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Landkreisbuch Forchheim ganz persönlich

Das Forchheimer Land leuchtet mit seiner reichen Geschichte und grandioser Naturkulisse. Zwischen herrschaftlichen Burganlagen, prächtigen Schlössern, romantischen Mühlen und Tropfsteinhöhlen lockt das Tor zur Fränkischen Schweiz mit einer einzigartigen Reise in die Vergangenheit. Das felsige, höhlenreiche Karstgebiet um Forchheim ist nicht nur ein Traumrevier für Fledermäuse und begeisterte Wissenschaftler – es ist auch ein beliebtes Wander- und Kletter-Eldorado. Nebenbei bietet der Landkreis Forchheim, der zur Metropolregion Nürnberg gehört, die höchste Brauereidichte der Welt und verwöhnt seine Besucher mit fränkischen Leckerbissen und lebendiger Kultur. Unsere ganz persönliche Reise ins Forchheimer Land wird Ihre Sinne anregen und Ihren Horizont erweitern.

Das Forchheimer Land leuchtet mit seiner reichen Geschichte und grandioser Naturkulisse. Zwischen herrschaftlichen Burganlagen, prächtigen Schlössern, romantischen Mühlen und Tropfsteinhöhlen lockt das Tor zur Fränkischen Schweiz mit einer einzigartigen Reise in die Vergangenheit. Das felsige, höhlenreiche Karstgebiet um Forchheim ist nicht nur ein Traumrevier für Fledermäuse und begeisterte Wissenschaftler – es ist auch ein beliebtes Wander- und Kletter-Eldorado.

Nebenbei bietet der Landkreis Forchheim, der zur Metropolregion Nürnberg gehört, die höchste Brauereidichte der Welt und verwöhnt seine Besucher mit fränkischen Leckerbissen und lebendiger Kultur.
Unsere ganz persönliche Reise ins Forchheimer Land wird Ihre Sinne anregen und Ihren Horizont erweitern.

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Landkreis <strong>Forchheim</strong> — <strong>ganz</strong> <strong>persönlich</strong>


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Landkreis <strong>Forchheim</strong><br />

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Weißenohe


neomediaVerlag GmbH<br />

in Zusammenarbeit mit dem Landkreis <strong>Forchheim</strong>


Impressum<br />

Herausgeber<br />

neomediaVerlag GmbH<br />

In der Bredenau 24<br />

28870 Fischerhude<br />

Tel. 04293 68437-0<br />

info@neomedia.de<br />

www.neomedia.de<br />

In Zusammenarbeit mit:<br />

Landkreis <strong>Forchheim</strong><br />

Am Streckerplatz 3<br />

91301 <strong>Forchheim</strong><br />

Tel. 09191 86-0<br />

poststelle@lra-fo.de<br />

www.landkreis-forchheim.de<br />

Idee und Konzeption<br />

Rainer Wendorff<br />

Redaktion/Lektorat/Texte<br />

Landkreis <strong>Forchheim</strong><br />

Kathrin Schürr/Holger Strehl<br />

neomediaVerlag GmbH,<br />

Günter Poggemann<br />

Udo Güldner<br />

Grafik/Layout<br />

Christiane Golsch<br />

Projektakquise<br />

Matthias Kurz<br />

Bildnachweis<br />

Leonhard Anwander: Seite 21<br />

Prof. Dr. Belohlavek: Seite 12<br />

Benedikt Graf von Bentzel: Seite 15<br />

Gunter Brokt: Seite 22<br />

Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V.:<br />

Seite 47<br />

DAV <strong>Forchheim</strong>: Seite 116<br />

Dr. Frank Fleischmann: Seiten 37, 38<br />

Dr. Manfred Franze: Seite 41<br />

Christian Frank: Seite 98<br />

Frankentourismus/frs/Andreas Hub:<br />

Seiten 29, 33, 34 links, 35 unten, 49,<br />

52, 56, 57 links, 75, 131 unten<br />

Gero Häußlinger: Seite 67<br />

Armin Helldörfer: Seite 55 links<br />

Andreas Hellmann: Seiten 16, 27, 42,<br />

43, 44, 50, 58, 78, 79, 93, 96, 97, 120, 121<br />

Herbert Herlitz: Seite 66 oben<br />

Rüdiger Hess_geoselect-FotoArt: Seite 81<br />

Reinhard Heydenreich: Seite 70<br />

Andreas Hub: Seiten 31 oben, 115<br />

Roland Huber: Seite 11<br />

Andreas Klupp: Seiten 110, 112 links, 113<br />

Gert Krauthauer: Seite 190<br />

Landratsamt <strong>Forchheim</strong>: Seiten 13, 18,<br />

54 oben, 65, 69, 85, 86 unten, 91, 92,<br />

109, 112, 130<br />

Herbert Liedel: Seiten 31 unten, 71, 84,<br />

111, 117, 129, 133<br />

Reinhard Löwisch: Seiten 28, 131 oben<br />

Edmund Mauser: Seite 82 oben<br />

Medical Valley: Seiten 102, 103<br />

Bärbel Meister: Seite 32<br />

Johannes Mohr: Seite 89<br />

Ulli Raab: Seiten 100 links, 108<br />

Prof. Dr. Reinhardt: Seite 104<br />

Wolfgang Sack: Seite 23<br />

Peter Schünemann: Seite 74<br />

Peter Sebald: Seite 34 links<br />

Stadt <strong>Forchheim</strong>-Touristinfo:<br />

Seiten 53, 54 unten, 100 rechts<br />

Erika Strigl: Seiten 122, 125<br />

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz:<br />

Seiten 48, 86 oben, 99, 123<br />

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz/<br />

Roland Hohe: Seiten 9, 66 unten<br />

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz/<br />

Florian Trykowski: Seiten 11, 12 oben, 17,<br />

19, 35 oben, 51, 55 rechts, 57 rechts, 73,<br />

82 unten, 83, 124, 127<br />

Erich Wirth: Seiten 134, 135<br />

Michael Wuttke: Seiten 106, 107<br />

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit<br />

nicht anders vermerkt, von den jeweiligen<br />

Personen und Unternehmen.<br />

Printed in Germany 2020<br />

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.<br />

Alle Rechte vorbehalten.<br />

Dem Buch liegen neben den Beiträgen<br />

der Autoren Darstellungen und Bilder der<br />

Firmen und Einrichtungen zugrunde, die<br />

mit ihrer finanziellen Beteiligung das Erscheinen<br />

des Buches ermöglicht haben.<br />

Druck<br />

BerlinDruck GmbH + Co KG<br />

28832 Achim<br />

Bibliographische Information der<br />

Deutschen Bibliothek<br />

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese<br />

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;<br />

detaillierte Daten sind im<br />

Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.<br />

ISBN 978-3-931334-89-5<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird teilweise auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.<br />

