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Arabische Pferde IN THE FOCUS Nr. 1/2020 (Vol. 21) - Preview

Die Zeitschrift für Freunde und Züchter arabischer Pferde

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Arabian Horses

Arabische Pferde

1/2020 (Vol. 21) • 6,50 €

in the focus

Einblicke in Die begehrtesten Die Araberzucht in

El Zahraa

Väter

www.in-the-focus.com/magazine

www.in-the-focus.com

Frankreich


im Griff der

Krise

Zugegeben, die Krise kommt nicht ganz unvorangemeldet, denn

Pandemie-Szenarien gibt es ja schon lange, und Notfallpläne

liegen in den Schubladen der Politiker. Aber uns Bürger hat die

Corona-Krise doch ziemlich kalt erwischt. Was Umweltzerstörung

und Klimawandel nicht geschafft haben - ein Umdenken in der Bevölkerung

- schafft jetzt (vielleicht) ein kleines Virus, von dem wir

Menschen, jeder einzelne von uns, uns offenbar in einem höheren

Maße bedroht fühlen, als von diesen abstrakten Szenarien der globalen

Veränderungen.

Ich will hier nicht darauf eingehen, ob und welche Maßnahmen

sinnvoll sind, diese Pandemie in Schach zu halten, zum Schutze

der Bevölkerung. Mir geht es mehr darum, das Positive in dieser

Krise zu sehen, denn jede Krise bietet auch eine Chance! Als Pferdeleute

sind wir eh' priviligiert. Die meisten von uns können noch

zu ihren Pferden oder haben sie beim Haus. Wer einen Hof hat, gar

Landwirtschaft betreibt, dessen Lebensstil ändert sich vielfach gar

nicht groß. Wer Tiere hat muss eh jeden Tag raus an die Luft und in

den Stall. Wer Pferde hat, hat auch keine Langeweile, Pferde bieten

Trost, bringen uns zum Lachen, und auf jeden Fall auf andere

Gedanken. Sie "erden" uns in ganz erheblichem Maße - und das ist

gut so, insbesondere in Zeiten der obstrusesten Verschwörungstheorien!

Aber natürlich ist da auch die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen

dieser Krise. Werden wir uns Pferdehaltung in Zukunft noch

leisten können? Früher hatte ich mir oft überlegt, ob Pferde in

unserer hochtechnologiesierten und der Natur entfremdeten Zeit

noch ihren Platz haben werden. Heute denke ich, liegt in dieser

Krise vielleicht auch eine der Chance, dass sie uns zum Umdenken

zwingt. Sie zwingt uns darüber nachzudenken, was denn wirklich

wichtig ist im Leben. Wenn uns unsere Pferde wichtig sind, und

der damit verbundene Lebensstil, dann fällt es uns leicht(er), auf

andere Dinge zu verzichten. Wir brauchen nicht jedes Jahr ein neues

Smartphone, und nicht jedes zweite Jahr ein neues Laptop! Die

Entschleunigung, zu der wir derzeit gezwungen werden, zeigt uns,

dass es auch ohne "schneller, höher, weiter" geht. Regionalisierung

ist eine weitere Chance, insbesondere was unsere täglichen

Lebensmittel anbelangt. Regional beim Bauern kaufen und darauf

achten, wie unsere Lebensmittel produziert werden ist auch ein

Stück Umwelt- und Naturschutz. Wenn jeder ein klein wenig weg

von der Konsumgesellschaft hin zu einer nachhaltingen Wirtschaft

rückt, dann hat diese Krise einen Umdenkungsprozess in Gang gesetzt,

der in die richtige Zukunft weisen könnte. Und in dieser Gesellschaft

wird dann auch das Pferd noch einen Platz haben.

in the Grip

of the

Crisis

Editorial

Admittedly, the crisis does not come entirely unannounced, because

pandemic scenarios have been around for a long time, and

emergency plans are in the drawers of politicians. But the Corona

crisis hit us citizens pretty cold. What environmental degradation

and climate change have failed to do - rethinking in the population

- is now (perhaps) achieved by a small virus of which we humans,

each and every one of us, apparently feel threatened to a greater

extent than from these abstract scenarios of global change.

I do not want to go into whether and which measures make sense

to keep this pandemic at bay to protect the population. I am more

concerned with seeing the positive aspects of this crisis, because

every crisis also offers an opportunity! As horse people we are privileged

anyway. Most of us can still go to the stables or have our

horses at home. Anyone who has his own barn, is a farmer even,

does not change his lifestyle at all. Anyone who has animals has

to go out into the fresh air and into the barn every day. If you have

horses, you won't be bored, horses offer comfort, make us laugh,

and definitely distract us from moody thoughts. They "ground" us

to a considerable extent - and that's a good thing, especially in

times of the most obscure conspiracy theories!

But of course there is also fear of the economic consequences of

this crisis. Will we still be able to afford to keep horses in the future?

I used to think a lot about whether horses will still have their

place in our highly technological environement that is alienating

people from nature. Today I think maybe this crisis is also one of

the chances that forces us to rethink. It forces us to think about

what is really important in life. If our horses are important to us,

and the lifestyle associated with them, then it is easy for us to do

without other things. We don't need a new smartphone every year,

and we don't need a new laptop every second year! The deceleration

to which we are currently being forced shows us that we can do

without "faster, higher, further". Regionalization is another opportunity,

especially when it comes to our daily food. Buying locally

from farmers and paying attention to how our food is produced is

also a piece of environmental and nature protection. If everyone

moves a little bit away from the consumer society towards a sustainable

economy, then this crisis has started a rethinking process

that could point to the right future. And then, the horse will still

have a place in this society.

Editorial

1/2020 - www.in-the-focus.com

Gudrun Waiditschka

Chefredakteurin / Chief Editor

3


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

gelernt habe" von Iris Wenzel 48

Artikel

Einblicke in El Zahraa -

Interview mit Dr. Osman, EAO 6

Der Fohlenjahrgang 2018 -

Die begehrtesten Väter 20

Gidran - der Anglo-Araber aus Ungarn 24

Genetische Spurensuche (II) -

Schnelligkeit und Ausdauer 28

Araberzucht in Frankreich -

im Wettbewerb mit dem Anglo-Araber 40

Perspektivwechsel oder

"Was ich auf Araberschauen über Reitpferde

Inhaltsverzeichnis

FN-Ranglilstenstatistik 2019 -

Die Besten ihrer Art 56

Araber im Westernsport -

Ja, wo reiten sie denn? 60

ECAHO Annual High Point Horse Award 2019 -

Geld für den Sport 62

Rubriken

News 32

Happy Birthday GerSemi 54

Über die Regenbogenbrücke 55

Termine, Impressum, Vorschau 64-66

Für viele von uns ist El Zahraa die Wiege des rein-ägyptischen

Arabers, und die Geschichte und die Errungenschaften des Gestüts

sind uns allen bekannt. Seit 2011 drangen jedoch nicht mehr viele

Informationen aus El Zahraa nach außen. Mit Hilfe von Prof. Khalid

Osman, dem Vorsitzenden der EAO, wollen wir etwas Licht auf die

aktuelle Situation werfen.

For many of us, El Zahraa is the cradle of the Straight Egyptian Arabian

horse, and the history and achievements of this stud are known to all

of us. Since 2011, however, not much information has leaked out of El

Zahraa. With the help of Prof. Khalid Osman, the chairman of the EAO,

we want to shed some light on the current situation.

Die Fohlengeburten gingen 2018 verglichen mit dem Vorjahr nur

geringfügig zurück, aber dies ist noch lange keine Trendwende,

zumal die Datenanalyse der Entwicklung immer zwei Jahre hinterherhinkt.

Unser Titelbild

Hauptbeschäler in El Zahraa:

Shafea (Tagweed / Shafaat)

*2010, Züchter und Besitzer:

Gestüt El Zahraa / EGY.

Chief Sire in El Zahraa:

Shafea (Tagweed / Shafaat)

*2010, Breeder and owner:

El Zahraa Stud / EGY.

Foto: Mohamed Abdo

4

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Content

Articles

Table of Content

Insights into El Zahraa -

Interview with Dr. Osman, EAO 14

Gidran - The Anglo-Arabian from Hungary 26

Genetic Research -

Speed and Endurance 30

Arabian Horse Breeding in France -

In Competition with the Anglo-Arabian 44

Change of Perspective or

"What I learned about Riding Horses at Arabian

Horse Shows" 48

Rubriken

Over the Rainbow Bridge 55

Shows & Events 2019 64

Mast Head 65

Preview 66

Table of Content

Der Gidran ist der klassische Anglo-Araber Ungarns und wird

wegen seiner Eignung für den Spring- und Vielseitigkeitssport

sehr geschätzt. Es ist aber auch eine sehr seltene Rasse, von

der nur noch ein paar hundert Zuchtstuten existieren. Etwa ein

Drittel von ihnen lebt heute wieder im ungarischen Staatsgestüt

Mezöhegyes.

The Gidran is the classical Anglo-Arabian of Hungary, and much

admired for its characteristics, such as his suitability for jumping and

eventing. It is also a rare breed, of which there are only a couple of

hundred broodmares left. About a third of them live today at

the Hungarian State Stud Mezöhegyes.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert importierte der französische

Staat über 600 arabische Pferde aus dem Nahen Osten.

Aber der Vollblutaraber stand in Frankreich immer im Wettbewerb

mit dem Anglo-Araber - und hatte die Schlacht

schon fast verloren.

In the 19th and early 20th centuries, the French government

imported over 600 Arabian horses from the Middle East. But the

purebred Arabian in France was always in competition

with the Anglo-Arab - and had almost lost the battle.

Auch wenn es nur ein "kleines Häufchen" an arabischen Sportpferden

ist, die aktiv in Dressur, Springen und Vielseitigkeit unterwegs

sind, so wollen wir doch wie jedes Jahr die Besten ihrer Art hervorheben

und vorstellen. Und auch dieses Jahr haben die Vollblutaraber

die Shagya-Araber und Anglo-Araber geschlagen!

1/2020 - www.in-the-focus.com

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Ägyptisches Staatsgestüt El Zahraa

Zucht

Einblicke in

El Zahraa

Defaf (Ouf / Sarhana) *2004, Hengstlinie

Saklawi I via Morafic - mit 16 Jahren einer

der älteten Beschäler.

Foto: Nicole Sachs

6

Für viele von uns ist El Zahraa

die Wiege des rein-ägyptischen

Arabers, und die Geschichte und

die Errungenschaften des

Gestüts sind uns allen bekannt.

Seit 2011 drangen jedoch nicht

mehr viele Informationen aus

El Zahraa nach außen. Mit Hilfe

von Prof. Khalid Osman, dem

Vorsitzenden der EAO, wollen

wir etwas Licht auf die aktuelle

Situation werfen.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Nach einer Pause von neun Jahren

hatte ich wieder die Gelegenheit, El

Zahraa zu besuchen - und es scheint,

dass sich seit meinem letzten Besuch nicht

viel geändert hat. Um zu wissen, ob dies

zutrifft, habe ich Prof. Khalid Tawfik Osman,

den Vorsitzenden der ägyptischen Landwirtschaftsorganisation

(EAO), nach der gegenwärtigen

Situation und den zukünftigen

Plänen gefragt:

IN THE FOCUS (ITF): Prof. Osman, wieviele

Pferde leben derzeit in El Zahraa?

Prof. Osman: Das Gestüt El Zahraa ist ein

staatliches Gestüt, das sich auf die Zucht

von rein-ägyptischen Arabern auf höchstem

Niveau spezialisiert hat. Wir haben derzeit

rund 477 Pferde, darunter 35 Hengste, 168

Zuchtstuten, 110 Junghengste und 164

Jungstuten.

Wassaf (Rawwah / Wagfa) *2006 - Stutenlinie

El Obeya Om Grees (Obayan), Hengstlinie

El Deree. Er ist der Erbe und der am

meisten genutzte Hengst des berühmten

Rawwah und seiner Vaterlinie in El Zahraa. Er

trat die Nachfolge seines Vaters Rawwah an,

der einer der erfolgreichsten Vererber seiner

Zeit gewesen ist. Rawwah war wiederum der

Sohn des legendären Rashdan, der einer der

einflussreichsten Hengste in der Geschichte

der EAO-Zucht war. Er war der Sohn einer

anderen Legende, Aybac.

Mogaser (Gabbour / Sawary) *2011 - Stutenlinie

Rodania (Kuhailan), Hengstlinie Saklawi

I via Morafic. Er ist einer von El Zahraas

"Champion-Macher". Er ist der beste Sohn

der phänomenalen Linie von Gabbour, El

Ragel und Shadwan. Er stellt einen doppelten

Cross mit dem legendären Hengst Eman

dar, durch seine Mutter Sawary (Mabrouk /

Safeerah). Am wichtigsten jedoch ist, dass

seine allerersten Fohlen bereits beweisen,

das er seine unglaubliche genetische Kraft

auch auf seine Nachkommen übertragen

kann, und all dies mit einer interessanten

Gleichmäßigkeit.

Rawy (Gabal / Rayat) *2010 - Stutenlinie Rodania

(Kuhailan), Hengstlinie Gamil El Kebir.

Ohne Übertreibung kann man sagen, er ist

EAOs geheimer Star. Ein Hengst von hoher

Qualität aus legendären Blutlinien. Sein

Großvater ist Gomaa (Wasel / Mabkhoota),

der führende Hengst seiner Zeit. Rawy ist

ein korrekter Hengst mit einem sehr freundlichen

und sanften Charakter. Wir haben ihn

in jungen Jahren trainiert, einfach weil er

die Aufmerksamkeit liebt und eine großartige

Arbeitsmoral hat. Er ist jetzt 10 Jahre alt

und bereit, seine Showkarriere zu beginnen.

Er hat sich als Vater bewährt und sein erstes

Fohlen ist ein Showstopper!

ITF: Welche Hengste sind derzeit ihre Haupbeschäler?

Prof. Osman: Gegenwärtig haben wir sieben

Hauptbeschäler, und ich möchte Ihnen

gerne einige der Herren von El Zahraa vorstellen:

Shafea (Tagweed / Tee) *2010 - Stutenlinie

Roga el Beida (Saklawi), Hengstlinie Saklawi I

via Morafic. Der wertvollste Sohn des großen

und bewährten Hengstes Tagweed (von Gad

Allah). Shafea wurde mit 3 Jahren genauso

hoch bewertet wie sein Großvater Gad Allah.

In den Jahren 2019 und 2018 wurden seine

Nachkommen bereits als Jährlinge für bis zu

353.700 L.E verkauft, was 20.000 € entspricht!

Defaf (Ouf / Sarhana) *2004 - Stutenlinie

Rodania (Kuhailan), Hengstlinie Saklawi I via

Morafic. Er ist ein erstklassiger Vererber mit

einer bemerkenswerten braunen Farbe. Abgesehen

von seiner Farbe verfügt Defaf aber

auch über ein gutes Springtalent, das auf

einer Reihe von Leistungspferden beruht,

und er hat einen Stammbaum, der in der

Geschichte von El Zahraa tief verwurzelt ist.

Durry (Baydoun / Nakeyah) *2013 – Stutenlinie

El Dahma (Dahman), Hengstlinie Saklawi I

via Morafic. Er hat als Sohn von Baydoun ein

hochinteressantes Pedigree und führt in seiner

väterlichen Linie fünf Generationen historisch

großer Vererber in Folge: Baydoun,

Gad Allah, Adeeb, Shaarawi und Morafic,

was einzigartig ist. Durry erregte die Aufmerksamkeit

der Richter bei der El Zahraa

Show im Oktober 2019 aufgrund seiner herausragenden

Bewegungen. Bei der letzten

EAO-Hengstpräsentation zeigte er im Schauring

sein Charisma, seine Elastizität und seine

außergewöhnlich guten Reflexe.

Malaak (Serag El Din / Malayka) *2012 - Stutenlinie

El Dahma (Dahman), Hengstlinie Gamil

El Kebir. Er ist ein Pferd vom "alten Typ"

mit Größe und langen Linien. Er hat auch

einen kraftvollen Galopp mit viel Raumgriff,

mit Impuls und er verfügt über ein schnelles

Reaktionsvermögen. Er stammt aus der Linie

Mourad, Gassir und Kheir. Dieser Hengst beeindruckt

mit seinen Springvermögen und

erhielt viele Komplimente.

1/2020 - www.in-the-focus.com

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ITF: Welches sind ihre Zuchtprinzipien?

Prof. Osman: Unsere Hauptprinzipien sind

die genetische Verbesserung der Hengstund

Stutenlinien mit dem Schwerpunkt

auf einer verbesserten Zuchtleistung in El

Zahraa. Leistungsmerkmale, die die Effizienz

der Zuchtleistung bestimmen, können

in zwei Kategorien eingeteilt werden: Fortpflanzungsmerkmale

wie Geschlechtsreife

und Fruchtbarkeit sowie Produktionsmerkmale

wie Wachstumsrate, Futtereffizienz

usw. Die genetische Verbesserung sowohl

der Fortpflanzungs- als auch der Produktionsmerkmale

durch die Auswahl überlegener

Elterntiere ist in unterschiedlichem

Maße abhängig von der Erblichkeit des

Merkmals, dem Ausmaß der Variation zwischen

den in Frage kommenden Tieren und

vor allem von einem gleichwertiger Ersatz

durch einen Nachfolger.

Die Hengst- und Stutenlinien in El Zahraa

liefern genetisch starke Vererber, die mit

ihren Genen zur nächsten Generation beitragen.

Folglich ist unser Hauptaugenmerk

auf der Selektion der Väter. Außerdem sollten

die Mutterlinien den genetischen Wert

der Produktionsmerkmale verbessern. In

Alle Fotos: G. Waiditschka

Hengstlinie Saklawi I via Morafic

Ouf (Emad / Ozorees) *1991 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

El Ragel (Shadwan / El Set) *1992 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Gabbour (El Ragel / Gobrana) *2006 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Harras (Kisra / Hebat El Nil) *1987 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Korashy (Harras / Shawkia) *1997 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Zucht


Zucht

Wassaf (Rawwah / Wagfa) *2006,

Vertreter der Hengstlinie El Deree -

Erbe des berühmten Rashdan.

Foto: Nicole Sachs

gleichem Maße kann auch Wert auf die Fortpflanzungsmerkmale

gelegt werden, um ein

akzeptables Maß an genetischem Wert bei

der Zucht von Stuten innerhalb der Hengstlinie

aufrechtzuerhalten.

ITF: Wieviele Fohlen züchten Sie pro Jahr? Und

ist künstliche Befruchtung, Frisch- oder Gefriersamen

erlaubt?

Prof. Osman: Wir haben ungefähr 150 Fohlen

pro Jahr und arbeiten mit dem Institut

für Reproduktionswissenschaft zusammen.

Wir wollen eine Samenbank etablieren und

ein Besamungszentrum in El Zahraa entwickeln.

Die EAO - über das Gestüt El Zahraa

- legt größten Wert darauf, die Reinheit und

Authentizität des arabischen und rein-ägyptischen

Arabers zu bewahren. In diesem Zusammenhang

werden auf dem Gestüt strenge

Zuchtprogramme durchgeführt. Darüber

hinaus hat die EAO kürzlich ein Kooperationsprotokoll

mit dem 'Animal Reproduction

Research Institute' (Forschunginstitut für

Tierreproduktion) unterzeichnet, um eine

Eizellen- und Samenbank für die Erhaltung

genetisch bedeutender Pferde einzurichten.

Dies könnte wirksam dazu beitragen,

die genetischen Ressourcen arabischer und

rein-ägyptischer Pferde zu erhalten.

ITF: Verwenden Sie Hengste von 'außerhalb',

z. B. um gewissen Blutlinien wieder zurückzuholen?

Prof. Osman: Das Gestüt El Zahraa ist eine

einzigartige Ressource, da es nach außen

geschlossen wurde und der Genpool der

8

Rein-Ägypter daher klein ist. El Zahraa kann

die Welt mit Pferden versorgen, mit denen

man seine Zucht regenerieren kann, und es

wird immer der richtige Ort sein, wohin sich

nationale und internationale Züchter wenden

können, wenn sie erkennen, dass sie

ihre Zuchtprogramme durch Outcross oder

Blutauffrischung regenerieren müssen. Der

in El Zahraa gezüchtete Pferdetyp blieb -

und wird es auch immer bleiben - sehr nahe

an dem, was sich in dem ursprünglichen

Pferdetyp widerspiegelt, der als "südlicher

Typ“ bezeichnet wird.

ITF: Was ist das Zuchtziel in El Zahraa?

Prof. Osman: Das Zuchtziel von El Zahraa

ist die Fortführung und Erhaltung von Stämmen

und Hengstlinien sowie die Erhaltung

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


des Genpools von El Zahraa. Weitere Ziele

sind die Förderung von Gentests, die Unterstützung

der weiteren Forschung und die

Wissensvermittlung für Araberzüchter.

ITF: Wie wählen Sie die richtigen Paarungspartner?

Prof. Osman: Die Partnerwahl ist eine Kunst,

aber auch ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten.

Es ist keine exakte Wissenschaft, aber

die erste "Regel" ist, dass nur gute Hengste

ein erfolgreiches Zuchtprogramm ausmachen.

Es ist wichtig, den Wert eines überlegenen

Zuchthengstes zu erkennen, dies

beinhaltet einen entsprechenden Stammbaum,

die gewünschten und bevorzugten

Gebäudemerkmale und die gewünschten

Leistungsmerkmale beim Pferd selbst oder

die Fähigkeit, überlegene Leistungspferde

zu erzeugen. Der Zuchtmanager von El

Zahraa verbringt einen Großteil seiner Zeit

damit, mit den Leitern der Zuchtabteilung

zu sprechen, um den richtigen Hengst für

jede Stute zu finden. Pferdezucht ist ein

langwieriger Prozess. So trifft beispielsweise

die Zuchtabteilung 2017 ihre Entscheidungen

für eine Anpaarung. Das Fohlen wird

2018 geboren und ist 2019 ein Jährling. Mit

zwei Jahren beginnt dann das Training, also

im Jahr 2020. In El Zahraa bieten wir ein umfassendes

Programm für alle Pferde an, das

Konditionierung, Zucht und Training für das

Marketing umfasst.

auf dem Exterieur und auf dem Pedigree.

Der Zuchtmanager führt Verfahren durch,

um die Fortpflanzungseffizienz eines Hengstes

unabhängig von seiner Fruchtbarkeit zu

steigern.

Die Überwachung der Befruchtungsrate

eines Hengstes im Verlauf der Decksaison

hilft bei der Identifizierung von Krankheiten,

Missmanagement oder Fruchtbarkeitsproblemen

und ermöglicht notwendige

Bewertungen und Anpassungen des

Hengstmanagements zur Optimierung der

Fruchtbarkeit.

Um eine Stute für die Zucht zu bewerten,

ist das Erste, was der Zuchtmanager von

El Zahraa tut, ihre Gebäude zu betrachten.

Er weiß nicht nur, wie man ein hübsches

Gesicht erkennt, sondern kennt auch den

Zusammenhang zwischen Form auf Funktion.

Idealerweise sollte man das Gebäude

des Pferdes sehen, während es sich frei

bewegt. Wenn das Exterieur des Pferdes

gut ist, es aber keine korrekten oder überdurchschnittlichen

Bewegungen hat, spielt

es als Zuchtpferd keine Rolle. Eine Stute

muss von hinten nach vorne ausgeglichen

sein und Harmonie sowohl in der Oberlinie,

in ihrem Rahmen und ihren Gesamtproportionen

haben. Kopf, Hals und Schultern

sollten glatte Verbindungen mit korrekten

Winkeln und Proportionen haben. Die Sattelposition

muss klar und benutzbar sein,

wobei der Rücken- und Lendenbereich

kräftig sein muss, um die von den Hinterbeinen

erzeugte Energie nach vorne durch

den Körper des Pferdes zu übertragen. Ich

mag es, wenn die Winkel der Hinterhand

ein korrektes gleichschenkliges Dreieck

bilden, da dieses die idealsten Winkel für

den besten Schub und Impuls bietet. Und

natürlich müssen die Beine ohne ernsthafte

Fehler und damit korrekt sein.

ITF: Was sind die Selektionskriterien für

Hengste und Stuten, wenn diese in die Zucht

genommen werden?

Prof. Osman: Hengste sind vielleicht das

wichtigste Kapital eines Gestüts. Daher sollte

das Hauptanliegen der Zuchtabteilung

darin bestehen, die Gesundheit der Hengste

zu erhalten und die Fortpflanzungsfähigkeit

der Hengste zu maximieren. Um einen

Hengst optimal nutzen zu können, muss der

Zuchtmanager die Grundbedürfnisse der

Hengste erfüllen und deren Verhaltensmuster

sowie mögliche Einschränkungen in der

Fortpflanzung verstehen.

Aufgrund des großen Einflusses, den ein

Hengst auf die Produktivität eines Gestüts

haben kann, werden die Hengste kritischer

beurteilt und selektiert als die Zuchtstuten.

Grundsätzlich haben wir zwei Kriterien

für die Auswahl eines Hengstes: 1. Ein angehender

Hengst muss ein Pferd sein, das

männlich und leicht als Hengst erkennbar

ist, und 2. der angehende Beschäler muss

an der Longe Fähigkeiten gezeigt haben, da

das Ziel darin besteht, Zuchtpferde zu züchten.

Die als Beschäler ausgewählten Pferde

sollten in der Lage sein, die Qualität ihrer

Nachkommen in einem Zuchtprogramm potenziell

zu verbessern.

Wenn der Hengst wünschenswerte Eigenschaften

an einen großen Prozentsatz seiner

Nachkommen weitergibt, erfüllt er eine

wichtige genetische Rolle. Die Auswahlkriterien

für einen Zuchthengst basieren hauptsächlich

auf der Leistung unter dem Sattel,

1/2020 - www.in-the-focus.com

9

ITF: Werden die Pferde von El Zahraa auf der

Rennbahn, im Distanzsport oder in anderen

Sportdisziplinen getestet?

Prof. Osman: Distanzritte oder -rennen sind

eine Sportdisziplin, die lange Strecken bis

zu 100 Meilen oder sogar länger umfasst. Sicher

sind Araber aufgrund ihrer natürlichen

Ausdauer und ihres Durchhaltevermögens

normalerweise die bevorzugte Rasse. Pferde

im Alter von 5 bis 20 Jahren nehmen an

diesem Sport teil. Zur Zeit wird diese Aktivität

in El Zahraa nicht praktiziert, aber wir

hoffen, dies durch die El-Zahraa-Reitschule

in Zusammenarbeit mit dem ägyptischen

Reiterverband umzusetzen.

ITF: Wo liegt Ihr Markt, an wen verkaufen Sie

Ihre Pferde - national oder international?

Prof. Osman: Wir bieten lokalen und internationalen

Züchtern dreimal im Jahr Fohlen,

Jährlinge und vielversprechende Ein- bis

Dreijährige aus dem Gestüt an. Wir bieten

aber auch Zuchtstuten aus den besten Blutlinien

an, auf denen Sie Ihr eigenes spezielles

Zuchtprogramm aufbauen können. Wir

haben auch eine große Auswahl an Pferden,

Fotos: G. Waiditschka (3) Foto: Judi Parks Foto: privat

Hengstlinie El Deree

Akhtal (Amrulla / Hagir) *1968 -

Hengstlinie / Sireline - El Deree

Aybac (Akhtal / Nagam) *1982 -

Hengstlinie / Sireline - El Deree

Rashdan (Aybac / Randa) *1987 -

Hengstlinie / Sireline - El Deree

Rawwah (Rashdan / Ramiah) *1997 -

Hengstlinie / Sireline - El Deree

Soyouf (Rashdan / Safeerah) *2004 -

Hengstlinie / Sireline - El Deree

Zucht


Zucht

Malaak (Serag El Din / Malayka) *2012,

Vertreter der Hengstlinie Gamil El Kebir -

ein Pferd vom "alten Typ".

Foto: Nicole Sachs

die zum Züchten oder Reiten bereit sind,

und die auch zum Springreiten und als "tanzende

Pferde" verwendet werden können.

ITF: Wie viele Privatstuten kommen nach El

Zahraa um mit El-Zahraa-Hengsten bedeckt

zu werden?

Prof. Osman: Viele ägyptische Gestüte

verlassen sich darauf, ihre Zuchtstuten von

El-Zahraa-Hengsten bedecken zu lassen, basierend

auf der jeweiligen Werdegang des

Hengstes und der täglichen Spermienproduktion.

Das Ganze dauert wirklich nicht mehr als

ein paar Minuten pro Stute. Der Hengst wird

zur Deckstation begleitet, wo in einer Ecke

eine Stute wartet. Der Hengst ist mit einem

Maulkorb aus Leder ausgestattet, um ein

Beißen zu verhindern, und besteigt dann

nach einer Ermutigung der Führers die Stute.

Nach einem Wiehern und einem Wedeln

des Schwanzes ist es vorbei und er schlendert

zurück zu seinem Paddock im Herzen

von El Zahraa.

Hengste wiederholen diese Routine in der

Regel etwa 100-mal pro Jahr für private

Züchter. Jedes Jahr verdient die EAO an den

Deckgebühren etwa 300.000 L.E. (ca. 17,500

€). Es ist eine gute Einnahmequelle. Auch

nach Berücksichtigung der Fälle, in denen es

zu keiner Trächtigkeit kommt.

ITF: Können Sie uns die tägliche Routine im

Hinblick auf das Stallmanagement erläutern?

Prof. Osman: Wir arbeiten daran, unsere

Pferde im Stall gesund und sicher zu halten.

10

Unsere Pferde müssen zumindest einen Teil

des Tages in einer Box oder im Laufstall verbringen.

Dafür kann es mehrere mögliche

Gründe geben. Wenn das Pferd eine Verletzung

hat, kann eine "Stallruhe“ erforderlich

sein. Einige Pferde benötigen möglicherweise

Schutz vor Kälte oder Nässe. Showpferde

werden oft im Stall gehalten, damit ihr Fell

nicht ausbleicht und um Verletzungen wie

Bisse und Tritte von Weidekameraden zu

vermeiden. Es kann angebracht sein, einige

Pferde in den Stall zu bringen, um sie einzeln

zu füttern, damit man sehen kann, wie viel

sie gefressen haben und um sicherzustellen,

dass ihre Kameraden nicht ihre Futterration

stehlen.

Auf der anderen Seite brauchen Pferde viel

Bewegung, und ein Stall schränkt diesen

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


natürlichen Bewegungsdrang ein. Während

einige Pferde möglicherweise im Stall gehalten

werden, um Verletzungen zu vermeiden,

kommt es dennoch auch im Stall zu Unfällen

wie Festliegen oder sie hängen sich mit

dem Halfter an Eimern, Türschlössern und

Trögen fest oder sie nehmen die Gelegenheit

wahr, in die Futterkammer zu gelangen.

Stallpferde sind möglicherweise anfälliger

für Verstopfungskoliken, da die Inaktivität

zu einer verminderten Darmbewegung

führt. Eine schlechte Luftqualität in Ställen

kann zu Atemproblemen wie COPD führen,

und feuchte Ställe können Hufprobleme wie

Strahlfäule verursachen.

Ein verbessertes Management in Hinblick

auf das Stallklima wirkt sich positiv auf die

Gesundheit von Stallarbeitern und Pferden

aus. So verbringen die Pfleger in El Zahraa

jeden Tag viel Zeit im Stall, entweder als Angestellte

für der Pflege und Ausbildung der

Pferde oder in ihrer Freizeit.

In einem kürzlich durchgeführten Forschungsprojekt

wurden das Stallklima

und die Stallarbeiter dreimal untersucht.

Zum ersten Mal im Winter, zum zweiten

Mal im folgenden Spätsommer und zum

dritten Mal im darauffolgenden Winter.

Einige Messungen im Pferdestall zeigten

niedrige organische Staubwerte und hohe

Pferdeallergenwerte. Ein erhöhter Gehalt

von lebensfähigen Pilzsporen in der

Luft deutete auf eine wachsende Quelle

im Stall hin. Die Luftpartikelbelastung sowie

1,3-β-Glucan-Werte waren bei beiden

Messungen im Winter höher, während die

Endotoxinwerte im Sommer höher waren.

Wir haben Biomarker untersucht, die an der

Entwicklung von Atemwegserkrankungen

bei Pferden in Bezug auf die Umweltexposition

in Pferdeställen beteiligt sind.

Die Pferdepfleger von El Zahraa sind in der

Regel für Aufgaben wie das Ausmisten der

Ställe, die Zubereitung und Verteilung des

Futters, das Reinigen und Nachfüllen der

Tränken verantwortlich, aber sie putzen und

waschen die Pferde auch, putzen die Ausrüstung,

bandagieren die Beine und leisten

grundlegende Erste Hilfe bei kleineren Wunden.

Ein Pferdepfleger mit Reitkenntnissen

kann ein Pferd für seinen Reiter auch abreiten

oder trockenführen.

ITF: Welche weiteren Einrichtungen befinden

sich auf dem Gelände von El Zahraa?

Prof. Osman: Wir haben auch eine Reitschule

in El Zahraa und wählen sehr sorgfältig

die Pferde aus, mit denen die Schüler interagieren

werden. Allzu oft passieren Reitunfälle

aufgrund mangelnder Ausbildung

oder mangelnden Verständnisses für das

Verhalten von Pferden, auch fehlt es oft an

angemessenen Reitkenntnissen. Mit dem

Programm "Saddle Up SAFELY" möchten

wir aktuelle und zukünftige Reiter über die

Gefahren des Reitens und des Umgangs mit

Pferden sowie über die einfachen Schritte

zur Vermeidung von Unfällen informieren.

Es herrscht ein sehr freundlicher Umgang

miteinander in der Reitschule von El Zahraa,

das Team arbeitet hart daran, eine warme

Atmosphäre für Reiter und Besucher zu

schaffen. Wir kümmern uns um Kinder (ab

6 Jahren) und Erwachsene vom Anfänger

bis zum Fortgeschrittenen. Alle unsere Reitstunden

werden in El Zahraa von qualifizierten

Ausbildern mit einer Vielzahl von gut

ausgebildeten Pferden und Ponys durchgeführt.

Wir haben auch 15 sehr sichere Pferde

und sympathische Trainer, die dem nervöseren

Reitertyp bei der Vertrauensbildung

helfen können.

ITF: Es gab Pläne, das Gestüt El Zahraa auf ein

Gelände außerhalb Kairos zu verlegen - werden

diese Pläne noch verfolgt und wenn ja,

wann werden sie umgesetzt?

