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EDITORIAL

Foto: © Sascha Kreklau

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Pandemie erhöht den

Druck auf die Bildungsverantwortlichen,

das deutsche

Bildungssystem zu modernisieren.

Mit Beginn der

Schulschließungen waren

plötzlich auch Eltern und

Arbeitgeber mit dessen

Schwachstellen konfrontiert,

beispielsweise mit

der mangelhaften technischen

Ausstattung vieler

Schulen, die das Fernlernen

in den ersten Monaten der Corona-Krise

erschwerte. Die Politik konnte nicht mehr

länger warten und steuert jetzt – endlich

– dagegen. Aktuell bemüht sie sich im

Bereich der Digitalisierung um Schadensbegrenzung.

Die technische Ausstattung von Bildungsorten

bestimmt derzeit die öffentlichen Bildungsdebatten.

In ihrem Schatten stehen

Kinder und Jugendliche, die in den vergangenen

Monaten individuelle Erfahrungen

gemacht haben: Sie reichen von Gefühlen

des Alleinseins bis hin zur Erkenntnis,

bestimmte Aufgaben selbstständig lösen

zu können.

Die kurzfristigen Auswirkungen der Pandemie

auf Kinder und Jugendliche sind vielfältig.

Die langfristigen Folgen müssen wir

genau beobachten. Es zeigte sich jedoch,

dass Kinder und Jugendliche in einem

sicheren Umfeld besser mit den Herausforderungen

dieser Situation zurechtkommen.

Eltern, aber auch Fachkräfte, nehmen hierbei

eine wichtige Vorbildfunktion ein. Worauf

es dabei ankommt und mit welchen

Strategien sie Schülerinnen und Schüler

in dieser Zeit unterstützen können, lesen

Sie im Titelthema dieser Ausgabe.

Herzlichst, Ihr

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

BVA_ZfA_didactaMagazin2013_200x95_5_6.pdf 1 06.03.13 16:43


Bildung

Unterricht in

Corona-Zeiten,

ab Seite10

Deswegen darf

die Digitalisierung

an Schulen nicht

stoppen, ab Seite 42

Inhalt

TITELTHEMA |

KINDER WÄHREND CORONA UNTERSTÜTZEN

4 „Wir schaffen das“

Wie Corona sich auf Kinder auswirkt

6 Humor hilft

Spaß bereichert den Schulalltag

8 Der datenschutzkonforme Elternchat?

Messengerdienste zur Kommunikation

10 Schule mit Fitness-Faktor

Bewegungsangebot trotz Abstandsregeln

BILDUNG

16 Mut zum Lesen

Eine Lehrerin mit Migrationshintergrund

18 Ein Ort des mit- und voneinander Lernens

Die didacta Bildungsmesse 2021

20 Bildung in Kürze

INTERNATIONAL

22 Die Vision vom New Learning

Lernen im 21. Jahrhundert

24 International in Kürze

MEDIEN

26 Mit Dr. Blubber im Labor

So gelingt MINT im Fernunterricht

32 Digitalisierung an Schulen: Sachsens Strategie

Strategien der Bundesländer

36 Medien in Kürze

KITA

38 „Der Raum muss rufen!“

Kita-Experte zu kreativitätsfördernden

Außenspielanlagen

40 Kita in Kürze

SCHULE

42 Mehr gutes Lernen statt nur gutes Lehren

Experte Armin Himmelrath über zukünftige

Schulschließungen

44 Kultur kommt in die Schule

Projekte für kulturelle Bildung

in Berlin

46 Mehr Investment in die Finanzen

Finanzbildung gehört in die Schule

48 Schule in Kürze

2 didacta-magazin.de 4/2020


AUSBILDUNG

50 Der Key-Account-Manager der Azubis

Fachkräfte zu Ausbildungsprofis machen

54 Ausbildung in Kürze

HOCHSCHULE

56 Das Abi entscheidet

Zulassungsbeschränkungen auf dem Prüfstand

58 Hochschule in Kürze

WEITERBILDUNG

60 Homeoffice: So klappt‘s

Tipps für besseres Arbeiten zu Hause

62 Weiterbildung in Kürze

63 Veranstaltungstipps 2020/2021

Fort- und Weiterbildungen für Pädagogen

64 Impressum

Der Verein Vincentino

bringt kulturelle

Bildung in die Berliner

Schulen, ab Seite 44

Zwei Ausgaben gratis lesen, mehr auf Seite 63.

www.boby.bayern.de

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Verantwortlich:


TITELTHEMA

„Wir schaffen das“

Jürg Frick

war Professor an der Pädagogischen

Hochschule Zürich und ist als Berater an

Schulen tätig. Einer seiner Schwerpunkte

ist die Resilienzforschung.

didacta: Ein halbes Jahr sind die Schulschließungen

wegen Corona her. Wie haben das

Schülerinnen und Schüler empfunden?

Jürg Frick: Es gibt Schülerinnen und Schüler, die

die Schulschließungen weniger schlimm empfunden

haben. Sie hatten dadurch mehr Freiheiten und

konnten selbstständig arbeiten. Das sind meist

Schülerinnen und Schüler, die auch im Unterricht

weniger Unterstützung beim Lösen von Aufgaben

benötigen. Für Kinder jedoch, die Mühe haben, sich

in der Schule zu konzentrieren, waren die Schulschließungen

sehr problematisch – auch, weil oft

die Eltern zu Hause nicht helfen konnten. Die Kinder

wurden beim Lernstoff abgehängt. Das hat

sie entmutigt. Die Schere zwischen den Kindern

geht immer weiter auseinander. Was alle Kinder

gemeinsam haben, ist, dass sie unter dem fehlenden

Kontakt gelitten haben.

Welche Auswirkungen hatte das?

Schülerinnen und Schüler, die sich schwer tun, neue

Kontakte zu knüpfen, haben Mühe, Anschluss zu

finden. Wir müssen dennoch abwarten, welche Entwicklungen

dies längerfristig hat. Denn auch hier

gilt: Es wird nicht alle Kinder gleichermaßen treffen.

Manche konnten es durch Spielen mit Geschwistern

kompensieren oder, wenn es keine Kontaktsperren

gab, mit Freunden aus der Nachbarschaft spielen.

Manche Eltern haben sich viel mit den Kindern

beschäftigt und mit ihnen gespielt, was auch die

Eltern-Kind-Beziehung gestärkt hat.

Nun sind die Schulen wieder offen. Trotzdem

müssen Kinder Abstand halten. Was macht das

mit ihnen?

Das ist abhängig von der kognitiven und emotionalen

Entwicklung. Kleine Kinder verstehen es kaum

und vermissen die Nähe sehr. Ab der Mittelstufe

können sie die Abstandsregeln nachvollziehen

und leiden weniger unter der fehlenden Nähe. Wir

müssen ihnen erklären, dass die Vorsichtsmaßnahmen

ein Ende haben werden – schließlich wird

die Pandemie nicht Jahre andauern. Dennoch gilt:

Körperkontakt und Nähe kann man nicht ersetzen.

Lokale Ausbrüche können jederzeit zu Schulschließung

führen. Wie können Lehrkräfte dann

die Schülerinnen und Schüler unterstützen?

Lehrkräfte dürfen nicht aufgeregt sein, keine Panik

machen oder Angst verbreiten. Sondern jedem Kind

zeigen: „Ich bin für dich da, ich bin stabil, auf mich

kann man sich verlassen, gerade in Krisenzeiten, in

denen vieles ungewiss ist“. Ziel ist es, Verlässlichkeit

zu signalisieren. Denn Corona löscht die Menschheit

als Ganzes nicht aus. Wir schaffen das. Das ist ein

wichtiges Signal, gerade weil Kinder genau beobachten

und spüren, wie Erwachsene reagieren, ob sie

panisch werden oder ruhig bleiben. Das ist ein wichtiger

Einflussfaktor auf die Kinder. Wir sind Vorbild.

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Lehrkräfte könnten Kindern anbieten, dass sie sie

immer anrufen können, wenn sie bei Hausaufgaben

nicht weiterkommen. Die Lehrkräfte dürfen nicht

Foto: © Frick

4 didacta-magazin.de 4/2020


Das Lernen in den

vergangenen Monaten ist

vor allem eines: anders.

Es hat psy chische Folgen bei

Kindern und Jugendlichen

verursacht. Diese müssen

nicht nur negativ sein.

Interview Tina Sprung

verzweifeln, sondern müssen Handlungsmöglichkeiten

schaffen. Das ist das wichtigste Hilfsmittel.

Idealerweise schicken sie den Kindern Material und

erkundigen sich täglich bei ihnen, wie es bei dem

Lösen der Aufgaben läuft – auch unabhängig vom

digitalen Unterricht. Wenn die Kinder nicht reagieren,

sollten Lehrkräfte dranbleiben, indem sie zu den Kindern

nach Hause fahren. Kinder müssen das Gefühl

bekommen, der Pandemie nicht ausgeliefert zu sein.

Was kann hier die Politik

zukünftig besser machen?

Schon vor Corona forderte ich wie viele Experten:

größere Klassenzimmer, Aufstockung der Lehrpersonen,

mehr heilpädagogische Fachkräfte, kleinere

Klassen. Jetzt ist es noch wichtiger, dass diese

Forderungen gehört werden, vor allem in der

Personalfrage. Die Gelder fließen gerade größtenteils

in die Digitalisierung. Das ist zu einseitig,

wir müssen überall investieren.

Was können wir aus den

vergangenen Monaten lernen?

Die Vergangenheit und Forschung lehren uns:

Aus jeder Krise gehen viele Menschen auch

gestärkt hervor und nehmen etwas Positives

mit. Ich glorifiziere weder Corona noch andere

Krisen, aber in der Entwicklung der Menschheit

haben wir diese Effekte beobachtet. Kinder

haben jetzt die Möglichkeit, dass sie Dinge

selbstständig, ohne einen Erwachsenen schaffen

– sie bekommen zwar Hilfe bei Aufgaben,

aber erarbeiten sich Lösungsstrategien selbst.

Es gibt Kinder, die berichten, dass sie sich besser

konzentrieren konnten. Es wird spannend, in

den kommenden Jahren über die Erfahrungen

zu sprechen – vor allem über die positiven.

Warum?

Weil das ein wichtiger Teil der Resilienzförderung

bei Kindern und Jugendlichen ist. Es darf nicht nur

darüber gesprochen werden, wie uns die Krise

eingeschränkt und den Alltag erschwert hat. Sondern

auch darüber, was Schülerinnen und Schüler

in den letzten Monaten alles geleistet haben. Sie

haben sich an neue Situationen angepasst und

weitergemacht. Das stärkt ihre psychische Widerstandsfähigkeit.