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.<br />

4


Inhalt<br />

8 Mehr als ein touristisches Idyll<br />

Landrat Dr. Hermann Ulm<br />

10 Helfen, wenn Worte<br />

fehl am Platze sind<br />

Prof. Dr. Dieter Belohlavek<br />

14 Die Freizeit erleben auf einer<br />

barocken Schlossanlage<br />

Benedikt Graf von Bentzel<br />

16 Vorreiter in Sachen Bildung<br />

Wolfgang Blos<br />

20 Die Sorge um die Natur<br />

als Herzensangelegenheit<br />

Gunter Brokt<br />

24 Vom Dienstleister zum<br />

Innovationspartner<br />

Simon Hegele Gesellschaft für Logistik<br />

und Service mbH<br />

26 Versorgung auf höchstem Niveau<br />

zum Wohle der Menschen<br />

Klinikum <strong>Forchheim</strong>-Fränkische Schweiz gGmbH<br />

28 Viele kleine Kulturdenkmale<br />

in der Fränkischen Schweiz<br />

Edwin Dippacher<br />

30 Die Burgruine Neideck – Wahrzeichen<br />

der Fränkischen Schweiz<br />

Anton Eckert<br />

32 Wallfahrtsorte in der Region als<br />

Stützpunkte des Glaubens<br />

Martin J. Emge<br />

36 Der Unendlichkeit des Weltalls<br />

am Feuerstein auf der Spur<br />

Dr. Frank Fleischmann<br />

40 Vergangenheitsbewältigung<br />

gehört zur Heimat<br />

Dr. Manfred Franze<br />

42 Hilfe zur Selbsthilfe<br />

Lebenshilfe für Menschen mit geistiger<br />

Behinderung e. V. <strong>Forchheim</strong><br />

44 Antworten auf die<br />

Herausforderungen von morgen<br />

NAF Neunkirchener Achsenfabrik AG<br />

5


Inhalt<br />

46 Denkmal und touristischer Leuchtturm<br />

Johannes Füngers<br />

50 Eine Genussreise durch den<br />

Landkreis mit Geschichte<br />

Dr. phil. Dieter George<br />

56 Grundstein für Ernährung,<br />

Kultur und Tourismus<br />

Hermann Greif<br />

58 Reisen und Mobilität für die Region<br />

Schmetterling Reise- und Verkehrs-Logistik GmbH<br />

62 Der Komplett-Dienstleister<br />

für Reisebüros<br />

Schmetterling International GmbH & Co. KG<br />

64 Kennenlernreise durch den Landkreis<br />

mit dem Notfallkoffer<br />

Dr. Ursula Greiner<br />

68 Mehr als eine deutsch-französische<br />

Partnerschaft<br />

Reinhard Heydenreich<br />

72 Paradiesischer Ausblick,<br />

Genuss und Erholung pur<br />

Georg Hötzelein<br />

76 Für eine optimale Gesundheitsversorgung<br />

der Zukunft<br />

Siemens Healthineers Medizintechnik<br />

78 Höchste Expertise und<br />

gesellschaftliche Verantwortung<br />

Sparkasse <strong>Forchheim</strong><br />

80 Gemeinschaft erleben bei der<br />

herrlichsten Nebensache der Welt<br />

Edmund Mauser<br />

84 Das Glück, im Paradies zu leben<br />

Christian Meier<br />

87 Pautzfelder Blähton für <strong>ganz</strong> Europa<br />

Liapor GmbH & Co. KG<br />

88 Ein Traumrevier für begeisterte<br />

Fledermaus-Forscher<br />

Dr. Friedrich Oehme<br />

90 Eine fruchtbare Zusammenarbeit<br />

für behinderte Menschen<br />

Dr. Rolf-Christian Platzek<br />

93 Partner beim Erdbau und Transport<br />

von Obst und Gemüse<br />

Johann Seubert GmbH & Co. KG<br />

6


94 Als Oberleitungsspezialist überall<br />

in Deutschland im Einsatz<br />

SPL Powerlines Germany GmbH<br />

96 Nachhaltigkeit beginnt vor Ort<br />

Stadtwerke <strong>Forchheim</strong> GmbH<br />

98 In Freizeit und Beruf<br />

den Landkreis erobert<br />

Ulli Raab<br />

102 Innovationen für Gesundheit<br />

aus <strong>Forchheim</strong><br />

Prof. Dr. Ing. Erich R. Reinhardt<br />

105 Frisches Obst seit mehr<br />

als 70 Jahren<br />

Obst Trautner GmbH<br />

106 Körbe voller Musik<br />

Franz-Josef Saam<br />

108 Musik bis zum letzten Schnaufer<br />

David Saam<br />

110 Atemberaubende Aussichten<br />

im Vorbeilaufen<br />

Alfred Schmitt<br />

114 Wo Träume beginnen<br />

und Großes zu Hause ist<br />

Dr. Ulrich Schürr<br />

118 Regionalbank mit Innovationsgeist<br />

Volksbank <strong>Forchheim</strong> eG<br />

120 Technologischer Vorsprung<br />

aus Oberfranken<br />

Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik GmbH<br />

122 Die Landschaft der Fränkischen<br />

Schweiz als Inspiration<br />

Erika Strigl<br />

126 Arbeiten im Herzen der Metropolregion<br />

Dr. Michael Waasner<br />

128 Erlebte und gelebte Ökumene<br />

in der Fränkischen Schweiz<br />

Günther Werner<br />

132 Bei der Elektromobilität <strong>ganz</strong> weit vorne<br />

Erich Wirth<br />

136 Übersicht der PR-Beiträge<br />

7


LANDRAT DR. HERMANN ULM<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

Dr. Hermann Ulm | Landrat<br />

geb. 1976 in <strong>Forchheim</strong>; nach dem Abitur am Ehrenbürg-Gymnasium <strong>Forchheim</strong> 1996<br />

bis 2000 Studium Lehramt an Hauptschulen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg |<br />

