Stahlreport 2018.12

markushuneke

73. Jahrgang | Dezember 2018

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

12|18

Im Mittelpunkt – zwei Auszubildende des Stahlhandels


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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27. Auflage

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Flacherzeugnisse aus Stahl

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Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

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Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

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Bestellen Sie per Telefax: 02 11/8 64 97-22 oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


Im Mittelpunkt – zwei

Auszubildende des Stahlhandels

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

während der Deutsche Bundestag

in diesen Wochen die En -

quete-Kommission zur beruflichen

Bildung in der digitalen

Arbeitswelt eingesetzt hat, stellt

der Stahlreport ab diesem Heft

Dr. Ludger Wolfgart Markus Huneke

– und durchaus ebenfalls unter

dem Aspekt der Digitalisierung

– zwei Auszubildende des Stahlhandels in den Mittelpunkt der

Berichterstattung (S. 32ff). Während in Berlin 19 Politiker und 19

Sachverständige ihre Beratungen aufgenommen haben, interessiert

die Redaktion, wie die entsprechende Politik in den Unternehmen

der Branche aussieht, und wie sie von den Expertenteams der Ausbildung

vor Ort umgesetzt wird.

Die spannendste Frage dabei ist, ob die Ergebnisse dieser unterschiedlichen

Ansätze zum Schluss kompatibel sein werden. Bis dahin

aber ist es noch ein langer Weg – nicht nur für die Kommissionsmitglieder

in der Hauptstadt, sondern auch für Sascha Wagner und

Marvin Meusel sowie ihre Ausbilder, und nicht zuletzt für die

Redaktion des Stahlreport. Dies gilt besonders, weil die Berichterstatter

nicht nur die politische Arbeit und die Ergebnisse der beiden Ausbildungen

im Blick haben müssen, sondern parallel dazu alle relevanten

Inhalte in Technik, Wirtschaft und Methoden.

Auch dieses Heft spiegelt erneut dieses Spektrum wider, wenn es

um die Beiträge aus Stahlhandel, Stahlverarbeitung und Stahlerzeugung

geht (S. 6ff), die konjunkturelle Lage der Branche (insbes. S.

30f) oder deren Interessensvertretung. Für die ist immer auch wichtig,

wie sich andere Teile der Wertschöpfungsketten in Sachen Stahl aufstellen

(S. 40ff) – z. B. in Berlin, wo in diesem Herbst beim Fernlerntreffen

auch Methodisches ein wichtiges Thema war (S. 42f).

Mit diesem intensiven Rückblick verabschiedet sich die Redaktion

bei Ihnen für das Jahr 2018 und wünscht alle Gute für die Zukunft

– den Unternehmen der Branche sowie allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern, vor allem aber auch für Marvin Meusel und Sascha

Wagner: Mögen sie viel „Lernen und Leisten“, so lautete früher der

Untertitel des Stahlreport, dessen Redaktion dieses Motto gerne auch

in 2019 umsetzen will.

Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion in Düsseldorf

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Kaefer setzt auf Unitrade

8 Neues Fehr-Hochregallager für Kuhlmann

10 Hagelauer und Dewald künftig gemeinsam

12 Stahlo erweitert Leistungsspektrum

STAHLPRODUKTION

14 Thyssenkrupp schließt solide ab

STAHLVERARBEITER

16 Hüffermann stellt Schweißfertigung auf EMW um

ANARBEITUNG UND LOGISTIK

18 Liebherr: Neues Kransystem von Vetter Krantechnik

20 Stahlo Stahlservice setzt auf Demag Krantechnik

MESSEN UND MÄRKTE

22 Arbeitsschutz Aktuell in Stuttgart

25 Euroblech 2018 endet mit positiver Bilanz

26 Parts2clean in Stuttgart

28 Kompakter Magnetgreifer von Goudsmit

BDS

30 Research – Wieder in der Spur

32 Berufsbildung – Ausbildung von Sascha Wagner

und Marvin Meusel

38 Recht – Was die DSGVO verändert hat,

eine Zwischenbilanz

VERBÄNDE UND POLITIK

40 BME-Symposium in Berlin

41 ZDB: Fachkräftemangel begrenzt Wachstum

42 Jahresevent des Forums DistancE-Learning

44 TÜV und Bitkom: Studie zur Weiterbildung für die

digitale Arbeitswelt

45 Einzelhändler tagten in Berlin

Dr. Ludger Wolfgart

Markus Huneke

DIGITALISIERUNG

46 Vorbereitendes Pricing im Rahmen der Digitalisierung

49 VDE-Studie: Wie KI die Arbeitswelt verändern wird

50 VDW: Marke für Standardschnittstelle

Stahlreport 12|18

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Wuppermann

Foto: BDS

Foto: Fraunhofer IML

Robert Kühn

ist in den Vorstand der Wuppermann AG eingetreten

und wird die Gesamtverantwortung für

die Wuppermann Hungary Kft. übernehmen. Der

neue Standort für Flachprodukte im ungarischen

Hafen Győr-Gönyű hatte Ende 2016 mit der Produktion

begonnen.

Darüber hinaus wird

der promovierte

Diplom-Ingenieur für

Verfahrenstechnik

Dr.-Ing. Peter Jongenburger

unterstützen,

der seit 2008 Mitglied

im Vorstand der Wuppermann

AG ist und für

die fünf Produktionsstandorte

Flat & Tube sowie den Bereich Forschung

& Entwicklung Verantwortung zeichnet.

Beate Wynands

gestaltet ab sofort die Berufsbildung des Stahlhandels

in noch verantwortungsvollerer Position

mit: Die bisherige Assistentin ist für diesen

Bereich zur Referentin befördert worden. Seit

fast einem Jahrzehnt arbeitet die gebürtige

Aachenerin mit Bereichsleiter Dr. Ludger Wolfgart

zusammen, um attraktive Angebote für die

Personalentwicklung

der Branche zu formulieren

– von der überbetrieblichen

Ausbildungsbegleitung

über

die Seminare bis hin

zum Fernstudium. Im

Bundesverband Deutscher

Stahlhandel

(BDS) berichtet die

48-Jährige außerdem

als Qualitätsmanagementsbeauftragte direkt

dem Vorstand der BDS AG.

Michael ten Hompel

hat am 19.11.18 seinen 60. Geburtstag gefeiert.

Er ist geschäftsführender Institutsleiter des

Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und

Logistik IML sowie Inhaber des Lehrstuhls für

Förder- und Lagerwesen

an der Technischen

Universität

Dortmund. Bereits seit

18 Jahren ist Prof. Dr.

Dr. h.c. ten Hompel

Hochschullehrer an

der TU Dortmund und

verantwortet am

Fraunhofer IML den

Foto: Fritz Winter Eisengießerei

Forschungsbereich Materialflusssysteme. Zahlreiche

Innovationen in der Logistik gehen

direkt auf seine Forschung zurück. So gilt ten

Hompel als Erfinder der Shuttle-Technologie in

der Intralogistik, die er seit einigen Jahren zur

zellularen Fördertechnik weiterentwickelt.

Diese Technologie basiert auf autonomen, sich

selbst steuernden Shuttles, die Lager- und

Transportaufgaben übernehmen.

Klaus Beck und

Andreas Fiedler

freuen sich gemeinsam mit vielen Bildungswilligen

der Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co.

KG in Stadtallendorf (Foto) über den Umbau

und die Erweiterung des betrieblichen Schulungszentrums.

Mit der 750.000 €-Investition

hat Fritz Winter nicht nur seinen Ruf als attraktiver

Arbeitgeber und größtes Ausbildungsunternehmen

der Region untermauert, sondern

will damit auch ein Zeichen gegen den vielerorts

grassierenden Fachkräftemangel setzen.

Die Ausbildung junger Menschen genieße bei

Fritz Winter einen enorm hohen Stellenwert“,

betonte Personalleiter Andreas Fiedler. Jetzt

„… können wir auch wirksam nach außen zeigen,

wie bedeutsam das Thema Ausbildung in

den zukunftsorientierten Räumen und Werkstätten

für uns ist,“ ergänzte Ausbildungsleiter

Klaus Beck. In der Eisengießerei werden pro

Jahr durchschnittlich 45 Jugendliche im

gewerblichen und drei im kaufmännischen

Bereich ausgebildet.

Christian Scherpner und

Ann-Christin Schmitz

(l. bzw. r.) freuen sich auf sechs neue Auszubildende,

die sie als Hauptbereichsleiter Personal

bzw. als Ausbildungskoordinatorin bei der

Nordwest Handel AG begleiten dürfen. „Begeisterung,

Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit: Das

sind wichtige Aspekte für Ihren beruflichen

Start und den weiteren Weg. Wir freuen uns,

diesen ab heute mit Ihnen gemeinsam gehen

zu können“, waren sich die Nordwest-Vorstände

Bernhard Dressler (2.v.r.) und Jörg

Simon (2.v.l.) Anfang September einig. Drei von

Foto: Nordwest

Foto: BGA

ihnen absolvieren ihre Ausbildung als Kaufmann/-frau

im Groß- und Außenhandel, drei

weitere werden Fachinformatiker mit dem

Schwerpunkt Anwendungsentwicklung. Insgesamt

sind derzeit 14 Auszubildende bei dem

Einkaufsverband beschäftigt. In Zeiten von

Fachkräftemangel und steigendem Personalbedarf

setzt das Dortmunder Unternehmen verstärkt

auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen.

Johannes Obrecht

ist als ordentliches Mitglied in den Vorstand

der Progress-Werk Oberkirch AG (PWO) berufen

worden. Gleichzeitig verlängerte der Aufsichtsrat

des Unternehmens den Vertrag von

Johannes Obrecht um weitere fünf Jahre.

Unverändert verantwortet er im Vorstand von

PWO den Bereich Produktion und Materialwirtschaft.

Das südbadische Unternehmen ist

Zulieferer für die Automobilindustrie und spezialisiert

auf die Fertigung von Metallkomponenten

sowie Subsysteme in Leichtbauweise.

Holger Bingmann

ist Mitte Oktober durch die Mitgliederversammlung

einstimmig in seinem Amt als Präsident

des Bundesverbandes

Großhandel,

Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA)

bestätigt worden. Zu

den ersten Gratulanten

gehörte Bundeskanzlerin

Dr. Angela

Merkel, die Dr. Holger

Bingmann im Rahmen

ihrer Rede zum diesjährigen

Unternehmertag für seine Aufgaben

alles Gute wünschte (11/18, S. 43).

Sardar Vallabhbhai Patel

kann seinen Ruf neuerdings auf 15.000 t Stahl

stützten. Diese Materialmenge wurde für das

Denkmal des ehemaligen indischen Politikers

verbaut, der einst Stellvertreter des legendären

ersten Premierministers Jawaharlal Nehru

war und damit als einer der Gründerväter des

modernen Indiens gilt. Er starb 1950. Im Zuge

4 Stahlreport

12|18


Foto: „Elternstolz“

des gegenwärtig

wachsenden Nationalismus

ist er vom derzeit

mächtigsten

Mann des Landes,

Premier Narendra

Modi, sozusagen wiederentdeckt

und mit

einem sogenannten

Denkmal der Einheit

geehrt worden. In diesem Oktober ist es eingeweiht

worden. 182 m ragt es in Gujarat in

den Himmel und ist damit doppelt so hoch wie

die Freiheitsstatue in New York. Die genannte

Stahlmenge hält 2.000 t Bronzeverkleidung

und verbindet 140.000 m 3 Beton.

Foto: Wikipedia

André Johannpeter

ist neuer Präsident des Weltstahlverbandes

(worldsteel). Der Executive Vice Chairman des

brasilianischen Stahlkonzerns Gerdau S.A.

wurde auf der diesjährigen Generalversammlung

im Oktober in der japanischen Hauptstadt

Tokio für die einjährige Amtszeit gewählt.

Bernhard Jehle

(ZME Elektronik Recycling GmbH) führt auch in

den kommenden drei Jahren den bvse-Fachverband

Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling.

Sein Stellvertreter im Verband ist weiterhin

Sebastian Will (Will GmbH & Co. KG. Das hat

die diesjährige bvse-Mitgliederversammlung in

Baden-Baden entschieden. Die Chemisierung

des Abfallrechts und damit der gesamten Branche

dürfte zu den größten Herausforderungen

für die neuen und alten Vorstände gehören.

Medin Murati

ist in vierter Generation Stahlbetonbauer und

hat es mit seinen gerade einmal 20 Jahren

jetzt zum Vizeweltmeister seines Fachs

gebracht. Medin hatte seine Lehre 2016 bei

einem großen Bauunternehmen in Memmingen

abgeschlossen und sich ein Jahr später in

Abu Dhabi zum Vize-Weltmeister im Stahlbetonbau

hochgekämpft. Wie es weitergeht? Wie

einst sein Vater

möchte Medin als

nächstes seinen Meister

machen. „Mein

Vater ist ein großes

Vorbild für mich“, sagt

Medin. „Er hat sich

alles selbst aufgebaut

und seine Ziele immer

im Auge behalten.

Foto: Vogel-Bauer

Foto: R&C GmbH

Ganz klar: Es sind große Fußstapfen, in die ich

trete.“ Enver Murati war als Jugendlicher aus

dem damaligen Kriegsgebiet Kosovo ins Allgäu

gekommen, hatte dort eine Lehre sowie später

seinen Meister gemacht und sich als Unternehmer

in Memmingen eine Existenz aufgebaut.

Axel Sticher

hat bei der Vogel-Bauer Edelstahl GmbH & Co.

KG in Solingen die Nachfolge von Vertriebsleiter

Hans-Günter Lüttgens angetreten, der

nach 45-jähriger Tätigkeit für das Unternehmen

in den Ruhestand getreten ist. Der Weg in

die Branche hatte Axel Sticher 1979 zu Peter

Holzrichter in Wuppertal geführt. In dem

Unternehmen absolvierte er eine Ausbildung

zum Groß- und Außenhandelskaufmann – und

blieb dort für die nächsten 35 Jahre. Vom Verkaufssachbearbeiter

ging es die Karriereleiter

aufwärts bis zum

Verkaufs- und Einkaufschef.

2014

wechselte er innerhalb

der Spaeter-

Gruppe als Geschäftsführer

des Standorts

Bietigheim-Bissingen

nach Süddeutschland.

In seiner neuen Funktion in Solingen wird er

auch mit Mats Mathiasen zusammenarbeiten,

der bei Vogel-Bauer als inzwischen 4. Generation

an den Start gegangen ist.

Peter Schwarze

verfügt als neuer Geschäftsführer der RCG

Asia über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der

Metall- und Miningindustrie und im Beratungsgeschäft.

Er war u.a. als CEO Asia/Pacific bei

der Schmolz + Bickenbach Gruppe tätig und

arbeitete in verschiedenen leitenden Positionen

bei der Klöckner & Co Gruppe. Die

Managementberatung Research & Consulting

Group AG (RCG) mit Hauptsitz im schweizerischen

Pfäffikon hat ihre globale Präsenz weiter

verstärkt. Vor einiger

Zeit wurde eine

neue Tochtergesellschaft

in Singapur

eröffnet. Mit dieser

RCG Research & Consulting

Asia PTE. LTD.

liegt der Fokus auf

dem asiatisch-pazifischen

Markt.

Foto: Sauter

Michael F. Rudloff

ist seit dem Jahreswechsel 17/18 alleiniger

Geschäftsführer (3.v.l., CEO) von Sauter Feinmechanik

in Metzingen und hat ein neues Führungsteam

um sich versammelt, das die innovative

Ausrichtung des Unternehmens zum

systemischen Komplettausstatter von Werkzeugmaschinen

begleiten soll. Neu im Führungsteam

der Gruppe sind seit 2018 Felix

Schöller (2.v.r., CSO), Manager Vertrieb und

Service, Thomas Eggers (3.v.r., CFO), Leiter

Finanzen und Controlling, Andy Schäfer (2.v.l.,

COO), Leiter Operations, und Einkaufsleiter

Manfred Leibfarth (r., CPO). Ebenfalls neu bei

Sauter: Martin Töpler (l., CHRO), der den

Bereich Human Resources übernimmt. Der

Leiter des Qualitätsmanagements, Günter

Hacker (M., CQO), der nun auch für die internationalen

Produktionsstätten der Gruppe verantwortlich

ist, komplettiert das Führungsteam.

Foto: Ethik Society

Jürgen Linsenmaier

freut sich über ein neues Mitglied der Ethik

Society: Die in Metzingen ansässige easysoft

GmbH wurde jüngst für ihre ethische

Unternehmensausrichtung und die Prinzipien

ehrbaren Kaufmannstums ausgezeichnet.

Das Unternehmen

um den

Geschäftsführenden

Gesellschafter

Andreas Nau entwickelt

seit 1994 Softwarelösungen

für

das Seminarmanagement,

die Personalentwicklung

und

die Ausbildungsverwaltung.

„Wir freuen uns, dass wir Andreas

Nau als wegweisende Unternehmerpersönlichkeit

als Member der Ethik Society haben

gewinnen … können“, sagte deren Initiator

Jürgen Linsenmaier. (www.ethiksociety.com)

Er bezeichnet sich als leidenschaftlichen

Werber für unternehmerische

Freiheit mit ethischer Verantwortung.

Stahlreport 12|18

5


Stahlhandel

Bericht

Setzt auf Padersoft SE: Kaefer Stahl + Baustoffe mit Hauptsitz in Brilon.

Berater von SE Padersoft unterstützen die

Mitarbeiter bei Kaefer am Tag des Echtstartes.

Kaefer setzt auf Unitrade

Neues Warenwirtschaftssystem

für die Zukunft

Die KAEFER Stahl + Baustoffe GmbH & Co. KG aus Brilon hat ihren Betrieb erfolgreich auf das

ERP-Warenwirtschaftssystem UNITRADE® umgestellt. Mit dem Wechsel der Unternehmenssoftware

positioniere sich der mittelständische Fachhändler als modern ausgerichtetes Unternehmen mit Blick

für aktuelle Technologietrends. Dank der strukturierten Vorbereitung und der guten Zusammenarbeit

mit Padersoft sei die System-Umstellung reibungslos durchgeführt worden.

„Wir wollen unser gesamtes

Geschäft professionell rund um unseren

Kunden herum organisieren“,

sagt Andreas Kaefer, Geschäftsführer

des Briloner Stahl- und Baustoffhandels,

über seine Motivation zum

Wechsel auf das Warenwirtschaftssystem

Unitrade von Padersoft.

„Unsere Kunden erwarten von uns,

dass wir ihnen als Händler die geforderte

Ware zügig und passgenau

beschaffen.“ Dabei spielen zum Beispiel

schnelle Angebote, auch der

nicht lagermäßig geführten Produkte,

und eine schnelle Auftragsabwicklung

inklusive Bestellartikel

eine wichtige Rolle.

Effizienter im Tagesgeschäft

Schnelligkeit und Fehlerfreiheit bei

der Auftragsabwicklung lassen sich

heute nur mit einem modernen

Warenwirtschaftssystem realisieren.

Bei Kaefer fiel die Wahl nach einer

intensiven Marktsondierung auf das

Softwarehaus SE Padersoft GmbH &

Über KAEFER Stahl + Baustoffe GmbH & Co. KG

Kaefer bietet mit seinem umfassenden Sortiment aus den Bereichen

Stahl und Baustoffe „alles, was zum Bauen, modernisieren und verschönern

notwendig ist“. Mit dieser Firmenphilosophie adressiert das Unternehmen

Häuslebauer, Wohnungsrenovierer sowie große Bau- und Stahlunternehmer

mit einem umfassenden Sortiment. Das moderne

Anarbeitungszentrum verfügt über drei Sägeanlagen, eine Strahlanlage

und eine Bohranlage.

Mehr Infos unter: www.kaefer-brilon.de

Co. KG aus Paderborn. Mit der Branchenlösung

Unitrade biete der Softwarehersteller

dem Händler eine

praktikable wie komfortable Lösung

für seine gesamten Unternehmensprozesse.

Neben dem ERP-System als Herzstück

werden auch alle anderen

Zusatz-Module in dem System aus

der gleichen Nutzer-Oberfläche

heraus bedient. Alle Softwareprodukte

arbeiten dabei auf einer Datenbasis.

So sind die Bereiche Warenwirtschaft,

CRM, das Lagerverwal -

tungssystem oder die neu programmierte

Tourenplanung eng miteinander

verzahnt und ermöglichen

dem Anwender ein fehlerfreies,

schnelles Arbeiten – übergreifend

über alle Unternehmensbereiche.

Vor allem die Integration spezieller

Stahl-Funktionen war für Kaefer

ein ausschlaggebendes Kriterium

für die Software-Auswahl. „In unserer

Branche müssen wir Dinge, wie

6 Stahlreport 12|18


Fotos: Padersoft

Effizienterer Materialfluss mit moderner ERP-Software: Bundbearbeitung in der Kaefer-Stahlhalle.

die Abbildung von Prüfzeugnissen,

Chargen- und Längenverwaltung

oder verschiedene Stahl-Anarbeitungen

direkt im Warenwirtschaftssystem

lösen können. Und zwar

praktikabel und fehlerfrei“, kommentiert

Dirk Boriess, IT-Leiter bei

Kaefer. „Die Nutzung von Unitrade

über das SE Padersoft-Rechenzentrum

ist für uns eine attraktive Alternative

zur lokalen Installation. So

haben wir immer alle Daten aktuell

im mobilen Zugriff und müssen uns

nicht zusätzlich um Software-

Updates und die Server-Wartung

kümmern.“

Digitalisierung aktiv gestalten

Mit der Nutzung von Unitrade über

das Rechenzentrum verspricht sich

Kaefer zudem Vorteile bei der künftigen

Ausrichtung des Unternehmens

in Richtung Digitalisierung

und Mobilität. „Mit der Errichtung

einer modernen Systemlandschaft

sind wir in der Lage, unseren Kunden

künftig auch mobile Service-

Angebote zu machen“, betont

Andreas Kaefer.

Neben Online-Bestellungen über

eine Webplattform wäre auf dieser

Basis auch eine Kaefer-App für ortsunabhängige

Kundenbestellungen

über das Smartphone denkbar, so

das Softwarehaus. Zudem profitiert

der Außendienst durch einen mobilen

Zugriff auf das Warenwirtschaftssystem,

der Belege künftig direkt im

System erfassen und Kundendaten

abfragen kann.

Auch die Möglichkeit, Artikeldaten

direkt in den Stammdatenbereich

zu importieren, sei für den Händler

von großem Vorteil. So können Artikelinformationen

einfach per Mausklick

aktualisiert werden. Zusatzinformationen

zum Artikel, wie

beispielsweise Bilder, technische

Beschreibungen oder Verarbeitungshinweise

werden ebenfalls unmittelbar

im System gepflegt.

Bestellungen für einen Kundenauftrag

werden bei Kaefer künftig

direkt aus dem Auftragsbeleg angestoßen

und können bei Bedarf auch

elektronisch per EDI (Electronic Data

Interface – Elektronischer Datenaustausch)

an die Industrie übermittelt

werden.

Nächster Schritt:

Lagerverwaltung

In einem nächsten Schritt soll bei

dem Briloner Stahl- und Baustoffprofi

das systemintegrierte Unitrade-

Lagerverwaltungssystem eingeführt

werden. Insbesondere im Lagerbereich

sollen durch effizientes Kommissionieren

und der Wareneingangserfassung

in Echtzeit

signifikante Zeit- und Kosteneinsparungspotentiale

gehoben werden.

„Der Einsatz eines modernen

Warenwirtschaftssystems und die

Fokussierung auf digitale Unternehmensprozesse

werden jedoch nie

den persönlichen Kontakt zum Kunden

ersetzen“, betont Andreas Kaefer

abschließend. Im Gegenteil: Die Entlastung

durch die neue Software im

Tagesgeschäft schafft Freiräume,

sich noch intensiver der Kundenberatung

zu widmen. 2

Über SE PADERSOFT

Mit dem Warenwirtschaftssystem Unitrade bewegt

sich SE PADERSOFT seit über 30 Jahren erfolgreich

am Markt. Ob Einzel- oder Großhandel, Zentralunternehmen

oder Filialist: Die Handelslösungen von SE

Padersoft kommen im Baustoff- und Bedachungsfachhandel,

Stahl- und Sanitärhandel und in Bau- und Elektromärkten

zum Einsatz.

SE Padersoft entwickelt kontinuierlich neue, praxisorientierte

Softwarefunktionen. Neben der hohen Funktionalität

werde dabei höchster Wert auf die benutzerfreundliche

Umsetzung gelegt, sodass die Bedienung

im Tagesgeschäft einfach und praktikabel sei, betont

das Unternehmen.

Unitrade organisiert die komplette Warenwirtschaft: von

Bestellungen über den Verkauf bis hin zum Stammdatenmanagement.

Darüber hinaus beinhaltet die Software

auch die integrierten Module Cube (Auswertungen), CRM

(Kundenbeziehungsmanagement), Shop (B2B und B2C),

Kasse (POS-Lösung), Dispo pro (Bestandsoptimierung),

LVS (Lagerverwaltung), DMS (Dokumentenmanagement)

und eine App (Smartphone-Anwendung für Inventur,

Wareneingang, Sofort-Kommissionierung). Der Anwender

kann zudem das neue systemintegrierte Tourenverwaltungssystem

nutzen. Unitrade kann lokal vor Ort installiert

oder über die Cloud betrieben werden.

Weitere Infos unter: www.unitrade.com

Stahlreport 12|18

7


Stahlhandel

Bericht

Die Kuhlmann GmbH & Co. KG in Lage: Ein moderner Stahl- und Werkstoffhändler

mit umfangreichem Produktportfolio im Herzen Ostwestalens.

Direkt an das Hochregallager angebunden:

eine fehr-Ausgabestation.

Neues fehr-Hochregallager für Kuhlmann

Vollautomatischer Zugriff

auf 1.400 Produkte

Mit einem Erweiterungsbau hat die Kuhlmann-Gruppe Ende 2017 die Lagerkapazität

am Standort Lage ausgebaut. In einem Teil der neuen Stahlhalle wurde ein

vollautomatisches Hochregallager mit 1.300 zusätzlichen Lagerplätzen realisiert.

Aus diesem neuen Hochregallager von den Schweizer Lagerlogstikexperten fehr

können nun Lang- und Flachprodukte per Mausklick ein- und ausgelagert werden.

Die Kuhlmann GmbH & Co.