Ich bin mir sicher, dass sich diese

positive Entwicklung auch in den kommenden

Jahren noch bemerkbar machen wird.

Zum

Weiterlesen:

Prof. Dr.

Jürg Frick

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Titelthema

Humor hilft

Besonders in Krisenzeiten ist es wichtig, Unterricht aufzulockern und Kinder und

Jugendliche zum Lächeln zu bringen. Wie Humor den Schulalltag bereichern kann.

Gastbeitrag Thomas Ortmann

Schülerinnen und Schüler wünschen sich

Lehrkräfte mit Humor – jetzt durch Corona

mehr denn je. Dazu müssen Lehrerinnen

und Lehrer keine Komiker oder Clowns

sein, doch von einer humorvollen Grundhaltung

profitieren auch sie selbst.

Besseres Lernen, bessere Atmosphäre

Humor kann Schülerinnen und Schüler motivieren.

Wenn Lehrkräfte den Lerninhalt mit

lustigen Beispielen, Anekdoten oder Bildern

kombinieren, erregt dies Aufmerksamkeit und

kann die Motivation und das Interesse für den

Inhalt bei der Klasse steigern, wie die Studie

„Humor von Lehrkräften: Zusammenhänge mit

Aufmerksamkeit, Motivation und Lernen von

Schülerinnen und Schülern im Unterricht“ der

Universität Augsburg belegt.

Zudem kann Humor und Lachen die Schüler-

Schüler- und Lehrer-Schüler-Beziehung fördern.

Die Studie der Universität Augsburg konnte

nachweisen, dass angemessen eingesetzter

Humor zu einer weniger gespannten Beziehung

zwischen Lehrern und Schülern führt und Humor

Lehrkräfte sympathischer macht. Dadurch können

sie Spannungen abbauen oder Unterrichtsstörungen

entschärfen. Gelassenheit, Toleranz

und eine freundliche oder überraschende Reaktion

sind Mittel, mit denen Lehrkräfte den Teufelskreis

der Eskalation, der durch emotionale

oder laute Ausbrüche zu Trotzreaktionen bei den

Schülerinnen und Schülern führt, durchbrechen

können.Lehrkräfte profitieren zudem auch selbst

von Humor im Unterricht: Er hilft, die stressigen

und belastenden Situationen im Lehreralltag zu

meistern. Eigene Schwächen gelassen sehen,

die Unstimmigkeiten, die Unzufriedenheit und

ganz allgemein die Widrigkeiten des Berufs nicht

zu ernst zu nehmen, dies alles wirkt als Burnout-

Prävention, wie Birgit Rißland in ihrem Buch

„Humor und seine Bedeutung für den Lehrerberuf“

untermauert.

So klappt’s mit dem Humor

Nicht jede Form von Lehrerhumor hat diese positiven

Effekte auf den Unterricht, das Lernen und

das Klassenleben. Es kommt zudem auf die Dosis

und das Humorverständnis der Schülerinnen und

Schüler an. Möchten Lehrkräfte den Lernerfolg

der Klasse verbessern, muss der Humor einen

Bezug zum Lerninhalt aufweisen, beispielsweise

über themenbezogene Cartoons oder Videoclips

– zum Beispiel von Big Bang Theory, eine Comedyserie,

die Wissenschaft und Humor verknüpft.

Dies sollte geplant und vorbereitet sein. Humor

ohne Bezug zum Lerngegenstand, beispielsweise

in Form eines einfachen Witzes, ist dem Lernen

nicht dienlich. Vielmehr kann er ablenkend und

irritierend wirken und die Klarheit des Unterrichts

negativ beeinflussen. Aggressiven, abwertenden

oder feindseligen Humor, der anstößig ist, Schülerinnen

oder Schüler, die eigene oder andere

Personen oder Personengruppen herabsetzt oder

verletzt, sollten Lehrkräfte unbedingt vermeiden.

Er wirkt sich negativ auf das Klassenklima und

die Lehrer-Schüler-Beziehungen aus, reduziert die

DER AUTOR

Thomas Ortmann aus Eupen in Belgien ist Primarschullehrer

und Erziehungswissenschaftler. Er arbeitet

als Dozent in der Lehrerausbildung an der Autonomen

Hochschule Ostbelgien und gibt Humorseminare.

Foto: © Autonome Hochschule Belgien

6 didacta-magazin.de 4/2020


Lernmotivation und führt vom Lerngegenstand

und den Lernzielen weg. Eine Lehrperson, die

es mit dem Einsatz von Späßen, Witzen und

humorvollen Situationen übertreibt, läuft Gefahr,

von ihren Schülerinnen und Schülern nicht mehr

ernst genommen zu werden. Als Faustregel gilt:

Maximal drei bis vier Humor-Interventionen pro

Unterrichtsstunde.

Tipps zur Umsetzung

Humor kann – spontan oder geplant – über viele

Wege seinen Platz ins reale oder auch während

des Fernlernens ins virtuelle Klassenzimmer finden.

Die Basis dafür ist die eigene Grundhaltung.

Wer eine gewisse Distanz zu sich selbst aufbaut,

sich selbst nicht so wichtig nimmt, über sich und

seine Schwächen lachen kann und eine heitere

Sicht auf die Welt hat, schafft die Grundlage für

einen authentischen Humoreinsatz. Mit dieser

Haltung gehen Optimismus und Gelassenheit

einher, die für das pädagogische Handeln wichtig

und hilfreich sind.

› Humorvolle Unterrichtsgestaltung

Mit Cartoons, Bildern, Karikaturen, lustigen

Beispielen oder spielerischen Elementen

kann fast jeder Unterrichtsinhalt mit Humor

verknüpft werden. Lustiges kann auch direkt

zum Lerninhalt werden, beispielsweise bei

der Bearbeitung von Lügengeschichten,

Lautgedichten oder Sprachspielereien. Auch

die Gruppenbildung – zum Beispiel spielerische

Varianten mit Tiergeräuschen – oder der

Morgenkreis können abgewandelt werden.

› Humorvolle Rituale

Soll Humor seinen festen Platz im Schulalltag

haben, eignen sich Rituale wie der Witz

des Tages, der Cartoon der Woche oder der

Lachkasten als Gegenstück zum Kummerkasten.

› Humorvolle Kommunikation

Lehrkräfte können in der Kommunikation

mit den Schülerinnen und Schülern.

Übertreibungen, absichtliches Missverstehen,

eine Anekdote oder bewusst

eingesetzten Körperhumor als Humorelemente

nutzen. Sie schaffen Auflockerung,

Entspannung, dienen als Aufmerksamkeitswecker

oder Verständnishilfe – beispielsweise

durch übertriebene Gestik im

Sprachunterricht.

Humor ist keine Allzweckwaffe

Der Humor mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

im Unterricht hat das Potenzial, das

Lernen und das Klassenklima zu optimieren.

Dabei ist er jedoch keine Allzweckwaffe für alle

Situationen in Schule und Unterricht. Grundvoraussetzungen

sind ein gutes Gespür für die

Gruppe, eine stabile Lehrer-Schüler-Beziehung

und eine authentische Lehrperson mit humorvoller

Grundhaltung und etwas Kreativität.

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Titelthema

Der datenschutzkonforme

Elternchat?

Messengerdienste sind zum Austausch

mit Eltern und Schülern eine

bequeme und schnelle Möglichkeit.

Erlaubt sind die meisten nicht.

Doch wie damit umgehen?

Text Benigna Daubenmerkl

habe gehört, die 7. und 8. Klasse ist in

Quarantäne. Muss meine Tochter heute in

die Schule kommen?“, schreibt eine verunsicherte

Mutter in die Whatsapp-Chatgruppe

der 5. Klasse einer Gesamtschule in Berlin.

„Ich

„Die 5. Klassen müssen am Präsenzunterricht

teilnehmen, der Unterricht findet statt“, antwortet die

Klassenlehrerin prompt, auf schnellem Weg, unkompliziert.

Denn eine Gruppe in Messengerdiensten mit den

Klassenlehrkräften und Eltern erleichtert die Kommunikation.

Für Lehrkräfte spart eine Gruppe viel

Zeit, die Eltern wissen beispielsweise über Änderungen

im Schulablauf Bescheid. Sie können sich

unkompliziert untereinander abstimmen. Doch: Viele

Messenger erfüllen nicht die Anforderungen der

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Whatsapp und der Datenschutz

Datenschützer monieren, wie der Messaging-

Dienst Whatsapp oder vergleichbare Anbieter aus

nichteuropäischen Ländern personenbezogene

Daten verarbeiten. Whatsapp hat beispielsweise

seinen Firmensitz in den USA und überträgt Nutzerdaten,

wie das Adressbuch jedes Gruppenmitglieds,

zu ihren Servern in Kalifornien. Seit der

Übernahme von Whatsapp durch Facebook, gleicht

Facebook zudem seine Nutzerdaten mit denen des

Messengers ab. Da aufgrund der Rechtslage in

den USA beispielsweise US-Behörden auf diese

Daten zugreifen können, ist es für den Dienstanbieter

Whatsapp nicht möglich, die Einhaltung der

europäischen Datenschutzregeln zu garantieren,

die diesen Zugriff ausschließen. Ein weiterer Kritikpunkt

bei vielen vergleichbaren Messengerdiensten

ist die fehlende Verschlüsselung der Daten

Foto: © CokaPoka / Shutterstock.com

8 didacta-magazin.de 4/2020


eim Versand – Whatsapp hat sie in die neueren

Programmversionen integriert. Erst diese stellt

sicher, dass kein Unbefugter die Daten abgreifen

und lesen kann.

Unterschiedliche Regelungen

Bei den Messengerdiensten ist die Lage unübersichtlich,

denn die Bundesländer regeln die

Lehrer-Eltern-Kommunikation unterschiedlich.

Einige untersagen ihren Lehrkräften grundsätzlich,

dienstliche Nachrichten über Whatsapp zu

verschicken. Hessen beispielsweise verbietet,

über Messenger personenbezogene Daten und

Dokumente zu teilen. Andere verbieten die Lehrer-Eltern-Chats

nicht offiziell und vertrauen wie

das bayerische Kultusministerium darauf, dass

Lehrkräfte Privates und Dienstliches sorgsam

trennen. Es bleibt fraglich, ob Gruppenmitglieder

über Messengerdienste nicht doch personenbezogene

Daten übermitteln – beispielsweise, wenn

Eltern die Krankschreibung ihres Kindes an den

Klassenlehrer schicken.