Prof. Osman: Die Suche nach einem neuen

Ort für El Zahraa ist unabdingbar geworden,

und seit einigen Jahren wird darüber gesprochen,

El Zahraa an einen anderen Ort zu

verlegen.

Gleichzeitig müssen wir die Geschichte und

Nostalgie bewahren, die für viele Besucher

sehr wichtig ist. Die Entscheidung wurde

getroffen, aber es wird lange dauern, bis

wir es so machen können, wie wir es brauchen.

Die derzeitige Anlage wird aufgrund

ihrer Lage inmitten der ständig wachsenden

Stadt eingeschränkt. Das neue Projekt steht

nun unter der Schirmherrschaft des Landwirtschaftsministeriums.

Es wird ein riesiges

Projekt sein, und alles was mit Pferden zu

tun hat, beinhalten.

ITF: Wieviele Leute arbeiten in El Zahraa, und

in welchen Bereichen?

Prof. Osman: Das Managementteam von El

Zahraa in der EAO beschäftigt 33 Mitarbeiter.

Sie verfügen über eine große Erfahrung

in ihren jeweiligen Fachgebieten und in der

Araberzucht. Wir sind stolz auf die fähigen

Leute, die wir hier bei der EAO haben.

Dann haben wir 30 Tierärzte. Ihre Mission ist

es, die Gesundheit und das Wohlbefinden

der Pferde zu verbessern, indem sie Kenntnisse

über Zucht und Ausbildung vermitteln

und nicht zuletzt durch tierärztliche Versorgung

das Leben der Pferde in El Zahraa jedes

Jahr verbessern.

Es gibt auch 100 sehr erfahrene, zertifizierte

und freundliche Pferdepfleger im

Gestüt. Diese sind für die Kontrolle und

Pflege eines Pferdes in ihrer Obhut verantwortlich.

Je nach Anzahl der Pferde können sich die

Aufgaben stark überschneiden. Die Pferdepfleger

arbeiten mit Trainern, Assistenztrainern

und Reitlehrern zusammen, um sicherzustellen,

dass jedes Pferd richtig trainiert

wird, angemessene Pflege erhält und bereit

für die Arbeit ist.

1/2020 - www.in-the-focus.com

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ITF: Vielen Dank für dieses Interview, Prof.

Osman, und eine erfolgreiche Zukunft für El

Zahraa!

Die Fragen wurden von gestellt

Gudrun Waiditschka

Fotos: G. Waiditschka (3) Fotos: Dr. Kurt Entress (2)

Hengstlinie Gamil El Kebir

Tuhotmos (El Sareei / Moniet El Nefous) *1962 -

Hengstlinie / Sireline - Gamil El Kebir via Rabdan

Anter (Hamdan / Obeja) *1946 -

Hengstlinie / Sireline - Gamil El Kebir via Hamdan

Kasemy (Hoor / Iman) *1992 -

Hengstlinie / Sireline - Gamil El Kebir via Hamdan

Serag El Din (Mourad / Safinaz) *1992 -

Hengstlinie / Sireline - Gamil El Kebir via Samhan

Gomaa (Wasel / Mabkhoota) -

Hengstlinie / Sireline - Gamil El Kebir via Samhan

Zucht


Zucht

Haupt- und Landbeschäler in El Zahraa 2020 / Chief and Principal Stallions at El Zahraa 2020

Name

Farbe /

Colour

geb./

Born

Abstammung / Parentage

Hengstlinie / Sireline

Stamm (Stutenlinie) /

Strain (Damline)

Hasem Grey 2011 (Rawwah / Mobtasema) El Deree Saklawi (Roga El Beida)

Qusay Grey 2015 (Wassaf / Baqa) El Deree Saklawi (Roga El Beida)

Raad Grey 2011 (Rawwah / Tayees) El Deree Saklawi (Roga El Beida)

Soyouf Grey 2004 (Rashdan / Safeerah) El Deree Kohailan (Rodania)

Wassaf Grey 2006 (Rawwah / Wagfa) El Deree Obayan (El Shahbaa)

Kassam Grey 2003 (Kasemy / Mosana) Gamil El Kebir via Hamdan Hadban (Venus)

Malaak Chestnut 2012 (Serag El Din / Malayka) Gamil El Kebir via Ibn Samhan Dahman (El Dahma)

Masrour Grey 2014 (Serag El Din / Mays AlReem) Gamil El Kebir via Ibn Samhan Kohailan (El Kahila)

Rawy Bay 2010 (Gabal / Rayat) Gamil El Kebir via Ibn Samhan Kohailan (Rodania)

Mobtaheg Grey 2001 (Rahhal / Mobhega) Gamil El Kebir via Rabdan Hadban (Venus)

Tasama Dark Bay 2010 (Hakeem K.B.S. / Sameramis) Gamil El Kebir via Rabdan Kohailan (Rodania)

Atef Grey 2014 (Teif / Sarhana) Saklawi I via Alaa El Din Kohailan (Rodania)

Ambar Grey 2005 (Adl / Adalat) Saklawi I via Alaa El Din Dahman (El Dahma)

El Badr Grey 2007 (Adl / Daab) Saklawi I via Alaa El Din Obayan (Karima)

Fahdy Chestnut 1996 (Bastaweesy / Faddah) Saklawi I via Alaa El Din Dahman (El Dahma)

Nal El Mona Grey 2009 (Mounadel / Baqa) Saklawi I via Alaa El Din Saklawi (Roga El Beida)

Bardy Chestnut 2004 (Beraish / Azmeralda) Saklawi I via Galal Hadban (Venus)

Zobair Grey 2011 (Bardy / Mozherah) Saklawi I via Galal Hadban (Venus)

Zyadah Grey 2005 (Omayr / Zawaher) Saklawi I via Galal Hadban (Venus)

Al Waleed Grey 2014 (Tagweed / Khokha) Saklawi I via Morafic Saklawi (Roga El Beida)

Awad Allah Grey 2001 (Gad Allah / Adalat) Saklawi I via Morafic Dahman (El Dahma)

Defaf Bay 2004 (Ouf / Sarhana) Saklawi I via Morafic Kohailan (Rodania)

Durry Gery 2013 (Baydoun / Nakeyah) Saklawi I via Morafic Dahman (El Dahma)

Gabbour Grey 2006 (El Ragel / Gobrana) Saklawi I via Morafic Saklawi (Roga El Beida)

Gady Grey 2004 (Gondoul / Zakyia) Saklawi I via Morafic Saklawi (Roga El Beida)

Halim El Zahraa Chestnut. 2005 (Gad Allah / Wadha) Saklawi I via Morafic Kohailan (Rodania)

Marouf Grey 2010 (Baydoun / Maysaa) Saklawi I via Morafic Obayan (Karima)

Mogaser Grey 2011 (Gabbour / Sawary) Saklawi I via Morafic Kohailan (Rodania)

Nour El Fagr Bay 2013 (Defaf / Gohana) Saklawi I via Morafic Saklawi (Roga El Beida)

Shafea Grey 2010 (Tagweed / Shafaat) Saklawi I via Morafic Saklawi (Roga El Beida)

Shokr Grey 2007 (Korashy / Olfah) Saklawi I via Morafic Hadban (Venus)

Omayr (Ameer / Adaweya) *1987 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Galal

Rawwah (Rashdan / Ramiah) *1997 -

Hengstlinie / Sireline - El Deree

Shamsan (Shaarawi / Hayatem) *1983 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Alle Fotos: G. Waiditschka

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Hengstlinie / Sireline Saklawi I via Nazeer

Namen in Fettdruck = heutige Beschäler / names in bold = today's sires

Nazeer *1934, Sch. (Mansour / Bint Samiha)

Morafic *1956, Sch. (a.d. Mabrouka)

Shaarawi *1961, Sch. (a.d. Bint Kamla)

Adeeb *1973, Sch. (a.d. Nawal)

Gad Allah *1983, Sch. (a.d. Omnia)

Baydoun *1998, Sch. (a.d. Bint Ibtisam)

Marouf *2010, Sch. (a.d. Maysaa)

Durry *2013, Sch. (a.d. Nakeyah)

Gondoul, Sch. (a.d. Watfa I)

Gady *2004, Sch. (a.d. Zakya)

Halim El Zahraa *2005, F. (a.d. Wadha)

Tagweed *2004, Sch. (a.d. Tee)

Shafea *2010, Sch. (a.d. Shafaat)

Al Waleed *2014, Sch. (a.d. Khokha)

Awad Allah *2001, Sch. (a.d. Adalat)

Shadwan *1972, Sch. (a.d. Kamar)

El Ragel *1992, Sch. (a.d. El Set)

Gabbour *2006, Sch. (a.d. Gobrana)

Mogaser *2011, Sch. (a.d. Sawary)

El Araby *1963, Br. (a.d. Hafiza)

Emad *1968, Br. (a.d. Ebeda)

Ouf *1991, Br. (a.d. Ozorees)

Defaf *2004, Br. (a.d. Sarhana)

Nour El Fagr *2013, Br. (a.d. Gohana)

Kisra *1963, F. (a.d. Maisa)

Harras *1987, Sch. (a.d. Hebat El Nil)

Korashy *1997, Sch. (a.d. Shawkia)

Shokr *2007, Sch. (a.d. Olfah)

Galal *1959, F. (a.d. Farasha)

Mahsoob *1974, (a.d. Mohga)

Beraish (a.d. Bedaat)

Bardy *2004, F. (a.d. Azmeralda)

Zobair *2011, Sch. (a.d. Mozherah)

Ameer *1970, F. (a.d. Moniet El Nefous)

Omayr *1987, F. (a.d. Adaweya)

Zyadah *2005, Sch. (a.d. Zawaher)

Alaa El Din *1956, F. (a.d. Kateefa)

Farazdac *1966, Sch. (a.d. Farasha)

Ikhnatoon *1974, Sch. (a.d. Bint Om El Saad)

Adl *1982, Sch. (a.d. Enayah)

Ambar *2005, Sch. (a.d. Adalat)

El Badr *2007, Sch. (a.d. Daab)

Mounadel *2005, Sch. (a.d. Mangoomah)

Nal El Mona *2009, Sch. (a.d. Baqa)

Adawy *1982, Sch. (a.d. Adaweya)

Bastaweesy *1988, Sch. (a.d. Bint Ibtisam)

Fahdy *1996, F. (a.d. Faddah)

Al Aneed *1975, Sch. (a.d. Kamar)

Watef *1993, F. (a.d. Watfa)

Teif *1998 (a.d. Kabsah)

Atef *2014, Sch. (a.d. Sahrana)

I. II. III. IV. V. VI. VII. Gen.

Hengstlinie Saklawi I

via Gad Allah

Tagweed (Gad Allah / Tee) *2004 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Gondoul (Gad Allah / Watfa I) -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Baydoun (Gad Allah / Bint Ibtisam) *1998 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Zucht

Gad Allah (Adeeb / Omnia) *1983 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

Awad Allah (Gad Allah / Adalat) *2001 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic

1/2020 - www.in-the-focus.com

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Halim El Zahraa (Gad Allah / Wadha) *2005 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Morafic


The Egyptian State Stud El Zahraa

Insights into

El Zahraa

Zucht

Gabbour (El Ragel / Gobrana) *2006, Sireline

Saklawi I via Morafic - he is the sire of the

promising young stallion Mogaser.

Foto: Nicole Sachs

14

For many of us, El Zahraa is the cradle of

the Straight Egyptian Arabian horse, and

the history and achievements of this

stud are known to all of us. Since 2011,

however, not much information has leaked

out of El Zahraa. With the help of Prof.

Khalid Osman, the chairman of the EAO,

we want to shed some light on the

current situation.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


After a break of nine years, I had the

chance to visit El Zahraa again - and

it appears on the surface, that nothing

much has changed since my last visit. To

know, if that is true, I have asked Prof. Khalid

Tawfik Osman, the Chairman of The Egyptian

Agricultural Organization (EAO) about the

present situation and future plans:

IN THE FOCUS (ITF): Prof. Osman, how

many horses are there at present in El Zahraa?

Prof. Osman: El Zahraa stud is a governmental

stud farm, specialized in breeding straight

Egyptian horses of the highest standard. We

currently have around 477 horses, this includes

35 stallions, 168 broodmares, 110 colts

and 164 fillies.

Mogaser (Gabbour / Sawary) *2011 - Damline

Rodania (Kuhailan), Sireline Saklawi I via

Morafic. He is one of El Zahraa's champion

producer. He is the best son of the phenomenal

line of Gabbour, El Ragel, Shadwan. He

presents a double cross to the legendary stallion

Eman through his dam Sawary (Mabrouk

/ Safeerah). Most importantly, his very first

foals already prove his ability to transmit his

incredible genetic power to his progeny, and

all this with an interesting consistency.

Rawy (Gabal / Rayat) *2010 - Damline Rodania

(Kuhailan), Sireline Gamil El Kebir. Without

exaggeration, he is EAO's secret star, a

very high quality stallion of legendary bloodlines.

His grandsire is Gomaa (Wasel / Mabkhoota)

the leading stallion of his time. Rawy

is a correct stallion with a very nice character

and a kind and very gentle attitude. We

started training him at a young age, simply

because he loves the attention and has a

great work ethic. He is now 10 years of age,

and ready to start his show career. He has

proven himself as a sire and his first foal is a

showstopper!

ITF: Which stallions are your chief sires today?

Prof. Osman: At present we have seven chief

sires and I would like to introduce you to

some of El Zahraa's gentlemen:

Shafea (Tagweed / Tee) *2010 - Damline

Roga el Beida (Saklawi), Sireline Saklawi I via

Morafic. The most precious son of the great

and proven sire Tagweed (by Gad Allah). Shafea

rated equal to his grand sire Gad Allah at

3 years. In 2019 and 2018, his offspring have

already sold as yearlings for up to 353.700 L.E

which is equivalent 20.000 €!

Defaf (Ouf / Sarhana) *2004 - Damline Rodania

(Kuhailan), Sireline Saklawi I via Morafic.

He is a top-bred sire, with a remarkable bay

colour, Set aside from his colour attribute, Defaf

has good jumping ability from a lineage

of performance riding horses with a pedigree

steeped in El Zahraa's history.

Durry (Baydoun / Nakeyah) *2013 – Damline

El Dahma (Dahman), Sireline Saklawi I

via Morafic. He has a highly interesting pedigree

as the son of Baydoun and his sire line

is unique with five generations of historically

great sires in a row: Baydoun, Gad Allah,

Adeeb, Shaarawi, Morafic. Durry caught the

eye of the judges at the El Zahraa Show in

October 2019 with his outstanding movements.

At the last EAO stallion presentation

he demonstrated his charisma, elasticity and

top reflexes on the show ground.

Malaak (Serag El Din / Malayka) *2012 - Damline

El Dahma (Dahman), Sireline Jamil El Kebir.

He is a horse of "old type" with height and

long lines. He also has a powerful gallop with

much scope, impulse and quick reflexes. He

descends from the line of Mourad, Gassir and

Kheir. This stallion impresses with his jumping

skills and received many compliments.

Wassaf (Rawwah / Wagfa) *2006 - Damline

El Obeya Om Grees (Obayan), Sireline El Deree.

He is the heir and the chief propagator

of the famous Rawwah and his sire line at

El Zahraa. He succeeded his father Rawwah,

one of the most successful sires of his time.

Rawwah was the son of legendary Rashdan,

who was one of the most influential stallion

in the history of EAO breeding. He was the son

of another legend, Aybac.

1/2020 - www.in-the-focus.com

15

ITF: Which are your breeding principles?

Prof. Osman: Our main principles are the

genetic improvement of the sire- and dam

lines with a focus on enhanced performance

of the breeding system in El Zahraa. Performance

traits that determine the efficiency of

the breeding system can be grouped into two

categories: Reproductive traits such as age

of puberty and fertility and production traits

such as growth rate, feed efficiency, etc. The

genetic improvement of both reproduction

and production traits through the selection

of superior parents is possible to varying degrees,

depending on the heritability of the

trait, the amount of variation among potential

replacements and, most importantly, the

equivalent of the chosen replacements.

El Zahraa sire- and dam lines provide genetically

strong sires that contribute with their

genes to each offspring. Consequently, our

primary selection objective is the sire. Also,

the dam lines should be improving the genetic

merit of the production traits. An equivalent

amount of emphasis may be put on the

reproductive traits to maintain an acceptable

level of genetic merit in breeding females

within the sire line.

ITF: How many foals do you breed per year?

And is artificial insemination, fresh or frozen

semen allowed?

Prof. Osman: We have around 150 foals per

a year, and we cooperate with the reproduction

science institute. We are aiming to have

a semen bank and to develop an insemination

center at El Zahraa. The EAO - through

the El Zahraa stud farm - gives the utmost

concern to keeping and preserving the purity

and authenticity of the Arabian and straight

Egyptian horses. In this respect, strict breeding

programs are implemented on the farm.

In addition, the EAO has recently signed a

co-operation protocol with the Animal Re-

Foto: Dr. Kurt Entress (1)

Fotos: G. Waiditschka (4)

Hengstlinie Saklawi I via Alaa El Din

Alaa El Din (Nazeer / Kateefa) *1956 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Alaa El Din

El Alayly (Anas / El Anood) *1992 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Alaa El Din

Adl (Ikhnatoon / Enaya) *1982 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Alaa El Din

Mounadel (Adl / Mangoomah) *2005 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Alaa El Din

Azab (Adl / Wadha) *1999 -

Hengstlinie / Sireline - Saklawi I via Alaa El Din

Zucht


Zucht

Colt Wefake (Defaf / Dayy El Kamar) *2016,

Sireline Saklawi I via Morafic - he has

inherited the beautiful bay colour of his sire.

Foto: Nicole Sachs

production Research Institute to set up a

germ plasma bank for preserving genetically

elite equine oocytes and spermatozoa. Expectedly,

this could effectively contribute to

maintain the genetic resources of Arabian

and Straight Egyptian horses.

ITF: Do you use any "outside" stallions e.g.

to regain a certain bloodline?

Prof. Osman: El Zahraa Stud is a unique resource

because it has been closed to the outside

and so the genetic pool of the Straight Egyptians

is small. El Zahraa can provide the world

with horses to regenerate the horse of today

and will always be the place to go when local

and international breeders realize that they

need to outcross or regenerate their breeding

programs. The type of horse bred in El Zahraa

remained - and will always remain - very close

to what is reflected in the original type of horse

which is described as “the southern type”.

ITF: What is your breeding goal?

Prof Osman: The breeding goal of EAO- El

Zahraa Stud is the maintenance and preservation

of strains and sire lines and keeping

El Zahraa's genetic pool. Further aims are to

promote genetic testing, support continued

research and educate the Arabian horse community.

ITF: How do you choose the right mating

partner?

Prof. Osman: Mating selection is an art form,

but also a game of probabilities. It is not an

exact science, but the first "rule" is that only

good stallions make a successful breeding

program. It is important to determine the

worth of a superior breeding stallion, which

includes a desirable pedigree, the desired and

preferred conformational traits and the desired

performance traits or the ability to sire

superior performing individuals. El Zahraa

16

breeding manager spends a good portion of

his time to speak with the head officers of the

breeding department to find the right fit for El

Zahraa's mares. Breeding horses is a lengthy

process, for example, the breeding department

makes its decisions for the mating of

a stallion and a mare in 2017, the foal will

born in 2018 and is a yearling in 2019. Then

it starts the training process as a 2-year-old

in 2020, and finally, in the performance horse

industry, begins showing in futurities as a

3 or 4 year-old in 2021. At ElZahraa, we are

offering a full program for all horses which

includes conditioning, breeding and training

for marketing.

ITF: What are your selection criteria for

choosing stallions and mares for becoming

breeding stallions and broodmares?

Prof. Osman: Stallions are perhaps the most

important asset of a breeding operation.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Abschied von Tee / Farewall to Tee

In January 2020, the legendary Tee died,

but will continue to live on in her daughters,

sons and grandchildren,

Her legacy:

Bashasha (by Rashdan) *1999, sold to Bait

Al Arab Kuwait

Tayees (by El Ragel) *2001, broodmare at El

Zahraa, died in 2018

Toya El Zahraa (by Gad Allah) *2003, sold

to Qatar

Tagweed (by Gad Allah) *2004, Chief sire at

El Zahraa, died in 2018

Nefertiti El Zahraa (by Gad Allah) *2007,

broodmare at El Zahraa

Arous El Zahraa (by Aloub) *2008, broodmare

at El Zahraa

Tarheeb (by Rabah) *2012, broodmare at

El Zahraa

Deram (by Defaf) *2017, sold to Mr. Mohamed

Abd El Wahaab in 2019

Hengstmütter / Dams of Sires

Tee (Adl / Bint Ibtisam) *1995 -

Mutter von / Dam of Tagweed (by Gad Allah)

Zucht

Therefore, the primary concern of the breeding

department should be to maintain the

stallions’ health and to maximize the stallion’s

reproductive capacity. To use the stallion

to his maximum capability, the breeding

manager must meet the basic needs of the

stallions and must understand their behavioral

patterns as well as his reproductive limitations.

Due to the big impact a stallion can have on

the productivity of a stud, the stallions are

judged more critically and selected more extensively

than the brood mares. We have basically

two criteria for selecting a stallion: 1. A

stallion prospect must be a horse that is masculine

and easily recognizable as a stallion,

and 2. the stallion prospect must have shown

ability on the lounge because the object is

to produce future breeding horses. Horses

selected as stallions should be able to potentially

improve the quality of their offspring in

a breeding program.

If the stallion passes on desirable traits to a

large percentage of his offspring, he is fulfilling

an important genetic role. The selection

criteria for a breeding stallion are based

mainly on performance under saddle, conformation,

and pedigree. Breeding manager

implement procedures to increase the reproductive

efficiency of any stallion regardless of

his inherent fertility.

Monitoring a stallion’s pregnancy rate as the

breeding season progresses, helps with the

identification of any pathology and mismanagement

or fertility issues and allows for necessary

evaluations and adjustments to the

stallion management to optimize fertility.

To evaluate a mare for breeding, the first thing

the El Zahraa breeding manager is doing, is to

look at her conformation. He not only knows

how to spot a pretty face, but he also knows,

how form relates to function. Ideally, you want

to see the horse’s conformation while moving

freely. If the horse’s conformation is wonderful

but she doesn’t have correct or quality move-

1/2020 - www.in-the-focus.com

17

ment, it doesn’t matter for the purpose of being

a breeding horse. She must have balance

from back to front and have harmony through

her top line, frame and overall proportions.

The head, neck and shoulders should have

smooth connections with correct angles and

proportions. The saddle position must be clear

and usable, with the back and loin area strong

in order to transfer the energy produced from

the hind legs forward through the horse’s

body. I like to see the hindquarter angles form

an isosceles triangle when correct, as this provides

the most ideal angles for the best engagement

and impulsion to be created. And,

of course, the legs need to be correct with no

serious faults.

ITF: Are El Zahraa-horses tested at the race

course or in endurance or any other sport?

Prof. Osman: Endurance or racing is a sport

which involves long distances up to 100 miles

or even longer. For sure Arabians are usually

the preferred breed because of their natural

endurance and stamina. Horse from 5 to 20

years of age compete in this sport. Currently;

this activity is not practiced in El Zahraa,

but we have hope to implement it through

El Zahraa equestrian school in cooperation

with the Egyptian equestrian federation.

ITF: Where is your market (to whom do you

sell your horses) - national or international?

Prof. Osman: From our breeding facilities

and horse stables we offer foals, yearlings,

one- to three-year olds as exciting prospects

three times per year to local and international

breeders; but we also offer broodmares

with the best bloodlines upon which to build

your own special breeding program. We also

have a wide selection of 'ready to breed or

ride' horses that can be used for show jumping

and for "Arabian horse dancing".

ITF: How many private mares come to El

Zahraa to be covered by El Zahraa-stallions?

Alle Fotos: G. Waiditschka

Tayees (El Ragel / Tee) *2001 -

Mutter von / Dam of Raad (by Rawwah)

Malayka (Baydoun / Fekrah) *2008 -

Mutter von / Dam of Malaak (by Serag El Din)

Sameramis (Adl / Sergana) *1995 -

Mutter von / Dam of Tasama (by Hakeem K.B.S)

Adalat (Ameer / Adaweya) *1983 -

Mutter von / Dam of Awad Allah (by Gad Allah)


Zucht

Raad ((Rawwah / Tayees) *2011,

Sireline El Deree -

a grandson of famous Tee.

Foto: Nicole Sachs

Prof. Osman: Many Egyptian stud farms rely

on breeding mares by El Zahraa breeding

stallions based on El Zahraa stallions’ history

and daily sperm production,

The whole thing really takes no more than

a few minutes per mare. The stallion is escorted

into the breeding shed, where a mare

awaits in one corner. The stallion is fitted

with a leather muzzle to prevent biting and

then, with some encouragement from handlers

orchestrating the moment, mounts the

mare. After a whinny and a swish of the tail,

it’s over, and he saunters back to his field in

the heart of El Zahraa

Stallions usually repeat this routine some 100

times per year for private breeders. Each time

they do, EAO will collect a fee of 300,000 L.E.

yearly. It is a good sum of money. Even after

factoring in the typical number of fee cancellations

due to failed pregnancies.

ITF: Can you give some details on the daily

routine with regards to stable management?

Prof. Osman: We are working on keeping

El Zahraa horses healthy and safely while

indoors. Our horses have to spend at least

a part of their time indoors in a box stall or

loose stall. There are several possible reasons

for this. If your horse has an injury, 'stable

rest' may be required. Some horses may need

protection from the cold or wet weather.

Show horses are often kept indoors so their

coats don't fade and to avoid injury, such as

bites and kicks from pasture mates. It may be

appropriate to bring some horses in, in order

to feed them individually, so you can see how

much they've eaten and ensure pasture bullies

don't steal their meal.

On the other hand, horses need a lot of exercise,

and a stall restricts this natural outlet for

18

energy. While some horses might be kept stabled

to prevent injury, stall accidents like getting

cast (caught upside down on its back),

becoming entangled in buckets, door latches

and feeders or getting loose and gorging on

stolen feed, do happen. Stabled horses may

be more prone to impaction colic as inactivity

leads to lessened digestive motility. Poor

air quality in stables can lead to respiratory

problems like COPD, and damp stalls can

cause hoof problems like thrush.

An improved management of the stable climate

will be beneficial for the health of both

stable workers and horses. So, El Zahraa,

grooms spend a considerable amount of time

each day in the equine stable environments

either as employees in the care and training

of horses or in leisure activity.

In some recent research project, the stable

environment and the stable-workers were in-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


vestigated three times; first time in the winter,

second time in the following late summer and

the third time in the following winter. Some

measurements in the horse stable showed low

organic dust levels and high horse allergen

levels. Increased viable level of fungi in the

air indicated a growing source in the stable.

Air particle load as well as 1, 3-β- glucan was

higher at the two measurements during winter,

whereas endotoxin levels were higher during

the summer. We have studied biomarkers

involved in the development of airway diseases

among horses in relation to environmental

exposure levels in equine stables.

ITF: How many people are working at

ElZahraa? (Administration, grooms, riders,

etc.)?

Prof. Osman: The EAO – ElZahraa management

team numbers 33 employees. They have

a vast amount of experience within their individual

areas of expertise, and in the Arabian

horse breeding industry as a whole. We are

proud of the talent we have here at the EAO.

Then we have 30 veterinarians. Their mission

is to improve the health and wellbeing of the

horses by providing knowledge about breeding

and training, and last but not least by providing

veterinary care they are able to improve the

lives of the horses at El Zahraa each year.

There are also 100 highly experienced, certified

and friendly horse grooms and handlers

at El Zahraa stud. El Zahraa handlers are responsible

for the control and grooming of a

horse in their charge.

Depending on the number of horses, the duties

of the grooms and handlers can overlap

to a large degree. Handlers work in conjunction

with horse trainers, assistant trainers

and riding instructors to ensure that each

horse is properly exercised, receiving adequate

care and is ready for work.

El Zahraa horse grooms are generally responsible

for tasks such as mucking out stalls,

feed preparation and distribution, cleaning

and refilling water containers, grooming and

bathing, cleaning tack, bandaging legs, tacking

up, and administering basic first aid for

cuts and scrapes. Grooms with riding skills

may warm-up or cool out a horse for its rider.

ITF: What other facilities can be found on

the premise of El Zahraa stud?

Prof. Osman: We also have a riding school at

El Zahraa and we pay close attention to the

group of horses with which the students will

interact. All too often, riding injuries occur

due to lack of education or understanding of

equine behavior and proper riding practices.

Through the program 'Saddle Up SAFELY',

we seek to educate current and future riders

about the hazards of riding and horse handling,

and the simple steps that can be taken

to prevent accidents. We are a very friendly

yard in El Zahraa riding school who work

together as a team to create a warm atmosphere

for both riders and visitors. We cater for

children (6 yrs +) and adults from complete

beginners to advanced. All our riding lessons

are conducted in El Zahraa by qualified instructors,

using a variety of well-schooled

quality horses and ponies. We have also 15

very safe horses and sympathetic coaches

who are able to help the more nervous type

of rider with confidence building.

ITF: There have been plans to re-locate El

Zahraa to a property outside Cairo - are

these plans still maintained and if yes,

when will they be implemented?

Prof. Osman: Searching for a new place for

El Zahraa has become an imperative requirement,

and for a number of years, there has

been talk about moving El Zahraa to another

location.

But in the same time we are able to maintain

the history and nostalgia that is so strong

among many of the visitors throughout the

years. The decision has been made to move

but it will take a long time to do it the way we

need to. The current setting has become overrun

due to crowding from outside the facility.

The project is now under the auspices of the

Ministry Agriculture. It will be an enormous

project of everything that is equine.

ITF: Thank you very much for this interview,

Prof. Osman, and a prosperous future for El

Zahraa!

The questions were asked by

Gudrun Waiditschka

Hengstmütter / Dams of Sires

Daab (Rashdan / Domia) *1997 -

Mutter von / Dam of El Badr (by Adl)

Faddah (Aybac / Nadeerah) *1989 -

Mutter von / Dam of Fahdy (by Bastaweesy)

Zawaher (Adl / Mozherah) *2000 -

Mutter von / Dam of Zyadah (by Omayr)

Zucht

Prof. Khalid Tawfik Osman

PHD, United States of America, College of

Veterinary Medicine University of Gainesville,

Florida (1996)

Masters, Egypt, Ain Shams University (1988)

BSc, Egypt, Ain Shams University – Faculty of

Agricultural – Animal Production (1979)

Nakeyah (El Aqaad / Enan) -

Mutter von / Dam of Durry (by Baydoun)

Professional Vita

Chairman of the Egyptian Agricultural Organization

– EAO

Head of Animal Production Sector – Egyptian

Ministry of Agricultural and Land Reclamation

Manager of Animal Production Research Institute (APRI)

Chief Researcher in Animal Production Research Institute (APRI)

Member of the Advisory Council for Food Security Policies

Member of the Ethics Committee for Animal Welfare and Care use in Education and Scientific

Research.

1/2020 - www.in-the-focus.com

19

Alle Fotos: G. Waiditschka

Sawary (Mabrouk / Safeerah) -

Mutter von / Dam of Mogaser (by Gabbour)


Analyse des Fohlenjahrgangs 2018

Zucht

Die

begehrtesten

Väter

Die Fohlengeburten gingen 2018 verglichen mit dem Vorjahr nur geringfügig zurück,

aber dies ist noch lange keine Trendwende, zumal die Datenanalyse der Entwicklung

immer zwei Jahre hinterherhinkt.

Wie auch im letzten Jahr habe ich

einen Blick auf den letzten Fohlenjahrgang

und die daran beteiligten

Väter geworfen. Da aber die Fohlen 2019 zum

Zeitpunkt der Recherche (März 2020) noch

nicht vollständig online waren, mußte der

Fohlenjahrgang 2018 herangezogen werden

und wurde mit 2017 verglichen.

Gemäß den Online-Datenbanken registrierten

die beiden Verbände für das Zuchtjahr

2018 623 Vollblutaraberfohlen (541 im VZAP,

82 im ZSAA). Im Vergleich dazu bestand der

Fohlenjahrgang 2017 aus 639 Fohlen (584 im

VZAP, 54 im ZSAA). Dies zeigt, dass die Verluste

beim VZAP durch die Zunahme an registrierten

Fohlen beim ZSAA fast ausgeglichen

wurden, und der tatsächliche Rückgang nur

16 Fohlen beträgt, oder 2,5 %.

Diese 623 Fohlen hatten 288 verschiedene

Väter, d. h. auf jeden Hengst (der überhaupt

gedeckt hatte), entfielen 2,16 Fohlen (2017:

2,2). Von den 288 Vätern stammen 186 aus

deutscher Zucht, die anderen (ca. 35 %) kamen

aus dem Ausland, teils gekauft, teils

geleast oder auch nur über Gefriersamen im

Einsatz.

Im Gegensatz zu meinem letzten Beitrag

über den Fohlenjahrgang 2017, wo die Fohlen

gemäß ihrem (potentiellen) Zuchtziel eingeteilt

wurden (Schaupferd, Ägypter, Rappe

etc.), soll es diesmal ausschließlich um die

Väter gehen. Von den 288 Vatertieren waren

150 (entspricht 52 %) Ägypter, 53 Väter (18 %)

wurden der Kategorie "Schaupferd" zugeteilt,

sie stellten jedoch 27 % des Fohlenjahrgangs.

Bleiben noch 30 % "andere", die für 132 (oder

21 %) der Fohlen verantwortlich waren. Zu

der letzten Kategorie zählen 54 Hengste aus

gemischten Blutlinien, die aber vordergründig

nicht zu den Schaulinien gezählt werden

können, 23 Hengste führen russisch/polnisches

Blut (davon sind neun "reine Russen"),

zwei entspringen spanischen Linien, einer

ist ein 100%iger Crabbet, und vier sind aus

französischen Rennlinien bzw. Amer-Nachkommen.

