SPORTaktiv Februar 2019

Sportaktiv.Magazin

FEB/MÄRZ 2019

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN

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EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

EIN NEUES

ZEITALTER

Energie, das wissen wir seit dem Physikunterricht, lässt sich nicht vernichten.

Sie wird nur umgewandelt. Von Bewegung in Wärme zum Beispiel.

Das legendäre „Sportmagazin“ hat nach fast 32 Jahren seine Pforten geschlossen,

seine Energie hat sich umgewandelt und sein Geist atmet nun

bei uns weiter: Als fünftes Ressort neben Fit, Run, Bike und Outdoor erscheint

ab sofort auch „Pro“ mit Geschichten aus dem Profisport. Aber es

ist nicht bloß alter Wein in neuen Schläuchen. Wir schlagen immer auch

eine Brücke zu unserem Kern, dem Sport für dich und mich. Umgewandelte

Energie eben. Kollege Markus Geisler steigt dafür neu in den Ring.

Buchstäblich – wie er mit seinem Selbstversuch beim Boxen gegen Marcos

Nader zeigt (siehe Story auf Seite 198).

Und so bricht mit der ersten Ausgabe 2019 wieder ein neues Zeitalter an.

Mit Innovationen und Altbekanntem. Wie unserem Laufspecial, das vom

Einsteiger bis zum „Verrückten“ wie Ultraläufer Florian Neuschwander

auf dem Cover dieser Ausgabe jeden bedient und euch infizieren soll mit

der Lust am Laufen. Ob ihr euch in den Technik-Tipps wiederfindet oder

im Einsteiger-Essay. Ob ihr Material-Fetischisten seid oder nicht wisst,

wie ihr euch auf euren ersten Gatsch-Run vorbereiten sollt. Lasst euch

anstecken. Anstecken von der Lust am Laufen, der man so einfach wie in

kaum einer anderen Sportart frönen kann. Schuhe an, Haustür auf, los

geht’s. Und lasst euch auch anstecken von unserem neuen, noch breiteren

Angebot an Service, Information und vor allem Unterhaltung. Weil wir

auch etwas zurückgeben wollen, stellen wir euch auch drei Leser vor, die

wir auf dem Weg zu ihrem Projekt 2019 begleiten werden. Denn wie sagte

schon Wolfang Ambros? „Und langsam wachs ma zsamm.“

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Euer Klaus

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INHALT

TOP-STORY

FIT

18 NORIAKI KASAI ÜBERS ... FLIEGEN

Der Skisprung-Evergreen über seine endlose Karriere

26 AN DIE MASCHINEN

Um fit zu bleiben, musst du auch Kraft trainieren

30 ALLES ODER NICHTS

Intervallfasten und sein Nutzen für Hobbysportler

44 DAS SPORTLICHE REZEPT

Diesmal: Indisches Mango-Lassi

POWERED BY RUNTASTIC

RUN-SPECIAL

46 EINFACH LAUFEN

Ein Loblied auf das Laufen – wie „Fürstenfeld“ von STS

50 777 – KÜRZEL DES WAHNSINNS

Thomas Taut ist in einer Woche auf der ganzen Welt gelaufen

56 EIN HOCH AUF DIE HÜFTE

Wer diese Muskulatur stärkt, hat mehr Spaß am Laufen

60 DIE GOLDENE MITTE

Der Antreiber im Laufschuh steckt in der Zwischensohle

110 NOCH LANGE NICHT SCHLUSS

Josef Kladensky läuft auch mal 100 Kilometer – mit 70 Jahren

BIKE

118 NUR MUT BEIM FREMDGEHEN

Was Bikern der Umstieg aufs Rennrad bringt. Und umgekehrt

126 HABEN SIE WIEN SCHON VOM WALD GESEHEN?

Biken vor den Toren der Bundeshauptstadt

132 „MACHT UNS E-BIKES NICHT MADIG“

Ein Gespräch mit Mountainbike-Pionier Uli Stanciu

OUTDOOR

160 DIE ENTDECKUNG DER LANGSAMKEIT

Mit Tourenski über die Karsthochfläche im Toten Gebirge

166 HÄLT DER HANG?

Wie wichtig die Einzelhangbewertung im Gelände ist

170 EIS UND FROST ALS ARBEITSKOLLEGEN

Elke Ludewig leitet das Observatorium am Sonnblick

180 4 TIPPS FÜR CARVING 4.0

Was braucht man, um sich sicher die Kante zu geben

PRO

180

188 ZUFRIEDEN? NUR MIT EINER MEDAILLE

Wie Papa Alois will auch Teresa Stadlober WM-Edelmetall

194 „BEI THIEM FIEBERE ICH VORM TV MIT“

ÖFB-Teamspieler Guido Burgstaller im Interview

198 WIR GEGEN DIE STARS

Zum Start des neuen Formats: Boxen gegen Marcos Nader

202 WAHRE SCHÖNHEIT IM ROTEN BEREICH

Was ist nach dem Kipchoge-Weltrekord im Marathon möglich

206 HIER SCHREIBEN DIE SPORTLER

Wie Biathlet Julian Eberhard Niederlagen überwindet

198

Fotos: GEPA pictures, Snowsports Academy


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Das WIFI Süd macht fit für sportliche

Jobs. Hier eine Auswahl der Angebote:

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LESERCAMPS

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LEHRGÄNGE

Diplomlehrgang Fitnesstrainer

27. 2.–29. 6. 2019, Mi., Do. 17–21 Uhr,

Sa. 9–17 Uhr; 222 Std., € 3200,–;

WIFI Süd

Fotos: St. Anton Toursismus/Patrick Bätz

HELISKIING, TOURENGEHEN, BIKEN, TRAILRUNNING –

WÄHLT AUS SIEBEN VERSCHIEDENEN CAMPS. DA SOLLTE

FÜR JEDEN GESCHMACK DAS PASSENDE DABEI SEIN.

ALSO: ANMELDEN – WIR SEHEN UNS!

TRAILRUNNING-CAMP

17.–19. MAI

im Hotel Krallerhof in Leogang.

Mehr dazu: Seiten 68/69

E-MTB-WOMEN-CAMP

20.–23. JUNI

im Hotel Schwarzer Adler in St. Anton.

Mehr dazu: Seiten 130/131

E-MTB-WOMEN-CAMP

23.–26. MAI

im Narzissenhotel in Bad Aussee.

Mehr dazu: Seiten 144/145

LADIES-MTB-CAMP

7.–10. JUNI

im Hotel Arlbergerhof Vital am Weissensee,

Kärnten. Mehr dazu: Seite 135.

VITAL-CAMP

BAD RADKERSBURG

21.–24. MÄRZ

im Vital Hotel Bad Radkersburg.

Mehr dazu: www.sportaktiv.com

HELISKIINGCAMP

14.–17. MÄRZ

in Livigno/Italien

Mehr dazu: www.sportaktiv.com

SKITOUREN-EINSTEIGERCAMP

14.–17. MÄRZ

in der Nationalparkregion Hohe Tauern

Kärnten. Mehr dazu: www.sportaktiv.com

ALLE INFOS UNTER WWW.SPORTAKTIV.COM

Grundlehrgang Mentales Training

2. 3. bis 19. 5. 2019, Mi. 17–21 Uhr,

Sa., So. 9–17 Uhr; 100 Std., € 1800,–;

WIFI Süd

Diplomlehrgang Wirbelsäulenund

Beckenbodentrainer

1. 3. bis 31. 5. 2019, Fr. 16–20 Uhr,

Sa., So. 9–17 Uhr; 74 Std., € 1200,–;

WIFI Süd

Diplomlehrgang Pilatestrainer

1. 3. bis 14. 6. 2019, Fr. 16–20 Uhr,

Sa., So. 9–17 Uhr; 86 Std., € 1400,–;

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Yogatrainer – Basis

15. 6. bis 14. 12. 2019 (genauer Stundenplan

unter www.stmk.wifi.at/gesundheit);

136 Std., € 2000,–; WIFI Süd

Sporternährung – Basic

26.–27. 4. 2019; Fr. 8–18 Uhr, Sa. 9–17 Uhr;

18 Std., € 350,–; WIFI Süd

Informationen unter

Tel. 0316/602-333

Anmeldungen unter

Tel. 0316/602-1234

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NEU: INFORMATIONSABEND

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14. 5., 18–19.30 UHR, WIFI SÜD

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10 SPORTaktiv


NEUE STRECKEN

UND EINE

ZUSÄTZLICHE

DISTANZ!

Start in Innsbruck, Ziel am Stubaier

Gletscher, und dazwischen

eine Strecke, die landschaftlich

eine Wucht ist. Aber auch an die

Substanz geht. So kennt man

den Stubai Ultratrail. So wird

die 3. Auflage am 29. Juni 2019

noch länger und härter, aber

dafür auch deutlich schöner.

Beim „original“ Stubai Ultratrail

(65 km, 6027 hm) und beim

Stubai 35K (35 km, 3808 hm)

müssen eintausend Höhenmeter

mehr bewältigt werden als letztes

Jahr, die Läufe bieten mit abwechslungsreichen

Passagen und

einem traumhaften Panorama

jedoch alles, was ein Trailläufer-Herz

begehrt. Mit dem 19K

gibt es eine neue Distanz. Auf

18,6 Kilometern und 1998

Höhenmetern im Aufstieg wird

ebenfalls ein intensives Naturerlebnis

(z.B. am türkisgrünen

Gletscherbach) versprochen, und

auch das einmalige Highlight,

der Zieleinlauf am Gletscher, ist

mit dabei.

Eine „reine“ Berglauf-Strecke

wird mit dem Stubai 8K (8

km, 1394 hm) auch wieder am

Programm stehen.

www.stubai-ultratrail.at

POWERED BY

Foto: wisthaler.com

SPORTaktiv

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SONNIGE

AUSSICHTEN

FÜR SPORTLER

Klagenfurt am Wörthersee,

Österreichs südlichste Landeshauptstadt,

begrüßt am 7. Juli

zum 21. Mal internationale

Athleten zum größten Ironman

der Welt. Doch schon wesentlich

früher, ab Ende April, finden

Triathleten und Rennradfahrer

in und um Klagenfurt milde

Temperaturen und perfekte

Trainingsbedingungen vor.

Neben der neuen Ironman-Radstrecke

laden viele abwechslungsreiche

Touren zwischen

Wörthersee und Karawanken

ein. Und gerade der See macht

Lust darauf, einmal stehen zu

bleiben und den Blick schweifen

zu lassen. Am besten, du planst

jetzt schon dein Trainingswochenende

in Klagenfurt ein.

www.visitklagenfurt.at

Foto: Tourismus Region Klagenfurt/Franz Gerdl

SPORTaktiv

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BIKE, SKI

UND GROSSE

LEINWAND

Im kanadischen Städtchen

Banff trifft sich jährlich das

Who-is-Who der Outdoorfilmbranche,

um die Gewinner

der„Outdoor Oscars“ zu

küren. Das Best-of der Filme

wird im Anschluss als „Banff

Mountain Film Festival

World Tour“ rund um den

Globus gezeigt.

Dieses cineastische Fest für

Outdoor-Begeisterte hat

heuer am 8. März Österreichpremiere

(in Judenburg,

Steiermark). Ein Highlight ist

der Film „Eis und Palmen“,

der die Deutschen Jochen

Mesle und Max Kroneck bei

einer 1800 Kilometer langen

Alpenquerung per Bike und

Ski zeigt. Ende April/Anfang

Mai macht die Tour dann

an neun weiteren Orten in

Österreich Station.

www.banff-tour.de

Foto: Banff Mountain Film Festival,

Philipp Becker

14 SPORTaktiv


SPORTaktiv

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12. BIS 23. APRIL

SKILEHRERAUSBILDUNG

Arbeit in frischer Bergluft mit gut

gelaunten Menschen und Panoramablick:

Klingt gut, ist es auch! Die

Chance, sich zum Ski- und Snowboardlehrer-Anwärter

ausbilden zu

lassen, bietet die Wiener „Snowsports

Academy“ von 12. bis 23.

April am Kitzsteinhorn (S).

www.snowsports.at

9. BIS 10. FEBRUAR

INT. TIROLER KOASALAUF

Der Int. Koasalauf in St. Johann

in Tirol ist Kult und gehört zu den

größten Langlaufveranstaltungen in

Österreich. 2000 Starter aus rund

20 Nationen gehen am 9. und 10.

Februar in den Kitzbüheler Alpen

in die Loipe.

www.koasalauf.at

TOP

EVENTS

FEBRUAR | MÄRZ | APRIL

9. BIS 10. MÄRZ

GANGHOFERLAUF

Der beliebte Volkslanglauf

geht am 9. und 10. März in

Leutasch (T) in die 49. Runde.

Der Ganghoferlauf gehört

zur Euroloppet und Austrialoppetserie

und bietet je zwei

Distanzen für Skater und

klassische Langläufer.

www.seefeld.com/

ganghoferlauf

5. BIS 7. APRIL

GAMSLEITEN-KRITERIUM

30 versteckte Kisten mit Preisen

sind bei Österreichs größter

Schatzsuche im Schnee aufzuspüren.

Das Spektakel spielt sich

auf der Gamsleiten 2 ab, einer

der steilsten Pisten Europas. Der

Hauptgewinn ist ein BMW X2.

www.obertauern.com

14. BIS 19. APRIL

LAUF- UND RADCAMP POREC

Meer, milde Temperaturen und

Top-Stimmung locken: Beim Laufund

Radcamp von Hikimus können

Hobbyläufer und Radsportler sechs

Tage/fünf Nächte im Valamar-Hotel

in Porec verbringen und unter Expertenanleitung

in die warme Jahreszeit

starten. Ab € 325,– p. P.

www.hikimus.at/porec

16 SPORTaktiv


14. BIS 17. APRIL

„KÄRNTEN LÄUFT“-LAUFCAMP

Ob Einsteiger oder ambitionierte

(Halb-)Marathonläufer: Beim

„Kärnten Läuft“-Camp von 14.

bis 17. April in Pörtschach am

Wörthersee sind alle richtig.

Tipp: Bald anmelden, da die

Teilnehmerzahl limitiert ist.

www.mjk-sportmarketing.com

8. MÄRZ

BANFF MOUNTAIN

FILM FESTIVAL

Am 8. März feiert das „Banff

Mountain Film Festival“ in

Judenburg (St) seine Österreich-Premiere

und versprüht

Natur- und Abenteueratmosphäre

auf der Leinwand. Infos

zu den Filmen sowie den weiteren

Österreich-Terminen:

www.banff-tour.de

24. MÄRZ

SORGER-HALBMARATHON GRAZ

Im Süden Österreichs starten

Halbmarathonis am 24. März

in die Rennsaison. Der Sorger-

Halbmarathon Graz ist auch eine

ideale Generalprobe für alle, die

im April einen der klassischen

Frühlingsmarathons anpeilen.

www.graz-halbmarathon.at

Fotos: Veranstalter

23. BIS 28. FEBRUAR

FREERIDE WORLD TOUR

Fieberbrunn im Tiroler Pillerseetal

ist der einzige Ort Österreichs,

an dem die Freeride-Königsklasse

haltmacht. Die weltbesten Freerider

stürzen sich vom Gipfel des

Wildseeloders in den Hang und

das Publikum verfolgt die Runs

vom Lärchfilzkogel gegenüber.

www.freerideworldtour.com

24. FEBRUAR

ACHENSEE 3-LÄNDER-LAUF

Am 24. Februar 2019 treffen sich

Hobbylangläufer wie Profis zu einem

der schönsten Volkslangläufe in

Österreich – dem Achensee-3- Täler-

Lauf in Tirol. Die abwechslungsreichen

Klassik- und Skatingstrecken

führen in die wunderbare Bergwelt des

Naturparks Karwendel in Pertisau.

www.achensee.com

SPORTaktiv

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NORIAKI KASAI

ÜBERS

FLIEGEN

ES GIBT LEUTE, DIE NENNEN

IHN EINEN „FLUGSAURIER“.

DABEI SEGELT NORIAKI KASAI

MIT SO VIEL GEFÜHL DURCH

DIE SPORTGESCHICHTE. DER

JAPANER BESTREITET SEINE

30. (!) WELTCUPSAISON.

UND FLIEGT MIT 46 JAHREN

DEM STATUS EINER

LEGENDE ENTGEGEN.

VON AXEL RABENSTEIN

N

oriaki, Sie haben am 17. Dezember

1988 in Sapporo Ihr Weltcupdebüt

gegeben. Welche Erinnerungen

haben Sie an den Tag?

Kaum eine Erinnerung. Wenn ich

kein gutes Ergebnis erziele, kann

ich mich selten erinnern. Mein Gehirn

löscht es dann direkt.

Ihr Gedächtnis ist also voll und

ganz auf Erfolg programmiert?

Ja, ich denke, so funktioniert das

bei mir.

Sie waren damals 16 Jahre alt.

Können Sie sich noch an ein Gefühl

erinnern? Waren sie besonders

aufgeregt?

Ich bin immer aufgeregt, wenn ein

wichtiges Springen ansteht. Deshalb

kann ich zumindest sagen: Ich

war mit Sicherheit sehr angespannt.

Seitdem sind 30 Jahre vergangen.

Haben Sie eine Ahnung, wie viele

Sprünge Sie im Laufe Ihre Karriere

gemacht haben?

Oh ... (denkt lange nach) Das ist

wirklich unmöglich zu sagen. Ich

kann es nicht einmal schätzen.

Mit dem ersten Springen der Saison

2018 in Wisla sind es 544

Einzelstarts bei einem Weltcup.

Klingt das realistisch?

Ja, das könnte hinkommen.

Welcher Sprung war der

schönste?

Schöne Sprünge gab es eine Menge

Fotos: Fischer Sports/NordicFocus

18 SPORTaktiv


(denkt nach) ... Der Sprung zur Silbermedaille

in Sotschi 2014 war sehr besonders

für mich. Der Weltcup sieg beim

Skifliegen am Kulm 2014 ist mir in Erinnerung,

zuvor hatte ich zehn Jahre nicht

gewonnen. An früheren Springen fallen

mir die beiden Siege beim Weltcup-Finale

auf der Großschanze in Planica 1998

und 1999 ein.

Kein Zweifel – bei Noriaki Kasai geht’s

ums Gewinnen!

WENN ICH KEIN

GUTES ERGEBNIS

ERZIELE, KANN

ICH MICH SELTEN

ERINNERN. MEIN

GEHIRN LÖSCHT

ES DANN DIREKT.

Ja, an meine Siege kann ich mich wenigstens

erinnern.

Haben Sie eine Lieblingsschanze?

Alle großen Schanzen. Ich mag Willingen,

Garmisch, Innsbruck. Dort, wo ich

gewonnen habe. Aber natürlich ist auch

die Atmosphäre wichtig. Mir fällt

Bischofshofen ein, die Vierschanzentournee

ist immer besonders.

Man muss sich vorstellen: Sie sind

Ende der 80er-Jahre noch gegen Matti

SPORTaktiv

19


Nykänen gesprungen. Das ist Skisprunghistorie.

Von welchen Springern

waren Sie im Laufe Ihrer Karriere

besonders beeindruckt.

Mich haben viele Springer beeindruckt.

Wirklich – viele.

Gibt es einen, der Sie besonders

beeinflusst oder geprägt hat?

Goldberger.

Warum?

1992 bin ich in Harrachov Ski flugweltmeister

geworden. Andi Goldberger

war damals schon dabei. Mit ihm gab es

immer wieder packende Duelle, er war

ein wichtiger Teil meiner Karriere.

Anfang der 90er war die Zeit, als vom

Parallel-Stil auf den V-Stil umgestellt

wurde. Es heißt, Sie waren von dieser

Änderung anfangs gar nicht begeistert?

Beim Skispringen geht es ja nicht nur

um die Weite, sondern auch um die Ästhetik,

die in die Wertung miteinfließt.

Objektiv betrachtet ist der V-Stil nicht

sehr schön. Der klassische, traditionelle

Stil ist schöner. Anfangs konnte man

sich mit kürzeren Sprüngen im klassischen

Stil noch gegenüber dem V-Stil

behaupten. Deshalb bin ich so lange wie

möglich klassisch gesprungen.

Aber dann war der V-Stil aerodynamisch

so überlegen, dass eine Umstellung

unumgänglich war?

Richtig. Ab 1991 wurde in Japan umgestellt.

Ich bin noch bis Sapporo 1992

konsequent klassisch gesprungen. Unser

Sprungdirektor hat mich dann aber vor

die Wahl gestellt: Wenn ich nicht im

V-Stil springe, darf ich nicht mit zu

Olympia 1992 in Albertville. Ich wollte

meinen Stil nicht ändern. Ich musste.

Den WM-Titel im Skifliegen 1992 in

Harrachov haben Sie dann aber mit

dem V-Stil geholt? Hat also ganz gut

geklappt.

Ja (lacht). Aber ganz so einfach war es

nicht. Ich kann neue Bewegungsabläufe

gut adaptieren. Bis ich den ersten

Sprung im V-Stil machen konnte, habe

ich allerdings drei Wochen gebraucht.

NORIAKI KASAI

geboren am 6. Juni 1972 in Shimokawa auf Hokkaido (Japan).

Sein Weltcupdebüt gab er am 17. Dezember 1988 in Sapporo. Im

Jahr 1992 wurde er Weltmeister im Skifliegen. Bei nordischen

Skiweltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewann er

neun Medaillen, zuletzt in Sotschi 2014, wo er im Alter von 41

Jahren Silber auf der Großschanze gewann. Er ist der einzige Athlet,

der achtmal an Olympischen Winterspielen teilgenommen

hat. Im März 2017 verbesserte er seine persönliche Bestweite in

Vikersund im Alter von 44 Jahren auf 241,5 Meter. Noriaki Kasai

ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Sapporo.

Das Öffnen der Ski beim V-Stil kostet

Überwindung. Du lehnst dich noch

weiter nach vorne, da bekomme ich

Angst. Bei den Sprungbewerben in Albertville

hat das nicht geklappt. Beim

Skifliegen hatte ich aber eh schon immer

Angst. Also war es egal, ob ich noch etwas

mehr Angst habe. Plötzlich hat es

funktioniert. Und ich hatte in Harrachov

auch ein bisschen Windglück.

Wenn Sie bestimmen könnten, wieder

klassisch zu springen: Würden Sie die

Uhr zurückdrehen?

Nein. Wenn du einmal im V-Stil geflogen

bist, das Luftpolster gespürt hast,

dann möchtest du nie wieder anders

springen. Es ist wirklich wie Fliegen.

Um ein paar Sekunden fliegen zu können,

wird Stunde um Stunde trainiert.

20 SPORTaktiv


Was hat sich im Laufe Ihrer Karriere

im Training verändert?

Früher stand die Quantität im Vordergrund.

Ich habe sehr hart trainiert, einmal

sah ich Andi Goldberger, wie er 260 Kilo

mit der Beinpresse stemmte. Also legte ich

mir 270 Kilo auf. Manchmal habe ich es

auch übertrieben – oder sagen wir: unnötige

Sachen gemacht. Hartes Training hat

aber auch seinen Sinn, weil es dich mit

dem Selbstvertrauen ausstattet, bereit zu

sein. Mit meinem ersten finnischen Trainer,

ich war schon 30 Jahre alt, habe ich

auf qualitatives Training umgestellt, mehr

nachgedacht, mehr an der Technik gefeilt.

Spüren Sie heute, dass Sie längere

Phasen der Regeneration benötigen?

Nein. Mein Körper ist eigentlich super

(lacht).

Liegt das an der Ernährung? Achten

Sie besonders darauf, was Sie essen?

Vielleicht gibt es Körper, die sich länger

gut halten. Ich habe wirklich keine besonderen

Ernährungsgewohnheiten.

Nicht anders als andere.

Schlafen Sie viel?

Auch nicht. Ich schlafe eher weniger als

andere. Ist ja auch schade um die Zeit.

Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich

aufstehen kann, um loszulegen.

Aber was ist das Rezept, um mit 46

Jahren noch im Weltcup zu springen?

Spaß haben! Ab Ende 30 tendiert man

zudem dazu, sich mehr Gedanken und

Sorgen zu machen, nicht nur, was die

Karriere anbelangt, auch im Leben allgemein.

Das ist nicht hilfreich. Der Kopf

darf nicht müde werden. Positives, freies

Denken ist ungemein wichtig. Ich denke,

es wirkt sich auf den Körper aus.

Was war der beste Tipp, den Sie von

einem Trainer erhalten haben?

Ich hatte viele Trainer und von allen erhielt

ich immer wieder gute Ratschläge.

Wenn ich etwas hervorheben soll, dann

vielleicht dies: „Nicht denken – einfach

nach vorne!“ Das hat mir ein Trainer gesagt,

als ich noch in der Grundschule

war. Ich versuche bis heute, dies zu beherzigen.

Fragen jüngere Sportler häufig um Rat

bei Ihnen?

Erstaunlich selten. Skispringer sind Sturköpfe.

Aber klar, wenn mal einer fragt,

versuche ich gerne, meine Erfahrung

weiterzugeben.

Gibt es eine lustige Anekdote, an die

Sie sich erinnern?

Ich erinnere mich daran: In Oslo saß ich

als Führender nach dem ersten Durchgang

oben auf dem Balken, direkt vor

meinem Sprung. Plötzlich fliegt mir eine

Taube ins Gesicht, und wir beide erschrecken

uns. Die Taube hat dann etwas,

na ja – liegenlassen. Mitten in der

Spur. Ich wollte nicht starten, dachte, es

würde meine Anlaufgeschwindigkeit beeinflussen.

Ich habe gerufen und gewinkt,

aber keiner hat verstanden, was

der Noriaki für ein Problem hat. Der

Trainer schwenkte auch schon die Flagge.

Also musste ich da durch ...

EINMAL SAH ICH

ANDI GOLDBERGER,

WIE ER 260 KILO

MIT DER BEINPRESSE

STEMMTE. ALSO

LEGTE ICH MIR

270 KILO AUF.

Und?

Ich habe gewonnen.

Hat die Taube Glück gebracht?

Wahrscheinlich. Bis zum Absprung hatte

ich sie aber schon wieder vergessen.

Wenn du auf den Schanzentisch zufährst,

ist kein Platz für andere Gedanken.

Sie haben 2017 in Vikersund im Alter

von 44 Jahren mit 241,5 Metern noch

einmal Ihren persönlichen Weitenrekord

verbessert. Waren Sie selbst

überrascht?

Nicht unbedingt. Die Wettkampfleitung

hatte direkt vor meinem Sprung sogar

den Anlauf um zwei Lücken verkürzt,

sonst wäre ich wahrscheinlich 250 Meter

weit gesprungen. Das habe ich ehrlich

gesagt noch vor.

Um so etwas zu erreichen, ist Disziplin

gefragt – seit drei Jahrzehnten. Was

motiviert Sie Jahr für Jahr, den enthaltsamen

Lebensstil eines Profisportlers

beizubehalten?

Ich lebe seit fast zwei Dritteln meines

Lebens als Profi. Und mache es so gerne

wie am ersten Tag. Ich vermisse nichts.

Ich tue alles, was ich tun möchte. Ich

liebe es, zu fliegen. Und daran möchte

ich überhaupt nichts ändern.

Sie sind seit 30 Jahren Weltspitze, der

einzige Athlet, der achtmal an Olympischen

Winterspielen teilgenommen

hat. Ist das der große Erfolg des Noriaki

Kasai? Oder geht es eher um die

einzelnen Siege?

Ich bin in der Tat sehr zufrieden mit

meiner Karriere, könnte aber zufriedener

sein. Das ist wichtig. Es sind die Ziele

wie ein Olympiasieg, die mir die Motivation

schenken, aktiv zu bleiben.

Das nächste große Ziel sind die Olympischen

Spiele 2022 in Peking?

Richtig.

Haben Sie sich trotzdem schon Gedanken

gemacht, was nach Ihrer Karriere

kommen soll? Möchten Sie als Trainer

arbeiten?

Ein Job als Trainer wäre reizvoll. Übrigens

nicht nur in Japan, gerne auch für

eine andere Nation.

Das dürfte kein großes Problem sein,

wer hat schon mehr weiterzugeben

als Sie?

Na ja ... (schmunzelt), ich möchte noch

zehn Jahre springen. Hoffentlich bin ich

nach meiner Karriere nicht schon zu alt

für den Job des Trainers.

Wären Sie gerne noch einmal jung?

(Überlegt sehr, sehr lange) Ja. Ich wäre

gerne noch einmal 16 Jahre alt. Dann

könnte ich jetzt mit dem Skispringen

beginnen – mit der Erfahrung, die ich

heute habe.

SPORTaktiv

21


2953 UNTERNEHMEN DER SPORTBRANCHE AUS 56 LÄNDERN

PRÄSENTIERTEN ANFANG FEBRUAR AUF DER ISPO 2019 IN MÜNCHEN

IHRE NEUHEITEN. DIE HAUPTTRENDS, DIE DORT INS AUGE STACHEN:

DIGITALISIERUNG, INDIVIDUALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT.

DIGITAL

MASSGEFERTIGT

&

Die Zahl der Aussteller, die von 3.

bis 6. Februar ihre Neuheiten in

München präsentierten, bedeutete

einen Rekord für die weltgrößte

Leitmesse der Sportbranche. Es gab aber

nicht nur zahlenmäßig viele, sondern

vor allem jede Menge sehr innovative

Produkte zu sehen. Sicherheitshalber dazugesagt:

Diese Neuheiten betreffen die

Wintersaison 2019/2020, kommen also

im Herbst in den Handel. Diese Trends

ließen sich heuer erkennen:

INDIVIDUALISIERUNG

Produkte nicht von der Stange zu

kaufen, sondern für die eigenen

Bedürfnisse oder den eigenen Körper

maßschneidern zu lassen: Das

ist ein Trend, der sich gerade noch

deutlich verstärkt. Heuer wurden

etwa – vom österreichischen Startup

Original+ – erstmals Alpinski vorgestellt,

die sich in Massenfertigung und

dennoch individualisiert herstellen

lassen: Herzstück dabei ist ein Online-Ski-Konfigurator.

DIGITALISIERUNG

Beschleunigt wird der genannte Trend

zur Individualisierung generell vielfach

durch digitale Helfer. Wearables unterstützen

Athleten beim Sport, sammeln

Daten – und diese werden eben

immer öfter auch dazu genutzt, Produkte

zu personalisieren. Aufgefallen

ist zum Beispiel das intelligente Skisystem

des Schweizer Unternehmens

Snowcookie, aber auch Suuntos neuer

Movesense-Sensor stach hervor.

NACHHALTIGKEIT

Vor allem bei jungen Menschen sind

Umweltschutz und soziales Engagement

immer wichtigere Kaufargumente.

Einige Beiträge dazu: PrimaLoft

Bio als die erste synthetische Isolation,

die komplett aus recycelten und biologisch

abbaubaren Fasern besteht. Nordica

setzt bei Skischuhen auf Innenschuhe

aus recycelten Pet-Flaschen, La

Sportiva beim Tourenskischuh Skorpius

CR auf eine „Öko“-Schale.

WEIBLICHE ZIELGRUPPE

Die Anzahl der Produkte und ganzen

Kollektionen für Frauen nimmt weiter

zu, zeigte auch eine auf der ISPO

durchgeführte Umfrage unter Herstellern

und Händlern. Frauenspezifische

Produkte müssen „den anatomischen

und ergonomischen Ansprüchen von

Frauen entsprechen“, betonte etwa

Mari Elena Rizzieri, Woman Project

Leader bei Blizzard/Tecnica.

URBAN LIFESTYLE

Die Verbindung von urbanem Look

und 100-prozentiger Funktionalität

im Bereich der Wintersportbekleidung

ist nach wie vor sehr gefragt. Vor

allem der Zielgruppe der „Millennials“

ist „Urban Lifestyle“-Mode im Winter

wichtig, war zu hören.

AND THE WINNER IS …

Jede Menge Arbeit hatte auch wieder

die ISPO-Jury, die Awards für die

innovativsten Produkte in vielen Kategorien

vergab. Rechts seht ihr die fünf

„Products of the year 2019/20“. Alle

weiteren Gewinner:

www.ispo.com/awards

Fotos: Hersteller

22 SPORTaktiv


GRÜEZI BAG

BIOPOD DOWN-

WOOL NATURE

Der Schlafsack besteht

zu 100 Prozent aus

Naturmaterialien.

DownWool, die innovative

High-End-Füllung besteht

aus 70 Prozent Daune

und 30 Prozent Wolle. Das

Material isoliert perfekt,

dazu braucht es nur wenig

Füllmaterial. Für die ISPO-

Award-Jury das „Outdoor

Product of the Year“.

LIFE FITNESS PLATINUM

CLUB SERIES

Auf dem LCD-Touchscreen wählt

man eine von vielen internationalen

Laufstrecken aus und sieht in Echtzeit,

welche Nutzer weltweit gerade auf

derselben Strecke unterwegs sind.

Auch Interaktion ist möglich.

Mit der Life-Fitness-App wird

das Laufband zum Ort des digitalen

Community-Events – das „Product of

the Year“ im Bereich Health & Fitness.

ISPO AWARD

PRODUCTS OF THE YEAR

DIESE FÜNF PRODUKTE WAREN FÜR DIE ISPO-AWARD-JURY

DIE INNOVATIVSTEN SPORTPRODUKTE FÜR 2019/2020.

SELECT ULTIMATE IBALL

Der integrierte Chip zeichnet beim intelligenten

Handball Informationen in Echtzeit auf, zum

Beispiel zur Ballgeschwindigkeit, zur Wurfposition

oder zur Position des Balles im Tor. Live

übertragen, geben die Daten Zuschauern ganz

neue Einblicke ins Spiel. Die Top-Innovation in

der Kategorie Team & Social Sports feierte schon

Premiere in der Handball Champions League.

BERG OUTDOOR SORDO BOOT

Vom Obermaterial bis zur Laufsohle 100

Prozent biologisch abbaubar ist der Sordo Boot

vom Outdoor-Spezialisten Berg Outdoor. Der

Schuh aus speziellem Oak Leather zerfällt

unter den passenden Bedingungen in sechs

Monaten vollständig und überzeugte in

der Urban-Kategorie am meisten.

MAMMUT SOTA HS

HOODED JACKET

Die 3-lagige Skijacke punktet mit revolutionärer

Technik und ist das innovativste Snowsports-

Produkt, fanden die Award-Verantwortlichen:

Das flexible Material aus beschichtetem

Strickstoff ist nahtlos verarbeitet, höchst

atmungsaktiv und strapazierfähig. Für die

Temperaturregulierung sorgt die gezielt

platzierte Primaloft-Isolierung.

SPORTaktiv

23


MEIN

2019WIRD

JAHR

DIESE DREI STARTEN DURCH! DIE TRAILRUNNING-PREMIERE, DER

ERSTE IRONMAN 70.3 UND DIE WIEDEREROBERUNG DER BERGE.

MIT DIESEN ZIELEN GEHEN DIE DREI TEILNEHMER

UNSERER LESERAKTION IN DIE SAISON.

GRAZYNA

BRANDSTÄTTER

MARCO

RUTZ

KARIN

ALEXA

Die Linzerin ist 36 und Triathletin,

aber mit großer Affinität zum Laufen.

Deswegen hat sie sich drei Läufe als

Saisonhöhepunkte vorgenommen: den

Linz-Marathon am 15. April (Zielzeit:

3:45 Uhr), die 42-km-Distanz beim Mozart

100 von St. Gilgen nach Salzburg

am 16. Juni und den Achenseelauf in

Tirol im September. Vor allem Grazynas

Trailpremiere beim Mozart 100

wird spannend – weshalb wir ihr mit

Gerhard Schiemer einen Top-Coach

organisiert haben. Der Sportwissenschafter

ist Nationalteamathlet im

Trailrunning und trainiert Österreichs

besten Ultratrailrunner Florian Grasel.

Der 36-jährige Schweizer aus Schaffhausen

will im Juni seinen ersten

Ironman 70.3 in Rapperswil in der

Nähe von Zürich absolvieren. Dabei

hat Marco im April 2016 noch 164

Kilogramm auf die Waage gebracht.

Ein Besuch beim Arzt war dann die

Initialzündung für den Start in ein

neues Leben. „Ich habe mit Walking

und Aquafit begonnen und Kalorien

gezählt. Durch den Sport

kam auch das Interesse

an gesunder Ernährung.“

Heute isst er fleischlos,

wiegt 74 Kilogramm und

will in 5:50 h finishen.

Die 48-Jährige aus Kapfenberg war

2017 zum ersten Mal am steirischen

Hochschwab (2277 m) und an diesem

„absoluten Traumtag“ überwältigt vom

Bergerlebnis. Diese Bergtour sollte

eigentlich fortan jährlicher Fixpunkt

werden, das Wandern und Bergsteigen

hatte Karin voll gepackt. Doch

schon im Sommer 2018 kam ein unerklärlicher

Lungeninfarkt dazwischen.

Die Bergtour wurde verschoben, die

Gesundheit stand im Vordergrund.

Jetzt ist Karin wieder im Formaufbau

und hat das erklärte Ziel, im Bergsommer

2019 wieder am Gipfel des Hochschwabs

zu stehen.

Fotos: privat

24 SPORTaktiv


FIT

Training – Gesundheit – Ernährung

Fotos: iStock, www.feelgood-messe.at, www.machdenerstenschritt.at

DIE TRENDS 2019

Mit „Trends“ ist das so eine Sache,

aber laut Branchenstudien heuer

hoch im Kurs: Betriebsfitness,

Wearables, HIIT-Training, Seniorensport

und „nachhaltige“ Fitness.

www.ispo.com

MESSEANGEBOTE

Unter dem Motto „Sport und Fun“

steht die Messe in Ried (55 Stationen,

17.000 Besucher) von 8. bis 10.

März. In Innsbruck tagt die Feel-

Good-Messe (14. bis 17.März).

www.sportandfun-ried.at

NEUE SPORT-INITIATIVE

„Mach den ersten Schritt“ heißt die

neue Initiative von Sport- und Gesundheitsministerium.

Zu den Schwerpunkten„Bewegung“

und „Ernährung“

gibt es Experten und Videos unter

www.machdenerstenschritt.at

SPORTaktiv

25


an muss sich ja selber an der eigenen

Nase nehmen oder braucht einen

„Wachrüttler“. Vor einger Zeit hatte ich

die Möglichkeit, einen professionellen

Check der Rumpfkraft an mir durchführen

zu lassen. Ergebnis in einem

Wort: erschreckend. Wenn auch für am

Schreibtisch arbeitende Zwei- bis -drei-

Stunden-pro-Woche-Sportler gar nicht

unüblich, wie mir damals der freundliche

Physiotherapeut, meinen betroffenen

Blick richtig deutend, versicherte.

Wie auf mich selbst trifft es wahrscheinlich

auf viele unserer Leser zu: Die

sowieso kostbare Zeit wird ins

Herz-Kreislauf-Training investiert, aufs

Krafttraining wird dagegen oft „vergessen“.

Oder es wird nebenbei ein bisserl

gekräftigt. Das ist aber auf Dauer zu

kurz gedacht. Deshalb haben wir zum

Start ins neue Sportjahr das Thema

Krafttraining auf den „medialen Trainingsplan“

gesetzt.

Regelmäßiges Krafttraining ist nicht

weniger gesundheitsrelevant als das

Herz-Kreislauf-Training – bestätigt

Head Coach Michael Golob von John

Harris Fitness in Graz: „Spricht man

von einem gesundheitsorientierten Training,

dann ist immer beides wichtig:

Ausdauer- und Krafttraining. Deshalb

empfehlen wir unseren Kunden immer

eine Kombination aus beidem.“ Und

Golob fügt gleich hinzu: „Aus Krafttraining

lässt sich nicht nur ein großer Gesundheitsnutzen

ziehen, es steigert auch

das Wohlbefinden enorm.“

Use it or lose it

Argumente fürs Krafttraining gibt es

genug. Zum Beispiel die Tatsache, dass

im Schnitt ab 30 die Muskulatur langsam,

aber stetig abgebaut wird. Wenn

man nicht gezielt gegensteuert. Wie

bei vielem gilt besonders auch bei den

Muskeln: „Use it or lose it.“ Verhindern

„SPORT MIT GESUNDHEITSEFFEKT“:

DABEI DENKEN DIE MEISTEN ANS

AUSDAUERTRAINING. UM FIT ZU

BLEIBEN, GEHÖRT ABER NICHT NUR

DAS HERZ-KREISLAUF-SYSTEM,

SONDERN AUCH DAS MUSKELKORSETT

TRAINIERT. EINE ERINNERUNG ZUM

START INS NEUE SPORTJAHR.

VON CHRISTOF DOMENIG

lässt sich dieser Verlust auch mit einem

ansonsten „bewegten Leben“, etwa durch

regelmäßiges Laufen allein, leider nicht.

Von diesem Muskelverlust bemerkt

man zunächst nicht viel, aber die Körperzusammensetzung

ändert sich schleichend

und der Fettanteil wird mit den

Jahren größer. Mit dem Schwund der

Muskelmasse verringert sich der energetische

Grundumsatz des Körpers, erklärt

Michael Golob. Wer also mit fortschreitenden

Lebensjahren gleich weiter isst

wie gewohnt, lagert noch mehr Fett ein.

Ein Teufelskreis nach unten.

Mit Krafttraining lässt sich das nicht

nur verhindern, sondern ins Gegenteil

umkehren. Der Nutzen ist mehrfacher

Natur: „Krafttraining verbraucht während

des Trainings Energie und verbessert

den Stoffwechsel. Dank der aufgebauten

Muskeln erhöht sich später auch

der Grundumsatz“, fasst Golob die

Sachlage prägnant zusammen. Wer seine

Muskeln kräftigt und aufbaut, schützt

sich also auch vorm „Wohlstandsbauch“

und in diesem Zusammenhang vor Zivilisationskrankheiten,

die mit einem Zuviel

auf der Waage zusammenhängen.

Der Rundum-Schutz

Dann gibt es jene typischen Zivilisationskrankheiten,

die den Bewegungsapparat

betreffen, und auch die sind oft

auf schwache oder einseitig ausgebildete

Zweimal

pro Woche

Gewichte zu

bewegen,

sollte ein

erreichbares

Ziel sein.

Muskeln zurückzuführen. „Ein kräftiges

Muskelkorsett entlastet die Gelenke

und macht den Körper widerstandsfähiger“,

erklärt der John-Harris-Experte.

Krafttraining beugt somit chronischen

Schmerzen vor und schützt auch vor

akuten Verletzungen, die im zunehmenden

Alter ohne vorbeugende Maßnahmen

immer häufiger passieren.

Im besten Fall startet man mit einem

Training, bevor noch etwas schmerzt –

dabei spricht man von „präventivem

Krafttraining“. Doch auch bei chronischen

oder akuten Verletzungen ist

Fotos: John Harris

26 SPORTaktiv


AN DIE

MASCHINEN

Krafttraining in vielen Fällen ein probates

Gegenmittel. „Rehabilitatives Krafttraining“

betreiben ebenfalls viele Klienten

von Michael Golob. Wichtig ist da

wie dort die Begleitung durch kompetente

Experten, um nicht am gewünschten

Nutzen „vorbeizutrainieren“.

Was Michael Golob in Gesprächen

mit Fitnessneulingen immer wieder mitbekommt:

Frauen verbinden Krafttraining

nach wie vor häufig mit „dicken

Muskeln“ und haben Angst davor, „auseinanderzugehen“.

Die Sorge ist völlig

unbegründet, weil erstens das gesundheitsorientierte

Krafttraining nichts mit

dem Aufbau von imposanten Muskelbergen

zu tun hat und zweitens Frauen solche

aus genetischen Gründen gar nicht

bekommen. Optisch profitieren jedenfalls

Frauen wie Männer von Krafttraining:

Ein gut trainiertes Muskelkorsett

SPORTaktiv

27


verbessert die Körperhaltung, die Körperspannung

und strafft das Gewebe.

Unterstützung

beim Einstieg

MICHAEL GOLOB

ist Head Coach bei John-

Harris-Fitness in Graz.

www.johnharris.at

Um mit freien Gewichten zu trainieren, sollte man schon Erfahrung

und eine gute Körperwahrnehmung besitzen.

Doch wie geht man es nun sinnvoll an?

„Für den Einstieg empfehle ich, sich

professionelle Unterstützung zu holen“,

betont Michael Golob. Als Anfänger gelten

auch sportliche Menschen, wenn sie

noch nie gezielt ihre Muskeln trainiert

haben. Am besten sucht man sich ein

Fitnessstudio mit hochwertiger Betreuung.

Dort bekommt man eine genaue

Anamnese, deren Erkenntnisse in einen

individuellen Trainingsplan fließen,

um dann mit Hilfe des Profitrainers die

Übungen auch korrekt zu erlernen.

Die Frage, ob besser an Kraftmaschinen

oder mit freien Gewichten (oder

dritte Möglichkeit: mit dem eigenen

Körpergewicht) trainiert werden soll,

wird viel diskutiert. Auch Anfängern

wird manchmal zu freien Gewichten

(bei entsprechender Aufsicht durch einen

Trainer) geraten, weil dabei größere

Muskelgruppen pro Übung angesprochen

werden. Michael Golob gibt jedoch

zu bedenken: „Für viele, die noch

nie ein Krafttraining betrieben haben,

ist Arbeit mit freien Gewichten zu

schwierig, weil die intramuskuläre Koordination,

also das Zusammenspiel verschiedener

Muskeln fehlt. Die Bewegungsausführung

ist schwierig, die Fehlergefahr

hoch. Daher empfehlen wir für

Anfänger eine Arbeit mit Geräten mit

Bewegungsführung.“

Ein Übungsprogramm für Einsteiger

ist vom individuellen Zustand und von

den persönlichen Zielen abhängig; für

ein gesundheitsorientiertes Training rät

Golob in der Regel aber zu einem Ganzkörpertraining,

das dann zweimal pro

Woche ausgeführt werden soll. Ein

Zirkel umfasst ungefähr acht bis zehn

Geräte, an jedem Gerät wird dreimal bis

zur Muskelerschöpfung trainiert. Aus

Gründen der Zeitökonomie kann man

das Krafttraining mit einem Ausdauertraining

kombinieren – wichtig ist dabei

die Reihenfolge: erst Kraft, dann Ausdauer.

Kraftausdauer

oder Muskelaufbau

Wie viel Gewicht, wie viel Wiederholungen

passen für Einsteiger? Eingestiegen

wird mit eher leichten Gewichten,

die 20 bis 25 Wiederholungen ermöglichen,

erklärt Golob. Das bedeutet ein

Training im Kraftausdauerbereich und

sei vor allem wichtig, um die Muskulatur,

aber auch die „passiven Strukturen“

wie Sehnen und Bänder an die

Trainingsbelastung zu gewöhnen. Nach

acht bis zwölf Wochen kann man in ein

Muskelaufbautraining übergehen – mit

schwereren Gewichten, die 12 bis 15

Mal bewegt werden können. Im Krafttraining

wird übrigens grundsätzlich

„ausbelastet“, das heißt, der Muskel bis

zur letztmöglichen Wiederholung ermüdet.

Das ist für Einsteiger nicht ganz so

streng – „spüren“ soll man aber schon

etwas.

„Sehr wichtig ist es, Regelmäßigkeit

im Training zu schaffen“, sagt Michael

Golob – also möglichst nicht so, wie es

für gestresste Naturen oft üblich ist: zwei

Wochen fleißig sein, dann wieder eine

aussetzen. Dass der Körper bei Krafttrainings-Einsteigern

mit einem Muskelkater

auf die ungewohnte Belastung reagiert,

ist übrigens normal und kein Zeichen

für unangemessene Belastung.

Nach wenigen Trainings tritt der Effekt

nicht mehr auf.

Auch das als Motivation: Gerade zu

Beginn kann man sich über rasche und

auch deutlich wahrnehmbare Erfolge

freuen: „Nach vier bis sechs Wochen

stellen sich schon spürbare Effekte etwa

durch einen besseren Muskeltonus und

ein verbessertes Körpergefühl ein“, verspricht

Michael Golob. Ein neu gewonnenes

Wohlbefinden, das sich dann,

wenn man regelmäßig dranbleibt, noch

sehr deutlich steigern lässt.

28 SPORTaktiv


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„INTERVALLFASTEN“ FINDET

IMMER MEHR ANHÄNGER

UND IST AUCH FÜR FREI-

ZEITSPORTLER SINNVOLL.

VON CHRISTOF DOMENIG

ODER

NICHTS

30 SPORTaktiv


Fotos: iStock, Stekovic.com

Einen Tag Nulldiät und am nächsten

Tag alles essen, was man will,

in unbeschränkter Menge. Diese

Darstellung von „Intervallfasten“ ist

natürlich etwas verkürzt, stimmt aber im

Kern. Für Ernährungsinteressierte klingt

die Kurzformel zunächst schräg, radikal

und für Menschen maßgeschneidert, die

sich den mühsamen Weg einer Ernährungsumstellung

ersparen wollen.

Doch es stecken wissenschaftliche Erkenntnisse

dahinter, die nahelegen, dass

Intervallfasten durchaus mehr ist als ein

weiterer (oft ungesunder) Diät-Hype.

Forschungen von Mikrobiologen der

Karl-Franzens-Universität Graz zum

Thema Zellalterung, die in Zusammenhang

mit Intervallfasten durchgeführt

wurden, haben weltweite Beachtung

gefunden. Diese Ernährungsform, so

legen die Studien nahe (die übrigens

auch mit der Med-Uni Graz gemeinsam

durchgeführt wurden und werden),

könnte tatsächlich ein Schlüssel

zum langen und vitalen Leben sein.

Dr. Slaven Stekovic gehörte bis vor

Kurzem der Grazer Forschergruppe, geleitet

von Dr. Frank Madeo an – und

Stekovic hat 2018 ein Buch zu diesen

jungen Erkenntnissen der Zellforschung

veröffentlicht: „Der Jungzelleneffekt“.

Zur Fastenzeit passend wollen wir mit

dem seit Herbst 2018 in Cambrigde in

England tätigen Wissenschafter die Erkenntnisse

rund ums Intervallfasten zusammenfassen.

Stekovic ist überzeugt,

dass der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme

bisher in der Ernährungslehre zu wenig

Beachtung gefunden hat. Acht Fragen

– acht interessante Antworten.

1.

WAS IST

INTERVALLFASTEN?