Praktikable Lösungen

Inzwischen gibt es erste Lösungsansätze bei

der Datensicherheit von Messengerdiensten in

der Schulkommunikation. Das Kultusministerium

Baden-Württemberg empfiehlt den Lehrkräften

seit April 2020 die kostenpflichtige Messenger-

App Threema, für ihre Kommunikation mit den

Schülerinnen und Schülern. Die App punktet mit

hohen Sicherheitsmaßstäben: Die Server befinden

sich in der Schweiz, wo das Datenschutzniveau

europäischen Standards entspricht, es gibt eine

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten und sie

speichert keine Metadaten oder Kontakte. Somit ist

Threema auch für die Lehrer-Eltern-Kommunikation

eine gute Option.

Weitere Alternativen für Messaging Dienste, die

auf die Einhaltung des Datenschutzes ausgerichtet

sind und sich für die Eltern-Lehrer-Kommunikation

anbieten, sind in zahlreichen Schulsoftwarepaketen

enthalten. Überdies empfiehlt die unabhängige EU-

Initiative Klicksafe die Anbieter Wire und Signal als

sichere Messenger. Ausführliche Testberichte und

Details sowie weitere sichere Dienste wie ginlo

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Titelthema

Schule mit Fitness-Faktor

Gerade in den letzten Monaten kam Bewegung zu kurz. Eine Münchener

Ganztagsschule wirkt dem mit einem breiten Bewegungsangebot entgegen –

trotz Abstandsregeln. Ein Schulporträt.

Text Marisa Balz

Unterricht im Outdoor-Klassenzimmer an den Nymphenburger Schulen in München –

direkt neben dem Schulhof an der frischen Luft und mit Abstand.

Foto: © Nymphenburger Schulen

10 didacta-magazin.de 4/2020


Eine Balance zwischen Bewegung und geistiger

Aktivität schaffen und halten. Das ist die

Grundidee der Nymphenburger Schulen in

München, einer Privatschule. Bewegung wird

an der rhythmisierten Ganztagsschule mit

900 Schülerinnen und Schülern großgeschrieben.

Beispielsweise das regelmäßige Aufstehen

während des Unterrichts: Der Wechsel zwischen

dem Stillsitzen im Unterricht und körperlicher

Aktivität ist hier Alltag.

Schulleiterin Monika Florian

erklärt: „Es ist unsere

Aufgabe als Schule, die

sportlichen Interessen der

Schülerinnen und Schüler

zu wecken und zu verstärken

und die Schülerinnen

und Schüler zu animieren

sich zu bewegen.“ Selbst

in der Corona-Zeit.

Freien auf dem Pausenhof direkt über der Sporthalle,

wo der Abstand besser eingehalten werden

kann.

Kein Stillstand beim Fernlernen

Damit die Bewegung während der Schulschließungen

und im Fernlern-Unterricht nicht ins

Stocken geriet, haben Martin Herrmann und

Überall

Sportmöglichkeiten

Die Schule bietet überall

Bewegungsmöglichkeiten,

es gibt kein Zentrum

für sportliche Aktivitäten.

Tischtennisplatten stehen

im Foyer. Basketballkörbe

und Fußballtore sind auf

dem Schulhof. Schulkinder

fahren auf Einrädern

– mit Maske und Abstand

zueinander. Es gibt Kletterwände,

eine Bouldergrotte

und ein Fitnessstudio auf

dem Schulgelände. Von

insegesamt drei Sporthallen

steht eine normalerweise

zur Pausenzeit

offen. Durch Corona

ist diese im Moment

geschlossen. Sportlehrer

Martin Herrmann hofft,

dass sich das bald ändern

wird. „Bei schlechtem

Wetter war das Angebot

sehr beliebt, Schülerinnen

und Schüler holten sich

Springseile oder Bälle

aus den Schränken und

spielten.“ Heute ist es

während der Pause ruhig

in der Halle. Dafür spielen

die Schulkinder mehr im


Titelthema

ein Kollege wöchentliche Sportvideos gedreht

und für alle Schülerinnen und Schüler online

gestellt. Herrmann erklärt: „Alle Übungen, die

ich im Fitnessstudio auf dem Teppich mache,

funktionieren ebenso auf dem Teppich daheim.

Beispielsweise hüpfen wie ein Frosch“, sagt er.

Schülerinnen und Schüler aus höheren Klassen

haben zudem im Sportunterricht zu Hause

Übungsvideos für die Jüngeren erstellt. Lehrkräfte

motivierten auch die jüngeren Schülerinnen

und Schüler, ihre sportlichen Leistungen

und Erlebnisse von den Eltern filmen zu lassen

und den Schulkameraden zu zeigen. Zum Beispiel

Torschießen üben auf dem Bolzplatz, wenn

schon nicht auf dem Schulhof.

Ruhig sitzen ist fehl am Platz

Auch das Klassenzimmer ist – ebenso wie das

Jugend- oder Kinderzimmer beim Fernlernen –

Bewegungsort. Lehrkräfte bauen Körperübungen

in die Schulstunde ein. „Mal Aufstehen und sich

strecken oder die korrekte Sitzhaltung üben“,

sind laut der Schulleiterin Florian Bewegungsansätze

im Unterricht. Sie erklärt eine Beispielübung:

mit den Daumen und Zeigefingern die

Ohrläppchen massieren. „Dabei auch die Arme

überkreuzen“, fügt sie hinzu. Dies verbessere

das Auffassungsvermögen, sodass Lernende bei

längerem Zuhören konzentriert bleiben. Florian

bestärkt alle Lehrkräfte darin, solche Übungen in

die Schulstunde einzubauen – auch beim Fernlernen.

Im Fremdsprachen- und Deutschunterricht

organisieren die Lehrkräfte im Klassenzimmer

beispielsweise Laufdiktate. Dazu teilen sie einen

Text in mehrere Abschnitte. „Die Schnipsel werden

überall im Klassenraum verteilt, auch auf

dem Boden“, erklärt Florian. Anschließend laufen

die Lernenden die einzelnen Textabschnitte ab,

prägen sie sich ein und schreiben sie in ihre

Hefte. Das Lernspiel fördert die Rechtschreibung

und regt zur Bewegung an.

DAS SEINÄJOKI-PROJEKT

An der Schule Yhteiskoulu in Seinäjoki,

Finnland, hat der Schulleiter und ehemalige

Sportlehrer Jari Noponen ein Bewegungskonzept

entwickelt: Alle 20 Minuten klingelt

eine Eieruhr im Unterricht, der Lehrer

leitet kurze Bewegungspausen mit Dehnund

Stützübungen an Stuhllehnen ein. Die

Schule wurde dafür im Jahr 2013 als Finnlands

Schule des Jahres geehrt. Noch vor

acht Jahren lebten in Seinäjoki die meisten

übergewichtigen Kinder von Finnland. Mit

dem Bewegungsangebot in allen Schulfächern

und zusätzlicher Ernährungsumstellung

hat sich das geändert. Die Kinder sind fitter

und schlanker. Laut Noponen muss eine

Schule zwei Grundvoraussetzungen für die

Bewegungspausen erfüllen: die räumliche

Gestaltung und die mentale Bereitschaft.

Unterricht im Stehen funktioniere nur, wenn

die Tische verstellbar sind. Für sportliche Aktivitäten

wie Klimmzüge muss eine Klimmstange

im Klassenraum angebracht sein.

Und: Die Lehrkräfte machen Übungen vor

und motivieren die Schülerinnen und Schüler

mit Lern- und Bewegungsspielen.

Immer in Bewegung

Bei gutem Wetter nehmen die Schülerinnen

und Schüler ihre Hefte und Stifte mit und

begeben sich nach draußen. Direkt neben dem

Schulhof gibt es ein Outdoor-Klassenzimmer

mit Tafel und Sitzbänken. Der Raum unter

freiem Himmel ist beliebt: Lehrkräfte nutzen

ihn während Corona häufig. „Hier muss nicht

extra gelüftet werden und es gibt genug Platz,

um die Abstandregeln einzuhalten“, sagt die

Schuldirektorin Florian. Der Gang zum Unterricht

nach draußen zeigt einmal mehr, dass der

Wechsel vom Sitzen hin zum Aufstehen einen

wichtigen Aspekt im Schulalltag der Münchener

Ganztagsschule ausmacht.

Gedanken für den Winter machen sich die Lehrkräfte

schon. Es wird zu kalt für das Klassenzimmer

draußen. Dann heißt es viel Lüften. „Zudem

organisieren wir alternative Bewegungsmöglichkeiten

wie Schlittschuhlaufen“, sagt Florian.

Sie hofft, dass die Schulen offen bleiben. Aber

sie weiß auch: Bewegung funktioniert auch im

Fernlernen. „Man muss es nur wollen.“

12 didacta-magazin.de 4/2020


Bewegungspausen

mitten im Schulunterricht

Nach der Hälfte der Schulstunde kurbeln Bewegungsübungen die Konzentration wieder an.

Darüber hinaus ist Bewegung ein wichtiger Faktor beim nachhaltigen Lernen.

Interview Marisa Balz

Foto:© renatezimmer.de

Renate Zimmer

ist Erziehungswissenschaftlerin

mit dem Schwerpunkt „Frühe

Kindheit“. Sie forschte als Professorin

für Sport- und Bewegungswissenschaft

an der Universität

Osnabrück und gründete die

Initiative „Bewegte Kindheit“.

didacta: Worin besteht der Zusammenhang

zwischen Bewegung und Lernen?

Renate Zimmer: Bewegung ist ein natürliches,

körperliches Bedürfnis. Außerdem unterstützen

Bewegungsübungen das Lernen und machen es

nachhaltig. Durch körperliche Aktivitäten werden

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Hause oder unterwegs

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Sachtexte und vieles mehr

• 5 Lesestufen: angelehnt an die IGLU-

Kompetenzstufen

• abwechslungsreiche Aufgaben:

Zuordnen, Lückentext, Suchbild, etc.

• Entwicklung im Blick: automatische

Auswertung zur Schüleraktivität

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© Illustrationen: Nadine Roßa


Titelthema

Informationen besser aufgenommen und verarbeitet.

Und: Bewegungspausen im Unterricht

regen die Konzentration an und bringen Sauerstoff

in das Gehirn. Von der Grundschule bis

zur Pubertät liegt die Aufmerksamkeitsspanne

bei 20 bis 30 Minuten. Etwa nach der Hälfte

der Schulstunde bietet sich daher eine Bewegungspause

an.

Wie können Schulen mehr Bewegung in

den Alltag integrieren?

Bewegung sollte nicht nur im Sportunterricht

stattfinden, sondern auch in den übrigen

Fächern. Viele Unterrichtsinhalte lassen sich

zudem über Bewegung vermitteln, was wiederum

die Lernprozesse unterstützt. Zum Beispiel

beim Fremdsprachenunterricht: Präpositionen

wie „über“, „unter“, „hinter“ prägen sich durch

Bewegungsübungen besser ein. Wenn es die

Schule zulässt, sind ausreichend Platz und kleine

Schulklassengrößen empfehlenswert.