Die Schaupferde

Betrachten wir als Erstes die Schaupferde,

weil hier die Hengste mit den meisten Fohlen

zu finden sind. Die Hitliste der begehrtesten

Vatertiere führt Poseidon OS (Ajman Moniscione

/ Maryah OS), *2013 aus der Zucht des

Gestüts Osterhof, an, ein Hengst der ganz typischerweise

die in der Schaupferdezucht so

beliebte Verbindung der Linien von Padrons

Psyche mit Gazal Al Shaqab verkörpert. Interessanterweise

kann er selbst auf keine besondere

Schaukarriere zurückblicken, er war

Junioren-Gold-Champion an einer B-Schau,

20

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Die begehrtesten Hengste - Fohlen 2018

Anzahl

Fohlen

Hengst Vater Land Farbe Kategorie

18 Poseidon OS Ajman Moniscione GER Br. Schaupferd

16 AJ Mardan Vervaldee USA F. Schaupferd

15 Shanghai EA WH Justice ESP Sch. Schaupferd

14 Ascot DD Glorious Apal NA NED F. Schaupferd

12 BS Echnaton Al Hakim GER R. Ägypter / asil

12 Lamandro EKS Alihandro GER F. Schaupferd

10 PSE Atlanta Nader Al Jamal BEL Sch. Ägypter / asil

9 AJM Shirass AJM Amirash GER R. gemischte Linien

7 Naoufil Mahadin GER Sch. Ägypter / asil

6 Ajman Moniscione WH Justice ITA F. Schaupferd

6 Al Ayal AA Al Ayad ISR Sch. Ägypter / asil

6 Eklipse O Jaipur El Perseus USA R. gemischte Linien

6 JM Fareed el Sharik Faa El Sharik GER R. Ägypter / asil

6 Nadeed Al Naif Ebtiyaj Al Naif QAT Sch. Ägypter / asil

6 NK Nabhan NK Nadeer GER Br. Ägypter / asil

6 RFI Farid RFI Maktub BRA Br. Schaupferd

6 Teymur B Assad HUN Sch. Ägypter / asil

5 Al Kharim Al Azim

Kudaira Nuri Ibn

Salaam

GER R. Ägypter / asil

5 DF Nuri Simeon Sadik GER F. Ägypter / asil

5 GR Lahab Al Lahab GER Sch. Ägypter / asil

5 IS Exxpu QR Marc GER Sch. Schaupferd

5 Justiaan WH Justice GER Sch. Schaupferd

5 Kais Albaydaa Jamil Al Rayyan EGY Sch. Ägypter / asil

5 Maheeb Classic Shadwan GER R. Ägypter / asil

5 Pallaton K El Nabila B BRA Sch. Schaupferd

5 Psyrasic Psytadel GER Br. Schaupferd

5 The Verdict HG Thee Desperado USA R. Ägypter / asil

Silber-Champion am Deutschen Nationalen

Championat und er war Siegerhengst der

VZAP-Verbandshengstschau 2015. Von seinen

insgesamt18 Fohlen entstammen alleine

13 seinem Deckeinsatz im Gestüt Ismer, das

mit insgesamt 41 Fohlen im Jahr 2018 mit

Abstand die größte Zuchtstätte für Vollblutaraber

in Deutschland ist.

Der Hengst AJ Mardan (Vervaldee / Felicia

RLC) *2011 liegt mit 16 Fohlen auf Platz zwei,

er war jedoch überwiegend im gestütseigenen

Einsatz - und das ist noch nicht einmal

ein deutscher Züchter, sondern Sheikh Ammar

aus den UAE. Da die Fohlen aber alle in

Deutschland registriert sind, erscheinen sie

auch in der deutschen Statistik.

Mit 15 Fohlen in Deutschland liegt dann das

"Schaupferd schlechthin", Shanghai EA (WH

Justice / Salymah), *2008 aus der Zucht von

Albert Sorocco in Spanien, auf Platz drei.

Senioren-Gold-Champion am ANC und Silber-Welt-Champion

im letzten Jahr sind nur

zwei seiner vielen Schauerfolge. Sein größter

"Kunde" in Deutschland war Ajman Stud, des

weiteren Frank Spönle und die ihm angeschlossenen

Züchtergemeinschaften.

Ihm folgt mit 14 Fohlen der Sieger der

VZAP-Verbandshengstschau 2017 Ascot DD

(Glorious Apal NA / Lady Nina DD) *2011 im

Besitz des Gestüts Ismer. Hier hat er natürlich

auch die meisten Fohlen hinterlassen. Und

last but not least folgt in der Top Five Lamandro

(EKS Alihandro / Lamana) *2015 mit

12 Fohlen, auch er fand vor allem in seinem

Heimatgestüt Sax Arabians Einsatz.

Diese fünf "Schaupferdehengste" hatten

2018 insgesamt 75 Nachkommen, d. h. ca.

12 % aller Fohlen.

Die Ägypter

Ägypter sind zwar die stärkste Gruppe insgesamt,

aber da es in dieser Kategorie so viele

Hengste gibt, bleibt für jeden Einzelnen weniger

zu tun. Der am meisten beschäftigte

Hengst war daher BS Echnaton (Al Hakim /

Ferdous Albadeia) *2005. Er schaffte es mit

seinen beiden Attributen "Ägypter" und

"Rappe" auf 12 Fohlen. Züchter ist Thomas

Mayer, der ihn naturgemäß auch am häufigsten

einsetzte. Vor kurzem wurde der Hengst

an das Gestüt Tariqaana verkauft.

Auf Platz 2 der "Ägypter Top Five" liegt PSE Atlanta

(Nader Al Jamaal / Imperial Baarezah),

*2011 aus dem Gestüt Goschenhof der Familie

Gerbershagen. Er ist neben dem Attribut

"Ägypter" auch "Schaupferd", zumindest soweit

es rein-ägyptische Schauen anbelangt.

Auf Platz drei dann der leistungsgeprüfte

Hauptbeschäler aus Marbach, Naoufil (Mahadin

/ Namije) *2010. Auch hier entfielen natürlich

die meisten der sieben Nachkommen

auf die gestütseigene Herde. Die nächsten 11

Hengste hatten jeweils sechs oder fünf Nachkommen

und können aus der Tabelle ersehen

werden. Interessant ist, dass es in keiner

Kategorie soviele Rappen gibt wie bei den

Ägyptern - 24 % aller ägyptischen Hengste

sind Rappen! Im Vergleich dazu: Alle anderen

Kategorien zusammengenommen ergeben

121 Hengste, darunter nur 17 Rappen (14 %).

Ägypter, Schaupferd oder Rappe - diese drei

Attribute machen den "Mainstream" bei uns

aus.

Zucht

Die Leistungstypen

Etwas ernüchternd ist die Betrachtung, wieviele

der 288 Väter eine HLP abgelegt haben,

denn es sind dies lediglich 44 Hengste (oder

15 %). Bei näherer Betrachtung haben von

den 235 Vätern, deren Fohlen beim VZAP

eingetragen wurden, 13,2 % eine HLP, von

1/2020 - www.in-the-focus.com

21

Naoufil hatte 2018 die meisten Nachkommen

2018 unter den HLP-geprüften Hengsten.


Zucht

Väter mit Hengstleistungsprüfung - Fohlen 2018

Anzahl

Fohlen

Hengst Vater Land Farbe Kategorie

7 Naoufil Mahadin GER Sch. Ägypter / asil

5 Al Kharim Al Azim

Kudaira Nuri Ibn

Salaam

GER R. Ägypter / asil

4 Musab NK Bolbol GER Br. Ägypter / asil

4 Pandoro Normativ GER Sch. Russisch/Polnisch

4 WM Safi KP Maryoom GER Sch. Ägypter / asil

3 Assy Amer FRA Sch. Rennen

3 Solaris Simeon Sadik AUT Br. gemischte Linien

3 Tobruk Adnan GER Sch. Ägypter / asil

2 Al Ashar Ashur GER Sch. gemischte Linien

2 Arian Shah Jonathan El Ludjin AUT Sch. gemischte Linien

2 Davidoff Kubinec GER Sch. Russisch/Polnisch

2

EH Zyrano de

Beygerac

Bey Shy GER Br. gemischte Linien

2 Faa el Sharik Dhar Faa Halim USA R. Ägypter / asil

2 Jenisseij WH Justice GER Sch. Schaupferd

2 KP Maryoom Hakeel Ibn Kaysoon GER Sch. Ägypter / asil

2 Mefisto Marwan I GER F. gemischte Linien

2 Om El Shampane Al Lahab GER F. gemischte Linien

2 Period Drug RUS Br. Russisch/Polnisch

2 Seoul Pharon GER Br. gemischte Linien

2 Van Mail Kossack Pobeditel NED R. Russisch/Polnisch

2 WM Malakil DF Malik Jamil GER Sch. Ägypter / asil

1 AA Mahzous El Thay Mahfouz GER Sch. Ägypter / asil

1

CH Lagos ibn

Assad-4

Assad-4 GER Br. gemischte Linien

1 EH Ethos Santhos GER Sch. gemischte Linien

1 El Wodkine Eldorado SWE Sch. Rennen

1 Ganimed Drakon GER F. Russisch/Polnisch

1 GH Basim Black Diamond LDA GER R. Ägypter / asil

1 Hashim Ibn Sharaf GR Sharaf GER R. Ägypter / asil

1 IS Con Air Altis GER Br. gemischte Linien

1 Maazin El Din

Authentic El

Malakuti

GER Sch. Ägypter / asil

1 Machmut Nur El Konto GER Br. gemischte Linien

1 MK Diabolo Nadeshnij GER Sch. Russisch/Polnisch

1 Nizar V.S. Nasar NED F. Russisch/Polnisch

1 Pan Re Benik GER F. Russisch/Polnisch

1 Pasha Yasin Alidaar GER F. Ägypter / asil

1 Said Pamir I GER Sch. gemischte Linien

1 Sayf Kesberoy FRA F. Rennen

1 Serenity Shaham AK Shah Munifeh USA Sch. Ägypter / asil

1 Serenity Shahan AK Shah Munifeh USA Sch. Ägypter / asil

1 Shamiro E A Sahid GER R. Ägypter / asil

1 Siddhi du Vivarais Marzouck GER Sch. gemischte Linien

1 T.M. Lopez T.M.Aikonos AUT F. gemischte Linien

1 Tabajan Sajeed Ibn Sharik GER F. gemischte Linien

1 Zahron Zarif GER Br. gemischte Linien

den 53 ZSAA-Vätern haben 24,5 % eine HLP.

Insgesamt reden wir von 82 Fohlen von leistungsgeprüften

Vätern (12,8 %).

Unter den Züchtern, die Wert auf eine HLP

legen, steht das Haupt- und Landgestüt Marbach

an erster Stelle. Alle vier Beschäler, die

am Fohlenjahrgang 2018 beteiligt waren,

haben eine Hengstleistungsprüfung abgelegt

- mal besser, mal weniger gut. Mit sieben

Fohlen stellte Naoufil (s. o.) die meisten

Nachkommen, gefolgt von Musab (NK Bolbol

/ Maaza) *2005 und WM Safi (KP Maryoom /

Sarafine) *2013 mit je vier Fohlen und WM

Malakil (DF Malik Jamil / Maaza) *2013 mit

zwei. Alle diese Hengste sind Ägypter (bzw.

asil), was manchen Liebhaber der Leistungszucht

auf Basis von russisch-polnischen Linien

verwundern mag. Und noch ein Ägypter

mit HLP konnte sich in der TOP FIVE plazieren:

Al Kharim Al Azim (Kudaira Nuri Ibn Salaam

/ Allat El Gaschya), *2006 aus dem Gestüt Al

Azim von Doris Melzer, der - wie sollte es bei

dieser Züchterin anders sein - seine HLP über

Distanzritte absolviert hat. Ägypter, Rappe

und leistungsgeprüft - mehr Attribute bei einem

Pferd geht kaum!

In der TOP FIVE der geprüften Hengste ist

auch Pandoro (Normativ / Poema) *2009 vertreten,

der als am meisten gefragter Hengst

unter den russisch-polnischen (Leistungs-)

Linien aufzuführen ist und seine Leistungsprüfung

über den Rennsport ablegte.

Die Rennpferde

Denken wir an Rennpferde, denken wir meist

an "die Franzosen", so stark dominieren diese

mittlerweile das Renngeschehen, aber auch

der "saudische" Hengst Amer gehört natürlich

in diese Kategorie. Sechs Fohlen sind

aus der Bedeckung mit französischen Rennhengsten

geboren. Aber es gibt auch andere

Linien, aus denen gute Rennpferde entspringen,

so beispielsweise der Hengst El Wodkine

(Eldorado / Welona) *1995, der eine polnische

Abstammung hatte mit ein wenig russischen

Linien. El Wodkine zählte zu den echten Leistungspferden

in Deutschland und war vor

seinem Import sechsmal bestes Rennpferd in

Schweden. Leider verstarb der Hengst 2018,

bevor sein letztes Fohlen geboren wurde.

"Classic Russian"

Es hat den Anschein, als ob russische Linien

wieder eine kleine Renaissance erleben würden,

schließlich wurden im letzten Jahr acht

Zuchtstuten aus Tersk importiert - die brauchen

aber auch einen adäquaten Hengst!

Deshalb sollen einige rein-russische Hengste,

die reiterliche Leistung vorweisen können und

2018 Fohlen hatten, kurz vorgestellt werden:

Der in Deutschland stehende Period (Drug /

Progulka) *1994 hat sich mit seinen Erfolgen

in der Dressur unter Denise Reichenwallner

selbst ein Denkmal gesetzt und ist wohl der

erste Vollblutaraber, der seine HLP über die

Turniersportprüfung bis Kl. S gemacht hat. Außerdem

war er in Russland auf der Rennbahn

und auch diese Leistung wurde ihm als HLP

anerkannt - doppelt geprüft hält besser! Auswirkungen

auf seinen züchterischen Einsatz

hatte dies alles aber leider kaum: Insgesamt

hatte er 20 Fohlen über einen Zeitraum von 20

Jahren, die meisten wurden im Gestüt Enserhof

von Caroline Bär geboren. Mit nunmehr 26

Jahren steht der Zucht nicht mehr zur Verfügung

- vertane Chance!

Für die Distanzpferdezucht empfiehlt sich

MK Diabolo (Nadeshnij / Dulvajta) *2006. Der

ausgesprochen kalibrige und große Hengst

(1,59 m Stm., 20,0 cm Röhrbein) hat seine

HLP im Distanzsport absolviert und reiht sich

22

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Period hat sich mit seinen Turniererfolgen

selbst ein Denkmal gesetzt - dennoch wurde er

züchterisch kaum genutzt.

hier ein in die Reihe der Drug-Nachkommen

mit Leistungspotential. Auch Pan Re (Benik /

Pobeda) hat seine HLP über den Distanzsport

abgelegt. Er ist mütterlicherseits ein Urenkel

von Drug und geht in väterlicher Linie auf

Priboj zurück, einen der wichtigsten Leistungsvererber

in Russland. Auch mit Drager

(Gepard / Djimma) *2002 ist ein hochkarätiges

Leistungspferd aus Russland nach Österreich

gekommen. Er hat in Russland eine sehr

erfolgreiche Rennkarriere absolviert, lief fünf

Saisons (28 Starts, 8 Siege - 10 x Zweiter - 4 x

Dritter - 2 x Vierter) und hat über eine Million

Rubel "verdient". Er verkörpert die selten

gewordene Kuhailan-Ajouz-Hengstlinie und

hat aus diesem Grund dieses Jahr Gaststuten

aus dem ungarischen Staatsgestüt Bábolna

bekommen.

Von den weiteren russischen Hengsten sollen

die mit einer HLP noch erwähnt werden. Es

sind dies drei Nabeg-Nachkommen: Davidoff

(von Kubinec) *1995 war in jungen Jahren

ein Schaupferd mit beachtlichen Erfolgen bis

hin zum Klassensieg am Europachampionat

als Jährling, machte sich später aber auch im

Springparcours recht gut und hat 2006 seine

70-Tage-HLP in Marbach abgelegt. Auch

Nizar V.S. (Nasar / Sjadosa) *2008 kann mit

Schau-Erfolgen und einer 70-Tage-HLP aufwarten.

Der Hengst ist in Holland zuhause,

aber in Deutschland eingetragen. Der dritte

Nabeg-Nachkomme ist Van Mail Kossack

(Pobeditel / Verba) *2003, ein Rappe, ebenfalls

aus Holland, steht aber in Deutschland.

Er hat seinen 30-Tage-Test (HLP) in Erbach

erfolgreich bestanden.

Die "Retro-Araber"

Es ist aber auch interessant, diejenigen Züchter

und Pferde zu beleuchten, die gegen den

Strom schwimmen, Züchter, die Wert auf

andere Kriterien legen. Die nachfolgende

Aufzählung ist eher subjektiv und beinhaltet

einfach nur Hengste, die mir während der Recherche

aufgefallen sind.

Fünf Hengste konnte ich ausmachen, die ich

als "Retro-Araber" (im besten Sinne!) bezeichnen

würde, d. h. im alten Typ stehend und

aus alten Linien gezogen (der Ausdruck "Retro"

(lat. retro rückwärts, retrograd rückwärts

gewandt) kennzeichnet in vielen Bereichen

gezielt an älteren Traditionen oder Merkmalen

anknüpfende Erscheinungen). Es sind dies

die Halbgeschwister MC Menach und Machmut

Nur, beide aus der Mekka IV (Raswan /

Marakesch) *1978. Machmut Nur (von dem

"alt-polnischen" El Konto) hatte sich 2016 im

stolzen Alter von 22 Jahren der ZSAA-Körkommission

gestellt. Hierbei gefiel das trotz

Rennleistung auch im Alter noch trockene

Fundament mit einem Röhrbeinumfang von

20,5 cm. MC Menach (von dem "alt-polnischen"

Cyklon) ist drei Jahre jünger und das

letzte Fohlen der Mekka IV. Er ähnelt seinem

Halbbruder in seiner kompakten, ja fast barocken

Form, ist dabei aber auch noch Rappe!

Beide Hengste wirken im Gestüt Heinsdorfergrund

von Nicole Michel.

Teils aus DDR-Linien gezogen ist El Ghadall

(Ghaitan / Ghattifa) *1999, ein Brauner, der

einen "Touch Moderne" durch den Ägypter

Ibn Saleha (v. Ibn Moheba) hat. Ansonsten ist

er auf die Stute Bint Ghamila von dem Elitehengst

Raswan (Adonah / Rozka) *1960 ingezogen.

Er dient als Wander- und Ausreitpferd

der Familie Dressel vom Araberhof Dressel.

Eng verwandt mit MC Menach und El Ghadall

ist der Rapphengst Ghigant (Cyklon / Ghattifa)

*2001, der auf dem Ferien- und Reiterhof

Sittel zuhause ist.

Zahron (Zarif / Emirah) *1994, ein Hengst,

der sich in der Distanzpferdezucht hervorgetan

hat und seine Leistungsprüfung mit

über 2000 km auf Distanzritten absolvierte.

Zwischenzeitlich hat er bereits über 4000 km

unter die Hufe genommen. Er trägt die großen

Name Rustan und Sawih Ibn Wisznu als

Großväter im Pedigree, hat auch einen Schuß

spanisches Blut und steht ganz im "alten Typ".

Er steht auf dem Araberhof von Monika Koch.

Fazit

Die Vielfalt im Typ und in den Blutlinien ist

noch vorhanden. Aber es werden immer weniger

Hengste, insbesondere wenn man auf

deren Geburtsdatum blickt. Vielfach sind die

"ausgefallenen" Hengste noch in den 1990er-

Jahren geboren. Es wäre schön, wenn wir

auch in Zukunft in Deutschland außer "Ägypterm,

Schaupferden und Rappen" noch etwas

anderes zu bieten hätten.

Gudrun Waiditschka

Zucht

1/2020 - www.in-the-focus.com

23

Machmut Nur verkörpert den "alten Typ", den

man immer seltener findet.


Zucht

Der Hengst Déva Gidran-13 (Riadó)

*1993 ist derzeit Hauptbeschäler in

Mezöhegyes. -

The stallion Déva Gidran-13 (Riadó) *1993

is presently chief sire at Mezöhegyes.

Gidran

Der “Anglo-Araber”

Der Gidran ist der klassische Anglo-Araber

Ungarns und wird wegen seiner Eignung

aus Ungarn

für den Spring- und Vielseitigkeitssport sehr geschätzt. Es ist aber auch eine sehr seltene

Rasse, von der nur noch ein paar hundert Zuchtstuten existieren. Etwa ein Drittel von ihnen

lebt heute wieder im ungarischen Staatsgestüt Mezöhegyes.

alle Fotos: G. Waiditschka

Die Gidrans sind eine seltene Rasse

mit einer 200-jährigen Geschichte,

die während der k.u.k. Monarchie

begann. Es war 1816, als Baron von Fechtig

mehrere arabische Pferde im Orient kaufte

und nach Europa brachte. Unter ihnen war

der 5-jährige Fuchshengst Siglavy Gidran,

den er für 2800 Gulden nach Bábolna verkaufte.

In Bábolna wurde er zwischen 1818

und 1824 eingesetzt und hinterließ mehr als

100 Nachkommen. Einer davon war Gidran II

(Sigl. Gidran db / Arrogante (spanisch))

*1818. Als dieser nach Mezöhegyes versetzt

worden war, wurde er der Gründungshengst

der Gidran-Rasse. Jeder heute existierende

Gidran kann auf diesen einen Hengst zurückgeführt

werden.

Österreichisch-ungarische Rasse

Am Anfang waren die Gidrans arabische

Kreuzungsprodukte, ähnlich wie die Shagya-

Araber (zu der Zeit "Araberrasse" genannt),

sie hatten jedoch unterschiedliche Stutenlinien.

Als Datum für die offizielle Gründung

der Rasse wird 1855 genannt. Zu dieser Zeit

waren die Mütter der Gidran-Hauptbeschäler

zu 33 % Araber, 22 % Siebenbürger, 16 % Spanier,

16 % Nonius, 6 % ungarische Landstuten

und 6 % Gidran-Stuten. Insgesamt hatte die

Rasse ursprünglich 15 Gründerstuten, aber

in der Zwischenzeit sind einige Stutenlinien

ausgestorben. Bis dahin wurden die Gidrans

als leichte Kavallerie-Pferde verwendet. Ab

1862 wurden dann mehrere englische Vollbluthengste

eingesetzt und die Rasse in einen

ungarischen Anglo-Araber verwandelt. Ziel

war es, Gebäude und Leistung dieser Pferde

zu verbessern und Inzucht zu vermeiden. Die

Töchter dieser Hengste wurden nach 1-2 Generationen

wieder mit reinen Gidran-Hengsten

gepaart. Die Söhne der Vollbluthengste

(mit wenigen Ausnahmen) wurden von der

Zucht ausgeschlossen. 1885 wurde der Gidran-Bestand

vom österreichischen Kriegsministerium

als eigenständige Rasse anerkannt

und fortan hauptsächlich in Mezöhegyes gezüchtet.

Als solche gilt sie als "Gestütsrasse".

Alle Mitglieder der Rasse müssen Füchse sein.

Schwierige Kriegszeiten

Da die Rasse nur in einem Gestüt gezüchtet

wurde, war sie nie sehr zahlreich. Als Rumänien

24

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Die Laufställe in Mezöhegyes sind nach Rassen

getrennt - hier die Stute Gidran XXVII-8

(Bokreta) *2008. -

Loose stables in Mezöhegyes are sorted according

to breeds - here the mare Gidran XXVII-8

(Bokreta) *2008.

1920 in Ungarn einfiel (Ungarisch-Rumänischer

Krieg), nahmen sie 74 Stuten als Beute mit. Damit

waren in Ungarn nur 13 Stuten verblieben

und die Rasse vom Aussterben bedroht. Zwischen

den beiden Weltkriegen wurden Hengste

der Kisber-Rasse (ein Halbblutpferd) wie

Maxim V und Kozma III sowie die Shagya-Araber-Hengste

Mersuch III *1918, Siglavy VI *1922

und Gazal III *1912 eingesetzt. Diese Wahl

brachte gute Ergebnissen und der anglo-arabische

Charakter der Rasse wurde gefestigt.

Als die rumänische Armee diese 74 Stuten als

Beute nahm, wurden einige von ihnen ins Gestüt

Radautz gebracht, wo man begann, auf der

Basis von 55 Stuten Gidrans zu züchten. Diese

Pferde wurden einige Zeit als reine Gidrans gezüchtet,

aber 1989 wurde ihre Anzahl reduziert

und die Pferde verkauft, womit sie für die Rassezucht

verloren waren. Bis vor Kurzem hatte

Radautz noch einige Gidran-Hengste im Gestüt,

zum Beispiel Razbeg-Nachkommen, aber

zwischenzeitlich wurden sie alle abgeschafft.

Sie wirkten etwas schwerer als die Gidrans in

Mezöhegyes.

Mit sorgfältiger Zucht wurde die Anzahl der Stuten

in Mezöhegyes wieder vergrößert, und bis

1944 zählte das Gestüt wieder 90 Stuten. Aber

der Krieg traf die Rasse erneut, und nach dem

Zweiten Weltkrieg gab es nur noch 28 Stuten,

die nach Bergstetten in Deutschland evakuiert

worden waren, von wo sie dann nach Mezőhegyes

zurückgebracht wurden. 1957 wurde

das Gestüt von Mezőhegyes nach Dalmand

verlegt. Die Rasse wurde 1975 wiederbelebt,

bestand aber nur noch aus drei Hengsten und

16 reinrassigen Stuten. In Borodpuszta wurde

ein neues Gestüt gegründet, und Gidran IV, ein

Im rumänischen Radautz stand vor einigen

Jahren noch ein Gidran-Hengst, ein Sohn

von Rizbeg I. Zwischenzeitlich gibt es keine

Gidrans mehr in Radautz. -

A few years ago there was still a Gidran stallion

in Radautz, Romania, a son of Rizbeg I. In

the meantime there are no more Gidrans in

Radautz.

1/2020 - www.in-the-focus.com

reinrassiger Gidran-Hengst, dessen Blutlinie in

den heutigen Herden eine entscheidende Rolle

spielt, wurde aus Rumänien importiert.

Angesichts der engen Zusammenarbeit und

des Austauschs von Pferden zwischen den

österreichisch-ungarischen Gestüten im

19. Jahrhundert ist es nicht verwunderlich, dass

Shagya-Araber und Gidrans einige gemeinsame

Vorfahren haben. Und tatsächlich gibt es

auch in der Shagya-Araber-Zucht einen Gidran-Stamm,

der in Radautz gezüchtet wurde.

Umgekehrt gibt es in der Gidran-Zucht noch

heute Pferde, die auf Siglavy Bagdady zurückgehen.

Die Rückkehr der Gidrans

In Ungarn kehrte der Gidran 2018 nach sechs

Jahrzehnten ins Nationalgestüt Mezöhegyes

und damit in die Wiege dieser Rasse zurück.

Insgesamt 96 Pferde wurden zurückgekauft,

um den Zuchtbestand für ein neues Unternehmen

zu gründen.

25

Derzeit wird der Hengst Déva Gidran-13 (Riadó)

*1993 eingesetzt, dessen Vater Deva xx

war. Dieser neue englische Vollblut-Einfluss

soll den Adel und die Eleganz verbessern und

die Eignung für den Sport erhalten. Riadó war

ein erfolgreiches Sportpferd mit sehr gutem

Trainings- und Arbeitswillen. Auch war er Gewinner

der wichtigsten Zuchtschau im Jahr

2009. Gidrans sind besonders gut im Vielseitigkeitssport,

wo sie auch auf internationaler

Ebene hervorragende Ergebnisse erzielen. Ein

Beispiel, die Stute Gidran Soháj *1997, wurde

dem Zuchtstutenband in Mezöhegyes hinzugefügt.

Sie belegte den 18. Platz bei den

Young Horse World Championships 2004 in

Eventing unter William Fox-Pitt (GB).

Eine gefährdete Rasse

Der Gidran ist in jeder Hinsicht eine starke und

edle Rasse und repräsentiert ein korrektes, elegantes

Halbblutpferd. Die Rasse zeichnet sich

durch raumgreifende Bewegungen und trockene,

starke Gliedmaßen aus. Die großen Augen

und die breite Stirn, das Spiel der Ohren

und das feine Fell weisen auf die arabischen

Vorfahren hin. Seine Größe soll 160-165 cm

betragen.

Aufgrund ihrer geringen Anzahl gehört die

Rasse zu den gefährdeten Populationen (200

Stuten in Ungarn, 300 weltweit), konnte aber

immer international erfolgreiche Sportpferde

stellen. Einige der Stutenlinien haben eine

Zuchtgeschichte von 20 bis 25 Generationen.

Als traditionelles Genreservoir ist daher die

Zuchtgruppe in Mezöhegyes für die ungarischen

Tierzucht sowohl kulturell als auch genetisch

wertvoll.

Gudrun Waiditschka

Zucht


The young stallion Gidran XXVII-43 (Kartel)

*2012 (Gidran XXVII / 235 Sigl. Bagd. Gidran-16

(Kelepce)) carries the blood of Siglavy Bagdady

in his dam's line. -

Der junge Hengst Gidran XXVII-43 (Kartel)

*2012 führt das Blut von Siglavy Bagdady

über seine Mutterlinie.

all photos: G. Waiditschka

Zucht

The Gidran is the classical

Anglo-Arabian of Hungary,

and much admired for its

characteristics, such as his

suitability for jumping and

eventing. It is also a rare

breed, of which there are

only a couple of hundred

broodmares left. About a

third of them live today at

the Hungarian State Stud

Mezöhegyes.

Gidran -

The “Anglo-Arabian”

The Gidran breed is a rare breed with a

200-year-old history, starting during

the K.K. Monarchy. It was in 1816, when

Baron von Fechtig bought several Arabian

horses in the Near East and brought them

to Europe. Among them was the 5-year-old

chestnut stallion Siglavy Gidran whom he

sold to Bábolna for 2800 fl. In Bábolna, he was

used between 1818 and 1824, leaving more

than 100 offspring. One of these was Gidran II

(Sigl. Gidran db / Arrogante (Spanish)) *1818.

When he was transferred to Mezöhegyes, he

became the foundation stallion of the Gidran

breed. Every Gidrán in existence today can be

traced to this one stallion.

from Hungary

A Typical Austro-Hungarian Breed

In the beginning, the Gidrans were Arabian

crossbreds, similar to the Shagya-Arabians

(at the time called "Araberrasse"), even

though they had different damlines. The official

foundation of the breed is marked in

1855. At that time, the dams of the Gidran

chief sires were 33% Arabian, 22% Transylvanian,

16% Spanish, 16% Nonius, 6% Native

Hungarian, and 6% Gidran mares. All in

all, the breed originally had 15 female ancestors,

but some damlines had been lost in

the meantime. Until then, the Gidrans were

used as light cavalry mounts. From 1862,

several English Thoroughbred stallions were

used and the breed changed into a Hungarian

Anglo-Arab. The intention was to improve

the conformation and performance

of these horses, and to avoid inbreeding.

The daughters of these stallions were again

bred to pure Gidran stallions after 1-2 generations.

The sons of the thoroughbred stallions

(with a few exceptions) were excluded

from breeding. In 1885, the Gidran stock was

named as an independent breed by the Austrian

Ministry of War (Kriegsministerium)

and from then on was bred mainly at Mezöhegyes,

and as such it is considered a "stud

breed". All members of the breed had to be

chestnut.

26

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Gidran XXVII-48 (Kötörö) - the naming and

numbering follows the old Austro-Hungarian

system. -

Gidran XXVII-48 (Kötörö) - die Namensgebung

und die Nummern folgen dem alten

österreichisch-ungarischen System.

Difficult War Times

Being bred only in one stud, the breed was

never very numerous. But when Romania invaded

Hungary in 1920 (Hungarian–Romanian

War), they took 74 mares as loot. This

left Hungary with only 13 mares, and the

breed close to extinction. Between the two

world wars, stallions of the Kisber breed (a

half-bred horse), such as Maxim V and Kozma

III, were used as well as Shagya Arabian

stallions, such as Mersuch III *1918, Siglavy

VI *1922 and Gazal III *1912. This choice

was followed with good results and the anglo-arab

character of the breed was consolidated.

However, when the Romanian army took

those 74 mares as loot, some of them were

brought to Radautz Stud, where they started

to breed the Gidrán horses with 55 mares.

These horses were bred for some time

as pure Gidrans, but in 1989 their numbers

were reduced and the horses sold and lost

for registered breeding. Until recently, Radautz

still had some Gidran stallions at stud,

for example Razbeg and his offspring, but

today, they are all gone. They were of a more

heavy type than the Gidrans at Mezöhegyes.

With careful breeding the number of mares

in Mezöhegyes was raised, and by 1944 the

stud numbered 90 mares again. But the war

hit the breed again, and numbers were down

to only 28 mares, regained from Bergstetten

in Germany, to where they were evacuated,

which then were returned to Mezőhegyes. In

1957, the stud was moved from Mezőhegyes

to Dalmand. The breed was revived in 1975

when the purebred population consisted of

3 stallions and 16 mares. A new stud was

established in Borodpuszta and Gidran IV,

a purebred Gidran stallion, whose bloodline

plays a decisive role in today's herds, was

imported from Romania.

Considering the close co-operation and

swapping horses among the Austro-Hungarian

Studs in the 19th century, it is not surprising

that Shagya-Arabians and Gidrans share

some common ancestors. And actually, there

is a Gidran strain in the Shagya-Arabian,

which was bred in Radautz and there are Gidrans

with Siglavy Bagdady in their pedigree

even today.

The Return of the Gidrans

In Hungary, the Gidran returned in 2018 after

six decades to the National Stud of Mezöhegyes

and thus came back to the cradle

of this breed. Alltogether 96 horses were

re-purchased to found the breeding stock for

a new venture.

At present, the stallion Déva Gidran-13 (Riadó)

*1993 is used, whose sire was Deva xx.

This new English Thoroughbred influence

is to improve nobility and elegance and to

maintain the suitability for sports. Riadó

was a successful sports horse with a bery

good training and working ability, as well as

winner of the most important breed show in

2009. Gidrans are especially good in eventing,

where they achieve excellent results also

at international level. One example, the mare

Gidran Sohaj *1997 has been added to the

broodmare band at Mezöhegyes. She placed

18th at the World Young Horse Championships

2004 in Eventing under William Fox-Pitt

(GB).

An Endangered Breed

The Gidran is a strong and noble breed in

every respect, and represents a correct, elegant

half-blood horse. The breed is characterized

by ground-covering movements and

dry, strong limbs. The large eyes and the wide

forehead, the play of the ears and the fine

coat indicate the Anglo-Arabian ancestors.

His size is aimed to be 160-165 cm.

Because of its low number, the breed is one

of the endangered populations (200 mares in

Hungary, 300 worldwide), but could always

give internationally successful sport horses

for sport. As a traditional gene reservoir, it

is both culturally and genetically valuable in

the Hungarian animal breeding. Some of the

female lines have a breeding history as long

as 20-25 generations.

Gudrun Waiditschka

Zucht

Gidran Soháj - she was highly successful in

eventing, here at 22 years as broodmare. -

Die im Sport sehr erfolgreiche Stute Gidran

Soháj im Alter von 22 Jahren als Zuchtstute.