2001 vertiefende Studien im Fach Geographie an der Friedrich-Alexander-Universität<br />

Erlangen-Nürnberg und an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg | 2001 bis 2003 Vorbereitungsdienst<br />

als Lehramtsanwärter an der Volksschule Litzendorf | 2003 bis 2006 Lehrer<br />

an der Hauptschule Gräfenberg | 2006 bis 2008 Abordnung im Rahmen der Förderung<br />

des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Lehrerbildung (Promotionsförderung) an den<br />

Lehrstuhl für Didaktik der Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg, Promotion zum<br />

Doktor der Philosophie am Institut für Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg |<br />

2008 bis 2014 1. Bürgermeister der Gemeinde Kunreuth | 2008 bis 2010 Lehrer an der<br />

Hauptschule Gräfenberg | 2008 bis 2011 Teilabordnung zur Verstärkung des Praxisbezugs<br />

in der Lehrerbildung an den Lehrstuhl für Didaktik der Geographie der Universität<br />

Erlangen-Nürnberg | 2010 bis 2014 Konrektor an der Grund- und Mittelschule Kirchehrenbach<br />

| 2011 bis 2014 Lehrbeauftragter im Bereich Geographie/Geographiedidaktik an der<br />

Universität Erlangen-Nürnberg | seit 2014 Landrat des Landkreises <strong>Forchheim</strong><br />

Mehr als ein<br />

Liebe Leser,<br />

touristisches Idyll<br />

als vor mehr als 200 Jahren die romantischen Dichter Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder ihren<br />

berühmten Spaziergang durch das Muggendorfer Gebürg machten, da haben sie den Grundstein für all das gelegt,<br />

was heute die Fränkische Schweiz ausmacht.<br />

D<br />

ie Dichter waren von der einzigartigen Landschaft<br />

begeistert, lobten das hiesige Bier und die Gastfreundschaft<br />

der Einwohner. Man könnte beinahe<br />

glauben, dass sich seither kaum etwas geändert<br />

hat. Dabei hat sich der Landkreis glänzend entwickelt, ohne<br />

seine Wurzeln zu vergessen.<br />

Wenn heute Reisende durch das Wiesenttal und seine Nebentäler<br />

wandern und klettern, Kanu fahren oder mit dem<br />

Rad die Region erkunden, dann wandeln sie auf den Spuren<br />

dieser Pioniere. Sie finden bizarre Felsformationen und<br />

geheimnisvolle Höhlen, erfreuen sich an ruhigen Wäldern<br />

und klaren Bächen. Sie erleben aber auch das größte zusammenhängende<br />

Kirschenanbaugebiet Europas, historische<br />

Schwimmbäder und archäologische Sensationen. Wo sonst<br />

finden sich auf so kleinem Raum so viele Sehenswürdigkeiten<br />

...<br />

Wir haben Kleinode wie die Dampfbahn Fränkische Schweiz,<br />

mit der man hautnah erleben kann, wie es vor 100 Jahren<br />

8


Blick über Streitberg<br />

war, wenn man von A nach B wollte. Wir bieten den Wildpark<br />

Hundshaupten, der nicht nur Kindern und Jugendlichen<br />

die oftmals erste Begegnung mit heimischen und exotischen<br />

Tieren ermöglicht. Bei uns kann man den Obstbauern bei der<br />

Ernte und der Herstellung edler Brände über die Schulter<br />

schauen.<br />

Und ein erfindungsreicher Bäckermeister berichtet, wie er<br />

das erste Elektroauto Bayerns auf die Straße gebracht hat.<br />

Wir dürfen uns freuen über so viele neugierige, engagierte<br />

und erfolgreiche Menschen. Hören Sie sich deren Geschichten<br />

an, die eine <strong>ganz</strong> <strong>persönlich</strong>e Sicht auf Land und Leute<br />

geben.<br />

Schauen Sie sich <strong>persönlich</strong> bei uns um und<br />

lernen Sie die großartigen Menschen kennen,<br />

die in einer spektakulären Landschaft leben.<br />

Dr. Hermann Ulm<br />

Traditionen spielen in unserem Landkreis eine <strong>ganz</strong> wichtige<br />

Rolle. Sei es das reiche kirchliche Leben, das die Gemeinden<br />

geprägt hat. Denken Sie nur an die zahllosen Kirchen und<br />

Kapellen, die Martern und Bildstöcke. Aus einer Grenzlage<br />

zwischen dem katholischen Bamberg und den protestantischen<br />

Städten Nürnberg und Bayreuth hat sich ein religiöser<br />

Flickenteppich gebildet, der eine unglaubliche Vielfalt bereithält.<br />

Dazu zählen auch die Hunderte Burgen und Schlösser,<br />

Wehrkirchen und Ruinen. Sie geben der Fränkischen Schweiz<br />

ihr unverwechselbares Gesicht. So wie die farbenprächtigen<br />

Osterbrunnen, die Jahr für Jahr Zehntausende Schaulustige<br />

aus <strong>ganz</strong> Deutschland in die Dörfer auf der Jura-Hochfläche<br />

locken.<br />

So vielseitig unser Landkreis ist, so vielstimmig sind auch<br />

die Beiträge, die Sie hier nachlesen können. Ein Gastwirt<br />

spricht darüber, vor welchen Herausforderungen sein altehrwürdiger<br />

Familienbetrieb steht. Ein Fledermaus-Experte<br />

verrät, wie er den scheuen Gestalten des Nachts auf den<br />

Pelz rückt. Ein Marathonläufer schwärmt von seinen Laufstrecken<br />

durch eine Gegend, in der andere Urlaub machen.<br />

Der Landkreis <strong>Forchheim</strong> ist jedoch mehr als nur ein touristisches<br />

