser vom Coil und einen<br />

schnellen Durchmesserwechsel.<br />

www.progress-m.com


Stahlproduktion<br />

Bericht/Nachrichten<br />

Bild: Salzgitter AG<br />

Besuchten die Vorstellung des geplanten Wasserstofflabors: v.l.n.r. Dr. Stefan Jäger, Dr. Susanne Höhler, Dr. Juliane Mentz, Dr. Matthias Frommert,<br />

Frau Beate Lieske, Sören Link, Dr. Benedikt Ritterbach, Andree Haack<br />

H 2 SteeLab am Standort Duisburg<br />

Salzgitter-Konzern investiert in Wasserstofflabor<br />

Die Salzgitter Mannesmann Forschung (SZMF) betreibt einen ihrer Forschungsstandorte auf dem Gelände der<br />

Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg-Huckingen. Dort werden Produkte und Prozesse rund um den Werkstoff<br />

Stahl entwickelt und geprüft. Schwerpunkt der Arbeiten ist die Herstellung von Rohren und Grobblech im Salzgitter-<br />

Konzern. Neu an dem Standort soll künftig ein Wasserstofflabor seine Arbeit aufnehmen.<br />

[Kontakt]<br />

Salzgitter Mannesmann<br />

Forschung GmbH<br />

Eisenhüttenstraße 99<br />

38239 Salzgitter<br />

+49 5341 21-2222<br />

info.service@sz.szmf.de<br />

Kontakt Duisburg<br />

Ehinger Straße 200<br />

47259 Duisburg<br />

+49 203 999-02 (via HKM)<br />

info.service@du.szmf.de<br />

Die Salzgitter Mannesmann Forschung bündelt am<br />

Standort Duisburg die breite Stahlkompetenz des Salzgitter-Konzerns<br />

für die Wasserstoffwirtschaft und ergänzt<br />

gleichzeitig die vielseitigen Aktivitäten am sich zunehmend<br />

entwickelnden Wasserstoffstandort Duisburg.<br />

Anlässlich der Vorstellung eines neu geplanten Wasserstofflabors<br />

besuchten am 29. Juni 2022 der Duisburger<br />

Oberbürgermeister Sören Link, die Bürgermeisterin Beate<br />

Lieske und der Beigeordnete Andree Haack die SZMF.<br />

Klimaschonender Stahl braucht Wasserstoff<br />

Dr. Benedikt Ritterbach, Geschäftsführer der SZMF,<br />

erklärte: „Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind die<br />

größten Herausforderungen unserer Zeit. Dafür spielen<br />

Wasserstoff und Stahl ganz bedeutende Rollen. Um<br />

Kokskohle substituieren und so zukünftig Stahl noch<br />

nachhaltiger und klimaschonend herstellen zu können,<br />

braucht es Wasserstoff. Umgekehrt braucht es geeignete<br />

Stahlrohre und -bleche, um Wasserstoff transportieren<br />

und speichern zu können. Beides können wir<br />

und werden unseren Beitrag dazu leisten: Die Salzgitter<br />

AG mit ihrem Transformationsprogramm SALCOS ®<br />

(Salzgitter Low CO 2 -Steelmaking) als Vorreiter in der<br />

Herstellung besonders nachhaltiger Stähle. Und die<br />

Salzgitter Mannesmann Forschung, indem wir geeignete<br />

Produkte für die aufkommende Wasserstoffwirtschaft<br />

entwickeln und qualifizieren. Die Mannesmann<br />

H2ready-Rohre finden in der Wasserstoffwirtschaft<br />

schon heute ein breites Einsatzfeld.“<br />

Oberbürgermeister Sören Link betonte: „Duisburg ist<br />

auf dem Weg zur Wasserstoff-Hauptstadt. Das neue<br />

Laborgebäude H2SteeLab der Salzgitter Mannesmann<br />

Forschung ist ein weiterer wichtiger Baustein für die<br />

Erforschung der neuen Wasserstofftechnologie und<br />

zeigt, dass Duisburg zum Mittelpunkt für die ersten<br />

Anwendungen der neuen Technik wird.“<br />

Wasserstoff-Forschung sichert Arbeitsplätze<br />

„Es gibt noch einen weiteren sehr positiven Effekt:<br />

Ich bin überzeugt davon, dass wir hierzulande nur<br />

mit klimafreundlicher Stahlherstellung unsere eigenen<br />

Arbeitsplätze langfristig erhalten können und<br />

letztlich auch die vielen Wertschöpfungsketten, für<br />

die Stahl als vielseitigster und wichtigster industrieller<br />

Konstruktionswerkstoff die Basis bildet. Wie<br />

wertvoll es sein kann, bedeutende Wertschöpfungsketten<br />

im eigenen Lande zu halten und möglichst<br />

unabhängig von anderen zu sein, lernen wir alle ja<br />

gerade jetzt sehr schmerzhaft“, ergänzte Dr. Matthias<br />

Frommert, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der<br />

SZMF.<br />

„Die Inbetriebnahme ist bis Sommer 2023 geplant.<br />

Prüfungen unter Druckwasserstoff stellen technisch<br />

eine besonders hohe Herausforderung dar. Europa- und<br />

weltweit bieten solche Untersuchungen bisher nur eine<br />

Handvoll Labore an“, erläuterte Dr. Juliane Mentz, verantwortlich<br />

für die Werkstofftechnik der SZMF in Duisburg.<br />

2<br />

28 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Benteler<br />

US-Rohrwerk verkauft<br />

Die Benteler-Gruppe wird das<br />

Stahlrohrwerk in Shreveport, USA, an<br />

Tenaris verkaufen. Der Verkauf steht<br />

unter dem Vorbehalt der behördlichen<br />

Genehmigungen und wird voraussichtlich<br />

bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Tenaris<br />

ist ein weltweit agierender Hersteller<br />

und Lieferant von Stahlrohrprodukten<br />

und zugehörigen Dienstleistungen.<br />

Das Werk Shrevenport zählt zu den<br />

modernsten und effizientesten Stahlrohrwerken<br />

Nordamerikas. Die Entscheidung<br />

unterstütze die Strategie der Benteler-Gruppe,<br />

die auf profitables Wachstum<br />

und finanzielle Resilienz ausgerichtet sei.<br />

Vor dem Hintergrund der sich verändernden<br />

Rahmenbedingungen für den Handel,<br />

der erheblichen Auswirkungen der<br />

Covid-19-Pandemie und des Ukrainekrieges<br />

sowie der steigenden Marktvolatilität<br />

ist es für Unternehmen entscheidend,<br />

eine deutlich höhere finanzielle Stabilität<br />

zu gewährleisten.<br />

Outokumpu<br />

Marcegaglia erwirbt Geschäftsbereich<br />

Langprodukte<br />

Outokumpu hat eine Vereinbarung<br />

über die Veräußerung des Geschäftsbereichs<br />

Langprodukte an die Marcegaglia<br />

Steel Group unterzeichnet. Outokumpu<br />

werde sich auf sein Kerngeschäft mit<br />

rostfreien Flachstahlprodukten konzentrieren.<br />

Der Gesamtpreis beläuft sich dem<br />

finnischen Stahlkonzern zufolge auf 228<br />

Mio. €. Der Umsatz des Geschäftsbereichs<br />

machte 2021 etwa 8 % des<br />

Gesamtumsatzes der Outokumpu-Gruppe<br />

aus. Die Transaktion umfasst die<br />

Schmelz-, Walzdraht- und Stabstahlbetriebe<br />

von Long Products in Sheffield<br />

(Großbritannien), den Stabstahlbetrieb in<br />

Richburg (USA) und das Walzdrahtwerk in<br />

Fagersta (Schweden). Ausgenommen von<br />

der Transaktion sind die Betriebe von<br />

Outokumpu Long Products AB in Degerfors<br />

und Storfors, Schweden. Die Veräußerung<br />

soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen<br />

werden.<br />

Bild: Tata Steel<br />

Tata Steel Nederland hat Zeremis Carbon Lite auf den Markt gebracht.<br />

Zeremis Carbon Lite reduziert Carbon Footprint<br />

Tata Steel führt CO 2 -armen Stahl ein<br />

Tata Steel Nederland hat Zeremis Carbon Lite auf den Markt gebracht, ein Stahl mit<br />

einem um bis zu 100 % reduzierten CO 2 -Fußabdruck. Mit Zeremis Carbon Lite erfülle das<br />

Unternehmen die wachsende Nachfrage nach CO 2 -armem Stahl, zum Beispiel in verbrauchernahen<br />

Branchen wie der Automobil-, Verpackungs- und Weißwarenindustrie, aber auch<br />

in der Bauindustrie und im Maschinenbau. Tata Steel könne jährlich mindestens 200.000 t<br />

dieser Güte liefern. Weitere grüne Stahlerzeugnisse sollen in naher Zukunft folgen.<br />

Das erste Angebot von Zeremis Carbon Lite beinhaltet eine 30%ige Reduzierung der<br />

CO 2 -Intensität im Vergleich zum europäischen Durchschnitt für Stahlprodukte. Wenn<br />

Kunden höhere CO 2 -Reduktionsziele haben, können zusätzliche CO 2 -Reduktionszertifikate<br />

zugeteilt werden, um sicherzustellen, dass diese Ziele, darunter auch CO 2 -neutrale Ziele,<br />

erreicht werden. Die geringere CO 2 -Intensität basiert auf den CO 2 -Einsparungen, die Tata<br />

Steel Nederland seit 2018 erzielt hat und von der unabhängigen Zertifizierungsstelle DNV<br />

bescheinigt wurde.<br />

www.tatasteeleurope.com<br />

2 Mrd. € für klimaneutrale Stahlproduktion in Frankreich<br />

Industriekonsortium stellt GravitHy vor<br />

Ein globales Konsortium hat Ende<br />

Juni einen neuen Stahlproduzenten vorgestellt:<br />

GravitHy. Das in Frankreich angesiedelten<br />

Unternehmen werde ein künftiger<br />

Marktführer für grünen Stahl werden, hieß<br />

es in einer Mitteilung dazu. Das Konsortium<br />

hinter dem neuen Unternehmen besteht<br />

aus Engie New Ventures, Plug Power, Forvia,<br />

Groupe Idec und Primetals Technologies<br />

als Partner des Konsortiums sowie<br />

dem Spezialisten für nachhaltige Energie<br />

EIT InnoEnergy, der vom Europäischen Institut<br />

für Innovation und Technologie (eine<br />

Einrichtung der Europäischen Union) unterstützt<br />

wird.<br />

Das neu gegründete Eisen- und Stahlunternehmen<br />

werde vollständig nachhaltig<br />

arbeiten und die wachsende Nachfrage<br />

nach kohlenstoffneutralem Stahl befriedigen.<br />

Damit leiste es zugleich einen Beitrag<br />

zu den Zielen des europäischen „Fit for<br />

55“-Pakets zur Dekarbonisierung der Industrie.<br />

Das Projekt, das Anfangsinvestitionen<br />

in Höhe von 2,2 Mrd. € mobilisiert, wird<br />

sein erstes Werk in der Region Fos-sur-Mer<br />

in Südfrankreich errichten. Der Bau soll<br />

im Jahr 2024 beginnen. Das Werk soll bis<br />

2027 die Produktion vollständig aufnehmen.<br />

GravitHy strebt ein jährliches Produktionsvolumen<br />

von 2 Mio. t direktreduziertem<br />

Eisen (DRI) an. Dabei sollen mehr als<br />

3.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in<br />

der Region entstehen.<br />

www.gravithy.eu<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

29


Stahlproduktion<br />

Bericht/Nachricht<br />

Bild: ArcelorMittal<br />

Projekt mit RWE: Offshore-Windparks und Wasserstoff-Elektrolyseure<br />

ArcelorMittal forciert Umstieg auf grüne Energie<br />

Das Energieunternehmen RWE und der Stahlhersteller ArcelorMittal haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um<br />

bei der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Offshore-Windparks und Wasserstoffanlagen zusammenzuarbeiten,<br />

die die für die Produktion von emissionsarmem Stahl in Deutschland erforderliche erneuerbare Energie und grünen<br />

Wasserstoff liefern sollen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die Produktion von CO 2 neutralem Stahl voranzutreiben.<br />

Dabei ist geplant, Kohle durch Windenergie zu ersetzen und grünen Wasserstoff als Hauptenergiequelle für die<br />

Stahlproduktion in den Stahlwerken von ArcelorMittal in Deutschland zu etablieren.<br />

