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E_1949_Zeitung_Nr.006

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AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 9. FEBHÜAR »4f - Nr. Aktiver oder stiller Teilhaber mit einer Interesseneinlage von ca. Fr 30 000.— für rentables Autotransportgesehäft gesucht Risikolose Sicherstellung u. Dauerstelle. Interessenten wollen sich melden unter Chiffre OFA 3306/A. 1 an Orell Füssli-Annöncen, Solothurn. Eine amerikanische Diesel-Traktorenfabrik hat Generalvertretung für die Schweiz abzugeben. Sich melden unter Chiffre 72498 an die Automobil Revue, Bern. (6 Bedeutende Garage der Westschweiz sucht Bureau-Angestellten mit gründlichen Kenntnissen der Ruf- Buchhaltung. Verlangt wird: Gute Ref., Aufrichtigkeit, Umgang mit Kundschaft. Eintritt Anfang März oder nach Uebereinkunft. Detaillierte Offerten mit Lebenslauf und Referenzen an Citroen. Rue Barton 3, Genf. Ich suche für Betriebs- und Werkstattbureau einen jungen, tüchtigen kaufmännischen Angestellten in Autogarage in Glarus. Verlangt wird Lehrabschluss als Kaufmann, deutsche und franz. Sprache, Branchenkenntnis für Reparaturwesen, Offerten und Fakturierung, sowie Korrespondenz selbständig. 72552(6 Bewerber, absolut seriös und tüchtig, die gleiche oder ähnliche Stellen schon mit Erfolg versehen haben und aui Dauerstelle reflektieren, wollen sich melden unter Beilage von lückenlosem Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Photo und Gehaltsansprüchen bei Garage Milt, Glarus. Gesucht in gut eingerichtete Garage mit Karosserie- und Malerwerkstatt (Zentralschweiz) tüchtiger CHEFMECHANIKER und GESCHÄFTSFÜHRER Wir bieten: Gutbezahlte Dauerstelle und interessantes, vielseitiges Arbeitsgebiet. Vertrauensposten! (Wohnung vorhanden.) Wir verlangen: Gründliche Fachkenntnisse und mehrjährige Praxis im Autogewerbe. Gute Umgangsformen gegenüber der Kundschaft. Autorität um einer Belegschaft von 10 bis 15 Angestellten vorstehen zu können. Eintritt: sofort oder nach Uebereinkunft. Bewerber mit abgeschlossener Meisterprüfung, die an selbständige Führung eines Garagebetriebes gewöhn! sind, wollen ausführliche Offerten einreichen mit Angabe der bisherigen Tätigkeit und Lohnanspruch unter Chiffre 24169 an die Automobil Revue, Bern. Gesucht per sofort Autogarage in Winterthur sucht tüchtigen Bedingungen: Guter Diagnostiker, Erfahrung in der Arbeitseinteilung und Ueberwachung. Fähigkeit zur selbständigen Ausarbeitung von Kostenvoranschlägen. Bewandert im Verkehr mit Kundschaft. Detaillierte handschriftliche Offerten mit Zeugnisabschriften. Photo. Referenzen und Saläransprüchen sind erbeten unter Chiffre Z 10492 an die Automobil Revue. Zürich 23. tüchtig und gewissenhaft, an selbständiges Arbeiten gewöhnt, gnte Umgangsformen mit der Kundschaft, findet sofort gute Dauerstelle. 72462(5.6 Offerten mit Zeugnisabschriften erbeten unter Chiffre Z 10508 an die Automobü Revue. Zürich 23. Bewerber, die auf Dauerstelle reflektieren, möchten sich melden mit Lohnanspruch und Zeugnissen an R. Pulver, Bahnhofgarage. Thun. 72585(6,7 mit guten Kenntnissen auf Pw eventl. LW, absolut selbständig, eventl. als Vorarbeiter. Gute Arbeitsbedingungen, schöne 3-Zimmer-Wohnung mit Bad usw. könnte zur Verfügung gestellt werden. Offerten unter Chiffre 72588 an die Automobil Rerne. Bern. (6 In Danerstellung möglichst für sofort Besucht von bedeutender (B6ro Zürich) bestausgewiesener, regsamer, zuverlässiger im Alter von 35—45 Jahren, für internen Kundendienst, Importwesen, LagerbnchhaXtung, Kalkulation and Korrespondenz (Deutsch, Französisch, wenn möglich Englisch). Gründliche Branchenkenntnisse erforderlich. Ausführliche handschriftliche Offerten mit Bild und Angabe der Gehaltsansprüche erbeten unter Chiffre Z10515 an die Automobil- Revue, Zürich 23 1 . 72574