1/2020 - www.in-the-focus.com

27


Genetische Spurensuche (II)

Schnelligkeit und

Ausdauer

Zucht

Im letzten Heft haben wir uns die Domestikation und die Entstehung der Pferderassen

unter neuen genetischen Erkenntnissen angeschaut. In diesem zweiten Teil soll es nun um

verschiedene Eigenschaften gehen, wie beispielsweise die genetischen Grundlagen für

Schnelligkeit und Ausdauer.

Der Mensch hat seit der Domestikation

des Pferdes bis heute eine große

Anzahl verschiedener Pferderassen

geschaffen, die die unterschiedlichsten Eigenschaften

aufweisen, je nachdem, was ihr

Einsatzgebiet ist. Und daher ist es nicht verwunderlich,

dass verschiedene Pferderassen

auch unterschiedliche Veranlagungen bezüglich

der Bildung von Muskelmasse haben.

So gibt es Kurzstreckenläufer (Sprinter), die

hohe Kraftleistung über eine kurze Zeitdauer

und Strecke aufbringen müssen, wie das

Quarter Horse, das für 400-m-Rennen gezüchtet

wird. Und dann gibt es Langstreckenläufer

(Steher), deren Stärke die ausdauernde

Muskelarbeit bei langen Rennen ist, bis hin zu

Distanzritten über 160 km.

Das Gen für Muskelwachstum

Verantwortlich dafür ist das Protein Myostatin

(MSTN), das das Muskelwachstum hemmt.

Ist dieses Protein verändert, d. h. gehemmt,

findet ein vermehrtes Muskelwachstum statt.

Vor einigen Jahren konnte man die Mutation

identifizieren: Die Base Thymin (T) wurde mit

Cytosin (C) ausgetauscht. Hat ein Pferde diese

Mutation (C/C statt T/T), hat das Pferd mehr

Muskelkraft für kurze Sprints. Dieses Gen erhielt

daher den Namen „Speed-Gen“. Es gibt

demgemäß drei verschiedene Genotypen,

und man postulierte folgende Eigenschaften:

C/C - homozygot für das C-Allel, das sind die

Sprinter unter den Rennpferden, die einen

hohen Anteil an Muskelmasse im Verhältnis

zum Gesamtgewicht haben und für kurze,

schnelle Rennen geeignet sind - sie sind außerdem

meist frühreifer. Pferde mit T/T, die

homozygot für das T-Allel sind und die damit

die andere Variante des Myostatin-Gens haben.

Diese sind die Steher, die Ausdauerläufer,

die meist leichter gebaut sind, d. h. weniger

Muskelmasse haben und für lange Distanzen

besser geeignet sind - sie sind meist auch

spätreif. Und natürlich gibt es auch C/T (heterozygot)

mischerbige Pferde, die besonders

für mittlere Distanzen geeignet sind.

Das Team um Mim Bower (2012) von der

Universität Cambridge hat verschiedene

Rassen auf die Häufigkeit von C/C und T/T

unterschucht. Dabei stellte sich heraus, dass

die orientalischen Rassen, wozu ja auch das

arabische Pferd gehört, nur zu 3 % C/C hatten,

dagegen zu 87 % T/T, die restlichen 10 %

waren C/T. Beim Englischen Vollblut sah das

ganz anders aus. Hier waren unter den Sprintern

46 % homozygot C/C und nur 7 % T/T,

die Differenz wiederum C/T. Bei den Stehern,

also Rennpferde, die über 1800 m und mehr

laufen, waren es nur 3 % C/C und 35 % T/T,

die Mehrheit - nämlich 61 % waren gemischterbig

C/T. Also von seinen orientalischen

Vorfahren konnte das Englische Vollblut seine

Schnelligkeit insbesondere auf den relativ

kurzen Strecken (bis 1800 m) nicht geerbt haben.

Woher kam sie aber dann?

Das Speed-Gen

Die Antwort darauf überraschte: Es wurde

offenbar nur einmal diese Mutation während

der Gründungsphase des Englischen

Voll-bluts in den Genpool eingeführt, und

zwar von einer in Großbritannien geborenen

Stute, womöglich sogar einem Shetlandpony!

Beim britischen Shetlandpony

waren immerhin 38 % der untersuchten Tiere

homozygot für C/C, 38 % homozygot T/T,

der Rest (25 %) war mischerbig. Übrigens,

die höchste Rate für C/C finden wir beim

American Quarter Horse, dem Sprintspezialisten

(83 % C/C), der für Rennen von 400 m

gezüchtet wurde.

Es wurde offenbar nur einmal

die "Speed"-Mutation in

den Genpool des Englischen

Vollbluts eingeführt,

28

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Dasselbe Forscherteam untersuchte auch die

DNA von "historischen Skeletten", und zwar

von Englischen Vollblütern, die zwischen 1849

und 1930 geboren waren. Darunter bekannte

Namen wie Eclipse, Hyperion, Persimmon und

St. Simon. Alle 12 untersuchten Tiere waren

T/T. Damals war also T/T vorherrschend, heute

C/C - wie kam es zu dieser Verschiebung? Die

Erklärung liegt in den geänderten Bedingungen

für den Rennsport über die Jahrhunderte

hinweg. Im 17. und 18. Jahrhundert bestanden

die Rennen aus einem Wettrennen von

nur zwei Pferden gegeneinander, das in mehreren

Läufen ausgetragen wurde - jeweils die

Sieger eines solchen Zweier-Rennens mußten

wieder gegeneinander antreten etc. Die Länge

der Rennen betrug zwischen 3.200 und 6.400

m. Der Sieger mußte also sowohl auf langen

Strecken durchhalten wie auch mehrere Rennen

pro Tag laufen. Das erforderte Ausdauertypen

(Steher), keine Sprinter. Außerdem

waren die Pferde sehr viel älter als heute, nämlich

5 bis 6 Jahre alt, nicht zwei- bis dreijährig.

Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert

veränderte sich der Rennsport, die Rennen

wurden kürzer (1.600 bis 2.800 m), die Pferde

jünger (dreijährig) - dieser Trend hat sich bis

heute fortgesetzt. Damit verschob sich auch

das Vorkommen des T/T-Genotpys zugunsten

des C/C-Genotyps, der zwar in der Population

schon damals vorhanden war, aber mit geringer

Frequenz. Was dies für die Araber-Rennpferdezucht

bedeutet, kann sich jeder selbst

überlegen, denn auch hier sehen wir eine

Tendenz hin zu kurzen Strecken und zu frühreiferen

Pferden, womit aber eigentlich gegen

die typischen Arabereigenschaften selektiert

wird. Es könnte auch eine Erklärung dafür sein,

warum es so verführerisch ist, (heimlich) englisches

Sprinterblut beim Araber einzukreuzen.

Andere Faktoren

Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass die

Vererbung der Geschwindigkeit wohl doch

nicht ganz so einfach zu sein scheint. Man

begann, den MSTN-Test (ein Gentest) zu verwenden,

um die Eignung der Rennpferde für

verschiedene Distanzen vorherzusagen, gewissermaßen

noch bevor sie ins Training kommen.

Aber je mehr Pferde auf MSTN getestet

wurden, desto weniger trafen die Vorhersagen

zu. Petersen et al. 2014 konnten zeigen,

dass nicht nur die CC-, TC- und TT-Varianten

im Rennsport eine Rolle spielen. Vielmehr

wurde erkannt, dass neben der Mutation des

Myo-statin-Gens auch eine SINE-Einfügung (d.

h. die Einfügung von DNA-Sequenzen im Genom,

die nur 100-400 Basenpaare lang sind)

die Eignung für bestimmte Renndistanzen beeinflussen

kann. Pferde ohne SINE-Einfügung

sind generell Distanzpferde, die mit einer Kopie

sind Meiler (deren Präferenz liegt also bei

ca. 1600 m), und jene mit beiden dieser Codes

zeigen sich als Sprinter. Gleichzeitig stellte sich

heraus, dass dieses Phänomen beim Quarter

Horse auch mit dem Anteil verschiedener Faser-Typen

in der Skelettmuskulatur assoziiert

ist. Schon seit längerem

sind verschiedene Muskelfaser-Typen

beim Pferd

bekannt. Man untercheidet

Typ I und II, wobei Ersterer

für Distanz-Leistungen verantwortlich

gemacht wird

und vermehrt beim arabischen

Pferd vorkommt, und

Typ II für die Fähigkeit zum Sprint steht und

verstärkt beim Englischen Vollblut und Quarter

Horse vorkommt - und natürlich gibt es

auch hier Mischtypen. Weiter ist bekannt, dass

neben MSTN auch andere Gene die Zusammensetzung

der Muskelfaser-Typen beeinflussen.

Und zu guter Letzt sind Muskeln nicht

alles, es braucht auch den Willen zum Sieg!

Von seinen orientalischen Vorfahren

konnte das Englische Vollblut seine

Schnelligkeit nicht geerbt haben.

Woher kam sie aber dann?

Effektive Kühlung

Um ein hohes Leistungsniveau zu erbringen,

braucht es effektive Muskelarbeit. Eine

Eigenschaft der Muskeln aber ist es, dass sie

als Abfallprodukt Wärme produzieren, die der

Körper wieder loswerden muß - der Körper

braucht also auch ein effektives Kühlungssystem.

Dies geschieht durch Konvektion. Diese

übernimmt in der körperlichen Thermoregulation

eine wichtige Rolle. Wird der Körper

beispielsweise durch Muskelaktivität überwärmt,

wird eine verstärkte Schweißbildung

sowie eine periphere Vasodilatation (Erweiterung

der Blutgefäße) ausgelöst. Schweiß

kühlt höchst effektiv, indem er durch Verdunstung

dem Körper die Wärme entzieht und so

dessen Temperatur konstant hält. Grundsätzlich

jedoch behindert das Fell das Verdunsten

des Schweißes erheblich, und damit die Kühlung.

Pferde haben dafür ein ganz besonderes

Protein im Schweiß, das Latherin. Latherin

wurde 1982 entdeckt und nach dem englischen

Verb 'to lather' (schäumen) benannt. Es

ist sogar ein vorherrschender Bestandteil des

Pferdeschweißes, denn es macht etwa 80 %

des Proteins im Pferdeschweiß aus. Latherin

wirkt wie eine Art Tensid und setzt die Oberflächenspannung

des Schweißwassers herab.

Die Folge ist, dass der Schweiß das ölige Pferdefell

deutlich leichter benetzen und folglich

auch besser verdunsten und kühlen kann.

Durch Latherin kommt auch der schaumige

Schweiß zustande, der bei starker Muskelarbeit

sichtbar wird, insbesondere dort, wo beispielsweise

Ausrüstung am Pferdeleib reibt.

Samantha Brooks hat sich dieses Protein näher

angeschaut und beim Araber festgestellt,

dass er weit mehr Kopien des Latherin-Gens

hatte als erwartet. Man sah sich die Anzahl

der Kopien des Latherin-Gens bei Pferden

verschiedener Rassen an und fand heraus,

dass das Englische Vollblut vier Kopien hat,

das arabische Vollblut sogar noch mehr. Es

sieht so aus, als ob Ausdauerpferde aus südlichen

Regionen mehr Latherin-Gen-Kopien

haben als weniger athletische Rassen, die

historisch aus einer kühleren geografischen

Region stammen, beispielsweise Miniaturpferde,

die von Shetlandponys stammen,

und der Percheron. Aber dies ist eine erste

Arbeitshypothese basierend auf geringer

Datenbasis und es müssen noch weitere Untersuchungen

folgen, um eine abschließende

Aussage machen zu können.

Übrigens gibt es nur wenige Säugetiere, die

Schweiß zur Wärmeregulierung verwenden.

Dazu gehören die Equiden, und hier hauptsächlich

das Pferd, das Kamel und der Mensch!

Gudrun Waiditschka

Breeding

Um ein hohes Leistungs-

niveau zu erbringen, braucht

es effektive Muskelarbeit und

ein gutes Kühlungssystem.

1/2020 - www.in-the-focus.com

29


Genetic Research (II)

Speed and

Endurance

Zucht

In the last issue we looked at the domestication and emergence of the various

horse breeds under new genetic findings. This second part will deal with various traits,

such as the genetic basis for speed and endurance.

Since the domestication of the horse until

today, humans have created a large

number of different horse breeds, which

have the most varied properties, depending

on what their area of use is. It is therefore

not surprising that different horse breeds

also have different dispositions to build muscle

mass. There are short-distance runners

(sprinters) who have to exert high power over

a short period of time and distance, such as

the Quarter Horse, which is bred for 400 m races.

And then there are long-distance runners

(stamina), whose strength is the persistent

muscle work in long races, up to endurance

rides of 160 km.

The gene for muscle growth

The protein myostatin (MSTN), which inhibits

muscle growth, is responsible for the amount

of muscles. If this protein is inhibited due to a

mutation, there is increased muscle growth.

This mutation was identified a few years ago:

the base thymine (T) was replaced with cytosine

(C). If a horse has this mutation (C / C

instead of T / T), the horse has more muscle

power for short sprints. This gene was therefore

called the "speed gene". Accordingly,

there are three different genotypes, and the

following properties have been postulated:

C / C - homozygous for the C allele, these are

the sprinters among the racehorses that have

a high proportion of muscle mass in relation

to the total weight and are suitable for short,

fast races - they are also usually early maturing.

Horses with T / T are homozygous for the

T allele and therefore have the other variant

of the myostatin gene. These are the stayers,

the endurance runners, who are usually lighter,

i.e. have less muscle mass and are more

suitable for long distances - they are usually

also late maturing. And of course there are C

/ T, i.e. heterozygous horses, which are particularly

suitable for medium distances.

The team led by Mim Bower (2012) from

Cambridge University examined different

breeds for the frequency of C / C and T / T. It

turned out that the oriental breeds, which includes

the Arabian horse, had only 3% C / C,

against it 87% T / T, the remaining 10% were

C / T. It looked very different with the English

Thoroughbred. Here, 46% of the sprinters

were homozygous C / C, and only 7% T / T,

the difference again C / T. In the stayers, i.e.

English Thoroughbreds that run over 1800 m

and more, it was only 3% C / C and 35% T / T,

the majority - namely 61% were mixed C / T.

Therefore, English Thoroughbreds could not

have inherited its speed from its oriental ancestors,

especially not on the relatively short

distances (up to 1800 m). So, where did it

come from?

The speed gene

The answer to this was surprising: Apparently,

this mutation was only introduced once

into the gene pool during the founding phase

of the English Thoroughbred, by a mare born

in Great Britain, possibly even a Shetland

pony! In the British Shetland pony, 38% of the

animals examined were homozygous for C /

C, 38% homozygous T / T, the rest (25%) were

mixed. By the way, the highest rate for C / C

can be found at the American Quarter Horse,

the sprint specialist (83% C / C), which was

bred for 400 m races.

The same team of researchers also examined

the DNA of "historical skeletons", namely Thoroughbreds

that were born between 1849

and 1930. Well-known names like Eclipse,

Hyperion, Persimmon and St. Simon were

among them. All 12 animals examined were

T / T. So back then T / T was predominant, today

C / C - how did this shift come about? The

explanation lies in the changed conditions

Apparently the "speed" Mutation

was only introduced

once into the gene pool of

the English Thoroughbred.

30

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


for racing over the centuries. In the 17th and

18th centuries, the races consisted of a race of

only two horses against each other. The winners

of such a two-horse race had to compete

against each other again, etc. The length of

the races was between 3,200 and 6,400 m. Therefore,

the winner had to be able to run long

distances as well as several races per day. This

required endurance horses (stayers), no sprinters.

In addition, the horses were much older

than today, namely 5 to 6 years old, not two

to three years old. In the late 18th and early

19th centuries, racing changed. The races

became shorter (1,600 to 2,800 m), the horses

younger (three years old) - and this trend has

continued to this day. This also shifted the occurrence

of the T / T genotype in favor of the C

/ C genotype, which was present in the population

at that time, but with a low frequency.

Everyone can think about what this means

for Arab race horse breeding, because here,

too, we see a tendency towards short distances

and towards early mature horses, which

actually selects against the typical Arab characteristics.

It could also explain why it is so

tempting to cross (secretly) English sprinter

blood into the Arab breed.

Other factors

In the meantime it turned out that the inheritance

of speed does not seem to be that

easy. The MSTN test (a genetic test) was started

to predict the suitability of racehorses for

different distances, even before they started

training. But the more horses were tested on

MSTN, the less the predictions were true. Petersen

et al. 2014 was able to show that not

only the CC, TC and TT variants play a role in

racing. Rather, it was realized that in addition

to the mutation of the myostatin gene,

a SINE insertion (i.e. the insertion of DNA

sequences into the genome that are only

100-400 base pairs long) can influence the

suitability for certain race distances. Horses

without SINE insertions are generally long

distance horses, those with one copy are

Milers (their preference is therefore approx.

1600 m), and those with two copies show

up as sprinters. At the same time, it turned

out that in Quarter Horse this phenomenon

is also associated with the proportion of different

fiber types in the skeletal muscles. For

a long time, various types of muscle fibers

in horses have been known. A distinction

is made between types I and II, the former

being held responsible for endurance performance

and occurring more frequently in the

Arabian horse, and type II is standing for the

ability to sprint and increasingly occurring

in the English Thoroughbred and Quarter

Horse - and of course there are mixed types

here too. It is also known that other genes

besides MSTN also influence the composition

of the muscle fiber types. And last but not

least, muscles are not everything, you also

need the will to win!

Effective cooling

To achieve a high level of performance, effective

muscle work is required. One characteristic

of the muscles, however, is that they

produce heat as a waste product, which the

body has to get rid of again - that means, the

body also needs an effective cooling system.

This is done by convection. Convection plays

an important role in physical thermoregulation.

For example, if the body is overheated

by muscle activity, increased sweating and

peripheral vasodilation (widening of the

blood vessels) are triggered. Sweat cools very

effectively by removing heat from the body

through evaporation and thus keeping the

body temperature constant. Basically, however,

the fur significantly hinders the evaporation

of sweat, and thus the cooling. Therefore,

horses have a very special protein in their

sweat, the Latherin. Latherin was discovered

in 1982 and named after the English verb 'to

lather'. It is even a predominant part of horse

sweat because it makes up about 80% of

the protein in horse sweat. Latherin acts like

a kind of surfactant and reduces the surface

tension of the sweat water. The result is that

sweat can wet the oily horse fur much more

easily and consequently evaporate and cool

better. Latherin also creates the foamy sweat

that is visible when the horse works hard,

especially where equipment rubs against the

horse's body.

Samantha Brooks took a closer look at this

protein and found that the Arabian horse has

far more copies of the Latherin gene than expected.

She looked at the number of copies of

the Latherin gene in horses of different breeds

and found that the English Thoroughbred

has four copies, the Arabian purebred even

more. It appears that endurance horses from

southern regions have more copies of Latherin

genes than less athletic breeds that have

historically come from a cooler geographic

region, such as miniature horses, which derived

from Shetland ponies and the Percheron.

But this is a first working hypothesis based on

a small number of horses and further investigations

have to follow in order to be able to

make a conclusive statement.

Incidentally, there are only a few mammals

that use sweat for heat regulation. This includes

the equidae, and here mainly the horse,

the camel and the humans!

Gudrun Waiditschka

Weiterführende Literature - Further Reading

McDonald RE, Fleming RI, Beeley JG, Bovell DL, Lu JR, et al. (2009) Latherin: A Surfactant

Protein of Horse Sweat and Saliva. PLoS ONE 4(5): e5726. doi:10.1371/journal.pone.0005726

Bower, M.A. et al. The genetic origin and history of speed in the Thoroughbred racehorse.

Nat. Commun. 3:643 doi: 10.1038/ncomms1644 (2012).

Ropka-Molik, K. et. al (2019): The Genetics of Racing Performance in Arabian Horses.

Hindawi International Journal of Genomics, Volume 2019, Article ID 9013239, 8 pages,

https://doi.org/10.1155/2019/9013239.

Rooney MF, Hill EW, Kelly VP, Porter RK (2018) The “speed gene” effect of myostatin arises

in Thoroughbred horses due to a promoter proximal SINE insertion. PLoS ONE 13(10):

e0205664. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0205664

Meyer, Hanspeter: Funktionelle Genomforschung beim Vollblut (eine Publikation des

Verband Schweizer. Pferdezuchtorganisationen)

Brooks, Samantha (2016) Vortrag anläßlich der WAHO-Konferenz.

Breeding

To achieve a high level of

performance, you need

effective muscle work and a

good cooling system.

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31


Shagya-Araber

Zucht News

Damaskus - Bagdad - Teheran - Moskau - Mission Erfüllt - Mission Accomplished

Adnan Azzam und Nayazek in Rostov am Don vor dem Denkmal für Ataman Platov. - Adnan

Azzam and Nayazek in Rostov-on-Don in front of the monument for Ataman Platow.

Adnan Azzam ist Ende Januar in Moskau

angekommen. Der Reiter aus

Syrien startete im April 2019 in Damaskus

und hat nun nach ca. 6000 km sein

Ziel erreicht.

Adnan Azzam ist ein franco-syrischer Autor,

der bereits von 1982 bis 1986 einen

Ritt "um die Welt" unternahm. Er ritt damals

von Damaskus nach Paris über die

Türkei, Griechenland und Italien, setzte

dann nach Amerika über und durchquerte

die Vereinigten Staaten von West nach

Ost bis Süd, kam zurück nach Nordafrika,

von wo er über Mekka und Jordanien zurück

nach Syrien ritt. Dieses Mal also ging

es von Damaskus über Jordanien, den Irak,

Iran, Azerbajdschan und Dagestan nach

Russland. Aber es ist nicht einfach nur ein

Wanderritt, er hat eine Botschaft, die er

den Menschen, die ihm auf seiner Reise begegnen,

überbringt. Er will den Dialog der

Kulturen fördern und die Freundschaft, die

diese Völker entlang seiner Reiseroute verbindet,

vertiefen.

Die Reise von Adnan Azzam mit seinen beiden

Stuten Amany und Nayazek begann

am 29. April in Damaskus. Von hier aus

ritt er Richtung Süden, zur jordanischen

Grenze, wo er 4 Wochen auf die Einreisegenehmigung

warten mußte. Über den

Umweg Jordanien erreichte er am 24. Juni

Bagdad. Nach 33 Tagen und 987 km in der

irakischen Wüste erreichte er am 10. Juli

die irakisch-iranische Grenze und ritt am 7.

August in der Hauptstadt Teheran ein. Von

hier aus ging es weiter Richtung Azerbajdschan,

aber kurz vor der Grenze passierte

ein furchtbares Unglück - ein Verkehrsunfall,

bei dem die jüngere der beiden Stuten,

Amany, ums Leben kam. Adnan und Nayazek

blieben unverletzt und setzten die

Reise trotz dieses Rückschlags fort. Am 25.

August erreichten sie die Grenze. Ein weiterer

Zwangsaufenthalt hielt ihn bis zum 20.

September fest, bis er die nötigen Visa für

Azerbajdschan und Russland erhalten hatte.

In einem Monat durchquerte er Azerbajdschan

und stand am 19. Oktober an

der Grenze zu Russland. Von hier aus ging

es durch Dagestan nach Tschetschenien,

wo er am 5. November in Grosny eintraf.

Zwischenzeitlich hatte es zu schneien begonnen.

Dessen ungeachtet setzte er seinen

Weg fort, kam am 14. November nach

Pjatigorsk, wo er auch das bekannte Gestüt

Tersk besuchte. Von hier aus ging es weiter

über Rostov am Don und Woronesch nach

Moskau - Mission erfüllt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow

übermittelte dem Reisenden eine

Dankesbotschaft, in der er sagte: "Es ist mir

eine große Freude, Ihnen zu Ihrem glücklichen

Ende auf Ihrer schwierigen Reise

zu gratulieren. Ich glaube, Sie haben ihre

noble Mission vollkommen erfüllt, indem

Sie den aufrichtigen Dank an die russische

Bevölkerung überbracht haben, für das

was Russland dem syrischen Volk in seinem

Kampf gegen den internationalen Terrorismus,

für Freiheit und nationale Einheit, für

sein Recht zur Selbstbestimmung und zum

Aufbau eines friedlichen und würdevollen

Lebens geleistet hat."

In der Stadt Tula, etwa 200 km südlich von

Moskau, wurde Nayazek bei der Polizei

untergebracht, wo sie gleich zahlreiche

Bewunderer und Freunde fand. Nayazek

Sham (Mua'l-lah / Nehad) ist eine 2005 geborene

Stute aus original-syrischen Linien.

Sie ist eine Seglawieh Jedranieh, ihr Vater

ein Kuhailan Haifi und wurde im syrischen

Staatsgestüt gezüchtet, das dem Landwirtschaftsministerium

untersteht.

Gudrun Waiditschka

Adnan Azzam arrived in Moscow at the

end of January. The rider from Syria started

in Damascus in April 2019 and has

reached his destination after approx. 6000 km.

Adnan Azzam is a Franco-Syrian author who

has taken a ride "around the world" already in

1982 to 1986. He then rode from Damascus to

Paris via Turkey, Greece and Italy, then crossed

over to America and crossed the United States

from west to east to south, came back to North

Africa, from where he rode back to Syria via

Mecca and Jordan. This time he went from Damascus

via Jordan, Iraq, Iran, Azerbaijan and

Dagestan to Russia. But it is not just a ride, he

has a message for the people who meet him

on his journey. He wants to promote the dialogue

of cultures and deepen the friendship that

connects the people along his travel route.

Adnan Azzam's journey with his two mares

Amany and Nayazek started on April 29 in Damascus.

From here he rode South, to the Jordanian

border, where he had to wait 4 weeks for

the entry permit. He reached Baghdad on June

24th via the Jordan detour. After 33 days and

987 km through the Iraqi desert, he reached the

Iraqi-Iranian border on July 10th and rode in

the capital Tehran on August 7th. From here we

continued towards Azerbaijan, but shortly before

the border a terrible accident happened - a

traffic accident in which the younger of the two

mares, Amany, was killed. Adnan and Nayazek

remained unharmed and continued the trip

despite this setback. They reached the border

on August 25th. Another forced stay held him

until September 20th, when he received the

necessary visa for Azerbaijan and Russia. In

one month he crossed Azerbaijan and stood on

October 19th on the border with Russia. From

here he went through Dagestan to Chechnya,

where he arrived in Grozny on November 5th.

In the meantime it had started to snow. Nevertheless,

he continued on his way to Pyatigorsk

on November 14th, where he also visited the

famous Tersk Stud. From here he went on via

Rostov-on-Don and Voronezh to Moscow -

mission accomplished.

Russian Foreign Minister Sergei Lavrov sent a

thank you message to the traveler, in which he

said: "It is a great pleasure for me to congratulate

you on your happy ending on your difficult

journey. I believe that you have fully accomplished

your noble mission by delivering the sincere

thanks to the Russian people for what Russia

has done to the Syrian people in their fight

against international terrorism, in their fight

for freedom and national unity, for their right

to self-determination and to build a peaceful

and dignified life. "

In the city of Tula, about 200 km south of Moscow,

Nayazek is now hosted by the police, where

she immediately found numerous admirers

and friends. Nayazek Sham (Mua'l-lah / Nehad)

is a mare born in 2005 out of original Syrian

lines. She is a Seglawieh Jedranieh, her father a

Kuhailan Haifi and she was bred by the Syrian

State Stud, which is under the Ministry of Agriculture.

-gw-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020

32


Die ungarische Pferdezeitschrift Lovas

Nemzet ruft zur Teilnahme an ihrem

Fotowettbewerb 2020 auf. Ausgerichtet

in drei Kategorieren - Amateur, Professional

und Junior - lautet das Motto des ersten

Wettbewerbs: "Alte Ungarische Pferderassen".

Die Fotos sollen die speziellen Charakteristika

und die Schönheit derjenigen Rassen

darstellen, die die ungarische Pferdekultur

repräsentieren. Spezialpreise werden für die

folgenden Rassen vergeben: Lipizzaner, Nonius,

Gidrán, Shagya Arabian, Furioso-North

Star, Ungarisches Kaltblut, Hucul oder Kisbérer

Halbblut. Ein weiterer Spezialpreis wird in

der Kategorie "Hunde und Pferde" vergeben,

wo die oben genannten Rassen in Verbindung

mit Hunden dargestellt werden sollen.

Die Kategorien sind wie folgt definiert:

Profi - Berufsfotografen über 18 Jahre (wenn

nicht hauptberuflich tätig, dann ein Mitglied

eines Fotografenverbandes oder ein bezahlter

Fotograf, egal, für welches Medium). Wer

kein Profi ist, aber mit den Profis konkurrieren

will, ist ebenfalls willkommen!

Amateur - Personen über 18 Jahre, die als Freizeitbeschäftigung

fotografieren, ohne einen

Nachweis ihrer Fähigkeiten auf irgendeinem

Gebiet und die kein Mitglied eines Fotografenverbandes

(oder Äquivalent) sind,

Junior - jede Person zwischen 14 und 18 Jahren.

Fotowettbewerb für Freunde ungarischer Pferderassen

Die Fotos können an folgende E-mail-Adresse

gesandt werden: fotopalyazat.lovasnemzet@

gmail.com - Einsendeschluß ist der 24. Mai

2020

Die Kategorie "Hunde und Pferde" wird nach

Publikumsgunst entschieden, abstimmen

kann jeder vom 25. Mai bis 7. Juni 2020 auf

www.facebook.com/lovasnemzet.

In gute Hände abzugeben:

Es gibt wertvolle Preise zu gewinnen! Die Sieger

einer jeden Kategorie erhalten eine Bronzeplakette

des Künstlers Árpád Mihály.

Die Fotos werden ab dem 21. Juni 2020 im

Kutschenmuseum des Helikon Palast Museums

in Keszthely ausgestellt.

Weitere Info auf unserer Website (Suche nach

Fotowettbewerb): www.in-the-focus.com

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33

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Shagya-Araber

Zucht-News

Anfang März fand auf Jadem Arabians

in Balen/BE bei Christine Jamar-Demeersseman

eine ganz besondere

alljährliche Hengstpräsentation statt. Sie

ist seit vielen Jahren Unterstützerin der

Organisation VZW De Schakel Balen, welche

sich für schwer kranke und behinderte

Kinder einsetzt. Ab 13.00 Uhr stellten Frederik

und Joris van Sas einige namhafte

Hengste vor, wie beispielsweise RFI Farid,

Bay Ambition, Haash OSB, Ali Khan, Madagaskar

J, Wortex Kalliste, Shiraz De Lafon

und einige mehr. Natürlich wurde auch

Nachzucht gezeigt. Was mich persönlich

sehr beeindruckt hat, ist, dass sich jedes

Pferd, egal wie jung, anstandslos und ganz

entspannt nach dem Freilauf wieder aufhalftern

ließ und trotz der Menschenmenge

sehr ruhig die Halle verließ oder auch

hereinkam. Dies macht wieder mal deutlich,

wie viel der entsprechend pferdefreundliche

tägliche Umgang und Training

von klein an ausmachen.

Hengstpräsentation für den guten Zweck

EKS Alihandro

Im Anschluss wurde die Charity Auktion

durchgeführt. Christine moderierte auch diesen

Teil der Veranstaltung sehr souverän und

man merkte ihr sichtlich an, wie sehr ihr das

Spendensammeln am Herzen liegt. Hier war

dann ebenfalls das Who is Who der Hengste

aus aller Welt aufgezeigt, um Decksprünge

bzw. mittlerweile eher FS- oder TG-Samen

ersteigern zu können. Hier fielen Namen wie

Emerald J, EKS Farajj, EKS Alihandro, Royal

Asad, Aali Farid, Jamil Al Rayyan und einige

mehr. Was hier zu erwähnen ist, bei einigen

Hengsten wurde sogar die reguläre Decktaxe

überboten, was für mich im Umkehrschluss

bedeutet, dass die Mitbieter diese Auktion

als Herzensangelegenheit gesehen haben

und nicht als Schnäppchenbasar, um günstig

an Nachzucht namhafter Hengste zu kommen.

Am Ende des Tages kamen sagenhafte

37.700,- € zusammen, über die sich De Schakel

freuen kann, um weiter Kindern zu helfen.

Alles in allem war es ein gelungener Tag für

alle Beteiligten, mit wunderschönen Pferden,

vielen interessanten Züchtergesprächen auf

einer grandiosen Anlage und das on top für

einen guten Zweck. Mehr kann man sich einfach

nicht wünschen. Danke an alle, die dies

ermöglicht haben.

Juliane Willsch

Arabische Faszination auf der Leipziger Messe PARTNER PFERD

Distanzreiten wurde als Schaubild dargestellt

mit den Hauptakteuren Asyut und Ayuf.

Die Erklärungen zum Distanzsport stießen auf

großes Interesse bei den Messebesuchern.

Mahindra Pasha machte Werbung für den

gelassenen Araber. alle Fotos: Sirid Hahn

Mit über 75.000 Besuchern bei steigender

Tendenz ist die Leipziger Messe

PARTNER PFERD im mitteldeutschen

Raum ein beliebtes Ziel für Pferdebegeisterte.

Während bei vielen anderen Messen, so

auch der Equitana, arabische Pferde von den

Fans der Rasse regelmäßig vermisst werden,

setzten sich Frank Püschel und Sandra Stamm

auch in diesem Jahr mit großem privatem Aufwand

dafür ein, das arabische Vollblut dem

Publikum als Freizeitpferd näher zu bringen.

Mit dabei sind immer die Reitmädchen ihres

Reitsportvereins Brottewitz e. V.

Auch in diesem Jahr waren die beiden „Veteraninnen“

El Shabans Skabea (Ghorab / Saklawiah

bint Thumadera) *1996, Mahindra Pasha

(Abbas Pasha I / Bint Bint Magdi) *2001 sowie

ihre Söhne Asyut Ibn Pasha (a.d. El Shabans

Skabea) *2009 und Ayuf Pasha (a.d. Mahindra

Pasha) *2012 - beide von Ali Pasha - mit insgesamt

12 Programmpunkten an vier Tagen im

Aktionsring zu sehen. Die Schwerpunkte der

Themen lagen in diesem Jahr vor allem auf

dem Distanzreiten und der Rassepräsentation.

Angesichts der berechtigten Kritik an den

zum Flachrennen mutierten Distanzritten in

einigen internationalen Wettbewerben sollte

in Leipzig besonders die Partnerschaft zwischen

Pferd und Reiter betont werden, denn

hierzulande sind die Distanzritte eben noch

das, was sie sein sollten – ein Marathon für

Pferd und Reiter, aber immer mit Blick auf die

Gesundheit und die Kondition der Pferde.