[Kontakt]<br />

ArcelorMittal Germany<br />

Holding GmbH<br />

Dradenaustr. 33<br />

21129 Hamburg<br />

http://germany.<br />

arcelormittal.com<br />

Um seine Produktionsstätten<br />

in Bremen, Hamburg, Eisenhüttenstadt<br />

und Duisburg wie geplant zu<br />

dekarbonisieren, benötigt Arcelor-<br />

Mittal Deutschland erneuerbare<br />

Energien in großem Umfang. Daher<br />

prüfen RWE und ArcelorMittal Optionen<br />

für eine gemeinsame Beteiligung<br />

an Ausschreibungen für<br />

Offshore-Windpark-Standorte in<br />

der Nordsee. Entscheidend für den<br />

Erfolg ist dabei die derzeit laufende<br />

Novellierung des „Windenergie-auf-See-Gesetzes“<br />

(WindSeeG),<br />

die die Kostenstruktur im deutschen<br />

Offshore-Windsektor nachhaltig<br />

prägen wird, teilte der Stahlkonzern<br />

mit.<br />

Würde das Gesetz bei Offshore-<br />

Windausschreibungen „negative<br />

Gebote“ einführen, würde die<br />

Finanzierung von Windparks<br />

erschwert, so der Konzern weiter.<br />

Bei negativen Gebot bietet der<br />

Windparkbetreiber einen Preis für<br />

den künftig erzeugten Strom,<br />

bekommt aber im Gegenzug eine<br />

Garantie für eine bestimmte Abnahmedauer.<br />

Sollten negative Gebote<br />

ermöglicht werden, würde Windstrom<br />

unnötig verteuert, wodurch<br />

falsche Preissignale an den Markt<br />

gesendet würden, so der Stahlkonzern.<br />

Wettbewerbsfähige Strompreise<br />

seien absolut notwendig,<br />

wenn energieintensive Industrien<br />

wie die Stahlindustrie, die im globalen<br />

Wettbewerb steht, eine<br />

Zukunft in Deutschland haben sollen.<br />

RWE und ArcelorMittal seien<br />

dabei der festen Überzeugung, dass<br />

grüner Stahl aus Deutschland mit<br />

der richtigen Lenkung weltweit<br />

zum Maßstab für kohlenstoffarme<br />

Stahlproduktion werden kann.<br />

Standorte für<br />

Elektrolysateure gesucht<br />

RWE und ArcelorMittal wollen auch<br />

bei der Entwicklung von grünem<br />

Wasserstoff zusammenarbeiten:<br />

Gemeinsam wollen die Unternehmen<br />

nach Flächen suchen, auf<br />

denen Elektrolyseanlagen zur Versorgung<br />

der Stahlproduktionsstandorte<br />

in Bremen und Eisenhüttenstadt<br />

gebaut werden können. Bis<br />

2026 soll zunächst eine 70-MW-Pilotanlage<br />

errichtet werden. Langfristig<br />

beabsichtigen die Unterneh-<br />

30 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


INFO Langfristige Strategie für CO 2 -Neutralität<br />

Als weltweit größter Stahlproduzent verfolgt ArcelorMittal ehrgeizige<br />

Klimaschutzziele – darunter das Ziel, seine CO 2 -Emissionen in Europa<br />

bis 2030 um 35 % zu reduzieren (im Bild das Werk Bremen). Konzernweit<br />

will ArcelorMittal bis 2050 kohlenstoffneutral sein. Bis 2030 will das<br />

Unternehmen dieses Ziel in Deutschland übertreffen, indem es von der<br />

CO 2 -intensiven Hochofentechnologie auf Elektrolichtbogenöfen (EAFs) und<br />

Direktreduktionsanlagen (DRI) umsteigt. Außerdem ist geplant, Erdgas<br />

schrittweise durch grünen Wasserstoff als Brennstoff für diese Anlagen zu<br />

ersetzen, sobald dieser in großem Maßstab wettbewerbsfähig ist.<br />

men, ihre Zusammenarbeit auf<br />

Projekte bis in den Gigawatt-Bereich<br />

zu erweitern vorbehaltlich der<br />

Genehmigung öffentlicher Mittel.<br />

Mit der Kombination von RWEs<br />

Expertise in Offshore-Windparks<br />

und Elektrolyseuren und Arcelor-<br />

Mittal als garantiertem Abnehmer<br />

des grünen Stroms und Wasserstoffs<br />

sehen die beiden Unternehmen<br />

hervorragende Chancen für<br />

eine tragfähige Partnerschaft. RWE<br />

und ArcelorMittal beabsichtigen,<br />

langfristige Abnahmeverträge für<br />

Windstrom sowie für grünen Wasserstoff<br />

abzuschließen.<br />

Grüne Energie – Markenzeichen<br />

für deutsche Industrie<br />

Sven Utermöhlen, CEO Offshore<br />

Wind, RWE Renewables: „Strom aus<br />

erneuerbaren Energien und grüner<br />

Wasserstoff müssen zum Markenzeichen<br />

der industriellen Produktion<br />

in Deutschland werden. Die<br />

Industrie braucht beides so schnell<br />

wie möglich in großen Mengen, um<br />

ihre Klimaziele zu erreichen.<br />

Darum planen wir gemeinsam mit<br />

ArcelorMittal eines der ambitioniertesten<br />

Ausbauprojekte für Offshore-Windparks<br />

und Elektrolyseure<br />

in Deutschland. Wenn der regulatorische<br />

Rahmen stimmt, wollen<br />

wir gemeinsam bei der Ausschreibung<br />

von Offshore-Flächen erfolgreich<br />

sein. ArcelorMittal ist ein<br />

exzellenter Partner, um unsere<br />

Industriekooperation auszubauen<br />

und damit Dekarbonisierungsprojekten<br />

in Deutschland einen echten<br />

Schub zu geben.“<br />

Reiner Blaschek, CEO Arcelor-<br />

Mittal Deutschland, kommentiert:<br />

„ArcelorMittal Germany leitet einen<br />

radikalen Wandel ein, um sicherzustellen,<br />

dass wir unsere Ziele zur<br />

Verringerung der CO 2 -Emissionen<br />

erreichen. Das bedeutet, dass wir<br />

saubere Energie für die Stahlherstellung<br />

benötigen. Die Partnerschaft,<br />

die wir mit RWE bekannt gegeben<br />

haben, ist aus mehreren Gründen<br />

von Bedeutung: Sie wird uns mit<br />

erneuerbarem, erschwinglichem<br />

Strom und grünem Wasserstoff versorgen,<br />

die wir benötigen, um emissionsarmen<br />

Stahl zu produzieren<br />

und gleichzeitig auf einem globalen<br />

Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.<br />

Darüber hinaus bietet sie durch die<br />

Integration der Energie und Wasserstoffversorgung<br />

in unser Geschäft<br />

entscheidende Sicherheit in der Lieferkette.<br />

Wir freuen uns auf die<br />

Zusammenarbeit mit RWE bei diesem<br />

äußerst wichtigen Projekt und<br />

darauf, von ihrer Erfahrung und<br />

ihrem Know-how zu profitieren,<br />

während wir bei der Dekarbonisierung<br />

der Stahlproduktion in<br />

Deutschland und darüber hinaus<br />

weiterhin führend sein werden.“<br />

Emissionsarmer Stahl hilft<br />

Energie-Lieferkette zu<br />

dekarbonisieren<br />

Neben der Partnerschaft bei erneuerbarem<br />

Strom und grünem Wasserstoff<br />

wollen die Unternehmen<br />

mögliche Verwendungszwecke für<br />

emissionsarmen Stahl von Arcelor-<br />

Mittal in Komponenten für RWEs<br />

Anlagen zur Stromerzeugen aus<br />

Erneuerbaren Energien untersuchen.<br />

RWE will bis 2040 klimaneutral<br />

sein. Um dieses Ziel zu erreichen,<br />

muss der Energiekonzern<br />

seine Lieferkette dekarbonisieren.<br />

Hierzu wird die Verwendung von<br />

emissionsarmem Stahl einen wichtigen<br />

Beitrag leisten. 2<br />

Bild: Swiss Steel<br />

Steeltec-Werk in Emmenbrücke<br />

Swiss Steel setzt auf<br />

Wasserkraft<br />

Die Swiss Steel-Gruppe setzt zur<br />

Produktion ihrer Spezialstähle im Steeltec-Werk<br />

in Emmenbrücke künftig ausschließlich<br />

Strom aus Schweizer Wasserkraft<br />

ein. Dazu wurde eine strategische<br />

Partnerschaft mit der Axpo Holding AG<br />

geschlossen. Das schweizerische Werk,<br />

das ohnehin schon sehr niedrige Emissionswerte<br />

ausweisen kann senkt damit<br />

den CO 2 -Ausstoß weiter.<br />

Da Swiss Steel Stahl ausschließlich auf<br />

der Lichtbogenofenroute herstellt, liegen<br />

die Emissionen der Gruppe rund 78 %<br />

unter dem Branchendurchschnitt. Der<br />

ökologische Fußabdruck des Werkes in<br />

Emmenbrücke ist dabei der geringste<br />

innerhalb der Gruppe. Das Stahlwerk<br />

emittierte 2020 in den Scopes 1 und 2<br />

nur 63 kg CO 2 pro produzierter Tonne<br />

Rohstahl. Dieser Wert steht dem Branchenschnitt<br />

von rund 1.890 kg CO 2 pro<br />

produzierter Tonne Rohstahl gegenüber.<br />

Mit der Umstellung auf Strom aus schweizerischer<br />

Wasserkraft senkt Steeltec<br />

diesen Wert weiter. Kunden profitierten<br />

damit von Walz- und Blankstahlmaterial<br />

„mit einem herausragenden ökologischen<br />

Nutzenversprechen, das ihnen erlaubt<br />

ihren Upstream Fußabdruck merklich zu<br />

verringern“, so das Unternehmen.<br />

Im Rahmen des Liefervertrages versorgt<br />

Axpo das Werk in Emmenbrücke bis 2024<br />

mit zertifiziertem Strom aus Wasserkraftwerken,<br />

die zum Schweizer Kraftwerkspark<br />

von Axpo gehören.<br />

www.swisssteelgroup.com<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

31


XXXXXXXXXX<br />

Stahlproduktion<br />

XXXXX Nachrichten A XXXXX<br />

ArcelorMittal setzt die Stahlspundbohlen der<br />

EcoSheetPile Plus-Reihe bereits erfolgreich in<br />

mehreren europäischen Großprojekten ein, zum<br />

Beispiel beim Bau eines neuen Fischerei-Terminals<br />

im Hafen von Egersund, Norwegen. Dort<br />

werden 2.200 t geradlinige Spundbohlen des Typs<br />

AS 500 zu großen, kreisrunden Zellenstrukturen<br />

verbaut.<br />

te werden in einem Elektrolichtbogenofen<br />

aus 100 % recyceltem Material und mit<br />

100 % erneuerbarer Energie aus Wind- und<br />

Solarquellen hergestellt.<br />

Bild: Vestbetong AS<br />

EcoSheetPile Plus-Reihe von ArcelorMittal<br />

Grüne Stahlspund-Lösung für die Bauinfrastruktur<br />

ArcelorMittal zeigt auf der Baufachmesse<br />

Bauma vom 24. bis 30. Oktober in<br />

München (Stand: A5-338) eine weitere Produktneuheit<br />

auf dem Weg des Konzerns zur<br />

angestrebten Klimaneutralität bis 2050. Mit<br />

der EcoSheetPile-Plus-Reihe präsentiert<br />

ArcelorMittal Europe – Long Products Stahl-<br />

spundwände mit einem deutlich reduzierten<br />

CO 2 -Fußabdruck.<br />

Die EcoSheetPile Plus-Produktreihe von<br />

Stahlspundwänden ist Teil von ArcelorMittals<br />

Marke XCarb ® , einem recycelten und<br />

erneuerbar hergestellten Stahl. Die Produk-<br />

Zertifiziert durch eine spezielle Umweltproduktdeklaration<br />

(Environmental Product<br />

Declaration, EPD), verursacht die Produktion<br />

der EcoSheetPile Plus-Reihe nur 370<br />

kg CO 2 -eq. pro Tonne Stahl (CO 2 -eq. =<br />

CO 2 -Äquivalent; Einheit, um verschiedene<br />

Treibhausgase vergleichbar zu machen). Im<br />

Vergleich dazu lagen die durchschnittlichen<br />

CO 2 -Emissionen in der weltweiten Stahlindustrie<br />

für alle Produktionswege (konventionell<br />

und elektrisch) im Jahr 2020 bei etwa<br />

1,85 t CO 2 -eq. pro Tonne produzierter Stahlprodukte.<br />

Darüber hinaus ist ein unabhängig<br />

ausgestellter Herkunftsnachweis für den<br />

erneuerbaren Strom enthalten.<br />

http://corporate.arcelormittal.com<br />

Kooperation mit japanischem Graphitelektroden-Hersteller<br />

Salzgitter-Konzern sichert SALCOS ab<br />

Die Showa Denko Carbon mit Hauptsitz<br />

in Japan und der Salzgitter-Konzern<br />

haben einen strategischen Liefervertrag für<br />

die Belieferung von Ultra-Hochleistungs-Graphitelektroden<br />

(UHP) sowie Pfannenofen-Graphitelektroden<br />

(ΩMEGA) beschlossen.<br />

Showa Denko Carbon, die 2017 das<br />

Elektrodengeschäft der SGL Carbon übernommen<br />

hat, liefert somit seit der Inbetriebnahme<br />

des Elektrostahlwerks in Peine im<br />

Jahr 1996 die Hauptmengen an UHP-Graphitelektroden<br />

für die Elektrolichtbogenöfen.<br />

Mit der Umstellung der Metallurgie in Salzgitter<br />

im Rahmen des Programms SALCOS ®<br />

Salzgitter Low CO 2 Steelmaking wird der<br />

Bedarf an Ultra-Hochleistungs-Graphitelektroden<br />

zunehmen. Darüber hinaus hat Showa<br />

Denko mit ΩMEGA eine in Europa hergestellte<br />

Pfannenofenelektrode entwickelt. Dieses<br />

Produkt wird häufig auch von ausländischen<br />

Bild: Salzgitter AG<br />

Lieferanten hergestellt. Der Elektrodenbruch<br />

aus der Fertigung soll zudem im Einklang mit<br />

der Konzernstrategie „Salzgitter AG 2030“<br />

recycelt werden. Die beiden Unternehmen<br />

Strategische Zusammenarbeit<br />

bei Graphitelektroden:<br />

Gunnar<br />

Gröbler, CEO der<br />

Salzgitter AG, und<br />

Makoto Takeda, CEO<br />

von Showa Denko<br />

Carbon, freuen sich<br />

über die Vereinbarung.<br />

wollen ebenso bei Themen der CO 2 -Reduzierung<br />

zusammenarbeiten.<br />

www.salzgitter-ag.com<br />

32 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Montan-Stiftung-Saar stellt „InnovationsCluster 4.0“ vor<br />

Mit exzellenter Forschung zu exzellenten Unternehmen<br />

Die Montan-Stiftung-Saar hat das neu gegründete „InnovationsCluster<br />

4.0“ in Saarbrücken präsentiert – einen Zusammenschluss<br />

der Universität des Saarlandes, der htw saar, dem Deutschen<br />

Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, dem<br />

Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren, dem Leibniz-Institut<br />

für Neue Materialien und dem Zentrum für Mechatronik<br />

und Automatisierungstechnik sowie den Stiftungstöchtern Montan-Innovation-LabSaar<br />

GmbH und Montan-Ventures-Saar GmbH.<br />

Die Montan-Stiftung-Saar fördert über ihre Gesellschaften das Cluster<br />

mit bis zu 10 Mio. € pro Jahr.<br />

„Mit dieser neuartigen Verbindung aus Wissenschaft und Ökonomie<br />

sollen Forschungsergebnisse und Forschungsaufträge in neue Produkte<br />

und in neue Geschäftsmodelle überführt werden. Mit exzellenter<br />

Forschung aus dem Saarland wollen wir neue Unternehmen<br />

im Saarland schaffen“, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums der<br />

Montan-Stiftung-Saar Reinhard Störmer.<br />

Die Montan-Stiftung-Saar wurde 2001 durch die AG der Dillinger<br />

Hüttenwerke und die Saarstahl AG gegründet. Sie ist 100%ige Eigentümerin<br />

der Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA, die wiederum die<br />

Mehrheit an den beiden Unternehmen AG der Dillinger Hüttenwerke<br />

und Saarstahl AG hält.<br />

www.montan-stiftung-saar.com<br />

Rohstahlproduktion<br />

weltweit<br />

Die weltweite Rohstahlproduktion der 64<br />

Länder, die dem Weltstahlverband (worldsteel)<br />

berichten, lag im Juni 2022 bei 158,1<br />

Mio. t, was einem Rückgang von 5,9 %<br />

gegenüber Juni 2021 entspricht. Aufgrund<br />

der anhaltenden Schwierigkeiten, die die<br />

COVID-19-Pandemie mit sich bringt, sind<br />

viele dieser Zahlen des Monats Schätzungen,<br />

die mit der Produktionsaktualisierung<br />

des nächsten Monats revidiert werden<br />

können.<br />

Rohstahlproduktion weltweit Juni 2022<br />

China 90,7 t -3,3 %<br />

Japan 7,4 t -8,1 %<br />

Südkorea 5,6 t -6,0 %<br />

Deutschland 3,2 t -7,0 %<br />

EU 11,8 t -12,2 %<br />

USA 6,9 t -4,2 %<br />

GUS 5,9 t -34,3 %<br />

Russland 5,0 t -22,2 %<br />

Türkei 2,9 t -13,1 %<br />

Juni 2022 in Mio. t Veränderung zum Vorjahreszeitraum in Prozent<br />

Quelle: worldsteel<br />

Rohstahlproduktion<br />

in Deutschland<br />

Die Stahlerzeugung in Deutschland ist weiter<br />

zurückgegangen. Im Juni 2022 wurden knapp<br />

3,2 Mio. t Rohstahl produziert. Dies entspricht<br />

einem Rückgang von 7 % im Vergleich zum<br />

Vorjahresmonat.<br />

Rohstahlproduktion in Deutschland Juni 2022<br />

Rohstahl gesamt 3.193 -7,0 %<br />

Oxygenstahl 2.145 -6,1 %<br />

Elektrostahl 1.048 -8,8 %<br />

Roheisen 1.939 -7,9%<br />

Warmgewalzte Stahlerzeugnisse 2.785 -8,0 %<br />

Quelle: WV Stahl<br />

Juni 2022 in Tsd. t<br />

Veränderung zum Vorjahreszeitraum in Prozent<br />

Produktion nichtrostender<br />

Stähle gefallen<br />

Die World Stainless Association hat die<br />

Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres<br />

2022 veröffentlicht, aus denen hervorgeht,<br />

dass die Schmelzbetriebsproduktion von<br />

rostfreiem Stahl im Vergleich zum Vorjahr<br />

um 3,8 % auf 14,5 Millionen Tonnen zurückging.<br />

Produktion von Edelstahl in 1.000 t im 1. Quartal 2022<br />

Europa 1.860 -2,5<br />

USA 569 -8,8<br />

China 8.011 -8,0<br />

Asien ohne China und Korea 1.956 4,1<br />

Andere 2.053 8,0<br />

Gesamt 14.450 -3,8<br />

1. Quartal 2022 in Tsd. t Veränderung zum Vorjahreszeitraum in Prozent<br />

Quelle: worldstainless<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

33


Stahlverarbeitung<br />

Bericht/Nachrichten<br />

Das Werk von Wuppermann um 1900.<br />

Wuppermann schließt 2021 als erfolgreichstes Geschäftsjahr seit Firmengründung ab<br />

Perfekter Start ins Jubiläumsjahr<br />

Die Wuppermann-Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Alles begann am 30.06.1872 in Düsseldorf. Dort<br />

gründete Heinrich Theodor Wuppermann mit einem einzelnen Puddelofen samt „Luppenschmiede“ das Unternehmen<br />

Wuppermann. 150 Jahre nach Firmengründung ist die Wuppermann-Gruppe einer der größten Hersteller von<br />

feuerverzinktem Warmband in Europa, ein bedeutender Produzent qualitativ hochwertiger Rohre sowie Profile aus Stahl.<br />

„Höchster Korrosionsschutz bei niedrigsten CO 2 -Emissionen“ lautet heute der Anspruch der Wuppermann-Gruppe.<br />

Der Hauptsitz der Unternehmensgruppe befindet<br />

sich in Leverkusen. Dorthin verschlug es den Firmengründer<br />

bereits 1879. Mit dem Tod von Heinrich Theodor<br />

Wuppermann 1907 übernahmen die Söhne die<br />

Geschäfte und Wuppermann wurde zum Familienunternehmen.<br />

Das Unternehmen wuchs mit der Industrialisierung,<br />

zwei Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise<br />

hinterließen Spuren.<br />

Von der Luppenschmiede zum<br />

internationalen Unternehmen<br />

Dennoch, 1972 war aus der kleinen Luppenschmiede<br />

eines der größten Stahlauswalzunternehmen<br />

Westeuropas geworden.<br />

„Die<br />

angestrebte<br />

CO 2 -neutrale Produktion<br />

im Jahr 2025<br />

sehen wir dabei als nächsten<br />

wichtigen Meilenstein in<br />

der Geschichte von Wuppermann.“<br />

Dr. C. L. Theodor Wuppermann,<br />

Aufsichtsratsvorsitzender der<br />

Wuppermann AG<br />

Erst die Stahlkrise Anfang der<br />

1980er-Jahre stoppte zunächst das<br />

Wachstum: Wuppermann musste<br />

sein Walzwerk in Leverkusen<br />

verkaufen. Die Bedingung an den<br />

neuen Besitzer lautete damals,<br />

dass die Arbeitsplätze im Werk<br />

erhalten bleiben sollen. So erhielt<br />

den Zuschlag nicht der Meistbietende,<br />

sondern derjenige, der die Weiterbeschäftigung<br />

in Aussicht stellte. Nach zwei Jahren<br />

wurde das Werk durch den neuen Eigentümer dennoch<br />

geschlossen.<br />

Aus den Unternehmen, die nicht zum Walzwerk<br />

gehörten, entstand die heutige Wuppermann-Gruppe.<br />

Die Gruppe wuchs wieder, unter anderem auch durch<br />

die Gründung neuer Werke in Österreich in den 1980erund<br />

1990er-Jahren, in denen Wuppermann ein neuartiges<br />

Oberflächenveredelungsverfahren für warmgewalzte<br />

Stahlbänder einführte. Es folgten weitere<br />

Werksgründungen in den Niederlanden (2000), in<br />

Polen (2011) und in Ungarn (2017).<br />

Strategie beständiger<br />

Wertschöpfung<br />

„Seit 150 Jahren verfolgt unser<br />

mittelständisch geprägtes Familienunternehmen<br />

eine Strategie<br />

der langfristigen und beständigen<br />

Wertschöpfung. In den letzten<br />

Jahren haben wir uns dabei<br />

vom reinen Stahlverarbeiter hin<br />

zum Innovationsführer im Korrosionsschutz<br />

und zum Vorreiter beim<br />

34 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Timken beliefert weltweit leistungsstärkste Offshore-Windkraftanlage<br />

Fortschrittliche Wälzlager für größere Windkraft-Turbinen<br />

Vor 150 Jahren gründete Heinrich<br />

Theodor Wuppermann die heutige<br />

Wuppermann-Gruppe.<br />

Thema Nachhaltigkeit entwickelt.<br />

Zudem hat Wuppermann das Jahr<br />

2021 als erfolgreichstes Geschäftsjahr<br />

seit Firmengründung abgeschlossen.<br />

Dies war der beste Start<br />

in unser Jubiläumsjahr, den wir uns<br />

wünschen konnten“, erklärt Johannes<br />

Nonn, Vorstandssprecher der<br />

Wuppermann AG.<br />

Dr. C. L. Theodor Wuppermann,<br />

heutiger Aufsichtsratsvorsitzender<br />

der Wuppermann AG, ergänzt: „Wir<br />

blicken in diesem Jahr auf eineinhalb<br />

Jahrhunderte Firmengeschichte<br />

zurück. Ein solch langer Zeitraum ist<br />

geprägt von Veränderungen. Die<br />

grundlegenden Prinzipien, die das<br />

Unternehmen schon seit Gründung<br />

begleiten, sind aber immer dieselben<br />

geblieben. Darunter verstehen wir<br />

einen hohen Qualitätsanspruch an<br />

unsere Produkte, Verantwortungsbewusstsein<br />

gegenüber unseren Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern<br />

sowie langfristiges unternehmerisches<br />

sowie gesellschaftliches Denken.<br />

Wir im Aufsichtsrat und in der<br />

Familie freuen uns auf viele weitere<br />

spannende Unternehmensjahre.“ 2<br />

[Kontakt]<br />

Wuppermann AG<br />

Ottostraße 5<br />

51381 Leverkusen<br />

+49 2171 5000-800<br />

www.wuppermann.com<br />

Bilder: Wuppermann AG<br />

The Timken Company, ein weltweit<br />

operierender Hersteller hochentwickelter<br />

Wälzlager und Produkte für die Antriebstechnik,<br />

ist mit der Entwicklung und Lieferung<br />

der Hauptwellenlager für die Haliade-X<br />

von GE Renewable Energy beauftragt worden<br />

– der leistungsstärksten Windturbine<br />

der Welt. Jede Haliade-X-Turbine ist für eine<br />

Leistung von bis zu 14 MW ausgelegt und<br />

kann bis zu 74 GWh grüner Energie pro Jahr<br />

erzeugen. Laut Unternehmensangaben sind<br />

die ersten Haliade-X-Installationen für 2023<br />

geplant.<br />

„Wir fühlen uns geehrt, zu diesem Meilenstein<br />

der Turbinentechnologie maßgeblich<br />

beitragen zu können, um die Nutzung<br />

von Windenergie auf die nächste Stufe zu<br />

heben“, erläutert Andreas Roellgen, Timken<br />

vice president, Europe, Asia, Africa. „Turbi-<br />

„Umweltschutz muss richtig gemacht werden“<br />

Bette investiert in grünen Stahl<br />

Um die Umstellung auf eine klimaneutrale<br />

Stahlproduktion zu unterstützen<br />

und seinen eigenen CO 2 -Fußabdruck zu verringern,<br />

hat Bette 2021/22 bedeutende<br />

Mengen an CO 2 -neutralem, also grünem<br />

Stahl bezogen und verarbeitet. Denn wie bei<br />

jedem anderen Produkt müssen auch die<br />

ökologischen Auswirkungen von Badelementen<br />

aus glasiertem Titan-Stahl vom<br />

Beginn der Wertschöpfungskette an<br />

betrachtet werden. Bette ist es dabei wichtig,<br />

dass dem grün zertifizierten Stahl konkrete<br />

Projekte zur Reduzierung des<br />

CO 2 -Ausstoßes in den Werken der Stahlproduzenten<br />

zugrunde liegen, denn ein reiner<br />

Zertifikate-Handel wird als nicht zielführend<br />

betrachtet.<br />

„Umweltschutz muss richtig gemacht werden,<br />

mit Alibi-Aktionen helfen wir unserem<br />

Planeten nicht. Deshalb setzen wir bei Bette<br />

in großem Umfang auf grünen Stahl, aus<br />

dem wir bereits mehr als 35.000 Produkte<br />

gefertigt haben“, so Bette-Geschäftsführer<br />

Thilo C. Pahl. Die erste Charge grüner Stahl<br />

ist bereits in die Fertigung der Badewannen,<br />

Duschwannen und Waschtische von<br />

Bette eingeflossen – die grünen Produkte<br />

werden dabei ohne Mehrpreis angeboten.<br />

nenhersteller wie GE verschieben weiterhin<br />

die Grenzen der Leistungsfähigkeit, um<br />

die Optionen für erneuerbare Energien<br />

zu erweitern. Bei dieser Herausforderung<br />

unterstützen wir sie mit technischer Problemlösungskompetenz<br />

aus einer langen<br />

Historie innovativer Entwicklungen.“<br />

Erstmalig hatte Timken mit GE bei einem<br />

Windprojekt zusammengearbeitet, um die<br />

Lager für Haliade 1, den 6 MW-Vorläufer<br />

von Haliade-X, beizusteuern. Wenn noch<br />

im Laufe dieses Jahres der Parc du Banc<br />

de Guérande, ein Offshore-Windpark vor<br />

der französischen Küste, in Betrieb gehen<br />

wird, besteht er aus 80 Haliade-1-Turbinen,<br />

die dann bereits mit Timken Wälzlagern<br />

bestückt sein werden.<br />

www.timken.com<br />

Im Jahr 2021 hat Bette rund 10 %, 2022 rund<br />

40 % seines Stahls als CO 2 -neutralen Stahl<br />

bezogen. Ob das Niveau in den nächsten Jahren<br />

gehalten oder ausgebaut werden kann, hängt von<br />

der Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei<br />

grünem Stahl ab, so das Unternehmen.<br />

Das Unternehmen arbeite permanent<br />

daran, sich in Sachen Ressourcenschonung<br />

zu verbessern. Strom und Wärme gewinnt<br />

der Badspezialist beispielsweise seit vielen<br />

Jahren aus Blockheizkraftwerken und Photovoltaik.<br />

www.my-bette.com<br />

Bild: Bette<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

35


BDS<br />

XXXXX Research A XXXXX<br />

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research<br />

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs weiterhin spürbar<br />

Nach einem durch die Corona-Pandemie samt Lieferengpässen sowie kräftigen Rohstoff- und Materialverteuerungen<br />

geprägten Jahr 2021 rechneten die meisten Marktteilnehmer für 2022 mit etwas berechenbareren Marktverhältnissen.<br />