Und wenn der Platz fehlt?

Flure bieten ebenfalls Betätigungsmöglichkeiten,

beispielsweise mit Kletterwänden und Hüpfkästen

auf dem Boden. Oder, wenn weniger

Platz ist, können die Schülerinnen und Schüler

mit Chiffontüchern oder kleinen Bällen im

Klassenraum jonglieren. Auch der Schulhof

lässt sich bewegungseinladend gestalten:

Während bei den Jüngeren noch das Spielen

im Vordergrund steht, wollen Jugendliche ab

zwölf Jahren eigenen Sportarten nachgehen.

Freizeitmöglichkeiten wie Basketballkörbe oder

Tischtennisplatten ersetzen dann das Springseil

und das Klettergerüst.

Psychomotorik ist eine besondere Form

der Bewegungserziehung. Was versteht

man darunter?

Bei der Psychomotorik gibt es einen engen

Zusammenhang zwischen der psychischen

Befindlichkeit und der Bewegungsmotorik.

Pädagogische Fachkräfte unterstützen Schülerinnen

und Schüler dabei, Erfolgserlebnisse

zu erfahren und ihre individuelle Leistungsfähigkeit

zu erkennen und zu verbessern.

Zum Beispiel bei der Teambildung im Sportunterricht:

Alle sollten spüren, dass sie ein

wertvolles Gruppenmitglied sind, auch wenn

sie nicht zu den schnellsten und fittesten der

Klasse gehören – es geht vielmehr darum, die

heterogene Zusammensetzung zu stärken und

Sieger-Verlierer-Situationen zu vermeiden.

Schülerinnen und Schüler können sehr viel

voneinander lernen.

In Zeiten von Corona und Distanzlernen

fällt der Sportunterricht häufig aus. Welche

Bewegungsübungen können Schülerinnen

und Schüler auch zu Hause machen?

Kinder und Jugendliche können ihre Fitness auch

zu Hause trainieren. Beispielsweise in einem

halbstündigen Parcours mit zehn Übungen: Die

Lehrkraft gibt konkrete Anweisungen wie Dehnund

Kräftigungsübungen mit einem Handtuch

an der Zimmertür oder Stuhllehne ausgeführt

werden. Aber auch Geschichts- und Sprachunterricht

ermöglichen Bewegung. Historische

Daten lassen sich auf einem Zahlenstrahl auf

dem Boden zu Hause ablaufen und Vokabeln

prägen sich durch rhythmisches Hüpfen auf

der Stelle schneller ein. Alles, was das Lernen

betrifft und das Gedächtnis trainiert, funktioniert

mit Bewegung besser.

WETTBEWERB:

DIE GESCHICHTE DES

SPORTS ERGRÜNDEN

Der Bundespräsident ruft

beim 27. Geschichtswettbewerb

Schülerinnen und

Schüler dazu auf, die Entstehung

und den gesellschaftlichen

Wert von

Sportarten zu erforschen.

Das diesjährige Thema

heißt „Bewegte Zeiten.

Sport macht Gesellschaft“.

Kinder und Jugendliche bis

21 Jahre können bis zum

28. Februar 2021 ihre Beiträge

einreichen.

Mehr Informationen:

www.koerber-stiftung.de/

geschichtswettbewerb

14 didacta-magazin.de 4/2020


BILDUNG

Mut zum Lesen

Sie schaffen Vertrauen bei der Leseförderung

und dem Sprachunterricht: Lehrkräfte mit

Migrationshintergrund. Ein Lehrerinnenporträt.

Text Marisa Balz

AUF EINEN BLICK

› Lehrkräfte mit Migrationshintergrund

haben laut einer Studie einen positiven

Einfluss auf Schülerinnen und Schüler.

› Besonders die Leseleistung wird gefördert.

› Texte aus fremden Kulturen sind

dabei didaktisch wertvoll.

Deutschstunde in der 9. Klasse an der Geschwister-

Scholl-Stadtteilschule in Hamburg. Unterrichtsthema

ist Lyrik. Melek* liest drei Strophen aus der deutschen

Übersetzung des Gedichts „Otobiyografi“ von

Nazim Hikmet, einem türkischen Dichter. „Welche

Gemeinsamkeiten gibt es zu Kurt Tucholskys Gedicht

Einkehr?“, fragt Lehrerin Hülya Ösün in die Klasse. Die

Schülerinnen und Schüler wissen bereits aus der vorherigen

Stunde, dass beide Dichter im Exil gelebt haben.

„Die Sehnsucht nach der Heimat“, antworten sie.

Lehrerin mit Spezialfähigkeiten

Ausländische Literatur ist eine Spezialität von Hülya Ösün,

59 Jahre alt, Deutsch- und Türkischlehrerin. Sie ist seit

30 Jahren im Dienst. Derzeit an einer Stadtteilschule,

früher an einer Gesamtschule mit integrierter Grundschule

und gymnasialer Oberstufe. Ihr Name verrät, sie ist türkischer

Herkunft. Als sie nach Deutschland gekommen

ist, war sie fünf Jahre alt. In den ersten drei Jahren in der

Grundschule konnte sie weder lesen noch schreiben. Ein

einschneidendes Erlebnis. „Ich war unsicher“, erinnert sie

sich. Ein Phänomen, das sie auch heute bei Schülerinnen

und Schülern mit Migrationshintergrund feststellt. „Anders,

als in Deutsch, blühen sie im Türkischunterricht auf und

lesen freiwillig laut“, berichtet sie von einzelnen Fällen.

Jetzt liest Ali* weiter aus der deutschen Übersetzung

des türkischen Gedichts vor. Er spricht, wie Melek, die

verschiedenen S-Laute einwandfrei aus. Gerade das

scharfe S ist sonst eine typische Fehlerquelle für Kinder

mit Migrationshintergrund, erklärt Ösün, denn selbst für

deutsche Muttersprachler ist die richtige Schreibweise

und Aussprache häufig schwierig. Die Deutsch- und Türkischlehrerin

beobachtet auch, dass Schülerinnen und

Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse falsche

Satzstellungen in Aufsätzen schreiben. „Das sind häufig

Transferfehler“, erläutert Ösün. Sie schätzt ihre Zweisprachigkeit,

löst die Übertragungsfehler schnell auf.

Texte aus anderen Ländern

Eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

gibt Ösün Recht. Sie belegt, dass Lehrkräfte

mit Migrationshintergrund die Lesefähigkeit von

Schülerinnen und Schülern deutlich steigern und dass zweisprachige

Lehrerinnen und Lehrer auch Sprachen besser

vermitteln und dadurch besonders Schülerinnen und Schüler

mit Migrationshintergrund fördern können. „Ich kann Sprachvergleiche

anstellen und kenne die kulturelle Unterschiede“,

sagt Ösün. Daher gehören zu ihren Unterrichtsmaterialien

Texte aus anderen Ländern. Protagonisten tragen Namen

aus anderen Kulturkreisen. „Die Schülerinnen und Schüler

fühlen sich wertgeschätzt, sind motiviert und lesen gerne“,

fasst Ösün ihre Einschätzung zusammen.

Kulturelle Vielfalt an Schulen

Die Gymnasiallehrerin ist im Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte

mit Migrationsgeschichte“ aktiv. Das Netzwerk

Foto: © Monkey Business Images / Shutterstock.com

16 didacta-magazin.de 4/2020


fördert neben der kulturellen Öffnung von Schulen auch

den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern mit

Migrationsgeschichte. Zum Zeitpunkt der Gründung

im Jahr 2010 gab es, laut Ösün, noch spürbar weniger

Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte. „Wir haben

schon damals viel über die Vorteile des Migrationshintergrunds

diskutiert“, sagt sie. Mit Erfolg. Denn: In den

letzten zehn Jahren ist der Anteil der Lehrkräfte mit

nichtdeutscher Herkunft deutlich angestiegen. Davon

profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler mit

Migrationshintergrund, da deren Integration so stärker

gefördert wird. Solche Netzwerke gibt es auch in

anderen Bundesländern. In Hamburg hat die Hälfte aller

Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund.

Eine Methode zur Sprachenförderung ist die bilinguale

Alphabetisierung, ein zweisprachiger Unterricht für

den Spracherwerb. In den 1990er Jahren hat Hülya

Ösün bereits das Schreiben und Lesen im bilingualen

Unterricht mittels türkischer Märchen angeregt.

Bücherkisten, um das Interesse am Lesen schon früh

zu wecken, sind ihre Empfehlung. Sie selbst liest gerne

die deutschen Klassiker. Ihr ist bewusst, dass sie eine

besondere Vorbildfunktion einnimmt. Lehrkräfte mit

Migrationshintergrund vermitteln Schülerinnen und

Schülern die Botschaft: „Ich habe es geschafft, als

Person mit ausländischen Wurzeln, und ihr könnt das

auch!“ Eine Motivation, die sich überträgt. Melek will

auch Deutschlehrerin werden.

* Namen von der Redaktion geändert

VON LEHRKRÄFTEN MIT MIGRATIONS­

HINTERGRUND PROFITIEREN

Deutschlehrkräfte mit Migrationshintergrund haben

positive Effekte auf die Lesefähigkeiten. Das ist das

Ergebnis der Studie „Die Auswirkungen von Lehrkräften

mit fremdländischer Herkunft auf die Sprachkompetenzen

von Schülerinnen und Schülern“ des

RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Die

Studie stellt bei Schülerinnen und Schülern mit nichtdeutschem

Hintergrund eine erhöhte Leseleistung

fest, wenn die Lehrkraft ebenfalls eine Migrationsgeschichte

aufweist. Der Deutschunterricht von

bilingualen Lehrkräften ist, angesichts persönlicher

Erfahrungen im Spracherwerb, effektiver für Lernende.

Mehr auf: www.rwi-essen.de

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Bildung

Ein Ort des mit-

und voneinander Lernens

Im März 2021 kehrt die didacta Bildungsmesse zurück.

Die Veranstalter setzen auf gute Inhalte –

und digitale Formate.

Text Thorsten Timmerarens

Die didacta – die Bildungsmesse bringt Menschen

zusammen, die für Bildung Verantwortung

übernehmen – auch in Corona-Zeiten.

Die Pandemie sorgt für einen hohen Informationsbedarf

bei den Bildungsprofis, denn

Kitas, Schulen, Hochschulen und Unternehmen

erleben gerade jetzt einen beschleunigten

Wandel. Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte,

Verantwortliche der Aus- und Weiterbildung sowie

Bildungsträger benötigen dringender denn je Unterstützung

und eine Heimat. Diese Heimat ist auch

2021 die didacta. Sie findet vom 23. bis 27. März

in Stuttgart statt.