Intervallfasten, intermittierendes Fasten

oder Kurzfasten: Die Bezeichnungen

sind unterschiedlich, gemeint ist stets

dasselbe – eine Ernährungsweise, bei der

sich Phasen, in denen normal gegessen

wird, mit restriktiven Fastenphasen abwechseln.

Die Wissenschaft geht davon

aus, dass der Körper hier noch im Steinzeitmodus

funktioniert, wo die Nahrungsversorgung

unregelmäßig und beispielsweise

vom Jagderfolg abhängig war.

Beim Intervallfasten können zum Beispiel

ein, zwei oder drei Fastentage pro

Woche, alternierend mit Esstagen, eingelegt

werden. Ein anderes Konzept beschränkt

die Nahrungsaufnahme auf

acht Stunden pro Tag, um dazwischen

16-stündige Fastenphasen zu erreichen.

2.

DR. SLAVEN

STEKOVIC

ist 29, Mikrobiologe, lehrt und forscht

zum Thema Alterung und Gesundheit.

Bis Herbst 2018 am Institut für

Mole kulare Biowissenschaften der

Karl-Franzens-Universität Graz,

seither in Cambridge, England.

stekovic.com

WELCHEN VORTEIL BRINGEN

DIE KURZEN FASTENPHASEN?

Im Mittelpunkt des Intervallfastens steht

ein Vorgang in den Körperzellen, den

man noch nicht lange nachweisen kann:

„Autophagie“. Stekovic beschreibt ihn

als „Aufräumprozess“ in der Zelle. Stark

vereinfacht erklärt: Werden Zellen mit

Energie versorgt, sind sie mit dem Umwandeln

der Energieträger ausgelastet;

„Abfallprodukte“, die entstehen, werden

in der Zelle zwischengelagert und bleiben

dort liegen. Gönnt man den Zellen

zwischen der Nahrungsaufnahme längere

(Fasten-)Pausen, setzt Autophagie ein:

Der „Zellmüll“, zum Beispiel aus defekten

Proteinen und Mitochondrien bestehend,

wird verwertet, die Zelle sozusagen

entrümpelt.

Dieses „Zellrecycling“ scheint wesentlich

zu sein, um der Zellalterung und

daraus entstehenden Krankheiten entgegenzuwirken.

Sozusagen ein „innerer

Jungbrunnen“. Doch abgesehen vom

Prozess der Zellreinigung (für dessen Erforschung

der Japaner Yoshinori Osumi

2016 den Nobelpreis erhielt) berichten

viele Intervallfastende von zahlreichen

unmittelbar spürbaren positiven Effekten

physischer und psychischer Natur.

Dass sich das Körpergewicht durch regelmäßiges

Kurzfasten meist auf ein gesundes

Maß einpendelt, „ist ein angenehmer

Nebeneffekt“, so Stekovic.

SPORTaktiv

31


3.

32 SPORTaktiv

WIE LANGE SOLLEN

FASTENPHASEN SEIN?

Wann genau Autophagie in den Zellen

einsetzt, ist noch nicht geklärt und laut

Stekovic auch von mehreren anderen

Faktoren als der Nahrungsaufnahme abhängig:

Als Mindestzeit werden allerdings

16 Stunden ohne Kaloriennachschub

angenommen (daher auch die

8:16-Stunden-Methode). Stekovic empfiehlt

jedoch, lieber volle Fastentage einzulegen.

Heißt konkret: vom Abend bis

zum Morgen des übernächsten Tages zu

fasten, womit sich sich jeweils 36 Stunden

fürs Zellrecycling ergeben.

4.

WAS BEDEUTET NUN „FASTEN“

IM INTERVALLFASTEN GENAU?

Anders als etwa bei einwöchigem Heilfasten

soll in den Kurz-Fastenphasen auf

Energiezufuhr zur Gänze verzichtet werden.

Also: null Kalorien. Man soll ausreichend

(aber nicht im Übermaß) Wasser

trinken, circa zwei Liter an normalen

Tagen. Schwarzer Kaffee (der die Autophagie

sogar unterstützt) sowie schwarzer

oder grüner Tee stören nicht.

Jede zugeführte Kalorie sollte aber

besser vermieden werden, weil die Autophagie

damit verhindert oder verzögert

wird. Und weil damit der Körper das Signal

erhält: „Gleich kommt mehr“ und

sich Hunger einstellt. Deshalb sollte

man auch auf (kalorienfreien) Süßstoff,

aber auch etwa Früchtetee verzichten.

5.

WIE FÜHLEN SICH DIESE

FASTENPHASEN AN?

Viel besser als Skeptiker glauben. Das

weiß Stekovic von durchgeführten Studien,

aus jahrelangen Selbstversuchen

(„einen Fastentag pro Woche hab ich in

mein Leben fix integriert“) sowie aus

vielen Rückmeldungen aus der Intervallfasten-Community.

Bescheidene erste

Versuche des SPORT aktiv-Redakteurs

bestätigten: Fastentage sind nicht nur

problemlos machbar, man fühlt sich in

der Regel gut dabei. Keine Heißhungerattacken,

keine zitternden Knie, keine

Schweißausbrüche, keine Müdigkeitsgefühle.

Im Gegenteil: Viele fühlen sich an

den Fastentagen energiegeladen, die Lust

auf (moderate) Bewegung ist groß.

6.

Moderates

Ausdauertraining

und

Intervallfasten

lassen

sich gut

kombinieren.

BESTEHT DIE VERSUCHUNG,

NACH FASTENTAGEN

DOPPELT ZUZUSCHLAGEN?

In der Regel nicht. Im Gegenteil: Das

Fastenintervall steigert die Sensibilität

für die wahren Bedürfnisse des Körpers,

der kommuniziert, was und wie viel er

wirklich braucht. Etwa Nährstoffe, die

in Obst und Gemüse stecken. Man lernt

wieder, Appetit von Hunger zu unterscheiden,

und greift instinktiv zu hochwertigeren

und gesünderen Lebensmitteln.

Das wird von vielen Anhängern des

Intervallfastens betont. Mit ein Grund,

warum sich damit auch das Körpergewicht

sehr gut regulieren lässt.

7.

VERTRAGEN SICH SPORT

UND INTERVALLFASTEN?

Dazu existieren zwar leider kaum Studien,

betont Slaven Stekovic. Der aber

selbst in seiner Jugend Leistungsschwimmer

war und sogar von Leistungssportlern

weiß, die Fastenphasen nutzen. Vor

allem aber lässt sich ein moderat bewegtes

Leben, wie es viele Hobbysportler

führen, mit Intervallfasten in der Regel

sehr gut in Einklang bringen. An Fastentagen

sowie an den Tagen danach (entleerte

Speicher) sollte man freilich keine

Höchstleistungen von seinem Körper

verlangen, aber gerade Grundlagenausdauersport

im Bereich von 70 bis 80

Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit

sei meist sehr gut machbar.

8.

GIBT ES GRÜNDE,

LIEBER NICHT ZU FASTEN?

Ja, auch die gibt es. Bei akuten Infektionen

soll man nicht fasten, Menschen

mit chronischen Erkrankungen sollten

mit ihrem Arzt Rücksprache halten, ehe

sie Intervallfasten versuchen. Auch wer

an Essstörungen leidet, soll davon Abstand

nehmen. Frauen in der Schwangerschaft

sowie allen unter 25 ist vom

Intervallfasten ebenfalls unbedingt abzuraten,

sagt Slaven Stekovic. Wer aber

mindestens 25 Jahre alt und gesund ist,

kann es einfach versuchen. Es gilt, langsam

(mit einem einzelnen Fastentag) beginnen,

schauen, wie der Körper reagiert.

Fühlt man sich gut, spricht nichts

dagegen, den „inneren Jungbrunnen“

durch regelmäßige Fastenintervalle

anzuwerfen.

BUCHTIPP

Slaven Stekovic:

„Der Jungzelleneffekt. Wie wir

die Regenerationskraft unseres

Organismus aktivieren“.

edition a, € 19,95


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PETER

GURMANN

Sport- und Gesundheitspsychologe

sowie

Beratungs lehrer in

Klagenfurt. Kontakt:

peter.gurmann@aon.at

S

o wie der leistungsorientierte Skifahrer

den perfekten Schwung sucht, so will der

professionelle Surfer die ultimative Welle

reiten. Das Ideal bleibt in der Regel unerreichbar

und steht als Metapher für das ständige

Bemühen nach Vollkommenheit. Nur wer sich

ständig weiterentwickelt, nie mit sich zufrieden

ist, wird am Ende ganz oben stehen. „Wer immer

strebend sich bemüht, den können wir erlösen“,

bringt es Goethe auf den Punkt.

Dieses Streben nach Perfektion sollte dem Alter

angepasst werden, sonst ist der Frust vorprogrammiert.

Individuelle Interessen, körperliche

Einschränkungen und die aktuell zur Verfügung

stehende Lebensenergie müssen berücksichtigt

werden. Jeder sollte für sich selbst klären, welche

Themen gerade wichtig sind und was seine Lebensfreude

steigert. Seiner leisen inneren Stimme

dabei Gehör zu verschaffen, schadet nie. Sorge

für Stille und sie wird sich melden. Was sagt mir

mein Bauchgefühl, meine Intuition?

Eine kleine Geschichte: Richard ist Schweinebauer,

stets gut gelaunt, und ehemaliger

Fußballer, der für gesunde Härte bekannt war.

Seine früheren Gegenspieler können noch heute

ein Lied davon singen. Der Waschbrettbrauch

ist ihm geblieben. „Kommt von der Stallarbeit“,

erklärt er mit einem breiten Grinsen. Glaubt ihm

keiner. Wobei – seine Kraftkammer hat nach

wie vor keine Sau gefunden. Jedenfalls ist er fit.

Nur sein rechtes Knie ähnelt einem unförmigen

Gewächs, Folge eines nicht operierten Kreuzbandrisses.

„Wie geht’s?“, frage ich. „Ich bin gut

in Form. Ich spüre nichts und mir tut nichts

weh!“, teilt er mir mit. „Ein interessanter Zugang“,

geht es mir durch den Kopf. Sogar „nichts

wehtun“ kann ein sportliches Ideal darstellen.

10.-13.

JULI

2019

ETAPPEN

4

LÄNGE DER TAGESETAPPEN

22-24 KM

TÄGLICHER AUF- UND ABSTIEG

1.300-1.600 M

4TRAILS.NET

SPORTaktiv 33


Sportnahrung unter der Lupe.

Was bringt’s, was soll drin sein?

TEIL 4: SPORTGELS

MEHR ALS

EIN BOOSTER

1. WAS IST EIN SPORTGEL?

Die „Gels“ sind dickflüssige Kohlenhydratkonzentrate, die schnell

verfügbare Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index beinhalten.

Gels kommen bei intensiver Ausdauerbelastung über 60

Minuten zum Einsatz; sinnvollerweise dann, wenn hohe Kohlenhydratmengen

in kurzer Zeit benötigt werden. Grundsätzlich

gilt die Regel: Je mehr Kohlenhydrate pro Zeiteinheit aufgenommen

werden können, ohne dass dabei Unverträglichkeiten auftreten

(siehe Frage fünf), desto besser lässt sich sportliche Leistung

steigern bzw. aufrechterhalten.

MAG. DR.

MANUELA

KONRAD

ist Diätologin und Medizinwissenschafterin

an der

Fachhochschule Joanneum in

Bad Gleichenberg (St) sowie

Vorstandsmitglied der Österreichischen

Gesellschaft für

Sporternährung (ÖGSE).

www.oegse.at

Konrad ist auch Mitherausgeberin

des „Lehrbuchs der

Sport ernährung“ der ÖGSE –

Bestellmöglichkeit:

www.lehrbuch-dersporternaehrung.at

2. WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN GEL

UND KOHLENHYDRAT GETRÄNK?

Manche Sportler glauben, dass Kohlenhydrate aus Gels am

schnellsten aufgenommen werden. Das stimmt so nicht: Kohlenhydrate

in flüssiger Form (also Sportgetränk) werden in der

Regel am schnellsten resorbiert, Kohlenhydrate in fester Form

(z. B. Riegel, Banane) brauchen am längsten – Gels liegen dazwischen.

Ein wichtiger Unterschied liegt bei der Handhabung,

es gibt Rennsituationen, wo Gels überlegen sind. Gels sind kompakt,

können z. B. in einem Neoprenanzug, am Fahrradrahmen

usw. platzsparender mitgenommen werden als Getränkeflaschen.

Aber aufpassen: Ein Gel immer mit ca. 300 ml Wasser (z. B. von

der Labe station) gemeinsam einnehmen.

3. WELCHE ZUSÄTZE IM GEL SIND SINNVOLL?

Neben Kohlenhydraten beinhalten viele Sportgels Zusätze. Sinnvoll

ist dabei erstens Natrium – das wird benötigt, damit Wasser

und Kohlenhydrate gut aufgenommen werden können. Koffein

macht ebenfalls Sinn, weil es in einer Menge von 3–6 mg/kg Körpergewicht

leistungssteigernd wirkt. Dabei soll man jedoch die

Menge im Auge behalten: Zu große Koffeinmengen können zu

Herz rasen führen, was es unter Umständen notwendig macht, ein

Rennen abzubrechen.

4. WANN SETZT MAN DAS GEL

IM RENNEN IDEAL EIN?

Viele Hobbysportler verwenden Gels als „Notfallbooster“

im letzten Rennabschnitt. Das ist zwar nicht

falsch, vor allem Koffeingels können diesen Zweck

erfüllen. In welcher Rennsituation man jeweils zum

Getränk, Gel oder zu einem Riegel greift, ist aber

dennoch in erster Linie eine Frage des Handlings, nicht

des Zeitpunkts – wie in Punkt zwei beschrieben.

5. WAS IST BEI DER EINNAHME ZU BEACHTEN?

Bei Gels ist unbedingt die Verträglichkeit zu erproben

– nicht erst im Wettkampf experimentieren. Gels soll

man immer mit Wasser einnehmen. Es gilt auch, die

Gesamtkohlenhydratzufahr aus allen Quellen (z. B.

Sportgetränke, Gels, Riegel, Bananen ...) zu beachten:

Bei Belastungen zwischen 1 und 2 Stunden sind 30 g

Kohlenhydrate pro Stunde ideal, bei Belastungen über

zwei Stunden 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde.

Zu große Kohlenhydratmengen bringen nicht nur

keinen Vorteil, sondern können zu Magen-Darm-Problemen

führen.

Foto: Manuela Konrad

34 SPORTaktiv


INFOS & BUCHUNGEN

HOTEL TAURERWIRT

9981 Kals am Großglockner

T. +43 48 76/82 26

info@taurerwirt.at

www.taurerwirt.at

AM GIPFEL DER

SKITOURENTRÄUME

In Kals am Großglockner, mitten im Nationalpark Hohe

Tauern, liegt der Taurerwirt. Ein Wanderhotel, das nicht

nur mit seiner Lage punktet. Geh mit geprüften Guides

täglich auf Skitour – und lass dich als Highlight auf den

Gipfel von Österreichs höchstem Berg führen.

Fotos: Wanderhotel Taurerwirt

Herzlich willkommen im Wanderhotel

Taurerwirt. Wenn du in der Natur

sportlich aktiv sein und dich gleichzeitig

in deinem Hotel so richtig wohlfühlen

willst, bist du hier richtig. Auch wegen

der Taurerwirt-Packages, die von Sportlern

für Sportler geschnürt werden. Die

Skitourenwoche rechts ist nur ein Beispiel

– auf Anfrage wirst du gern beraten.

Abgesehen davon überzeugt das Wanderhotel

Taurerwirt mit den folgenden

Highlights.

Natürlich verwöhnt …

Küchenchef Sigi genießt es, dich mit

Kalser Wild, Fleisch und Milchprodukten

von Kalser Bauern und vielen anderen regionalen

Produkten zu verwöhnen.

Natürlich vital …

Der „GlocknerSpa“ ist ein Ort der Ruhe

und Wärme. Verschiedene Saunen und

Ruheräume, Massagen und Kosmetikanwendungen

wie z. B. das original

Taurerwirt-Gletscherschliffpeeling sind

wahre Wohltaten für Körper und Seele.

Natürlich entspannt …

„Schlafen wie die Murmeltiere“ – ein

gesunder Schlaf ist sehr wichtig. Die Lage

am Ende des Tales garantiert Ruhe und

Entschleunigung.

Natürlich umweltbewusst …

Der gewissenhafte Umgang mit natürlichen

Ressourcen, Umweltbewusstsein

und Regionalität liegen den Betreibern

am Herzen. Sie beziehen zum Beispiel

ihre gesamte Energie aus dem eigenen

Wasserkraftwerk und aus der Hackschnitzelanlage.

ANGEBOT

GROSSGLOCKNER – SKITOUR PUR

SKITOURENWOCHE

30. MÄRZ BIS 6. APRIL 2019

6 Übernachtungen im Hotel inkl.

Taurerwirt-Verwöhnpension, eine

Übernachtung auf der Stüdlhütte.

Samstag: Begrüßung, Besprechung

und Vortrag der Bergführer

Sonntag: leichte Skitour zum Start

Montag: Tour in den Lienzer

Dolomiten

Dienstag: hochalpine Gletschertour

Mittwoch: Ruhetag

Donnerstag: Skitour in Osttirol

Freitag: Abschlussskitour, Abschlussabend

im Hotel Taurerwirt

Samstag: Abreise

€ 1324,– pro Person

(Anmeldung bis 23. März 2019)

SPORTaktiv

35


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Diese Übungen sind kinderleicht

und sollen dich im Alltag fit

machen. Ohne großen Aufwand oder

Fitnessgeräte. Versuche es heute, die

ganze Woche oder einen Monat lang,

entscheide du. Die nächsten Ideen

sammeln wir für die April-Ausgabe.

Hast du Vorschläge? Schreib mit

#dasschaffstdu an die SPORTaktiv-

Redaktion via E-Mail, Facebook

oder Instagram.

BEWEGUNG

AM MORGEN,

6.40 UHR:

Wer vorgibt, keine Zeit für Bewegung

zu haben, wird zugeben müssen,

doch dann und wann seine

Zähne zu putzen. Na bitte! Diese

zwei Minuten lassen sich bestens

nutzen: Hebe beim Zähneputzen

ein Bein an und versuche, den einbeinigen

Stand zu halten. Easy?

Okay, dann mach zusätzlich die Augen

zu. Damit schulst du auch das

Gleichgewichtsgefühl. Fortgeschrittene

können leichte Kniebeugen

versuchen, ganz Mutige stellen sich

auf einen wackeligen Untergrund

(z. B. Balance Board). Nach zwei

Minuten ist das Morgensportprogramm

erledigt. Und die Zähne

sind auch sauber.

BEWEGUNG ZU MITTAG, 12.15 UHR:

Für ein Fitnessstudio braucht es keine Geräte, eine „Mini-Kraftkammer“ hast

du ständig um dich. Oder wer hat keine Wand in der Nähe? Setz dich (ohne

Sessel) flach mit dem Rücken an die Wand, Ober- und Unterschenkel bilden

einen rechten Winkel. Zudem machst du mit deinen Händen die „Gebetshaltung“

und presst die Handflächen fest zusammen. Damit stärkst du Rumpf,

Bein- und Armmuskulatur, ideal für Schreibtischtäter. Wer sich Motivation holen

will, fordert seine Arbeitskollegen zu einer Challenge in der Mittagspause.

Wer schafft es 30 Sekunden? Wer knackt 100 Sekunden?

BEWEGUNG AM ABEND, 19.30 UHR:

Versuche, mehr Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zu absolvieren und

das Auto stehen zu lassen. Nimm dir jetzt vor, von der Arbeit nach Hause

zu gehen, von der Haltestelle, von der Arbeitskreissitzung, vom Verwandtenbesuch

oder vom Kino. Du wirst erstaunt sein, wie viele Kilometer

man marschieren kann und welche positiven Effekte so ein Abendspaziergang

hat. Der Kopf lüftet durch, man kommt auf frische Gedanken, sieht Dinge

klarer – und das Herz-Kreislauf-System kommt auch noch einmal in Schwung.

Foto: Thomas Polzer

36 SPORTaktiv


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AUF VIELEN

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38 SPORTaktiv


SPORT VOR DER KAMERA,

SPORT ABSEITS DER KAMERA.

KRISTINA INHOF (30) IST

ORF-MODERATORIN UND

SPORTWISSENSCHAFTERIN.

ÜBER EINE FAST-HANDBALL-

KARRIERE, SCHLAGFERTIGE

FRAUEN STATT MÄUSLEIN

UND DISCO-SPINNING.

VON CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Daniel Widner, KK (2)

KRISTINA INHOF,

geboren am 1. Oktober

1988 in Wien, lebt in

Mödling; Moderatorin

und Sportjournalistin

(Vienna Online, W24,

Puls 4, Sky, ORF)

www.kristinainhof.at

Klar, auf den Mund gefallen darf

man als TV-Moderatorin nicht

sein. Es braucht aber wohl eine

Extraportion Chuzpe, den Bundespräsidenten

am Opernball nach dem Rauchverbot

zu fragen oder Michael Häupl

nach seinen Tanzkünsten. Kristina Inhof

traut sich das. Neben ihren Ausflügen

auf den roten Teppich und zu Unterhaltungsshows

sieht man die 30-Jährige

aber meistens in ihrem Stammmetier,

der Sportberichterstattung.

Dass man auch hier schlagfertig, sattelfest

und wasserdicht sein muss, weiß

sie spätestens seit der Salzburger Meisterfeier

2011. Mitten in einem Interview

überschüttete sie Salzburg-Tormann Alexander

Walke von hinten mit einem

Krug Bier. Sie bewahrte Haltung und

kommentierte live ins Mikro: „Na, wenigstens

eine Abkühlung.“

Sportlich nimmt Inhof jede Herausforderung

und das hat wohl einiges mit

ihrer Kindheit zu tun. Inhofs Papa ist

Sportlehrer und ließ die kleine Kristina

in der Nähe von Mödling zu einem

sportlich aktiven Kind heranreifen. Skifahren

und Tennis mit drei, vier Jahren,

ab sechs kam die große Liebe Handball

dazu. „Ich war bis zur Jugend in der

Südstadt im Nachwuchs von Serienmeister

Hypo, dann habe ich mich für

die Schule statt für die Sportkarriere

entschieden.“ In der HAK glänzte sie bei

Referaten mit Präsenz und Redegewandtheit,

der Weg in die Medien war

naheliegend – und damit auf Umwegen

doch zur Sportkarriere. „Beim Studium

habe ich mich aber bewusst gegen Publizistik

und für Sportwissenschaften entschieden.“

Davon profitiert Inhof jetzt

im Joballtag. Weniger bei der Präsentation

vor der Kamera, „aber beim Grundverständnis

von Sport oder wenn es um

trainingswissenschaftliche Aspekte oder

Verletzungen geht“.

Auch wenn es 2019 keine Sensation

mehr ist, wenn Frauen am Fußballplatz

oder in der Sporthalle zum Mikro greifen,

sieht sich Inhof mit ihren Kolleginnen

wie Alina Zellhofer, Karoline

Zobernig oder Julia Kienast als „Pionierin“.

Denn noch sind die Damen klar in

der Minderheit. „Aber ich freue mich

sehr, dass etwa unter den Praktikanten

in der ORF-Sportredaktion schon 50

Prozent junge Damen sind.“ Was Inhof

mitbringt und die Reporterinnen von

morgen in der vermeintlichen „Männerdomäne

Sport“ brauchen könnten?

Kristina Inhof war von Ex-Arsenal-Star Thierry Henry

angetan: „Er war sehr charmant und höflich.“

SPORTaktiv

39


KRISTINAS FITNESS-TIPPS

1. Grundsätzlich: Suche dir eine Sportart,

die Spaß macht. Sonst wird jede

Anstrengung zur Qual.

2. Erwarte dir am Anfang des Trainings

keine großen Wunder und keine

schnellen Ergebnisse. Geduld und

Ausdauer sind gefragt.

3. Gute Musik! Die sorgt für

Top-Motivation.

4. Investiere in gutes Sportoutfit.

Funk tionell UND modisch soll es sein,

denn das hilft auch der Psyche auf die

Sprünge.

5. Auf die Ernährung achten! Probiere viel

und suche das für dich Richtige. Ich

nasche zwar gerne, aber ich kann mir

glück licherweise die eine oder andere

Sünde erlauben …

„Kein Mäuschen sein, ehrliches Interesse

am Sport haben, schlagfertig sein und

Spaß daran haben, in einer Männerwelt

zu arbeiten.“ Als Reporterin ist es ihr

wichtig, den Sport der breiten Öffentlichkeit

zu vermitteln, „und da finde ich

es natürlich sehr schade, dass das durch

die Rechtevergabe für Bundesliga und

Champions League nicht mehr flächendeckend

möglich ist. Der Sport muss die

Jugend und neue Fans gewinnen und da

sehe ich das schon kritisch.“

Selbst ist Inhof eine sportliche Allrounderin,

als neue Liebe hat sie unlängst

„Disco-Spinning“ entdeckt. Was

das ist? Man sitzt im Fitnessstudio auf

Rad-Ergometern, strampelt im Disco-Rhythmus,

tanzt regelrecht am Rad

und trainiert mit kleinen Gewichten

auch Rumpf und Oberkörper. „Das ist

voll geil, weil es so lustig ist und sich

nicht nach Sport anfühlt“, lacht sie.

„Dabei ist es das Anstrengendste, das ich

je gemacht habe.“ Tennis, Skifahren und

Wandern stehen sonst noch am sportlichen

Plan, Laufen nach ein paar Wehwehchen

eher nicht so. Dafür kann sich

die sympathische Niederösterreicherin

mit allem anfreunden, was laut, schnell

und adrenalinhaltig ist: wie Quadfahren

in Rumänien oder ein paar Runden als

Co-Pilotin am Red-Bull-Ring.

Inhof mag keine Trainingspläne, lässt

sich nicht einengen und frönt eher der

Lust an Sport und Bewegung. Die sportlichen

Ziele für 2019 sind gerade im

Entstehen. „Der zweite Fallschirmsprung

meines Lebens könnte das sein,

weil der erste echt lässig war. Ich hätte

Lust meine erste Skitour zu gehen. Und

obwohl ich keine Läuferin bin, kann ich

mir vorstellen, heuer einen Halbmarathon

zu rennen.“

Inhof ist eine

Allrounderin: Die

Ex-Handballerin

liebt Skifahren,

Tennis, Fitnessstudios

und

Krafttraining.

FRAGEBOGEN

LIEBLINGSSPORT AKTIV:

Disco-Spinning

LIEBLINGSSPORT

ALS REPORTERIN: Fußball

SCHWIERIGSTER

INTERVIEW-PARTNER:

Thorsten Fink

LUSTIGSTER TV-MOMENT:

Lachanfall bei W24-Interview

mit Stimmenimitator

Alex Kristan

LIEBLINGSSPORTLER NATIONAL:

Marcel Hirscher

LIEBLINGSSPORTLER

INTERNATIONAL: Thierry Henry

LIEBLINGSVEREIN: früher war

es Arsenal …

WEN WÜRDEST DU GERNE

INTERVIEWEN: Jürgen Klopp

SPORTPLATZ ODER

OPERNBALL: Sportplatz!

40 SPORTaktiv


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SPORTaktiv

41


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diesen großen Versprechungen auf der Verpackung landet

eine spezielle Hose vom US-Hersteller OPEDIX in der Redaktion.

Die Men‘s Dual-Tec 2.0 kostet zwar wohlfeile 229 Euro, ist

aber die Speerspitze der technischen Innovation der von Opedix

auf Kinetic Health Gear getauften und mit Orthopäden entwickelten

Features. Die da wären: weniger Gelenksverschleiß,

bessere Erholung nach Verletzungen, verbesserte Ausdauer,

verzögerte Muskelermüdung, gesteigerte Leistungsfähigkeit,

langfristiger Nutzen für die Gesundheit. Opedix empfiehlt die

Hose für viele Sportarten, darunter sämtliche Wintersport-Aktivitäten,

aber auch Laufen, Radfahren, Golf, Wandern, Tennis

und Motorradfahren. Wir haben die Dreiviertelhose beim Laufen

und Skifahren ausprobiert.

Schlüpft man in die Hose, merkt man sofort, wie aufwendig die

Kompressionsflächen und insgesamt 23 (!) Textilsegmente verarbeitet

sind und wie superstraff sie sitzt. Durch die korrekte

Ausrichtung von Muskeln, Faszien und Gelenken sollen Überlastung

und Schmerzen vermieden werden. Egal, wie hoch

man sie zieht, die Hose scheint sich irgendwie an der Kniepartie

auszurichten, wo rund ums Knie eine tatsächlich enorme

Kompressionswirkung über Waden und Oberschenkel spürbar

ist. Auch Bauch und Hintern werden angenehm tonisiert. Über

eine Kordel kann man die Hose oben festschnüren.

In unserem Test lässt sich eine gesteigerte Leistung und weniger

Ermüdung zwar nicht wissenschaftlich belegen, aber eines

können wir auf jeden Fall bekräftigen: Beim Skifahren war die

Hose (unter der Skihose getragen) irrsinnig angenehm. Und bei

den Laufrunden im Winter war eines sehr auffällig: Sonst gelegentlich

auftretende Knieschmerzen vom Asphaltlaufen gab es

mit der Opedix-Hose nicht.

VON CHRISTOPH HEIGL UND CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Thomas Polzer, Russell Hobbs

42 SPORTaktiv


GEMIXT, NICHT GESCHÜTTELT

Kollege Thomas nimmt Eiweißgetränke in seinen Fastenwochen

ein und hat sozusagen die Software zu diesem „Ausprobiert“

geliefert. Die Hardware ist der RUSSELL-HOBBS-Insta-

Mixer (UVP € 29,99). Er ist für Nahrungsergänzungsmittel in

Pulverform (Eiweiß, Kreatin ...) gedacht. Das Mixelement

(unteres Bild) ist aus Plastik und kann es daher wirklich nur mit

Pulver aufnehmen, für Smoothies ist das Gerät nicht gedacht.

Ehrlich: Den stabilsten Eindruck macht das Plastikteil nicht.

MIT DER KRAFT DER KIRSCHE

Immer nur Lemon und Citro? Irgendwann hat man sich bei

herkömmlichen Sportgetränken „satt getrunken“ an den meist

gleichen Geschmacksrichtungen. Etwas Neues muss her, ein

neuer Reiz, damit man wieder gerne zur Trinkflasche greift.

Meine Entdeckung der letzten Radsaison: der wunderbare

Geschmack von Kirsche.

Erwähnenswert ist das Fach im Deckel, wo man eine Portion

Pulver mitnehmen kann. Bevor Wasser sowie Pulver in den

Plastikbehälter kommen, muss man den Akku mit dem mitgelieferten

USB-Kabel aufladen, so ist der Mixer auch unterwegs

einsatzbereit. Also: Einfüllen, zuschrauben, mixen.

Und kosten: Bei unserem Soja-Eiweiß-Pulver blieben beim ersten

Mal noch Klumpen. Das dürfte aber auch vom verwendeten

Pulver abhängen – lässt sich aus Online-Erfahrungsberichten

schließen. Nach länger anberaumtem Mixgang zwei passt

dann doch die Konsistenz. Ob elektrisch aber wirklich besser

ist, ist wohl wie beim Rasieren: eine Geschmackssache ...

300 Gramm Pulver mit Kirschgeschmack enthält eine Dose Mineral-Vitamin-Drink,

kurz MVD, aus der Immun-Aktiv-Serie von

PEEROTON. Zum UVP von € 26,90 ergibt die Dose mit der empfohlenen

Dosierung (1 Messlöfel pro 0,5 Liter Wasser) 30 Liter.

Peeroton, die Firma mit steirischen Wurzeln, empfiehlt das Getränk

für Trainings und Workouts bis maximal 60 Minuten. Für

längere Einheiten wird ein Kohlenhydratzusatz („Carbo+“) oder

das Ultra-Ausdauer-Getränk „Isotonic Ultra“ angeboten. Doch

der Selbstversuch zeigt: Die Kirsche liefert auch bei stundenlangem

Sport genug Energie. MVD enthält fünf wesentliche

Elektrolyte, Zink und Magnesium und kann vor, während und

nach dem Sport einen wertvollen Boost liefern. Oder laut

Peeroton sogar als Alltags- und Warmgetränk getrunken werden,

das Immunsystem und Abwehrkräfte unterstützt.

Wer nicht auf Kirsche steht, kann sich durch elf weitere Geschmacksrichtungen

durchtesten: Mango-Papaya, Blutorange,

Schwarze Johannisbeere, Orange, Ananas/Zitrone, Pfirsich/

Marille, Kiwi/Apfel, Erdbeere/Rhabarber, Zitrone /Limette und

Pink/Grapefruit. Mahlzeit!

SPORTaktiv

43


Indisches

Mango-Lassi

Pro Portion:

380 kcal

45 g Kohlenhydrate

15 g Protein

13 g Fett

Foto: Runtastic

In Indien wird Mango Lassi gern zu feurigen Speisen getrunken, da es

die Schärfe des Essens mildert. Außerdem fördert das Joghurtgetränk aus

Indien die Verdaulichkeit.

Zutaten:

1 Mango

250 g Naturjoghurt

100 ml Milch

1 Prise Salz

1 TL Honig

1 TL Zimt

1/2 TL Kardamom

(gemahlen)

1.

2.

Schneide die Mango in kleine Stücke.

Vermixe die Frucht anschließend mit den restlichen

Zutaten, bis das Lassi so richtig schön cremig ist.

Zubereitungszeit: 5 Minuten | Portionen: 1 | Schwierigkeitsgrad: einfach

Mehr Rezepte auf www.runtastic.com/apps/runtasty

44 SPORTaktiv

Powered by


RUN

SPECIAL

Foto: CEP Sports

78 SEITEN ÜBER DAS LAUFEN. VON DER HÜFTE BIS ZUR

SOHLE, VOM GATSCH-TRAINING BIS ZUR WASCH-

ANLEITUNG, VON ULTRALÄUFEN BIS ZU DEM GRUND, AUS

DEM WIR LAUFEN: WEIL ES SO EINFACH UND SO SCHÖN IST.

SPORTaktiv

45


EINFACH

LAUFEN

46 SPORTaktiv


AB WELCHEM UMFANG, WELCHEM SPEED ODER

WELCHER AMBITION KANN MAN SICH EIGENTLICH

LÄUFER NENNEN? UND WAS IST ÜBERHAUPT DAS

SCHÖNE AM LAUFEN? EIN LOBLIED AUFS

LAUFEN WIE „FÜRSTENFELD“ VON STS.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Icebug Running, Thomas Polzer

arum darf ich eigentlich

W

diesen einleitenden Text

in unser Laufspecial

schreiben? Es gibt sicher

Erfahrenere und, ja, vor

allem leistungsstärkere Läufer im Redaktionsteam

als mich. Ich denke zum Beispiel

an unseren „Mann fürs Grobe“, der schon

Marathons im Bergwerk und im Knast

(als Gast natürlich) gelaufen ist und jeden

angebotenen Ultratraillauf weltweit ohne

spezielle Vorbereitung und zur Not auch

mit nur einem Bein rennt.

Andererseits soll es hier um das Schöne

am Laufen gehen und da passen „Bergwerk“

und „Knast“ eben nicht hundertprozentig

dazu. Der Chef argumentierte

außerdem schlüssig: „Du läufst doch

gern und das schon viele Jahre.“ 15, um

genau zu sein. „Und dass Laufen ein

großartiger Sport ist, hängt weder vom

Wochenumfang noch vom Leistungsvermögen

ab. Sondern es gilt für jeden, der

gern läuft.“ Also auch für mich.

Drängt sich als erste Frage auf: Macht

Laufen wirklich unabhängig vom Leistungsvermögen

Spaß? Nicht ganz, würde

ich sagen. Aber fast. Ich glaube nicht,

dass man als völlig Untrainierter Spaß

am Laufen hat. Aber der kommt bald,

dafür braucht es nicht viel – sagt mir zumindest

meine eigene Erfahrung.

Einstieg: Vom Zweck zur Lust

Als ich vor rund 15 Jahren, mit 28,

mit dem Laufen begann, war es eine

Zweckentscheidung. Ich lief zuerst am

Laufband im Fitnessstudio, um – gemeinsam

mit Kalorienzählen und Krafttraining

– Kilos, die sich im Lauf der

Jahre angesammelt hatten, abzuarbeiten.

Das funktionierte überraschend gut.

Zum ersten Mal als nicht bloß zweckorientiert

empfand ich das Laufen dann

aber, als ich plötzlich statt 45 Minuten

eine ganze Stunde und bald darauf 80

Minuten am Laufband verbrachte. Mit

rotem Kopf und weiteren Anzeichen von

Überanstrengung zwar, aber das Gefühl

angesichts des „Leistungssprungs“ war ein

Erhabenes. 1:20 Stunden durchlaufen!

Damit traute ich mich auch im Freien

auf die Laufstrecken.

Kein Scherz: Statt der zehn anvisierten

Kilos riss es mir in knapp einem halben

Jahr 18 (von 91 auf 73) herunter – ich

sehe das rückblickend wie bei einer Lok:

Erst rührt sich nichts, dann kaum etwas

und dann, einmal in Fahrt, lässt sich das

Ganze gar nicht mehr so leicht stoppen.

Die neue Leichtigkeit: im Flow

So viele Kilos, wie ich eingebüßt hatte,

um so viel leichter fühlte sich bald das

Laufen an. Nach Lust und Laune (ich

hatte damals einen 38,5-Stunden-Job

und viel Zeit) lief ich drei-, viermal die

Woche zwischen 60 und 100 Minuten.

Mehr wollte und brauchte ich nicht.

Der Effekt, den ich nämlich schon

rasch erlebte und der für mich bis heute

beim Laufen zentral ist: Es gibt wahrscheinlich

keine Sportart, in der man

leichter und einfacher in einen Zustand

kommt, der nach Csikszentmihalyi als

Flow definiert ist. Oder zumindest in

einem flowähnlichen Zustand: Man

benötigt keine besondere technische

Übung noch großes Geschick, bloß etwas

Ausdauer und Durchhaltevermögen.

„Einfach“ ist aber auch im logistischen

Sinn zu verstehen: Von der eigenen

Haustür weg läuft man zehn, 15 oder

20 Minuten und dann beginnt es wie

von selbst zu laufen. Das wirklich vollkommene

Aufgehen im Tun und in der

Aufgabe (also der richtige Flow) stellt

sich etwas seltener und oft auch erst nach

längerer Zeit ein, aber es ist auch für

weniger Sportliche erreichbar. Mit dem

langsamen Vorbeiziehen der Landschaft

fließen auch die Gedanken frei und mühelos.

Nicht jedes Mal, aber an guten Tagen.

Was man früher den Skifahrern gern

in den Mund gelegt hat, stimmt beim

Laufen wörtlich: Wenn‘s laft, dann laft‘s.

Minister, Staatssekretär, Präsident

Nachdem ich mich in den ersten beiden

Jahren meines Hobbyläuferlebens noch

aus Versagensangst geweigert hatte, einen

hügeligen Halbmarathon in der Nähe

meiner Heimat zu probieren, entdeckte

ich dann große Freude daran. Und wurde

mehrere Jahre lang Stammgast. Der

MIT DEM

LANGSAMEN

VORBEIZIEHEN

DER LANDSCHAFT

FLIESSEN AUCH

DIE GEDANKEN

FREI UND

MÜHELOS.

SPORTaktiv

47


Beim „Laufinterview“ mit Marathonprofi Valentin Pfeil vor einigen Monaten. Eindrucksvoll zu

sehen: die große Bandbreite von Läufer bis Läufer.

Lauf im Frühling, dazu ein „privater“

15-Kilometer-Wald-und-Wiesen-Lauf

quer durch die Provinz im Herbst – das

war lange mein „Rennprogramm“.

Am schönsten hab ich überhaupt

meine Halbmarathon-Premiere in Erinnerung

– und auch das hat mit einem

gewissen Gefühl der Leichtigkeit zu tun.

Und auch mit einer niedrigen Erwartungshaltung.

In meiner Unerfahrenheit

lief ich die erste Hälfte zurückhaltend in

genau einer Stunde, und die zweite, weil

ich mich so gut fühlte, in 49 Minuten.

Der Applaus, den ich auf den letzten

Kilometern bekam, war mir fast ein

wenig peinlich, ich hatte auch im Finale

noch genügend Energie, mich bei besonders

freundlichen Anfeuernden meinerseits

freundlich zu bedanken.

Ein Missverständnis ist mir in dem

Zusammenhang aber auch – am selben

Ort, ein paar Jahre später – in Erinnerung.

„Ein kräftiger Applaus für die beiden

Herren“ schmetterte der Platzsprecher

ins Mikrofon, während ich und der

„Präsident“, also mein langjähriger Laufpartner,

gerade die Ziellinie überquerten.

Gemeint waren leider nicht wir, wie

ich später auf „meinem“ zugeschickten

Zielfoto erkennen musste: Darauf waren

ein aus der Region stammender Minister

und ein Staatssekretär verschwitzt im

Laufdress zu sehen, dahinter ich, als zufällig

ins Bild Gestolperter. Der Präsident

war gleich überhaupt nicht drauf.

Das Foto ist mir unlängst wieder

einmal in die Hände gekommen. Ein

per Post zugesandtes „Analogfoto“ – das

waren Zeiten. Lässige Zeiten (vom Läuferischen

her)! Trotz der formatfüllenden

Präsenz der Herren Politiker am Bild ist

zu erkennen, wie schlank ich war, und

dass ich ungleich mehr nach Läufer aussah

als heute.

MIR GING

ES UM DAS

ERLEBNIS UND

DAS GEFÜHL

BEIM LAUFEN

AN SICH.

Endlose Entwicklungsmöglichkeit

Vielleicht war es ein Fehler, dass ich

damals, als ich so regelmäßig lief und

jederzeit einen Halbmarathon laufen

konnte, nicht nach einer weiteren Evolutionsstufe

als Hobbyläufer gestrebt habe.

Mir ging es ja nicht um Leistungssteigerung,

sondern um das Erlebnis und das

Gefühl beim Laufen an sich. Wenn man

etwa mit Ultraläufern spricht (das mach

ich derzeit öfters, weil sie erstens gute

Typen sind und zweitens das Traillaufen

auf langen Distanzen im Moment eine

recht gefragte Geschichte ist), ist es schon

faszinierend, zu hören, dass auch sie oft

spät ins Laufen eingestiegen sind. Und zu

Beginn nur wenige Kilometer zurücklegen

konnten. Die Steigerungsmöglichkeit

im Laufen ist ein Faszinosum. „Erst 2

Kilometer, irgendwann 200“, drückte es

Josef Kladensky (siehe ab Seite 110) mir

gegenüber unlängst aus. Seppi Kladensky:

70 Jahre, 93 Ultraläufe, 85 Marathons.

Ich muss zugeben, dass es mich innerlich

ein wenig unrund macht, wenn einer wie

er mich fragt, ob ich „auch Läufer“ bin,

und ich im Reflex „Ja“ sage. Weil es mir

fast anmaßend vorkommt, mich auf die

gleiche Stufe zu stellen.

Auf und ab

Aber Laufen ist eben Laufen. Als „Nichtläufer“

hätte ich mich selbst in den letzten

15 Jahren nur einmal eine Zeit lang

definiert: Der Tiefpunkt war 2017. Als

Erklärung möchte ich aber meine Kinder

ins Treffen führen, die heute seit gut

sieben bzw. vier Jahren auf der Welt sind

und die Prioritätensetzung in meiner

Freizeit verändert haben. Meine Laufrunden

wurden seit 2011 kürzer und

immer unregelmäßiger. Und meine Mitte

wieder runder. Apropos: Mitte 2017

stellte ich plötzlich fest, dass ich auf

keiner Laufrunde mehr ins Laufen kam.

Kaum unterwegs, wünschte ich, schon

wieder daheim zu sein. Das Laufen war

mir wie eine Liebe geworden, an deren

Hochgefühle man sich noch gut erinnern

kann, die sich aber bei allem Bemühen

nicht mehr herstellen lassen.

Zum Glück hat der Körper ein „Gedächtnis“.

Hört man zumindest immer

wieder – und auch bei mir scheint das zu

stimmen. Am Ende des Jahres hatte ich

zum ersten Mal seit Jahren drei Wochen

Urlaub. Ich stand morgens auf, quälte

mich regelmäßig über die Runde – und

schon beim vierten oder fünften Lauf

48 SPORTaktiv


war das schöne Gefühl wieder da. Zumindest

in Ansätzen. Eins sein mit der Winterlandschaft.

Ich lief bald wieder die früher

üblichen 100 Minuten – zwar im Zeitlupentempo,

wie auch die Punks im Stadtpark

ätzten, als ich vorbeilief, aber immerhin.

Auch ein Mikroabenteuer reicht

Ob ich irgendwann, wie ich seit Ewigkeiten

vorhabe, auch einmal gut vorbereitet einen

ganzen Marathon laufe? Mag sein. Die große

Laufwelt (Wüste etc.) wird’s wohl nicht

mehr werden. Mir reicht aber auch ein

„Mikroabenteuer“. Seit ich wieder zu (langsamen)

Zwei-Stunden-Läufen fähig bin,

versuchte ich einmal, laufend von der Stadt

aus ein Naherholungsgebiet zu erreichen, zu

dem wir sonst mit dem Auto fahren. Wenn

ich nicht in einer Stunde dort bin, dreh ich

einfach um, dachte ich. Mit 1:00 auf der

Uhr stand ich am Ufer und schaute auf den

See hinaus, dort, wo ich sonst mit Frau und

Kindern Steine hüpfen lasse. Laufen ist so

einfach. Und so schön!

BERGLAUF MIT AUSBLICK

Am letzten Juli-Wochenende geht der Schlickeralmlauf in

Telfes im Tiroler Stubaital zum 31. Mal über die Bühne.

27./28. JULI. Berglauf von der feinen Sorte: Der Int.

Schlickeralmlauf in Telfes in Stubaital führt am Sonntag,

dem 28. Juli über 11,5 oder 7,5 km auf das Kreuzjoch

hinauf. Der legendäre Blick auf die Kalkkögel ist bei beiden

Strecken inklusive. Im Rahmen des Events werden auch die

Tiroler Berglaufmeisterschaften ausgetragen werden. Beliebt

ist der Lauf aber nicht nur bei der Elite, auch bei den

Hobbyathleten. Dazu tragen die Kinderläufe und der 8 km

lange Telfer Wiesen Run (beide schon am Samstag) bei.

www.schlickeralmlauf.com

RUN YOUR

LOCAL

MOUNTAIN

On fordert Outdoorfans und urbane

Abenteurer heraus, gemeinsam mit

Läufern weltweit die Trails vor der

eigenen Haustür zu entdecken.

ANZEIGE / Foto: On Running

On ist in den Schweizer Alpen geboren

und in den Bergen zu Hause. Kein

Wunder, dass 2019 die Trailkollektion

ausgebaut wird und selbst Wanderschuhe

von der Schweizer Firma auf den

Markt kommen. Es geht um ein ganz

neues Laufgefühl in den Bergen, um

neue Erfahrungen und das Entdecken

von abgelegenen Orten.

Doch muss man zum Traillaufen in

den Alpen wohnen? Ganz und gar nicht,

sagt On, und fordert Läufer weltweit

heraus, gemeinsam neue Höhen zu

erreichen – weit über die Alpen hinaus!

Alle, die am Wochenende vom 11. und

12. Mai 2019 mindestens 200 Höhenmeter

überwinden und mithilfe von

Strava aufzeichnen, machen mit bei

der globalen „Run your Local Mountain“-Challenge

und greifen mit On

nach den Sternen!

ALLE INFOS:

www.on-running.com/

runyourlocalmountain

SPORTaktiv

49


THOMAS TAUT IST AUF DER

GANZEN WELT MARATHONS

GELAUFEN – INNERHALB EINER

WOCHE! MIT FLUGZEUG ESSEN,

SCHLAF IM FLIEGER UND

GEWALTIGEN TEMPERATUR-

UNTERSCHIEDEN.

VON KLAUS MOLIDOR

KÜRZEL DES WAHNSINNS

50 SPORTaktiv

So extrem sieht er gar nicht aus. Auf

der Straße würde niemand ahnen,

was Thomas Taut aus Wien geschafft

hat. 7 Marathons an 7 aufeinanderfolgenden

Tagen ist er gelaufen, und um das Ganze

noch ein bisschen schwieriger zu gestalten,

waren diese 7 Marathons über die ganze

Welt verstreut, genauer gesagt auf die 7

Kontinente. Antarktis, Afrika, Australien,

Asien, Europa, Südamerika, Nordamerika.

„Es war die Woche meines Lebens“, erzählt

der 54-Jährige, auch gut neun Monate danach

noch mit einem Funkeln in den Augen,

von der „World Marathon Challenge“,

die er gemeinsam mit 49 anderen Lauf-Verrückten

aus aller Welt und als erster Österreicher

überhaupt absolviert hat. Bei Tag

und Nacht ist er gelaufen, bei minus 10

Grad ebenso wie bei plus 30, auf Schnee,

Eis, Sand, Asphalt.

Dabei hat alles so harmlos begonnen, in

der Gumpendorfer Straße in Wien. Dort ist

Taut als Jugendlicher gestanden und hat

den Läufern des Vienna City Marathons

auf die Beine geschaut. „Damals hat die

Strecke noch bei mir daheim vorbeigeführt“,

erinnert er sich. Und daran, dass

dann schnell klar war: Marathon laufen, das

will ich auch einmal. Viele Jahre und zahllose

Zigaretten sollten aber noch ins Land

ziehen, bis er 1999 den Glimmstengel gegen

die Laufschuhe getauscht hat. Von da

an ging es dann aber schnell. „Ich hab gemerkt,

dass ich gut bin, dass ich mich rasch

verbessere.“

Gewöhnlichkeit war aber schon damals

seine Sache nicht. So ist er dann seinen ersten

Marathon auch nicht etwa in der Wiener

Heimat gelaufen, sondern auf Hawaii,

in Honolulu – die perfekte Verbindung seiner

mittlerweile zwei großen Leidenschaften

Laufen und Reisen.

Am anderen Ende der Welt ist der

Grundstein fürs Extreme gelegt. Es folgen

die Major-Five-Marathons in London, Boston,

Berlin, Chicago und New York City.