KG ist ein moderner Stahl- und

Werkstoffhändler mit umfangreichem

Produktportfolio. Um den

wachsenden Anforderungen an ein

großes Sortiment und schnelle Lieferung

auch weiterhin gerecht werden

zu können, hat sich das Unternehmen

zu einem Ausbau des

bestehenden Betriebsstandortes in

Lage in Nordrhein-Westfalen entschieden.

Im Zuge des Ausbaus sollte

das Stahllager auf den neuesten

Stand gebracht und die Lagerkapazität

deutlich erweitert werden.

In dem ausgebauten Lager sollten

sowohl Stahlprodukte wie Walzstahl,

Profil- und Rundrohre sowie

Bleche, aber auch Edelstahlerzeug-

nisse, Qualitätsstähle und NE-

Metalle gelagert werden. Um dieser

Anforderung gerecht zu werden,

kam ein Hochregallager vom Typ

honeycomb zum Einsatz. 1.150 Kassetten

mit einer Abmessung von

610 x 357 x 6.800 mm für Langgut

sowie 150 Kassetten mit einer

Abmessung von 1.690 x 432 x

6.800 mm für Flacherzeugnisse können

hier alle geforderten Produktabmessungen

aufnehmen.

Zuverlässige Zuarbeiter

Das auf das Handling von Kassetten

dieser Baugrößen ausgelegte Regalbediengerät

befördert eine Traglast

von 3 t bei Langgut beziehungsweise

5 t bei Blechen, jeweils mit einer

Hubgeschwindigkeit von 40 m/min.

Für das Langgut kommt ein 4-plätziges

Karussell mit einer Traglast

von 3 t und einer Fördergeschwindigkeit

von 45 m/min längs und

12 m/min quer zum Einsatz. Für die

Blechkassetten wird ein Längsförderer

eingesetzt. Dieser bewältigt

eine Traglast von 5 t bei einer Fördergeschwindigkeit

von 45 m/min.

Kompatible Schnittstellen

Da das Lager in den bestehenden

Gebäudekomplex integriert werden

musste, galt dem reibungslosen

Anschluss an bestehende Schnittstellen

besonderes Augenmerk. Nach

einer kurzen Aufbauphase des Hochregallagers

von lediglich drei Mona-

8 Stahlreport 12|18


„Mit unserer neuen fehr-Hochregalanlage haben wir unsere Prozesse im Stahllager und die Zugriffsgeschwindigkeiten

bei der Kommissionierung deutlich schneller und effizienter gestalten können. Mit Inbetriebnahme am Kuhlmann-

Standort Lage ist die fehr-Anlage auch zum zentralen Lagerort für sämtliche Stahlprodukte, Rohre, Bleche, Qualitätsund

Edelstähle sowie NE-Metalle für unsere Werrestahl-Standorte in Bad Oeynhausen und Lübbecke geworden.

Mit dem fehr-Hochregallager haben wir, Kuhlmann-Werrestahl, nun die Möglichkeit, unser Lagersortiment weiter

systematisch auszubauen und neue Produkte, Abmessungen und Qualitäten zu lagern – mit allen Erfordernissen an

die Rückverfolgbarkeit des Materials und einer automatischen Chargen- und Zeugnisverwaltung. Zudem haben wir das

Hochregallager komplett mit Iso-Wandelementen geschützt, um Staub und Feuchtigkeit zu reduzieren. Zusätzliche

Hellstrahler sorgen für ein beständiges Klima und regulieren die Luftfeuchtigkeit.“

Annette Küstermann, Geschäftsführung Kuhlmann GmbH & Co. KG

Hat die Lagerkapazität in Lage deutlich erweitert: Annette Küstermann, Geschäftsführerin der Kuhlmann GmbH & Co. KG mit

ihren Mitarbeitern Jan-Henrik Lenniger (li.) und Pablo Luna (r.).

ten konnte das neue Lager bei Kuhlmann

Anfang Dezember 2017 in

Betrieb gehen. Mit 52 Doppelspielen

pro Stunde zu einer Arbeitsstation

kann die im fehr-Hochregallager

gelagerte Ware nun vollautomatisch

per Mausklick ein- und ausgelagert

und der Weiterverarbeitung beziehungsweise

direkt der Kommissionierung

übergeben werden.

ÜBER FEHR

Die fehr Lagerlogistik AG mit Stammsitz in Winterthur bietet von der Projektplanung

bis zur Wartung und von der Beratung bis zur Umsetzung

sämtliche Leistungen in Sachen Hochregallager aus einer Hand. Der

Anspruch der fehr-Ingenieure ist es, gemeinsam mit den Kunden für jede

Ausgangslage die beste Lösung zu entwickeln – vom Ausbau bestehender

Infrastrukturen vor Ort bis zur Planung und Umsetzung ganzer Lagerkomplexe.

Kunden profitierten von

z innovativer Hard- und Software

z Kompatibilität, Zuverlässigkeit und Präzision

z optimierten Materialflüssen durch unabhängiges Prozess-Design

(inkl. Analyse und Simulation) sowie einer

z 24/7-Erreichbarkeit mit Niederlassungen in Deutschland, Schweiz und

den USA.

Service und Ersatzteillager

vor Ort

Dass sich die Kuhlmann-Gruppe

auch in den nächsten Jahren zu

100 % auf ihr neues Hochregallager

verlassen kann, dafür sorgt der rund

um die Uhr verfügbare technische

Service und Support von fehr. Der

Schweizer Lagerlogistikexperte

unterhält dazu eigens ein umfangreiches

Ersatzteillager und sei somit

auch für Kunden in Deutschland

innerhalb kürzester Zeit vor Ort einsatzbereit.

2

[ Kontakt ]

fehr Lagerlogistik AG

In der Au 5

8406 Winterthur/Schweiz

Tel.: + 41-52-260 56 56

Fax: +41-52-260 56 51

info@fehr.net

www.fehr.net

Kuhlmann GmbH & Co. KG

Im Seelenkamp 2

32791 Lage

Tel. +49 5232 9505-0

Fax: +49 5232 9505-66

Stahlreport 12|18

9


Stahlhandel

XXXXX Bericht/Nachrichten

A XXXXX

Bilder: Gebr. Lotter KG

„Exzellenter Partner für Stahlverarbeiter“ unter dem Dach der Lotter-Gruppe

Hagelauer und Dewald

künftig gemeinsam

Ab 1. Januar 2019 treten die Erich Hagelauer GmbH aus Stuttgart und die Hans Dewald

GmbH aus Pleidelsheim gemeinsam am Markt auf. Zu diesem Termin übernimmt die

Gebr. Lotter KG, alleinige Gesellschafterin der Hans Dewald GmbH, von der Familie

Hagelauer die Anteile an der Erich Hagelauer GmbH. Mit der Zusammenarbeit wollen

die beiden Unternehmen ihre gute Marktstellung ausbauen – und Kunden durch eine

Kombination der Sortimente einen Mehrwert bieten.

Durch den Zusammenschluß

entstehe „sowohl in der Sortimentsbreite

und -tiefe als auch in der Bearbeitungskompetenz

und -kapazität

ein exzellenter Partner für den Maschinenbau

und die stahlverarbeitende

Industrie“ – insbesondere auch in dem

wachsenden Markt der Just-in-Timeoder

fertigungssynchronen Belieferung

von Zuschnitten in kleinen, mittleren

und großen Losgrößen, hieß es

dazu von der Lotter-Gruppe. Beide

Unternehmen sind spezialisiert auf

den Vertrieb und die Bearbeitung von

Qualitäts-, Edelbau- und Blankstählen

sowie Grauguß. Das Liefergebiet des

neuen Verbunds umfaßt Baden-Württemberg

sowie die angrenzenden Bundesländer.

Synergien nutzen

Neben dem erweiterten Sortiment

versprechen sich beide Unternehmen,

auch Synergien nutzen zu können,

die in der Marktbearbeitung

und in der Leistung

gegenüber dem Kunden

dank der Zusammenarbeit

enstehen. Ein Abbau von

Arbeitsplätzen sei dabei

nicht beabsichtigt, hieß es

in einer Mitteilung.

Weiterhin verantwortlich

für die Führung in Stuttgart-Feuerbach

wird Geschäftsführer Jürgen

Hagelauer sein – und gemeinsam mit

Jörg Bayer, der die Führung in Pleidelsheim

inne hat, den Verbund führen.

Unterstützt werden beide von

Stefan Gramlich von der Erich Hagelauer

GmbH, der für die internen

Abläufe verantwortlich zeichnet.

An den Standorten in Feuerbach und

Pleidelsheim arbeiten insgesamt über

70 Mitarbeiter in Verwaltung, Vertrieb,

Produktion und Logistik. Beide

Standorte verfügen über moderne

Hochregalanlagen sowie über

umfangreiche Band- und Kreissägenanlagen

für die Bearbeitung der

Stähle. Auch nachgelagerte Reinigungs-

und Entgratungsarbeiten werden

durchgeführt.

„Durch den Zusammenschluß entsteht ein

exzellenter Partner für den Maschinenbau und die

stahlverarbeitende Industrie – insbesondere auch in

dem wachsenden Markt der Just-in-Time- oder

fertigungssynchronen Belieferungen von Zuschnitten

in kleinen, mittleren und großen Losgrößen“.

Gebr. Lotter KG

97 + 36 + 178 Jahre

Erfahrung mit Stahl

Die Erich Hagelauer GmbH wurde

1921 von Erich Hagelauer sen. gegründet

und wird heute in der dritten Generation

von Jürgen Hagelauer gemeinsam

mit Günther Glasbrenner geführt.

Durch den Zusammenschluß mit

Dewald unter dem Dach der Lotter-

Gruppe soll der Erhalt des seit fast

einhundert Jahren erfolgreich am

Markt tätigen Unternehmens langfristig

gesichert werden. Da der Standort

in Stuttgart-Feuerbach keine räumliche

Expansion erlaubt, eröffnet die

Kooperation mit Dewald dem Unternehmen

die Möglichkeit, das in den

letzten Jahren starke Wachstum im

Bereich des Sägens und der Anarbeitung

auf den in Pleidelsheim vorhandenen

freien Flächen weiter auszubauen.

Die Hans Dewald GmbH wurde 1982

durch Hans Dewald gegründet. Dank

seiner langjährigen Erfahrung bei

großen Stahlhändlern machte sich

Dewald Stahlhandel innerhalb kürzester

Zeit einen Namen in der Branche.

2013 übertrug Hans Dewald altersbedingt

die operative Leitung des

Unternehmens unter anderem an

den heutigen Geschäftsführer Jörg

Bayer. 2015 verkaufte er

seine Gesellschaftsanteile

an die Gebr. Lotter KG in

Ludwigsburg.

Die Gebr. Lotter KG

führt ihre Anfänge auf das

Jahr 1840 zurück. Heute

beschäftigt die Lotter-

Gruppe unter der Führung

von Helmut Ernst und Dr. Ralf von

Briel an über 40 Standorten in

Deutschland 1.600 Mitarbeiter. 2

10 Stahlreport 12|18


Foto: Jebens

Stößel im XXL-Format made by Jebens: 66 t schwer, 2.600 mm hoch, 2.200 mm breit und 6.000 mm lang.

Das Plus an Produktivität und Prozesssicherheit:

Neuer 90 t-Pressenstößel für Autozulieferer

Die Jebens GmbH hat Schweißteile für

die Neukonstruktion eines Press-Stößels mit

2.000 t Presskraft nach Maß angefertigt. Auf

der Presse fertigt ein Automobilzulieferer rund

um die Uhr mit 40 Hüben pro Minute Kopfstützenschienen

für einen Premiumfahrzeugbauer.

Vermehrt auftretende Risse machten

einen Neubau unumgänglich. Mit der Aufgabe,

einen komplett neuen Stößel zu konstruieren

und berechnen, wurde die Jebens GmbH von

Automobilzulieferer Ropa Pressentechnik

beauftragt.

Da bei der Neukonstruktion ein Ausbau des

Stößels aus der Anlage nicht in Frage kam,

musste Ropa die geforderte Maßhaltigkeit der

Neukonstruktion rein auf Basis von Berechnungen

gewährleisten. Mit der Fertigung von

Stößel und Führungsrohren beauftragte der

Pressenspezialist Jebens. Die Dimensionen

des Stößels waren mit 66 t Gewicht, 2.600

mm Höhe, 2.200 mm Breite und 6.000 mm

Länge dabei anspruchsvoll. Die eigentliche

Herausforderung lag jedoch in den fehlenden

Schweißzeichnungen, so der Brennspezialist.

Alle Schweißnähte mussten nach den Zeichnungen

von Ropa durch einen Schweißfachingenieur

bei Jebens neu berechnet und ausgelegt

werden. Für Marc Baumeister,

verantwortlicher Konstrukteur bei Ropa, sei

das der ausschlaggebende Punkt gewesen,

diesen Auftrag an Jebens zu vergeben.

Ergebnis deutlich

gesteigert

Die Klöckner & Co SE hat im dritten

Quartal 2018 den positiven Ergebnistrend

fortgesetzt. Das operative Ergebnis

(EBITDA) wurde sehr deutlich auf

59 Mio. € (Q3 2017: 47 Mio. €) verbessert

und lag damit innerhalb der

prognostizierten Spanne von 55 bis 65

Mio. €. Wesentlicher Grund für die Verbesserung

sei die positive Marktentwicklung

in den USA gewesen, so Gisbert

Rühl, CEO von Klöckner & Co. SE.

Das Konzernergebnis wurde von 13

Mio. € auf 22 Mio. € gesteigert.

Den über digitale Kanäle erzielten

Umsatzanteil konnte der Stahl- und

Metalldistributeuer zum Quartalsende

weiter auf 23 % (Q3 2017: 16 %) erhöhen.

Zudem habe man sowohl für die

Klöckner-Onlineshops mit Marktplatzfunktion

als auch für die unabhängige

Industrieplattform XOM Materials weitere

Partner gewinnen können. Mittlerweile

böten rund 20 Drittanbieter ihre

Produkte über von Klöckner & Co initiierte

Plattformen an.

Für das Gesamtjahr geht der Konzern

gegenüber dem Vorjahr von einem

„mindestens leicht steigenden operativen

Ergebnis“ und einem entsprechend

positiven Konzernergebnis aus.

NEU

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und Logistik:

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Stahlhandel

Bericht

Bild: Stahlo Stahlservice

Bereits heute verarbeitet Stahlo Stahlservice am Standort in Gera ultrahochfeste Stähle mit bis zu 1.400 Mpa zu Spaltband –

ab 2019 sogar bis zu 1.900 Mpa.

Stahlo erweitert Leistungsspektrum

Fertigungs-Kompetenz ausgebaut

Um Kundenanforderungen künftig noch flexibler und besser zu bedienen, erweitert Stahlo Stahlservice

sein Leistungsspektrum deutlich. Insbesondere an den Standorten Gera und Nordhausen

erhöht das Unternehmen seine Kapazitäten und Bearbeitungsmöglichkeiten. Damit baut Stahlo

seine durchgängige Fertigungskompetenz im Bereich der Stahlanarbeitung weiter aus.

Ausbau des Highend-Stahlservices

auf der einen, Investitionen

in wirtschaftliche Zuschnitte auf der

anderen Seite: Die Stahlo Stahlservice

GmbH & Co stellt sich breit auf,

um die unterschiedlichen Marktanforderungen

flexibel bedienen zu

können.

Gera: ultrahochfeste Stähle für

Automobilindustrie

So können mit Inbetriebnahme des

neuen Werks in Gera ab 2019 ultrahochfeste

Stähle bis zu 1.900 MPa

und mit einem Ringaußendurchmesser

bis zu 2.100 mm zu Spaltband

verarbeitet werden – in Außenhaut-

qualität. Bis zu 60 Streifen lassen

sich künftig in einem Arbeitsgang

spalten. Dafür hat das Tochterunternehmen

der Friedhelm Loh Group

seine Anlagentechnik um eine

zweite hochmoderne Spaltanlage

erweitert.

Bereits früh hat Stahlo dabei den

Trend zu hochfesten und ultrahochfesten

Stählen im Blick gehabt – und

in die entsprechende Anlagentechnik

investiert. Schon bisher können

am Standort in Gera Stähle mit bis

zu 1.400 MPa zu Spaltband verarbeitet

werden. Ebenfalls werden dort

auf einer der zum Anschaffungszeitpunkt

größten und modernsten Platinenschneidanlagen

Europas, die

unter anderem mit einer 10.000-

MPa-Presse ausgestattet ist, Coils

bis zu 40 t verarbeitet.

Mit seiner technischen Kompetenz,

Flexibilität und Zuverlässigkeit

erfülle man die hohen Qualitätsansprüche

der Automobilindustrie –

für die sich das Stahl-Service-Center

als flexibler und zuverlässiger Zulieferer

etabliert hat.

Ab 2019 erhöht nun eine zweite

Konturenschneidanlage der neuesten

Generation die Kapazität. Gefertigt

werden darauf unter anderem

Trapeze, Rauten, Konturen und

außenhautfähige Großplatinen.

12 Stahlreport 12|18


Nordhausen: Kleinserien und

Kurzfristbedarfe

Während das Kontraktgeschäft auch

zukünftig in Dillenburg und Gera

abgewickelt werden soll, setzt Stahlo

mit der Übernahme von Blech-Service

Nordhausen weiterhin auf die

Stärken in der Produktion von Kleinserien

und Kurzfristbedarfen. Die

Differenzierung im Geschäftsmodell

sowie die Erweiterung in der Produktion

sollen auch logistische Vorteile

bringen: Die zentrale Lage von

Blech-Service Nordhausen am Südrand

des Harzes ermöglicht deutschlandweit

eine schnelle und direkte

Belieferung. Mit dem neuen Unternehmen

an Bord gewinne Stahlo

Stahlservice aber nicht nur neue Kunden,

auch das Wachstum Richtung

Osteuropa werde vorangetrieben.

Blech-Service Nordhausen ist Spezialist

in der Herstellung von Stahlblech-Zuschnitten

mit bester Oberflächenqualität:

Zum Maschinen- und

Anlagenpark gehören drei Längs- und

Querteilanlagen. Neben der Fertigung

von Standardformaten werden hier

auch Zuschnitte nach vorgegebener

Kundenspezifikation produziert.

Kleine Zuschnitte ab einer Abmessung

von 37 x 295 mm und Sonderabmessungen,

die auf vollautomatischen

Scherencentern hergestellt werden,

vervollständigen die Produktionskompetenz

des Blechserviceanbieters im

Zuschnittsegment.

Ein weiterer Geschäftsbereich

sind Klima- und Kleincoils: Blech-Service

Nordhausen stellt aus Coils mit

einem Maximalgewicht von 27.500 kg

Kleincoils in einer Größenordnung

von 150 bis 7.500 kg her und kann

somit individuelle Kundenwünsche

passgenau erfüllen. Neben flexiblen

Produktionskapazitäten von Zuschnitten

in frei wählbaren Stückzahlen

legt das Unternehmen Wert auf kurzfristige

Verfügbarkeit: Innerhalb von

48 h werden Kunden deutschlandweit

beliefert.

Mit seinem erweiterten Leistungsspektrum

und seiner Flexibilität positioniere

man sich „deutlich in der Führungsgruppe

der ersten Liga der

Blechverarbeitung – mit Anspruch

auf die Tabellenführung“, so das Unternehmen.

2

247TailorSteel expandiert

weiter in Deutschland

Mit zehn neuen Laserschneidanlagen

auf Wachstumskurs

247TailorSteel stockt seinen

Maschinenpark in Deutschland und den

Niederlanden um weitere zehn 2D-Laserschneidanlagen

zur Blechbearbeitung auf.

Das niederländische Unternehmen ist kurz

nach der Eröffnung der neuen, größeren

Produktionsstätte in Oyten, Niedersachsen,

weiterhin auf Wachstumskurs. Nachdem an

den verschiedenen Standorten in den Niederlanden

und Deutschland bereits 26

Laserschneidanlagen für den Zuschnitt von

Blechen im Einsatz sind, wurden nun weitere

zehn Maschinen bestellt, um der stetig

steigenden Nachfrage begegnen zu können,

so der Metallbearbeitungsspezialist.

Anfang des Jahres 2019 sollen die

2D-Laserschneidmaschinen der Firma

Trumpf am erweiterten Hauptwerk

Varsseveld in den Niederlanden sowie an

einem neuen Standort in Nordrhein-Westfalen

in Betrieb gehen. Künfitg möchte

247TailorSteel vor allem in Deutschland

noch weiter expandieren.

Vo

ollautomatischer Entnahmeroboter

Kommissionierung o ng der Bügel

nach hK Kundenbedarf

d Erfüllt höchsteh Sicherheits-

h i

anforderungen

Logistische sche Integration

ti

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Präzise und programmgesteuert entnimmt

der Roboter die fertig produzierten Bügel

in verschiedenen Formen und Größen

vom Bügelautomaten und platziert sie je

nach Anforderungen auf verschiedensten

Ablageplätzen.

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Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

Werkstoffgeschäft profitiert von hohem Preisgefüge

Thyssenkrupp schließt solide ab

Die thyssenkrupp AG hat bei Auftragseingang und Umsatz im Geschäftsjahr 2017/2018 eine solide

Entwicklung verzeichnet. Damit hat der Technologie- und Industriekonzern ein ereignisreiches

Jahr positiv abgeschlossen. Der Auftragseingang erreichte mit 42,8 Mrd € das Vorjahresniveau,

der Umsatz ist um 3 % auf 42,7 Mrd € (Vorjahr 41,4 Mrd €) leicht gewachsen.

Trotz Turbulenzen

das Geschäftsjahr

2017/2018 solide

abgeschlossen: der

Essener Industrieund

Technologiekonzern

thyssenkrupp

(hier die Konzernzentrale).

Bild: thyssenkrupp

Bei den Werkstoffgeschäften

profitierten sowohl der Bereich

Materials Services als auch Steel

Europe von anhaltend stabilen und

hohen Preisen auf den Roh- und

Werkstoffmärkten. Materials Services

konnte das hohe Ergebnisniveau

des Vorjahres leicht steigern

(+2 % auf 317 Mio €). Steel Europe

verzeichnete einen starken Ergebnisanstieg,

obwohl Produktionseinschränkungen

durch das Niedrigwasser

des Rheins sowie der

rückläufige Versand aufgrund neuer

Abgasnormen in der Automobilindustrie

das Ergebnis im Schlussquartal

belasteten (+26 % auf 687

Mio €).

Thyssenkrupp blickt insgesamt vorsichtig

optimistisch in das laufende

Geschäftsjahr 2018/2019. „Das

abgelaufene Geschäftsjahr war ein

aufregendes und herausforderndes

für thyssenkrupp. Wir haben einen

der größten Konzernumbauten in

der Geschichte des Unternehmens

eingeleitet“, sagte Guido Kerkhoff,

Vorsitzender des Vorstands der

thyssenkrupp AG. Man bekenne

sich aber klar zu den bestehenden

Performance-Zielen, so Kerkhoff

weiter.

Fahrplan vorgelegt

Für die angekündigte Teilung des

Konzerns hat der Vorstand nun den

Fahrplan vorgelegt. Als thyssenkrupp

Materials AG und thyssenkrupp

Industrials AG sollen die

Werkstoff- und die Industriegütergeschäfte

als eigenständige, börsennotierte

Gesellschaften mit

direktem Kapitalmarktzugang

geführt werden. Die Teilung reduziere

die Komplexität und erlaube

es beiden Unternehmen, unabhängiger,

schneller und zielgerichteter

auf Kunden und Märkte zu reagieren

und Investoren mit unterschiedlicher

Ausrichtung anzusprechen.

Thyssenkrupp strebt an, die Teilung

von der ordentlichen Hauptversammlung

im Januar 2020 beschließen

zu lassen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr,

das bei thyssenkrupp traditionell

von September zu September läuft,

habe man mit der Unterzeichnung

des Joint-Venture-Vertrags zum

Zusammenschluss der europäischen

Stahlaktivitäten mit Tata Steel

zudem einen wichtigen Meilenstein

erreicht. Alle Vorbereitungen dazu

liefen nach Plan. 2

„Das abgelaufene Geschäftsjahr war ein aufregendes und

herausforderndes für thyssenkrupp. Wir haben einen der größten

Konzernumbauten in der Geschichte des Unternehmens eingeleitet.“

Guido Kerkhoff, Vorsitzender des Vorstands der thyssenkrupp AG

14 Stahlreport 12|18


Bild: Dillinger Hütte/Rijkswaterstaat

8.200 t Stahl für die Gewinner-Brücke: Für die ausgezeichnete Eisenbahnbrücke Muiderberg im Osten Amsterdams lieferte

die Dillinger Hütte den Löwenanteil an Stahl.

Schlank, leicht & einfach zu montieren: Eisenbahnbrücke aus Stahl ausgezeichnet

Niederländischer Stahlbaupreis für Dillinger

Mit einer Spannweite von 255 m,

einer Breite von 17 m und einer Höhe von

55 m ist die Eisenbahnbrücke Muiderberg

die längste Eisenbahnbrücke der Niederlande

und zugleich eine der größten Bogenbrücken

Europas. Die „Zandhazenbrug“, wie

sie von ihren Landsleuten genannt wird, ist

nun mit dem niederländischen Stahlbaupreis

2018 in der Kategorie Infrastruktur

ausgezeichnet worden.

Bereits 2016 war es im Zuge einer Straßenerweiterung

nötig geworden, das bestehende

Betonbahnviadukt durch eine neue

Eisenbahnbrücke aus Stahl zu ersetzen.

Dabei stellte das Projekt besondere Herausforderungen

an Konstruktion und den verwendeten

Stahl: Die Brücke sollte die Autobahn

ohne Zwischenstütze überbrücken

und gleichzeitig schlank, leicht und die Fertigteile

vor Ort einfach zu montieren sein.

Für die Stabbogen-Brücke, die das Überbrücken

der Autobahn ohne Zwischenstütze

ermöglicht, lieferte die Aktiengesellschaft

der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) mit

8.200 t von insgesamt 8.400 t Stahl den

Löwenanteil – davon rund 7.000 t thermomechanisch

gewalzter Stahl der Güte

S460M/ML.

Durch die Anwendung von Grobblechen dieser

Güte konnten Gewichtseinsparungen

von fast 30 % erzielt werden. Dank des Dillinger-Stahls

sei es möglich gewesen, die

Zielvorgaben der Konstruktion hinsichtlich

des Gewichts und des Transports der Brücke

zu erfüllen. Dieser und weitere Aspekte

hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Innovation

und Konstruktion wurden neben der architektonischen

Leistung nun mit dem niederländischen

Stahlbaupreis gewürdigt.