Idyll. Er ist auch ein ökonomisch starkes Gebiet,<br />

in dem die Landwirtschaft, der Tourismus, das Handwerk,<br />

Handel und Dienstleistungen und nicht zuletzt die Industrie<br />

den Einwohnern eine exzellente Lebensgrundlage bieten.<br />

Wir sind nahe genug an den Zentren der Europäischen Metropolregion<br />

Nürnberg und profitieren von Weltmarktführern<br />

in Medizin-, Elektro- oder Halbleitertechnik. Einige dieser<br />

Firmen stellen sich in dem Buch ausführlicher vor und haben<br />

damit dieses erst möglich gemacht. Herzlichen Dank dafür!<br />

In Oberfranken sind wir dank engagierter Unternehmer sowie<br />

glänzend ausgebildeter Mitarbeiter der Landkreis mit<br />

den besten Zukunftsaussichten.<br />

Wenn Sie dieses Buch aufschlagen, finden Sie viele spannende,<br />

wissenswerte und unterhaltsame Dinge. Belassen<br />

Sie es aber nicht nur beim Lesen. Schauen Sie sich <strong>persönlich</strong><br />

bei uns um und lernen Sie die großartigen Menschen<br />

kennen, die in einer spektakulären Landschaft leben.<br />

Es lohnt sich.<br />

Herzlichst, Ihr<br />

Dr. Hermann Ulm<br />

Landrat des Landkreises <strong>Forchheim</strong><br />

9


GUNTER BROKT<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

Gunter Brokt<br />

geb. 1938 in Wohlau, heute Polen, seit 1945 ansässig im Landkreis <strong>Forchheim</strong> |<br />

gelernter Installateur | Technische Schule Kaufbeuren Bundeswehr Ausbildung zum<br />

Flugzeugmechaniker | Umschulung zum Heizungsmonteur | 25 Jahre Hausmeister<br />

Krankenhaus <strong>Forchheim</strong> | 1991 Umweltpreis | 2003 Umweltmedaille des Freistaats<br />

Bayern | 2008 Naturschutzwächter des Jahres | 2009 Ehrennadel der Stadt <strong>Forchheim</strong> |<br />

2009 Bürgerpreis | langjähriger Vorstand Kanarien- und Exotenverein | Gründungs- und<br />

Vorstandsmitglied (ab 2008) der Umweltstation Liasgrube Unterstürmig | Mitglied<br />

Landesbund für Vogelschutz | Mitglied runder Tisch der Heunhütte | Gründungs- und Vorstandsmitglied<br />

des Landschaftspflegeverbandes | 2015 Umweltschutzpreis | sieben Jahre<br />

Biberbeauftragter Landkreis <strong>Forchheim</strong> | bis heute 31 Jahre ehrenamtlicher Naturschutzwächter<br />

Landkreis <strong>Forchheim</strong> | 2019 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande<br />

Die Sorge um die Natur als<br />

Herzensangelegenheit<br />

Schon als Kind fühlte ich mich mit der Natur des Landkreises verbunden – eine Verbindung,<br />

die bis heute anhält und mich Zeit meines Lebens geprägt hat.<br />

I<br />

m Jahre 1945 bin ich mit meiner Familie während des<br />

Krieges aus meiner Geburtsstadt geflohen und nach<br />

anstrengender Reise in Eggolsheim angekommen. Mit<br />

meinen Schulkameraden waren wir in unserer Freizeit<br />

regelmäßig im Aischgrund, am Hetzlesser Berg und im Gebiet<br />

der Büg unterwegs, welche heute allesamt Naturschutzgebiete<br />

sind. Dadurch fühlte ich mich früh mit der Natur<br />

im <strong>Forchheim</strong>er Land verbunden. In den folgenden Jahren<br />

habe ich mich daher neben meinem Familien- und Berufsleben<br />

stets weitergebildet. Dabei merkte ich recht schnell,<br />

dass unsere Natur mehr und mehr in den Hintergrund rückt.<br />

In der Anpassung an die rasant wachsende Bevölkerung<br />

dehnen sich Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete ständig<br />

