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September 2018 29. Jahrgang Den Menschen im Mittelpunkt Im Gespräch: Die Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt INHALT THEATER_____________________ 3 Davos-Festival: „Heute Ruhetag“ TANZ________________________ 7 Zentrum für Flamencokunst La Soleà VISION 2025________________ 16 Kunstvereine im Gespräch: Bad Krozingen KUNST_____________________ 11 Korbinian Aigner im Museum Würth KULTOUR___________________ 18 „Die Erfindung von Paris“ in Marbach FREIZEIT____________________ 21 „Originale“ im Forum Merzhausen NACHHALTIG________________ 23 Schüler-Solar-Genossenschaft GESUNDHEIT________________ 29 3. Gesundheitstag „Freiburg Health Race“ MUSIK______________________ 27 Freiburger Jazzfestival VERANSTALTUNGEN_________ 38 Jürgen Grässlin im Gespräch Auf Einladung des frischgegründeten Vereins Freiburger Diskurse kommen die deutschen Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt am 13. September, 19 Uhr in den Hörsaal 2006 der Universität Freiburg. Dort stellen sie Ihr Buch Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates vor. Eine kritische Perspektive auf die Werte des Wirtschaftsliberalismus und ein Plädoyer für einen stärkeren Staat. Fabian Lutz hat mit den beiden Autoren über ihr Buch, die deutschen Medien und den Nonkonformismus gesprochen. Kultur Joker: Ihre These liegt klar: Heiner Flassbeck (li), Paul Steinhardt Die Globalisierung ist gescheitert. Ist die Kooperation freiheitlicher politischer Gemeinschaften aber nicht der einzig sinnvolle Weg, um die von Ihnen angesprochenen Probleme wie etwa das der Klimaveränderung erfolgreich anzugehen? Paul Steinhardt: In der Tat. Es geht darum, eine internationale Wirtschaftsordnung aufzubauen, die auf Kooperation zielt und nicht den gegenwärtigen Standortwettbewerb noch weiter forciert. Was gescheitert ist, ist ein Wirtschaftsmodell, dessen Grundannahme ist, dass Wirtschaftspolitik in erster Linie dafür zu sorgen hat, alle Hürden zu beseitigen, die dem Wirken des effizienten Marktmechanismus im Wege stehen. Heiner Flassbeck: Was wir zeigen, ist, dass es gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge gibt, die zwingend das Eingreifen und die Steuerung durch den Staat verlangen. Kultur Joker: Sie schreiben, dass der Untergang des Liberalismus „von vorneherein unvermeidlich“ war. Wie kann das sein? Paul Steinhardt: Die These besagt, dass eine politische Gemeinschaft, die sich ausschließlich am Wert der Selbstbestimmung orientiert und dem Staat nur Handlungen erlaubt, denen ein jeder auf Basis seiner Präferenzen und seines Wissens zustimmen könnte, nicht funktionsfähig ist. Der Staat muss zum Beispiel ganz unabhängig Foto: Makroskop davon, was seine Bürger glauben, seine Ausgaben immer dann erhöhen, wenn keine Vollbeschäftigung herrscht. Heiner Flassbeck: Der Staat muss aber zum Beispiel auch für eine Rentenversicherung sorgen, die zukunftsfähig ist. Das können Private aus logischen Gründen nicht leisten, weil sie keine Einsicht in die relevanten Zusammenhänge von Sparen und Investieren haben. Die Riester-Rente einzuführen, war einfach ein Stück Dummheit, weil man nicht verstanden hat, dass mehr privates Sparen die Probleme der zukünftigen Generationen vergrößert und nicht verkleinert. Kultur Joker: Inwiefern ist die „Renaissance des Staates“ eine zeitgemäße Antwort auf die von Ihnen herausgearbeiteten Probleme? Heiner Flassbeck: Weil, wie gerade am Beispiel der Rente erklärt, es eine gesamtwirtschaftliche Dimension bei der Lösung einer Großzahl von wirtschaftlichen Problemen gibt, für die der Markt aus logischen Gründen nicht zu Verfügung steht. Das gilt auch für den ganzen Bereich der ökologischen Vorsorge. Wer deren Behandlung nicht für „zeitgemäß“ hält, hat leider nichts von dieser Welt verstanden. Paul Steinhardt: Es ist ja auch nicht so, dass der Staat an Macht verloren hätte. Er setzt seine Macht nur sehr einseitig zur Durchsetzung von kurzfristigen Interessen von Unternehmen und vor allem von Finanzinvestoren ein. Dagegen fordern wir, dass der Staat seine Machtmittel wieder verstärkt am Gemeinwohlinteresse orientiert. So zum Beispiel dafür sorgt, dass bei Produktivitätsfortschritten alle entsprechende Lohnerhöhungen erhalten oder die öffentliche Daseinsvorsorge so organisiert wird, dass wieder die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen. Kultur Joker: Ihre kritische Perspektive auf die Globali- Fortsetzung des Interviews: sierung schließt auch einen kritischen Blick auf Zuwanderung mit ein. Zu Zeiten einer stark ideologisierten Debatte ein gern vermiedenes Thema. Sie schreiben, dass Deutschland einen „ungebremsten Strom von Zuwanderern“ nicht verkraften kann und 10-18 Uhr COLLECT EXPO Schätze aus Natur & Werkstatt 6.- 7. Oktober Messe VS-Schwenningen auch nicht darf. Können Sie dies erläutern? Heiner Flassbeck: Ein „ungebremster Strom“ von Zuwanderern würde bedeuten, dass in sehr vielen Ländern der Welt aus ökonomischen Gründen alle Dämme bre- Fortsetzung des Interviews auf Seite 32 2018 www.collectexpo.de Kultur Joker Tel.: 0761 / 72 0 72 www.kulturjoker.de

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