Weiterhin wachsende Speziallangstahl-Industrie erwartet

Schmolz + Bickenbach steigert Absatz im dritten Quartal

Der Speziallangstahl-Hersteller SCHMOLZ + BICKENBACH

hat im dritten Quartal 2018 den Absatz gegenüber der Vorjahresperiode

um 16 % auf 470.000 t gesteigert, meldete das Unternehmen

im November. Die seit Februar zum Konzern gehörende Ascometal

hat das Ergebnis dabei deutlich beeinflusst. Ascometal

herausgerechnet, habe sich die Absatzmenge leicht negativ entwickelt.

Dieser Rückgang sei im Wesentlichen auf zwei marktbedingte Faktoren

zurückzuführen: die Auswirkungen der provisorischen Schutzmaßnahmen

der EU gegen Importe von Stahl aus Nicht-EU-Ländern

sowie den schwachen Automobilmarkt in Deutschland.

Insgesamt stieg der Umsatz von Schmolz+Bickenbach auf 780,0

Mio. € und war damit um 27,7 % höher als im Vorjahresquartal (Q3

2017: 611,0 Mio. €). Der Konzern erzielte im dritten Quartal ein

Ergebnis vor Steuern (EBT) von 3,2 Mio. € gegenüber –3,8 Mio. € im

Vorjahresquartal. Das Ergebnis verbesserte sich auf –3,7 Mio. € nach

–7,0 Mio. € in der Vorjahresperiode. Der erzielte Abschluss sei von

einer robusten, wenn auch weniger dynamischen Nachfrage aus den

bedeutendsten Endmärkten wie Automobilindustrie, der Maschinenund

Anlagenbau sowie die Gas- und Ölindustrie getragen worden.

In Europa haben das lebhafte wenn auch abgeschwächte Wirtschaftswachstum

und der Beitrag von Ascometal den Umsatz um

30,4 % ansteigen lasse. Der von Ascometal herrührende Basiseffekt

beeinflusste vor allem den Umsatz in Frankreich, welcher sich

mit einem Anstieg auf 83,3 Mio. € von 36,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum

mehr als verdoppelte.

Für das ausgehende Jahr 2018 rechnet Schmolz + Bickenbach mit

einer weiterhin wachsenden Speziallangstahl-Industrie sowohl bei

den Absatzmengen als auch beim Wert der Produkte. Für die kommenden

zwei Jahre will der Konzern sich verstärkt auf die Integration

und operative Verbesserung von Ascometal konzentrieren.

Dafür werde man erhebliche Managementkapazitäten einsetzen.

Stahlreport 12|18

15


Stahlverarbeiter

XXXXX Bericht A XXXXX

Durch Umstellung der Schweißfertiung auf EWM:

bessere Schweißergebnisse, die Überstunden auf

nahezu null reduziert und die Produktivität erhöht.

Hüffermann stellt Schweißfertigung auf EWM um

Arbeitszeit runter, Produktivität rauf

Schweißspezialist EWM hat den Fertigungsprozess der Hüffermann Transportsysteme GmbH

unter die Lupe genommen – und enormes Einsparpotenzial entdeckt. Nach der Optimierung

eines Schweißarbeitsplatzes fertigte der Hersteller von Systemen für Transport- und Recyclingfahrzeuge

an einem Arbeitsplatz in nur einem Jahr bis zu 10 % mehr Anhänger – bei

gleichzeitiger Reduzierung der Arbeitszeit um bis zu 15 %. Bis zum Jahresende stellt das

Unternehmen nun seine gesamte Schweißfertigung mit 68 Arbeitsplätzen auf EWM um.

„Ursprünglich wollten wir nur

unsere immer wieder anfallenden

Überstunden reduzieren. Denn nur

mit den Überstunden konnten wir

unsere Lieferzeiten einhalten. Heute

haben wir nicht nur die Überstunden

nahezu auf null reduziert, sondern

auch noch ein Ausbringungsplus

von bis zu 10 % erzielt“, stellt Torsten

Völker, Produktionsleiter „Gezogene

Einheiten“ bei Hüffermann, beim

Anblick der Zahlen fest. Hinzu

kommt die Reduzierung vieler laufender

Kosten durch verschiedenste

Maßnahmen.

Dabei macht Hüffermann heute

gar nicht so viel anders als vorher:

Sie haben die gleichen Produkte, die

gleichen Konstruktionen, die glei-

chen Mitarbeiter. Im Rahmen der

Beratung betrachteten Fachleute der

EWM AG jedoch die gesamte Prozesskette

– und schauten sich jedes

Detail im Fertigungsablauf genauestens

an. Jede Stellschraube wurde

optimiert, was am Ende enorme

Effekte hatte: eine beachtliche Zeitersparnis

und die Amortisation des

Invests innerhalb eines Jahres.

Eine Naht, wie sie sein muss

Fast jeder Anhänger von Hüffermann

ist ein kundenspezifisches Einzelstück.

Dennoch zieht sich eine Konstante

durch das Unternehmen: die

Schweißnaht. Es ist stets das gleiche

Material, das im Hüffermann-Stahlbau

verarbeitet wird: unbehandelter

Schwarzstahl mit einer Blechdicke

von 5 mm bis 12 mm. In der Vergangenheit

wurden diese Bleche im

Übergangs- und Sprühlichtbogen

verarbeitet. Dabei kam es immer

wieder zu Bindefehlern durch eingeschlossenen

Zunder und Schweißspritzer.

Heute werden sämtliche

Nähte mit dem Impulslichtbogen

forceArc puls verschweißt, einem

wärmeminimierten, richtungsstabilen,

druckvollen Lichtbogen mit tiefem

Einbrand.

Nach einer intensiven Beratung

zu Eigenschaften und Funktionsweise

des Impulslichtbogens sowie

individuellen Einweisungen der

Schweißer ist das nun der einzige

noch eingesetzte Prozess bei Hüf-

16 Stahlreport 12|18


fermann – sowohl beim manuellen

als auch beim automatisierten

Schweißen. „Der Lichtbogen gräbt

sich schön ein, erfasst die Flanken

optimal und schiebt den Zunder vor

sich her. Die Naht ist genauso, wie

sie sein muss“, freut sich Völker.

Allein durch die hohe Stabilität

des forceArc puls-Prozesses habe

die Schweißzeit bei ansonsten

unveränderten Bedingungen bereits

verringert werden können, so das

Unternehmen. Da das Verfahren

annähernd spritzerfreie Nähte liefert,

sind auch die Schleifarbeiten

deutlich reduziert. Das spart zusätzlich

Arbeitszeit ein.

Neben den Schweißergebnissen

war es vor allem der Service von

EWM, der Völker überzeugte: Die

Servicetechniker haben nicht nur

EWM-Geräte gewartet, sondern auch

Geräte des Wettbewerbers repariert

– kostenloser Hol- und Bringdienst

inklusive.

Wechselzeiten minimiert

Eine signifikante Zeitersparnis resultiert

aus der Langlebigkeit der Verschleißteile

der EWM-Brenner, insbesondere

der Stromdüse. Musste

diese in der Vergangenheit dreimal

täglich gewechselt werden, halte

jede Düse von EWM rund eine

Woche. Bei einer Wechseldauer von

Erfreut über die vielen Einsparpotenziale: Torsten Völker, Produktionsleiter

„Gezogene Einheiten“ (li.) und Christoph Baller, Abteilungsleiter Standardbereich,

Schweißaufsichtsperson und Schweißfachmann.

nur fünf Minuten betrage die Zeitersparnis

dadurch schon fünfzehn

Minuten täglich oder hochgerechnet

fünf Stunden im Monat.

Der Brenner ist zudem mit einem

integrierten Fernsteller ausgerüstet.

Damit können die Schweißer direkt

am Brenner zwischen verschiedenen

Programmen hin und her schalten

und müssen nicht mehr zur Stromquelle

laufen. „Für die Schweißer ist

es eine enorme Erleichterung, diese

Wege nicht mehr zurücklegen zu

müssen“, erläutert Völker.

Einen enormen wirtschaftlichen Effekt

habe auch die Umstellung von Zusatzwerkstoff

von der Rolle auf Fassanbindung

gebracht. Musste in der Vergangenheit

die 15-kg-Rolle spätestens

jeden zweiten Tag gewechselt werden,

reichen die 250 kg Zusatzwerkstoff

aus dem Fass für rund sechs Wochen.

Der Drahtwechsel bei Rolle und Fass

dauert vergleichbar lange, etwa 15

Minuten. Entsprechend groß ist die

Zeitersparnis. „Einmal wechseln ist

halt doch was anderes als 17 Mal

wechseln“, findet Völker. 2

Automatisierte Fertigung des Grundträgers mit zwei EWM-AMT-Brennern parallel. Durch forceArc puls werde der Verzug vermindert,

die Schweißgeschwindigkeit erhöht und die Prozesssicherheit gesteigert.

Stahlreport 12|18

17


Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachrichten

Bildnachweis: VETTER Krantechnik GmbH

In der Auspackzone setzt Liebherr-Mining Equipment auf ErgoLine-Kransysteme von Vetter Krantechnik.

Neues Kransystem „ErgoLine“ von Vetter Krantechnik

Ergonomisches Materialhandling

mit hoher Flexibiliät

Im Frühsommer dieses Jahres hat die elsässische Liebherr-Mining Equipment Colmar SAS zwei

neue Arbeitsplatzkransysteme „ErgoLine“ der Vetter Krantechnik GmbH installiert – eine

Neuentwicklung des Siegerländer Kranspezialisten. Das modulare System zeichnet sich vor

allem durch seine Leichtgängigkeit aus.

Bereits kurz nach der Markteinführung

von „ErgoLine“ waren die

Projektverantwortlichen von Liebherr

zu Vetter gekommen, um das System

auf seine Eignung für den Einsatz in

der eigenen Produktion zu prüfen.

Das Unternehmen fertigt Großhydraulikbagger

für den Tagebau und Nassbagger

für maritime Anwendungen.

Dabei kommen im Bereich der sogenannten

Auspackzone alle Komponenten

bis max. 1.000 kg Gewicht an,

wobei der Einsatzschwerpunkt für

das ErgoLine-System auf Stückgewichten

bis maximal 250 kg liegt.

Nach einem ausführlichen Test

im modernen Kranwerk von Vetter

war für Frédéric Varain, Projektverantwortlicher

bei Liebherr, schnell

klar: „Das ist genau die Art von

Arbeitsplatzkransystem, mit dem

wir das Materialhandling im Bereich

der Auspackzone effizient beschleunigen

und die Ergonomie an den

Transportbändern erheblich verbessern

können.“

Flexible Installation

Doch bei der Planung waren noch

einige Herausforderungen zu stemmen.

An zwei Auspackstationen sollten

je zwei Transportbänder so überspannt

werden, dass jedes Band von

je einem „ErgoLine-System“ bestrichen

wird. Dabei durften die Kranstützen

die Zufahrt für die Gabelstapler

nicht versperren. Auch die

Arbeitsplätze, die sich zwischen den

Transportbändern befinden, durften

keinesfalls durch störende Zwischenstützen

eingeengt werden.

Mit seinem flexiblen, modular aufgebauten

Kransystem hat Vetter alle

gestellten Aufgaben gelöst: Um die

nötige Stabilität des Hauptportals auf

der recht langen Entfernung von fast

10 m gewährleisten zu können, bestehen

Stützen und Träger aus Stahl. An

den daran paarweise abgehangenen

Fahrbahnen aus Aluminium läuft je

eine kardanisch gelagerte ErgoLine-

Kranbrücke, ebenfalls aus Aluminium.

Die Stahlstützen konnten dabei

sehr dicht an den Transportbändern

positioniert werden. Damit ist eine

flächendeckende Bekranung der

Arbeitsplätze bei maximal möglicher

Flurfreiheit innerhalb und außerhalb

des Arbeitsbereiches gewährleistet,

so das Unternehmen.

Dank des modularen Aufbaus und

der vielseitigen Komponenten sei man

mit dem System nicht festgelegt, sondern

könne es leicht erweitern und

auch nachträglich an veränderte Produktionslayouts

anpassen. 2

18 Stahlreport 12|18


Foto: Elting

Leicht zu verschieben: Das Verdeck des

von Netcap und Elting entwickelten

Fahrzeugsaufbaus. Auf der Ladefläche

sorgen die VarioFRAME-Bodengruppe

und das formschlüssige Ladungssicherungssystem

VarioSAVE für Stabilität.

Kooperation von Elting und Netcap

Auflieger mit Schiebebügelverdeck

Freier Zugriff auf eine Ladefläche

mit durchgehend formschlüssiger

Ladungssicherung und stabilem Unterbau:

Der Hersteller von Schiebebügelverdecksystemen

Netcap International B.V und

die Elting Geräte- und Apparatebau GmbH

& Co. KG haben auf der IAA Nutzfahrzeuge

im September einen gemeinsam entwi-

ckelten Fahrzeugaufbau vorgestellt. Dieser

basiert auf dem Fahrzeugbausatz

VarioFRAME mit integrierter Ladungssicherung

VarioSAVE von Elting. Das Verdeck

der Neuentwicklung lasse sich einfach

per Hand verschieben. Die

Ladefläche ist damit von drei Seiten sowie

von oben be- und entladbar, so die Anbieter.

Der Bausatz ist ab sofort für Lkw und

Sattelauflieger verfügbar. Fahrzeugbauer

erhielten ein ausgereiftes und variantenreiches

Gesamtpaket in Schraubbauweise.

Verlader profitierten von kürzeren Be- und

Entladezeiten durch Schiebeplane und

formschlüssige Ladungssicherung mittels

Steckrungen.

ZINQ gewinnt „Cradle-to-Cradle Challenge Award“

Gold für ZINQ

Die ZinQ-Gruppe hat in der Kategorie „Cradle-to-Cradle

Challenge“ den Architects’ Darling Award gewonnen. Am 8.

November wurde die Verzinker-Gruppe vor über 400 Vertretern

der Baubranche im niedersächsischen Celle ausgezeichnet. An

dem Wettbewerb hat die ZINQ-Gruppe erstmals teilgenommen

und auf Anhieb die Auszeichnung errungen.

KBS 1351

POWERFUL SOLUTIONS –

PASSIONATE PEOPLE

FÜR

HÖCHSTE

ANFORDERUNGEN.

NEUE BANDSÄGE

„ZINQ besitzt nicht einfach nur Cradle to Cradle-zertifizierte Produkte.

Sie gehen den Weg viel weiter als andere. Cradle to Cradle

ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie und -identität“,

sagte Laudator Prof. Michael Braungart zur Begründung des

Jury-Urteils.

Das Cradle-to-Cradle-Konzept (Cradle-to-Cradle = von der Wiege

bis zur Wiege) verfolgt den Gedanken einer „ökoeffektiven“ Kreislaufwirtschaft,

in der Produkte – anders als in vielen „Cradle-to-

Grave“-Prozessen beim konventionellen Wirtschaften – nach ihrer

Nutzung für andere Einsatzzwecke zur Verfügung stehen.

Die Architects´ Darling Awards zeichnen Produkte und Leistungen

aus, die die Bedürfnisse der Architekten und Planer in Besonderer

Weise berücksichtigen. Bewertet wurde in diesem Jahr in 23 Produktbereichen,

von Fassaden über Barrierefreiheit bis hin zu Wärmedämmverbundsystemen

und Architektensoftware.

Leistungsstark e Antriebee für High-P erformance Schnitte

durch den Einsatz von Hartmetallsägebändern

Auto Feed Control steuert die Sägebandneigung in















Hohe Prozessautomatisierung in Verbindung mit einem





Ausklinkroboter Bandsägen

Blechbearbeitungszentren

Kreissägen Lackieranlagen



Stanz-/Scheranlagen

Strahlanlagen Transportsysteme











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Stahlreport 12|18

19


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Demag Cranes & Components GmbH

Demag-Prozesskrane mit Magnettraversen für das automatisierte Handling von Stahlcoils

Stahlo Stahlservice setzt in Gera auf Demag Krantechnik

Doppelte Kapazität: Zwölf Krane für Stahlo

Die Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG setzt in Gera auf Demag Krantechnik. Stahlo verarbeitet

dort Feinblech zu kundenspezifischen Bändern, Platinen und Zuschnitten. Zurzeit baut das Unter -

nehmen an dem Standort ein komplett neues Servicecenter und will seine bisherige Verarbeitungs -

kapazität so verdoppeln. Für den Umschlag der großen Mengen sollen zwölf Demag Krane sorgen.

Die Steuerung des Materialflusses erfolgt über das Demag Warehouse Management System (WMS).

Die Versorgung der Produktionsanlagen

soll durch ein zentrales,

automatisiertes Coillager erfolgen.

Fünf weitere Hallen werden am Standort

für die Weiterverarbeitung errichtet

– unter anderem mit einer weiteren

Spaltbandanlage sowie einer zusätzlichen

Konturenanlage (siehe Seite

12/13).

Die Verdopplung der Kapazitäten

erfordert jedoch eine Neustrukturierung

des Materialflusses. Deshalb werden

in den Hallen zwölf neue Krananlagen

installiert. Die Ausschreibung

des Projektes konnte Demag Cranes

& Components GmbH für sich entscheiden.

Stahl und Aluminium: Krane

wechseln Aufnahme-Mittel

Im neuen zentralen Coillager werden

Aluminiumcoils mit maximal 30 t

Gewicht und bis zu 40 t schwere Stahlcoils

gelagert. Deshalb können die

Krane über eine fest eingescherte Koppeltraverse

ihr Lastaufnahmemittel

wechseln: Stahlcoils werden per Mag-

net bewegt, Aluminiumcoils mit Greifern.

So können die Coils mit geringeren

Zwischenräumen gestapelt werden.

Der nötige Abstand zwischen den

Coils reduziert sich dann von 800 auf

400 mm. Entsprechend erhöht sich

die Aufnahmekapazität des Lagers.

Die beiden Prozesskrane im Coillager

mit einer Tragfähigkeit von jeweils

48 t und einem Spurmittenmaß von

41,10 m verfahren auf einer Kranbahnlänge

von 126 m, die ebenfalls

zum Auftragspaket gehört. Beim Entladen

der Waggons bzw. Lkw werden

sie manuell bedient und zunächst auf

einem von drei motorisch betriebenen

Rollentischen abgesetzt, wodurch ein

einfaches Entfernen der Verpackung

ermöglicht wird.

Krane im Automatikbetrieb

Nach dem Entpacken und der Qualitätskontrolle

legen die Prozesskrane

– jetzt im Automatikbetrieb – die Coils

an den vom Lagerverwaltungssystem

vorgegebenen Lagerort ab. Auf Abruf

geben die Coils diese an definierten

Übergabepunkten zu den quer zum

Zentrallager angeordneten Hallen 2

bis 6 ab, in denen die weitere Bearbeitung

stattfindet.

Die fünf Hallen, in denen die Coils

bearbeitet werden, erhalten ebenfalls

neue Demag-Krane.

Lagerplatz optimal nutzen

Zu den Gründen, aus denen sich Stahlo

für Demag Krane entschied, gehörten

dem Unternehmen zufolge das erfahrene

Projektmanagement sowie die

Projektierung und Lieferung der

Gesamtlösung aus einer Hand. Dazu

zählt auch das Demag-Warehouse-

Management-System (WMS), das die

Steuerung des gesamten Materialflusses

im erweiterten Stahl-Service-Center

übernehmen soll.

Unter anderem soll es eine stets

optimale Ausnutzung des zur Verfügung

stehenden Platzes gewährleisten.

Die unmittelbare Anbindung an das

ERP-System von Stahlo ist Voraussetzung

für einen durchgängigen Informationsfluss.

2

20 Stahlreport 12|18


Transfluid: weniger Fehler, verkürzte Rüstzeiten

Besser gerüstet bei der Rohbearbeitung

Für die Fertigung von Rohren sind immer mehr flexible Prozesse gefragt. Hierzu gehört beispielsweise

das Minimieren der Nebenzeiten bzw. Rüstzeiten – vom Start bis zum fertig fallenden, ersten

maßhaltigen Bauteil. Während dieser Rüstprozesse sollen Bediener möglichst wenig bis gar keine

Fehler machen können. Die Prozesse müssen deshalb abgesichert sein und Werkzeuge dürfen nicht

verwechselt werden können.

Bild: transfluid

Abgestimmt auf das Produkt: die transfluid-Werkzeugtechnik.

Dem japanischen Prinzip

„Poka Yoke“ entsprechend – das aus

mehreren Elementen mit technischen

Vorkehrungen bzw. Einrichtungen

zur sofortigen Fehleraufdeckung

und -verhinderung besteht –

sollen Fehler vermieden werden. Das

ist insbesondere bei komplexen

Maschinen und anspruchsvollen Fertigungszellen

wichtig.

lungen zur Biegmaschine ausgestattet

werden, um Rüstzeiten zu reduzieren.

Darüber hinaus können sämtliche

Werkzeugteile über ein entsprechendes

System codiert werden. Über

diese Codierung wird sichergestellt,

dass die Werkzeuge zum Produkt

passen und an der richtigen Stelle

positioniert sind. Zusätzlich ermöglicht

sie, dass die Biegemaschine die

erforderlichen Geometrie-Parameter

erfasst.

Die Überprüfung der richtigen

Bestückung kann per Handscan oder

automatisch erfolgen. Spezielle Faltenglätter

können ihre exakte Position

nun sicher und ohne manuellen

Eingriff wiederfinden. Dafür werden

sie über servoelektrische Antriebe

positioniert.

„Diese sicheren Werkzeugsysteme

und Rüstvorgänge sind für

Mit System zur

richtigen Position

Für eine noch sicherere und effektivere

Fertigung von Rohren hat die

Transfluid Maschinenbau GmbH ihre

gesamte Produktpalette weiterentwickelt.

Im Portfolio-Bereich der

t bend-Biegemaschinen sind nun bei

elektrisch angetriebenen Anlagen

keine manuellen Einstellungen mehr

erforderlich. Biegewerkzeuge können

außerdem mit effektiven Verriegeunsere

Biegemaschinen und auch

für die meisten Umformmaschinen

geeignet. Es freut mich, das wir damit

unser Ziel von verkürzten, sicheren

Rüstprozessen für unsere Kunden

erreicht haben“, so Stefanie Flaeper,

Geschäftsführerin bei Transfluid.

Die Rüstzeiten bis zum ersten

einwandfreien Bauteil liegen bei den

Transfluid-Biegemaschinen für gängige

Rohrdurchmesser bis 90 mm

im einstelligen Minutenbereich. Ein

konkretes Beispiel dazu liefert eine

rechts/links biegende t bend-Ma -

schine zur Bearbeitung von Rohren

bis 30 mm Durchmesser. Hier führt

der Bediener einen Werkzeugwechsel

der rechten und linken Bearbeitungsebene

in nur 3 min durch.

Damit sei das Ziel einer hohen,

beständigen Flexibilisierung und

Minimierung von Rüstzeiten erreicht,

so das Unternehmen. 2

Stahlreport 12|18

21


Messen

und Märkte

Bericht

Kosten und Konsequenzen

Arbeitsschutz Aktuell in Stuttgart

Ausstellung, Messe- und Regionalforen, Kongress und Preisverleihung. Das waren die wichtigsten

Programmelemente der Arbeitsschutz Aktuell, die Ende Oktober in Stuttgart stattgefunden hat.

Angesichts der Rahmenbedingungen aus aufzuwendenden Kosten und zu ziehenden Konsequenzen

wurde am Neckar vielfach kontrovers diskutiert.

Mit über 10.000 Fachbesuchern aus ganz Deutschland

sowie den Nachbarländern Österreich und Schweiz,

280 Ausstellern aus 19 Ländern und rund 1.000 Teilnehmern

in Kongress und Regionalforum hat in Stuttgart

die Arbeitsschutz Aktuell einmal mehr deutlich gemacht,

wie wichtig moderner Arbeits- und Gesundheitsschutz

für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist. Christoph

Hinte, Geschäftsführer der veranstaltenden HINTE

GmbH, formulierte in diesem Zusammenhang: „Für

Unternehmen und Unternehmer gewinnt das Thema

Arbeits- und Gesundheitsschutz angesichts des demographischen

Wandels und Fachkräftemangels immer

mehr an strategischer Bedeutung. Das zeigt sich nicht

nur in der positiven Entwicklung der Aussteller- und

Besucherzahlen, sondern auch in der sichtlich großen

Akzeptanz der Themen der verschiedenen Messeforen.“

Aufwand

Deutlich machte die Veranstaltung aber auch, dass

diese bedeutende Rolle des Themas einen wirtschaftlichen

Hintergrund hat, der sich aktuell wie folgt quantifizieren

lässt: Arbeitnehmer in Deutschland fehlen im

Durchschnitt 17 Tage im Jahr, in klassischen Bürobe-

Berufskleidung fokussiert wichtige Trends des Arbeitsschutzes

Vom 3-D-Druck bis zum Datenschutz:

Interview mit Jan Kuntze

Im Interview: Textilingenieur Jan Kuntze plädiert

für Gewebtes.

Die Entwicklungen in Sachen Berufskleidung waren auf der Arbeitsschutz

Aktuell ein wichtiges Thema, fokussieren sie doch die wichtigsten Trends der

Branche – vom 3-D-Druck bis zum Datenschutz. Das sind zwei von den

Stichworten für das Interview, das Jan Kuntze, Textilingenieur und einer der

Geschäftsführer des DBL-Vertragswerkes Kuntze & Burgheim Textilpflege

GmbH, dem Stahlreport bereits im Vorfeld der Veranstaltung angeboten hatte.

Die DBL ist die Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH und beschäftigt sich

auch mit sich selbst heilender Arbeitskleidung.

Stahlreport: Herr Kuntze, kommt die Berufskleidung

bald aus dem Drucker?

Jan Kuntze: Interessante Ansätze gibt es

tatsächlich. Allerdings steht dem Drucken

die sehr erfolgreiche Technik des Webens

gegenüber, die bereits 32.000 Jahre alt ist

– und immer weiterentwickelt wurde. Im

Gegensatz zu dieser steckt der 3D-Druck

noch in den Kinderschuhen und kann die

positiven Eigenschaften klassischer

Gewebe derzeit nicht dazustellen – etwa

die Flexibilität, die Optik oder auch die

Wasserdampf-Permeabilität. Vorstellbar

ist allerdings, dass bestimmte Elemente

der Berufskleidung, wie etwa Stoßdämpfer,

Polster oder auch Verschlusssysteme künftig

im 3D-Druck entstehen könnten. Aber

keine Fläche, die mit gewebter Kleidung

konkurrieren kann.