weiter aus. Dies bedingt eine ausgeprägtere Infrastruktur.<br />

In diesem Prozess wird aber immer mehr Schützenswertes<br />

verloren, was nicht unerkannt am Staat und dem Landkreis<br />

vorbeiging. Aus diesem Grund wurde die Naturschutzwacht<br />

ins Leben gerufen. Als ich sehen musste, dass ebenfalls die<br />

Spielstätten meiner Kindheit zu leiden begannen, entschloss<br />

ich mich 1978 der Naturschutzwacht beizutreten. Zu diesem<br />

Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt,<br />

denn ich ahnte nicht, welche Ausmaße die Rücksichtslosigkeit<br />

der Natur gegenüber annehmen kann – egal ob bei der<br />

Müllablagerung im Quellgebiet der Wassergewinnung des<br />

Landkreises oder an verschiedensten weiteren Stellen. Kontrollen<br />

von Feuerstellen (Johannisfeuer) sowie Kontrollen<br />

von Zeltplätzen in der Ferienzeit und viele andere Aufgaben<br />

kamen hinzu. Noch heute werde ich regelmäßig kontaktiert,<br />

um verletzte Tiere wieder aufzupäppeln. Dennoch gibt es<br />

einige große Projekte, auf die ich gerne zurückblicke.<br />

20


Kopfeichen am Hetzleser Berg<br />

Eines der ersten Projekte, welches mich begeisterte, war die<br />

„IGA“ Gartenausstellung in München und später in Bamberg,<br />

bei der ich mit meinen Kollegen den Landkreis <strong>Forchheim</strong><br />

vertreten durfte. Während in München die Naturschutzgruppe<br />

des Landkreises erstmals ihre Arbeit und Anliegen<br />

in Wort und Bild vorstellen konnte, war ich als Biberberater<br />

in Bamberg mit einer Ausstellung rund um den Biber aktiv.<br />

Aufgrund massiver Flussbegradigungen, Einschränkungen<br />

der Teichwirtschaft und der sich immer weiter ausdehnenden<br />

Landwirtschaft und Fischerei wurde der Lebensraum des<br />

Bibers immer weiter beschnitten. Dies barg einiges an Konfliktpotenzial,<br />

da Biber und Landwirtschaft immer öfter um<br />

Flächen konkurrierten. Vielerorts herrschte die Meinung, der<br />

Biber sei ein Schädling, der hier nicht heimisch ist und durch<br />

Dammbau Ackerland überschwemmt. Andererseits wurde<br />

großer Aufwand betrieben, diese hier einst ausgerotteten<br />

Tiere wieder anzusiedeln und in der Folge zu schützen. Nach<br />

unzähligen Vorträgen, Ausstellungen und Begehungen vor<br />

Ort im Landkreis <strong>Forchheim</strong> habe ich aber heute das Gefühl,<br />

dass sich Mensch und Biber allmählich wieder aneinander<br />

gewöhnt haben. Ein sehr zu begrüßender Wandel.<br />

Eines meiner frühesten Projekte war die Umweltstation Liasgrube.<br />

Diese wurde im Gebiet der ehemaligen Tongrube bei<br />

Unterstürmig nach Rückkauf durch die Gemeinde Eggolsheim<br />

gegründet. In diesem im Landkreis <strong>Forchheim</strong> einzigartigen<br />

Biotop sind viele seltene Arten heimisch. Ein <strong>ganz</strong> besonderes<br />

Schmankerl waren dabei die Gelbbauchunke und der<br />

Flussregenpfeifer.<br />

21


GUNTER BROKT<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

langen Jahren wurde erreicht, dass das Naturschutzgebiet<br />

in seiner Form durch meine Arbeit als Naturschutzwächter<br />

nicht nur erhalten bleibt, sondern sogar Teile der industriell<br />

genutzten Sandachse wieder renaturiert werden. Dazu war<br />

es oftmals nötig, die Politik im Landkreis etwas zu ärgern.<br />

Ein Beispiel hierfür ist das von mir gebaute Wasserrad mit<br />

den Konterfeis der Stadträte und Bürgermeister, welches<br />

sich lange Zeit im <strong>Forchheim</strong>er Bächla drehte und den Stadträten<br />

die Köpfe kühlte.<br />

Ursprünglich diente die Umweltstation Schulungen zum<br />

Thema Umwelt. Heute haben sich die dort ansässigen<br />

Aktivitäten vervielfacht. So sind zwei <strong>ganz</strong>e Hüttendörfer<br />

entstanden, welche für Tagungen, Vereine oder Schulklassen<br />

genutzt werden können. Da dieses Angebot großen Anklang<br />

fand, habe ich mich entschlossen, meine Sammlung von<br />

Vogelpräparaten in etwa 110 Schaukästen, die ich in über<br />

50-jähriger Arbeit gesammelt und erstellt hatte, zur Gründung<br />

eines Vogelmuseums bereitzustellen. Dieses wird bis<br />

heute ebenfalls von Schulklassen gerne besichtigt.<br />

Vielleicht das Herzstück meiner jahrelangen Arbeit ist das<br />

Naturschutzgebiet Büg und die sich anschließende Sandachse.<br />

Sand ist eine der meistgenutzten Ressourcen auf<br />

diesem Planeten. Allerdings sind diese Gebiete nicht nur<br />

hervorragend zur Ressourcengewinnung geeignet, sondern<br />

auch Lebensraum vieler seltener Pflanzen- und Tierarten.<br />

Aus diesem Grund war es wichtig, auch hierfür ein Bewusstsein<br />

in der Bevölkerung zu schaffen. Dabei wurde im<br />

Rahmen verschiedenster Begehungen (Vogelstimmenwanderungen,<br />

Schulausflüge in der Sandachse, naturkundliche<br />

Wanderungen und Müll-Beseitigungsaktionen) und Vorträge<br />

die Vielfalt dieses Lebensraumes und seine essenzielle Bedeutung<br />

für die dort ansässigen Arten thematisiert. Nach<br />

Neben dem akuten Schutz der Natur im Landkreis <strong>Forchheim</strong><br />

war es während all der Zeit immer eines meiner wichtigsten<br />

Anliegen, ein Gespür für die Bedeutung der wunderschönen<br />

und schützenswerten Natur in unserem Landkreis an die<br />

nächste Generation weiterzugeben, indem sie die Natur und<br />

ihre Wunder aus nächster Nähe erlebt. Noch heute besuche<br />

ich daher gerne Schulklassen oder führe Begehungen in die<br />

Naturschutzgebiete des Landkreises. Ein Sinnbild für diesen<br />

Kreislauf ist der von mir gebaute Brunnen am Klinikum<br />

<strong>Forchheim</strong>. Dieser zeigt Geburt und Tod und den wunderbaren<br />

Teil dazwischen. Auch wenn heute der Körper nicht mehr<br />

so will wie vor 31 Jahren, sind mir die regelmäßigen Aufenthalte<br />

in der Natur und die Tätigkeit für den Naturschutz auch<br />

heute noch eine Herzensangelegenheit. Daher habe ich vor,<br />

noch lange weiterzumachen. Für Interessierte wird also in<br />

19 Jahren eine Stelle frei.<br />

22


Büg bei Eggolsheim<br />

Neben dem akuten Schutz der Natur im Landkreis <strong>Forchheim</strong> war es<br />

während all der Zeit immer eines meiner wichtigsten Anliegen, ein Gespür<br />

für die Bedeutung der wunderschönen und schützenswerten Natur in<br />

unserem Landkreis an die nächste Generation weiterzugeben.<br />

Gunter Brokt<br />

23


JOHANNES FÜNGERS<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

Johannes Füngers<br />

Vorsitzender Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V.<br />

geb. 1939 in Essen | Ausbildung zum Starkstromelektriker | Studium<br />

der Energietechnik in Essen | 1962 bis 1996 Ingenieur bei Siemens in<br />

Erlangen im Schiffbau | seit 1974 Mitglied der Dampfbahn Fränkische<br />

Schweiz e. V. (DFS), 1982 bis 1998 Vorsitzender und oberster Betriebsleiter<br />

der DFS, seit 2016 erneut Vorsitzender der DFS | seit 2013<br />

stellvertretender Vorsitzender des Verbandes deutscher Museumsund<br />

Touristikbahnen | 2002 bis 2009 Eisenbahn-Betriebsleiter bei<br />

Regental Cargo<br />

Denkmal und<br />

touristischer Leuchtturm<br />

Die Museumsbahn im Wiesenttal prägt nicht nur mein Leben seit 45 Jahren. Sie ist ein Beispiel ehrenamtlichen<br />