So stellten Frank Püschel und Sandra Stamm

mit den Mädchen einen Wettkampftag nach

- Orientierung anhand der Karte, Trosser und

Vet-Check gehörten natürlich dazu. Auch

über Streckenlängen und -beschaffenheiten

wurde das Publikum informiert.

Und sie wissen, was sie tun, denn Asyut Ibn

Pasha kommt inzwischen auf 1131 km Lebensleistung,

seine Reiterin Emelie Jeske (16)

hat davon 556 km mit ihm gemeistert, und

Ayuf Pasha hat bisher mit seiner Reiterin Frieda

Zupper (13) 766 km erreicht.

Die Vollblutaraber zeigten sich auf der Messe

jedoch nicht nur als Marathon-Läufer,

sondern bewiesen auch, dass Vollblutaraber

schön sind und dabei Leistung erbringen

können. Ganz traditionell wurde die Rassepräsentation

von Scheich Frank und den

Bauchtänzerinnen angeführt und die beiden

gelassenen Stuten waren dabei mit Schmuckstücken

von HA Arabians ausgestattet.

Für die jugendlichen Reiterinnen sind diese

vier Tage mit viel Zeit und Arbeit verbunden.

Sie sind jedoch sehr stolz, „ihre“ arabischen

Pferde zeigen zu können, auch wenn im Ring

nicht immer alles zu 100 % klappt, denn es

sind nun einmal Pferde und keine Maschinen

- und die Vorbereitung und Teilnahme von

vier Pferden mit umfangreicher Ausrüstung

verlangt allen viel Kraft ab.

Fragen der interessierten Zuschauer zum Distanzreiten

sowie zu arabischen Vollblütern

konnten am Messestand des Gestüts Sweet

Arabians beantwortet werden, das – orientalisch

funkelnd mit arabischem Pferdeschmuck

von HA Arabians viele Blicke und

Besucher anzog. Auch die neben dem Stand

untergebrachten Pferde hatten täglich viele

Bewunderer.

Sirid Hahn

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020

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Neue Methode zur Schmerzempfindlichkeits-Messung bei Distanzpferden

Dr Morgane Schambourg, DMV, MSc,

Dipl. ACVS/ECVS, hat Untersuchungen

zur Schmerzempfindlichkeit an

den Beinen von Distanzpferden durchgeführt

und eine Methode entwickelt, wie diese

gemessen werden kann.

Für die Wahrnehmung von Schmerzen sind

die Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren)

verantwortlich. Es sind dies im Wesentlichen

freie Nervenendigungen sensibler

Neuronen des Rückenmarks, die in allen

schmerzempfindlichen Geweben des Körpers

vorkommen. Werden diese Schmerzrezeptoren

z. B. in den Beinen medikamentös

"ausgeschaltet", empfindet das Pferd keine

Schmerzen mehr, auch wenn Schädigungen

vorhanden sind. Daher ist eine Veränderung

der Schmerzempfindlichkeit der Gliedmaßen

im Pferdesport verboten. Sie ist aber

gleichzeitig schwer zu erkennen und damit

schwer zu ahnden.

Morgane Schambourg hat daher eine objektive

Feldmethode entwickelt, um die

mechanische nozizeptive (Schmerzempfindlichkeits-)Schwelle

(MNT) bei Distanzpferden

zu bestimmen. Dazu verwendete

sie einen ferngesteuerten pneumatischen

Auslöser, um die Schmerzempfindlichkeit

der Vorderbeine bei 108 Distanzpferden zu

messen. Durch das ferngesteuerte Signal

wird mit einer 1 mm starken Metallspitze

Druck auf das Vorderbein ausgelöst. Sobald

das Pferd auf diesen Druck, z. B. durch kurzfristiges

Wegziehen des Beines, reagiert,

wird der Wert gemessen der nötig war, um

diese Reaktion auszulösen.

In Ruhezustand lag der durchschnittliche

Wert bei 1,9 Newton (N). Je höher der Wert

ist, desto mehr Kraft muß aufgewendet werden,

um die Abwehrreaktion auszulösen, d.

h. desto geringer ist die Schmerzempfindlichkeit.

Der Wert lag bei Pferden, bei denen

die Schmerzempfindlichkeit nicht verändert

wurde, bei 1,2 N vor dem Distanzritt und 2,4 N

nach dem Ritt. Bei Pferden, deren Schmerzempfindlichkeit

herabgesetzt wurde, lag

der Wert bei durchschnittlich 23,1 N, teilweise

wurden 25 N überschritten, der Wert, bei

dem aus Sicherheitsgründen aufgehört wurde.

Wurden die Pferdebeine mit Mepivacaine

behandelt, einem lokalen Betäubungsmittel,

das die Nervenimpulse und damit

die Schmerzsignale an das Gehirn blockiert,

stieg der Schmerzempfindlichkeitsgrenzwert

nach nur 10 Minuten auf über 25 N.

Die Schmerzempfindlichkeit kam auf ihren

Ausgangswert nach ca. 330 Minuten zurück,

was aber individuell unterschiedlich war.

Keines der Pferde sträubte sich gegen die

Anwendung dieser Technik.

Die Methode ist praktisch, nicht traumatisierend,

wiederholbar und unter Feldbedingungen

bei Distanzpferden gut verträglich.

Die Technik differenzierte anhand der

Schmerzschwelle nach dem Rennen Pferde

mit normaler Empfindlichkeit von Pferden

mit eingeschränkter Empfindlichkeit.

Die Technik wurde an der "FEI Endurance

Conference" im April 2018 vorgestellt und

nun veröffentlicht: Schambourg, M., Taylor,

PM. (2019) Mechanical nociceptive thresholds

in endurance horses; Veterinary

Record, Erstveröffentlichung: 28 September

2019. doi: 10.1136/vr.105499

G. Waiditschka

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Die arabische Pferdezucht

der württembergischen Könige

Das Königliche Privatgestüt Weil-Scharnhausen

Band I - König Wilhelm I. (1817-1864)

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Die arabische Pferdezucht

der württembergischen Könige

Das Buch zum Jubiläumsjahr 1817-2017

„200 Jahre Weil-Marbacher Araberzucht“

Zum 200. Jahrestag der Gründung des Könglichen Privatgestüts

Weil-Scharnhausen liegt nun ein Buch vor, das umfassend die

Anfänge der ältesten Araberzucht in Europa beschreibt.

Berühmte Pferde, wie Bairaktar und Murana I, haben in Weil die ältesten

Hengst- und Stutenlinien begründet - aber sie waren nur zwei von

über 100 Original-Arabern, die im 19. Jahrhundert aus dem Orient

nach Württemberg importiert wurden. Ihren Ursprung, ihre teils

abenteuerlichen Reisen aus der Wüste nach Württemberg und ihr

züchterischer Einfluß wurden anhand von Archiv-Akten

nachgezeichnet.

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35


Shagya-Araber

Zucht News

Mosri Al Dahab mit doppelter HLP

Mit Abschluß des Turnierjahres 2019 hat

der Vollblutaraberhengst Mosri Al Dahab

(Dahab / Mosila) *2004 seine zweite HLP

bestanden. Bereits 2011 absolvierte er unter

seiner Reiterin Katharina Dorn die HLP

im Distanzreiten. 2016 stellte er sich dann

der VZAP-Körkommission und verließ als

Siegerhengst den Platz in Alsfeld. Nun hat

er unter Tochter Emma Dorn die HLP als Turniersportprüfung

bestanden. Hierzu waren

mindestens fünf Platzierungen an 1.-3. Stelle

in Dressurprüfungen der Klasse L nötig. Mit

einem 1. Platz in der L-Dressur in Wiener

Wie die Online-Ausgabe von "Business

Insider Polska" am 3.2. berichtete,

wird die finanzielle Lage

der Staatsgestüte in Polen immer schwieriger.

So hat das Gestüt Janow Podlaski gegenwärtig

ein Defizit von 3,2 Mio Zloty (ca.

750.000 €), Michalow von 1,2 Mio Zloty (ca.

280.000 €). Insgesamt haben die 14 polnischen

Staatsgestüte im letzten Jahr ein

Defizit von 12,2 Mio Zloty (2,8 Mio €) erwirtschaftet.

Neun von 14 dieser Gestüte haben

das Jahr 2018 mit einem negativen Ergebnis

abgeschlossen. Die Daten für 2019 liegen

noch nicht vor. Die Gestüte besaßen Ende

2018 insgesamt 2193 Pferde. Im Jahr 2017

erwirtschafteten die Gestüte noch ein Plus

von insgesamt 5,8 Mio Zloty.

Allein mit Pferdezucht könnte nur eines

der Gestüte überleben. Die Betriebe halten

sich über Wasser durch Milchviehhaltung,

Neustadt, einem 3. Platz in Donaueschingen

und einem 2. Platz in Königsfeld haben die

beiden eine kontinuierliche Leistung über

das Jahr 2019 hinweg bewiesen. Hinzu kamen

noch Platzierungen aus 2018. Dieses Ergebnis

ist umso bemerkenswerter, da Emma

und Moritz (aka Mosri Al Dahab) altersmäßig

nur zwei Jahre auseinanderliegen.

Für die Turniersportprüfung, die für Hengste

als HLP anerkannt wird, müssen Vollblutaraberhengste

5 Platzierungen an 1.-3. Stelle in

Dressurprüfungen der Klasse L und/oder 5

Platzierungen an1.-3. Stelle in Springprüfungen

der Klasse L und/oder 3 Platzierungen

an 1.-3. Stelle in Vielseitigkeitsprüfungen der

Klasse L nachweisen können.

Für die Distanzsportprüfung müssen innerhalb

von drei Jahren zwei mittlere Ein-Tages-Ritte

(61-80 km) im siebten Lebensjahr

und drei lange Ein-Tages-Ritte (ab 81 km) im

achten bis neunten Lebensjahr in der Wertung

abgeschlossen werden. Näheres finden

Sie auf www.vzap.org.

Auch das Haupt- und Landgestüt Marbach

wurde nun auf den Hengst aufmerksam, der

mehr Weil-Marbacher Blut hat, als mancher

"Marbacher", und er hat für die Decksaison

2020 eine Box auf der Alb bezogen. -gw-

Prekäre Situation der polnischen Staatsgestüte

Rinderzucht und Landwirtschaft. Janow

Podlaski ist von den fehlenden Einnahmen

durch Pferdeverkäufe besonders betroffen.

Die jährlichen Auktionen im August verbuchten

bis zur Entlassung des damaligen

Direktors Marek Trela Rekordeinnahmen -

allein 2015 waren dies 4 Mio €. Er mußte das

Gestüt Anfang 2016 verlassen, zu diesem

Zeitpunkt waren rund 3,5 Mio Zloty auf den

Gestütskonten - trotz einer beachtlichen

Dürreperiode, die die Einnahmen aus der

Landwirtschaft schmälerte.

2016 noch sorgten die Einnahmen von 1,2

Mio € durch die Auktion für eine positive

Jahresbilanz von 810.000 Zloty (ca. 190.000

€). Durch diverse Vorkommnisse an der Auktion

und damit einhergehender Vertrauensverlust

erbrachte die Auktion 2017 nur noch

weniger als eine halbe Million Euro, 2018

gar nur noch 260.000 €. 2019 könnte für Janow

Podlaski besser aussehen, da immerhin

1,4 Mio € im August umgesetzt wurden.

Ob die Verkäufe der Winter Sale Auktion in

trockenen Tüchern ist, ist noch nicht ganz

sicher, wie Marek Szewczyk in seinem Blog

"HypoLogika" schreibt. Ein saudisches Gestüt,

das drei Pferde ersteigert hat, hat einen

Brief mit ungefähr folgendem Inhalt

geschickt: Man entschuldigt sich für die Verzögerung,

bestätigt aber die Entscheidung,

die drei Stuten Adelita, Amarena und Bambina

zu kaufen, und man werde die Transaktion

bald abschließen. Die Winter-Auktion

fand am 7. Dezember 2019 statt.

Gudrun Waiditschka

Young Eventer Sale

Vom 29.-31.10.2020 findet im Pferdezentrum

Alsfeld der "Young Eventer

Sale" statt. Die "IG der Züchter von

Busch und Blutpferden" möchte mit dieser

Initiative Züchter, die Araberblut nutzen,

einladen, ihre Pferde hier einem internationalen

Publikum anzubieten.

Dabei liegt der Fokus nicht auf dem 5-jährigen

Bundeschampionatsaspiranten oder

dem 6-jährigen Sterne-Pferd. Vielmehr sollen

junge Hoffnungträger im Alter von 3-4 Jahren

angeboten werden. In der Hauptsache

mit erkennbarem Edelblutanteil, d. h. xx, ox

und AA. Die Pferde sollen ordentliche GGA

haben und solide Leistungen im Freispringen

zeigen. Dabei geht es weniger um das Vermögen,

sondern um ihre Elastizität und dass sie

ihre Körper zu benutzen wissen.

Marisa Schädler, eine der Initiatoren, erläutert,

wie es zu der Idee kam: " Schon seit einiger

Zeit beobachte ich die Irischen Auktionen

junger Pferde und wundere mich darüber,

dass nicht wenige Spitzenreiter, auch aus

Deutschland, und natürlich auch viele Amateure

dort ihre Nachwuchspferde suchen und

anscheinend auch finden. Ich habe dann einige

Bekannte gefragt, warum sie denn nach

Irland fliegen, um dort Pferde zu kaufen, die

sie einfacher auch hier bekommen hätten.

Die Antwort darauf war ganz einfach: Ein Reiter,

der in Deutschland mehrere blutgeprägte

junge Pferde sehen will, muß sich mindestens

eine Woche Zeit nehmen und nicht selten ein

paar hundert Kilometer weit fahren - so die

einhellige Meinung.

Andererseits höre ich immer die Klagen der

Züchter von Blutpferden, es sei sehr schwer,

blutgeprägten Nachwuchs einigermaßen

kostendeckend zu vermarkten. Sehr oft fehlen

dem Züchter auch die nötigen Kontakte,

um für seine Youngster die richtigen Käufer

zu finden. Als Züchter, Reiter und Richter

kenne ich diese Problematik von allen Seiten,

habe mir nun die richtigen Partner gesucht,

um dieses Projekt in die Tat umzusetzen."

Es werden verschiedene Sichtungstermine

angeboten.

Kontakt: marisaschaedler@gmail.com,

mobile: 0049-177-7295448

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020

36


"Ausgezeichnete" Pferde des VZAP 2019

VZAP-Elitepferde 2019

Name Abstammung geb. Rasse / Geschl. Züchter Besitzer

Dschehim (Pamir / Dschihan) 1996 VA-Hengst HLG Marbach HLG Marbach

Gabun (Camaro / Galina II ox) 2011 Trak.-Hengst Corinna Knaack-Lindemann Corinna Knaack-Lindemann

Bonaparte N (Benedict AA / Marina AA) 1996 AA-Hengst Christian Thoroe

Niedersächsisches Landgestüt

Celle

VZAP-Prämienstuten 2019

Dea Arabia (Dressage Royal / Lady Godiva) 2015 AA-Stute Christine Meyer-Kirschner Christine Meyer-Kirschner

Mumtaz Mon

Amour CF

(Borsalino K / Mudhessa) 2015 AV-Stute Barbara Schwarz Barbara Schwarz

Bel Majisha (Ajman Moniscione / Shak Shakira) 2014 AV-Stute Karin Merkel Marcel Merkel

Ornella (El Sher-Mann / The Only Star) 2009 AV-Stute Kapsch Arabians (AT) Nina Hager

Bel Istiwha (Insh Allah / FA Pescarah) 2008 AV-Stute Karin Merkel Marcel Merkel

Sarai TB (Samorrai (ShA) / Spätzle (DR)) 2016 APb-Stute Tamara Bohn Tamara Bohn

VAZP-Prämienfohlen 2019

Shonda del Chapulin (Haskar del Chapulin / Scream xx) 2019 AA-Stute Imke Möller Imke Möller

Camar Curacao (Gabun / Courdeville xx) 2019 AA-Hengst Corinna Knaack-Lindemann Corinna Knaack-Lindemann

G Mabrouk FA (GR Mahal / Gaibona (DR)) 2019 APb-Hengst Anja Förste Anja Förste

Muaz Al Ghaliya (Meinfelds Maxim / Isma Al Ghaliya) 2019 AV-Hengst Svenja Stelse-Heine Svenja Stelse-Heine

Bint Haytham

Tariqaana

(Haytham Albadeia / AA Kamala) 2019 AV-Stute Wilfried Bartelt Wilfried Bartelt

Abu Bakar (Aswadu / Amidala) 2019 AV-Hengst Monika Schwellenbach Monika Schwellenbach

CJS Psylimero (BS Karanji / Mira‘s Psynissima) 2019 APb-Stute Sandra Nicolaus Sandra Nicolaus

Pashmina V (Bystival Kossack / Princess Rose 2019 AV-Stute Verena Dickhut Verena Dickhut

Bel Melina (Ajman Moniscione / Bel Istiwha) 2019 AV-Stute Karin Merkel Karin u. Marcel Merkel

Bel Micosh (Cyclone OS / Bel Majisha) 2019 AV-Hengst Karin Merkel Karin u. Marcel Merkel

Bel Mercin (Cyclone OS / Bel Mejolie) 2019 AV-Hengst Karin Merkel Karin u. Marcel Merkel

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37


FEI-Regeln werden weiterhin nicht respektiert

Neues aus dem VZAP

Shagya-Araber

Zucht News

Clean Endurance

ist enttäuscht

und

äußerst besorgt darüber,

dass trotz der

neuen FEI Endurance-Regeln

für 2020

der Al Ula CEI 2*

120 km “The Custodian …” Endurance Cup

in Saudi-Arabien am 1. Februar keine Verbesserung

in Bezug auf die Einhaltung von

Regeln, das Wohlergehen der Pferde oder

auf den pferdegerechten Umgang (Horsemanship)

zeigte.

Die FEI-Regeln für den Distanzsport wurden

für das Jahr 2020 im November 2019

von einer überwältigenden Mehrheit

der nationalen Verbände gebilligt. Angesichts

der Tatsache, dass das aktivste

Land im Distanzsport, die Vereinigten

Arabischen Emirate, beschlossen hat, in

dieser Wintersaison nur Veranstaltungen

nach nationalen Regeln durchzuführen,

ist der Al-Ula-Ritt die erste Nagelprobe

für die im Sinne des Pferdewohls geänderten

FEI-Regeln.

Diese Veranstaltung mit einem Rekordpreisgeld

von 3,6 Millionen Euro ist ein

Hochrisikowettbewerb, an dem auch unerfahrene

und ungeübte Reiter teilnehmen

und bei dem dadurch Pferde und andere

Reiter einem Verletzungsrisiko ausgesetzt

sind. Dieser Wettbewerb erfordert eindeutig

äußerst sorgfältige, kompetente und interessenkonfliktfreie

Offizielle, eine strikte

Anwendung der Regeln und eine Überwachung

durch die FEI auf höchstem Niveau.

Die erste Ausgabe dieses Ritts im Jahr 2019

hatte eine Rekordzahl von 7 positiven Doping-Fällen,

wenigstens ein totes Pferd war

in den Ergebnissen verborgen, und es wurden

Geschwindigkeiten von über 30 km /

h geritten.

In diesem Jahr blieb die Offiziellen gegenüber

2019 weitgehend unverändert: 16 von

21 Offiziellen erhielten erneut (Schlüssel-)

Rollen. Clean Endurance bedauert, dass die

FEI keinen unabhängigen Beobachter (Independent

Observer, IGA) entsandt hat, der

offensichtlich dringend benötigt würde,

um das Ereignis zu überwachen und über

Regelverstöße, Einhaltung von Tierschutzregeln

und die Leistung der Offiziellen zu

berichten. Die verstärkte Einbeziehung von

Europäern wie dem Organisator der bevorstehenden

Europameisterschaft sowie der

Weltmeisterschaft für Junioren- und junge

Reiter in die Organisation des Al-Ula-Rittes,

hat die Angelegenheit offensichtlich nicht

verbessert. Auch die Anwesenheit von Tarek

Taher (KSA), Mitglied des vorläufigen

FEI-Ausschusses für Distanzsport, hat die

Sache nicht verbessert; er hatte selbst ein

Pferd in diesem Wettbewerb.

Die speziell präparierte und planierte Strecke,

die zwischen den Pferden fahrenden

Autos, die nicht autorisierte Hilfe und die

nicht identifizierten Grooms, die vielen

Unregelmäßigkeiten in den Ergebnissen,

die von einer von den VAE betriebenen

Ergebnis-App gemeldet wurden, wie fehlende

Herzfrequenzen für Dutzende ausgeschiedener

Pferde, sind nur einige Beispiele

für Regelverstöße, die im Livestream der

Veranstaltung gezeigt werden. Außerdem

sind Pferde zu sehen, die während des Abkühlens

an den Ohren festgehalten werden,

harte Gebisse mit langen Anzügen,

die mit nur einem einzigen Zügel geritten

werden, enge, dreifache Nasenbänder, und

ein Pferd mit Henna an den Beinen, das den

fünften Platz belegt.

In diesem 2020er-Ritt wurden erneut viele

Pferde aufgrund von Lahmheit und/oder

Stoffwechselproblemen eliminiert, was

zweifelsohne hauptsächlich auf mangelnde

Kontrolle und Horsemanship bei vielen

der 189 Starter zurückzuführen war. Einige

Reiter mussten sich am Sattel oder an den

Zügeln festhalten – das ist inakzeptabel bei

Wettbewerben auf so hohem Niveau und

ist schlechte Werbung für den Pferdesport

im Allgemeinen.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen 2 schwere

Verletzungen, 2 leichte Verletzungen, 7

Disqualifikationen wegen Nichterscheinens

am VetGate; insgesamt blieben 85

von 189 Teilnehmern in der Wertung.

Das vielleicht beunruhigendste Problem

war die entsetzliche Staubmenge (die

hauptsächlich von Autos verursacht wurde,

die auf der Strecke fuhren), die die Pferde

über die 120 km lange Strecke bei einer

Durchschnittsgeschwindigkeit von über 25

km/h einatmen mußten. Die ersten 9 Pferd/

Reiter-Kombinationen hatten durchschnittlich

fast 32 km/h auf dem letzten Loop. Die

Reiter schützten sich mit Staubmasken

und machten sich offensichtlich keine Gedanken

über die Probleme und möglichen

Langzeitschäden an den Augen und der

Lunge ihrer Pferde. Die Clean Endurance

bittet die FEI, dieses Thema aus Gründen

des Tierschutzes dringend zu überdenken.

Clean Endurance ist der Ansicht, dass Offizielle,

die den Schutz der Pferde nicht mittels

geeigneten Maßnahmen entsprechend

den FEI-Regeln und dem FEI-Kodex gewährleisten,

mit sofortiger Wirkung streng

sanktioniert werden müssen und man ihnen

ihre Qualifikationen entziehen muß.

Clean Endurance ist eine globale Community,

die Betrug, Doping und Pferdemissbrauch

im Distanzsport bekämpft. Die Aktivitäten

zielen darauf ab, das Wohlergehen

der Pferde zu verbessern und durch die Zusammenarbeit

mit der FEI, den nationalen

Verbänden und zahlreichen anderen Interessengruppen

einen sauberen und fairen

Sport zu erreichen.

Clean Endurance

Der VZAP gibt

bekannt,

dass er zum

1. Februar 2020

Frau Anja Daniels

als neue Zuchtleiterin

verpflichten

konnte.

Frau Daniels feierte im letzten Jahr ihr 25-jähriges

Dienstjubiläum beim "Verband der

Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover e. V."

und verfügt daher über jahrelange Berufserfahrung

als stellvertretende Zuchtleiterin. Sie

war außerdem innerhalb der Geschäftsstelle

für die Ressorts Hengste (Körung, Leistungsprüfung,

etc.), Stutbuchführung, Recherche,

Abstammungsüberprüfung und Internet zuständig.

Somit ist auch die Verbindung zum

arabischen Pferd gegeben, denn diese werden

in der Ponyzucht ja schon seit langem als

Veredler eingesetzt.

Der kommissarische Zuchtleiter des VZAP,

Diether von Kleist, wird Frau Daniels in den

kommenden Monaten in die "araberspezifischen"

Belange und die Verbandsarbeit einweisen.

Außerdem mußte der VZAP seine für den

18. April 2020 anberaumte Mitgliederversammlung

aufgrund der Corona-Virus-Situation

auf unbestimmte Zeit verschieben. Die

Mitglieder werden über den neuen Termin

selbstverständlich informiert, bereits gestellte

Anträge behalten ihre Gültigkeit.

-gw-

Neues aus dem ZSAA

Beim Zuchtprogramm

Deutsches

Edelblutpferd

wurde

in Abstimmung

mit dem VZAP, mit

dem der ZSAA ein

gemeinsames Ursprungszuchtbuch führt,

der Tersk-Araber und der Achal-Tekkiner in

die Liste der zugelassenen sonstigen Veredler

aufgenommen. Beim Zuchtprogramm

APb-Spezial wurde die Rasse Meréns in die

Liste der sonstigen zugelassenen Rassen neu

aufgenommen.

Die von den Reitpferdezuchtverbänden der

FN beschlossenen Änderungen im Bereich

der Abstammungsnachweise in Abst.-NW I

und II müssen für das „Deutsche Edelblutpferd“

übernommen werden.

Der ZSAA hat bei der C.I.A.A. (Confederation

International de Anglo-Arabe) Antrag auf eigene

Vollmitgliedschaft gestellt und setzt damit

einen Mitgliederbeschluss um. Unser Vorstandsmitglied

Birgit Lehnhardt hat unseren

Antrag persönlich an den Vorsitzenden Alain

James übergeben. Beschlossen wird der Zutritt

des ZSAA auf der Generalversammlung

der C.I.A.A. in Rom in 2020.

-gw-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020

38


Sportliche Zucht-News Araber

1/2020 - www.in-the-focus.com

39


Die Araberzucht in Frankreich

Im Wettbewerb mit dem

Geschichte

Anglo-Araber

Massoud wird hier in Bezug auf Skelett und Muskulatur als starker Koheylan-Typ dargestellt (während auch andere sehr unterschiedliche Darstellungen

existieren). Massoud leistete einen großen Beitrag zur Schaffung des französischen Anglo-Arabers.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert importierte der französische Staat über 600 arabische

Pferde aus dem Nahen Osten. Aber der Vollblutaraber stand in Frankreich immer im Wettbewerb

mit dem Anglo-Araber - und hatte die Schlacht schon fast verloren.

Seit den Kreuzzügen hatte Frankreich in

Kleinasien und im Nahen Osten eine

privilegierte Stellung, die es ihm ermöglichte,

sich von dort aus mit hochwertigen

arabischen Pferden zu versorgen.

Es begann am Ende des 18. Jahrhunderts mit

der Reise des deutschen Forschers und Zoologen

Carsten Niebuhr nach Arabien, der

Reise des schweizerischen Orient-Forschers

Jean-Louis Burckhardt nach Syrien und natürlich

mit der französischen Expeditionstruppe

auf Befehl Napoleons Bonapartes

während der Ägyptischen Kampagne, dass

die Europäer endgültige die Unterscheidung

zwischen dem arabischen Pferd und

anderen orientalischen Rassen trafen. Die

Mamelucken beeindruckten die beteiligten

Truppen nachhaltig: "Der Mamelucke erregte

unsere Bewunderung: Er war mit seinem

Pferd verbunden, das all seine Leidenschaften

zu teilen schien!" So eroberte General

Desaix 1798 Oberägypten, nachdem er 500

Kavalleristen mit hervorragenden einheimischen

Pferden ausgerüstet hatte! Außerdem

ritt der Kaiser am Ende seiner Regierungszeit

nur noch Araber.

Die staatlichen Gestüte, die 1790 abgeschafft

wurden, wurden 1806 wiederhergestellt und

es entstand schnell Bedarf an neuem Blut.

Die außergewöhnlichen Pferde, die von der

ägyptischen Armee zurückgebracht wurden,

waren langsam zu alt, um zu decken. Der

Rennsport kam in Mode, mit dem man die

Engländer nachahmen wollte. Der Kaiser sagte

dazu 1808: "Ich hätte Langstreckenrennen

den Flachrennen vorgezogen." Dies war eine

logische Überlegung, da Napoleon, ein Militärführer

wie Mohammed, sich des Wertes

von Langstreckenrennen voll bewusst war!

40

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Mehr als 600 Pferde

Die Herren de Portes und Solanet, Direktoren

der Hengstdepots, gaben Alarm: Die Hengste

waren zu Beginn der Französischen Revolution

bei der Schließung der königlichen Gestüte

in alle Winde verstreut worden. „Wenngleich

die Anzahl der Stuten zugenommen

hat, so ist ihre Qualität zurückgegangen.

Der Bauer, der sich selbst überlassen war,

versuchte nur, die Größe zu erhöhen; er hat

diesen Punkt bekommen, aber zu welchem

Preis! Diese Tiere sind ohne Leichtigkeit, ohne

Kraft, ohne Vitalität.“

Es war klar, dass große Budgets zugewiesen

und Experten eingestellt werden mussten,

um diesen Mangel zu beheben. Im Laufe von

zwei Jahrhunderten (1779-1970) brachten die

Abgesandten, die auf diese Mission geschickt

wurden, fast 480 Hengste und 130 Stuten

nach Frankreich zurück, die sie oft in harten

Verhandlungen in Aleppo, Konstantinopel

oder sogar in Ägypten erstanden hatten. Stuten

standen normalerweise nicht zum Verkauf,

was erklärt, warum so wenige gekauft wurden.

Hinzu kam, dass in Frankreich die Verbesserung

durch die Hengste erfolgen musste.

Eine der Missionen, die den größten Einfluß

auf die Zukunft des Vollblutarabers in Frankreich

hatte, wurde von 1818 bis 1820 von

Jules de Portes, Direktor des Haras de Pau, in

Begleitung des Tierarztes Louis Damoiseau

geleitet. Sie erwarben 37 Hengste (insbesondere

den berühmten Massoud) und zwei

Stuten, einschließlich Nichab, die der Mission

angeboten wurde. Sie wirkte zehn Jahre lang

als Zuchtstute im Haras du Pin und produzierte

hier Anglo-Araber, um dann schließlich

13 Jahre in Pompadour zu wirken, wo sie in

der Vollblutaraberzucht eingesetzt wurde.

Sie starb im Alter von 28 Jahren.

Hervorragende Reiter kommen auf dem arabischen

Pferd hervorragend zum Ausdruck,

wie der Viscount von Aure, ein großer Förderer

des Reitens im Freien darlegte. "Sie

1/2020 - www.in-the-focus.com

scheinen erstaunt zu sein, dass es unter den

Barbarenhorden ist, dass wir nach dem perfekten

Pferdetyp suchen. Ihre Überraschung

wird aufhören, wenn Sie wissen, dass sich der

Araber seit jeher besonders um diese Art der

Ausbildung kümmert. Das Pferd ist nicht für

ihn, wie für uns, ein Accessoire der Existenz

oder ein Symbol des Reichtums. Es ist alles

für ihn, sein Leben, er teilt mit ihm seine Sorgen

und Freuden, seine Müdigkeit und seine

Ruhe. Sein Adel ist der seines Pferdes, er hat

seine Genealogie, kennt seine Abstammung

und kann beweisen, dass sein treuer Freund

von edler Rasse und Blut ist, das durch kein

Missverständnis getrübt werden könnte."

Der Anglo-Araber ist gefragt

Der Fall Napoleons III. im Jahr 1870 und die

komplizierten Anfänge der Dritten Republik

schadeten dem französischen "Kauffieber"

Bango db, *1923 bei den Shammar, hatte großen Einfluß auf die Zucht in den nordafrikanischen

Gestüten, die von den Franzosen gegründet wurden.

Nichab galt als eine der schönsten Stuten. Gezüchtet von Emir Beshir, Libanon, der sie Lady Stanhope

schenkte, die sie wiederum an de Portes verkaufte.

41

im Orient nicht, ganz im Gegenteil: Zwischen

1874 und 1880 importierten verschiedene

Missionen eine große Anzahl von Pferden,

über hundert Hengste und rund vierzig Stuten.

Einer der hochwertigsten Hengste war

zweifellos Mekain, der dem Kaiser (von Frankreich)

vom Sultan (der Türkei) angeboten wurde.

Er wurde in Pin und später in Pompadour

stationiert, aber trotz seiner Qualität - außer

am Lebensende - nur wenig verwendet, und

wenn, dann in der Kreuzungszucht. Ein großer

Züchter, Gustave Roque, vertraute ihm

und ließ ihn eine Nachfahrin der berühmten

Nichab decken und zollte ihm diesen schönen

Tribut: "Mekain ist schön wie Poesie! Lassen

Sie die Dichter mir vergeben, aber dieses

Pferd kann mit allem verglichen werden,

ohne etwas zu entehren ... von fragwürdiger

Qualität in einigen Teilen, aber wunderschön,

von dieser Schönheit, die sich nicht beschreiben

läßt. Diese Nüstern, die sprechen, dieses

Auge, das träumt, dieser Kopf, der Gemälden

und Legenden vorbehalten ist.“

1872 landete eine Gruppe von 12 Stuten hoher

Qualität, die am Ende einer erfolglosen

Mission in extremer Situation gefunden wurden,

in Marseille, bevor sie nach Pompadour

gingen. Sie waren von gleich hoher Qualität

wie Nichab, Koheil und Warda, die Besten der

Besten. Unter ihnen war eine gewisse Merjané.

Ihre erste in Frankreich geborene Tochter,

Berthe, ist keine andere als die Großmutter in

der 4. Generation von Dénousté.

Am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts

hing das Überleben des arabischen

Pferdes in Frankreich vom Anglo-Araber, und

überlebte nur für die Zucht des Anglo-Arabers,

obwohl dies einiges Bedauern hervorrief.

Das arabische Pferd war nur noch ein

Prozentsatz des anglo-arabischen Pferdes.

In den 1920er-Jahren zielten einige Ankaufsmissionen

schließlich auf den Kauf von Pferden

ab, die sich vor allem für die Zucht von

Vollblutarabern eignen sollten. Diese Missionen

wurden durch die Tatsache erleichtert,

Geschichte


Geschichte

dass der Völkerbund Syrien und den Libanon

unter französisches Mandat gestellt hat.

General Rieu de Madron brachte 1925 neun

von den Anazeh gezüchtete Hengste sowie

faszinierende Reisehinweise, Fotos und einen

Bericht über die rein arabische Pferderasse

zurück.

