2019/28 - unternehemn [!]

suedwest.presse

unternehmen [!] RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 68 | Juli 2019 | 3,00 €

6 03031287914

8

Kunst

ist ihr Leben

Edith Strassacker hat täglich mit schönen Dingen

zu tun – und dem Thema Trauer. Die Sanierung des

Familienunternehmens forderte ihr Einiges ab.

WÄRMESCHUTZ

Wie Firmen ihre Mitarbeiter kühl

durch den Sommer bringen

können.

Seite 22

ERWIN MÜLLER

Der Ulmer Unternehmer spricht

über seine Nachfolge und warum

ihm Stammzellen wichtig sind.

Seite 36

UMFRAGE

Führungskräfte erzählen, wie sie

ihr erstes eigenes Geld verdient

haben.

Seite 46


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unternehmen [!] INHALT 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

wirtschaftlicher Erfolg ist keine Selbstverständlichkeit.

Was sich anhört wie eine Binsenweisheit,

haben leider viele Menschen nicht verinnerlicht.

Das gilt auch für die Politik, die angesichts des

jahrelangen Aufschwungs zuletzt mehr mit dem

Verteilen von Wohltaten beschäftigt war anstatt

verlässliche Rahmenbedingungen für die Zukunft

zu schaffen. Das könnte sich rächen. Denn mit

Donald Trump führt ein Desperado die weltgrößte

Volkswirtschaft, der mit seinem Handelsstreit

weltweit die Konjunktur abwürgt. Kommen hausgemachte

Fehler dazu, kann es für Unternehmen

schnell kritisch werden. Edith Strassacker berichtet

im Titelinterview (Seite 10) mit erfrischender

Offenheit, wie die Kunstgießerei aus Süßen die

Krise überwunden hat. Erwin Müller erzählt, wie

er die Weichen in seinem Handelsimperium gestellt

hat (Seite 36). In dieser Sommer-Ausgabe

liefern wir Ihnen zudem jede Menge Abkühlung,

zumindest mental: Sei es mit dem richtigen Schutz

vor Wärme (Seite 22), buchstäblich coolen Klamotten

(Seite 28) und dem schnellsten E-Rennboot

der Welt, das aus dem Allgäu kommt (Seite

44). Ich wünsche Ihnen anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

verantworten

6 Im Rollstuhl zum Arbeitsplatz

So gelingt die Integration von Menschen

mit Handicap am Arbeitsplatz

22 Kühl durch den Sommer

Wie Firmen ihre Mitarbeiter schützen

können.

titelthema

10 Trauer gehört zu ihrem Geschäft

Edith Strassacker im Gespräch

machen

28 Coole Frauenpower

Sabine Stein und Gabriele Renner stellen

kühlende Kleidung her

36 Die Weichen sind gestellt

Wie Erwin Müller die Nachfolge seines

Handelsimperiums geregelt hat

44 Rasante Extravaganz

Das weltweit schnellste Elektroboot

kommt von Say aus Wangen

spezial

30 Mobile Räume im Eiltempo

Warum vorgefertigtes Bauen eine Renaissance

erlebt

34 Cyber-Attacken

aufs mobile Büro

Handys von Mitarbeitern sind ein

leichtes Ziel von Hackern. Was Firmen

wissen sollten.

leben

40 Der Ausstellungsmacher

Neue Serie: Was Unternehmer

privat antreibt. Heute: Artur Walther

48 Ich war jung und

brauchte das Geld

Umfrage: Fünf Führungskräfte

erzählen von ihren Ferienjobs

namen & nachrichten

4 Ulm will hoch hinaus

4 Hacker-Angriff aus China

5 Entlassungen bei Walther

20 Waldhorn schließt den Hotelbetrieb

50 Impressum

46

30

40 34

44


4

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Ulm will

hoch hinaus

Innenstadt Mit Blick auf die Landes -

gartenschau 2030 lässt die Stadt prüfen, ob

eine Seilbahn sinnvoll ist.

Ulms Baustellenlandschaft ist

mittlerweile legendär. Auch nach

der Fertigstellung der zweiten

Straßenbahnlinie wird an allen

Ecken und Enden der Stadt gebaut,

vor allem am Wohn- und

Handelsgroßprojekt Sedelhöfe

gegenüber vom Bahnhof, an dem

2022 die Züge über die Bahn-Neubaustrecke

von Wendlingen ankommen.

Die vielen Baustellen

behindern den Verkehr und haben

auch die Frequenz der Kunden

in der Innenstadt sinken lassen.

lassen.

Seit jüngstem wird in der Stadt

diskutiert, inwiefern eine Seilbahn

den Mix an Verkehrsmitteln

sinnvoll ergänzen kann, vor allem

mit Blick auf die Landesgartenschau,

die

Ulm im Jahr 2030 ausrichtet.

Entsprechende

Inspiration holte sich

eine Delegation in Koblenz.

Dort ist die Festung

Ehrenbreitstein

per Seilbahn an die Innenstadt

angebunden.

Baubürgermeister

Tim von Winning, der sich

lange mit der Vorstellung

schwer getan hat, hat nun ein

Gutachten in Auftrag gegeben.

Das klärt technische, wirtschaftliche

und rechtliche Rahmenbedingungen.

Konkret geht es um

die Verbindung zwischen Innen-

Die Stadt Ulm prüft,

ob der Einsatz einer

Seilbahn sinnvoll ist.

Foto: Kletr/Shutterstock.com

stadt und Wilhelmsburg,

der größten der

größten Festungsanlage

Europas.

Von Winning betont,

eine Vorentscheidung

sei mitnichten

gefallen. Es

komme auf den

Mehrwert an. Jedenfalls

sei das Verkehrsmittel

im Betrieb günstig,

verbrauche extrem wenig Energie

und könne in kurzer Zeit viele

Menschen befördern. Wenn

überhaupt, wäre eine kurze Strecke

mit guter Umstiegsmöglichkeit

zur Straßenbahn eine Option.

[!]

cl

Hacker-Angriff aus China

Der Spezialist für Fernwartungssoftware, Teamviewer, hat seinen

Firmensitz in Göppingen.

Foto: Giacinto Carlucci

IT-Sicherheit Knapp 70 Prozent

der Unternehmen und Institutionen

in Deutschland sind nach

Angaben des Bundesamts für Sicherheit

in der Informationstechnik

(BSI) in den vergangenen

drei Jahren Opfer von Cyber-Angriffe

geworden. In

knapp der Hälfte der Fälle waren

die Angreifer erfolgreich .

Dabei hätten sie sich etwa Zugang

zu IT-Systemen verschaffen

können, die deren Funktion

beeinflussten oder Internet-Auftritte

von Firmen manipulierten.

Zum Kreis der angegriffenen

Unternehmen gehörte auch

Teamviewer, der Spezialist für

Fernwartungssoftware aus Göppingen.

Der Vorfall, der nun für

Schlagzeilen sorgte, liegt aber

schon drei Jahre zurück. Brisant

ist er trotzdem. Es steht der Verdacht

im Raum, dass der chinesische

Staat Hacker damit beauftragt

hat, Teamviewer auszuspionieren.

Die Indizien dafür sind

nach Angaben der Deutschen

Cyber-Sicherheitsorganisation

(DCSO) erdrückend. Teamviewer

wehrte jedoch den Angriff

der Hacker ab. „Wir haben in

dem Moment eingegriffen, in

dem die aktiv werden wollten“,

sagt Unternehmenssprecherin

Martina Dier.

Die IT-Systeme der regionalen

Buchhandelskette Osiander

mit Sitz in Tübingen waren weniger

gut geschützt. Dort legte

ein Virus unlängst das Computersystem

lahm. Zeitweise war

Osiander weder über den Web-

Shop noch per E-Mail erreichbar.

Auch das Warenwirtschaftssystem,

die Buchhaltung und

der Versand waren betroffen.

Firmenchef Christian Riethmüller

schaltete die Kriminalpolizei

ein und holte sich Hilfe

von einem IT-Sicherheitsunternehmen.

Bei den Kunden entschuldigte

sich der Firmenchef

auch per Mail und bat sie vorsorglich,

die Zugangsdaten zu

ändern, um einen möglichen

Missbrauch der Passwörter zu

verhindern. [!]

amb


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5

Jeder sechste Mitarbeiter muss gehen

Einzelhandel Der Zusammenschluss

der kriselnden Warenhäuser-Konzerne

vor acht Monaten

war das eine, die Komplettübernahme

des letzten

deutschen Warenhauskonzerns

durch die Signa-Holding des österreichischen

Geschäftsmanns

René Benko das andere. Seit

Jahrzehnten geht es mit den Warenhäusern

in Deutschland

bergab, dennoch ist Benko zuversichtlich.

„Man kann das Geschäft

nicht nur retten, sondern

sogar ausbauen, “ meint er. Für

die Mitarbeiter in den 95 Warenhäusern

stehen nun aber erst

einmal schwierige Zeiten bevor.

In Ulm verlieren 24 der 148

Mitarbeiter durch das angekündigte

Sparprogramm ihren Arbeitsplatz.

Die Stimmung in der

Belegschaft sei geprägt von

Wut, Ohnmacht, Enttäuschung

und Zukunftsangst, sagt Claudia

Bender, Betriebsratsvorsitzende

der Ulmer Galeria Kaufhof-Filiale.

Die verbleibenden Beschäftigten

müssen laut Bender mit

Lohnkürzungen rechnen. Bis

Ende Juni konnten sich Mitarbeiter

melden, die das Unternehmen

freiwillig verlassen und

eine Abfindung erhalten. „Das

ist nicht mehr als ein Taschengeld“,

meint Bender. In einem

zweiten Schritt müssen Betriebsrat

und Geschäftsführung

nach einem Sozialplan entscheiden,

wem betriebsbedingt gekündigt

wird.

Insgesamt will der Konzern

2000 Stellen abbauen. Auch an

den Standorten Göppingen,

Stuttgart und Kempten müssen

sich die Mitarbeiter auf

schmerzhafte Einschnitte einstellen.

[!]

jkl/amb

Düstere Aussichten: die

Kaufhof-Filiale in Ulm.

Foto: Lars Schwerdtfeger

Neue Struktur

im Vertrieb

Clemens

Maier, Vorstandschef

der Ravensburger

AG.

Spielehersteller Vor allem einer

Kugelbahn verdankt der

Spielehersteller Ravensburger

ein Umsatzplus im vergangenen

Jahr. Das vom Unternehmen

entwickelte Spielsystem „Gravi-

Trax“ sei der größte Wachstumstreiber

und das am besten

verkaufte Produkt

in Deutschland

gewesen,

sagte Vorstandschef

Clemens

Maier. Die 2150

Mitarbeiter erwirtschafteten

im vergangenen

Jahr einen Umsatz

von 492

Millionen Euro,

das sind 4 Prozent

mehr als

2017. Der Jahresüberschuss legte

um 8 auf 32 Millionen Euro

zu. Ravensburger will internationaler

werden. Daher seien Vertrieb

und Lieferkette neu geordnet

worden. Stellen seien dadurch

nicht weggefallen, sagte

Maier.[!]

pau

Entlassungen

bei Walther

Sanierung Der Ulmer Waffenhersteller

Walther trennt sich

von 57 seiner insgesamt 290 Mitarbeiter.

Das Unternehmen hat

35 Mitarbeitern gekündigt und

lässt außerdem die befristeten

Verträge von 22 Beschäftigten

auslaufen. Zudem gingen acht

Mitarbeiter in Rente. „Aus betriebswirtschaftlicher

Sicht hätten

wir eigentlich 50 Mitarbeitern

kündigen müssen“, erklärt

Geschäftsführer Bernhard Knöbel.

In den sehr fairen Gespräche

mit der Gewerkschaft IG

Metall und dem Betriebsrat

habe das Unternehmen die Zahl

auf 35 gesenkt. Während die

Sportwaffensparte des Ulmer

Herstellers stetig wachse, geht

der Verkauf von Pistolen an Privatleute

stark zurück, vor allem

in den USA. Im vergangenen

Jahr war der Umsatz auf 59 Millionen

Euro gesunken. „Vom

Jahr 2020 an wollen wir wieder

wachsen“, sagt Geschäftsführer

Knöbel. Das Unternehmen gehört

seit dem Jahr 1993 zur

Umarex-Gruppe. [!]

jkl

Hilfe für IT-Informatik

Leuze investiert

Krise Mit einer Sanierung in eigener

Verwaltung will das Ulmer

Systemhaus IT-Informatik

seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten

hinter sich lassen. Damit

kann IT-Informatik unter

Gläubigerschutz selbst die nötigen

Maßnahmen einleiten und

umsetzen. Der Geschäftsbetrieb

läuft weiter. 370 der 400 Mitarbeiter

sind in Ulm tätig. Darüber

hinaus gibt es Standorte in Berlin,

Hamburg und Barcelona.

Michael Pluta von der gleichnamigen

Ulmer Kanzlei ist in dem

Verfahren Sachwalter der Gläubiger.

Martin Mucha von der

Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger

unterstützt als Generalbevollmächtigter

das Management

bei der Restrukturierung, die

vom Investor, der Beteiligungsgesellschaft

BWK, mitgetragen

wird. [!]


Expansion Der Sensorspezialist

Leuze Electronic investiert aufgrund

seines kräftigen Wachstums

in seine internen Strukturen.

In Unterlenningen, vier Kilometer

vom Firmensitz Owen

entfernt, baut das Unternehmen

ein neues Distributionszentrum

für einen zweistelligen Millionenbetrag.

Das soll in der ersten

Ausbaustufe 4000 Quadratmeter

umfassen. Hintergrund

sei der kontinuierlich hohe Auftragseingang,

der eine neue

Form der weltweiten Lagerlogistik

erfordere, sagt Chief Operating

OfficerJochen Wimmer.

Auch in Singapur entsteht derzeit

ein neues Logistikzentrum,

das im August eröffnet werden

soll. 2018 steigerte die Leuze

Electronic GmbH & Co. KG den

Umsatz auf 214 Millionen Euro.

Sie beschäftigt 1300 Mitarbeiter,

davon die Hälfte in Owen. [!]

amb


6

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Im Rollstuhl

zum Arbeitsplatz

Integration Viele Arbeitgeber trauen Menschen mit Behinderungen

nicht zu, genug Leistung zu bringen. Jessica Linzmeier beweist, dass

dieses Vorurteil falsch ist.

Bei der Stadt Biberach

hat die Bürokauffrau

Jessica Linzmeier einen

unbefristeten Vertrag.

Jessica Linzmeier sieht

nicht aus, als würde sie

Auto fahren können. Sie

sieht nicht aus, als habe

sie einen gesunden fünfjährigen

Sohn. Für viele sieht sie auch

nicht aus, als lebe sie in einer

Partnerschaft, als habe sie eine

Ausbildung zur Bürokauffrau

abgeschlossen und als habe sie

einen Halbtagsjob als Verwaltungsangestellte.

Aber all dies

trifft auf die 32-Jährige zu. Es

sind Vorurteile wie diese, mit

denen die junge Frau immer

wieder zu kämpfen hat. Jessica

Linzmeier ist zu hundert Prozent

schwerbehindert und sitzt

im Rollstuhl.

Wenn Jessica Linzmeiers Arbeitstag

im Biberacher Rathaus

zu Ende ist, fährt sie im Rollstuhl

zu ihrem Auto. „Das ist einer

der großen Vorteile“, sagt

sie und schmunzelt dabei. „Ich

habe immer super Parkplätze.“

Sie öffnet die Tür des Wagens,

hüpft aus dem Rollstuhl und

setzt sich auf ein kleines Brett

unterhalb des Autositzes. Den

Rollstuhl klappt sie zusammen.

Er wird mit einer automatischen

Hebevorrichtung durch die seitlich

geöffnete Schiebetür des

Autos gezogen. „Wenn ich meinen

Sohn vom Kindergarten abhole,

ist unser Auto immer ein

Highlight für die anderen Kinder“,

erzählt sie, während sie

sich auf den erhöhten Fahrersitz

hebt.

Für Außenstehende sieht es

ganz einfach aus. Die Pedale

wurden verlängert, damit Jessica

Linzmeier sie problemlos erreichen

kann. Türe zu und los

geht’s. Rund 25 000 Euro hat der

Umbau des Autos gekostet – bezahlt

von der Agentur für Arbeit.

Voraussetzung war ein unbefristeter

Arbeitsvertrag. Zuvor

war Jessica Linzmeier jeden

Tag mit dem Taxi von ihrem 30

Kilometer entfernten Wohnort

abgeholt und wieder zurückgebracht

worden. Öffentliche Verkehrsmittel

können aufgrund ihrer

Erkrankung problematisch

sein. Sie hat Glasknochen.

Schon ein kleiner Sturz kann fatale

Folgen haben.

Für die Stadt Biberach war

ihre Behinderung nie ein Problem.

„Frau Linzmeier hat uns


unternehmen [!] VERANTWORTEN 7

beim Vorstellungsgespräch

fachlich und persönlich so überzeugt,

dass wir sie einfach einstellen

mussten,“ sagt Andrea

Fischer. Sie ist Personalratsvorsitzende

und Schwerbehindertenbeauftragte.

Aufzug, Behinderten-WC

und höhenverstellbarer

Schreibtisch

waren sowieso

vorhanden. Lediglich

eine

Rampe musste

neu angebracht

werden.

Frau Linzmeier

hat uns

fachlich und

persönlich einfach

überzeugt.

In ihren

rund zwölf Berufsjahren war Jessica

Linzmeier fast immer durchgehend

beschäftigt. Doch sie hat

nicht überall so positive Erfahrungen

wie in Biberach gemacht.

Ein Vorstellungsgespräch musste

zum Beispiel mitten auf einem

Andrea Fischer

Personalratsvorsitzende Biberach

Flur stattfinden, weil kein Aufzug

vorhanden war. Zuvor lebte

sie in Mannheim und sagt: „Meiner

Erfahrung nach ist es für behinderte

Menschen in großen

Städten wahnsinnig schwer, Fuß

zu fassen.“ In

Biberach sei

das anders.

„Die Resonanz

im ländlichen

Raum ist wesentlich

positiver,

was den

Arbeitsmarkt

angeht. Hier

wird man mit

sehr viel

Menschlichkeit

behandelt“, sagt Jessica Linzmeier.

Doch es gibt noch Handlungsbedarf.

„Wir stellen immer wieder

fest, dass viele, vor allem

kleinere Arbeitgeber einen hohen

Informationsbedarf zum

Das Auto von Jessica Linzmeier wurde für 25 000 Euro umgebaut.

Bezahlt hat das die Agentur für Arbeit.

Fotos: Sabrina Balzer

AUSBILDUNGS-

UND STUDIENPLÄTZE

als VIDEO!


8

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Die Arbeit bedeutet auch Lebensqualität

Für die Kollegen bei der Stadt Biberach ist die Kollegin im Rollstuhl eine Bereicherung.

Seit Mitte 2016 arbeitet Jessica

Linzmeier nun bei der Stadt

Biberach und ist sehr glücklich

mit der Arbeitsstelle, die sie

dort gefunden hat. Denn eigentlich

ist es für sie viel mehr als

nur ein Job. Eine Arbeit zu haben

bedeutet für sie auch Lebensqualität.

„Für mein persönliches

Wohlbefinden ist es wichtig, am

normalen Arbeitsalltag teilzunehmen

und eigenes Geld zu

verdienen. Es kann nicht Sinn

der Sache sein, dass man sich

als behinderter Mensch zuhause

versteckt.“

Thema Einstellung und Beschäftigung

von Menschen mit Behinderung

haben“, sagt Mathias Auch von

der Agentur für Arbeit in Ulm. „Es

gibt Zweifel an der Leistungsfähigkeit

und Fehlinformationen zu den

besonderen Schutzrechten schwerbehinderter

Menschen. Noch zu wenig

bekannt sind auch die technischen

und finanziellen Hilfen, die zur

Integration von Behinderten gewährt

werden können.“

Dabei sind Arbeitgeber mit mehr

als 20 Mitarbeitern dazu verpflichtet,

eine gewisse Anzahl von Menschen

mit Behinderungen einzustellen.