Engagements, denn ohne die DFS gäbe es eine der schönsten Nebenbahnen Deutschlands längst nicht mehr. Die<br />

Einstufung der Strecke als Denkmal ist auch Anerkennung dieses Einsatzes und ihrer Bedeutung für den Tourismus.<br />

M<br />

it dem Eisenbahn-Bazillus muss ich wohl bei<br />

der Evakuierung im Zweiten Weltkrieg infiziert<br />

worden sein. Da ist mir bei Dunkelheit mein<br />

Teddy aus der Hand gefallen und zwischen<br />

Zug und Bahnsteigkante auf Nimmerwiedersehen verschwunden.<br />

Nach dem Studium hatte ich mich bei Siemens<br />

als Konstrukteur für Eisenbahnen beworben. Doch mein<br />

Chef brauchte dringend jemanden im Schiffbau. Zum Glück<br />

blieb es dabei dann auch, denn sonst wäre die Eisenbahn<br />

kaum mein Hobby geworden. Als sich vor 45 Jahren die DFS<br />

gründete, lag es nahe, dass ich mich einbrachte. Damals<br />

war absehbar, dass die Deutsche Bundesbahn den Abschnitt<br />

Ebermannstadt – Behringersmühle einstellen würde, was<br />

dann 1976 geschah. Die Strecke als Verein zu kaufen, zu<br />

unterhalten und zu betreiben, ist nichts, was ein Einzelner<br />

bewerkstelligen kann, sondern die Leistung eines starken<br />

Teams. Ich will aus dem Kreis der gut 400 Mitglieder beispielhaft<br />

als Aktive und Motoren von Anbeginn nur Siegfried<br />

Fuchs, Lutz Reincke, Alfred Trabert sowie Werner und Manfred<br />

Vierling erwähnen – und nicht zuletzt unsere damalige<br />

Vorsitzende, die Landtagsabgeordnete, Freifrau Gudila von<br />

Pölnitz. Sie hat maßgeblichen Anteil daran, dass wir nach<br />

dem Kauf der Strecke vom Bayerischen Staatsministerium<br />

für Wirtschaft und Verkehr die Betriebsgenehmigung erhielten,<br />

als Verein diese Eisenbahn betreiben zu können.<br />

So konnte am 9. August 1980 der erste Zug unter Regie<br />

46


Dampfbahn Fränkische Schweiz<br />

der DFS fahren. Zum Einsatz kam der im Jahr zuvor von der<br />

Regentalbahn gekaufte 1937 gebaute Dieseltriebwagen<br />

VT 70 919, der in den 1950er-Jahren von Bamberg aus planmäßig<br />

das Wiesenttal befuhr. Er steht seit vielen Jahren<br />

unter Denkmalschutz und wird gegenwärtig einer aufwendigen<br />

Hauptuntersuchung unterzogen. 1983 schließlich erfüllte<br />

sich mit der Inbetriebnahme unserer 1923 gebauten<br />

Dampflok „Nürnberg“, die wir zuvor einer siebenjährigen<br />

Kur unterzogen hatten, der Vereinsname „Dampfbahn“.<br />

Die Fahrten mit dem Dampfzug sind mehr denn je ein Besuchermagnet.<br />

Seit vielen Jahren fahren die Museumszüge<br />

von Anfang Mai bis Ende Oktober nach festem Fahrplan<br />

an allen Sonn- und Feiertagen. Jährlich erfreuen sich über<br />

25.000 Fahrgäste des Erlebnisses einer historischen Bahnfahrt<br />

durch das romantische Wiesenttal. Für viele ist es ein<br />

Stück des entspannten Genießens, aber auch die Begegnung<br />

mit Eisenbahntechnik und Reisekultur vergangener Jahrzehnte.<br />

In welchem Zug kann man heute noch ein Fenster<br />

öffnen, geschweige denn auf einer offenen Plattform sich<br />

Und nicht zuletzt kann man sich vergegenwärtigen,<br />

dass die Eisenbahngeschichte im Wiesenttal<br />

eine Geschichte des Bahnbaus auf Raten ist.<br />

Johannes Füngers<br />

den Fahrtwind um die Nase wehen lassen? Die Museumsbahn<br />

bietet auch die Chance, unterwegs Station zu machen,<br />

die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu besuchen,<br />

oder einen Teil des Weges wandernd oder mit dem Fahrrad<br />

zurückzulegen.<br />

Und nicht zuletzt kann man sich vergegenwärtigen, dass die<br />

Eisenbahngeschichte im Wiesenttal eine Geschichte des<br />

Bahnbaus auf Raten ist. Denn angesichts des Streits um die<br />

Trassenführung – die Gößweinsteiner wollten zunächst, dass<br />

die Eisenbahn von Ebermannstadt aus nicht im Tal, sondern<br />

in den Wallfahrtsort hoch über dem Wiesenttal geführt wird<br />

– wurde das letzte Teilstück der Strecke bis Behringersmühle<br />

47


JOHANNES FÜNGERS<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

Chance, die Anlagen in dem Zustand zu erhalten und<br />