Weit gefehlt! Seit Ende Februar herrscht in der Ukraine Krieg. Neben unendlichem Leid bei der Bevölkerung hat dies auch<br />

massive Auswirkungen auf die verschiedensten Wirtschaftsbereiche, in großem Maße sind davon auch die Stahlmärkte<br />

betroffen.<br />

Jörg Feger, Bereichsleiter<br />

Research im<br />

Bundesverband<br />

Deutscher Stahlhandel<br />

(BDS), berichtet<br />

zusammenfassend<br />

angesichts der ihm<br />

bis einschließlich<br />

Mai 2022 vorliegenden<br />

Zahlen.<br />

Fragen zur<br />

Statistik<br />

beantwortet im<br />

Bundesverband<br />

Deutscher Stahlhandel<br />

(BDS) Jörg<br />

Feger, Prokurist<br />

und Bereichsleiter<br />

Research:<br />

Feger-BDS@<br />

stahlhandel.com<br />

Foto: privat<br />

Auf den Stahlmärkten herrschte<br />

vor allem im März allergrößte<br />

Verunsicherung hinsichtlich zukünftiger<br />

Verfügbarkeiten und Preisentwicklungen.<br />

In den Folgewochen<br />

haben die Marktteilnehmer immer<br />

besser gelernt, mit den Veränderungen<br />

umzugehen. Dennoch bleiben die<br />

Märkte herausfordernd.<br />

Lagerabsatz<br />

Im Jahr 2021 wurden 10,62 Mio. t<br />

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt.<br />

Das ist ein Plus von 2,7 % gegenüber<br />

dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2019<br />

und den Jahren zuvor fiel der Lagerabsatz<br />

jedoch geringer aus.<br />

Quartoblech, das in den Vorjahren<br />

recht deutliche Mengenverluste verzeichnet<br />

hatte, konnte 2021 zweistellig<br />

zulegen. Betonstahl hingegen verpasste<br />

das zwölfte Plus in Folge und<br />

verfehlte den Lagerabsatz des überaus<br />

starken Vorjahres um knapp 6 %.<br />

Der Start ins Jahr 2022 verlief<br />

noch ohne besondere Vorkommnisse.<br />

Den Kunden der deutschen Stahldistribution<br />

wurden im Januar knapp<br />

858.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse<br />

geliefert. Das sind knapp 6 % weniger<br />

als im Januar des Vorjahres. Der Februar<br />

lag mit 899.000 t 1 % unter der<br />

Tonnage des Vergleichsmonats.<br />

Der Ausbruch des Krieges führte<br />

zu großen Unsicherheiten, auf welchem<br />

Wege und zu welchen Kosten<br />

zukünftig die Materialversorgung<br />

gewährleistet werden könne. Dies<br />

führte zu hohen, teilweise auch über<br />

den aktuellen Bedarf hinausgehenden<br />

Bestellungen der Kunden. Der Lagerabsatz<br />

lag im März bei 1,05 Mio. t.<br />

Zuwächse gab es im Vergleich zum<br />

starken Vorjahresmonat bei fast allen<br />

Produkten. Lediglich bei kaltgewalzten<br />

und oberflächenveredelten Blechen<br />

fiel der Absatz aufgrund der<br />

Schwäche im Automobilsektor geringer<br />

aus. Im April und Mai beruhigte<br />

sich das Marktgeschehen etwas. Im<br />

April lag der Lagerabsatz mit 837.000<br />

t recht deutliche 9 % unter dem Vorjahreswert,<br />

im Mai mit 868.000 t<br />

leicht über der Tonnage des Vorjahresmonats.<br />

Lagerbestand<br />

Nach sehr geringen Lagerbeständen<br />

zum Jahreswechsel 2020/2021 konnten<br />

die Lagermengen in den meisten<br />

Monaten des Jahres 2021 zulegen, so<br />

dass im Spätsommer erstmals wieder<br />

von relativ normalen Bestandsgrößen<br />

gesprochen werden konnte. Im<br />

November und Dezember 2021 kam<br />

es zum saisonal üblichen Bestandsabbau.<br />

Mit 2,07 Mio. t lag der Bestand<br />

im Dezember 2021 um 8,1 % über dem<br />

sehr niedrigen Vorjahresniveau. Zu<br />

Jahresbeginn legten die Bestände bei<br />

allen Produkten zu. Der Zuwachs war<br />

in den meisten Produktgruppen signifikant.<br />

Im März und April nahmen<br />

die Bestände dann etwas ab. Im Mai<br />

legten sie leicht zu und lagen bei 2,24<br />

Mio. t. Das sind 13,7 % mehr als im<br />

Vorjahresmonat.<br />

Lagerreichweite<br />

Aufgrund der sehr niedrigen Lagerbestände<br />

und ordentlichen Absätze<br />

war die Reichweite im gesamten ersten<br />

Halbjahr 2021 sehr niedrig. Ab<br />

dem Spätsommer normalisierte sie<br />

sich und schwankte, mit Ausnahme<br />

des Dezembers, zwischen 2,2 und 2,5<br />

Monaten. Im Jahresdurchschnitt lag<br />

sie bei niedrigen 2,3 Monaten bzw.<br />

69 Tagen. Anfang 2022 legte die<br />

Lagerreichweite aufgrund des<br />

Bestandsaufbaus und des eher unterdurchschnittlichen<br />

Lagerabsatzes zu.<br />

Sie lag im Januar und Februar bei 2,5<br />

Monaten. Dies entspricht 75 Tagen<br />

Im März sank sie aufgrund hoher<br />

Lagerabsätze und leichtem<br />

Bestandsabbau auf 2,1 Monate bzw.<br />

63 Tage. Im April und Mai normalisierte<br />

sich die Reichweite vor allem<br />

aufgrund der weniger starken Lagerabsätze<br />

auf 2,7 und 2,6 Monate. Das<br />

entspricht 81 bzw. 78 Tagen (vgl.<br />

Abbildung 1).<br />

Lagerverkaufspreise<br />

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens<br />

für durchschnittliche<br />

Verkaufspreise im kleinlosigen<br />

Bereich zufolge stiegen die Preise in<br />

den ersten sieben Monaten des Jahres<br />

2021 wie es zuvor selbst im Jahr<br />

2008 nicht erlebt wurde. Dabei fiel<br />

der Anstieg bei Flachprodukten noch<br />

viel deutlicher als bei Langprodukten<br />

aus. Im August kam dieser Preisaufbau<br />

bei den meisten Produkten<br />

zum Stillstand. In den letzten Monaten<br />

des Jahres wurden vor allem bei<br />

Flachprodukten Preisreduzierungen<br />

festgestellt. Langprodukte zeigten<br />

sich vergleichsweise stabiler und<br />

konnten teilweise sogar zulegen. In<br />

den ersten Wochen des Jahres 2022<br />

wurden verstärkt wieder Preisanstiege<br />

wahrgenommen. Nach Ausbruch<br />

des Ukraine-Kriegs Ende Februar<br />

kannten die Preise nur eine<br />

Richtung. Steil nach oben! Im Mai<br />

änderte sich die Lage vor allem bei<br />

Flachprodukten. Hier wurden auch<br />

wieder fallende Preise festgestellt<br />

(vgl. Abbildungen 2 und 3). 2<br />

36 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Lagerabsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution<br />

n Absatzindex (2007 = 100) n Lagerreichweite in Tagen<br />

Abb.1<br />

140<br />

200<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

97<br />

94<br />

90 89 94<br />

105<br />

94<br />

87<br />

91 89 89<br />

84 87 91<br />

86<br />

87<br />

64<br />

84<br />

180<br />

160<br />

140<br />

120<br />

100<br />

80<br />

40<br />

20<br />

0<br />

81 81 72 69 72<br />

Ø<br />

2018<br />

Ø<br />

2019<br />

Ø<br />

2020<br />

Ø<br />

2021<br />

Ø<br />

2022<br />

69 60 66 75 72 75 72 99 75 75 63 81 78<br />

Mai<br />

2021<br />

Juni<br />

2021<br />

Juli<br />

2021<br />

Aug.<br />

2021<br />

Sep.<br />

2021<br />

Okt.<br />

2021<br />

Nov.<br />

2021<br />

Dez.<br />

2021<br />

Jan.<br />

2022<br />

Feb.<br />

2022<br />

März<br />

2022<br />

April<br />

2022<br />

Mai<br />

2022<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

350<br />

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2<br />

Index (Januar 2010 = 100)<br />

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten<br />

350<br />

300<br />

300<br />

250<br />

250<br />

200<br />

200<br />

150<br />

150<br />

100<br />

100<br />

|<br />

2010<br />

|<br />

2011<br />

|<br />

2012<br />

|<br />

2013<br />

|<br />

2014<br />

|<br />

2015<br />

|<br />

2016<br />

|<br />

2017<br />

|<br />

2018<br />

|<br />

2019<br />

|<br />

2020<br />

|<br />

2021<br />

|<br />

2022<br />

500<br />

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3<br />

Index (Januar 2010 = 100)<br />

500<br />

400<br />

400<br />

300<br />

300<br />

200<br />

200<br />

100<br />

100<br />

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr<br />

Quelle: BDS<br />

0<br />

0|<br />

2010<br />

|<br />

2011<br />

|<br />

2012<br />

|<br />

2013<br />

|<br />

2014<br />

|<br />

2015<br />

|<br />

2016<br />

|<br />

2017<br />

|<br />

2018<br />

|<br />

2019<br />

|<br />

2020<br />

|<br />

2021<br />

|<br />

2022<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

37


Lagerabsatz 2003, 2020 und 2021<br />

aben in Millionen Tonnen<br />

ppenanalyse 2021<br />

BDS Research – Abnehmergruppenanalyse 2021<br />

Die große<br />

,10<br />

0,9<br />

1,45<br />

1,26<br />

0,98<br />

2,23<br />

Abnehmergruppen-<br />

Analyse 2021<br />

1,02<br />

1,41<br />

2,86<br />

0,47<br />

0,92<br />

1,09 1,17<br />

0,83<br />

Mengenzuwächse bei Walzstahlfertigerzeugnissen und Rohren,<br />

leichte Rückgänge bei Rohrverbindungen<br />

1,01<br />

1,34<br />

0,93<br />

2003 2021<br />

1,04<br />

14,7<br />

2020<br />

0,95 1,11<br />

11,1<br />

10,0 9,8<br />

9,1<br />

27,7<br />

8,9<br />

2020<br />

9,6 9,5<br />

13,7<br />

11,3<br />

10,5<br />

8,0<br />

28,3<br />

2021<br />

8,8<br />

n Träger n Stabstahl n Betonstahl n Quartoblech<br />

n Bandblech n Feinblech n OV-Material n Sonstiges<br />

12,6<br />

11,8<br />

10,4<br />

9,0<br />

38 <strong>Stahlreport</strong><br />

7/8|22


Wie jedes Jahr im Sommer halten wir Rückschau auf die Geschäftsentwicklungen<br />

des Stahlhandels im vergangenen Jahr. Dabei wird zuerst auf den<br />

Geschäftsverlauf bei der Summe aller Walzstahlfertigerzeugnisse geschaut,<br />

bevor die einzelnen Produkte detailliert analysiert werden.<br />

1,26<br />

Basis der folgenden Auswertungen<br />

sind die Meldungen zur<br />

Stahlhandelsstatistik Deutschland,<br />

die seit Anfang 2010 exklusiv vom<br />

BDS herausgegeben wird. Der nahezu<br />

identische Kreis der beteiligten<br />

Unternehmen und zusätzliche<br />

Berechnungsmethoden ermöglichen<br />

hierbei eine absolute Vergleichbarkeit<br />

mit den Zahlen, die<br />

bis Ende 2009 vom Statistischen<br />

Bundesamt erhoben wurden.<br />

Als Ergebnis kann festgehalten<br />

werden, dass die Lagerabsätze des<br />

Stahlhandels in den Jahren 2010<br />

und 2011 zugelegt und dann 2012<br />

und 2013 wieder nachgegeben<br />

haben. In 2014 konnte ein leichtes<br />

Absatzplus verzeichnet werden.<br />

2015 waren die Mengen dann wieder<br />

rückläufig. 2016 konnte sich der<br />

3,01<br />

Abb. 2<br />

Lagerabsatz bei Walzstahlfertigerzeugnissen<br />

etwas erholen, bei Rohren<br />

und Rohrverbindungen wurden<br />

leichte Rückgänge festgestellt. 2017<br />

konnte sich der positive Trend bei<br />

Walzstahlfertigerzeugnissen fortsetzen,<br />

auch der Absatz von Rohren<br />

war leicht aufwärtsgerichtet. Bei<br />

Rohrverbindungen wurde hingegen<br />

deutlich weniger Menge als in<br />

den Vorjahren abgesetzt. 2018<br />

konnten alle Produktgruppen zulegen.<br />

Dieser Trend hat sich 2019 wieder<br />

umgekehrt. Sowohl bei Walzstahlfertigerzeugnissen<br />

als auch<br />

bei Rohren und Rohrverbindungen<br />

lag der Absatz unter dem Vorjahresniveau.<br />

Diese Tendenz setzte<br />

sich, vor allem aufgrund des ersten<br />

Corona-Lockdowns, im Jahr 2020<br />

fort. 2021 hingegen konnte der<br />

Jörg Feger, Bereichsleiter Research im Bundesverband<br />

Deutscher Stahlhandel (BDS)<br />

Lagerabsatz bei Walzstahlfertigerzeugnissen<br />

und Rohren zulegen.<br />

Leicht rückläufig waren die Mengen<br />

bei Rohrverbindungen.<br />

1,02<br />

Walzstahlfertigerzeugnisse<br />

Im Jahr 2021 wurden von der deutschen<br />

Stahldistribution 10,6<br />

Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse<br />

abgesetzt. Dies ist ein Plus von<br />

2,7 % im Vergleich zum Vorjahr.<br />

Vor allem das zweite Quartal 2021<br />

konnte gegenüber dem vom ersten<br />

Lockdown geprägten Vorjahresquartal<br />

signifikante Mengenzuwächse<br />

verbuchen. Das erste und<br />

dritte Quartal lagen auf Vorjahresniveau,<br />

das Schlussquartal<br />

darunter. Der absatzstärkste<br />

Monat war der März. Mit 1,07<br />

Mio. t wurden knapp 8 % mehr im<br />

Vergleich zum Vorjahresmonat<br />

abgesetzt.<br />

Zum Jahreswechsel 2021/22<br />

wurden von der deutschen Stahldistribution<br />

2,07 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse<br />

bevorratet. Dies<br />

sind 8,1 % mehr im Vergleich zu<br />

dem sehr niedrigen Wert ein Jahr<br />

zuvor.<br />

Bis einschließlich August 2021<br />

lagen die Bestände unter Vorjahresniveau,<br />

ab September wurden höhere<br />

Lagerbestände als im Jahr zuvor<br />

Lagerabsatz und -Bestand Walzstahlfertigerzeugnisse Abb. 1<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

12<br />

10<br />

8<br />

6<br />

4<br />

2<br />

0<br />

9,8<br />

2,0<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

n Absatz<br />

10,8<br />

2,2<br />

n Bestand<br />

11,0<br />

gemeldet. Der Jahreshöchstbestand<br />

wurde erst spät und zwar im Oktober<br />

erreicht. Er lag bei 2,18 Mio. t<br />

(Abb. 1).<br />

2,1<br />

11,2<br />

2,2<br />

10,7<br />

2,0<br />

10,3<br />

q<br />

1,9<br />

10,6<br />

2,1<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

39


BDS Research – Abnehmergruppenanalyse 2021<br />

Vergleich Lagerabsatz 2003, 2020 und 2021 Abb. 2<br />

Angaben in Millionen Tonnen<br />

3,0<br />

2,86<br />

3,01<br />

2,5<br />

2,0<br />

2,23<br />

1,5<br />

1,0<br />

1,45<br />

1,10<br />

0,9<br />

1,45<br />

0,98<br />

1,26<br />

1,02<br />

1,41<br />

1,09 1,17<br />

0,92<br />

0,83<br />

1,04<br />

1,01<br />

1,34<br />

1,26<br />

1,11<br />

0,93 0,95<br />

1,02<br />

0,5<br />

0,47<br />

0<br />

2003 2020<br />

2021<br />

Angaben in Prozent<br />

4,8<br />

14,7<br />

10,0 9,8<br />

9,6 9,5<br />

22,7<br />

8,9<br />

8,8<br />

2003<br />

11,1<br />

27,7<br />

2020<br />

13,7<br />

28,3<br />

2021<br />

12,6<br />

12,9<br />

10,0<br />

14,8<br />

9,1<br />

11,3<br />

10,5<br />

8,0<br />

11,8<br />

10,4<br />

9,0<br />

n Träger n Stabstahl n Betonstahl n Quartoblech n Bandblech n Feinblech n OV-Material n Sonstiges<br />

Bei den einzelnen Produkten konnten<br />

Stabstahl und vor allem die<br />

Flachprodukte Zuwächse beim<br />

Regionale Absatzverteilung Walzstahlfertigerzeugnisse 2021 Abb. 3<br />

Angaben in Prozent<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

Hessen,<br />

Rheinland-<br />

Pfalz, Saarland<br />

Bayern<br />

18,35<br />

9,15<br />

9,99<br />

0,83 Berlin/Brandenburg<br />

2015<br />

3,49 Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

6,29<br />

4,60<br />

47,31<br />

Lagerabsatz verzeichnen. Am deutlichsten<br />

fiel der Anstieg mit 14,8 %<br />

bei Quartoblech aus (Abb. 2).<br />

Bremen/Niedersachsen<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/<br />

Thüringen<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Bei der Verteilung des Lagerabsatzes<br />

nach Bundesländergruppen ragt historisch<br />

die Bedeutung Nordrhein-Westfalens<br />

heraus. Rund 47 %<br />

der Lagerabgänge fanden an Standorten<br />

des einwohnerstärksten deutschen<br />

Bundeslandes statt. Dies bedeutet<br />

jedoch nicht, dass jede einzelne<br />

Tonne hiervon auch in Nordrhein-Westfalen<br />

verarbeitet wurde.<br />

Vielmehr ist der hohe Anteil durch die<br />

Tatsache begründet, dass in der Region<br />

Rhein-Ruhr überdurchschnittlich<br />

viele Zentralläger und Stahl-Service-Center<br />

ansässig sind, die ebenso<br />

Verbraucher außerhalb der Landesgrenzen<br />

bedienen und im Händler-Händler-Geschäft<br />

eine bedeutende<br />

Rolle spielen. Mit deutlichem Abstand<br />

folgen Baden-Württemberg mit gut<br />

18 % und Bayern mit 10 %. Im Vergleich<br />

zu den Vorjahren hat es hier<br />

kaum Veränderungen gegeben<br />

(Abb. 3).<br />

40 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Anteile der Verbrauchergruppen bei Walzstahlfertigerzeugnissen in Prozent Abb. 4<br />

0,30<br />

0,30<br />

0,25<br />

0,24<br />

0,20<br />

0,15<br />

0,10<br />

0,20<br />

0,15<br />

0,12<br />

0,08<br />

0,15<br />

0,17<br />

0,15 0,14<br />

0,11<br />

0,20<br />

0,21<br />

0,20<br />

0,18<br />

0,15<br />

0,14<br />

0,12<br />

0,20 0,20<br />

0,19<br />

0,16<br />

0,16<br />

0,09<br />

0,05<br />

0<br />

1998 2003 2020 2021<br />

n Stahlbau n Maschinenbau n Fahrzeugbau n EBM n Bauwirtschaft n Sonstiges<br />

q<br />

Betrachtet man die Anteile nach<br />

Kundengruppen, stellt man fest,<br />

dass auch hier im Vergleich zu 2020<br />

wenige Veränderungen stattgefunden<br />

haben. Die Bauindustrie sowie<br />

der Fahrzeugbau und seine Zulieferer<br />

haben mit einem Lieferanteil von<br />

jeweils 20 % den größten Anteil an<br />

der Stahlverwendung. Knapp dahinter<br />

liegt der Stahlbau mit 19 %. Es<br />

folgt der Maschinenbau mit 16 %.<br />

Die Eisen, Blech, und Metall verarbeitende<br />

Industrie kommt auf einen<br />

Lieferanteil von 9 %. Im langjährigen<br />

Vergleich stellt man fest, dass die<br />

Bauwirtschaft und der Stahlbau<br />

trotz der jüngsten Entwicklungen<br />

an Menge eingebüßt haben und insbesondere<br />

der Fahrzeugbau mit seinen<br />

Zulieferern ihre prozentualen<br />

Anteile steigern konnten (Abb. 4).<br />

q


BDS Research – Abnehmergruppenanalyse 2021<br />

Lagerabsatz und -bestand Formstahl und Breitflanschträger Abb. 5<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,50<br />

1,25<br />

1,00<br />

0,75<br />

0,50<br />

0,25<br />

0<br />

1,45<br />

0,31<br />

n Absatz<br />

n Bestand<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 6<br />

Formstahl und Breitflanschträger 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

1,09<br />

Bayern<br />

21,94<br />

0,17<br />

10,08<br />

1,07<br />

0,17<br />

2,03<br />

6,75<br />

1,09<br />

0,17<br />

4,97<br />

1,03<br />

0,17<br />

1,02<br />

0,17<br />

1,01<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

Berlin/Brandenburg<br />

9,21<br />

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

Bremen/Niedersachsen<br />

0,16<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen<br />

q Formstahl und<br />

Breitflanschträger<br />

Im vergangenen Jahr wurden bei<br />

der Produktgruppe Formstahl/<br />

Breitflanschträger 1,01 Mio. t abgesetzt.<br />

Das ist ein leichtes Minus von<br />

0,6 % gegenüber 2020. Auch im Vergleich<br />

zu früheren Jahren ist das<br />

2021 erzielte Volumen niedrig. Es<br />

ist davon auszugehen, dass größere<br />

Mengen aus im Ausland ansässigen<br />

Lägern den deutschen Markt versorgt<br />

haben. Diese Lieferungen fließen<br />

nicht in die deutsche Lagerstatistik<br />

ein. Ebenfalls kann<br />

angenommen werden, dass verstärkt<br />

zu Konstruktionen verarbeitete<br />

Träger die Anarbeitungsbetriebe<br />

von lagerhaltenden Händlern<br />

verlassen. Diese Volumina werden<br />

ebenfalls nicht in die Stahlhandelsstatistik<br />

gemeldet.<br />

Seit 2011 bewegen sich die<br />

Lagerbestände bei Trägern auf<br />

einem niedrigen Niveau. Zum<br />

Stichtag 31. Dezember 2021 wurden<br />

bundesweit 161.155 t Lagerbestand<br />

gemeldet. Dies sind 5,3 %<br />

weniger als Ende Dezember 2020<br />

(Abb. 5).<br />

Hessen,<br />

Rheinland-Pfalz,<br />

Saarland<br />

8,69<br />

36,32<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Über ein Drittel des Lagerabsatzes<br />

dieser Produktgruppe findet in<br />

Nordrhein-Westfalen statt, mengenmäßig<br />

folgt Baden-Württemberg<br />

mit 22 % vor Bayern mit 10 %<br />

(Abb. 6).<br />

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 7<br />

Formstahl und Breitflanschträger 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Sonstiges<br />