Als 6. Mann weltweit gelingt Taut das, später

läuft er alle und den mittlerweile sechsten

Major in Tokio in einem Jahr. „In der

Schule hat man immer gesagt: Mögen nicht

alle seine Pläne in Erfüllung gehen“, sagt er

und schmunzelt. Schon vor dieser High-

IN CARTAGENA WAR NUR DER

ERSTE AUF DER RICHTIGEN

STRECKE. DER WURDE VON

EINEM MOTORRAD BEGLEITET.

Fotos: World Marathon Challenge


Auftakt im Eis. Thomas Taut startet in die World Marathon Challenge.

Im antarktischen Sommer bei „nur“ rund minus 10 Grad.

NUR DER FÜHRENDE WAR AUF DER

RICHTIGEN STRECKE, DER WURDE

VON EINEM MOTORRAD BEGLEITET

SPORTaktiv

51


DAS TRAILRUN-EVENT

FÜR DIE

MASTER-KLASSEN! 40+

7.-9.06.2019

TRAIL SHORT 10 KM

TRAIL MEDIUM 21 KM

TRAIL LONG 45 KM

MASTER MEN / WOMEN 40+

SENIOR MASTER MEN / WOMEN 50+

GRAND MASTER MEN / WOMEN 60+

SENIOR GRAND MASTER MEN / WOMEN 65+

100 MARATHONS

MÖCHTE ICH

SCHON SCHAFFEN.

BEI 47 BIN ICH

SCHON.

speed-Weltreise hat er einen guten

Überblick über den Planeten Erde

gehabt. Australien ist sein erklärtes

Lieblingsland. „Die Landschaft, die

lieben Menschen, der Shiraz, den es

in der Qualität nur dort gibt“, haben

es ihm angetan. 2016 ist er wieder

einmal in Sydney. „Da hab ich beim

Joggen einen Mann gesehen, auf dessen

T-Shirt stand: World Marathon

Challenge.“ Bingo. Schon auf dem

Weg retour ins Hotel rasen die Gedanken,

am Computer im Zimmer

spuckt ihm Google dann aus, was

ihn nicht mehr loslassen sollte. 7

Marathons in 7 Tagen in der Antarktis,

in Kapstadt, Perth, Dubai, Lissabon,

Cartagena, Miami.

Taut rechnet, plant, tüftelt, gewöhnt

sich im Training an „Doppelschläge“,

also lange Einheiten, um

die 25 Kilometer an zwei aufeinanderfolgenden

Tagen. Er meldet sich

an. Auch wenn die Belastung allen

Erkenntnissen der Trainingslehre

und der Medizin widersprechen. Auf

die Frage, was sein Arzt zu dem Unternehmen

sagt, antwortet er wie aus

der Pistole geschossen: „Welcher?

Mir konnte beim Laufen noch keiner

nachhaltig helfen.“ Alles klar. „Dass

es nicht gesund ist, ist klar“, schickt

er nach. „Ich glaube aber nicht an die

Orthopädie.“ Mit Bernhard Url und

dem Physiotherapeuten Lukas

Hollerer von der Sportpraxis in Wien

erstellt er jährlich einen Wettkampfplan.

„Da schlagen sie die Hände

über dem Kopf zusammen, aber am

Ende setzen wir das um.“

Wie die World Marathon Challenge.

Der größte Brocken neben dem

Training ist: das Geld. 35.000 Euro

muss er dafür an den Veranstalter,

den Iren Richard Donovan, überweisen.

„Der ist noch viel laufbesessener

als ich“, sagt Taut. Donovan war der

Erste, der diesen Wahnsinn absolviert

hat, und ist seit 2015 Veranstalter.

Für das Startgeld dürfen sich die

50 Teilnehmer in einen umgebauten

Flieger setzen, in dem alle Plätze zu

Betten umgebaut werden können.

Denn geschlafen wird vornehmlich

in der Luft. Gelaufen auf Strecken,

die in Runden und Schleifen in Flughafennähe

ausgemessen wurden. Keine

„normalen“ Großveranstaltungen

also, sondern eigens organisierte Marathons

für die elitäre Gruppe.

Kälte, Hitze, Chaos

Nach dem Start im antarktischen

Sommer bei minus 10 Grad geht es

nach Südafrika und in die Hitze. Immerhin

hatte es in Perth und Dubai

weniger als 30 Grad. Erst in Lissabon

wird es kühler, bevor in Cartagena in

Kolumbien der härteste Lauf wartet.

„Wir sind in die Nacht hineingelaufen,

es hatte immer noch mehr als 30

Grad und eine unglaubliche Luftfeuchtigkeit.

Dazu kam ein absolutes

Chaos auf der Strecke. „Das hat ein

lokaler Veranstalter organisiert und

die Strecke war schlecht beschildert.

Schon bald haben wir uns verlaufen,

jeder woanders, nur der Führende

war auf der richtigen Strecke, der

wurde von einem Motorrad begleitet“,

erinnert sich Taut. „Irgendwann

hat es geheißen: Wenn ihr 42,5 Kilometer

auf der Uhr habt, könnt ihr

ins Ziel kommen und das gilt dann.“

Überrascht war Taut aber auch von

der Verpflegung. „Wir sind davon

ausgegangen, dass wir jeden Tag ordentlich

Kohlenhydrate bekommen“,

sagt er. Falsch gedacht. Gegeben hat

es dann: Flugzeugessen. „Recht gutes

Flugzeugessen. Aber eben Flugzeug-

52 SPORTaktiv

trailrunworldmasters.com


Links: Im kolumbianischen

Cartagena

hatte es auch

nach Sonnenuntergang

noch 30 Grad.

Unten: Immer

Pflicht – die

rot-weiß-rote

Bemalung.

Von

erfolgreichen

Sportlern wie

Christoph

Strasser

empfohlen

© Lupi Spuma

steigert

stärkt

wirkt

essen, auch von den Portionen her.“

Überstanden hat er das mit Nahrungsergänzungsmitteln.

„Jeder hatte

seine ‚Apotheke‘ im Gepäck.“ Vor allem

aber hat er die Energie aus dem

Fettstoffwechsel bezogen.

Die Ziele gehen nicht aus

Wer glaubt, dass es von den ersten

42 Kilometern körperlich nur noch

bergab gegangen ist, irrt. „Der zweite

Marathon war der Schlimmste.

Dann ist es besser geworden. Der

Körper hat sich an die Belastungen

gewöhnt.“ Das zeigen die Zeiten. In

der Antarktis waren es 5:20 Stunden,

in Kapstadt 5:23. Bei der dritten Station

in Perth war Taut nach 4:37 im

Ziel, in Dubai in 4:57. Nur am Ende

in Miami sind dann die Schmerzen

gekommen. „Da hab ich mir zwei

Schmerztabletten eingeworfen, weil

so kurz vor dem Ende gibst du nicht

mehr auf.“ So läuft er in Miami ins

Ziel. Nach mehr als 294 Kilometern

fühlt er hinter der Linie vor allem eines:

Leere. „Das Ziel ist mit einem

Schlag weg.“ Erst nach und nach

stellen sich Zufriedenheit, Stolz,

Glücksgefühle ein. Der körperliche

Einbruch folgt sehr viel später. Irgendwann

holt sich der Körper, was

er braucht, zwingt Taut in eine

mehrmonatige Laufpause. Aber das

Ende ist das nicht. 2019 steht der

Mount-Everest-Marathon an, auch

den Inka-Trail in Peru will er machen.

Taut ist dabei kein knorriger Freak,

der Kalorien zählt und beim Essen

den Taschenrechner bei der Hand

hat. Er kann genießen, ist aber trotzdem

ein Getriebener. „Ich weiß nur

noch nicht wovon“, sagt er. Wenn

ihm die Herausforderungen ausgehen,

macht er sich selbst welche.

„100 Marathons möchte ich schaffen,

bei 47 bin ich schon.“ Für sein

Umfeld ist er mit seinen Plänen und

Herausforderungen nicht immer einfach,

das gibt er selbst zu. „Aber ich

betreibe eben alles, was mir Spaß

macht, bis zum Exzess.“

Härter trainieren

und dabei

gesund bleiben!

Linderung von Magen-Darm-

Beschwerden beim Sport.

Unterstützung der Regenerationsund

Leistungsfähigkeit.

Positiver Einfluss auf das

Immunsystem.

Medizinprodukt: Bitte beachten Sie die

Gebrauchsanweisung (Etikett) genau.

SPORTaktiv

www.panaceo-sport.com

53


DIE „KÖNIGE“

LAUFEN AUFS KRONENJOCH

Beim 8. Silvrettarun 3000 geht es am 19. und 20. Juli

für Hobbyläufer und Profis auf drei Trailrunningdistanzen

von Ischgl nach Galtür. Die Königsdisziplin führt über

die Marathondistanz und einen Dreitausender. Das

Gesamtpreisgeld beträgt 12.000 Euro.

Infos und Anmeldungen:

www.silvrettarun3000.com

Zimmer buchen:

TVB Paznaun – Ischgl

Tel.: +43 50 990

info@paznaun-ischgl.com

www.paznaun-ischgl.com

Ob Hobbysportler, Marathonläufer oder

versierter Trailrunner: Beim Silvrettarun

3000 findet jeder seine optimale Distanz

von Ischgl nach Galtür. Drei unterschiedlich

lange Strecken sorgen dafür.

Der Laufevent passt sogar buchstäblich für

die ganze Familie: Neben Einzelwertungen

sind auch heuer wieder Kinder-, Teamund

Gruppenwertungen möglich. Die

Versierten wird interessieren, dass auf jeder

Distanz auch Punkte für den Österreichischen

Berg laufcup zu sammeln sind.

11, 30 oder 42 Kilometer

Was sind nun die drei Distanzen? Den Start

in Ischgl und das Ziel in Galtür haben sie

gemeinsam. „Small“ führt über 11,2 km

und 306 Höhenmeter, was auch für Einsteiger

passt. „Medium“ ist mit 29,9 km und

1482 Höhenmetern schon was für sehr gut

Trainierte. Die Strecke führt durch das be-

eindruckende Fimbatal und hoch bis zum

Ritzenjoch (2685 m). Die Königsdisziplin

„Hard“ wartet exakt mit der Marathondis

tanz (42,195 km) und 1814 Bergauf-

Höhenmetern auf und nimmt als Höhepunkt

das fast 3000 m hohe Kronenjoch

ins Visier, bevor es nach Galtür geht.

Kleine Läufer sind bei dem Event ganz

groß: Bereits Vierjährige schnuppern beim

Silvretta Kids Run erste Trailrunningluft.

Wie bei den Erwachsenen stehen drei

Distanzen auf dem Programm (450 m,

1000 m, 2000 m).

Und: Alle Teilnehmer des Silvrettarun

3000 laufen auch im heurigen Jahr wieder

für einen guten Zweck. Fünf Euro vom

Startgeld gehen an die „Wings for Life“-

Stiftung. Also: mitlaufen. Wer schnell ist

und sich bis zum 30. April anmeldet,

profitiert noch von der vergünstigten

Startgebühr!

Foto: TVB Paznaun – Ischgl

54 SPORTaktiv


präsentiert von

Kleine Zeitung Graz Marathon

Der Herbstklassiker durch die Grazer Innenstadt! Sei dabei wenn es vom

11. bis 13. Oktober 2019 heißt: „Pack die Laufschuhe und die Shoppingtasche ein!“

Distanzen von 5 bis 42 km

Kinder- und Jugendläufe

Lauf-Urlaub-Packages für die ganze Familie

Knapp 10.000 Teilnehmer und tausende Zuschauer

Streckenführung durch die Innenstadt, vorbei an Sehenswürdigkeiten

Einzigartige Stimmung durch „Hot-Spots“ mit Musik, Tanz, u. v. m.

Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at

WO DER SPORT DIE NR. 1 IST


EIN

HOCH

AUF DIE

HUFTE

NICHT JEDER IST IN

DER KÖRPERMITTE SO

LOCKER UND FLEXIBEL

WIE ES ELVIS PRESLEY

WAR. WER ABER DIE

HÜFTMUSKULATUR

DEHNT UND STÄRKT,

DER HAT MEHR SPASS

AM LAUFEN. WER DAS

DAGEGEN VERNACH-

LÄSSIGT, BEI DEM VER-

GISST DER HINTERN,

DASS ER DA IST.

VON KLAUS MOLIDOR

FOTOS: THOMAS POLZER

Der Schmerz schließt die Lücke zwischen

Traum und Wirklichkeit. Im Ausfallschritt

ganz durchgestreckt das Knie vom

Boden zu heben (siehe Bild 2 auf Seite 58), löst

ihn aus und zeigt, dass es höchste Zeit ist, in

eine offene Hüfte zu investieren. Nicht, dass es

einer Bestätigung der verkürzten Muskulatur

bedurft hätte, aber was ist das eigentlich und

warum sollten sich Läufer damit intensiv auseinandersetzen?

„Weil die Hüfte das Schlüsselelement

beim Laufen ist“, erklärt Sportwissenschafter

Bernd Marl und befreit den Probanden

wieder aus der Dehnung. Daher sollte sie auch

möglichst offen, also flexibel und unverspannt

56 SPORTaktiv


BERND MARL

ist Sportwissenschafter in Graz

und trainiert Profis und

Hobbysportler gleichermaßen

www.trainingmitverstand.at

Meister und Schüler.

Bernd Marl richtet

SPORTaktiv-Redakteur

Klaus Molidor ein.

Diese Übung dehnt die

Adduktoren und kräftigt

den Gesäßmuskel

gehalten werden, damit ein großer Bewegungsradius

möglich ist. Durch wenig Bewegung

„rostet“ die Hüftmuskulatur aber ein und verursacht

Probleme. „Die sogenannte gluteale

Amnesie“, sagt Marl und lacht. Gluteus ist die

lateinische Bezeichnung für Gesäßmuskel, Amnesie

steht für Vergesslichkeit. Auf Deutsch:

Der Hintern vergisst, dass er da ist.

Und damit sind wir mitten drin im Thema

Hüftmuskulatur, denn die umfasst eben mehr

als nur die direkte Region um das Gelenk, also

die schon erwähnte große, mittlere und kleine

Gesäßmuskulatur, den Hüftbeuger, die Vorderund

Rückseite der Oberschenkelmuskulatur.

Durch regelmäßiges Dehnen und Strecken

bleibt oder – wie im aktuellen Fall – wird die

Hüftmuskulatur flexibel.

Wichtig ist auch, dass die einzelnen Muskeln

gezielt angesteuert und dadurch auch trainiert

werden können. Beim Strecken spielt der Gesäßmuskel

die größte Rolle. Ist er zu schwach,

fällt nicht nur die Schrittlänge deutlich kürzer

aus, es muss auch der hintere Oberschenkel mitarbeiten.

„Der wiederum ist dafür aber nicht geschaffen,

also ist er schnell überbelastet und

schmerzt dann rasch.“ Überhaupt ist das Zusammenspiel

der Muskelgruppen sehr komplex.

Wie sich an der nächsten Übung zeigt: flach auf

dem Boden liegend und mit einem abgewinkelten

Bein versuchen, den anderen Oberschenkel

vom Boden zu heben. „Dabei arbeiten Oberschenkel,

Rücken und Gesäß zusammen. Im

Optimalfall sollte diese Arbeit hauptsächlich der

Gluteus übernehmen“, sagt Marl.

SPORTaktiv

57


1 SOFA STRETCH

Hinteren Oberschenkel strecken,

der Oberkörper ist noch über den

anderen Oberschenkel gebeugt.

Dann den Gesäßmuskel anspannen

und Rumpf aufrichten.

30 Sekunden halten.

2 HÜFTBEUGER

MOBILISIEREN

Ein Bein aufstellen, das andere

weit nach hinten strecken, das

Knie berührt den Boden. Entweder

statisch die Position 30 Sekunden

halten oder 15 Mal das

Knie heben und senken. Gesäßmuskel

anspannen. Wichtig:

Arme innerhalb des aufgestellten

Beins abstützen.

3 HÜFTBEUGEN

IM KNIESTAND

Hüfte beugen, indem du das Gesäß

nach hinten führst, Oberkörper mit

geradem Rücken nach vorne beugen.

Dadurch werden die Adduktoren

auf der Innenseite der Oberschenkel

gedehnt. Beim Strecken

der Hüfte darauf achten, die

Gesäßmuskulatur anzuspannen.

4 PIRIFORMIS

DEHNEN Yogis erkennen die

Übung, die eine vereinfachte Version

der Taube ist. Dehnt den birnenförmigen

Muskel in der tiefen

Schicht der Hüftmuskulatur, der von

der Innenseite des Beckens zum

Oberschenkelknochen verläuft. In

der statischen Version ideal zum

Entspannen nach einem langen

Arbeitstag.

6 EINBEINIGE BRÜCKE

Durch das angewinkelte Bein bist du

gezwungen, das Becken nicht aus dem

hinteren Oberschenkel, sondern aus

dem Gesäßmuskel zu heben. 15 Wiederholungen

je Seite, zwei Durchgänge.

5 GESÄSS-

AKTIVIERUNG

Oberschenkel so gut wie möglich

mit dem Gluteus vom Boden

heben und wieder senken.

7 KNIEBEUGE MIT

BAND Ein Theraband- Loop

unterhalb der Knie verstärkt die

Wirkung auf die Hüfte. Durch das

Band musst du Druck nach außen

aufbauen, dadurch bleibt die

Bein achse gerade und die Übung

erzielt den optimalen Effekt.

Das alles klingt jetzt vielleicht

schmerzhafter und schweißtreibender,

als es ist. Denn mit zehn Minuten

pro Tag, verteilt auf fünf wesentliche

Übungen, ist schon viel

getan. Die Zielgruppe? Alle Läufer.

Wirklich alle. Vom Gelegenheits-Entspannungs-Jogger

bis zum

Heavy User mit Marathon-Ultra-

Ambitionen sind die Übungen das

Fundament für alle, die schmerzund

beschwerdefrei über viele Jahre

laufen möchten.

Bernd Marl zeigt auch auf, dass

viele „klassische“ Läuferbeschwerden

wie Schmerzen in Knie, Rücken

oder Oberschenkel sehr oft

ihre Wurzel in einer verspannten

Hüfte haben. Daher sollte man

zehn Minuten pro Tag in diese

Mobilisierungsübungen investieren.

„Entweder zu den Randzeiten,

sprich in der Früh oder am Abend,

oder eben direkt vor dem Laufen.

Lieber zehn Minuten weniger Laufen

und dafür die Übungen machen“,

rät Marl. Dadurch läufst du

effizienter, lockerer und hast mehr

Spaß – egal, in welchem Alter, in

welchem Tempo und mit welchen

Ambitionen. Und das ist es doch,

was wir alle wollen, oder?

58 SPORTaktiv


60 SPORTaktiv


DIE GOLDENE

MITTE

SCOTTY, ENERGIE. DER ANTREIBER IM LAUFSCHUH

SITZT UNSCHEINBAR UND VERSTECKT IN DER

ZWISCHENSOHLE. AUF DIESEN BEREICH VERWENDEN

ENTWICKLUNGSABTEILUNGEN VIEL GEISTIGEN UND

MONETÄREN AUFWAND. ALLE NAMHAFTEN

HERSTELLER HABEN HEUTE SCHUHE IM PROGRAMM,

DIE BESONDERS VIEL „REBOUND“ VERSPRECHEN.

ABER WIE FUNKTIONIERT DAS EIGENTLICH?

VON KLAUS MOLIDOR

Fotos: Brooks/Denni van Huis, Saucony, On Running

Lange Zeit war Dämpfung alles, das große

Thema in der Laufschuhindustrie. Je mehr,

desto besser. Das Resultat waren Schuhe mit

dicken Sohlen, in die man beim Laufen sehr

weich eingesunken ist. Das Gefühl war angenehm,

aber zugleich auch sehr indirekt. Vor allem

aber hat die Dämpfung sehr viel Energie aus dem

Aufprall absorbiert, sprich geschluckt. Das war der

Preis für den Komfort.

Mittlerweile beherrscht ein anderes Thema die

Schuhentwickler: die Energierückgewinnung. Ob

Adidas, Brooks, Asics, Saucony oder On – alle haben

sie Schuhe im Programm, die „Rebound“ versprechen.

Bei denen die Energie, die du beim Schritt via

Schuh in den Boden trittst, also nicht verpufft, sondern

über die spezielle Sohlentechnologie wieder retour

kommt, indem der Schuh die Energie beim

Aufprall speichert und trampolinartig wieder abgibt.

Der Fuß wird also wieder vom Boden weggedrückt,

der nächste Schritt eingeleitet. Das alles ist freilich

nicht so stark spürbar, als würde man in ein Trampolin

springen, aber im Vergleich mit dicken Dämpfern

merkt man das auf alle Fälle.

Der Schlüssel dazu liegt im „Reich der Mitte“, also

in der Zwischensohle. Sie ist das energetische Herzstück

eines Laufschuhs, in diesen Bereich fließen eine

Menge Entwicklungspower und -geld. Bei Adidas

heißt die Technologie Boost und der Hersteller aus

dem deutschen Herzogenaurach war ein Vorreiter in

Sachen Rebound-Zwischensohle. Kleine Kügelchen

in der Zwischensohle sorgen für den Effekt. Dafür

hat adidas mit dem Chemiekonzern BASF zusammengearbeitet,

der das expandierte thermoplastische

Polyurethan entwickelt und „Infinergy“ getauft hat.

Die Boost-Modelle gibt es in der Energy- und der

noch etwas stärkeren Ultra-Version. Im Frühjahr

2018 haben die Deutschen dann mit dem Solar

Boost noch einmal nachgelegt. Das Ergebnis: ein

Schuh, der dich richtig antreibt. „Da wurde viel Geld

in die Hand genommen“, weiß auch Michael Wern-

SPORTaktiv

61


LAUF-TRAININGSCAMP

14. bis 17. April 2019

in Pörtschach am Wörthersee.

Egal ob Anfänger oder ambitionierter Marathonläufer,

ein Mix aus Praxiseinheiten und Vorträgen sorgt für

die ideale Vorbereitung auf die Laufsaison mit der

passenden Urlaubsstimmung im Werzer’s Hotel

Resort **** S in Pörtschach.

Unter anderem mit

zwei Trainingseinheiten pro Tag

qualifizierte Laufexperten

Yogaeinheit zum Kennenlernen

Zutritt zum anliegenden Badehaus . . .

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Villacher Freilich

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bacher vom Sport2000-Händler „Wemove Runningstore“

in Wien. Die Antwort aus Amerika ließ

nicht lange auf sich warten. Laufschuh-Spezialist

Brooks hat mit dem Levitate 2 ein Modell auf den

Markt gebracht, das in direkter Konkurrenz zum Solar

Boost steht. DNA Amp nennt sich die Technologie,

die im neuen Levitate arbeitet. Dahinter steckt

ein Dämpfungssystem auf Polyurethan(PU)-Basis.

Dieser Schaum dehnt sich natürlich aus und gibt

Energie zurück, wenn Kraft auf ihn einwirkt. Das allein

reicht aber nicht. Damit sich der Schaum nicht

in die Breite ausdehnen kann, steckt er in einer Hülle

aus thermoplastischem Polyurethan (TPU). Voila,

fertig ist der Trampolineffekt. „Die Technologie ist so

konzipiert, dass es sich anfühlt, als könnte man laufen

und laufen und laufen“, sagt Carson Caprara, als

Senior Director zuständig für das Produktlinienmanagement

bei Brooks.

Ganz ähnlich funktioniert die Everun-Zwischensohle

von Saucony. Das Dämpfungsmaterial basiert

ebenfalls auf TPU. „Im Vergleich zu den EVA-Sohlen

ist das Material viel temperaturunabhängiger“,

erklärt Spencer White vom Saucony-Innovation-

Lab. „Dadurch bleibt die Dämpfungseigenschaft

vom ersten bis zum letzten Kilometer erhalten. Everun

ist zudem langlebiger, flexibler und deutlich lebendiger

als andere Zwischensohlenmaterialien.“

Tausende federnde TPU-Schaumperlen sorgen für

den Energieeffekt und eine ideale Druckverteilung

über den ganzen Fuß.

Branchenprimus Asics, in Mitteleuropa lange Zeit

Marktführer auf dem Laufschuhmarkt, hat von

Gel-Dämpfung auf Flytefoam umgestellt. In der

neuesten Version Flytefoam Lyte ist die Zwischen-

Schicht für

Schicht. In

Grün: Die

Everun-Zwischensohle

sorgt in den

Saucony-Modellen

für die

Energierückgewinnung

Meine Kleine.

Meine Kleine.

Meine Kleine.

62 SPORTaktiv

Wörthersee


Bei On werkt in der Zwischensohle das patentierte Speedboard

– je nach Schuh in verschiedenen Härtegraden.

sohle um 55 Prozent leichter als der Standard. Erreicht

wird das durch einen Schaumstoff mit geringerer

Dichte und beigemengten Nanofasern aus

Kev lar. Der Vorteil, den Asics dabei verspricht: Die

Dämpfung bleibt auch nach 20 Kilometern noch

nahezu unverändert gut, während EVA-Sohlen da

schon stark nachlassen. Flytefoam-Läufer berichten

fast durchgehend von einer besseren Performance als

mit Vorgängermodellen.

Einen ganz anderen Weg geht die Schweizer Marke

On. Hier wird auf Schaum und Kügelchen gänzlich

verzichtet. Für die Zwischensohlen haben die Eidgenossen

das sogenannte Speedboard entwickelt. Eine,

vereinfacht gesagt, flexible Kunststoffplatte aus thermoplastischem

Polymer. Den Aufprall dämpfen bei

den On-Schuhen die markanten Schlaufen, sprich

„Clouds“. Das Speedboard wird durch den Aufprall

auf dem Boden gebogen, nimmt die Energie auf und

gibt sie beim Abdruck wieder ab. Wie On-Gründer

Olivier Bernhard erklärt: „Ähnlich wie bei einem Bogenschützen,

der einen Bogen spannt.“ Mit der Stärke

des Boards kann On auch praktisch zwischen

Tempo-Orientiertheit und Komfort variieren. In

Wettkampfschuhen ist es härter, in „gemütlicheren“

Modellen weicher. „Durch Materialwahl, Form, Dicke

und Wölbung können wir das Speedboard auf

die unterschiedlichsten Anforderungen anpassen“,

sagt Bernhard. Und Ilmarin Heitz, Chef der Innovationsabteilung

bei On, ergänzt: „Im Gesamtergebnis

nimmst du somit mehr Energie von der Landung mit

in die nächste Vorwärtsbewegung.“ Was man in der

Praxis merkt: Ein weiches und dennoch direktes

Laufgefühl, je härter das Speedboard wird, desto ambitionierter

sollte auch der Läufer sein, um wirklich

davon zu profitieren.

Speedboard, Flytefoam, Everun, Boost, DNA Amp

– egal, wie auch immer die Technologien heißen,

welche Konzepte die Hersteller verfolgen – der Erfolg

eines Laufschuhs kommt zu einem Großteil aus der

Mitte. Die Entwicklung ist bei allen im Vergleich zu

älteren Modellen spürbar, der Trend zu maximaler

Energierückgewinnung geht weiter. Eines bleibt aber

trotzdem: Laufen müsst ihr immer noch selbst.

LAUFGENUSS

IN KÄRNTEN

23. bis 25. August 2019

Wörthersee Halbmarathon

Sommergenuss und einzigartige Urlaubsstimmung

im Süden Österreichs erwartet tausende Laufbegeisterte

bei der 18. Auflage von Kärnten Läuft.

Lauf Trainingscamp

Wer vorab Kärnten genießen möchte, kann schon zu

Ostern beim Kärnten Läuft Lauf Trainingscamp vom

14. bis 17. April 2019 Urlaubsstimmung am

Wörthersee genießen.

Anmeldung unter

www.kaerntenlaeuft.at

Wörthersee

Meine Kleine.

SPORTaktiv 63

Meine Kleine.

M


SALOMON SONIC RA MAX 2 W

• assistierte Abrollbewegung

• Vibrationsdämpfung

• strukturierte Passform

• für Training und Wettkampf

• Reaktionsfreudigkeit

PREIS (UVP): € 140,–

www.salomon.com

DER

STABIL

SCHUH

STARKE DÄMPFUNG, MAXIMALER KOMFORT,

VOLLE LANGSTRECKENTAUGLICHKEIT.

361° STRATA 3 M

• technisches Jacquardgewebe für Atmungsaktivität

und eine verbesserte Passform

• Morphit – ein multidirektionales Schnürsystem,

das den Fuß bei dynamischen Bewegungsabfolgen

hält

• Fritz-Rite-Midfoot – ein weiches, eingearbeitetes

Gewebe für optimalen Halt

PREIS (UVP): € 159,99

www.361europe.com/de

SALMING GREYHOUND W

• neue Performance-Außensohle, entwickelt

gemeinsam mit dem Weltmarktführer

Vibram, besticht durch perfekten

Grip und unglaubliche Langlebigkeit

• Recoil Plus – das neue Mittel sohlen-

Material bietet eine um 20 % höhere

Energierückgewinnung als alle bisherigen

Modelle. Für weiches Laufgefühl

selbst auf härtestem Untergrund

• 3-schichtige Mesh-Konstruktion, die

uneingeschränkt atmungsaktiv ist

PREIS (UVP): € 169,–

ww.salming.com/at

ASICS GT 2000 M

• gewährleistet maximale Unterstützung

und Schutz

• die verstärkte Dämpfung auf der Sohle

ermöglicht, weiter zu laufen

• der SpEVA-Schaum verringert die Aufprallkräfte

und hilft so, die Belastung des

Körpers zu minimieren, wobei man bei

jedem Schritt mehr Schwung erhält

PREIS (UVP): € 140,–

www.asics.com

Fotos: Hersteller

64 SPORTaktiv


ON CLOUDACE W

• bietet maximalen Support und Dämpfung

• ein Schuh, der beweist, dass ein „Wohlfühlschuh“

Geschwindigkeit nicht ausschließen muss.

Testläufer loben den herausragenden Komfort

• besonders bei anspruchsvollen Läufern beliebt

• 7 mm Sprengung

PREIS (UVP): € 199,95

www.on-running.com

SCOTT SUPERTRAC ULTRA RC M

• Einsatzbereiche: Race, Berg

und Ultra

• einteiliges Obermaterial aus

Schoeller-Dynamic für Komfort

und Strapazierfähigkeit

• All-Terrain-Traction-Außensohle

• selbstreinigendes Profil

• Zehenschutz

PREIS (UVP): € 159,95

www.scott-sports.com

ADIDAS SOLAR GLIDE ST M

• ENGINEERED MESH optimiert die Atmungsaktivität,

passt sich dem Fuß besser an und die

Menge des Obermaterials wurde durch die

Aramis-Technologie reduziert

• die Fersenkappe ist im Achillessehnenbereich

ausgeschnitten und mindert somit den Druck

auf die Sehne und sorgt für eine verbesserte

Passform

• der EVA-Rahmen zwischen Boost-Material und

Obermaterial sorgt für zusätzliche Stabilität

PREIS (UVP): € 139,95

www.adidas.at

BROOKS ADRENALINE GTS M

• GuideRails ermöglichen komfortable

Bewegungsabläufe des

Knies, indem sie übermäßige

Bewegungen verhindern

• ausgewogene, softe Dämpfung

• technisches Mesh und 3D-Fit-Print

sorgen für die Struktur und den

bewährten Sitz

PREIS (UVP): € 140,–

www.brooksrunning.eu

VOLLE UNTER-

STÜTZUNG

Der große Stabilschuhboom ist vorbei,

aber noch immer gibt es genügend

Läufer, die ein solches Modell benötigen,

die sogenannten „starken Überpronierer“.

Sie haben meist ein schwaches

Fußgewölbe, wodurch das Bein

nach dem Aufprall des Fußes deutlich

nach innen knickt. Wer nicht sicher

ist, ob er zur Überpronation neigt – es

gibt einen einfachen „Selbsttest“: auf

ein Bein stellen und in die Knie gehen.

Bewegt sich das Knie nach innen,

zeugt das von Überpronation. Ob du

dann tatsächlich einen Stabilschuh

brauchst, hängt von der Stärke der

Pronation ab und gehört professionell

überprüft. Umso wichtiger ist

eine qualitativ hochwertige Beratung

im Sporthandel. Stabilschuhe bieten

Komfort auf langen Strecken, die

gute Dämpfung lässt die Muskulatur

langsamer ermüden.

SPORTaktiv

65


ON CLOUDACE W

• leichter Straßenlaufschuh

• bietet den Komfort eines Trainingsschuhs

und die Schnelligkeit eines

Wettkampfschuhs

• die Cloud-Technologie ermöglicht

ein revolutionäres Laufgefühl –

voll gedämpft und dennoch

extrem reaktionsstark

• 6 mm Sprengung

PREIS (UVP): € 159,95

www.on-running.com

361° SPIRE 3 M

• sorgt durch den vollflächigen

Bodenkontakt der Außensohle

für ausreichend Stabilität

• stützt den Mittelfuß durch einen

in die Sohle integrierten Carbonschaft

• der neue Spire-Mittel-/Außensohlen-Aufbau:

direkter Kontakt

von Quikfoam zum Boden im Vorfussbereich

sorgt für eine verbesserte

Dämpfung und Reaktionsfähigkeit

PREIS (UVP): € 159,99

www.361europe.com/de

DER

NEUTRAL

SCHUH

LEICHT UND KOMFORTABEL ZUGLEICH UND FÜR

DEN GROSSTEIL DER LÄUFER GEEIGNET.

SKECHERS GORUN7 HYPER W

• das atmungsaktive Knit-Obermaterial

ist anpassungsfähig

und sorgt so für eine optimal

anliegende und sockenartige

Passform

• reaktionsfähige, ultraleichte

und langlebige HYPER-GO-

Dämpfung

• GO-Pillars in der Laufsohle ermöglichen

eine starke Rückfederung

und maximale Flexibilität

PREIS (UVP): € 129,95

www.skechers.at

SCOTT KINABALU M

• eRide-Zwischensohle

• nahtlose Konstruktion &

Zehenkappe

• leichtes Mesh

• Forward-Traction-Außensohle

• integrierte Fersenkappe

• Wet-Traction-Gummi

PREIS (UVP): € 149,95

www.scott-sports.com

Fotos: Hersteller

66 SPORTaktiv


BROOKS GLYCERIN 16 M

• supersofte DNA-LOFT-Dämpfung

• DNA LOFT-Transition für ein rundes und

sanftes Abrollen

• weicher Tragekomfort dank moderner

3D-Stretch-Print-Technologie

• das überarbeitete Mesh-Upper sorgt

für eine verbesserte Passform

PREIS (UVP): € 170,–

www.brooksrunning.com/de

HOKA ONE ONE CLIFTON 5 M

• Zwischensohlen-Geometrie wurde

mit einem bewährten Schaumstoff

aufgemotzt – für optimale Dämpfung

das ganze Schuhleben lang

• Vorfuß weiterhin nachgiebig und

anpassungsfähig gestaltet – für ein

reibungsloses Laufgefühl überall

• spezielle, schlichte Mesh-Oberkonstruktion

für optimale Atmungsaktivität

und Komfort.

PREIS (UVP): € 130,–

www.the-original.at

NEUTRAL UND

KOMFORTABEL

Die Neutralschuhe sind die Gewinner

der letzten Jahre. „Früher stammte nur

einer von zehn Laufschuhen aus dieser

Kategorie“, sagt Michael Wernbacher

vom „Wemove“-Laufshop in Wien,

„das Verhältnis zwischen neutralen und

stabilen Schuhen ist jetzt ausgeglichen.“

Der Grund: Die früher gängige Lehrmeinung,

Stabilschuhe würden Verletzungen

vorbeugen, wurde widerlegt.

Und weiters gilt: Neutrale Schuhe sind

heute viel stabiler als noch vor ein paar

Jahren. Also holen diese Modelle stark auf.

Weil sie bequem zu laufen sind, eine gute

Dämpfung haben und doch leichter sind

als stark gestützte Modelle. Viele Läufer,

die früher zu einem Stabilschuh gegriffen

haben, sind heute mit einem neutralen

Modell bestens bedient.

ASICS GEL-NIMBUS 21 W

• innovative Mittelsohlenkonstruktion

mit FlyteFoam-Propel,

die maximale Rückfederung am

Vorfuß bietet

• für lange Distanzen optimierter

Schuh

• neu entwickeltes Mesh bietet

mehr Atmungsaktivität und Halt

PREIS (UVP): € 180,–

www.asics.com/at

SAUCONY KINVARA 10 W

• leichter Trainingsschuh mit

4 mm Sprengung

• das äußerst flexible Außensohlendesign

sorgt für optimale

Beweglichkeit des Schuhs

• die durchgängige Everun-Topsole

sorgt für eine ideale Druckverteilung

über den ganzen Fuß

und gleichzeitig für ausreichend

Dämpfung

PREIS (UVP): € 135,–

www.saucony.de

SPORTaktiv

67


Saalfelden Leogang, Salomon und SPORTaktiv laden zum

TRAILRUNNING-

TAGE 2019

17. bis 19. Mai 2019 (Fr.–So.)

PROGRAMM

Freitag, 17. Mai

• Ankunft und Ausgabe der Starterpakete

• Abendlauf mit Markus Kröll und Sabine Kozak

Samstag, 18. Mai

• Ausgabe der SALOMON-Testschuhe und

SUUNTO-Trainingscomputer

• Warm-up und Laufkoordination mit Lauftrainer

Günther Schernthaner

• Auffahrt mit der Gondel auf den Asitz,

Trailrunning in zwei oder drei Leistungsgruppen

• Wellness-Nachmittag im Krallerhof und Auswertung

der SUUNTO-Laufdaten

• Videovortrag von Markus Kröll

DAS ANGEBOT:|

3 TAGE GELÄNDELAUFEN,

COACHING UND ÜBERNACHTUNG

IM HOTEL KRALLERHOF UM

€ 327,–

Sonntag, 19. Mai

• Morgentrail mit Markus Kröll und Sabine Kozak

• Ausklang mit Wellness im Krallerhof

Programmänderungen vorbehalten

LEISTUNGEN

• 2 Nächte im Hotel Krallerhof in Leogang inkl.

Frühstück, Mittagsbuffet & Abendwahlmenü,

Nachmittags snacks und ausgewählten

alkoholfreien Getränken

• Begrüßungspaket mit SPORTaktiv-Buff-Headband,

einem Sportnahrungspaket von Peeroton und einem

Ultrasun-LSF-30-Sports-Gel

• Laufbetreuung durch SALOMON-Proficoaches

sowie Markus Kröll und Sabine Kozak

• Testmöglichkeit von aktuellen SALOMON-Laufschuh-

und SUUNTO-Sportuhren-Modellen

• Optional: SPORTaktiv-Campversicherung der

NÜRNBERGER für drei Tage

• Package-Preis: p. p. € 327,–

(Einzelzimmerzuschlag € 15,– pro Tag)

ZIELGRUPPE & TEILNEHMERZAHL

Trailrunning-Einsteiger/-innen und ambitionierte

Hobbyläufer/ -innen. Die Teilnehmerzahl ist auf

20 limitiert.

ZUM TESTEN

SALOMON-Schuh modelle,

wie z.B.: der SENSE RIDE 2;

SALOMON ADV Skin 5-SET;

SUUNTO-Uhren wie z.B. die

Spartan Sport Baro.

DEIN GESCHENK

Ein Ultrasun-LSF-30-Sports-Gel;

ein Top-Sportnahrungspaket von

Peeroton; und ein SPORT aktiv-

Headband von BUFF.

68 SPORTaktiv


trailrunning camp

www.sportaktiv.com

Unsere Trailrunning-Tage haben schon Tradition

– und auch heuer gibt es wieder dieses

exklusive Erlebnis: Vom 17. bis 19. Mai

dreht sich in Saalfelden Leogang alles ums Geländelaufen.

So gestaltet, dass Einsteiger genauso wie

Fortgeschrittene davon profitieren.

Als prominenter und kompetenter Guide führt

auch heuer wieder Salomon-Top athlet Markus

Kröll durch die Trailrunning-Tage. Ebenfalls wieder

mit dabei ist Sabine Kozak: Die Spitzenathletin

aus dem „Salomon Running Team“ ist unter

anderem auch Laufcoach beim (rein weiblichen)

Laufclub 261 in Klagenfurt.

Ein Highlight für sich ist die Trailrunning-Region

Saalfelden Leogang. Das riesige Streckennetz

mit über 120 Kilometern Gesamtlänge ermöglicht

ein variantenreiches und naturnahes Lauferlebnis,

das seinesgleichen sucht. Für Fortgeschrittene

gibt es außerdem zwei Höhenstrecken

und eine Berglaufstrecke. Eine Besonderheit ist

das spezielle Leitsystem an den Strecken, das die

Tempo- und Pulskontrolle ermöglicht.

Last but not least: Unser Quartiergeber ist auch

2019 wieder das Hotel Krallerhof – das auf einem

Hochplateau in Leogang gelegene Vier-Sterne-

Superior-Wellness hotel. Im Exklusivpreis von €

327,– für diesen Drei-Tage-Event sind zwei Übernachtungen,

Verpflegung, Testmaterial und vieles

mehr inkludiert.

Alle Details zu den Trailrunning-Tagen von

Saalfelden Leogang, Salomon und SPORTaktiv

findest du im Kasten links. Ein guter Tipp:

Schnell anmelden – es sind nur 20 Plätze frei!

ANMELDUNG

bis spätestens 10. Mai 2019 unter dem

Kennwort „SPORTaktiv“ per E-Mail an

office@krallerhof.com oder per

T.: +43 (0) 65 83/82 46-0

Fotos: Sportalpen, Krallerhof

DIE UNTERKUNFT

Du übernachtest im Hotel Krallerhof, das in Leogang

auf einem sonnigen Hochplateau liegt. Das Hotel bietet

einen 2500 m² großen SPA-Bereich mit Blick in die

Bergwelt sowie eine ausgezeichnete Küche.

SPORTaktiv

69


DER

DAUER-

LÄUFER

70 SPORTaktiv


MICHAEL BUCHLEITNER IST ZUM SPASS GELAUFEN UND

ALS PROFI. DIREKT VOR DER HAUSTÜR UND BEI DEN

OLYMPISCHEN SPIELEN. VON 3000 M HINDERNIS BIS ZUM

KLASSISCHEN MARATHON. HEUTE VERANSTALTET ER

KLASSIKER WIE DEN WACHAUMARATHON UND BETREIBT

EIN LAUFGESCHÄFT. UMFASSENDER ALS DER

NIEDERÖSTERREICHER KANN MAN SICH KAUM MIT

DIESEM SPORT BESCHÄFTIGEN.

VON KLAUS MOLIDOR

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

RunInc.Circle/Rainer Hackstock, MB privat

ie Achillessehne

macht uns einen

Strich durch die

Rechnung. „Ich muss

mich 48 Stunden

komplett schonen“,

sagt Michael Buchleitner.

„Ich hab ein

Problem am Übergang

der Wade zur Achillessehne und

das geht vom Fuß aus“, präzisiert er. Aus

der geplanten gemeinsamen Laufrunde

wird also nichts. Buchleitner ist neben

Gerhard Hartmann und Günter Weidlinger

einer von nur drei Östereichern,

die den Marathon in 2:12 Stunden

absolviert haben. Reden hätte auf der

Runde also wohl nur einer gekonnt.

„Nein, nein“, sagt Buchleitner schnell.

„Ich kann auch ganz langsam laufen.

7:30 Minuten am Kilometer.“ Also

wirklich langsam und nicht nur das, was

Ex-Profis unter langsam verstehen und

was für den Durchschnittsläufer dann

ein Vollsprint ist.

Aus dem einstigen Profisportler und

dreimaligen Olympiateilnehmer über

3000 m Hindernis beziehungsweise

eben im Marathon ist heute ein renommierter

Laufveranstalter geworden.

Wachaumarathon, Wings for Life World

Run – dafür zeichnet der bald 50-Jährige

verantwortlich, daneben noch kleinere

Läufe wie den Mödlinger Adventlauf

oder das „Laufen hilft“-Laufopening

Anfang März in Wien. Und dann ist da

Laufen bestimmt das Leben von Michael

Buchleitner (ganz rechts). Erst als

Spitzensportler, jetzt als Veranstalter.

ja auch noch sein Laufgeschäft in der

Wiener Innenstadt, in dem er sich mit

seinen Mitarbeitern ganz der individuellen

Beratung verschrieben hat.

Laufen bestimmt, seitdem er 11 ist,

sein Leben. Als Bub war er im örtlichen

Turnverein. „Im Sommer wurde

dann immer Leichtathletik gemacht,

damit wir rauskommen aus der Halle.“

Da gab es Drei- und Vierkämpfe, wo

auch ein Waldlauf dabei war. „Bei den

Dreikämpfen war ich so halbwegs und

bei den Geländeläufen immer gut.“

Den letzten Schubser in Richtung

Läufer-Laufbahn gab es dann am Nationalfeiertag.

„Damals hat es noch die

Fitläufe am Nationalfeiertag gegeben.

Da hab ich bei den Älteren überlegen

gewonnen. Mein Vater hat dann gemeint:

‚Schaut aus, als ob du das ganz

gut kannst. Wenn dir das Spaß macht,

steck ma dich in einen Verein.‘“ Wenig

später trainierte er Leichtathletik bei der

Union Mödling in der Südstadt. „Und

weil ich weder weit springen konnte

noch einen Schlagball weit werfen, ist

es das Laufen geworden“, erzählt er mit

einem Lächeln.

Die 3000 Meter Hindernis sind

dann seine Spezialdisziplin geworden.

Stadionleichtathletik war einfach sein

Ding. „Die Taktik, der Kampf Mann

gegen Mann auf der Bahn – das hat mir

immer getaugt. Das hast du beim Marathon

einfach nicht in dem Ausmaß.“

Warum es ihn dann trotzdem auf die

klassische Distanz verschlagen hat, ist

nicht einfach eine „Alterserscheinung“.

Die Dopingproblematik war es, die ihn

zum Umdenken bewogen hat. „Ich hab

SPORTaktiv

71


Beim Wien-Marathon wurde Buchleitner

2001 und 2004 Fünfter, 2003

als Vierter österreichischer Meister.

Seine Bestzeit von 2:12:43 Stunden

stellte er 1999 in Hamburg auf.

DIE FÄHIGKEIT,

MIT SIEG UND

NIEDERLAGE

UMZUGEHEN,

DIE EMOTIONEN

– DIE GIBT ES

IM GESCHÄFTS­

LEBEN NICHT.

es furchtbar gefunden, was da Ende der

1990er-Jahre passiert ist. Damals ist Blutdoping

aufgekommen, EPO – schrecklich.

Beim Marathon geht das aber nicht

so einfach, weil es aufgrund der langen

Belastung viel zu gefährlich wäre. Läufer

können den Flüssigkeitsverlust ja nicht

so ausgleichen wie Radfahrer.“ Dem Spitzensport

den Rücken kehren war keine

Option. „Es gibt nichts Schöneres, finde

ich. Die Fähigkeit, mit Sieg und Niederlage

umzugehen, die Emotionen – die

gibt es im Geschäftsleben nicht, selbst im

Privatleben nur partiell. Was da passiert,

wenn etwas aufgeht, das ist unfassbar

schön. Das möchte ich nicht missen. Und

es ist die beste Lebensschule.“

So ist aus dem Hindernis-Ass ein Marathoni

geworden. Mit dem absoluten

Höhepunkt Olympia 2004. „Das Rennen

an diesem klassischen Ort, der Einlauf in

das alte Steinstadion von Panathinaikos,

bummvoll, 56.000 Leute, die schwarze,

enge Bahn, das war ein unglaubliches

Erlebnis.“ Eines, das er genossen hat.

Lange ist er nach dem Zieleinlauf noch

im Stadion geblieben, um die Atmosphäre

aufzusaugen. Aber kann man einen

Lauf über 42 Kilometer in so einem

Tempo überhaupt genießen? „Freilich“,

sagt Buchleitner. „Es tut allen gleich weh,

egal welches Tempo. Außerdem: Einen

Marathon ein bisschen über 2 Stunden

zu laufen ist – überspitzt gesagt – leicht.

Einen Marathon in 5 oder 6 Stunden zu

laufen – das ist wirklich schwer. Davor

habe ich die größte Hochachtung.“ Die

Erklärung dafür: Die Belastung ist die

gleiche, nur die Dauer eine andere. „Spitzensportler

kommen alle 15 Minuten zu

einer Labestation. Hobbyläufer aber vielleicht

nur alle 40 Minuten und verlieren

in der Zeit natürlich mehr Flüssigkeit.

„Mein schlimmster Marathon war einer

um die vier Stunden, auf dem ich jemanden

begleitet habe. Wahnsinn, wie mir da

die Füße wehgetan haben.“

Worauf er in seinem eigenen Laufleben

stolz ist: Dass er in keinem einzigen Wettkampf

aufgegeben hat. Auch nicht, als er

beim Adventlauf eine Gehsteigkante übersehen

hat und sich das Seitenband gerissen

hat. „Weil wenn du einmal aufgibst, wird

es beim nächsten Mal leichter, es wieder zu

tun, wenn es vielleicht einfach nur nicht

optimal läuft.“

Eine Eigenschaft, die ihm auch im Job

hilft. Denn Veranstaltungsgesetz, Sicherheitsvorschriften,

Datenschutzgrundverordnung

– alles Dinge, die die Organisation

von Bewerben nicht leichter machen.

Dazu kommt ein großes Freizeit- und Veranstaltungsangebot.

Wie also überleben in

der Branche? „Du brauchst Einzigartigkeit,

musst dich von der Masse abheben“, sagt

Buchleitner. Das macht beim World-Run

das Format mit dem Catcher Car, das die

Läufer nach und nach einholt. Das macht

in der Wachau die Landschaft. Dazu ist

die Strecke schnell, weil eben flach bis

leicht fallend. „Es ist also für ambitionierte

Läufer interessant hier zu laufen und auch

72 SPORTaktiv


ZEHN KILOMETER IST DER IN 57

MINUTEN GELAUFEN – MIT 82 JAHREN.

IN DEM ALTER SO FIT ZU SEIN –

DAS WÜRDE ICH MIR WÜNSCHEN.