Gibt es denn bereits Versuche?

Die Einsatzgebiete des 3D-Drucks sehe ich

eher in der Produktion statischer Teile. Das

schnellste flächenbildende Verfahren für

Gewebe, das wir kennen und bereits per 3D-

Druck funktioniert, ist das Vlies. Doch diese

gedruckten Vliese fühlen sich auf der Haut

seifig glatt an, sind also wenig angenehm

zu tragen. Sie fallen zudem auf Grund der

fehlenden Strukturen sackartig aus, wirken

auch optisch wenig attraktiv. Daher sind sie

momentan nicht mit klassischen Herstellungsmethoden

konkurrenzfähig. Hier spielt

immer noch die Kunst der Schnittgestaltung

eine wesentliche Rolle. Sprich, wie ein

Gewebe zugeschnitten wird, ob in Richtung

Kettfaden oder Schussrichtung. All das hat

Einfluss darauf, wie das Kleidungstück letztendlich

sitzt, wie der Ärmel fällt etc. Ich

sehe daher weder bei den Produktionskosten

noch bei der Geschwindigkeit Vorteile für

ein neues Druckverfahren. Allein das Thema

Individualisierung und der damit einhergehende

Bedarf an geringeren Stückzahlen

könnte hier für Nachfrage sorgen. Bis dahin

22 Stahlreport 12|18


Foren

Besonders großer Andrang herrschte an den Vortragsbühnen.

Das Messeforum der Arbeitsschutz Aktuell

und das Forum jobfit.aktuell, mit eigenem Messebereich

für Hersteller und Dienstleister aus den Bereichen Ergonomie

und Betriebliches Gesundheitsmanagement,

überzeugten nach Einschätzung von Messebeobachtern

mit einer guten Mischung aus Best Practice und Produktneuheiten.

Die einer offenen Bürolandschaft nach-

q

rufen (Versicherung, Verwaltung etc.) sind es im Schnitt

12 Tage. In etwa 90 % der Fälle ist die Arbeitsunfähigkeit

auf Erkrankungen zurückzuführen, etwa ein Viertel

hiervon auf Muskel- und Skeletterkrankungen. Zu diesem

Ergebnis kommt der BKK Gesundheitsreport aus

dem Jahr 2017 nach Befragung der Pflichtmitglieder.Für

Unternehmen ist dies ein nicht unerheblicher Kostenfaktor,

denn die durchschnittlichen Kosten für Fehlzeiten

aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen lassen sich

in klassischen Büroberufen auf ca. 1.000 € pro Jahr und

Arbeitnehmer schätzen – Tendenz steigend. Die Kosten

speziell für diese Erkrankungen lassen sich durch geeignete

Gestaltungsmaßnahmen zumindest deutlich reduzieren.

Auch für weitere arbeitsbedingte Einflüsse, die

Stress durch Lärm oder auch durch unzureichende

Beleuchtung verursachen, gibt es heute geeignete Maßnahmen.

Dass sich Investitionen in Gesundheit wirtschaftlich

lohnen, belegen Studien wie die von Booz & Company

im Auftrag der Felix-Burda-Stiftung: Sie geht von einem

Return on Invest von mindestens 5 € für jeden in die

Mitarbeitergesundheit investierten Euro aus.

Messe

Vor diesen Hintergründen fanden die Messethemen

besondere Aufmerksamkeit. Das galt auch für die Frage

der sich selbst heilenden Berufskleidung (vgl. Kasten).

Außer um Technik ging es in Stuttgart aber auch um

politische Themen. Auf 20.000 m 2 Bruttofläche präsentierten

die fast 300 Aussteller Neuheiten und Innovationen

für maximale Sicherheit am Arbeitsplatz und

gesundes Arbeiten. Im Fokus standen beispielsweise

die Themen Persönliche Arbeitssicherheit, Sicherheit

im Betrieb, Verkehrssicherheit, Betriebliches Gesundheitsmanagement

und Ergonomie.

sind aber – siehe oben – noch viele Schwierigkeiten

aus dem Wege zu räumen.

Sprechen wir über eine andere Zukunftstechnologie:

Digitale Schnittstellen in der

Berufskleidung – wie ist da der Stand?

Functional Clothing und Wearable Technology

sind zwei Schlagworte für neue Produktwelten,

die in den kommenden Jahren

sicher einen wachsenden Anteil der Produktion

ausmachen werden. Doch noch

sind Aufwand und Kosten enorm. Bei der

Produktion wie bei Wartung und Pflege

dieser Kleidung. Daher sehe ich, wenn wir

zum Beispiel das Thema Messung von Vitalwerten

betrachten, aktuell vorhandene

Technologien wie die Smartwatch eindeutig

vorn. Vor Jahren habe ich Schutzkleidung

für Feuerwehrleute gesehen, auf der LED-

Leuchten angebracht waren. Diese zeigten

die Innentemperatur der Kleidung an –

um z.B. bei großer Wärmeentwicklung ein

Kreislaufversagen der Feuerwehrleute zu

vermeiden. Leuchtete die LED grün, ist

alles o.k., Rot führte zum Einsatzabbruch.

Solche Funktionen übernehmen heute

Technologien wie die Smartwatch.

Die digitale Technologie bietet aber Möglichkeiten


Natürlich. Gerade bei der Schutzkleidung

und anderen Artikeln aus dem PSA-Sortiment

ist es eine hervorragende Idee, wenn

Sensoren bei bestimmten Ereignissen und

Gefahren Alarm schlagen. Schauen Sie sich

das Thema Schweißerschutzkleidung an.

Wenn hier etwa bei starker Hitzeeinwirkung

das Gewebe verletzt wird, könnte ein

automatischer Alarm erfolgen – das würde

Sinn machen. Und das ist so innovativ wie

auch realisierbar. Denn es ist durchaus

schon möglich, entsprechende Metallfäden

in das Gewebe einzuarbeiten und miteinander

so zu verknüpfen, dass diese, wenn

sie kurzschließen oder auch reißen, ein

Warnsignal abgeben.

Fehler melden, klar. Und Fehler beheben?

Bleiben wir bei Schutzkleidung. Ja, ich

könnte mir ein Gewebe vorstellen, das sich

selbstständig schließt, bzw. repariert. Etwa

wenn im Gewebe ein Loch entstanden ist,

das eine Sicherheitslücke offenbart. Wenn

dann entsprechend eingearbeitete Substanzen

aufquellen, die das Loch selbstständig

schließen, würde dies zusätzliche

Sicherheit bringen. Etwa bei Geweben mit

GoreTex. Es wäre eine echte Innovation,

wenn sich die hier eingesetzten Membrane

bei Verletzungen von alleine mit Hilfe

bereits eingearbeiteter Stoffe wieder schließen

könnten – und so mögliche Löcher und

Risse wieder verschwinden. Aber das ist

noch Wunschdenken.

Denkbar: Berufskleidung, die bei Verletzung des

Gewebes Alarm auslöst.

Und was sagt der Datenschutz zu digitalen

Zukunftstechnologien bei der Berufskleidung?

Hier gibt es sicherlich noch viele Fragen

zu klären. Grundsätzlich besteht bei Einsatz

digitaler, in die Kleidung integrierter Elemente

immer die Möglichkeit einer Überwachung

– etwa welche Räume ein Mitarbeiter

betritt oder wie lange er am

Kaffeeautomaten steht. Darum setzt der

DBL-Verbund weiterhin auf den Barcode.

Für uns ein zeitgemäßes Mittel, um Kleidung

für einen Träger zu personalisieren,

ohne dass sensible Daten von Dritten auslesbar

sind. 2

Fotos, 2: DBL GmbH

Stahlreport 12|18

23


Olof-P a l m e -Straße

TAXI

TAXI

TAXI

TAXI

Messen

und Märkte

Berichte/Nachrichten

[ Info ]

Die nächste Arbeitsschutz

Aktuell findet

vom 6. bis 8. Oktober

2020 wieder am

Messeplatz Stuttgart

statt und

wird dann ihr 25.

Jubiläum feiern.

q empfundene Erlebnisausstellung Arbeitswelt 4.0 präsentierte

moderne, präventive Lösungen rund um den

Arbeitsplatz.

Vertreter regionaler Unternehmen sowie Experten

aus Wirtschaft und Forschung diskutierten die wichtigen

Fragen rund um einen zeitgemäßen Arbeits- und Gesundheitsschutz

in der Arbeitswelt 4.0. – den Blick dabei

stets auf die speziellen Herausforderungen der Region

gerichtet. Besonders im Fokus haben die Verantwortlichen

dabei die kleinen und mittleren Unternehmen.

Kongress

Die Arbeit 4.0, die Vernetzung und Digitalisierung der

Arbeitswelt, war auch eines der zentralen Themen des

diesjährigen Kongresses, der den Anspruch hatte, nicht

nur Informations-, sondern Impulsgeber für Unternehmen

zu sein, die im modernen Arbeits- und Gesundheitsschutz

vielmehr eine Chance sehen, statt einer Pflicht zur

Umsetzung bestehender Verordnungen. „Das Feedback

der Kongressteilnehmer ist äußerst positiv. Unsere Veranstaltungen

waren über die drei Kongresstage hinweg

gut besetzt. Höhepunkte waren der Kongressblock zum

Thema Verkehrssicherheit, der in Kooperation mit dem

Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) durchgeführt

wurde, sowie der Kongressblock zum Verhaltensorientierten

Arbeitsschutz und die erneut voll besetzten innovativen

World Cafés“, so der Veranstalter

Preis

Gewinner des mit 3.000 € dotierten Deutschen Jugend-

Arbeitsschutz-Preises, der im Rahmen der Kongresseröffnung

zum 8. Mal verliehen wurde, sind die Auszubildenden

der Bauunternehmung August Mainka

GmbH & Co. Ihre selbstentwickelte Antirutsch-Industriematte

aus antibakteriell behandeltem Vinyl und

einer Oberfläche mit Wellenstruktur verhindert auch

nach Auffassung der Jurywirkungsvoll Stolperunfälle

auf Baustellen. 2

Grafik: Messe München

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Ausstellungsfreigelände

bzw. Parkplatznutzung

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Wertstoffsortierhalle

Servicebetriebe

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freigelände

Linien-Bus Flughafen-Bus (Betrieb

veranstaltungsabhängig)

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Taxi

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B6

C6

C2

C3

C5

ICM

Steine / Erden / Baustoffe und Verbindungslösungen

Dachbaustoffe / Ziegel

Naturstein / Kunststein

Fliesen / Keramik

Bodenbeläge

Investieren in die Zukunft

Aluminium

Stahl / Edelstahl / Zink / Kupfer

Profile / Bausysteme, Fassadensysteme, Edelstahl,

Zink- / Kupferoberflächen, -systeme

Energie- / Gebäude- / Solartechnik

Tor- / Parksysteme

Schloss / Beschlag / Sicherheit

Türen und Fenster

Holz

Bauchemie / Bauwerkzeuge

Licht; Smart Building

Glas

BAU-IT

ICM – Internationales Congress Center München

BAU 2019

Bau-Leitmesse zum Jahresbeginn

Die BAU findet vom 14. bis 19. Januar 2019 auf dem Gelände

der Messe München statt. Erwartet werden rund 2.200 Aussteller

aus rund 45 Ländern sowie mehr als 250.000 Besucher aus aller

Welt. In 18 Messehallen präsentiert die Messe Architektur, Materialien

und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau

im Neubau und im Bestand. Zu den Anbietergruppen der Messe

gehört auch der Stahlhandel. Besucher finden Unternehmen der

Branche insbesondere in Halle B2 (siehe Messe-Geländeplan).

Die BAU spricht alle an, die mit der Planung, sowie mit dem Bau und

dem Betrieb von Gebäuden aller Art zu tun haben. Mit mehr als

65.000 Planern ist die BAU zugleich die weltgrößte Fachmesse für

Architekten und Ingenieure.

[ Info ]

Weitere Informationen unter www.bau-muenchen.de

24 Stahlreport 12|18


EuroBLECH 2018 endet mit positiver Bilanz

Digitalisierung gab den Ton an

Die 25. Internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung,

die EuroBLECH 2018, ist im Oktober erfolgreich zu Ende gegangen,

meldete der Veranstalter Mack Brooks Exhibitions Ltd. „Die

Stimmung auf der Messe war hervorragend, sowohl bei den

Ausstellern als auch bei den Besuchern“, so Evelyn Warwick,

Messedirektorin der EuroBLECH, im Namen des Veranstalters

Mack Brooks Exhibitions. Dass Digitalisierung das Leitthema der

Messe war, war auch an den Gewinnern des Online-Wettbewerbs

abzulesen, den der Veranstalter ausgelobt hatte.

„Man konnte den technologischen

Fortschritt, der in den letzten

beiden Jahren in der Blechbearbeitung

vollzogen wurde, sehr gut erkennen.

Viele Aussteller zeigten, wie digital

sich die Industrie aufgestellt hat und

wie sich diese neuen Technologien in

der Produktion umsetzen lassen“, so

Evelyn Warwick.

Gewinner des EuroBLECH

Online-Wettbewerbs

Innovative Technologie stand auch

im Mittelpunkt des EuroBLECH-

Online-Wettbewerbs, der in diesem

Jahr unter dem Motto „Am Puls der

Digitalisierung“ stand. Die Gewinner

wurden über eine Online-Abstimmung

ausgewählt und am zweiten

Messetag ausgezeichnet.

In der Kategorie „Digitale Transformation“

wurde TRUMPF Werkzeugmaschinen

GmbH + Co. KG ausgezeichnet

für „Track & Trace“, ein

Indoor-Lokalisierungssystem, das auf

UltraWideband-Technologie (UWB)

Die Euroblech in Zahlen

basiert und über Satelliten die eindeutige

Position von Markern in Echtzeit

ermittelt.

In der Kategorie „Bestes Start-Up“

erhielt die Firma Fractory Solutions OÜ

aus Estland einen Award für die Entwicklung

einer On-Demand Blechverarbeitungsplattform,

die den Auslagerungsprozess

optimiert. Kunden

erhalten durch das Hochladen von CAD-

Zeichnungen in kürzester Zeit Angebots-

und Lieferpreise, was den Bestellungsprozess

bis zu zehn Mal schneller

und wirtschaftlicher machen soll.

In der Kategorie „E-Mobilität“

wurde das Unternehmen Q-Fin Quality

Finishing aus den Niederlanden ausgezeichnet,

für F200 XL, eine Anlage,

die für die Entgratung, Schleifung und

das Abkanten von sehr kleinen, leichten

Blechteilen entwickelt wurde. 2

[ Info ]

Die nächste EuroBLECH findet vom

27. bis 30. Oktober 2020 auf dem

Hannoveraner Messegelände statt.

DigitalBAU ab 2020 in Köln

Neue Fachmesse für digitale

Lösungen in der Baubranche

Unter dem Titel „digitalBAU“ startet

die Messe München GmbH gemeinsam

mit dem Bundesverband Bausoftware

(BVBS) eine neue Fachmesse für digitale

Lösungen in der Baubranche. Die „digital-

BAU“ soll erstmals vom 18. bis 20. Februar

2020 in Köln stattfinden und richtet

sich an Planer, Architekten, Ingenieure,

Bauunternehmer und Handwerker.

Für das neue Projekt ist ein Zweijahres-

Rhythmus geplant. Die digitalBAU findet

künftig immer in den geraden Jahren

statt, das sind die Zwischenjahre der

BAU, die mit der BAU IT ebenfalls eine der

wichtigsten Bausoftwareschauen beheimatet.

Alle vier Jahre soll die digitalBAU

parallel zur DACH+HOLZ International

(veranstaltet vom Messeveranstalter des

Handwerks, der GHM Gesellschaft für

Handwerksmessen mbH) stattfinden,

erstmals 2022. Die Messe München und

der BVBS rechnen zum Start 2020 mit

100 bis 120 Ausstellern auf 10.000 m²

Fläche. Bis zu 10.000 Fachbesucher

erwarten die Veranstalter.

56.301

Besucher

1.507

Aussteller

Insgesamt 56.301 Besucher aus aller Welt waren im Oktober nach Hannover gereist,

um sich an den Ständen von 1.507 Ausstellern aus 40 Ländern über Innovationen und

digitale Technologien rund um die Blechbearbeitung zu informieren – und Investitionen

für ihre Unternehmen zu tätigen.

Der Messetitel sei bewusst so gewählt,

dass er nicht nur Softwareunternehmen

anspricht. Auf Ausstellerseite schließe

das neue Projekt neben der Softwarebranche

ausdrücklich auch alle Anbieter

von digitalen Lösungen sowie Start-Up-

Unternehmen mit ein. Das Portfolio soll

die gesamte Wertschöpfungskette rund

um das digitale Planen, Bauen und Betreiben

von Gebäuden umfassen.

Stahlreport 12|18

25


Messen

und Märkte

XXXXX Bericht/Nachricht A XXXXX

Der magnetische

Powergripper von

Goudsmit hebt oder

fixiert schwere

Stahlteile und ist

für Roboteranwendungen

und

als Lasthebemagnet

geeignet.

Bild: Goudsmit

Für den Einsatz in der Metallindustrie

Kompakter Magnetgreifer

für schwere Stahlteile

Einen neuen kompakten Magnetgreifer präsentierte die Goudsmit Magnetics Group B.V. auf der

EuroBLECH. Der „Powergripper“ bewegt und fixiert schwere ferromagnetische Teile, wie Walzprofile

und Stabmaterial, aber auch Produkte aus Massivstahl in Form von Gittern, Blechen und Frästeilen,

Bremsscheiben oder Stahlrädern.

Der an einem Roboter oder

XYZ-Manipulator befestigte Magnetgreifer

nimmt Produkte mit

über 100 kg mühelos auf. Im Vergleich

zu herkömmlichen Magnetgreifern,

die für denselben Einsatzzweck,

aber nur für dünnes

Blechmaterial bestimmt sind, ist

ein Powergripper mit demselben

Durchmesser laut Hersteller 3,5-

mal stärker.

Goudsmit hat dazu einen

geschlossenen Magnetkreis mit

Neodym-Magneten entwickelt, die

über Stahlpole direkten Kontakt

zum Hebegut bekommen. Diese

Pool-Konfiguration wurde anhand

von FEM-Analysen berechnet und

so optimiert, dass der Kreislauf

weniger empfindlich auf einen größeren

Luftspalt zwischen den Polen

und dem aufzunehmenden Gegenstand

reagiert. Auf diese Weise

werde eine optimale Haltekraft

gewährleistet und es können sogar

rostige Produkte noch sicher

bewegt werden.

Weniger gut eignet sich dieser

Powergripper für dünnwandige

Produkte. Unter einer Wanddicke

von 10 mm verringert sich die Hubkraft

relativ.

Breites Anwendungsspektrum

In einer Roboteranwendung dient

der Powergripper zum Aufnehmen

oder Festhalten von massiven und

schweren Stahlteilen wie Guss -

teilen, warmgewalzten Profilen und

massivem Stabmaterial.

Ebenfalls finden diese Magnetgreifer

Anwendung beim Aufnehmen

von Stahlwerkstücken für Bearbeitungsprozesse,

zum Beispiel in

Sägemaschinen, Zerspanungsmaschinen

und Schweiß- und Schleifprozessen.

Dabei ist es möglich, zwei oder

drei Powergripper für schwere

Hebearbeiten, wie zum Beispiel in

Schiffswerften zum Heben tonnenschwerer

Rumpfteile, mit speziellen

Koppelstreifen aneinander zu

befestigen. Der Magnet ist wartungsfrei,

hat eine lange Lebensdauer

und in drei Maßen lieferbar,

wirbt der Hersteller. 2

26 Stahlreport 12|18


Cloud-Plattform „Lantek 360“ vorgestellt

Alle Vorteile der Cloud

für die Blechbearbeitung

Die erste Cloud-Plattform für die Blechbearbeitung hat der IT-

Experte Lantek auf der EuroBLECH vorgestellt: „Lantek 360“.

Mit dabei waren die ersten vier Software-Tools des Herstellers,

die über diese Plattform laufen: Analytics, iQuoting, MetalShop

und Control Panel.

Cloud-Computing gehört zu

den Technologien mit dem größten

Innovationspotenzial. Seine Vorteile

möchte Lantek mit seiner Software

für die Blechbearbeitung jetzt Branchenbetrieben

aller Größen erschließen.

Die Dienstleistung ist dem

Anbieter zufolge mit wenigen Klicks

gebucht, schnell wieder abbestellt

und koste „lediglich eine Monatsoder

Jahresgebühr“, wirbt der Anbieter.

Nach dem Hybrid-Cloud-Modell

entstehen die Daten dabei zwar weiterhin

im Unternehmen und werden

auch dort gespeichert. Ihre Bearbeitung

erfolgt jedoch im externen Netzwerk,

wofür die jeweilige Software

automatisch die relevanten Parameter

in die Cloud holt. Für den sicheren

Datentransfer sorgt das zweiteilige

Tool „Sherlock“.

Durch die Cloud können Blechbearbeiter

nun aufwendige und

umfangreiche Rechenleistungen auslagern,

weil sie die hauseigenen Systeme

nicht belasten und nun leichter

verfügbar sind, verspricht das Unternehmen.

Die Cloud-Software „Lantek

Analytics“ mache auch für kleine

und mittlere Unternehmen möglich,

was bisher nur aufwendige und teure

Sonderlösungen von Consulting-

Unternehmen konnten: Es ist die

erste Komplettlösung für die

Geschäftsanalytik – mit den beiden

Modulen „Manufacturing Analytics“

für die Fertigungsanalyse und „Customer

Analytics“ für die Kundenanalyse.

Präzise Kalkulation, auch ohne

technisches Wissen

Mit dem cloudbasierten Tool zur

Angebotserstellung „Lantek iQuoting“

können jederzeit und von überall

aus Angebote erstellt und Kun-

Bild: Lantek/Blackboard/Shutterstock.com

Cloud-Computing auf der EuroBLECH:

Lantek hat seine neue Plattform „Lantek

360“ und die ersten vier cloudbasierten

Produkte vorgestellt.

dendaten eingesehen werden. Das

System verbindet die MES- und ERP-

Systeme des Unternehmens und

greift auf die Daten der Lantek-

Module zum Schachteln, zur Fertigungsauftragsverwaltung

und für

das Betriebsmanagement zurück.

Auch Anwender ohne technisches

Wissen generieren damit in kürzester

Zeit präzise Kostenvoranschläge.

Lantek iQuoting ist Voraussetzung

für eine weitere cloudbasierte

Innovation: „Lantek MetalShop“ –

den Online-Shop für Blechteile. Insbesondere

für Lohnfertiger sei das

eine interessante Möglichkeit, ihren

Kunden einen weiteren Weg zu bieten,

Angebote einzuholen, so Lantek.

Insbesondere für Werkstattleiter

ist das vierte Produkt gedacht –

zumal, wenn ihr Unternehmen Baugruppen

in mehreren Arbeitsschritten

fertigt: „Lantek Control Panel“.

Mit der cloud-basierten App haben

sie die komplette Anlage immer im

Blick. Über Rückmeldungen der

Maschinen sind sämtliche Prozesse

und Kennzahlen auf dem neuesten

Stand einsehbar. 2

Arku: multifunktionale

Fertigungsstraße für Bleche

Clevere Kombination

für gratfreie Oberflächen

Aller guten Dinge sind drei – auch

bei gratfreien Oberflächen. Denn hohe

Blechqualität erfordert sowohl Richten

und Entgraten als auch Ebenheitskontrolle.

Diese drei Prozessschritte deckt

die Fertigungsstraße ab, die ARKU GmbH

auf der EuroBLECH gezeigt hat. Besucher

erlebten eine neue Vorrichtung zur

Quetschkantenvermeidung und den Richtwalzenschnellwechsel

in Aktion.

Die multifunktionale, vollautomatisierte

Fertigungsstraße bildet einen wichtigen

Teil des Portfolios von Arku ab: Neben der

Entgratmaschine EdgeBreaker ® 2000 Plus

umfasst die Anlage die Präzisionsrichtmaschine

FlatMaster ® 55 80. Hinzu kommt

das automatische Ebenheitskontrollsystem

FlatJack ® .

Die drei kombinierten Maschinen decken

wichtige Prozessschritte der Materialvorbereitung

ab: Der EdgeBreaker entgratet

und verrundet Bleche beidseitig. Im Flat-

Master werden diese zu ebenen und spannungsarmen

Blechen verarbeitet.

Gequetschte oder beschädigte Kanten

lassen sich überdies dank der SmartEdge-

Technologie von Arku vermeiden.

Darüber hinaus verfügt der FlatMaster

über den Richtwalzenschnellwechsel RollerPickup

® . Mit dem System lassen sich

Richtwalzen und Stützrollen motorisch

aus- und einfahren. Ein- und Ausbauzeiten,

aber auch Stillstandzeiten fallen

dadurch kürzer aus. Der RollerPickup

unterstützt so eine schnelle Reinigung der

Richtwalzen. Anschließend prüft das integrierte

Kontrollsystem FlatJack die Ebenheit

der Zuschnitte. So entstehen hochwertige

Bleche, die sich noch schneller

und einfacher weiterverarbeiten lassen.

Ein zentraler Rechner – ein Variables Kunden-Interface

(VKI) – ermöglicht die Kommunikation

und Koordination der drei

Maschinen untereinander.

Stahlreport 12|18

27


Messen

und Märkte

Bericht/Nachricht

Im falschen Film

Parts2clean in Stuttgart

Sauberkeit ist eine relative Angelegenheit – wie beispielsweise Nutzer von öffentlichen Toilettenanlagen

subjektiv bestätigen können. Die diesjährige parts2clean im Oktober hat sehr dazu beigetragen,

entsprechende Sachverhalte zu objektivieren und damit für die Industrie nutzbar zu machen. Viele

Aussteller sowie auch Fraunhofer und der Fachverband FiT haben dieses Anliegen vorangebracht und

etwa deutlich gemacht, wann man im falschen Film ist.

Die jährlich von der Deutschen

Messe AG in der baden-württembergischen

Landeshauptstadt

veranstaltete parts2clean sieht sich

als Internationale Leitmesse für die

industrielle Teile- und Oberflächenreinigung.

