Landkreisbuch Forchheim ganz persönlich

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Das Forchheimer Land leuchtet mit seiner reichen Geschichte und grandioser Naturkulisse. Zwischen herrschaftlichen Burganlagen, prächtigen Schlössern, romantischen Mühlen und Tropfsteinhöhlen lockt das Tor zur Fränkischen Schweiz mit einer einzigartigen Reise in die Vergangenheit. Das felsige, höhlenreiche Karstgebiet um Forchheim ist nicht nur ein Traumrevier für Fledermäuse und begeisterte Wissenschaftler – es ist auch ein beliebtes Wander- und Kletter-Eldorado.

Nebenbei bietet der Landkreis Forchheim, der zur Metropolregion Nürnberg gehört, die höchste Brauereidichte der Welt und verwöhnt seine Besucher mit fränkischen Leckerbissen und lebendiger Kultur.
Unsere ganz persönliche Reise ins Forchheimer Land wird Ihre Sinne anregen und Ihren Horizont erweitern.

Landkreis Forchheimganz persönlich


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Gräfenberg

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neomediaVerlag GmbH

in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Forchheim


Impressum

Herausgeber

neomediaVerlag GmbH

In der Bredenau 24

28870 Fischerhude

Tel. 04293 68437-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

In Zusammenarbeit mit:

Landkreis Forchheim

Am Streckerplatz 3

91301 Forchheim

Tel. 09191 86-0

poststelle@lra-fo.de

www.landkreis-forchheim.de

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion/Lektorat/Texte

Landkreis Forchheim

Kathrin Schürr/Holger Strehl

neomediaVerlag GmbH,

Günter Poggemann

Udo Güldner

Grafik/Layout

Christiane Golsch

Projektakquise

Matthias Kurz

Bildnachweis

Leonhard Anwander: Seite 21

Prof. Dr. Belohlavek: Seite 12

Benedikt Graf von Bentzel: Seite 15

Gunter Brokt: Seite 22

Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V.:

Seite 47

DAV Forchheim: Seite 116

Dr. Frank Fleischmann: Seiten 37, 38

Dr. Manfred Franze: Seite 41

Christian Frank: Seite 98

Frankentourismus/frs/Andreas Hub:

Seiten 29, 33, 34 links, 35 unten, 49,

52, 56, 57 links, 75, 131 unten

Gero Häußlinger: Seite 67

Armin Helldörfer: Seite 55 links

Andreas Hellmann: Seiten 16, 27, 42,

43, 44, 50, 58, 78, 79, 93, 96, 97, 120, 121

Herbert Herlitz: Seite 66 oben

Rüdiger Hess_geoselect-FotoArt: Seite 81

Reinhard Heydenreich: Seite 70

Andreas Hub: Seiten 31 oben, 115

Roland Huber: Seite 11

Andreas Klupp: Seiten 110, 112 links, 113

Gert Krauthauer: Seite 190

Landratsamt Forchheim: Seiten 13, 18,

54 oben, 65, 69, 85, 86 unten, 91, 92,

109, 112, 130

Herbert Liedel: Seiten 31 unten, 71, 84,

111, 117, 129, 133

Reinhard Löwisch: Seiten 28, 131 oben

Edmund Mauser: Seite 82 oben

Medical Valley: Seiten 102, 103

Bärbel Meister: Seite 32

Johannes Mohr: Seite 89

Ulli Raab: Seiten 100 links, 108

Prof. Dr. Reinhardt: Seite 104

Wolfgang Sack: Seite 23

Peter Schünemann: Seite 74

Peter Sebald: Seite 34 links

Stadt Forchheim-Touristinfo:

Seiten 53, 54 unten, 100 rechts

Erika Strigl: Seiten 122, 125

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz:

Seiten 48, 86 oben, 99, 123

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz/

Roland Hohe: Seiten 9, 66 unten

Tourismuszentrale Fränkische Schweiz/

Florian Trykowski: Seiten 11, 12 oben, 17,

19, 35 oben, 51, 55 rechts, 57 rechts, 73,

82 unten, 83, 124, 127

Erich Wirth: Seiten 134, 135

Michael Wuttke: Seiten 106, 107

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit

nicht anders vermerkt, von den jeweiligen

Personen und Unternehmen.

Printed in Germany 2020

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen

der Autoren Darstellungen und Bilder der

Firmen und Einrichtungen zugrunde, die

mit ihrer finanziellen Beteiligung das Erscheinen

des Buches ermöglicht haben.