Foto: RunInc.Circle/Rainer Hackstock

für reine Genussläufer, bei denen das

Erlebnis im Vordergrund steht.“

Buchleitner ist aber keiner, dessen

Horizont hinter Laufschuhen, Kilometerzeiten

und Stabi-Übungen endet.

Nach der Karriere hat er BWL studiert.

„Drei bis sechs Jahre hätte ich mich

dann in eine Wirtschaftsprüfungskanzlei

setzen müssen. Dazu war ich dann nicht

bereit.“ Zumal er mit Laufseminaren

für Führungskräfte schon gutes Geld

verdient hat. Der wirtschaftliche und

juristische Background kommt ihm als

Veranstalter heute aber sehr zugute.

Auch zum Tennis hat er eine enge

Bindung. Lange Jahre war er als Konditionstrainer

von Jürgen Melzer tätig.

Aus der Geschäftsbeziehung hat sich

eine Freundschaft entwickelt. Auch weil

es ein sehr prägendes Erlebnis gab. Bei

den Australian Open haben sich Melzer

und Roger Federer einen Tag vor ihrem

Match auf dem Centre Court eingeschlagen.

Federer hat nach kurzer Zeit

befunden, dass es genug ist. Also hat

Melzer seinen Konditionstrainer auf den

Platz gerufen. „Ich bin ein ganz guter

Tennisspieler, vor allem damals war ich

gut in Schuss“, erinnert sich Buchleitner.

Die große, wenn auch bis auf ein paar

Security-Mitarbeiter leere Arena hat ihn

aber fast erschlagen. „Das war ein unglaubliches

Gefühl. Ich war so aufgeregt,

dass ich von den ersten 15 Bällen keinen

einzigen übers Netz gebracht habe.“

Eine weitere Leidenschaft neben dem

Laufen ist das Reisen. Durch den Sport

und seine Trainertätigkeit war er schon

auf allen Kontinenten. „Das öffnet den

Geist – das versuche ich auch meinen

Kindern mitzugeben. Ich lerne neue

Leute kennen und fast auf jeder Reise

ergibt sich ein dauerhafter Kontakt.“

Immer mit im Gepäck ist natürlich

die Sportausrüstung. Radfahren, Wandern,

Laufen – sportlich aktiv zu sein

gehört für Buchleitner einfach dazu.

Das sieht man ihm auch 14 Jahre nach

dem Ende seiner Karriere an. Schlank

wie eh und je. Gerade hat er mit seinem

Sohn für die Aufnahmeprüfung ins

Sportgymnasium trainiert. „Ich würde

die Prüfung schaffen“, sagt er nicht ohne

Stolz. Vorbild ist ein älterer Herr, den

er im Ziel in Pinkafeld einmal gesehen

hat. „Zehn Kilometer ist der in 57 Minuten

gelaufen – mit 82 Jahren. In dem

Alter so fit zu sein – das würde ich mir

wünschen.“ Auf einem guten Weg ist

er. Jeden zweiten Tag schlüpft er in die

Laufschuhe, genießt die Riesenportion

Sauerstoff und den meditativen, psychohygienischen

Effekt seines Lieblingssports.

Danach macht er immer Gymnastik.

Nach jedem Lauf, selbst wenn

es nur fünf Kilometer waren. „Ich hab

auch das Riesenglück, dass ich mit dem

Gewicht keine Probleme hab. Jahrelang

war mein Neujahrsvorsatz auf 80 Kilo

zu kommen. Keine Chance. Ich komm

nicht drüber.“

Buchleitner denkt aber auch weiter.

Beim Wachaumarathon gibt es kein

Plastik mehr – Startersackerl, Regenponchos

– alles aus biologisch abbaubaren

Materialien. Und er denkt auch an

künftige Läufergenerationen. Darum ist

auch nicht der Wachaumarathon oder

der World-Run sein „Baby“, sondern

der „KinderBURGlauf“ nahe der Burg

Liechtenstein bei Maria Enzersdorf.

„Das ist einer der wenigen reinen Kinderläufe.

Damit verdienen wir nichts,

aber mir geht das Herz auf.“

MICHAEL

BUCHLEITNER

Der gebürtige Mödlinger

war Spezialist über 3000 m

Hindernis. Über diese Distanz

startete er 1992 bei Olympia

in Barcelona. Bei den Spielen

2000 und 2004 lief den Marathon.

Seit 2004 veranstaltet er

den Wachaumarathon.

www.runinc.at

SPORTaktiv

73


DER

WETTKAMPF-

SCHUH

NICHT FÜR JEDEN TAG, ABER FÜR TAG X.

BRINGT ABWECHSLUNG FÜR DEN FUSS.|

NEW BALANCE BOA SYSTEM W

• Leichtgewicht

• optimale Wahl für Intervalltraining

und Wettkämpfe bis zur

Halbmarathondistanz

• neues Upper für eine noch bessere

Passform

• Revlite-Zwischensohle bietet

direktes Laufgefühl und höchste

Rückstellfähigkeit bei geringem

Gewicht

PREIS (UVP): € 130,–

www.newbalance.chrissports.ch

ON CLOUDFLASH M

• der schnellste On aller Zeiten

• mit dem Speedboard aus Pebax

bringt er die Energieumwandlung

auf ein neues Level. Für

Athleten auf dem Sprung ganz

nach oben aufs Podium

• 5 mm Sprengung

PREIS (UVP): € 189,95

www.on-running.com

INOV8 X-TALON 210 M

• für weichen und schlammigen,

aber auch harten Untergrund

• phänomenaler Grip mit 8 mm

tiefen Stollen

• mit neuem STICKY GRIP;

unabhängig getestet, gibt

verbesserten Grip bei nassen

und trockenen Bedingungen

PREIS (UVP): € 140,–

www.inov-8.com

SAUCONY FASTWITCH 9 W

• durch die SSL-EVA-Zwischensohle

ist er extrem leicht und besonders

reaktiv

• die besonders griffige PWR-

TRAC-Außensohle bietet

auch bei nassem Untergrund

optimalen Halt

• engineered Mesh-Obermaterial

für eine optimale Passform und

Atmungsaktivität

PREIS (UVP): € 125,–

www.saucony.com/at

Fotos: Hersteller

74 SPORTaktiv


SALOMON SONIC RA PRO 2 W

• Geometric-Decoupling-Achse ist so

ausgerichtet, dass sie einen schnellen

und effizienten Übergang in der

Vorwärtsbewegung ermöglicht

• das straßentaugliche, leichte

SensiFit-Obermaterial passt sich

der Kontur deines Fußes an und stützt

ihn für einen dynamischen Komfort

• Die einzigartige Vibe-Technology-

Zwischensohlenkonstruktion sorgt

für ein gedämpftes, aber reaktives

Laufgefühl

PREIS (UVP): € 140,–

www.salomon.com

MIZUNO WAVE SONIC 2

• mit dem neu entwickelten ESS-Wave-Element

erzeugt er gewaltigen Antrieb

• dynamisches Verhältnis von Dämpfung zu

Gewicht dank U4ic-Mittelsohle

• neue Wave-Technologie ermöglicht ein sanfteres

Aufkommen des Mittelfußes

• Zickzack-Rillen im Vorfuß sorgen für einen

dynamischen Zehenabdruck

PREIS (UVP): € 120,–

www.mizuno.de

BROOKS HYPERION M

• Propulsion-Pods bieten schnelle

Energierückführung und sorgen

für ein kraftvolles Gefühl

unter dem Fuß

• eine energiereiche Außensohlengummierung

bietet optimalen

Grip im Vorfußbereich für

kraftvolles Abrollen

• das perforierte, stretchgewebte

Obermaterial sorgt für optimale

Leistung im Schuh.

PREIS (UVP): € 130,–

www.brooksrunning.com/de

ADIDAS ADIZERO ADIOS 4 M

• weniger Nähte und Material im

Vorfußbereich verbessern die

Passform im sensiblen

Zehenbereich

• innenliegendes Material-Finish

optimiert das „Passgefühl“

• Leisten mit viel Handarbeit

kreiert

• Schuhmachermeister schauen

auf Millimeter-Veränderungen,

um das Abrollen zu optimieren

• 80 % Boost-Material für

hervorragende Energierückgabe

PREIS (UVP): € 149,95

www.adidas.at

DER SCHNELLE ZWEITSCHUH

Leicht, leichter, Wettkampfschuh. 100 Gramm weniger als Neutral- oder

Stabilmodelle sind keine Seltenheit. Aber Vorsicht: Die „Leichtigkeit des

Seins“ hat ihren Preis – denn sie geht auf Kosten der Dämpfung, die bei

Wettkampfschuhen viel schwächer ausfällt. Um Gewicht zu sparen und

damit beim Abdruck vom Boden nicht zu viel Energie über die Dämpfung

verloren geht. Für den täglichen Gebrauch sind sie nicht geeignet.

Wohl aber als Zweitschuh. „Weil dem Fuß dann nicht jede Arbeit abgenommen

wird und man ihn so stärker macht“, erklärt Matthias Weissl

von Gigasport in Graz. Für die Wahl gilt: immer die Wettkampflänge

einberechnen. Auf langen Läufen kann fehlende Dämpfung zu schnellerer

Ermüdung der Muskulatur führen – da löst sich der Gewichtsvorteil

schnell in Luft auf.

SPORTaktiv

75


DAS ZIEL

VOR AUGEN

ÖSTERREICHS BESTE LANGDISTANZ-TRIATHLETIN

KONZENTRIERT SICH AB SOFORT AUFS MARATHONLAUFEN.

EVA WUTTI ÜBER IHREN NEUBEGINN IM LAUFSPORT, DAS

ZIEL OLYMPIAQUALIFIKATION UND DARÜBER, WAS SICH

FREIZEIT SPORTLER VON IHR ABSCHAUEN KÖNNEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

E

rst Marathon, dann Ironman. Im Hobbysport

ist diese Reihenfolge nicht unüblich,

ein Langdistanz-Triathlon wird

oft zur neuen Herausforderung und Motivationsquelle,

wenn man den Marathon

geschafft hat.

Im Profisport schaut die Sache ein wenig

anders aus. Eva Wutti ist Österreichs

erfolgreichste Langdistanz-Triathletin der

letzten Jahre und hat sich die Olympiaqualifikation

für Tokio 2020 zum Ziel

gesetzt. Nicht etwa im olympischen Triathlon,

sondern im Marathon, also einem

von drei Ironman-Teilen.

Wuttis Cheftrainer kennen unsere

Stammleser übrigens als einen unserer

(schreibenden) SPORTaktiv-Experten:

Sportwissenschafter, Lauf- und Triathlontrainer

Herwig Reupichler von der

Sportunion Steiermark. Der Sportunion-Landesverband

unterstützt Wutti mit

seinen Experten vom „SpoWiMed“-

(=Sportwissenschaft- und -medizin)-Zentrum

auf dem Weg nach Tokio.

Kurzer Rückblick: 2018, also noch

während ihrer letzten Triathlon saison, ist

Wutti schon beim Vienna City Marathon

gestartet und hatte die EM-Quali-

fikation im Visier. Bei dem ungewöhnlich

heißen Marathon im April letzten

Jahres verpasste sie die Qualifikationsnorm

von 2:37 Stunden lediglich um 59

Sekunden. Cheftrainer Reupichler weiß:

„Für Olympia ist vermutlich eine Zeit

von 2:35, eventuell auch etwas darunter

nötig. Der Wien-Marathon 2019 ist die

erste Möglichkeit dazu, aber es gibt im

Herbst 2019 und sogar Frühling 2020

auch noch die Möglichkeit, die Qualifikationszeit

zu erbringen. Vom Potenzial

her ist es auf alle Fälle machbar.“

Für dieses Laufspecial haben wir bei

Neo-Marathona Eva Wutti etwas genauer

nachgefragt: Über ihre Motive, zum Laufen

zu wechseln, darüber, was sie generell

im Sport motiviert und was Freizeitsportler

sich von ihr abschauen können.

Eva, deine Wurzeln liegen ja im

Laufsport. Kurz: Wie hast du sportlich

begonnen?

In der Sporthauptschule habe ich bei

den damaligen Nestlé-Schülerläufen

mitgemacht und war immer ganz vorne

dabei. Über diese Erfahrung bin ich zum

Leichtathletikverein gekommen. Mir hat

Laufen immer schon Spaß gemacht. In

der Schulzeit haben viele gesagt: Nur

laufen, 600 Meter zum Beispiel, ist so

schlimm. Das hab ich überhaupt nicht

so empfunden.

Du bist dann hauptsächlich auf der

Mittelstrecke gelaufen?

Stimmt, ich habe bis etwa zum Alter

von 17 Jahren Mittelstrecken-Wettkämpfe,

das waren damals 1000 Meter,

bestritten. Diese Rennen waren in Österreich

allerdings mäßig stark besetzt

und im Verein war ich in meinem Alter

am Ende allein, so habe ich den Spaß

daran verloren. Ich habe zwar ein paar

Monate später wieder angefangen, aber

da da war ich auch schon bei einem neu

gegründeten Triathlonverein dabei und

bei dem bin ich dann geblieben.

Mit Erfolg, wie man weiß ... Was hat

dich jetzt aber dazu motiviert, den

Triathlonsport aufzugeben und über

den Marathon die Olympiaqualifikation

anzustreben?

Ich habe schon 2015 mit dem Marathon

geliebäugelt. Jetzt passt es wirklich

Fotos: VCM_Herbert Neubauer, SPORTUNION Steiermark

76 SPORTaktiv


mit dem Umstieg. Ehrlich gesagt haben

mir die fünf- bis sechsstündigen Einheiten

am Rad zum Schluss halt nicht

mehr so viel Spaß gemacht. Auch Hawaii

hat mich nicht so sehr begeistert.

EVA WUTTI

ist 29 und gewann zwischen

2013 und 2017 vier Ironmanund

zwei Ironman-70.3-Bewerbe,

2015 und 2017 den Ironman

Austria. Seit 2016 ist die

Kärntnerin, die in Barcelona

lebt, Mutter einer Tochter. 2018

startete sie beim Wien-Marathon

und verpasste mit 2:37:59

das EM-Limit um 59 Sekunden.

2019 Umstieg auf den Marathon

mit Ziel Olympiaqualifikation

für Tokio 2020.

www.evawutti.at

Für die olympische Distanz hätte ich

mich im Schwimmen stark verbessern

müssen. Der Marathon hat mich dagegen

immer schon fasziniert, er war auch

im Ironman immer meine Stärke.

Was genau ist es, das dich am

Marathon fasziniert?

Ich glaube, jeder der laufsportbegeistert

ist, hat den Marathon irgendwo im

Kopf. Es ist einfach die uralte olympische

Disziplin, die Königsdisziplin von

Olympia. Die Strecke ist fair, man kann

Leistung sehr genau messen. Im Triathlon

ist ein Vergleichen viel schwieriger,

weil es viel stärker von äußeren Bedingungen

abhängt. Im Marathon sind

Leistungen und Fortschritte viel besser

und fairer messbar.

Du giltst als Sportlerin, die sich bis

zum Letzten verausgaben kann, sagt

dein Trainer. Siehst du dich selber

auch so?

Na ja, ich glaube, ich kann das schon

ganz gut. Es ist mir in Triathlonrennen

tatsächlich zweimal passiert, dass ich

kollabiert bin, ohne dass ich zuvor gemerkt

hätte, dass ich gegen die Wand

laufe. Ich weiß aber jetzt nicht, ob das

unbedingt gut oder schlecht ist. Sicher

ist jedenfalls, dass ich mein Ziel vor Augen

habe und das bestmöglich zu erreichen

versuche.

Auch du hast wahrscheinlich dennoch

ab und zu mit Trainingsunlust zu

kämpfen? Wie motivierst du dich

dann?

Ich denke, es ist verständlich, dass man

nicht jeden Tag gleich motiviert ist,

wenn man um sechs Uhr früh mit den

Einheiten beginnt. In Momenten, wo

ich weniger Freude am Training habe,

führe ich mir vor Augen, was für ein Privileg

es ist, dass ich nur Sport machen

darf. Viele würden das auch gern, müssen

aber neben dem Sport 40 Stunden

einem Job nachgehen. Für einen Profi

finde ich „keine Lust“ aber ehrlich gesagt

eine schwache Ausrede – und unfair,

etwa auch Sponsoren gegenüber. Sollte

der Tag kommen, wo ich keine Lust zum

Sport habe, müsste ich wohl darüber

nachdenken, ob ich das Richtige mache.

Du hast eine zweieinhalbjährige Tochter.

Wie lassen sich Mutterschaft und

Profisportlerleben vereinbaren?

SPORTaktiv

77


In Hobbysportler-Haushalten tun sich

wahrscheinlich Männer oft leichter, ihrem

Hobby weiter nachzugehen, wenn

es Nachwuchs gibt. Würdest du dich

hier als Vorbild sehen? Den Frauen Mut

zu machen, auch auf ihre Rechte zu pochen

und die Kinderbetreuung öfter den

Männern zu überlassen?

Ich würde mich nicht in einer Vorbildrolle

sehen. Jede Mama will wohl nur

das Beste für ihr Kind. Aber es stimmt

sicher, dass Frauen ab und zu auch an

sich selbst denken sollten und die Möglichkeit

bekommen sollten, sich ein,

zwei Stunden Zeit für Sport oder für

sich selbst zu nehmen.

In welcher Trainingsphase für den

Wien- Marathon steckst du zurzeit?

Wir versuchen gerade (Anm.: Mitte Jänner),

die Laufkilometer zu erhöhen. Die

richtig langen Läufe kommen im Februar,

bei den wöchentlichen Laufkilometern

hab ich sicher derzeit noch Nachholbedarf.

Beim Umstieg aufs reine

Lauftraining ist es wichtig, langsam und

mit Vernunft die Umfänge zu erhöhen.

Eva Wutti vertraut auf die Experten des „SpoWiMed“ der Sportunion Steiermark –

wo auch SPORTaktiv sich oft Expertenrat für seine Leser holt. Im Bild mit Eva Wutti:

Cheftrainer Herwig Reupichler (vorne), SpoWiMed-Leiter Christian Jopp (links) und

Sportunion-Steiermark-Präsident Stefan Herker.

Sehr gut. Bei manchen Trainingseinheiten,

etwa lockeren Läufen, nehme ich sie

sogar im Kinderwagen mit. Mein Mann,

meine Schwiegereltern und meine

Mama unterstützen mich sehr. Der zeitliche

Gesamtaufwand im Vergleich zum

Ironman ist nun etwas geringer, daher

kann ich mehr Zeit mit meiner Tochter

verbringen. Generell denke ich, mein

zeitlicher Aufwand ist überschaubar,

wenn man es mit einer berufstätigen

Mama vergleicht, die acht Stunden pro

Tag arbeitet.

Ist das Schwimm- und Radtraining

komplett ad acta gelegt?

Nein, eine sofortige vollständige Umstellung

aufs Laufen würde schon vom

Bewegungsapparat her nicht funktionieren.

Von 40 auf 80 Laufkilometer pro

Woche zu erhöhen ist schon ein großer

Sprung. Um auf das Fernziel von 120

Wochenkilometern zu kommen, dauert

das sicher noch ein Dreivierteljahr.

Hast du zum Schluss einen Ratschlag

für unsere Leser für die Motivation im

Laufen?

Ich glaube, das Wichtigste ist, sich ein

Ziel zu setzen, auf das man hinarbeitet.

Ein konkretes und realistisches Ziel vor

Augen zu haben, ist ein ganz entscheidender

Motivationsfaktor.

MIN.

78 SPORTaktiv

DIE HÄRTESTE

SIGHTSEEINGTOUR

DER WELT

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NISSE

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JETZT!

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FIT MIT SUMI

WIR SIND

GESEGNET

STUBAI

ULTRA

TRAIL

29.06.2019

CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Wunderschönes Wetter, wunderschönes

Panorama, ein echter Traum. So war

mein erstes Erlebnis als Trailrunner.

Nein, nicht damals beim Dolomitenmann, da

hatte ich ja vor lauter Schnaufen keine Luft zum

Schauen. Sondern im Herbst im Pitztal mit einer

Gruppe von Trailläufern.

Bis dato hatte ich ja mit Trailrunning nicht so

viel am Hut, aber mir ist nicht entgangen, wie

diese Szene regelrecht explodiert ist, die Bewerbe

schießen wie die Schwammerl aus dem Boden.

Und man muss ja sagen: Wir sind gesegnet. So

wie Österreichs Landschaft angelegt ist, sind

wir ja prädestiniert für solche Sachen. In Tirol,

Salzburg, in der Steiermark gibt es kaum mehr

ein Tal, wo man nicht lässige Trails laufen kann.

Auch beim Material gibt es immer Neuigkeiten:

Du brauchst spezielle Schuhe, Stecken, einen

Trinkrucksack. Und ich glaube, auch der Tourismus

und die Hotels haben erkannt, dass man

mit Trailrunning den Sommer ein wenig strecken

und verlängern kann. Wenn schon die Winter

immer später beginnen ...

Ich kann mir gut vorstellen, heuer einmal bei

einem Trail-Wettbewerb zu starten. Nicht gleich

bei einem Mega-Marathon, eher bei einem kürzeren

Bewerb. Mir geht es da aber nicht ums

Gewinnen. Einfach die Natur genießen. Ich hab

mir sagen lassen, der Leistungsgedanke ist am

Trail ja eh nicht so ausgeprägt. Die Hilfsbereitschaft

unter den Läufern soll selbst bei Wettkämpfen

sehr groß sein. Und das ist ein Gedanke,

der mir besonders gut gefällt.

POWERED BY

STUBAI ULTRATRAIL

↑ 6.027 HM 65,6 KM

STUBAI 35 K

↑ 3.808 HM 35,1 KM

STUBAI 19 K

↑ 1.998 HM 18,6 KM

STUBAI 8 K

↑ 1.394 HM 8 KM

stubai-ultratrail.com

Foto: Thomas Polzer

SPORTaktiv

79


80 SPORTaktiv


TRAILLAUFEN

WIE EIN

(HOCH)KÖNIG

Innerhalb weniger Jahre ist der

Hochkönigman zu einem der

beliebtesten Trailrunning-Festivals

Europas geworden. Zum

fünften Mal kann man die Salzburger

Berge über Maria Alm

in diversen Bewerben erlaufen –

vor einer der schönsten Kulissen

der Welt. Hochgefühle trotz

harter Bedingungen sind von 31.

Mai bis 2. Juni garantiert.

Zwischen dem Speedtrail, der

für Einsteiger und Erfahrene

gleichermaßen passt (24

km/1500 hm) und dem „Hard-

Core-Erlebnis“ Endurance-Trail

(88 km/5270 hm) findet sich für

jeden ausdauernden Trailrunner

die passende Distanz. Im Vorjahr

zum ersten Mal ausgetragen und

heuer wieder im Programm ist

auch das Hochkönig-Skyrace,

das über 31 Kilometer und 2900

Bergauf-Höhenmeter hoch ins

Steinerne Meer führt.

www.hochkoenigman.run

Foto: Hochkönigman Trailrunning Festival

SPORTaktiv

81


WELCHE AUSRÜSTUNG

BRAUCHST DU FÜR DEINEN

ALLERERSTEN TRAILLAUF

ABSEITS VOM ASPHALT?

UND WELCHE TRICKS HABEN

DIE PROFIS? EINE ANNÄHE-

RUNG IN DREI KAPITELN.

VON CHRISTOPH HEIGL

1

82 SPORTaktiv


TYPENBERATUNG AM

TRAIL

Fotos: Craft, CEP, Christoph Heigl, La Sportiva/ Claudia Ziegler,

railrunning ist eine Spielart

des Laufens, keine eigene

Sportart. Nicht so messerscharf

definiert wie das Kugelstoßen

oder der Stufenbarren. Trailrunning

hat es in Wahrheit immer

schon gegeben, denn Menschen

sind immer schon abseits des Asphalts

und ein bissl weg von der

Zivilisation gerannt. Geheißen

hat es nur nicht so, aber Natur, Gelände,

Freiheit, Rhythmus und Flow waren

schon immer da. Gänzlich neu ist nur

die hochalpine Komponente.

Und Trailrunning ist seit jeher eine

Laufart, die jeder kann und die mit wenig

Ausrüstung schnell Freude bereitet. Das

macht Trailrunning im Ansatz sehr einsteigerfreundlich.

Andererseits gibt es

eine Fülle an Equipment und die Sportartikelbranche

hat eine helle Freude daran,

jede Saison ein Feuerwerk an Marketing-Wortraketen

abzuschießen.

Welch glückliche Fügung, dass jetzt

drei ganz exakt definierte Typen vor uns

stehen, die wir dir vorstellen wollen und

die wir mit unserem Gigasport-Experten

Georg Doppler einem kleinen Materialcheck

unterziehen. Vorhang auf!

1DieTrail-Einsteigerin – Sie macht

heute ihren ersten Trailrun, eine

leichte Geländerunde über

Schotter- und Feldwege, Wiesen und

den Waldrand, Länge: 7–10 km,

Dauer: 60 bis 75 Minuten.

+ Normale Straßenlaufschuhe reichen

völlig aus, vielleicht nicht das Ultraleichtmodell

wählen, sondern etwas robustere

Varianten, normale Sohle, normale

Dämpfung. Der Markt bietet als

Zwitterlösung auch eine Kombi aus

Straßen- und leichtem Trailschuh an.

„Das sind Allrounder-Schuhe“, erklärt

Georg Doppler, „wie All-Mountain-Ski

im Wintersport und SUVs bei den Autos.

Die können von allem ein bisschen

was und passen für viele.“

+ Anziehen, was man sonst auch beim

Laufen trägt und mit dem man sich

wohlfühlt. Weil Einsteiger eher bei

Schönwetter laufen, ist eine Schlechtwetterschicht

noch nicht nötig.

+ Für den Neuling und auf kurzen Runden

in bekannten Gebieten sind Pulsmesser,

GPS und Handy noch nicht

zwingend notwendig.

+ Wer auch sonst mit Pulsuhr läuft, wird

feststellen, dass die Herzfrequenz etwas

höher ist. Der Grund: wechselnder Untergrund,

mehr Konzentration, variierende

Schrittlänge. „Runter vom Gas!

Nicht zu schnell laufen“, kennt Doppler

die Anfängerfehler. „Und keine Scheu

2

vor dem Gehen, Bergaufpassagen muss

man nicht immer laufen.“

Georgs Expertentipp:

Als Training für die Fußmuskulatur barfuß

in der Wiese laufen.

2Der ambitionierte Hobby läufer

– er ist öfter am Trail, macht

heuer seinen ersten Wettkampf

und bereitet sich gerade auf einen

Traillauf mit 15–20 km vor, Länge: 1,5

bis 2,5 Stunden.

+ Die Schuhe sollten echte Trailschuhe

mit gutem Profil und passender Dämpfung

sein. Empfehlung: eine Daumenbreite

größer kaufen. „Die Zehen danken

es beim Bergablaufen.“ Die Schuhe

sollten stabil und torsionssteif sein sowie

eine gute Führung haben. „Man hat gefühlt

,mehr‘ Schuh an“, beschreibt

Doppler den verbesserten Halt.

+ Bei Trailläufern sieht man oft knielange

Socken. „Eine Modefrage“, sagt

Doppler. Gute Socken sollten fester und

SPORTaktiv

83


GEORG DOPPLER

bei Gigasport Graz im Einkauf für

Ski, Bike, Run zuständig, seit 15 Jahren

Läufer, seit 10 Jahren auf Trails.

Übliche Laufrunde: 20 km Straße/

Trail mit 800 hm, drei, vier Bewerbe

pro Jahr (Innsbrucker Trailrun-

Festival, Veitscher Grenzstaffellauf,

Kainacher Bergmarathon).

Training ab Februar, März als Wettkampfvorbereitung,

ab Herbst läuft

der 34-Jährige wieder „just for fun“.

www.gigasport.at

dicker sein, eventuell mit Kompressionseinsätzen.

+ Bei den Hosen lieben Trailrunner weiter

und länger geschnittene Shorts mit

enger Innenhose. In einem kleinen

Täschchen kann man Riegel oder Gel

verstauen. Manche Laufshirts haben am

Rückenteil Taschen wie Radtrikots.

+ Trinken wird zum Thema: Auf kurzen

Runs reicht eine Trinkflasche am Hüftgurt,

bei längeren Läufen braucht es

schon mehr Wasser und damit eine Laufweste

oder einen Laufrucksack. Dabei

gibt es die Möglichkeit, eine Trinkblase

hinten mit sogenannten „Softflasks“, die

leichter wieder aufzufüllen sind, an den

Trägerteilen zu kombinieren.

+ Bei weiteren Strecken muss man mit

Wetteränderungen rechnen, im Rucksack

sollte man eine Windjacke mitführen.

Wer echtes Schlechtwetter erwartet,

braucht Haube, Buff und Handschuhe

im Rucksack. Und ein Erste-Hilfe-Kit.

+ Stöcke helfen in schwierigem Gelände,

bergauf und bergab, sind aber Geschmacksfrage.

„Ich verwende sie, wenn

ich viele Höhenmeter laufe. Hat der Trail

viel Flow, dann nicht“, erklärt Doppler.

+ Wer sich über die bekannte Hausrunde

hinauswagt, wird sich GPS-Daten

aufs Handy oder die Uhr laden und

neue Trails erkunden. Das hilft, auf

„Entdeckungsreisen“ die Orientierung

nicht zu verlieren. Handyfotos für Instagram

und Strava? Wer’s braucht …

+ Kappen, Stirnbänder und Sonnenbrillen

schützen vor längerer Sonneneinstrahlung,

im Sommer ist Sonnencreme

wichtig, bei Dunkelheit und zur eigenen

Sicherheit braucht es eine Stirnlampe.

+ Häufige Fehlerquelle: zu schnelles Tempo.

„Tempo und Geländeschwierigkeit

langsam steigern. Im Gelände bewusst

kurze Schritte machen, das bringt weniger

Belastung für die Gelenke.“

Georgs Expertentipp: Bei den Schuhen

unbedingt eine doppelte Masche

machen und lose Bänder unter der

Schnürung durchfädeln. Lose Bänder

sind im Gelände eine große Stolperfalle.

3Die Trail-Expertin – Sie hat

Wettkampferfahrung und starken

Hang zum Abenteuer, ihre

Trailläufe sind 20 bis 40 km lang (bei

Bewerben auch viel mehr), sie kann

2,5 bis 7 Stunden rennen.

+ Bei sehr langen Läufen und Wettkämpfen

in felsigem Gelände braucht es einen

sehr stabilen Schuh mit noch mehr Führung

und Torsionssteifigkeit. Wie beim

Hobbyläufer eine Daumenbreite (ein bis

eineinhalb Nummern) größer kaufen.

Für einen kurzen Wettkampf empfiehlt

sich ein leichtes Modell mit wenig Spren-

gung und flacher Sohle. Profi-Trick:

Manche legen sich bei Extrem-Trailruns

ein zweites Paar zu einer Labestation, das

dann noch größer ausfällt, weil die Füße

schon stark angeschwollen sind.

+ Das Wetter kann vor allem hochalpin

jederzeit umschlagen, eine zweite Hose,

ein Langarmshirt und ein, zwei Jacken

sind im Rucksack.

+ Viel trinken! In der Trinkblase sind 1,5

Liter Wasser, in den beiden wiederbefüllbaren

Softflasks vorne je 0,5 Liter. Tipp:

Bei Wettkämpfen in alpinen Lagen sind

bei den Labestationen keine Becher, da

muss man einen Faltbecher mithaben.

+ Im oder am Rucksack: mehrere Riegel,

Gels, Erste-Hilfe-Set mit einer Alu-Rettungsdecke

(Kälteschutz), Stöcke und eine

Pfeife, die bei vielen Wettbewerben

Pflicht ist, um im Notfall auf sich aufmerksam

machen zu können. Lichtquelle!

+ Für Orientierung und Notfälle haben

Handy und GPS immense Wichtigkeit.

+ Fehlerquellen: Bei der Ausrüstung passieren

keine Fehler mehr, diese Leute haben

Erfahrung und setzen auf bewährte

Produkte. Im Wettkampfstress passiert

aber oft, dass man zu schnell startet.

Georgs Expertentipp: Bergauf das

Tempo reduzieren, das Gelände fordert

extrem. Viel trinken, am besten alle 15

Minuten einen großen Schluck.

3

84 SPORTaktiv


2. GAMSTRAIL KITZBÜHEL

Samstag, 21. 9. 2019

Start/Ziel: Talstation

Kitzbüheler Hornbahnen

KITZBÜHEL

FÜR TRAILRUNNER

Distanzen:

5 KM / 340 HM

22 KM /1540 HM

35 KM / 2230 HM

46 KM / 2970 HM

25 KM Marsch / 1062 HM

www.gamstrail.at

Nach der ausverkauften Premiere 2018 geht das Gams-

Trail-Festival in die nächte Runde. Der „2. Gamstrail

Kitz bühel“ findet am 21. September 2019 statt, besticht

mit tollen Trailstrecken, einer neuen Marschdistanz und

Herausforderungen für alle Leistungsklassen.

Fotos: Gamstrail/Kitzbühel/Werlberger

Kitzbühel, der legendäre ganzjährige

Treffpunkt für Kultur- wie Sportliebhaber

aus aller Welt, ist um eine Facette

reicher: Mit dem Gamstrail Kitzbühel gibt

es seit letztem Jahr auch einen starken Trailrunning-Event.

Am 21. September können sich die

Teilnehmer zum zweiten Mal über ein toporganisiertes

Event mit besonders reizvollen

Strecken freuen. Fünf Distanzen sind im

Programm, die für Einsteiger, für routinierte

Läufer genauso wie für Langstreckenspezialisten

maßgeschneidert sind. Neu kommt

heuer eine Marschdistanz dazu, mit einer

Strecke am Naturjuwel Kitzbüheler Horn.

Der Gamstrail für Genießer ...

Der Marsch mit 25 Kilometern Länge ist

übrigens der einzige Bewerb beim Gamstrail,

der nicht bei der Talstation der Hornbahnen

startet, sondern beim Alpenhaus

auf 1625 m. Ein malerischer Ausblick auf

die Hohen Tauern begleitet die Teilnehmer

auf der landschaftlich schönen Strecke. Wer

lieber laufen und den Einstieg ins Trailrunning

wagen will, der ist auf der 5-Kilometer-Kurzdistanz,

auf einem Rundparcours

mit 340 Höhenmetern, perfekt aufgehoben.

... für Ausdauernde und Spezialisten

Ambitionierte Freizeitsportler werden sich

auf den mittleren Distanzen wohlfühlen.

Die 22 und 35 km langen Strecken werden

im Vergleich zur Premiere leicht verändert

und heuer noch attraktiver sein.

Die Königsdisziplin führt über 46 Kilometer

und fast 3000 Höhenmeter und ist

ein Gustostückerl für Langstreckenspezialisten.

Rund um den Event wartet ein umfangreiches

Rahmenprogramm für die ganze

Familie. Sei dabei – die Anmeldung ist

ab sofort unter www.gamstrail.at möglich.

GUT ZU WISSEN:

Höhentraining in Kitzbühel

Mit den Aufstiegshilfen der

Bergbahn AG Kitzbühel mühelos

die Ausgangspunkte erreichen.

Routen finden Sie unter

maps.kitzbuehel.com

SAVE THE DATE

30. 5.–2. 6. 2019:

Mit einem großen Auftakt-

Testival wird in die Kitzbüheler

Wandersaison 2019 gestartet.

Dabei sein lohnt sich. Infos unter

wandern.kitzbuehel.com

Geheimtraining mit Laufcoach

21. 7.–28. 7. bzw. 28. 7 –4. 8.2019

Höhentrainingslager auf der

Ehrenbachhöhe mit Laufcoach

Andreas Kuhlen.

SPORTaktiv

85


ICEBUG ORIBI4 W

• leicht, agil, zuverlässige Traktion, hohe

Torsionssteifigkeit, gute Dämpfung

• Sohle: rutschfeste RB9X®-Gummimischung

• Obermaterial: Bluesign®-Polyester-Mesh

/ verschweißter

TPU- Spritzschutz

PREIS (UVP): € 139,–

www.icebug.de

ON CLOUDVENTURE

FLAREDAWN M

• leichter Trailrunning-Schuh mit cleverer

Dämpfung beim Bergablaufen

• neue Missiongrip-Sohle aus

verschieden angeordneten

Elementen mit Traktionsmuster,

bietet auf jedem Untergrund Halt

• 6 mm Sprengung

PREIS (UVP): € 159.95

www.on-running.com

MEHR GRIP

AM TRAIL

HALT GARANTIERT - MIT DIESEN

TRAILSCHUHEN FÜR EINSTEIGER UND PROFIS

SALMING TRAIL5 W

• federleichter, aber dennoch enorm

widerstandsfähiger Schuhmantel

• unvergleichbar griffige Außensohle Vibram®

Megagrip – hergestellt aus einem haftenden

Kunststoffverbund für perfekten Grip auch

auf nassem und rutschigem Untergrund –

für über 1000 km

• ausgezeichnet mit dem ISPO-Award

PREIS (UVP): € 159,–

www.salming.com/at

VIKING APEX II BOA GTX M

• 100 % wasserdicht dank GORE-TEX

• 2-Wege-Boa-Fit-System

• perfekter Grip durch UGC®-Sohle

• Obermaterial aus Meshgewebe

• optimale Stoßdämpfung beim Gehen

• in einer Form gegossene Innensohle

PREIS (UVP): € 179,95

de.vikingfootwear.com

Fotos: Hersteller

86 SPORTaktiv


LA SPORTIVA KAPTIVA M

• neuer Trailrunningschuh für

kurze bis mittlere Distanzen

• Schaft legt sich eng an den Fuß,

verhindert durch den weichen Bund am

Sprunggelenk das Eindringen von

Steinchen oder Schlamm

• schneller Einstieg und damit ein

leichteres Anziehen

• die langlebige FriXion® White Sohle

eignet sich für jegliches Terrain am Berg

und gewährt die perfekte Symbiose aus

Stabilität und Flexibilität

PREIS (UVP): € 159,–

www.lasportiva.com

DYNAFIT FELINE UP PRO M

• nur 230 Gramm schwer

• für Profis und ambitionierte Bergläufer

• Top-Wettkampfschuh

• sehr leichter, aber stabiler

Sohlenaufbau dank Vibram-Litebase-

Technologie

• super Grip dank Vibram®- Megagrip

PREIS (UVP): € 180,–

www.dynafit.com

AB INS

GELÄNDE

Immer mehr Läufer wollen nicht nur

auf der Straße unterwegs sein. „Jeder,

der regelmäßig läuft, sollte zwischendurch

immer wieder einen Ausflug

ins Gelände unternehmen“, rät auch

Matthias Weissl von Gigasport in

Graz. „Weil es eine ganz andere Belastung

für den Fuß ist, weil man im

Gelände viel konzentrierter ist als auf

der Straße und die Schritte bewusster

setzen muss.“ Dazu braucht es auch

Schuhe, die dafür geeignet sind. Wichtig

vor allem: ein guter Halt im Schuh.

Viele Modelle sind höher geschnitten,

um dem Sprunggelenk mehr Stabilität

zu geben. Ebenso wichtig ist die Sohle:

Sie soll im unwegsamen Gelände guten

Grip bieten, aber auch auf hartem

Untergrund gut zu laufen sein. Die

Sohlen bei Trailrunningschuhen sind

grobstolliger als bei Straßenschuhen –

dafür fällt die Dämpfung geringer aus.

HOKA ONE ONE SPEEDGOAT 3

WATERPROOF-VERSION M

• schreckt vor keinem technischen

Trail zurück

• wasserdichte Version mit wasserdichtem

SKY-SHELL-Innenschuh

und eingenähter Lasche

• breitere Zwischensohle und

Zehenbox

• aggressive Vibram®-

Megagrip-Stollen

PREIS (UVP): € 150,–

www.the-original.at

ASICS GEL FUJITRABUCO 7 M

• auf die Langstrecke ausgelegt

• Dämpfung durch die FlyteFoam-Lyte-Mittelsohle

mit Nanofasern-Struktur für zusätzliche

Energierückgewinnung und weniger Gewicht

• Asics-Gel im Fersenbereich für zusätzliche

Stoßabsorption

• Asics-Grip-Außensohle und die multidirektionalen

Stollen für perfekten Halt

PREIS (UVP): € 140,–

www.asics.com

SPORTaktiv

87


88 SPORTaktiv


TRAILRUNNING

AM DACH

TIROLS

Von 2. bis 4. August versammeln

sich rund um den Pitztaler

Gletscher Geländeläufer aus

aller Welt. Beim 7. Pitz Alpine

Glacier Trail sind bis zu 105

Kilometer und 6100 Höhenmeter

zurückzulegen. Aber auch die

kürzeren Distanzen (zwischen

16 und 90 Kilometer) haben es

in sich.

Ein Grund dafür ist die Höhenluft:

Schon im Tal bewegt man

sich auf 1770 m, der Gletscher

ist mit 3440 m der höchste in

Tirol. Deshalb eignet sich das

Pitztal auch perfekt für ein Höhentraining.

Ausgewiesene Trails

in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen,

ein eigener Trail-

Parcours, ein Trailrunning-Shop,

diverse Camps sowie Partnerhotels

machen das Pitztal zum

Trailrunning-Kompetenzzentrum

für Profis wie Einsteiger.

www.pitz-alpine.at/de

Foto: TVB Pitztal

SPORTaktiv

89


FLORIAN GRASEL IST UNTER-

NEHMER, FAMILIENVATER

UND ÖSTERREICHS BESTER

ULTRA-TRAILRUNNER. MIT

PLATZ NEUN BEIM „ULTRA TRAIL

DU MONT BLANC“ LIEF ER IM

VORJAHR IN DIE WELTELITE. WIE

DAS VOR SICH GING, WIE GRASEL

DEN „TRENDSPORT“ TRAILRUN-

NING SIEHT UND WARUM DIE

SPORTART VIEL MIT DEM VERLAUF

EINES LEBENS ZU TUN HAT.

„SEI KEIN

WEICHEI,

RENN WEITER“

VON CHRISTOF DOMENIG

er Ultra Trail du Mont

D

Blanc (UTMB) gilt als

Olympia im Trailrunning.

Start und Ziel des Klassikers

sind in Chamonix, die Strecke führt

auf 171 Kilometern mit 10.300 Höhenmetern

durch Frankreich, Italien und

die Schweiz rund um den höchsten Berg

Europas. Die 2500 jährlichen Startplätze

sind extrem begehrt.

Am 1. September 2018 hat sich der

Niederösterreicher Florian Grasel beim

UTMB mit einem Top-Ten-Platz – genau:

Platz neun – einen Lebens traum erfüllt.

Zwei Schlüsselszenen gab es in

dem Rennen für ihn, erzählt er. Die erste

ereignete sich bei der Labestation von

Courmayeur, nach rund 80 von 171 Kilometern.

Es ist noch dunkel in den frühen

Morgenstunden, seltsam leer. Grasel

kämpft mit seinem Ausrüstungssackerl,

das er mit den vor Kälte und Nässe

klammen Fingern nicht aufbekommt,

zeitgleich hält ihm ein Kamerateam ein

Mikrofon vors Gesicht. Es braucht einige

Fragen, ehe Grasel mitbekommt, dass

90 SPORTaktiv

er nicht um Platz 50 klassiert ist, wie er

glaubt, sondern auf Platz zehn liegt.

„Das war surreal, weil ich mir nichts

ausgerechnet habe.“ Zum Rennen war er

die Nacht durch angereist und hatte –

anders als in früheren Jahren – keinen

Support mit. „Plötzlich bin ich in den

Top Ten, was immer mein Ziel war,

kämpfe mit einem Sackerl und das Ziel

ist noch gut 90 Kilometer entfernt. Da

war ich plötzlich irrsinnig verzweifelt.“

PLÖTZLICH BIN

ICH IN DEN TOP

TEN, KÄMPFE

MIT EINEM

SACKERL UND

DAS ZIEL IST

NOCH GUT 90

KILOMETER

ENTFERNT.

Erschöpfung am Waldrand

Szenenwechsel: Achteinhalb Jahre früher,

29-jährig, war Grasel weniger verzweifelt

als ang’fressen. Für den ehemaligen

Sportgymnasiasten erwies sich ein

Wald nahe seines damaligen Heimatorts

Wiener Neustadt als unerreichbar. Nach

der Fachhochschule für Informationstechnologie

hatte er sich in den Aufbau

seines Unternehmens gestürzt und seinen

Körper völlig vernachlässigt. Der

Plan eines Waldlaufs „zum Hirnauslüften“

scheiterte nach rund vier Kilometern

aus Erschöpfung.

„Da hab ich den Entschluss gefasst,

grundlegend etwas zu ändern. Und

wenn ich etwas mache, dann gescheit“,

sagt Grasel. Er begann zu laufen und neben

dem „Grundwissen und der Grundkonstitution“

einer leistungssportlichen

Jugend zeigte sich auch ein außergewöhnliches

Talent: Über den Marathon

(Bestzeit 2:47) sowie einen Ironman („in

10:00:10 Stunden, wobei mir die elf Sekunden

immer noch wehtun“) fand er

bald zum Traillaufen.

Fotos: BOA Running Team/David Wallmann, Ultra-Trail de Mont Blanc


Kurz nach dem Ironman lief er in einer

nächtlichen Aktion mit einem Freund auf

den Schneeberg, zwischen 30 und 40 Kilometer

weit, und Grasel wusste: Trailrunning

ist seins. Außerdem sind ein paar

Laufschuhe immer leichter dabei als ein

Triathlonrad – wichtig für ihn, dessen

IT-Unternehmen (die „Smarter Business

Solutions GmbH“) heute übrigens sieben

Angestellte, dessen Tag aber auch nicht

mehr als 24 Stunden hat.

So weit die Füße tragen

„Mich hat interessiert, wie weit mich

meine Füße tragen“, sagt Grasel zu seiner

Motivation, sich Ultra-Trailrunning

als Sportart auszusuchen. Und: „Wenn

ich draußen unterwegs bin, kann ich abschalten,

fokussieren und mir über meine

Ziele und Visionen klar werden.“

Jahrelang lief er nach Lust und Laune

sowie nach Maßgabe der Möglichkeiten

(und Freiheiten), die ihm sein Selbstständigenleben

bot, „jede freie Minute“.

Sein erster Trailrunning-Wettkampf

war 2012 gleich der Gore Tex Transalpine

Run. 2013 war er dann das erste Mal

beim Ultra Trail du Mont Blanc am

Start, schaffte es auf Platz 33 mit der

besten Zeit eines Österreichers bei diesem

Rennen. Und machte nach der Ziellinie

seiner Julia einen Heiratsantrag.

2015 folgte der zweite UMTB, bei

Hitze verfehlte er sein Ziel, unter 24

Stunden zu laufen. Als sich dann die österreichische

Trailrunning-Eventszene

entwickelte, startete Grasel auch dort regelmäßig,

obwohl die Rennen eine

Nummer kleiner waren als die internationalen.

„Ich bin nicht gerade der Wettkampftyp,

also war die Idee dort, den

Wettkampfgedanken aufzubauen. Aber

das hat nicht wirklich funktioniert, weil

ich dort einen sehr guten Freund kennengelernt

hab“, lacht er. Mit dem

Kärntner Gerald Fister lief er in der Folge

bei etlichen Rennen gemeinsam über

die Ziellinie und teilte sich den Sieg.

SPORTaktiv

91


In Chamonix nach 171 Kilometern, 10.300

Höhenmetern oder 23:12:03 Stunden:

„Ein Lebenstraum erfüllt“.

TRAILRUNNING IST EINE

MISCHUNG AUS ABENTEUER,

DRAUSSEN SEIN IN DER NATUR,

UND ZU SICH SELBST FINDEN.

Kritischer Geist

Grasel kennt man auch als „Trailbeard“

aus den sozialen Medien. Dass er als

IT-Experte die Möglichkeiten der neuen

Technologien zu nutzen versteht, verwundert

nicht. Interessant aber, dass er

dabei einiges sehr kritisch sieht: „Du

kannst heute 25 Stunden pro Woche

trainieren und gute Leistung erbringen.

Oder aber 5 Stunden trainieren und 20

Stunden an deinem Blog schreiben –

dann bist du viel mehr wert für Firmen.

Das finde ich eine traurige Entwicklung.“

Und dass halbsportliche Influencer

sich völlig fertig im Ziel von Ultraevents

fotografieren und sich von ihrer

Community dann abfeiern lassen, macht

ihn richtig grantig. „Es soll nicht das

Ziel eines Ultralaufs sein, ein Foto zu

posten, bei dem man an einer Infusion

hängt“, sagt er. „Der Gedanke, dass unser

Sport in erster Linie mit Qual zu tun

hat, ist ein falscher Zugang.“

Auch für Grasel sei es eine Faszination

im Ultralaufen, zu erleben, ob man über

gewisse Grenzen hinwegkomme. Höhen

und Tiefen in einem Rennen mitzumachen

– damit werde ein Trailwettkampf

fast mit dem Verlauf des Lebens ver-

gleichbar. Aber es gilt auch: „Trailrunning

ist eine Mischung aus Abenteuer,

draußen sein in der Natur, zu sich selbst

finden – plus der sportlichen Herausforderung.

Zu erleben, wie viel der Körper

leisten kann, gehört dazu – aber mit langer

Vorbereitung und in einem gesunden

Maß und Ziel.“

2017 lief Florian Grasel beim UTMB

erstmals unter 24 Stunden und wurde

26. Im November 2017 kamen die

Zwillinge Anna und Anton auf die Welt.

Für Grasel ein wichtiger Grund, seinen

Zeitaufwand für den Sport zurückzuschrauben.

Seiner Frau hatte er über die

Jahre durch den Sport einiges an „Egoismus“

zugemutet, gibt er zu – und sie

war immer zu ihm gestanden, hatte ihn

auch immer begleitet. „Ich will meine

Kinder aufwachsen sehen“, sagt er. Grasel

stellte für 2018 sein Training um,

statt wie jahrelang stark umfangorientiert

und nach Gefühl zu laufen, begann

er gezielt und in Intervallen zu trainieren.

