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16.06.18 Lindauer Bürgerzeitung

16.06.18 Lindauer

LINDAUER Bürgerzeitung mit Amtsblatt der Stadt Lindau (B) 16. Juni 2018 · Ausgabe KW 24/18 · an alle Haushalte ANSICHTEN Heike Grützmann-Förste, Redakteurin Lindauer Bürgerzeitung Man soll die Feste feiern, wie sie fallen, lautet ein Sprichwort. Dahinter steckt wohl die Erkenntnis, dass sich nicht alle Chancen und Gelegenheiten wiederholen - aus welchen Gründen auch immer. So eine Weltmeisterschaft ist etwas Besonderes, ein Fußballfest, das nur alle vier Jahre stattfindet. Muss man da wirklich Fußball-Fan sein, um sich von diesem Turnierfieber, das Menschen auf der ganzen Welt für fünf Wochen befällt, anstecken zu lassen? Ach was: Man muss einfach nur Lust haben, andere Menschen zu treffen, zwanglos mit ihnen gemeinsam zu fiebern, zu hoffen, zu jubeln oder auch mal zu trauern. Fußball schafft es wie kaum eine andere Sportart, Menschen jeden Alters und jeden Geschlechts zu vereinen, auch wenn man nicht Experte ist. Wenn ein Tor fällt, das sieht schließlich jeder. Es geht einfach nur darum, den Sommer zu genießen, Lebensfreude zu empfinden. Das geht auch anders, werden jetzt einige denken. Stimmt! Aber eben nur alle vier Jahre bei einer Fußball- Weltmeisterschaft. Und die verleitet geradezu dazu, dem „Rudelgucken“ zu frönen, wie der Duden unsere eigenwillige Wortschöpfung „public viewing“ übersetzt. Ein Engländer versteht „public viewing“ wohl eher als „Tag der offenen Tür“. Aber das ist es ja irgendwie auch: im Achrainstüble, in der Eissportarena, in der Kleinen Kneipe in Bodolz... Kommen, gemeinsam Fußball schauen, gemeinsam feiern und gemeinsam wieder Weltmeister werden! Erscheinungstermine Ihre nächsten BZ erscheinen Samstag, 30.06.2018 Samstag, 14.07.2018 Bunt, lebenswert und bezahlbar Workshop zur Hinteren Insel Mehr als 120 Bürgerinnen und Bürger sind dabei Wie könnte die Hintere Insel aussehen? Was wünschen sich Bürgerinnen und Bürger dort? Welche Art von Wohnungen soll es dort geben und welche anderen Formen der Nutzung? Es waren sehr grundsätzliche Fragen, auf die mehr als 120 Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Experten, Stadträtinnen und -räten sowie Verwaltungsbeschäftigten Antworten suchten. Der Raum in der Inselhalle erwies sich als recht beengt, weil mehr als doppelt so viele Menschen gekommen waren als sich angemeldet hatten. Für Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker ein Beweis, „dass das Interesse am Thema Hintere Insel sehr groß ist, und deshalb die Entscheidung, einen öffentlichen Workshop anzubieten, sehr richtig war.“ Auch Kay Koschka, Leiter der Stadtplanung, sah dies so: „Zumal wir die Bürgerinnen und Bürger zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Planungen einbezogen haben. Ihre Ideen und Anregungen werden jetzt in den Rahmenplan einfließen, den derzeit eine Arbeitsgruppe erarbeitet.“ Allerdings widersprechen sich auch einzelne Ideen, wie Pressesprecher Jürgen Widmer, der die Veranstaltung moderierte, feststellte. Während die einen am liebsten keine oder kaum Stellplätze hätten, wollen andere eine ausreichend dimensionierte Tiefgarage. Allerdings wurde klar: Ohne genügend Stellplätze geht es nicht und diese sollten keinesfalls oberirdisch sein. Darin waren sich die Experten einig. Eine Vielzahl der Beteiligten zeigte ein großes Interesse an Baugenossenschaften. Dabei stellten der Münchner Architekt Rainer Hoffmann und der Tübinger Baubürgermeister Cord Soehlke in ihren Vorträgen klar, dass Engagiert und interessiert diskutierten die Anwesenden über die Zukunft der Hinteren Insel. auch Baugenossenschaften den marktüblichen Grundstückspreis in den jeweiligen Städten bezahlt haben. Einige wiederum sehen Lösungen über die Lindauer Wohnungsbaugesellschaft GWG als besser an. Einigkeit herrschte darüber, dass die Flächen auf der Hinteren Insel nicht zu Spekulationsobjekten werden sollen. Zudem sollen dort keine Zweit- oder Ferienwohnungen entstehen. Der Wunschzettel für die Hintere Insel ist lang, und damit ist auch klar, dass die Erwartungen hoch sind. Einen bunten, lebendigen Stadtteil wünschen sich die Teilnehmer. Neben Wohnungen sollen auch Bäcker, Cafés und Bars Platz finden. Aber auch Geschäfte, kleine Handwerksbetriebe oder Hotels sind denkbar. Begrünte Dächer und öffentliche Begegnungsflächen gehören zu den Anforderungen. Gleichzeitig sollen auch private Rückzugsräume vorhanden sein. Angebote für Senioren und Kinder, Ausstellungsräume und Begegnungsstätten – selbst Pfahlbauten gehören zu den Impulsen, die von den Anwesenden entwickelt wurden. „Hier wird es jetzt wichtig sein, zu sehen, was machbar ist“, sagt Koschka. Klar ist aber: Die Anregungen werden eine große Rolle bei der Erstellung des Rahmenplanes spielen.“ Dieser soll dann wiederum den Bürgern vorgestellt werden. „Es ist klar, dass dies nur der erste Schritt der Bürgerbeteiligung auf der Hinteren Insel war“, verspricht Pressesprecher Widmer. Auch in späteren Stadien sollen die Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden. So könnten sich Interessierte bei den geplanten Projektwerften einbringen. Hier hofft er darauf, dass sich noch mehr junge Menschen einbringen, vor allem Jugendliche. BZ Foto: Herpich Viele Impulse trugen die Diskutierenden zusammen. BZ Foto: Herpich Mit guten Gründen, wie Lydia Haack, Architektin und Vorsitzende des Gestaltungsbeirats anmerkte: „Das waren viele tolle Ideen und ich finde es fantastisch, welche Energie in diesem Raum herrschte.“ JW Wissenswertes: König Fußball regiert Beim public viewing kann man Titelverteidiger Deutschland ab 17. Juni gemeinsam die Daumen drücken. S. 13, 14, 27 ▶ Tolle Bewertungen seiner Gäste bescheren dem neuen Best Western Hotel in Lindau erste Auszeichnung S. 9 ▶ Nobelpreisträger und junge Nachwuchswissenschaftler treffen sich zum Austausch in L Lindau S. 20-21