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E_1930_Zeitung_Nr.103

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18 AUTOMOBTL-REVim

18 AUTOMOBTL-REVim 1930 - N° 103 Sie in dem neuen Film spielen. Also kann ich, Sie gut verwenden. Ihnen gegenüber widerrufe ich meine Zusage nicht, wie ich es bei den anderen tat.» Das ist eine grausame Methode, Talente ausfindig zu machen, aber Fay Wray kam sie sehr zustatten. Von da an erhielt sie bedeutende Rollen, so dass sie bald die Position einer gut bezahlten «leading woman» einnahm. ßuster und die Krokodile. Schliesslich noch eine Anekdote aus Hollywood. Buster Keaton arbeitete an einem neuen Film. Auf em bestimmtes Zeichen musste er in einen Teich fallen. Buster tat seine Pflicht und befand sich, als er in dem nassen Element war, plötzlich zwischen einem Haufen Krokodile, die als «Statisten» mitzuwirken hatten. Man hatte sie in den Teich geschafft, wo sie sich aufhielten, bis man sie in der betreffenden Szene brauchte. Allgemeines Entsetzen! Alles lief aufgeregt hin und her, alles schrie wild durcheinander. Man befürchtete das Aergste, da von Buster, seitdem er ins Wasser gefallen war, nichts mehr 'zu sehen war. Der einzige, der in diesem Tohuwabohu Geistesgegenwart bewahrte, war der Operateur. Er drehte unverdrossen weiter und brachte die ganze Panikszene auf den Zelluloidstreifen. Er vermittelte dem Kinopublikum aber auch den Anblick des triefenden Buster Keaton, der mit verdutztem Gesichtsausdruck aus dem Wasser auftauchte, ein nicht minder verdutztes Krokodil beim Schwanz haltend. Die Jagd nach der roten Rose Skizze von Anna Burg. (Fortsetzung von Seite 16) Mädchen aufgetaucht, das ein paar Tage lang die grau in grau getönte Atmosphäre jener Wohnung mit bestrickender Farbigkeit erfüllt hatte. Armand sah es noch, wie dieses Mädchen täglich am Fenster erschien, schön, mit lächelndem Gesicht, wie sie zuerst verstohlen, "dann immer offener zu ihm herüberblickte, ihn oft lange ohne Befangenheit betrachtete und ihm, als er einmal einen kecken Gruss wagte, mit reizender Natürlichkeit antwortete. Vielleicht hatte das holde Kind damals erwartet, er würde eine Annäherung suchen — aber auch da war es ihm ergangen, wie jetzt — er wollte das Fernerlebnis nicht aus dem rosigen Duft der TJnerreichbarkeit in die graue, erschreckende Wirklichkeit herüberziehen — und so war es gekommen, dass sie ihm eines Tages einen besonders lieben und eindringlichen Gruss sandte — der ihr letzter war, einen Abschiedsgruss, ohne dass er es wusste. Sie war dann nie mehr erschienen. Und Praktische Festgeschenke Herren -Wäsche Hemden, Kragen, Krawatten, Socken. Pyjamas Sweaters, Pullovers Auto - Handschuhe Sie finden bei uns das Passende. Als die Anwesenden ihn so sahen, mussten sie unwillkürlich hell auflachen. Nun lachte Buster mit. Er erkannte, dass er mit dem blossen Schrecken davongekommen, sein Film aber um eine packende Szene bereichert war. Die Macht der Lüge Von Caweh. Ein Petroleumbohrer war gestorben. AlsSarkophag aus dem 11. Jahrhundert. er droben ankam, wurde er vom Himmelspförtner Petrus angehalten: er bedaure sehr, es seien schon zu viel Petroleumarbeiter hinter den Sternentoren, die Quote sei erreicht, er könne ihn beim besten Willen nicht einlassen., « Vielleicht kann ich etliche davon htoiausbugsieren», meinte der neue Bewerber und Stuhlweissenburg auf der Stelle gefunden sah dem Schlüsselmeister treuherzig in dieworden, wo König Stefan seine Basilika Augen. «Gib mir Gelegenheit und ich werde