Diesmal waren etwa 240

Unternehmen aus 16 Ländern auf

rund 7.000 m2 Ausstellungsfläche

vertreten. Ergänzt wurden diese Präsentationen

durch ein Rahmenprogramm

aus Sonderschauen sowie

Fach-, Innovations- bzw. Zukunftsforen.

Gezählt wurden in den drei

Messetagen ca. 4.500 Fachbesucher

aus 26 Ländern.

Fachverband

industrielle Teilereinigung

An der Grenze zwischen subjektiver

Wahrnehmung und objektiven

Anforderungen machte Dr. Michael

Flämmich (Mitglied Arbeitsaus-

schuss Messen, Prüfen und Steuern

des Fachverbands industrielle Teilereinigung

– FIT) bereits bei der

Auftaktpressekonferenz deutlich,

wie groß die Herausforderungen

inzwischen geworden sind: Er erinnerte

daran, dass Oberflächensauberkeit

immer häufiger in technischen

Zeichnungen vermerkt und

damit beispielsweise für jeden industriellen

Zulieferer ebenso verbindlich

gemacht wird wie etwa Maße und

Gewicht. So sei es auch zu erklären,

dass Sauberkeit zunehmend eindeutig

definiert wird – werkstoff- ebenso

wie branchen- und verfahrensübergreifend.

Vielfältig sind die Methoden, die

auch auf der 16. parts2clean präsentiert

wurden. Das Spektrum reicht

beispielsweise von den unterschiedlichen

Arten des Korrosionsschutzes

über das Reinigen, Entfetten, Entgraten

oder Entmagnetisieren bis

zum Handling und zur Sauberkeitskontrolle.

Weitere Querschnittsthemen

dazu waren in Stuttgart die

Automatisierung sowie die Digitalisierung.

Filmische Verunreinigungen

Wie man beispielweise „Filmische

Verunreinigungen beherrschen“

kann, ist derzeit ein wichtiges FiT-

Thema und Titel der erstmals von

diesem Verband herausgegebenen

Richtlinie. Worin genau die entsprechende

Herausforderung besteht

und wie man ihr am besten begegnen

kann, machte auf der Messe

stellvertretend z.B. die advaced clean

production GmbH (acp) aus Ditzingen

deutlich:

Fertigungsprozesse wie das Kleben,

Dichten, Schweißen und Bonden

sowie Beschichtungen erfordern sehr

saubere Funktionsflächen. Mit dem

quattroClean-Schneestrahlreinigungs-

Das Prinzip filmischer

Verunreinigungen

greift die

entsprechende

Fit-Richtlinie auf.

Abbildung: FiT

28 Stahlreport 12|18


system preist acp eine bewährte, skalierbare

Lösung für die lokale oder

ganzflächige, trockene Reinigung von

Bauteilen aus allen technischen Werkstoffen

an. Durch die Kombination von

vier Wirkmechanismen entfernt ein

fokussierbarer CO2-Druckluftstrahl

filmische Kontaminationen wie Reste

von Bearbeitungsmedien, Trennmitteln

und Silikonen – nach Anbieterangaben

rückstandsfrei. Partikulärer

Schmutz werde ebenfalls zuverlässig

abgereinigt. Die Prozessparameter wie

Anzahl der verschleißfesten Zweistoffring-Düsen,

Druckluft- und CO2-Volumenströme,

Strahlbereich und -dauer

könnten teilespezifisch programmiert

werden. Das Industrie 4.0-fähige quattroClean-System

lasse sich in vernetzte

Produktionsumgebungen und Linienfertigungen

integrieren.

„Neben den Ausstellerpräsentationen

bietet das vielseitige Rahmenprogramm

der parts2clean Anwendern

industrieller Reinigungstechnik

einen beachtlichen Mehrwert“, hatte

Olaf Daebler, Geschäftsleiter für die

parts2clean bei der Deutschen Messe

zu Beginn der Veranstaltung angekündigt.

Vorträge und Foren

So ermöglichten die simultan übersetzten

(Deutsch Englisch) Vorträge

und Erfahrungsberichte des

Fachforums, sich über unterschiedliche

Themen in der industriellen

Teile- und Oberflächenreinigung zu

informieren – und das auf dem

Niveau einer Weiterbildungsveranstaltung.

Weiteren Input bot auch

die Sonderschau „Prozessablauf Bauteilreinigung

mit Sauberkeitskontrolle“.

Einen neuen Schwerpunkt setzt

die parts2clean mit gleich zwei Sonderformaten

zum Thema Industrie

4.0. Während das Innovationsforum

ganz generell über neue Entwicklungen

in der Reinigungstechnik

informierte, thematisierte das

Zukunftsforum zum Thema QSRein

4.0 Lösungen im Bereich Digitalisierung

und Vernetzung. Ergänzend

dazu befasste sich die Sonderschau

„Teilereinigung 4.0 in der Praxis“

mit Fragen zur Industrie 4.0 in der

Reinigungstechnik.

Filmische Verunreinigungen, in diesem

Fall ein Korrosionsschutzöl, behindern

nachfolgende Prozesse wie das

Schweißen oder Kleben und müssen

deshalb entfernt werden.

Fraunhofer-Verbund

Gerade in den zuletzt genannten

Zusammenhängen konnte der

Fraunhofer-Verbund seine Forschungsleistungen

z.B. zur Einordnung

der unterschiedlichen Unternehmenspräsentationen

einbringen.

Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik

und Verpackung IVV

beispielsweise präsentierte in Stuttgart

Systemlösungen für die Digitalisierung

und Simulationen für die

wässrige Bauteilreinigung:

Einerseits ermöglichst eine

Simulationssoftware die Vorhersage

der zu erwartenden Reinigungswirkung.

Bereits im konstruktiven Entwicklungsprozess

lassen sich komplexe

Reinigungssysteme so vorab

simulieren und optimieren. Zusätzlich

wird klar, welche Prozessdaten

erfasst und beispielsweise in ein

digitales Qualitätsprotokoll überführt

werden können.

Die nächste parts2clean findet

vom 22.-24.10.19 wiederum in Stuttgart

statt. 2

Foto: acp

Eurobaustoff Forum 2018

Baustoff-Verbund lud zur

Neuheiten-Messe

Auf dem Eurobaustoffforum 2018

präsentierten 228 Aussteller ihre Produktneuheiten.

Zum Eurobaustoff Forum lädt die

Eurobaustoff Handelsgesellschaft mbH &

Co. KG, ein Groß- und Einzelhandels-Verbund

für Baustoffe, Holz und Fliesen regelmäßig

ein. Gesellschafter der Eurobaustoff

können sich dort über Produktneuheiten

informieren, sich mit Dienstleistern aus der

Transport-, Logistik- oder Werbebranche

austauschen und sich durch Muster-Ausstellungen

und Fachvorträge inspirieren lassen.

Highlights waren im November in Köln neue

Dienstleistungen aus der Zentrale, die im

letzten Jahr erarbeitet wurden. Dazu zählte

die Weiterentwicklung des Marketing-Generators,

das neue Marketing-Cockpit, die

Handelsmarken Prima und OPUS1, sowie

Lösungen aus dem Bereich Produktdatenmanagement

und Digitalisierung. Mit an

Bord war außerdem die AusstellungDigital,

die sich bundesweit bereits 40 mal im Einsatz

befinde. Dass dieses Thema bei den

Gesellschaftern immer wichtiger wird, habe

der rege Besucherandrang gezeigt. Neugierig

waren viele Gesellschafter auch auf das

Marketing-Cockpit und den B2X-Master-

Klon, der zum ersten Mal einen Einblick die

Neuerungen erlaubte.

Seit der Messe-Premiere 2010 sind die

Besucher- und Ausstellerzahlen laut Veranstalter

stetig gestiegen. Mittlerweile sei das

Forum nicht mehr nur Treffpunkt und Diskussionsplattform

für die Gesellschafter

und deren Mitarbeiter, sondern auch einer

der wichtigsten Branchenevents zwischen

den BAU-Messen in München geworden.

Stahlreport 12|18

29


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Wieder in der Spur

Nachdem im September erstmals in diesem Jahr die Nachfrage der Verbraucher spürbar nachgelassen

hatte, konnte der Oktober diese kurze Schwächephase wieder kompensieren. Auch wenn sich die

Konjunkturerwartungen in den vergangenen Wochen etwas eingetrübt haben, sind die meisten

stahlverarbeitenden Branchen in Europa weiterhin gut oder sehr gut beschäftigt.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

Oktober 2018

vorliegenden Zahlen.

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 war gut gestartet. Im

Januar konnten knapp 997.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt

werden. Dies ist der beste Januarwert

seit sechs Jahren. Im Februar

wurde ein Lagerabsatz von 931.000 t

verzeichnet. Die Tonnage im März

war mit 986.000 t im Vergleich zum

starken Vorjahresmonat rückläufig.

Hier spielten aber auch die wenigen

Arbeitstage und die Osterferien eine

nicht zu verachtende Rolle.

Der entsprechende Ausgleicheffekt

konnte im April mit einem

Lagerabsatz von 954.000 t festgestellt

werden. Der Mai war zwar mit

einem Absatz von 948.000 t im Vergleich

zum Vorjahresmonat rückläufig,

auf die wenigen Arbeitstage

heruntergerechnet, ist die erzielte

Tonnage aber sehr ordentlich.

Außerordentlich gut liefen dann

die Geschäfte in den Monaten Juni

und Juli. In beiden Monaten wurden

knapp über 1 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Der August

lag dann zwar leicht unter Vorjahresniveau,

wies aber mit etwas über

950.000 t Lagerabsatz ebenfalls

einen ordentlichen Wert aus. Im September

war der Lagerabsatz recht

verhalten. Es wurden an 20 Werktagen

nur knapp 902.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

ausgeliefert.

Der Oktober zeigte dann eine

deutliche Gegenbewegung. Mit

einem Lagerabsatz von 1,01 Mio. t

konnte der bisherige Bestwert des

Jahres aus dem Juni noch einmal

leicht gesteigert werden. Insgesamt

wurde in den ersten zehn Monaten

des Jahres 2018 bei Walzstahlfertigerzeugnissen

2,8 % mehr Tonnage

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

abgesetzt. Bei Rohren wurden noch

deutlichere Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Am Ende des vergangenen Jahres

wurden von der deutschen Stahldistribution

2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies war

der niedrigste Bestand seit Dezember

2015. Zum Jahresstart 2018 setzte

der übliche Lageraufbau ein. Dieser

gestaltete sich bis März recht dynamisch.

Im April setzte ein Bestandsabbau

ein. Im Mai und Juni wurde das

Niveau nahezu fortgeschrieben. Im

Juli wurde dann sehr deutlich um

fast 130.000 t aufgestockt. Ende Juli

wurden 2,56 Mio. t Bestand gemeldet.

Im August wurden die Bestände

auf 2,51 Mio. t reduziert. Im September

legte der Bestand, vor allem

getrieben durch oberflächenveredelte

Flacherzeugnisse, leicht auf

2,53 Mio. t zu.

Der Oktober war von einem leichten

Bestandsrückgang bei fast allen

Produkten auf 2,51 Mio. t geprägt.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat

lag der branchenweite Lagerbestand

um knapp 14 % höher.

Lagerreichweite

Bei sehr guten Absätzen und recht

hohen Beständen lag die durchschnittliche

Lagerreichweite im

Oktober bei 2,5 Monaten bzw. 75

Tagen (vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten

beiden Monaten des Jahres 2018

konnten bei fast allen Produkten

Preissteigerungen festgestellt werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild uneinheitlicher.

Große Veränderungen wurden dabei

jedoch nicht festgestellt.

In den Monaten Juni bis September

waren die die Preise bei fast allen

Produkten wieder im Aufwärtstrend.

Der Oktober zeigte sich uneinheitlich.

Das Preisniveau lag Ende Oktober

2018 ein gutes Stück über dem

des Vorjahresmonats. Bei Langprodukten

und Rohren ist der Unterschied

deutlicher als bei Flachprodukten

(vgl. Abbildungen 2 und 3).

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

30 Stahlreport 12|18


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

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Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

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120

110

100

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80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

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100 100

92

97 97

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96 95 100

101

96

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62

60

84 78 78 75 75 72 66 102 72 78 78 75 75 72 78 78 84 75

40

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0

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Okt.

2017

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2018

Mär.

2018

Apr.

2018

Mai

2018

Juni

2018

Juli

2018

Aug.

2018

Sep.

2018

Okt.

2018

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2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

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2. Q. 2014

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2. Q. 2017

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3. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 12|18

31


BDS

Berufsbildung

Stehen im Mittelpunkt dieser Artikel -

serie: Die beiden Auszubildenden Sascha

Wagner, lernt Kaufmann E-Commerce

bei Zickwolff in Saarbrücken, und …

… Marvin Meusel, der bei Ancofer in

Mülheim als Kaufmann im Groß- und

Außenhandel ausgebildet wird.

Der Stahlreport begleitet drei Jahre lang zwei neue Auszubildende

sowie einen digitalen Innovationsprozess

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

im Handel(n) lernen

Gemeinsamkeiten und Unterschiede stehen im Mittelpunkt der Berichte, mit denen der Stahlreport

in den nächsten drei Jahren zwei seit dem 1. August 2018 neue Auszubildende der Branche begleiten

will. Als angehender Kaufmann im Groß- und Außenhandel erlernt Marvin Meusel bei Ancofer in

Mülheim einen traditionellen Beruf, Sascha Wagner dagegen hat mit seiner Ausbildung zum

Kaufmann E-Commerce bei Zickwolff in Saarbrücken absolutes Neuland betreten. Diese vermeintliche

Polarisierung wird allerdings durch die allgegenwärtige Digitalisierung bereits jetzt erkennbar

aufgelöst, weshalb mit Thomas Paucker einer der Geschäftsführer des Berliner Startups Jobufo die

Entwicklung der beiden Ausbildungsberufe sowie die beiden Ausbildungskarrieren auf Wunsch

der Redaktion mit beobachten wird.

Vor diesen Hintergründen geht

es zum Start dieser Serie zunächst einmal

darum, die Hauptakteure in der

ANCOFER Stahlhandel GmbH, der Otto

ZICKWOLFF GmbH sowie der JobUFO

GmbH vorzustellen (vgl. auch die drei

abschließenden Berichte dieses

Schwerpunktes), um dann bis 2021 –

in unregelmäßigen Abständen – nach

den Lernzielen sowie dem Image der

beiden Ausbildungsberufe und danach

zu fragen, wie die Beteiligten am besten

darüber kommunizieren sollten. (Zur

Rolle der Bewerbungsmappe gibt es

nebenstehend eine aktuelle Nachricht.)

In diese Kommunikation sollen

auch die relevanten Verbände einbezogen

werden. Zickwolff und Ancofer

sind Mitglieder im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS), der ein

eigenes Berufsbildungskonzept auf der

Basis des Deutschen Qualifikations-

rahmens hat. Der beim BDS zuständige

Bereichsleiter Berufsbildung, Dr. Ludger

Wolfgart, ist zudem Mitglied im

BGA-Berufsbildungsausschuss. Dieses

Gremium des Bundesverbands Großhandel

Außenhandel Dienstleistungen

(BGA) ist einer der maßgeblichen

Akteure bei der für 2020 geplanten

Neuordnung der Kaufleute im Großund

Außenhandel und hat – gemeinsam

mit dem Handelsverband Deutschland

(HDE) – zum 1.8.18 den neuen

Ausbildungsberuf für Kaufleute E-Commerce

erfolgreich etabliert (vgl. nebenstehende

Nachricht mit den neuesten

Zahlen vom Ausbildungsmarkt).

Lernziele

Die Firmengeschichten der beiden Auszubildenden

beginnen mit einer

Gemeinsamkeit, die ein charakterisierendes

Licht auf all das wirft, was sich

in den vergangenen Jahrzehnten in

der Lernlandschaft verändert hat: Komplexe

Kompetenzen statt kleinteiliger

Kenntnisse sind angesagt. Das wird

deutlich, wenn beide Berufseinsteiger

gleich zu Beginn ihrer Lehre begeistert

berichten, ihre Hobbies als Fotograf

(Marvin) bzw. Videofilmer (Sascha) in

den Dienst ihrer Ausbildungsfirmen

stellen zu wollen.

Und beide Unternehmen zeigen

sich von der Vorstellung mehr als angetan,

das von ihnen zu vermittelnde

Wissen und die entsprechenden Fertigkeiten

später einmal in markttauglichen

Bildern und Sequenzen wiederentdecken

zu können. Ausbildung –

ob nun alt oder neu – ist heute kompetenz-

und marktorientiert, hat sich

längst von der Vermittlung sinnlosen

Vorratswissens früherer Jahre verabschiedet.

32 Stahlreport 12|18


Image

Ein weiterer Fokus der künftigen

Berichterstattung in dieser Serie wird

aber auch die tatsächlichen Unterschiede

zwischen den beiden Ausbildungsberufen

aufgreifen müssen.

Schließlich hat Prof. Dr. Michael Heister,

Abteilungsleiter im Bundesinstitut

für Berufsbildung, beim diesjährigen

Fotos, 2: BDS/privat

Bildungskongress der Bundeswehr im

September die Kauffrau/den Kaufmann

E-Commerce in die Nähe der Umsetzung

von künstlicher Intelligenz

gerückt (vgl. 10/18, S. 41f). Sind damit

die traditionellen Ausbildungsberufe

zwangsläufig old-fashioned und auf

dem Abstellgleis der Digitalisierung

angekommen?

Damit eng verknüpft dürfte die

Frage sein, ob im Stahlhandel Kaufleute

mit technischer Kompetenz (in Sachen

Material und Bearbeitung sowie Information

und Kommunikation) oder

Techniker mit kaufmännischen Fähigkeiten

ausgebildet werden müssen.

Kommunikation

Unabhängig von der Beantwortung dieser

Fragestellung rückte bei allen

Gesprächen der Redaktion in den beiden

Ausbildungsunternehmen die

Bedeutung sozialer Kompetenz für die

Mitarbeiterteams in den Vordergrund.

Nicht von ungefähr fördern sowohl

Ancofer als auch Zickwolff die Fußball -

ambitionen ihrer neuen Mitarbeiter:

Marvin kickt für Sterkrade und

Nur noch 3 % der Personalverantwortlichen

in Unternehmen ab 50

Mitarbeitern wollen die Unterlagen

auf Papier in einer Bewerbungsmappe.

Dagegen bevorzugen 86 % digitale

Bewerbungsmaterialen. Jeder Elfte

(9 %) hat keine Präferenz.

„In Unternehmen ist die Bewerbung

auf Papier nicht mehr nur ein

Auslaufmodell, sie ist Geschichte“,

sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr.

Bernhard Rohleder. „Von der Digitalisierung

profitieren sowohl die Personalabteilungen

wie auch die Bewerber.

Beide sparen Zeit und Geld und

reduzieren obendrein den Ressourcenverbrauch.

In Zukunft werden

Online-Bewerbungen durch neue digischwärmt

für den Bayern München,

Sascha setzt auf Saarbrücken und will

die Firmenmannschaft verstärken –

in der übrigens auch sein Geschäftsführer

Martin Haiss mitspielt. Der

andere Ausbildungsleiter, Siegfried

Held, bringt es auf den Punkt: „Wir

haben mit Auszubildenden, die in

Mannschaftssportarten aktiv sind, die

besten Erfahrungen gemacht.“ Teamfähigkeit

also ist angesagt, in Handelsunternehmen

sogar unabdingbar.

Team- setzt Kommunikationsfähigkeit

voraus – und spätestens mit

dieser Erkenntnis wurde bei den Treffen

in Mülheim, Saarbrücken und Berlin

die Digitalisierung zum entscheidenden

Thema, die u.a. durch soziale

Medien alle Bereiche in Politik, Wirtschaft

und Gesellschaft prägt. Trotzdem

sind beide Ausbildungsverhältnisse

über klassische Bewerbungsverfahren

zustande gekommen. Ob damit viele

Chancen nicht genutzt werden, wie

Thomas Paucker mutmaßt, dürfte einer

der interessantesten Aspekte dieser

Artikelserie werden und auch die

Berufsschulseite mit einbeziehen. 2

Neue Umfrageergebnisse des Digitalverbands Bitkom

Die Bewerbungsmappe ist tot

Anschreiben und Lebenslauf ausdrucken, zusammen mit den kopierten Zeugnissen in eine

Bewerbungsmappe packen und schließlich alles in einem stabilen Kuvert zur Post bringen. Diese Art,

sich auf einen Job zu bewerben, gehört endgültig der Vergangenheit an. Das ist das Ergebnis einer

repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter Personalverantwortlichen.

tale Möglichkeiten ergänzt und ersetzt,

etwa durch Videobewerbungen.“

Die meisten Unternehmen lassen

sich die Bewerbungsunterlagen per

E-Mail schicken (59 %, 2015: 38 %).

Mehr als jedes vierte (27 %, 2015:

20 %) fordert Bewerber aber bereits

zur Nutzung eines eigenen Online-

Portals auf. In der Regel können dort

die persönlichen Daten und Stationen

eines Lebenslaufes eingetragen und

Unterlagen wie Zeugnisse oder

Arbeitsproben hochgeladen werden.

Vor gerade einmal drei Jahren sah

die Bewerbungswelt noch völlig

anders aus. Damals hatte in einer Bitkom-Umfrage

noch jeder vierte Personalverantwortliche

(27 %) angege-

ben, dass er die Unterlagen am liebsten

ausgedruckt in einer Bewerbungsmappe

bekommt. Nur eine knappe

Mehrheit von 58 % präferierte 2015

digitale Bewerbungen.

Der Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation

und neue Medien e. V. (Bitkom) ist

der Branchenverband der deutschen

Informations- und Telekommunikationsbranche

und hat seinen Sitz in

Berlin. Die zitierte Umfrage ist im

Auftrag des Bitkom von Bitkom

Research durchgeführt worden.

Dafür wurden 2018 etwas mehr als

300 Personalverantwortliche in

Unternehmen ab 50 Mitarbeitern

telefonisch befragt. 2

Stahlreport 12|18

33


BDS

Berufsbildung

Kaufmann E-Commerce

Sascha Wagner und Zickwolff

in Saarbrücken

Das Ausbildungsunternehmen für Sascha Wagner ist die Otto Zickwolff GmbH in Saarbrücken,

die den Anspruch erhebt, alles „Rund ums Rohr“ zu bieten und dabei auch auf Nachhaltigkeit

setzt sowie auf soziales Engagement. Dabei soll in Zukunft als neuer Mitarbeiter auch der

23-jährige Saarbrücker helfen – als dann ausgebildeter Kaufmann E-Commerce.

Auch in diesem seit 1.8.18

neuen Ausbildungsberuf geht es

zunächst einmal darum, der Nachwuchskraft

den Lehrbetrieb historisch

und vom heutigen Angebot

her nahezubringen:

z Die Otto ZICKWOLFF GmbH in

Saarbrücken ist 1922 in einem

damals florierenden Kohle- und

Stahlrevier entstanden und wird

heute in vierter Generation von

Geschäftsführer Martin Haiss

geleitet. In den fast 100 Jahren

Firmengeschichte hat es in diesem

Grenzgebiet zwischen Deutschland

und Frankreich zahlreiche

politische und wirtschaftliche

Umbrüche gegeben, die stark zur

Ausbildung des heutigen Geschäftsmodells

beigetragen haben.

z Über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

viele von ihnen auch bei

Zickwolff ausgebildet, kümmern

sich um die zum Firmenanspruch

passenden Produkte und Dienstleistungen:

Rohre, Flansche, Formteile,

Fittings, Armaturen, Installationsmaterial

und Geländer

gehören ebenso dazu wie die Bearbeitung

und die von den Kunden

gewünschten logistischen Services

– ob für den täglichen Bedarf, das

Projektgeschäft oder im Bereich

der C-Teile.

Die digitale Begleitung der

Geschäftsprozesse, die Martin Haiss

und sein Team gestalten müssen,

zu dem als Ausbildungsverantwortliche

auch Volker Henschke und

Roland Rebeck gehören, hat sich in

den vergangenen Jahren stark

ausgeweitet. Deshalb lag es für Zickwolff

nahe, sich für den neuen Ausbildungsberuf

im Bereich E-Commerce

zu interessieren. Dabei

profitierten Ausbildungsunterneh-

Auszubildender Sascha Wagner (r.) und Geschäftsführer Martin Haiss vor dem

Firmenhintergrund.

men und Ausbildungsinteressent

von der jeweiligen Nähe zur örtlichen

Industrie- und Handelskammer,

die beide Parteien kompetent

und schnell zusammengebracht hat

– wie die neuen Partner ebenso

zufrieden wie einhellig versichern.

Berufsschule

Ebenso einstimmig positiv fällt im

Übrigen das Urteil über den Start

des begleitenden Berufsschulunterrichts

aus. Sascha Wagner ist

damit auch deshalb rundum zufrieden,

weil er seine Duale Ausbildung

auch vor dem Hintergrund

des von ihm zunächst gewählten

Studiums der Wirtschaftsinformatik

beurteilt.

Kaufleute E-Commerce lernen

– stark technisch geprägt – drei

Jahre lang im Ausbildungsunternehmen

bzw. in der Berufsschule,

Produkte und Dienstleistungen

schwerpunktmäßig auf Online-

Wegen zu vertreiben. Eine zunehmende

Bedeutung wird allerdings

Multichannel-Händlern vorhergesagt,

die Online- und stationäre

Ansätze pragmatisch kombinieren

können. Im Zuge dieser Entwicklung

verschwimmen zudem zunehmend

die klassischen Unterscheidungen

zwischen Einzel- und

Großhandel, also zwischen den zu

bedienenden Zielgruppen. Gemeinsam

ist ferner die Herausforderung,

für die jeweils relevante Branche

verkaufsfördernde Fachkenntnisse

zu erwerben sowie darüber informieren

und kommunizieren zu können.

Es handelt sich um einen ganz

neuen Ausbildungsberuf, der unter

maßgeblichem Einfluss des HDE

steht und besonders viel Dynamik

verspricht. 2

Foto: Zickwolff

34 Stahlreport 12|18


Kaufmann im Groß- und Außenhandel

Marvin Meusel und Ancofer in Mülheim

In Sachen Grobbleche und Brennzuschnitte sowie mit Hohlprofilen unterwegs ist das Ausbildungsunternehmen

von Marvin Meusel – und setzt dabei nicht nur auf Produkte, sondern auch auf Qualitätsmanagement

sowie Ethikrichtlinien. Das soll auch der 20-jährige Oberhausener verinnerlichen, der in

dem Mülheimer Stahlhandel als Kaufmann im Groß- und Außenhandel lernt.