Wen genau sie einstellen und wo

sie die Person einsetzen, liegt beim

Arbeitgeber. Das kann positiv sein –

oder auch nicht. So hat Jessica Linzmeier

es schon erlebt, dass sie nicht

als Bürokauffrau eingesetzt wurde,

sondern zum Sortieren von Post – bei

deutlich schlechterer Bezahlung.

Und das, obwohl sie sich auf eine

Stelle als Sekretärin beworben hatte.

„Entwürdigend“ nennt sie Erfahrungen

wie diese. Zum Glück war es nur

ein Probe-Arbeitstag. Dabei ist es

auch geblieben. „Leider ist es oft in

den Köpfen verankert, dass Men-

Zur Person

Mathias Auch ist

seit Oktober 2017

Geschäftsführer des

Vorstands der Agentur

für Arbeit in Ulm.

Seit 2005 ist der gebürtige

Böblinger in

verschiedenen Leitungsfunktionen

bei

der Bundesagentur

für Arbeit tätig.

schen mit Behinderungen minderwertige

Arbeit leisten“, sagt sie.

„Aber nur weil ich im Rollstuhl sitze,

heißt das doch nicht, dass meine

Arbeit weniger wert ist. Wir dürfen

uns nicht unter Wert verkaufen!“

Mathias Auch erklärt: „Menschen

mit Behinderung sind oft gut qualifizierte

Fachkräfte. Sie sind ein wertvoller

Baustein zur

Fachkräftesicherung.“

Im Bezirk

der Agentur für Arbeit

Ulm, wozu der

Stadtkreis Ulm sowie

die Landkreise

Alb-Donau und Biberach

zählen, gibt

es rund 7500

Pflichtarbeitsplätze

für Menschen

Nur weil ich im

Rollstuhl sitze,

ist meine Arbeit

doch nicht

weniger wert.

Jessica Linzmeier

Bürokauffrau

mit Behinderung. Davon sind rund

2500 nicht besetzt. „Menschen mit

Behinderung sind über alle Branchen

hinweg beschäftigt und in allen Berufen

quer durch die komplette Qualifikationspalette.

Also vom Helferjob

bis hin zum Akademiker“, sagt

Mathias Auch. „Unterscheidbar sind

die Beschäftigungsquoten privater

und öffentlicher Arbeitgeber. Die der

öffentlichen Arbeitgeber liegt bei 4,9

Prozent, die der privaten Arbeitgeber

bei 3,3 Prozent.“

Andrea Fischer hat festgestellt,

dass die Arbeitsmoral und Motivation

sogar oft deutlich höher sei als bei

anderen Angestellten. „Schwerbehinderte

Bewerber werden von uns auf

jeden Fall zu Vorstellungsgesprächen

eingeladen“, erklärt

sie. „Manchmal

scheitert die

Einstellung dann

einfach an der Qualifikation.“

Seit 2013

gibt es in Biberach

zusätzlich ein Projekt

für Menschen

mit Einschränkungen.

Auf zwei Arbeitsstellen

kann

die Stadt Schwerbehinderten die

Möglichkeit geben, sich im Berufsleben

auszuprobieren.

Momentan sind zwei Schwerbehinderte

als Auszubildende beschäftigt.

“Sie haben vielleicht nicht immer

die besten Noten, aber sie bereichern

auf andere Art und Weise“,

sagt Andrea Fischer. [!]

Julia Rizzolo


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unternehmen [!]

TITELTHEMA

11

Trauer gehört zu

ihrem Geschäft

Edith Strassacker Sie leitet in vierter Generation die 100 Jahre alte

Kunstgießerei aus Süßen und beschäftigt sich mit ungewöhnlichen

Themen. Ein Gespräch über den Wandel der Friedhofskultur, Wut über

Sanierungsberater und Freude über die gelungene Neuausrichtung.

Wie würden Sie Ihr Unternehmen beschreiben?

Als Kunstgießerei sind wir zunächst einmal ein

Exot in der Metall-und Elektroindustrie zu der wir

tarifmäßig gehören.

Warum denn das?

Wir stellen keine technischen Produkte her, sondern

Produkte, Objekte und Kunstwerke, die mit

Kunst und Kultur zu tun haben, Gestaltung und Design.

Produkte, Objekte und Kunstwerke, die man ja

vordergründig nicht unmittelbar zum täglichen Leben

braucht. Die Mischung aus Beharrlichkeit und

Kreativität zur Existenzsicherung begleitet unser

Familienunternehmen schon seit seiner Gründung

vor 100 Jahren.

Sie stellen den Burda-Medienpreis

Bambi her, gießen Skulpturen für

Künstlergrößen wie den US-Amerikaner

Jeff Koons. Was fertigen Sie

sonst noch?

Wir bedienen aktuell drei Geschäftsfelder.

Das ist die Kunst für

Bildhauer und Architekten, bei der

wir Dienstleister für die Künstler

und Architekten sind. Wir haben zudem unsere

Kunst-Editionen, die wir Kunstinteressierten und

Sammlern in Katalogen und im Internet zeigen.

Mehr als 70 Prozent unseres Umsatzes machen wir

mit sakraler Kunst, bei der wir eng mit Steinmetzen

zusammenarbeiten.

Wir haben

weltweit

analysiert, was

Menschen auf

Friedhöfen tun.

Betrifft das in erster Linie Grabmäler?

Ja, hier geht es um Gestaltungselemente, die der

Steinmetz zur Individualisierung eines Grabsteins

in den Stein integriert. Das sind zum Beispiel

Schriften, Schriftgestaltungen, religiöse und profane

Skulpturen, Ritualelemente, wie Laternen, Vasen,

Weihwasserkessel sowie Symbole, wie Kreuze,

Zeichen für Beruf oder Hobby, auch Portraits, bis

hin zur Abformung von persönlichen Gegenständen

wie Schuhe, Spielzeuge etc. die wir dann in

Bronze gießen.

Sie führen das Familienunternehmen in der vierten

Generation. Gibt es Vermächtnisse oder Werte der

drei vorangegangenen Generationen?

Natürlich. Bei uns – wie in vielen anderen Familienunternehmen

– steht das langfristige Denken im

Vordergrund. Wir müssen uns nicht vor Anlegern

rechtfertigen. Klar, auch wir arbeiten gewinnorientiert,

aber nicht um jeden Preis. Es gehört zu unserer

Grundphilosophie, dass wir auch Projekte anstoßen,

dessen Früchte vielleicht erst die nächste

Generation ernten kann.

Wie zum Beispiel?

Ein Beispiel ist unser Projekt, das schon meine Vorgänger

begonnen haben, den Wandel der Bestattungskultur

zu erforschen. Ziel war

zunächst festzustellen, ob der Eindruck

der Realität entspricht, dass

Grabpflege von den Hinterbliebenen

mehr und mehr als lästig empfunden

wird und es demzufolge in

Zukunft keine Grabstätten und

möglicherweise auch keine Friedhöfe

mehr geben wird. Und vor allem,

was die Gründe dafür sind.

Wie haben Sie das umgesetzt?

Wir haben in Deutschland, Europa und den USA

beobachtet, analysiert und dokumentiert, was auf

Friedhöfen passiert, was Menschen dort tun. Daraus

ist ein einzigartiges Forschungsprojekt geworden.

Wir arbeiten hier mit Psychologen und Soziologen,

Spezialisten aus dem Themenbereich Tod, Trauer

und Friedhofswesen zusammen. So wurde eine wissenschaftlich

fundierte Trendstudie „Trauerkultur

der Zukunft“ vom Zukunftsinstitut Matthias Horx,

in Zusammenarbeit mit dem internationalen Marktund

Meinungsforschungsinstitut YouGov erstellt

und durch eine Studie „Zur soziologischen Forschung

über die Umgangsweisen mit Grabstätten“

der Soziologen Thorsten Benkel und Matthias

Meitzler der Philosophischen Fakultät der Universität

Passau ergänzt.

Edith Strassacker im firmeneigenen Skulpturengarten: Sie führt in vierter Generation das Familienunternehmen.

Zur Person

Edith Strassacker

steht seit dem Jahr

2004 an der Spitze

des Familienunternehmens.

Geboren in

Göppingen wuchs

sie in Süßen auf.

Nach einer Lehre zur

Einzelhandelskauffrau

bei Breuninger in

Stuttgart studierte

sie Betriebswirtschaft

in Pforzheim.

Nach dreijähriger Tätigkeit

im Marketing

eines US-Konzerns

kam 1992 der Ruf des

Vaters – und sie trat

ins Familienunternehmen

ein. Edith

Strassacker (verheiratet,

ein Sohn, 19)

engagiert sich im Lions

Club und ist Vizepräsidentin

der IHK-Bezirkskammer

in Göppingen. In

der Familie ist das

gemeinsame Kochen

und Essen ein Fixpunkt.

Zu Urlauben

gehört immer auch

der Besuch von Ausstellungen

und Konzerten.


12

TITELTHEMA unternehmen [!]

„Inzwischen beraten wir

auch Kommunen, wie sie

Friedhöfe anlegen können

und unterstützen sie bei

der Umsetzung.“

Was kam dabei heraus?

Der für Menschen hilfreiche Umgang mit Trauer

findet auf vielen Friedhöfen nicht die notwendige

Berücksichtigung. Viele der dort angebotenen Beisetzungsorte

helfen trauernden Hinterbliebenen

nicht und sind mitverantwortlich für die mangelnde

Attraktivität und die zunehmend schwindende

Akzeptanz bestehender Friedhöfe.

Warum ist das so?

Traditionelle Beisetzungsformen verbieten

Hinterbliebenen meist jede selbstbestimmte

Gestaltung und jedes persönliche Handeln. Das

Bedürfnis der Menschen nach persönlichen

Handlungen zur Bewältigung ihrer Trauer wird

hier nicht berücksichtigt. Eine an den Bedürfnissen

der Hinterbliebenen orientierte Gestaltung

von Beisetzungsorten findet nicht statt – der

Wunsch vieler Angehöriger, den Ort der Beisetzung

kenntlich zu machen oder zu gestalten, wird

ausgeblendet. Die tiefer liegenden Anforderungen

einer gelingenden Trauerbewältigung werden

nicht erkannt. Es wird nicht berücksichtigt, dass

ein gelungener Trauerprozess von der Nähe der

Menschen zu den Verstorbenen lebt. Gerade die

Verortung am Beisetzungsort ermöglicht durch

aktives Handeln ein Gefühl der Nähe der Hinterbliebenen

zu den Verstorbenen.

Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Friedhöfe müssen so gestaltet werden, dass sie sich

viel stärker an den Bedürfnissen der Trauernden

orientieren. Die wissenschaftlich fundierten Studien

zeigen, dass die auf Friedhöfen angebotenen

Beisetzungsorte den Erfordernissen einer gelingenden

Trauerarbeit gerecht werden müssen. Hier

gilt es von allen Beteiligten neue Lösungen zu erarbeiten.

Wir sehen darin eine spannende Herausforderung.

Dieses Thema geht weit über unseren

eigentlichen Part als Betrieb – nämlich die Gestaltung

und dem Guss von Bronzen hinaus – aber es

liegt uns sehr am Herzen. Das Projekt wird die

Friedhöfe in den Kommunen verändern.

Wie reagieren Sie als Unternehmen darauf?

Wir haben Konzepte in Kooperation mit Planern,

Architekten, Steinmetzen, Kommunen und Verbänden

ausgearbeitet. Inzwischen erhalten wir

auch Anfragen von Kommunen, ob wir sie bei der

Friedhofsgestaltung unterstützen. Also beraten

wir auch Kommunen, wie sie Friedhöfe anlegen

können und unterstützen sie bei der Umsetzung.

Welcher Gedanke treibt sie dabei um?

Ohne Friedhof gibt es keine Gräber, ohne Gräber keine

Grabsteine und Schriften. Wir entwickeln außerdem

innovative Ansätze, wie man ein Grab individualisieren

kann. Wir haben beispielsweise eine

drehbare Laterne entwickelt, die in den Grabstein

integriert werden kann.

Was ist der Vorteil davon?

Wenn Hinterbliebene zwei, drei Mal im Jahr aufs

Grab gehen, zünden sie eine Kerze an. Wenn diese


abgebrannt ist, kann der nächste Besucher die Laterne

drehen, so ergibt sich eine andere Gestaltung

– und das Grab sieht nicht verwaist aus. Wir

haben außerdem verschiedene Nischen entworfen,

die im Grabstein integriert sind und in denen

die Hinterbliebenen beispielsweise Erinnerungsstücke

einschließen können. Für uns steht bei solchen

Überlegungen im Vordergrund, die Grabmäler

zu individualisieren und das Handeln am Grab

zu fördern.

Was sagt die veränderte Friedhofskultur über unsere

Gesellschaft aus?

Wir sind heute freier und wollen uns nichts vorschreiben

lassen, auch nicht ob wir ein Grab zu pflegen

haben. Deshalb müssen wir den Leuten die Freiheit

geben, die Dinge, die sie tun, freiwillig zu tun.

Menschliche Bindungen wird es immer gehen. Solange

es Beziehungen gibt, gibt es auch Trauer,

wenn ein geliebter Mensch stirbt. Mit der Hospizbewegung

liegt inzwischen ein größer werdender

Fokus auf dem Thema Sterben.

Edith Strassacker und ihre

Mitarbeiter machen sich

viele Gedanken darüber,

wie man Grabmäler

individueller gestalten

kann.

Freigeist

Große Ideen brauchen Platz. Der mechanisch höhenverstellbare Tisch USM Kitos M schafft

dynamische Arbeitsplätze in der kreativen Co-Working-Atmosphäre – und das ohne störende Kabel.

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„Die ersten zehn Jahre

meines Lebens war die

Firma mit all dem Sand

und Gips mein Spielplatz“,

erzählt Edith

Strassacker.

Das ist doch eine positive Entwicklung.

Ja, früher hat man darüber nicht gesprochen. Aber

was erstaunlich ist: Die Trauerphase und auch wie

Gräber dabei helfen können die Trauer zu überwinden,

das ist bislang wenig erforscht. Erste spannende

Pflänzchen wachsen in diesem Feld erst.

Sie haben aber nicht nur mit Traurigem zu tun: Was

bedeutet Kunst für Sie?

Kunst ist mein Leben. Sie hat mich schon immer fasziniert.

Die ersten zehn Jahre meines Lebens war die

Firma mit all dem Sand, dem Gips und dem großen

Garten mein Spielplatz. Wir wohnten direkt im

heutigen Bildhauerhaus und hatten häufig Besuch

von Künstlern.

Lag es da nicht nahe, die Kunst zum Beruf zu

machen?

Es war früher immer mein

Traum, Kunstgeschichte zu

studieren. Dennoch machte

ich nach der Schule zunächst

eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau

bei Breuninger

in Stuttgart und studierte

dann Betriebswirtschaft.

Nach meinem Abschluss

gönnte ich mir ein Jahr in Wien als Kunstgeschichte-Studentin,

einfach um ein bisschen

Hintergrundwissen zu sammeln und

über den Tellerrand hinauszuschauen.

Wie ging es weiter?

Bei uns war damals Familiengesetz, dass

man erst auswärts Erfahrung sammelt, daher

arbeitete ich drei Jahre im Marketing

einer internationalen Netzwerkfirma, bis

1992 der Ruf kam, ins Familienunternehmen

einzusteigen. Für mich war es gar

nicht so klar, dass ich in die Firma einsteige.

Aber von der ersten Minute an, habe ich

Das war ein

sehr schwerer

Schritt, so etwas

will ich nie wieder

erleben.

mich im Unternehmen Zuhause gefühlt und wusste,

dass es die richtige Entscheidung ist.

War es schwierig für Sie als Frau in der Männerdomäne

Metallbau Fuß zu fassen?

Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Ich hatte

nicht gegen Riesen-Widerstände anzukämpfen. Klar

steht man als Führungskraft immer im Fokus und hat

nicht nur Freunde im Unternehmen. Der Umgang

war aber immer respektvoll und das Miteinander

sehr gut.

Was war bisher Ihr schönstes Erlebnis als Unternehmerin?

Ich finde es sehr schön, dass wir keine anonymen

Kunden haben. Die Gespräche mit unseren Steinmetzkunden

und Bildhauern sind tolle Momente.

Manchmal ertappe ich mich dabei,

dass ich denke, ich habe gar keine

Zeit für eine Unterhaltung, weil ich

so mit einem Thema gedanklich beschäftigt

bin. Die Gespräche mit

den Künstlern über deren Konzepte

sind aber immer eine große Bereicherung.

Was war Ihre bisher schwierigste

Phase im Unternehmen?

Sicherlich das Jahr 2016, in dem wir in eine tiefe Krise

geschlittert sind.

Was war passiert?

Eigentlich war schon im Jahr 2008 klar, dass wir unsere

Strukturen verändern und verbessern müssen.

Doch dann erhielten wir Großaufträge aus dem arabischen

Raum.

Sie meinen den Auftrag für die Bronzefenster- und

Tore für die Al-Haram-Moschee in Mekka?

Ja, dieses Großprojekt hat uns einige Jahre, extrem in

Anspruch genommen, daher hatten wir nicht gleich-


unternehmen [!]

TITELTHEMA

15

zeitig die Kapazitäten, uns neu aufzustellen. Umso

heftiger traf es uns, als das Projekt ziemlich abrupt

unterbrochen wurde, unsere Bilanz für 2015 sehr spät

vorlag und ein Defizit auswies. Das war ein harter

Schlag.

Weil es überraschend kam?

Zuvor war es – nicht schnell aber stetig – Stück für

Stück immer aufwärts gegangen, was auch unseren

Mitarbeitern eine große Sicherheit vermittelt hat.

Als wir die Krisensituation analysierten, war schnell

klar, dass wir zu viele Beschäftigte an Bord haben.

Die einzige Möglichkeit, die Firma zu retten, bestand

darin, die Zahl der Mitarbeiter zu verringern. Das

war ein sehr schwerer Schritt, so etwas will ich nie

wieder erleben.

Was waren die Auslöser für die Krise?

Wir waren zu lohnintensiv. Viele unserer Produkte

entstehen in Handarbeit. Daher sind unsere Möglichkeiten

zur Rationalisierung begrenzt. Gleichzeitig

bezahlen wir den Metalltarif, wie Daimler, Porsche

und andere namhafte Firmen auch. Das ist auch

gut, ich gönne den Mitarbeitern ihren Lohn. Doch

2016 waren die Löhne für uns nicht mehr bezahlbar.

Wir haben lange überlegt, wie wir unsere Mitarbeiter

halten können. Am Ende war aber klar, dass wir 120

Stellen abbauen müssen.

Was war das Schlimmste für Sie?

Die Entlass-Liste aufzustellen. Dabei ging es streng

nach einem Punktesystem, das der Sozialplan vorschreibt.

Manche Mitarbeiter, die ihre Stelle verloren

haben, haben die Welt nicht mehr verstanden.

Wir haben in Kooperation mit anderen Unternehmen

schnell eine Art Stellenbörse geschaffen, sodass

viele schnell einen neuen Job gefunden haben. Oft

sogar schneller als gedacht, sodass die Zurückbleibenden

plötzlich viel mehr Arbeit vor sich hatten. Es

war für alle eine psychologisch schwere Zeit.

Und welche Rolle spielten die Banken in der Restrukturierung?

Eine sehr zwiespältige. Klar, ich als Geschäftsführerin

trage die Verantwortung für das, was passiert ist.

Und ich verstehe, dass Banken in solchen Fällen externe

Gutachter verlangen.