Das Lehren und Lernen unter Corona-Bedingungen

setzt das Bildungssystem unter Druck, den

Anforderungen der Kinder und Eltern gerecht zu

werden. Während sich die öffentliche Diskussion

auf den Ausbau digitaler Infrastrukturen konzentriert,

sind pädagogische Konzepte für die Digitalisierung

und Fortbildungsangebote für Fach- und

Lehrkräfte rar. Unmittelbare Lösungen, die bei der

Arbeit mit den Lernenden direkt umgesetzt werden

können, stehen im Fokus der didacta Messe.

Die Besucherinnen und Besucher erhalten vielfältige

Anregungen, wie sie traditionelle Formen

des Lehrens und Lernens mit neuen Medien und

Konzepten ergänzen und die Herausforderungen

im pädagogischen Alltag meistern können.

DISKUTIEREN UND LERNEN

IN DEN MESSEFOREN

Zahlreiche Vorträge, Podien und

Aktionen finden in den sechs Foren

in den Messehallen statt:

didacta aktuell: gesellschaftliche

Herausforderungen wie Demokratiebildung

und kulturelle Vielfalt

› aktuelle bildungspolitische

Diskussionen

› Schulpraxis: Best Practice präsentiert

von Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftlern

didacta DIGITAL: pädagogische

Konzepte und technische Lösungen für

die digitale Bildung

› Berufliche Bildung: praktische

und politische Aspekte der dualen

Ausbildung

› myQ/Weiterbildung: Informationen und

Diskussionen über aktuelle Trends der

Weiterbildung

18 didacta-magazin.de 4/2020


Austausch vor Ort und im virtuellen Raum

Der Didacta Verband der Bildungswirtschaft verantwortet

und organisiert große Teile des Programms,

beispielsweise die sechs Messeforen und die Kita-

Seminare. Der Verband wird neben bewährten

Angeboten auch neue Formate des Miteinanders

und der Fortbildung schaffen. Didacta-Hauptgeschäftsführer

Reinhard Koslitz: „Mit unseren Mitgliedern

und Partnern werden wir einen neuen Ort der

Erfahrung, des Erlebens, des mit- und voneinander

Lernens kreieren und dazu einladen, diesen gemeinsam

mit vielen Akteuren zu gestalten. Dafür steht

die didacta. Begegnungen und Beziehungen werden

dabei weiterhin unsere Prämisse sein, denn Covid-

19 hat gezeigt, wie wichtig der soziale, interaktive

Austausch für uns Menschen und unsere weitere

Entwicklung ist.“ Zugleich werden Angebote der

didacta auch im virtuellen Raum zugänglich sein.

„Dies gibt uns die Möglichkeit auch Besucherinnen

und Besucher anzusprechen, die nicht vor Ort sein

können“, sagt er.

Alle Informationen zur didacta – die Bildungsmesse

auf www.didacta-messe.de

SICHER TROTZ CORONA

Die Messe Stuttgart setzt auf

umfangreiche Sicherheits- und

Hygienemaßnahmen, die den

Schutz der Menschen während

der Pandemie gewährleisten.

Das Konzept „Safe

Expo“ befolgt die geltenden

Schutzverordnungen des

Landes Baden-Württemberg.

Dazu zählen beispielsweise die

Abstandsregel von 1,5 Metern,

die Maskenpflicht in geschlossenen

Räumen, wenn der Mindestabstand

nicht eingehalten

werden kann, der stetige Luftaustausch

in den Messehallen

und eine hohe Dichte an Desinfektionsmöglichkeiten.

www.messe-stuttgart.de

Wie weckt man die Lust auf Lernen?

Anzeige

Das Fördern von eigenständigem Denken und originellen Ideen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg von Lernenden.

Wie bei allem, so sind auch die Lerngewohnheiten

von Schülern und Studenten unterschiedlich und

individuell. Während manche schnell lernen, ist es

für andere zeitaufwendig und kompliziert. Doch um

auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen zu

können, braucht man Zeit, die oftmals Mangelware

an Lerneinrichtungen ist. Das wiederum verleitet

manche Lernenden dazu, nach anderen Auswegen

zu suchen und zu schummeln. Häufi g werden dazu

Arbeiten teilweise oder vollständig von Klassenkameraden

abgeschrieben oder aus dem Internet kopiert.

Doch Tools wie die Ouriginal Software helfen dabei,

frühzeitig präventiv entgegen zu wirken. Denn eine

gleiche Basis sorgt für einen fairen Prozess bei der

Prüfung von schriftlichen Texten.

Studien zufolge tragen vor allem zwei Grundvoraussetzungen

zur Wahrung von akademischer Integrität

bei. Erstens sollte die Lehreinrichtung sicherstellen,

dass klare moralische Ansprüche aufgestellt und vor

allem befolgt werden und zweitens spielen Mitschüler

und Kommilitonen eine wichtige Rolle im moralischen

Selbstverständnis des Lernenden. Wenn die „Clique”

Betrug nicht gutheißt, ist auch der Einzelne weniger

geneigt zu Schummeln. Dabei ist es wichtig nicht

durch Bestrafung, sondern durch Erfolgserlebnisse

Lust auf Lernen zu machen, eine Mammutaufgabe,

die oftmals den Lehrenden allein aufgebürdet wird.

Doch durch die Anwendung technischer Hilfsmittel

können nicht nur in einzelnen Klassen, sondern

übergreifend an ganzen Schulen, Universitäten und

im Bildungssystem faire und gleiche Bildungschancen

geschaffen werden.

Ouriginal bietet solche Hilfsmittel an. Die Plagiatserkennungs-Software

ist eine vollautomatische Lösung,

die jegliche Art von geschriebenen Dokumenten auf

Ähnlichkeiten überprüft. Sie greift dabei auf bereits

eingereichte Dokumente von Lernenden zurück sowie

auf das Internet und wissenschaftliche Publikationen,

beispielsweise des Springer Verlages. Das spart Lehrenden

nicht nur wertvolle Zeit bei der Suche nach

Plagiaten, es hat auch zusätzlich einen vorbeugenden

Effekt. Sobald den Lernenden bewusst ist, dass eine

solche Software angewandt wird, sinken die Zahlen

der Plagiatsversuche deutlich.

Zusätzlich bietet es eine Plattform, um das Thema

Plagiat und Originalität hervorzuheben und anzugehen.

Denn damit eigene Ideen im Vordergrund stehen können,

müssen plagiierte Texte als solche erkannt und

thematisiert werden. Mit Ouriginal sorgen wir dafür,

dass jeder die Chance erhält sein volles Potential zu

entdecken und zu entfalten.

Erfahren Sie mehr über unsere Mission auf

www.ouriginal.com oder erhalten Sie eine Demo

unserer preisgekrönten Software zur Erkennung von

Plagiaten auf www.urkund.com.

Kontakt: Ouriginal

verena.kunz-gehrmann@ouriginal.com

www.ouriginal.com


BILDUNG IN KÜRZE

ARBEITSLOSIGKEIT UND BILDUNGSERFOLG:

DER ZEITPUNKT IST WICHTIG

Kinder, deren Eltern zum Zeitpunkt der Entscheidung

über die weiterführende Schule arbeitslos waren, schaffen

seltener einen Hochschulabschluss als jene, deren

Eltern später arbeitslos wurden. Das ist ein Ergebnis der

Studie „The Long-Term Labor Market Effects of Parental

Unemployment” des Leibniz Instituts für Wirtschaftsforschung

in Essen, die auf Sozialversicherungsdaten

von 3800 Personen beruhen. Schon vorher war bekannt,

dass Arbeitslosigkeit der Eltern sich generell negativ auf

die Hochschulchancen von Kindern auswirkt.

■ www.rwi-essen.de

DEUTSCHLAND IN

RÜCKSTAND BEI

DIGITALER BILDUNG

Nur 32 Prozent der Schülerinnen

und Schüler in

Deutschland haben über ihre

Schule Zugang zu Online-

Lernplattformen. Das sind

mehr als 20 Prozentpunkte

weniger als im OECD-Durchschnitt.

Das ist ein Ergebnis

der Sonderauswertung der

PISA-Studie 2018, die die

OECD Ende September

veröffentlichte. Auch bei

digitalen Lehrkräftefortbildungen

schneidet Deutschland

schlecht ab: Nur rund 41

Prozent der Lehrkräfte haben

Zugang zu digitalen Weiterbildungsangeboten,

im

OECD- Durchschnitt sind es

65 Prozent.

■ www.oecd.org

didacta

Gewinnspiel

BRETTSPIEL ZU GEWINNEN!

didacta und intellego holzspiele verlosen

das Spiel „Die Räuberleiter“. Das Brettspiel

ist mit dem Siegel „spiel gut“ ausgezeichnet

und ist für zwei bis vier Spieler ab sieben

Jahren geeignet.

Einfach www.didacta-magazin.de besuchen

und Gewinnspielformular ausfüllen.

Teilnahmeschluss: 13. Dezember 2020.

Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Der Gewinn wird nicht bar ausgezahlt. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der AVR und Gewinnservices

sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Foto: © Gorodenkoff / Shutterstock.com; www.intellego-holzspiele.de

20 didacta-magazin.de 4/2020


Klassenraum erweiterung.

Eine hybride Lösung für den digitalen Unterricht an

Schulen und zuhause.

Der Regelunterricht muss weitergehen, auch wenn Schulen schließen. Mit der hybriden Lösung von Samsung

Neues Lernen wird genau das ermöglicht: Schulen können damit flexibel auf Veränderungen reagieren und

den Unterricht, wenn nötig, aus dem Klassenzimmer nach Hause verlagern. Ermöglicht wird das zum Beispiel

durch das Schüler-tablet Tab S6 Lite und den Flip, die digitale Tafel von Samsung. Lehr-kräfte können damit

per Classroom Management auf die Tablets ihrer Schüler zugreifen und den Unterricht interaktiv und virtuell

über Webex, eine Videokonferenzsoftware, führen und gestalten. Mit Samsung Neues Lernen sorgen wir dafür,

dass Bildung nicht unter Quarantäne gestellt wird.

Mehr erfahren auf samsung.de/neueslernen


INTERNATIONAL

Die Vision vom New Learning

40 Bildungsforscherinnen und -forscher aus aller Welt haben ihr Wissen über das

Lernen der Zukunft gesammelt. Das Ergebnis: das Hagener Manifest –

eine visionäre Gesamtschau mit vielen Einsichten und Fragen.