Gerade deshalb musste er

seine Berufskarriere trotz dieses

heißen Sommers im Lager beginnen,

denn dort lernte er Produkte und

Services sowie auch die Geschichte

seines Ausbildungsbetriebs kennen:

z Trotz 38 °C im Schatten war der

erste Ausbildungsmonat im Lager

für Marvin Meusel „eine interessante

Erfahrung“, schließlich ist

seine „Begegnung mit Stahl ein

Zufall“. Nun kennt er schon etwas

die Produkte und Dienstleistungen,

mit denen er später handeln will,

und hat „mit viel Respekt“ vor

allem erlebt, mit wieviel technischem

Aufwand sowie menschlichem

Fleiß deren Wertschöpfung

zustande kommt.

z Außerdem hat er erfahren, welche

Geschichte der Unternehmensstandort

im Mülheimer Hafen an

der Rheinstraße hat. Seit 1953

besteht das Mülheimer Lager, das

ursprünglich am Südhafen angesiedelt

war und zwischen 1971

und 1991 schrittweise in den

Bereich des Nordhafens verlagert

wurde. 1987 erfolgte die Umfirmierung

von Couthino Eisenhandel

GmbH in ANCOFER (ANdreas

COuthino FERrum) Stahlhandel

GmbH. Das Unternehmen gehört

heute zu 100 % zur AG der Dillinger

Hüttenwerke und damit

zur SHS Gruppe (Stahl Holding

Saar).

begleitung praktiziert und damit

den Branchennachwuchs im Übergang

in das Berufsleben begleitet.

Die Grundlagen dafür aber werden

in Mülheim geschaffen, wo man großen

Wert auf Teambildung legt.

Dazu passe auch, dass man die traditionellen

Wege der Bewerbung

und des Kennenlernens pflege, argumentiert

Siegfried Held. Und Marin

Meusel bestätigt das.

Berufsschule

Kritik des 20-jährigen wird eher

deutlich, als er von seinen Einstiegserfahrungen

in die für ihn zuständige

Berufsschulklasse berichtet –

„mit 31 Kolleginnen und Kollegen!“.

Dabei war das in der Masse Lernen

für ihn nach dem Abitur ein wesentlicher

Grund, sich gegen ein Studium

zu entscheiden.

Kaufleute im Groß- und Außenhandel

lernen – stark kaufmännisch

geprägt – drei Jahre lang im Ausbildungsunternehmen

bzw. in der

Berufsschule, Produkte und Dienstleistungen

schwerpunktmäßig über

stationäre Verkaufswege zu vertreiben.

Eine zunehmende Bedeutung

wird allerdings Multichannel-Händlern

vorhergesagt, die Online- und

stationäre Ansätze pragmatisch

kombinieren können. Im Zuge dieser

Entwicklung verschwimmen

zudem zunehmend die klassischen

Unterscheidungen zwischen Großund

Einzelhandel, also zwischen

den zu bedienenden Zielgruppen.

Gemeinsam ist ferner die Herausforderung,

für die jeweils relevante

Branche verkaufsfördernde Fachkenntnisse

zu erwerben sowie darüber

informieren und kommunizieren

zu können. Es handelt sich um einen

traditionellen Ausbildungsberuf, der

unter maßgeblichem Einfluss des

BGA steht. 2

Die in dieser Gruppe gelebte Unternehmensphilosophie

sowie Produktkompetenz

vermitteln in Mülheim,

ein Standort mit rund 140 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, als Ausbildungsleitung

gemeinsam Siegfried

Held und Kerstin Lanfermann.

Sie können sich dabei auch auf das

Angebot des Duisburger Arbeitskreises

des Stahlhandels stützen,

der überbetriebliche Ausbildungs-

Auszubildender Marvin Meusel (l.) und sein Ausbildungsteam mit Siegfried Held und Kerstin Lanfermann

bei ANCOFER in Mülheim.

Foto: Ancofer

Stahlreport 12|18

35


BDS

Berufsbildung

Sichtbar mit viel

Freude dabei, Unternehmen

und Bewerber

digital zusammenzubringen:

(v.l.n.r.) Jan

Kiedaisch vom B2C-

Management, Lars

Wickenhöfer vom

Data-Management

sowie die beiden

Jobufo-Geschäftsführer

Benjamin Maischak

und Thomas Paucker.

Foto: JobUFO

Wie man bei Jobufo den Arbeits- und Ausbildungsmarkt sieht

Versöhner zwischen Tradition und Moderne

„Die Bewerbungsmappe ist tot“, betitelte in diesem Oktober der Digitalverband Bitkom die

Ergebnisse einer eigenen Untersuchung (vgl. voranstehenden Bericht). Dem kann Thomas Paucker

nur zustimmen. Außerdem hat er das zukunftsweisende Argument parat, dass die digitale Alternative

zur Mappe nicht nur geeignete Bewerber vermittelt, sondern den suchenden Unternehmen zudem

ganz neue Möglichkeiten bietet, die angebotenen Stellen attraktiv zu vermarkten. Auch deshalb

ist der gebürtige Rostocker mit Begeisterung Versöhner zwischen Tradition und Moderne, einer der

beiden Geschäftsführer des Berliner Startups Jobufo.

Warum sollte sich ein Interessent

mit einer klassischen Bewerbungsmappe

abmühen, wenn er sich

doch auch ganz einfach über sein

eigenes Smartphone per selbstgedrehtem

Video dem suchenden

Unternehmen verkaufen kann?

Und warum sollten diese Firmen

nicht dieselbe Technik verwenden,

um sich und ihre Jobs als attraktiv

vorzustellen?

Als Thomas Paucker (30) und

sein Kommilitone Benjamin Maischak

(36) diese beiden Fragen

gestellt und für sich auch beantwortet

hatten, war die Geschäftsidee für

ein Startup geboren, das in jüngster

Zeit in Berlin und darüber hinaus

für Schlagzeilen gesorgt hat – auch

wegen der Verbindung von Tradition

und Modernde, denn: Man bekommt

zu dem Video einen vollständigen

Lebenslauf, verifizierte Kontaktdaten

und Anhänge (z.B. Zeugnis) dazu.

Und: Die Bewerbungen werden

direkt per E-Mail versendet sowie

automatisch in das bestehende

Bewerbermanagementsystem des

Unternehmens eingespielt.

Finanzierungsrunde

Die StartUp JobUFO GmbH hat kürzlich

in einer Finanzierungsrunde

rund 2 Mio. € an Kapital einsammeln

und zudem die Förderung durch

Microsoft Deutschland und die Deutsche

Bahn gewinnen können. Vorangegangen

waren allein in diesem

Jahr für Unternehmenskunden rund

60.000 Bewerbungen, die das inzwischen

30-köpfige Team auf der Basis

von ca. 70.000 Stellenanzeigen hatte

generieren können. Damit ist weiteres

Wachstum programmiert, für

das die vorübergehend bezogenen

neuen Büroräume an der Berliner

Torstraße schon wieder zu klein sind.

Dabei war es gerade dieser Firmensitz,

der sehr schön das eigentliche

Erfolgsrezept sichtbar macht

– postmoderne und technisch-funktionale

Großraumbüros, die mit nostalgisch

anmutenden Holzmöbeln

eingerichtet und mit Perserteppichen

ausgestattet sind; eine reizvolle

Kombination aus Moderne und Tradition.

Da nimmt man es Thomas

Paucker und seinem Team sofort ab,

dass sie das unverändert wichtige

Zusammenbringen der Akteure auf

den Jobmärkten mit digitalen Mitteln

besser hinkriegen als in analogen

Zeiten. Und Thomas Paucker, übri-

36 Stahlreport 12|18


gens selber gelernter Bürokaufmann,

zeigt sich auch davon überzeugt,

dass dies für den Ausbildungsbereich

– für einzelne Stellen sowie

für Berufe – genauso gut, wenn nicht

sogar besser, funktioniert wie/als

auf dem späteren Jobmarkt.

Dabei setzt Jobufo, inzwischen

an der Berliner Friedrichstraße zu

Hause, bewusst nicht nur auf die

hohen Zahlen, sondern stellt die Qualität

der neuen Arbeits- (und Ausbildungs-)Verhältnisse

in den Mittelpunkt.

Im Juni 2016 gestartet, hat

das junge Unternehmen nach eigenen

Angaben noch keinen einzigen

Firmenkunden verloren und kann

seinen Service für die Bewerber auch

weiterhin kostenlos anbieten; das

mit einer Technik, für die junge

Arbeitnehmer sehr affin sind und

mit der etablierte Arbeitgeber erfolgreich

umzugehen immer schneller

lernen. 2

Neueste Zahlen vom Ausbildungsmarkt

Kampf um kluge Köpfe

Das Problem ist alles andere als marginal: Die neusten Zahlen der

Bundesagentur für Arbeit belegen, dass es im Ausbildungsjahr

2017/18 mehr gemeldete Lehrstellen als Bewerber gegeben hat.

Davon ist auch der Handel betroffen, meldete der HDE Anfang

November. Der Kampf um die klugen Köpfe hat sich damit

intensiviert.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA), auf die sich der Handelsverband

Deutschland (HDE) bei seiner Veröffentlichung bezieht, hatte ihren aktuellen

Bericht über die Ausbildungsmarktsituation wie folgt zusammengefasst:

„Im Beratungsjahr 2017/18 wurden der Bundesagentur für Arbeit und

den Jobcentern deutlich mehr Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum.

Die Bewerbermeldungen liegen dagegen unter denen des

Vorjahres. Für Ausbildungssuchende haben sich damit die Chancen auf

eine Ausbildungsstelle rechnerisch weiter verbessert. Dabei ist die Gesamtzahl

der gemeldeten Ausbildungsstellen erstmals nach 1994 höher als die

Zahl der im Laufe des Beratungsjahres gemeldeten Bewerber.“

Besonders interessieren gegenwärtig die aktuellen Zahlen in dem per

1.8.18 neu geschaffenen Ausbildungsberuf für Kaufleute E-Commerce:

z 988 gemeldete Ausbildungsstellen

z 568 gemeldete Bewerber

Zum Bedeutungsvergleich: Für angehende Kaufleute im Groß- und Außenhandel

gab es (allerdings nur für die Fachrichtung Großhandel) 12.326

gemeldete Ausbildungsstellen. Damit hat der Bereich E-Commerce sein

von den Verfechtern dieses neuen Ansatzes selbstgesetztes Ziel von 1.000

Ausbildungsstellen fast erreicht und sich auf Anhieb in einer hohen einstelligen

Anteilsgrößenordnung gegenüber den Kaufleuten im Groß- und

Außenhandel vorerst etabliert.

Eine endgültige Bilanzierung des Ausbildungsjahres 2018 erfolge aber

erst im Februar 2019 zum Ende der Nachvermittlung, stellte der HDE am

Ende seiner Pressemitteilung fest.

Der Handelsverband Deutschland mit Sitz in Berlin ist schwerpunktmäßig

im Einzelhandel zu Hause, der in der Ausbildung noch ganz andere

Quantitäten kennt: So gab es für Kaufleute im Einzelhandel zuletzt (bei

29.618 gemeldeten Bewerbern) 36.374 gemeldete Ausbildungsstellen

sowie für Verkäufer/-innen (bei 30.925 Bewerbern) 24.227 Ausbildungsstellen

– und damit deutlich größere zahlenmäßige Diskrepanzen. 2

Händler der Zukunft

Zwischen Technikern

und Kaufleuten

In beiden Fällen geht es dem Titel nach

um die Ausbildung von Händlern. Die Diskussionen

um die beiden neuen Ausbildungsberufe

kreisen jedoch derzeit kontrovers um

deren Schwerpunktsetzungen – im technischen

bzw. im kaufmännischen Bereich. Ob

dies gerechtfertigt und/oder zielführend ist,

das u.a. soll die in diesem Heft begonnene

Berichterstattung klären.

Der neue Ausbildungsberuf

„Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce“ ab

1.8.18 ist nach Angaben aus dem Handelsverband

Deutschland (HDE) geschaffen

worden, weil die Digitalisierung den Einzelhandel

und dort auch die Anforderungen an

das Personal verändern. Entsprechend würden

sich die Tätigkeitsfelder dem stetig

wachsenden E-Commerce anpassen. Die

dafür bisher zur Verfügung stehenden Ausbildungsberufe

seien aber für die neuen

Anforderungen nicht passgenau, denn: Die

etablierten kaufmännischen Ausbildungsberufe

orientierten sich stark an den Prozessen

innerhalb der Wertschöpfungsstufen.

Durch E-Commerce aber würden neue

Tätigkeitsfelder, neue wertschöpfungsstufenüberschreitende

Prozesse und

Geschäftsmodelle mit eigenen Arbeitsweisen

entstehen.

Für eine Neuordnung des Ausbildungsberufs

„Kaufmann/Kauffrau im Groß- und

Außenhandel (voraussichtlich ab 1.8.20)

unter dem Arbeitstitel „Kaufmann/Kauffrau

für Groß- und Außenhandelsmanagement“

argumentiert der Bundesverband Großhandel

Außenhandel Dienstleitungen (BGA)

ebenfalls mit der Entstehung neuer Vertriebskanäle,

die in der Ausbildung berücksichtigt

und als zu gestaltende Prozesse

verstanden werden müssten. Dieses

Management konzentriert sich nach vorherrschender

Branchenmeinung vorwiegend

auf kaufmännische Tätigkeiten und

weniger auf technische Entwicklungen der

Digitalisierung. In diesem Sinne würden

Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement

Beschaffungs- und Logistikprozesse

planen, überwachen und optimieren

sowie den Daten- und Warenfluss über

Wirtschaftsstufen hinweg steuern.

Stahlreport 12|18

37


BDS

Recht

Was die Datenschutzgrundverordnung verändert hat (6)

Zwischenbilanz

Mit der Datenschutzgrundverordnung gelten in der Europäischen Union seit dem 25.5.18 auch für den Umgang

von Unternehmen mit personenbezogenen Daten ihrer Mitarbeiter und Kunden strengere Vorgaben als zuvor. Für

den Stahlhandel und die Berufsbildung haben Bahar Beyaz und Dr. Thorsten Hauröder, Henseler & Partner

Rechtsanwälte mdB, diesen Umstellungsprozess u.a. dadurch begleitet, dass sie in Beiträgen für den Stahlreport

vor allem die branchenspezifischen Veränderungen aufgezeigt haben (vgl. 5/18, S. 40f). Ein halbes Jahr nach

Inkrafttreten der neuen Verordnung ist es für die Juristin und ihren Kollegen nun an der Zeit für eine erste

Zwischenbilanz – und ein (allerdings nur) vorläufiges Ende der Artikelserie.

Fotos, 2: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Bahar Beyaz,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Rechtswalt Dr.

Thorsten Hauröder,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mdB

Zunächst ist der Vollständigkeit

halber und zur Verdeutlichung der

Dimension der Umstellung daran zu

erinnern, dass im Zuge der Reform

außer der Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO) das noch geltende Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) durch

das neue Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG-neu) ersetzt worden ist, welches

die genannte Verordnung ergänzt.

Zudem soll die E-Privacy-Verordnung,

voraussichtlich ab 2020 geltend, an die

DSGVO anknüpfen und deren Regelungsbereich

spezifisch für die Nutzung

elektronischer Kommunikationsdienste

und -vorgänge komplettieren.

Deshalb blickt diese Zwischenbilanz

sowohl auf die Gesetzgebung als

auch auf Gerichtsentscheidungen, in

deren Mittelpunkt zunächst die Problematik

der Abmahnfähigkeit steht.

Abmahnfähigkeit

Bisher ist die gefürchtete Abmahnwelle

ausgeblieben. Denn der Startschuss

hierzu ist aufgrund einer weiterhin

bestehenden Rechtsunsicherheit hinsichtlich

der Abmahnfähigkeit von Verstößen

gegen die DSGVO noch nicht

gefallen. Hintergrund der noch anhaltenden

Diskussion darüber ist die nach

wie vor ungeklärte Frage der Anwendbarkeit

des Gesetzes gegen den unlauteren

Wettbewerb (UWG) neben der

DSGVO. Das entscheidende Problem

hierbei ist, ob die Vorschriften der Art.

77 bis 84 DSGVO abschließend und

somit wettbewerbsrechtliche Ansprü-

che von Mitbewerbern ausgeschlossen

sind, oder ob diese Vorschriften kein

abschließendes Sanktionssystem darstellen

und somit Ansprüche von Mitbewerbern

rechtlich verfolgbar sind.

z Das erste Urteil hierzu ließ erwartungsgemäß

nicht lange auf sich

warten. Das Landgericht Bochum

entschied, dass die DSGVO die

Rechtsfolgen von Verstößen bereits

abschließend regele und weitere

Ansprüche von Mitbewerbern daher

ausgeschlossen seien (LG Bochum,

Urteil vom 07.08.2018 – Az. 12 O

85/18).

z Entgegen dieser Ansicht fiel die Entscheidung

des Landgerichts Würzburg

im September aus: Eine Datenschutzerklärung,

die nicht den

Anforderungen der DSGVO genügt,

stelle einen abmahnbaren Wettbewerbsverstoß

dar (LG Würzburg,

Beschluss vom 13.09.2018 – Az. 11

O 1741/18).

z Die aktuellste Entscheidung hierzu

lieferte das Oberlandesgericht Hamburg,

welches die Abmahnfähigkeit

von Verstößen gegen die DSGVO

durch Mitbewerber unter bestimmten

Voraussetzungen bejahte (OLG Hamburg,

Urteil vom 25.10.2018 – Az. 3

U 66/17). Das OLG Hamburg verlangt

bei der Überprüfung von Verstößen

eine Einzelfallbewertung. Eine

Abmahnfähigkeit durch Mitbewerber

soll dann nicht gegeben sein, sofern

die maßgebliche Vorschrift der

DSGVO dazu diene, die Interessen

Dritter oder andere Gemeinschaftsgüter

zu schützen, ohne dabei gleichzeitig

auch dem Schutz der Interessen

von Marktteilnehmern zu dienen.

Gegen dieses Urteil wurde die Revision

zugelassen, so dass die Entscheidung

zu dieser Grundsatzfrage durch

den Bundesgerichtshof oder auch den

Europäischen Gerichtshof mit höchster

Spannung erwartet wird.

Weitere Gerichtsentscheidungen

Die DSGVO hat aber auch in weiteren

relevanten Gerichtsentscheidungen

ihre Berücksichtigung erfahren. So

beschied der Europäische Gerichtshof

im Juni 2018, dass Fanpage-Betreiber

gemeinsam mit Facebook als für die

Datenverarbeitung Verantwortliche

gemäß Art. 26 DGSVO anzusehen sind.

Damit ist eine entsprechende Vereinbarung

zwischen Unternehmen, die

eine Fanpage betreiben, und Facebook

notwendig (EuGH, Urteil vom

05.06.2018 – Az. C-210/16).

Ein weiteres Urteil zum Umgang

personenbezogener Daten von Facebook

folgte durch den Bundesgerichtshof:

Die Eltern klagten gegen Facebook

auf die Einräumung des Zugriffs auf

das Facebook-Konto ihrer verstorbenen

minderjährigen Tochter. Der BGH entschied,

dass die Erben auf das Facebook-Konto

von Verstorbenen zugreifen

dürfen, denn das digitale Konto in

einem sozialen Netzwerk gehe genauso

auf die Erben über wie Briefe. Die Eltern

seien als Erben in den Nutzungsvertrag

38 Stahlreport 12|18


zwischen der Tochter und Facebook

eingetreten. Außerdem gelte die DSGVO

nur für lebende Personen, so dass die

datenschutzrechtlichen Belange der

verstorbenen Tochter nicht zu beachten

seien (BGH, Urteil vom 12.06.2018 –

Az. III ZR 183/17).

Die Frage, wie lange Arbeitgeber

Aufzeichnungen von Überwachungskameras

aufbewahren dürfen, beschäftigte

das Bundesarbeitsgericht im

August 2018. Die unabhängigen Datenschutzbehörden

des Bundes und der

Länder (Datenschutzkonferenz – DSK)

gaben vor, dass die Daten aus einer

Videoüberwachung grundsätzlich

innerhalb von 48 Stunden gelöscht werden

sollten (Kurzpapier Nr. 15). Demgegenüber

hat nun das Bundearbeitsgericht

entschieden, dass auch eine

monatelange Aufbewahrung und spätere

Auswertung von Aufzeichnungen

aus einer rechtmäßigen offenen Videoüberwachung

verhältnismäßig sein

kann (BAG, Urteil vom 23.08.2018 – 2

AZR 133/18).

In einem Urteil des Landgerichts

Frankfurt a.M. im September 2018

wurde die Bedeutung der Dokumentation

von Einwilligungen in die Verarbeitung

von personenbezogenen Daten

deutlich: Ein Friseursalon musste das

im Internet veröffentlichte Bild einer

Kundin wieder löschen, nachdem diese

die Löschung verlangte und der Friseursalon

die Einwilligung in die Veröffentlichung

nicht beweisen konnte.

Sofern die Verarbeitung von personenbezogenen

Daten auf der Rechtsgrundlage

der Einwilligung beruht, sollte

diese daher zu Beweiszwecken ausreichend

dokumentiert werden. Vor allem

im Bereich der Fotoveröffentlichung

von Kunden oder Mitarbeitern ist dies

dringend zu empfehlen und ggfs. nachzuholen

(LG Frankfurt a. M., Urteil vom

13.09.2018 – Az. 2/3 O 283/18).

terkeitsrecht wirksam und durchgreifend

bekämpft werden soll. Der Gesetzentwurf

sieht zur Eindämmung missbräuchlicher

Abmahnungen höhere

Anforderungen an die Befugnis zur Geltendmachung

von Ansprüchen, die Verringerung

finanzieller Anreize für

Abmahnungen, mehr Transparenz

sowie vereinfachte Möglichkeiten zur

Geltendmachung von Gegenansprüchen

vor.

Wenngleich sich die Große Koalition

im Grunde darüber einig ist,

Abmahnungen eindämmen zu wollen,

herrscht doch Uneinigkeit darüber, ob

die DSGVO explizit in den Gesetzesentwurf

aufgenommen werden soll:

z Bundesjustizministerin Katarina Barley

(SPD) lehnt das bislang ab. Nach

Aussage eines Sprechers beinhalte

der Gesetzentwurf einen umfassenden

Ansatz gegen missbräuchliche

Abmahnungen und gelte für alle

Abmahnungen im Wettbewerbsrecht,

also nicht nur für Abmahnungen

wegen Verstößen gegen die DSGVO.

Demzufolge seien besondere DSGVO-

Regeln nicht nötig.

z In der Union dagegen werden Stimmen

laut, die in eine andere Richtung

deuten. Das CDU-geführte Wirtschaftsministerium

überprüft, ob Sonderregelungen

für die Abmahnung

datenschutzrechtlicher Verstöße in

den Entwurf aufzunehmen sind.

Die Verabschiedung dieses Gesetzes

wird aller Voraussicht nach erst nach

der endgültigen höchstrichterlichen

Entscheidung erfolgen, ob DSGVO-Verstöße

nach dem UWG abmahnfähig

sind oder nicht.

Aktivitäten der Aufsichtsbehörden

Zwar sind bisher keine Bußgeldverhängungen

seitens deutscher Aufsichtsbehörden

bekannt. Die unzureichende

Umsetzung der DSGVO ruft die Aufsichtsbehörden

jedoch trotzdem auf

den Plan.

Eine Umfrage unter mehreren Landes-Datenschutzbeauftragten

ergab,

dass inzwischen zahlreiche Bußgeldverfahren

eingeleitet worden sind. Noch

in diesem Jahr würden Bußgelder „in

erheblichem Umfang anfallen“, sagte

der Chef der Behörde in Baden-Württemberg,

Stefan Brink. Als Beispiele

für DSGVO-Verstöße nannte Brink

Geplante Gesetzesänderungen

Die mit Inkrafttreten der DSGVO entstandene

Rechtsunsicherheit hat

zwangsläufig auch zum Tätigwerden

der nationalen Gesetzgeber der Mitgliedstaaten

geführt.

Das Bundesministerium der Justiz

und für Verbraucherschutz hat bereits

Mitte September einen Gesetzentwurf

vorgelegt, mit dem der Missbrauch der

Abmahnmöglichkeiten nach dem Laurechtswidrige

Videoüberwachungen

sowie Verletzungen des Schutzes personenbezogener

Daten. Ob auch bei

erstmaligen fahrlässigen Verstößen

Bußgelder nach Art. 83 DSGVO drohen,

ist ebenfalls noch nicht einheitlich

geklärt.

Das bisherige Ausbleiben der Verhängung

von Bußgeldern ist mit der

Überlastung der Aufsichtsbehörden

zu erklären. Wie die 16 befragten Landesbehörden

bekanntgaben, gingen

seit Mai insgesamt mehr als 70.000

Anfragen und Beschwerden ein. Mit

rund 4.700 Anfragen und Beschwerden

im Monat liegt Nordrhein-Westfalen

auf Platz eins der Rangliste, gefolgt

von Berlin mit mehr als 2.400 und Bayern

mit 2.380 monatlichen Anfragen

von Bürgern, Vereinen und Unternehmen.

Spätestens nachdem diese erste

Welle der Anfragen und Beschwerden

abgearbeitet und die Behörden das Vorhaben

der personellen Aufstockung

abgeschlossen haben, ist eine erhöhte

Aktivität der Aufsichtsbehörden zu

erwarten.

Fazit und Ausblick

Wenngleich sechs Monate zur Entwicklung

einer gefestigten Rechtsprechung

und Rechtspraxis viel zu kurz sind, ist

die zu beobachtende Datenschutzwelle,

die bisher über Europa geschwappt ist,

nicht unbeachtlich. Trotz einer Übergangszeit

von zwei Jahren hat nämlich

das Inkrafttreten der DSGVO am

25.5.18 für eine Rechtsunsicherheit

und Brisanz gesorgt, wie keine andere

Gesetzesänderung zuvor.

Deshalb stellt die Umsetzung der

DSGVO in der Praxis immer noch viele

Unternehmen, Vereine oder auch

Betroffene vor teilweise erhebliche Probleme,

so dass auch die Gesetzgebung

und Rechtsprechung dringend gehalten

sind, für mehr Klarheit und Anleitung

im Umgang mit der DSGVO zu sorgen.