Druck

BerlinDruck GmbH + Co KG

28832 Achim

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im

Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-89-5

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird teilweise auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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Inhalt

8 Mehr als ein touristisches Idyll

Landrat Dr. Hermann Ulm

10 Helfen, wenn Worte

fehl am Platze sind

Prof. Dr. Dieter Belohlavek

14 Die Freizeit erleben auf einer

barocken Schlossanlage

Benedikt Graf von Bentzel

16 Vorreiter in Sachen Bildung

Wolfgang Blos

20 Die Sorge um die Natur

als Herzensangelegenheit

Gunter Brokt

24 Vom Dienstleister zum

Innovationspartner

Simon Hegele Gesellschaft für Logistik

und Service mbH

26 Versorgung auf höchstem Niveau

zum Wohle der Menschen

Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH

28 Viele kleine Kulturdenkmale

in der Fränkischen Schweiz

Edwin Dippacher

30 Die Burgruine Neideck – Wahrzeichen

der Fränkischen Schweiz

Anton Eckert

32 Wallfahrtsorte in der Region als

Stützpunkte des Glaubens

Martin J. Emge

36 Der Unendlichkeit des Weltalls

am Feuerstein auf der Spur

Dr. Frank Fleischmann

40 Vergangenheitsbewältigung

gehört zur Heimat

Dr. Manfred Franze

42 Hilfe zur Selbsthilfe

Lebenshilfe für Menschen mit geistiger

Behinderung e. V. Forchheim

44 Antworten auf die

Herausforderungen von morgen

NAF Neunkirchener Achsenfabrik AG

5


Inhalt

46 Denkmal und touristischer Leuchtturm

Johannes Füngers

50 Eine Genussreise durch den

Landkreis mit Geschichte

Dr. phil. Dieter George

56 Grundstein für Ernährung,

Kultur und Tourismus

Hermann Greif

58 Reisen und Mobilität für die Region

Schmetterling Reise- und Verkehrs-Logistik GmbH

62 Der Komplett-Dienstleister

für Reisebüros

Schmetterling International GmbH & Co. KG

64 Kennenlernreise durch den Landkreis

mit dem Notfallkoffer

Dr. Ursula Greiner

68 Mehr als eine deutsch-französische

Partnerschaft

Reinhard Heydenreich

72 Paradiesischer Ausblick,

Genuss und Erholung pur

Georg Hötzelein

76 Für eine optimale Gesundheitsversorgung

der Zukunft

Siemens Healthineers Medizintechnik

78 Höchste Expertise und

gesellschaftliche Verantwortung

Sparkasse Forchheim

80 Gemeinschaft erleben bei der

herrlichsten Nebensache der Welt

Edmund Mauser

84 Das Glück, im Paradies zu leben

Christian Meier

87 Pautzfelder Blähton für ganz Europa

Liapor GmbH & Co. KG

88 Ein Traumrevier für begeisterte

Fledermaus-Forscher

Dr. Friedrich Oehme

90 Eine fruchtbare Zusammenarbeit

für behinderte Menschen

Dr. Rolf-Christian Platzek

93 Partner beim Erdbau und Transport

von Obst und Gemüse

Johann Seubert GmbH & Co. KG

6


94 Als Oberleitungsspezialist überall

in Deutschland im Einsatz

SPL Powerlines Germany GmbH

96 Nachhaltigkeit beginnt vor Ort

Stadtwerke Forchheim GmbH

98 In Freizeit und Beruf

den Landkreis erobert

Ulli Raab

102 Innovationen für Gesundheit

aus Forchheim

Prof. Dr. Ing. Erich R. Reinhardt

105 Frisches Obst seit mehr

als 70 Jahren

Obst Trautner GmbH

106 Körbe voller Musik

Franz-Josef Saam

108 Musik bis zum letzten Schnaufer

David Saam

110 Atemberaubende Aussichten

im Vorbeilaufen

Alfred Schmitt

114 Wo Träume beginnen

und Großes zu Hause ist

Dr. Ulrich Schürr

118 Regionalbank mit Innovationsgeist

Volksbank Forchheim eG

120 Technologischer Vorsprung

aus Oberfranken

Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik GmbH

122 Die Landschaft der Fränkischen

Schweiz als Inspiration

Erika Strigl

126 Arbeiten im Herzen der Metropolregion

Dr. Michael Waasner

128 Erlebte und gelebte Ökumene

in der Fränkischen Schweiz

Günther Werner

132 Bei der Elektromobilität ganz weit vorne

Erich Wirth

136 Übersicht der PR-Beiträge

7


LANDRAT DR. HERMANN ULM

u

GANZ PERSÖNLICH

Dr. Hermann Ulm | Landrat

geb. 1976 in Forchheim; nach dem Abitur am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim 1996

bis 2000 Studium Lehramt an Hauptschulen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg |

2001 vertiefende Studien im Fach Geographie an der Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg und an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg | 2001 bis 2003 Vorbereitungsdienst

als Lehramtsanwärter an der Volksschule Litzendorf | 2003 bis 2006 Lehrer

an der Hauptschule Gräfenberg | 2006 bis 2008 Abordnung im Rahmen der Förderung

des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Lehrerbildung (Promotionsförderung) an den

Lehrstuhl für Didaktik der Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg, Promotion zum

Doktor der Philosophie am Institut für Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg |

2008 bis 2014 1. Bürgermeister der Gemeinde Kunreuth | 2008 bis 2010 Lehrer an der

Hauptschule Gräfenberg | 2008 bis 2011 Teilabordnung zur Verstärkung des Praxisbezugs

in der Lehrerbildung an den Lehrstuhl für Didaktik der Geographie der Universität

Erlangen-Nürnberg | 2010 bis 2014 Konrektor an der Grund- und Mittelschule Kirchehrenbach

| 2011 bis 2014 Lehrbeauftragter im Bereich Geographie/Geographiedidaktik an der

Universität Erlangen-Nürnberg | seit 2014 Landrat des Landkreises Forchheim

Mehr als ein

Liebe Leser,

touristisches Idyll

als vor mehr als 200 Jahren die romantischen Dichter Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder ihren

berühmten Spaziergang durch das Muggendorfer Gebürg machten, da haben sie den Grundstein für all das gelegt,

was heute die Fränkische Schweiz ausmacht.