Text Benigna Daubenmerkl

AUF EINEN BLICK

› Das sogenannte Hagener Manifest beschreibt

das New Learning, eine Vision vom Lernen im

21. Jahrhundert.

› New Learning ist kompetenzorientiert, selbstbestimmt

und orientiert sich an den individuellen

Voraussetzungen des Lernenden.

› New Learning versteht digitale Medien als

Chance, Lernen zu personalisieren und die

Chancengerechtigkeit in der Bildung zu stärken.

Veränderung beginnt mit den richtigen

Fragen, neu vernetzten Denkansätzen

oder dem Wagnis radikal neuer Ideen.

Diesen Weg haben die Verfasser des

Hagener Manifestes, 40 Bildungsforscher

und Bildungsfachleute aus verschiedenen

Ländern, vor wenigen Wochen

beschritten. Entstanden ist ein programmatischer

Entwurf, wie Lernen im 21. Jahrhundert

aussehen sollte.

Ein neuer Fokus

Während sich seit dem 20. Jahrhundert das

Lernen vor allem an schulischen Institutionen

orientierte, die sich als Vermittler von abstraktem

Wissen verstehen, und auf Prüfungen und

Abschlüsse ausrichtete, benötigt das Lernen

im 21. Jahrhundert einen anderen Ansatz. So

jedenfalls denken die Verfasser des Hagener

Manifestes, viele davon namhafte Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler. „Mit dem

Manifest wollen wir einen neuen Fokus beim

Lernen legen: Es geht um personalisiertes,

individuell angepasstes Lernen, das die Potenziale

digitaler Medien beim Lernen nutzt und

dadurch mehr Chancengerechtigkeit in der

Bildung schafft“, sagt Prof. Uwe Elsholz, Bildungswissenschaftler

an der Hagener Fernuniversität

und Mitautor des Manifestes.

„New Learning ermöglicht durch den Einsatz

von digitalen Medien die Verknüpfung der

Lebenswelt der Jugendlichen mit der Welt

des Lernens in der Schule“, so Prof. Elsholz.

Bislang, so zeigten aktuelle PISA-Studien,

sei das nur unzureichend umgesetzt. Das

Verbinden beider Welten motiviert die Schülerinnen

und Schüler, indem ihre eigene –

digitale – Welt Teil des Lernens wird. Zudem

verbessern dadurch Jugendliche, die im Alltag

digitale Medien unkritisch, einseitig und

nur wenig effektiv einsetzen, ihre digitalen

Kompetenzen entscheidend.

Den Menschen mehr zutrauen

„Bei der Frage, wie wir lernen sollten,

könnten wir weiterhin den Blick nach Finnland

richten. Das hat uns PISA eindrücklich

gezeigt“, erklärt der Forscher. „Dort ist der

Unterricht weniger durch Lehrpläne reglementiert

und Schulen verfügen über einen

viel größeren Gestaltungsspielraum. Man

traut den Lehrern bei ihrer Themenauswahl

mehr zu, und die Schüler können sich ihre

22 didacta-magazin.de 4/2020


Lernthemen frei über Projekte erarbeiten.“

Das sei eine zukunftsträchtige Art des Lernens,

so Elsholz, bei der es darum gehe,

die Schülerinnen und Schüler zu befähigen

und zu ermächtigen, beispielsweise eben

digitale Technologie kritisch und intelligent

einzusetzen.

Das selbstbestimmte Verständnis von Lernen

gründet sich auf den Ideen des amerikanischen

Philosophen und Pädagogen

John Dewey und des Schweizer Pädagogen

Johann Heinrich Pestalozzi. Beide gingen von

einem ganzheitlichen Menschenverständnis

aus und propagierten ein praktisches, handlungsorientiertes

Lernen, etwa durch Projektarbeit.

Wenn Jugendliche in der Schule zum

Beispiel einen Podcast produzieren und das

Ergebnis zusammen mit den Lehrern kritisch

reflektieren, erklärt Elsholz, kämen sie der

Idee vom New Learning schon sehr nahe.

Bildung neu denken

„In der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts,

mit dem rasanten technischen Wandel,

kommt es auf das flexible, selbstbestimmte

und agile Lernen an“, so der Wissenschaftler.

„Wir werden nur dann damit zurechtkommen,

wenn wir uns schnell neue

Kompetenzen aneignen.“ Schulen und

Hochschulen müssen reflektieren, umdenken

und Bildung von den Zielen her denken.

Im Fokus stehen Kompetenzen, die die

Menschen fit machen für eine sich ständig

verändernde Arbeitswelt. Schulische Institutionen

werden somit zu Begleitern beim

lebenslangen Lernen. „Wenn unser Manifest

Bildungsverantwortliche animiert, so

zu denken, haben wir einen großen Schritt

in die richtige Richtung gemacht“, fasst

der Forscher abschließend zusammen.

Weitere Informationen auf: fernuni-hagen.de

Wie kommt das WLAN in die Schule?

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Theoretische WLAN-Ausleuchtung kostenfrei nutzen.

Die Diskussion um mehr Digitalisierung in Schulen ist

gerade in diesen Tagen aktueller denn je. Kinder und

Jugendliche sollen dort mit neuen Technologien und

dem Internet arbeiten und interaktiv lernen können.

Wichtig für die digitale Bildung ist eine WLAN-Lösung,

die für den Einsatz an Schulen konzipiert ist. Grundvoraussetzung

für das WLAN ist ein auf die Zukunft

ausgelegtes Netzwerk, denn die Anforderungen an

die Netzinfrastruktur für Schulen sind hoch: Netzstabilität,

Sicherheit und eine einfache Verwaltung

müssen gewährleistet sein. Dass es fl ächendeckend

und leistungsfähig sein muss, versteht

sich von selbst. Doch wie kommt das

WLAN in die Schule?

Seit 2019 können Schulen bzw. Schulträger

Fördermittel aus dem DigitalPakt

Schule des Bundes beantragen und darüber

die benötigte Netzwerkinfrastruktur ins

Haus holen. Den Förderanträgen zugrunde

liegt der Medienentwicklungsplan (MEP),

der auch alle Informationen über das geplante

Netzwerk enthalten muss. Wie viele

Switches werden benötigt? Wie viele Access

Points sind sinnvoll, damit das WLAN

auch dort verfügbar ist, wo es benötigt wird? Antworten

auf diese Fragen liefert eine professionell durchgeführte

theoretische WLAN-Ausleuchtung. Schulen

können so ihren Bedarf schnell und unkompliziert

ermitteln lassen und diese Informationen anschließend

in den Medienentwicklungsplan übernehmen.

D-Link, führender Hersteller von Netzwerklösungen mit

mehr als 30 Jahren Erfahrung, bietet aktuell, aufgrund

der Corona-Sondersituation, Bildungseinrichtungen,

Behörden sowie kleinen und mittleren Unternehmen

eine theoretische WLAN-Ausleuchtung* kostenfrei an.

IT-Verantwortlichen steht damit eine Dienstleistung zur

Verfügung, bei der D-Link den Bedarf für das Netzwerk

ermittelt. Der Ausleuchtungsservice ist für Innenräume

ausgelegt und basiert auf der Nutzung der Gebäudegrundrisspläne.

Die Erkenntnisse werden in Form

einer elektronischen Dokumentation bereitgestellt.

Sie enthält neben einer Heatmap – einer grafi schen

Darstellung zur Positionierung und Reichweite der

WLAN Access Points – auch eine Stückliste sowie

weitere Handlungsempfehlungen für die optimale

Umsetzung des Netzwerkprojektes. Reicht eine theoretische

Ausleuchtung nicht aus, kann der Service

auch als Vor-Ort-Variante auf Anfrage bestellt werden.

(* bis zu 5000 qm)

Kontakt: D-Link | dce-vertriebsanfrage@dlink.com

www.t1p.de/wlan-fuer-Schulen


INTERNATIONAL IN KÜRZE

MEHR MÄDCHEN GEHEN ZUR SCHULE

In den letzten 25 Jahren ist der Anteil der

Mädchen, die eine Schule besuchen, weltweit

von 73 Prozent auf 89 Prozent gestiegen. Das

ist ein Ergebnis des Reports „A new generation:

25 years of efforts for gender equality in

education”, den die UNESCO Anfang Oktober

veröffentlichte. Der Großteil dieser Verbesserungen

sei in Afrika und Asien geschehen. Der

Report stellt zudem fest, dass Mädchen weltweit

immer noch benachteiligt werden, wenn

es um Zugang zu Bildung geht.

■ en.unesco.org/gem-report/2020genderreport

NEUES PORTAL FÜR DEN EUROPASS

Seit Juli ist das Online-Portal www.europass.eu zugänglich, auf dem

man sich über Lernen und Arbeiten in der Europäischen Union informieren

und ein Portfolio über die eigenen Erfahrungen und Kompetenzen

anlegen kann, das europaweit vergleichbar ist. Das Portal ist im

Auftrag der Europäischen Kommission entstanden und soll grenzüberschreitendes

Lernen und Arbeiten in Europa fördern.

■ www.europass.eu

DIGITALE BILDUNG IM INTERNATIONALEN VERGLEICH

Norwegen hat von 30 untersuchten OECD-Ländern die beste

Infrastruktur für digitale Bildung, Mexiko die schlechteste. Das

ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie der Lernplattform Preply.

Dafür wurde die digitale Infrastruktur der Länder anhand vorliegender

Daten zu Bereichen wie durchschnittliche mobile Internetgeschwindigkeit,

Bildungsausgaben pro Kopf und Angebot

an Online-Studiengängen ausgewertet. Deutschland liegt nach

dieser Auswertung auf Platz 13 der 30 untersuchten Länder.

■ preply.com/de/d/e-learning-index

Fotos: © Monkey Business Images, Geobor / Shutterstock.com

24 didacta-magazin.de 4/2020


Zeitgeschehen begreifbar machen –

in Präsenz und auf Distanz

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MEDIEN

Mit Dr. Blubber im Labor

In den MINT-Fächern veranschaulichen praktische Experimente abstrakte Inhalte.

Einige Tools bieten gute Voraussetzungen für einen spannenden MINT-Unterricht –

auch beim Fernlernen.

Gastbeitrag Julia Knopf, Christiane Stein, Adrian Wolter

Egal, ob ätzende Säuren im Chemielabor oder

Blitze im Physiksaal: Das praktische Experimentieren

ist fester Bestandteil eines modernen,

handlungsorientierten MINT-Unterrichts.

Experimente machen chemische, physikalische

oder biologische Prozesse nachvollziehbar und

zeigen deren Bedeutung für unseren Alltag.