Aber…

Ich finde es schockierend wie Sanierungsberater einem

das Geld aus der Tasche ziehen, Geld, das dringend

für die Sanierung des Unternehmens gebraucht

wird. Es ist auch sehr verwunderlich, dass letztendlich

kaum etwas aus den vielen, vielen PowerPoint-Präsentationen

der Gutachter umgesetzt werden konnte. Viel

Geld gekostet hat die Prozedur trotzdem. Das hat uns

in dieser speziellen Situation doppelt weh getan. Sehr

Es war ein

Schock, wie

Sanierungsberater

einem

das Geld aus der

Tasche ziehen.


16

TITELTHEMA unternehmen [!]

Mit der Fertigung von Bratpfannen und Spätzlemaschinen über Wasser gehalten

Ziseleure bearbeiten die Gussteile. So wirkt auch der überdimensionale Drache, als ob er aus einem Stück gemacht worden sei. Das

Original ist Teil der weltgrößten Bronze-Pferdeskulptur „Pegasus“ (33 Meter hoch, 60 Meter lang, 35 Meter breit), die in Miami steht.

Das Familienunternehmen wurde vor 100

Jahren von Edith Strassackers Urgroßvater

Max gegründet. Der hatte bei der WMF in

Geislingen den Beruf des Ziseleurs gelernt

und als Galvano-Fachmann auch Erfahrung

im Ausland gesammelt. Nach der Rückkehr

aus dem Ersten Weltkrieg verlor er seinen

Arbeitsplatz und machte sich selbständig.

Seine drei Söhne brachten die Firma

durch die Mangelwirtschaft der 1940er- und

1950er Jahre. Kunst war damals nicht gefragt.

Daher hielt sich die Gießerei, die drei

Gesellschafterstämme hat, mit der Fertigung

von Töpfen, Bratpfannen, Waffeleisen

und Spätzlemaschinen über Wasser. Heute

beschäftigt die Strassacker GmbH 300 Mitarbeiter,

2018 erzielte sie einen Umsatz von

rund 40 Millionen Euro. Neben den Werken in

Süßen und Heimsbrunn (Frankreich) hat das

Unternehmen zusätzliche Vertriebsstandorte

in Florence (USA) und Riad (Saudi-Arabien).

Der Familie gehören zwei weitere Firmen

(Project und Metal Technologies), die jeweils

70 Mitarbeiter beschäftigen.

Bei gleicher

Qualität

produzieren wir

schneller und

günstiger.

unterstützend waren die Sparkasse und die Volksbank.

Schön, dass wir mit ihnen gute Partner hatten, denn

andere Institute, wie die Deutsche Bank und die BW-

Bank, haben sich schnell vom Acker gemacht.

Wie ging das aus?

Von unserem Berater konnten wir uns zum Glück

schnell wieder lösen. Darauf sind wir sehr stolz. Er

bestätigte uns gar schriftlich, dass er es noch nie erlebt

habe, dass sich ein Unternehmen so schnell erholt.

Das war unter anderem auch durch unsere tolle

Mannschaft möglich. Trotz aller Zweifel und den

Entbehrungen, haben wir es mit vereinter Kraft geschafft,

die Krise schnell zu überwinden.

Was haben Sie verändert?

Es gab keine radikale Veränderung, sondern vielmehr

eine Neuordnung. Abteilungen wurden zusammengelegt,

Prozesse optimiert. Auch arbeiten

wir vermehrt mit verlässlichen Partnern zusammen.

Das erhöht unseren Spielraum. Bei gleicher

Qualität produzieren wir günstiger und schneller.

Wie funktioniert das?

Wir investieren in hohe Lagerbestände, damit

wir schnell auf Kundenanfragen der Steinmetze

reagieren können und Zeit gewinnen, um die noch

ausstehenden Prozessoptimierungen umzusetzen.

Es gibt noch viel zu tun, d.h. wir haben noch viel Potenzial.

Damit binden Sie aber doch mehr Kapital.

Ja, daher habe ich auch Diskussionen mit meinen Finanzleuten.

Wichtig für uns ist das richtige Maß zu

finden, aber vor allem schnell liefern zu können. Die

Kosten für die höhere Kapitalbindung lohnen sich,

weil wir mehr Umsatz machen.

Was gehört noch zu Ihrer Neuordnung?

Wir haben unseren drei Geschäftsbereichen ein klareres

Profil gegeben, das hilft uns bei der Außendarstellung.

Flächen, die im Unternehmen frei geworden

sind nutzen wir, um Prozesse und Materialflüsse

zu optimieren. In einem Betrieb, der über 100 Jahre

gewachsen ist, ist das ein großes Thema. Das neue

Konzept hat uns besser gemacht und wird uns auch

in Zukunft beschäftigen. Mittlerweile sind wir soweit,

dass wir uns auch auf neue Märkte wieder einlassen

können.

Alle Welt spricht von Effizienz und Digitalisierung,

welche Ansatzpunkte gibt es in einem Unternehmen,


unternehmen [!]

TITELTHEMA

17

Edith Strassacker kann wieder lachen. Die schwere Krise vor drei Jahren hat das Unternehmen

gemeistert. Eine der Lehren daraus: „Auch ungeliebte Pläne muss man konsequent umsetzen.“

das 5000 Jahre alte Bronzeguss-Technik nutzt?

Selbstverständlich beschäftigen wir uns mit dem

Thema Digitalisierung. Wir haben beispielsweise

unseren Vertriebsinnendienst neu aufgestellt und

mit einem digitalem Dokumentenmanagement-System

ausgestattet, das nach einigen Anpassungen

mehr leistet als ein gewöhnliches

DMS System. Gleichzeitig wollen wir von einem

eigenen System auf die

ERP-Steuerungssoftware eines

großen Anbieters umsteigen.

Zukunftsweisend in der Kunstbranche

ist zudem der 3D-Druck.

In der Kunst ist

die Grenze zum

Mäzenatentum

schnell

überschritten.

Wie wollen Sie diesen nutzen?

Er macht es möglich, dass uns

Künstler den Datensatz ihrer

Kunstwerke schicken, den wir

dann als Modell ausdrucken und

gießen. Eines ist klar: Die klassische Bildhauerei

wird bei uns in der Erstellung von Modellen für

Büsten und Skulpturen immer ihren Platz haben.

Wir wollen unsere kunsthandwerkliche Kompetenz

bewahren und uns gleichzeitig durch neue

Technologien weiterentwickeln. Wo unsere Rolle

in diesen Feldern zu finden ist, erforschen wir gerade.

Der Spagat zwischen 5000 Jahre alter Produktionskultur

und digitaler Welt ist in jeder

Hinsicht spannend.

Welche Schlüsse aus der Krise haben Sie fürs Unternehmen

gezogen?

Dass man Pläne - auch wenn sie ungeliebt sind -

konsequent umsetzen muss. So wird aus einer

kleinen Krise keine große. Außerdem

haben wir unser Finanzwesen

und die Kostenrechnung

neu aufgestellt, sodass wir

heute alle relevanten Daten viel

schneller auf dem Tisch haben.

Zudem prüfen wir die Wirtschaftlichkeit

von Projekten

sehr viel genauer.

Wie meinen Sie das?

Im Kunstbereich ist mitunter schnell die Grenze

zum Mäzenatentum überschritten. Möglicherweise

waren wir zeitweise auch zu idealistisch

unterwegs. Ich bin immer noch überzeugt, dass

man tolle Ideen unterstützen muss, aber auch bei

diesem Thema steht wieder das richtige Maß im

Fokus.


Gespräch im ehemaligen

Gewächshaus, das heute

für Seminare und

Meetings genutzt wird:

Firmenchefin Edith

Strassacker und Alexander

Bögelein, Redaktionsleiter

des Magazins

Unternehmen!

Das Interview führte

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

Unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Marc Hörger

Giacento Carlucci

Macht die Loyalität zu Mitarbeitern und Standorten

den Wandel in Familienbetrieben schwerer?

Ja, ich denke schon. Man hängt an dem, was man

selbst und die Familie erschaffen hat. Es ist ein großer

Schritt zuzugeben, dass man nicht mehr alles

selbst machen kann. Und natürlich ist die Bindung zu

den Mitarbeitern groß. Ihnen im direkten Gespräch

zu sagen: Du musst gehen, ist weitaus schwieriger als

in Konzernen, wo es anonymer zugeht. Trotzdem:

Auch diese weniger schönen Situationen gehören

zum Unternehmertum.

Wie stellen Sie sicher, dass eine ähnliche Situation

nicht wiederkommt?

Wir beobachten sehr genau und sehen, wo es für uns

hingeht. Sollte etwas in die falsche Richtung laufen,

können wir nun viel früher gegensteuern.

Natürlich gibt es keine Garantie.

Niemand weiß sicher, wie

sich Märkte verändern und ob sich

für geplante Leistungen die richtigen

Kunden finden. Doch diese Unsicherheit

betrifft nicht nur uns,

sondern jedes Unternehmen.

Im Feld der

Architektur

sehe ich noch

großes Potenzial

für uns.

Wo sehen Sie Potenziale für

Strassacker?

Zuerst einmal in unseren angestammten Märkten,

sowohl im sakralen Bereich als auch im Kunstbereich.

Zudem treiben wir die Internationalisierung

voran. Speziell sind wir gerade intensiv dabei, den

Export in Richtung USA zu erschließen. Auch Architekturprojekte

könnten ein Wachstumsfeld sein.

An welche Regionen denken Sie da?

Bereits vor 15 Jahren haben wir unsere Fühler auf

dem arabischen Markt ausgestreckt, weil dort viel

gebaut wird und eine hohe Affinität zu Bronze und

Ornamenten besteht. Unser bisher größtes Projekt

war die Al-Haram-Moschee in Mekka, für die wir die

Portale geliefert haben. Um den Auftrag stemmen zu

können, haben wir damals die eigenständige Firma

Strassacker Project gegründet, die auf Konstruktion,

Metallbearbeitung und Projektmanagement spezialisiert

ist. Zusätzlich haben wir eine Stahlbaufirma

übernommen, auch diese agiert unabhängig.

Was ist der Grund dafür?

So können wir nun alles von der Konstruktion über

die Technologie, die künstlerische Gestaltung und

den Guss aus einer Hand liefern. Das ist weltweit einmalig.

Diese besondere Kombination war auch einer

der Gründe warum wir den Auftrag für die orthodoxe

Kathedrale in Bukarest bekommen haben. Die

Großkirche steht kurz vor der Fertigstellung. Wir

wurden mit 27 technisch sehr anspruchsvollen, elektrisch

betriebenen Toren und deren Verzierungen –

Engel, Heilige, Ornamente – beauftragt.

Im Feld der Architektur ist

sicher noch vieles möglich, das sehe

ich erhebliches Potenzial. Unser

großer Vorteil ist, dass wir die Konstruktion,

Technik und künstlerische

Arbeit anbieten. Bei diesen

Projekten stehen wir erst am Anfang.

Strassacker ist 100 Jahre alt. Was geht Ihnen als Firmenchefin

so durch den Kopf, wenn sie die Feierlichkeiten

vorbereiten?

Mein Urgroßvater hat 1919 nach der Rückkehr aus

dem Ersten Weltkrieg seinen Arbeitsplatz verloren.

Aus der Sorge um die Existenz und der Arbeitslosigkeit

hat er das Unternehmen gegründet. Das Durchhaltevermögen,

das mein Urgroßvater bewiesen hat,

ist tief in unserer Kultur verankert – und es hilft uns,

wenn Schwierigkeiten auftreten. Je mehr ich mich im

Zuge des Jubiläums mit der Firmengeschichte und

seinen Lebensumständen beschäftige, umso mehr

wünsche ich mir, ich hätte meinen Urgroßvater kennenlernen

können. Er wird mir mehr und mehr zum

Vorbild.


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20

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Umwelt-Preis

für Vaude

Klima Im hart umkämpften Outdoor-Markt

wächst die Vaude

Sport GmbH & Co. KG seit Jahren

überdurchschnittlich. Nun

erhielt das Familienunternehmen

aus Obereisenbach bei

Tettnang den Marken-Award

2019 in der Kategorie „Beste

Nachhaltigkeitsstrategie“. Der

Firmensitz, die dort hergestellten

Produkte und die Vaude-Homepage

sind seit 2012 klimaneutral.

Das 1974 gegründete

Unternehmen zählt zu den führenden

Outdoor-Ausrüstern in

Europa. Am Firmensitz arbeiten

500 Mitarbeiter.

Zeppelin setzt

Zeichen

Investition Der Baumaschinen-Hersteller

Zeppelin GmbH

will die Zusammenarbeit mit

den Kunden in Russland weiter

verbessern. Anfang Juni hat das

Unternehmen in St. Petersburg

seine bisher größte Niederlassung

eröffnet. 17,5 Millionen

Euro hat Zeppelin dafür investiert.

Auf dem über 40 000 Quadratmeter

großen Gelände gibt

es eine Service-Werkstatt, ein

Ersatzteillager und Büros. An

über 200 Standorten mit rund

9 000 Mitarbeitern erwirtschaftete

der Konzern 2018 einen

Umsatz von 2,9 Milliarden Euro.

Holz gemeinsam

vermarkten

Genossenschaft Im Zuge der

Forstreform gelten in Baden-

Württemberg ab dem 1. Januar

2020 neue Regeln für die Vermarktung

von Holz. Darum

möchten Kommunen im Bodenseekreis

und im Landkreis Ravensburg,

die einen Waldbesitz

von mehr als hundert Hektar haben,

ihren Holzverkauf in einer

Genossenschaft organisieren.

Mit dabei sind unter anderem

die Städte Ravensburg, Bad

Waldsee und Friedrichshafen.

Die Holzmenge der „Vermarktungsgemeinschaft

Holz“ beträgt

mindestens 40 000 Festmeter

pro Jahr.

Die Eigentümerfamilie Bouley saniert das mehr als 500 Jahre alte Gebäude.

Waldhorn schließt den Hotel-Betrieb

Im Laufe des nächsten Jahres wird das Traditionshaus

„Waldhorn“ aus Ravensburg seinen Hotel-Betrieb

einstellen. Dann sollen dort sieben rund 90

Quadratmeter große Wohnungen und ein Gastronomie-Betrieb

für Feiern, Versammlungen und Veranstaltungen

entstehen. Davor stehen umfangreiche

Neue Reiseziele

ab Memmingen

Flüge Der Allgäu-Airport Memmingen

und der Reiseveranstalter

Globalis bieten gemeinsam

vier neue Reiseziele an: die Kanal-Insel

Jersey, Lamezia Terme

und Tropea in Italien sowie das

finnische Kuusamo. 2018 verreisten

von Memmingen aus

rund 1,5 Millionen Fluggäste.

Weniger Plastik,

mehr Glas

Verpackung Die zunehmende

Ablehnung von Plastik beschert

der Verallia Deutschland AG aus

Bad Wurzach gute Prognosen.

Glas sei als Verpackungswerkstoff

wieder im Trend, sagt der

Vorstandsvorsitzende Hugues

Denissel. Verallia ist einer von

Europas führenden Herstellern

von Glasflaschen und -behältern

für den Lebensmittelbereich.

Das Unternehmen beschäftigt

in Deutschland mehr als

1460 Mitarbeiter an vier Standorten.

2018 erzielte Verallia einen

Gesamt-Umsatz von rund

522 Millionen Euro.

Interessent für

Garnwelt.de

Umbau- und Sanierungsarbeiten an dem über 500

Jahre alten Gebäude an. Die Inhaberfamilie Bouley

hofft auf einen Baubeginn im Jahr 2020. Das „Waldhorn“

wurde im Jahr 1860 eröffnet. Bereits Günter

Grass und Udo Jürgens haben hier übernachtet. Das

Restaurant „Waldhorn“ ist seit 2014 geschlossen.

Online-Shop Für die seit März

insolvente Garnwelt aus Riedlingen

gibt es einen Interessenten

aus Baden-Württemberg.

Von der Insolvenz sind neben

der Geschäftsführung acht Mitarbeiterinnen

in Teilzeit betroffen,

von denen drei bereits gekündigt

wurden. Der Geschäftsbetrieb

läuft vorerst weiter. Die

Kaufmanns Warenwelt GmbH &

Co. KG ist auf den Online-Verkauf

von Wolle, Garn und Handarbeitsartikeln

spezialisiert.

Bewerbung für

Marketingpreis

Ausschreibung Der Marketing-Club

Neu-Ulm schreibt in

diesem Jahr zum siebten Mal

den Ulmer Marketingpreis aus.

Bewerben können sich Unternehmen

und Institutionen, die

zwischen Geislingen und Memmingen

sowie Günzburg über

Ulm bis Riedlingen ihren Sitz

haben. Bewerbungsschluss ist

der 9. September. Nähere Informationen

gibt es unter: www.

mc-ulm.de oder unter Telefon

08221/916230.[!] riz

FOTO: WALDHORN RAVENSBURG


FOTO: MONIKA WISNIEWSKA/SHUTTERSTOCK.COM

Sommer im Büro ist nicht vergnügugesteuerpflichtig: Ab 30 Grad muss der Arbeitgeber wirksame Maßnahmen ergreifen.

Kühl durch den Sommer

Raumtemperatur Hitzefrei wie an Schulen gibt es im Büro nicht. Aber es gibt

Empfehlungen, wie Unternehmen ihren Mitarbeitern das Leben leichter machen sollten.

Endlich Sommer. Karin

Schmidt (Name geändert)

freut sich nur

bedingt. In ihrem Büro

mit großen Süd-Fenstern und

ohne Klimaanlage, hält sie es an

heißen Tagen kaum aus. Denn

in dem Raum staut sich die Hitze.

Ist es einmal warm im Zimmer,

kühlt es kaum noch ab. „Es

gibt zwar innen vor den Fenstern

Stoffjalousien, doch die

sind eher ein Blendschutz“, sagt

die 43-Jährige.

An Sommertagen steigt das

Thermometer konstant nach

oben: „Auch die Wände heizen

sich tagsüber auf und geben

nachts noch zusätzlich Wärme

in den Raum ab“, klagt Schmidt,

die zuerst alle Fenster aufreißt,

wenn sie morgens zur Arbeit

kommt. Nachts lüften würde

helfen, ist aus Sicherheitsgründen

aber nicht erlaubt. „An heißen

Nachmittag hat es hier oft

32 Grad oder mehr, ich kann

mich dann kaum noch konzentrieren,

manchmal wird mir sogar

schwindelig“,

berichtet

die Kauffrau.

Je höher im

Ich kann mich

kaum mehr

konzentrieren,

manchmal wird es

mir schwindelig.

Sommer die

Temperaturen

in Arbeitsräumen

steigen,

desto mehr sinken

bei Beschäftigten

Leistungsfähigkeit

und Motivation. Bei Hitze

steigt das Unfallrisiko am Arbeitsplatz

und es kann zu

Herz-Kreislaufbelastungen

kommen. Das zeigen Studien

Karin Schmidt

Mitarbeiterin einer kleinen Firma

der Bundesanstalt für Arbeitsschutz

und Arbeitsmedizin

(BAuA).

„Zwar haben Angestellte keinen

Rechtsanspruch auf klimatisierte

Räume“, weiß Kersten

Bux von der

BAuA, „doch

die Arbeitsstättenverordnung

verpflichtet

Arbeitgeber,

in ihren

Räumen eine

gesundheitlich

zuträgliche

Temperatur zu

gewährleisten.“

Die Arbeitsstättenregel

ASR A3.5 konkretisiert diese allgemeine

Forderung: Ab 26 Grad

Innentemperatur sollen Arbeitgeber

entsprechende Maßnahmen

ergreifen, so die Empfehlung.

„Bereits kleine Pausen oder

eine gelockerte Kleiderordnung

können die Leistungsfähigkeit

positiv beeinflussen“, gibt Bux

Beispiele. Auch das Bereitstellen

von Getränken oder der Einsatz

mobiler Klimageräte kann

helfen. Heizt sich ein Büro auf

mehr als 35 Grad auf, darf darin

nicht mehr gearbeitet werden.