D

ie Dichter waren von der einzigartigen Landschaft

begeistert, lobten das hiesige Bier und die Gastfreundschaft

der Einwohner. Man könnte beinahe

glauben, dass sich seither kaum etwas geändert

hat. Dabei hat sich der Landkreis glänzend entwickelt, ohne

seine Wurzeln zu vergessen.

Wenn heute Reisende durch das Wiesenttal und seine Nebentäler

wandern und klettern, Kanu fahren oder mit dem

Rad die Region erkunden, dann wandeln sie auf den Spuren

dieser Pioniere. Sie finden bizarre Felsformationen und

geheimnisvolle Höhlen, erfreuen sich an ruhigen Wäldern

und klaren Bächen. Sie erleben aber auch das größte zusammenhängende

Kirschenanbaugebiet Europas, historische

Schwimmbäder und archäologische Sensationen. Wo sonst

finden sich auf so kleinem Raum so viele Sehenswürdigkeiten

...

Wir haben Kleinode wie die Dampfbahn Fränkische Schweiz,

mit der man hautnah erleben kann, wie es vor 100 Jahren

8


Blick über Streitberg

war, wenn man von A nach B wollte. Wir bieten den Wildpark

Hundshaupten, der nicht nur Kindern und Jugendlichen

die oftmals erste Begegnung mit heimischen und exotischen

Tieren ermöglicht. Bei uns kann man den Obstbauern bei der

Ernte und der Herstellung edler Brände über die Schulter

schauen.

Und ein erfindungsreicher Bäckermeister berichtet, wie er

das erste Elektroauto Bayerns auf die Straße gebracht hat.

Wir dürfen uns freuen über so viele neugierige, engagierte

und erfolgreiche Menschen. Hören Sie sich deren Geschichten

an, die eine ganz persönliche Sicht auf Land und Leute

geben.

Schauen Sie sich persönlich bei uns um und

lernen Sie die großartigen Menschen kennen,

die in einer spektakulären Landschaft leben.

Dr. Hermann Ulm

Traditionen spielen in unserem Landkreis eine ganz wichtige

Rolle. Sei es das reiche kirchliche Leben, das die Gemeinden

geprägt hat. Denken Sie nur an die zahllosen Kirchen und

Kapellen, die Martern und Bildstöcke. Aus einer Grenzlage

zwischen dem katholischen Bamberg und den protestantischen

Städten Nürnberg und Bayreuth hat sich ein religiöser

Flickenteppich gebildet, der eine unglaubliche Vielfalt bereithält.

Dazu zählen auch die Hunderte Burgen und Schlösser,

Wehrkirchen und Ruinen. Sie geben der Fränkischen Schweiz

ihr unverwechselbares Gesicht. So wie die farbenprächtigen

Osterbrunnen, die Jahr für Jahr Zehntausende Schaulustige

aus ganz Deutschland in die Dörfer auf der Jura-Hochfläche

locken.

So vielseitig unser Landkreis ist, so vielstimmig sind auch

die Beiträge, die Sie hier nachlesen können. Ein Gastwirt

spricht darüber, vor welchen Herausforderungen sein altehrwürdiger

Familienbetrieb steht. Ein Fledermaus-Experte

verrät, wie er den scheuen Gestalten des Nachts auf den

Pelz rückt. Ein Marathonläufer schwärmt von seinen Laufstrecken

durch eine Gegend, in der andere Urlaub machen.

Der Landkreis Forchheim ist jedoch mehr als nur ein touristisches

Idyll. Er ist auch ein ökonomisch starkes Gebiet,

in dem die Landwirtschaft, der Tourismus, das Handwerk,

Handel und Dienstleistungen und nicht zuletzt die Industrie

den Einwohnern eine exzellente Lebensgrundlage bieten.

Wir sind nahe genug an den Zentren der Europäischen Metropolregion

Nürnberg und profitieren von Weltmarktführern

in Medizin-, Elektro- oder Halbleitertechnik. Einige dieser

Firmen stellen sich in dem Buch ausführlicher vor und haben

damit dieses erst möglich gemacht. Herzlichen Dank dafür!

In Oberfranken sind wir dank engagierter Unternehmer sowie

glänzend ausgebildeter Mitarbeiter der Landkreis mit

den besten Zukunftsaussichten.

Wenn Sie dieses Buch aufschlagen, finden Sie viele spannende,

wissenswerte und unterhaltsame Dinge. Belassen

Sie es aber nicht nur beim Lesen. Schauen Sie sich persönlich

bei uns um und lernen Sie die großartigen Menschen

kennen, die in einer spektakulären Landschaft leben.

Es lohnt sich.