14,10<br />

Laut der BDS-Jahresmeldung entfielen<br />

beim Lagerabsatz von Trägern<br />

im Jahr 2021 rund 58 % auf die<br />

Abnehmergruppe Stahlbau. 10 %<br />

der Lieferungen richteten sich an<br />

den Maschinenbau (Abb. 7).<br />

Bauwirtschaft<br />

9,25<br />

EBM 6,17 58,44 Stahlbau<br />

1,76<br />

Fahrzeugbau<br />

Maschinenbau 10,28<br />

42 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Stabstahl<br />

Nach Zuwächsen in den Jahren<br />

2010 bis 2012 war der Lagerabsatz<br />

von Stabstahl in den Jahren 2013<br />

bis 2020 rückläufig. Dieser Trend<br />

setzte sich 2021 nicht fort. Der<br />

Absatz konnte leicht gesteigert werden.<br />

Er legte um 1 % auf 933.000 t<br />

zu.<br />

Der Lagerbestand erreichte im<br />

Juli mit 344.000 t seinen Höchststand.<br />

Ab September erfolgte ein<br />

Bestandsabbau. Ende Dezember<br />

2021 wurden 307.519 t gemeldet.<br />

Dies sind 1,3 % mehr als der sehr<br />

niedrige Wert im Dezember 2020<br />

(Abb. 8).<br />

Lagerabsatz und -bestand Stabstahl Abb. 8<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,50<br />

1,25<br />

1,09<br />

1,15 1,13<br />

1,10<br />

1,00<br />

0,75<br />

0,98<br />

0,92 0,93<br />

0,50<br />

0,44 0,40 0,43<br />

0,37<br />

0,32<br />

0,30 0,31<br />

0,25<br />

0<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

n Absatz n Bestand<br />

Auch beim Stabstahl wird die wichtige<br />

Bedeutung der Stahlhandelsläger<br />

in Nordrhein-Westfalen deutlich.<br />

Knapp 43 % aller Lieferungen<br />

stammen aus Lägern des einwohnerstärksten<br />

Bundeslandes. Es folgt<br />

Baden-Württemberg mit 24 %<br />

(Abb. 9).<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 9<br />

Stabstahl 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

Bayern<br />

24,39<br />

8,88<br />

Berlin/Brandenburg<br />

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

4,84<br />

7,44<br />

3,79<br />

Bremen/Niedersachsen<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen<br />

1,20<br />

Hessen,<br />

Rheinland-Pfalz,<br />

Saarland<br />

6,61<br />

42,84<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Bei den Datenerhebungen fällt<br />

unter den Begriff des Stabstahls<br />

sowohl der Stabstahl der Gütegruppe<br />

der allgemeinen Baustähle als<br />

auch der Qualitätsstabstahl. Nach<br />

Erhebungen der BDS-Lagerabsatzmeldung<br />

für das Jahr 2021 wurden<br />

29,5 % des Gesamtabsatzes bei Stabstahl<br />

an den Maschinenbau geliefert.<br />

Fast gleichauf folgt der Stahlbau<br />

mit 29,1 %. Beim<br />

Qualitätsstabstahl ist der Lieferanteil<br />

an den Maschinenbau mit fast<br />

50 % deutlich höher. Folgender<br />

Trend im Verhältnis des Lagerabsatzes<br />

von Stabstahl und Qualitätsstabstahl<br />

ist festzustellen: Lag der<br />

Anteil des Qualitätsstabstahls am<br />

Gesamtvolumen des Lagerabsatzes<br />

Stabstahl Anfang der 1990er Jahre<br />

bei 16 %, beläuft er sich mittlerweile<br />

auf über 40 % (Abb. 10). q<br />

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 10<br />

Stabstahl 2021 (Angaben in Prozent)<br />

50<br />

49,11<br />

40<br />

34,04<br />

29,09 29,49<br />

30<br />

20<br />

21,68<br />

10<br />

6,65<br />

17,02<br />

11,04<br />

9,57<br />

19,62<br />

14,13<br />

9,47<br />

0<br />

allgemeiner Stabstahl Qualitätsstabstahl Stabstahl gesamt<br />

n Stahlbau n Maschinenbau n Fahrzeugbau n EBM n Bauwirtschaft n Sonstiges<br />

4,53<br />

3,16<br />

10,72<br />

8,04<br />

5,63<br />

17,02<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

43


BDS Research – Abnehmergruppenanalyse 2021<br />

Lagerabsatz und -bestand Betonstahl Abb. 11<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,60<br />

1,42<br />

1,40<br />

1,31<br />

1,34<br />

1,26 1,27<br />

1,20<br />

1,13<br />

1,00<br />

0,90<br />

0,80<br />

0,60<br />

0,40<br />

0,20 0,16<br />

0<br />

0,19 0,22 0,21 0,24 0,24 0,25<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

n Absatz n Bestand<br />

q Betonstahl<br />

Nach deutlichen Zuwächsen in den<br />

vergangenen Jahren verzeichnete<br />

Betonstahl 2021 ein kleines Minus<br />

beim Lagerabsatz. Insgesamt wurden<br />

im vergangenen Jahr 1,34<br />

Mio. t abgesetzt. Dies ist ein Minus<br />

von 5,6 % im Vergleich zum sehr<br />

guten Vorjahr.<br />

Die Lagerbestände erreichten<br />

im März mit rund 293.000 t ihren<br />

Höchststand. Zum Jahresende wurden<br />

249.981 t gemeldet. Dies sind<br />

3,6 % mehr als im Dezember 2020<br />

(Abb. 11).<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 12<br />

Betonstahl 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

Bayern<br />

22,41<br />

20,18<br />

0,20 Berlin/Brandenburg<br />

1,91<br />

11,50<br />

1,81<br />

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

Bremen/Niedersachsen<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen<br />

Rund 27 % des im Jahr 2021 gelieferten<br />

Betonstahls stammen aus<br />

Lägern in Nordrhein-Westfalen und<br />

rund 22 % aus Baden-Württemberg.<br />

Es folgt Bayern mit gut 20 %<br />

(Abb. 12).<br />

Die Hauptkundengruppe für<br />

Betonstahl ist die Bauwirtschaft.<br />

Nahezu 100 % der Lieferungen<br />

gehen an diese Branche.<br />

Hessen,<br />

Rheinland-Pfalz,<br />

Saarland<br />

14,85<br />

27,13<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

44 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Quartoblech<br />

Im vergangenen Jahr wurden von<br />

Stahlhandelslägern in der Bundesrepublik<br />

Deutschland 954.403 t Quartoblech<br />

(einschließlich Breitflachstahl)<br />

abgesetzt. Dies sind 14,8 %<br />

mehr im Vergleich zu 2020. Der Negativtrend<br />

der letzten Jahre konnte also<br />

gestoppt werden. Generell ist anzunehmen,<br />

dass auch Mengen, die<br />

direkt von Werkslägern und von nicht<br />

in der Bundesrepublik ansässigen<br />

Hafenlägern geliefert wurden, in den<br />

letzten Jahren eine größere Rolle<br />

gespielt haben, ohne dass diese von<br />

der Stahlhandelsstatistik Deutschland<br />

erfasst wurden.<br />

Im Oktober 2021 wurde mit rund<br />

451.000 t. der Jahreshöchstbestand<br />

erreicht. Ende Dezember wurde ein<br />

Bestand von 419.000 t gemeldet. Dies<br />

sind 11,8 % mehr als im Vergleich zu<br />

den sehr niedrigen Werten des<br />

Dezember 2020 (Abb. 13).<br />

Auch beim Quartoblech ist die wichtige<br />

Distributionsfunktion der<br />

Stahlhandelsläger in Nordrhein-<br />

Westfalen spürbar. Knapp 48 % des<br />

Lagerabsatzes fanden im letzten<br />

Jahr in NRW statt. Es folgt mit gut<br />

15 % Baden-Württemberg, wo viele<br />

Maschinenbauer ansässig sind.<br />

Dahinter rangiert Bayern mit rund<br />

9 % (Abb. 14).<br />

Lagerabsatz und -bestand Quartoblech Abb. 13<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,75<br />

1,50<br />

1,25<br />

1,00<br />

0,75<br />

0,50<br />

0,25<br />

0<br />

1,45<br />

0,45<br />

n Absatz<br />

n Bestand<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 14<br />

Quartoblech 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

Hessen,<br />

Rheinland-<br />

Pfalz, Saarland<br />

1,09<br />

0,45<br />

1,07<br />

0,43<br />

1,07<br />

0,48<br />

0,93<br />

0,41<br />

0,83<br />

0,37<br />

0,95<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

15,41<br />

7,27<br />

Bayern<br />

9,21<br />

1,98<br />

Berlin/Brandenburg<br />

4,13<br />

8,07<br />

47,89<br />

6,04<br />

Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

Bremen/Niedersachsen<br />

0,42<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Hauptkundengruppe für Quartobleche<br />

ist mit fast 34 % der Maschinenbau.<br />

Es folgt der Stahlbau. Knapp<br />

24 % aller Lieferungen gehen an<br />

diese Abnehmergruppe (Abb. 15). q<br />

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 15<br />

Quartoblech 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Sonstige<br />

29,40<br />

23,72<br />

Stahlbau<br />

Bauwirtschaft 2,91<br />

5,83<br />

EBM<br />

4,44<br />

Fahrzeugbau<br />

33,70<br />

Maschinenbau<br />

q<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

45


BDS Research – Abnehmergruppenanalyse 2021<br />

Lagerabsatz und -bestand Bandblech Abb. 16<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,50<br />

1,25<br />

1,00<br />

0,75<br />

0,50<br />

0,25<br />

0<br />

0,98<br />

0,15<br />

n Absatz<br />

1,15<br />

0,22<br />

n Bestand<br />

1,18<br />

0,22<br />

1,20<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 17<br />

Bandblech 2021 (Angaben in Prozent)<br />

0,22<br />

1,12<br />

0,21<br />

1,09<br />

0,22<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

Bayern<br />

20,24<br />

1,11<br />

0,95 Berlin/Brandenburg<br />

4,97 Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

9,16<br />

Bremen/Niedersachsen<br />

0,24<br />

q Bandblech<br />

Nach sehr deutlichen Rückgängen<br />

des Lagerabsatzes in 2015 konnte<br />

zwischen 2016 und 2018 die Produktgruppe<br />

Bandblech wieder<br />

Zuwächse verzeichnen. 2019 und<br />

2020 ging es wieder in die andere<br />

Richtung. 2021 konnte ein leichtes<br />

Plus verzeichnet werden.<br />

Insgesamt wurden im vergangenen<br />

Jahr 1,11 Mio. t ausgeliefert.<br />

Das sind 1,6 % mehr als 2020 abgesetzt<br />

wurden. Auch hier ist anzunehmen,<br />

dass Mengen, die direkt<br />

von Werkslägern und von nicht in<br />

der Bundesrepublik ansässigen<br />

Hafenlägern geliefert wurden, in<br />

größerem Maße zur Marktversorgung<br />

beigetragen haben.<br />

Ungewöhnlicherweise erreichten<br />

die Lagerbestände im Dezember<br />

mit 237.000 t ihren Jahreshöchstwert.<br />

Dies entspricht einem Plus<br />

von knapp 9 % gegenüber dem niedrigen<br />

Vorjahreswert (Abb. 16).<br />

5,85<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

Hessen,<br />

Rheinland-Pfalz,<br />

Saarland<br />

19,64<br />

4,48<br />

34,72<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Auch bei Bandblech ist das Land<br />

Nordrhein-Westfalen mit knapp<br />

35 % des gesamten Lagerabsatzes<br />

führend, es folgen Bayern mit gut<br />

20 % und Baden-Württemberg mit<br />

ebenfalls fast 20 % (Abb. 17).<br />

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 18<br />

Bandblech 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Stahlbau<br />

Sonstiges<br />

Bauwirtschaft<br />

15,65<br />

26,76<br />

26,76 Maschinenbau<br />

2,75<br />

Die Lagerabsatzstruktur nach<br />

Abnehmergruppen ist bei Bandblech,<br />

wie auch schon in der Vergangenheit,<br />

relativ ausgewogen.<br />

Der größte Anteil entfällt mit knapp<br />

27 % auf den Maschinenbau. Die<br />

Eisen, Blech und Metall verarbeitende<br />

Industrie erreicht annähernd<br />

17 %. Es folgen der Stahlbau mit fast<br />

16 % und der Fahrzeugbau mit rund<br />

11 % (Abb. 18).<br />

EBM<br />

16,61<br />

11,47<br />

Fahrzeugbau<br />

46 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Kaltgewalztes Blech<br />

Nach starken Absatzsteigerungen<br />

von Kaltgewalztem Blech in 2010<br />

und 2011 und einem Minus beim<br />

Lagerabsatz in den Jahren 2012 bis<br />

2014 verlief der Lagerabsatz im<br />

Jahr 2015 stabil. 2016 konnte ein<br />

Zuwachs verzeichnet werden. Zwischen<br />

2017 und 2020 war der<br />

Absatz dann wieder rückläufig.<br />

2021 konnte ein recht deutlicher<br />

Zuwachs verbucht werden. Es wurden<br />

1,26 Mio. t ausgeliefert. Dies<br />

ist ein Plus von fast 8 % im Vergleich<br />

zu 2020. Dabei waren das erste<br />

Quartal mit einer monatlichen<br />

Durchschnittstonnage von rund<br />

121.000 t mengenmäßig das mit<br />

Abstand Beste. Der stärkste Monat<br />

des Jahres war der März mit<br />

131.000 t.<br />

Im September wurde mit rund<br />

304.000 t der Lagerhöchstbestand<br />

erreicht. Danach setzte ein<br />

Bestandsabbau ein. Am 31.Dezember<br />

2021 wurden 271.000 t gemeldet.<br />

Dies sind 21 % mehr als zum<br />

Ende des Vorjahres gelagert wurden<br />

(Abb. 19).<br />

Aufgrund der zahlreichen Großhändler<br />

und Schwerpunktstandorte<br />

von Stahl-Service-Centern ist<br />

Nordrhein-Westfalen mit rund 46 %<br />

des Lagerabsatzes führend in der<br />

regionalen Verteilung. Es folgen<br />

Hessen, Rheinland-Pfalz und das<br />

Saarland mit 19 %. Baden-Württemberg<br />

liegt mit 17 % knapp dahinter<br />

(Abb. 20).<br />

Lagerabsatz und -bestand Kaltgewalztes Blech Abb. 19<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,50<br />

1,25<br />

1,00<br />

0,75<br />

0,50<br />

0,25<br />

0<br />

1,26<br />

0,23<br />

n Absatz<br />

1,44<br />

0,31<br />

n Bestand<br />

1,43<br />

0,26<br />

Kaltgewalztes Blech 2021 (Angaben in Prozent)<br />

1,40<br />

0,30<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 20<br />

Hessen,<br />

Rheinland-<br />

Pfalz, Saarland<br />

1,27<br />

0,25<br />

1,17<br />

0,22<br />

1,26<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

18,95<br />

17,05<br />

0,27<br />

Bayern 0,20 Berlin/Brandenburg<br />

2,60 Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern/<br />

5,87<br />

Schleswig Holstein<br />

1,97 Bremen/Niedersachsen<br />

46,47<br />

7,89<br />

Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Größte Abnehmergruppe von Kaltgewalztem<br />

Blech ist der Fahrzeugbau<br />

und seine Zulieferer. Knapp<br />

39 % der Gesamttonnage wurden<br />

dorthin geliefert. Es folgen der<br />

Maschinenbau mit gut 18 % und die<br />

Eisen, Blech und Metall verarbeitende<br />

Industrie mit rund 14 %.<br />

(Abb. 21).<br />

q<br />

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 21<br />

Kaltgewalztes Blech 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Stahlbau<br />

Sonstiges<br />

6,56<br />

16,24<br />

18,35 Maschinenbau<br />

Bauwirtschaft 6,12<br />

EBM<br />

14,13<br />

38,60<br />

Fahrzeugbau<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

47


BDS Research – Abnehmergruppenanalyse 2021<br />

Lagerabsatz und -bestand OV-Material Abb. 22<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

3,00<br />

2,50<br />

2,00<br />

1,50<br />

1,00<br />

0,50<br />

0<br />

2,23<br />

0,38<br />

n Absatz<br />

2,71<br />

0,39<br />

n Bestand<br />

2,79<br />

0,35<br />

2,92<br />

Regionale Absatzverteilung Abb. 23<br />

OV-Material 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Baden-<br />

Württemberg<br />

Hessen,<br />

Rheinland-<br />

Pfalz, Saarland<br />

8,32<br />

Bayern 2,66<br />

15,05<br />

66,39<br />

0,36<br />

2,90<br />

0,31<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

2,90<br />

0,34<br />

3,01<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

0,15 Berlin/Brandenburg<br />

0,83 Hamburg/Mecklenburg-<br />

Vorpommern/<br />

Schleswig Holstein<br />

1,37 Bremen/Niedersachsen<br />

0,38<br />

5,23 Sachsen/Sachsen-Anhalt/<br />

Thüringen<br />

q Oberflächenveredeltes<br />

Material<br />

Auch bei Oberflächenveredeltem<br />

Blech mussten nach sehr guten<br />

Absätzen in 2010 und 2011 in den<br />

Jahren 2012, 2013 und 2014 Absatzrückgänge<br />

verzeichnet werden.<br />

2015 wurde, ähnlich wie beim Kaltgewalzten<br />

Blech, eine stabile Entwicklung<br />

beobachtet. 2016 konnten<br />

die Lagerabsatzmengen deutlich<br />

gesteigert werden. Dieser Trend<br />

setzte sich 2017 und 2018, wenn<br />

auch mit verminderter Dynamik,<br />

fort. 2019 und 2020 verliefen hingegen<br />

leicht rückläufig. 2021 konnte<br />

der Absatz gesteigert werden. Im<br />

Vergleich zu 2020 legte der Lagerabsatz<br />

um 5 % zu und belief sich<br />

auf 3,01 Mio. t.<br />

Die Bestände erreichten mit<br />

386.000 t erst im November ihren<br />

Höhepunkt. Ende Dezember wurden<br />

383.000 t Lagerbestand gemeldet.<br />

Dies sind 13,4 % mehr als im<br />

Vorjahr. (Abb. 22).<br />

Ähnlich wie bei Kaltgewalzten<br />

Blech ist Nordrhein-Westfalen aufgrund<br />

der zahlreichen Großhändler<br />

und Schwerpunktstandorte von<br />

Stahl-Service-Centern mit rund<br />

66 % des Lagerabsatzes absolut führend<br />

in der regionalen Verteilung.<br />

Es folgt Baden-Württemberg mit<br />

15 % (Abb. 23).<br />

Anteile der Verbrauchergruppen Abb. 24<br />

OV-Material 2021 (Angaben in Prozent)<br />

Sonstiges<br />

12,00<br />

Stahlbau<br />

15,20<br />

Bei den Abnehmerbranchen entfallen<br />

45 % auf den Fahrzeugbau samt<br />

seinen Zulieferern. Der Stahlbau<br />

folgt mit 15 % (Abb. 24).<br />

Bauwirtschaft<br />

12,11<br />

6,17<br />

Maschinenbau<br />

EBM<br />

9,37<br />

45,14<br />

Fahrzeugbau<br />

48 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Stahlrohre und<br />

Rohrverbindungen<br />

Der Lagerabsatz bei Stahlrohren<br />

und Rohrverbindungen war in den<br />

Jahren 2013 bis 2017 tendenziell<br />

rückläufig. 2018 wurden Zuwächse<br />

verzeichnet. 2019 und 2020 ging es<br />

jedoch wieder in die andere Richtung.<br />

2021 konnten die Lagerabsätze<br />

zulegen, es wurden 1,39 Mio. t in<br />

diesen Produktbereichen abgesetzt.<br />

Im Vergleich zu 2020 ist dies ein<br />

Plus von 6,5 %. Verglichen mit dem<br />

Rekordjahr 2008 ist der Absatz<br />

allerdings um über 20 % geringer<br />

ausgefallen (Abb. 25).<br />

Zum Stichtag 31. Dezember 2021<br />

wurde ein Lagerbestand von knapp<br />

449.000 t geführt. Dies sind 4 %<br />

mehr als zum Jahresende 2020.<br />

Stahlrohre<br />

Der Lagerabsatz von Stahlrohren<br />

(ohne Rohrverbindungen) lag im<br />

Jahr 2021 bei rund 1,34 Mio. t.<br />

Damit lag er fast 7 % über dem Wert<br />

des Vorjahrs.<br />

Im Jahr 2021 entfielen vom<br />

Lagerabsatz bei Stahlrohren 34,4 %<br />

auf warmgefertigte, 37,9 % auf kaltgefertigte<br />

Stahlrohre und 27,7 % auf<br />

Hohlprofile sowie sonstige Stahlrohre.<br />

Im Vergleich zum Vorjahr ist<br />

der Anteil der warmgefertigten<br />

Rohre leicht gefallen, der der kaltgefertigten<br />

Rohre etwas gestiegen.<br />

Der Anteil der Hohlprofile und sonstigen<br />

Rohre ist nahezu gleichgeblieben.<br />

(Abb. 26).<br />

Der Lagerbestand Ende Dezember<br />

2021 betrug knapp 420.000 t. Er<br />

lag 4 % über dem des Vorjahres. Wie<br />

bei den Walzstahlfertigerzeugnissen<br />

findet auch bei Stahlrohren mit<br />

knapp 50 % das Gros des Lagerabsatzes<br />

in Nordrhein-Westfalen statt, es<br />

folgen Baden-Württemberg mit gut<br />

16 % und Bremen/Niedersachsen mit<br />

9 %. Von den im letzten Jahr gelieferten<br />

Stahlrohren gelangten rund 29 %<br />

an den Stahlbau, etwa 23 % wurden<br />

dem Maschinenbau geliefert. Die<br />

nicht näher definierten Kundenbranchen<br />

„Sonstige Abnehmer“ sind mit<br />

24,5 % ebenfalls stark vertreten.<br />

Lagerabsatz Stahlrohre und Rohrverbindungen<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