„Das heißt aber nicht, dass Mitarbeiter

dann nach Hause gehen

können und hitzefrei haben“, erklärt

Bux. „Vielmehr muss der

Arbeitgeber Abhilfe schaffen,

zum Beispiel einen weniger

überhitzten Raum zur Verfügung

stellen, damit weitergearbeitet

werden kann.“

Sobald im Büro von Karin

Schmidt das Thermometer an


unternehmen [!] VERANTWORTEN 23

der 30-Grad-Marke kratzt, stellt

ihr Chef kostenlos Wasser und

Tee für alle Mitarbeiter bereit.

Zusätzlich hat die Angestellte in

den vergangenen Sommern

selbst noch einiges ausprobiert,

um das Arbeiten an heißen Tagen

erträglicher

zu machen:

Von mitgebrachten

Ventilatoren,

die nach weni-

Drei Dinge

sind wichtig:

ein Klimaboden,

eine Lüftung und

Außenjalousien.

gen Minuten

nur noch warme

Luft umher

pusten „wie ein

Fön“, über kalte

Wickel um

die Handgelenke bis hin zu Eiswasser-Fußbädern.

„Mehr als

ein paar Minuten Linderung

bringt das alles nicht“, so ihr Resümee.

Inzwischen hätte sie immer

ihre Badesachen im Auto

um nach Feierabend an einen

Jörg Parschat

Bauunternehmen Goldbeck

nahegelegenen See zu fahren.

„Auf den Sprung ins kalte Wasser

freue ich mich den ganzen

Tag.“

Jörg Parschat braucht keinen

Badesee, um sich abzukühlen.

Sein Büro befindet sich im Cube,

so lautet der

Name des

sechsgeschossigen,

modernen

Bürowürfels,

der direkt

an der A81 in

Engen im

Landkreis Konstanz

liegt. Parschat

leitet die

Niederlassung

Bodensee des Bauunternehmens

Goldbeck, das den Quader

2016 für Sachs Engineering errichtet

hat, und sitzt mit seinem

Team in der vierten Etage. „Dass

wir es hier auch im Sommer gut

aushalten, liegt vor allem an drei

Cube heißt das sechsgeschossige Bürogebäude in Engen, in dem es

sich auch an heißen Tagen gut arbeiten lässt.

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24

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Ab 35 Grad Raumtemperatur ist Schluss

Guter Wärmeschutz verhindert, dass sich Arbeitsräume zu stark aufheizen.

Nicht wärmer als 26 Grad

soll es nach den Vorgaben der

Arbeitsstättenregel (ASR)

A3.5 in Arbeitsräumen sein.

Dies ist jedoch eine unverbindliche

Empfehlung.

Bei einer Raumtemperatur

ab 30 Grad muss der Arbeitgeber

allerdings wirksame

Faktoren“, sagt der Diplomingenieur:

„Alle Räume sind ausgestattet

mit einem Klimaboden, einer kontrollierten

Be- und Entlüftung sowie

automatisch gesteuerten Außenjalousien.“

Ein Klimaboden ist nichts anderes,

als eine Fußbodenheizung,

durch deren Heizschlangen im Sommer

kaltes Wasser läuft. Das senkt

die Raumtemperatur „ohne, dass

man kalte Füße bekommt.“ Die Lüftungsanlage

in der Raumdecke

tauscht zweieinhalbmal pro Stunde

verbrauchte Luft gegen frische aus.

Die Außenjalousien sind gleichzeitig

Blendschutz, ein sogenannter

Sonnenwächter steuert die Verdun-

Zur Person

Kersten Bux studierte

Strömungsmechanik

und Thermodynamik

an der

TU Dresden. Seit

2001 arbeitet er für

die Bundesanstalt

BAuA und verantwortet

das Fachgebiet

Arbeitsstätten.

Maßnahmen ergreifen. Dabei

sind technische und organisatorische

Maßnahmen gegenüber

personenbezogenen

Maßnahmen zu bevorzugen.

Das heißt zum Beispiel, dass

der Einsatz mobiler Klimageräten

oder das Gewähren flexibler

Arbeitszeiten Vorrang hat

vor dem Bereitstellen von Getränken

oder einer gelockerten

Kleiderordnung.

Ab 35 Grad Lufttemperatur

ist ein Raum nach der ASR

nicht mehr als Arbeitsraum

geeignet. Einen Anspruch auf

„Hitzefrei“ gibt es nicht. Arbeitgeber

müssen jedoch für

Abhilfe sorgen.

FOTO: OLIVER FOERSTNER/SHUTTERSTOCK

kelung und sorgt für optimale Beschattung.

Wichtig bei der Raumkühlung sei,

dass die Innen-Temperatur nicht

mehr als acht Grad unter der Außentemperatur

liege, erklärt der

Bauingenieur. „Wenn draußen Backofentemperaturen

herrschen und es

drinnen so kalt wie in einem Kühlhaus

ist, drohen Hitze- oder Kälteschock.“

Die technische Anlage im

Cube ist deshalb entsprechend programmiert

und wird über ein Blockheizkraftwerk

(BHKW) gesteuert.

„Bei Blockheizkraftwerk denken viele

in erster Linie an Wärme. Doch

es gibt die sogenannte Wärme-Kälte-Kopplung“,

erklärt Parschat. Eine

thermisch angetriebene Kältemaschine

wandelt die Abwärme des

BHKW in Kälte um. Das sei effizienter,

als Strom und Wärme separat

zu erzeugen.

Effiziente Klimaregulierung, Sonnen-

und Schallschutz sind in neuen

Gewerbeimmobilien meistens

Standard. Doch viele kleine und mittelgroße

Betriebe, wie etwa der Arbeitgeber

von Karin Schmidt, sitzen

in älteren Gebäuden „Teures Nachrüsten

oder gar Sanieren will sich

unser Betrieb nicht leisten“, sagt

Schmidt. Ihr Chef sagt, die Arbeitsräume

seien nur ein paar Wochen

im Jahr extrem warm. Die Kosten für

wirksamen Sonnenschutz oder gar

eine bessere Dämmung stünden

dazu in keinem Verhältnis.

So fängt die

Jalousie die

Sonneneinstrahlung

bereits vor dem

Fenster ab.

Kersten Bux

Bundesanstalt für Arbeitsschutz

Dennoch: „Arbeitgeber haben bereits

beim Einrichten von Räumen

dafür zu sorgen, dass es einen sommerlichen

Wärmeschutz gibt“, betont

Kersten Bux. Ungünstig in nicht

klimatisierten Räumen sind Teppichböden:

Sie speichern Wärme

und Staub, behindern die Luftzirkulation

und engen einen Raum gefühlt

ein. Elektrogeräte, wie zum

Beispiel Drucker, erwärmen Arbeitsräume

zusätzlich und verbrauchen

frische Luft.

Damit die Hitze draußen bleibt,

sollten Sonnenschutz-Rollos besser

außen angebracht sein, erklärt der

Experte: „So fängt die Jalousie die

Sonneneinstrahlung bereits vor dem

Fenster ab. Das Glas kann sich gar

nicht erst aufheizen und somit auch

keine Wärme in den Raum abstrahlen.“

Wenn nur innenliegende Rollos

möglich sind, sollten diese aus

hochreflektierendem Material bestehen.

„Wenn Unternehmen die

Umgebungsfaktoren an Arbeitsplätzen

optimieren, drückt das nicht nur

Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern

aus. In der Regel steigt

auch deren Produktivität“, sagt der

BAuA-Fachmann abschließend. [!]


Silke Blumenröder


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Jubiläumsjahr in „Goldbeck-City“

Das Bauunternehmen Goldbeck gilt als Technologieführer und Vorreiter bei der

Digitalisierung der Baubranche – an 49 Standorten europaweit und seit 2004 auch in

der Region Ulm.

Goldbeck baut – zum Beispiel Hallen, Bürogebäude

und Parkhäuser – mit vorgefertigten

Systemelementen aus eigener

Herstellung, die direkt auf der Baustelle

montiert werden. Das spart Zeit und

macht das Bauen besonders termin- und

kostensicher. Und: Das „Bauen mit System“

bietet beste Voraussetzungen, Gebäude

mittels BIM (Building Information

Modeling) und damit digital optimiert zu

realisieren. Die digitale Planungsmethodik

koordiniert die verschiedenen Disziplinen,

von der Statik bis zur technischen Gebäudeausstattung.

Das Resultat: Noch vor

dem ersten Spatenstich existiert das Gebäude

als digitales Modell. Das schafft Planungssicherheit

und sorgt für Transparenz.

„Wir haben die Architekturnormen in

ein kluges System umgewandelt.“

Ein weiterer Aspekt, den das Unternehmen

in puncto Planungssicherheit aus

dem Kreise der Wettbewerber hervorhebt:

„Goldbeck erstellt ein Pauschalangebot

für das schlüsselfertige Gebäude

mit Termingarantie. Das verschafft Kunden

und Banken Sicherheit“, so Roger

Breyer, Leiter der Goldbeck-Niederlassung

Ulm. Dazu trägt auch der hohe Anteil

an selbstgefertigten Systembauteilen

bei. Stahl- und Betonelemente für Tragwerk

und Fassaden werden in den Werken

Bielefeld, Plauen, Hamm, Ulm-Vöhringen,

Vrdy und Tovacov (Tschechien) sowie

Tosun, Rakowice Male und Lodz (Polen)

produziert. Breyer kommentiert das

folgendermaßen: „Wir haben die Architekturnormen

in ein kluges System umgewandelt.“

Das Risiko, dass einmal Liefertermine

nicht eingehalten werden können,

sei schwindend gering, denn das

Bauen mit System ist weitestgehend wetterunabhängig.

Einen weiteren Vorteil erkennt Breyer im

Hochleistungsbeton, den Goldbeck für

den Parkhausbau entwickelt hat. “Er

kommt nahezu ohne Beschichtung aus

und minimiert damit die Betriebskosten

deutlich.“ Der Markt weiß das zu schätzen:

Jedes zweite oberirdische Parkhaus

in Deutschland baut Goldbeck.

An der südlichen Ost-West-Achse der A8

liegt das Gewerbegebiet Ulm-Nord. Hier

hat Goldbeck Ulm Ende Juni ein neues

Bürogebäude eröffnet. „Ein bisschen

fühlt man sich wie in ‚Goldbeck-City‘“, findet

Breyer. Die Gebäude mehrerer Goldbeck-Kunden

wie Staib, Southpoint, Seifert

Logistics, Kathrein und Layher umrahmen

die neue Firmenniederlassung.

Statt Werbebroschüren zu verschicken,

könnte Roger Breyer Interessenten also

auch einfach in die neue Goldbeck-Niederlassung

einladen. Auf 1.100 Quadratmetern,

verteilt auf das erste und zweite

Obergeschoss, befinden sich Büroräume,

die deutlich für das stete Wachstum der

Niederlassung stehen. Schon beim Betreten

des Goldbeck-Gebäudes zeigt sich

beeindruckend die Vision modernen Arbeitens.

Roger Breyer liegt das positive

Miteinander seiner Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter am Herzen. Deshalb dürfen

sie auch mal entspannen, sogar an prominenter

Stelle: Gleich im Eingangsbereich

führt von einem Holzpodest aus

eine Treppe nach oben. Gleichzeitig bietet

es aber auch Sitzgelegenheiten –und

tatsächlich sieht man immer wieder Menschen,

die hier einen Kaffee trinken, sich

austauschen und abseits vom Büro eine

kleine Auszeit genießen.

„Doch vor allem wird hier natürlich gearbeitet!“

lacht Breyer. Das Ergebnis kann

sich sehen lassen: Ein momentanes Bauvolumen

von 60 Millionen Euro. „Wir sind

Eröffnungsfeier der neuen Niederlassung in Ulm (v. l. n. r.): Tim von Winning, Baubürgermeister der Stadt Ulm; Georg Steinweg, Geschäftsführung

Goldbeck RG Süd; Simon Pflüger, IHK Ulm; Roger Breyer, Niederlassungsleiter Goldbeck Ulm; Marcus Staib mit Regina Schlecker-Landmann,

Investoren; Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter

Foto: Matthias Kessler


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„Goldbeck-City“: Die neue Goldbeck-Niederlassung, markant platziert im Umfeld zahlreicher Goldbeck-Kunden.

Ab 2020 soll es außerdem eine eigene Autobahnausfahrt geben.

FOTOS: GOLDBECK

Zur Person

Roger Breyer (48,

verheiratet, 2 Kinder)

in Konstanz

geboren. Er studierte

Architektur

an der Hochschule

Münster. 2008

stieg Breyer in das

Familienunternehmen

Goldbeck als

Verkaufsingenieur

ein und machte

Goldbeck in

der Region Ulm,

Allgäu und Bodensee

bekannt.

Ob auf der Skipiste

oder beim

Windsurfen: Um

in Bewegung zu

bleiben, gibt es für

Roger Breyer immer

eine Saison.

Partner für die mittelständische

Wirtschaft ebenso wie für Großunternehmen,

Investoren, Projektentwickler

und öffentliche Auftraggeber“,

subsumiert Breyer.

Derzeit entstehen Bauprojekte

wie ein Bürogebäude mit Parkhaus

für die Projektentwicklungsgesellschaft

Ulm am Science Park

III – mit Liebherr als Stammmieter.

Weitere Projekte: zwei Logistikhallen,

für den Werkzeughersteller

Scheppach in Günzburg

und für Schwarz-Logistik in Herbrechtingen

mit jeweils 20.000

Quadratmeter. Für Bohnacker Ladeneinrichtungen,

einen weiteren

Bauherrn aus dem Stammkundenportfolio,

baut Goldbeck eine

Erweiterung der Logistikhalle mit

Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude

in Blaubeuren. Die Stadtwerke

Ulm haben Goldbeck zudem

mit dem Bau eines Parkhauses

am Eselsberg beauftragt.

Die neue Niederlassung spiegelt

auch den Unternehmenskurs in

Sachen Nachhaltigkeit wider. „Das

Gebäude wird beheizt und gekühlt

mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Die Stromversorgung erfolgt

mit einer Photovoltaikanlage

auf dem Gebäudedach. Zusätzlich

ist das Bürogebäude mit einer

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

ausgestattet. Die neue

Niederlassung erfüllt den Energiestandard

nach KFW 55“, sagt

Breyer.

Der Stammkundenanteil von über

60% wächst jährlich und ist ein Indikator,

dass wir das Richtige tun.

Dazu zählen Bauherren wie

Bohnacker, Demmel, PEG Ulm,

Scheppach, Staib oder Stöhr.“

Breyers Vision: Eine Antwort auf

den steigenden Wohnraumdruck

in der Region zu liefern: bezahlbarer

und serieller Wohnungsbau.

Goldbeck Ulm baut ein Spezialistenteam

für den Wohnungsbau

auf. Gespräche laufen, mit einem

starken Baupartner – städtisch

oder privat, ein Wohnbauprojekt

mit 30 Wohneinheiten nächstes

Jahr in Ulm zu realisieren, sagt

Breyer. Ein Pilotprojekt mit der

SWSG in Stuttgart wird im Juli erfolgreich

abgeschlossen.

„Der Teamzusammenhalt ist unser

größter Erfolgsfaktor“

Breyer denkt in klaren Zielen: „Wir

bleiben nicht stehen“. Hatte der

Goldbeck-Standort in Ulm 2013

noch 15 Millionen Umsatz, konnte

man 2019 einen Anstieg auf 60

Millionen Euro verzeichnen. „Zurzeit

stärken wir unser Angebot für

die öffentliche Hand in Sachen

‚Design & Build‘ in den Bereichen

Schulen und Sporthallen. Bei diesem

Verfahren geben Auftraggeber

lediglich die wirtschaftlichen,

gestalterischen und funktionalen

Anforderungen des Gebäudes vor,

während der Baudienstleister für

die komplette Organisation des

Planungs- und Bauprozesses verantwortlich

ist.“ Breyers Ziel: eine

Steigerung der Bauleistung um

weitere 10 Prozent und zehn weitere

Mitarbeiter. Die Weichen sind

gestellt.

Am Standort Ulm blickt man nicht

ohne Stolz auf drei Jubiläen. Das

Bauunternehmen feiert in diesem

Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Der

80. Geburtstag von Unternehmensgründer

Ortwin Goldbeck reiht sich

in das Jubiläumsjahr ein. Und: Die

Niederlassung Ulm feiert außerdem

ihren 15. „Geburtstag“. „Hinter dem

Erfolg und Wachstum steht das Ulmer

Team: Strategen, Querdenker,

einfach Menschen, die Verantwortung

für ihr Handeln übernehmen.

Unser Team brennt für seine Projekte

und begeistert mit seinem starken

Einsatz tagtäglich die Bauherren“, so

Breyer. „Der Teamzusammenhalt ist

unser größter Erfolgsfaktor.“

Die Goldbeck-Gruppe

Goldbeck zählt zu den führenden

Bauunternehmen Deutschlands. Als

Technologieführer konzipiert, baut

und revitalisiert das Unternehmen

maßgeschneiderte Gebäude mit

System für Produktion und Logistik,

Büroarbeit, Handel, Wohnen und

Parken. Darüber hinaus bietet Goldbeck

integrierte gebäudenahe

Dienstleistungen über den gesamten

Lebenszyklus der Immobilie.

Goldbeck ist sowohl Partner für die

mittelständische Wirtschaft als

auch für Großunternehmen, Investoren,

Projektentwickler und öffentliche

Auftraggeber. Das Unternehmen

realisierte im Geschäftsjahr

2017/18 mehr als 470 Projekte mit

einer Gesamtleistung von 2,73 Mrd.

€. Aktuell sind über 6.500 Mitarbeiter

an 49 Standorten bei Goldbeck

beschäftigt.


28

MACHEN unternehmen [!]

Kern des Produkts

ist ein 3-D-Vlies: Die

Kleidung muss

lediglich mit Wasser

benetzt werden.

Durch Verdunstung

entweicht das

Wasser wieder,

wodurch der Körper

gekühlt wird.

Coole

Frauenpower

Pervormance international Die Schwestern

Gabriele Renner und Sabine Stein entwickeln

Textilien, die eine kühlende Wirkung haben. Dafür

haben sie Preise bekommen.

E.Cooline ist eine Innovation

„Made in Germany“ und mit

ihrer aktiv kühlenden Funktionskleidung

sind Gabriele

Renner und Sabine Stein Marktführer

nach eigenen Angaben in

Deutschland. Die Produkte ihres

Unternehmens namens Pervormance

international Gmbh werden klimaneutral

entwickelt, produziert

und vermarktet.

Das Prinzip kennt im Grunde jeder:

Bei extrem warmen Temperaturen

nutzt man die Verdunstungskälte

von einem nassen Handtuch

im Nacken oder kühlt seine Arme.

Allerdings hält der kühlende Effekt

nicht lange vor. „Das geht auch effizienter“,

sagten sich Gabriele Renner

und Sabine Stein und gründeten

die Pervormance GmbH. Es ist dies

ein Familienunternehmen der beiden

Schwestern zusammen mit

ihrem Bruder als Gesellschafter und

mit Sitz in Ulm.

Der Firmenname ist nicht die falsche

Schreibweise von Performance,

sondern die Aneinanderreihung

von Abkürzungen der Begriffe

Personal, Vertrieb, Marketing,

Consulting und Erfolg. Sie beschreiben

sowohl den beruflichen

Hintergrund von Gabriele

Renner und Sabine Stein, als auch

ihren Anspruch, genau das selbst in

die Hand zu nehmen und ihre Idee

erfolgreich im Markt zu positionieren.

Die Idee wurde von der Initiative

„Deutschland Land der Ideen“

bereits ein Jahr nach der Gründung

2011 ausgezeichnet. Für die klimaneutrale

Umsetzung erhielt die Firma

in diesem Jahr den Klimaschutzpreis

2019/2020 des Senats der Wirtschaft.

War schon

immer so –

das gibt

es bei

uns nicht.