dir sehr viel Platz schaffen.» Sankt Peter fand Gefallen an dem Burschen und Hess ihn ein. Einmal im Himmel, war der Neuankömmling ausserordentlich geschäftig. Wo immer er eines Petroleummannes ansichtig wurde, flüsterte er ihm ins Ohr: «Hast du von dem grossen Petroleumfund in der Hölle gehört? Tausende von Fässern und noch viel mehr!» Sehr schnell begab sich da ein wilder Auszug aus den Himmelstoren. Petrus war erstaunt, der Plan des Schlaubergers schien vollends zu wirken. Schliessläch war der Neuankömmling der einzige im Himmel verbliebene Petroleumbohrer. Allein nach zwei, von dort war ihm ein kleines, schmerzliches Zucken im Herzen geblieben. Genau so rot, wie das Kleid jenes Mädchens gewesen war — so rot war die Böse an der Limousine. Und Armand machte spielerische Vermutungen, als ob vielleicht eine Verwandlung stattgefunden hätte und aus jenem schönen Mädchen heute die Rose geworden sei. Doch nein, die Blume war ja künstlich, von Menschenhand gemacht. Aber was tat das? Sie glich der so flüchtig Geschauten von einst. Und er wollte ihr Auftauchen gemessen, bis sie wieder entschwinden würde. Es mischte sich in den träumerischen Heiz des Erwartens mit einmal ein neuer Ton — es begann zu schneien. Und als Armand heute seinen Lauscherposten einnahm, blickte er mit heimlichem Staunen in das langsame Fallen der Flocken. Noch,, war der erwartete Wagen nicht angekom» ? men. Noch fehlte die Kose. Aber ihm schien es, als sei dieser Schnee, dieses weisse lustige Wirbeln mit ein Stück der Erinnerung an jenes Mädchen im roten Kleid. Er strengte sich an, sich zurückzurufen, wann er diese wohl eigentlich gesehen hatte, und es kam ihm plötzlich wieder zum Bewusstsein, dass ihr Erscheinen in die Zeit kurz vor Weihnachten gefallen war, und dass sie ihm eines Tages durch einen wehenden Flockenschleier »••»••»••»••••»< k 3BjccJxn/iofatrJ7 ZUfiLfC/f drei Tagen wurde er unruhig. Ein weiterer Tag verging, da schlich auch er sich aus der Pforte... «Was ist denn los?», fragte Petrus, der ihn bemerkte. «Wo willst du hin?» «Ich gehe ebenfalls zur Hölle. Ich überlegte mir — schliesslich ist doch etwas Wahres an der Geschichte dran !» Der Steinsarkophag, der seit mehr als 100 Jahren im Hof des Budapester Nationalmuseums steht und von einem venezianischen Meister stammende kunstvolle Reliefs trägt, ist endgültig als der Sarkophag des ersten Ungarkönigs Stefan des Heiligen agnosziert worden. Der Sarkophag ist seinerzeit in baute. Auf derselben Stelle sind auch die Steinsärge des Königs BeLa III. und seiner Gemahlin gefunden worden, deren sterbliche Ueberreste 1848 in die Ofner Matthiaskirche überbracht wurden. Der Sarkophag des Königs Stefan war leer, da seine Gebeine nach seiner Heiligsprechung dem Steinsarg entnommen und in verschiedenen Kirchen untergebracht wurden. Die Türken benützten den Sarkophag, nachdem sie 1543 in Stuhlweissenburg einzogen und die Basilika bald hernach in einen Trümmerhaufen umwandelten, als Tränketrog, wie sie es auch mit andern Sarkophagen taten. hindurch mit kindlich strahlendem Entzücken zugenickt hatte. Seltsam zwingend wirkte dieser Schnee, so leicht, so vergänglich zwar — und doch gab er seinem Interesse für die rote Rose eine merkwürdige Wirklichkeit, die diese Laune bisher nicht gehabt hatte. Es hielt Armand nicht an seinein Platz, er erhob sich und trat auf die Strasse. Alle Fussgänger eilten flüchtigeren Schrittes als sonst dahin, unter der Ueberraschung des fallenden Schnees — alle Wagen schössen schneller ihrem Ziele zu — aber diese Hast schien mehr einer freudigen Anregung zu entspringen, als eine Flucht vor der Nässe zu bedeuten. Und nun fuhr die Limousine dicht an Armand vorbei, in verlangsamtem Tempo und gleich darauf haltend. Er konnte jetzt deutlich die Frau sehen, die aus dem Wagen stieg. Sie blieb einen Augenblick stehen, blickte in die Höhe, lachte kurz und hell und sagte: «Ei, es schneit!» Zu wem sagte sie es? Zu ihrem Chauffeur? Vielleicht zu Armand? Denn sie sah ihn an, unter dem schwarzen Hutrand hervor blickte sie ihm ins Gesicht, ohne Befangenheit, mit gross offenen Augen, und ein frisches Lächeln auf den Lippen. Eine Sekunde oder zwei — dann war sie im Hause verschwunden. Fort war alle stille Traumseligkeit. Willkommene Kataloge gratis Festg.eschenke Auto-Brillen, Blend-Brillen, Zwicker, Feldstecher, Fernrohre, Operngläser, Auto-Barometer,Thermometer, Kompasse, Photo- Kameras mit guter Optik, Kodaks, Kino-Aufnahme-u. Projektions-Apparate. Winterliche Betrachtungen Es gibt eine Art Gefrierfleisch, das auch das härteste Eis um das Herz eines strengen Vegetariers auftaut. Es kommt nicht aus Argentinien, sondern es schimmert rötlich durch die dünnen Seidenstrümpfe der Damen im Winter. Dieses lebende Gefrierfleisch hat noch den einen Vorzug, dass es nie ohne Zuwaage zu' haben ist; aber ist denn diese Zuwaage überhaupt zu verachten? Der Winter ist eine eigenartige Jahreszeit. Man liest mehr, man sitzt mehr im Kaffeehaus, man hört mehr Konzerte, man geht mehr ins Theater, ins Kino, man besucht mehr Kunstausstellungen, man tanzt mehr, man isst mehr, man gibt mehr Geld aus und man hat dennoch mehr Zeit zum Schlafen — als im Sommer. Was tut man dann im Sommer mehr als im Winter? Wirklich nur trinken und baden? Oder ist es wie bei den Büchern, bei denen in schmalen, mit engem Druck, auch mehr zu finden ist als in dicken, mit grossem Druck? • • * Konkurrenz. « Macht denn deiner Frau der Radioapparat Spass ? » — « Gar nicht! Da kann sie doch bloss zuhören ! » Einfach. « Wenn Sie mich noch einmal be. leidigen, boxe ich Sie nieder ! » — « Gut betrachten Sie sich also als noch mal vor mir beleidigt!» — < Schön, betrachten Si« sich als von mir niedergeboxt! > Helle, greifbare Wirklichkeit war das kleine Erlebnis geworden. Jähes Verlangen, dem. er selbst keinen Namen zu geben wusste, durchtobte Armands Herz. «Sie ist es», sagte er zu sich selbst. Und dabei wusste er nicht recht, wen er eigentlich meinte. Meinte er wirklich das Mädchen von dazumal? Er gab sich keine Rechenschaft über den wahren Sinn des Wortes «sie ist es». Ohne sich zu besinnen, eilte er zum nächsten Autostandplatz, mietete einen kleinen Fiatwagen, fuhr mit ihm zurück zu seinem Lokal, schaute mit springender Angst nach der Limousine — atmete auf, als sie noch dort stand und gab seinem Chauffeur Befehl, sobald sich diese in Bewegung setzen würde, ihr zu folgen, wohin sie auch fahren möchte. Der Chauffeur, der ihn vielleicht für einen Geheimpolizisten hielt, lächelte verständnisinnig und sah ihn forschend an. Es dauerte heute eine Ewigkeit, bis sie zurückkehrte. Mehrmals wandte sich der Führer der Limousine nach dem Fiatwagen um, in der Erwartung, der werde sich mit seinem Insassen entfernen. Aber Armand lehnte in der Ecke und tat, als sähe er nichts. Endlich stieg die Schöne wieder ein. Und im nächsten Augenblick setzten sich beide Wagen in Bewegung. Ansichtssendungen (Fortsetzung folst.) üntentützt die wohltatire Lotterie (.das Bezirksspital N*Bipp durch Kauf einiger LOSE (Serien k Fr. 10.