Zehn bis zwölf Stunden pro Woche

statt wie früher 20 bis 25. „Daher hab

ich mir beim UTMB ja auch nichts ausgerechnet.“

Anruf daheim

Zurück am 1. September 2018 im Mont-

Blanc Gebiet. Die zweite Schlüsselszene

in Grasels Rennen spielt sich nach 120

Kilometern ab. Nach der Nachricht vom

Top-Ten-Platz übermotiviert, verausgabt

er sich und will aufgeben. Er ruft seine

Frau an, die das Rennen online verfolgt,

um ihr den Entschluss mitzuteilen. Am

Display sieht er Julia mit den schreienden,

zehn Monate alten Zwillingen am

Arm, und statt Verständnis für seine

Entscheidung zu äußern, sagt sie: „Sei

kein Weichei, renn weiter.“

Erzählt Florian Grasel von dieser Szene,

schüttelt er immer noch den Kopf.

Im Rennen zieht ihm die „Watsch’n“

kurzfristig fast die Schuhe aus. Doch er

hört auf seine Frau, überwindet das Tief

und beendet den Lauf seines Lebens

nach 23:12:03 Stunden als Neunter.

Unter den Top Ten heißt beim UTMB:

Grasel wird bei der Siegerehrung aufgerufen.

Wo er früher nach dem Rennen

mit seiner Frau in der Menge gestanden

ist und den weltbesten Trailrunnern zugejubelt

hat, holt er sich selbst die Trophäe

und den Applaus ab.

FLORIAN GRASEL

ist 37 und Österreichs bester Trailrunner.

2018 Platz neun beim Ultra

Trail du Mont Blanc, Sieger beim

Hochkönigman und Mozart 100, Wahl

zum „Trailrunner des Jahres“. Grasel

führt ein Unternehmen in Bad Erlach

(NÖ), ist verheiratet mit Julia und

Vater der 15 Monate alten Zwillinge

Anna und Anton.

www.smarterbusiness.at

www.facebook.com/

trailbeard

92 SPORTaktiv


SALOMON NSO PRO

LONG SOCK

• für geringe Ermüdung und

schnellere Erholung

• atmungsaktiv und geruchsneutral

für ein frisches

Tragegefühl

• reduziert Blasenbildung

PREIS (UVP): € 29,–

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CEP RUN SOCKS 3.0

• präzisiertes Druckprofil für

optimale Regeneration und

Leistungsfähigkeit

• perfekter Tragekomfort dank

anatomischer Passform

• verbessertes Klimamanagement

• propriozeptive Stabilisierung von

Knöchel und Fuß

PREIS (UVP): € 54,95

www.cepsports.com

2XU VECTR LIGHT

CUSHION FULL LENGTH

SOCKEN UNISEX

• Nylon – leicht, atmungsaktiv

und beständig

• X:LOCK Kompressionstechnologie

zur Optimierung der

Belastung

• Kompressionsunterstützung für

den kompletten Unterschenkel

und Fuß

• Dry-Mesh-Panels zur Belüftung

PREIS (UVP): € 49,90

www.q-brands.de

VON DEN

SOCKEN

MEHR HALT, BESSERE ERHOLUNG – DAS BIETEN

DIE NEUEN KOMPRESSIONSSOCKEN.

Fotos: Hersteller

ASICS LB HIGH PERFORMANCE

KOMPRESSIONSSOCKEN

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Kompressionsmaterial

• Förderung der Blutzirkulation in

den Waden dank Infrarot-Technologie

• gute Sichtbarkeit dank reflektierendem

Print

PREIS (UVP): € 40,–

www.asics.com

BAUERFEIND SPORTS

COMPRESSION SOCKS

RUN & WALK

• verbesserte Durchblutung

der Beine

• weniger Muskelvibration

der Wade

• Polsterung der Fußsohle und

des Ristbereiches für erhöhten

Tragekomfort

• Aussparung an der Achillessehne

verhindert Druck und Reibung

PREIS (UVP): € 49,–

www.bauerfeind-sports.com/at

LINZ

GRAZ

11. MAI

18. MAI 14. SEPT.

SPORTaktiv

93


94 SPORTaktiv


DAS SCHAUT

RICHTIG

GGUT AUS

Kaprun, Blick Richtung

Alpenhauptkamm, es ist kurz

vor 22 Uhr. Zart schimmern

die Gletscher des Kitzsteinhorns

im Mondlicht. Von dort

werden wir morgen auf Kaprun

herab blicken und die letzten

Kilometer unseres gemeinsamen

Erlebnisses in Angriff nehmen.

Wer bei dieser Einleitung

Gänsehaut bekommt, sollte sich

spätestens jetzt für den Großglockner

Ultra-Trail (GGUT)

zu interessieren beginnen, den

wohl spektakulärsten Lauf Österreichs.

Nicht nur, weil es mit

Startzeit 22 Uhr rund um den

Großglockner geht, sondern weil

die Challenge einzigartig ist: 110

Laufkilometer durch 3 Bundesländer,

6500 Höhenmeter,

7 Täler, 6 Orte und vorbei an

14 Gletschern und 300 Gipfeln

über 3000 Meter.

Beim GGUT gibt es aber auch

ein bisschen weniger extreme

Bewerbe über 30, 50 und 75

Kilometer, da können sich auch

Trail-Einsteiger herantasten.

Wer jetzt Feuer gefangen hat,

sollte den Termin rot im Kalender

anstreichen: 26. bis 28. Juli

2019 – und sich rasch anmelden!

www.ultratrail.at

Foto: Andi Frank

SPORTaktiv

95


EINE FRAGE DER

ETIKETTE

SCHWEISS UND

SCHMUTZ ALS

LAUFPARTNER. WAS

DARFST DU BEDENKEN-

LOS IN DIE WASCH-

MASCHINE STOPFEN?

WELCHE MATERIALIEN

SIND SENSIBEL?

PFLEGETIPPS ZUM

SAISONSTART.

VON CHRISTOPH HEIGL

Schon bei der ersten gemütlichen

Laufrunde

treffen die Laufschuhe auf

Gatsch und Schneematsch, das

Salz auf den Straßen lässt sich

schwer abschütteln. Und spätestens

nach der dritten Einheit erinnern

auch Baselayer, Laufshirt und

Laufhose die empfindliche Nase

daran, dass man nicht nur den Körper,

sondern auch seine Sportsachen

ordentlich pflegen sollte. Also gleich

alles zusammen mit der Laufjacke in

die Waschmaschine und fertig? Schön,

wenn es so einfach wäre.

Mannigfaltig sind die Pflegehinweise,

die Hersteller wie Schöffel, Löffler und

Salewa ihren Produkten beipacken. Bei

Fotos: iStock

96 SPORTaktiv


30 Grad waschen? Auf links drehen,

sprich mit der Innenseite nach außen

waschen? Nicht schleudern? Schon vor

dem ersten Tragen waschen? Nur Handwäsche?

Das überfordert manche mit dem

Schmutzwäschekübel in der Hand. Die Praxis

sieht deshalb oft anders aus. Da wird

Sport- und Funktionswäsche mit normaler

Kleidung zusammengesteckt, Waschmittel dazu

und ab in die Trommel. Oft geht das gut, die

Materialen sind zäh. „Ich bin viel unterwegs, kenne

die Praxis und kenne die Fragen der Kunden“,

sagt Max Klaffenböck, Handelsvertreter bei Nikwax,

einer der Spezialfirmen für Reinigungs- und

Pflegeprodukte. „Generelle Aussagen sind schwierig

zu treffen. Entscheidend ist, was der Hersteller der

Kleidung selbst für sein Produkt empfiehlt. Deshalb

ist ein Blick auf das Etikett immer das Wichtigste.

Das sollte die Bibel sein. Daran soll man sich halten.“

Generalisierend lässt sich festhalten, dass man tatsächlich

fast alle Produkte in die Waschmaschine stecken

kann, wenn man ein paar grundlegende Regeln

befolgt: Erstens sollte man Funktionskleidung nie

bei 60 Grad oder heißer waschen, meistens werden

20 bis 40 Grad empfohlen. Zweitens und noch

wichtiger darf man keine normalen Waschmittel

verwenden, vor allem keine Pulverwaschmittel und

nie Weichspüler. Die enthalten auf normale Straßenkleidung

abzielende Weichmacher, Bleichmittel

und Duftstoffe. „Die tun mehr, als sie müssten“,

fasst Klaffenböck die Wirkung der Waschzusätze

zusammen, die den Feuchtigkeitsaustausch

der Kleidung beeinträchtigen und Poren

verstopfen können. Denn die wichtigste Eigenschaft

von Sportbekleidung wie z. B. Baselayern

ist, den Schweiß innen von der Haut

nach außen zu transportieren. Fast alle Hersteller

empfehlen deshalb die Verwendung

von Spezialwasch mitteln.

Auch für die weiteren Schichten wie

dünne Laufjacken mit Gore-Tex oder

Softshell gibt es genaue Pflegehinweise.

Einer davon ist oft, die Kleidung

„auf links“, das heißt umgedreht

zu waschen. Damit wird

das Obermaterial beim mechanischen

Waschvorgang

SPORTaktiv

97


GUTE SPORTBEKLEIDUNG

MUSS MAN NICHT

NACH JEDER

EINHEIT WASCHEN.

geschont. Material, Struktur und die

Art der Klima-Membrane diktieren die

genauen Pflegemaßnahmen. Klaffenböcks

Credo bei der Häufigkeit der Reinigungsprozedur:

„So wenig wie möglich,

so oft wie nötig.“ Denn, egal, wie

strapazierfähig und technisch hochwertig

die Materialien mittlerweile geworden

sind, „jeder Reinigungsvorgang ist

eine Belastung und Beeinträchtigung

für das Material.“

Einer der Spezialisten ist der Hersteller

Gore mit seinem legendären Gore-Tex.

Eine mikroporöse Membran aus

Polytetrafluorethylen macht die Kleidung

(Jacken, Schuhe) wind- und wasserdicht,

sie bleiben aber wasserdampfdurchlässig

und damit atmungsaktiv.

Gore-Tex-Kleidungsstücke können mit

Spezialwaschmitteln ebenfalls ganz normal

bei maximal 40 Grad in der Waschmaschine

gewaschen werden. Wichtig:

Reißverschlüsse und Taschen schließen.

Damit keine unerwünschten Knitterfalten

entstehen, sollte man eine möglichst

geringe Schleuderstufe wählen.

Nicht übertreiben ...

Wie oft soll man waschen? „Gute Sportbekleidung

muss man nicht nach jeder

Einheit waschen“, sagt Klaffenböck.

Aber ob man so weit geht wie der kanadische

Hersteller Arc’teryx? Der schlägt

vor, intensiv benutzte Gore-Tex-Sachen

erst nach zehn bis zwölf Nutzungstagen

zu waschen. Bei Softshell-Jacken gelten

ähnliche Regeln: kein Waschpulver,

keine Zusätze, sondern Spezialmittel.

Übrigens lohnt es sich, auf die Umweltverträglichkeit

der Pflegeprodukte zu

schauen, die Umwelt dankt es.

Bei der Reinigung ist auch wichtig,

auf die Imprägnierung zu achten, die

Kleidung wasserabweisend, aber atmungsaktiv

hält. „Durable Water Repellent“

(DWR) bezeichnet den Effekt,

wenn Wasser auf der Oberfläche abperlt

und nicht eindringt. Schmutzansammlungen,

Schweiß (Salz) und Fette (Sonnencreme)

können die Membrane und

die Effektivität beeinträchtigen. Wenn

die Kleidung gereinigt ist, sollte man

wieder für eine gute Imprägnierung sorgen.

Dazu kann man die saubere (!) Wäsche

in einem weiteren Waschgang mit

Imprägniermittel behandeln, was den

Vorteil hat, dass das Mittel gleichmäßig

aufgetragen wird, aber auch den Nachteil,

dass innen und außen imprägniert

wird. „Kein Problem, Schweiß in Form

von Wasserdampf dringt trotzdem

durch“, sagt Klaffenböck. Bei flüssigem

Schweiß schaut das anders aus. Mit Imprägniersprays

kann die Kleidung außen

punktuell behandelt werden.

Zu guter Letzt eine häufige Frage: Soll

man schmutzige, stinkige Laufschuhe

auch in die Waschmaschine werfen?

„Nikwax empfiehlt, Schuhe nicht in die

Maschine zu geben“, sagt Klaffenböck.

„Man erzielt damit vielleicht den perfekten

Effekt, dass die Schuhe wie neu ausschauen,

aber wie Dämpfung, Verklebungen

und Nähte reagieren, kann man

nicht abschätzen.“ Ob es für die Lebensdauer

der Waschmaschinen förderlich

ist, steht ohnehin auf einem anderen

Blatt Papier. Klaffenböck verweist auf

spezielle Gels für das Obermaterial, für

die Reinigung selbst empfehlen die Hersteller

die sanfte Tour mit Bürste (ev.

Zahnbürste), Schwamm, warmem Wasser

und milden Waschmitteln.

Tipp zum Schluss, wenn der Blick

aufs Etikett nicht ausreicht: Fast alle

Hersteller haben auf ihren Websites umfassende

Pflege- und Waschanleitungen,

oft sogar mit Videos.

98 SPORTaktiv


DEIN LAUF IN DIE NACHT

DER „ING NACHT-MARATHON“ IN LUXEMBURG

AM 1. JUNI STARTET ERST UM 19 UHR.

GEWINNSPIEL

Mit SPORTaktiv kannst du dabei sein:

Wir verlosen 2 Übernachtungen in

1 DZ im 4**** Hotel, 1x Marathon-

Slot unter allen, die bis 24. April ein

Laufselfie per E-Mail an

office.sportaktiv@styria.com senden.

Viel Glück!

Foto: Norbert Wilhelmi

ANMELDUNG

ONLINE

ing-night-marathon.lu

Für gewöhnlich müssen Marathonläufer

früh aus den Federn, denn die

Veranstaltungen beginnen meist in den

Morgenstunden. Anders ist das Konzept

im Großherzogtum Luxemburg, es

spricht auch die Langschläfer unter den

Sportlern an: Der „ING Night Marathon

Luxembourg“ am 1. Juni beginnt

erst um 19 Uhr.

Unter den Strahlen der Abendsonne

werden die Läufer auf die Reise geschickt.

Dann wird es idyllisch: durch

ein Spalier von Zuschauern in den

engen Gassen der Altstadt, der Hexenkessel

am Place Guillaume, die stillen

Parks im Zentrum, die Volksfeste in

den Villenvierteln – der ING Night

Marathon zählt zu den stimmungsvollsten

Läufen Europas. Das schlägt

sich auch in den Teilnehmerzahlen nieder.

Heuer erhöht man das Starterfeld

sogar auf 17.000 Läufer. Der Clou:

SPORTaktiv verlost ein Startpaket

(Infos siehe oben).

SPORTaktiv

99


DYNAFIT GLOCKNER ULTRA

GORE-TEX® SHAKEDRY JACKET W

• Zwei-Lagen-Funktionsjacke aus

GORE-TEX®-Active Shell mit innovativer

SHAKEDRY-Technologie

– mit intelligentem ZipOver

System, mit dessen Hilfe ein Rucksack

bequem unter der Jacke getragen

werden kann

• die SHAKEDRY-Technologie

lässt Wasser an der Oberfläche

dauerhaft abperlen –

ohne Nachimprägnieren

PREIS (UVP): € 330,–

www.dynafit.com

GEGEN

DEN WIND

WENIG GEWICHT, ABER VIEL SCHUTZ VOR

WIND UND WETTER BIETEN DIE

AKTUELLEN LAUFJACKEN.

SALOMON LIGHT JACKET W

• dehnbares Material und Motion-

Fit-Design sorgen dafür, dass die

Jacke jeder Bewegung wie eine

zweite Haut folgt

• ist vor allem auf Leichtigkeit ausgelegt.

Eine geschmeidige Taillenkonstruktion

und elastische

Features am Handgelenk sorgen

für eine nah am Körper liegende

Passform ohne Extragewicht

• das Pertex®-Material hält Wind

in Schach

PREIS (UVP): € 300,–

www.salomon.com

ON WEATHER JACKET M

• superleichte Laufjacke (170 g)

• Schutz am Oberkörper und

360-Grad-Ventilation

• leichtes, reissfestes Material

• speziell entwickelte Kapuze,

die auch beim Laufen an Ort

und Stelle bleibt

PREIS (UVP): € 239,95

www.on-running.com

ASICS LIGHT SHOW JACKET M

• leichtes, wasser- und windabweisendes

WOVEN-Material

• Fronttaschen mit Sicherheitsreißverschluss

• Kordelzug

• reflektierendes Asics-Spiral-Logo

• reflektierende Streifen für

360°-Sichtbarkeit in der Dunkelheit

PREIS (UVP): € 100,–

www.asics.com/at

100 SPORTaktiv


NEW BALANCE LIGHT PACKJACKET M

• sehr leichte, modische Kapuzenjacke aus

schmutz- und wasserabweisendem Material

• elastische Armabschlüsse

• reflektierende Logos und Accessoires

• lässt sich in die Hüfttasche verpacken

• Kapuzenfixierung im Nackenbereich

PREIS (UVP): € 69,95

www.newbalance.chrissports.ch

LA SPORTIVA RUN JACKET W

• leichte Trailrunningjacke, die mit einer

Wassersäule von 10.000 mm zuverlässigen

Schutz bei einem plötzlichen

Wetterumschwung bietet

• durch das elastische Material

gewährt sie zudem maximale

Bewegungsfreiheit beim Laufen

• lässt sich äußerst klein zusammenpacken,

womit sie in jedem Laufrucksack

verstaut werden kann

PREIS (UVP): € 149,–

www.lasportiva.com

LÖFFLER JACKE GTX SHAKEDRY M

• innovatives 2-Lagen-Material mit

einzigartigem SHAKEDRY-Effekt

• dauerhaft wasser- und winddicht,

kein Imprägnieren nötig

• extrem leicht

• höchst atmungsaktiv

• Reflektoren

PREIS (UVP): € 249,99

www.loeffler.at

Fotos: Hersteller

CRAFT NANOWEIGHT HOOD JACKET M

• sehr leichte Kapuzenjacke mit windund

wasserdichter Membran an der

Vorderseite

• Netzeinsätze und spezielle Perforation

im Rückenbereich sorgen für optimale

Belüftung und einen guten Feuchtigkeitstransport

• eng anliegende Kapuze

• Netzeinsätze an den Hotspots

PREIS (UVP): € 99,95

www.craft-sports.de

SPORTaktiv

101


GO CRAZY,

GET DIRTY,

BE HAPPY

Beim Fisherman’s Friend

StrongmanRun in Flachau

(S) hat ein Wellnessbecken

nichts mit Erholung und der

„Canal Grande“ nichts mit

Venedigs berühmter Wasserstraße

zu tun. Aber dafür mit

jeder Menge Gemeinschaftsgefühl

und Spaß am

Dreckigwerden.

Die Österreichausgabe dieses

in sieben Ländern – von

Norwegen bis Südafrika –

stattfindenden, legendären

Obstacle Runs findet heuer

am 13. Juli statt und ist

ideal für alle, die mehr als

eine normale Laufchallenge

suchen. 20 Hindernisse sind

zwischen Start und Ziel zu

überstehen. Wetten – hier

erwartet dich dein persönlicher

Hero-Moment.

www.strongmanrun.at

Foto: Fischerman‘s Friend

StrongmanRun Flachau

102 SPORTaktiv


SPORTaktiv 103


DIRT

GET

READY

FOR

OBSTACLE- UND DIRTRUNS SIND

EIN RENNER IN DER LAUF SZENE.

WER ALS LÄUFER EINE NEUE

HERAUSFORDERUNG SUCHT UND

HEUER BEI EINEM DER TRENDI-

GEN HINDERNISLÄUFE DABEI SEIN

MÖCHTE – UND DABEI AUCH NOCH

EINE PASSABLE FIGUR ABGEBEN

WILL: FÜR DEN HAT EX-PROFI-

SPORTLERIN VERONIKA WINDISCH

DIE PASSENDEN TIPPS.

VON CHRISTOF DOMENIG

Klettern, hangeln, springen, robben

oder durch Wassergräben

und Gatsch waten. Dazwischen

Streckenteile im Laufschritt zurücklegen.

Die trendigen Hindernisläufe und

Dirtruns erinnern nicht umsonst an

militärische Hindernisparcours, sondern

sind von diesen inspiriert. Dabei aber

ungleich lustiger.

104 SPORTaktiv

„Lustig“ darf man aber nicht mit locker

verwechseln: „Eine gewisse Laktakttoleranz

sollte man schon mitbringen“,

rät Veronika Windisch. Die Ex-Profisportlerin

ist ein wahres sportliches Multitalent

und hat nach 2014, als sie ihre

Karriere im Shorttrack-Eisschnelllauf

beendet hat, in zahlreichen sportlichen

Disziplinen Erfolge gefeiert. Auch bei

Nicht hängen lassen: Hangelpassagen sind

bei vielen Obstacleruns ein Fixpunkt. Wer

keinen Outdoor-Fitnessparcours zum Üben

in Laufweite hat, kann sich auch an einen

Ast hängen und seitwärts fortbewegen.


Fotos: Thomas Polzer, Erzbergsport

Unten durch: Sich vorzubereiten, nimmt dem Robben

den Schrecken. Aus dem Unterarmstütz abwechselnd

das rechte und das linke Bein nach vorne bringen

wie im Bild, empfiehlt Veronika Windisch. So

lange bis die Kraft ausgeht, nach kurzer Pause noch

mindestens zwei Mal wiederholen.

In die Höh: Banksprünge stärken die Beinmuskulatur.

Um steile Bergaufpassagen gut zu meistern oder mittelhohe

Hindernissse springend zu erklimmen, sind

sie eine perfekte Basis. Mit jedem Bein 15 Mal kräftig

abstoßen, mindestens zwei Mal wiederholen.

SPORTaktiv

105


Halt durch! Squat Jumps stärken Beinkraft und Sprungvermögen.

Mit gefühlten 80 Prozent durchgeführt, ist das auch eine perfekte

Übung, um Laktattoleranz zu lernen: immer 30 Sekunden lang

springen, 30 Sekunden Pause. Zu Beginn reichen wahrscheinlich

vier Serien, später kann man bis zu zehn machen.

Und rauf – der Klassiker für

Kraft in Armen und Oberkörper.

Wenn man gar

keinen Klimmzug schafft,

lässt man sich von einem

Trainingspartner helfen.

Sich beim Hochziehen von

Nachkommenden anschieben

zu lassen, ist bei den

Obstaclerruns durchaus

üblich – blöd ist bloß, wenn

man der Allerletzte am

Hindernis ist.

106 SPORTaktiv

Runterkommen: Sprünge

aus größerer Höhe

sollen auch im Rennen,

bei aller Euphorie,

vorsichtig angegangen

werden. Sonst ist

die Verletzungsgefahr

groß. Sanfte Abgänge

(abstützen!) am besten

im Vorfeld üben.


Fall net: Ein gutes

Gleichgewichtsgefühl

ist an vielen

Hindernissen

gefragt. Also: So

oft wie möglich

rauf auf die Balancierstange

oder auch eine

Slackline.

solchen Funruns – etwa beim

„Grazathlon“ (zwei Siege, zwei

zweite Plätze) und im Vorjahr

beim „Rock@Man/Woman“

(großes Bild) am steirischen

Erzberg.

Dass man im anaeroben Stoffwechsel

unterwegs ist und die

Muskeln ordentlich übersäuern,

gehört bei diesen Läufen dazu.

Geboten wird freilich auch viel:

Spaß statt Verbissenheit steht

im Vordergrund. Der Teamgeist

wird großgeschrieben, man hilft

sich gegenseitig bei den Hindernissen.

Und sich einmal richtig

dreckig machen zu dürfen, das

taugt nicht nur Kindern.

Wenn man sich mit einem gewissen

Ernst auf so einen Event

vorbereitet, ist er dann auch noch lustiger – und in

der Regel auch zu schaffen. Zu zwei Monaten spezifischer

Vorbereitung mit den gezeigten Übungen

(idealerweise eher noch etwas länger) rät Veronika

Windisch. Und übrigens: Wer solche im Grunde

simplen Übungen ständig ins Training integriert,

wird zu einem universell deutlich fitteren Sportler,

als wenn man immer nur läuft.

Noch ein Profitipp: „Die Hindernisse, die einen

bei eurem gewählten Lauf erwarten, vorher gut

anschauen und möglichst üben. Vor allem jene, die

gegen Ende der Distanz warten, wenn die Muskeln

schon richtig brennen.“ Aber mit der passenden

Vorbereitung und dank des „Wir-Gefühls“ beim

Lauf sollte kein gemeines Hindernis zum unüberwindbaren

Stolperstein werden.

MMAG. VERONIKA

WINDISCH

ist Sportwissenschafterin, mehrmalige

Olympiateilnehmerin im Shorttrack

und ein sportliches Multitalent.

Die Steirerin gewann im Bereich

Dirtrun/Hindernisläufe zweimal den

„Grazathlon“ und 2018 den Rock@

Man/Woman am steirischen Erzberg

(Termin 2019: 20. Juli).

www.veronika-windisch.at

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#BeatYesterday

MIT DEINER GARMIN

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SPORTaktiv

107


SA, 23. MÄRZ

1. TRAILLAUF

2. MOUNTAINBIKE

3. TOURENSKI

für Einzelkämpfer oder

Teamplayer

SA, 13. APRIL

ZIEL IST EIN „REKORD AN HERZLICHKEIT“

Der 13. Halbmarathon Hall-Wattens in Tirol steht

traditionell unter dem Motto „Hart, aber herzlich.“

25. MAI. Es geht nicht nur um sportliche Höchstleistungen:

„Wir möchten einen Rekord an Herzlichkeit aufstellen“,

geben die Veranstalter des Halbmarathons Hall-Wattens

als Motto aus. Ob Halbmarathon, Volks- oder Staffellauf,

Kinder- oder Zwergerllauf: Die Laufbegeisterten erwarten

tolle Impressionen. Die abwechslungsreiche Strecke führt

von der historischen Haller Altstadt nach Absam, den Inn

entlang nach Wattens und zurück – durch idyllische Dörfer,

über Feldwege und Steige und auch ein paar Höhenmeter.

www.halbmarathon-hall-wattens.at

Sonntag 24. März 2019

Foto: Horst von Bohlen

Bewerbe:

- Sorger Halbmarathon (21,1 km)

- 14 km und 7 km Bewerb

- 3er Staffelbewerb

- Nordic Walking Bewerb (7 km)

- Neu: Kinderlauf (1,6 km)

Ermöglicht durch:

MYTHOS UND LEIDENSCHAFT

Der 48. „Int. Wolfgangseelauf – Salzkammergut

Marathon“ verspricht pure Lauffreude in herrlicher Natur.

20. OKTOBER. Mit dem Rekord von 6059 Meldungen

festigte der Wolfgangseelauf 2018 seinen Status als der

österreichische Erlebnis- und Landschaftslauf. Im Oktober

2019 wird das nicht anders sein. Mit vier Strecken gibt es

für jeden die optimale Strecke (5,2 km, 10 km, 27 km oder

42,195 km); die zu großen Teilen als Naturstrecke und

direkt am See verläuft. Der Klassiker am Wolfgangsee ist die

27-km-Distanz. Szenekenner wissen: Der Wolfgangseelauf

ist einer der attraktivsten Landschaftsläufe in Europa.

www.wolfgangseelauf.at

Fotos: Veranstalter

108 SPORTaktiv

Info und Anmeldung: www.graz-halbmarathon.at


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JOSEF KLADENSKY IST 70

JAHRE ALT UND ULTRALÄUFER.

2018 LIEF ER 17 MAL ZUMIN­

DEST 42 KILOMETER UND DREI

MAL ÜBER 100 KILOMETER

WEIT. WOZU LUST AM LAUFEN

UND EINE POSITIVE LEBENS­

EINSTELLUNG BEFÄHIGEN

KÖNNEN UND WARUM

QUAL UND EUPHORIE

ZUSAMMENGEHÖREN.

VON CHRISTOF DOMENIG

NOCH

LANGE

NICHT

SCHLUSS

Es könnte damit zu tun haben, dass

Josef Kladensky am Vortag seine

Autobiografie fristgerecht an den

Verlag abgeschickt hat, dass er so gut

gelaunt bei unserem Treffen erscheint.

Oder einfach damit, dass er eine Frohnatur

und fast immer gut drauf ist. Dass

der Niederösterreicher nicht nur extrem

ausdauernd laufen, sondern ebenso

schreiben kann, beweisen die 900 Seiten,

die sein Werk in der Rohfassung

hatte. Mehr als die Hälfte musste er auf

Anraten des Verlags leider streichen.

„Das hat schon ein bisserl geschmerzt,

weil einem selbst jeder einzelne Satz

wichtig ist“, seufzt Kladensky – und

schickt typischerweise gleich ein fröhliches

Lächeln hinterher.

Im Mai 2018 feierte „Seppi“ Kladensky

seinen 70. Geburtstag. Zum Runden

beschenkte er sich mit dem „Mozart

100“, für die 103 Kilometer und 4600

Höhenmeter benötigte er 19:20:42

Stunden. Wie er beiläufig erzählt, rannte

er zehn Tage vor dem Salzburger

Ultra lauf einen „stressfreien Hunderter“

als Vorbereitung – wie unsereins von

einer 12-Kilometer-Laufrunde spricht.

2018 war überhaupt ein gutes Jahr für

Kladensky, mit 17 Läufen ab der Marathondistanz

(im Schnitt 61 Kilometer),

drei jenseits der 100 Kilometer und

seiner fünftbesten Jahreskilometerleistung,

seit er 1981 mit dem Laufen

begonnen hat.

„Irre“ 8,6 Kilometer

1981 war Josef Kladensky 33 und weil

es gerade zur Mode wurde, lief er mit

Freunden in der Prater Hauptallee. Zwei

Kilometer hin, zwei retour. „Irgendwann

hat einer den Vorschlag gemacht, die

ganze Allee zu laufen: Hin und zurück

8,6 Kilometer, irr!“ Die Strecke ging

überraschend problemlos – und war

bloß ein Vorgeschmack darauf, was ihm

Josef Kladensky

beim „Mozart 100“,

wenige Tage

nach dem 70.

Geburtstag.

zum sportlichen Lebensinhalt werden

sollte: das Ausloten und Hinausschieben

von Grenzen. 1985 war der erste Marathon

an der Reihe. 1997 der erste Ultralauf,

90 Kilometer beim Comrades

Marathon in Südafrika. Erst da merkte

der damals 49-Jährige, wo sein wahres

läuferisches Talent liegt. Immer weiter

statt „bloß“ schneller zu laufen.

Mit Stand Jänner 2019 absolvierte der

Perchtoldsdorfer 93 Ultraläufe und 85

Fotos: Reinhard Zimmermann, Ultra Trail du Mont Blanc

110 SPORTaktiv


JOSEF KLADENSKY

aus Perchtoldsdorf (NÖ) ist

70 und absolvierte bis dato

93 Ultra-Wettbewerbe und 85

Marathons. Highlights: Spartathlon

(245 km, „der Härteste“);

Badwater Ultra im Death

Valley (217 km, 55 Grad, „der

Böseste“); Ultra Trail du Mont

Blanc (166 km, 9400 hm, „der

Großartigste); Marathon des

Sables (6 Wüstenetappen).

Josef Kladenskys „So weit, so

gut. Erlebnisse und Erfahrungen

eines Ultraläufers“ erscheint im

Frühling 2019 im Egoth Verlag.

Preis: 24,90

www.egoth.at

Marathons. Kaum ein bekannter Ultralauf,

den er nicht schon hinter sich hat:

Spartathlon, Badwater Ultra, Grand

Raid auf Reunion, Ultra Trail du Mont

Blanc, Marathon des Sables und wie sie

alle heißen. Alles penibel dokumentiert.

„Ich bin ein Pedant“, sagt er mit einem

typischen Anflug von Selbstironie – der

Ausdruck „Zahlenliebhaber“ trifft aber

sicher zu: Seine „Prahlliste“ umfasst

jeden Lauf seit 1981, egal, ob in Wettbewerben

oder nur für sich. Damit lässt

sich ausrechnen, dass er bis zum Treffen

mit SPORTaktiv 3087 Mal die Laufschuhe

geschnürt und 54.214 Kilometer

laufend zurückgelegt hat (weit mehr als

einmal um die Welt). Rund acht Monate

seines Lebens ist er gelaufen, der

Durchschnittslauf war um die 13 Kilometer

lang. Mehr als ein Viertel seiner

Laufkilometer hat er in Wettkämpfen

zurückgelegt.

Wir Lauftiere

Die Frage nach dem „Warum“ lässt sich

natürlich nicht in einem Satz beantworten.

Ganz wesentlich aber ist diese Überzeugung:

„Wir sind Lauftiere. Nicht

schnelle, sondern ausdauernde.“ Der

Perchtoldsdorfer führt aus: „Der Mensch

hat früher die Antilope ... Na ja, zwar

nicht zu Tode gehetzt – aber zu Tode

‚nicht in Ruhe gelassen‘“. Als Tierliebhaber

(und deshalb Vegetarier) würde er

zwar sicher niemals eine Antilope sekkieren

– aber die alte, in den Genen steckende

Lauflust ist in ihm erwacht, ist

Kladensky sicher. Bei den meisten Menschen

liege diese Lust brach, und irgendwann

in der Menschheitsgeschichte werde

sie ganz verloren gehen „wie bei den

Kormoranen auf Galapagos, die nicht

mehr fliegen können“, sinniert er. Doch

noch lasse sich die Lust aktivieren – und

das genießt eben Kladensky in vollen

Zügen. Unter Lauf-„Lust“ fällt für ihn

SPORTaktiv

111


auch, dass er noch nie nach einem Plan

trainiert hat. „Ich hasse Trainingspläne,

weil sie in der Lage sind, aus einem

Lustlauf einen Zwangslauf zu machen.“

Wie weit er jeweils laufen wird, entscheidet

er meist beim Wegrennen. Außer

am Dienstag, seinem wöchentlichen

Fixtermin: Da läuft er, der auch ehrenamtlich

beim Roten Kreuz mitarbeitet

oder sich in der Behindertenhilfe engagiert,

als Begleitläufer von blinden und

sehbehinderten Menschen. „So kann ich

meinen Lauf spleen auch sinnvoll sozial

einsetzen.“

Qual und Euphorie

Obwohl er persönliche Bestzeiten auch

noch nach dem 60. Geburtstag aufgestellt

hat, ist Josef Kladenskys Motto:

nicht schneller, dafür möglichst weit

laufen. Einer der längsten Nonstop-Läufe

seines Lebens war der Spartathlon mit

ICH HASSE

TRAININGS­

PLÄNE, WEIL

SIE IN DER LAGE

SIND, AUS EINEM

LUSTLAUF EINEN

ZWANGSLAUF

ZU MACHEN.

245 hügeligen Kilometern – gleichzeitig

der härteste, gemeinsam mit dem Badwater

Ultra bei 55 Grad Hitze. Von 250

Startern geben beim Spartathlon in der

Regel zwei Drittel auf – Kladensky überquerte

nach 34:51 Stunden die Ziellinie.

Ja, Ultralaufen habe natürlich auch

mit Quälerei zu tun, räumt er freimütig

ein. Doch Schmerzphasen würden immer

wieder vergehen und sich mit Euphoriephasen

abwechseln. Das Überwinden

von Tiefs sei auch eine der großen

Herausforderungen und Erkenntnisse

von Ausübenden dieser Sportart

– zu lernen, dass es viel weiter geht, als

man glaubt. Eine schöne Analogie zum

gesamten Leben, findet Kladensky. Und

zu den Schmerzen beim Laufen sagt er

auch: „Schmerz ist ein wichtiger Ratgeber.

Allerdings kommt es schon auch auf

den Sender an: Die Blase an der kleinen

linken Zehe ist nicht stimmberechtigt.“

Kein schwarzes Loch

Einmal sei er gebeten worden, seine

Freunde im Laufsport aufzuzählen. Auf

74 sei er gekommen. Auch ein Grund,

warum er noch nie bereut habe, „mit

dem ganzen Blödsinn angefangen zu haben“.

Kladensky führt aus: „Wenn du in

diesen Rennen einen Fremden triffst, ist

die Wahrscheinlichkeit groß, dass er

zum Freund wird. Weil er erstens ähnlich

tickt wie du und zweitens wie du in

einer Ausnahmesituation steckt.“

Die freundschaftliche Atmosphäre

und die oft fast familiäre Szene sind es

übrigens auch, die er an den österreichischen

Ultraläufen und Bergmarathons

so schätzt: Ötscher, Veitscher und Kainacher

Berglauf hat er 2018 absolviert.

„Dort drückt dir der Veranstalter persönlich

die Hand.“ Zum Thema familiär:

Dass seine Christine seine Laufleidenschaft

nur bedingt teilt („sie läuft

ihre Runde um den Häuserblock“), findet

er nicht weiter schlimm und es tut

der Liebe keinen Abbruch: „Es gibt zwei

Zugänge: ‚Gleich und gleich gesellt sich

gern‘ oder ‚Gegensätze ziehen sich an‘.

Bei uns trifft einfach das Zweite zu.“

Der 70. Geburtstag war schon ein

Einschnitt, sagt Josef Kladensky – das

Gefühl: „Wahnsinn, jetzt bist du schon

ein alter Mann.“ Doch er nimmt auch

das mit Humor: „In der M60-Klasse

gibt es bei manchen meiner Rennen keine

Starter. Dafür in der M70 einen.“ Er

fühlt sich „subjektiv“ sehr gut und seine

jüngsten Leistungen sind der Beweis,

dass eine Zahl allein gar nichts aussagt.

So wie auch die 42,195 Kilometer keine

Grenze markieren, hinter der das

„Menschenunmögliche“ beginnt. „Hinter

dem Marathon ist kein schwarzes

Loch – aber es wird dich nicht mehr loslassen“,

formuliert Josef Kladensky eine

Botschaft, die er in seinem Buch transportieren

will. Er muss es wissen. Und

wird hoffentlich noch viele Jahre lang

beweisen dürfen, was jenseits der 42

Kilometer alles möglich ist.

112 SPORTaktiv


NEUER TERMIN

IN DER WACHAU

SPORTaktiv und der WACHAUmarathon

verlosen für die 22. Auflage des

Klassikers am 29. September wieder

tolle Preise. Die Anmeldung ist

bereits geöffnet.

GEWINNSPIEL

Foto: Wachaumarathon

Eine Woche später als sonst steigt der

22. WACHAUmarathon am 28./29.

September. Ebenfalls neu: Goodie-Bags

und Regenponchos sind nicht mehr aus

Plastik, sondern aus gentechnikfreier

Maisstärke und damit voll kompostierbar.

Als erste heimische Großveranstaltung

gibt es einen Versicherungs-Komplettschutz,

der bei der Anmeldung mit

gebucht wird. Wie im Vorjahr verlosen

SPORTaktiv und der WACHAUmarathon

wieder tolle Preise. Etwa 2 Halbmarathon-Packages

im Hotel Pfeffel

im Wert von 420 Euro, ein VIP-Ticket

mit Begleitung (inkl. Startgebühr,

Sonderbustransfer zum Start, Zutritt

zum VIP-Bereich im Ziel im Wert von

150 Euro) sowie je zwei Startplätze für

Marathon, Halb- und Viertelmarathon.

Mitspielen lohnt sich also!

Und so kannst du gewinnen:

Schick eine E-Mail mit dem Betreff

„22. WACHAUmarathon“ an:

office.sportaktiv@styria.com.

Einsendeschluss ist der 8. April

www.wachaumarathon.com

ULTIMATE GRIP CONCEPT


AUS

PRO

BIERT

RUN

REFLEXION TO GO

Viele Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte, bin ich der Illusion

erlegen, dass es egal ist, was man im Dunklen trägt, der Autoscheinwerfer

ist so stark, der Lenker sieht dich in jedem Fall.

Völliger Humbug leider. Also: Reflektierende Kleidung tut Not.

Viele Shirts, Hosen und Hauben haben heute ja schon zumindest

reflektierende Nähte oder Prints. Besser als nichts, aber

auch nicht richtig super. Warnwesten wären eine Alternative,

sind aber meist riesig, flattern daher beim Laufen, was nicht

unbedingt angenehm ist. Bleiben die speziellen Reflektorwesten.

Die gibt es in verschiedenen Größen, aber auch da finden

wir ein Haar in der Suppe: Das Vollplastik lässt dich schnell

schwitzen, wenn es nicht arktisch kalt ist.

DIE Abhilfe bietet ein Reflektorspray, wie der von HEY SPORTS

(€ 19,95 UVP), den uns Gigasport in Graz zur Verfügung gestellt

hat. Damit lässt sich die Reflexion aufsprühen. Auf jedes Shirt,

auf jede Jacke, jede Hose. Das ist praktisch, weil man seine

ganze Kollektion zum Einsatz bringt und nicht bloß das eine reflektierende

Teil. Es ist super, weil man großflächig auftragen

kann, man lustige Muster aufsprühen kann. Damit wird man

sichtbar und erhellt auch den Alltag des vorbeifahrenden

Autofahrers für ein paar Sekunden.

NIE MEHR UNSICHTBAR IM

DUNKELN, IMMER GEGEN WIND

UND WETTER GERÜSTET UND

EIN NEUER SPASSMACHER FÜR

DIE BEINE – DAS HABEN WIR

FÜR EUCH GETESTET.

VON KLAUS MOLIDOR UND CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Thomas Polzer

114 SPORTaktiv


WASSER AUF DER FLUCHT

Erster Eindruck: gewöhnungsbedürftig, das Material. Aber:

Man gewöhnt sich rasch an die Optik und ans Gefühl.

Gore Tex Shakedry ist eine der Top-Innovationen am Lauftextilsektor,

und glaubt man den Verspechen, geradezu ein Wunder

in Sachen Leichtigkeit, Wasserdichtheit und Atmungsaktivität.

Leicht, dünn und extrem klein packbar ist die schwarze

LÖFFLER GTX Shakedry-Laufjacke (€ 249,99) auch tatsächlich,

sie trägt sich sehr gut, im Winter empfehle ich dann trotzdem

ein langes Shirt drunter.

Der Clou ist aber das namensgebende „Trockenschütteln“:

Mangels Regen beim Fototermin haben wir die Jacke gut eingesprüht,

der Perleffekt ist schon ein Hit. Beim Ausschütteln

flüchtet das Wasser geradezu in alle Richtungen, (fast) bis zur

vollkommenen Trockenheit.

SCHNELLER SPASS

Nicht weniger als „frei schweben“ verspricht BROOKS mit seinem

„LEVITATE 2“ (€ 170,– UVP). So lautet nämlich die Übersetzung

des Modellnamens. Wie bein Vorgänger sticht auch

hier die markante silberfarbene Umrahmung der Außensohle

hervor. Die ist nicht nur Optik, sondern das sogenannte „Guide

Rail“-System. Vereinfacht gesagt eine stabile Wanne, wodurch

der Dämpfungsschaum nicht seitlich ausweichen kann, sondern

die Energie in den Rückstoß abgeben soll. Durch das

pfeilförmig angeordnete Profil soll man besonders gut abrollen.

Mal schauen. Was sich gut anfühlt: der sockenähnliche Abschluss

am oberen Rand. Die oberste Öse ist eine Stoffschlaufe,

die nach hinten versetzte fehlt gänzlich, wodurch die klassische

Marathonschnürung nicht möglich ist, der Fuß aber

trotzdem in die Ferse gedrückt wird und guten Halt findet. Das

Laufgefühl ist direkt, ohne hart zu sein. Das macht richtig Spaß,

weil gefühlsmäßig wenig Energie verpufft und die Dämpfung

ausreichend ist. Er ist damit auch für Hobbyläufer langstreckentauglich.

Fazit: Schweben ist marketingtechnisch überhöht,

eh klar. Aber nach 200 Testkilometern macht der Schuh

immer noch Spaß statt Schmerzen.

SPORTaktiv

115


NOCH BESSER

Der Run Compression

Sock von CEP stabilisiert

Knöchel und Fuß und erhöht

sowohl Leistungsfähigkeit

als auch Regeneration.

Klimamanagement und

Tragekomfort wurden jetzt

noch einmal verbessert.

www.cepsports.com

PERFEKTER

PARTNER

Den ANITA active air

control Delta Pad gibt

es jetzt in der Trendfarbe

Koralle. Atmungsaktive

Materialien und die triangelförmige Schale machen

ihn zum perfekten Partner für dein Workout.

www.anita.com/anitasixpack

RUN

NEWS

LEICHTER

BERGSPRINTER

Der Feline Up Pro von DYNAFIT

ist der ideale Begleiter für kurze,

anspruchsvolle Geländeläufe mit

extremer Steigung. Toller Grip auf

steinigem und nassem Untergrund

dank Vibram-Megagrip-Sohle.

www.dynafit.com

NAHTLOS, SICHER,

ANGENEHM

Highlight der Run-Kollektion

von BUFF ® ist die One Touch

Cap. Durch die nahtlose

Verarbeitung ist sie angenehm

zu tragen, reflektierende

Elemente sorgen für

Sicherheit und Sichtbarkeit

im Abendverkehr.

www.buff.com

AM PULS DER ZEIT

Die Vantage V von

POLAR bietet genaueste

optische Pulsmessung am

Handgelenk, 130 Sportprofile

und innovative Funktionen

fürs Training und die Trainingsanalyse,

die Messung der

Running Power, Training Load

Pro und Recovery Pro.

www.polar.com

Fotos: Hersteller

116 SPORTaktiv


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: Facebook/Stigger, Ötztaler/Jürgen Skarwan, Strava

STIGGER WIEDER TOP

Als bislang jüngste Athletin und mit

neuem Rekordergebnis wurde Laura

Stigger (18) zu Österreichs Radsportlerin

des Jahres gewählt. Die

Tirolerin ist Junioren-Weltmeisterin

am Rennrad und Mountainbike.

www.radsportverband.at

TOI TOI TOI

Noch bis 28. 2. läuft die Anmeldephase

für den Ötztaler Radmarathon.

Für die etwa 15.000 Interessierten

gibt es nur 4000 Startplätze.

Der Klassiker (238 km, 5500 hm)

findet heuer am 1. September statt.

oetztaler-radmarathon.com

3,6 MILLIARDEN KUDOS

Die beliebte Sportplattform Strava

verzeichnete 2018 neue Rekorde: 32

Sportarten in 195 Ländern, 3,6 Milliarden

Kudos (Daumen hoch). Sonntags

gab es die meisten Uploads,

dienstags die besten Zeiten.

www.strava.com

SPORTaktiv

117


Die Liste ist eine lange, wenn es um Radsportler

geht, die sowohl am Rennrad

als auch am Mountainbike erfolgreich

Rennen fuhren. Aktuell angeführt vom slowakischen

Superstar Peter Sagan und Allroundern

wie Mathieu van der Poel haben Profis wie

Cadel Evans, Miguel Martinez und Österreicher

wie früher Gerhard Zadrobilek und jetzt

Hermann Pernsteiner bewiesen, dass man beide

Sparten auf Topniveau beherrschen kann.

Im Hobbybereich war das einst eine strikte

Trennung. Dort Rennrad, da Mountainbike.

Keine Lust auf Fremdgehen. Durch den Rennradboom

der letzten Jahre, neue Technik und

den Urban-Trend beim Radeln wurden die

schnellen Räder wieder trendy. Die alten Gräben

wurden – auch mit Zwitterprodukten wie

dem Gravelbike – zugeschüttet, es wird munter

hin- und her gewechselt zwischen Straße und

Gelände.

SPORTaktiv hat zwei Landsleute, die beides

perfekt beherrschen, nach ihrer Sichtweise und

Erfahrung gefragt: Der Lienzer Alban Lakata ist

dreifacher Weltmeister im Mountainbike-Marathon

und liebt das Training auf seinem Straßenrennrad.

Daniel Federspiel ist zweifacher

Mountainbike-Weltmeister im Eliminator-Bewerb

und wagt heuer den Sprung von den dicken

zu den dünnen Reifen und zu den Straßenprofis

im Team Vorarlberg Santic.

1.

WAS LERNEN MOUNTAINBIKER

AM RENNRAD?

ROLLENTAUSCH BEIM RÄDERWECHSEL. WARUM MOUNTAINBIKER

BESSER WERDEN, WENN SIE MIT DEM RENNRAD AUF ASPHALT

FAHREN, UND WAS RENNRADLER LERNEN, WENN SIE AM BIKE

MIT WURZELN UND SCHOTTER BEKANNTSCHAFT SCHLIESSEN.

VON CHRISTOPH HEIGL

„Mountainbiken und Rennradfahren sind zwei

verschiedene Sportarten – so ähnlich wie Fußball

und Formel 1“, lacht Federspiel. Er war bislang

als muskelbepackter Biker für die

MTB-Sprintdisziplin Eliminator prädestiniert,

eine kurze Sprint-Runde im Gelände, all in.

„Am Rennrad lernt man bei langen Ausfahrten

als Erstes den runden Tritt und eine schöne, effektive

Sitzhaltung. Das hast du als Biker nicht,

weil es im Gelände immer unrhythmisch ist.

Da können alle am Rennrad etwas lernen.“ Als

Biker fuhr Federspiel im Schnitt 11.000 km im

Jahr, mit dem Rennrad waren es 2018 bereits

24.000 km, Tendenz steigend.

Weil man mehr in Gruppen unterwegs ist

(Training und Rennen), kommt ein Aspekt

dazu, der für Lakata nicht unwesentlich ist: „Am

Bike fährst du meistens allein oder zu zweit.

Man sollte ja im selben Leistungsniveau sein,

sonst ist es für keinen lustig. Am Rennrad kann

man in großen Gruppen auch Schwächere mit-

118 SPORTaktiv


Fotos: scott-sports.com

NUR MUT BEIM

FREMDGEHEN

SPORTaktiv

119


ALBAN

LAKATA (39)

aus Lienz, Mountainbike-Profi,

dreifacher Weltmeister im

Mountainbike-Marathon,

2 x Marathon-Europameister,

Staatsmeister, Streckenrekord

Leadville 100 in den USA, beim Cape

Epic in Südafrika 5 x am Podest.

www.bulls.de

MOVENTOR

UNTER-

WEGS IM

GELÄNDE

Anspruchsvolle Trails und fahrerisches

Können verlangen nach optimalem

Schutz. Der Moventor sorgt abseits der

Straßen für Fahrspaß pur – und dank

seiner innovativen Technologien auch

für die notwendige Sicherheit.

fahren lassen, die hängen sich halt in

den Windschatten, während die Starken

vorne im Wind kurbeln. Alle können

dieselbe große Runde fahren, es ist

irgendwie sozialer, das gefällt mir.“

Für den Hobbyfahrer weniger wichtig,

für Profis eminent: taktisches Verhalten

und Teamgefüge. Beim Mountainbiken

(auch bei den Rennen) ist

man als Einzelkämpfer unterwegs, auf

der Straße wird durch das Windschattenfahren

und große Gruppen die

Taktik und das Verhalten im Feld entscheidend.