Sabine Stein

Chefin von Pervormance international

Um den Erfolg kümmern sich die

Pharmazeutin und Mitgründerin eines

Pharmadienstleisters, Gabriele

Renner, und Sabine Stein, die Sport

und BWL studierte und im Personalwesen

tätig war. Beide haben in

ihrer beruflichen Laufbahn schon

viel bewegt und der Wechsel in die

unternehmerische Selbstständigkeit

war für beide nur konsequent. Zusammen

mit ihrem Team aus zehn

Mitarbeitern am Standort Ulm sind

sie auf einem erfolgreich Weg und

sehen noch Potenzial nach oben.

Obwohl ihre Firma noch als

Start-up fungiert, haben die beiden

Powerfrauen in diesem Jahr

bereits ein neues Produkt auf den

Markt gebracht, für das sie ihr eigener

Werbeträger sind. Authentisch,

selbstbewusst und kreativ

handeln sie nach dem Motto: War

schon immer so, gibt es bei uns

nicht. Also auch kein nasses Handtuch

in den Nacken, sondern Funktionskleidung

mit kühlendem Effekt

an den Stellen, die aus medizinischer

Sicht am meisten Wärmerezeptoren

haben.

Die sind zwar bei allen Menschen

gleich verteilt, aber das Hitzeempfinden

ist verschieden. Deshalb gibt

es die kühlende Kleidung für unterschiedliche

Bedürfnisse und als

Kompressen auch für den gezielten

Einsatz in bestimmten Bereichen.

Wie es funktioniert? „Der physikalische

Vorgang der Verdunstungskälte

wird durch die Verwendung

von einem High-Tech Vlies extrem

effizient genutzt. Das Vlies bindet

das Wasser, wird äußerlich nicht

nass und behält seine kühlende Wirkung

rund zehn Stunden. Einen ganzen

Arbeitstag also. Das ist für uns

eines der entscheidenden Argumente,

um Unternehmen und Kommunen

vom Mehrwert der kühlenden

Kleidung zu überzeugen.“

Hitze beginnt für den menschlichen

Organismus bereits bei 26

Grad. Dann verbraucht der Körper

Energie, die Leistung sinkt. „Arbeitskräfte,

die im Freien arbeiten und

der Sonne unmittelbar ausgesetzt

sind, waren unsere ursprüngliche

Zielgruppe, die inzwischen deutlich

gewachsen ist. Mitarbeiter in Büros

ohne Klimaanlage können mit

E.Cooline-Kleidung – Westen,

T-Shirts, Halstüchern – ihr Kühlungsbedürfnis

individuell regulieren

und gegenüber einer Klimaanlage

90 Prozent CO 2

sparen.“

Kompressen mit High-Tech-Vlies

Die Leistungsfähigkeit von Sportlern

bleibt dabei konstant und auch

im medizinischen Bereich, etwa bei

Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Schwäche,

mit MS oder Parkinson

beugt eine kühlende Kleidung

an heißen Tagen einer Verschlechterung

des Allgemeinzustandes vor.

Und konkret: „Ganz gezielt lassen

sich Kompressen mit dem High-

Tech-Vlies für orthopädische Behandlungen,

bei Entzündungen oder

Schmerzen einsetzen.“

Das Marketing im Arbeitsschutzund

Medizinbereich übernehmen

die beiden Schwestern weitgehend

selbst. Das Verfahren und die aufwändige

Herstellung der Kleidung,

die als einziger Produktionsschritt

in Slowenien erfolgt, führt zu einem

deutlich höheren Preis gegenüber


Die Schwestern Sabine Stein (links) und Gabriele Renner machten zunächst getrennt Karriere, bevor sie ihre Textilfirma gründeten.

nicht kühlender Kleidung. Das erfordert

Erklärungsbedarf. Gabriele

Renner sagt: „Unterstützt werden

wir von wissenschaftlichen Studien

ohne die kein Pervormance-Produkt

auf den Markt kommt.“

Das gilt auch für die neueste Innovation

SlimCool. Mal wieder haben

die beiden mit ihrem Wissen aus

der Pharmazie und der Sportmedizin

und ihrer Erfahrung mit E.Cooline

ein Produkt für den wachsenden

Wellness-Beauty-Gesundheitsbereich

entwickelt. Es gibt Potenzial

nach oben und Gabriele Renner

und Sabine Stein haben genügend

Power, dass auch zu nutzen. [!]


Sigrid Balke

14 weltweite Patente

Pervormance international

beschäftigt zehn Mitarbeiter.

Die Firma kann darüber hinaus

auf ein Netzwerk aus Partnern

für die Bereiche Entwicklung,

Design, oder Logistik zurückgreifen.

Produziert wird in Slowenien.

Der Umsatz bewegt sich im

einstelligen Millionenbereich.

Die Firma verkauft bis zu

14 000 Produkte im Jahr aus

den Bereichen Arbeitsschutz/

Gesundheitsschutz, Medizin

und Sport/Freizeit.

Weitere Produktbereiche

wie Tiergesundheit, E-Mobilität

und Raumklimatisierung

sind in der Entwicklung.

Das Unternehmen setzt auf

Digitalisierung und Klimaneutralität,

besitzt 14 Patente

weltweit und engagiert sich in

Forschung & Entwicklung mit

Partnern aus Industrie, Universitäten

und Forschungsinstituten.

Sie ist Mitglied im UN

Global Compact der Vereinten

Nationen und der Allianz für

Entwicklung und Klima des

Bundesministeriums für wirtschaftliche

Zusammenarbeit.

Preise gab es für „Land der

Ideen 2011“; TOP 25 Landespreis

junge Unternehmen

2018; Klimaschutzpreis

2019/2020 des Senats der

Wirtschaft.

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30 SPEZIAL unternehmen [!]

Mobile Räume im Eiltempo

Vorgefertigtes Bauen Die Branche erlebt derzeit eine Renaissance, sowohl in Gestalt von

ausgewachsenen Gebäudekomplexen als auch in Form von raffinierten Kleinsthäusern, in

denen die Bewohner die Reduktion aufs Wesentliche zelebrieren können.

Gäbe es einen Preis für den

unbekanntesten Erfinder

einer höchst umwälzenden

Erfindung – so hätte Malcom

McLean alle Chancen ihn (posthum)

verliehen zu bekommen. Er

war ein amerikanischer Spediteur

und ein ziemlich genervter dazu.

Was ihm gegen den Strich ging war

die Menge an Zeit und Geld, die

beim Be- und Entladen von Schiffen

vergeudet wurde. Seine Lösung bestand

darin, die Ladung komplett

mit dem Aufbau des Lasters umzuladen

und zwar in einem Behältnis,

das bei der Ankunft im Hafen von

einem baugleichen Lastwagen dann

an sein endgültiges Ziel gebracht

werden konnte.

Der Gedankenblitz, so hat es der

an der Universität Jena lehrende

Historiker Axel Doßmann herausgefunden,

ereignete sich im Jahre

1937. Bis es zur Umsetzung kam zogen

freilich noch viele Jahre ins

Land. Erst 1956 hat McLeans Reederei

dann tatsächlich mit erfolgreichen

Tests dieser Art des Containertransports

begonnen.

Für den nächsten Schritt war

schließlich die International Organization

für Standardization (kurz

ISO) zuständig. 1964 legte sie die bis

heute verbindlichen Maße für den

genormten Seefrachtcontainer fest.

In den 1970ern wurden schließlich

die ersten dieser metallenen Behältnisse

umgewidmet und an Land als

transportable Wohn- und Bürozellen

verwendet.

Nun verband sich diese Idee mit

einer zweiten, die parallel und ebenfalls

in den USA aufgekommen war:

mit der Idee der Raumzelle. Mit

solch vollständig vorproduzierten

und beweglichen Gebäudeeinheiten

Die

Bauzeit

ist im

Extremfall

um 70

Prozent

kürzer.

Günter Jösch

Bundesverband

Bausysteme

sollten Bauen und Wohnen revolutioniert

werden – vor allem auf dem

Gebiet des Massenwohnungsbaus

oder als „Notfall-Architektur“, wie

sie etwa nach Naturkatastrophen gefragt

ist, fand Dußmann heraus.

Ein dritter Strang hatte im Planwagen

der amerikanischen Siedler

seinen Ursprung. Gedanklich war es

nur ein kleiner Schritt zum „mobile

home“, das – wiederum in den

USA – schon in der Zeit nach der

Großen Depression in den 1930er

Jahren bei großen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

planmäßig eingesetzt

wurde. Anfang der 1950er lebten

mehr als zwei Millionen US-Bürger

in solchen transportierbaren

Modulen, die vollständig eingerich-

Mobile Räume gibt es als schlichten

Standard-Bürocontainer, aber

individuell auf Maß gearbeitet. Foto:

ChompooSuppa/Shutterstock.com


unternehmen [!]

SPEZIAL

31

tet von den Herstellern geliefert

wurden: als Kleinsthäuser.

Container für temporäre

Raum-Nutzungen, Modulbauweise,

Tiny Houses – die auf

diesen benachbarten Gebieten

tätigen Hersteller in Deutschland

erfreuen sich „im Moment

einer sehr starken Nachfrage“,

sagt Günter Jösch. Er ist Geschäftsführer

des Bundesverbands

Bausysteme und

vertritt eine Branche, die

längst auf unterschiedlichsten

Feldern des Baugeschehens

Lösungen anbietet.

Der Übergang sei oft fließend.

Bei temporären Bauten

würde zuallermeist auf

Standardmodule zurückgegriffen,

bei dauerhaften

„wird vor allem individuell

und auf Maß gearbeitet“,

benennt er eine Unterscheidungslinie.

FOTO: DMITRYDESIGN/SHUTTERSTOCK.COM

Ein US-Spediteur erfand

1937 den Warencontainer.

Aus dem entwickelten

sich Raumzellen und

damit mobile Räume.

Raummodule spielen in einer

anderen Liga als Container, sind

hochwertiger, erfüllen alle möglichen

Bestimmungen und können

sich sogar in ästhetisch

ernstzunehmende Architekturstücke

verwandeln, sollte dies

vom Bauherrn gefordert sein. In

gewöhnlicher Form aber lassen

sie sich als normierte Stapelware

einsetzen, im Erscheinungsbild

Plattenbauten dann nicht

unähnlich. Aber sie kommen

dann ja auch wieder mal weg,

mal früher, mal später, mal irgendwann.

Dabei lassen sich Raummodule

in Funktionsräume fast aller

Art verwandeln, in Wohnoder

Büroräume, in Nasszellen,

Sanitär- oder Aufenthaltsbereiche,

in Verkaufsstellen oder in

Lounges. Ihren Einsatzzweck

können auf diesem Prinzip fußende

Komplexe dann ein paar

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Hochwertige Modulgebäude, konzipiert

als dauerhafte Lösungen, die schnell und

flexibel errichtet werden können, sind

seit Jahrzehnten das Erfolgsrezept von

Heinkel Modulbau mit Sitz in Blaubeuren.

Schnell errichtet, vielseitig und hochwertig

– die Modul- und Containergebäude von

Heinkel Modulbau stehen für Lösungen, die

über reine Zweckgebäude hinausgehen. Individuell

auf die Wünsche und Anforderungen

von Kunden abgestimmt, genügen die

Modulgebäude auch den anspruchsvollsten

Anforderungen. Und es gibt es noch weitere

Argumente, die für ihren Einsatz sprechen.

An erster Stelle: Der oftmals unterschätzte

Spielraum in der Innen- und Außengestaltung.

Design und Architektur – das kann Modulbau

Design und Architektur lassen heute auch im

Modulbau keine Wünsche mehr offen. Bereits

der Grundrissraster moderner Modulgebäude

bietet volle architektonische Freiheit.

Und egal ob es sich um Fassaden aus

heimischen Hölzern wie Fichte, Lärche oder

Buche, großflächige Verglasungen, Putz auf

Wärmedämmverbundsystemen oder vorgehängte,

hinterlüftete Fassadenelemente aus

Holz, Metall oder Glas handelt – jede Anforderung

kann von Heinkel Modulbau in kürzester

Zeit umgesetzt werden.

Vorteil für kleine und mittlere Gebäude

Dabei sind es nicht nur große und raumgreifende

Projekte, für die sich die Modulbauweise

eignet – häufig profitieren insbesondere

kleinere und mittlere Bürogebäude, Anbauten

und Erweiterungen von einer Realisierung

als Modul- oder Containergebäude. Kurzfristig

realisierbar, erlauben sie es Bauherren,

schnell und flexibel auf eine Expansion oder

Kapazitätsengpässe zu reagieren. Für die

Mitarbeiter entstehen so anspruchsvolle Bürokonzepte

und erstklassige Arbeitsumgebungen

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32

SPEZIAL unternehmen [!]

Neue Entwicklungen im Bauwesen

Viele Standardmodule sind bis zu 3-fach stapelbar.

Der Bundesverband Bausysteme

hat sich zum Ziel gesetzt,

auf technisch-wissenschaftlicher

Grundlage neue

Entwicklungen vorwiegend im

Bauwesen zu fördern. Im Fokus

steht dabei die industrielle

Vorfertigung in allen Bereichen.

Den Mitgliedern bietet

er Formate zum Ideenaustausch.

Er ist untergliedert in

mehrere Fachverbände (FV

Bauprodukte Digital, FV Lagertechnik

im Hochbau, FV Vorgefertigte

Raumsysteme).

Günter Jösch führt die Geschäfte

des Verbands, dessen

Mitglieder sich fast ausschließlich

aus Unternehmen

und auch einigen Forschungseinrichtungen

zusammensetzen.

Jösch bestätigt, dass die

Auftragsbücher derzeit gut

gefüllt seien, nennt aber weder

die branchenweite Umsatzentwicklung

noch einen

Gesamtumsatz, weil sein Verband

dies grundsätzlich nicht

tue.

FOTO: GARETH LOWNDES/SHUTTERSTOCK.COM

stelle in eine Anlage für die industrielle

Produktion.

Der gravierende Anstieg der Baukosten

macht auf vielen Gebieten erfinderisch.

Damit kommen die Tiny

Houses ins Spiel, Kleinsthäuser also,

deren Wurzeln ebenfalls zurück in

die USA reichen, wo die Variante auf

Rädern bereits in den 1920er Jahren

an Fahrt gewonnen hat. Hierzulande

erfahren sie in jüngerer Zeit wieder

mehr an Aufmerksamkeit, aber

nicht als Haus, mit dem es sich über

die Lande (um-)ziehen ließe, sondern

als eine Art gebautes Lebensgefühl.

„Tinyhousern” geht es in der Regel

um die Reduzierung auf das Wesentliche

zugunsten finanzieller

Es fühlt sich

nicht klein an.

Aber man muss

hier sehr

ordentlich sein.

Probewohner

eines Tinyhouse in Ulm

Tage, aber auch Monate und Jahre

erfüllen oder noch länger – etwa als

Hotel, Kindergarten, Schule, Wohnheim

oder Bürotrakt. Versehen mit

einer hochwertigen Fassadenverkleidung,

lässt sich dann von außen

nicht mehr ablesen, dass ein solches

Objekt in der Art eines Baukastens

errichtet worden ist.

Der Boom werde vor allem durch

Aufträge aus dem kommunalen oder

gewerblichen Bereich gespeist, inbegriffen

große Wohnungsunternehmen,

informiert Jösch. Der aktuelle

Bedarf habe recht viel damit

zu tun, aber ebenso, dass die Modulbauweise

längst ausgereift sei. Aufgrund

der industriellen Vorfertigung

übertreffe deren Qualität sogar die

von konventionell errichteten Gebäuden.

Weitere Vorteile seien „die

im Extremfall um 70 Prozent kürzeren

Bauzeiten“, ebenso die Umsetzung

exakt nach den festgelegten

Plänen, den genauen Verlauf von

Rohren und Leitungen inbegriffen.

Dies, so Jösch, vereinfache auf mittlere

Sicht den Bauunterhalt, könne

doch bei Sanierungen „dann immer

auf die Planunterlagen zurückgegriffen

werden“.

Die Frage, ob der augenblickliche

Boom einen spürbaren Ausbau der

Zur Person

Günter Jösch hat

Bau- und Wirtschaftsingenieurswesen

studiert. Er ist

Sachverständiger für

Schäden an Gebäuden

und freiberuflicher

Geschäftsführer

des Bundesverbands

Bausysteme. Zudem

ist er im Beirat der

VDI-Gesellschaft

Bauen und Gebäudetechnik.

Fertigungskapazitäten auslöse, verneint

der Verbandsgeschäftsführer.

In der Branche dominierten familiengeführte

Unternehmen, und die

agierten nun einmal eher vorsichtig

und setzten auf ein kontrollierbares

Wachstum. Frisch seien zudem noch

die Erinnerungen an den zurückliegenden

Boom in den frühen 1990er

Jahren, der mit einem jähen Absturz

zu Ende gegangen sei und auch in

Pleiten mündete.

Sehr wohl aber werde die derzeit

günstige Situation genutzt, um Innovationen

voranzubringen. Ein

großes Thema bildeten Schall und

Brandschutz, ein weiteres die Nachhaltigkeit,

die Wiederverwendbarkeit

„und somit die Schonung von

Ressourcen“. Auch in der Fertigung

sei viel Bewegung. Jösch nennt als

Schlagwort das „Building Information

Modeling“. Dabei gehe es darum,

die Prozesse der Planung, des

Bauens und der Bewirtschaftung eines

Bauprojektes über Planungssoftware

und GPS-gesteuerte Maschinen

miteinander zu vernetzen. Damit

schließt sich der Kreis, der mit

der industriellen Vorfertigung der

Module oder Raumzellen beginnt.

Von der Logik her verwandelt sich

dann auch die komplette Großbau-

Freiheit und persönlicher Unabhängigkeit.

Das „eigene Dach überm

Kopf“ soll es aber bittschön trotzdem

sein. Schließlich verliert der

alte Begleitspruch zum trauten

Heim und auch bei dessen Schrumpfung

seine Gültigkeit nicht: „My tinyhome

is my castle.“

Eines dieser Minihäuser machte

vergangenes Jahr in Ulm auf dem

HfG-Gelände Station. Es war aus

Holz, neun Quadratmeter groß,

thronte auf einem Trailer und enthielt

neben einem Klo und einem Sanitärbereich

so allerhand Raffinessen,

eine Dachterrasse inklusive.

Und es brachte damit durchaus

angetane Probebewohner hervor,

wovon sich einer in der SÜDWEST

PRESSE folgendermaßen zitieren

ließ: „Es fühlt sich nicht klein an.

Aber man muss hier sehr ordentlich

sein.“

Mit rund 15 000 Euro in der Sparversion

ließe sich der Traum von

den eigenen vier Wänden umsetzen,

stellte der Architekt in Aussicht, das

Basismodell ohne Designerbeleuchtung

schlage mit rund 35 000 Euro

zu Buche. Baurechtlich gelten sie

übrigens schlicht als „Gebäude“,

egal ob sie Räder dran haben oder

nicht.[!]

Thomas Vogel


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Die Zukunft des Bauens

So flexibel wie Unternehmen arbeiten, sollten auch ihre Räume sein. Mehr noch: Die

Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen und die Baukosten niedrig sein. Innovative

Modullösungen erweisen sich hier als wahre Anpassungswunder.

Moderne Modulgebäude bieten eine Vielfalt

an Gestaltungsmöglichkeiten an. Kurzfristig

entstehen neue Büroräumlichkeiten oder

Besprechungszimmer. Dabei bleiben die

Räume stets funktionell und einladend.

Gleichzeitig erfüllen sie ganz selbstverständlich

die hohen gesetzlichen Anforderungen

an Sicherheit und Arbeitsschutz.

Christian Eberhardt führt das Unternehmen

bereits in dritter Generation. Foto: EBERHARDT

Flexibel, schnell, hochwertig

Um solch vielseitige Gebäude zuverlässig

und schnell umsetzen zu können, braucht

es einen kompetenten Experten mit umfangreicher

Erfahrung. Die Modulgebäude

von EBERHARDT bewähren sich bereits seit

vielen Jahren als Interims- oder Dauerlösung.