Herzlichst, Ihr

Dr. Hermann Ulm

Landrat des Landkreises Forchheim

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GUNTER BROKT

u

GANZ PERSÖNLICH

Gunter Brokt

geb. 1938 in Wohlau, heute Polen, seit 1945 ansässig im Landkreis Forchheim |

gelernter Installateur | Technische Schule Kaufbeuren Bundeswehr Ausbildung zum

Flugzeugmechaniker | Umschulung zum Heizungsmonteur | 25 Jahre Hausmeister

Krankenhaus Forchheim | 1991 Umweltpreis | 2003 Umweltmedaille des Freistaats

Bayern | 2008 Naturschutzwächter des Jahres | 2009 Ehrennadel der Stadt Forchheim |

2009 Bürgerpreis | langjähriger Vorstand Kanarien- und Exotenverein | Gründungs- und

Vorstandsmitglied (ab 2008) der Umweltstation Liasgrube Unterstürmig | Mitglied

Landesbund für Vogelschutz | Mitglied runder Tisch der Heunhütte | Gründungs- und Vorstandsmitglied

des Landschaftspflegeverbandes | 2015 Umweltschutzpreis | sieben Jahre

Biberbeauftragter Landkreis Forchheim | bis heute 31 Jahre ehrenamtlicher Naturschutzwächter

Landkreis Forchheim | 2019 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande

Die Sorge um die Natur als

Herzensangelegenheit

Schon als Kind fühlte ich mich mit der Natur des Landkreises verbunden – eine Verbindung,

die bis heute anhält und mich Zeit meines Lebens geprägt hat.

I

m Jahre 1945 bin ich mit meiner Familie während des

Krieges aus meiner Geburtsstadt geflohen und nach

anstrengender Reise in Eggolsheim angekommen. Mit

meinen Schulkameraden waren wir in unserer Freizeit

regelmäßig im Aischgrund, am Hetzlesser Berg und im Gebiet

der Büg unterwegs, welche heute allesamt Naturschutzgebiete

sind. Dadurch fühlte ich mich früh mit der Natur

im Forchheimer Land verbunden. In den folgenden Jahren

habe ich mich daher neben meinem Familien- und Berufsleben

stets weitergebildet. Dabei merkte ich recht schnell,

dass unsere Natur mehr und mehr in den Hintergrund rückt.

In der Anpassung an die rasant wachsende Bevölkerung

dehnen sich Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete ständig

weiter aus. Dies bedingt eine ausgeprägtere Infrastruktur.

In diesem Prozess wird aber immer mehr Schützenswertes

verloren, was nicht unerkannt am Staat und dem Landkreis

vorbeiging. Aus diesem Grund wurde die Naturschutzwacht

ins Leben gerufen. Als ich sehen musste, dass ebenfalls die

Spielstätten meiner Kindheit zu leiden begannen, entschloss

ich mich 1978 der Naturschutzwacht beizutreten. Zu diesem

Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt,

denn ich ahnte nicht, welche Ausmaße die Rücksichtslosigkeit

der Natur gegenüber annehmen kann – egal ob bei der

Müllablagerung im Quellgebiet der Wassergewinnung des

Landkreises oder an verschiedensten weiteren Stellen. Kontrollen

von Feuerstellen (Johannisfeuer) sowie Kontrollen

von Zeltplätzen in der Ferienzeit und viele andere Aufgaben

kamen hinzu. Noch heute werde ich regelmäßig kontaktiert,

um verletzte Tiere wieder aufzupäppeln. Dennoch gibt es

einige große Projekte, auf die ich gerne zurückblicke.

20


Kopfeichen am Hetzleser Berg

Eines der ersten Projekte, welches mich begeisterte, war die

„IGA“ Gartenausstellung in München und später in Bamberg,

bei der ich mit meinen Kollegen den Landkreis Forchheim

vertreten durfte. Während in München die Naturschutzgruppe

des Landkreises erstmals ihre Arbeit und Anliegen

in Wort und Bild vorstellen konnte, war ich als Biberberater

in Bamberg mit einer Ausstellung rund um den Biber aktiv.

Aufgrund massiver Flussbegradigungen, Einschränkungen

der Teichwirtschaft und der sich immer weiter ausdehnenden

Landwirtschaft und Fischerei wurde der Lebensraum des

Bibers immer weiter beschnitten. Dies barg einiges an Konfliktpotenzial,

da Biber und Landwirtschaft immer öfter um

Flächen konkurrierten. Vielerorts herrschte die Meinung, der

Biber sei ein Schädling, der hier nicht heimisch ist und durch

Dammbau Ackerland überschwemmt. Andererseits wurde

großer Aufwand betrieben, diese hier einst ausgerotteten

Tiere wieder anzusiedeln und in der Folge zu schützen. Nach

unzähligen Vorträgen, Ausstellungen und Begehungen vor

Ort im Landkreis Forchheim habe ich aber heute das Gefühl,

dass sich Mensch und Biber allmählich wieder aneinander

gewöhnt haben. Ein sehr zu begrüßender Wandel.

Eines meiner frühesten Projekte war die Umweltstation Liasgrube.