denkmalgerecht zu restaurieren, wie wir sie übernommen<br />

haben. Ein Fachbericht, den wir auf Anregung des Landrates<br />

und des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in<br />

Auftrag gegeben hatten, zieht folgendes Fazit: „An dieser<br />

Bahnstrecke ist nicht nur die Summe der erhaltenen historischen<br />

Elemente besonders, auch die Berücksichtigung der<br />

umliegenden Landschaft bei Streckenführung und Ausführung<br />

der Kunst- und Hochbauten prägt vor allem den letzten<br />

Streckenabschnitt zwischen Gößweinstein und Behringersmühle.<br />

Hierfür waren, ähnlich wie bei der Trassenwahl im<br />

Allgemeinen, die landschaftliche Schönheit und der bereits<br />

bestehende Fremdenverkehr ausschlaggebend.“<br />

Bis zum heutigen Tage wird der Betriebsdienst der Museumsbahn<br />

ausschließlich und der Unterhalt von Strecke<br />

und Fahrzeugen weitestgehend ehrenamtlich bestritten.<br />

Das ist eine enorme Leistung. Allein das Freihalten der<br />

16 km Strecke von Bewuchs erfordert ständig große Anstrengungen,<br />

wie sich jeder Gartenbesitzer vorstellen kann.<br />

Von Gleisbau- und Brückenarbeiten <strong>ganz</strong> zu schweigen.<br />

Und bei allen Fahrzeugen steht spätestens nach acht<br />

Jahren eine Hauptuntersuchung an.<br />

erst im Oktober 1930 eingeweiht. Dies war dann zugleich<br />

die letzte Eröffnung einer Nebenbahn in Bayern. Dem<br />

langen Erbauungszeitraum von 40 Jahren entsprechend<br />

sind auch die Empfangsgebäude der Bahnhöfe architektonisch<br />

vielfältig.<br />

Unser Betriebshof in Ebermannstadt bietet den historischen<br />

Fahrzeugen – zum Glück seit 2011 auch den Reisezugwagen<br />

– nicht nur ein schützendes Dach, sondern ist auch der Ort<br />

der Arbeiten. In den zurückliegenden Jahren hat die DFS<br />

bewiesen, dass diese Museumsbahn keine Eintagsfliege,<br />

sondern eine nachhaltig arbeitende Institution ist. Wir sind<br />

guten Mutes, dass der Status der Strecke als Denkmal dabei<br />

hilft, auch weiterhin die Zukunft zu sichern. Zur Nachhaltigkeit<br />

gehört ebenfalls, aktive Mitglieder für unsere Museumsbahn<br />

zu begeistern. Wir freuen uns deshalb über Jugendliche,<br />

die ein sinnvolles Hobby suchen, Menschen, die ihre<br />

berufliche Erfahrung einbringen oder einen Ausgleich zu<br />

ihrer beruflichen Tätigkeit anstreben, und Menschen,<br />

die ihren beruflichen Ruhestand einer reizvolle Aufgabe<br />

widmen wollen.<br />

Wir sind dankbar, dass unsere Strecke seit 2017 unter<br />

Denkmalschutz steht. Als Museumsbahn haben wir die<br />

48


49


CHRISTIAN MEIER<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

Christian Meier | Geschäftsführer Tourismusverein Egloffstein<br />

geb. 1941 in Erlangen, aufgewachsen in Höfles auf dem Bauernhof | nach der Schulzeit mit<br />

mittlerem Abschluss Ausbildung zum Bankkaufmann in Nürnberg | ab 1966 im Bankhaus Schmidt<br />

in verschiedenen Sachgebieten tätig | ab 1976 Geschäftsführer der Raiffeisenbank Egloffstein,<br />

dabei ehrenamtlich 23 Jahre Vorsitzender des Kreisverbandes <strong>Forchheim</strong> im Genossenschaftswesen<br />

| 1976 bis 2008 1. Bürgermeister des Marktes Egloffstein | zahlreiche ehrenamtliche<br />

Tätigkeiten, u. a. Geschäftsführer des Tourismusvereins Egloffstein | 18 Jahre Kreisrat im Landkreis<br />

<strong>Forchheim</strong> und im Vorstand des Bayer. Gemeindetages | mehr als 50 Jahre bei den Egloffsteiner<br />

Burgspatzen und Sänger im gemischten Chor Egloffstein, davon 10 Jahre 1. Vorsitzender<br />

des Gesangvereins und immer noch Vorsitzender des Fränkische-Schweiz-Vereins Egloffstein |<br />

verschiedene Auszeichnungen, u. a. Ehrenbürger des Marktes Egloffstein, kommunale<br />

Verdienstmedaille des Freistaates Bayern, Ehrenmedaille des Bezirkes Oberfranken<br />

Das Glück,<br />

im Paradies zu leben<br />

Manchmal bin ich mit meinem alten Bulldog in meinem kleinen Waldstück am Zaunsbacher Berg, um Bäume<br />

zu fällen. Wenn ich dann abends auf dem Rückweg bin, kommt es vor, dass die Sonne auf die Pfarrfelsen von<br />