Digitale Medien unterstützen Lehrkräfte, ihren

MINT-Unterricht anschaulich zu gestalten. Um die

Schülerinnen und Schüler aktiv am Unterricht zu

beteiligen, sollten die digitalen Angebote interaktiv

gestaltet sein. Dabei ist es wichtig, dass die Lernenden

die Aufgaben in ihrer eigenen Geschwindigkeit

bearbeiten können oder die Möglichkeit haben, sich

Lernangebote öfter anzuschauen. Motivierend wir-

DIE AUTOREN

Prof Dr. Julia Knopf leitet den Lehrstuhl Fachdidaktik

Deutsch Primarstufe und das Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität des Saarlandes. Sie ist Gründungspartnerin

der Beratungsunternehmen für digitale

Medien KLEE (Kreativ lernen – Erfolg haben) und der

Didactic Innovations GmbH.

Christiane Stein ist Wissenschaftliche

Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Fachdidaktik Deutsch

Primarstufe und am Forschungsinstitut Bildung

Digital an der Universität des Saarlandes.

Adrian Wolter ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter

am Lehrstuhl für Fachdidaktik Deutsch Primarstufe

und am Forschungsinstitut Bildung Digital an der

Universität des Saarlandes.

Foto: © Gorodenkoff / Shutterstock.com ; Universität des Saarlandes

26 didacta-magazin.de 4/2020


ken bedienerfreundliche Angebote, die am besten

an die Lebenswelt der Schüler/-innen anknüpfen.

www.LehrerSelbstVerlag.de

MINT digital lehren

Die folgenden Tipps, Tools und Webseiten helfen,

digitalen MINT-Unterricht ansprechend zu gestalten.

Kids interactive Virtual Lab

Mit dem kostenfreien, webbasierten Virtual Lab führen

jüngere Schulkinder verschiedene Experimente aus

dem Chemieunterricht in einem virtuellen Labor am

Bildschirm durch. Dabei lernen sie die Experimente

sowie die Abläufe und Arbeitsmaterialien im Labor

kennen. Das Online-Angebot beinhaltet ein Spiel, in

dem die Figur Dr. Blubber die Lernenden begleitet.

Er erklärt die Aufgaben und gibt Hilfestellungen beim

Lernen. Um die Fragen nach jedem Experiment zu

beantworten, müssen die Kinder die chemischen

Prozesse nochmals durchdenken. Sie können die

Experimente individuell in ihrem Tempo durchführen.

basf.kids-interactive.de

Experimente im Livestream

Mithilfe von Videochats oder Streaming-Programmen

wie Twitch, MS Teams, Skype oder Zoom lassen sich

Experimente live streamen. Die Lehrkraft kann es

im schuleigenen Funktionsraum vorführen und erklären,

während die Schulklasse über die Chatfunktion

Fragen stellen und beantworten kann, Beobachtungen

und Auffälligkeiten beschreibt oder Ergebnisse

zusammenfasst. Die meisten Programme verfügen

über eine Aufzeichnungsfunktion, sodass sich die

Lernenden das Experiment nachträglich beliebig oft

ansehen können.

Digitale Experimentierabläufe mit Padlet

Padlet ist eine digitale, kostenfreie Pinnwand, die sich

ideal zum kollaborativen Arbeiten eignet. Im MINT-

Unterricht können Lehrkräfte gemeinsam mit ihren

Schulklassen digitale Experimentierabläufe erstellen,

also Pinnwände zu verschiedenen Experimenten.

Lehrkräfte können einen Versuch Schritt für Schritt

im Padlet, also Spalte für Spalte, dokumentieren

und mit Bildern, Audioaufnahmen, Videos, Texten

oder Zeichnungen illustrieren. Die Schülerinnen und

Schüler können Alltagsexperimente nachvollziehen,

kommentieren und gegebenenfalls selbst ausprobieren.

Die Ergebnisse laden sie dann im Padlet als

Bild hoch.

Mathematik selbstorganisiert erlernen!

Grund- und Leistungskurs • Nachhilfe im Fach Mathematik

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Der

Schulplaner

2020/21

de.padlet.com

4teachers.de

von Lehrern für Lehrer

h e rgestellt

i n D e u t s c h L a n D


Medien

Guido Möller ist

Senior Manager Solution

Consulting beim Hardware-

Hersteller Wacom Europe.

Blue Brain Club - das menschliche

Gehirn spielerisch entdecken

Das browserbasierte Lernspiel Blue Brain Club der

Hertie Stiftung lässt Lernende das Gehirn und seine

Funktionen spielerisch entdecken und die komplexen

Abläufe in unserem Kopf besser verstehen. Lehrkräfte

müssen sich kostenfrei registrieren, um Zugriff

auf die Unterrichtsmaterialien zur Unterrichtseinheit

für die Mittelstufe zu erhalten. Die Schülerinnen und

Schüler spielen in jeder Stunde 10 bis 15 Minuten

am PC oder Tablet, über das Login kann die Lehrkraft

die Spielstände abspeichern.

bluebrainclub.de

Mit Kniffelix über Experimente bloggen

Kniffelix, ein Projekt der Kinderforscher an der TU

Hamburg, liefert durch Experimente Antworten auf

spannende naturwissenschaftliche Fragen aus dem

Alltag auf der Website. Dabei lassen sich alle Versuche

mit herkömmlichen Haushaltsartikeln selbst

durchführen. Begleitend gibt es Erklärvideos, Anleitungen

und Materialien für Lehrkräfte. Das Besondere:

Die Schülerinnen und Schüler können über die

Ergebnisse ihrer Versuche bloggen und sich in einer

Community austauschen.

kniffelix.rz.tu-harburg.de

Interaktive Lernpfade erstellen

Die Zentrale für Unterrichtsmedien, ZUM, bietet

eine Vielzahl von Lernpfaden aus den Bereichen

Naturwissenschaften und Technik an. Die einzelnen

Lernpfade bestehen aus einer Reihe aufeinander

abgestimmter Arbeitsaufträge, die der Lernende

selbstständig durchläuft. Sie können mit interaktiven

und multimedialen Elementen, wie Quiz, Rätsel,

Videos oder Applets angereichert werden. Die Vorteile:

Schülerinnen und Schüler können in ihrem

eigenen Tempo arbeiten, die Arbeitsaufträge mit

Hilfestellungen und Lösungshinweisen versehen,

geschlossene und offene Aufgabenformate behandeln

– sowohl in der Schule als auch zu Hause.

unterrichten.zum.de/wiki

Digitale Potenziale nutzen

Mit dem Fernunterricht verändert sich die

Welt der Schule. Experte Guido Möller über

Lösungen mit Potenzial, die MINT-Stunden

online lebendig machen.

didacta: Welche Chancen sehen Sie

aktuell in den Unterrichtsformen Fernund

Hybridunterricht?

Guido Möller: Sowohl Fern- als auch Hybridunterricht,

ein parallel in der Schule und

online stattfindender Unterricht, werden

den derzeit wichtigsten Anforderungen

in der Bildung gerecht: Sie helfen, die

Abstandsregeln und den Bildungsauftrag

der Schulen zu erfüllen. Gleichzeitig fördert

der Einsatz der digitalen Technik ein

motiviertes und interaktives Lernen jedes

einzelnen Lernenden.

Was heißt das?

Egal ob im Präsenz-, Hybrid- oder Fernunterricht:

Schülerinnen und Schüler können

sich heute mit ihrem Laptop, Tablet oder

Smartphone über das Internet durch spezielle

Programmlinks mit einem interaktiven

Whiteboard im Klassenzimmer oder mit dem

Laptop der Lehrkraft verbinden - vorausgesetzt,

die Lehrkraft gibt die Verbindung frei.

Sie können dann über diesen Link direkt

Dateien empfangen, bearbeiten und ihre

Lösungen an die Lehrkraft zurückzuschicken.

Wie kann das im

MINT-Unterricht aussehen?

Schülerinnen und Schüler können beispielsweise

im Biologieunterricht die Bestandteile

der menschlichen Zelle benennen und nach

Ablauf der Bearbeitungsfrist ihre Lösungen

an die Lehrkraft senden. Diese fasst eine

Auswahl von Lösungen zusammen und

schickt sie auf das Whiteboard, mit dem

alle Teilnehmenden im Klassenraum sowie

zu Hause online verbunden sind. So können

sich alle aktiv am Unterricht beteiligen. Ich

sehe vor allem im MINT-Unterricht hier viele

Möglichkeiten.

Foto: © www.robertmaschke.de

28 didacta-magazin.de 4/2020


Initiative #schuledigital: Digitalisierung mit Strategie

Klare Zielführung ist ein Schlüsselelement für das Gelingen der Digitalisierung im Schulsektor. Bildungseinrichtungen und

Träger, die jetzt auf strategische Unterstützung durch die Initiative #schuledigital setzen, können die Mittel des Digitalpakts

effizient und vor allem nachhaltig nutzen.

Die im Trend liegende Beschaffung mobiler Endgeräte

ist nur eine Teilmenge des großen Ganzen.

Die Digitalisierung von Schulen ist sowohl

ein fragiles als auch dynamisches Konstrukt aus

vielen verschiedenen Komponenten. Der führende

Technologieprovider ALSO Deutschland und der

Anbieter für Schul- und Unterrichtsentwicklung

IQES haben mit der Initiative #schuledigital ein

Programm ins Leben gerufen, das Schulen und

Schulträger ganzheitlich dabei unterstützt, die

Potenziale für die Digitalisierung des Bildungssektors

effektiv und nachhaltig zu nutzen. Angefangen

bei der Ausstattung mit WLAN bis hin

zur pädagogischen Schul- und Unterrichtsentwicklung

im digitalen Lernumfeld, ist die Digitalisierung

von Schulen eher ein kontinuierlicher

Prozess als ein zeitlich begrenztes Projekt. Umso

wichtiger ist es, bei der Umsetzung einen multiprofessionellen

Partner an der Seite zu haben,

der den Bildungssektor versteht.

Systematische Digitalisierungs -

strategien aus einer Hand

Was die Initiative #schuledigital besonders

macht, ist die Kombination von versierter pädagogischer

sowie technischer Unterstützung.

Mithilfe des #schuledigital-Teams kann sichergestellt

werden, dass die Umsetzung der

Digitalisierungsstrategie individuell auf die

Bedürfnisse einer Schule abgestimmt ist. Die

Zusammenarbeit mit IT-Fachhändlern und

Systemhäusern in ganz Deutschland garantiert

Schulen und Schulträgern zudem regionale

Ansprechpartner. Um den ganzheitlichen Ansatz

bestmöglich zu verfolgen, müssen Technik

und Pädagogik eine Symbiose eingehen.

Daher legt ALSO bei dieser Initiative viel Wert

darauf, die Dinge aus diesen beiden Perspektiven

zu betrachten. Die enge Verknüpfung von

modernsten Technologielösungen und medienpädagogisch

sinnvollen Anwendungen hilft

Schulen dabei, digitale Kompetenzen auf- und

auszubauen.