Sie sind kurzfristig produziert, flexibel

einsetzbar und qualitativ hochwertig. Die

Module werden nach individuellen Anforderungen

im Werk in Asch bei Blaubeuren gefertigt

– so bleiben die Bauherrn und ihre

Mitarbeiter von Dreck und Lärm weitgehend

verschont. Zusätzlich werden die Gebäude

in unschlagbar kurzer Zeit produziert. Innerhalb

weniger Wochen können sie zu einem

fix vereinbarten Zeitpunkt geliefert und aufgebaut

werden. Übergeben wird die Baustelle

erst, wenn auch die letzte Lampe aufgehängt

und der letzte Stuhl am richtigen Platz

steht. Falls die Räumlichkeiten später einmal

verändert werden müssen, ist auch dies

kein Problem: Dank Modulprinzip sind dynamische

Anpassungen jederzeit möglich.

Alles aus einer Hand

Alle Gewerke werden bei EBERHARDT von

firmeneigenen Spezialisten durchgeführt

und kontrolliert. Um einen möglichst reibungslosen

Ablauf zu garantieren, berät

EBERHARDT seine Kunden von der Planung

an. „Unternehmen benötigen flexibel

gestaltbare Räumlichkeiten, in denen sich

die Mitarbeiter jeden Tag wohlfühlen. Um

dies zu erreichen unterstützen wir unsere

Kunden von der Idee bis zum fertigen Gebäude.

Bei uns bekommen Sie alles aus einer

Hand“, so Christian Eberhardt, Geschäftsführer

des 1932 gegründeten Familienunternehmens.

Nicht nur Firmen wissen

die Qualitäten zu schätzen:

EBERHARDT baut unter anderem auch Kindergärten,

Schulen, Hotels und Wohnheime

in Modulbauweise.

Jakob EBERHARDT GmbH & Co. KG

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Bauen mit Modulen

Flexibel. Schnell. Hochwertig.

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unternehmen [!]

verursachen oder Daten zu stehlen.

Deshalb müssen Unternehmen,

aber auch Freiberufler und

Privatpersonen ihre Mobile Devices

besser schützen.

Die Zahl gezielter Angriffe

auf Smartphones und Laptops

und die eher zufälliger Attacken

durch Schadsoftware, die im

Netz herumschwirrt, ist enorm

gestiegen. Auch im Raum Ulm.

So wurde gerade erst ein Maschinenbaubetrieb

vor den Toren

der Stadt von Cyber-Kriminellen

attackiert. Der Cortex-Chef

macht klar: „Das A und

O beim Schutz von stationären

und mobilen Geräten ist die permanente

Software-Aktualisierung

durch Updates.“

Dieser Überzeugung ist auch

Thorsten Urbanski vom europäischen

IT-Sicherheitshersteller

Eset. Sicherheitslösungen für

Mobile Devices, die heute feste

Bestandteile der Betriebsausrüstung

sind, seien essenziell:

„Smartphones und Tablets sind

Büros im Westentaschenformat.

Viele Mitarbeiter führen E-Mails

und Kundeninformationen mit

sich, ohne dass ihr Unternehmen

sich über die Gefahren im

Klaren ist.“ Auf Reisen und dem

täglichen Weg zwischen Zuhause

und dem Büro werden Geräte

gestohlen oder gehackt. Deshalb

sollten Daten auf Mobile

Devices immer verschlüsselt

sein.

Cyber-Attacken

aufs mobile Büro

Andreas Buchenscheit

weiß, wie man für Aufmerksamkeit

sorgt:

Vor eineinhalb Jahren

rief der Geschäftsführer der Ulmer

Internet- und IT-Dienstleistungsfirma

Cortex Media Oberbürgermeister

Gunter Czisch

an. Der sah auf seinem Display

allerdings die Nummer des damaligen

Sparkassenchefs Manfred

Oster – und ging ran. Buchenscheit

hatte sich in den

Rechner der Übergabestelle für

Telefonate (Gateway) gehackt.

„Wenn man auf solche Weise Sicherheitslücken

bei der Kommunikation

über mobile Geräte

demonstriert, hat das auf die Beteiligten

eine nachhaltige Wirkung“,

begründet Buchenscheit,

der auch Mitglied der Ulmer

Ini tiative Digital ist, seine ungewöhnliche

Vorführung.

Smartphones und Laptops

sind die bei Hackern beliebtesten

Einfallstore, um in IT-Landschaften

von Firmen Schäden zu

Foto: laymanzoom/

Shutterstock.com

IT-Sicherheit Auf Handys von Mitarbeitern befinden sich häufig

sensible Firmendaten. Für Hacker sind sie oft ein leichtes Ziel.

Profil-Lösungen ab 100 Euro

„Virenschutz alleine reicht

schon lange nicht mehr“, sagt

Michael Tschernigow vom bundesweit

tätigen IT-Sicherheitshaus

Rohde & Schwarz Cybersecurity.

Verschlüsselungs-Tools

gibt es „von der Stange“, aber

für 100 bis 200 Euro auch als

Profi-Version. „Der Schaden, der

durch einen Hacker angerichtet

werden kann, ist um ein Vielfaches

höher als dieser Preis“, betont

der Sicherheits-Experte.

Als Beispiele nennt er: Diebstahl

von Konstruktionsplänen oder

Einsicht in ein Ausschreibungsangebot.

Zudem droht juristisches

Ungemach, weil beispielsweise

die Datenschutzgrundverordnung

eine sichere Aufbewahrung

personenbezogener Daten

vorschreibt.

Nicht nur die Daten, die auf

dem Laptop liegen, sind gefährdet.

Über das Mobilgerät gelangen

Hacker auch in Firmennetze.

Deshalb müssen auch die

Kommunikationswege gesichert

werden. Dafür wird auf dem

Laptop ein Stück Software und

im Unternehmen im VPN-Gateway

(Virtual Private Network)

ein Stück Hardware installiert.

So entsteht ein „Tunnel“, durch

den die Daten rasen, ohne dass

sie von außen angreifbar sind.


unternehmen [!]

SPEZIAL

35

35

Tipps zum Datenschutz auf Reisen

Nur die wichtigsten Geräte

mitnehmen! Was nicht mitreist,

kann nicht verlorengehen

und nicht gehackt werden.

Sensible Daten in die

Cloud! „Weniger ist mehr“ gilt

auch für die mitreisenden Daten.

Sensible Unternehmensinformationen

lieber nicht mitnehmen.

Vorsicht bei Reise-Apps!

Bei so mancher Applikation wird

eine Schadsoftware gleich mitgeliefert.

Nur Apps von bekannten

Entwicklern nutzen!

Kameras zukleben! Hacker

können sich Zugriff auf die Kameras

von Laptops oder Smartphones

verschaffen und unbemerkt

die Umgebung filmen.

Empfehlenswert sind Aufkleber

mit Schiebemechanismus, um

an der nächsten Skype-Konferenz

problemlos teilnehmen

können.

Sichtschutzfolien nutzen!

In Zügen und auf Flughäfen lesen

Unbefugte leicht mit. Ein

Laptop-Blickschutz schränkt

den Blickwinkel meistens von

180 Grad auf rund 60 Grad ein.

Laut dem Bundesamt für Sicherheit

in der Informationstechnik

(BSI) sind Smartphones „höchst

attraktive Angriffsziele“, weil

sich auch auf acht Gigabyte

schon viele Daten speichern ließen,

auch Zugangsdaten zum

Firmennetz oder fürs Online-Banking.

Schnittstellen wie USB, Wlan

und Bluetooth sind oft unzureichend

abgesichert.

Container für Apps

Große Gefahr geht auch von Messenger-Diensten

und Apps aus.

„Wenn man erst mal zehn oder 15

auf seinem Gerät hat, hat man keine

Kontrolle mehr“, warnt Michael

Tschernigow. Er empfiehlt so genannte

„Container-Lösungen“. Damit

wird eine App so abgekapselt,

dass andere Apps nicht auf sie zugreifen

können. Auch ein „gehärtetes“

Betriebssystem (Android) ist

eine Maßnahme.

Hierbei gibt es einen offenen Bereich,

aus dem man kommunizieren

kann, und einen gesicherten Bereich,

in den niemand kommt. So kann ein

Unfallfoto, das ein Polizist gemacht

und im gesicherten Bereich gespeichert

hat, nicht an Skatfreunde gesendet

werden. Tschernigow: „Die

Daten können nicht aus einem Bereich

in den anderen fließen.“

Das BSI rät Unternehmen und

Behörden, bei der Auswahl ihrer

Smartphones bestimmte Rahmenbedingungen

zu beachten. Das entsprechende

Überblickspapier kann

man auf der Homepage unter

„SharedDocs“ herunterladen. Außerdem

sollten Sicherheitseinstellungen

vorgenommen und Regeln

für die Benutzung festgelegt werden.

Dazu gehören eine Liste der

ausschließlich erlaubten Anwen-

Foto: Blue Island/

Shutterstock.com

Zur Person

Andreas Buchenscheit

hat an der

Universität seiner

Heimatstadt Medieninformatik

studiert.

2009 gründete

er die Cortex Media

GmbH, die heute 8

Mitarbeiter beschäftigt,

und leitet diese

als Geschäftsführer.

dungen und ein vorgeschriebener

Umgang mit Passwörtern. Obligatorisch

ist der Einsatz von Sicherheitslösungen

mit integriertem

Virenschutz vor

Schad- und Spionage-Apps.

Thorsten Urbanski rät aber

auch zu einem „ganzheitlichen

IT-Security-Ansatz“, der über das

Thema Netzwerksicherheit und

Datenabsicherung hinausgeht. Mit

einem Mobile Device-Management,

das zu Unternehmenslösungen gehören

sollte, hätten Administratoren

neben Microsoft Windows- und

Linux-basierten Computern auch

Android- und iOS-basierte Smartphones

und Tablets im Blick – und

könnten so Angriffe abwehren und

Datenverluste verhindern. „Das ist

ein nicht zu unterschätzender Baustein

im Konstrukt ist der Mitarbeiter“,

konstatiert der Eset-Manager.

„Ihn gilt es zu sensibilisieren und

über aktuelle Cyber-Gefahren zu

informieren.“ Urbanski ist überzeugt,

„dass viele erfolgreiche Cyber-Angriffe

ins Leere gelaufen wären,

wenn man die Mitarbeiter besser

geschult hätte“. Die Belegschaft

beim Thema IT-Sicherheit mitzunehmen

zahle sich für Unternehmen

und Behörden immer aus.

Eset hat wie das BSI einen Ratgeber

veröffentlicht. Der heißt „Datenschutz

für Dummies“ und wird unter

www.datenschutz-dummies.com

kostenlos als Download zur Verfügung

gestellt. Das eBook behandelt

alle wichtigen Punkte, informiert

über Sicherheitstechnologien, Tools

und Prozesse, mit denen kleine und

mittelständische Firmen ihre Datenschutzmaßnahmen

optimieren können.

Urbanski: „Das ist ein Leitfaden,

der jedem Unternehmen weiterhilft.“

[!] Jürgen Hoffmann


Unternehmer Erwin Müller.

Foto: Lars Schwerdtfeger

36

MACHEN unternehmen [!]

Die Weichen

sind gestellt

Erwin Müller Die Nachfolge für sein

Handelsimperium ist geregelt, vom neuen

Geschäftsführer ist er überzeugt. Im Thema

Stammzellen sieht er großes Potenzial.

Mit den

wachsenden

Aufgaben blieb es

nicht aus, delegieren

zu müssen

Mit seiner Vorstellung

einer Selbstbedienungsparfümerie

krempelte Erwin

Müller 1968, damals noch als

Konzessionär, die Karlsruher

Parfümerie-Filiale der Handelskette

Wertkauf um, ließ die Warentheken

demontieren, hinter

denen die Verkäuferinnen auf

Kundschaft warteten und auch

die Glasscheiben, hinter denen

die Produkte präsentiert wurden.

„Offen gestaltet und mit der

Möglichkeit für die Kunden,

selbst auszuwählen, das war für

mich die Zukunft des Handels“.

Von einer USA-Reise im Jahr

1969 brachte Erwin Müller Anregungen

mit und auch die Erkenntnis:

Abhängigkeiten von

einem einzigen Handelsunternehmen

sind nicht gut. Drei Jahre

später eröffnete er den ersten

eigenen Drogeriemarkt in

Ulm-Böfingen.

Im Gespräch

mit dem

86-Jährigen

wird klar, dass

dies nicht nur

eine strategische

Entscheidung

war. Der

unbedingte

Wille, allein zu bestimmen,

zieht sich durch sein Leben als

Unternehmer. Er will sowohl

Entscheidungen als auch Risiken

selbst verantworten. Erwin

Müller gehört zu jener Generation,

in der ein Handschlag noch

gilt – und das gesprochene Wort

verbindlich ist. Es ist aber auch

eine Generation, in der hierarchische

Strukturen selbstverständlich

sind und Entscheidungen

an oberster Stelle getroffen

werden. „Ich will selbst steuern“,

sagt der erfolgreiche Unternehmer

und bringt damit seinen

Führungsstil auf den Punkt.

Dass er auf der Suche nach einem

passenden Nachfolger einige

Kandidaten verschlissen

hat, ist ihm bewusst. Dass dieser

Stil nicht mehr zeitgemäß

ist, akzeptiert er nicht.

Umso mehr ist er von den Eigenschaften

des neuen Geschäftsführers

Günther Helm

überzeugt. „Geradlinig, konsequent,

und jemand, mit dem

man auch mal durch den dunklen

Wald gehen kann“, beschreibt

er den 40jährigen Österreicher,

der als Leutnant bei

den Gebirgsjägern und als Geschäftsführer

bei Hofer (Aldi

Österreich) seine Qualifikationen

unter Beweis gestellt hat.

„Ich verantworte weiterhin die

Logistik und den Ladenbau“,

verweist Müller auf die klare

Trennung der Aufgabenbereiche,

bei einer gleichzeitig engen

Abstimmung. Das Unternehmen

hat, entgegen dem Trend zum

Outsourcing, eine eigene Logistik

und ein Architekturbüro mit

40 Mitarbeitern.

Mit zwei Stiftungen in Österreich

hat Müller sein Unternehmen

abgesichert, die Weichen

für die Zukunft gestellt und die

alleinige Kontrolle über das Unternehmen

gewährleistet. Das

österreichische Stiftungsrecht

ermöglicht, anders als das deutsche

Recht, ein

hohes Maß an

Eigenbestimmung.

Um den

möglichen Folgen

eines Brexits

vorzubeugen,

hat Müller

den bisherigen

Sitz der Müller Großhandels

Ltd. & Co. KG in London Anfang

des Jahres nach Liechtenstein

verlegt. „Das Fürstentum gilt

zwar als Steuerparadies, aber

das war nicht der Grund mit der

Holding nach Liechtenstein umzuziehen“,

betont der Unternehmer.

Er legt Wert auf den Hinweis,

dass er seine Steuern dort

zahle, wo er sie erwirtschaftet.

Das sind inzwischen sieben Länder,

in denen das Unternehmen

mit 845 Filialen vertreten ist.

Fit durchs Treppensteigen

„Mit den wachsenden Aufgaben

blieb es nicht aus, auch delegieren

zu müssen“, sagt Müller und

nennt vor allem seine frühere

engste Mitarbeiterin Liselotte

Tegethoff. „Sie hat vieles übernommen

und es mir ermöglicht,

neben meiner Tätigkeit im Unternehmen

noch lange Zeit im

Segelflugsport aktiv zu sein“.

Heute besteht sein Fitnessprogramm

aus den Treppen zu seinem

Büro im 4.Stock des Ver-


unternehmen [!]

MACHEN

37

waltungsgebäudes. „Die bewältige

ich mehrmals täglich, das reicht“,

meint er augenzwinkernd.

Seine gute Kondition führt er jedoch

vor allem auf regelmäßige

Stammzelleninfusionen zurück.

Überzeugt von den vielversprechenden

Forschungsergebnissen, erwarb

er bereits 2013 bei einem Institut der

Uni Heidelberg sieben Lizenzen für

die Vermarktung der Stammzellentherapie,

die in Deutschland derzeit

nur eingeschränkt zugelassen ist.

Sieben Lizenzen für Stammzellen

In Zusammenarbeit mit weiteren

Universitäten wird dort die Forschung

vorangetrieben und von

Müller mit einem zweistelligen Millionenbetrag

finanziert. „Erste Erfolge

gibt es bereits und der Durchbruch

von der Grundlagenforschung

zur anerkannten Therapie wird eine

Weltsensation“, ist sich Müller sicher.

„Ein immenser medizinischer

Fortschritt und eine Hoffnung für

viele“. Es wäre für ihn die Bestätigung

gewinnbringend investiert zu

haben und die Chance für die Gründung

eines weiteren Unternehmens.

Vermögen ist Verpflichtung – mit

dieser Überzeugung unterstützen

Erwin und Anita Müller die Uniklinik

Ulm, die Bahnhofsmission, das

Aufschnaufhaus der Uniklinik Ulm.

Unter anderem finanzieren sie auch

den Neubau des Tierheims. Das

Motto „Tue Gutes und rede darüber“

passt nicht zu dem Patriarchen, der

weniger redet, aber handelt.

Genau das fehle in der Politik. Mit

dem abgewählten, bisherigen österreichischen

Bundeskanzler Sebastian

Kurz gibt es aus seiner Sicht auch

ein positives Beispiel: Müller lobt

die klare Haltung und die Tatkraft

des 33-Jährigen. 2018 hatte ihm Kurz,

als einer von wenigen Persönlichkeiten,

die höchste österreichische

Auszeichnung für einen „Verantwortungsträger

der Wirtschaft“ verliehen.

Für Erwin Müller war das mehr

als eine weitere Auszeichnung. „Das

ist schon eine besondere Anerkennung

meines Lebenswerks“.

Die fehlt ihm bisweilen in der Region,

wo er zwar selten in der Öffentlichkeit

auftritt, aber zu einem

der großen Arbeitgeber und Immobilienbesitzer

gehört. Im Jahr 2017

hatte Müller das Gebäude des traditionsreichen

Haushaltsgeschäft Abt

erworben. Er plante einen Neubau

mit Tiefgarage: „Selbstverständlich

Das ist

schon eine

besondere

Anerkennung

meines Lebenswerks.

35 000 Mitarbeiter und ein Umsatz von 5 Milliarden Euro

Die Müller Holding Ltd. &

Co. KG ist mittlerweile europaweit

in sieben Ländern mit 848

Filialen vertreten: 553 in

Deutschland, 18 in Slowenien,

38 in Ungarn, 83 in Kroatien, 56

in der Schweiz, 87 in Österreich

und 13 in Spanien.

Das Handelsimperium des

Ulmer Unternehmers führt

mehr als 188 000 Artikel aus

den Bereichen Parfümerie, Drogerie,

Schreibwaren, Spielwaren,

Haushalt & Ambiente,

Multimedia, Naturkosmetik

und Strümpfe.

Seine erste eigene Filiale eröffnete

Erwin Müller 1972 in Ulm-Böfingen.

Heute sind es 848 in sieben Ländern.

Foto: MDOGAN/Shutterstock.com

mit einem Architekturwettbewerb

und in enger Zusammenarbeit mit

der Stadt.“ Doch dieser Deal ist nach

seinen Worten wegen der Vielzahl

geforderter Gutachten geplatzt. „Die

nächsten 15 Jahre bleibt alles, wie es

ist, lediglich im Inneren des Gebäudes

wird nach den Erfordernissen

des künftigen Mieters umgebaut.

Was danach ist, wird mich nicht

mehr interessieren“. [!] Sigrid Balke

Aktuell beschäftigt das

Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein

rund 35 000 Mitarbeiter

und rund 950 Auszubildende.