Ir.l-IEWU.FebrtarmS Tüv&tAa&ut^ikitf dei ydufam0rft#-/i&vue Autofahren in Deutschland wenn man zwei Leute nach ihren Erfahrungen mit Autofahrten in Deutschland fragt, kann man zwei direkt entgegengesetzt lautende Antworten hören. «Furchtbar einfach», sagt der eine, < man erhält den amtlichen Ausweis, fasst Benzin, isst in den Snack-Bars und geniesst die Autobahn. » Der andere erklärt kurz und bestimmt: « Vorläufig nicht mehr! » Warum? Ganz einfach, weil einer Glück und keine Panne hatte, und der andere irgendeinen Ersatzteil, einen neuen Schlauch oder auch nur ein paar Muttern suchen musste. Es ist ja vielleicht nicht gerade so, wie sich ein Garagebesitzer in der Gegend von Hannover ausdrückte, als wir ihn nach der Möglichkeit einer Hinterachsreparatur mit Ersatzteilen fragten. Er warf einen bezeichnenden Blick in seine Werkstatt, in der Draht, Blech und einige Hämmer das Inventar bildeten und sagte ohne langes Zaudern: «Ja, dann können Sie den Wagen in die Luft sprengen. > Wer eine Panne hat, muss auch Zeit haben. Auf der Autobahn wird man zur nächsten Hilfsstelle abgeschleppt, und dann muss man sich weiter helfen. Wohin? Zu wem? Oder gar auf die Bahn verladen (wobei irgend jemand den Wagen zur Bahn bringen muss)? Dabei soll die Bahn nach Aussagen von Kennern nur in Frage kommen, wenn man sich prophylaktisch damit abfindet, das Verdeck, die Pneus, die Birnen usw. nicht mehr zu sehen. Denn die Fahrzeit ist lang, der Aufenthalt auf den Strecken und Bahnhof en noch länger und die Not gross. Wenn man lebhafter Verkehr m «*r amertkanisehcn Zone einen zweiten Wagen bei sich hat, ist es viel sicherer und viel rascher, wenn man den reparaturbedürftigen Wagen von Frankfurt nach Basel schleppt (immerhin 250 km), als den Versuch einer grösseren Reparatur machen zu wollen. Die Autobahnen sind immer wieder herrlich, zum grossen Teil in bestem Zustande, nur im Ruhrbecken braucht die Wiederherstellung der riesigen Zerstörungen längere Zeit. Den Nebenstrassen merkt man die übermässige Beanspruchung und den mangelnden Unterhalt an. Schlaglöcher am laufenden Band. — Benzin ist kostbar. Selbst im amerikanischen Sektor kann es mal vorkommen, dass eine Station kein Benzin mehr hat. Unangenehm wird es erst dann, wenn die nächste Station zufällig auch kein Benzin mehr besitzt, und die dritte Station nochmals 80 Kilometer weit weg ist. Tip für Anfänger auf der Autobahn: Nur neue Schläuche, da sich bei der dauernden Beanspruchung die alten Flicke lösen, und viele, viele Kanister im Wagen! Es braucht nicht viel, um mit dem Auto in Deutschland fahren zu können: neben den entsprechenden Ausweisen eine starke Dosis Glück. Wenn man kein Glück hat, also eine Panne, dann braucht es allerdings viel Zeit zum Vergeuden, eine Werkstatt mit Ausrüstung, den Ersatzteil, die Bewilligung für die Reparatur und vieles andere mehr. Und dass man das alles findet, ist doch wieder eine Glückssache. Es geht einfach nicht ohne das bisschen Glück. -tu- Werfctlätte m dw englischen ZOM. Autofähre an Stelle der zerstörten Rheinbrücke bei Maximilians»«. Ach, Sie wissen vielleicht nicht, was ein Test-Driver ist? Das ist so ein Mann, den die grossen Automobilfabriken engagieren, um die neuen Modelle auszuprobieren. Das heisst, einzelne davon aus einer neuen Serie. Glücklicherweise nur einzelne, wie Sie sehen werden, denn wenn alle auf diese Weise ausprobiert würden, kämen keine mehr auf den Markt. Also, so ein Test-Driver ist mein Freund John. Und wie er zu dieser Stelle kam, ist eine Geschichte für sich. Nachdem er das gesamte ratternde Vermögen seines Fahrlehrers in Trümmer gelegt hatte, fand er es an der Zeit, sich auf seine Eignung zum Autofahren untersuchen zu lassen. Zu diesem Zwecke begab er sich zu einem Psychotechniker. Einesteils ging er wirklich deswegen, andernteils weil er es nicht auf sich sitzen lassen wollte, von besagtem Fahrlehrer in der ganzen City als technisches Monstrum verschrien zu werden. Dieser Psychotechniker hatte eine wunderschöne Sammlung von Prüfgeräten, und mein Freund John brachte es ohne sonderliche Anstrengung fertig, die ganze Sammlung in weniger als einer halben Stunde zu ruinieren. Der unglückliche Besitzer wurde zuerst nervös, dann blass, und schliesslich lag er mit gesträubten Benzinstationen mit fliegenden Reparaturdetachementen. (Photos: Dr. Studerl Haaren und weit offenem Munde in einem LehnstuhL «Kommen Sie morgen nochmals vorbei», stotterte er endlich. Als John anderntags wieder bei dem Mann vorsprach, hatte sich dieser wieder völlig