Andere Missionen lieferten hervorragende

Hengste für die Gestüte in Nordafrika, insbesondere

für das Gestüt von Tiaret: Bango, ein

Hengst, der 1923 bei den Shammar geboren

wurde, von 1,45 Meter Größe; er hatte eine

lange und glänzende Karriere. Und aus Syrien

kamen El Managhi und El Obayan. Tiaret

und die algerischen Hengstdepots erhielten

zwischen 1884 und 1945 rund 220 Hengste.

Von Frankreich nach Russland

Eine der negativen Auswirkungen dieses

westlichen Appetits auf das orientalische

Pferd war, dass das Pferd in Arabien zum

Handelsgegenstand wurde, während ursprünglich

die Ausländer das arabische Pferd

in langen Abständen und mit großen Schwierigkeiten

erhalten hatten. Die Wüste konnte

kaum die Tausende von Pferden bereitstellen,

die gefordert wurden, und manchmal ging es

auf Kosten der Qualität.

In Frankreich brach die Zucht des arabischen

Pferdes zusammen. Es war unerlässlich geworden,

in Algerien ein Gestüt zu schaffen,

"in dem wir die Rasse züchten können, ohne

sie zu beschädigen". So wurden 1877 in Tiaret

und 1880 in Sidi-Tabet Gestüte gegründet.

Können wir uns heute, im Jahr 2020,

vorstellen, dass diese Worte des ehemaligen

Gestütsinspektors Houel aus dem Jahr 1867

stammen? "Angesichts der bedauernswerten

Auswirkungen wechselnder Moden gibt

es vor allem wahre Schönheit, die einzige,

die große, die ewige, die der Schöpfer der

Art der Spezies auferlegt hat (...). Leider verschwindet

diese Schönheit jeden Tag, nur

sehr wenige Pferde in unserer Zeit können

ein vollständiges Bild liefern, und bald wird

es notwendig sein, hundert verschiedene

davon zu betrachten (…), um dieses Gesamtbild

zu bekommen. Solange noch Zeit

ist, lassen Sie uns alle Anstrengungen unternehmen,

um der Welt den kostbaren Typ des

guten und schönen Pferdes zu bewahren: Es

gibt Ruinen, die man nicht wieder aufbauen

kann.“

Der Krieg braucht keine Pferde mehr: Die

Selektion orientiert sich daher an den Rennen.

In der Zwischenkriegszeit kamen Rennen

ausschließlich für Vollblutaraber zu den

Rennen für Anglo-Araber hinzu. Die Generation

von 1924 wurde dominiert von Dénousté,

dem Sohn Latifs, der 1909 aus Ägypten importiert

wurde, und Djaima von dem in der

Wüste gezüchteten Khouri und Dame Tartine,

über die er auf Merjané zurückgeht, von der

wir zuvor gesprochen hatten. Dénousté war

bis 1948 in Pau stationiert, hatte etwa 800

Stuten gedeckt und fast 450 identifizierte

Produkte hinterlassen. Er starb im Alter von

27 Jahren und hatte sich seine Beweglichkeit

und Fruchtbarkeit bis ins Alter bewahrt!

El Managhi, ein Hengst, der 1923 in Hama, Syrien gekauft wurde und der ebenfalls im algerischen

Gestüt Tiaret wirkte. Er hinterließ insbesondere sehr gute Stuten.

Beeindruckt von den französischen Rennarabern

sandte die russische Regierung in den

1930er-Jahren eine Ankaufmission in den

Südwesten Frankreichs. So ging ein Sohn

von Dénousté, Kann, zusammen mit sechs

Stuten, darunter Aissa, die auf Asfoura zurückgeht,

nach Russland. Crabbet-Stuten

wurden auch nach Russland importiert und

Kanns Verbindung mit einer von ihnen (Rixalina)

ergab den heldenhaften Korej, der die

Wanderungen und Wechselfälle des Zweiten

Weltkriegs ertrug und bis zu seinem Tod im

Alter von fast 30 Jahren brillant war. Er hinterließ

in Tersk zahlreiche angesehene Nachkommen:

Knippel, dem großem Gewinner

der Flachrennen, und Kankan (der Rixalina

zweifach als Großmutter führt), den Vater der

Legende Persik!

Nordafrikanischen Aussenstellen

Die französische Araberzucht verdankt den

Araberrennen viel, die bis zum bevorstehenden

Zweiten Weltkrieg bei großen Besitzern

sehr beliebt waren. Danach befand sich die

Anzahl der arabischen Pferde in den Ursprungsländern

im freien Fall: Die Armeen

der ganzen Welt wurden motorisiert, viele

Nomaden ließen sich nieder und zogen das

Auto dem Pferd vor. Die natürliche Selektion

war definitiv beeinträchtigt. Glücklicherweise

konnten die Engländer in Ägypten eine effiziente

Zuchtorganisation aufbauen, die Royal

Agricultural Society.

Für Frankreich blieben die Gestüte und

Hengstdepots Nordafrikas erhalten, jedoch

wird die gesamte Selektionsarbeit, die in

Tiaret insbesondere unter dem Kommandanten

Bardot in Bezug auf Bango durchgeführt

wurde, in fünfzehn Jahren durch schlechtes

Management und falsche Verkaufspolitik

fast zunichtegemacht. In Tunesien wurden

noch immer hervorragende Rennaraber aus

einheimischen oder französischen Linien gezüchtet,

insbesondere Sumeyr und Ourour.

Nach fünf Siegen in Tunesien kam Ourour

1952 mit fünf Jahren in Tarbes zum Einsatz. Er

wurde aber wenig in der Vollblutaraberzucht

eingesetzt (nur 18 Fohlen in 17 Dienstjahren),

und dies in den schlimmsten Jahren des Niedergangs

- aber welche Qualität hatten diese!

Wir finden bei ihm Asfoura als Mutterlinie

und durch seinen Vater Duc geht Ourour auf

Merjané und Warda zurück.

Das immense genetische Potenzial der französischen

Einrichtungen in Nordafrika wurde

während der politischen Ereignisse, die mit

der Unabhängigkeit dieser Länder einhergingen,

zerstört. 1964 lässt die Zuchtbuchkommission

einige aus Nordafrika repatriierte

Stuten zu, und die Verwaltung erwirbt drei

Hengste, die für Rennen typisch und entsprechend

gebaut waren: In'Chaalah, Iricho

und Irmak. Sie wurden von anglo-arabischen

Züchtern verachtet, die Ba-Toustem oder

Saint Laurent bevorzugen, da sie einheitlichere

Modelle darstellten.

Der französische Araber war fast verschwunden,

doch im Nationalgestüt von Pompadour

gab es immer noch einige reinrassige arabische

Zuchtstuten. Leider brachten sie in

den 1960er-Jahren nur Anglo-Araber wie

die meisten privaten Zuchtstuten: Maderba,

Madonna, Magicienne, Nevada II usw. haben

in der Kreuzung mehr produziert als in der

Vollblutaraberzucht, was uns heute mit immensem

Bedauern zurücklässt: Denken wir

an Nevada II, Großmutter in weiblicher Linie

von mindestens 50 Gewinnern von Gruppe-I-Rennen

und, verbunden mit Ourour,

Mutter von Nevadour, einer der gefragtesten

Linien der Welt, die Stute "of a lifetime" von

Renée Laure Koch.

Der Niedergang

Im Jahr 1965 wurden im Stutbuch nur zwei

Vollblutaraberfohlen registriert. Eines von

ihnen stammt von Robert Mauvy, Ästhet,

Maler und Züchter arabischer Pferde, gemäß

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020

42


Sumeyr (Bango / Jamnia) *1948 , geboren in Tunesien, wurde nach Frankreich exportiert und

stand im Nationalgestüt Pau.

den Abstammungslinien und Bräuchen der

Ursprungsländer. Dann gründete Jacques

Chalom des Cordes 1966 in der Provence ein

Zuchtprogramm mit polnischen Arabern, die

viel "schöner" als die französischen waren

und dennoch über Rennen selektiert wurden.

Letzterem wird bald nachgeeifert, neue

Gestüte gedeihen und importieren Pferde

aus Polen, Tunesien, Holland, Marokko. Neu

ist, dass die Eichung (der Rassestandard) jetzt

Privatsache geworden ist! Es war die Zeit, als

diese neuen Züchter gegen die nationalen

Gestüte rebellierten, die sie beschuldigten,

das arabische Pferd zu einem bloßen Handlanger

für die Anglos gemacht zu haben.

Der Direktor von Pompadour, Pierre Pechdo,

der persönlich der Wiederbelebung des

Vollblutarabers sehr positiv gegenüberstand,

wurde 1970 auf Mission nach Polen geschickt,

um drei Hengste zu erwerben. Da die

meisten guten Hengste für die Auktionen reserviert

waren, bei denen die Amerikaner sie

zu Goldpreisen kauften, waren die Verhandlungen

schwierig. Aber es gelang ihm, Baj

(von Negatiw, Stutenlinie Gazella II), Elaborat

und Badr-Bedur zu erwerben, beide von Comet,

dessen Vorfahr Bad direkt von Chérifa

abstammt, so dass dies eine Rückkehr der

besten Linie darstellt, im Typ verbessert, wie

es die Polen so gut können.

Die französische Regierung versuchte daher,

die Kontrolle über diese sehr unabhängigen

Züchter zurückzugewinnen, während Züchter

aus vielen Ländern gerade zusammengekommen

waren, um eine Weltorganisation

des arabischen Pferdes (WAHO) zu schaffen.

1975 gab es wieder Rennen für Vollblutaraber,

und zum ersten Mal fand der berühmte

Distanzritt in Florac statt, der von Persik gewonnen

wurde. Das arabische Pferd wurde in

Frankreich gerettet, zumindest zahlenmäßig!

Die Organisation von Shows, Reglemente, die

Ausbildung von Offiziellen und der Kampf

gegen gewisse (tierquälerische) Praktiken,

die sich abzeichneten, veranlassten die wichtigsten

Länder 1983 die ECAHO zu gründen.

Ihre Missionen für Fairplay und den Schutz

von Pferden sind bis heute aktuell!

Die westliche Zuchtselektion, die sich an

Sport- oder Schönheitswettbewerben orientiert,

hat eine Entwicklung in Gang gebracht,

die die beiden grundlegenden Eigenschaften

des arabischen Pferdes voneinander trennt:

Schönheit und Funktionalität. Während

gleichzeitig die Bedeutung der Genetik und

das Studium der Abstammungslinien vergessen

wurde, die den heutigen Vollblutaraber

von seinen Selektionskriterien im ursprünglichen

Sinne entfernt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das

Arabische Pferd ein facettenreiches Juwel ist:

Zeuge und Akteur der Völkergeschichte,

hoch entwickelte Kriegswaffe, Kunstwerk,

religiöses Symbol, treuer Begleiter, versierter

Sportler. Wir haben es als Vermächtnis von

den Beduinenvölkern erhalten, die es von

Anfang an verwöhnt haben. Dann kamen angesehene

Leute, die es auf der ganzen Welt

verbreitet und bis heute weiterentwickelt haben.

Paradoxerweise wird das arabische Pferd

derzeit in den Ursprungsländern genauso

angegriffen, da sich diese in unaufhörlichen

Kriegen befinden, wie in der restlichen Welt,

hier jedoch im Wohlstand und Frieden. In unseren

materialistischen Gesellschaften ist das

arabische Pferd vielfach zu einem "Objekt"

geworden, das der Mode ausgeliefert ist.

Es scheint mir wichtig, durch die Verbreitung

von Wissen, Literatur und Kunst das arabische

Pferd wieder zu etwas Besonderem zu

machen. Wir müssen wieder lernen, es zu

bestaunen, um sicherzustellen, dass zukünftige

Generationen von Züchtern jedes Detail

seines wunderbaren Erbes studieren möchten,

damit diese sie bei ihrer täglichen Arbeit

inspirieren. Wenn wir uns des Schatzes in

unseren Händen bewusst sind und stolz darauf

sind, werden wir motivierter sein, diesen

Schatz zu bewahren und für seine positive

Entwicklung zu arbeiten, ohne ihn zu verfälschen!

Ich gebe Jean Deleau das letzte Wort: "Wenn

das Arabische Pferd das schönste ist, dann

deshalb, weil es das beste ist und seine

Schönheit nur die Materialisierung all seiner

Eigenschaften ist."

Christele Derosch

Auszug aus einem Vortrag, gehalten anläßlich

der Jahreshauptversammlung der ECAHO 2020.

Ourour (Duc II / Imama) *1947, ebenfalls in Tunesien geboren und nach Frankreich exportiert.

Erführt 25 % ägyptisches Blut.

Geschichte

Zurück zu den Werten

1972 wurde der französische Araberzuchtverband

(ACA) gegründet und die Gründungsmitglieder

beschlossen, einen internationalen

Wettbewerb in Paris zu organisieren,

dessen erste Ausgabe anlässlich der 2. Pferdeschau

1973 im Parc de Vincennes stattfand.

1/2020 - www.in-the-focus.com

43


Arabian Horse Breeding in France

History

In Competition with

the Anglo-Arabian

The National Stud of Pompadour.

In the 19th and early 20th centuries, the French government imported over 600 Arabian

horses from the Middle East. But the purebred Arabian in France was always in competition

with the Anglo-Arab - and had almost lost the battle.

Since the Crusades, France has always

had a privileged situation in Asia Minor

and the Middle East, which has enabled

it to stock up on top quality Arabian horses

from there. It was from the end of the 18th

century, with the trip of the German explorer

and zoologist Carsten Niebuhr to Arabia,

of the Swiss orientalist explorer Jean-Louis

Burckhardt in Syria and of course with the

French expeditionary force under orders of

Napoleon Bonaparte during the Egyptian

Campaign that the Europeans will make the

final distinction between the Arabian Horse

and other oriental breeds. The Mamelukes

terribly impressed the troops involved: "the

Mameluk excited our admiration: he was linked

to his horse who seemed to share all his

passions!" ... this is how General Desaix took

Upper Egypt in 1798 after equipping 500 cavalry

men on excellent local horses! Besides,

at the end of his reign the Emperor was riding

only Arabians.

The State Studs (abolished in 1790) were restored

in 1806, and quickly arose the need for new

blood, the extraordinary horses brought back

by the army in Egypt starting to be out of state

to serve. Fashion came to the races, to imitate

the English. The Emperor specifies in 1808:

"I would have preferred endurance races to

speed races" These were logical reflection since

Napoleon, a military leader like Mohammed,

was fully aware of the value of long distance

races!

Over 600 Original Arabians

Messieurs de Portes and Solanet, directors of

the stallion depots, sound the alarm signal:

the stallions were scattered at the closure of

the royal stud farms at the beginning of the

French Revolution. “If the mares have increased

in number, they have regressed in quality….

The peasant, left to himself, only sought

to raise the size; he got this point, but at what

cost! These animals are without lightness, without

strength, without vigor.”

So it became clear that there was a need to

allocate large budgets and to hire experts to

remedy this shortage. Often negotiated in hard

struggle in Aleppo, Constantinople, or even in

Egypt, the emissaries who were sent on these

mission by France brought over two centuries

(1779-1970) nearly 480 stallions and 130 mares.

The latter were usually not for sale which

explains why there were so few, added to the

fact that in France the improvement had to be

done through the stallions.

One of the missions that had the most consequences

for the future of the purebred Arabian

in France was led from 1818 to 1820 by

Jules de Portes, director of the Haras de Pau,

accompanied by the veterinarian Louis Damoiseau.

They acquired 37 stallions (notably

the famous Massoud) and 2 mares. Including

Nichab, offered to the mission, who was used

as broodmare 10 years at the Haras du Pin

producing Anglo-Arabs then finally 13 years

at Pompadour, where she produced purebred

Arabians. She died at 28 years of age…

Massoud is pictured (page 40) as a strong

Koheylan type of skeleton and musculature

(while other very different representations

exist). He made a great contribution to the

creation of the French Anglo-Arab.

Outstanding riders express themselves brilliantly

on the Arabian horse, like the viscount

of Aure, a great promoter of outdoor riding: I

quote "You seem astonished that it is among

barbarian hordes that 'we go to look for the

perfect type of horse', but your surprise will

cease when you know that, from time immemorial,

the Arab takes care especially of this

kind of education. The horse is not for him,

as for us, an accessory of existence or an emblem

of wealth ... it is all his life, he shares

with him his sorrows and joys, his tiredness

and his rest. His nobility is that of his horse,

he has his genealogy, knows his parentage

and can prove that his faithful friend is of

noble race and blood that no misalliance

could stain."

44

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


History

Mare barn at La Rivière at the National Stud of Pompadour. In the foreground Furette with her daughter Kebira to the right. Furette is a daughter of

Warda, one of the foundation mares of French Arabian horse breeding..

Anglo-Arabian in high Demand

The fall of Napoleon III in 1870 and the complicated

beginnings of the Third Republic,

did nothing to harm French "buying fever"

in the Orient, quite to the contrary: Between

1874 and 1880 different missions imported

a large number of horses, over a hundred

stallions and around forty mares. One of the

most high-quality stallions is undoubtedly

Mekain, offered to the Emperor by the Sultan,

stationed in Pin and then in Pompadour,

little used despite his quality, used especially

in crossbreeding except at end of life. A great

breeder, Gustave Roque, trusted him and let

him cover his descendants of the illustrious

Nichab, and paid him this beautiful tribute

"Mekain is beautiful like poetry! Let the poets

forgive me but this horse can be compared to

everything without dishonoring anything…

of questionable quality in some parts but

beautiful of this beauty that does not detail.

These nostrils that speak, this eye that

dreams, this head reserved for paintings and

legends.”

In 1872, a batch of 12 quality mares, found

in extremis at the end of an unsuccessful

mission, landed in Marseille before joining

Pompadour. They were of equal quality to

the Nichab, Koheil and Warda, the best of the

best. Among them is a certain Merjané ... Her

first daughter born in France, Berthe, is none

other than the granddam in 4th generation

of Dénousté.

1/2020 - www.in-the-focus.com

At the end of the XIXth and the beginning of

the XXth, although this leaves us with some

regrets, the survival of the Arab horse in France

was by and for the Anglo-Arab. The Arabian

horse is only a percentage of the Anglo-Arabian.

In the 1920s, certain missions were finally

aimed at the purchase of horses likely to

work in purebred Arabians. These missions

are facilitated by the fact that the League of

Nations has placed Syria and Lebanon under

French mandate. General Rieu de Madron

brought back in 1925 9 stallions, all bred by

the Anazeh, as well as fascinating travel notes,

photos and his report on the pure Arabian

horse breed.

Other missions for the studs in North Africa

provided excellent stallions for the Stud farm

of Tiaret: notably Bango, a stallion bred by

the Shammar, born in 1923, of one meter

forty five, who had a long and brilliant career;

and from Syria El Managhi and El Obayan.

Tiaret and the Algerian stallion depots thus

received some 220 stallions between 1884

and 1945.

From France to Russia

One of the negative effects of this Western appetite

for the Oriental horse, is that the horse

in Arabia became an object of trade whereas

originally the foreigners had obtained it at

long intervals and with great difficulties. The

desert will barely supply the thousands of

45

horses requested, sometimes at the expense

of quality.

In France, the breeding of the Arabian horse is

collapsing. It has become essential to create

a stud farm in Algeria "where we would grow

the breed without damaging it". It was done

in 1877 in Tiaret and in 1880 in Sidi-Tabet.

Can we imagine today, in 2020, that these

words from the former Stud inspector Houel

date from 1867? "Faced with the deplorable

effects of changing fashions, there is above

all true beauty, the only one, the great, the

eternal, that which the Creator imposed on

the type of the species (...) Unfortunately this

beauty disappears each day, very few horses

in our time can offer the complete picture and

soon it will be necessary to look at a hundred

different subjects (…) While there is still time,

let us make all our efforts to preserve to the

world the precious type of the good and beautiful

horse: there are ruins that we can no

longer rebuilt”…

The war no longer needs horses: the selection

will therefore orient itself for the races. In

the interwar period, races reserved for purebred

Arabian were added to Anglo-Arab races.

The generation of 1924 is dominated by

Dénousté, son of Latif, imported from Egypt

in 1909 and Djaima (by the desert-bred Khouri

and Dame Tartine by which he thus traces

on Merjané of which we spoke previously).

Stationed in Pau until 1948, having served almost

800 mares and leaving nearly 450 iden-


History

tified products, Dénousté died at 27 years old,

having kept his flexibility and fertility!

Impressed by the French racing Arabs, the

Russian government sent a buying mission to

the Southwest of France in the 1930s… this

is how a son of Dénousté (together with six

mares, among them Aissa, tailing back to Asfoura),

Kann, went to Russia… Crabbet mares

were also imported to Russia and Kann's

marriage to one of them (Rixalina) gave the

heroic Korej, who endured the migrations

and vicissitudes of the Second World War and

remained brilliant until his death at almost

30 years old… he left Tersk with prestigious

descendants: Knippel, the big winner on the

flat, and Kankan (closely inbred with Rixalina

as a double grandmother), the father of the

legend Persik!

The North African Outlets

French Arabian breeding owes a lot to the races

reserved for it and which were very popular

with big owners, until the looming of the

Second World War. After this, the number of

Arab horses was in free fall in the countries

of the Cradle: the armies of the whole world

are motorized, many nomads settle down

and prefer the car to the horse ... the local

natural selection is definitely compromised.

Fortunately the English were able to organize

in Egypt an efficient selection body, the Royal

Agricultural Society.

For France remain the studs and stallion depots

of North Africa, however all the work of

selection carried out in Tiaret (in particular

by the commander Bardot with respect to

Bango) will be almost reduced to nil in fifteen

years, with the use of poor standards and a

policy of dispersal. In Tunisia, excellent racing

Arabs are still produced, of native or French

strains, notably Sumeyr and Ourour. After 5

victories in Tunisia Ourour arrives in service

at Tarbes at 5 years old in 1952. He was little

used in purebred Arabians (only 18 foals in 17

years of service, in the worst years of decline,

but what quality!). We find Asfoura as damline

and through his father Duc, Ourour traces

to both, Merjané and Warda.

The immense genetic potential of French

North African establishments have been

dispersed during the political events which

accompany the independence of these

countries. In 1964 the studbook commission

admits some mares repatriated from

North Africa and the administration acquires

three stallions typical and regular in races:

In'Chaalah, Iricho and Irmak… despised by

Anglo-Arab breeders who prefer Ba-Toustem

or Saint Laurent, more consistent models.

French Arabian horses are in the process of

Djerba Oua (Dragon / Doree II) *1946 is inbred three times in III. generation to Dénousté. Through

his son Gosse de Bearn (but not only him), he had great influence on French Arabian breeding.

Dénousté (Latif db / Djaima (von Khouri db)) *1921, one of the most influential stallions; he had

ca. 450 foals, though not all of them purebred Arabians.

disappearing, yet the National Stud of Pompadour

still has a few purebred Arabian broodmares…

Unfortunately in the 1960s, they

only produce Anglo-Arabs as do most private

broodmares: Maderba , Madonna, Magicienne,

Nevada II etc have produced more in

crossbreeding than in the purebred Arabian

breed which leaves us today with immense

regrets: Nevada II, remember, grandmother

in female line of at least 50 Group 1 winners

and, associated with Ourour, mother of Nevadour,

one of the most sought after strains

in the world, "the mare of a lifetime" by Renée

Laure Koch.

The Depression

In 1965, the studbook recorded only two

purebred Arabian foals. One of them comes

from Robert Mauvy, esthete, painter and

breeder of Arabian horses according to the

lineages and customs of the cradle. Then Jacques

Chalom des Cordes set up in 1966 in Provence

a breeding program with Polish Arabians,

much more "beautiful" than ours and

selected however at the races. The latter will

soon be emulated, new studs are flourishing

and importing horses from Poland, Tunisia,

Holland, Morocco - new, the calibration has

become private! It was the time when these

new breeders rebelled against the National

stud farms that they accused of reducing the

Arabian horse to a mere henchman for the

Anglos.

Promoted director of Pompadour, Pierre

Pechdo, personally very favorable to this revival

in favor of the Arab, was sent on a mission

in 1970 to Poland in order to acquire three

stallions. As most of the good subjects were

reserved for the auction where the Americans

buy them at gold prices, negotiations were

difficult but he managed to acquire Baj (by

Negatiw, damline Gazella II), Elaborat and

Badr- Bedur, both by Comet whose ancestor

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Bad descended directly from Chérifa, so a return

to the fold of our best lineage improved

in type as the Poles know so well to do,

The French administration was thus trying

to regain control of these very independent

breeders, while breeders from many countries

have just come together to create a world organization

of the Arabian horse.

Return to the True Values

In 1972 the French Arabian Horse Association

was created and the founding members decided

to organize an international competition

in Paris, the first edition of which would be

held at Parc de Vincennes on the occasion of

the 2nd Horse Show in 1973.

1975 sees the reappearance of purebred Arabian

races, and the first edition of the famous

Florac endurance ride won by Persik. The

Arabian horse was saved in France, at least

in terms of numbers! The organization of

shows, regulations, training of officials and

the fight against deviant practices, which are

emerging, lead the main organizing countries

to create in 1983 the ECAHO, its missions

for fairplay and the protection of horses are

still actual today!

Western selection oriented towards sporting

or beauty competitions, has tended to

separate the two fundamental qualities: beauty

and functionality, while also forgetting

the importance of genetics and the study of

lineages in mating, which distances the current

Arabian horse of its ancestral selection

mode, in the original spirit.

In conclusion, the Arabian Horse is a multifaceted

jewel: witness and actor of the history

of peoples, sophisticated weapon of war,

work of art, religious symbol, loyal companion,

accomplished sportsman. We have received

it as a legacy from the Bedouin peoples

who have pampered it from the start and

then distinguished people who have spread it

around the world and made it evolve to the

present day. Paradoxically the Arabian Horse

is currently under attack as much in the countries

of the cradle which are in ceaseless wars,

as in the rest of the world however rather rich

and in peace. In our materialist societies the

Arabian horse has sometimes become an

"object", at the mercy of drifts.

It seems essential to me, through the dissemination

of knowledge, literature and art, to

RESACRALIZE the Arabian Horse. Relearn to

marvel at him. To take care that future generations

of breeders want to study every detail

of its wonderful heritage, to inspire them in

their daily work. Thus aware and proud of the

treasure in our hands, we will be more motivated

to preserve it and work for its positive

evolution, without distorting it!

It is from Jean Deleau that I will borrow the

last word: "If the Arabian horse is the most

beautiful, it is because it is the best and its

beauty is only the materialization of all its

qualities"

Christele Derosch

Extract of her presentation at the ECAHO

General Meeting 2020.

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Kann (Dénsouté / Kita) *1927 was exported to Tersk Stud in Russia in 1930. He became one of the

main sources of athletic ability in Russian Arabian breeding and his progeny dominated racing.

Korej (Kann / Rixalina) *1939 bred in Russia. He is a blend of Crabbet and French lines. Korej was a

successful race horse as well as an important sire. He left 211 offspring in Russia.

Kankan (Korej / Nagrada) *1954 bred in Russia. He is the sire of Persik, who founded a dynasty of

endurance horses in France.

47

History


Die Triple Crown Schauen 2018

Schauen

Perspektivwechsel

oder

alle Fotos. G. Waiditschka

"Was ich auf Araberschauen

über Reitpferde

gelernt habe"

Ich habe mich als Araber-Laie bereits zu kleineren Zuchtschauen in

Deutschland begeben, um einen Eindruck von der Szene zu erhalten. Der

Höhepunkt meiner Unternehmungen war aber zweifellos der Besuch der

Weltmeisterschaft in Paris im Dezember 2019. Von dieser Veranstaltung

möchte ich einen Eindruck vermitteln aus der Perspektive eines Reiters.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Schauwesen & Ehrlichkeit

Ich persönlich bin eine aktive Springpferdezüchterin und große

Verfechterin der Sportpferdezucht und Leistungsselektion. Daher

ist meine Einstellung gegenüber der Schauszene eher skeptisch.

Nur hübsch sein, ohne Leistung zu erbringen, wozu soll das für ein

Pferd gut sein? Für mich ist ein Pferd ein Sportpartner.

Aber ist es nicht ehrlicher, von vorneherein zu sagen, wir vergeben

gute Wertnoten für schöne Gesichter, nette Choreografie und

hochgerissene Hufe? Da weiß man zumindest, woran man ist. Daher

wollte ich dem Ganzen eine Chance geben und es mir einmal

live ansehen.

Denn es stellt sich die Frage: Ist es in der Dressur so viel anders? Da

werden Werte wie Gelassenheit und Taktreinheit für Schauelemente

ausgetauscht, obwohl in den Regularien etwas anderes steht. Da

wird die Harmonie der Gesamtdarbietung der Korrektheit der Ausführung

geopfert. Das ist doch viel befremdlicher.

Wenn sinnvolle Elemente wie Schritt und Grußaufstellung international

auf den Prüfstand gestellt werden (weil sich sonst die Zuschauer

langweilen), kann man nur festhalten: Das hat kein echter

Pferdemensch entschieden! Das sind die Prüfsteine der sorgsamen

und pferdegerechten Ausbildung. Sie abzuschaffen (und wer weiß

was noch folgt?), bedeutet, dass wir uns mehr und mehr in Richtung

Zirkus bewegen. Dann können wir die Kür auch gleich korrekterweise

als Show betiteln.

Aber zurück zu meinen Eindrücken aus der Araber-Szene.

Aufstellung

Die Art der Aufstellung mit der flachen Rückenlinie soll schick

aussehen, für mich sehe ich wenig tragfähige Rücken (Modell

"Badewanne" denke ich mehrfach böse). Bei der Präsentation in

der Bewegung sind stramme Rücken die Regel, durch den Körper

Change of perspective

or

"What i learned

about riding Horses

at Arabian Horse

Shows"

As an amateur with regards to Arabians,

I have already gone to smaller breeding

shows in Germany to get an impression of

the scene. The highlight of my venture was

undoubtedly the visit to the World

Championships in Paris in December 2019.

I would like to give an impression of this

event from the perspective of a rider.

Schauen

Eine möglichst waagerechte Kruppe ist gewünscht, auch wenn dafür

die Hinterbeine hinten herausgestellt werden müssen oder ein Bein weit

unter den Körper gestellt.

schwingen tut da nichts, geschweige denn, dass man pendelnde

Schweife sieht. (Aber auch danach sucht man in der Dressur heutzutage

in der Breite vergeblich.) Das muss mir noch jemand erklären.

Die gerade Kruppe lässt den Rücken sehr schwach aussehen,

das ist nichts, was ich als Reiter begehrenswert finde.

Was mir aber deutlich wurde und nie aufgefallen wäre, ist, dass ich

diese Aufstellung immer für eine unnatürliche Haltung gehalten

habe. Das stimmt so nicht. Wenn die Hengste sich gezielt gegenseitig

provozieren durften, so stellten sie sich danach ausnahmslos so

auf, wie es für die Prüfung erwünscht ist. Es scheint sich also um ein

natürliches Imponierverhalten zu handeln.

Warum das Ganze scheinbar nur unter Schmerzen „formschön“

abzurufen ist, oder warum man dies in der Praxis duldet, ist mir

schleierhaft. Die Schläge in Richtung Pferdekopf und vielfachen

Ruck mit dem hauchdünnen Show-Halfter setzen vermutlich

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Showmanship & honesty

Personally, I am an active breeder of show jumpers, and a great

advocate of sport horse breeding and performance selection. Therefore

my attitude towards the show scene is rather skeptical. Just

to be pretty without performing, what is that good for a horse? For

me, a horse is a sports partner.

But isn't it more honest to say from the start that we give good

marks for beautiful faces, nice choreography and pulled-up hooves?

At least you know where you are. So I wanted to give the whole

thing a chance and have a look at it live.

Because the question arises: is it so much different in dressage?

Values, such as serenity and tact cleanliness are exchanged for

show elements, although the regulations state otherwise. The harmony

of the overall presentation is sacrificed to the correctness of

the execution. That is much more strange.

If sensible elements such as walk and standing for greeting are put

to the test on international level (because otherwise the spectators

are bored), one can only say: No real horse man decided that! These

are the touchstones of careful and horse-friendly training. Abolishing

them (and who knows what will follow?) means that we are moving

more and more towards the circus. Then we can correctly title the

freestyle as a show. But back to my impressions from the Arab scene.

Stand-up

The type of stand-up with a flat topline should look chic, for me

I see backs with little load capacity (I think angrily several times

that looks like the "bath tub" model). When presenting the horse in


Schauen

Adrenalin und böse Erinnerungen frei, das notwendig ist, damit

die Pferde die „richtige“ Position einnehmen. Ich finde es

befremdlich, wie allgegenwärtig und offen diese Gewalt gegenüber

den Pferden gezeigt wird. Ich persönlich finde die Pferde

in dieser Haltung auch nicht schöner, aber das ist offensichtlich

Geschmackssache.

Körpergewicht

Für meinen Geschmack hätten die Pferde zum Teil ein paar Kilo weniger

auf den Rippen haben können. Ich nehme aber an, dass ein

Schutzpolster allein für den hohen Reiseaufwand und den damit

verbundenen Stress für die (zum Großteil) sehr jungen Pferde wichtig

ist, damit diese nicht vor der Schau die Form verlieren.

Insgesamt waren die Pferde aber in sehr guter körperlicher Verfassung.

Wirklich extrem dicke oder dünne Pferde sind mir nicht begegnet.

Paradoxerweise werden sie dann ja so aufgestellt, dass die

Silhouette schmaler wirkt.

motion, tight backs are the rule, swinging through the body does

not exist, let alone that one sees swinging tails (but even today

you won't find a broad range of these in dressage). Someone has

to explain this to me. The straight croup makes the back look very

weak, that's not something I find desirable as a rider.

But what became clear to me and what I would never have been

noticed is that I always considered this stand-up to be an unnatural

attitude. That is not correct. If the stallions were allowed to

tease each other in a head-on manner, they would then position

themselves without exception as required in the performance. So

it seems to be a natural imposing behavior.

Why the whole thing appears to be reproduced "in a beautiful shape"

only in pain or why this is tolerated in practice is beyond me.

The blows with the whip in the direction of the horse's head and

multiple jerks with the thin show halter probably release adrenaline

and bad memories, which is necessary for the horses to take

the "right" position. I find it strange how omnipresent and open

this violence towards horses is shown. I personally do not find the

horses in this posture more beautiful, but that's obviously a matter

of taste.

Mit (angedeuteten) Schlägen gegen den

Kopf und Ruck an dem dünnen Schauhalfter

wird die Standpose abgerufen. Mangelndes

Ruhigstehen wird mit Schlägen gegen die

Vorderbeine bestraft. Später reicht allein die

Bewegung der Gerte, um das Pferd daran zu

erinnern, dass es zu gehorchen hat. Durch das

Wegziehen der Beine versucht es den (vermeintlichen)

Schläge zu entkommen.