Diese wurde im Gebiet der ehemaligen Tongrube bei

Unterstürmig nach Rückkauf durch die Gemeinde Eggolsheim

gegründet. In diesem im Landkreis Forchheim einzigartigen

Biotop sind viele seltene Arten heimisch. Ein ganz besonderes

Schmankerl waren dabei die Gelbbauchunke und der

Flussregenpfeifer.

21


GUNTER BROKT

u

GANZ PERSÖNLICH

langen Jahren wurde erreicht, dass das Naturschutzgebiet

in seiner Form durch meine Arbeit als Naturschutzwächter

nicht nur erhalten bleibt, sondern sogar Teile der industriell

genutzten Sandachse wieder renaturiert werden. Dazu war

es oftmals nötig, die Politik im Landkreis etwas zu ärgern.

Ein Beispiel hierfür ist das von mir gebaute Wasserrad mit

den Konterfeis der Stadträte und Bürgermeister, welches

sich lange Zeit im Forchheimer Bächla drehte und den Stadträten

die Köpfe kühlte.

Ursprünglich diente die Umweltstation Schulungen zum

Thema Umwelt. Heute haben sich die dort ansässigen

Aktivitäten vervielfacht. So sind zwei ganze Hüttendörfer

entstanden, welche für Tagungen, Vereine oder Schulklassen

genutzt werden können. Da dieses Angebot großen Anklang

fand, habe ich mich entschlossen, meine Sammlung von

Vogelpräparaten in etwa 110 Schaukästen, die ich in über

50-jähriger Arbeit gesammelt und erstellt hatte, zur Gründung

eines Vogelmuseums bereitzustellen. Dieses wird bis

heute ebenfalls von Schulklassen gerne besichtigt.

Vielleicht das Herzstück meiner jahrelangen Arbeit ist das

Naturschutzgebiet Büg und die sich anschließende Sandachse.

Sand ist eine der meistgenutzten Ressourcen auf

diesem Planeten. Allerdings sind diese Gebiete nicht nur

hervorragend zur Ressourcengewinnung geeignet, sondern

auch Lebensraum vieler seltener Pflanzen- und Tierarten.

Aus diesem Grund war es wichtig, auch hierfür ein Bewusstsein

in der Bevölkerung zu schaffen. Dabei wurde im

Rahmen verschiedenster Begehungen (Vogelstimmenwanderungen,

Schulausflüge in der Sandachse, naturkundliche

Wanderungen und Müll-Beseitigungsaktionen) und Vorträge

die Vielfalt dieses Lebensraumes und seine essenzielle Bedeutung

für die dort ansässigen Arten thematisiert. Nach

Neben dem akuten Schutz der Natur im Landkreis Forchheim

war es während all der Zeit immer eines meiner wichtigsten

Anliegen, ein Gespür für die Bedeutung der wunderschönen

und schützenswerten Natur in unserem Landkreis an die

nächste Generation weiterzugeben, indem sie die Natur und

ihre Wunder aus nächster Nähe erlebt. Noch heute besuche

ich daher gerne Schulklassen oder führe Begehungen in die

Naturschutzgebiete des Landkreises. Ein Sinnbild für diesen

Kreislauf ist der von mir gebaute Brunnen am Klinikum

Forchheim. Dieser zeigt Geburt und Tod und den wunderbaren

Teil dazwischen. Auch wenn heute der Körper nicht mehr

so will wie vor 31 Jahren, sind mir die regelmäßigen Aufenthalte

in der Natur und die Tätigkeit für den Naturschutz auch

heute noch eine Herzensangelegenheit. Daher habe ich vor,

noch lange weiterzumachen. Für Interessierte wird also in

19 Jahren eine Stelle frei.

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Büg bei Eggolsheim

Neben dem akuten Schutz der Natur im Landkreis Forchheim war es

während all der Zeit immer eines meiner wichtigsten Anliegen, ein Gespür

für die Bedeutung der wunderschönen und schützenswerten Natur in

unserem Landkreis an die nächste Generation weiterzugeben.

Gunter Brokt

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JOHANNES FÜNGERS

u

GANZ PERSÖNLICH

Johannes Füngers

Vorsitzender Dampfbahn Fränkische Schweiz e. V.

geb. 1939 in Essen | Ausbildung zum Starkstromelektriker | Studium

der Energietechnik in Essen | 1962 bis 1996 Ingenieur bei Siemens in

Erlangen im Schiffbau | seit 1974 Mitglied der Dampfbahn Fränkische

Schweiz e. V. (DFS), 1982 bis 1998 Vorsitzender und oberster Betriebsleiter

der DFS, seit 2016 erneut Vorsitzender der DFS | seit 2013

stellvertretender Vorsitzender des Verbandes deutscher Museumsund

Touristikbahnen | 2002 bis 2009 Eisenbahn-Betriebsleiter bei

Regental Cargo

Denkmal und

touristischer Leuchtturm

Die Museumsbahn im Wiesenttal prägt nicht nur mein Leben seit 45 Jahren. Sie ist ein Beispiel ehrenamtlichen

Engagements, denn ohne die DFS gäbe es eine der schönsten Nebenbahnen Deutschlands längst nicht mehr. Die

Einstufung der Strecke als Denkmal ist auch Anerkennung dieses Einsatzes und ihrer Bedeutung für den Tourismus.