— mit 1 bis 2 sioheren Treffern.) Fr.20.B00.10,000,5,000 sto. in bar. Versand gegen Nachnahme durch die imBlnlilln-SJ'y +••»»••»•••*»»•••••»»•••••••••»••*•••»••»*•••••••*••»••»•••»»•»»•••» finden Sie immer in Platten und Noten im Musikhaus Hüni Fraumünsterstrasse 21 INGELEN U6W Der vollkommenste Lichtnetzempfftnger, empfängt alle Wellenbereiche von 12-50 Meter (Ultrakurzwellen, Amerikaempfang garantiert) 200-600 Meter (Rundfunk) 600-2000 Meter (Langweilenstationen.Berlin, Paris, London, Warschau etc. Grösstmögliche Trennschärfe durch Bandfilter, keine Beeinträchtigung des Fernempfangs während der Emission der kommenden Landessender, sofort umschaltbar auf ede vorkommende Netzspannung, daher estens geeignet für Ferien und Keisen. 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N°103 - 1930 ATJTOMOBIL-REVUE 19 Weihnachts-Einkauf Von Guarnerius. Jetzt muss ich mich aber beeilen. In einer halben Stunde schliessen die Geschäfte. Und ich habe noch nicht einmal an meine Schwester gedacht. Und erst Max — und Mimi — mein Gott, mein Gott, jetzt heisst es vorwärtsmachen. Ich kann doch nicht langjährige Freundschaften so mutwillig aufs Spiel setzen ! Ach, hier ist die Strumpfabteilung. «Ja, ein Paar Damenstrümpfe.» :«...» «Wie? Ja natürlich, reinseiden. > «Hier, mein Herr, zu fünf siebzig, acht neunzig, vierzehn Franken.» «Schön. Ja. Sehr schön. 'Hören Sie mal, Fräulein, haben Sie nicht längere Strümpfe. Wissen Sie, für eine sehr grosse Dame...» «Bedaure, das ist alles, was mir noch bleibt.» Ich rase weiter. Vorerst im selben Warenhaus. Max, deine Hosenträger sind ein Gedicht... Jetzt meine Schwester Ellen: Auch du wirst dieses Jahr praktisch bedacht. Ich denke, der Vasen sind es genug. Ach, jener Kamm im Silberetui. Gar nicht so teuer. So. Geht das aber eine Ewigkeit an dieser Kasse. Den Teufel auch, ich muss doch noch weiter! So, danke. «Auiedersehn!» «Auiedersehn.» Jetzt raus. Halt, hier ist ja die Blumenabteilung. «Fräulein, bitte, bitte, rasch!» Eine Ewigkeit. Endlich. «Bitte, ein Strauss rote Rosen und ein grosser Strauss so Dinger hier. Wie heisst das Zeug? Wie? Das sind doch Chrysanthemen. Nicht? Na, mir kann's recht sein.» Die Sträusse sehen ja sehr manierlich aus — Marion wird sicher nett sein darauf hin. «So. Wieviel?» Donnerwetter, ist das aber teuer. Jetzt endlich. Nun fehlen ja noch die Strümpfe! Wie soll ich denn als wandelnder Blumenladen hier hinein. In Henkels totschicken Strumpf- Luxus-Etablissement. Herrgott, ist das ein Name! Was heisst Etablissement? Rein! Hurra!! Ich bin der Letzte, der noch hereingelassen wird. Gleich wird zugemacht. So. Nun kann ich es mir ja leisten, etwas zu warten. Was für komische Leute da beieinander sind. Dort der kleine Dicke! Haha! Wie der mit seinen Schlächterhänden in den Seidengeweben wühlt Die Verkäuferin sieht bedauernd zu. Und dort diese stolze Erscheinung — ganz Grande Dame! Allerlei! Ach, ich bin schon dran! Das ist ja fabelhaft! «Ja, bitte, ein Paar sehr schöner, langer Strümpfe.» «Eine Modefarbe?» «Ja, bitte.» Und ich geniesse die Seidenströme, die üa vor mir ausfliessen... wja, Fräulein, glauben Sie, dass diese Farbe zu einem mattgrünen Kleid getragen werden kann?» «Vielleicht. Oder dann jedenfalls diese hier ganz bestimmt.» «Ja, aber die scheinen Qualitativ nicht so...» «O doch, die 'Qualität dieses ganz neuen Gewebes ist die allerbeste...» «Sie gefallen mir einfach nicht...» «Aber der Dame werden sie sehr gefallen ...» «Glauben Sie?» frage ich zweifelnd und betrachte das junge