Neo-Straßenprofi Federspiel:

„Ich gestehe, da muss ich selber

gerade erst viel lernen.“

Lakata bricht im Training oft zu

großen Rennradrunden in Richtung

Italien auf, fährt sieben, acht Stunden

und sammelt dabei auf Klassikern wie

dem Monte Zoncolan wertvolle Höhenmeter.

„Ich liebe das wirklich und

muss mich oft bei der Nase nehmen,

damit ich das Mountainbike nicht vernachlässige.

Aber die Vielfalt macht es

aus, der Radsport ist so abwechslungsreich.“

Über den Daumen gepeilt

schätzt er die Trainingszeit Bike/Rennrad

auf 50:50 ein.

Lakata ist der geborene Sport-Allrounder:

Volleyball, Schwimmen, Skitouren,

seine Athletik kommt nicht

von ungefähr. Triathlon könnte dem

39-jährigen Kraftpaket in den nächsten

Jahren auch in den Sinn kommen,

im Straßenradsport liebäugelt er immer

wieder mit Starts bei Einzelzeitfahren,

wo er seine Power gut umsetzen

könnte.

Was Biker am Rennrad noch schätzen

lernen: die direkte Umsetzung der

Kraft. Da verpufft nichts in weichen

Stollenreifen, man muss keine Federelemente

sperren oder modifizieren,

jedes Watt generiert Vortrieb. Dabei

lernen gerne in flattrigem Outfit fahrende

Mountainbiker auch die Basics

der Aerodynamik und Vokabel wie

Windangriffsfläche.

Und keine Sorge beim Schnuppern:

Rennräder sind 2019 keine superfiligranen

Asphaltschneider mehr. Die

Reifenbreiten sind von früher 18, 20,

23 mm längst auf bis zu 28 oder 32

mm gewachsen. Mit entsprechend

niedrigerem Luftdruck, Scheibenbremsen,

elektronischer Schaltung und

Komfortgeometrien wird jede Rennradfahrt

zum Vergnügen. Von federleichten

Bergrädern, Gravelbikes bis zu

schnellen Aero-Rennern gibt es für jeden

Interessierten das richtige Rennrad.

Aber Achtung, eine kleine Warnung

von Lakata: „Nicht unterschätzen sollten

Rennrad-Neulinge die Gefahr von

dichtem Autoverkehr und die Hektik

bei Stoßzeiten.“

Fotos: Alban Lakata, Team Vorarlberg/Eisenbauer

abus.com

120 SPORTaktiv


2.

WAS LERNEN RENNRADFAH-

RER AM MOUNTAINBIKE?

Ganz klar: Radbeherrschung. Rennradfahrer

sind zu 99 Prozent immer auf

demselben Belag unterwegs, nämlich

Asphalt. Und so unterschiedlich Straßen

auch beschaffen sein mögen, mit

der Vielfalt beim Biken im Gelände

können sie nicht mithalten: Waldboden,

Wiesen, Forst- und Schotterstraßen,

Wurzeln, Felsen, Gatsch, Schnee,

Eis. „Ich bin 14 Jahre lang fast nur

Mountainbike gefahren. Was man da

an Fahrtechnik lernt, kann dir keiner

mehr nehmen“, sagt Federspiel, der sich

bei Straßenmarathons und Jedermann-Rennen

hin und wieder wundert,

wie schlecht manche Rennradfahrer

ihre Räder im Griff haben. Stichwort:

Bremsen und Lenken. Und auch

nach den ersten Erfahrungen im Straßenrennsport

bleibt „Feder“ dabei: „Ich

tue mir im Fahrerfeld sehr leicht und

habe überhaupt kein Problem, weil ich

das Rad so locker in der Hand habe.“

Rennradfahrer profitieren also

enorm, wenn sie hin und wieder das

spielerische Handling eines Mountainbikes

in verschiedenen Geländeformen

ausloten. Geht es steil bergauf? Steil

bergab? Rutschen die Räder durch?

Wie lupft man Vorderrad oder Hinterrad?

Wie verlagert man den Körperschwerpunkt?

Lakata weiß zudem

aus Erfahrung, dass

am Mountainbike die

Trittfrequenz viel

mehr variiert. „Einmal

ist sie hoch, dann

wieder niedrig, das

ergibt einen anderen, neuen muskulären

Reiz.“ Neue Reize, neue Motivation

– ohnehin Schlagworte in der gerade

beginnenden Radsaison. Überhaupt

sei für Vielfahrer und Kilometersammler

die Abwechslung „sehr gut für den

Kopf“, wie Federspiel anfügt. „Je mehr

Verschiedenes du machst, umso besser.

Radfahren ist ja eine monotone

Bewegung.“

Bei Mountainbikes lernt man

schrauben, basteln, improvisieren.

Ständig geht was kaputt, man muss

nach Gatsch-Fahrten intensiv putzen,

Bremsbeläge tauschen, Leitungen lüften,

an der Federung tüfteln, neue

Parts anschrauben – möglich, dass

man dadurch mehr emotionale Bindung

zu Ritzeln, Carbon und Alufräskörpern

aufbaut? Das Rennrad wird

selten schmutzig, man kann es über

Wochen ohne viel Pflege und Rücksicht

nutzen, gelegentliches Kettenschmieren

ausgenommen.

Der Trainingstipp zu guter Letzt von

Lakata: „Trainiere ich kurz und heftig,

greife ich eher zum Bike. Für längere

Einheiten nehme ich das Rennrad.“

Nachteile sieht er keine, wenn man

ständig zwischen Rennrad und Mountainbike

wechselt. Nachsatz mit Augenzwinkern:

„Außer, dass es ein teurer

Spaß wird, wenn man sich zwei Topgeräte

leisten will.“

Foto: Kirsten Sörries

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www.bikehotels.it

20 Jahre und kein bisschen leiser.

Seit 1998 sind die BikeHotels Südtirol

DIE Instanz, wenn es um Bikeurlaub

in Südtirol geht.

#BikenistChefsache

DANIEL

FEDERSPIEL (31)

aus Imst, 2 x Eliminator-Weltmeister,

3 x Eliminator-Europameister,

Gesamtweltcupsieger Eliminator,

12-facher österreichischer

Meister, jetzt Neo-Straßenprofi.

www.team-vorarlberg.at

„Für einen gelungenen Bikeurlaub

ist Mittelmäßigkeit zu wenig. Deswegen

bemühen wir uns sehr, damit

er für dich außerordentlich wird

und in guter Erinnerung bleibt!”

Luis Brunner

Wellnesshotel Erica -

SPORTaktiv

mountain & active **** s

www.erica.it

121


Es funkt und

raucht. Hier

in Zrece

produziert

Unior beste

Qualität.

MADE IN

SLOVENIA

MIT 100 JAHREN TRADITION

DAS HABEN NICHT VIELE AM SCHIRM: IN SLOWENIEN

MAUSERT SICH GERADE EIN TRADITIONSBETRIEB

ZU EINEM WICHTIGEN PARTNER DER RADSPORT-

BRANCHE. SPORTAKTIV AUF HAUSBESUCH BEI

UNIOR IN DER ZENTRALE IN ZRECE.

Sicherheitsschleuse, Gehörschutz,

Schutzbrillen, Signalwesten. Das

alles gibt es in Zrece, wenn man

bei Unior die Hallen von innen zu sehen

bekommt. In diesem 6000-Einwohner-

Ort inmitten einer sanften Hügellandschaft

und ein bisschen abseits vom

Schuss steht für Nicht-Insider ein überraschend

großer Industriebetrieb. Das

erstaunt sogar manche Landsleute, wie

wir erfahren, denn selbst in Slowenien

ist nicht hinlänglich bekannt, welche

Rolle Unior-Produkte haben. Beispiel:

In fast allen europäischen Autos stecken

Unior-Teile im Motorbereich und

Lenksystem.

Zurück nach Zrece. Kleine Flammen

züngeln unten aus dem siedend heißen

Ölbad, in das die Werkzeuge gerade getaucht

werden. So werden sie gehärtet

und haltbar gemacht. Wir machen mit

Unior-Urgestein Franz Hribernik eine

Runde. In den Hallen ist es laut und

warm, es raucht und funkt. Ein Schmie-

ANZEIGE/Fotos: Thomas Polzer

122 SPORTaktiv


Jernej Muzga

(links) und Tine

Mahkovec

(rechts) führen

die Bike-

Abteilung. Die

Partnerschaften

reichen bis zu

den Profiteams

wie Quickstep.

UNIOR

Gegründet 1919, Firmensitz: Zrece (SLO),

Produktion ausschließlich in Slowenien,

Firmenname „UNIOR“ seit 1970 aus „UNIverzalno ORodje“

(zu deutsch: Universalwerkzeuge). Ab den 80er-Jahren

wichtiger Partner der europäischen Automobilindustrie

mit Leichtmetall-Schmiedeteilen und Beginn der

Produktion von Sondermaschinenbau, seit 2007 Produktion

von Werkzeug für den Zweiradsektor. Vertreten auf

allen 5 Kontinenten. Sortiment von Kleinstteilen bis zur

kompletten Unior-Werkstattausrüstung.

www.unior.at bzw. www.unior.si

Händlernachweis: www.funbike.at

dehammer donnert mit Tausenden Tonnen

Druck auf einen kleines Metallteil.

Worauf man bei Unior besonders stolz

ist: 1800 Mitarbeiter hat der Betrieb,

man ist wichtiger Arbeitgeber, setzt viel

auf Handarbeit, höchste Qualität und

Leidenschaft – und das seit 1919. „Auch

was den Bikesektor betrifft, werden alle

Teile ausschließlich hier produziert“, erzählt

Produktmanager Jernej Muzga,

den sie hier „Jerry“ nennen. Damit ist

Unior europaweit einer der letzten Hersteller.

Während die Konkurrenz meist

in Asien produziert, kommt hier in

Zrece stolz „Made in Slovenia“ auf die

Verpackung. Acht Millionen Produkte

verlassen die Fabrik pro Jahr.

Die Sparte für Fahrradwerkzeug ist im

Traditionsbetrieb eine sehr junge, aber

rasant im Aufwind befindliche. Tine

Mahkovec klopfte als junger Mountainbiker

einst vor zwölf Jahren bei Unior

an, weil er auf der Suche nach Sponsoren

für sein Mountainbike-Team war.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Unior

Handwerkzeug wie Hammer, Zange

und Schlüssel am Markt, kaum spezifische

Bikeprodukte. Mit diesen im Gepäck

reiste das Team zu den Downhill-Weltcuprennen.

Die blauen Unior-Tools

erregten in der Rennszene viel

Aufmerksamkeit und wurden teilweise

vom Fleck weg verkauft. Mahkovec berichtete

dem Sponsor vom regen Interesse,

woraufhin die Bike-Tools als eigene

Abteilung aus der Taufe gehoben wurden

und Mahkovec gleich die Leitung

übernahm, die er bis heute innehat.

Viele Kunden, viele Partner

Er führt uns in den Showroom im

Dachgeschoss, wo sich Kunden aus der

ganzen Welt die Klinke in die Hand geben.

„Wir waren auch schon in Indien,

ein riesiger Markt für uns, dort habe ich

eine Schulung für 500 Radmechaniker

gehalten“, schmunzelt Mahkovec. Stolz

ist der Chef der Unior-Radabteilung

auch auf die neuen Sponsorpartnerschaften

mit den Profiteams der World-Tour.

Signierte Trikots von Trek Segafredo,

Team Sky, Quickstep und Co.

hängen in den Gängen. Unior sponsert

den slowenischen Downhill-Cup und

hat ein Unior Tools-Rennteam. „Es ist

pure Leidenschaft“, sagt Mahkovec,

„aber es ist einfach, wenn man so ein gutes

Produkt hat.“ Jetzt reicht die Palette

von Kleinstteilen wie Torx-, Inbus-Sets,

Kurbelabziehern und Multi-Tools bis

zu Zentrierständern, Montageständern,

kompletten Werkbänken und Werkstatteinrichtungen.

Unior-Qualität ist über

den Großhändler Funbike in immer

mehr österreichischen Sport- und Fahrradgeschäften

erhältlich.

Eine nette Anekdote: Für den nordamerikanischen

Markt werden die Unior-Bikeprodukte

wegen eines (ebenfalls

blauen) US-Konkurrenten in Rot hergestellt.

Und auch dort gehen sie weg wie

die warmen Semmeln.

SPORTaktiv

123


REISEN IN

RADLERHOSEN

Warum nicht einmal Radfahren

und Urlaub miteinander

verbinden. Von Passau den

Donauradweg entlang bis

nach Budapest zum Beispiel.

Dabei lassen sich auch Sport

und Kultur perfekt kombinieren.

Wer bei „RAD

+REISEN“ so eine Tour

bucht, braucht sich auch

nicht um den Gepäckstransport

und Übernachtungsmöglichkeiten

kümmern,

sondern kann sich ganz aufs

Radeln konzentrieren und

nach der Tagesetappe auf

einem Vierstern-Rad-Kreuzfahrtschiff

entspannen.

Insgesamt hat der

Radreisen-Spezialist über

270 Touren auf der ganzen

Welt im Angebot.

www.radreisen.at

Fotos: Rad + Reisen

124 SPORTaktiv


SPORTaktiv 125


HABEN SIE WIEN SCHON

VOM WALD GESEHEN?

126 SPORTaktiv


HABEN SIE DAS SCHON ERLEBT?

MOUNTAINBIKEN VOR DEN TOREN

WIENS KANN DER URBANE TREND

VON MORGEN SEIN. DAMIT DAS HEUTE

SCHON GUT VORBEREITET IST, GIBT

ES BEREITS ZWEI TRAILPARKS, EINEN

UMTRIEBIGEN VEREIN UND GANZ VIEL

LUFT NACH OBEN. SPORTAKTIV

SATTELTE DIE BIKES UND STAUNTE.

VON CHRISTOPH HEIGL

Es sind eigentlich Welten, die im spannenden Kontext

aufeinandertreffen. Im Großen das Bergthema

Mountainbike und die Zwei-Millionen-Metropole

Wien. Und im Kleinen der Berliner Alexander Arpaci, der

als Großstädter mit Biken lange Zeit gar nichts am Hut

hatte. Und doch ist es im Kern eines: die Vision des urbanen

Mountainbikens.

Dazu muss man kurz ausholen. Es mag im berg- und

gipfelverwöhnten Österreich Menschen geben, denen

nicht gerade die Wadeln zittern, wenn sie von folgenden

Bergmonumenten hören: Exelberg – 516 Meter Seehöhe,

Rosskopf – 507 Meter Seehöhe, Schutzengelberg – 508

Meter Seehöhe. Viele wohnen deutlich höher. Und dennoch

ist in Bikerkreisen ein Phänomen namens „Wienerwald

Trails“ entstanden. Wie das? SPORTaktiv machte

sich auf den Weg nach Wien, um nicht nachzuplappern,

sondern sich selbst ein Bild zu machen.

Ein Gehsteig am Rand von Wien, 14. Bezirk. Wir schälen

uns aus dem Auto und stehen vor einem Stück Wiener

Geschichte: Direkt an der Mauerbachstraße liegt die

Skiwiese in Penzing. Hier haben Generationen von Wienern

das Skifahren gelernt. Seit 1966 gibt es einen

Schlepplift. In den letzten Jahren blieb der Schnee aus,

Wiens einziges Skigebiet schloss die Pforten. Für Kinder

werden in den kälteren Monaten Hightech-Rutschmatten

aus Kunststoff („Dryslope“) ausgelegt. Zum Schnuppern

sollte das ausreichen.

Dafür blüht etwas anderes auf der Skiwiese. Rund um

die Sommerrodelbahn haben Mountainbiker das Areal

mit neuem Leben erfüllt, das Trailcenter „Hohe Wand

Wiese“ ist entstanden. Es gibt ein kleines Restaurant, einen

Bikeshop, Büros. Und direkt daneben stehen wir jetzt

an der Tafel, die einen Überblick über die vier angelegten

Trails gibt. Auf in den Wienerwald! Über die Uphill Line

schlängeln wir uns spielerisch mit den Bikes die 200 Höhenmeter

nach oben, grinsend, weil Bergauffahren selten

so einen Spaß macht wie hier. Oben verschnaufen wir

SPORTaktiv

127


kurz und schießen dann die Flow-

Line, die „KendA-Line“ und den

neuen Enduro-Trail nach unten.

Meistens sehr flach, verspielt, mit

vielen gebauten Steilwandkurven

(„Anliegern“), kleineren und größeren

Sprüngen. Wenn man langsam

fährt, ist die Kurvenbahn auch von

Anfängern und Kindern leicht beherrschbar.

Urleiwaund, a Hetz.

Dann steht der „Hausherr“ vor

uns. „Wir leisten hier Pionierarbeit“,

sagt eingangs erwähnter Alexander

Arpaci, der Biker aus Berlin, der

nach Wien zog. 2014 hob er als Obmann

den Verein Wienerwald Trails

aus der Taufe, mittlerweile ist er

nicht mehr an vorderster Front, aber

noch für Planung und Innovation

zuständig. Die Vereinsmitglieder

versteht er als Pioniere, meint er,

weil sie als Erste versucht hätten, das

Mountainbiken ins urbane Umfeld

der Millionenmetropole zu bringen.

Der USP hier heißt Wienerwald,

das legendäre 105.000 Hektar große

Naherholungsgebiet in Niederösterreich

und Wien. Die meisten Trails

hier liegen im Grenzgebiet auf Flächen

der Bundesforste oder des Stiftes

Klosterneuburg und sollen erst

der Startschuss für etwas Großes

sein. Der Verein will aus dem bestehenden

Streckennetz (ab März 2019

in Summe 1250 km Bikestrecken,

vorwiegend Forst- und Asphaltstraßen)

das destillieren, was urbane

Mountainbiker schätzen: legale

Trails und gebaute Wege. Im Idealfall

mit niederschwelligem Einstieg,

d.h. einfach zu bewältigen, um eine

breite Gruppe anzusprechen. Nicht

nur den Hardcore-Biker, sondern

Kinder, Familien, Paare, Frauen.

Rechenspiele

Wir kurbeln an einem wunderschönen

Nachmittag durch goldene

Laubwälder in Richtung Sophienalpe,

die Trails sind leicht und flowig,

die Aussicht hinunter auf Wien ein

Traum. Arpaci bringt als Berliner

viel Außenperspektive mit, als studierter

Forstwirt ist er zudem ein

Glücksfall und idealer Ansprechpartner

für Behörden, Forst und

Jägerschaft. Außerdem ist Arpaci

beruflich im Projektmanagement

tätig und ein Zahlenfreak – auch

keine schlechte Ausgangsposition.

„Wien hat zwei Millionen Einwohner.

Sehr vorsichtig gerechnet

fahren ein bis drei Prozent davon

Mountainbikes. Also könnten wir

TRETLAGER WERKZEUG

DRIVE SET / BTL-112

DER WIENERWALD

Der Wienerwald ist ein Naturjuwel und europaweit das einzige Biosphärenreservat

am Rande einer Millionenstadt. Er umfasst eine Fläche

von 105.000 Hektar (Vergleich: entspricht 8 x dem Grazer Stadtgebiet

bzw. 2,5 x der Fläche Wiens selbst), erstreckt sich über 80 Gemeinden.

Fotos: Christoph Heigl, Lefti Fruehmann

128 SPORTaktiv


Alexander Arpaci ist einer der „Macher“ auf den Wienerwald-Trails. Der gebürtige Berliner

sieht hier großes Potenzial, es müssen aber alle Partner zusammenarbeiten.

mit einer Zielgruppe von mindestens

20.000 bis 60.000 Bikern rechnen“, sagt

Arpaci. Nur aus Wien. Ein weiter anreisendes

Zielpublikum noch gar nicht

mitkalkuliert. Davon können manche

Bike-Hotspots nur träumen. Zudem

lasse die Nähe der Weltstadt völlig neue

Marketingkonzepte zu. „Tagsüber Sport

im Wienerwald, am Abend Kultur in

der Oper. Welche Destination kann das

bieten?“ Zuletzt fuhr Arpaci schon als

Guide mit Gruppen aus Norwegen und

den USA, die Gäste hatten die Trails

einfach im Internet gefunden.

Noch steckt das Angebot an geführten

Touren, Kursen und Schulungen (Technik,

Trailbau) in den Kinderschuhen,

das touristische Potenzial ließe aber

kühne Träume zu. Beispiele? Alleine

das Freizeit- und Erholungsthema wird

beim globalen Trend zur Urbanisierung

neue Antworten brauchen, der Gesundheitsaspekt

sowieso. Das Bike könnte

ein idealer Botschafter sein. Doch man

bleibt rund um Wien am Boden und

will Schritt für Schritt machen. Nach

der Wintersperre der Trails ab Anfang

März auch wieder Tritt für Tritt.

TRAILPARK WEIDLINGBACH

EINE HÜGELKETTE ENTFERNT, ZWEI GEBAUTE STRECKEN.

FLOW-LINE MIT 1900 M LÄNGE (69 ANLIEGERKURVEN AUF 175

HM!) UND FUN-LINE MIT 1400 M LÄNGE (35 ANLIEGER)

TRAILCENTER HOHE WAND WIESE

WIENS ERSTES MOUNTAINBIKE-TRAILCENTER DIREKT VOR DEN TOREN

DER MILLIONENSTADT, IM 14. BEZIRK (PENZING), ORTSTEIL MAUER-

BACH, VIER GEBAUTE SINGLETRAILS (FLOW-LINE, FUN-LINE, ENDU-

RO-LINE & UPHILLTRAIL) UND DREI „SHARED TRAILS“ (GEMEINSAM

MIT WANDERERN NUTZBAR) ALS VERBINDUNG ZUM BEREITS BESTE-

HENDEN STRECKENNETZ UND ZUM TRAILPARK WEIDLINGBACH. MIT

SOMMERRODELBAHN, GASTRO, BIKESHOP, KURSEN, SHUTTLE, GUIDING.

WWW.HOHEWANDWIESE.COM/DE/TRAILCENTER

VEREIN WIENERWALD TRAILS

DER VEREIN STEHT SEIT 2014 FÜR DIE MOUNTAINBIKE-

INITIATIVE FÜR DEN WIENERWALD, EINE GEMEINSCHAFT

VON BIKERN (400 MITGLIEDER), DIE SICH FÜR EIN MODERNES,

ATTRAKTIVES MTB-ANGEBOT IM WIENERWALD EINSETZT.

WWW.WIENERWALDTRAILS.AT

SPORTaktiv

129


Bosch, Haibike & SPORTaktiv präsentieren in St. Anton am Arlberg:

1. E-MOUNTAINBIKE

WOMEN-CAMP IN

ST. ANTON AM ARLBERG

20. bis 23. Juni 2019

(Donnerstag bis Sonntag)

3 Übernachtungen im Hotel Schwarzer Adler

in St. Anton am Arlberg

• Halbpension

• kostenfreies WLAN

• 3 E-Bike-Touren (zwei längere, eine kürzere)

in St. Anton mit Bosch-Uphill-Flow-Expertin

Greta Weithaler, Haibike-Botschafterin Helene

Fruhwirth und weiblichen Guides

• Fahrtechniktraining mit Greta Weithaler und

Helene Fruhwirth

• Thule-Bike-Rucksack als Geschenk

• Top-Testräder von Haibike

• Massage

• optional SPORTaktiv-Campschutz powered by

Nürnberger Versicherung für die Dauer des

Camps

PREIS: € 350,– pro Person im DZ

(Aufenthalt im Doppelzimmer Standard,

Einzelzimmer-Aufschlag auf Anfrage)

PREIS für den Guide: € 40,– pro Person

(wird vor Ort abgerechnet)

DAS ANGEBOT:

4 TAGE UND 3 NÄCHTE

MIT HALBPENSION, TESTRAD

UND GESCHENKEN UM € 350,–

TEILNEHMERINNEN

max. 15 Personen

PROGRAMM

Donnerstag, 20. Juni

• selbstständige Anreise

• gemeinsames Abendessen der

Teilnehmerinnen mit den Guides (19 Uhr)

Freitag, 21. Juni

• Ausgabe/Einstellen der E-MTBs

• 1. gemeinsame Ausfahrt (rund 4 Stunden)

mit Fahrtechniktraining

• Massage

Samstag, 22. Juni

• 2. Ausfahrt (rund 5 Stunden)

• Massage

• gemeinsames Abendessen (19 Uhr)

Sonntag, 23. Juni

• kurze Abschlusstour (ca. 2 Stunden)

ZUM TESTEN

Haibike stellt eine Flotte an

Testbikes zur Verfügung wie

z. B. das SDURO

FullSeven 9.0

mit 120 mm

Federweg und

Bosch-Antrieb.

Programmänderungen vorbehalten

130 SPORTaktiv


e-mtb women camp

www.sportaktiv.com

Entspannen, relaxte Leute treffen, plaudern,

biken – und das alles exklusiv für

Damen, in traumhafter Landschaft und

gemütlicher Atmosphäre? Willkommen beim 1.

E-Mountainbike- Women-Camp von SPORTaktiv

in St. Anton am Arlberg! Vier Tage lang habt ihr

die Möglichkeit, ins Thema E-Mountainbike hineinzuschnuppern.

15 Frauen werden von den zwei

Top-Coaches Helene Fruhwirth (Haibike) und

Greta Weithaler (Bosch) sehr persönlich betreut,

von ihnen gibt es wertvolle Tipps zu Technik,

Gelände und Fahrsituationen. Ein wenig Bikeerfahrung

solltet ihr schon mitbringen, denn drei

Ausfahrten stehen auf dem Programm, zwei längere

und eine kurze zum Abschluss. Dazu gibt es

Goodies unserer Partner wie Haibike und Bosch.

Apropos: Du musst nicht einmal dein eigenes

Bike mitbringen. Haibike stellt E-Mountainbikes

der 2019er-Kollektion zur Verfügung.

Aber keine Sorge, das ist kein Trainingslager,

Spaß und Entspannung kommen nicht zu kurz.

Dafür sorgt schon allein die Unterkunft im Hotel

Schwarzer Adler in St. Anton.

Das SPORTaktiv-Camp dauert von Donnerstag,

20. bis Sonntag, 23. Juni. On top gastiert zur

selben Zeit das „E-BIKE FEST St. Anton powered

by HAIBIKE“ im weltbekannten Ort am Arlberg.

Als Zuckerl findet am Samstagabend ein Hüttenabend

auf einer urigen Hütte oberhalb von St. Anton

statt. Dort warten Lagerfeuer, Live-Musik und

leckere Drinks. Mehr Infos: www.ebikefest.at

DEINE GESCHENKE

DIE UNTERKUNFT

Hotel Schwarzer Adler ****s

in St. Anton am Arlberg

Fotos: St. Anton Tourismus/Patrick Bätz, Hersteller, Bosch

Wir statten dich mit Goodies

unserer Partner aus: Thule

schenkt dir einen edlen Bikerucksack,

Bosch sorgt für trockene

Füße und von Peeroton

gibt es Energie für unterwegs.

Helene Fruhwirth (Haibike, oben) und Greta

Weithaler von Bosch stehen beim Camp als

Profi-Coaches zur Verfügung.

ZIMMERBUCHUNG

KONTAKT & BUCHUNG mit Kennwort

SPORTaktiv E-MTB-WOMEN-CAMP“

Hotel Schwarzer Adler ****s

sport & spa

Fam. Tschol GmbH

6580 St. Anton am Arlberg

hotel@schwarzeradler.com

www.schwarzeradler.com

SPORTaktiv

131


132 SPORTaktiv

Als noch keiner

wusste, was

ein Mountainbike

ist, war Uli

Stanciu damit

schon unterwegs:

1990 auf

Hawaii (großes

Bild oben) und

mit bunter

Testcrew am

Gardasee.


„MACHT UNS

E-BIKES

NICHT

MADIG“

Fotos: Uli Stanciu

MOUNTAINBIKE-PIONIER

ULI STANCIU (71) ÜBER

SEINE LIEBE ZUM

LAGO DI GARDA UND

ÜBER RASCHUNGEN IN

SEINEM NEUEN BUCH. FÜR

SPORT AKTIV WAGT ER

EINEN BLICK IN DIE

ZUKUNFT DES BIKENS.

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL

Alle bestürmen Sie mit der Frage:

Wann wird Ihr neues Gardasee-

Tourenbuch fertig?

(Lacht) Und ich sage allen: Freunde, ich

bin ein alter Mann im Ruhestand. Ich

arbeite nur noch, wenn es mir Spaß

macht. Die Arbeit am neuen Gardaseebuch

macht mir aber großen Spaß. Es

könnte im Laufe dieses Jahres, spätestens

Anfang 2020 fertig sein.

Sie versprechen 160 Touren rund um

„Ihren“ Lago. Wie viele davon sind

Sie selbst abgefahren?

Alle. Jeden Meter. Ich spreche mit Motorrad-Trialfahrern,

Leuten von einem

Reiterhof und kenne einen alten Jäger.

Sie geben mir wertvolle Tipps zu unentdeckten

Wegen.

Mit Verlaub, Sie sind 71. Wie oft sitzen

Sie noch am Rad?

Ich fahre 150 bis 200 Tage im Jahr. Da

kommen etwa 7000 Kilometer und

150.000 Höhenmeter zusammen. Ich

bin ja im Ruhestand und im Trentino

kann man selbst im Winter durchgehend

fahren. Ich radle auch zum

Einkaufen.

Wie definieren Sie die Zielgruppe

für Ihre Touren?

Der Maßstab sind meine Frau Giovanna

und ich. Wir sind beide fit und liegen

leicht über dem Durchschnitt, aber was

wir fahren, kann ein Großteil der Biker

auch. Die Touren sind mit Sinn und

Verstand zusammengestellt und verstehen

sich als Netzwerk.

Was ist für Sie eigentlich eine

„ideale“ Mountainbiketour?

Das visuelle Erlebnis und der Fahrspaß.

Der Gardasee ist perfekt, der See liegt

auf 65 Meter Seehöhe, die Gipfel ringsum

sind 2000 Meter hoch. Das ist ein

Blick runter wie vom Flugzeug aus, geil.

Oben hast du bizarre Felsformen, alte

Militärstraßen und kleine Tunnels. Der

Fahrspaß definiert sich dann natürlich

individuell am Können des Einzelnen.

Da kann man die ältere Dame nicht mit

dem jungen Freerider in einen Topf

schmeißen.

SPORTaktiv

133


Wollen Sie ein paar Geheimtipps

verraten?

Der Norden des Gardasees ist sehr bekannt,

die größten Überraschungen bietet

der Westen, das ist Terra incognita.

Da gibt es Trails, die man sich kaum

vorstellen kann! Und weil das Biker

noch kaum wissen, gibt es dort keine

Notwendigkeit von Einschränkungen

und Bikeverboten. Das ist Lombardei,

dort ist alles legal. Der Gardasee ist noch

lange nicht abgelutscht. Im Valle del

Chiese haben wir einen ,Giro dell’Orizzonte‘

zusammengestellt, wo man einen

gut fahrbaren und 20 km langen Trail

auf durchgehend 2000 Meter Höhe hat.

Wo gibt es das sonst? Oder die Militärstraßen

des Monte Zugna, wo im ersten

Weltkrieg die Front war. Hätte der

Gardasee nicht die alten Militärpfade

des Krieges, wäre er ja nie dieses Mekka

des Mountainbikens geworden. Der

Krieg hat die Basis für die friedlichste

Sache der Welt geschaffen.

Sie sind mit dem Mountainbike 85 Mal

über die Alpen gefahren. Wo sehen

Sie andere Top-Bikedestinationen?

Neben dem Gardasee stechen für mich

nur zwei heraus: erstens die Dolomiten

mit dieser Wahnsinnskulisse und der guten

Infrastruktur mit den Seilbahnen

und zweitens die Region Alta Rezia mit

DER KRIEG HAT

DIE BASIS FÜR

DIE FRIEDLICHSTE

SACHE DER WELT

GESCHAFFEN.

Livigno, Bormio und dem Engadin,

dort sind traumhafte Trails. Bei den

Transalp-Routen sprechen viele von den

Klassikern wie Mittenwald-Gardasee

und Oberstdorf-Gardasee. Ich rufe zur

Abwechslung auf: Leute, fahrt doch einmal

in Slowenien! Oder von Kärnten an

die Adria.

Sie haben 1985 das erste Mountainbike

gesehen, haben jahrzehntelang

als Bike-Journalist alles ausprobiert.

Fahren Sie jetzt nur noch E-Bike?

Ich war 30 Jahre mit dem „Muskelbike“

unterwegs, bin schon 2010 erstmals mit

einem E-Bike über die Alpen gefahren

und fahre jetzt nur noch E-Mountainbike,

weil es deutlich mehr Spaß macht.

Ich habe vier zu Hause, eines gehört mir

und drei haben mir Firmen zum Testen

zur Verfügung gestellt – vom normalen

Trailbike bis zum Power-Prototypen mit

TQ-Motor und 120 Newtonmetern.

Wo man früher am Zahnfleisch gekurbelt

ist, schaltet man jetzt auf Turbo und

kommt hoch. Der Berg verliert seinen

Schrecken, die Seele bekommt Flügel.

Auch bei schweren Abfahrten hat das

ULI STANCIU

geboren am 21. November 1947.

Der Münchner Journalist gründete

das SURF-Magazin (ab 1977) und

prägte die europäische Mountainbikeszene:

als Gründer, Chefredakteur

und Herausgeber des führenden

Branchenmagazins BIKE (ab

1989), als „Entdecker“ des Gardasees

(1994 erstes Bike-Festival), als

Erfinder des Transalp-Bikens, als

Rennveranstalter, Buchautor,

Tourenscout, Vortragender. Er ist

Mitglied der „Mountainbike Hall of

Fame“. Stanciu lebt in Trento und

betreut sein Tourenportal www.bike-gps.com

– „zum Vergnügen“,

wie er selbst sagt.

134 SPORTaktiv


Fotos: Heiko Mandl/Alrbergerhof

ladies-bikecamp für einsteigerinnen

DAS 3. SPORTAKTIV-

LADIES-BIKECAMP

Termin: 07.–10. Juni 2019

im Naturpark Weissensee

TEILNEHMER

max. 24, die in 3 Gruppen aufgeteilt werden

und mit wechselnden Guides fahren

ZIELGRUPPE

Bike-Einsteigerinnen

CAMPINHALT

• Technik und Trailtechnik mit

Angie Hohenwarter

• Abfahren auf unseren

3 Weissensee-Trails

• Schrauber-Workshop

• Bike- und SEEnerlebnis

LEISTUNGEN

• 3 Übernachtungen im

Hotel Arlbergerhof Vital im

Naturpark Weissensee

• Verpflegung: Halbpension mit kulinarischen

Genüssen aus Christines Küche

• Teilnahme am dreitägigen Bikecamp-

Programm, an zwei Tagen mit Angie

Hohenwarter als Guide

• optional SPORTaktiv-Campschutz

powered by Nürnberger für die Dauer

des Camps

• Exklusives Maloja-Ladies-Shirt

• Gratis-Bergbahnbenutzung

• Top-Preis für SPORTaktiv-Leserinnen:

€ 365,– p. P.

• Aufpreis für Einzelzimmer: € 30,–

BUCHUNGEN

Direkt beim Hotel Arlbergerhof

am Weissensee: T.: 0 47 13/22 80

info@arlbergerhof.at

Infos zum Hotel: www.arlbergerhof.at

Es gelten die allg. Bedingungen des

österreichischen Hotelgesetzes

DEIN GESCHENK

Ein Ultrasun-LSF-30-Sports-Gel; ein

Top-Sportnahrungspaket von Peeroton;

und ein SPORTaktiv-Headband

von BUFF

DAS ANGEBOT:

3 NÄCHTE IM

ARLBERGERHOF

VITAL UND 2 TAGE

BIKEN MIT ANGIE

HOHENWARTER

UM € 365,–

Die Vorfreude ist riesig – denn eine

der bekanntesten Bikerinnen der

heimischen Szene wird die Teilnehmerinnen

beim 3. SPORTaktiv-

Ladies-Bikecamp begleiten: Angie

Hohenwarter verbringt mit euch unvergessliche

Tage im Naturpark Weissensee.

Beim Techniktraining kommen Einsteigerinnen

voll auf ihre Kosten, bei den

Touren steht der Teamgeist ganz klar

im Vordergrund. Die Ex-Downhillerin

nimmt euch mit und zeigt euch die

schönsten Plätze am See.

Die Umgebung könnte nicht besser

sein. Denn die Region Weissensee ist

ein echtes Naturparadies für Biker. In

Kombination mit dem Hybridschiff

„MS Alpenperle“ ergeben sich zahlreiche

Tourenmöglichkeiten.

Residieren werden die Teilnehmerinnen

bei unserem Camp im besten

ANGIE HOHENWARTER

fuhr Four-Cross- und

Downhill-Rennen. Heute

reist die Kärntnerin um

die Welt, immer auf

der Suche nach

den besten Trails.

www.sportaktiv.com

Stützpunkt: dem Arlbergerhof Vital am

Weissensee. Hausherr Peter Schwarzenbacher

ist sonst selbst der beste Guide

für seine bikenden Gäste – bloß diesmal

wird er Angie Hohenwarter den Vortritt

lassen ...

WEISSENSEE

Spielplatz der Natur

SPORTaktiv

135


Auf dem Weg von Riva zum legendären Tremalzo-Pass haben die Italiener Uli Stanciu ein Denkmal

errichtet, weil er hier die ersten Biketests durchführte und mit den Bildern davon 1989 den

Gardasee-Boom auslöste. „Ich fühle mich sehr geehrt, Denkmäler bekommen sonst nur Tote.“

E-Bike Vorteile, weil es durch das höhere

Gewicht und die breiten Plus-Reifen

satter liegt. Ich habe nur eine Forderung

an die Industrie: Baut die Batterien größer!

Reichweiten und Reichhöhen sind

derzeit das größte Problem. Nach zwei

Stunden Bergauffahren ist bei mir jeder

500-Wh-Akku leer, da gibt es noch keine

vernünftigen Lösungen. Ich fahre mit

Zweitakku im Rucksack, das sind wieder

600 Euro und drei Kilo mehr! Die Akkus

reichen für maximal 1200 bis 1400

hm, sollten aber 2500 bis 3000 schaffen.

Das blockiert den Kopf, das macht

keinen Spaß. Ich will Freiheit, ich will

Autonomie.

Wie schaut das Mountainbike des

Jahres 2030 aus?

Das Rad an sich ist schon fast perfekt.

Bei Federung, Bremsen und Materialien

erwarte ich nur noch kleine Fortschritte.

Aber enorme Innovationen wird das „E“

bieten, die Elektrik und Elektronik: effizientere

Motoren, digitale Schaltung,

vielleicht sogar mit pulsgesteuerter Automatik,

sensorgesteuerte Federung mit

Erkennen des Untergrundes – sprich:

die komplette Vernetzung des Bikes.

Wir wird sich der Mountainbiketourismus

entwickeln?

Er wächst und wird noch weiter wachsen.

In den Zentren wie am Gardasee

sprechen wir schon fast von Over-Tourism,

im Juli und August ist das kaum

noch zu empfehlen. Auf der beliebten

Ponalestraße haben sie ein Zählwerk errichtet:

350.000 Biker pro Jahr! Anderswo

wird der Biketourismus weiterwachsen

und das E-Bike ist der Motor. Es

E-BIKES SIND

WIE FLÜGEL

FÜR DIE SEELE.

sorgt für eine Demokratisierung des Bikens,

weil damit alle die Möglichkeit haben,

tolle Trails zu fahren. Aber bitte

keine Verbote, das schreckt ab. Ich habe

schon 2003 gesagt: „Bike follows Ski“

und bleibe dabei: In 10 oder 15 Jahren

kann das Mountainbiken so groß oder

größer sein als das Skifahren. Wobei, eigentlich

ist es jetzt schon so groß, nur

erlebt man im Normalfall Mountainbiker

nicht so konzentriert wie eben Skifahrer

auf den Pisten.

Erleben Sie als E-Biker noch das

verächtliche „Naserümpfen“ der

normalen Biker?

Mittlerweile nicht mehr. Das E-MTB

hat sich als sportliches Produkt etabliert,

es hat kein Rentnerimage mehr, die Animositäten

nehmen ab. 60 bis 70 Prozent

der Mountainbikes werden in Zukunft

E-Mountainbikes sein. Aber ich habe

überhaupt nichts gegen Muskel biker, die

dem normalen Bike treu bleiben. Ich

hätte nur gerne auch so viel Toleranz in

die andere Richtung. Lasst uns den Spaß

auf E-Bikes, macht uns das nicht madig!

Und bei allem E-Bike- Boom: Ich erwarte

in ein paar Jahren auch wieder eine

Rückbewegung zu weniger Technik, zur

Urform des Bikens. So wie das Skifahren

derzeit einen Trend weg von den Pisten

und Seilbahnen hin zum Tourengehen

erlebt.

136 SPORTaktiv


EIN MULTITALENT

Der robuste

Bikerucksack THULE

RAIL 12 L hat zwölf

Liter Stauvolumen,

eine 2,5-Liter-

Trinkblase, einen

abnehmbaren Koroyd-

Rückenprotektor und

Thules praktische

magnetische ReTrakt-

Schlauchrückführung.

www.thule.com

BIKE

NEWS

EYECATCHER

Aufsehenerregend segelt das

SIMPLON PRIDE über die Straßen.

Leichtbau und Aerodynamik in einer

spektakulären Form. Speziell die

Lenker/Vorbau-Kombination ist ein

Eyecatcher. Online konfigurierbar.

www.simplon.com

HOHE AUSZEICHNUNG FÜR HAIBIKE

HAIBIKE hat den „Design & Innovation Award“ der

Bike-Branche bekommen. Das XDURO AllMtn 8.0

repräsentiere „den wohl größten Entwicklungssprung

seit der Erfindung des E-Mountainbikes“. Das Rad glänzt

mit tollen und schönen Integrationslösungen (z. B. Motor,

Licht, Display). www.haibike.com

WENIGER

DRUCK UND

MEHR KOMFORT

Der neue 6OX von „SQlab“vereint

die Vorteile der erfolgreichen

Sattelmodelle ERGOWAVE®

und ERGOLUX®. Die vielfach

ausgezeichnete SQlab-

Stufensattelform mit der im

Niveau tieferliegenden Sattelnase

sorgt für mehr Freiraum und

weniger Druck.

www.sq-lab.com

Fotos: Hersteller

SPORTaktiv

137


DIE TROPHY IST

DIE HÖLLE

ABER SIE MACHT AUCH RIESENSPASS!

DIE SALZKAMMERGUT-TROPHY VOM 12. BIS

14. JULI VERWANDELT BAD GOISERN

WIEDER IN ÖSTERREICHS MTB-MEKKA.

SPORTAKTIV SUCHT TEAMFAHRER!

Die Salzkammergut-Trophy 2018

war ein Fest der Rekorde. Sieger

Konny Looser (SUI) gewann mit

der neuen Bestmarke von 9:29 Stunden

die legendäre A-Strecke über 210 Kilometer

und 7119 Höhenmeter. Höllisch

auch der neue Rekord bei den Damen,

den Sabine Sommer und Barbara Mayer

zeitgleich und Hand in Hand auf 11:29

Stunden schraubten. Rekordverdächtig

auch das Starterfeld von über 5000 Teilnehmern

in allen Klassen/Kategorien.

Auch heuer stehen am 13. Juli wieder

sieben Distanzen zur Auswahl. Zusätzlich

zur Extremdistanz gibt es Strecken

über 22, 37, 53, 74 und 119 Kilometer

sowie den technisch anspruchsvollen

„All-Mountain“-Bewerb (55 km). Abgerundet

wird das Rennangebot mit

der SCOTT-Junior-Trophy, den Einradbewerben,

der Bosch-eMTB-Challenge,

dem Cyclocross-Marathon und

einem tollen Rahmenprogramm mit

dem Bosch-eBike-Testival mit über 80

Ausstellern.

ANMELDUNG

Sei mit uns dabei von

12. bis 14. Juli in

Bad Goisern!

www.trophy.at/

anmeldung

Auch SCOTT ist

heuer SPORT aktiv-

Teamsponsor und

präsentiert bei

der Trophy-Bike-

Messe u.a.

das neue Spark

RC 900.

Wir sind dabei!

Als langjähriger Partner der Trophy ist

auch SPORTaktiv wieder dabei. Aber

nicht nur als Medienpartner, sondern

auch aktiv in den Startblöcken. Heuer

suchen wir 50 Biker und Bikerinnen,

die mit uns die Trophy als „Slow-Motion-Team“

in Angriff nehmen. Dafür

haben wir mit unseren Partnern tolle

Goodies fixiert. Wichtig: Melde dich

rasch mit unserer Teamnummer 55 an.

www.trophy.at/anmeldung

138 SPORTaktiv


TEUFEL

KOMM RAUS

WER MACHT MIT? SPORTAKTIV

HAT WIEDER EIN TEAM BEI DER

SALZKAMMERGUT-TROPHY!

SPEZIAL-ANGEBOT

NARZISSEN VITAL RESORT

Diesmal gibt es auch einen

Hotelpartner, der ein eigenes

Paket mit Sonderpreisen für

Trophy-Fahrer zusammenstellt. Das

Narzissen Vital Resort in Bad Aussee

bietet 3 Tage/2 Übernachtungen inkl.

Frühstücksbuffet, Solebad, Sauna

sowie Medical Fitness ab € 245.

Sonderpreis für Begleitperson ohne

Trophy-Startplatz: € 195 (pro Pers/DZ).

Anmeldung:

Narzissen Vital Resort Bad Aussee

Pötschenstraße 172

T. +43 36 22/553 00-200

E-Mail: hotel@vitalresort.at

www.vitalresort.at

Fotos: Marc Schwarz, Hersteller

DAS „DOWE-SPORTAKTIV

SLOW-MOTION-TEAM“

Eine Besonderheit der Trophy ist die

„Slow-Motion-Teamwertung“: Es gilt als

Team eine möglichst große Kilometerzahl

zu schaffen. Gemeinsam mit 50 Lesern versuchen

wir, wie in den letzten Jahren auch

heuer wieder ganz vorne dabei zu sein – als

„Dowe-SPORTaktiv-Team“. Alle, die bei der

Anmeldung unsere Teamnummer „55“ angeben,

sind automatisch Teammitglieder.

Alle 50 Teamfahrer bekommen das

Dowe-Team-Trikot mit Trägerhose, den

Syncros-Flaschenhalter samt Multitool und

das Xenofit-Paket mit Gel, Tee und Trinkflasche.

Die ersten 20 Anmeldungen bekommen

zusätzlich den Thule-Bikerucksack.

SPORTaktiv

139


140 SPORTaktiv


BIKEN,

GOLFEN,

WOHLFÜHLEN

In Bayern, zwischen Donau, Inn

und Rott eingebettet, liegt das

schöne Passauer Land. Sportund

Entspannungsangebote

verschmelzen dort zur Einheit:

Auf einer Mountainbike-Runde

auf einer von 30 WildBike-Touren

(Gesamtlänge 1200 km)

lässt sich an vielen Orten die

malerische Hügellandschaft

überblicken – und zwischen

Uphills, Downhills, Singletrails

und Wurzelpassagen steigt die

Vorfreude aufs Relaxen.

Das kann man in Europas

größtem „Quellness Golfresort“

mit Wellness und Therme in

Bad Griesbach erledigen. First-

Class-Thermengenuss und das

Angebot von 10 (!) Golfplätzen

in der malerischen Natur

sind einzigartig. Freunden des

Thermalwassers stehen auch

die heilenden Quellen in Bad

Füssing zur Verfügung. Dort

locken die größte Thermenlandschaft

Europas und modernste

Gesundheitsangebote.

www.passauer-land.de

Foto: Tourismus Passauer Land_Geisler;

Kur- & GästeService Bad Füssing_Stefan Hanke;

Gäste- & Kur-Service Bad Griesbach;

Tourismus Passauer Land_Gerleigner

SPORTaktiv

141


Pedale waagrecht,

Gewicht nach

hinten, Blick

nach vorne. Ums

Bremsen kümmern

sich die Zeigefinger.

TIPPS

FÜRS

RICHTIGE

BREMSEN

9OB BIKE, RENNRAD ODER STADTRAD –

WIR STOPPEN DICH! FAHRTECHNIK SERIE,

TEIL I: DAS BREMSEN.

TEXT: CHRISTOPH HEIGL / FOTOS: THOMAS POLZER

In den sechs SPORTaktiv-Ausgaben

des Vorjahres haben wir versucht, einen

Blick hinter die Technik von Rädern

zu werfen, und haben Schaltungen,

Sattelstützen und Tubeless-Reifen seziert.

Lehre beendet, mit Auszeichnung

bestanden! Heuer wollen wir uns der

Technik am Rad widmen und eine kleine

Fahrtechnikserie starten. Unlogisch,

aber wir starten mit dem Bremsen. Ob

Scheibenbremsen oder herkömmliche

Felgenbremsen am Rad sind, macht für

die grundlegenden Basics übrigens keinen

Unterschied. Und wir setzen voraus,

dass unsere Bremsen gut gewartet sind

und top funktionieren (sonst ab in die

Werkstatt). Hier unsere Empfehlungen:

1

Bleibe neutral

Egal, ob Klapprad, Rennmaschine

oder Trail-Fully: Die Grundlagen

sind dieselben. Nicht zwangsläufig

musst du beim Bremsen aus dem Sattel

gehen, aber es hilft. Und genau so wie

der Kollege ab Seite 180 beim perfekten

Carving-Schwung die neutrale

„Mittellage“ empfiehlt, gibt es auch am

Rad eine neutrale Körperposition, die

uns für jedes Manöver bereit macht:

Hintern aus dem Sattel, leicht gebeugte

Beine, gebeugte Arme, leicht gebückte

Haltung, Schwerpunkt zentral über dem

Bike, Blick nach vorne. Jetzt komme,

was wolle.