M

it dem Eisenbahn-Bazillus muss ich wohl bei

der Evakuierung im Zweiten Weltkrieg infiziert

worden sein. Da ist mir bei Dunkelheit mein

Teddy aus der Hand gefallen und zwischen

Zug und Bahnsteigkante auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Nach dem Studium hatte ich mich bei Siemens

als Konstrukteur für Eisenbahnen beworben. Doch mein

Chef brauchte dringend jemanden im Schiffbau. Zum Glück

blieb es dabei dann auch, denn sonst wäre die Eisenbahn

kaum mein Hobby geworden. Als sich vor 45 Jahren die DFS

gründete, lag es nahe, dass ich mich einbrachte. Damals

war absehbar, dass die Deutsche Bundesbahn den Abschnitt

Ebermannstadt – Behringersmühle einstellen würde, was

dann 1976 geschah. Die Strecke als Verein zu kaufen, zu

unterhalten und zu betreiben, ist nichts, was ein Einzelner

bewerkstelligen kann, sondern die Leistung eines starken

Teams. Ich will aus dem Kreis der gut 400 Mitglieder beispielhaft

als Aktive und Motoren von Anbeginn nur Siegfried

Fuchs, Lutz Reincke, Alfred Trabert sowie Werner und Manfred

Vierling erwähnen – und nicht zuletzt unsere damalige

Vorsitzende, die Landtagsabgeordnete, Freifrau Gudila von

Pölnitz. Sie hat maßgeblichen Anteil daran, dass wir nach

dem Kauf der Strecke vom Bayerischen Staatsministerium

für Wirtschaft und Verkehr die Betriebsgenehmigung erhielten,

als Verein diese Eisenbahn betreiben zu können.

So konnte am 9. August 1980 der erste Zug unter Regie

46


Dampfbahn Fränkische Schweiz

der DFS fahren. Zum Einsatz kam der im Jahr zuvor von der

Regentalbahn gekaufte 1937 gebaute Dieseltriebwagen

VT 70 919, der in den 1950er-Jahren von Bamberg aus planmäßig

das Wiesenttal befuhr. Er steht seit vielen Jahren

unter Denkmalschutz und wird gegenwärtig einer aufwendigen

Hauptuntersuchung unterzogen. 1983 schließlich erfüllte

sich mit der Inbetriebnahme unserer 1923 gebauten

Dampflok „Nürnberg“, die wir zuvor einer siebenjährigen

Kur unterzogen hatten, der Vereinsname „Dampfbahn“.

Die Fahrten mit dem Dampfzug sind mehr denn je ein Besuchermagnet.

Seit vielen Jahren fahren die Museumszüge

von Anfang Mai bis Ende Oktober nach festem Fahrplan

an allen Sonn- und Feiertagen. Jährlich erfreuen sich über

25.000 Fahrgäste des Erlebnisses einer historischen Bahnfahrt

durch das romantische Wiesenttal. Für viele ist es ein

Stück des entspannten Genießens, aber auch die Begegnung

mit Eisenbahntechnik und Reisekultur vergangener Jahrzehnte.

In welchem Zug kann man heute noch ein Fenster

öffnen, geschweige denn auf einer offenen Plattform sich

Und nicht zuletzt kann man sich vergegenwärtigen,

dass die Eisenbahngeschichte im Wiesenttal

eine Geschichte des Bahnbaus auf Raten ist.

Johannes Füngers

den Fahrtwind um die Nase wehen lassen? Die Museumsbahn

bietet auch die Chance, unterwegs Station zu machen,

die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu besuchen,

oder einen Teil des Weges wandernd oder mit dem Fahrrad

zurückzulegen.

Und nicht zuletzt kann man sich vergegenwärtigen, dass die

Eisenbahngeschichte im Wiesenttal eine Geschichte des

Bahnbaus auf Raten ist. Denn angesichts des Streits um die

Trassenführung – die Gößweinsteiner wollten zunächst, dass

die Eisenbahn von Ebermannstadt aus nicht im Tal, sondern

in den Wallfahrtsort hoch über dem Wiesenttal geführt wird

– wurde das letzte Teilstück der Strecke bis Behringersmühle

47


JOHANNES FÜNGERS

u

GANZ PERSÖNLICH

Chance, die Anlagen in dem Zustand zu erhalten und

denkmalgerecht zu restaurieren, wie wir sie übernommen

haben. Ein Fachbericht, den wir auf Anregung des Landrates

und des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in

Auftrag gegeben hatten, zieht folgendes Fazit: „An dieser

Bahnstrecke ist nicht nur die Summe der erhaltenen historischen

Elemente besonders, auch die Berücksichtigung der

umliegenden Landschaft bei Streckenführung und Ausführung

der Kunst- und Hochbauten prägt vor allem den letzten

Streckenabschnitt zwischen Gößweinstein und Behringersmühle.