2,0<br />

1,5<br />

1,0<br />

0,5<br />

0<br />

1,54<br />

Lagerabsatz Stahlrohre<br />

Angaben in Millionen Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

2,0<br />

1,5<br />

1,0<br />

0,5<br />

0<br />

1,48<br />

Lagerabsatz Rohrverbindungen<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

69<br />

1,40<br />

Rohrverbindungen<br />

Nachdem der Lagerabsatz bei Rohrverbindungen<br />

2017 deutlich nachgegeben<br />

hatte, konnte er 2018 wieder<br />

zulegen. Seit 2019 geht der Absatz<br />

sukzessive zurück. 2021 belief er<br />

sich auf 51.350 t. Dies ist ein Minus<br />

von 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr<br />

(Abb. 27).<br />

Der Lagerbestand zum 31. Dezember<br />

2021 betrug 28.957 t. Dies sind<br />

1 % weniger als zum Jahresende 2020<br />

gemeldet wurden.<br />

Bei der regionalen Verteilung des<br />

Lagerabsatzes von Rohrverbindungen<br />

ist Nordrhein- Westfalen mit<br />

1,40<br />

1,49<br />

Angaben in Tausend Tonnen – 2003 sowie 2016 bis 2021<br />

1,38<br />

1,31<br />

47 % führend, es folgen Niedersachsen<br />

und Bremen mit 24,5 % sowie<br />

Hamburg, Schleswig-Holstein und<br />

Mecklenburg-Vorpommern mit 18 %.<br />

Klammert man das Händler-<br />

Händler-Geschäft aus und betrachtet<br />

die Verteilung des Lagerabsatzes<br />

nach Verbrauchergruppen, stellt<br />

man fest, dass 48 % der im letzten<br />

Jahr gelieferten Rohrverbindungen<br />

in den Maschinen- und Anlagenbau<br />

gelangten. Rund 30 % wurden dem<br />

Stahlbau geliefert. 2<br />

Abb.25<br />

1,39<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

1,33<br />

1,34<br />

1,43<br />

1,32 1,34<br />

1,26<br />

Abb.26<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

66<br />

59<br />

62<br />

59<br />

53<br />

Abb.27<br />

2003 2016 2017 2018 2019 2020 2021<br />

51<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

49


BDS<br />

Bericht/Nachrichten<br />

Arbeitskreis junger Stahlhändler nimmt die Feinheiten des Grobblechs unter die Lupe<br />

Mehr als nur ein grober Überblick<br />

Etwas kleiner als gewöhnlich war die Gruppe der Teilnehmer, die sich zwischen April und Juni in den für den Arbeitskreis<br />

neuen, großzügigen Räumlichkeiten des Technologiezentrums in Oberhausen zum Frühjahrssemester traf. Dick und<br />

schwer hingegen waren die Produkte, um die es in den Workshops vornehmlich ging: warmgewalzte Bleche.<br />

Hierfür konnte die Arbeitskreisleitung<br />

Referenten gewinnen,<br />

die die Herstellung, Eigenschaften<br />

und Einsatzzwecke dieser Produktgruppe<br />

praxisnah vermitteln<br />

konnten. Eine Woche zuvor hatten<br />

sich die Mitglieder des Leistungsgremium<br />

zusammen mit den Auszubildenden<br />

die notwendigen<br />

Grundlagen erarbeitet.<br />

Dabei waren die vorhandenen<br />

Kenntnisse und die Motivation zur<br />

Mitarbeit der Teilnehmenden<br />

bemerkenswert gut, stellte Jörg<br />

Feger, Bereichsleiter Research im<br />

BDS und Mit-Organisator des<br />

Arbeitskreises junger Stahlhändler<br />

fest. Welche Vorkehrungen Stahlhändler<br />

treffen können, deren Kunden<br />

gerne termingetreu einwandfreie<br />

Ware beziehen, sich dann aber<br />

mit der ebenso termingerechten<br />

und beanstandungsfreien Bezahlung<br />

schwertun, wurde in einem<br />

Workshop zu Forderungsmanagement<br />

und Warenkreditversicherungen<br />

behandelt.<br />

Exkursionen inklusive<br />

Besonders schön sei es laut Meinung<br />

aller Beteiligten gewesen, dass<br />

nach zwei langen Coronajahren<br />

auch wieder Exkursionen durchgeführt<br />

werden konnten. Betriebsbesichtigungen<br />

standen noch nicht auf<br />

dem Programm, dafür mit Besuchen<br />

des Schiffshebewerks Henrichenburg<br />

und einer XXL-Führung Industriekultur<br />

am und im Gasometer<br />

Oberhausen Ingenieurskunst, historischer<br />

Stahlbau sowie die<br />

Geschichte und Zukunft der Stahlherstellung<br />

im Ruhrgebiet.<br />

Im Oktober geht es im Herbstsemester<br />

weiter, wieder mit einer<br />

Mischung aus Präsenzworkshops<br />

mit großzügigem Sitzabstand, Möglichkeiten<br />

zur Online-Teilnahme,<br />

Zielen der Route Industriekultur<br />

und, wenn möglich, Betriebsbesichtigungen<br />

bei stahlverarbeitenden<br />

Unternehmen. 2<br />

www.jungekaufleute.de<br />

Arbeitskreise Hamburg und Neumünster<br />

Jungkaufleute im Norden starten ins Wintersemester<br />

Eine Begleitung der überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung<br />

im Norden Deutschlands: Das bieten ab August wieder die beiden<br />

Arbeitskreise für Jungkaufleute des Stahlhandels in Hamburg und<br />

Neumünster. Die neuen Halbjahresangebote starten mit neuen Programmen<br />

jeweils am 23.08.2022. Alle Veranstaltungen finden voraussichtlich<br />

in Präsenz statt. Sollte sich die pandemische Lage verschlechtern,<br />

wird kurzfristig auf Online-Veranstaltungen umgestellt.<br />

Veranstaltungsort für die Präsenztermine ist für beide Arbeitskreise<br />

Hamburg. Die Programme umfassen bis Jahresende jeweils etwa 13,<br />

teilweise miteinander verbundene Termine. Die Inhalte bieten einen<br />

reichhaltigen Mix stahlhandelsrelevanter Themen – von Produktüberblicken<br />

beispielsweise zu Fein- und Grobblechen über Vertriebsstrategien<br />

und Anarbeitung bis hin zur Stahlherstellung und<br />

Stahlverarbeitung. Erfahrene Experten aus den Stahlhandelsunternehmen<br />

geben dabei einen umfassenden praxisnahen Einblick.<br />

Als besondere Highlights sind Betriebsbesichtigungen Teil der Programme,<br />

unter anderem wird die Stahlherstellung bei der Salzgitter<br />

AG sowie die Be- und Verarbeitung von Stahl für den Stahlbau live<br />

besichtigt. Das Programm wird von den beteiligten Unternehmen<br />

getragen sowie vom BDS unterstützt. Geleitet werden die Programme<br />

von den Berufsschullehrern Stefan Jungblut und Michael Vorwerk.<br />

bds-jungkaufleute@web.de<br />

50 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


BDS-Fernstudium Jahrgang 2019<br />

Glorreiche Neun mit<br />

erfolgreichem Abschluss<br />

In diesem Sommer hat ein weiterer<br />

Jahrgang das BDS-Fernstudium Betriebswirt/in<br />

Stahlhandel (BDS) erfolgreich abgeschlossen:<br />

Die „glorreichen Neun“ des<br />

2019er-Jahrgangs konnten am 24. Juni in<br />

Düsseldorf ihre Abschlussurkunden stolz in<br />

die Höhe halten. Trotz großer Hitze an diesem<br />

Tag haben alle Teilnehmerinnen und<br />

Teilnehmer die Abschlussprüfung bestanden<br />

– und können somit fortan den Titel<br />

„Betriebswirt/-in Stahlhandel (BDS)“ führen.<br />

Der Stahlhandel gewinnt mit diesem tollen<br />

Team eine Reihe engagierter Nachwuchs-Führungskräfte.<br />

Ein großer Dank<br />

geht auch an das Team der Leitungsebene<br />

dieses Fernstudiums, ohne das die Durchführung<br />

und der reibungslose Ablauf nicht<br />

möglich gewesen wäre.<br />

www.stahlhandel.com/fernstudium<br />

BDS-Fernstudium Jahrgang 2022<br />

Neuer Jahrgang gestartet<br />

Ein weiterer Jahrgang hat das dreijährige<br />

BDS-Fernstudium Betriebswirt/in Stahlhandel<br />

(BDS) aufgenommen. Zur Auftaktveranstaltung<br />

im Juni stand für die acht<br />

Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Düsseldorf<br />

die Einführung in das Fernstudium auf<br />

dem Programm, neben dem Kennenlernen<br />

waren dabei auch erste Einblicke in die<br />

Werkstoff- und Produktkunde Teil der Agenda.<br />

Der BDS bietet das berufsbegleitende Fernstudium<br />

seit 25 Jahren an. Mehr als 500<br />

Absolventen/-innen haben bereits gezeigt,<br />

dass Karriere im Stahlgroßhandel auf der<br />

Basis einer Dualen Ausbildung mit einem<br />

Fernstudium für höhere Aufgaben qualifiziert.<br />

Zahlreiche Absolventen übernehmen<br />

heute verantwortungsvolle Positionen im<br />

Stahlhandel. Inhalte des Fernstudiums<br />

sind Technik (insbesondere Werkstoff- und<br />

Produktkunde), Wirtschaft (kaufmännische<br />

Fähigkeiten und Führungsfähigkeit) sowie<br />

Studienbeginn: der 2022er-Jahrgang des<br />

BDS-Fernstudiums „Betriebswirt/in Stahlhandel<br />

(BDS)“ im Juni 2022 in Düsseldorf.<br />

Lohnender Abschluss dreier arbeitssamer Jahre: der 2019er-Jahrgang des BDS-Fernstudiums<br />

„Betriebswirt/in Stahlhandel (BDS)“ im Juni 2022 in Düsseldorf.<br />

Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz).<br />

Das Fernstudium ist zertifiziert nach DIN EN<br />

ISO 9001:2015 und zugelassen bei der Zentralstelle<br />

für Fernunterricht (ZFU).<br />

www.stahlhandel.com/fernstudium<br />

Bild: BDS Bild: BDS<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

51


BDS<br />

Berichte<br />

Bilder: BDS<br />

BDS-Gemeinschaftsstand auf der Tube 2022<br />

Mittendrin, statt nur dabei<br />

Es war eine intensive und lohnende Woche auf der Messe Tube vom 20. bis 24. im Juni in Düsseldorf: die ausstellenden<br />

Unternehmen des BDS-Gemeinschaftsstands 2022 blicken auf erfolgreiche fünf Tage zurück. Nachdem die Doppelmesse<br />

wire & Tube pandemiebedingt mehrfach verschoben worden war, war die Freude an der persönlichen Begegnung auch auf<br />

dem „Treffpunkt Stahlhandel“ in der neuen Halle 1 der Messe Düsseldorf hautnah zu spüren.<br />

„Der<br />

Gemeinschaftsstand,<br />

die Plattform,<br />

die wir hier damit vor<br />

Ort haben, ist eine<br />

klasse Sache!“<br />

Sascha Rauter,<br />

WeinmannAach<br />

Trotz längerer Pause: die Tube hat mit 765 Ausstellern aus 44 Ländern<br />

auf über 40.000 m 2 belegter Hallenfläche gezeigt, dass sie immer noch die<br />

Stahlrohrmesse Nr. 1 ist. Zu sehen war die gesamte Bandbreite der Branche<br />

– von Rohmaterialien über die Rohrherstellung bis hin zur Rohrbearbeitung.<br />

Als unverzichtbarer Mittler zwischen Produktion und Verwendung<br />

war natürlich auch der Stahlhandel auf der<br />

Tube vertreten. Auf dem Gemeinschaftsstand<br />

des BDS präsentierten<br />

sich die Unternehmen des<br />

Handels – an dieser Stelle ein<br />

großer Dank an die teilnehmenden<br />

Unternehmen des<br />

„Treffpunkts Stahlhandel“,<br />

ohne die der Erfolg des BDS-Gemeinschaftsstands<br />

nicht möglich<br />

gewesen wäre.<br />

Mit dabei waren<br />

z BEPRO Blech und Profilstahl Handelsgesellschaft<br />

mbH & Co. KG, Gelsenkirchen<br />

z Heine + Beisswenger Stiftung +<br />

Co. KG, Fellbach<br />

z Naumann Stahl GmbH & Co. KG,<br />

Neuss<br />

z Peter Drösser GmbH, Köln<br />

z RHB Voß GmbH, Düsseldorf<br />

z Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG, Neu Wulmstorf<br />

z Weinmann Aach AG, Dornstetten<br />

„Wir<br />

sind froh,<br />

dass wir den<br />

Kontakt zu unseren<br />

Geschäftspartnern<br />

hier wieder haben.“<br />

Florian Baldura, Heine +<br />

Beisswenger<br />

„Wir<br />

haben ganz<br />

viele Gespräche,<br />

es macht den<br />

Leuten Spaß, sich<br />

wieder zu treffen.“<br />

Markus Fischer, Voß<br />

Edelstahlhandel<br />

Auch der nächste Termin der Tube steht schon fest: vom 15. bis 19. April 2024.<br />

www.stahlhandel.com/veranstaltungen<br />

52 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Inkl. Wahlen zum<br />

BDS-Gebietsvorstand<br />

Ihre Stimme zählt<br />

Mit Wahlen zu den Gebietsvorständen<br />

BDS-Gebietsversammlungen 2022<br />

Es ist wieder soweit: Im September 2022 lädt der<br />

Bundesverband Deutscher Stahlhandel seine Mitgliedsunternehmen<br />

zu den kostenlosen Gebietsversammlungen<br />

ein.<br />

Die jeweils in verschiedenen Regionen abgehaltenen<br />

Treffen finden in der Woche vom 19. bis 23. September<br />

2022 statt – selbstverständlich unter Beachtung<br />

und Einhaltung aller gegebenenfalls gültigen Hygieneund<br />

Schutzmaßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie.<br />

Auf dem Programm stehen dabei neben einem<br />

Marktüberblick und aktuellen Rechtsthemen auch wieder<br />

zwei weitere aktuelle Themen der Branche. Zudem<br />

werden die Wahlen zu den Gebietsvorständen und<br />

deren Stellvertretern durchgeführt. Veranstaltungsbeginn<br />

ist jeweils um 10 Uhr, das Ende ist spätestens<br />

für 13 Uhr vorgesehen.<br />

Termine<br />

19.09.2022: Soltau – Gebiete Bremen, Hamburg,<br />

Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen,<br />

Schleswig-Holstein<br />

20.09.2022: Schkeuditz – Gebiete Berlin,<br />

Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt,<br />

Thüringen<br />

21.09.2022: Merklingen – Gebiete Bayern,<br />

Baden-Württemberg<br />

22.09.2022: Groß-Gerau – Gebiete Hessen,<br />

Rheinland-Pfalz, Saarland<br />

23.09.2022: Duisburg – Gebiet Nordrhein-Westfalen<br />

Anmeldung und weitere Infos auf www.stahlhandel.com/<br />

gebietsversammlungen2022<br />

INFO PROGRAMM<br />

10:00 Uhr Begrüßung und Wahl des Gebietsvorstands und des<br />

Stellvertreters<br />

10:10 Uhr Aktuelle Marktentwicklungen; Oliver Ellermann, BDS<br />

10:30 Uhr Aktueller Stand und Ausblick bei der Umreifungstechnik;<br />

Thorsten Frettlöhr (Titan Umreifungstechnik)<br />

11:15 Uhr Verkündung des Wahlergebnisses<br />

11:20 Uhr K affeepause/Imbiss<br />

11:50 Uhr Einführung in die Herausforderungen bei der digitalen<br />

Sicherheit; Christine Skropke,Steffen Heyde,Sebastian<br />

Barchniki (Eurobits/Secunet)<br />

12:20 Uhr Aktuelle Rechtsthemen; Tim Lieber, Alexander Bartsch<br />

(Henseler & Partner)<br />

ca. 13:00 Uhr Ende der Veranstaltung<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

53


Anarbeitung<br />

und Logistik<br />

Bericht<br />

IMS Messsysteme GmbH und voestalpine Tubulars GmbH & Co. KG setzen neue Maßstäbe in der frühzeitigen Erkennung von Oberflächenfehlern.<br />

Inbetriebnahme der erweiterten Wanddickenmessung bei voestalpine Tubulars<br />

3D-Oberflächeninspektion<br />

direkt nach dem Streckreduzierwalzen<br />

Mögliche Oberflächenfehler auf den walzwarmen Fertigrohren von voestalpine Tubulars werden ab sofort bereits<br />

unmittelbar hinter dem Streckreduzierwalzwerk erkannt. Die Fehlerdetektion rückt damit einen weiteren Schritt näher<br />

an den Herstellungsprozess heran. Mit der Inbetriebnahme des neuen Wanddickenmesssystems von IMS Messsysteme<br />

erreiche die seit Jahrzehnten andauernde Geschäftsbeziehung zwischen Messsystem-Spezialisten und der voestalpine<br />

Tubulars GmbH & Co. KG einen weiteren Meilenstein.<br />

Die voestalpine Tubulars vertraut<br />

in puncto Qualität erneut auf<br />

die Messtechnik des Mess- und Prüfsystem-Spezialisten<br />

IMS. Was das<br />

gemeinsame Projekt so besonders<br />

und – gemäß dem Motto der voestalpine<br />

– „one step ahead“ macht, ist<br />

die Kombination zweier völlig unterschiedlicher<br />

Messtechniken in<br />

einem einzigen System, so die IMS<br />

Messsysteme GmbH mit Sitz im Niederbergischen<br />

Heiligenhaus. Dafür<br />

wurden die radiometrischen Komponenten<br />

des bereits vorhandenen<br />

4-Kanalmesssystems zusammen<br />

mit der Kamera- und Lasertechnik<br />

der surcon 3D Oberflächeninspektion<br />

in einem neuen, von den<br />

Abmessungen her nur geringfügig<br />

größeren Gehäuse montiert.<br />

Die Vorteile dieser neuartigen Verschmelzung<br />

zweier komplexer<br />

Techniken liegen auf der Hand: Alle<br />

Messdaten wie Wanddicke, Durchmesser<br />

und Profil, Temperatur und<br />

Oberflächenfehler werden simultan<br />

„Das<br />

neue Oberflächeninspektionssystem<br />

von IMS bewahrt<br />

uns davor, Produktionsschritte<br />

durchzuführen, die<br />

wir nicht benötigen.“<br />

Thomas Brunner, Assistant Production<br />

Manager Tube Rolling Mill,<br />

voestalpine Tubulars<br />

am gleichen Messort ermittelt und<br />

haben den gleichen Rohr-Längenbezug.<br />

Die vorhandene IMS-Messstelle<br />

kann dafür wie bisher weiter<br />

genutzt werden, womit auch die<br />

Notwendigkeit entfällt, zusätzli-<br />

54 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Bilder: voestalpine Tubulars<br />