2

Mach die Waage

Hilfreich bei diesem Balanceakt

ist eine waagrechte Pedalstellung,

d.h., dass nicht ein Fuß weiter

unten ist, sondern beide auf derselben

Höhe sind. Wie beim Snowboarden

oder Skateboarden zu beobachten, gibt

es unterschiedliche Vorlieben, ob dabei

der linke oder rechte Fuß vorne ist.

Ausprobieren, beides erlaubt. Man kann

142 SPORTaktiv


natürlich auch abwechseln, um bei

längeren Abfahrten die Muskulatur

zu entlasten.

3

Ab nach hinten

Bei (zu erwartenden) heftigen

Bremsmanövern oder in sehr

steilem Gelände sollte man den Körperschwerpunkt

hinter den Sattel und

tief nach unten verlagern, damit man

nicht unfreiwillig vorne über den Lenker

absteigt. So weit, bis der Hintern

fast den Hinterreifen berührt.

4

Checke deine Griffe

Oft sind die Bremshebel zu

weit außen und/oder zu weit

weg vom Lenkergriff. Wer kleine Hände

hat (ganz wichtig bei Kinderbikes!),

greift ins Leere. Korrekt eingestellt

sollte das Ende des Bremshebels genau

dort sein, wo der ausgestreckte Zeigefinger

ist. Denn, sofern man nicht am

Waffenrad vom Opa oder am Beachcruiser

von Tante Hannelore sitzt, bei

modernen Bremsen reicht die Kraft

eines einzigen Fingers locker aus, um

jede Fuhre zum Stehen zu bringen.

Unser Tipp: Meistens hilft es, die

Bremsgriffe zwei, drei Zentimeter nach

innen zu schieben und den Hebelarm

(per Mini-Inbus oder Drehrad) näher

an den Lenker zu positionieren. Jedenfalls

sollte gewährleistet sein, dass die

Finger ohne umzugreifen am Bremshebel

landen.

5

Allzeit bereit

Radfahrer im Stadtverkehr und

Biker im Gelände sollten sich

angewöhnen, ständig bremsbereit zu

fahren und permanent die Zeigefinger

am Bremshebel zu haben. Dann sind

bei einer Notbremsung oder einem

Panikmanöver schon ein paar Bruchteile

der Schrecksekunde eingespart.

Oft falsch eingestellt: Der Zeigefinger sollte

locker das Ende des Hebels erreichen.

6

Blick nach vorne

Wieder ähnlich wie beim

Skifahren sollte man beim

Radfahren stets ein paar Meter vorausschauen

und nicht den Bereich direkt

vor dem Vorderrad fixieren. Damit erkennt

man seine geplante Linie besser,

Hindernisse früher und kann entsprechend

rasch reagieren bzw. bremsen.

7

Rechts UND links

Gleichmäßiges Bremsen ist

das Gebot der Stunde, vorne

(links) und hinten (rechts) dosiert und

mit gleicher Kraft. Anfänger tendieren

dazu, aus Angst vor einem blockierenden

Vorderrad die Hinterradbremse

zu stark zu ziehen (weshalb Bosch und

Magura ein ABS-System entwickelt

haben). Die beste Bremswirkung erzielt

man immer mit beiden Bremsen.

Langsam herantasten und feinfühlig

beginnen. Und auch wenn es am

Trail manchmal verlockend ist: Ein

blockierendes Hinterrad wenn geht

vermeiden.

8

Bremse rechtzeitig

Klingt einfach, ist es aber

nicht: Im Idealfall wird schon

vor einer Kurve oder einem Hindernis

gebremst und auf die richtige

Geschwindigkeit reduziert. Nicht erst

wenn man mittendrin und es schon zu

spät ist.

9

Teste und lerne

Wer ein neues Rad hat, eventuell

das erste Mal mit kräftigen

Scheibenbremsen, sollte sich mit

der Bremskraft ganz entspannt vertraut

machen. Bei niedrigem Speed austesten,

wie die Bremsen bzw. die Reifen

auf Schotter, Sand, Schnee, Asphalt

oder auf einer nassen Wiese reagieren.

Anfängerübung: Ein Ziel oder eine

Linie definieren und versuchen, ganz

exakt dort stehen zu bleiben. Vereine,

Bikeparks, Händler oder Tourismusregionen

bieten Fahrtechnikkurse an,

keine Scheu.

Mein Multitool:

Das

X-TEP

Lynx

Das X-TEP LYNX 5.5 mit 140mm

Federweg, Shimano E8000 Motor und

riesigem 720Wh Akku:

DRAUFSETZEN

LOSFAHREN

GAS GEBEN

SPORTaktiv

143


Bosch, FLYER, das Ausseerland & SPORTaktiv präsentieren:

2. E-MOUNTAINBIKE-

WOMEN-CAMP

23. bis 26. Mai 2019

(Donnerstag bis Sonntag)

• 3 Übernachtungen im Narzissen Vital Resort ****

in Bad Aussee

• Halbpension

• kostenfreies WLAN

• 3 E-Bike-Touren (2 längere, 1 kürzere) im

Ausseerland-Salzkammergut mit Bosch-Uphill-

Flow-Expertin Greta Weithaler und weiblichen

Guides des Narzissen Vital Resorts

• Fahrtechniktraining mit Greta Weithaler

• Bikehelm von ABUS als Geschenk

• Testrad von FLYER

• Relaxen im Solebad

• regenerierende „Narzissen Vital Resort“-

Wadenpackung

• optional SPORTaktiv-Campschutz powered by

Nürnberger Versicherung für die Dauer des

Camps

PREIS: € 395,– pro Person im DZ Standard

(EZ-Zuschlag pro Person € 90,– )

DAS ANGEBOT:

4 TAGE UND 3 NÄCHTE

MIT HALBPENSION, TESTRAD

UND GESCHENKEN AB € 395,–

TEILNEHMERINNEN

max. 15 Personen

PROGRAMM

Donnerstag, 23. Mai

• selbstständige Anreise

• gemeinsames Abendessen der Teilnehmerinnen

mit den Guides (19 Uhr)

Freitag, 24. Mai

• Ausgabe/Einstellen der E-MTBs

• 1. gemeinsame Ausfahrt (rund 4 Stunden)

mit Fahrtechniktraining

• „Narzissen Vital-Resort“-Wadenpackung

Samstag, 25. Mai

• 2. Ausfahrt (rund 5 Stunden)

• gemeinsames Abendessen (19 Uhr)

Sonntag, 26. Mai

• kurze Abschlusstour (ca. 2 Stunden)

ZUM TESTEN

FLYER versorgt uns mit

Top-Testbikes wie z. B. mit dem

Uproc 3, ein

bärenstarkes

E-MTB mit

Bosch-Antrieb.

Programmänderungen vorbehalten

144 SPORTaktiv


e-mtb women camp

www.sportaktiv.com

Ladies, aufgepasst! Eine einzigartige Möglichkeit

tut sich auf, in einer reinen Frauengruppe

und in traumhafter Landschaft Mountainbike

zu fahren und pure Entspannung zu

genießen. Als Bonus kann man dabei erste Erfahrungen

mit topmodernen E-Bikes sammeln. Voilà,

das zweite E-MTB-Women-Camp Österreichs,

das Bosch, SPORTaktiv und das Narzissen Vital

Resort in Bad Aussee exklusiv für 15 Leserinnen

organisieren.

Das Paket ist ein Genuss auf ganzer Linie: Vier

Tage und drei Nächte in der malerischen Ausseer

Bergwelt, Top-Unterkunft im Vier-Sterne-Haus

mit allen Annehmlichkeiten und ein sportliches

Programm, das sich sehen lassen kann. Natürlich

sind beim Women-Camp als Guides nur

weibliche Bikerinnen an Bord. Allen voran wird

Bosch- Uphill-Flow-Expertin Greta Weithaler die

Gruppe anführen. Die ehemalige Weltcupfahrerin

mit Profierfahrung weiß, was Frauen beim Biken

wollen: „Die Teilnehmerinnen setzen sich auf

das E-Bike, nach wenigen Metern fangen schon

alle an zu schreien, zu lachen und haben einen

Riesenspaß“, weiß die sympathische Südtirolerin

von vielen E-Bike-Ausfahrten. Als Testbikes stehen

FLYER-Modelle zur Verfügung.

Doch nicht nur das Biken in der fantastischen

Kulisse vom Ausseerland-Salzkammergut belebt

die Sinne, im Narzissen Vital Resort steht das Relaxen

danach auch ganz oben. So fühlen sich die

Bikerinnen rundherum wohl.

DEIN GESCHENK

DIE UNTERKUNFT

Das Narzissen Vital Resort Bad Aussee

inmitten der Ausseer Bergwelt

Fotos: Hersteller, Narzissenhotel, Bosch

Diesen superlässigen Bikehelm

von ABUS und 1 Paar

Radsocken gibt es als

Geschenk für alle Damen.

Dazu ein Sportnahrungspaket

von Peeroton für genügend

Energie unterwegs.

Greta Weithaler (l.) von Bosch steht im Camp

als Uphill Flow Expertin zur Verfügung.

ANMELDUNG

KONTAKT & BUCHUNG mit Kennwort

SPORTaktiv E-MTB-WOMEN-CAMP“

Narzissen Vital Resort Bad Aussee

Pötschenstraße 172

T.: +43 36 22/553 00-202

E-Mail: reservierung@vitalresort.at

www.vitalresort.at

SPORTaktiv

145


ALTER, EIN HALTER!

AUS

PRO

BIERT

BIKE

EINE FLEXIBLE HALTERUNG

FÜR DAS HANDY, EIN RAD-

HELM, DER IM NOTFALL SMS

UND E-MAILS SCHREIBT UND

EIN GATSCH-WEG-SPRAY?

MAL AUSPROBIEREN ...

Wer keine Lust oder kein Budget hat, teure Navigationslösungen

am Rad zu installieren, greift zum eigenen Handy. Dank

Google Maps und spezieller Apps wie Komoot kann sich jedes

Smartphone in ein Navi verwandeln. Aber wie befestigt man

das Telefon am besten? SP GADGETS präsentiert mit dem BIKE

BUNDLE eine besonders vielseitige Lösung, einmal in Universal-Ausführung

für alle Handytypen (bei uns im Test, UVP

€ 29,90) und einmal als Spezialvorrichtung für iPhones.

Universal Interface nennt sich der 66 x 55 mm große Adapter,

der per 3M-Klebefolie auf die Handyrückseite geklebt wird

(iPhones bekommen eine Extrahülle) und der die Verbindung

mit den vielen Montagevorrichtungen ermöglicht. Damit wird

das Handy allerdings etwas schwerer und fast doppelt so dick

(um etwa 8 mm). Klassischerweise wird man das Handy am

Radlenker anbringen, die Klemmen sind für Durchmesser von

23 bis 43 mm ausgelegt und lassen sich um 360 Grad drehen.

Alternativ kann man eine Halterung als Ersatz für die Vorbaukappe

anbringen. Plus: Beide Lösungen sind auch kompatibel

mit GoPro-Kameras. Vor dem Gebrauch sollte man bedenken:

Wer sein Smartphone derart exponiert montiert, riskiert Schäden

im Falle eines Sturzes.

In der Praxis hält das Bike Bundle mein Motorola-Handy bombensicher.

Als Dauerlösung scheint es bestens geeignet für

Rennrad- und normale Tourenfahrer, die auf Urlaubs- oder

Trainingsfahrten immer über die Routen oder News der Freunde

Bescheid wissen wollen. Für Mountainbiker ist die Lenkermontage

vielleicht nicht die sicherste. Bonus: Wer Handy und

Halterung geschickt montiert, kann damit Fotos und Videos

machen. Fazit: Günstige Navi- und Rad-Allroundlösung.

VON CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Thomas Polzer

146

SPORTaktiv


SCHAUMPARTY

IN ROSAROT

DANKE, ANGI!

Ab sofort bist du nie allein, wenn du dich auf dein Rad

schwingst. Ab sofort bist du mit Angi unterwegs. Angi heißt

korrekt „ANGi“ (sprich: Äintschi, wie im Rolling-Stones-Song)

und ist Specializeds Abkürzung für „Angular and G-Force Indicator“.

Angi ist ein Sensor auf der Helmrückseite, der per Gyroskop

und Beschleunigungssensor jene Kräfte erkennen soll,

die auf einen Sturz oder Unfall hindeuten, und der dann via

Handy-App Alarm schlägt. Wir bekamen den SPECIALIZED

AMBUSH zum Test (UVP € 199,90), der Sensor kann auch extra

(UVP € 49,90) geordert werden.

Vor der ersten Fahrt muss man sich etwas Zeit nehmen: Zunächst

wird der Sensor via Bluetooth an die App (Specialized

Ride) gekoppelt, das Handy erkennt den Helm – aber nur,

wenn auch GPS aktiviert ist. Danach erstellt man sein Profil

und kann einen oder mehrere Kontakte anführen, die im Notfall

per SMS und E-Mail benachrichtigt werden. Das Service ist im

ersten Jahr kostenlos, dann kostet es 29,90 € jährlich.

Um diese Jahreszeit bleibt es nicht aus, dass man sein Rad

komplett versaut. Schnee, Gatsch und Regen sind halt nicht

des Bikers beste Freunde. Mountainbike, Rennrad und auch

Stadträder leiden still vor sich hin. Die leider notwendigen

Putz- und Pflegeorgien danach will BALLISTOL aber erleichtern

und schickt den Fahrradreiniger BIKECLEAN ins Rennen.

Den Intensiv-Schaumreiniger in der 500-ml-Sprühflasche gibt

es im Handel um UVP € 6,90. Der BikeClean-Reiniger ist silikonund

säurefrei, ohne Kohlenwasserstoffe, die enthaltenen Tenside

sind vollständig biologisch abbaubar. Der Schaum ist besonders

materialverträglich und deshalb für Carbon, Alu,

Chrom und eloxierte Teile geeignet.

Zielen und abdrücken. Sofort bildet sich rosaroter Schaum auf

allen besprühten Flächen. Selbst die Kette kann man damit besprühen.

Laut Anleitung ein paar Minuten einwirken lassen

und die Schaumparty dann mit einem starken Wasserstrahl beenden.

Ballistol empfiehlt ausdrücklich, keinen Hochdruckreiniger

zu verwenden. Also besser den Gartenschlauch nehmen

oder (Tipp!) die mit Wasser wiederbefüllte Flasche vom Fensterputzen.

Grober Dreck löst sich tatsächlich merklich leichter,

gründliches Nachpolieren bleibt aber nicht aus. Nicht vergessen,

der Kette danach wieder ein paar Tropfen Öl zu gönnen.

Noch eine Empfehlung von Ballistol: den Schaum nicht eintrocknen

lassen und nicht in der Sonne oder auf erhitzten

Oberflächen verwenden. Bei unserem Fotoshooting hatte es

-10 Grad, da war nichts erhitzt ...

Erste Ausfahrt, erster Alarm in Feuerwehrlautstärke! Ich bin

mit dem Helm in einen tiefhängenden Ast geknallt und weitergefahren,

der Sensor erkannte aber den heftigen Schlag und

die App schrie los. Richtig laut. Wenn man den Alarm nicht in

der selbst festzulegenden Countdown-Zeit (15–90 Sekunden)

wegdrückt, weil man verletzt oder bewusstlos ist, gehen automatisch

Notfall-SMS, E-Mail und GPS-Position an die Notfallkontakte.

Funktioniert wirklich. Bei Überschlägen jetzt im Tiefschnee

hat der Sensor übrigens nicht alarmiert. Warum auch,

ich bin ja seidenweich gelandet. Danke, Angi!

SPORTaktiv

147


STARTSCHUSS

IN DIE

RADEL-SAISON

3, 2,1 ... AnRADeln! Zum Frühlingsstart

verwandelt sich der steirische

Thermen ort Bad Radkersburg in ein

Radmekka für Hobbyradler, Kinder

und Familien. Termin: 5. bis 7. April!

W

enn in vielen Regionen Österreichs

noch die Reste von Schnee

und Eis mit den Plusgraden

raufen, lacht der steirische Süden schon mit

der Sonne um die Wette. In der Region um

Bad Radkersburg können das vor allem die

Radfahrer ausnutzen und extrafrüh in den

Frühling starten. Mit dem großen RAD-

Opening spricht Bad Radkersburg aber

nicht nur die Hobby- und Genussfahrer,

sondern auch die Kinder und Familien an.

Los geht es am Freitag, dem 5. April, mit

der City Trophy am Hauptplatz, bei der ein

Foto: TVB Radkersburg

148 SPORTaktiv


ACHT GRÜNDE

FÜRS ANRADELN

1 Früher Frühling

Das mediterrane Klima beschert

der Region einen herrlich

frühen Frühlingsstart

Alles dreht sich am

Hauptplatz um Kinder,

Familien, Nostalgieräder,

Mountainbiker

und Rennradfreunde.

2 Erlebnisreichste

und sonnigste RADregion

Österreichs

3 Abwechslungs reiche

Touren für Renn- & Genussradler

und für Familien

4 RAD-Guides

begleiten die Tour

5 Regionale Kulinarik

6 Startsackerl

mit vielen Goodies

7 Kein Nenngeld

beim AnRADeln

8 Regeneration im

mineralreichen Thermal wasser

Ausscheidungsrennen in allen Kategorien

gefahren wird (ab 18 Uhr). Das große An-

RADeln erfolgt am Samstag, dem 6. April:

Alles dreht sich am Hauptplatz um Familien,

Nostalgieräder, Mountainbiker und

Rennradfreunde. Ab 10.45 Uhr werden

fünf Touren von familienfreundlichen 15

bis zu knackigen 75 Kilometern angeboten.

Ab 10 Uhr gibt es ein Rahmenprogramm

mit Live-Musik, Radneuheiten und regionalen

Schmankerln. Ausklingen wird das

Radfest am Sonntag ab 9 Uhr mit gemütlichen

Ausfahrten wie der Weinland-Tour

(Rennrad, 70 km), der Murauen-Tour (25

km) und der Familientour (15 km). Für

sportlich Ambitionierte bietet parallel in

dieser Woche das RennRADcamp mit Edi

Fuchs (3. bis 7. April) tägliche Rennradtouren

und professionelle Betreuung.

ANRADELN 2019

Startschuss der Radsaison in

Bad Radkersburg vom 5. bis 7.

April mit City Trophy am Freitag,

AnRADeln am Samstag und

AusRADeln am Sonntag.

RENNRADCAMP 2019

Vom 3. bis 7. April tägliche Rennradtouren

mit Edi Fuchs zwischen 50

und 140 Kilometern, Nächtigung

im Gasthof „Zum Lindenhof“.

Infos und Buchung:

Tourismusverband Region

Bad Radkersburg,

T.: +43 34 76/25 45

www.badradkersburg.at

GESCHENKE

Ein Top-Sportnahrungs paket von

Peeroton für genügend Energie;

ein SPORTaktiv-Headband von BUFF

SPORTaktiv

149


SO LÄUFT‘S!

IM KOPF.

ERFOLG BEGINNT IM KOPF.

FÜR DEN IRONMAN LANZA­

ROTE LÄSST SICH SPORT AKTIV-

AUTOR AXEL RABENSTEIN

VON EINEM MENTALCOACH FIT

MACHEN. UM SICH UND

SEINEN KÖRPER ZU EINER

PERSÖNLICHEN HÖCHST­

LEISTUNG ZU DIRIGIEREN.

VON AXEL RABENSTEIN

Fotos: Zauberwort, mana4you

150 SPORTaktiv


er Ironman Lanzarote

gilt als härtester seiner

Art, die meist windige

Radstrecke führt über

Anstiege mit 2500

Höhenmetern, der Streckenrekord

liegt mit 8:30

Stunden deutlich über den meisten anderen

Langdistanzen.

Meinen ersten und bislang einzigen

Ironman-Triathlon habe ich 2016 in

Klagenfurt absolviert. Oder sagen wir:

durchgestanden. Nun also Lanzarote!

Dort will ich am 25. Mai eine gute Figur

machen. Das ist mein Ziel. Von

Mentalcoach Wolfgang Seidl erfahre ich

allerdings, dass sich mein Vorhaben

noch deutlich gezielter angehen lässt.

„Zielsetzung ist eine elementare Sache“,

sagt Wolfgang, der mit Michi

Weiß den besten österreichischen Triathleten

betreut und selbst am Ironman

Hawaii und dem MTB-Etappenrennen

Cape Epic teilgenommen hat: „Um ein

konkretes Ziel zu erreichen, sind drei

Zielarten von Bedeutung: Handlungsziele,

Leistungsziele und schließlich das

Ergebnisziel.“

1. Ergebnisziel setzen

Wir starten mit dem Ergebnisziel, damit

wir wissen, wo wir hinwollen: „Ergebnisziele

beschreiben, welches Ergebnis

du in einem Wettkampf anstrebst“, so

Wolfgang, „Sie haben großen Einfluss

auf deine Motivation, erhöhen deine

Anstrengungs- und Durchhaltebereitschaft,

im Training wie im Wettkampf.“

Mein Ergebnisziel? Gute Frage. Wir

legen fest: Ich möchte in meiner Altersklasse

(M40–44) im besten Drittel

landen. Das ist ambitioniert, scheint

aber möglich – was wichtig ist: „Du solltest

dir stets realistische Ziele setzen.

Unrealistisch hohe Ziele können Stress

und Versagensängste auslösen. So wird

deine Konzentration auf die sportliche

Handlung gestört. Mache dir auch bewusst:

Ergebnisziele sind abhängig von

anderen Sportlern. Du weißt nie, welche

Konkurrenz am Start steht. Deshalb

solltest du dir neben Ergebnis- auch

Leistungs- und Handlungsziele setzen.“

In Zeiten der sozialmedialen Selbstpräsentation

kann es übrigens eine

Überlegung wert sein, ob und wie man

ein Ziel wie dieses publik macht: Wird

mich der öffentliche Druck pushen?

Oder behalte ich es lieber für mich, weil

der Argwohn meiner Bekannten mich

lähmen könnte? Für mich hat sich die

Frage erledigt: Mein Ziel steht schwarz

auf weiß in dieser Ausgabe.

2. Leistungsziele vorgeben

Nun gehen wir einen Schritt zurück zu

den Leistungszielen. Diese beschreiben

Leistungsparameter, die nicht von anderen

abhängig sind. „Leistungsziele sind

für deine stetige Leistungsentwicklung

sehr wichtig, sie zeigen dir deine gemachten

Fortschritte an“, erklärt Wolfgang.

Heißt für mich: Um im ersten Drittel

der Altersklasse M40–44 anzukommen,

reicht laut Ergebnislisten der vergangenen

Jahre eine Zeit von 12:00 h. Deshalb

nehme ich mir vor, nach 1:00 h aus

dem Wasser zu steigen; nach 6:30 h das

Bike abzustellen; und in 4:00 h meinen

Marathon zu laufen. Bleibt eine halbe

Stunde Puffer für die Wechselzone –

und ein oder zwei Problemchen.

Beim Schwimmen muss ich meine gegenwärtige

Leistungsfähigkeit abrufen.

Beim Radfahren sollte ich meinen Stundenschnitt

höhenmeterbereinigt um

mindestens 2 km/h steigern. Und beim

Marathon diesmal nicht eingehen. Hier

muss ich auch meine Nahrungsaufnahme

verbessern.

3. Handlungsziele definieren

Klingt super! Jetzt kommen aber die

Handlungsziele, das kontinuierliche

Training, das Anstrengen, um meine

Leistungsziele und somit mein Ergebnisziel

zu erreichen. „Handlungsziele leiten

deine Aufmerksamkeit auf den überschaubaren

Bereich deiner Aufgabe im

Hier und Jetzt“, sagt der Coach: „Sie

WOLFGANG SEIDL

ist akademischer Mentalcoach (Uni

Salzburg), diplomierter Lebens- und

Sozialberater und offizieller Mentalcoach

von IRONMAN Austria

sowie der Austrian Trail Running

Association (ATRA). Er war Teilnehmer

der IRONMAN-WM auf Hawaii

und hat u.a. den AxTri in Norwegen

gewonnen, der als härtester Mitteldistanz-Triathlon

der Welt gilt. Wolfgang

coacht per Skype, in seiner

Praxis in Wien oder der Steiermark.

www.mana4you.at

unterstützen dich, im jeweiligen Moment

das Optimale aus dir herauszuholen.

Sie lenken deine Aufmerksamkeit

auf die Handlung, helfen dir dabei, negative

Gedanken zu unterbinden.“

Gemeinsam mit Wolfgang lege ich

konkrete Handlungen für die kommenden

Wochen fest:

• Beim Schwimmtraining darauf achten,

mit Gefühl und moderater Frequenz

durchs Wasser zu gleiten, und

die Effizienz erhöhen. Guter Tipp:

Profis trainieren auch im Schwimmbad

das Orientieren im offenen Meer,

heben den Kopf, um die nötige Muskulatur

zu kräftigen.

• Radfahren ist meine Achillesferse. Das

heißt: zwei halbgare 3-Stunden-Einheiten

lieber in eine 6-Stunden-Einheit

umwandeln. Kraftausdauer trainieren.

Und: die Aufnahme von 70–

90 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde

üben. Damit mir beim Marathon

nicht wieder der Sprit ausgeht.

• Laufen mit Plan: lange Grundlagenausdauer,

konsequente Intervalle.

SPORTaktiv

151


PERSKINDOL

COOL

Tipp vom Coach: auf die Arme achten. Deren

Schwung gibt das Tempo vor, die Beine folgen; damit

im Training spielen, um im Rennen leichter die

Pace erhöhen zu können.

Du bist, was du denkst

Nun habe ich also nicht mehr nur ein Ziel, sondern

einen gezielten Plan. Das fühlt sich gut an. Und

bringt uns zu meinen Gedanken, die auf dem Weg

zum Ziel eine tragende Rolle spielen.

Aus Gedanken entstehen Gefühle. Und die beeinflussen

unseren Körper. „Es besteht eine enge Verflechtung

zwischen deinen inneren Dialogen und

deinem Handeln“, so der Mentalcoach: „Du hast in

schwierigen Situationen sicherlich erlebt, dass du dir

sagst: ‚Das schaffe ich nicht‘. Darauf reagiert dein

Körper, du schaltest einen Gang zurück. Oder gibst

sogar auf.“

Eine negative Wendung findet zuerst im Kopf

statt. Erst dann folgen die entsprechenden Handlungen.

Die Erfahrungen des Coaches zeigen, dass weniger

erfolgreiche Athleten (und auch Menschen im

Allgemeinen) oft ihren Selbstzweifel oder die Angst

vor dem Versagen thematisieren; während sich erfolgreiche

Sportler mit zuversichtlichen, vertrauensvollen

Gedanken beschäftigen.

Die Achtsamkeit bei Selbstgesprächen ist ein

Schlüssel zum Erfolg. Negative Gedanken wie einen

schlechten Film abzuschalten, ist aber nicht so einfach.

Es muss trainiert werden.

Experte Wolfgang erklärt: „Zuerst ist es notwendig,

sich der störenden Selbstgespräche bewusst zu

werden, diese zu stoppen und schlussendlich in förderliche

Selbstgespräche zu verwandeln.“

Positiv läuft’s besser

Bei mir lässt sich das an konkreten Beispielen festhalten:

Vor einigen Tagen wollte ich laufen gehen, aber

das Wetter war eine Katastrophe. Ich sagte mir: „Bei

dem Wetter werd’ ich höchstens krank.“ Diesen wenig

hilfreichen Ansatz änderte ich in: „Heute kneifen

alle! An Tagen wie diesen hole ich mir meinen Vorsprung.“

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ACHTE AUF DEINE GEDANKEN, DENN

SIE WERDEN DEINE WORTE. ACHTE

AUF DEINE WORTE, DENN SIE WERDEN

DEINE GEFÜHLE. ACHTE AUF DEINE

GEFÜHLE, DENN SIE WERDEN DEIN

VERHALTEN. ACHTE AUF DEINE VER-

HALTENSWEISEN, DENN SIE WERDEN

DEINE GEWOHNHEITEN. ACHTE AUF

DEINE GEWOHNHEITEN, DENN SIE

WERDEN DEIN CHARAKTER.

ACHTE AUF DEINEN CHARAKTER,

DENN ER WIRD DEIN SCHICKSAL.

Zitat aus der hebräischen Schrift „Talmud“

Das Ziel war eine Grundlageneinheit. Nach zwei

Stunden Laufzeit begannen meine Waden zu zwicken.

Ich hörte mich denken: „Fühlt sich gar nicht

gut an. Und das schon bei 20 Kilometern...“ – Dann

sagte ich mir: „Perfekt! Ab jetzt werde ich stärker.

Das wollte ich heute erreichen.“

Wenn’s im Wettkampf ans Eingemachte geht, ist

das positive Denken allerdings nicht mehr ganz so

einfach. Deshalb sollten die Antworten fertig in der

Schublade liegen. Ich habe mir Zeit dafür genommen

und Folgendes für mich formuliert:

Im Wasser taucht meine bekannte kleine Panikattacke

auf. Schön gleiten, Axel. Wie ein Delphin.

Auf dem Rad will ich mich bremsen, weil ich später

noch laufen muss. Zeit zu fliegen! Runder Tritt. Und

Vollgas.

Beim Laufen kommt der Hammer.

Mein Satz für diesen Moment: Wow!

Das ist intensiv. Jetzt sieh’ dir an, was möglich ist ...

P.S. Fortsetzung folgt: Wie wir uns in einen optimalen

Leistungsbereich atmen können; und wie uns

die Macht der Bilder ins nächste Level bringt.

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154 SPORTaktiv


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Druckfehler, Irrtümer & Preisänderungen vorbehalten.

Ich stimme zu, dass die VGN Medien Holding GmbH, die VGN Digital GmbH und die Verlagsgruppe News Medienservice GmbH die von mir angegebenen personenbezogenen Daten (Name, Titel, Anschrift, E-

Mailadresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Fotos) zwecks Übermittlung von Informationsmaterial über deren Magazine und Online-Medien, für Marketingmaßnahmen (Gewinnspiele, Veranstaltungen, Newsletter

für deren Waren und Dienstleistungen) sowie für Abo- und Sonderwerbeaktionen, verarbeiten und mich zu den vorgenannten Zwecken via SMS, E-Mail, Telefon und Post kontaktieren. Diese Einwilligung kann

ich jederzeit unter datenschutz@vgn.at widerrufen. Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erhalte ich in der Datenschutzerklärung, abrufbar unter vgn.at/Datenschutzpolicy.


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und deinen Daten (auch Körpergröße) – und mit

etwas Glück bist du dabei. Über die österreichischen

Centurion-Händler bekommen die sechs Gewinner

ihre Testbikes im Mai ausgeliefert. Bis Mitte September,

also ganze fünf Monate lang, dürft ihr mit den

E-Mountainbikes über die Trails brettern.

Und Centurion stellt nicht irgendein Bikemodell

zur Verfügung, sondern den Testsieger Numinis Trail

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ist mit seinen 140/135 mm Federweg und

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XT-Schaltung und -Bremsen, DT-Swiss-

Laufräder) ein echter Alleskönner. Mit dem bewährten

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du genügend Schub in allen Lagen. Und damit du

beste Figur machst, gibt es von Centurion auch die

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SPORTaktiv

157


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250 € (Sommer) und

Juniorsuite ab 178 €

(Frühjahr, Herbst)

bzw. 300 € (Sommer).

Sportler kommen definitiv nicht zu

kurz: Beim Schwimmen, Stand-up-

Paddeln, Tauchen, Surfen, Segeln und

Tennisspielen kann man den Aktivurlaub

so richtig genießen. Minigolf und

Sandsportplatz runden das Angebot

beim Valamar Resort in Rabac ab.

Besonders attraktiv für Radfahrer

sind die insgesamt 200 Kilometer langen

Biketrails von Rabac-Labin und als

Zentrum natürlich der Bike-Park Rabac.

Hier findet man alles, was das Bikerherz

begehrt. Neben 20 km Flowtrail für

die ganze Familie und vom Anfänger

bis zum Profi. Dazu: Pumptrack (auch

für Kinder) und Trainingsstrecken,

ein großes Tourenangebot sowie einen

Bikeshop und einen Bikverleih, wo man

sich auch Rennräder ausborgen kann,

um die wunderbare Landschaft aus dem

Sattel zu erkunden.

Apropos: Dass die Buchten und Hügel

auf dieser Ostseite von Istrien atemberaubend

schön sind, muss man nicht

näher ausschmücken. Dazu das türkisblaue

Meer – ein echtes Paradies für Urlauber.

Zudem hat sich der Ort Rabac

die sympathische Romantik des alten

Fischerdorfs ein wenig erhalten. Und

genau hier, in einer der schönsten Buchten

von Rabac, steht das Valamar Hotel

für alle offen: für Familien mit Kindern,

Paare und alle, die erstklassigen Service

zu schätzen wissen. Das Resort inmitten

schöner Pinienwälder ist absolut stressbefreit,

auch gänzlich frei von Autoverkehr

und führt hinunter zum schönsten

Strand von ganz Rabac.

Fotos: Valamar

158 SPORTaktiv


OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: Brian Bielman, Daniel Roos, kkranebitter

GROSSES KINO

Ab 2. April hisst die International

Ocean Film Tour Vol. 6 ihre Segel

und bringt die besten Meeresabenteuer

und Wassersportfilme auch in

österreichische Kinos.

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JEDER TEST EIN FEST

Das FreerideTestival ist der größte

kostenfreie Ausrüstungstest der

Alpen. Wo? 23./24. 2. in Saalbach;16./17.

3. in Warth-Schröcken;

30./31. 3. Kaunertaler Gletscher

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MIT PROFIS INS GELÄNDE

Für Skitouren-Einsteiger steigt von

8. bis 10. Februar in der Freeride-

City Innsbruck die SnowHow-Tour,

ein Workshop für die ersten

Schritte im freien Gelände.

www.snowhow.info

SPORTaktiv

159


DIE ENTDECKUNG

DER EINSAMKEIT

160 SPORTaktiv


MAN KANN VIELES ÜBERSCHREITEN: GRENZEN

UND KOMPETENZEN ZUM BEISPIEL, GESETZE ODER

ABLAUF DATEN. VIEL RATSAMER IST ES ABER,

DAS WILDE UND WEITLÄUFIGE TOTE GEBIRGE ZU

ÜBERSCHREITEN: ES IST DER LEBENDE BEWEIS,

DASS EINSAMKEIT GLÜCKLICH MACHT.

VON MARLIES CZERNY

Fotos: hochzwei.media

Kennt jemand dieses Gefühl?

Dass der Berg an E-Mails zwischen

Termin-Marathons so

sehr wächst wie die Sehnsucht nach

Stille? Es geht zu schnell und die

Work-Life-Balance gerät in Schräglage.

Ein wirksames Mittel, wieder seinen

eigenen Rhythmus zu finden:

Skitouren. Schritt für Schritt geht’s

zurück in die Mitte und voran Richtung

Gipfel. Wer auf Modetouren

unterwegs ist, den darf’s allerdings

nicht wundern, mehr Menschen als

im Großraumbüro zu begegnen.

„Mehr als 600.000 Österreicher gehen

in ihrer Freizeit Skitouren“, weiß

Karl Posch, der Präsident des Verbands

Skibergsteigen Österreich. Der

Alpenverein spricht gar von mehr als

700.000 Tourengehern in der Alpenrepublik.

Tendenz: steigend.

Ein Gebiet im Herzen Österreichs

hat noch die Garantie für ruhige

Touren. Dort, wo die oberösterreichische

Einsamkeit ins steirische

Weite führt, ist das Tote Gebirge zu

Hause. Die größte Karsthochfläche

Europas ist für die meisten Menschen,

die weiter westlich wohnen,

ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Dabei gibt’s im Toten Gebirge unzählige

Flecken zu entdecken. Das

Massiv ist doppelt so groß wie jenes

um den Mont Blanc. Einmal inmitten

dieser 1130 Quadratkilometer

großen Hochgebirgsfläche angelangt,

fühlt man sich wie auf dem

Mond. Schroff und schön, wild und

weitläufig, ursprünglich und unnahbar,

einsam und entlegen ist diese

Landschaft.

Jenen, die das Tote Gebirge vor

der Haustür haben, erfüllt es ihr Leben.

„Mit unseren heimischen Skitouren

stehen wir den Tirolern um

nichts nach. Wir haben sogar einen

Vorteil: Sie sind nicht so überlaufen“,

sagt Helmut Steinmassl. Den

Berg- und Skiführer aus Spital am

Pyhrn hat es zu Expeditionen von

Alaska bis in den Himalaya gezogen,

aber im Winter geht er lieber Skitouren

in den Tälern von Hinterstoder.

Steinmassl kennt auch die inneren

Werte des Toten Gebirges. Er entdeckt

und erforscht die Höhlen, die

es zu einer verborgenen Unterwelt

machen. Immer wieder findet er auf

Touren neue Eingänge in Höhlen.

Da heißt es auch aufpassen: Eine

Gefahr lauert in den Dolinen und

Schächten, die man – von Schnee

überdeckt – schnell übersehen und

in die man hineinstürzen kann. „13

SPORTaktiv

161


DER FIXSTERN AM

SKITOURENHIMMEL

Der LA SPORTIVA Stellar für

Skitourengeherinnen vereint

Leichtigkeit und Bewegungsfreiheit

im Aufstieg mit Sicherheit und

Reaktivität in der Abfahrt.

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Skitourenbegeisterte Frauen, die sich

im Aufstieg und in der Abfahrt eine

starke Performance wünschen, sollten

den La Sportiva Stellar ins Auge

fassen. Durch seine dreifache Kompatibilität

mit Tour-Bindungen, Trab-

TR2- sowie Tech-Bindungen ist der

Schuh vielseitig einsetzbar. Schale und

Schaft sind sehr leicht, die Stütze im

hinteren Teil ist ergonomisch und das

An- und Ausziehen wird vom „Easy

2 Wear“-System beschleunigt. Neu

und patentiert ist der Ski/Walk-Mechanismus.

Der Schuh ermöglicht viel

Bewegungsfreiheit, das Bewegungssystem

zwischen oberem und unterem

Teil des Schuhs verschafft dem

Sprunggelenk Freiraum im steilen wie

im flachen Gelände.

Patentiert ist auch das Schließsystem

„Spider Buckle EVO“. Damit lässt

sich der Sitz perfekt einstellen.

Und La Sportivas Grip-Guard-Sohle

garantiert eine optimale Leistungsfähigkeit

– auch nach Jahren.

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Menschen sind vermisst in diesem

Gebiet“, weiß Steinmassl. Das ist

aber nicht der Grund, weshalb das

Gebirge diesen pathetischen Namen

trägt. Inmitten des Toten Gebirges

ist kein Leben möglich. Es fließt

kein Wasser, es wachsen kaum Pflanzen.

„Und mehr als die Hälfte des

Jahres ist dort oben Winter.“

Die Haute Route lässt grüßen

Wenn man die Skigebiete von Hinterstoder

oder der Wurzeralm, dem

Loser oder der Tauplitz hinter sich

gelassen hat, stehen die Chancen

gut, keinen anderen Lebewesen

mehr zu begegnen außer Gämsen

oder Schneehühnern. Man kann

auch ohne Skilifte, dafür mit Muskelkraft

über eines der vielen Täler

ins Tote Gebirge vordringen – vier

Stunden später befindet man sich

aber erst am äußersten Rand dieser

Karstwüste. Wer das Gebiet überschreiten

möchte, der hat dementsprechend

viele Möglichkeiten und

kann Dutzende Gipfel mitnehmen:

Vom Roßarsch bis zur Plankamira,

vom Großen Tragl bis zum Feuertalberg.

Die längste Strecke lässt sich

von Bad Ischl bis Spital am Pyhrn

bewältigen. 75 Kilometer weit, mehr

als 3500 Höhenmeter. „Das ist mehr

als die Haute Route“, sagt Steinmassl.

Die berühmteste Überschreitung

der Alpen von Verbier bis Zermatt

umrahmen natürlich höhere

Berge. Über 2515 Meter kommt das

Tote Gebirge nicht hinaus. Braucht

es auch nicht.

Am höchsten ragt das knallrote

Gipfelkreuz des Großen Priels aus

der schneeweißen Decke. Acht Meter

ist es hoch und leuchtet fast 2000

Höhenmeter ins tiefergelegene Almund

Stodertal. Der höchste Berg, der

in seinem vollen Umfang auf oberösterreichischem

Boden steht, ist ein

durchaus anspruchsvoller und beliebter

Skigipfel. Vor allem im Frühjahr

ab April, dann ist das Prielschutzhaus

von der Bergrettung

Hinterstoder wieder freigeschaufelt

und wird bewirtschaftet.

Offene Hütten findet man in den

Wintermonaten keine inmitten des

Toten Gebirges. Doch wer eintauchen

möchte in dieses Gebiet und

als Selbstversorger Routine hat, findet

in Winterräumen Unterschlupf.

Gepachtet hat er dann eine Seelenruhe.

Der Winterraum der Pühringerhütte

hoch über dem Grundlsee

ist seit diesem Winter allerdings nur

noch mit einem Schlüssel zugänglich,

den man sich in Alpenvereinsbüros

abholen kann. Hüttenwirt

Franz Schanzl musste diese Konse-

162 SPORTaktiv


quenz schweren Herzens ziehen.

Wieder einmal hatten schwarze

Schafe den Schutzraum als Schweinestall

hinterlassen, Getränke geplündert,

das Holz verheizt, die Hütte

versaut.

Zumindest das endlose Weiß ist

angerichtet für Touren. Das Tote Gebirge

ist begünstigt durch die Nordstaulagen

und bekam im Wintereinbruch

im Jänner sogar noch mehr

Schnee ab als das Arlberggebiet.

Mehr als fünf Meter hat man im Skigebiet

am Loser gemessen, stellenweise

lagen bis zu zehn Meter

Schnee. Damit war der Loser der

Gewinner unter den Schneehöhen in

ganz Österreich. Als Tourengeher

kann man quer über das Tote Gebirge

oft noch bis zum Mai seine eigenen

Spuren ziehen – und Grenzen

überschreiten.

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SKI-ÜBERSCHREITUNG

DES TOTEN GEBIRGES

Viele Wege führen ins oder übers Tote Gebirge, das sich in Oberösterreich

und der Steiermark erstreckt. Eine Möglichkeit ist die

„Stodertal Haute Route“. Aufgrund der Länge (rund 50 Kilometer)

und gut 4000 Höhenmetern sollte sie auf zwei oder drei Tage aufgeteilt

werden – und darf keinesfalls unterschätzt werden. Ein

möglicher Startpunkt ist die Wurzeralm in Spital am Pyhrn. Vorbei

am Warscheneckstock und dem Hochmölbing geht’s zur

Hochmölbinghütte. Am zweiten Tag schläft man im Linzer Tauplitzhaus

(Öffnungszeiten beachten). Am dritten Tag folgt die

schönste, längste und schwierigste Etappe – rund 20 Kilometer

bis zum Endpunkt Dietlgut in Hinterstoder.

* Versicherer ist die

SPORTaktiv

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163


EDLER „BOTE“

Der STUBAI Messenger

ist ein Rucksack aus

hochfrequenzverschweißtem

Planenmaterial, mit

Kompressionsriemen und

Verschluss aus hochwertigem

Metall. Der Blickfang beim

Sport und im Alltag nimmt bis

zu 30 Liter Gepäck auf.

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NEWS

AUFSTEIGER

Ob klassische Tourengeher oder anspruchsvolle

Alpinisten: Die MARKER ALPIN ist eine Pin-Bindung

für all jene, die beim Aufstieg auf überflüssige Gramm

verzichten, aber keine Abstriche bei Ausstattung und

Performance machen möchten.

www.marker.net

NEO HEISST

DER HELFER

Der „MILLET Neo 30 ARS“-Skitouren-

Rucksack ist mit dem leichten,

kompakten Alpride-2.0-Lawinenairbag-

System ausgestattet. Er wiegt nur

2,44 kg in voller Ausstattung

und zeichnet sich durch große

Atmungsaktivität am Rücken aus.

www.millet.fr

EIN STARKES STÜCK LUNGAU

Auf den Pisten und auch abseits bieten die Fanningbergbahnen

alles, was ein Winterparadies braucht.

SALZBURG. Neu im heurigen Winter am Fanningberg ist

das Chaletdorf, das mit 15 Ferienhäusern direkt an der Piste

das besondere alpenländische Ambiente als Quartier bietet.

Neu gestaltet ist auch die Website: Unter www.fanningberg.

info kann man den ganzen Berg live erleben, die Pisten

sogar virtuell befahren und alle Highlights erkunden.

Zwischen 1500 und 2150 Metern Seehöhe wird hier ein

starkes Stück Lungau geboten: 30 km Pisten, 5 Lifte, 2 Skiund

Snowboardschulen, Fanny-Kinderpark und viele urige

Hütten zum Einkehren. www.fanningberg.info

SKIVERGNÜGEN UND NOCH VIEL MEHR

Schnee, Berge, Wintersonne: Filzmoos in Salzburg ist ein

Traum für erholsame Tage abseits des großen Rummels.

SALZBURG. Keine Wartezeiten am Lift – viel Zeit für den

Wintersport, die Familie und zum Entspannen: Dieser

Traum erfüllt sich in Filzmoos. In dem Familienskigebiet

können Anfänger und Wiedereinsteiger auf die Hilfe von

drei Skischulen zurückgreifen, während Profis sich über

den vielen Platz auf den Pisten freuen. Treffpunkt für die

Mittagsjause sind die urigen Hütten. Wer die ganz stille und

unberührte Natur sucht, wird beim Langlaufen, auf Skitouren

oder bei Schneeschuhwanderungen fündig.

www.filzmoos.at

164 SPORTaktiv


SCHNELLER RAUS

MIT „BOOTSY“

KINDERLEICHT UND BEQUEM

AUS DEM SKISCHUH SCHLÜPFEN?

KEIN PROBLEM, DENN „BOOTSY“

HILFT BEIM AUSZIEHEN.

ANZEIGE, Fotos: JB Comfort

Du kennst das nach einem langen und

anstrengenden Skitag: Bevor man

sich erschöpft niederlassen kann oder gepflegt

in Richtung Aprės-Ski weiterwedelt,

muss man vorher aus den Skischuhen

raus. Dieses Prozedere kann zur Qual

werden, denn so leicht schält man sich

nicht aus der Hartschalenumklammerung

der Schuhe. Man muss ziehen, drücken,

schieben – und sollte dabei das Gleichgewicht

nicht verlieren.

JB Comfort hat eine Lösung auf den

Markt gebracht, sie Bootsy getauft und

die Renaissance des guten alten „Stiefelknechts“

eingeläutet. Doch beim Bootsy

steckt mehr Pfiff dahinter. Die komfortable

Methode schaut so aus: Nach

dem Öffnen der Schnallen einfach die

Schuhferse unter den Aufsatz schieben,

kurz mit dem Schienbein in Richtung

Schuhzunge bzw. Lasche drücken und

fertig! Schon kann der Fuß aus dem Skischuh

gezogen werden, ohne besondere

Kraftanstrengung, direkt aus dem Stand.

Die Neuheit

Bootsy ist neu am Markt und wird bald

überall sein. Auf Pisten und Parkplätzen,

in Hotels und auf Hütten, in vielen

Sportgeschäften und Skikellern. Aktuell

gibt es mehrere Varianten von Bootsy:

•Bootsy to Go: mobiler Begleiter in

Schnee und Eis, Stabilisierung durch

Spikes und das eigene Körpergewicht.

•Bootsy Travel: ideal bei Autoanreise,

Fixierung unter einem Reifen.

•Bootsy Easy: Indoor-Grundversion,

leicht montierbar, praktisch für Skikeller

und Co.

•Bootsy Tower: perfekt für Hotels und

Schuhverleih mit viel Andrang, spart

viel Zeit und Platz.

•Bootsy Shop: flexible Lösung für

Sportgeschäfte, einfache Montage

durch Einhängen im Shop-System.

Die Wintersport-Innovation der noch

jungen Marke JB Comfort aus dem hessischen

Biedenkopf wird nicht nur bei

Skifahrerinnen und Skifahrern für große

Augen sorgen, auch die Hotellerie und

der Sportartikelhandel werden den

Komfort- und Zeitersparnisfaktor beim

Bootsy schnell erkennen.

Bootsy gibt es

bei JB Comfort.

www.jb-comfort.de

SPORTaktiv

165


U

Lebenslang lernen

Aufsteigen oder nicht, in den Hang einfahren

oder ihn umfahren. Wie funktioniert die Einzelhangentscheidung

konkret, und worauf stützt sie

sich? „Ein verlässliches Rezept zur Beurteilung

eines Einzelhangs gibt es derzeit nicht, weil viele

Faktoren eine Lawinenauslösung beeinflussen“,

räumt Schreilechner ein. „Es geht dabei immer

um eine ganzheitliche Betrachtung der Lawinensituation.“

Die Faktoren, die wir euch im Folnter

Freizeitsportlern gibt es oft ein Missverständnis.

Da wird auf die Lawinenwarnstufe geschaut,

und wenn diese eine „geringe“ oder „mäßige“

Gefahr (Stufe 1 und 2) signalisiert, wird

bedenkenlos drauflosgegangen und -gefahren.

„Die Beurteilung, ob ich in einem Hang aufsteige

oder ihn befahre, muss jedoch in der Natur

und an jedem Hang gesondert erfolgen“, erläutert

Bergführer Marcellus Schreilechner. „Einzelhangbeurteilung“

heißt das fachsprachlich.

Nicht falsch verstehen: Tourenplanung und

das genaue Studium des Lawinenlageberichts

sind unverzichtbar und die Basis jeder sicheren

Skitour, Schneeschuhtour und jedes Freeridetages.

Doch ob eine Situation gefährlich ist oder

nicht, muss auch in der Natur festgestellt werden.

Schreilechner erklärt: „Der Lawinenlagebericht

liefert eine Orientierung zur Lawine n-

situation in einer ganzen Region, die zumindest

100 km2 Größe umfasst. Er liefert eine generelle

Situationsbeschreibung, die auf Auslösewahrscheinlichkeiten

abzielt. Bei der Einzelhangbeurteilung

geht es aber nicht um Wahrscheinlichkeiten,

sondern man will eine klare Ja/Nein-Entscheidung

treffen.“

Fotos: iStock, Marcellus Schreilechner

166 SPORTaktiv


ES HERRSCHT LAWINENWARNSTUFE 1 BIS 2, DAS

WETTER PASST UND DIE SICHERHEITSAUSRÜSTUNG

IST VOLLSTÄNDIG. KANN MAN NUN NACH HERZENS-

LUST TIEFSCHNEEHÄNGE BEGEHEN UND BEFAHREN?