erholt. Er lächelte sogar und bot John einen Stuhl und eine Zigarette an. « Haben Sie eine gute Stelle, Mister Smuts? • John hatte eine. « Wieviel verdienen Sie dabei? » John verdiente 45 Dollar die Woche. « Wollen Sie 100 Dollar die Woche verdienen? » John wollte. « Dann melden Sie sich morgen um elf Uhr ; bei Mr. White von den Thunderbolt-Motorcar- Factories. Auf Wiedersehen und viel Glück! » «Können Sie Autofahren? » fragte Tom White. • Nicht sehr gut », antwortete John zögernd, und das entsprach mindestens den Tatsachen. « Also », sagte Tom, c wir geben Ihnen einen neuen Wagen, und Sie fahren damit acht Stunden im Tag auf dem Prüfgelände der Fabrik herum. Wenn etwas am Wagen nicht stimmt, rufen Sie mich sofort an. Telephone gibt es überall auf der Strecke. Morgen fangen Sie an. » Und also geschah es. John erhielt einen Vertrag, einen Overall und einen wunderbaren neuen Wagen. ' « Betty • nannte er ihn, in treuem Angedenken an seine letzte, eben verflossene Liebe. Und für Betty erhielt er eine Garage, von der er behauptete, sie sei zu klein. Eine Behauptung, die er nicht mehr aufrecht erhalten konnte, nachdem Tom zwei 5-Tonnen-Lastwagen herausgefahren hatte. 50 m vor der Garage stand eine Benzinsäule, und John machte den Vorschlag, diese um einen Kilometer nach rechts oder nach links zu versetzen. Dieser Vorschlag wurde von Test-Driver Tom abgelehnt, der fand, 50 m Distanz seien genug,, um daran vorbeizukommen. Am Mittag des dritten Tages läutete das Telephon in Toms Büro. «Hello Tom, hier ist John. Es ist wegen .Betty'. » « Was ist los? » Sie ging mit der Nase durch die Garagewand. Ich habe Ihnen doch gesagt, das Ding sei zu klein. > Im Versuchsgelände befand sich eine alte, nicht mehr benützte Kiesgrube. Zwei Tage später wurden Betty und John, beide leicht verbeult, aus dieser Grube herausgefischt unter Zuhilfenahme einer beträchtlichen Menge Seile, Ketten und zweier Traktoren. Doch Betty war so leicht nicht umzubringen. Sie lief trotz allem immer noch. Es war Samstagmorgen, als Tom den Hörer wieder abnahm. «Hello Tom, 3etty* steht so nahe bei den Bäumen, dass Sie sie nicht wiedererkennen werden. » Und so war es. Dank der Kraft von vierzehn starken Männern, zweier Bulldozers und des grössten Kranes, nach dem ein halbes Dutzend Bäume gefällt, der Strom ausgeschaltet und die ganze Fabrik für drei Stunden stillgelegt wurde, konnte « Betty », oder was noch von ihr übrig geblieben war, wieder auf die Strasse gebracht werden. Aber traurig sah sie aus. Die wunderschöne rotbraune Farbe weg; der glänzende Nickel weg; der funkelnde Chrom, die Lampen und alle Fenster weg. Arme, arme « Betty»! Die Karosserie erinnerte verzweifelt an eine Handorgel, und ihre Eingeweide waren blossgelegt. Sie sah jetzt wirklich aus wie eine jener Vertreterinnen des schwachen Geschlechts, bei denen die Natur und die Kosmetik versagt haben, aber sonst kein edler Teil verletzt ist. Doch « Betty » war ein feines Mädchen. Sie lief auch jetzt noch, trotzdem die hintere Stossstange wie eine lebend erstarrte Anklage in die Luft starrte und vom Verdeck nicht viel mehr als eine leise Ahnung geblieben war. Kaum hätte ihr jemand noch ein langes Leben zu prophezeien gewagt, aber wohl niemand hätte geglaubt, dass ihr Ende so nahe wäre. Bei der Rückkehr Johns und « Bettys » erwiesen sich die 50 m Abstand zwischen Garage und Tanksäule doch als zu gering. Test-Driver vom Formate Johns scheinen einen speziellen Schutzengel zu haben. Er rettete sich mit knapper Not aus dem brennenden Gemisch, in das sich « Betty » und die Benzinsäule verwandelt hatten. Jetzt hat John einen neuen Wagen, einen neuen Overall, einen Arm dick eingebunden, ein Pflaster auf der Nase und keine Haare mehr auf dem Kopf. Als Garage hat man ihm eine verlassene Montagehalle mit 18 m breitem Schiebetor zur Verfügung gestellt, und im Umkreis von 2 km ist keine Tankstelle zu finden. Den neuen Wagen nannte er Dolly. Ganz zufällig heisst auch die kleine schwarzhaarige Klapperschlange so, die mit blitzenden Augen und Zähnen, mit roten Lippen und viel Temperament in Toms Büro sitzt und mit hexenschnellen Fingern die Schreibmaschine malträtiert. T. 1. Berchteld.