Messdaten surcon 3D Oberflächeninspektion Fehler „Eindruck“<br />

chen Bauraum für eine weitere Messstelle zu schaffen.<br />

Zudem werden lediglich geringe Anpassungen an den<br />

Rollgangselementen sowie deren Umgebung notwendig.<br />

Das Feedback aus Kindberg sei durchweg positiv<br />

und bestätige der IMS Messsysteme GmbH die vollumfängliche<br />

Erfüllung der Kundenanforderung: „Aus dem<br />

Produktionsalltag ist das Oberflächeninspektionssystem<br />

bereits nach einer kurzen Einlernphase nicht mehr<br />

wegzudenken. Aus unserer Sicht ist die Oberflächenbeschaffenheit<br />

neben der Außendurchmesser- und<br />

Wandstärkenmessung ein wesentlicher Bestandteil,<br />

um ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erzeugen“,<br />

erläutert Thomas Brunner.<br />

Die Reaktionszeit zur Behebung der Fehlerquelle<br />

an den Aggregaten, wie zum Beispiel Anhaftungen<br />

an den Walzen der Gerüste, kann mit der neuen<br />

Installtion deutlich reduziert werden, ebenso wie die<br />

Ausschussrate. Denn Position und Art von detektierten<br />

Oberflächenfehlern können umgehend an die<br />

nachfolgenden Produktionsbereiche kommuniziert<br />

werden. Bei festgestellten Fehlern, die durch ihre<br />

Ausprägung bei der Qualitätskontrolle unweigerlich<br />

zu Ausschuss führen, kann auf die nachfolgenden<br />

Produktionsschritte verzichtet werden. Periodisch<br />

auftretende Fehler auf den Rohroberflächen werden<br />

sicher erkannt, zugeordnet und können schnell eliminiert<br />

werden.<br />

Technik-Update wirtschaftlich interessant<br />

Das Technik-Update des bestehenden Rohrwandmesssystems<br />

ist für alle PQF- und FQM-Walzwerkbetreiber<br />

(PQF = Premium Quality Finishing, FQM = Fine Quality<br />

Mill) und Anwender von 2-, 4-, 9- oder 13-Kanal<br />

Wanddickenmessbügeln der IMS Messsysteme GmbH<br />

eine wirtschaftlich hochinteressante Option.<br />

Die frühestmögliche Erkennung von Oberflächenfehlern<br />

wird zukünftig ein unverzichtbares „Must<br />

Have“ in der Nahtlosrohrherstellung sein, so die Einschätzung<br />

von IMS Messsysteme. Schon heute könne<br />

auf hochgenaue Messtechnik nicht mehr verzichtet<br />

werden, ohne höchste Produktqualität in Frage stellen<br />

zu müssen. 2<br />

[Kontakt]<br />

IMS Messsysteme GmbH<br />

Dieselstraße 55<br />

42579 Heiligenhaus<br />

+49 2056 975-0<br />

info@ims-gmbh.de<br />

www.ims-gmbh.de<br />

www.ims-experts.com<br />

Für unseren modernen Stahlhandel/Eisenbiegerei in Bad Säckingen<br />

suchen wir einen kompetenten Mitarbeiter (m/w/d) für die<br />

Unterstützung der Arbeitsvorbereitung, den Versand, die<br />

Materialbetreuung Bauzubehör und die Schaffung einer<br />

Stabstelle Arbeitssicherheit.<br />

Gewünscht sind: Eine kaufmännische Ausbildung als Industriekaufmann<br />

oder vergleichbar. Verhandlungssichere Deutschkenntnisse.<br />

Eine Fremdsprache und Werkstoffkenntnisse Stahl/Edelstahl wären<br />

von Vorteil.<br />

Wir bieten einen modernen Arbeitsplatz mit zeitgemäßer Softwareunterstützung,<br />

die Möglichkeit zur Weiterbildung, eine herausfordernde<br />

und abwechslungsreiche Tätigkeit mit attraktiven Anstellungsbedingungen,<br />

flexible Arbeitszeiten. Durch unseren Teamgeist unter stützen<br />

wir uns gegenseitig im Umgang mit Kunden und Lieferanten.<br />

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann bewerben Sie sich bei uns<br />

und schicken Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen per Post<br />

oder E-Mail.<br />

Josef Fien GmbH<br />

Stahlhandel – Eisenbiegerei<br />

Rheingrüttäcker 8 · 79713 Bad Säckingen<br />

Telefon: 07761 938650-30 · E-Mail: buchhaltung@fienstahl.de<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

55


Anarbeitung<br />

und Logistik<br />

Bericht<br />

Einstieg in die automatisierte Produktion: die kompakte Hartmetall-Hochleistungskreissäge HCS 150 E von Behringer Eisele.<br />

Bilder: Behringer Eisele<br />

Behringer Eisele auf der AMB 2022<br />

Sägen ist mehr als nur Trennen<br />

Der demografische Wandel zwingt viele produzierende Unternehmen, bisherige Produktionsabläufe auf den<br />

Prüfstand zu stellen. Ein Trend dabei sind mannarme Produktionsstätten und automatisierte Fertigungslinien. Mit<br />

leistungsstarken Kreissägeanlagen und effizienten Materialhandling-Lösungen zeigt Behringer Eisele auf der AMB<br />

vom 13. bis 17. September 2022 in Stuttgart automatisierte Sägelinien aus einer Hand.<br />

[Kontakt]<br />

Behringer Eisele<br />

GmbH<br />

Austraße 29<br />

73235 Weilheim/<br />

Teck<br />

+49 7023 95757-0<br />

info@eisele.<br />

behringer.net<br />

www.behringer.net<br />

Behringer Eisele auf<br />

der AMB Stuttgart:<br />

Halle 8, Stand B12<br />

Gerade Unternehmen mit<br />

häufig wiederkehrenden Aufträgen<br />

und Serienfertigungen können mithilfe<br />

automatisierter Anlagen und<br />

vernetzter Technologien die Zahl<br />

der benötigten Fachkräfte reduzieren<br />

und ihre Produktionsabläufe<br />

effizienter gestalten. Zum Sägen<br />

von Stäben oder Rohren in großen<br />

Losgrößen haben sich leistungsstarke<br />

Kreissägeautomaten als zuverlässige<br />

Maschinen erwiesen. Sie<br />

sind besonders für Serienschnitte<br />

geeignet und garantieren einen<br />

hohen Durchsatz, geringe Kosten<br />

pro Schnitt und eine exzellente<br />

Oberflächenqualität.<br />

Einstieg in die<br />

automatisierte Produktion<br />

Die HCS 150 E der Behringer Eisele<br />

GmbH ist eine kompakte Hartmetall-Hochleistungskreissäge<br />

und<br />

ermöglicht den Einstieg in die automatisierte<br />

Produktion. Die Anlage<br />

trennt Vollmaterialien und Rohre<br />

bis 152,4 mm (6 Zoll) Durchmesser<br />

oder Vierkantmaterial bis<br />

130 x 130 mm Kantenmaß. Die<br />

automatische Kreissäge deckt ein<br />

großes industrielles Anwendungsspektrum<br />

ab und ist zudem eine<br />

wirtschaftlich sehr attraktive<br />

Lösung, so das Unternehmen. Die<br />

Auswahl hochwertiger Bauteile für<br />

die Anlage bewirkt maßgeblich eine<br />

verbesserte Qualität an der Schnittoberfläche<br />

und beeinflusst Schnittleistung<br />

und Schnittkosten positiv.<br />

Materialhandling als<br />

Faktor der Schnelligkeit<br />

Höchste Ausbringung kann nur<br />

erreicht werden, wenn sowohl der<br />

Sägeprozess als auch der Materialnachschub<br />

zur Höchstleistung<br />

fähig ist. Um diesen Anforderungen<br />

gerecht zu werden, entwickelte<br />

Behringer Eisele leistungsstarke<br />

Materialhandling-Lösungen. Ein<br />

wichtiger Ansatz hierbei ist das<br />

hauptzeitparallele Nachladen, um<br />

unproduktive Nebenzeiten so minimal<br />

wie möglich zu halten. Während<br />

eines noch laufenden Sägeprozesses<br />

kann das folgende Material<br />

bereits im Pufferbereich aufgelegt<br />

und automatisch zugeführt werden.<br />

Für die Beladung stehen dem Kunden<br />

verschiedenste Lademagazine<br />

zur Auswahl.<br />

Stangenlademagazin<br />

für Rundmaterialien<br />

Ein Stangenlademagazin ist die<br />

beste Wahl zum Beschicken der<br />

Kreissägeanlage mit Rundmaterial<br />

ab einer Ausgangslänge von<br />

2.200 mm, so das Unternehmen<br />

56 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Rundstäbe und Rundrohre werden meist im Bund angeliefert<br />

und auf das robuste Materiallager des Magazins gelegt. Dort wird<br />

das Bund geöffnet und die Stäbe als Lage auf dem Magazin verteilt.<br />

<br />

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weiter. Rundstäbe und Rundrohre<br />

werden in der Regel im Bund angeliefert<br />

und auf das robuste Materiallager<br />

des Magazins gelegt. Dort<br />

wird das Bund geöffnet und die<br />

Stäbe als Lage auf dem Magazin<br />

verteilt.<br />

Für die Materialbeschickung<br />

der Kreissäge werden die Stäbe<br />

durch eine hydraulische Aushebeeinrichtung<br />

vereinzelt und auf die<br />

Zufuhrrollenbahn übergeben. Um<br />

ein breites Materialspektrum ab<br />

20 mm bis 150 mm Durchmesser<br />

abdecken zu können, kann die<br />

Übergabeeinrichtung auf den zu<br />

sägenden Durchmesser eingestellt<br />

werden.<br />

Die Spannzange, angetrieben<br />

über Servomotor und Kugelrollspindel,<br />

sorgt für den präzisen Materialnachschub<br />

in der Hochleistungskreissäge.<br />

Serienmäßig bietet die<br />

Säge eine gesteuerte Nullkante. Sie<br />

bewirkt, dass das Material beim<br />

Positionieren nicht die Spannbacken<br />

berührt. Dadurch werden<br />

Beschädigungen vermieden und<br />

eine höhere Oberflächenqualität<br />

erreicht.<br />

Während Stangenlademagazine<br />

nur für Rundstäbe geeignet sind,<br />

können die Hochleistungs-Kreissä-<br />

geautomaten der HCS-Baureihe<br />

durch Flachmagazine mit nahezu<br />

allen Profilformen beschickt werden.<br />

Speziell zum Vereinzeln großer<br />

Bunde wurde das Bundlademagazin<br />

mit großer Lagerkapazität entwickelt.<br />

Die Vereinzelung funktioniert<br />

dem Unternehmen zufolge<br />

prozesssicher – auch bei dünnen<br />

Stäben.<br />

Fazit<br />

Behringer Eisele hat auf den strukturellen<br />

Wandel reagiert und effiziente<br />

Materialhandlingsysteme<br />

konzipiert. Mit den standardisierten<br />

Zufuhr- und Entsorgungseinrichtungen<br />

lassen sich mannarme<br />

Produktionsumgebungen sowie<br />

automatisierte Materialflüsse<br />

umsetzen. Im Hochleistungs-Kreissägeautomat<br />

HCS 150 E stecken alle<br />

hochwertigen Komponenten und<br />

technischen Finessen, die man von<br />

einer Behringer Eisele Kreissäge<br />

erwartet. Von Beginn an trägt ihre<br />

Zuverlässigkeit entscheidend zur<br />

Profitabilität des Sägeprozess bei.<br />

Die Investition amortisiert sich<br />

rasch und man genießt vom ersten<br />

Schnitt an die Vorzüge einer leistungsstarken<br />

Hochleistungskreissäge<br />

der Oberklasse. 2<br />

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<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

57


Anarbeitung<br />

und Logistik<br />

Bericht<br />

Bilder: Kasto<br />

Das eigens für die Kastowin-Baureihe entwickelte System<br />

Kastorespond erfasst permanent die Kräfte am Sägeband und<br />

setzt diese intelligent in Vorschubbewegungen um.<br />

Von einem Hersteller von Lastkraftwagen für die Forstwirtschaft<br />

erhielt der Stahlhändler Thomas Graham & Sons den Auftrag,<br />

Flachstahlstücke aus legiertem Baustahl zur Fertigung von Kettengliedern<br />

zuzuschneiden – und zwar 350 Tonnen pro Jahr.<br />

Kasto in Großbritannien<br />

Kapazitäten erweitert, Schnittzeiten verkürzt<br />

Um die Kapazitäten in seinem Maschinenpark für einen Großauftrag zu erweitern, entschloss sich der britische<br />

Stahlhändler Thomas Graham & Sons zur Anschaffung einer zusätzlichen Sägemaschine. Die Wahl fiel auf die Kastowin A<br />

4.6: Der universelle Bandsäge-Vollautomat ist für eine Vielzahl von Aufgaben geeignet und überzeugt zudem durch hohe<br />

Präzision sowie geringe Schnittzeiten.<br />

Von Werkzeugen und Arbeitskleidung über<br />

Schweißgeräte und Zubehör bis zu Stahl- und Metallprodukten:<br />

Das Portfolio von Thomas Graham & Sons<br />

Ltd zeichnet sich auf den ersten Blick durch seine enorme<br />

Vielseitigkeit aus. Das 1892 im britischen Carlisle<br />

nahe der schottischen Grenze gegründete und mittlerweile<br />

in fünfter Generation familiengeführte Unternehmen<br />

ist als Partner von Industrie- und Handwerksbetrieben<br />

breit aufgestellt – und damit auch äußerst<br />

erfolgreich: Inzwischen beschäftigt Thomas Graham<br />

& Sons mehr als 200 Mitarbeiter und besitzt mehrere<br />

Niederlassungen in der Region. Qualität und ein besonders<br />

hoher Servicegrad zählen seit jeher zu den wichtigsten<br />

Werten des Händlers.<br />

Im Stahl- und Metallhandel bietet Thomas Graham<br />

& Sons seinen Kunden neben einem umfangreichen<br />

Lagersortiment von rund 2.000 t unterschiedlichster<br />

Materialien auch verschiedene Dienstleistungen wie<br />

Galvanisieren, Laserschneiden und Sägen. Das Anarbeitungsspektrum<br />

wie auch der eigene Maschinenpark<br />

sind über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Immer<br />

mehr Kunden nehmen die zusätzlichen Services des<br />

Stahlhändlers in Anspruch – so auch ein Hersteller<br />

von Lastkraftwagen für die Forstwirtschaft: 2018<br />

erhielt Thomas Graham & Sons von diesem den Auftrag,<br />

Flachstahlstücke aus legiertem Baustahl zur Fertigung<br />

von Kettengliedern zuzuschneiden – und zwar 350 t<br />

pro Jahr.<br />

Maschinenpark für Großauftrag ausgebaut<br />

Die Legierung weist einen besonders hohen Bor-Gehalt<br />

auf, um die Härte bei der Wärmebehandlung zu erhöhen.<br />

„Dieses Material lässt sich mit einem normalen<br />

Bimetall-Sägeband ohne Probleme bearbeiten. Allerdings<br />

reichten unsere Kapazitäten für diese Menge<br />

schlicht nicht aus“, erinnert sich Phil Barnes. Er ist<br />

Betriebsleiter bei Thomas Graham & Sons und seit 17<br />

Jahren im Unternehmen tätig. „Wir entschieden uns<br />

deshalb, unseren Maschinenpark um eine zusätzliche<br />

Säge zu erweitern.“ Hohe Produktivität und präzise<br />

Ergebnisse waren bei diesem Projekt die zentralen<br />

Anforderungen.<br />

Zehn Sägen von drei verschiedenen Herstellern<br />

hatte das Unternehmen bereits im Einsatz – und ent-<br />

58 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Für den Lkw-Hersteller sägt Thomas Graham & Sons Bündel von<br />

24 Stäben mit einem Querschnitt von 50 x 20 mm und zwei<br />

abgeschrägten Kanten in 280 mm lange Stücke.<br />

dies keinen Abbruch: Das verwindungssteife<br />

Oberteil der Kastowin<br />

bietet eine hohe Schwingungsdämpfung,<br />

Gehäusekomponenten<br />

aus robustem Stahl ermöglichen<br />

eine besonders hohe Laufruhe und<br />

damit mehr Präzision. Die Säge<br />

erreicht eine Schnittgenauigkeit<br />

von +/-0,1 mm auf 100 mm Schnittlänge<br />

– bei Schnittgeschwindigkeiten<br />

von bis zu 150 m/min.<br />

„Die Vorführung der Kastowin<br />

hat uns beeindruckt“, beschreibt<br />

Barnes. „Auch das Preis-Leisschied<br />

sich mit Kasto dennoch für<br />

einen vierten. „Wir haben zu Beginn<br />

verschiedene Optionen verglichen<br />

und die potenziellen Lieferanten<br />

gebeten, eine Mustercharge unseres<br />

Borstahls zu bearbeiten“, berichtet<br />

Phil Barnes. Kasto lud die Verantwortlichen<br />

daraufhin zu einer<br />

Live-Maschinenvorführung vor Ort<br />

ein. Der Sägetechnik-Spezialist mit<br />

Hauptsitz im süddeutschen Achern<br />

besitzt seit vielen Jahren eine Niederlassung<br />

im britischen Milton<br />

Keynes. Protagonist des Probeschnitts:<br />

der universell einsetzbare<br />

Bandsäge-Vollautomat Kastowin A<br />

4.6.<br />

Qualität zum attraktiven Preis<br />

Die Kastowin eignet sich für verschiedene<br />

Stähle und ist damit eine<br />

flexible Lösung für zahlreiche Branchen.<br />

Eine umfangreiche Standardausstattung<br />

macht die Säge besonders<br />

effizient. Ein hoher Anteil von<br />

Gleichteilen innerhalb der Baureihe<br />

sorgt zudem dafür, dass Kasto die<br />

neuen Sägen deutlich günstiger<br />

anbieten kann als vergleichbare<br />

Produkte anderer Hersteller. Der<br />

Qualität der komplett in Deutschland<br />

produzierten Maschine tut<br />

tungs-Verhältnis hat gestimmt, und<br />

die kompetente Beratung durch<br />

Kasto hat uns dazu bewogen, ihnen<br />

den Auftrag zu erteilen.“ Schon<br />

kurze Zeit später ging die Maschine<br />

bei Thomas Graham & Sons in<br />

Betrieb. Für den Lkw-Hersteller<br />

sägt das Unternehmen Bündel von<br />

24 Stäben mit einem Querschnitt<br />

von 50 x 20 mm und zwei abgeschrägten<br />

Kanten in 280 mm lange<br />

Stücke. Jeder Zyklus umfasst zehn<br />

Schnitte und ergibt 240 Einzelteile.<br />

„Die Performance der Kastowin hat<br />

unsere Erwartungen bei weitem<br />

übertroffen“, schildert Barnes. „Wir<br />

sind davon ausgegangen, dass jeder<br />

Schnittzyklus acht Stunden dauern<br />

würde – tatsächlich war er nach nur<br />

3,5 h abgeschlossen.“<br />

Partnerschaft mit<br />

echtem Mehrwert<br />

Mit der neuen vollautomatischen<br />

Bandsäge sieht sich der Stahlhändler<br />

für die Zukunft gut aufgestellt.<br />

„Wir haben einen wachsenden Kundenstamm,<br />

von dem mehr als die<br />

Hälfte zugeschnittenes Material<br />

benötigt. Daher ist das Bandsägen<br />

ein wichtiger Prozessschritt für<br />

uns“, erklärt Betriebsleiter Phil Barnes.<br />

„Die Kastowin ist in Produktivität<br />

und Schnittgenauigkeit eine<br />

wahre Offenbarung. Aber auch von<br />

Kasto als Unternehmen sind wir<br />

begeistert: Wir haben das Gefühl,<br />

eine echte Partnerschaft eingegangen<br />

zu sein, von der wir nicht nur<br />

durch die Produkte, sondern auch<br />

durch Know-how profitieren.“ 2<br />

[Kontakt]<br />

Kasto Maschinenbau<br />

GmbH & Co. KG<br />

Industriestr. 14<br />

77855 Achern<br />

+49 7841 61-0<br />

www.kasto.com<br />

kasto@kasto.com<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

59


Anarbeitung<br />

und Logistik<br />

Berichte/Nachricht<br />

Hergarten erreicht nächsten Meilenstein in Sachen Digitalisierung<br />

Neue Softwarelösung ermöglicht<br />

Subunternehmen Transportabwicklung<br />

Die Hergarten-Gruppe, ein bundesweit operierender Full-Service-Logistikanbieter für die Stahlbranche, treibt die<br />

Digitalisierung ihrer Prozesse weiter aktiv voran und hat im Frühjahr 2022 erfolgreich eine Gateway-Lösung von<br />

Logenius in die bestehenden digitalen Prozesse integriert. Die Software ermöglicht es, erforderliche Daten und<br />