Hierfür waren, ähnlich wie bei der Trassenwahl im

Allgemeinen, die landschaftliche Schönheit und der bereits

bestehende Fremdenverkehr ausschlaggebend.“

Bis zum heutigen Tage wird der Betriebsdienst der Museumsbahn

ausschließlich und der Unterhalt von Strecke

und Fahrzeugen weitestgehend ehrenamtlich bestritten.

Das ist eine enorme Leistung. Allein das Freihalten der

16 km Strecke von Bewuchs erfordert ständig große Anstrengungen,

wie sich jeder Gartenbesitzer vorstellen kann.

Von Gleisbau- und Brückenarbeiten ganz zu schweigen.

Und bei allen Fahrzeugen steht spätestens nach acht

Jahren eine Hauptuntersuchung an.

erst im Oktober 1930 eingeweiht. Dies war dann zugleich

die letzte Eröffnung einer Nebenbahn in Bayern. Dem

langen Erbauungszeitraum von 40 Jahren entsprechend

sind auch die Empfangsgebäude der Bahnhöfe architektonisch

vielfältig.

Unser Betriebshof in Ebermannstadt bietet den historischen

Fahrzeugen – zum Glück seit 2011 auch den Reisezugwagen

– nicht nur ein schützendes Dach, sondern ist auch der Ort

der Arbeiten. In den zurückliegenden Jahren hat die DFS

bewiesen, dass diese Museumsbahn keine Eintagsfliege,

sondern eine nachhaltig arbeitende Institution ist. Wir sind

guten Mutes, dass der Status der Strecke als Denkmal dabei

hilft, auch weiterhin die Zukunft zu sichern. Zur Nachhaltigkeit

gehört ebenfalls, aktive Mitglieder für unsere Museumsbahn

zu begeistern. Wir freuen uns deshalb über Jugendliche,

die ein sinnvolles Hobby suchen, Menschen, die ihre

berufliche Erfahrung einbringen oder einen Ausgleich zu

ihrer beruflichen Tätigkeit anstreben, und Menschen,

die ihren beruflichen Ruhestand einer reizvolle Aufgabe

widmen wollen.

Wir sind dankbar, dass unsere Strecke seit 2017 unter

Denkmalschutz steht. Als Museumsbahn haben wir die

48


49


CHRISTIAN MEIER

u

GANZ PERSÖNLICH

Christian Meier | Geschäftsführer Tourismusverein Egloffstein

geb. 1941 in Erlangen, aufgewachsen in Höfles auf dem Bauernhof | nach der Schulzeit mit

mittlerem Abschluss Ausbildung zum Bankkaufmann in Nürnberg | ab 1966 im Bankhaus Schmidt

in verschiedenen Sachgebieten tätig | ab 1976 Geschäftsführer der Raiffeisenbank Egloffstein,

dabei ehrenamtlich 23 Jahre Vorsitzender des Kreisverbandes Forchheim im Genossenschaftswesen

| 1976 bis 2008 1. Bürgermeister des Marktes Egloffstein | zahlreiche ehrenamtliche

Tätigkeiten, u. a. Geschäftsführer des Tourismusvereins Egloffstein | 18 Jahre Kreisrat im Landkreis

Forchheim und im Vorstand des Bayer. Gemeindetages | mehr als 50 Jahre bei den Egloffsteiner

Burgspatzen und Sänger im gemischten Chor Egloffstein, davon 10 Jahre 1. Vorsitzender

des Gesangvereins und immer noch Vorsitzender des Fränkische-Schweiz-Vereins Egloffstein |

verschiedene Auszeichnungen, u. a. Ehrenbürger des Marktes Egloffstein, kommunale

Verdienstmedaille des Freistaates Bayern, Ehrenmedaille des Bezirkes Oberfranken

Das Glück,

im Paradies zu leben

Manchmal bin ich mit meinem alten Bulldog in meinem kleinen Waldstück am Zaunsbacher Berg, um Bäume

zu fällen. Wenn ich dann abends auf dem Rückweg bin, kommt es vor, dass die Sonne auf die Pfarrfelsen von

Egloffstein scheint.

D

ann schalte ich einen Gang zurück und denke

mir, welch Glück es doch ist, dass wir in diesem

Gottesgarten leben dürfen. Erst jetzt, da ich im

Ruhestand bin, kann ich das ermessen. Dass wir

in einem Paradies leben, das war mir aber schon klar, als

ich Mitte der 60er-Jahre hierher in den berühmten Luftkurort

kam. Damals lernte ich den Landkreis bis in den letzten

Winkel kennen. Ich war Geschäftsführer der Raiffeisen-Genossenschaften,

die mit Waren und Krediten die Landwirte

versorgten. Diese Lehrjahre machten mich so bekannt, dass

ich hernach in den Kreistag gewählt wurde.

Schwammkalkfelsen in Streitberg

Seit beinahe fünfzig Jahren bin ich mit meiner Frau Lilo in

ganz Deutschland unterwegs, um unsere wunderschöne Heimat

noch bekannter zu machen. In den 80er-Jahren waren

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Burg Egloffstein

wir sogar mit einer überlebensgroßen Pappmaché-Nachbildung

einer Tropfsteinhöhle auf Freizeit- und Tourismusmessen

in Hamburg, Köln und Berlin. Ohne Lilo wäre ich

nie in Egloffstein gelandet. Sie hat mich auf all die Sehenswürdigkeiten

hingewiesen: die malerischen Felsenkeller,

das historische Schwimmbad, die einmaligen Kletterfelsen.