Vor allem die Grundsatzfragen zur

Abmahnfähigkeit sowie auch zur praktischen

und unternehmensfreundlichen

Umsetzung der vielen Anforderungen

der DSGVO dürfte dabei für viele eine

nützliche Hilfestellung bedeuten.

Ob dem Ziel der DSGVO, für mehr

Datensicherheit zu sorgen, aber tatsächlich

gedient wird, bleibt abzuwarten.

2

Stahlreport 12|18

39


Verbände

und Politik

Berichte

Mensch und Maschine

BME-Symposium in Berlin

Mensch und/oder Maschine – wer beherrscht in Zeiten der künstlichen

Intelligenz die Arbeitswelt von morgen? Beschaffungsbezogen

war dies eines der Querschnittsthemen auf dem 53. Symposium Einkauf

und Logistik Mitte November in Berlin. Die dreitägige Veranstaltung

des BME machte schon in ihrem Titel deutlich, dass die

angesprochene digitale Zukunft schon längst nicht mehr in weiter

Ferne liegt: „Transformation jetzt!“ Klar wurde dabei aber auch,

dass es für die Einkäufer – zu Lasten jedes „oder“ – immer um

Mensch und Maschine geht.

[ Info ]

Das 54. Symposium

Einkauf Logistik ist

für die Zeit vom 13.-

15.11.19 wiederum

in Berlin geplant.

Auch darüber hinaus konnten

sich die knapp 2.000 Teilnehmer, die

der Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik (BME) in der deutschen

Hauptstadt begrüßen durfte, in

zahlreichen Plenen, Solution Foren,

Fachkonferenzen und Workshops über

die wichtigsten Themen in Einkauf

und Supply Chain Management informieren.

Dazu gehörten beispielsweise

neue B2B-Einkaufstechnologien, Top-

Kennzahlen für den Einkauf 2018,

Prognosen zur aktuellen Entwicklung

der Rohstoffmärkte, außen- und wirtschaftspolitische

Gesichtspunkte sowie

generell Innovationsaspekte

Innovationsprozess

An prominenter Stelle im Programm

des Symposiums war die Fragestellung

zu Mensch und/oder Maschine

u.a. durch Vera Schneevoigt vertreten.

Sie ist Senior Vice President bei

Fujitsu, einem der führenden japanischen

Anbieter von informationsund

telekommunikationsbasierten

Geschäftslösungen. Unter anderem

auf der BME-Pressekonferenz am

ersten Kongresstag formulierte sie

ihre Erfahrungen mit der angesprochenen

Entwicklung:

„Ungeachtet der technischen Entwicklung

im Rahmen von Künstlicher

Intelligenz und Automatisierung bleibt

das Ziel des Einkaufs und der Supply

Chain unverändert: Es geht weiterhin

darum, das richtige Material in der

richtigen Menge zur richtigen Zeit am

richtigen Ort zu haben.“

Allerdings müsse sich durch die

Digitalisierung die Arbeitsweise

ändern: Die einzelnen Bereiche der

gesamten Supply Chain einschließlich

des Einkaufs müssten aufgrund von

Innovationen wie Market Intelligence

oder auch Smart Analytics deutlich

stärker interdisziplinär agieren als bisher.

Das Silodenken in der Supply

Chain werde sich auflösen müssen.

Auch gelte es, technologische Brüche

im SCOR-Modell, einer standardisierten

Beschreibung aller Gesichtspunkte der

Lieferkette, aufzubrechen. Nur so

könne ein Unternehmen auch morgen

noch wettbewerbsfähig bleiben.

Die Unterstützung dieses Wandels

fordere den Mitarbeitern im Einkauf

eine höhere Technologiekompetenz

und einen strategischeren Ansatz ab

– denn durch Technologien wie Robot

Process Automation (RPA) oder Künstliche

Intelligenz werde das herkömmliche

Purchasing zunehmend automatisiert

ablaufen.

„Um einen maximalen Nutzen aus

einer solchen Digitalisierung zu ziehen,

reicht es nicht, lediglich zu versuchen,

bestehende Prozesse 1:1 abzubilden.

Im Rahmen der Modernisierung bietet

sich vielmehr die Chance, die relevanten

Abläufe insgesamt auf den Prüfstand

zu stellen und so zu gestalten,

dass sie die Anforderungen der einzelnen

Abteilungen und Menschen im

Unternehmen besser erfüllen.“

Innovationspreis

Die menschliche Komponente dominierte

zudem, als am ersten Tag des

Symposiums der Veranstalter die

Meyer Werft mit dem BME-Innovationspreis

2018 auszeichnete und Vertreter

des Unternehmens immer wieder

betonten, wie intensiv der menschliche

Kontakt zwischen den Inhaberfamilien

und den Lieferanten gepflegt werde.

Die MEYER WERFT baut Kreuzfahrtschiffe

für den internationalen

Markt mit einem Beschaffungsanteil

von mehr als 75 %. Über 15 Mio. Einzelteile

werden pro Schiff verbaut –

800 Lieferanten und Dienstleister müssen

pro Neubau koordiniert werden.

Das niedersächsische Unternehmen

beschäftigt knapp 3.450 Mitarbeiter.

Es erhielt den diesjährigen BME-Innovationspreis

für sein risikoorientiertes

Lieferantenmanagementkonzept.

Anlass für die Konzeption und

Umsetzung eines neuen Lieferantenmanagementkonzeptes

sei die massive

Steigerung der Ausbringungsmenge

der Werftengruppe, die sowohl auf der

Erhöhung der Anzahl jährlicher Schiffsablieferungen

als auch auf den steigenden

Schiffsgrößen beruht. Hinzu

komme die zunehmende Komplexität

der Neubauten, welche eine intensive

Partnerschaft mit den Lieferanten über

alle Realisierungsphasen erfordere.

Das Lieferantenmanagementkonzept

wurde unter Einbindung aller

Schnittstellen der mit den Lieferanten

in Kontakt stehenden Abteilungen

aufgestellt. Erstmals erfolgte dabei

ein komplett risikoorientierter Ansatz,

so dass in allen Zusammenarbeitsphasen

mit dem Lieferantenstamm

risikoabwendende Maßnahmendefinitionen

erfolgen können – sowohl

auf operativer Ebene als auch strategisch

abhängig von den Beschaffungsmärkten.

2

40 Stahlreport 12|18


Branchentreffen in Berlin

Fachkräftemangel begrenzt

Wachstum am Bau

Der ZDB hat mit Reinhard Quast einen neuen Präsidenten gewählt.

Den Veranstaltungsrahmen für diese Entscheidung sowie eine

aktuelle Darstellung der Branche boten Anfang November in Berlin

der Deutsche Baugewerbe- und der Obermeistertag. Die beiden

eintägigen Treffen zeigten, dass der Fachkräftemangel der entscheidende

Begrenzungsfaktor für eine noch bessere Entwicklung

in der Bauwirtschaft ist.

Fotos, 2: ZDB

Mit am deutlichsten formulierte

diese Personalprobleme Ulrich Nußbaum,

der als Staatssekretär den kurzfristig

verhinderten Bundesminister

für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier,

vertreten musste: Für die

Gesamtwirtschaft, weil auch andere

Branchen betroffen sind, bedeute das

ohne eine Lösung maximal 1,5 %

Wachstum des Bruttoinlandsproduktes.

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles

nutzte dieses Thema in ihrer

anschließenden Rede zu einem Dank

für die am Bau von der Branche entwickelten

Aus- und Weiterbildungsaktivitäten.

Die werden indirekt auch durch

ein weiteres Querschnittsthema der

Doppelveranstaltung unterstützt: Building

Information Modeling (kurz: BIM;

deutsch: Bauwerksdatenmodellierung)

beschreibt einen digitalen Ansatz der

optimierten Planung, Ausführung und

Bewirtschaftung von Bauwerken. Der

Einsatz solcher Systeme mindert aber

nur bedingt und vom Qualifikationsniveau

abhängig den Personalbedarf,

Neuer Präsident im ZDB:

Reinhard Quast.

wirkt aber gleichzeitig auch in andere

betroffene Branchen hinein, etwa die

Zulieferer.

Entsprechend griffen sowohl der

Baugewerbetag als auch der Obermeistertag

zahlreiche Aspekte der Querschnittsthemen

Personal und Digitalisierung

konkretisierend auf – im

Kongressprogramm sowie in begleitenden

Präsentationen.

Angesichts dieser Fakten kam das

Motto der Veranstaltungen eher soft

über: „Wir bauen Heimat“. So formulierte

Reinhard Quast in seiner fast

schon philosophischen Antrittsrede als

neuer Präsident des Zentralverbands

des Deutschen Baugewerbes (ZDB),

was die Bauunternehmer antreibe: „Für

die Menschen in diesem Land Bauleistungen

und Bauwerke zu erstellen, mit

denen sie Heimat identifizieren. Eine

wunderbare Aufgabe.“ Sein Vorgänger

in diesem Amt (2006 – 2018), Dr.-Ing.

Hans-Hartwig Loewenstein, wurde zum

Ehrenpräsidenten des mit rund 35.000

Mitgliedern größten und ältesten deutschen

Bauverbandes gewählt. 2

Nun ZDB-Ehrenpräsident:

Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein.

Qualifikation von Berufskraftfahrern

Deutschland setzt neue

EU-Richtlinie um

Unter Federführung des Bundesverkehrsministeriums

ist Deutschland

dabei, in den kommenden Jahren die neue

Berufskraftfahrer-Qualifikations-Richtlinie

der EU (2018/645) in eine nationale

Regelung umzusetzen. Übergeordnete

Ziele dabei ist mehr Nachhaltigkeit, als

Methode rückt erstmals der Fernunterricht

in den Mittelpunkt des Interesses.

Dieses Interesse ist inhaltlich allerdings

begrenzt, denn Leerfahrten sowie Transporte

im „ländlichen Raum“ und Nebentätigkeiten

fallen nicht mehr in den Anwendungsbereich

der Richtlinie. Die eröffnet

aber die neue Option, im Rahmen sowohl

der Grundqualifikation als auch der Weiterbildung

in definiertem Umfang Informations-

und Kommunikationstechnologien

des elektronischen Lernens einzusetzen.

Dazu passt die Zuständigkeit des verantwortlichen

Bundesministeriums für Verkehr

und digitale Infrastruktur, das im

Sinne der Nachhaltigkeit ökonomischen

ebenso wie ökologischen und sozialen Kriterien

verpflichtet ist.

Die bisher bekanntgewordenen Diskussionen

zu diesem Sachverhalt mit inhaltlichen,

rechtlichen und methodischen

Aspekten zeigen einen Fokus auf die

Potenziale auf, die der Fernunterricht bietet.

Das hat besondere Bedeutung, weil

der Mitarbeitermangel im Berufsfeld der

Kraftfahrer besonders eklatant ist.

Stahlreport 12|18

41


Verbände

und Politik

Bericht/Nachrichten

Dreiteiliger Dreiklang

Jahresevent des Forums DistancE-Learning

Es war der bewegendste und damit prägendste Augenblick des zweitägigen FDL-Verbandsevents Mitte November in der

deutschen Hauptstadt: Mehr als 100 Galagäste der Studienpreisverleihung erhoben sich von ihren Plätzen, um im Berliner

Ballhaus Thijs Hendriks, dem Fernstudenten des Jahres 2019, stehend Applaus zu zollen, der querschnittsgelähmt und

beatmet vor ihnen im Rollstuhl lag. Dreiteilig – mit Kongress, Gala und Mitgliederversammlung – stand Fernlernen zwei

Tage lang im Mittelpunkt des dreigegliederten Interesses. Das betrifft auch den BDS, der prominent im FDL vertreten ist.

Dabei wurde einmal mehr

deutlich, dass Distance-Learning die

nachhaltigste Form des Lernens ist,

weil es ökonomische und ökologische

Gesichtspunkte berücksichtigt

und mit sozialen Aspekten verbindet.

Thijs Hendriks und seine Geschichte

(vgl. Kasten S. 43) war da nur ein –

wenn auch sehr beeindruckendes –

Beispiel für diesen didaktischen Dreiklang,

den Dr. Ludger Wolfgart als

BDS-Bereichsleiter Berufsbildung in

seiner Anmoderation zur Preisverleihung

in dieser Kategorie aus Sicht

des Bundesverbands Deutscher

Stahlhandel (BDS) hervorhob. Er ist

gewählter Sprecher der rund 60 im

FDL vertretenen Anbieter von Fernunterricht,

den er am Deutschen

Qualifikationsrahmen orientiert,

nach Möglichkeit zertifiziert aufgestellt

und Compliance-Regeln verpflichtet

sieht.

Das Forum DistancE Learning

(FDL), der fast 50 Jahre alte Fernlehrverband,

zieht im Übrigen zum Januar

2019 mit seiner Geschäftsstelle von

Hamburg nach Berlin und wird diese

Botschaft von der besonderen Bedeutung

des Fernlernens deshalb künftig

von der Hauptstadt aus vertreten können.

Die ist aber schon seit Jahren

Schauplatz des traditionsgemäß dreiteiligen

FDL-Verbandsevents, das in

diesem Jahr auf dem Kongress nach

der „Zukunft der Bildung“ gefragt,

bei der Studienpreisverleihung nach

Vorbildern gesucht und bei der Mitgliederversammlung

um die besten

Organisationsformen gerungen hat.

Kongress

Programmatisch für den gesamten

Kongress mit seinen drei Keynotes,

der Spezialisierung in fünf Workshops

und einer Podiumsdiskussion

war gleich der erste Vortrag von Dr.

Ulrich Schmid vom mmb-Institut. In

drei Schritten ordnete er darin „Weiterbildung

digital – Zwischen Aufbruch

und Ernüchterung“ ein und

eher der positiv besetzten Alternative

zu.

Er stützte sich dabei auf eine

Marktstudie, die zwischen 2015 und

2017 im Auftrag der Bertelsmann-

Stiftung entstanden ist. Demnach

lernt in Deutschland nur knapp die

Hälfte der Bevölkerung online – mit

entsprechendem Entwicklungspotenzial.

Das werde im Übrigen eher von

den Nachfragern als von den Anbietern

und am wenigsten von den Autoren

gefördert und gehoben.

Dabei gehe der Trend deutlich in

Richtung des durch Künstliche Intelligenz

gestützten Lernens. Das entsprechende

Marktvolumen in

Deutschland konkretisierte er auf

Basis der Studie bei deutlich jenseits

von 2 Mrd. € pro Jahr. Entscheidende

Akteure auf diesem Feld seien zunehmend

disruptiv – also jenseits der

eingefahrenen Wege bzw. Geschäftsmodelle

– unterwegs.

Vor diesen Hintergründen forderte

der Referent alle potenziellen

Akteure zu mehr Engagement auf –

zu mehr Marktbeobachtung, zu mehr

Kritik gegenüber bisherigen Positionen

sowie zu mehr Konsequenzen

und viel mehr Mut auf.

Studienpreise

Diesen Mut hatten die Nominierten

und Ausgezeichneten in den in neun

Kategorien verliehenen Studienpreise

längst unter Beweis gestellt. Geehrt

wurden bei einer festlichen Gala im

Berliner Ballhaus auch in diesem Jahr

akademische und berufliche Akteure,

Anbieter ebenso wie Nachfrager.

Zwar war Thijs Hendriks (s.o.,

s.u.) in diesem Zusammenhang sicher

der prominenteste Preisträger. Seine

Kolleginnen und Kollegen machten

jedoch ebenso deutlich, dass beim

Fernlernen die soziale Komponente

dieser Bildungsmöglichkeit besonders

ausgeprägt ist. Dabei geht es

stets um Inklusion im weitesten

Sinne – bei der Vereinbarung von

Bildung und Beruf, bei der gleichzeitigen

Realisierung von Familie und

Freizeit, vor allem aber bei der Wahr-

42 Stahlreport 12|18


Ausgezeichnet

Thijs Hendriks ist Fernstudent des Jahres

Was als normale Bildungskarriere begann und dramatisch unterbrochen

wurde, kommt jetzt zu einem offenbar guten Ende. Dieses außergewöhnliche

Schicksal und die Lebensleistung dazu waren der Jury die Auszeichnung

zum Fernstudenten des Jahres wert. Thijs Hendriks ist der Preisträger.

Der Duisburger, Jahrgang 1979, hatte sein Studium in den Fächern Sport

und Sozialwissenschaften an der Universität Münster gerade erst begonnen,

als er auf einem Festival unglücklich stürzte, sich das Genick brach

und seitdem nicht nur querschnittsgelähmt ist sondern auch künstlich

beatmet werden muss.

Nach diesem Sturz ins Bodenlose folgten – oftmals depressive – Phasen

der Neuorientierung. Weil er mit seiner eigenen Pflegesituation unzufrieden

war, gründete Thijs Hendriks nicht nur einen Verein in gleicher Weise

Betroffener, sondern beschloss auch, einen eigenen Pflegedienst zu gründen.

Die dafür notwendige Qualifikation erwarb er mit viel Aufwand und

Durchsetzungsfähigkeit im Fernstudium bei der APOLLON Hochschule für

Gesundheitswirtschaft in Bremen. Seit diesem Jahr ist er Bachelor of Arts

im Fach Gesundheitsökonomie – und hat seine Zukunft ganz offenbar vor

sich.

Kongress in Köln

Produktionsverbindungshandel

Der ZHH hat das vorläufige Programm für

den 5. PVH-Kongress am 8./9.3.19 in Köln veröffentlicht,

der sich mit der Zukunft des Produktionsverbindungshandels

(PVH) auseinandersetzt.

Das Motto „Online + mobil und trotzdem stationär

+ regional?“ soll das Spannungsverhältnis der

Herausforderung des Fachhandels anhand von

unterschiedlichen Schwerpunkten darstellen.

Aufbauend auf den vorherigen Marktuntersuchungen

werden den Teilnehmern dafür zunächst die

Ergebnisse aus der neuen Marktuntersuchung präsentiert.

Diese bieten neben der Fortschreibung

der Entwicklungstendenzen der letzten Jahre weitergehende

Erkenntnisse zu den digitalen Services

sowie auch zu den Vertriebswegen und den Informationsquellen

innerhalb der Branche – also den

Punkten der Customer Journey. Daneben werden

die weiteren Vorträge aus unterschiedlichen Blickwinkeln

das Motto und die sich ergebenden

Herausforderungen aufgreifen.

Ausrichter des 5. PVH-Kongresses ist der in Düsseldorf

ansässige Zentralverband Hartwarenhandel

(ZHH) – mit Unterstützung des Fachverbands

des Maschinen- und Werkzeug-Großhandels

(FDM), dem Fachverband der Werkzeugindustrie

(FWI) und des Fachverbands Elektrowerkzeuge im

Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie

(ZVEI).

Thijs Hendriks im Kreis der anderen Preisträger. Sie alle verbindet die sozialen

Potenziale von Fernunterricht und -studium. (Foto: FDL)

nehmung von Durchlässigkeiten zwischen

Systemen.

Mitgliederversammlung

Die Förderung des Fernlernens, die

sich das Forum DistancE-Learning auf

die Fahnen geschrieben hat, bedarf

besonderer Organisationsformen –

zumal dann, wenn sie, wie in diesem

Fall, weitgehend ehrenamtlich funktionieren

soll. Das machte einmal

mehr die FDL-Mitgliederversammlung

deutlich, die auch in diesem Jahr der

letzte Teil des Verbandsevents darstellte.

Im Mittelpunkt standen Satzungsanpassungen,

das verbandseigene Bildungsprogramm

sowie die Wahlen

zum Präsidium. Präsident bleibt auch

für die nächsten drei Jahre Mirko Fretter,

als Vizepräsidenten stehen weiterhin

Jens Greefe sowie Dr. Markus

Lermen und Andreas Vollmer zur Verfügung.

Als neues Mitglied im Präsidium

wurde Prof. Dr. Ronny Fürst

gewählt. Damit sind in diesem Gremium

auch weiterhin Fernunterrichtsund

Fernstudienanbieter vertreten.

Sie gestalten die Verbandsarbeit

in Kooperation mit dem Vorstand, in

dem zudem der Pädagogische Arbeitskreis

des FDL sowie die Gruppe der

Fernunterrichts- und Fernstudienanbieter

vertreten sind. 2

Treffen in Berlin

Politik im Dialog

mit der Bauwirtschaft

Fachkräftesicherung und Wohnungsbau

waren die zentralen Themen bei einem Besuch

von Staatssekretär Christian Hirte, dem Mittelstandsbeauftragten

der Bundesregierung, bei

der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses

Wirtschafts- und Rechtspolitik des Zentralverbands

des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und

des Mittelstandsausschusses des Hauptverbands

der Deutschen Bauindustrie (HDB) in

diesem Herbst. Michael Philipp, Vorsitzender

des Mittelstandsausschusses des HDB,

begrüßte bei dieser Gelegenheit die Pläne der

Bundesregierung zu dem angedachten Fachkräfteeinwanderungsgesetz.

Mit Blick auf die

Diskussion um Kapazitäten in der Bauwirtschaft

wurde seitens der Unternehmer betont,

dass die Bauunternehmen in der Lage seien,

die Nachfrage im Wohnungsbau zu bedienen.

Notwendig sei aber mehr Effizienz bei der Planung

und Vergabe von Projekten.

Stahlreport 12|18

43


Verbände

und Politik

Berichte/Nachricht

Inhalt und Methode

Studie zur Bedeutung von

Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt

Der Verband der Technischen Überwachungsvereine und Bitkom als Branchenverband für die

Informationswirtschaft haben Mitte November in Berlin die Ergebnisse der Studie „Weiterbildung

für die digitale Arbeitswelt“ vorgestellt und damit erheblichen Handlungsbedarf insbesondere

für die Unternehmen sowie die Politik aufgezeigt, der in der Gründung von Kompetenzzentren enden

könnte. Dabei geht es um Digitalisierung als Inhalt und Methode der Weiterbildung.

Quellen, 2: VdTÜV/bitkom

Der Studie liegt eine repräsentative Befragung von

rund 500 Unternehmen zugrunde. Initiatoren waren mit

dem VdTÜV einer der größten Weiterbildungsanbieter

und mit dem Bundesverband Informationswirtschaft,

Haben die Bedeutung digitaler Kompetenzen erkannt: die Teilnehmer der Umfrage zur

Bedeutung der Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt.

Haben aus der Bedeutung digitaler Kompetenzen noch keine Konsequenzen gezogen:

die Teilnehmer der Umfrage zur Bedeutung der Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt.

Telekommunikation und Neue Medien e.V. (bitkom) ein

Interessenvertreter des E-Learnings. Dieser Lernform

gegenüber zeigten sich 38 % der Befragten „sehr aufgeschlossen“,

41 % „eher aufgeschlossen“ und nur 16 %

eher ablehnend. Derzeit aber nutzt nur etwa jedes dritte

Unternehmen (32 %) digitale Lernangebote.

Einen Erklärungsansatz dafür bieten die Befragungsergebnisse,

nach denen generell zu wenig Zeit (durchschnittlich

2,3 Weiterbildungstage Mitarbeiter/Jahr) und

zu wenig Geld für Weiterbildungsmaßnahmen (709 €)

zur Verfügung stehen. Gleichzeitig fehle die „Orientierung

im Weiterbildungsdschungel“: 27 % der Befragten können

die Qualität der Angebote nicht beurteilen, 24 % sind die

Weiterbildungsangebote zu teuer und 23 % fehlt ein Überblick

zu den vorhandenen Angeboten.

Forderung nach finanziellen Begünstigungen

Ungeachtet dieser Defizite fordert eine Mehrheit finanzielle

Begünstigungen für Weiterbildungsmaßnahmen – etwa

im steuerlichen Bereich: So erwarten 81 % steuerliche

Vergünstigungen für entsendende Unternehmen und 73

% entsprechende Vorteile für die Teilnehmenden. Außerdem

sind 59 % der Meinung, analog zum Bausparen sollte

ein einfaches und unbürokratisches Modell für Bildungssparen

steuerlich gefördert werden.

Vor diesen Hintergründen plädieren VdTÜV und Bitkom

u.a. dafür, in jedem Bundesland Kompetenzzentren

rund um das Thema Arbeit 4.0 einzurichten. „Die Bildungszentren

könnten als neutrale Anlaufstelle für interessierte

Unternehmen und Arbeitnehmer dienen. Hier

können zudem neue Bildungskonzepte entwickelt und

in der Praxis erprobt werden“, sagte Bitkom-Präsident

Achim Berg bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse.

2

44 Stahlreport 12|18


Handel und Politik

Einzelhändler

tagten in Berlin

Der ausrichtende Handelsverband Deutschland hatte es in der für

ihn typischen Farbe sozusagen rot im Programm der zweitägigen

Veranstaltung Mitte November in Berlin markiert – überall dort,

wo „Handel & Politik im Dialog“ sein sollten. Dabei bewiesen

die Planer ein beachtliches Gefühl für das richtige Timing, um

die Botschaften rund um die auch diese Branche beherrschende

Digitalisierung an den Mann bzw. die Frau bringen zu können.

So machte auf dem Weg zur

ebenfalls zweitägigen Digitalisierungsklausur

der Bundesregierung

in Potsdam Peter Altmaier, Bundesminister

für Wirtschaft und Energie,

noch schnell Station im Tagungshotel,

um die wichtigsten Botschaften

des Einzelhandels mitzunehmen.

Und kurz nach Ende der Regierungsberatungen

hatten die Programmplaner

den Bundesminister für Arbeit

und Soziales, Hubertus Heil, eingeladen

– sozusagen, um sich aus Potsdam

Bericht erstatten zu lassen.

Es war Josef Sanktjohanser, der

dem Bundeswirtschaftsminister als

Präsident im Handelsverband

Deutschland (HDE) die kurz vorher

auf 2,3 % erhöhte Konjunkturprognose

und damit die Bedeutung der

Branche für die Reise nach Potsdam

einpackte – und die Botschaft von

großen technischen Umwälzungen,

vor die sich die Einzelhändler angesichts

der Online-Verkaufsentwicklungen

gestellt sehen. Vor diesen

Hintergründen packte der Verbandschef

fünf Forderungen gleich noch

mit ein:

z Der Einzelhandel brauche für die

Zukunftsgestaltung seine unternehmerischen

Freiräume.

z Ein einheitlicher Rechtsrahmen

müsse für fairen Wettbewerb sorgen.

z Die Kaufkraft der Kunden müsse

durch eine entsprechende Steuerpolitik

gestärkt werden.

z Citylagen dürften durch Umweltpolitik

in Sachen CO 2

nicht zusätzlich

belastet werden.

z Und schließlich gelte es, eine leistungsfähige

(auch digitale) Infrastruktur

auszurollen.