Dokumente mit allen Prozessbeteiligten transparent, schnell und unterbrechungsfrei zu teilen – unabhängig von<br />

sich bereits im Einsatz befindlicher Speditions- und Telematiksoftware.<br />

[Kontakt]<br />

Hergarten GmbH<br />

Stahlspedition<br />

Marcel Hergarten<br />

Geschäftsführer<br />

Gladbacher Straße 435<br />

41460 Neuss<br />

+49 211 565313-0<br />

m.hergarten@<br />

stahlspedition.de<br />

www.stahlspedition.de<br />

Zu den Prozessbeteiligten der<br />

Logistikkette gehören dabei sowohl<br />

die Mitarbeiter der Hergarten-Gruppe<br />

und der Kunden als auch beteiligte<br />

Subunternehmen. Diese müssen<br />

noch nicht einmal selbst mit<br />

einem Telematiksystem arbeiten,<br />

um Teil des digitalisierten Prozesses<br />

zu sein und ihre Statusmeldungen<br />

zu kommunizieren, so die Stahl-Spedition.<br />

„Es lohnt sich auch in wirtschaftlich<br />

turbulenten Zeiten aktiv<br />

in die weitere Digitalisierung zu<br />

investieren – für uns und unsere<br />

Kunden“, sagt Marcel Hergarten,<br />

Geschäftsführer der Hergarten-Gruppe.<br />

geben, verknüpft das Gateway Auftrags-<br />

und Transportdaten und<br />

informiert den Subunternehmer<br />

über die anstehende Tour. Sind die<br />

Stopps abgefahren und die Güter<br />

ausgeliefert, kann dieser im Logenius-Portal<br />

die geforderten Unterlagen<br />

wie Ablieferbelege einpflegen<br />

und den Auftrag online abschließen.<br />

Die Mitarbeiter von Hergarten prüfen<br />

die eingereichten Ablieferbelege<br />

online und können diese als korrekt<br />

freigeben oder gegebenenfalls beanstanden<br />

und um Korrektur oder<br />

Ergänzung bitten. Erst wenn alle<br />

Belege als korrekt gekennzeichnet<br />

sind, werden sie aus Logenius in<br />

Winsped weitergeleitet. Somit liegen<br />

der Hergarten-Gruppe zeitnah<br />

alle erforderlichen Dokumente zur<br />

Abrechnung vor.<br />

„Mithilfe der Logenius-Software<br />

werden wir nicht nur über die<br />

Ankunft des Materials informiert,<br />

Einfache Freigabe- und<br />

Informationsschleifen<br />

Hat der Hergarten-Disponent in seiner<br />

Speditionssoftware – TMS Win-<br />

Sped – einen Auftrag erstellt und<br />

die geplante Tour an Logenius übersondern<br />

wissen über den gesamten<br />

Transport, wo sich die Lieferung<br />

genau befindet. Auch die Abläufe an<br />

der Laderampe oder im Lager werden<br />

so nachvollziehbar und berechenbar.<br />

Auf diese Weise können<br />

wir Zeitlabläufe an den einzelnen<br />

Stationen weiter optimieren oder<br />

auch mal spontan in den gesamten<br />

Prozess eingreifen und Anpassungen<br />

vornehmen wenn nötig“, erläutert<br />

Marcel Hergarten die Vorteile<br />

der neuen Lösung. „Mit der Investition<br />

in die Software haben wir unser<br />

gesamtes Prozess- und Qualitätscontrolling<br />

bzw. -management weiter<br />

professionalisiert. Und Qualität ist<br />

das, was für den Kunden zählt. Der<br />

Aufwand für Dokumentation und<br />

Archivierung steigt nämlich nicht<br />

nur durch gesetzliche Vorschriften,<br />

auch die Stahlkonzerne stellen<br />

immer höhere Anforderungen“, so<br />

Hergarten. 2<br />

Neues Layher-Werk setzt auf Demagcranes<br />

Systemlösung für automatisierten Materialfluss<br />

Demag Cranes & Components wird für die Wilhelm Layher GmbH & Co<br />

KG die Automatisierung des Wareneingangs und die Beschickung der Produktionsbereiche<br />

zur Verarbeitung der Rohmaterialien in dessen neuen Werk übernehmen.<br />

Der weltweit agierende Hersteller von Gerüstsystemen plant den Neubau<br />

einer Fertigungslinie in Güglingen-Cleebronn und beauftragte Demag mit<br />

der Ausführung der automatisierten Kran- und Fördertechnik sowie den Sicherheitseinrichtungen.<br />

Mit der Installation von fünf automatisierten Prozesskranen<br />

wird die Einlagerung der Rohre, deren Kommissionierung und termingerechte<br />

Bereitstellung in einem weitestgehend automatisierten Materialfluss zur Herstellung<br />

von Komponenten für den Gerüstbau gewährleistet. Der Durchsatz des<br />

neuen Werks ist für eine Leistung von 120.000 t pro Jahr und 25 t/h ausgelegt.<br />

www.demagcranes.com<br />

Demag projektiert und installiert im neuen Layher-Werk nicht<br />

nur die Krane, sondern eine komplette Systemlösung des flurgebundenen<br />

und flurfreien Materialflusses – einschließlich des<br />

Langgutlagers.<br />

Bild: Demag<br />

60 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Messen<br />

XXXXXXXXXX<br />

und Märkte<br />

Bild: Messe Düsseldorf<br />

Rund 1.900 Aussteller<br />

aus 50 Ländern<br />

präsentierten<br />

sich zu den Weltleitmessen<br />

für Draht,<br />

Kabel und Rohre,<br />

wire und Tube.<br />

wire & Tube 2022 mit erfolgreicher Bilanz<br />

Düsseldorf hat sich wieder gelohnt<br />

Wirtschaftlich herausfordernde Zeiten und geopolitische Krisen auf der einen, die Lust auf persönliche Begegnungen und<br />

Fachgespräche auf der anderen Seite – die Weltleitmessen der Draht-, Kabel- und Rohrindustrien, wire und Tube, habe<br />

ihre Tore nach fünf Messetagen in Düsseldorf erfolgreich geschlossen. Vom 20. bis 24. Juni 2022 waren 1.822 Aussteller<br />

aus über 50 Ländern nach Düsseldorf gekommen, um technologische Highlights aus ihren Branchen zu präsentieren.<br />

„Düsseldorf ist und bleibt der<br />

place-to-be für diese gewichtigen<br />

Branchen. Gerade in Zeiten nachhaltigen<br />

Wandels ist es wichtiger<br />

denn je, hier in Düsseldorf zu sein<br />

und im direkten Austausch mit den<br />

Playern der Branchen zu stehen“,<br />

betonte Bernd Jablonowski, Executive<br />

Director der Messe Düsseldorf<br />

und ergänzte: „Düsseldorf hat sich<br />

wieder gelohnt, so der Tenor aus den<br />

gut besuchten Messehallen. Die<br />

meisten Unternehmen planen, auch<br />

2024 wieder dabei zu sein“.<br />

Neben vielen Maschinen und<br />

Anlagen in action gab es auch Messepremieren:<br />

So präsentierten<br />

wire-Aussteller der Bereiche Fastener<br />

und Spring Making Technology<br />

erstmals auch Endprodukte wie<br />

Befestigungselemente und Technische<br />

Federn – ein absolutes Novum.<br />

Fachkonferenzen, Expertentreffen<br />

und geführte ecoMetals-Touren<br />

durch die Messehallen ergänzten<br />

2022 das Angebot beider Messen.<br />

Auf dem Weg zu Grünem Stahl<br />

Erstmals beteiligten sich die Player<br />

der Draht-, Kabel- und Rohrindustrien<br />

an der ecoMetals-Kampagne<br />

der Messe Düsseldorf. Ein Imagewandel<br />

dieser energieintensiven<br />

Industrien hin zu mehr Nachhaltigkeit<br />

wird bereits seit Jahren von der<br />

Messe Düsseldorf aktiv unterstützt.<br />

Denn dass die Aussteller von wire<br />

und Tube nicht nur innovativ sind,<br />

sondern zunehmend energieeffizient<br />

und ressourcenschonend produzieren,<br />

war bei den ecoMetal-trails<br />

live erlebbar.<br />

Die Chancen und Möglichkeiten<br />

auf dem Weg hin zu einer Grünen<br />

Tranwsformation wurden an zwei<br />

Messetagen beim wire und Tube-ExpertenTreff<br />

in der Halle 3 diskutiert.<br />

Hier informierten Branchen-<br />

Key-Player wie die Salzgitter AG,<br />

thyssenkrupp Steel, thyssenkrupp<br />

Material Services Processing, ArcelorMittal,<br />

Heine + Beisswenger-Gruppe,<br />

Klöckner + Co SE,<br />

Swiss Steel Group, SMS Group<br />

GmbH, Wirtschaftsvereinigung<br />

Stahlrohre e.V., Voß Edelstahlhandel<br />

GmbH + Co. KG sowie Stahlmarkt<br />

Consult über ihre Wege hin<br />

zu einer Grünen Transformation.<br />

Sie berichteten von spannenden<br />

Transformationsprozessen in ihren<br />

Unternehmen.<br />

Die wire 2022 präsentierte mit<br />

1.057 Ausstellern aus 51 Ländern<br />

Maschinen zur Drahtherstellung<br />

und Drahtbearbeitung, Draht,<br />

Kabel, Drahtprodukte und Fertigungstechnik,<br />

Befestigungstechnik<br />

und Federfertigungstechnik<br />

inklusive Endprodukte sowie Gitterschweißmaschinen.<br />

Ergänzend<br />

wurden Innovationen aus der<br />

Mess-, Steuer-, Regel- und Prüftechnik<br />

gezeigt.<br />

Die Tube zeigte mit 765 Ausstellern<br />

aus 44 Ländern die gesamte<br />

Bandbreite von Rohmaterialien<br />

über die Rohrherstellung, Rohrbearbeitungstechnik,<br />

Rohrzubehör,<br />

Rohrhandel, Umformtechnik und<br />

Maschinen und Anlagen. Werkzeuge<br />

zur Verfahrenstechnik, Hilfsmittel,<br />

Mess-, Steuer-, Regel- und Prüftechnik<br />

ergänzten das Angebot.<br />

Stark vertreten bei wire und Tube<br />

waren Aussteller aus Italien, der<br />

Türkei, Spanien, Belgien, Frankreich,<br />

Österreich, den Niederlanden,<br />

der Schweiz, Großbritannien,<br />

Schweden, Polen, Tschechien und<br />

Deutschland. Aus Übersee reisten<br />

Unternehmen aus den USA, Kanada,<br />

Südkorea, Taiwan, Indien und<br />

Japan nach Düsseldorf. 2024 finden<br />

wire und Tube wieder gemeinsam<br />

vom 15. bis 19. April in Düsseldorf<br />

statt. 2<br />

www.wire.de<br />

www.tube.de<br />

[Kontakt]<br />

Messe Düsseldorf<br />

GmbH<br />

Stockumer Kirchstr. 61<br />

40474 Düsseldorf<br />

+49 211 4560-01<br />

www.messeduesseldorf.de<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

61


Messen<br />

und Märkte<br />

Bericht/Nachrichten<br />

Marktplatz der metallverarbeitenden Industrien: Die AMB 2022 in Stuttgart<br />

vom 13. bis 17. September 2022 hat digitale Konzepte im Fokus.<br />

Bild: Landesmesse Stuttgart<br />

AMB 2022 in Stuttgart<br />

Digitalisierung zum Anfassen<br />

Die AMB 2022 in Stuttgart vom 13. bis 17. September 2022 bildet den Marktplatz der metallverarbeitenden<br />

Industrie in Europa und darüber hinaus. Der Blick auf die Ausstellenden und ihre Top-Themen zeigt, dass<br />

mechanische und elektrische Lösungen immer häufiger durch intelligente, digitale Konzepte ergänzt werden, wie<br />

ein exemplarischer Rundgang zeigt.<br />

[Kontakt]<br />

Landesmesse<br />

Stuttgart GmbH<br />

Messepiazza 1<br />

70629 Stuttgart<br />

+49 711 18560-0<br />

info@messe-stuttgart.de<br />

www.messe-stuttgart.de<br />

Effizienz, höhere Verfügbarkeit und gesteigerte<br />

Produktivität – so lautet der Dreiklang der Ziele in den<br />

Betrieben der metallbearbeitenden Industrie. Sie lassen<br />

sich durch hochqualifiziertes Personal und qualitativ<br />

hochwertige Maschinen, Werkzeuge und Komponenten<br />

erreichen – und immer mehr durch die Nutzung digitaler<br />

Produkte und Services. Sie werden auf der diesjährigen<br />

AMB vom 13. bis 17. September in Stuttgart eine wichtige<br />

Rolle spielen und an vielen Ständen im Zentrum des Interesses<br />

stehen.<br />

Beispielsweise erschließt Aussteller Chiron das Potenzial<br />

der Digitalisierung mit einem umfassenden Portfolio<br />

an Systemen, SmartLine genannt. Dabei hat der CNC-Maschinen-Hersteller<br />

Chiron nicht nur die Bearbeitungszentren,<br />

sondern auch das Umfeld der Produktion und die<br />

Unternehmensleitung im Blick. Die einzelnen Komponenten<br />

der Lösung kommunizieren dabei über umati, eine<br />

universelle Schnittstelle der VDW-Brancheninitiative, die<br />

seit einigen Jahren als offener Standard für den Werkzeugmaschinenbau<br />

weltweit etabliert wird.<br />

Digitalisierungsbausteine auf der AMB in Stuttgart<br />

Auch AMB-Aussteller Hermle legt einen Schwerpunkt auf<br />

die Automatisierung und Digitalisierung. Eine Kombination,<br />

die immer wichtiger wird, wie die zahlreichen Kundenanforderungen<br />

zeigen. Industrie 4.0 und der Wunsch<br />

zur Digitalisierung der Hermle-Produkte spielt gerade in<br />

den Wachstumsbranchen mit hohem Automationsanteil<br />

eine bedeutende Rolle. Hermle bietet hier digitale Bausteine<br />

wie Digital Production, Digital Service und Digital<br />

Operation an. Jeder Baustein greift in den anderen, wie<br />

man im September in Stuttgart sehen kann. So stehen<br />

verschiedene Funktionen zur Verfügung: Das „Maschinen<br />

Tuning“ der Digital Operation passt Reglerparameter<br />

dynamisch an und bietet intelligente Bearbeitungssetups.<br />

Der Baustein Digital Production enthält die Tool-ManagementSysteme<br />

HTMC/HOTS, Informations-Management-Systeme<br />

HIMS und AutomationControl-Systeme,<br />

kurz HACS, und der Digital Service die Funktionen Fernwartung,<br />

Diagnoseund Monitoring Systeme.<br />

Ohne Konnektivität geht es nicht<br />

Der Aussteller Grob setzt sich seit Jahren intensiv mit der<br />

Digitalisierung und der Entwicklung neuer Lösungen zur<br />

Fertigungs- und Prozessoptimierung auseinander und ist<br />

zu modularen Lösungen gekommen. Aufgrund der Konnektivität<br />

und flexiblen Anpassungsmöglichkeiten lassen<br />

sich mit den von Grob entwickelten Applikationen innerhalb<br />

von Grob-NET4Industry nicht nur die Grob-Maschinen,<br />

sondern alle Arten von Maschinen und Steuerungen<br />

sämtlicher Hersteller anbinden. Dadurch können Anwender<br />

die Performance der Maschinen analysieren und ihre<br />

Prozesse optimieren.<br />

Intelligente Spannmittel<br />

Im Bereich der Spannmittel-Hersteller spielt die Optimierung<br />

der Produktion mit Hilfe der Digitalisierung eine<br />

bedeutende Rolle, wie die AMB zeigen will. Beispielsweise<br />

wird Hainbuch Spannmittel mit integrierter, intelligenter<br />

Messtechnik – die IQ Reihe – ausstellen. Damit sind<br />

dank integrierter Sensorik viele verschiedene Messungen<br />

und Überwachungen möglich. Sogar Messmaschinen lassen<br />

sich teilweise einsparen. Über berührungslose Datenund<br />

Energieübertragung werden die Messdaten direkt an<br />

die Maschinensteuerung geleitet und ausgewertet. 2<br />

www.amb-messe.de<br />

62 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


KfW-ifo-Mittelstandsbarometer Juni<br />

Sorgen beim Blick nach vorn<br />

Das Geschäftsklima im Mittelstand<br />

hat sich im Juni praktisch unverändert<br />

gegenüber dem Vormonat gezeigt, der entsprechende<br />

Index stieg um 0,1 Zähler auf<br />

-5,7 Saldenpunkte. Das meldete die Kreditanstalt<br />

für Wiederaufbau (KfW) in ihrem<br />

ifo-Mittelstandbarometer. Die Lageurteile<br />

stiegen zum dritten Mal in Folge, und zwar<br />

um 1,7 Zähler auf 12,8 Saldenpunkte. Damit<br />

beurteilten die mittelständischen Unternehmen<br />

ihre Geschäftslage im Juni trotz zahlreicher<br />

Widrigkeiten sogar noch besser als im<br />

Juni vor einem Jahr.<br />

Die Geschäftserwartungen auf Sicht von<br />

sechs Monaten sanken im Juni um 1,2 Zähler<br />

dagegen auf -22,1 Zähler. Damit lagen<br />

sie weit unter der Nulllinie, die den langfristigen<br />

Durchschnitt anzeigt. Insbesondere<br />

die im Winter drohende Energiekrise aufgrund<br />

von ausbleibenden Gaslieferungen<br />

aus Russland bereitet vielen Unternehmen<br />

Sorgen. Beim Blick auf das mittelständische<br />

Geschäftsklima im Juni sind erhebliche<br />

Branchenunterschiede festzustellen. Das<br />

deutlichste Plus verzeichnet das Baugewerbe,<br />

dessen Klima um 4,3 Zähler auf -3,8<br />

Saldenpunkte ansteigt. Einen regelrechten<br />

Absturz verzeichnet dagegen der Einzelhan-<br />

ArGeZ<br />

Zuliefererindustrie sieht weitere Risiken<br />

Nach drei Monaten mit negativen Saldenpunkten konnte das Geschäftsklima der deutschen<br />

Zulieferer im Juni erstmals seit Ausbruch des Ukraine Kriegs 3,6 Punkten wieder leicht<br />

positiv abschließen, so das ifo-Institut München. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als<br />

auch die Erwartungen auf Sicht der kommenden sechs Monate fielen im Vergleich zum Mai<br />

leicht verbessert aus. Dies dürfe jedoch nicht überbewertet werden da sich nach Abschluss<br />

der Erhebung mit der Verkündung der Alarmstufe des Notfallplans Gas eine neue Verunsicherungsspitze<br />

zeige, so die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie – ArGeZ. Weitere Risiken sieht<br />

die ArGeZ in den breitflächig korrigierten Szenarien im Fahrzeugbau. Für nahezu alle wesentlichen<br />

Länder und Regionen seien die Prognosen für das laufende Jahr gekappt worden.<br />

www.argez.de<br />

del, dessen Klima um 11,8 Zähler auf nur<br />

noch -17,8 Saldenpunkte fällt. Aber auch im<br />

verarbeitenden Gewerbe sind die Probleme<br />

derzeit groß: Insbesondere wegen zusätzlichen<br />

Materialengpässen durch den Krieg<br />

in der Ukraine und den Lockdowns in China<br />

sowie der akuten Gefahr von ausbleibenden<br />

Gaslieferungen aus Russland hat sich die<br />

Stimmung hier ebenfalls seit März schlagartig<br />

eingetrübt. Im Juni gab das Geschäftsklima<br />

der mittelständischen Industrie erneut<br />

nach (-0,8 Zähler auf -10,5 Saldenpunkte).<br />

Schlechter als im Mittelstand entwickelt<br />

sich im Juni die Stimmung unter den Großunternehmen.<br />

Sie verzeichneten einen<br />

erheblichen Rückgang des Geschäftsklimas<br />

um 5,4 Zähler auf weit unterdurchschnittliche<br />

-16,4 Saldenpunkte.<br />

www.kfw.de/mittelstandsbarometer<br />

Der Strompreis braucht einen Deckel<br />

Einen sofortigen Deckel für den Strompreis fordert der Wirtschaftsverband Stahl- und<br />

Metallverarbeitung e.V. (WSM). Der Verband kritisiert das derzeit geltende Preismodell der<br />

Energiewirtschaft, bei der die Einsatzreihenfolge der stromproduzierenden Kraftwerke auf<br />

einem Stromhandelsplatz festgelegt ist. Das sogenannte Merit-Order-Preisbildungsmodell<br />

beschere Stromverbrauchern Kosten in Rekordhöhe, während viele „gasfreien“<br />

Kraftwerksbetreiber hohe Gewinne einführen, da der mit Gas produzierte Strom meist den<br />