Mädchen zweifelnd... «Bestimmt» sagte sie da, «der «Einbein- Patentseidenflor» ist der neueste Wunsch jeder Dame.» «Jeder?» frage ich da. «Jeder. «Also auch —» «Aber wie Sie wünschen, mein Herr. Auch diese Qualität hier wird sich sehr schön tragen...» Mittlerweile war ich der letzte Käufer im Laden. Der Direktor schaute ungeduldighöflich aus seinen Kragenecken und drückte die Perle tiefer in seinen Plastron. Ich wählte rasch. Ich nahm beide Paare, bezahlte und ging. Ich musste das Lokal durch die Hintertür verlassen. Die meisten Verkäuferinnen gingen eben hinaus. Ich drückte mich, ein arg bepackter Weihnachtsengel, so gut es ging, mit meinen'Blumen zwischen den Türpfosten durch. Ein nettes Mädel, diese Verkäuferin. Da ging sie übrigens — und Jagdfieber überkam mich. Doch ich sollte es nicht mal bfSu'che'h. Sie kam in der Richtung gegen mich — ich grüsste — warum sollte ich dehn nicht? Und sie lächelte. «Sind Sie aber bepackt» sagte sie. rieh antwortete nicht. Schade, dass das alles einfach so aufhörte. Ich brachte die Blumen nach Hause, legte die Pakete auf den Tisch und zog mich um. Ich ging zu Marion. Es wurde Zeit. Ich packte den grossen Strauss mit den Blumen mit unverständlichem Namen, die Strümpfe, die Zigaretten (ägyptische Auslese) und was der kleinen Dinge mehr sind. Es war wohl nötig, eine Taxe zu nehmen. Wie dumm! Marion wohnte ja so nah. Doch wer kam da! Meine kleine Verkäuferin! Und auch sie war bepackt. Sie war nett, erkannte mich und lächelte! «Aber mein Fräulein! So bepackt!» «Und Sie erst!» lachte sie. Und da kam es, das Himmelsgeschenk: die rettende Taxe. «Aber, bitte, erlauben Sie mir, dass ich Sie nach Hause bringe, ja?» Das zweite Himmelsgeschenk! Wir lebten im zwanzigsten Jahrhundert. Das Mädchen lachte und stieg ein. Hurra! Die Fahrt war nur kurz. Ich benahm mich sehr inkorrekt und bezahlte und stieg aus und blieb steh'n und fragte endlich, ob wir nicht noch ein wenig Vorweihnachten feiern könnten zusammen. Und meine reizende, bezaubernde Verkäuferin nickte und lud mich zum Tee ein. Ja, dieser Tee. Diese Weihnacht. Es war kaum zu glauben. Ich glaube es auch nicht. Aber es war sehr schön. Tee ist so ein herrliches Getränk. Wirklich, wenn er richtig gewürzt wird! Und ja... das wurde er. Es ist zu schwierig, unser Gespräch zu erzählen. «Nun muss ich wirklich geh'n.» «Wirklich?» lächelte sie. Ich stand auf, öffnete meinen Strauss, stellte ihn in die grosse Vase, die auf dem Sims stand, legte die Strümpfe und die Schokolade dazu und wollte gehen. Aber sie lächelte, stand auf, gab den Strauss wieder zusammen, gab ihn mir in die Hand, steckte die Schokolade in meine Manteltasche — öffnete das Strumpfpäckchen, nahm die «Einbein-Florstrümpfe» heraus und legte das andere Paar zu de» Zigaretten. «Aber Liebling,» sagte ich, «warum willsi du denn nicht...» «Nein,» sagte sie, «nur das hier... und» flüsterte sie mir ins Ohr, «du hast sie docli für mich gekauft, nicht wahr?» Weihnachten im Schnee Unfall-, Haftpflicht- und Lebens- Versicherungen aller Art schliessen Sie vorteilhaft ab bei „WINTERTHUR" Schweizerische Unfall - V'ersicherungs- GeseUschaft in Winterthar Lebens- Versicherungs- Gesellschaft Besuchen Sie bei nlchster Gelegenheit das „JAPAN-HAUS". Sie finden dort die grösste Auswahl In echt japanischen Spezialitäten wie feine Seidenkimonos, «Jacken, Pyjamas, Seidenstoffe, Porzellan-, Vasen.Teeservices, einzelne Tassen usw. Direkter Import aus Ostasien. AlbertGasser&Co. 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