Ablauf

Die Tribünen sind gekauft. Das muss ich vermutlich erklären,

weil mir das im Reitsport oder auf Körungen noch nie begegnet

ist: Es gibt auf den Tribünen Anheizer, die für Applaus und

die richtige Stimmung während der Präsentation der Pferde zuständig

sind.

Bei Eintreten des zu unterstützenden Pferdes wird von dort eine

Choreografie abgezogen vom Feinsten: Mit Peitschenrascheln,

Poltern mit den Füßen, Zwischenrufen des Verzückens und lautem

Gejubel. Da sind unsere Peitschenraschler auf der Zuchtschau

nichts dagegen und vor allem extrem schlecht abgestimmt mit dem

Vorführer. So fabriziert man sich die Standing Ovations selbst. So

viel zum Thema Publikumsliebling bei der Körung, wenn sich das

rumspricht …

Zu meinem großen Erstaunen finden die Weltmeisterschaften der

Show-Araber vor leeren Rängen statt. Wenn man die vielen mitreisenden

Anheizer abzieht, scheint sich kaum jemand live vor Ort zu

begeben. Fotografen sind noch vertreten. Echtes Publikum sucht

man vergeblich.

Zugegeben, es gibt einen Livestream und gute Berichterstattung,

das Publikum ist weltweit verteilt, von daher ist es wohl etwas mühselig,

extra anzureisen. Spannend finde ich, dass man von den leeren

Rängen in der Live-Übertragung nichts sieht, weil die Tribünen

im Dunklen liegen. Der Geräuschkulisse in der Halle nach zu urteilen

müssten Zehntausende Zuschauer orientalischer Ausdrucksfreudigkeit

die Ränge füllen, da geht ein Toben durch die (nicht vorhandene)

Menge, dass der Fotograf nie seinen Einsatz verpassen kann. Mir

dröhnen nach ein paar Stunden die Ohren, auch noch nachdem ich

die Halle längst verlassen habe.

Aber dieses Event findet seit beinahe 40 Jahren alljährlich in Paris

statt, das ließe sich mit ein bisschen (Weihnachts-)Shopping gut

verknüpfen. Bis auf die VIP-Tribünen herrscht gähnende Leere, nicht

mal Catering gibt es bei den 'normalen Zuschauern'. Das ist hier

eindeutig eine geschlossene Veranstaltung, trotz freiem Eintritt. Befremdlich.

Body weight

For my taste the horses could have been a few pounds less on the

ribs. But I assume that it is a protective measure which is important

for the long travels and the associated stress for the (mostly)

very young horses, so that they do not lose their shape before the

show. Overall, however, the horses were in very good physical shape.

I have not met really extremely thick or thin horses. Paradoxically,

they are then set up so that the silhouette appears narrower.

Procedure

The grand stands have been bought. I probably have to explain

this because I have never encountered this in equestrian sport or at

a licensing: There are claqueurs in the stands that are responsible

for applause and the right atmosphere during the presentation of

the horses.

When the horse to be supported comes in, a choreography is released

from there which is at its finest: with whip rustling and shaking,

rumbling with the feet, cries of ecstasy and loud cheers. Our

whip rustlers at the breed shows are nothing against this and, above

all, extremely poorly coordinated with the handler. This is how

you make the standing ovation yourself. So much for the favorite

of the audience at the licensing, if the word gets around ...

To my great surprise, the World Arabian Horse Championships

take place in front of empty seats. If you pull off the many accompanying

claqueurs, hardly anyone seems to go live on site. Photographers

are still represented. But you won't find a real audience.

Admittedly, there is a livestream and good reporting, the audience

is distributed worldwide, so it may be a bit tedious to travel there.

I find it interesting that you don't see any of the empty seats in the

live broadcast because the stands are in the dark. Judging from

the background noise in the hall, tens of thousands of viewers of

oriental expressiveness should fill the ranks, there is a romp through

the (non-existent) crowd that the photographer can never

50

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Ursprung als Kriegs- und Reitpferd

Interessant ist für mich der immer wieder zu hörende Hinweis des

Kommentators, es würde sich im Ursprung der Araber um Reitpferde

handeln, die Arbeit schätzen und in allen Reitsportsparten

eingesetzt werden können. Bezeichnend, dass es nicht einmal ein

Schaubild gab, um dieses Können in geeigneter Weise in Szene zu

setzen. Ich habe an dem Wochenende in Paris nicht ein einziges gerittenes

Pferd zu Gesicht bekommen. Da würde ich mir mehr Konsequenz

wünschen.

Abstammung

Name und Pedigree des Pferdes werden bei der Vorstellung nicht

angesagt, damit die Richter nicht von Herkunft und Besitzverhältnissen

des Pferdes in ihrer Beurteilung beeinflusst werden. Das

klingt erst mal gut in der Theorie und ich würde mir dies für Fohlenschauen

oder selbst Körungen in der Warmblutzucht wirklich

wünschen.

Aber in der Praxis hat dieses System seine Grenzen. Denn selbst

für mich als fachfremde Person, waren die Vorführer und die Geräuschkulisse

doch recht schnell den entsprechenden Lagern zuzuordnen.

Ich nehme an, das bekommen auch die Zuchtrichter

mit. Zumal es qualifizierende Klassen gibt, in denen eine Vorauswahl

stattfindet. Die Favoriten sind, davon kann man ausgehen,

schlicht bekannt.

Aber obwohl ich mich durchaus darauf verstehe, Pferde auseinanderzuhalten,

wurde es gerade im Gemenge der Senioren-Stuten

schwierig, bei all den Schimmeldamen den Überblick zu behalten.

miss his assignment. My ears roar after a few hours, even after I

have long left the hall.

But this event has been taking place in Paris every year for almost

40 years, which could be combined with a bit of (Christmas) shopping.

Except for the VIP grandstands, there is a yawning emptiness,

there is not even catering for the 'normal spectators'. This is clearly

a closed event, despite free admission. Strange.

Origin as a war and riding horse

What is interesting for me is the comment that the commentator

calls out again and again, which is that originally the Arabian horse

would be riding horses that appreciates work and can be used in

all different sports disciplines. Significant that there was not even

a demonstration to showcase this ability in a suitable way. I didn't

see a single ridden horse that weekend in Paris. I would like more

consistency.

Pedigrees

The name and pedigree of the horse are not announced during the

presentation so that the judges are not influenced by the origin

and ownership of the horse in their assessment. That sounds good

in theory and I would really like this for foal shows or even stallion

licensing in warmblood breeding.

But in practice, this system has its limits. Because even for me as a

non-specialist, the handlers and the background noise were quickly

assigned to the corresponding camps. I assume that the judges

will also notice this. Especially since there are qualifying classes in

Schauen

Show horses are well-trained horses who

perform certain actions at a sign in order to

present themselves optimally to the judges.

The rapid change between relaxation and

tension that these horses perform is remarkable.

They know exactly when there is a break

during which they can doze and when not.

The occasional praise and petting of the horse

is their reward.

Offensichtlich steht Weiß für Mütterlichkeit. Wer weiß, vielleicht passiert

das mit der Verwechselung bei dem Lärm auch den Zuchtrichtern

und es herrscht damit doch Objektivität?

1/2020 - www.in-the-focus.com

NEGATIV

Schminke

Schminke für Pferde? Ehrlich jetzt? Man kann es auch übertreiben.

Die stark geschorenen Pferde waren (im besten Fall) mit Öl eingerieben

und glänzten auch im Dunkeln. Das ist nun wahrlich nicht

mein Ding.

Gewalt

Ich komme wirklich viel herum. Aber noch nie habe ich ein Reitsportereignis

gesehen, bei dem die Gewalt gegenüber dem Pferd

so präsent ist wie im Schauwesen. Also genau dort, wo ja paradoxerweise

sportlich nichts von dem Pferd verlangt wird, was den Tierschützern

doch immer aufstößt. Das Drohen mit erhobener Peitsche

und das Schlagen in Kopfrichtung der Pferde durch den Vorführer

ist Usus, dagegen begehrt auch kein Richter oder der vorhandene

(zum Schutz der Richter durchaus aktive) Steward auf.

Die Gewalt gegenüber dem Pferd ist omnipräsent und in den Augen

der Pferde mit Panik zu lesen. Bemerkenswert ist der schnelle

Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung, den diese Pferde

vollziehen. Sie wissen genau, wann Pause ist und gedöst werden

kann und wann nicht.

51

which a pre-selection takes place. One can assume that the favorites

are simply known.

And even though I do understand how to keep horses apart, it was

difficult to keep track of all the white horses especially in the class

of senior mares. White obviously stands for maternity and feminity.

Who knows, maybe the judges confuses the horses with all the

noise and there is objectivity after all?

NEGATIV

Make up

Make up for horses? Seriously? One can also exaggerate. The heavily

clipped horses were (in the best case) rubbed with oil and glittered

even in the dark. Now that's really not my thing.

Violence

I really get around a lot. But I have never seen a riding event in

which violence against the horse is as present as in the show business.

This, exactly where, paradoxically, no real heavy performance

is required of the horse, which the animal rights activists

always find wrong. Threatening and beating with a raised whip by

the handlers in the direction of the horse's head is common, but no

judge or the existing steward (who is active to protect the judges)

opposes this.

The violence against the horse is omnipresent and can be read

with panic in the eyes of the horses. The rapid change between


Schauen

Geschminkt und rasiert - das gehört bei den Arabern dazu. Die stark

geschorenen Pferde waren (im besten Fall) mit Öl eingerieben und

glänzten auch im Dunkeln.

Ich sehe viele stark dressierte Pferde, die auf ein Zeichen hin bestimmte

Handlungen ausführen, um sich den Richtern optimal zu

präsentieren. Auch einstudierte Kunststückchen, die nach wilder

Gegenwehr aussehen sollen und dennoch stark choreographiert

sind.

Ich denke mehrfach daran, dass diese Pferde zwar von ihren Besitzern

königlich behandelt werden, weil sie einen hohen Geldwert

haben, dennoch ist die Verbundenheit zu ihnen nur oberflächlich.

POSITIV

Der Tanz

Die Choreografie in der Vorführung der Pferde war zum Teil bemerkenswert

gut. Der Tanz mit dem Pferd, auch vereinzeltes Loben und

Streicheln der Pferde findet statt. Ich sehe die Behauptung bestätigt,

dass Araberpferde dem Menschen zugewandt sind, denn sonst

würde hier mehr Gegenwehr stattfinden. Jedes Tänzeln und Steigen

ist stark choreografiert und einstudiert, hier ist nichts wild, was einen

wilden Anschein erweckt. Das Tänzeln an der Hand, das Provozieren

der Gegenwehr, Steigen – alles auf Geheiß des Vorführers

und selten vom Pferd ausgehend.

Aber dennoch gibt es auch gute Beispiele von Vorführern, die ihr

Werk verstehen. Die ihr Pferd mit kleinsten Gesten und Einladungen

schicken und aufnehmen, mit ihm einen Tanz aufführen, der klaren

Regeln folgt. Sowie Pferden, die den Takt zur Musik finden und ihren

Auftritt genießen. Auch Pferde, die sich aktiv durch den Körper bewegen,

sind zugegen.

Die Bewegungen

Gewonnen wird nicht in der Bewegung. Oder zumindest sind die

Einzelnoten für Kopf und Körper gemeinsam höher gewichtet als

die Bewegungsqualität. Für die Vergabe der Bewegungsnote habe

ich offenbar auch andere Ansichten als die Richter.

Das, was im Warmblutsektor gemeinhin als Takt betitelt wird, sieht

man wenig ausgeprägt. Er verliert sich in der Aufregung und das ist

vermutlich auch dem festen Rücken geschuldet. Die meisten Pferde

treten ungebremst und wenig gelenkschonend in den Boden, bei

höchster Anspannung von Gliedmaßen und Rücken. Kadenz wird

ebenfalls kaum entwickelt, es geht um schnelle und effiziente Bewegungen

mehr als um den maximal ausgreifenden Bewegungsablauf.

Aber es bietet sich in den Top-Platzierungen insgesamt ein uneinheitliches

Bild. Die Pferde haben zum Teil einen sehr flachen, aber

dynamischen Bewegungsablauf, zum Teil aber auch eine raumgreifende

und mehr über das „Knie“ getragene Aktion. Was genau bevorzugt

wird, hat sich mir nicht immer erschlossen.

relaxation and tension that these horses perform is remarkable.

They know exactly when there is a break and can be dozed and

when not.

I see a lot of well-trained horses who perform certain actions at a

sign in order to present themselves optimally to the judges. Also

rehearsed tricks that should look like wild resistance but are still

strongly choreographed.

I think several times that these horses are treated like royalty by

their owners because they have a high monetary value, but the

attachment to them is only superficial.

POSITIV

The dance

The choreography in the performance of the horses was remarkably

good in some cases. The dance with the horse, also occasional

praise and petting of the horses takes place. I can confirm the

claim that Arabian horses have a very friendly approach to humans,

otherwise there would be more resistance here. Every prancing

and rearing is heavily choreographed and rehearsed, there is

nothing wild here even if it gives a wild appearance. Prancing at

the hand, provoking the resistance, rearing - all at the behest of

the handler and rarely starting from the horse.

You don't win with movements as the individual scores for head and

body are weighted together higher than the quality of movement.

But there are still good examples of handlers who understand their

work. Who send and take back their horse with the smallest of gestures

and invitations, perform a dance with it that follows clear

rules. As well as horses that find the rhythm to music and enjoy

their performance. Horses that are actively moving through the

body are also present.

Movements

You don't win with movements. Or at least the individual scores

for head and body are weighted together higher than the quality

of movement. I apparently have different opinions than the judges

when it comes to assigning the movement scores.

What is commonly referred to as a beat in the warmblood sector

is not very pronounced. The horse gets lost in the excitement and

that is probably due to his firm back. Most horses step into the

ground without a break, which is not very easy on the joints and

causes extreme tension on the limbs and back. Cadence is also

rarely developed, fast and efficient movements are more required

than any far reaching, ground covering movements.

But overall there is a mixed picture in the top rankings. Some of

the horses have a very flat but dynamic sequence of movements,

others have some ground covering action that is carried more over

an active “knee”. What exactly is preferred was not always clear to

me.

52

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Die Belastbarkeit

Eine weitere Sache ist mir aufgefallen, nämlich die gute Bodenhaftung

der Pferde. Man sieht kaum ein Ausrutschen oder Grätschen.

Ich wundere mich bei den engen Zirkeln im vollen Tempo über so

wenige Unfälle. Die Araber haben auch bei enormer Schräglage

(Optik „Motorrad in der Kurve“) viel Kernstabilität und sind gut auf

den Beinen. Dies mag im Vergleich zum Warmblut durch den geringeren

Hebel der kürzeren Beine begründet sein. Die meisten Pferde

sind nur vorne beschlagen.

Da es keine klassische Pflastermusterung gibt, ist die Korrektheit der

Pferde (zumal auf die Distanz der großen Halle) nicht ganz leicht zu

beurteilen. Aber es fällt die hohe Trockenheit von Beinen und Gelenken

auf. Es gibt, von der Konstruktion abgesehen, kaum wirklich

sichtbare Mängel, nur ein älteres Pferd mit Piephacken entdecke ich.

Resilience

Another thing I noticed was that the horses had good grip. You

hardly see any slipping or sticking out. I wonder at so few accidents

in the tight circles at full speed. The Arabs have a lot of stability

even when they show an enormous inclination (optics "motorcycle

in the curve") and are good on their feet. Compared to warmblood

horses, this may be due to the lower leverage of the shorter legs.

Most horses are only shoed in the front.

Since there is no classic assessment on firm ground, the correctness

of the horses (especially given the distance from the large

hall) is not easy to assess. But you notice the high dryness of the

legs and joints. Apart from the construction, there are hardly any

visible defects, I only discover an older horse with capped hocks.

Measured against the expected housing conditions without a lot

of free running, I find this unusual. Is this due to pre-selection

because it is undesirable in competition or is it due to the hardness

of the horses?

It is also interesting to note that on a national level I have seen

more horses with obvious too long pastern and other defects than

at the World Championships. A certain physical hardness seems to

be favoured at this level, at least that's my impression.

Schauen

Trotz Schräglage keine Unfälle dank guter Bodenhaftung - das beeindruckt

im Warmblutlager.

Gemessen an den zu erwartenden Haltungsbedingungen ohne viel

Freilauf empfinde ich das als ungewöhnlich. Ist das Vorselektion,

weil es im Wettkampf unerwünscht ist, oder auf die Härte der Pferde

zurückzuführen?

Interessant auch die Notiz, dass ich auf nationalem Niveau mehr

Pferde mit offensichtlicher Durchtrittigkeit und anderen Mängeln

gesehen habe als bei der Weltmeisterschaft. Eine gewisse körperliche

Härte scheint also auf diesem Niveau favorisiert zu werden, so

jedenfalls mein Eindruck.

Mein Fazit

Auch wenn mein Bericht sich sehr kritisch liest, bin ich froh, mir diesen

Live-Eindruck verschafft zu haben. Es ist eine eigene Welt. Es

zeigten sich mir wunderschöne Pferde, in tollem Ambiente gekonnt

in Szene gesetzt. Ich war beeindruckt von der tänzerischen Präsentation

der Pferde durch die weltbesten Vorführer sowie deren Gefühl

für die perfekte Inszenierung der Stärken des Pferdes. Daneben

gab es leider auch viele ambivalente Eindrücke, denn der Tierschutz

dürfte sich in dieser Disziplin ruhig präsenter zeigen.

Das Label Schaupferd ist vielen Reitern und Züchtern im Warmblutbereich

zuwider. Ich habe dennoch viele Parallelen zu unserem

Sport entdecken können. Vielleicht ist die Schauszene einfach nur

ehrlicher in der Außendarstellung?

Iris Wenzel

The hard stand is not only cruel for its questionable training methods,

but also meaningless for its artificial positioning of the head and lengthening

of the neck....

Conclusion

Even though my report reads very critically, I'm glad that I got this

live impression. It is a separate world. It showed me beautiful horses

in a great atmosphere. I was impressed by the dancing presentation

of the horses by the world's best handlers, as well as their

feeling for the perfect staging of the horse's strengths. In addition,

there were unfortunately also many ambivalent impressions,

because animal welfare should be more present in this discipline.

The 'show horse' label is repugnant to many riders and breeders in

the warmblood world. However, I was able to discover many parallels

to our sport. Maybe the show scene is just more honest in its

external image?

Iris Wenzel

Die Autorin Iris Wenzel ist Warmblutzüchterin, mit Schwerpunkt

Springpferde. Sie ist dem "Blutpferd" zugeneigt und verwendet

gerne auch Englisches Vollblut in ihrer Zucht.

Auf ihrem "Hippothesen Blog" fasst sie ihre Ideen und Inspirationen

für neue Ansätze in Sport und Zucht in Worte. Einige der

Themen sind auch für die Freunde des arabischen Pferdes

von Interesse!

https://blog.hippothesen.de/inhaltsuebersicht/

1/2020 - www.in-the-focus.com

53

The author Iris Wenzel is a warmblood breeder with a focus on

show jumpers. She is inclined to the "blood horse" and likes to

use English Thoroughbreds in her breeding.

On her 'Hippotheses Blog' she puts her ideas and inspirations for

new approaches in sport and breeding into words. Some of the

topics are also of interest for the friends of the Arabian horse

(in German only)!

https://blog.hippothesen.de/inhaltsuebersicht/


Zum 34. Geburtstag

Happy Birthday

GerSemi (Gharo / Kiliema) *1986 geritten von Christian

Taubner auf einem der vielen Distanzritte, die

das Paar zusammen absolviert hat.

Foto: Carmen Mitschke

Happy

GerSemi

Birthday

GerSemi kam 1986 als Tochter von Gharo und

Kiliena im Weserbergland auf die Welt. In ihrem

Blut fließt alles, was damals so in einem

Araber zu haben war: Gharib aus El Zahraa,

Euben aus Janow Podlaski, Kilimandscharo

aus Tersk und Nazir aus Deutschland.

Der Züchter von GerSemi gab seinerzeit die

Araberzucht auf und die junge Stute landete

als Fohlen bei der Buchautorin Christiane

Gohl, die damals leidenschaftlich Isländer

geritten ist. Sie gab der Araberstute GerSemi

auch den isländischen Namen. Christiane hat

viel Arbeit in das junge Pferd gesteckt, aber es

war nur schwer erziehbar. Sie schrieb ein Buch,

zu dem GerSemi sie inspiriert hat: "Alisha,

die sechste Stute." Das Buch rankt sich um die

Legende von den fünf gehorsamen Stuten

des Propheten Mohammed, die angeblich die

Araberzucht begründeten. Christiane Gohl

kam nach der Bekanntschaft mit GerSemi zu

der Überzeugung, dass es noch eine sechste

Lieblingsstute des Propheten gab, die nicht

gehorchte, sondern das (Über-)leben ihres

Fohlens für wichtiger erachtete. Aus dieser

Linie musste wohl GerSemi abstammen.

Wie gesagt, die Erziehung von GerSemi war

mühsam und so kam sie zur Ausbildung an

den jungen Peter Kreinberg. Der gab nach

drei Monaten das Pferd zurück mit den Worten:

„Das ist ein gutes Pferd, wenn es täglich

120 km laufen kann.“ Damit war bei Christiane

der Entschluss gefallen, GerSemi an einen

Distanzreiter zu verkaufen.

Den Distanzreiter Christian Taubner fand

Christiane auf einem Distanzritt. Sie ritt einen

ihrer Isländer und Christian einen Haflinger.

Beiden war klar, dass das nicht die idealen

Distanzpferde waren. So kam die vierjährige

Stute in den Besitz von Christian Taubner, der

damals schon viel auf Distanzritten unterwegs

war und mit GerSemi das Pferd seines

Lebens bekam.

GerSemi war sehr temperamentvoll und

nicht einfach zu reiten. Trotzdem wagte

Christian sich 1992 auf den ersten Distanzritt

mit ihr in Eisborn. Und siehe da, sie ließ sich

zwar anfangs nicht untersuchen, aber das

Laufen auf weiten Strecken war ganz nach

ihrem Geschmack. Von da an war die Karriere

von GerSemi bestimmt.

GerSemi lief mit Christian über 5.000 km Distanzritte

in zehn Jahren. Etlichen Siegen auf

der mittleren Strecke und mehrfachen Landesmeisterschaften

folgten 15 Siege auf der

langen Strecke zwischen 80 und 160 km und

ein 10. Platz bei der Deutschen Meisterschaft.

1998 wurde ihr Sohn Shakur von Al Azim geboren,

der heute noch mit GerSemi gemeinsam

im Offenstall und auf der Weide lebt und

regelmäßig von Christian geritten wird. 2006

bekam sie das Stutfohlen Semawi von Waranio.

Semawi wurde das Lieblingspferd von

Daniela Cappel, die mit ihr auch schon etliche

Distanzritte erfolgreich geritten ist.

GerSemi wird dieses Jahr 34. Sie erfreut sich

bester Gesundheit, wird immer noch regelmäßig

rossig und ist das liebste Pferd der

Welt. Es sei denn, eine rangniedere Stute nähert

sich ihr, aber ihre Weidegenossen kennen

sie ja schon lang genug und wissen mit

ihr umzugehen.

Christian Taubner

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Über die Regenbogenbrücke...

Over the Rainbowbridge...

Foto: G. Waiditschka

Zagrobla 1994–2019

Am 8. Dezember starb die Stute Zagrobla (Monogramm

/ Zguba) im Alter von 25 Jahren in

ihrem Heimatgestüt Michalow. Sie war eine

der "legendären Drei", Kwestura, Fallada und

Zagrobla, die drei Monogramm-Töchter, die

für Michalow alle wichtigen Championate gewonnen

haben und den Ruhm des Gestüts zu

neuen Höhen brachten.

Sie hat alle wichtigen Titel gewonnen: All Nations

Cup, Welt-Championat und zweimal

wurde sie Reserve-Europa-Championesse. Daneben

wurde sie US National und Scottsdale

Reserve Champion. 2018 erhielt sie für ihre

außergewöhnlichen Erfolge im Schauring die

WAHO-Trophy verliehen.

Aber sie war nicht nur im Schauring erfolgreich,

sie hat auch ihre eigene Dynastie gegründet,

die in Michalow weiterlebt. -gw-

On December 8, the mare Zagrobla (Monogramm

/ Zguba) died at the age of 25 in her

home stud Michalow. She was one of the

"legendary three", Kwestura, Fallada and

Zagrobla, the three Monogramm daughters

who won all important championships

for Michalow and brought the stud's fame

to new heights.

She has won all important titles: All Nations

Cup, World Championship and twice

she she was Reserve European Champion.

In addition, she was US National and

Scottsdale Reserve Champion. In 2018 she

received the WAHO Trophy for her extraordinary

success in the show ring.

But she was not only successful in the show

ring, she also founded her own dynasty

that lives on in Michalow.

-gw-

Über Shows den Regenbogen

Der WAHO-Trophy-Gewinner 2008 aus Österreich,

Padrons Khen Saabi, starb am 10. Januar.

Er war einer der erfolgreichsten Dressur-Araber,

und holte sich neben vielen Siegen

und Platzierungen in der Dressur bis

Klasse S auch viermal den Österreichischen

Meistertitel und zweimal war er Vize-Europameister

in der Dressur.

Seine züchterische Karriere beinhaltete die

Anerkennung für alle Arabischen Rassegruppen

sowie als Veredlerhengst für die Warmblutzucht.

Seine Tochter Khen Saabis Nashita

fühlte sich im Springparcours zuhause, war

hier Österreichische Meisterin und errang

drei Bronzemedaillen am Europa-Championat.

Viele seiner Nachkommen, auch aus dem

Kleinpferde- und Ponybereich, bewiesen ihr

Talent vor allem unter dem Sattel.

Padrons Khen Saabi 1995–2020

Austria's 2008 WAHO Trophy winner Padrons

Khen Saabi died on January 10th. He

was one of the most successful dressage

Arabians and, in addition to many victories

and placements in dressage up to advanced

level, also won the Austrian championship

four times and twice he was vice-European

champion in dressage.

His breeding career included the licensing

for all Arabian breeds, as well as for warm

blood breeding. His daughter Khen Saabis

Nashita felt at home in the show jumping

course and was Austrian champion in this

discipline, where she won three bronze medals

at the European Championship. Many

of his offspring, also from various pony

breeds, demonstrated their talent especially

under the saddle.

NK Hafid Jamil 1996–2020

Die Ägypter-Züchter trauern um den Hengst

NK Hafid Jamil, der im Alter von 24 Jahren

starb. Gezogen von Dr. Hans-Joachim Nagel

stellte er für viele das Ideal des "Ägypters"

dar, insbesondere verkörperte er den "Nagel-Look"

in besonderem Maße. Und er hat

auch die Zucht in besonderem Maße beeinflußt,

sind doch allein in Deutschland rund

120 Fohlen von ihm registriert.

NK Hafid Jamil hat zahlreiche Zuchten nachhaltig

beeinflußt, kaum einer, der sich seinem

Charme, seinem "Look" hätte entziehen können.

Sein bekanntester Sohn in Deutschland

dürfte DF Malik Jamil im Gestüt Birkhof sein,

der seinerseits über 100 Fohlen in Deutschland

hinterließ. Im Gestüt Katharinenhof von

Dr. Nagel sind die NK-Hafid-Jamil-Söhne NK

Kamar El Dine und NK Nadeer aktiv. -gw-

4/2019 1/2020 - www.in-the-focus.com

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Foto: P. Berlenbach

The breeders of Straight-Egyptians mourn

the stallion NK Hafid Jamil, who died at the

age of 24. Bred by Dr. Hans-Joachim Nagel,

he represented the ideal of the "Egyptian" for

many, in particular he embodied the "Nagel-

look" to a very high degree. And he also

influenced breeding in an enormous way, as

he registered around 120 foals in Germany

alone.

NK Hafid Jamil has had a lasting influence

on numerous studs, hardly anyone who

could have escaped his charm, his "look". His

most famous son in Germany is probably DF

Malik Jamil at the Birkhof stud, who in turn

left over 100 foals in Germany. At the Katharinenhof

stud of Dr. Nagel are the NK Hafid

Jamil sons NK Kamar El Dine and NK Nadeer

active.

-gw-


FN-Ranglisten-Statistik 2019

Die

Besten

ihrer

Sport

Art

Auch wenn es nur ein

"kleines Häufchen" an

arabischen Sportpferden

ist, die aktiv in Dressur,

Springen und Vielseitigkeit

unterwegs sind, so wollen

wir doch wie jedes Jahr die

Besten ihrer Art hervorheben

und vorstellen. Und

auch dieses Jahr haben

die Vollblutaraber die

Shagya-Araber und Anglo-Araber

geschlagen!

Haifi El Sorrento unter Susanne Hoyler.

alle Fotos: G. Waiditschka

Zwanzig Volllbutaraber haben in der

Turniersaison 2019 Ranglistenpunkte

(RLP) sammeln können. Auch Auslandsstarts,

beispielsweise an der Europa-Meisterschaft

in Wiener Neustadt/AT

schlagen sich in dieser Statistik nieder, da die

FN dieses Turnier anerkennt. Nicht erfasst

von dieser Statistik sind Pferde, die zwar gestartet

sind, aber weder ins Preisgeld kamen,

noch einen RLP für ihre Leistung erhielten.

Wir dürfen also davon ausgehen, dass die

tatsächliche Anzahl der "Turnier-Araber" etwas

höher liegt - viele sind es aber trotzdem

nicht! Die überwiegende Mehrheit dieser

Pferde-Reiter-Paare, nämlich 13, bewegen

sich auf E- und A-Niveau, fünf auf L/M-Niveau

und zwei davon sind bis Kl. S vorgestoßen.

Die Vollblutaraber

Nach wie vor ist die Dressur die beliebteste

Disziplin bei den Vollblutarabern. Dabei eignet

sich dieser auch für den Springsport - zumindest

bis Kl. L. Aber wie so oft ist hier das

Pferd oftmals vielseitiger veranlagt, als es die

Reiter sind. Von den 20 Vollblutarabern sind

also 14 in der Dressur zu finden, sechs auch

oder ausschließlich im Springsport, und nur

drei gehen auch ab und zu einen Geländeritt.

Mit großem Vorsprung lag 2019 wieder Haifi

El Sorrento (BS Specific / Haifi Dinjah) *2005

unter Susanne Hoyler an der Spitze unserer

Tabelle. Rund die Hälfte seiner RLP hat er sich

an der Europa-Meisterschaft "erritten", einen

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020

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TOP TEN der Vollbllutaraber - nach FN-Ranglistenpunkte 2019

Name geb. G Abstammung Reiter Dressur Springen Vielseitig-

keit

1 Haifi El Sorrento 2005 W

BS Specific /

Haifi Dinjah

Hoyler,

Susanne

2 MS Madrass 2005 W Kamerton / Marenah Giese,

Susanne

3 Mosri Al Dahab 2004 H Dahab / Mosila

Dorn,

Emma

4 Al Ashar 2005 H Ashur

Schlichte,

Neele

5 Malik Ibn Prognoz 2005 W Prognoz / Juvara

Holze,

Janine

6 Mardschem 2007 H Dschehim / Marja

Semler,

Pia

7 Angel Elegantkah 2005 S Amurath Muntahi /

Bijl,

Cindy

8 VK Mahal Nazar 2002 H

Magnum El Assuad /

Zacharie LSC

9 Maschatka 2000 S Dinar / Majmakala

10 Nuri 2001 W PA Noel / Nayla III

Fürst,

Manuela

Zell,

Lina-Nikita

Cordes-

Sch., Finja

Fahren

Gesamt

RLP

JGS

LGS

1248 1248 513,00 € 2.262,00 €

647 647 65,00 € 1.002,00 €

299 299 176,00 € 399,00 €

10 135 1 146 484,00 € 2.203,00 €

135 135 211,00 € 737,00 €

54 54 70,00 € 171,00 €

49 49 39,00 € 57,00 €

31 31 119,00 € 268,00 €

27 27 32,00 € 32,00 €

22 2 24 81,00 € 116,00 €

Sport

anderen Großteil in Aachen. Der Wallach ist

jetzt 15-jährig, dreijährig begann seine Ausbildung.

Neben der Grundausbildung hat

er auch in andere Disziplinen "schnuppern"

dürfen - Distanz und Springen, letzteres war

aber nicht sein Ding. Überhaupt war "Sori"

eher ein Hasenfuß, mit der weiteren Ausbildung

aber stieg auch sein Selbstvertrauen.

Eine vernünftige reiterliche Ausbildung formt

also nicht nur den Körper, sondern auch den

"Geist"!

Seit der Turniersaison 2014 erstellen wir diese

Ranglisten, und seither ist Haifi El Sorrento in

der TOP TEN zu finden. War er 2014 noch auf

Platz 7, hatte er es 2015 schon an die Spitze

geschafft, wo er auch 2016 und 2017 blieb.

Lediglich das "Pechjahr" 2018 warf ihn auf

den zweiten Platz zurück, und nun ist er auch

2019 wieder souverän an der Spitze. Aber natürlich

geht auch ein gebührender Anteil an

dieser Erfolgsserie auf das Konto seiner Ausbilderin

und Reiterin Susanne Hoyler.

Auf Platz 2 landete MS Madrass (Kamerton

/ Marenah) *2005 unter Susanne Giese, die

zwar "nur" die Hälfte der Punkte von Haifi

El Sorrento erreichten, aber mit 647 Punkten

dennoch auch dieses Jahr die Goldene

Sportpferdeplakette verdient haben, für die

400 RLP erreicht werden müssen. Madrass

war mit seiner Reiterin und Besitzerin in

Wiener Neustadt dabei, von wo er die Silbermedaille

in der Dressur mit nach Hause

brachte, und in Lage-Hörste. Er geht wie

Haifi El Sorrento auf Niveau M/S. Auch er ist

seit Anbeginn unserer Ranglisten-Statistik

mit dabei, lediglich die Turniersaison 2015

fiel für die beiden aus. Ansonsten rangierte

er auf Platz 3 bis 1.

Auf Platz 3 lag wie im Vorjahr der VZAP-Körungssieger

von 2016, Mosri Al Dahab

(Dahab / Mosila), *2004 im Besitz von Renate

Faustmann und geritten von der 17-jährigen

Emma Dorn. Auch er war auf dem Europa-Championat

vertreten, aber auch auf regionalen

Turnieren und natürlich in Aachen.