LEIDER NEIN: EINE GEFAHRENEINSCHÄTZUNG MUSS

IMMER AM EINZELHANG ERFOLGEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

HÄLT DER

HANG?

LAWINENLAGEBERICHT

FAKTOREN ZUR

EINZELHANG-

BEURTEILUNG !

Er ist eine wesentliche Basis, um die Gefährlichkeit eines Hanges

konkret einschätzen zu können: „Der Lagebericht gibt eine generelle

Information, in welchem Tourengebiet günstige Verhältnisse – Gefahrenstufen

1 und 2 – oder ungünstige – Gefahrenstufen 3 und 4 –

herrschen. Und er verrät auch, wo im Speziellen die Gefahrenstellen

liegen. Er gibt exzellente Informationen für die Tourenplanung und

erste Hinweise darauf, was ich während der Tour zu erwarten habe“,

fasst Experte Schreilechner zusammen.

Durch den Hinweis auf aktuelle Lawinenprobleme – Neuschnee, Triebschnee,

Altschnee, Nassschnee, Gleitschnee – könne man bereits im

Vorfeld bestimmte Einzelhänge als Schlüsselstellen in seiner Tourenplanung

herausarbeiten, die dann während der Tour mit besonderer

Aufmerksamkeit beurteilt werden müssen.

genden mit dem Experten gemeinsam näherbringen,

fließen allesamt in die Beurteilung mit

ein. Wie der Bergführer auch erklärt, gibt es übrigens

weniger typische Lawinenhänge als typische

Lawinenzeiten: „Die ersten ein bis drei Tage

nach Niederschlägen oder Wind sowie nach raschen

Temperaturänderungen sind besonders gefährlich.

Wer diese Tage meidet oder zumindest

sehr defensiv unterwegs ist, zum Beispiel die 30-

Grad-Grenze nicht überschreitet, kann einen

Großteil der Lawinenunfälle schon vermeiden.“

Um die Einzelhangbeurteilung kommt man

natürlich dennoch nicht herum. Die hier dargestellten

Faktoren dafür können natürlich nicht

mehr als einen ersten Eindruck geben. Doch „risikobewusstes“,

eigenverantwortliches Skitourengehen

lernt man auch nicht aus einem Artikel,

auch nicht in einem Wochenkurs und nicht einmal

innerhalb einer Wintersaison. Wie schon so

oft eingemahnt: Eine lawinenkundliche Ausbildung

sollte für jeden Geländeneuling der Einstieg

sein und dann geht es ans „lebenslange

Weiterlernen“. „Es braucht theoretische Kenntnisse,

praktische Fertigkeiten und mehrere Winter

aktive Erfahrung.“ An eins erinnert der Bergführer

noch: „Bei Unsicherheiten ist nur der

Verzicht auf den Hang die sichere Variante.“

SPORTaktiv

167


FAKTOREN ZUR

EINZELHANG-

BEURTEILUNG !

GELÄNDE

Beim Skitourengelände sind die Neigung, die Himmelsrichtung

(Exposition), die Höhenlage, die Geländeform und Geländefallen

zur Einzelhangbeurteilung heranzuziehen. „Die Hangneigung

kann man aus der Karte abschätzen und im Gelände messen

bzw. auch schätzen. Hier weiß man, dass es unter 30 Grad nahezu

keine Schneebrettauslösungen gibt, wobei man aber auf den

Auslauf von Lawinen in den flacheren Bereich achten muss. Bei

Nassschneelawinen gibt es jedoch keine definierte Untergrenze“,

legt Schreilechner dar.

Die Exposition eines Hanges, also die Ausrichtung nach der Himmelsrichtung,

ist insofern von Interesse, als Sonneneinstrahlung

und Windeinwirkung wesentliche Faktoren sind, die Lawinen bedingen

können. Expertentipp: „Besonders bei Triebschneeproblemen

ist auf die Himmelsrichtung zu achten.“

In den verschiedenen Höhenstufen herrschen oft unterschiedliche

Temperaturen, die positiv (etwa durch Setzungen der

Schneedecke) oder auch negativ (beispielsweise wenn es auf

die Schneedecke regnet) wirken können. Verschiedene Geländeformen

wie Rinnen, Rücken, Plateaus, felsdurchsetztes Gelände

und große freie Hänge fließen ebenfalls in die Einzelhangbeurteilung

ein.

Für die Einzelhangbeurteilung gehört letztlich auch das Erkennen

von Geländefallen dazu. Das können etwa Gräben im Auslaufbereich

von Hängen, Felsabbrüche, Gletscherspalten oder flache

Böden am Fuß von Steilhängen sein.

DR. MARCELLUS SCHREILECHNER

ist staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Alpinsachverständiger

sowie Bundesreferent für Bergsport bei

den Naturfreunden Österreich.

www.alpinimpuls.at

www.naturfreunde.at

w3.naturfreunde.at

SCHNEEDECKENAUFBAU

Der Schneedeckenaufbau ist die Grundlage für die Lawinenbildung.

„Für den Abgang eines Schneebretts braucht es gebundenen

Schnee und darunter eine Schwachschicht. Ausgelöst

werden Lawinen dann durch eine Zusatzbelastung“, sagt Schreilechner.

Aber auch von flacheren Hängen und sogar Talböden

aus können Schneebretter in benachbarten Steilhängen ausgelöst

werden, indem sich ein Bruch fortsetzt („Fernauslösung“).

Der Aufbau der Schneedecke wird durch den Witterungsverlauf

der vorangegangenen Tage und teilweise auch Wochen geprägt.

Generelle Informationen findet man im Lawinenlagebericht, die

bei entsprechender Kenntnis durch Eigenbeobachtungen – konkret

das Graben eines Schneeprofils und Schneedeckenuntersuchung

– ergänzt werden können.

WETTER

Neben dem Witterungsverlauf der vorangegangenen Tage (siehe

„Schneedeckenaufbau“) ist auch das Wetter während der

Tour entscheidend. Einerseits deshalb, weil man den Einzelhang,

mögliche Geländefallen usw. möglichst gut sehen sollte, um die

Lage beurteilen zu können.

Drohen Nassschneelawinen, ist andererseits der Temperaturverlauf

über den Tag hinweg ein wesentlicher Faktor. Besonders

bei Frühjahrsverhältnissen mit zunehmender Sonneneinstrahlung

und Tageserwärmung ist Vorsicht geboten, mahnt Marcellus

Schreilechner. Es gilt: „Zeitig aufbrechen und Touren früh

beenden“.

WINDZEICHEN

„Der Wind ist der Baumeister der Lawinen“ – der alte Lehrsatz,

der dem Lawinenforscher Wilhelm Paulcke (1873–1949) zugeschrieben

wird, gilt unverändert. „Erkennen von Windzeichen

heißt vor allem, zu erkennen, wo der Wind den Schnee hingetrieben

hat, und ist unumgänglich für die Einzelhangbeurteilung“, erklärt

der Experte. Zu den klassischen Windzeichen gehören z. B.

Wechten, Windgangerl, Schneefahnen oder Schneedünen.

ORIENTIERUNGSFÄHIGKEIT

Gute Orientierungsfähigkeiten sind auch ein wesentlicher Bestandteil,

um sich risikobewusst im Gelände bewegen zu können.

Marcellus Schreilechner: „Sowohl in der Planung als auch während

einer Tour ist man laufend mit Orientierungsaufgaben konfrontiert,

die speziell im Winter dazu dienen, durch geschicktes

Ausnützen des Geländes Risikobereiche zu minimieren oder das

Risiko im Idealfall ganz auszuschalten.“

168 SPORTaktiv


EINE KULISSE

VOM FEINSTEN

Wenn sich das schönste Hochtal

Europas in ein Winterparadies

verwandelt, können sich Wintersportler

und Genussurlauber freuen.

Zu Gast zwischen Allgäuer Alpen

und Tannheimer Bergen.

Foto: Achim Meurer

Ein abwechslungsreiches Programm erwartet

die Gäste im Tannheimer Tal in

Tirol. Sechs Skigebiete, 55 Pistenkilometer

und 27 Liftanlagen lassen Wintersportler-Herzen

höher schlagen. Auf 140

Loipenkilometern bietet das Tal von gemütlichen

Panoramarunden bis hin zu

fordernden Passagen für jede Leistungsstufe

etwas. Um die wunderbare Winterlandschaft

zu genießen, stehen den Gästen

81 Kilometer geräumte Winterwanderwege

zur Verfügung.

Auch dieses Jahr gibt es das Angebot

„Winterbergbahnen inklusive“: Bei

der Buchung eines Mindestaufenthalts

von drei Nächten haben die Gäste die

Möglichkeit von Montag bis Donnerstag

die Bergbahnen kostenfrei zu nutzen

und damit die Aussicht, Wanderwege

und Pisten zu erleben. Das Angebot gibt

es vom 11.–14. März 2019.

TOURISMUSVERBAND

TANNHEIMER TAL

Vilsalpseestraße 1

6675 Tannheim/Tirol

T: +43 56 75/62 20-0

info@tannheimertal.com

www.tannheimertal.com

Bergfrühling

[ 19. Mai - 14. Juli 2019 ]

5 oder mehr Tage mit ¾-Verwöhnpension und allen

“Tyrol-Inklusive-Leistungen“ sowie zusätzlich:

■ 1 Wanderkarte als Geschenk

■ Wöchentlicher Wanderstammtisch

■ 1 Fahrradausflug ins Naturschutzgebiet Vilsalpsee

■ 3 geführte Almwanderungen

■ 2 geführte Nordic-Walking-Touren

■ kostenlose Benutzung aller Bergbahnen im

Tannheimer Tal

© TVB Tannheimer Tal/Wolfgang Ehn

AM HALDENSEE

Hotel Tyrol am Haldensee

Familie Barbist & Schädle

A-6673 Haldensee/Tirol • Seestraße 24

Tel. 0043 5675 6245

info@tyrol-haldensee.com

www.tyrol-haldensee.com

www.facebook.com/tyrolhaldensee

#tyrolhaldensee

SPORTaktiv

169


EIS & FROST

ALS ARBEITSKOLLEGEN

170 SPORTaktiv


Fotos: Elke Ludewig, ZAMG/Hermann Scheer

FORSCHERIN AUS LEIDENSCHAFT.

ELKE LUDEWIG WAR SCHON ALS

KIND FASZINIERT VON WETTERUM-

SCHWÜNGEN UND BERGEN. NACH

FORSCHUNGEN IN DER NORDSEE

UND IN DER ANTARKTIS IST SIE

DIE LEITERIN AM SONNBLICK

OBSERVATORIUM AUF

3100 METER SEEHÖHE.

VON CHRISTOPH HEIGL

ir sitzen in der Salzburger Zentrale

der Zentralanstalt für Meteorologie

und Geodynamik (ZAMG). Elke

Ludewig schaut aus ihrem Bürofenster

in die Salzburger Winterlandschaft. Im

Schatten der Festung Hohensalzburg rutschen

Menschen auf eisigen Gehsteigen, es ist

schneebedeckt und bitterkalt. „Nein“, lacht

die 31-Jährige, „als Kind hatte ich ein ganz

normales Kälteempfinden wie jedes andere

Kind auch.“ Kalte Finger, kalte Zehen. Das

sollte sich aber später ändern. Eis und Frost

wurden ständige Begleiter.

Als Deutsch-Österreicherin war das Salzburger

Bergland lange Zeit wie eine zweite Heimat.

Den Sonnblick kannte sie längst von vielen

Urlauben und der 60er-Jahre-Erzählung

„Der Sonnblick ruft“. Der Grundstein war gelegt.

„Ich war schon als Kind fasziniert von

Wetter, Wetterumschwüngen und Wetterstationen“,

erinnert sie sich. Dazu kamen schulische

Begabungen für Mathematik und Naturwissenschaften

und so fand sich Ludewig fast

logisch an der Universität in Hamburg beim

Studium der Meteorologie wieder. Rasch entpuppte

sich die Forschung als echte Leidenschaft,

für die Doktorarbeit organisierte sie ein

paar Tage auf einem Forschungsschiff, um den

Effekt von Off-Shore-Windparks auf Ozean

und Atmosphäre zu untersuchen.

Noch eine Brise frostiger wurde es im Arbeitsleben.

Ludewig war für zwei Sommer und

einen Winter lang, ingesamt 14 Monate, die

Leiterin des meteorologischen Observatoriums

der deutschen Polarforschungsstation Neumayer

in der Antarktis. Den Standort kann

man getrost als exponiert bezeichnen: sieben

Stunden Flug von Kapstadt zu einer russischen

Station am Antarktis-Festland, von dort noch

einmal sechs Stunden zur Neumayer-Station

an der Atka-Bucht. Dort: nichts. 200 Meter

dickes Schelfeis, weiße Wüste. „Die nächsten

Menschen waren 450 km entfernt. Die im

Notfall mit Skidoos oder Pistenbullys zu erreichen,

hätte eine gute Woche gedauert.“

Als neunköpfiges Team betrieben Ludewig

und Co. in der vierstöckigen Station (30 Meter

hohe Stelzenkonstruktion, 4800 Quadratmeter

groß) am „schwimmenden Gletscher“

Forschung und lieferten Daten, „oft von 5 Uhr

früh bis 1 Uhr nachts“. Nachrichten aus Europa

gab es dank zäher Internetverbindung,

nicht immer konnte man Breaking News in

der Distanz aber richtig einordnen, etwa die

Flüchtlingsströme im Sommer 2015. „Man

verarbeitet die Wirklichkeit ein wenig verzerrt.“

Und auch wenn der Alltag abenteuerlich

klingt, als „Abenteuer“ will es die Forscherin

nicht verstanden wissen. „Abenteuer heißt

für mich Risiko. Das war es nicht. Wir hatten

Brandschutz und Notfalltrainings, einen Arzt,

Funk, GPS, die Survival-Box im Schlitten und

klare Regeln, wie weit man sich allein von der

ICH HATTE VERGESSEN, WIE

SCHÖN DIE FARBE GRÜN IST.

Station entfernen darf.“ Bei aller Gefahr erfuhr

man auch die Schönheit der Natur. „Die Polarlichter

und ,Halos‘ durch die vielen Eispartikeln

in der Luft waren atemberaubend. In einer

Vollmondnacht die 30 Meter hohe Schelfeiskante

mit dem Motorschlitten entlangzuflitzen,

bleibt auch unvergesslich.“ Dazu gab es

eine Kaiserpinguinkolonie und Robben zu beobachten.

Worauf sich Ludewig bei der Rückkehr nach

14 Monaten Eiswüste am meisten freute? Auf

frisches Obst, Mehlspeisen „und die gute Kost

der Mutter“. Resozialisierungsprobleme gab es

bis auf den Rückflug Kapstadt–München („so

viele Menschen, so viel Hektik“) nicht. „Es

gibt aber Forscher, die sich nach vielen Monaten

in der weißen Wüste ohne Orientierungspunkte

und Umwelteinflüsse schwer tun,

SPORTaktiv

171


DR. ELKE LUDEWIG

Jahrgang 1987, geboren in München, Studium der Meteorologie

in Hamburg, Leiterin der Neumayer-Station in der Antarktis, seit

Mai 2016 Leiterin des Observatoriums am Sonnblick auf 3106 Meter

Seehöhe (Ortsgebiet Rauris, S), Büro-Standort ZAMG

Salzburg, Forschung: Strahlung (UV, Radioaktivität),

Seismologie, Schadstoffe, Aerosole, Permafrost, Glaziologie,

Wetterextreme, Niederschlag.

www.zamg.at

wenn sie dann an einer roten Ampel stehen.“

Ludewig musste nur das eingangs

erwähnte Kälteempfinden wieder an

mitteleuropäische Verhältnisse anpassen.

„In der Antarktis hatte es bis zu minus

40 und minus 50 Grad. Minus 20

kommt dir dann schon warm vor und

du arbeitest ohne Handschuhe.“ Zurück

in Europa dauerte es eineinhalb

Jahre, bis ihr Kälte wieder kalt vorkam.

„Skifahren bei null Grad? Da musste

ich im T-Shirt fahren.“ Noch etwas

blieb nach 14 Monaten Eiswüste: „Ich

hatte fast vergessen, wie schön die Farbe

Grün ist ...“

In der Antarktis erfuhr Ludewig, dass

eine Stelle beim Kindheitstraum Sonnblick

ausgeschrieben ist, ein ähnlich ausgesetzter

Arbeitsplatz. Seit Mai 2016 ist

die Deutsch-Österreicherin nun dort die

Leiterin des ZAMG-Observatoriums,

das weltweit älteste in so hoher Lage.

„Österreich kann stolz darauf sein. Dass

Das Observatorium: Viel exponierter als am

Sonnblick kann ein Arbeitsplatz nicht sein.

Klimaforschung einmal so wichtig sein

wird, konnte man 1886 aber natürlich

nicht ahnen.“ Das Arbeitsumfeld in der

Antarktis und am Sonnblick ist durchaus

vergleichbar, sagt Ludewig, „ähnliche

Messgeräte und Messnetzwerke, nur

die Kälte ist oben am Berg viel feuchter

und unangenehmer“. Im Schnitt arbeitet

die 31-Jährige einmal pro Woche am

Berg, den Rest verbringt sie in der Salzburger

Zentrale oder bemüht sich um

Forschungsgelder bei den Ministerien

in Wien.

Viele Aufgaben

Ludewig ist Personalverantwortliche,

wissenschaftliche Leiterin, nutzt ihre

Netzwerke für internationale Zusammenarbeit

und ist als „Hausmeisterin“

für die Infrastruktur am Berg zuständig.

Mit der neuen Gondelbahn, die die

legendäre Materialseilbahn („Kisterl“)

abgelöst hat, sind Personal und Forscher

nun besser und sicherer an die

Außenwelt angeschlossen. „Doch an

so einem exponierten Standort kann

immer etwas kaputtgehen. Dach, Heizung,

demnächst wird die neue Strom-

leitung samt neuer Trasse fällig.“ Nur

mit vernünftigen Budgets bleibt der

Standort gesichert, denn die Chefin hat

auf „ihrem“ Sonnblick noch viel vor.

„Wolkenmessungen und Wolkenforschung

sind Potenziale, die gut genutzt

werden sollten.“

Der Klimawandel ist ein Thema, das

sie beruflich und privat ständig beschäftigt.

„Und man hat da immer ein

schlechtes Gewissen, als Einzelperson

nicht genug zu tun.“ Mit Verzicht auf

Auto und Plastik und dem Nutzen von

saisonalen und regionalen Erzeugnissen

kann man einen bescheidenen Beitrag

leisten, meint sie. Als Wissenschafterin

wisse sie aber nur zu gut, wie komplex

die Thematik ist. Was würde sie dem

Klimaskeptiker und US-Präsidenten

Donald Trump gerne ins Gesicht sagen?

„Nichts. Das wäre wohl Zeitverschwendung.

So jemanden kann man mit Argumenten

nicht überzeugen.“ Die Forscherin

kennt aber genug vernünftige Entscheidungsträger,

auch in den USA, die

die Bedrohungsszenarien sehr ernst nehmen.

„Wir müssen als Allgemeinheit

was schaffen.“

172 SPORTaktiv


Foto: Ranggetiner

OUTSIDE

EVOLUTION

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extrem kletterer

Europas – und ein

„Querdenker“ der

Outdoorsport szene.

In seiner „Outside“-

Kolumne lässt er die

SPORT aktiv-Leser

an seinen Gedanken

teilhaben.

Unser Ältester hat Geburtstag, sein Wunsch:

Actionkino in 3-D, davor ein Abstecher

zum Mäci. Komprimierte Hektik, aber

dafür Lebensmittel aus rein biologischem Anbau!

Am Nebentisch sitzen zwei Mädels, Smartphones,

Milchshakes mit Strohhalm und mein

Vorfilm zum Kino beginnt! Beide streichen mit

dem Daumen über das Handy und schlürfen an

ihrem Milchshake, kein Augenkontakt, 30 Minuten

lang nur Stille. In Slow Motion tropft einem

Mädel der Milchshake aus dem Mundwinkel

auf den Tisch, während das Gegenüber am

Strohhalm saugt, obwohl der Becher längst leer

ist. Alles in 3-D. Teenagergetue oder ein Blick

in die Zukunft? Ich muss meine Gedanken ordnen.

Der Mensch ist doch die dominante Lebensform

auf diesem Planeten, hochintelligent

und allen überlegen. Wir bändigten das Feuer,

erfanden das Rad, Elektrizität, Autos – und das

in Nullkommanichts! Da werden wir es doch

nicht in wenigen Jahren schaffen, die Erde zuzumüllen,

die Kommunikation zu reduzieren und

die virtuelle Welt der realen vorzuziehen? Doch

es geschieht, jetzt, in diesem Moment, überall.

Der Mensch in seiner naiven, bequemen, überheblichen

Art degeneriert – wohl unaufhaltsam.

Unter Evolution versteht man die Veränderung

der vererbbaren Merkmale einer Population

ins Positive, also Fortschritt. Das aktuelle

selbstzerstörende Phänomen, also das Zurückfallen

in kindliche Verhaltensmuster oder auf

frühere Stufen der geistigen Entwicklung nenne

ich Regression. Ich hoffe, ich täusche mich in

meiner düsteren Zukunftsvision, aber leider rollt

die Lawine! Schulpsychologen, steigende Aggressivität,

massive Häufung von Schlaganfällen

bei jungen Menschen, bumm! Wir umzingeln

uns mit Müll und lassen unsere Kinder ins emotionale

Abseits driften. Bravo, Gattung Mensch!

Fit im Winter

mit Vitamin D!

Für ein starkes Immunsystem

benötigt der Körper unter

anderem eine ausreichende

Versorgung mit Vitamin D.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

zeigen zudem den positiven Effekt

von Vitamin D auf Infekte, Entzündungen,

Bluthochdruck und Diabetes.

Denken Sie deshalb an eine

optimale Versorgung mit Vitamin D –

dadurch fühlt man sich zumeist

auch aktiver, kräftiger und ausgeglichener.

Die körpereigene Vitamin D-

Produktion reicht oftmals

nicht aus, wegen:

• zu wenig Aufenthalt im Freien,

• zu wenig Sonnenstunden

in Österreich,

• Verwendung von Sonnenschutz

(LSF>8).

Die zusätzliche Einnahme von

Vitamin D unterstützt daher eine

optimale Versorgung das ganze

Jahr über.

D3 Kwizda

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LOIPEN

BOOM

AUCH OHNE WM

VON 19. FEBRUAR BIS 3. MÄRZ FINDET IN

SEEFELD DIE FIS NORDISCHE SKI-WM STATT.

AM BEISPIEL DER OLYMPIAREGION ZWISCHEN

WETTERSTEINGEBIRGE UND KARWENDEL

LÄSST SICH GUT ILLUSTRIEREN, DASS

LANGLAUFEN WIEDER VOLL IM TREND LIEGT

– NICHT NUR WÄHREND DER WM.

VON KLAUS MOLIDOR

L

anglaufen ist wieder in. Nicht mehr nur als

Sportart für Leute, die sich sanft an der frischen

Luft bewegen wollen, sondern auch für Sportlichere

und Ambitioniertere. Egal, ob in klassischer

oder freier Technik, egal ob jung oder

jung geblieben. Läufer, Biker und Triathleten

schätzen den Sport schon lange als perfektes

Ganzkörpertraining in den Wintermonaten.

Jetzt erfreuen sich auch Kinderkurse regen Zulaufs.

„Langlaufen ist cool“, lautet der Grundtenor

bei Buben und Mädchen auf dem Sprung

ins Teeniealter, wenn sie aus einem Schnupperoder

Wochenendkurs retour kommen. Gut, der

Nachsatz klingt noch mehr pragmatisch denn

leidenschaftlich. „Weil man da auch gleiten

kann und sich nicht immer bewegen muss um

weiterzukommen.“ Die Skiindustrie hat mit

pflegeleichten Einsteiger-Varianten wie dem

Fotos: Olymiaregion Seefeld

174 SPORTaktiv


Fellski für die klassische Technik reagiert und

damit die Einstiegslatte niedrig gelegt. Kleinere

Loipenbetreiber im östlichen, weniger schneereichen

Teil des Landes präparieren Runden

unter Flutlicht und haben teils in Beschneiung

investiert. Große Destinationen wie Ramsau

am Dachstein oder Seefeld haben ihr Angebot

mit riesigen Loipennetzen und vielfältigen Angeboten

weiter ausgebaut. „Der Langlaufsport

erlebt wieder einen Boom“, bestätigt Elias

Walser vom Seefeld-Tourismus. In der

Olympiaregion Seefeld steigt von 19. Februar

bis 3. März zum zweiten Mal nach 1985 die

FIS Nordische Ski-WM. Das Gute daran: Der

Trend ist kein Strohfeuer, das nur während der

Titelkämpfe hell brennt und dann wieder auf

Sparflamme retour geht. „Der Boom wird

durch die Leute ausgelöst, die auf der Suche

245 Loipenkilometer

in und um

Seefeld bieten für

jeden Langläufer

etwas.

SPORTaktiv

175


nach einer guten Wintersportart beim Langlaufen

landen.“

Schaden tut die internationale mediale Präsenz

dem Gebiet freilich auch nicht. „So eine Aufmerksamkeit

kann man nicht kaufen. Das bringt

die Region natürlich auf einmal viele Schritte

weiter“, sagt Walser. 245 Loipenkilometer schlängeln

sich über das Hochplateau, das aufgrund der

geografischen Ausrichtung sehr schneesicher ist.

Für den Ernstfall betreiben die Tiroler – wie

heutzutage schon fast üblich – auch Snowfarming.

Sie verstecken also einen großen Haufen

Schnee teils in Gruben und unter Hackschnitzeln,

die das Sonnenlicht reflektieren und bringen

so relativ viel Langlauf-Grundlage über den Sommer.

Der Saisonstart im November ist damit immer

garantiert.

Vor allem in der WM-Saison ist der frühe Start

unerlässlich. Und mit Größe punktet man eben,

auch wenn die wenigsten Leute das gesamte Loi-

DEIN WINTER

TRAUMURLAUB

ALLE INFOS

www.landalskilife.at

Landal GreenParks

bieten Skiurlaube in Top-

Skigebieten. In Österreich,

Deutschland, der Schweiz

und Tschechien.

Skischuhe an, Helm auf und los. In zwölf

attraktiven Wintersportunterkünften von

Landal Ski Life ist der Weg vom Bett direkt

auf die Piste nicht weit. Die Parks haben

alles, um aus dem Wintersporturlaub eine

fantastische Zeit zu machen – für Jung

und Alt, Anfänger und Fortgeschrittene,

Risikofreudige und Komfortliebende. Fast

alle Ferienparks bieten auch ein vielfältiges

Freizeitangebot für jedes Alter an.

Pünktlich zum Start der Wintersaison hat

der Ferienhaus-Spezialist Landal GreenParks

seinen siebenten Ferienpark in Österreich

eröffnet: das Landal Resort Maria Alm. Das

exklusive Resort liegt mitten im Skigebiet

Hochkönig in Salzburg. Neben zehn Chalets

mit 113 großzügigen Ferienwohnungen

erwarten die Gäste ein Hallenschwimmbad,

ein Kinderklub, das Restaurant „Stube“

sowie ein Skiverleih samt Skischule.

ANZEIGE / Foto: Landal Ski Life

176 SPORTaktiv


pennetz von Seefeld nach Mösern, Buchen

und Leutasch abfahren. Frag nach

bei den großen Alpinskigebieten.

Im variantenreichen Loipennetz können

auch Rollstuhlfahrer dem Schlittenlanglauf

frönen, es gibt ausreichend Kilometer

für Anfänger, Fortgeschrittene,

Profis – und Hundeliebhaber. „Die

A2-Loipe Lenerwiese wurde speziell für

unsere vierbeinigen Freunde und deren

langlaufbegeisterte Frauchen und Herrchen

geschaffen“, erzählt Walser. Auf

den 1,9 Kilometern dürfen Hunde mitlaufen

– das ist selbst in ausgewiesenen

Langlauf-Destinationen noch nicht die

Regel.

Mit ein Grund, warum Langlaufen

aber wieder so in Mode gekommen ist,

sind mit Sicherheit auch die spannenden

Fernsehübertragungen vom Biathlon.

DER SAISON-

START IM

NOVEMBER

IST IMMER

GARANTIERT.

Der Reiz, so etwas selbst einmal auszuprobieren

ist groß. Biathlons für Hobbylangläufer

erfreuen sich daher im ganzen

Land schon großer Beliebtheit,

wenn auf kleinen Runden in Staffeln um

den Sieg gelaufen und geschossen wird.

Meist mit Lasergewehren, auf kurze

Distanz. „Der Gästebiathlon wird sehr

gut angenommen“, sagt Walser. In der

XC-Academy von Ex-Profi-Langläufer

Martin Tauber kann man sogar „echte“

Biathlonkurse belegen und mit originalen

Kleinkalibergewehren auf die

schwarzen Scheiben schießen. Ab 15

Jahren ist das möglich, Jüngere schnuppern

mit einem Luftdruckgewehr in

den Sport hinein.

Allen, die den Sport bislang nur aus

der Ferne kennen, sei geraten: ausprobieren.

Das Verständnis für Fehlschüsse

der Idole wächst ungemein, wenn man

selbst nach einer kurzen Runde, auf der

es auch nur mäßig steil bergauf geht, an

den Schießstand kommt und richtig

„pumpt“, dabei aber das Gewehr ruhig

halten und zielen muss. Da haben die

weißen Klappen, die den Treffer signalisieren

einen ruhigen Arbeitstag.

Fotos: Ferienregion im Zillertal, Pitztal

FÜR KENNER UND KÖNNER

Die „Erste Ferienregion im Zillertal“ bietet auf über 120

Pistenkilometern höchste Skiqualität zu besten Preisen.

TIROL. Mit ihren Skigebieten Hochzillertal-Hochfügen und

Spieljoch-Fügen bietet die „Erste Ferienregion im Zillertal“

ein Paradies für Wintersportler. Dank der modernen

Liftanlagen sind alle Pisten schnell erreichbar, Abfahrten

gibt es in allen Schwierigkeitsgraden. Seit letztem Dezember

verbessert die Zehnergondelbahn „Wimbacherexpress“ das

Skigebiet Hochzillertal-Kaltenbach zusätzlich. Toppräparierte

Pisten, feinster Pulverschnee bis auf 2500 m und spektakuläre

Funparks: Hier findet jeder sein ideales Skierlebnis.

www.best-of-zillertal.at

DER FRÜHLING AM DACH TIROLS

Im Pitztal rückst du der Frühlingssonne ein Stück näher.

So macht Skifahren in Saisonhälfte zwei richtig Freude.

TIROL. Rauf zur Sonne, ab ins Pitztal: Der Pitztaler Gletscher

ist das höchstgelegene Skigebiet Österreichs mit Pisten

bis auf 3440 m Höhe. Mit dem Gletscher verbunden ist das

Skigebiet Riffelsee, das mit seinen steilen Abfahrten ideal

für Fortgeschrittene ist. Ein paar Kilometer weiter talauswärts

liegt das Familienskigebiet Hochzeiger mit zahlreichen

Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Pistenrand. Und

mit Pisten bis weit über 2000 Meter hinauf – was ebenfalls

herrliche Firnabfahrten bis April garantiert.

www.pitztal.com

SPORTaktiv

177


www.hohe-salve.com

ERLEBNIS-REICH

HOHE SALVE

Ferienregion

Hohe Salve

+43 57 5 07 70 00

info@hohe-salve.com

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WENN DIE TAGE LÄNGER WERDEN,

BEGINNT DIE ATTRAKTIVSTE ZEIT IN

DER FERIENREGION HOHE SALVE.

Schon von Weitem ist die markante

Kegelform der Hohen Salve, des

wohl schönsten Aussichtsbergs Tirols

sichtbar. Acht Orte rund um die 1829

m hohe Erhebung bilden die gleichnamige

Ferienregion, die Teil eines der

größten und modernsten Skigebiete

weltweit, der SkiWelt Wilder Kaiser-

Brixental, ist.

Komfort wird in der Ferienregion

Hohe Salve großgeschrieben: So kann

man zentral in Hopfgarten in die Gondelbahn

einsteigen und wenige Minuten

später am Gipfel der Hohen Salve das

Panorama auf über 70 Dreitausender

genießen. Zugleich befindet man sich

schon mitten drin im puren Skivergnügen.

284 Kilometer bestens präparierte

Pisten und über 70 urige Hütten warten

in der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental

nur darauf, entdeckt zu werden.

Denkbar einfach gestaltet sich auch die

Anreise – befindet sich doch die Bahnhaltestelle

Hopfgarten Berglift direkt

neben der Gondelstation der Bergbahnen

Hohe Salve. Zusätzlich nutzen Gäste

der Region die „Kitzbüheler Alpen

Card“ (so heißt die Gästekarte) als kostenloses

Ticket für die Öffis vor Ort.

Sonnenskilauf und Skihütten-Gaudi

Im März lädt die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental

zum Sonnenskilauf vom

Feinsten: Von 9. bis 31. März findet in

der Region Österreichs größte Skihütten-Gaudi

statt. In dieser Zeit stehen

kostenlose Skiguides zur Verfügung, die

nicht nur die besten Abfahrten kennen,

sondern auch den perfekten Einkehrschwung

beherrschen. Für musikalischen

Genuss ist bestens gesorgt: Viele

der Hütten bieten Livemusik verschiedenster

Genres an und laden zum Verweilen

auf den Sonnenterrassen ein.

Doppelt attraktiv sind die Skihütten-

Gaudi-Wochen von 16. bis 31. März:

Im Rahmen der Superskiwochen profitieren

Gäste vom Urlaubs-Spezialpreis

mit inkludiertem Skipass sowie Ermäßigung

auf Skiverleih und Skischule.

Kinder bis 15 Jahre fahren in dieser

Zeit außerdem frei, wenn ein Elternteil

einen Skipass von mindestens 3 Tagen

kauft.

Ein Paradies für Tourengeher

Wer abseits der Piste sein Vergnügen

sucht, ist im idyllischen Seitental Kelchsau

ideal aufgehoben. Auf Tourengeher

wartet dort ein wahres Paradies an Möglichkeiten,

mit einzigartigen Aussichten,

herrlicher Einsamkeit und traumhaften

Abfahrten. Tipp: Eine detaillierte, kostenlose

Tourenkarte ist in den Infobüros

der Ferienregion Hohe Salve erhältlich

(wird auch gerne kostenlos zugeschickt).

Fotos: Christian Kapfinger, Stefan Herbke, Mirja Geh

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4 TIPPS FÜR

CARVING 2.0

CARVEN – DAS HÖCHSTE ZIEL DER MEISTEN SKIFAHRER,

ABGEBILDET AUF JEDEM WERBEPLAKAT UND VON VIELEN

ASSOZIIERT MIT FREIHEIT, SPASS UND ACTION.

WIE GELINGT ES? WAS MUSS MAN BEHERZIGEN?

VON JOHANN REISENBERGER

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Carvingschwünge in Perfektion.

Mit Training, Technik und Übungen

kann es aber jeder schaffen.

Fotos: Snowsports Academy

Viele Skifahrer wissen gar nicht,

was Carvingschwünge auszeichnet.

Obwohl Carven für viele

die Motivation ist, mit dem

Skifahren zu beginnen oder sich zu verbessern.

Charakteristisch ist das geschnittene

Skifahren entlang der Taillierung,

mit großem Kantwinkel und

Schräglagen, wobei extreme Fliehkräfte

wirken und große Dynamik entstehen

sollte. Aber selbst jene, die diese Definition

kennen, haben häufig Probleme mit

der richtigen und sicheren Umsetzung.

Carven setzt nämlich großes skifahreri-

sches Können ebenso voraus wie die

Kenntnis der eigenen Grenzen. Einen

Skianfänger trennen vom perfekten Carvingschwung

daher meist zahlreiche

Übungsstunden und -tage, auch außerhalb

der Skipisten durch Konditionsund

Krafttraining. Aus der Sicht des

leidenschaftlichen Skilehrers versuche

ich, diese vier Tipps zu

vermitteln:

1. MATERIAL

Zu Beginn der Carvingära wurden

kurze, sehr stark taillierte und

„aggressive“ Ski hergestellt. Diese hatten

den Nachteil, dass sie nur schwer

kontrolliert werden konnten. Es stauten

sich häufig im Ski so viele Kräfte an, dass

es zu sogenannten „Highsidern“ kam, die

wohl jeder von uns schon einmal beobachtet

hat: Zum Ende der Kurve kann der

Skifahrer die Kräfte nicht mehr beherrschen

und wird regelrecht „ausgehoben“.

Heute sind zum Carven längere, weniger

taillierte Skier zu empfehlen. Aufgrund

der Länge verteilen sich die Kräfte

und können auch von nicht so erfahrenen

Skifahrern beherrscht werden.

Dadurch verzeihen die Ski mehr Fahrfehler,

der Genuss ist deutlich erhöht.

Die Wahl des passenden Skis fällt aufgrund

der großen Auswahl schwer. Es

gibt Carvingski für sämtliche Anforderungen,

Fahrweisen, Könnensstufen etc.

Hinzu kommt dann noch, dass viele

Hobbyskifahrer gerne die Marke des von

ihnen bewunderten Profis wählen. Wer

zwar carven möchte, aber mit demselben

Ski auch in den Tiefschnee will,

wünscht sich wieder ein anderes Skimodell.

Wichtig ist in jedem Fall die professionelle

Beratung.

Und den Skischuh nicht vergessen! Es

kommt oft vor, dass auf Ski mehr Wert

gelegt wird als auf das übrige Material.

Sitzen aber die Skischuhe nicht richtig,

„schwimmt“ man im Skischuh, dann

können auch die noch so guten Ski

nicht richtig kontrolliert werden.

So prüfst du, ob du einen passenden

Schuh hast:

•Schwimmt man im Skischuh herum

oder sitzt er gut? Wichtig ist dabei vor

allem der gute Sitz im Fersenbereich.

•Entscheidend

ist die Möglichkeit, das

Knie im Skischuh nach vorne drücken

zu können, sodass es nicht mehr gerade

über dem Knöchel ist (= Knievorlage).

Mit Komfortskischuhen, die „aufrechter“

gefertigt werden, ist dies schwerer

möglich als mit sportlicheren, die eine

entsprechende Vorlage haben.

•Die zahlreichen Anpassungs- und Einstellungsmöglichkeiten

des Skischuhs

bringen häufig große Verbesserungen

des Sitzes und der Position.

2. WAHL DER FAHRSPUR

Die Wahl der richtigen Fahrspur wirkt

auf den ersten Blick nicht besonders

schwierig, erfordert aber viel Übung und

ein geschultes Auge. Wichtig sind die

Spur und der richtige Radius vor allem,

weil diese erst das gleichmäßige und

rhythmische Carven ermöglichen – was

wiederum die Kontrolle des Tempos erleichtert.

Optimal sollte die gewählte

Spur einem Riesentorlauf ähneln.

Sehr gefährlich, aber häufig auf Pisten

zu beobachten, ist das Carven quer über

die gesamte Piste – von einem Pistenrand

zum anderen. Diese Fahrweise wird

in der Regel von nicht so erfahrenen

Carvern in dem Glauben gewählt, dadurch

ihre Geschwindigkeit regulieren

zu können. Tatsächlich kann dies aber

deutlich besser durch ein Andriften zu

Beginn der Kurve erreicht werden ohne

andere Pistennutzer zu gefährden.

SPORTaktiv

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Zuletzt ist es auch wichtig, die einmal

gewählte Fahrspur zu halten und diese

nicht willkürlich zu ändern. Auch unvorhergesehene

Richtungs- oder Radienwechsel

gefährden nämlich andere Pistennutzer.

3. MITTELLAGE

Die Position der Mittellage ist nicht nur

fürs Carven entscheidend, sondern sollte

beim Skifahren immer eingehalten werden,

egal ob beim Schussfahren, Bremsen,

beim parallelen Skifahren oder eben

beim Carven. Diese Position ist Voraussetzung

für das Halten des Gleichgewichts

beim Skifahren und ermöglicht,

dass der Körper bewegungsbereit in alle

Richtungen ist. Dafür muss der Körperschwerpunkt

immer „zentral“ über dem

Ski sein (weder nach vorne noch nach

hinten gebeugt) und die gesamte Fußsohle

gleichmäßig belastet (also das Gewicht

weder ausschließlich auf den Zehenspitzen

noch auf der Ferse). Wenn

man diese Position nicht einhält und

nicht bewegungsbereit ist, kann man

nicht so gut auf die Gegebenheiten der

Piste reagieren – kleine Buckel, eisige

Stellen etc. Die Mittellage muss daher

gemeistert werden, bevor man mit den

Übungen für Carvingschwünge beginnt.

4. AUSSENSKIBELASTUNG

Während in den vergangenen Jahren

häufig erklärt wurde, dass beide Ski

gleichmäßig zu belasten sind, sollten

JOHANN

REISENBERGER

Staatlich geprüfter Skilehrer,

Skischulleiter, Skilehrer-Ausbilder,

Manager Snowsports Academy

www.snowsports.at

ATRACK: Definition einer neuen

Rucksackkategorie. Wasserdichter

Outdoor-Rucksack mit einzigartigem

Öffnungsprinzip für eine neue

Art zu reisen. MADE IN GERMANY.

182 SPORTaktiv

KEEP DRY WHAT

YOU LOVE.


derartige Halbweisheiten heute im Skisport

keine Rolle mehr spielen. Wie sagt

schon der aktuell beste Skifahrer der

Welt häufig so schön: „Der Außenski ist

der Chef.“

Der Außenski übernimmt die Führungsarbeit

und gibt die Richtung vor.

Natürlich wird der Innenski aber stets

mitbelastet, was der Fahrt – schon aus

Gleichgewichtsgründen – mehr Stabilität

gibt.

Abschließend kann nur festgehalten

werden: Carving mag in Lehrbüchern

schwierig und theoretisch wirken, aber

wie bei jedem Sport kann auch der Carvingschwung

mit genug Übung von jedem

erlernt werden. Und hat man die

Technik dann einmal gemeistert und

carvt tatsächlich im Sonnenschein eine

frisch präparierte Piste hinunter, dann

ist dieses Gefühl mit nichts auf der

Welt zu vergleichen.

Foto: Patricia Ramirez

GIPFELKINO IM WINTERPARADIES

Im nordöstlichen Trentino bezaubert das Val di Fassa mit

atemberaubender Kulisse und sieben tollen Skigebieten.

ITALIEN. Mit #Trentinoskisunrise beginnen die Pistentage,

wenn der Schnee noch im Licht von Mond und Sternen

glitzert – einfach unvergesslich! Frühaufsteher stärken sich

bei diesem Erlebnis nach der ersten Abfahrt mit einem

süßen oder deftigen Frühstück, bevor sie einen vollen Skitag

genießen. Auch abseits der Pisten begeistert das Val di Fassa

mit Toperlebnissen für Sportler, Familien und Naturliebhaber.

Ob Langlaufen, Schneeschuhtouren oder Winterwanderungen

– zwischen Marmolada, Sella und Rosengarten

gibt es viel zu erleben. www.fassa.com

Fotos: Veranstalter

PARTY IM HÖCHSTEN CLUB DER ALPEN

Jeden Freitag wird hoch über Innsbruck Party gemacht.

In der Cloud 9 Iglu Bar, mit bis zu 600 Gästen und Top-DJs.

TIROL. In 1900 Metern Seehöhe liegt diese exklusive Party-Location.

Kein Problem, schließlich ist die Cloud 9 Iglu

Bar bequem mit der Nordkettenbahn von der Innsbrucker

Altstadt aus in nur 20 Minuten erreichbar. Oben wartet das

höchste und „eisigste“ Club-Erlebnis der Alpen. Entweder

auf der riesigen Sonnenterrasse mit Traumkulisse oder im

Club-Iglu – mit Platz für bis zu 600 Gäste und internationalen

DJs der House- und Techno-Szene wird ordentlich

Party gemacht. Wann? Jeden Freitag von 18 bis 23 Uhr.

www.nordkette.com

FAMILIENSPASS UND GENUSS AM AHORN

Auf dem Genießerberg Ahorn in Mayrhofen im Tiroler

Zillertal lässt du den Alltag kilometerweit hinter dir.

TIROL. Du steigst in die Ahornbahn, die größte Pendelbahn

Österreichs, und schwebst hinauf auf ein Plateau, wo dich

bereits die Aussicht alles Nebensächliche vergessen lässt. Auf

dem Ahorn hoch über Mayrhofen erwartet alle Könnerstufen

der volle Skigenuss. Die blauen Pisten und kinderfreundlichen

Lifte bieten den idealen Einstieg, die roten

locken zum Carven. Einsteigerfreundlich ist auch der Fun

Ride Ahorn mit seinen Wellen und Steilkurven. Für Profis

ist die 5,5 Kilometer lange Talabfahrt der beste Tipp.

www.mayrhofner-bergbahnen.com

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AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

HEIZUNG GEGEN DIE „EISZAPFEN“

25. Dezember 2018, 7.44 Uhr. 14 Grad unter null. Um die 50 km/h

Wind. Und doch, der Sonnenaufgang am Dobratsch ist prächtig.

Schnell ein paar Fotos knipsen. Umziehen. Abfellen. Skischuhe

auf Abfahrtsmodus umstellen. Ein paar Minuten, die

aus warmen Händen „Eiszapfen“ machen. Spätestens jetzt ist

klar, warum beheizte Handschuhe auch auf Skitouren wertvolle

Dienste leisten. Stufe 3 – dunkelrot – eingeschaltet. Binnen

weniger Minuten sind die Finger wieder auf „Betriebstemperatur“.

So beansprucht hält der Akku gut 2 Stunden. Zwar sind

die neuen ZANIER HEAT ZX 3.0 (UVP € 299,95) eigentlich fürs

Alpinskifahren gemacht. An sehr kalten Tagen gehören Sie

auch bei Ski- oder Schneeschuhtouren in den Rucksack. Bergauf

sind sie zu warm. Nach der Abfahrtsvorbereitung und dem

Fotografieren wirken sie Wunder. Und wer während einer

Schneeschuhtour, etwa nach Komplikationen mit der Ausrüstung,

die Finger bis zum Ende der Tour nicht mehr warm bekam,

lernt sie schnell zu schätzen. Die Heat 3.0 sind mit je einem

leistungsfähigen Akku (USB-Lademöglichkeit) am Bund

der Oberhand ausgestattet. Dazu gibt es Ziegenleder, 4-Wege-Stretch-Material

und Leash-Schlaufen, die man um das

Handgelenk legt, damit das gute Stück nicht verloren geht.

HEIZUNG TO GO, GEL IM

SCHUH UND EIN RUCKSACK

FÜR DIE LIEBLINGSSKITOUR –

DAS SIND UNSERE AKTUELLEN

OUTDOOR-TESTPRODUKTE.

VON OLIVER PICHLER UND ALFRED BRUNNER

Fotos: Oliver Pichler, Alfred Brunner

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SPORTaktiv


GEL STATT SCHAUM

FEDERLEICHTER BERG-ATHLET

Mit Schaum den Fuß in den Schuh „einzubetonieren“ oder

durch Erhitzen von Innenschuh und Schale die Passform zu

optimieren, waren bisher die gängigsten Fitting-Methoden bei

Skischuhen. Gel – flexibel dosier- und beliebig oft variierbar –

bildet die Basis einer völlig neuen Anpass-Form. „Liquid Fit“

nennt Head diese neue Technologie. „Die Gel-Anpassung gibt

uns die Möglichkeit, den so wichtigen Knöchel- und Fersensitz

individuell feinzujustieren und so den Skischuh auch etwas

‚enger‘ machen zu können. Flexibel wird Gel eingepumpt oder

auch wieder entnommen“, erläutert Fitting-Experte Arno Gruber

jun. von Intersport Gruber in Bad Kleinkirchheim. Angeboten

wird die Anpass-Innovation etwa im neuen HEAD NEXO

LYT 130 (UVP € 550,–). Erster Eindruck: ein überraschend leichter,

schlanker Schuh. Sehr bequem und angenehm beim ersten

Probieren. Dann rückt der Fitting-Meister mit dem Gel an. Der

Sitz an Ferse und Knöchel wird feinjustiert. „Endlich eine Lösung,

die sich direkt positiv auf die Performance auswirkt“, betont

Gruber. Links fühlt sich der Schuh schnell perfekt an.

Rechts wirkt er auf einmal irgendwie zu eng. Deshalb holt Arno

vom eingepumpten Gel ein wenig wieder heraus. Und schon ist

man pistenfertig. Nach ein paar Gewöhnungsabfahrten hat

man das Gefühl, den NEXO schon ewig zu fahren.

Leichtere Materialen und erhöhte Funktionalitäten sind die

großen Innovationskonstanten in der Sportartikelindustrie.

Wenn Salewa nach 70 Jahren Rucksackentwicklung dann mit

dem Rucksack „Winter Train 26“ (UVP € 135,–) den ISPO Gold

Award 2018 gewinnt, ist es Zeit, „on Tour“ zu testen, was

Sache ist. Gleich vorweg: Ich vergebe den Brunner Award. Der

840 g federleichte 26-Liter-Rucksack besticht nicht nur beim

Tragekomfort (patentiertes Contact Flow Fit) sondern vor allem

durch die Atmungsaktivität der belüfteten Gurte. Meine geliebten

Monte-Lussari-Gipfel in Italien hab ich damit erstmals mit

einem trockenen Rücken erreicht. Weitere wirklich zum Staunen

bringende Highlights: Das superrobuste ROBIC-Nylongewebe

für jahrelangen Einsatz, die innovative Magnetschnallenbefestigung

der Tourenski (nach einmaligem YouTube-

Videostudium im Eigentest in 20 Sekunden geschafft!), die

separate Harscheisen-Tasche mit schnellen Seitenzugriff und

der 3-Wege-Reißverschluss für direkten Zugang zum

Innenfach. Mein Fazit: top für die schnelle mittellange Tour,

wo man nicht zu viel Zeug mitnimmt. Speed-Hiker und

Ski-Mountaineerer werden ihn lieben.

SPORTaktiv

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RAPID TV

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