Für das aktuelle Geschäftsjahr

2019 plant Müller in der

Gruppe einen Umsatz von

knapp 5 Milliarden Euro.


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Größe einzigartig. Charme und ehrliche Herzlichkeit prägen den Charakter.

Weniger ist

mehr für den

individuellen Gast

Mit dem bewussten Verzicht durch die

Reduzierung der Anzahl von Zimmern und

Suiten im Rahmen der vergangenen Gesamterneuerung

setzt das Castel einen Gegentrend, in einer

Zeit wo ringsum Hotels alljährlich zu „Bettenburgen“

vergrößert werden. Weniger Betten, bei gleicher, großzügiger

Infrastruktur bedeuten ein Mehr an Servicequalität, Komfort, Privatsphäre

und Individualität. Dazu der neue Einrichtungsstil mit hochwertigen

heimischen Materialien bestimmt von Wohlgefühl, Eleganz und Leichtigkeit

prägen nun das Castel und manifestieren den hohen Anspruch der Gastgeberfamilie,

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wie Golf, Wandern, E-Bike-Touren und

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40

LEBEN unternehmen [!]

Der Ausstellungmacher

Die private Seite Unternehmer gestalten und tragen Verantwortung in ihrer Firma. In einer

neuen Serie schildern wir, was sie persönlich anspornt. Heute: Artur Walther.

Artur Walther in der aktuellen

Ausstellung „Then and Now“ im

Neu-Ulmer Teilort Burlafingen.

Zu sehen sind Fotografien aus

China von der Kaiserzeit bis

heute. Fotos: Volkmar Könneke

Bei Goldman Sachs & Co.

in New York brachte es

Artur Walther als Investmentbanker

bis

zum Partner, stand der weltweiten

Capital Markets Group vor

und war einer der Gründer des

globalen Verbandes der Derivathändler

(ISDA). 1994, mit 45 Jahren,

beendete er seine Karriere

– sehr bewusst und finanziell

unabhängig. Heute ist Walther

Kunstsammler, Museumsdirektor

und Ausstellungsmacher.

„Mir war immer klar, dass

mein Leben nicht eingleisig verlaufen

soll. Es war nur die Frage

des Zeitpunkts“. Mit der gleichen

Leidenschaft, mit der er als

Wall-Street-Banker äußerst erfolgreich

Karriere machte, ist er

seither als anerkannter Kunstsammler

weltweit unterwegs.

Walther sitzt in einigen wichtigen

Museumsvorständen und

Gremien, darunter dem Architecture

and Design Committee

des MoMA und vertritt als Präsident

die von ihm gegründete

US-Kunststiftung Walther Family

Foundation. Deren Bestand

gilt als weltweit umfassendste

Sammlung historischer und

zeitgenössischer afrikanischer

und chinesischer Fotografie und

Videokunst.

Inmitten einer 60er Jahre

Siedlung im Neu-Ulmer Ortsteil

Burlafingen, mit spitzgiebligen

Häusern und Gartenzwergidylle

stand Artur Walthers Elternhaus,

das als „Schwarzes Haus“

heute Teil eines außergewöhnlichen

Architekturensembles

und Ausstellungsraum für eine

herausragende Sammlung ist.

„Es ist schon etwas Besonderes

sich den Campus in Neu-

Ulm zu leisten“, sagt Walther,

der sich den Standort für seine

Sammlungspräsentation sehr

bewusst ausgewählt hat. „Eine

besondere Sammlung an einem

besonderen Ort und ein Teil von

Burlafingen“, begründet der


unternehmen [!] LEBEN 41

Artur Walther in seinem Campus: „Mich reizt der Blick des Fotografen auf die Welt.“

Kosmopolit mit Neu-Ulmer

Wurzeln seine Entscheidung.

„Der Reiz des Sammelns liegt

für mich in der Suche nach dem

weniger Erforschten, keine ikonische

Fotografie und keine Einzelbilder,

sondern Serigrafien.“

Darauf angesprochen warum

überhaupt Fotografie antwortet

Artur Walther sehr pragmatisch:

„Ich habe mich mit Architektur,

Design und Fotografie beschäftigt

und mich

dann für eines

entschieden.“

Entscheidend

sei der Kontakt

zum Künstlerpaar

Hilla und

Bernd Becher

gewesen.

Wichtig ist mir

der Kontakt

mit den Menschen.

Ich will verstehen,

was sie antreibt.

„Schau Dir

Sanders und Blossfeld an, gaben

mir die weltbekannten Fotografen

mit auf den Weg“, erzählt er.

Aus diesem Impuls entwickelte

sich die Sammlung „Und

ich habe mich mit ihr entwickelt.

Wenn ich etwas mache,

bringe ich sehr viel von mir ein.

Das war auch früher so“, sagt

der 70-Jährige. Jetzt ist Sammeln

sein Leben. „Mich reizt der Blick

des Fotografen auf die Welt, die

Auseinandersetzung mit anderen

Kulturen, den Menschen

und dem gesellschaftspolitischen

Umfeld in dem die Künstler

arbeiten“.

Artur Walther ist kein Sammler

der zum Selbstzweck sammelt,

nicht ausschließlich um etwas

besitzen zu wollen. „Ich betreibe

das Sammeln sehr individuell

und sehr konzeptionell.

Wichtig ist mir der Kontakt mit

den Menschen. Ich will verstehen

was sie antreibt und welche

Einflüsse sie

geprägt haben.“

In Afrika

und vor allem

in China sind

das zu einem

großen Teil die

politischen

Verhältnisse,

die ein freies

Arbeiten für die Künstler bis

heute erschweren.

Einer seiner Wegbegleiter

war Okwui Enwezor, der im

März verstorbene nigerianische

Kurator, Autor und zuletzt Direktor

im Haus der Kunst in

München. Er verfügte über ein

großes Netzwerk, motivierte

und unterstützte Walther. Zudem

kuratierte er 2010 dessen

Eröffnungsausstellung afrikanischer

Fotografie. Die Kunststiftung

bespielt die Ausstellungs-

21. 10. 2018

–6. 10. 2019

AusgAng

offen

Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 1

89073 Ulm

Telefon: 0731-161 43 60

www.kunsthalle-weishaupt.de

Neues aus

der sammluNg


42

LEBEN unternehmen [!]

häuser in Neu-Ulm und die kleinere

Dependance, den 2011 eröffneten

Space in New York, sie

kuratiert Ausstellungen in Museen

im In-und Ausland, veranstaltet

international besetzte

Symposien und ist anerkannter

Herausgeber wissenschaftlich

aufbereiteter Publikationen.

Die bisherigen Sammlungskataloge,

Künstler-Monografien

und projektbezogenen Veröffentlichungen

entstanden in enger

Zusammenarbeit mit versierten

Kunstexperten. Deren

Expertise unterstreicht den wissenschaftlichen

Anspruch soziale

Bedeutungen und Funktionen

der Fotografie zu erkunden,

sie erweitert und dokumentiert

die Geschichte der Fotografie

und fördert die Künstler.

Noch hat die Sammlung

oberste Priorität, doch für die

Zukunft hat Artur Walther ein

klares Konzept, in das er zunehmend

seine beiden erwachsenen

Töchter einbeziehen will. „Es

geht darum, die Dynamik meines

Lebens etwas zu verlangsamen“,

sagt der 70-Jährige. Nicht

zuletzt möchte er mehr Zeit auf

seinem ländlichen Anwesen

nordöstlich von New York verbringen.

„Mit einem ausgeprägten

Bewusstsein für die Natur

und mich selbst. Das wäre früher

undenkbar gewesen.“

Was uns

Einblicke

und Wahrheiten

ermöglicht, ist

wichtig.

Doch in der nächsten Zeit

steht vernakuläre, also historisch

gewachsene Fotografie im

Fokus des Sammlers. Mal wieder

etwas Besonderes, was im

Kanon der Museen nicht vorkommt.

Die historischen Fotografien

kommerziell arbeitender

Profis sieht Walther als „social

history“ als Dokumentation unterschiedlicher

Alltagsthemen

und der Veränderung vom Bild

des Menschen im Lauf der Zeit.

Auf die Frage: Ist das Kunst? hat

Artur Walther eine klare Antwort:

Was uns Einblicke und

Wahrheiten ermöglicht, ist

wichtig. Das ist Kunst! [!]

Sigrid Balke

Jeden Freitag gibt es Führungen

In einigen Fotos steckt Kritik am chinesischen Regime. Doch diese ist verklausuliert, damit die Fotos nicht beschlagnahmt werden.

Die Walther Collection ist eine internationale

Privatsammlung. Sie verfügt über zwei

Ausstellungsstandorte in Neu-Ulm/Burlafingen

und in New York. Die Ausstellung „Then

an Now. Life and Dreams Revisited“ in Neu-

Ulm ist bis zum 27. Oktober in der Walther

Collection in Burlafingen (Reichenbacherstraße

21) zu sehen: Die Öffnungszeiten

sind: donnerstags bis sonntags, 14 bis 17 Uhr.

Führungen gibt es freitags, 17 Uhr, und jeden

ersten Sonntag im Monat, 15 Uhr. Schulklassen

nach Anmeldung.


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 43

Daten für die

Radwelt

Infrastruktur Wenn mehr Menschen

aufs Rad steigen, dann

macht das die Städte ein gutes

Stück lebenswerter. Davon sind

drei Studenten vom Technikcampus

Friedrichshafen der

DHBW Ravensburg und ein

Kommilitone von der TU München

überzeugt. Zusammen haben

sie das Start-up Bike Solutions

gegründet. Gemeinsam

mit anderen Radfahrern wollen

sie Daten sammeln, die Städte

nutzen können, um die Infrastruktur

für Radler zu verbessern.

Ein Partner der Studierenden

ist die Stadt München.

Keime mit Licht

bekämpfen

Krankenhaus Mehr als 400 000

Deutsche infizieren sich jährlich

mit resistenten Krankenhaus-Keimen.

Die künstliche

Beatmung auf Intensivstationen

gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren

für eine Infektion.

Aktuelle Forschungsergebnisse

deuten darauf hin, dass manche

Keime bei Bestrahlung mit

sichtbarem Licht absterben. Experten

der Technischen Hochschule

Ulm wollen bis 2021 herausfinden,

ob leuchtende Beatmungstuben

die Infektionsgefahr

verringern können. Das

Bundesministerium für Bildung

und Forschung unterstützt das

Forschungsprojekt mit insgesamt

331 000 Euro.

Continental

fördert weiter

Verkehr Fünf Jahre ist es her,

dass der Automobilzulieferer

Continental beschlossen hat, die

Ausbildung von Studenten an

der Hochschule Kempten zu unterstützen.

Nun steht fest: Eine

von Continental finanzierte Stiftungsprofessur

wird es auch die

Noch mehr als bisher werden künftig intelligente Assistenzsysteme

Autofahrer unterstützen. Foto: Zapp2Photo/Shutterstock.com

Akzeptanz für autonomes

Fahren nimmt zu

Mobilität Die DHBW Ravensburg hat zum siebten Mal die Sicht der

Deutschen auf Mobilitätstrends untersucht. Diesmal nahmen die Forscher

vor allem die Meinungen zum autonomen Fahren unter die Lupe.

Das Ergebnis: Die anfängliche Skepsis geht zurück. Waren im Februar

2018 nur 28 Prozent aller Befragten der Meinung, dass sich Automobilhersteller

aktiv beim autonomen Fahren engagieren sollten, sind es im

März 2019 bereits 41 Prozent. Doch bevor auf Deutschlands Straßen die

Autos fahrerlos unterwegs sind, müssen noch einige rechtliche und

ethische Fragen geklärt werden. 73 Prozent der Befragten sind der Ansicht,

dass der Prozess noch länger als zehn Jahre dauern wird, jeder

vierte Befragte geht von mehr als 20 Jahren aus.

nächsten drei Jahre geben. „Es

ist eine großartige Möglichkeit,

junge Talente zu gewinnen, sie

für die faszinierende Technologie

zu begeistern und proaktiv

in der Region Präsenz zu zeigen“,

so Karlheinz Haupt, Leiter

des Geschäftsbereichs Fahrerassistenzsysteme

bei Continental .

Gemeinsam

gegen den Müll

Erasmus Studierende der

HfWU Nürtingen-Geislingen

wollen mit lokalen Akteuren das

Müllproblem der Stadt Bukarest

lösen. Das Engagement findet im

Rahmen des Erasmus-Projekts

„Community Learning for Local

Change“ statt. Bis 2021 sollen sogenannte

„Community Innovation

Labs“ entstehen, in denen

an innovativen Geschäfts- und

Kooperationsmodellen gearbeitet

wird.

Kurse in

Klebetechnik

Wahlfach Die Technische

Hochschule Ulm führt seit mehr

als zehn Jahren Klebetechnik-Kurse

für das Bremer Fraunhofer

Institut für Fertigungstechnik

und Angewandte Materialforschung

durch. Über 300

Klebpraktiker-Auszubildende

haben seitdem gelernt, worauf

sie beim fachgerechten Fügen

achten müssen. Die Hochschule

und das Institut haben nun beschlossen,

ihre Kooperation

fortzusetzen. Studierende haben

die Möglichkeit, das Wahlfach

„Klebtechnik mit Labor“ zu besuchen

und die Prüfung zum

Klebpraktiker ablegen.

Platz neun in

Deutschland

Rangliste Mit ihren betriebswirtschaftlichen

Studiengängen

liegt die HfWU Nürtingen-Geislingen

in einer Studie der Wirtschaftswoche

auf Platz neun der

besten deutschen Hochschulen.

Für das Ranking wurden 650

Personalverantwortliche aus

Unternehmen danach befragt,

welche Absolventen sie am

liebsten und erfolgreichsten einstellen.

Prorektor Ulrich Sailer

freut sich über das Ansehen der

HfWU und hält es für begründet:

„Wir kümmern uns an beiden

Standorten intensiv um die

Qualität der Lehre. “

Studiengang für

Steuerberater

Master Die Hochschule Biberach

startet einen neuen Studiengang

für angehende Steuerberater.

Ab dem Wintersemester

2019 können die ersten Studierenden

ihren Master in Steuerlehre

machen. Das Studium findet

größtenteils in Stuttgart

statt, es bereitet auch auf die

Prüfung zum Steuerberater vor.

Absolventen können sie direkt

nach ihrem Abschluss ablegen,

wenn sie während des Studiums

berufstätig waren. Zum Vergleich:

Wer eine Ausbildung

zum Steuerfachangestellten gemacht

hat, benötigt zehn Jahre

Berufspraxis, um die Prüfung

ablegen zu dürfen. [!] gys


44

RESSORT MACHEN unternehmen [!]

Rasante Extravaganz

Say GmbH Das schnellste Elektroboot der Welt kommt aus dem Allgäu. Dort sitzt eine

Hightech-Schmiede, die Träume für wohlhabende Wassersportfans wahr werden lässt.

Ein Rumpf aus Carbon,

rund 500 PS, giftgrüne

Lackierung, „Insane

Button“ und jede Menge

Fahrspaß – das klingt ein wenig

nach Rennwagen, ist aber

eine Yacht. Eine Yacht, die in

einer kleinen Werft in der Nähe

von Wangen im Allgäu gebaut

wird. Doch das ist nicht das einzig

Ungewöhnliche an der Say

GmbH. Eine weitere Besonderheit:

Das Unternehmen baut die

in ihrer Größe schnellste Elektro-Yacht

der Welt, die Say 29E

Runabout Carbon. Höchstgeschwindigkeit:

89 km/h.

„Wir sind eben anders als andere“,

erklärt Randy Buhmann,

der Chef des operativen Geschäfts

(COO). Den traditionellen

Bootsbau empfindet er als

eher klassisch-konservativ. Zu

diesem „Anders-sein“ gehört

eine extravagante Farbauswahl

der Boote genauso wie Image-

Clips auf Social Media-Kanälen

oder PR-Aktionen. Um zu beweisen,

wie leicht so eine Yacht

aus Carbon ist, wurde sie mitten

im Schneechaos an einem

Hubschrauber auf den berühmten

Hahnenkamm von Kitzbühel

geflogen. Mit dabei: Markenbotschafter

Johannes Haller,

Yacht-Verkäufer und bekannt

aus diversen TV-Shows

(siehe Kasten).

„Wer unsere Boote kauft,

will zeigen, was er hat und

kann. Unsere Boote kauft man

sich nicht, weil man sie braucht,

sondern weil man sie haben

will“, sagt Randy Buhmann.

350 000 Euro kostet zum Beispiel

die 29E. Das Unternehmen

hat zwei Vorführboote am

25 Kilometer entfernten Boden-

Unsere Boote

kauft man sich

nicht, weil man sie

braucht, man will

sie haben.

see. Gebaut

wird allerdings

nur auf Bestellung.

„Von

Null bis Boot

benötigen wir

hier rund

sechs Monate“,

sagt Buhmann.

Bis zu 13 Randy Buhmann

Meter lang COO der Say GmbH

wird so ein

Boot und kostet ab 250 000

Euro in der sogenannten Semi-Custom

Bauweise. „Wir machen

zwar keine Einzelanfertigungen“,

erklärt er, „aber wir

gehen gern auf Sonderwünsche

der Kunden ein.“ 2018 wurden

sechs Boote verkauft.

Geschäftsführer Karl Wagner

ist Carbon-Experte. 1993

hatte er das österreichische Unternehmen

CarboTech gegründet

und jahrelang Erfahrungen

in der Autoindustrie und dem

Formel 1-Rennsport gesammelt.

Mittlerweile ist das Carbon-Unternehmen

verkauft und Wagner

Geschäftsführer der Say

GmbH. Er ist mit Buhmann und

weiteren Investoren 2015 in die

bereits seit 2006 bestehende

Firma eingestiegen, um sie zu

einem „ernsthaften Unternehmen“

auszubauen, wie Buhmann

es nennt.

Damals war

die Werft noch

im Gewerbegebiet

von Lindau.

Heute gibt

es eine große

Halle in Schauwies

bei Wangen

im Allgäu.

Zehn Boote

können hier

pro Jahr gebaut werden. Ein angrenzendes

Grundstück könnte

ebenfalls bebaut werden und

die Kapazität auf 25 erhöhen.

Doch das verhindert vorerst

die Personalsituation. „Wir

sind in einer Wachstumsphase.

Wir könnten mehr produzieren

als es uns derzeit möglich ist,

weil wir nicht genügend Personal

finden. Wir suchen dringend

Bootsbauer.“

Der nächste Schritt könnte

daher sein, Ausbildungsplätze

im eigenen Betrieb zu schaffen.

Aber auch hier müssen die geeigneten

Bewerber erst einmal

gefunden werden. Bootsbau ist

in Süddeutschland nicht gerade

an der Tagesordnung. „Hier

am Bodensee gibt es eher Reparaturbetriebe

als Hersteller“,

sagt der Maschinenbautechniker

Buhmann.

Als die acht Mitarbeiter große

Firma 2015 richtig Fahrt aufnahm,

waren so genannte „Rich

Kids“ die anvisierte Zielgruppe.

Kinder mit reichen Eltern,

die genügend Taschengeld für

Spielereien wie eine Carbon-Yacht

haben. Doch laut

Buhmann sind die meisten Käufer

heute eher Unternehmer

50+. „Wohlhabende Männer, die

gewisse Ziele in ihrem Leben

erreicht haben“, sagt er. Überraschend

viele seien sogar Erstkäufer

und hätten vorher noch

nie ein Boot besessen.

Genau wie der Werkstoff

Carbon ist das ganze Thema

Elektro-Mobilität großes Neuland

im Bootsbau. Rund 100 000

Euro Aufpreis kostet bei Say die

Elektroausführung im Vergleich

zum Verbrennungsmotor.

Das Say-Modell RIB45 verfügt über 880 PS und

ist ab 550 000 Euro zu haben. Dieses Boot ist

derzeit an der Côte d‘Azur im Einsatz.


unternehmen [!]