Insgesamt sind die beiden auf L/M-Niveau

unterwegs und haben mit ihren Turniererfolgen

die HLP-Turnierprüfung bestanden (s.

Seite 36). Der Hengst ist seit 2017 in der TOP-

TEN-Wertung vertreten, anfänglich noch mit

Mutter Katharina Dorn im Sattel.

Auf Platz 4 dann der erste "Springer": Al

Ashar (Ashur / Aswana V) *2005 hat mit seiner

jungen Reiterin Neele Schlichte sichtlich

Spaß an dieser Disziplin! Und das Paar ist

eines von dreien, die auch einmal einen Geländeritt

in Angriff nehmen. Dass die beiden

1/2020 - www.in-the-focus.com

TOP TEN der Shagya-Araber - nach FN-Ranglistenpunkte 2019

Name geb. G Abstammung Reiter Dressur Springen Vielseitig-

keit

1 Santiago 2009 W Samurai / Mamaia

2

Bahrain v.

Ludwigsburg

2009 H Bazar / Smaragd L

Bauer,

Maren

Seehricht,

Ina Charl.

3 Roxana 2005 S Occident / Rahwina Seehricht,

Ina Charl.

4 Sahib El Sheney 2007 W Monsun /

Beka's Sheney

5 O'Hara 2011 S Brokat / Obeya

6 Saga 2011 S Salazar / Scheria

7 Halik 2012 W Lenkoran /

Halisha Bint Sheikh

8 Besym 2012 W Batya / ??

9 Massimo 2011 W

10 Saladin 2004 W

Mersuch XIX-68 /

Tigra

Pamour ox /

Santana II

Dege,

Lena

Placke,

Mareike

Al-Wawi,

Nayla

Herz,

Julius

Medler,

Ottokar

Stepien,

Jacqueline

Placke,

Mareike

57

Fahren

Gesamt

RLP

JGS

LGS

133 3 136 375,00 € 1.112,00 €

127 127 239,00 € 441,00 €

78 78 165,00 € 1.908,00 €

69 69 239,00 € 249,00 €

6 56 62 122,00 € 168,00 €

43 43 128,00 € 128,00 €

10 8 20 38 110,00 € 308,00 €

27 27 32,00 € 32,00 €

26 26 66,00 € 99,00 €

9 8 17 60,00 € 463,00 €


Sport

Auf Platz 2 landete MS Madrass unter Susanne Giese.

Auf Platz 3 lag wie im Vorjahr Mosri Al Dahab unter Emma Dorn.

insgesamt "nur" auf Platz 4 landeten, hat

auch mit dem Punktesystem zu tun, denn

es ist für einen Araber leichter in der Dressur

als im Springen Punkte zu "verdienen":

Wenn die besten VA in der Dressur Klasse

S erreichen, dann erreichen die besten im

Springen eben nur Kl. M, was sich in den RLP

niederschlägt. In den vergangenen Jahren -

mit Ausnahme 2017 - war Al Ashar regelmäßig

in der TOP TEN vertreten.

Auf Platz 5 wieder ein Dressurpferd: Malik

Ibn Prognoz (Prognoz / Juvara) *2005 unter

Janine Hölze. Das Paar schaffte es mit fünf

Starts und fünf Plazierungen auf Niveau L/M

in Aachen, sich in der TOP TEN so gut zu

plazieren. Insgesamt darf man sagen, dass

sich die beiden über die Jahre kontinuierlich

verbessert haben und sich in der Tabelle verdientermaßen

nach vorne arbeiten konnten.

Die Shagya- und Anglo-Araber

Insgesamt hatten 12 Shagya-Araber einen

oder mehr Ranglistenpunkte und sind somit

in unserer Statistik aufgetaucht. Im Jahr

zuvor waren es noch 20. Die Gründe hierfür

sind mannigfaltig: der eine oder andere

mag aus Altersgründen ausgeschieden sein,

so ist Santhos, Jahrgang 1994, dieses Mal

nicht mehr dabei. Und die Stute Orsha, die

die letzten Jahre aktiv dabei war, hat uns leider

über die Regenbogenbrücke verlassen.

Bei einer so kleinen Gruppe wird jedes Pferd

schmerzlich vermisst. Wichtig wäre nun,

dass Nachwuchspferde mitmachen, aber

die Jüngsten in der Statistik sind auch schon

7 Jahre alt.

Auffallend bei den Shagya-Arabern ist, dass

hier die Mehrzahl im Springsport aktiv ist,

das Bild sich also genau gegenteilig zu den

Vollblutarabern darstellt: Von den 12 Pferden

gehen neun im Springsport, nur fünf

auch oder ausschließlich im Dressursport,

zwei in der Vielseitigkeit / Geländeprüfungen

und immerhin einer geht im Fahrsport!

Die drei besten Pferde aus 2018 sind auch

wieder auf den Plätzen 1 bis 3 im letzten

Jahr zu finden - lediglich in einer anderen

Reihenfolge. Dennoch unterstreicht dies

ihre Qualität und ihre konstante Leistung.

Bei den Anlgo-Arabern gab es 17 aktive

Sportpferde, darunter mit weitem Vorsprung

Haskar del Chapulin AA aus der

Zucht von Heliodoro Ramos-Arzate, der

unter seiner Reiterin Sandra Simon in Frankreich

CCI* und CCI** geht.

Die weiteren Aktivitäten der einzelnen Pferde

kann jeder aus den nebenstehenden Tabellen

ersehen.

G. Waiditschka

1

TOP TEN der Anglo-Araber - nach FN-Ranglistenpunkte 2019

Name geb. G Abstammung Reiter Dressur Springen Vielseitig-

keit

Haskar del Chapulin

AA

2 Magistral AA 2011 H

3 Waikiki AA 2013 S

4 Jumeaux RH AA 2007 H

5

Farshad ibn

Fandsy

2005 H Askar AA / Pedra ox Simon,

Sandra

Rock'n Roll Animal / Penndorf,

Outsuzy de la Tour Sandra

2011 W

Bakhira AA /

Wenja AA

Don-Caster AA /

Oceania AA

Fandsy AA /

Hadjara AA

6 Escobar AA 29 2008 H Neesahn x /

El Haifi Bijou AA

7 Harfe AA 2010 S

8 Ismael AA 2011 H

9 Taurina AA 2006 S

10 Hera AA 248 2005 S

Hermes D'Authieux

AA / Halla AA

Marek AA /

Inka IV x

Tuti Fruti AA /

Salina AA

Heraldik xx /

Sinai

Lüthje,

Annika

Lux,

Anja

Böhm,

Cornelia

Schröder,

Lisa

Grunewald,

C.

Marquardt,

J.

Hagen,

Paul

Obermaier,

Jakob

Fahren

Gesamt

RLP

JGS

LGS

245 245 700,00 € 2.656,00 €

12 71 74 157 469,00 € 768,00 €

2 97 99 328,00 € 328,00 €

5 90 95 127,00 € 982,00 €

58 58 181,00 € 360,00 €

13 11 30 54 214,00 € 721,00 €

51 51 103,00 € 580,00 €

5 38 43 128,00 € 128,00 €

18 18 62,00 € 93,00 €

8 8 23,00 € 1.491,00 €

58

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


History

Sport




1 - Auf Platz 4 der erste "Springer": Al Ashar

(Ashur / Aswana V) *2005 unter seiner

jungen Reiterin Neele Schlichte.

2 - Auf Platz 5 wieder ein Dressurpferd: Malik

Ibn Prognoz (Prognoz / Juvara) *2005 unter

Janine Hölze.

3 - Gleich zwei Pferde in der Top Ten hatte

Ina-Charlotte Seehricht, zum einen mit

Roxana (ShA) (Occident / Rahwina) ...

4 - ... zum anderen mit Bahrain von Ludwigsburg

(Bazar / Smaragd L).

5 - Mit Abstand bester Anglo-Araber ist Haskar

del Chapulin (Askar AA / Pedra ox) unter

Sandra Simon, die auch in der internatio-


nalen Vielsieitigkeit starten. (Foto: privat)

4/2019 1/2020 - www.in-the-focus.com

59


Araber im Westernsport

Ja, wo

reiten

sie denn?

Sport

CH Silverlight (Azjaa / Silver Riole) *2004

mit Verena Böckle im Sattel.

Foto: Gudrun Waiditschka

60

Nur weil man nichts von den Western-

Arabern in Deutschland hört und sieht,

heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.

Vielmehr "blühen" sie im Verborgenen.

Wir haben etwas gegraben - und siehe

da - es gibt in etwa gleich viel Vollblutaraber

im Westernsport wie im klassischen

FN-Sport!

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Leider ist der Westernsport nicht so recherchefreundlich

organisiert wie die

klassischen Disziplinen in der FN, d. h.

man kann nicht auf eine Website gehen und

sich in der Turnierdatenbank die einzelnen

reiterlichen Erfolge anschauen. Das Problem

beginnt schon damit, dass es in Deutschland

zwei Verbände gibt, auf deren Veranstaltungen

Arabische Pferde starten können: die Erste

Westernreiter Union Deutschland (EWU)

und die National Reining Horse Association

(NRHA).

Die EWU veranstaltet mittels ihren Landesverbänden

rund 250 Turniere jährlich mit 42.000

Starts. Die Reiter sind in Leistungsklassen eingeteilt

von Leistungsklassen 5 (Freizeitreiter,

eine Mitgliedschaft ist noch nicht erforderlich)

bis LK 1, d. h. die höchste Leistungsklasse.

Die EWU richtet auch die German Open

aus, d. h. die Deutsche Meisterschaft.

Für die Disziplin Reining gibt es zusätzlich die

NRHA Germany, die hauptsächlich für Reiter

mit ernsten Turnierambitionen da ist. Die

NRHA Germany richtet das Bundeschampionat

Reining aus. Die Disziplin Reining wurde

außerdem 2002 vom Weltreiterverband FEI in

die Liste der offiziellen FEI Disziplinen aufgenommen.

Und dann gibt es noch die German Arabian

Westernhorse Association (GAWA), einen Verein,

in dem die Araberliebhaber unter den

Westernreitern sich zusammengeschlossen

haben, um Kurse und Seminare zu veranstalten

etc.

Auf der Suche nach Western-Arabern haben

wir die Ergebnisse der ca. 250 EWU-Turniere

durchforstet. Dies ist natürlich nur dann zuverlässig,

wenn auch die Rassebezeichnungen

stimmen. Insgesamt fanden wir 29 Vollblutaraber

und vier Shagya-Araber unter den

Westernpferden. Von den 29 Vollblutarabern

sind drei im LK 1 (höchste Leistungsklasse),

zwei im LK 2 und vier in LK 3 unterwegs, wobei

bemerkt werden muß, dass sich die LK's

auf die Reiter beziehen, nicht direkt auf die

Pferde. Dennoch denke ich, spiegelt es auch

das Ausbildungsnivau des Pferdes wider. Der

große Rest verteilt sich auf LK 4 (Einsteiger)

und LK 5 (Freizeitreiter).

Was die Disziplinen anbelangt, so ist Western

Horsemanship mit 24 Paaren am beliebtesten,

gefolgt von Ranch Riding (16), Trail (16)

und Pleasure (15). In der Reining sind nur 3

unterwegs, wobei hier die Spezialisten sicherlich

(auch) auf NRHA-Turnieren starten.

Die Ergebnisse der NRHA weisen allerdings

keine Rassen aus, so dass diese in der Statistik

fehlen.

Im Vergleich zum klassischen Turniersport

sind im Westernbereich sicherlich genausoviele

Pferde unterwegs, selbst wenn man nur

LK 1 bis LK 4 hinzurechnet, LK 5 (Freizeitreiter)

wären wohl äquivalent zu den Teilnehmern

an WBO-Turnieren der FN, die in den Statistiken

(S. 56ff) nicht enthalten sind.

Gudrun Waiditschka

Sport

1/2020 - www.in-the-focus.com

Aktive Western-Araber Turniersaison 2019 (EWU)

LK Name geb. sex Rasse Pedigree Reiter

1 CH Silverlight 2004 W ox Azjaa / Silver Riole Verena Böckle

1 Nazrat Kossack 2000 W ox Karat / Nazrala Miriam Skambracks

1 Sweet As My Owlman 2013 W ox unbekannt Sabine Lamberts

2 Djbella KB 2003 S ox Grenar / Diona Lynn Troppenz

2 MK Kumari 2009 W ox unbekannt Johanna Heuser

3 Batal 2008 W ox Hakim du Bac / Ramadya Yvonne Habig

3 CG Bakora 2003 S ox Neboskreb / Banka Josephine Mehlis

3 Johnny 2005 W ox unbekannt Michelle Brühl

3 Sang Kajan 1993 W ox unbekannt Vivienne Botter

4 Dahira 2011 S ox Rushamin / Djessy Angie Heißwolf

4 J.S. Miss Miley 2014 S ox unbekannt Jessica Schneyer

4 Karim 2010 W ox unbekannt Phillis Dehne

4 Koco 2014 W SHA Kabu-Khan / Shanel No.11 Lucie Armbrecht

4 LS Nasha 2012 S ox Muranas Jassehr / Bint Najada Noèlle Harnischmacher

4 Ma Amira bint Ayman 2008 S ox unbekannt Selina Maurus

4 Marashi al Ryah 2010 W ox Alba Galano / Mojicar Al Ryah Julia Scheel

4 Skywalker 2005 W ox Saker / Pajala Sabine Seck

4 Zahims Zahira 2007 S ox Zid Ibn El Zahim / India Laetitia Eckmann

5 Askabar 2010 W ox unbekannt Lara Emmely Ehrlich

5 Black Deirdre 2011 S ox Black Astir / Yoruba Danina-Elleni Laege

5 CG Kumpan 2003 W ox Neboskreb / Kuma Lara Goldmann

5 Descarado 2002 W ox unbekannt Simone Falk-Biller

5 Eyal 2008 W ox Emfatyk / Estika Niamh De Giovanni

5 Habiby 2002 W ox unbekannt Josephine Dreiner

5 Hallodri Ibn Hadban 2005 W SHA Hadban XXVII-3 / Nizola Josephine Knoch

5 Komedia 1994 S ox Mirok Monpelou / Kobra Eileen Grille

5 Kuhayla 1996 S SHA unbekannt Caroline Drieselmann

5 Malchathuri 1999 S ox unbekannt Ute Ehrlich

5 Malikha 1991 S ox unbekannt Juliane Schierwagen

5 Nateefa Hafida Bint Sawih 2002 S ox Nuredin / Daraja Marjut Greinus

5 Pandora 1995 S ox Drakon / Pjotra Jutta Hinze

5 Said 2010 W ox unbekannt Karin Hansen-Vincon

5 Tadeus 2004 W SHA Tibor / Obeya Lena Klink

61


ECAHO Annual High Point Horse Award 2019

Geld für den Sport

Sport

Dank einiger finanzkräftiger Sponsoren konnte die ECAHO reiterliche Leistungen

im letzten Jahr mit barer Münze belohnen. Das wichtigste Araberturnier

in Deutschland, das ANC-Turnier in Aachen, war aber leider nicht bei der

ECAHO angemeldet. Damit entgeht den Reitern richtig viel Geld

aus dem Topf des ECAHO Annual High Point Horse Awards!

Seit 2016 vergibt die ECAHO die "High Point

Horse of the Year"-Auszeichnung. Dazu können

Pferde durch ihre Starts bzw. Plazierungen

an ECAHO-anerkannten Turnieren bzw.

Reitklassen über das Jahr hinweg Punkte

sammeln. Erstmals wurden diese Punkte nun

in bare Münze umgerechnet, und die teilnehmenden

Reiter konnten auf diese Weise Beträge

zwischen 40 und 2040 € gewinnen!

Eine Übersicht über die Disziplinen im letzten

Jahr und die Starts, die für den High Point

Award zählen, finden Sie in der nebenstehenden

Tabelle 1.

Die Tabelle zeigt, dass Western Pleasure und

Western Trail zu den beliebtesten Prüfungen

(mit den meisten Starts) in Europa zählen.

Ausgewertet wurden die Ergebnisse der teilnehmenden

Turniere in Österreich, Belgien,

den Niederlanden, Frankreich, Deutschland

(Lage-Hörste), Polen, Schweden und Spanien.

Für 2020 erwartet die ECAHO auch teilnehmende

Veranstaltungen in der Schweiz

und der tschechischen Republik.

Leider nahm das ANC-Turnier in Aachen

nicht an dieser Auswertung teil, weil man

es versäumt hatte, die Veranstaltung bei der

ECAHO (kostenlos!) anzumelden. Sehr schade

für die Reiter – und eine vertane Chance,

den Sport zu fördern.

Im Einzelnen werden auf Antrag bei der

ECAHO die nebenstehenden Preisgelder (Tabelle

2) an die Besitzer der Pferde ausgezahlt;

die Reiter erhalten eine Trophy-Jacke.

Anzahl Starts in den einzelnen Disziplinen

Starts pro Klasse Novice Advanced Master Gesamt

Classic Pleasure 50 3 32 85

Traditional Arabian Riding 21 0 32 53

Dressage 41 15 22 78

Show Jumping 15 5 24 44

Ladies Side Saddle 0 0 14 14

Western Pleasure 27 44 71 142

Reining 5 9 28 42

Trail 50 50 55 155

Gesamt 209 126 278 613

AHPH 20219 - Preisgeld

Name Disziplin Level Punkte Koeff. Gesamt Euro

Al Ashar Springen N 5 1 5 50

Aziz de la Cure Springen M 22 3 66 660

El Trocadero Ladies Sidesaddle M 14 3 42 420

FE‘s Princess Classic Pleasure A 2 2 4 40

Galahad Dressur A 6 2 12 120

GFH Sajala Western Pleasure M 25 3 75 750

GFH Sandhya Trail M 26 4 78 780

Dressur A 6 2 12

Haifi El Sorrento

Trad. Arabian R. M 15 3 45

Classic Pleasure M 30 3 90

2040

Dressur M 19 3 57

Mistra Springen N 5 1 5 50

MM Santana

Western Pleasure N 8 1 8

Western Pleasure A 29 2 58

660

Mosri Al Dahab Trad. Arabian R. M 15 3 45 450

Nain Reining A 4 2 8 80

Ojinegro Qahira Springen A 2 2 4 40

Postar Classic Pleasur N 17 1 17 170

SA Eunina

Trail N 10 1 10

Reining N 5 1 5

150

Salim Dressur N 15 1 15 150

Vadim

Trail N 10 1 10

Trail A 35 2 70

800

Wassim Springen A 2 2 4 40

Zahims Navii Reining M 26 3 78 780

Zloty Medal Trad. Arabian R. N 8 1 8 80

62

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


AHPH 2019 - Novice Winners

Disziplin / Discipline Pferd / Horse Land Reiter / Rider

Trail

(11 Prüfungen, 34 Teilnehmer)

Western Reining

(1 Prüfungen, 4 Teilnehmer)

Traditional Arabian Riding

(5 Prüfungen, 15 Teilnehmer)

Western Pleasure

(8 Prüfungen, 19 Teilnehmer)

Classic Pleasure

(10 Prüfungen, 40 Teilnehmer)

Dressur / Dressage

(12 Prüfungen, 29 Teilnehmer)

Springen /Jumping

(7 Prüfungen, 8 Teilnehmer)

SA EUNINA SE Louise Wale

VADIM AT Brigitte Hirschböck

SA EUNINA SE Louise Wale

ZŁOTY MEDAL PL Marta Jaros

MM SANTANA AT Mario Matt

POSTAR DE

Lisa Marie Heckenbuecker

SALIM AT Stefanie Kastner

AL ASHAR DE Neele Schlichte

MISTRA SE Elin Ekelund Husborn

Vadim unter Brigitte Hirschböck

Sport

AHPH 2019 - Advanced Winners

Disziplin / Discipline Pferd / Horse Land Reiter / Rider

Trail

(6 Prüfungen, 21 Teilnehmer)

VADIM AT Brigitte Hirschböck

Western Reining

(3 Prüfungen, 5 Teilnehmer)

NAIN AT Sebastian Eisler

Western Pleasure

(7 Prüfungen, 24 Teilnehmer)

MM SANTANA AT Mario Matt

Classic Pleasure

(2 event, 3 Teilnehmer)

FE´S PRINCESS AT Simone Auinger

Nain unter Sebastian Eisler

Dressur / Dressage

(5 Prüfungen, 11 Teilnehmer)

Springen / Jumping

(3 Prüfungen, 5 Teilnehmer)

GALAHAD DK Helena Jodie Byrne

HAIFI EL SORRENTO DE Susanne Hoyler

OJINEGRO QAHIRA AT Magdalena Zellhofer

WASSIM SE Rebecka Andersson

Ojinegro Qahira unter Magdalena Zellhofer

AHPH 2019 - Master Winners

Disziplin / Discipline Pferd / Horse Land Reiter / Rider

Trail

(6 Prüfungen, 19 Teilnehmer)

GFH SANDHYA AT André Reitermayr

Western Reining

(3 Prüfungen, 10 Teilnehmer)

ZAHIMS NAVII DE Martin Pauli

Ladies Side Saddle (W&C)

(3 event, 5 Teilnehmer)

EL TROCADERO AT Karin Lenhard

Aziz de la Cure unter Delphine Mauoussin

Traditional Arabian Riding

(3 Prüfungen, 4 Teilnehmer)

Western Pleasure

(6 Prüfungen, 23 Teilnehmer)

Classic Pleasure

(3 Prüfungen, 10 Teilnehmer)

Dressage

(5 Prüfungen, 8 Teilnehmer)

Jumping

(4 event, 9 participant)

1/2020 - www.in-the-focus.com

MOSRI AL DAHAB DE Emma Dorn

HAIFI EL SORRENTO DE Susanne Hoyler

GHF SAJALA AT Susanne Schuh

HAIFI EL SORRENTO DE Susanne Hoyler

HAIFI EL SORRENTO DE Susanne Hoyler

AZIZ DE LA CURE FR Delphine Mauboussin

63

GFH Sandhya unter André Reitermayr


Termine 2020 / Shows & Events 2020

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Virus-Pandemie möchten wir Sie darüber informieren, dass fast alle für April

und Mai geplanten Veranstaltungen abgesagt oder verschoben wurden. Bitte informieren Sie sich direkt beim Organisator, ob

eine Veranstaltung stattfindet oder nicht. Die entsprechenden Hinweise in unserem Terminkalender sind nicht tagesaktuell!

Due to the restrictions caused by the Corona virus pandemic, we would like to inform you that almost all events scheduled for April

and May have been canceled or postponed. Please inquire with the organizer directly whether an event is taking place or not.

The information below is not up to date!

Termine

2.-3. Mai Tulip Cup (B-Show) De Peelbergen / NL

8.-10. Mai Prag Intercup (B-Show) Prag / CZ

22.-24. Mai

Cancelled

Postponed to later in 2020

Austrian International

Championships

Cancelled

Wels / AT

26.-31. Mai Reise ins Gestüt Tersk Gestüt Tersk / RU

Cancelled

www.ecaho.org,

www.tulipcup.com

www.ecaho.org,

www.pragueintercup.cz

www.ecaho.org,

www.vvoe.at

www.in-the-focus.com,

terkonzavod@mail.ru

6.-7. Juni Bruges Arabian Horse Event Bruges / BE www.ecaho.org

7. Juni Tag des Arabischen Pferdes Haupt- und Landg. Marbach / DE www.gestuet-marbach.de

12.-14. Juni Arabische Pferde in Westfalen Lage-Hörste / DE www.ecaho.org

20. Juni

Sheikha Lulua Al Sabah Asil Club

Distanz

Haupt- und Landg. Marbach / DE

www.gestuet-marbach.de

20.-21. Juni Menton Championships Menton / FR www.ecaho.org

4.-5. Juli

Arabian Addiction Show - Riding

- Liberty

Ansbach / DE

www.arabian-addiction.com

11.-12. Juli Tage des arabischen Pferdes Gestüt Ismer / DE www.gestuet-ismer.com

18.-19. Juli Elran Cup (B-Show) Castle Alden Bieseln/ BE www.ecaho.org

23.-26. Juli

25. Juli

Europa-Championat der Sport-

Araber

SLP, Fohlen- und

Stutenprämierung

Wiener Neustadt / AT

Gestüt Camelot, Bad Oldesloe / DE

1.-2. August Kauber Platte Championat Gestüt Kauber Platte, Kaub / DE

www.friends-of-arabiansporthorses.at

www.vzap.org

www.kauber-platte-championat.

de

8.-9. August Egyptian Event Europe Schloß Löwenstein /DE www.ecaho.org

15.-16. August Noble Festival Lochem / NL www.noblefestival.com

15.-23. August Reise nach Tersk Gestüt Tersk / RU www.in-the-focus.com

22.-23. August Araber-Festival Stadl Paura / AT www.araberfestival.at

28.-30. August HLP von ZSAA & VZAP Haupt- und Landg. Marbach / DE www.zsaa.org, www.vzap.org

29.-30. August UKIAHS (A-Show) Addington Manor / GB www.ecaho.org

25.-27. September Nat. Champ. & ANC Aachen / DE www.vzap.org

25.-27. September ANC Reitturnier Aachen / DE www.vzap.org

23.-25. Oktober European Championships Azelhof / BE www.ecaho.org

64

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Last Minute News zur Corona-Krise+++Last Minute News zur Corona-Krise++

Absage ZSAA-Körung

Der ZSAA gibt

bekannt, dass

aufgrund der

Ausgangsbeschränkungen

wegen der

Corona-Pandemie

die am 27.-29. März

geplante Körung abgesagt werden mußte.

Hengste, die die Zulassungsbedingungen

vollständig erfüllt hatten, erhalten eine vorläufige

Eintragung ins HB I, um eine Decksaison

zu ermöglichen. Der ZSAA plant, die

Körung alsbaldig nachholen – ob zentral

oder als dezentrale kleinere Sammel-/Hofkörungen

wird von der Situation abhängig

gemacht werden müssen.

Absage VZAP-MGV

Der VZAP gibt

bekannt,

dass die

für den 18. April

geplante Mitgliederversammlung

auf einen unbekannten

Zeitpunkt

verschoben wird. Derzeit könne niemand

vorhersagen, wie sich die Lage bis Mitte

April entwickeln wird, so daß der Gesamtvorstand

diese Maßnahme vorsichtshalber

ergriffen hat. Der genaue Ersatztermin

für die Mitgliederversammlung wird noch

bekanntgegeben.

FN zu Corona-Virus

Die FN informiert über Auswirkungen

der Corona-Virus-Pandemie auf den

Pferdesport auf ihrer Internetseite

www.pferd-aktuell.de/fn/newsticker

Die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus

(COVID-19) haben auch Folgen für

den Pferdesport. Die Deutsche Reiterliche

Vereinigung (FN) hat auf ihrer Website

Fragen, Antworten und Informationen

zum Coronavirus in Bezug auf den Pferdesport

zusammengestellt. Hier ist zu

beachten, dass sich die Situation um das

Virus sehr dynamisch entwickelt und beinahe

stündlich neu bewertet werden muss.

Links zu den Seiten mit Informationen der

Welt-Gesundheitsorganisation WHO, des

Robert-Koch-Instituts, des Bundesgesundheitsministeriums

und des Deutschen Olympischen

Sportbundes (DOSB), die laufend

aktualisiert werden, finden Sie nachfolgend.

Allgemeine Informationen zum Coronavirus:

Hygienemaßnahmen:

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Hygiene.html

Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts:

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum

Coronavirus: www.rki.de/SharedDocs/FAQ/

NCOV2019/FAQ_Liste.html

Seiten der WHO:

www.who.int/health-topics/coronavirus

Seiten des Bundesgesundheitsministeriums:

www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

FN-Press

Marbach für Besucher

geschlossen

Aus gegebenem Anlass ist das Betreten

der Gestütshöfe und Vorwerke

des Haupt- und Landgestüts Marbach

derzeit nicht möglich. Die Höfe, Stallungen

und Gebäude sind für jeglichen Besucherverkehr

gesperrt. Alle touristischen Aktivitäten

wie Führungen, Kutschfahrten und Aktivitäten

im Julmonds Kinderclub sind bis auf

Weiteres ausgesetzt.

Auch der persönliche Kontakt mit der Gestütsverwaltung

sollte vermieden werden.

Kontakt kann via Telefon, E-Mail oder Post

aufgenommen werden.

Seit Mitte März arbeiten die Mitarbeiterinnen,

Mitarbeiter und Auszubildenden in

Gruppen und Schichten, um eine Versorgung

aller über 500 Pferde in allen Stallbereichen

stets sicherstellen zu können.

In der Gestütsverwaltung wird vermehrt

auf Telearbeit gesetzt, Besprechungen und

Versammlungen werden ausgesetzt, telefonisch

oder im Freien abgehalten. In allen

Bereichen werden infektionsschützende Hygienemaßnahmen

und die Verordnungen

besonders streng eingehalten.

Der Service für die Züchter wird aufrechterhalten:

Das Angebot an Hengsten in der

EU-Besamungsstation Offenhausen ist verstärkt

worden, um ein möglichst breites Angebot

an Hengsten im Frischsamenversand

sicherstellen zu können.

Die Landesreit- und Landesfahrschule Marbach

hat ihren Lehrgangsbetrieb bis auf Weiteres

eingestellt.

Impressum

Redaktion / Editor:

Gudrun Waiditschka (v.i.S.d.P.)

Entenstrasse 20

D-73765 Neuhausen a.d.F.

ph: 0049 (0)7158 - 67141

e-mail: arabische-pferde@in-the-focus.com

Verlag & Vertrieb / Publisher & Distribution:

IN THE FOCUS

Entenstrasse 20

D-73765 Neuhausen a.d.F.

Druck / printing:

WIRmachenDRUCK GmbH, 71522 Backnang

Anzeigen / Advertisement:

e-mail: anzeigen@in-the-focus.com

Aktuelle Anzeigenpreisliste / Current prizes

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Erscheinungsweise / Published:

vierteljährlich (4 Ausgaben im Jahr) /

quarterly ( four times per year)

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Bezugspreis / Subsciption Price:

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Jahresabonnement / Yearly Subscription:

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Zu beziehen über unseren Online-Shop /

Available through our online shop:

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Übersetzungen / Translations:

Gudrun Waiditschka, Alexandra Dietl

Mitarbeiter dieser Ausgabe /

Contributors to this issue:

Christele Derosch, Sirid Hahn, Christian

Taubner, Iris Wenzel, Juliane Willsch

Fotografen / Photographers:

Mohamed Abdo, Carmen Mitschke, Nicole

Sachs

Die mit Namen des Autors gekennzeichneten

Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung

der Redaktion wieder.

Eingesandte Beiträge unterliegen der redaktionellen

Bearbeitung; Text- und Fotobeiträge

müssen frei von Rechten Dritter sein. Für

unverlangt eingesandte Beiträge und Fotos

übernimmt der Verlag / Redaktion keine Haftung.

Alle Rechte vorbehalten, auch die des auszugsweisen

Nachdrucks, der fotomechanischen

oder digitalen Wiedergabe und der

Übersetzung in andere Sprachen. Ausnahmen

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Redaktion.

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Stuttgart.

© 2020 IN THE FOCUS, G. Waiditschka

1/2020 - www.in-the-focus.com

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Vorschau - Preview

Vorschau - Preview

Ausgabe 2/2020 - erhältlich Ende Juni 2020

Issue 2/2020 - available at the end of June 2020

Im April feierte Toni Baumann auf der Kauber Platte sein 30-jähriges

Betriebsjubiläum. Dreißig Jahre einen Ausbildungsstall

mit Schwerpunkt arabische Pferde zu führen, ist kein leichtes

Unterfangen. Und Toni hat einiges zu erzählen!

Der Fronleitenhof in Österreich ist bekannt für seine qualitätsvolle

Reitpferdezucht. Wie es dazu kam, und was es braucht, um

züchterisch und im Sport ganz vorne mitzumischen, verrät uns

Petra Dries im Interview.

The Fronleitenhof in Austria is known for its high quality riding

horse breeding. How did it come about and what does it take to get

involved in breeding and in sports at the forefront?

Petra Dries tells us in an interview.

Wer heute an die polnische Araberzucht denkt, denkt in erster

Linie an die Staatsgestüte,. Aber in Polen waren es vor dem zweiten

Weltkrieg in erster Linie einige Privatgestüte, die die Säulen der

Zucht waren. Wir stellen einige davon vor.

Anyone who thinks about Polish Arab breeding today primarily thinks

about the state stud farms. But before the Second World War in Poland

it was primarily some private stud farms that were the pillars of the

breed over the centuries. We present some of them.

Hengste in Gruppenhaltung? Viele halten dies für unmöglich. Im

schweizerischen Avenches lief hierzu eine wissenschaftliche Studie.

Wir erläutern die wichtigsten Erkenntnisse.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 1/2020


Lesenswertes für Araberfreunde

NEU

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7. Ausgabe 2019. 888 S. mit über 500 Abb. Hardcover. Schutzumschlag

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Mit neuen Texten (Deutsch, english, Arabic) zur Asilzucht, asilen Linien (El Zahraa,

Marbach, Tahawi), Salukis, Kamelen, Falken, Herausforderung Erhaltungszucht;

Gestüte weltweit im Stutbuchteil; Artikel zu Rittigkeit und Reiteignung, Rittbericht:

Von Saudi Arabien in die Schweiz u.v.m.

„Wir alle, die wir den Asil Araber lieben, und der Asil Club spielt dabei eine

Schlüsselrolle, sind Teil einer ununterbrochenen Kette, die die Vergangenheit mit

der Zukunft verbindet ... Der Asil Araber ist ein Geschöpf wie kein anderes, und

wir müssen uns bemühen, ihn zu bewahren. Es ist ... eine Ehre, dazu beizutragen, die

Einmaligkeit des Asil Arabers klarzustellen, seine Blutlinien rein zu erhalten, auch

gegenüber ... dem Vollblutaraber, und den Asil Araber auf weltweiter Basis

zu fördern.“

HH Sheikh Mansour Bin Zayed Al Nahyan, Deputy Prime Minister, U.A.E.

Dr. Johannes Erich Flade

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Halten

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die Zucht und Haltung des

arabischen Pferdes! Besonders

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Der berühmteste Araberhengst

der Welt.

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Die Geschichte des legendären

Wüstenarabers Sham (Godolphin

Arabian), eines der Begründer des

Englischen Vollbluts.

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Alternative, Bd. I u. II

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Beduinen /

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Asil Araber /

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Fax: +49-(0)5121-150 150 · E-Mail: info@olms.de, sales@olms.de

Webshop: www.olms.de, www.olms-pferdebuch.de

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