Egloffstein scheint.<br />

D<br />

ann schalte ich einen Gang zurück und denke<br />

mir, welch Glück es doch ist, dass wir in diesem<br />

Gottesgarten leben dürfen. Erst jetzt, da ich im<br />

Ruhestand bin, kann ich das ermessen. Dass wir<br />

in einem Paradies leben, das war mir aber schon klar, als<br />

ich Mitte der 60er-Jahre hierher in den berühmten Luftkurort<br />

kam. Damals lernte ich den Landkreis bis in den letzten<br />

Winkel kennen. Ich war Geschäftsführer der Raiffeisen-Genossenschaften,<br />

die mit Waren und Krediten die Landwirte<br />

versorgten. Diese Lehrjahre machten mich so bekannt, dass<br />

ich hernach in den Kreistag gewählt wurde.<br />

Schwammkalkfelsen in Streitberg<br />

Seit beinahe fünfzig Jahren bin ich mit meiner Frau Lilo in<br />

<strong>ganz</strong> Deutschland unterwegs, um unsere wunderschöne Heimat<br />

noch bekannter zu machen. In den 80er-Jahren waren<br />

84


Burg Egloffstein<br />

wir sogar mit einer überlebensgroßen Pappmaché-Nachbildung<br />

einer Tropfsteinhöhle auf Freizeit- und Tourismusmessen<br />

in Hamburg, Köln und Berlin. Ohne Lilo wäre ich<br />

nie in Egloffstein gelandet. Sie hat mich auf all die Sehenswürdigkeiten<br />

hingewiesen: die malerischen Felsenkeller,<br />

das historische Schwimmbad, die einmaligen Kletterfelsen.<br />

Aus <strong>ganz</strong> Europa und Fernost kommen die Gäste. Sie bringen<br />

unserer Gegend, die nicht mit großen Industriebetrieben<br />

gesegnet ist, das nötige Geld, damit unsere Familien hier<br />

bleiben können. 40.000 Übernachtungen im Jahr habe ich<br />

gezählt. Als gelernter Bankkaufmann bin ich auch ein Mann<br />

der Zahlen. Statt der großen Beherbergungsbetriebe mit 60<br />

und mehr Betten mitten im Ort für Busreisende gibt es jetzt<br />

Ferienwohnungen im Schlehenmühler Tal für Familien und<br />

Individualurlauber. Das hat sich sehr gut entwickelt.<br />

Wenn ich so über diese Jahre nachdenke, in denen der<br />

Fremdenverkehr im Trubachtal auf <strong>ganz</strong> neue Füße gestellt<br />

wurde, dann finde ich es sehr schade, dass kaum jemand<br />

mehr Freifrau Gudila von Pölnitz erwähnt. Sie war eine sehr<br />

großzügige Dame, die immer auch an unseren Landkreis gedacht<br />

hat. Nicht ohne Grund ist sie Ehrenbürgerin in Egloffstein<br />

und Leutenbach geworden. Mit ihr und dem damaligen<br />

Es ist ein großes Glück, dass ich anderen<br />

zeigen kann, wo ich wohnen darf. So ist es<br />

kein Wunder, dass es Oleg Popov bei uns<br />

so gut gefallen hat.<br />

Christian Meier<br />

85


CHRISTIAN MEIER<br />

u<br />

GANZ PERSÖNLICH<br />

Binghöhle Streitberg<br />

Landrat Otto Ammon haben wir über die Schenkung nicht<br />

nur des Schlosses Hundshaupten, sondern auch des benachbarten<br />

Wildparkes verhandelt. Ersteres wurde für viele<br />

Jahre ein kultureller Leuchtturm mit Konzerten, die weit<br />

in die Region hinein gewirkt haben. Als Vorsitzender des<br />

Kuratoriums Schloss Hundshaupten war ich immer dabei.<br />

Luchs im Wildpark Hundshaupten<br />

Letzterer ist noch heute ein starker Anker für die touristische<br />

Entwicklung der <strong>ganz</strong>en Umgebung.<br />

Schon in den 32 Jahren als Bürgermeister habe ich damit<br />

begonnen, in der Burg Egloffstein Trauungen vorzunehmen.<br />

Da kamen einige hundert Paare aus <strong>ganz</strong> Deutschland, um<br />

das einmalige Flair zu genießen. Zum Abschluss feierten sie<br />

dann beispielsweise in der Hochzeitsscheune in Hundsboden<br />

und in der hierfür einladenden Hotellerie in Egloffstein<br />

und Umgebung. Noch heute biete ich Führungen durch die<br />

gewaltigen Gemäuer an, die über dem Trubachtal thronen.<br />

Oder ich zeige die insgesamt acht Osterbrunnen in Egloffstein<br />

und den Ortsteilen. Einige Male im Jahr bin ich auch<br />

Reiseleiter durch die Fränkische Schweiz. Das ist ein großes<br />

Glück, dass ich anderen zeigen kann, wo ich wohnen darf.<br />

So ist es kein Wunder, dass es Oleg Popov bei uns so gut<br />

gefallen hat. Seine letzten Jahre hat der weltberühmte<br />

Clown in Egloffstein gelebt, hier liegt er begraben. Von<br />

hier aus kann er das Paradies sehen – das irdische.<br />

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Übersicht der PR-Bildbeiträge<br />

Wir danken den folgenden Firmen, Einrichtungen und Verbänden, die mit ihren<br />

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.<br />

Simon Hegele Gesellschaft 24 – 25<br />

für Logistik und Service mbH<br />

www.simon-hegele.com<br />

Klinikum <strong>Forchheim</strong>-Fränkische 26 – 27<br />

Schweiz gGmbH<br />

www.klinikum-forchheim.de<br />

Lebenshilfe für Menschen 42 – 43<br />

mit geistiger Behinderung<br />

e. V. <strong>Forchheim</strong><br />

www.lebenshilfe-forchheim.de<br />

Liapor GmbH & Co. KG 87<br />

www.liapor.com<br />

NAF Neunkirchener Achsenfabrik AG 44 – 45<br />

www.nafaxles.com<br />

Schmetterling Reise- und 58 – 61<br />

Verkehrs-Logistik GmbH<br />

www.schmetterlingreisen.de<br />

Schmetterling International 62 – 63<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.schmetterling.de<br />

Johann Seubert 93<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.johannseubert.de<br />

Siemens Healthineers AG 76 – 77<br />

www.siemens-healthineers.com<br />

Sparkasse <strong>Forchheim</strong> 78 – 79<br />

www.sparkasse-forchheim.de<br />

SPL Powerlines Germany GmbH 94 – 95<br />

www.powerlines-group.com<br />

Stadtwerke <strong>Forchheim</strong> GmbH 96 – 97<br />

www.stadtwerke-forchheim.de<br />

Obst Trautner GmbH 105<br />

www.obst-trautner.de<br />

Volksbank <strong>Forchheim</strong> eG 118 – 119<br />

www.volksbank-forchheim.de<br />

Gebr. Waasner<br />

Elektrotechnische Fabrik GmbH 120 – 121<br />

www.waasner.de<br />

Das <strong>Landkreisbuch</strong> „Der Landkreis <strong>Forchheim</strong> – <strong>ganz</strong> <strong>persönlich</strong>“ wird herausgegeben in einer Buchreihe der<br />

neomediaVerlag GmbH, in der bisher folgende Bücher erschienen sind:<br />

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