Preis setze. Der Staat müsse diese Windfall-Profite stoppen, indem er den Preis für<br />

verstromtes Gas deckelt, so der WSM.<br />

EMI-Einkaufsmanager-Index Juni<br />

Nachfrageeinbruch drückt<br />

deutsche Industrieproduktion<br />

Die deutsche Industrie erlebte ein<br />

schwieriges Ende des zweiten Quartals.<br />

Das signalisiert der saisonbereinigte S&P<br />

Global/BME-Einkaufsmanager-Index<br />

(EMI) für den Monat Juni. Der wichtige<br />

Konjunktur-Frühindikator für die größte<br />

Volkswirtschaft Europas ging von 54,8<br />

Punkten im Mai auf aktuell 52,0 zurück.<br />

Das ist der niedrigste Wert seit fast zwei<br />

Jahren.<br />

„Die anhaltenden geopolitischen Spannungen<br />

und die damit verbundene Unsicherheit<br />

an den internationalen Märkten<br />

beeinträchtigen die Geschäftsabläufe<br />

vieler Unternehmen. Deshalb ist es nicht<br />

verwunderlich, dass sich der EMI im Juni<br />

nur noch knapp über der Referenzlinie<br />

von 50 Punkten gehalten hat“, betonte<br />

Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende<br />

des Bundesverbandes Materialwirtschaft,<br />

Einkauf und Logistik e.V. (BME) Anfang<br />

Juli. Da sich der EMI-Teilindex-Jahresausblick<br />

seit Januar kontinuierlich eingetrübt<br />

hat, dürfte die Lage in der deutschen<br />

Industrie nach Einschätzung von Ullah<br />

auch in den nächsten Monaten schwierig<br />

bleiben.<br />

„Der Preisrückgang bei den börsennotierten<br />

Rohstoffen setzte sich im Juni weiter<br />

fort. Hauptgrund ist die Sorge, dass der<br />

Krieg zwischen Russland und der Ukraine<br />

länger dauert und eine Rezession in<br />

Europa zur Folge hat. Gleichzeitig sinken<br />

aber auch die Börsenbestände. Bei Aluminium<br />

sind diese auf den niedrigsten<br />

Stand seit über 15 Jahren gefallen. Sollte<br />

es nach dem Sommer zu einer Belebung<br />

der Nachfrage kommen, dürften starke<br />

Preisauftriebe die Folge sein. Am meisten<br />

befürchtet die deutsche Industrie aber<br />

einen möglichen kompletten Lieferstopp<br />

von russischem Erdgas schon im Juli“,<br />

sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing<br />

Director Industrials, Automotive &<br />

Services der IKB Deutsche Industriebank<br />

AG.<br />

www.bme.de/services/<br />

market-research/emi<br />

<strong>Stahlreport</strong> 7/8|22<br />

63


Messen<br />

XXXXXXXXXX<br />

und Märkte<br />

XXXXX TermineA XXXXX<br />

Deutscher Verband für Schweißen und<br />

verwandte Verfahren e. V<br />

DVS Congress 2022<br />

Mit spannenden Zukunftsthemen<br />

wartet der diesjährige DVS Congress auf,<br />

der vom 19. bis 21. September 2022 in der<br />

Rhein-Mosel-Halle in Koblenz stattfinden<br />

wird. „Fügetechnik für die E-Mobilität“,<br />

„Multimaterialdesign im Leichtbau“ und<br />

„Digitalisierung in der Schweißtechnik“ stehen<br />

zum Beispiel als zentrale Themen auf<br />

der Agenda der Fachtagung mit begleitender<br />

Ausstellung, die in jedem Jahr im September<br />

vom DVS – Deutscher Verband für<br />

Schweißen und verwandte Verfahren e. V.<br />

an wechselnden Veranstaltungsorten<br />

durchgeführt wird. Am Abend des Congress-Tages<br />

feiert der DVS in Koblenz sein<br />

125-jähriges Jubiläum.<br />

Wann: 19.-21.09.2022 Wo: Koblenz<br />

www.dvs-home.de/events/detail/<br />

dvs-congress-2022<br />

Koelnmesse<br />

Internationale<br />

Eisenwarenmesse 2022<br />

Die Internationale Eisenwarenmesse<br />

(IEM) ist nach zwei Jahren pandemiebedingter<br />

Absagen und Verschiebungen wieder<br />

auf Kurs für eine Präsenz-Veranstaltung im<br />

September 2022. Die IEM 2022 bietet der<br />

Branche nach langer Zwangspause wieder<br />

eine Möglichkeit sich einen Gesamtüberblick<br />

zu verschaffen und eine Vielzahl von<br />

Geschäftspartnern persönlich zu treffen.<br />

Auch für Besucher, die nicht anreisen<br />

können, hat die Koelnmesse eine neue<br />

Lösung gefunden: Wer möchte, kann branchenkundige<br />

„Fair Scouts“ buchen. Diese<br />

nehmen den Besuchern entweder mit dem<br />

entsprechenden Equipment auf einen virtuellen<br />

Rundgang über das Messegelände<br />

oder sehen sich<br />

auf ein Briefing<br />

hin Produkte<br />

an und führen<br />

bereits erste<br />

Gespräche. Die<br />

Internationale<br />

Eisenwarenmesse<br />

wird somit<br />

zum echten hybriden Event.<br />

Wann: 25.–28.09.2022 Wo: Koelnmesse<br />

www.eisenwarenmesse.de<br />

Messe Düsseldorf & Vulkan Verlag<br />

ecoMetals Day 2022<br />

Früher traf sich die Branche alljährlich<br />

zum Stahltag auf dem Düsseldorfer<br />

Messegelände. Mit dem ecoMetals Day<br />

als neuem Leitkongress für Green Steel<br />

und Green Metals lassen die Messe Düsseldorf<br />

und Ihr Kongresspartner, der Vulkan<br />

Verlag, diese Tradition jetzt in modernisierter<br />

Form neu aufleben. Die eintägige<br />

Veranstaltung wird erstmals am 21.9. im<br />

Kongresscenter CCD der Messe Düsseldorf<br />

im Rahmen der decarbXpo stattfinden.<br />

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht<br />

die Vermittlung von konkret umsetzbarem<br />

Anwendungswissen für die Stahl- und<br />

Metallbranche zum neuen interdisziplinären<br />

Dreisatz der Grünen Transformation: Dekarbonisierung,<br />

Digitalisierung und Circular<br />

bauforumstahl & DSTV<br />

40. Deutscher Stahlbautag<br />

Economy. Der ecoMetals Day – Pioneers<br />

of Sustainability zeigt, mit welchen Lösungen<br />

und Konzepten die führenden deutschen<br />

Stahl- und Aluminiumproduzenten,<br />

Schmelzbetriebe, Weiterverarbeiter und<br />

Umformer, Anlagenbauer und Händler die<br />

Herausforderung der „Grünen Transformation“<br />

meistern wollen.<br />

Wann: 21.09.2022 Wo: Messe Düsseldorf<br />

im Rahmen der decarbXpo, Kongresscenter<br />

CCD<br />

Tickets: € 390, ermäßigt € 39,00. Mitglieder<br />

des VDEh sowie Abonnenten der Fachmedien<br />

des Vulkan Verlags € 290<br />

www.decarbxpo.de/de/konferenzen/<br />

ecometals_day<br />

SMR events<br />

International Stainless &<br />

Special Steel Conference 2022<br />

Vom 20.-22.09. findet die International<br />

Stainless & Special Steel Conference in<br />

Hamburg statt. Auf dem Programm stehen<br />

aktuelle Themen der globalen Edelstahlund<br />

Spezialstahlindustrie. Diskutiert werden<br />

alle relevanten Themen der Branche,<br />

die das Geschäft im Jahr 2023 und darüber<br />

hinaus prägen werden, so der Veranstalter,<br />

die österreichische SMR events GmbH.<br />

Wann: 20.-22.09.2022 Wo: Hamburg, Privathotel<br />

Lindtner Hamburg<br />

http://planner.smr-events.com<br />

Am 29. und 30. September 2022 findet<br />

der 40. Deutsche Stahlbautag in Berlin statt. Auf<br />

dem Programm stehen eine dreizügige Vortragsreihe<br />

sowie eine große Fachausstellung. Neu ist<br />

der Strategietag zu den Themen Nachhaltigkeit und Wirtschaft. Das Grußwort spricht<br />

Dr. Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung<br />

und Bauwesen. Besonders in diesem Jahr ist, dass die Veranstaltung von einer großen<br />

Jubiläumsfeier gekrönt wird: Der Stahlbautag jährt sich in diesem Jahr zum 40. mal.<br />

Begleitet wird die Veranstaltung von einer großen Fachausstellung, für die laut Veranstalter<br />

bereits über 50 Aussteller und Sponsoren zugesagt haben.<br />

Wann: 29.-30.09.2022 Wo: Berlin, Mercure Hotel MOA Berlin<br />

https://deutscher-stahlbautag.com<br />

64 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


Messekalender<br />

Datum Messe Ort Info<br />

31.08.–01.09.2022 BDS-Seminar: Qualitäts- und Edelstahl Mannheim www.stahlhandel.com<br />

13.–14.09.2022 BDS-Seminar: Ladies first – sicher eigene Akzente setzen Soltau www.stahlhandel.com<br />

Immer aktuell<br />

auch auf<br />

www.stahlreport.com<br />

13.–17.09.2022 AMB, Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung Stuttgart www.messe-stuttgart.de/amb<br />

14.–17.09.2022 GaLaBau, Internationale Leitmesse für Planung, Bau und Pflege von Urban-, Nürnberg www.galabau-messe.com<br />

Grün- und Freiräumen<br />

19.09.2022 BDS-Gebietsversammlungen Soltau www.stahlhandel.com<br />

20.09.2022 BDS-Gebietsversammlungen Schkeuditz www.stahlhandel.com<br />

20.–22.09.2022 BLE.CH Bern & online www.ble.ch<br />

21.09.20222 BDS-Gebietsversammlungen Merklingen www.stahlhandel.com<br />

22.09.2022 BDS-Gebietsversammlungen Groß-Gerau www.stahlhandel.com<br />

23.09.2022 BDS-Gebietsversammlungen Duisburg www.stahlhandel.com<br />

25.–28.09.2022 Internationale Eisenwarenmesse Köln www.eisenwarenmesse.de<br />

27.09.2022 BDS-Seminar: Prüfbescheinigungen und Produkthaftung Düsseldorf www.stahlhandel.com<br />

27.–28.09.2022 MBI-StahlTag 2022 Frankfurt/Main www.mbi-infosource.de<br />

27.–29.09.2022 Aluminium Düsseldorf www.aluminium-exhibition.com<br />

27.–29.09.2022 FachPack 2022, Fachmesse für Verpackungen, Prozesse und Technik Nürnberg www.fachpack.de<br />

27.–29.09.2022 MSE 2022, Internationaler Kongress für Materialwirtschaft und Werkstofftechnik Darmstadt/online www.dgm.de/mse/2022<br />

04.–07.10.2022 Motek, Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung Stuttgart www.motek-messe.de<br />

04.–07.10.2022 Bondexpo, Internationale Fachmesse für Klebtechnologie Stuttgart www.bondexpo-messe.de<br />

04.–07.10.2022 MSV Internationale Maschinenbaumesse Brünn/Tschechien www.bvv.cz/de/msv/<br />

10.–11.10.2022 BDS-Seminar: Grobbleche Wernigerode www.stahlhandel.com<br />

11.–13.10.2022 11. Internationale Zulieferbörse (IZB) Wolfsburg www.izb-online.com<br />

11.–13.10.2022 parts2clean Stuttgart www.parts2clean.de<br />

17.–18.10.2022 BDS-Seminar: Methodische Prüfungsvorbereitung für Auszubildende Münster www.stahlhandel.com<br />

19.–20.10.2022 BDS-Seminar: Auszubildende im Fokus Münster www.stahlhandel.com<br />

24.–30.10.2022 bauma, 33. Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, München www.bauma.de<br />

Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte<br />

25.–28.10.2022 EuroBLECH, Internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung Hannover www.euroblech.com<br />

27.–28.10.2022 Werkstoffprüfung 2022 – 40. Vortrags- und Diskussionstagung Dresden & online www.dgm.de/wp/2022<br />

08.–09.11.2022 BDS-Seminar: Stahleinkauf kompakt Duisburg www.stahlhandel.com<br />

14.–15.11.2022 BDS-Seminar: Mehr Umsatz, Ertrag und Kunden I Köln www.stahlhandel.com<br />

15.–18.11.2022 Formnext. Leitmesse für additives Manufacturing Frankfurt am Main www.formnext.de<br />

17.–18.11.2022 Hüttentag 2022, Branchentreff der Stahlindustrie Essen www.home-of-steel.de/huettentag<br />

22.–23.11.2022 BDS-Seminar: Betonstahl Kehl www.stahlhandel.com<br />

29.11.–01.12.2022 BDS-Seminar: Stahlkunde Gengenbach www.stahlhandel.com<br />

05.–06.12.2022 BDS-Seminar: Nichtrostende Stähle Düsseldorf www.stahlhandel.com<br />

07.–10.03.2023 Intec, Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Leipzig www.messe-intec.de<br />

Fertigungs- und Automatisierungstechnik<br />

07.–10.03.2023 Z, Internationale Zuliefermesse für Teile, Komponenten, Module und Technologien Leipzig www.zuliefermesse.de<br />

21.–23.03.2023 Fastener Fair, Internationale Fachmesse der Verbindungs- und Befestigungsbranche Stuttgart www.fastenerfair.com<br />

17.–21.04.2023 Hannover Messe Hannover www.hannovermesse.de<br />

17.–22.04.2023 BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme München www.bau-muenchen.com<br />

25.–27.04.2023 LogiMAT, Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement Stuttgart www.logimat-messe.de<br />

02.–06.05.2023 METPACK, Weltleitmesse für Metallverpackungen Essen www.metpack.de<br />

04.–10.05.2023 Interpack – Processing & Packaging Düsseldorf www.interpack.de<br />

09.–12.05.2023 Control, Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung Stuttgart www.control-messe.de<br />

23.–25.05.2023 Learntec, Internationale Fachmesse und Kongress für Bildung Karlsruhe www.learntec.de<br />

12.–16.06.2023 GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST Düsseldorf www.gifa.de, www.metec.de<br />

13.–16.06.2023 Moulding Expo, Internationale Fachmesse Werkzeug-, Modell- und Formenbau Stuttgart www.messe-stuttgart.de/<br />

moulding-expo<br />

13.–16.06.2023 SawExpo, Messe für Trenn- und Zerspanungstechnik Friedrichshafen www.sawexpo.de<br />

11.–15.09.2023 SCHWEISSEN & SCHNEIDEN, Weltleitmesse Fügen, Trennen, Beschichten Essen www.schweissen-schneiden.com<br />

18.–23.09.2023 EMO Hannover, Weltleitmesse der Produktionstechnologie Hannover www.emo-hannover.de<br />

10.–12.10.2023 DeburringEXPO Karlsruhe www.deburring-expo.de<br />

10.–13.10.2023 Motek, Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung Stuttgart www.motek-messe.de<br />

10.–13.10.2023 Bondexpo, Internationale Fachmesse für Klebtechnologie Stuttgart www.bondexpo-messe.de<br />

24.–27.10.2023 A+A, 2023, Weltleitmesse für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Düsseldorf www.aplusa.de<br />

07.–10.11.2023 "Blechexpo, Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung<br />

Sie möchten Ihre Veranstaltung bei uns im Kalender sehen?<br />

Kommen Sie gern auf uns zu unter +49 211 86497-0 oder jung-bds@stahlhandel.com<br />

<strong>Stahlreport</strong> 6|22<br />

65


Lifesteel XXXXXXXXXX<br />

XXXXX Bericht A XXXXX<br />

Bilder: MKG Göbel Solutions GmbH<br />

Das feuerverzinkte Agri-PV-System GMS Double kann je nach<br />

Anforderung in der Höhe und bezüglich der Pfostenabstände flexibel<br />

eingesetzt werden.<br />

Mit der Verwendung von feuerverzinktem Stahl wird sichergestellt, dass eine Wartung<br />

über die gesamte Lebensdauer der PV-Anlage entfallen kann.<br />

Innovations- und Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken 2022<br />

Ein Solardach für den Acker<br />

Der Ausbau der solaren Stromproduktion ist ein zentraler Baustein der Energiewende und eine Voraussetzung zur<br />

Erreichung der Klimaziele. Doch wie lässt sich die Sonnenstrom-Erzeugung noch ausbauen? Eine Möglichkeit bietet die<br />

Nutzung bereits anderweitig genutzter Flächen, beispielsweise von Agrarflächen. Die sogenannte Agri-Photovoltaik,<br />

auch Agri-PV genannt, kombiniert Landwirtschaft mit Solarstromproduktion auf derselben Fläche.<br />

[Kontakt]<br />

Institut Feuerverzinken<br />

GmbH Mörsenbroicher<br />

Weg 200<br />

40470 Düsseldorf<br />

+49 211 690765-0<br />

info@feuerverzinken.com<br />

www.feuerverzinken.com<br />

MKG Göbel Solutions<br />

GmbH<br />

Pfaffenmühlweg 86<br />

74613 Öhringen<br />

+49 7941 64920-0<br />

info@mkg-goebel.de<br />

www.mkg-goebel.de<br />

Bei der technischen Umsetzung<br />

und Realisierung von Agri-PV<br />

kommt der Unterkonstruktion eine<br />

zentrale Bedeutung zu. Mit dem<br />

Agri-PV-Montagesystem GMS Double<br />

hat das Photovoltaik-Unternehmen<br />

MKG Göbel ein flexibles und<br />

variables Bausystem entwickelt, das<br />

je nach Anforderung flexibel eingesetzt<br />

und einfach errichtet werden<br />

kann. Auch der Rückbauerlaubt des<br />

Systems ist problemlos möglich,<br />

erlaubt eine Wiederverwendung<br />

und ist damit zirkulär.<br />

Mit der Verwendung von feuerverzinktem<br />

Stahl, der in vielfältiger<br />

Weise in der Land- und Solarwirtschaft<br />

verbaut wird, kommt dafür<br />

ein bewährter, dauerhafter und<br />

nachhaltiger Korrosionsschutz zum<br />

Einsatz, der sicherstellt, dass eine<br />

Wartung über die gesamte Lebensdauer<br />

der PV-Anlage entfallen kann.<br />

Überzeugt hat dieses System<br />

auch den Industrieverband Feuerverzinken.<br />

Der Verband zeichnete<br />

das Unternehmen für dieses Produkt<br />

mit dem Innovations- und<br />

Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken<br />

2022 aus. „MKG Göbel Solutions<br />

schafft mit seinem bis ins Detail<br />

durchdachten Montagesystem GMS<br />

Double die technische Voraussetzung<br />

für eine einfache Erschließung<br />

von Agrarflächen für die Solarproduktion<br />

und leistet einen wertvollen<br />

Beitrag zur Energiewende“, so die<br />

Jury.<br />

Seit 2003 vergibt der Industrieverband<br />

Feuerverzinken den Innovationspreis<br />

Feuerverzinken und ehrt<br />

mit dem Award Innovatoren für ihre<br />

Leistungen. In diesem Jahr wurde aus<br />

dem Award der Innovations- und<br />

Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken.<br />

Damit betont der Preis deutlicher<br />

als in der Vergangenheit das<br />

Kriterium der Nachhaltigkeit. 2<br />

Impressum<br />

STAHLREPORT<br />

Nachrichten aus Handel,<br />

Produktion und Verarbeitung<br />

Offizielles Organ des<br />

BDS-Fernstudiums<br />

Herausgeber:<br />

Bundesverband<br />

Deutscher Stahlhandel<br />

Wiesenstraße 21<br />

40549 Düsseldorf<br />

Redaktion:<br />

Markus Huneke (Chefredakteur)<br />

Telefon +49 211 86497-24<br />

Huneke-BDS@stahlhandel.com<br />

Anzeigen:<br />

Ksenija Sandek<br />

Telefon+49 211 86497-21<br />

Sandek-BDS@stahlhandel.com<br />

Verlag:<br />

BDS AG<br />

Wiesenstraße 21<br />

40549 Düsseldorf<br />

Telefon +49 211 86497-0<br />

Telefax +49 211 86497-22<br />

Layout und Herstellung:<br />

auhage|schwarz, Leichlingen<br />

Erscheinungsweise:<br />

monatlich (10 Hefte/Jahr)<br />

Anzeigenpreis:<br />

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 39<br />

Bezugspreis:<br />

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im<br />

Ausland zuzüglich Versandspesen und<br />

Mehrwertsteuer. Abbestellungen sind<br />

lediglich unter Einhaltung einer dreimonatigen<br />

Kündigungsfrist zum Jahresende<br />

möglich. Für die Mitglieder des<br />

BDS und die Teilnehmer im BDS-Fernstudium<br />

ist der Bezug eines Exemplars<br />

der Fachzeitschrift „<strong>Stahlreport</strong>“ im<br />

Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studiengebühr<br />

enthalten. Ein Nachdruck ist<br />

nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />

der Redaktion gestattet.<br />

Für unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

oder Fotos übernehmen Herausgeber,<br />

Redaktion und Verlag keine<br />

Gewähr. Namentlich oder mit Initialen<br />

gekennzeichnete Beiträge vertreten<br />

eine vom Herausgeber unabhängige<br />

Meinung der Autoren.<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit<br />

wird mitunter auf die gleichzeitige Verwendung<br />

männlicher und weiblicher<br />

Sprachformen verzichtet. Sämtliche<br />

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl<br />

für beiderlei Geschlechter.<br />

Außerdem bittet die Redaktion um<br />

Verständnis, dass insbesondere Firmennamen<br />

je Artikel in der Regel nur<br />

einmal in ihrer werbeorientierten Form<br />

verwendet und entsprechende Begriffe<br />

häufig eingedeutscht werden.<br />

International Standard<br />

Serial Number:<br />

ISSN 0942-9336<br />

Diese Zeitschrift wurde aus umweltschonendem<br />

Papier hergestellt.<br />

66 <strong>Stahlreport</strong> 7/8|22


BERUFSBILDUNG 2022<br />

SEMINARE BEIM BDS<br />

SEMINARTHEMA TERMIN ORT<br />

QUALITÄTS- UND EDELSTAHL 31.08.–01.09.2022 MANNHEIM<br />

„LADIES FIRST“ –<br />

SICHER EIGENE AKZENTE SETZEN 13.–14.09.2022 SOLTAU<br />

PRÜFBESCHEINIGUNGEN UND PRODUKTHAFTUNG 27.09.2022 DÜSSELDORF<br />

GROBBLECHE 10.–11.10.2022 WERNIGERODE<br />

METHODISCHE PRÜFUNGSVORBEREITUNG<br />

FÜR AUSZUBILDENDE 17.–18.10.2022 MÜNSTER<br />

AUSZUBILDENDE IM FOKUS 19.–20.10.2022 MÜNSTER<br />

STAHLEINKAUF 08.–09.11.2022 DUISBURG<br />

MEHR UMSATZ, ERTRAG UND KUNDEN I 14.–15.11.2022 KÖLN<br />

BETONSTAHL 22.–23.11.2022 KEHL<br />

STAHLKUNDE 29.11.–01.12.2022 GENGENBACH<br />

NICHTROSTENDE STÄHLE 05.–06.12.2022 DÜSSELDORF<br />

Diese Übersicht gibt den aktuellen Stand der Seminarplanungen wieder. Änderungen sind vorbehalten. Über weitere Details<br />

sowie zu den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte unter www.stahlhandel.com.<br />

»<br />

INFOS<br />

& ANMELDUNG<br />

www.stahlhandel.com/seminare<br />

Bundesverband Deutscher Stahlhandel BDS AG · Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf · info-bds@stahlhandel.com

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