RESSORT

MACHEN

45

Say-Betriebschef Randy Randy Buhmann

prüft die Qualität einer Sitzschale.

TV-Star an Bord

Doch Buhmann sieht durchaus

große Chancen für die neue

Antriebstechnik: „Am Ammersee

oder Starnbergersee gibt es

zum Beispiel nur eine begrenzte

Anzahl von Lizenzen für

Boote mit Verbrennungsmotor.

Mit Elektro-Motor darf man sofort

losfahren.“

E-Antrieb zum Küstenschutz

Er ist sich sicher, dass es am

Meer aus Umweltschutzgründen

früher oder später immer

mehr Küstenbereiche geben

wird, die nur mit Booten mit

E-Antrieb angesteuert werden

dürfen. Dann kann eine Say-

Yacht als das perfekte Beiboot

einer größeren Yacht dienen.

Die meisten Kunden landen

über Händler bei Say. Das Unternehmen

bevorzugt dabei

Händler, die eine eigene Vorführ-Yacht

kaufen und das Geschäft

ernsthaft vorantreiben.

Einer davon sitzt am Zürichsee,

einer am Wörthersee oder auf

Ibiza. An der Côte d‘Azur ist

man auf der Suche. Übrigens:

Wer mag, kann sich seine Say-

Yacht in der passenden Farbe

zu seinem Lamborghini bestellen.

[!]

Julia Rizzolo

Mit dem Ravensburger

Johannes

Haller hat die Say

GmbH einen prominenten

Mitarbeiter.

Der 31-Jährige

ist gelernter Automobilkaufmann

und war 2017

Teilnehmer in

der TV-Show

„Die Bachelorette“

(RTL). Dort

schaffte er es bis

ins Finale. Schon

damals arbeitete

er bei Say als

Yacht-Verkäufer.

2018 nahm Haller

dann bei „Bachelor

in Paradise“ (RTL)

und „Promi Big

Brother“ (Sat1)

teil. Heute fungiert

er als Markenbotschafter

für die Firma und

unterstützt diese

zum Beispiel bei

Messen, PR-Aktionen

oder im Social-Media-Bereich.

Markenbotschafter

Johannes

Haller.

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46

Ich war jung und

brauchte das Geld

FOTO: ZORANORCIK/SHUTTERSTOCK.COM

Umfrage Rüben hacken, Blechkanten glätten, Regale befüllen, im Kindergarten aushelfen

und Scheinwerfer zusammenschweißen. Was tut man als Jungspund nicht alles, um die

erste eigene Knete zu verdienen? Geschadet hat es keinem der fünf Führungskräfte, die

Stefan Loeffler nach ihren ersten Ferienjobs befragt hat. Im Gegenteil.

1) Wann hatten Sie Ihren ersten Ferienjob?

2) Weshalb haben Sie gejobbt?

3) Hatten Sie mehrere Jobs, wenn ja, welche?

4) Wissen Sie noch, wie viel Geld Sie damals

verdient haben?

5) Was war Ihre härteste oder schönste Tätigkeit?

6) Was haben Sie aus der Ferienarbeit gelernt?


FOTO: ZORANORCIK/SHUTTERSTOCK.COM

unternehmen [!] LEBEN 47

Mit 14, vier Wochen in den

1 Sommerferien. Alle anderen

waren am Baggersee.

Holger Heimann, geschäftsführender

Gesellschafter der

Ulmer it.sec GmbH & Co. KG,

fuhr als Ferienjobber spontan

mit einem Kleintransporter

übers Wochenende nach Italien.

Ich war jung und brauchte

2 das Geld. Ich wollte eine Stereoanlage

und meine Eltern haben

ihre finanzielle Unterstützung

unter Bedingungen gestellt.

Einige. In der Metall- und

3 chemischen Industrie, als

ich einen Führerschein hatte,

dann Kleintransporte. Ich habe

eigentlich immer gearbeitet.

In meinem ersten Ferienjob

4 waren es um die sieben

Mark in der Stunde.

Bei den Kleintransporten

5 gab es einmal eine Anfrage,

etwas nach Italien zu fahren.

Und zwar sofort. Das war an einem

Donnerstagmittag. Der

Chef meinte, er bräuchte den

Transporter erst am Montag

wieder und würde auch eine

Matratze reinlegen. Ich habe

FOTO: BE GOOD/SHUTTERSTOCK.COM

meinen besten Freund angerufen

und zwei Stunden später waren

wir auf dem Weg in ein Italien-Wochenende.

Mit Verlaub: die Arschbacken

6 zusammenzukneifen.

Die Dipl.-Ing. Susanne Gieler-Breßmer,

Geschäftsführerin

der IGF Ingenieur-Gesellschaft

für Bauwerksinstandsetzung,

jobbte, um sich ihr erstes Mofa

kaufen zu können.

Während meiner Schulzeit

1 habe ich regelmäßig Nachhilfe

in Mathematik und Latein gegeben

und dadurch mein Taschengeld

aufgebessert. Im Jahr

1973 hatte ich dann meinen ersten

Ferienjob.

Weil ich ein Mofa kaufen

2 wollte und mir dieses von

meinem Taschengeld sowie dem

Geld, das ich durch Nachhilfe

verdient habe, nicht leisten

konnte.

Als ständige Jobs habe ich

3 Nachhilfe gegeben und bei

einem Lebensmittelmarkt die

Buchhaltung vorbereitet. In den

Ferien habe ich bei einem Bauern

auf dem Feld Rüben gehackt

und später mit 16 Jahren am

Fließband Scheinwerfer zusammengeschweißt.

Nein, aber genug, um meine

Wünsche zu erfüllen und

4

niemanden um Geld dafür bitten

zu müssen.

Die härteste war das Fließband,

die schönste das Rü-

5

benhacken an der frischen Luft.

Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit,

Durchhaltevermögen,

6

Verantwortungsbewusstsein

und das Aushandeln eines

auskömmlichen Lohns für

gute Arbeit wurden geschult.

Außerdem die Erkenntnis,

dass Wünsche,

die man sich durch

selbst erarbeitetes

Geld erfüllen

kann, nachhaltig

sind

und stolz

machen.

ZAR Zentrum für ambulante

Rehabilitation

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FOTO: LUIS CARLOS JIMINEZ DEL RIO/SHUTTERSTOCK.COM


48

LEBEN unternehmen [!]

Mit 14 Jahren.

1

Um Geld zu verdienen für

2 meine Sommerurlaubspläne.

Zum Beispiel konnte ich so das

Ferienlager realisieren und bereits

Geld für den Moped Führerschein

ansparen.

FOTO: WARUT PRATHAKSITHORN/SHUTTERSTOCK.COM

Frank Wilberg, Hoteldirektor

des Maritim Ulm, gab als

Ferienjob schon in den USA

Deutschunterricht.

Ja, aber auch auf die Jahre

3 verteilt. Das waren unterschiedlichste

Bürotätigkeiten,

Jobs in der Vermessungstechnik

und im Kindergarten. An den

Wochenenden habe ich ganzjährig

Zeitungen ausgetragen.

Nicht wirklich, es hat sich aber

4 auf jeden Fall immer gelohnt.

Die härteste Tätigkeit war

5 der Auf- und Abbau der

Stromversorgung für ein Stadtfest.

Die schönste Arbeit war, als

ich während eines einjährigen

USA-Aufenthaltes Deutschunterricht

geben konnte.

Ich habe gelernt, dass Arbeit

6 nicht nur Vergnügen ist.

Wenn man

sich jedoch

einbringt,

wird man

eine entsprechende

Wertschätzung

genießen können und

Lob als Anerkennung. Wer etwas

erreichen will, muss auch

anpacken können.

1

Mit 18 Jahren. Drei Wochen

lang ging ich früh morgens

in einen Stahlhandel, um mit

einem Winkelschleifer Blechkanten

zu glätten.

Um zu erleben, wie es sich

2 anfühlt Geld selbst verdienen

zu müssen und zu können

und welche Strapazen mitunter

dafür zu ertragen sind.

Ich arbeitete auch bei einem

Catering-Service und

3

hatte einen weiteren Job im

Elektronik-Einzelhandel. Dort

hieß es: Schritthalten mit der

technischen Entwicklung, die

Produkte kennen und den

Kunden etwas Sinnvolles empfehlen.

In einer Verlagsdruckerei

befüllte ich Regale und

sortierte Bücher. Zudem installierte

ich Rechnersysteme

FOTO: RCHERIX/SHUTTERSTOCK.COM

Lernte beim Jobben den

respektvollen Umgang mit den

Mitmenschen: Prof. Dr.-Ing.

Thomas Glogowski von der

Fakultät Maschinenbau der

Hochschule Ravensburg-Weingarten.

bei einer Versicherung neu

und jobbte bei einer Rundfunkanstalt

in Köln.

Die Stundenlöhne

4 schwankten zwischen 11

und 60 Mark.

Das war mit Abstand der

5 Job im Stahlhandel, der bei

einer 8 Stunden-Schicht eine

nahezu andauernde körperliche

Bewegung bedeutete. Ich

erinnere noch abends im Kino

15 Minuten nach Filmbeginn

eingeschlafen zu sein.

Viele Jobs erfahren nicht

6 die Würdigung, die sie

verdienen. Respektvoller Umgang

miteinander und die

Wertschätzung für die Tätigkeit

der Mitmenschen fehlt

uns leider zunehmend.

Ludger Wendeler, Geschäftsführer

der Burger Schloz

Automobile GmbH in Uhingen

stieg mit sechs Mark in die

Arbeitswelt ein.

Das war, soweit ich weiß,

11983 im Ersatzteillager eines

Autohauses. Ich war 15 Jahre

alt und Schüler.

Um Geld für private Anschaffungen

zu verdienen.

2

Und ehrlich gesagt, damit ich

in den jungen Jahren nicht

mehr mit den Eltern in den

Sommerurlaub fahren

musste und zu Hause

bleiben konnte.

Ich hatte mehrere

3 Jobs in der gleichen

Firma, aber in verschiedenen

Abteilungen und

an verschiedenen Standorten

– in der Buchhaltung und im

Verkaufsinnendienst. Ich habe

jedes Jahr in den Sommerferien

gearbeitet bis weit in die

Studienzeit hinein.

FOTO: SILENTALEX88/SHUTTERSTOCK.COM

Ich meine, dass es am Anfang

sechs Mark pro Stun-

4

de waren. Später wurde es

dann etwas mehr.

Körperlich waren die Tätigkeiten

zum Glück nicht

5

allzu hart. Besonders Spaß gemacht

hat mir das Überführen

von Fahrzeugen aus ganz

Deutschland.

Man bekommt

6 erste Erfahrungen

in der Wirtschaft und

lernt Weisungen entgegenzunehmen,

was in

dem Alter naturgemäß nicht

immer leicht ist. Und ich war

stolz auf das erste selbstverdiente

Geld. Ich kann jungen

Leuten nur ans Herz legen,

diese Erfahrungen zu machen.


VORTEILS-

PREISE

für Abonnenten der

SÜDWEST PRESSE

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SÜDWEST IMPULS 2019

VORSPRUNG DURCH WISSEN

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Veranstaltungsort:

Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, 89073 Ulm

Jeweils von 19.30 bis 21.00 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr).

Preise: Einzelkarte 49,– €* | 59,– € || Doppelkarte (2 Personen je Vortragsabend) 79,– €*

4er Hebstabo 169,– €* | 206,– € *Vorteilspreis für Abonnenten der SÜDWEST PRESSE „abomax“

Infos und Buchung bei der Veranstaltungsagentur:

SPRECHERHAUS® | +49 (0) 2561 97 92 888 | www.sprecherhaus-shop.de oder unter www.südwestimpuls.de

Sponsorpartner:

Nach der Sommerpause geht’s mit folgenden Top-Referenten und Themen weiter:

5 Do., 26.09.2019 | Dr. Carl Naughton

Switch

Wie Welt und Wandel in unseren Kopf kommen

Mehr als 15 Jahre hat Dr. Naughton in Lehre und Forschung an

der Uni Köln verbracht mit dem Fokus: Köpfe öffnen, Gedanken

verankern, Informationen vermitteln. Wie kann man Welt und Wandel wertschätzend in den

Kopf bekommen? Wie erreiche ich Veränderungsfähigkeit? Der Vortrag des promovierten

Linguisten widmet sich den kleinen und großen Veränderungen und ihrem Gelingen. Er analysiert

den Switch! Angefangen von den Stellschrauben des Switch, über den persönlichen

Switch bis hin zum sozialen Switch. Er beantwortet, welches klare Muster funktionierende

Veränderung immer hat und warum erfolgreiche Veränderung immer einen Reiter und einen

Elefanten anspricht.

„ Switchen Sie um und überlassen Sie Ihr Gehirn keinem Autopiloten!“

6 Do., 17.10.2019 | Dani Nieth

Frustfrei

Jammern macht krank – Sie und Ihr Umfeld!

Dani Nieth sagt dem destruktiven Jammern den Kampf an! Aus

über 20 Jahren Seminar- und Coachingerfahrung hat er ein

wirksames Entwöhnungsprogramm entwickelt: Den Sieben-Punkte-Plan, der mit einfachen

Übungen hilft, negative Denkmuster und starre Sichtweisen aufzubrechen und generellen

Pessimismus zu bekämpfen. Er zeigt, wie Sie Energiekiller abschaffen, die uns daran hindern

unsere Tatkraft dort einzusetzen, wo sie Nutzen, Lebensqualität, Gesundheit und Erfolg

bringt. Er hält anschaulich und unterhaltsam seinem Publikum den Spiegel vor, um das Bewusstsein

zu schärfen wie wichtig die Auswirkungen und die Eigenverantwortung für „Frust

oder Lebenslust“ sind.

„ Wer muss, spielt Opfer.“

7 Do., 21.11.2019 | Marc Gassert

Disziplin!

Nicht das Anfangen wird belohnt,

sondern das Durchhalten

Wir brauchen nicht mehr Kraft, Wissen, Talent oder DIE Gelegenheit

– was wir brauchen, ist die Selbstdisziplin, das zu nutzen, was wir haben. Marc Gassert

analysiert die „TOOLBOX“ der Selbstdisziplin, macht sie für jeden zugänglich und hilft so,

das eigene Potential voll auszuschöpfen. Mit Meistergraden in drei asiatischen Kampfkünsten

ist er der Experte für „das Tao der Disziplin“. Er veranschaulicht in einem lebhaften Vortrag

den Blick auf asiatische Weisheiten: voller Inspiration, Tiefgründigkeit, spannend und reich

an Bildern. Disziplin hilft uns unsere Ziele zu erreichen – sei es privat oder beruflich.

„ Disziplin ist nicht käuflich – aber sie zahlt sich aus.“

8 Do., 12.12.2019 | Claudia Kleinert

Unschlagbar positiv

Die Charisma-Formel

Warum gelingt es manchen Menschen völlig unabhängig von

Aussehen und Attraktivität andere mitzureißen, zu begeistern

und anderen nur schwerlich? Die Wirkung auf andere wird durch verschiedene Faktoren bestimmt.

Viele dieser Eigenschaften sind uns von Geburt an mitgegeben, geraten aber im Laufe

der Zeit in Vergessenheit. Claudia Kleinert ist sich sicher: Das gewisse Etwas können Sie

erlernen! Praxisnah zeigt sie Ihnen, wie Sie Ihre Ausstrahlung, Ihr Charisma und Ihre Kommunikations-

oder Führungskompetenz außergewöhnlich machen und gezielt einsetzen können.

„ Erfolg ist ein Nebenprodukt.“


50

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Wöhrle löst

Semler ab

Handwerk Nach 18 Jahren an

der Spitze der Kreishandwerkerschaft

Ulm hat Max Semler

aus Dietenheim das Amt abgegeben.

Die 23

Obermeister

wählten Uwe

Wöhrle (58) zu

Kreishandwerksmeister

Uwe Wöhrle.

seinem Nachfolger.

Wöhrle

ist Inhaber des

Ulmer Elektrobetriebs

Handgrätinger

und

beschäftigt 16

Mitarbeiter. Er vertritt nun die

Interessen von 1200 Betrieben

mit 9000 Beschäftigten in Ulm

und dem Alb-Donau-Kreis.

Jobgarantie

verlängert

Rolls Royce Power Systems

Die Standort- und Beschäftigungssicherung

beim Motorenbauer

Rolls-Royce Power Systems

in Friedrichshafen wird

voraussichtlich bis 2023 verlängert.

Im vergangen Jahr war

noch vor Stellenabbauplänen

des Mutterkonzerns gewarnt

worden. Die Rolls-Royce Power

Systems AG ist ein Anbieter von

Dieselmotoren, kompletten Antriebs-

und Energiesystemen

rund um das Kernunternehmen

MTU. Der Konzern hat 2018 mit

seinen weltweit 11 000 Mitarbeitern

einen Umsatz in der Größenordnung

von 3,5 Milliarden

Euro erwirtschaftet.

Blick in die automatisierte Fertigung bei Allgaier: Das Unternehmen aus Uhingen investierte 2018 rund

43 Millionen Euro, die Abschreibungen lagen bei 16,3 Millionen Euro. Foto: Giacinto Carlucci

Rekordumsatz für Allgaier

Carthago

investiert

Reisemobile Rund 5,5 Millionen

Euro will der Caravan-Hersteller

Carthago in den Bau eines

zweiten Verwaltungsgebäudes

investieren. Grund dafür ist das

starke Wachstum der vergangenen

Jahre. Seit 2013 ist Aulendorf

Hauptstandort des Unternehmens.

Dort arbeiten 550 der

weltweit 1350 Mitarbeiter der

Carthago Reisemobilbau GmbH.

Der Umsatz für das Geschäftsjahr

2018/2019 wird auf etwa 355

Millionen Euro geschätzt.

Lactalis einigt

sich mit Omira

Molkerei Der französische

Milchkonzern Lactalis und die

Omira-Bauern haben sich im

Autozulieferer Ein neues Verwaltungsgebäude am

Stammsitz in Uhingen, neue Flächen in Laichingen,

ein drittes Werk in Mexiko: Beim Uhinger Autozulieferer

Allgaier brummt das Geschäft. Die Gruppe

erwirtschaftete 2018 mit rund 478 Millionen Euro

einen Jahresumsatz in Rekordhöhe. Das waren 7 Prozent

mehr als im Vorjahr, sagte Geschäftsführer Helmar

Aßfalg. Allerdings sei der Ertrag hinter den Erwartungen

und hinter dem des Vorjahres geblieben.

Das Unternehmen mit den beiden Geschäftsbereichen

Automobilzulieferung sowie Maschinen- und

Apparatebau beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. su

Streit um die Rückforderung

von 23,5 Mio. Euro wegen vermeintlich

arglistiger Täuschung

geeinigt. Die Landwirte bezahlen

nun 400 000 Euro an Lactalis.

Die in der Oberland-Milchverwertung

zusammengeschlossenen

1600 Landwirte aus Oberschwaben,

dem Allgäu, dem

Schwarzwald und dem Bodenseegebiet

liefern noch bis Ende

2027 jährlich 600 Millionen Kilogramm

Milch zu garantierten

Preisen an Lactalis. [!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77 · 89073 Ulm

Geschäftsführung: Thomas Brackvogel

(Vorsitzender), Andreas

Simmet, Matthias Bikowski

Redaktion

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a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

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Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Max Meschkowski (Layout)

Antje Meyer (Bild)

Fotos Giacinto Carlucci (Titel +

Titelinterview), Marc Hörger

(Titelinterview), Lars Schwerdtfeger,

Oliver Schulz, Volkmar

Könneke, Matthias Kessler, Werkfotos,

Getty Images, PR, Archiv

Druck

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74321 Bietigheim-Bissingen

Objektleitung

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Mediaberatung

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erreichen Sie unter:

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Nächste Ausgabe:

11. Oktober 2019

Die Themen

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