Die Hausaufgaben für den sich

zunehmend digitalisierenden Einzelhandel

formulierte zu Beginn des

zweiten Kongresstages Prof. Dr. Werner

Reinartz. Der Direktor des Instituts

für Handelsforschung an der

Universität zu Köln zitierte dazu aus

einer aktuellen Studie, die fünf neue

Quellen der Mehrwertschaffung

durch den Handel identifiziert hat:

die Automatisierung aller dafür

geeigneten Vorgänge, die Individualisierung

von Handelsleistungen, die

Kommunikation dazu auf allen nur

denkbaren Kanälen, die Einbettung

von Produkten und Services in die

Lebenswirklichkeit der Kunden

sowie mehr Transparenz und Kontrolle.

Diesen Forderungen kann die

Branche nur mit entsprechend

geschultem Personal begegnen. So

wurde die Bildung zu einem weiteren

wichtigen Thema im Dialog von Handel

und Politik. Für diesen Block

hatte sich der HDE die FDP-Generalsekretärin

Nicola Beer eingeladen.

Sie lobte in ihrem Beitrag den vom

Einzelhandelsverband nachdrücklich

geforderten und geförderten

neuen Ausbildungsberuf für angehende

Kaufleute im E-Commerce. In

diesem Bereich kann seit August

dieses Jahres ausgebildet werden.

Die neue Ausbildung war auf dem

Deutschen Handelskongress des vergangenen

Jahres prominent vorgestellt

worden. 2

[ Info ]

Im kommenden Jahr veranstaltet der

HDE seine traditionelle Kongressmesse

am 20./21.11. – wieder in Berlin.

Zusätzliche Belastung

BGA kritisiert neue Mautsätze

Durch die Anhebung der Lkw-Maut

zum 1.1.19 werden Unternehmen künftig

mit über 7 Milliarden Euro belastet.

Besonders schmerzlich seien in diesem

Zusammenhang die fehlende Verteilungsgerechtigkeit

und die Anlastung von sachfremden,

externen Kosten, hat der BGA

kritisiert.

Nach Angaben aus dem Bundesverband

Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen

(BGA) steigen für schadstoffarme,

schwere Euro-VI-Lkw die Kosten pro Kilometer

allein durch die höheren Mautsätze

um rund 40 % – und das Ziel einer möglichst

schnellen Schadstoffreduktion

werde konterkariert. Bereits heute leiste

der Straßengüterverkehr einen maßgeblichen

Beitrag zu den Infrastrukturkosten.

Auch aus Verbrauchersicht sei die erhebliche

Ausweitung der Maut nicht sachgerecht,

denn: Angesichts des bereits heute

hohen Kostendrucks ist der Handel

gezwungen, zumindest einen Teil der

zusätzlichen Kosten an die Kunden weiterzugeben.

Die Lkw-Maut wirke somit wie

eine versteckte Steuer für die Endkunden.

Schließlich meint man beim BGA: Zwar ist

die Befreiung der Maut bei umweltfreundlichen

Gasantrieben richtig, allerdings sei

die Ausnahme von Erdgasantrieben zu

kurz gedacht. „Auch die Lkw, die mit dem

umweltfreundlichen Autogas (LPG) betrieben

werden, müssen von der Maut befreit

werden.“ Dies erklärte Carsten Taucke,

Vorsitzender des BGA-Verkehrsausschusses.

Stahlreport 12|18

45


Digitalisierung

Bericht

Quelle: r.westerhoff@wp-consulting.de

Rainer Westerhoff

(CMC/BDU),

Geschäftsführender

Gesellschafter der

Westerhoff & Partner

Consulting GmbH.

Wichtige Werkzeuge für Online-Shops des lagerhaltenden Stahlhandels

Vorbereitendes Pricing

im Rahmen der Digitalisierung

Die Digitalisierung nimmt auch im lagerhaltenden Stahlhandel an Fahrt auf. Von dieser Bewegung

werden inzwischen auch so sensible Bereiche wie das Pricing erfasst. Vor diesem Hintergrund kommt

dem nachfolgenden Beitrag von Rainer Westerhoff eine besondere Bedeutung zu. Der macht nämlich

klar, dass über eine differenzierte und kostengerechte Preisfindung nicht nur die Datenbasis für

erfolgreiche Digitalisierung geschaffen, sondern darüber auch eine Basis für eine ertragsorientierte

Vertriebsarbeit gelegt wird, die sich schließlich in den Online-Shops der lagerhaltenden Stahlhändler

zunehmend widerspiegelt.

Big Data als Grundlage der

Digitalisierung sollte zunächst einmal

die Möglichkeiten schaffen, alle

für die Preisbildung wichtigen Informationen

verfügbar zu haben. Ist

das erfolgt und im System abgebildet,

kommt den entsprechenden

Angaben eine spezielle Verbindlichkeit

zu. Umso wichtiger werden in

diesen Zusammenhängen entwi-

Entscheidende Einflussfaktoren

Um die Frage beantworten zu können,

was der richtige Preis für die

zukünftig Online angebotene Stahlhandelsleistung

ist, müssen zunächst

die preisbestimmenden Ein-

q

ckelte Tools wie der PROFITguide

aus dem Hause Westerhoff & Partner

Consulting GmbH, Mülheim.

Aktuell wird dieses Instrument

in mehreren Projekten angewendet,

die in enger Zusammenarbeit u. a.

mit der ESH EURO STAHL-Handel

GmbH organisiert und umgesetzt werden.

Als dem Pricing vorgeschaltetes

Hilfsmittel steht der Profitguide nach-

folgend im Mittelpunkt der Darstellung

und hat auch die realen Zahlen

des verwendeten Beispiels geliefert.

46 Stahlreport 12|18


Analyseergebnisse

Ein neutrales Zahlenbeispiel aus dem Stahlhandel

Bei einem lagerhaltenden Werkstoffhändler wurden für

das Jahr 2017 1.120 kaufende Franko-Kunden unter

Aufwand-Nutzen-Gesichtspunkten nach Warengruppen

über den Profitguide analysiert. Berücksichtigt wurden

dabei sämtliche auf den Kunden zu schlüsselnden

Aufwendungen und Kosten (Handling, Anarbeitung,

Fracht, Skonto etc.). Das Jahresergebnis (EBIT) belief

sich für das Unternehmen auf 2,38 Mio. €.

Neben der Erkenntnis, dass mit 73 identifizierten Key Accounts

allein ein Ertrag von 3,095 Mio. €(!) erwirtschaftet wurde, war die

Analyse des defizitären Bereiches immer wieder verblüffend.

So wurde mit ca. 40 % der kaufenden Kunden ein Verlust von

2,326 Mio. € erwirtschaftet. Die 30 verluststärksten Kunden wiesen

dabei alleine schon ein Defizit von 1,061 Mio. € auf – durchweg

Kunden mit ausgewiesen hohen Absatz-, Umsatz- und Bruttonutzen-Werten,

allerdings mit einer extrem hohen Anzahl an

(angearbeiteten) Positionen und einer Vielzahl an Anlieferungen,

die nicht kostendeckend kalkuliert wurden. Das zeigt immer wieder

den eigentlichen Handlungsbedarf auf – zumal der Verlustbeitrag

der 97 (defizitären) Kleinkunden im vorliegenden Fallbeispiel

lediglich ein Minus von 46.100 € ausmachte.

Sei nun der defizitäre Großkunde aus welchem Grund auch immer

für das Unternehmen strategisch bedeutsam (z.B. über die Abnahmemenge,

Fixkostendeckung), so bedürfe es in diesen Zusammenhängen

einer sorgfältigen Analyse der Ergebnisherkunft nach

Warengruppen und Leistungsbereichen. Die Hebel zur zukünftigen

Ergebnisverbesserung seien kundenindividuell zu entwickeln und

ggf. stufenweise anzusetzen. Pauschale Regelungen, wie Mindestpreise

oder -abnahmemengen, wie sie in der Handhabung dauerhaft

unwirtschaftlicher Kleinkunden Anwendung finden sollten,

würden in diesen Fällen nicht weiterhelfen und seien eher kontraproduktiv.

Erfahrungsgemäß könnten bei strukturiertem und konsequentem

Angang dieses Arbeitsfeldes bereits kurzfristig

enorme Ergebnishübe über konkret definierte aus dem Profitguide

abgeleitete Aktionspläne realisiert werden.

Vordergründige Kundeninformationen wie Absatz, Umsatz, Bruttonutzen

oder die Anzahl der Aufträge, Positionen und Anlieferungen

lieferten somit die Rahmenbedingungen, vor deren Hintergrund

Antworten auf die Fragen erfolgen müssten, welcher

Aufwand täglich für die Abwicklung dieser Positionen betrieben

werden muss und ob bzw. welche Erträge dadurch entstehen. Es

geht also vielmehr um die Schaffung von Transparenz hinsichtlich

der kundenindividuellen Handlings-, Verpackungs-, Fracht- und

Bearbeitungskosten sowie um gezogene Skonti und gewährte

Boni.

Auch künftig dürfte dabei das Tagesgeschäft des lagerhaltenden

Stahlhandels von Kleinlosen geprägt sein, die nicht kostendeckend

sind. Die Grafik aus der Analyse einer Warengruppe eines

Stahl- und Metallhändlers soll dies beispielhaft verdeutlichen.

Mit diesem Beispiel, das möglichst viele der genannten Aufwendungen

berücksichtigt, würden erste Erkenntnisse zur Gesamtwirtschaftlichkeit

der getätigten Geschäfte klar.

Dort, wo diese Betrachtungsweise auf Einzelkunden übertragen

werden konnte, hätten nach Einschätzung von Rainer Westerhoff

wertvolle Ableitungen für die zukünftige Handhabung dieser Kunden

bzw. Kundengruppen getätigt werden können – differenziert

nach Warengruppen. Betrachte man die Kurve der kostendeckenden

Positionen sei zudem offenbar ersichtlich, dass nicht nur eine

Preiserhöhung in die Rentabilität einer Position führt, sondern

auch die Zunahme der Losgrößen bei gleichen oder gar niedrigeren

Preisen über Fixkostendegressionseffekte das gewünschte

Ergebnis bringen kann.

Analyse einer Warengruppe eines lagerhaltenden Stahl- und Metallhändlers.

Die angesprochenen Erkenntnisse stellten eine Herausforderung

an die Vertriebsmitarbeiter und deren Führungskräfte dar. Hemmnisse,

die in diesem Zusammenhang immer wieder auftreten, sind

nach Einschätzung von Rainer Westerhoff die

z fehlende Transparenz hinsichtlich der Potenziale der Kunden,

z mangelnde Übersicht zu den mit einer Position anfallenden

Kosten,

z nicht ausreichende Argumentationskompetenz und -sicherheit,

z das Phänomen Mengen- statt Ertragsdenken oder auch

z eine mangelnde abteilungsübergreifende Kooperation.

Unabhängig vom zukünftigen Online-Profil eines lagerhaltenden

Werkstoffhändlers werde der einzelne Vertriebsmitarbeiter auch

zukünftig immer wieder in unmittelbarer Kundenverantwortung

stehen. Verantwortung heiße hierbei, dass der Mitarbeiter gehalten

ist, in ertrags- und bedarfsorientierter Form den anvertrauten

Bestand an Kunden ganzheitlich zu optimieren, indem er seine

verfügbaren Ressourcen und Kapazitäten wie ein Unternehmer

auf diejenigen Bestandskunden konzentriere, die ihm und der

Unternehmung jetzt und zukünftig einen nachweislich hohen

Erfolgsbeitrag liefern. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich zwangsläufig

die Frage, in welchem Ausmaß es dem lagerhaltenden

Werkstoffhandel gelingt, genau dieser Problematik über ein selektives

Online-Pricing zu begegnen – sich darüber freie Kapazitäten

zu schaffen für diejenigen Aufgaben, die das persönliche Engagement

an ausgesuchten Zielkunden erfordern.

Um diese Anforderungen an einen professionellen Online-Auftritt

nachhaltig erfolgreich zu erfüllen, seien Kostentransparenz und

eine belastbare Kundensegmentierung unter Berücksichtigung

von Aufwand- und Nutzenaspekten eine unabdingbare Voraussetzung.

Auf der Grundlage einer praxisgerechten Kundensegmentierung,

die sich sowohl am bisherigen Erfolg als auch am freien

Geschäftspotenzial für die Zukunft orientiere, werde das Unternehmen

in der Lage sein, rasch und unkompliziert sowohl erfolgsnotwendige

als auch marktgerechte Artikelpreise – differenziert

nach

z dem hinterlegten Kundenstatus,

z der angefragten Losgröße,

z alternativen Losgrößen und

z der gewünschten Dienstleistung

zu benennen sowie durchzusetzen – und dies unter Berücksichtigung

des nachhaltigen Stellenwertes eines Kunden für den lagerhaltenden

Werkstoffhändler.

Quelle: PROFITguide/Westerhoff & Partner

Stahlreport 12|18

47


Digitalisierung

Bericht

q flussfaktoren definiert werden. Dazu

wird der Marktpreis immer wieder

als zentrale Größe genannt, was aber

neue Fragen aufwirft:

z Was ist ein Marktpreis und wer

legt ihn fest?

z Handelt es sich beim Marktpreis

um eine objektive, berechenbare

Größe?

z Oder ist der Marktpreis nicht vielmehr

dem individuellen Empfinden

eines Betrachters und seiner

ganz eigenen Bedürfnissituation

geschuldet – angesichts von Wettbewerb

und Marktlage?

Vor diesen Hintergründen werde

ein und derselbe Artikelpreis unterschiedlicher

Anbieter immer wieder

als Ziel der Ausgestaltung von

Online-Preistableaus diskutiert.

Dabei gelte es aber, das individuelle

Leistungsvermögen eines Anbieters

ebenso zu berücksichtigen wie dessen

Kostenstruktur. Schließlich

dürfe ein über Jahre gewachsenes

Preisniveau bei bestimmten Kunden

nicht einer wie auch immer begründeten

Pauschalisierung zum Opfer

fallen. Das zeige sich in der Beratungspraxis

bei Westerhoff & Partner

immer wieder.

Eine wesentliche Voraussetzung

zur Bewältigung dieser Herausforderungen

sei ein differenzierter

Online-Auftritt, den es nach

z Zielgruppen,

z den angebotenen Leistungen und

z den daraus resultierenden Kosten

im Vorfeld eines belastbaren Pricings

zu definieren gelte.

Kundensegmentierung und

Kostendifferenzierung

Die in diesem Zusammenhang angesprochene

über die Analyseplattform

Profitguide durchzuführende

Kundensegmentierung biete dabei

eine wertvolle Hilfestellung.

So würden Themen wie die

z Ermittlung der TOP-Kunden – dies

zur wertschöpfungsgerechten und

mehrwertorientierten Vertiefung

der Kundenbeziehung,

z Identifizierung und Bearbeitung

rentabler Ziel- und Ausbaukunden,

z Identifizierung und Handhabung

defizitärer Großkunden,

z Identifizierung und Handhabung

unwirtschaftlicher Losgrößen

sowie defizitärer Kleinkunden und

die

z Identifizierung und Handhabung

sog. EXIT-Kunden

in praxisgerechter, d.h. für den

Online-Anbieter gut nachvollziehbarer

Form aufgegriffen und bearbeitet.

Die Identifizierung und

Aktualisierung der oben erwähnten

Arbeitsfelder erfolgen dabei kontinuierlich.

Aufwand und Nutzen

Als Resultat einer belastbaren nach

Aufwand-Nutzen-Gesichtspunkten

aufgebauten Systematik liefere das

Instrument wertvolle Entscheidungshilfe.

Gleichzeitig mit deren Identifizierung

thematisiere das Tool für

den Anbieter den notwendigen

Umgang mit den entsprechenden

Kunden. Dies geschehe zunächst

auf der Basis eines ermittelten

Deckungsbeitrags (DB II). Es geht

dabei um einen Bruttonutzenüberschuss

nach Berücksichtigung sämtlicher

direkten Kosten.

Nach Einschätzung von Rainer

Westerhoff stellt eine solche Kundensegmentierung

eine wertvolle

Entscheidungshilfe in der strukturierten

Vertriebsarbeit und für den

zukünftigen Online-Auftritt dar.

Auf der Grundlage einer im Vorfeld

durchgeführten Segmentierung

bestehe nun für den Händler die

Möglichkeit, einer identifizierten

Zielgruppe einen autorisierten

Zugang zu seinem Online-Portal zu

gewähren. Dort findet der Kunde

die für ihn spezifizierten Leistungen

zu Konditionen wieder, die auch

dem Anbieter wirtschaftliches Agieren

ermöglicht.

Dazu gehöre im Übrigen auch,

dass Vertriebsmitarbeiter und deren

Führungskräfte in die Lage versetzt

werden, ihre Arbeitszeit auf der

Basis dieser Erkenntnisse effizienter

zu nutzen, ihre Produktivität signifikant

zu steigern, indem sie

z zielführende Prioritäten in der

Kundenbearbeitung sicher identifizieren,

z über mehr Professionalität und

Sicherheit in der Argumentation

gegenüber dem Kunden verfügen

sowie

z Ursachen für Erfolge bzw. Misserfolge

am Kunden erkennen und

über eine

z verbindliche Grundlage für die Planung,

die Steuerung und das Controlling

ihrer Vertriebsaktivitäten

verfügen können.

Spätestens mit diesen Erkenntnissen

werden entsprechende Werkzeuge

im Rahmen der Digitalisierung

zum Gegenstand auch der

Berufsbildung, sofern diese für die

Bewältigung des Online-Pricings

auch die Erkenntnisse des Zusammenhangs

zwischen DB II und dem

realisierten Ertrag berücksichtigt.

DB II und EBIT

Ein nicht unerhebliches Ertragsrisiko

stelle in diesem Zusammenhang

die häufig anzutreffende Vorgehensweise

bei der Durchführung

einer ABC-Kundenanalyse dar. Dort,

wo sich die zentralen Segmentierungsmerkmale

immer wieder ausschließlich

auf die mit einem Kunden

realisierte Menge, den Umsatz,

den Bruttonutzen und das (soweit

hinterlegte) Potenzial beschränkten,

führten solche Vorgehensweisen

nicht selten zu gravierenden Fehleinschätzungen

– z. B. zu volumenstarken

A-Kunden mit erheblichen

Verlusten. Würden diese Kunden

über ein Online-Portal begünstigt,

wären die Konsequenzen fatal.

Deshalb müssten in diesem

Zusammenhang neben dem Absatz,

dem Bruttonutzen auch der realisierte

Ertrag, das operative Ergebnis

mit dem Kunden als wesentliche

Analysekriterien in gewichteter

Form in der Kundenanalyse unbedingt

Berücksichtigung finden. Deshalb

würden sowohl der mit einem

Kunden realisierte DB II auch der

EBIT integrativer Bestandteil einer

Kundenanalyse sein müssen. 2

48 Stahlreport 12|18


VDE-Studie: Roboterrechte und die Auswirkungen von KI auf unsere Gesellschaft

Wie KI die Arbeitswelt verändern wird

KI, intelligente Systeme und autonome Roboter werden in naher Zukunft in Wirtschaft und

Gesellschaft aller Voraussicht nach zum Alltag gehören. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die der

Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) im Rahmen seiner aktuellen

Studie „E-Ing 2025: Technologien, Arbeitsmarkt, Ingenieurberuf“ durchgeführt hat. Für die Studie hat

der Verband 77 Experten, Manager, Forschungschefs und Hochschulprofessoren befragt.

Die Studienteilnehmer gehen

davon aus, dass bis 2025 vor allem

„Wearables“, „Spracherkennung

und -steuerung“, „Virtual Reality“

sowie „Augmented Reality“ eine

große Rolle in der Arbeitswelt und

im Alltag spielen werden. Autonome,

mobile Roboter sehen 49 %

bis 2030, humanoide Roboter dagegen

65 % der Befragten erst nach

2030 in der Praxis.

„So weit entfernt sind wir von

autonomen Robotern, die sich mit

Hilfe von KI „weiter entwickeln“,

tatsächlich nicht mehr, und diese

Entwicklung ist auch nicht mehr

aufzuhalten. Die Frage ist, wie man

heute KI-Anwendungen menschendienlich

gestaltet und wie wir uns

heute auf das Ungewohnte vorbereiten

können“, erläuterte Ansgar

Hinz, CEO des VDE.

Ein weiteres Ergebnis der Studie:

Vor allem auf dem Arbeitsmarkt

werde die sogenannte Künstliche

Intelligenz (KI) große Umwälzungen

mit sich bringen. Acht von zehn der

Befragten gehen davon aus, dass

viele Berufsbilder und Jobs sich

stark verändern oder sogar ganz

wegfallen werden (siehe Grafiken).

Ethik: Ingenieure in der Pflicht

Die Befragten – alle mit einem Ingenieurs-

bzw. IT-Ausbildungsgang im

Hintergrund – sind sich zudem der

Verantwortung bewusst, die sie als

Treiber von Innovationen, darunter

auch KI, trügen. Für die große Mehrheit

(80 %) ist klar, dass KI neue ethische

und rechtliche Fragen aufwirft. 70 %

sehen sich dadurch in der Pflicht, sich

künftig verstärkt ethischen Fragen

stellen zu müssen. Einigkeit herrscht

über die große technische und wirt-

Welche Jobs sind gefährdet?

schaftliche Bedeutung von KI sowie

darüber, dass die Entwicklungen auf

diesem Gebiet schon in vollem Gange

und als Realität zu betrachten sind.2

Produktion und Montage 44 %

Data Science Analyse 36 %

Verwaltungsfunktionen 32 %

Einkauf & Logistik 23 %

Wann kommen humanoide Roboter zum Einsatz?

Nach 2030:

65 % der Befragten

Wann kommen mobile Roboter zum Einsatz?

Bis 2030 :

49% der Befragten

Grafiken auf Basis der VDE Studie „E-Ing 2025: Technologien, Arbeitsmarkt,

Ingenieurberuf“ erstellt.

Stahlreport 12|18

49


Digitalisierung

XXXXX Bericht A XXXXX

VDW startet umati als Marke für Standardschnittstelle

Konnektivitätsinitiative

mündet in erste Anwendungen

Auf der AMB Stuttgart stellte Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender

des VDW, die neue Marke umati vor. Sie soll der Brancheninitiative

Konnektivität für Industrie 4.0 noch mehr Sichtbarkeit verschaffen.

Zudem präsentiert die Initiative erste Anwendungen für die künftige

Standardschnittstelle. „Diese Anwendungen zeigen, dass die Konnektivitäts-initiative

mittlerweile auf stabilen Füßen steht“, so Prokop.

„Deshalb wird es nun höchste Zeit, dem Kind einen Namen zu geben.“

Der Name umati steht für „universal

machine tool interface“. „Als

Marke ist er offen, zukunftsfähig und

international anschlussfähig“, so der

VDW-Vorsitzende. Und unter der

Adresse www.umati.info lassen sich

ab sofort die Projektfortschritte im

Internet nachverfolgen.

Ein Kernteam von acht renommierten

Werkzeugmaschinenanbietern

erarbeitete gemeinsam mit den

wichtigsten deutschen Steuerungsherstellern

einige Demoanwendungen.

Innerhalb eines Jahres haben sie

über 100 Parameter bestimmt, die als

Grundlage für die Erarbeitung der

gemeinsamen Schnittstelle dienen.

Die Arbeitsgruppe konnte zudem 21

Use Cases für die neue, auf dem offenen

Kommunikationsprotokoll

OPC UA basierende

Standardschnittstelle für

Werkzeugmaschinen

definieren.

Bislang war es eine

sehr zeit- und kostenaufwändige

Angelegenheit,

Maschinen unterschiedlicher Hersteller

in einer Produktionslinie miteinander

kommunizieren zu lassen. Die

an der Initiative beteiligten Unternehmen

integrierten einen entsprechend

konfigurierten OPC-Server in ihre

jeweilige Maschinensteuerung und

konnten sich „danach in kürzester

Zeit mit dem jeweiligen Kommunikationspartner

verbinden und Daten

austauschen“, so Prokop.

Erstellt wurden erste Anbindungen

an unterschiedliche Steuerungen etwa

für Vertikaldrehmaschinen, Rundtaktmaschinen,

Verzahnungsfräs- und

Schleifmaschinen sowie für ein Dreh-

Fräs-Komplettbearbeitungszentrum.

„Wir wollen mit diesen Anwendungen

demonstrieren, dass mit unserer

Lösung robuste Systeme realisierbar

sind, in denen der Datenaustausch

an Werkzeugmaschinen funktioniert“,

erläuterte der VDW-Vorsitzende.

„Darüber hinaus wollen wir

auch selbst möglichst frühzeitig praktische

Erfahrungen sammeln und

aus den sich ergebenden Herausforderungen

lernen.“

Internationalisierung

kommt gut voran

Als rein deutsche Arbeitsgruppe

gestartet, war internationale Kooperation

von Anfang an das Ziel der

Brancheninitiative. Die Initiative

genieße dabei weltweit große Aufmerksamkeit.

So liefen

Gespräche zum Beispiel

mit dem US-amerikanischen

Schwesterverband

AMT,

besonders bezüglich

deren offener Schnittstelle

MTConnect. Derzeit

wird geprüft, inwieweit Teile

davon in umati übernommen werden

können oder langfristig eine Angleichung

beider Standards realisiert

werden kann. Auch Japan, China

und Südkorea signalisierten bereits

Interesse an dem neuen Standard.

„In Europa berichten wir regelmäßig

bei den Treffen des europäischen

Werkzeugmaschinenverbandes

Cecimo über den Projektfortschritt

und werden interessierte Unternehmen

einbeziehen“, teilte Prokop mit.

[ Info ]

Weitere Informationen unter

www.umati.info.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis:

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage der Staro Stahlrohrhandelsgesellschaft

mbH, Hamburg, bei.

50 Stahlreport 12|18


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2018

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 04.-05.12. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.12. Gengenbach

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 22.-23.01. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.03. Dortmund

Rohre und Rohrzubehör (Seminar) 11.-13.03. Paderborn

Blankstahl (Seminar) 28.-29.03. Ludwigsburg

Stahleinkauf ( Seminar/Kooperation) 07.-08.05. Duisburg

Flacherzeugnisse (Seminar) 14.-15.05. Duisburg

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 04.-05.06. Baunatal

Stahlkunde (Seminar) 20.-22.08. Gröditz

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.09. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 03.-05.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM


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