Aus ganz Europa und Fernost kommen die Gäste. Sie bringen

unserer Gegend, die nicht mit großen Industriebetrieben

gesegnet ist, das nötige Geld, damit unsere Familien hier

bleiben können. 40.000 Übernachtungen im Jahr habe ich

gezählt. Als gelernter Bankkaufmann bin ich auch ein Mann

der Zahlen. Statt der großen Beherbergungsbetriebe mit 60

und mehr Betten mitten im Ort für Busreisende gibt es jetzt

Ferienwohnungen im Schlehenmühler Tal für Familien und

Individualurlauber. Das hat sich sehr gut entwickelt.

Wenn ich so über diese Jahre nachdenke, in denen der

Fremdenverkehr im Trubachtal auf ganz neue Füße gestellt

wurde, dann finde ich es sehr schade, dass kaum jemand

mehr Freifrau Gudila von Pölnitz erwähnt. Sie war eine sehr

großzügige Dame, die immer auch an unseren Landkreis gedacht

hat. Nicht ohne Grund ist sie Ehrenbürgerin in Egloffstein

und Leutenbach geworden. Mit ihr und dem damaligen

Es ist ein großes Glück, dass ich anderen

zeigen kann, wo ich wohnen darf. So ist es

kein Wunder, dass es Oleg Popov bei uns

so gut gefallen hat.

Christian Meier

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CHRISTIAN MEIER

u

GANZ PERSÖNLICH

Binghöhle Streitberg

Landrat Otto Ammon haben wir über die Schenkung nicht

nur des Schlosses Hundshaupten, sondern auch des benachbarten

Wildparkes verhandelt. Ersteres wurde für viele

Jahre ein kultureller Leuchtturm mit Konzerten, die weit

in die Region hinein gewirkt haben. Als Vorsitzender des

Kuratoriums Schloss Hundshaupten war ich immer dabei.

Luchs im Wildpark Hundshaupten

Letzterer ist noch heute ein starker Anker für die touristische

Entwicklung der ganzen Umgebung.

Schon in den 32 Jahren als Bürgermeister habe ich damit

begonnen, in der Burg Egloffstein Trauungen vorzunehmen.

Da kamen einige hundert Paare aus ganz Deutschland, um

das einmalige Flair zu genießen. Zum Abschluss feierten sie

dann beispielsweise in der Hochzeitsscheune in Hundsboden

und in der hierfür einladenden Hotellerie in Egloffstein

und Umgebung. Noch heute biete ich Führungen durch die

gewaltigen Gemäuer an, die über dem Trubachtal thronen.

Oder ich zeige die insgesamt acht Osterbrunnen in Egloffstein

und den Ortsteilen. Einige Male im Jahr bin ich auch

Reiseleiter durch die Fränkische Schweiz. Das ist ein großes

Glück, dass ich anderen zeigen kann, wo ich wohnen darf.

So ist es kein Wunder, dass es Oleg Popov bei uns so gut

gefallen hat. Seine letzten Jahre hat der weltberühmte

Clown in Egloffstein gelebt, hier liegt er begraben. Von

hier aus kann er das Paradies sehen – das irdische.

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Übersicht der PR-Bildbeiträge

Wir danken den folgenden Firmen, Einrichtungen und Verbänden, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

Simon Hegele Gesellschaft 24 – 25

für Logistik und Service mbH

www.simon-hegele.com

Klinikum Forchheim-Fränkische 26 – 27

Schweiz gGmbH

www.klinikum-forchheim.de

Lebenshilfe für Menschen 42 – 43

mit geistiger Behinderung

e. V. Forchheim

www.lebenshilfe-forchheim.de

Liapor GmbH & Co. KG 87

www.liapor.com

NAF Neunkirchener Achsenfabrik AG 44 – 45

www.nafaxles.com

Schmetterling Reise- und 58 – 61

Verkehrs-Logistik GmbH

www.schmetterlingreisen.de

Schmetterling International 62 – 63

GmbH & Co. KG

www.schmetterling.de

Johann Seubert 93

GmbH & Co. KG

www.johannseubert.de

Siemens Healthineers AG 76 – 77

www.siemens-healthineers.com

Sparkasse Forchheim 78 – 79

www.sparkasse-forchheim.de

SPL Powerlines Germany GmbH 94 – 95

www.powerlines-group.com

Stadtwerke Forchheim GmbH 96 – 97

www.stadtwerke-forchheim.de

Obst Trautner GmbH 105

www.obst-trautner.de

Volksbank Forchheim eG 118 – 119

www.volksbank-forchheim.de

Gebr. Waasner

Elektrotechnische Fabrik GmbH 120 – 121

www.waasner.de

Das Landkreisbuch „Der Landkreis Forchheimganz persönlich“ wird herausgegeben in einer Buchreihe der

neomediaVerlag GmbH, in der bisher folgende Bücher erschienen sind:

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