#schuledigital hat die ganzheitliche Digitalisierung

von Bildungseinrichtungen in sechs Bausteine

aufgeteilt, um daraus maßgeschneiderte

Lösungen zu entwickeln:

Foto: © Andrey Mertsalov / Shutterstock.com


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1. Technische und

pädagogische Beratung

und Fortbildung

Bevor Technologien lohnend eingesetzt werden

können, müssen sie verstanden werden.

Ein Ziel dieser Initiative ist es, Akteure im Bildungsbereich

beim Wissensauf- und -ausbau

rund um das Thema Digitalisierung zu unterstützen.

Mit einem umfassenden Beratungsund

Fortbildungsangebot lernen Schulen und

Schulträger zum Beispiel mehr über die technischen

Gegebenheiten aber auch über technische

und mediale Möglichkeiten innerhalb der

Unterrichtsstunde.

2. Schulnetz und

Internetzugang

Ohne Netz keine Verwendung von digitalen

Medien und Technologien. Was die Gesamtinfrastruktur

besonders an Schulen komplex

macht, ist die aus Sicherheits- und Datenschutzgründen

nötige Trennung des pädagogischen

Netzes vom Verwaltungsnetz. Warum?

Im pädagogischen Netz geht es vornehmlich

um die Nutzung von Programmen im Unterricht,

den Austausch von Materialien und den

Zugang zu E-Learning-Plattformen. Zum Verwaltungsnetz

hingegen gehören die Rechner

der Schulleitung, Abteilungsleitung und gegebenenfalls

des Sekretariats. Hier werden personenbezogene

Daten verwaltet, Zeugnisse

und Beurteilungen erstellt und Lernstandsberichte

gespeichert. Diese Daten sind besonders

sensibel und werden daher über ein separates

Netz bearbeitet. Für den reibungslosen Aufbau

einer Netzstruktur werden Schulen sowohl beim

Aufbau und Betrieb der Netzumgebung samt

Sicherheitskonzept als auch bei Installation und

Wartung unterstützt.

3. Endgeräte

Die Anforderungen an mobile Endgeräte für den

Schulalltag sind vielfältig und nicht jedes Gerät

eignet sich für jedes Einsatzszenario. Das Team

evaluiert gemeinsam mit Schulen, neben dem

sinnvollen Funktionsumfang und Anschlussmöglichkeiten,

auch die wirtschaftlich sinnvolle

Nutzungsdauer. Über den Umfang der erforderlichen

Endgeräte entscheidet im Bestfall das

Leitbild der Schule. Steht die individuelle Förderung

des Einzelnen im Vordergrund, ist eine

1:1 Ausstattung sinnvoll. Hierbei wird jedem

Kind ein Gerät zugeteilt. Liegt die höchste Priorität

im interaktiven Austausch innerhalb von

Kleingruppen im Klassenzimmer, bietet sich

eine 2:1 Lösung an – hier kommt ein Gerät

auf zwei Schüler/-innen. Bei der Auswahl der

Endgeräte gibt #schuledigital Empfehlungen,

welche Geräte sich für welchen Kompetenzaufbau

eignen.

Mit Tablets lässt sich beispielsweise gut:

• Suchen, Verarbeiten, Aufbewahren

• Kommunizieren und Kooperieren

• Analysieren und Reflektieren

Notebooks eignen sich zum:

• Produzieren und Präsentieren

• Schützen und sicheren Agieren

(zum Beispiel Daten verschlüsseln)

• Problemlösen und Handeln (zum

Beispiel Rechtschreibtrainer verwenden)

4. Administration

und Support

Unterrichtsunterbrechung, weil Updates gefahren

werden müssen? Mit ALSO und #schuledigital

beugen Schulen derartigen Störungen vor. So

werden Updates zum Beispiel nur außerhalb der

Unterrichtszeit geladen. Die dafür verantwortlichen,

mehrstufigen Modelle für Verwaltung und

Support beeinflussen die Verfügbarkeit, Sicherheit

und Wartung von Schul-IT positiv. Sie sind

passgenau auf die vielfältigen Anwendungsszenarien,

die hohe Fluktuation der Nutzer/-innen

sowie die Heterogenität der eingesetzten Hardund

Software abgestimmt.

5. Anwendungen

Pädagogisch sinnvolle, auf den Schulalltag –

sowohl im Klassenraum als auch zu Hause –

abgestimmte Anwendungen sind ein absolutes

Muss für eine nachhaltig ausgelegte Digitalisierungsstrategie.

Zusätzlich lassen sich organisatorische

Prozesse vereinfachen und optimieren.

– Wie wäre es zum Beispiel mit einem digitalen

Schwarzen Brett für schnelle Stundenplan-Updates?

Kommunikationsplattformen können bei

vielen Szenarien hilfreich sein. Darunter der Distanzunterricht,

bei dem eine derartige Plattform

nicht nur der Kontaktaufnahme dient, sondern

auch der simultanen Bearbeitung oder dem Austausch

von Dateien sowie schnellen Abstimmungen.

Auch Elternabende oder Lehrerkonferenzen

profitieren vom Austausch über Kommunikationsplattformen,

da sich verhinderte Teilnehmer

virtuell zuschalten können. Auch bei der Auswahl

der passenden Produkte aus einem Pool an

fachspezifischen Anwendungen, Lernprogrammen

und Apps berät das #schuledigital-Team.

6. Arbeits- und

Lernplattformen

Der #schuledigital-Partner auf pädagogischer

Seite ist einer der führenden Anbieter für Schulund

Unterrichtsentwicklung im deutschsprachigen

Raum „IQES online“. Mit einem innovativen

und praxisorientierten Ansatz, bei dem der Aufbau

von digitalen Kompetenzen der Lehrenden

und Lernenden im Zentrum steht, enthält die

von IQES angebotene Plattform neben Praxismaterialien

und Tools auch Anwendungen für

professionelle Online-Befragungen sowie praktische

Evaluations- und Feedbackinstrumente.

So kann beispielsweise die Wahrnehmung des

Unterrichts bei den Lernenden evaluiert werden,

um die Qualität des Unterrichts sicher

zu stellen.

#schuledigital möchte Schulen und Schulträger

bei Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung

unterstützen und sie sicher ans Ziel

bringen. Dabei stehen neben der technischen

Umsetzung mit Analyse, Installation und Betreuung

vor allem auch die Schulung und Begleitung

der Lehrenden im Vordergrund.

Kontakt: #schuledigital

Shahrzad Zeitz

Tel.: +49 2921 994401

info@schuledigital.info

www.schuledigital.info

Dr. Janina-Vanessa

Schneider


Medien

Digitalisierung an Schulen:

Sachsens Strategie

2012 hat die Kultusministerkonferenz eine Umsetzung von Digitalstrategien

und Medienbildung veranlasst. Doch wie setzen die Länder das um?

didacta stellt in der neuen Serie „Digitalisierung in den Ländern“

als erstes Bundesland Sachsen vor.

Text Marisa Balz

Medienkonzepte, Lehrerausbildung,

technische Ausstattung:

Viele Faktoren spielen bei der

Digitalisierung an Schulen eine

Rolle. Nicht zuletzt ist die Corona-

Pandemie ein treibender Faktor

bei der Umsetzung und Ausarbeitung

der Digitalstrategien. Sachsen hat den

Katalog an Fortbildungsmöglichkeiten für

Lehrkräfte seit Corona deutlich erweitert.

Bereits vor der Pandemie hat Sachsen

begonnen, digitale Bildung anzustoßen.

Die neuen Lehrpläne aus dem

Schuljahr 2019/2020 zum Medieneinsatz

als fester Bestandteil im Schulunterricht

sind inzwischen verpflichtend.

Die umfassende Technikaufrüstung an

Sachsens Schulen wird laut Ministerium

die nächsten zwei, drei Jahre in Anspruch

nehmen. Bis 2025 sollen alle sächsischen

Schulen über Breitbandinternet verfügen.

didacta fasst die wichtigsten Entwicklungen

in Sachsen zusammen.

Illustration: © N.Vector Design / Shutterstock.com

32 didacta-magazin.de 4/2020


Digitalpakt Schule: Sachsen

Der 2018 von Bund und Ländern beschlossene

Digitalpakt Schule soll zur Technikausstattung und

Digitalisierung der Schulen in den Bundesländern

beitragen. Insgesamt stellt der Bund bis 2024 fünf

Milliarden Euro für digitale Infrastruktur, WLAN, Endgeräte,

interaktive Tafeln und Schulserver zur Verfügung.

2020 wurde aufgrund der Pandemie der zweite Digitalpakt

„Mobile-Endgeräte-Verordnung“ in Höhe von 500

Millionen Euro zur Sofortausschüttung bereitgestellt.

Digitalpakt Schule:

Das SKM hat 507 von 563 Anträgen bewilligt. Das

entspricht 234 Millionen Euro von 253,7 Millionen

Euro. Sachsen hat also 92 Prozent der zur Verfügung

stehenden Gelder bewilligt.

Mobile-Endgeräte-Förderverordnung,

eine Soforthilfe und Zusatzvereinbarung

zum Digitalpakt Schule:

Das SKM hat 550 von 559 Anträgen bewilligt. Alle

27,8 Millionen Euro wurden abgeschöpft. Sprich:

Sachsen setzt 100 Prozent der zur Verfügung stehenden

Gelder ein.

Lehrpläne im Wandel

Seit dem Schuljahr 2019/2020 hat das Kultusministerium

über 100 Fachlehrpläne überarbeitet, um

medialen Unterricht gezielt umzusetzen. So lernen

beispielsweise Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe

4 im Lehrfach Werken, wie Roboter und

Automaten funktionieren.

In der Jahrgangsstufe 7 üben Schüler/-innen das

korrekte Zitieren von Internetquellen. Neben dem

Quellenvergleich unter Beachtung der Urheberrechte

lernen sie ergebnisorientierte Suchstrategien anzuwenden.

Ein weiteres Beispiel in der vierten Klasse ist der Computereinsatz.

Zwar wurden schon zuvor Sachtests am

Computer durchgeführt, neu ist jedoch, dass die Schulkinder

auch das eigene Nutzungsverhalten am Computer

hinterfragen und lernen, wie sie ihre persönlichen

Daten schützen können. Ziel ist eine Sensibilisierung

im Umgang mit digitalen Medien zu fördern.

Die Schule in der digitalen Welt.

In Zeiten von Homeoffice und Homeschooling, Digitalisierung und Glasfaserverbindungen ist es

das Wichtigste, den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern die passenden Arbeitsmittel zur

Verfügung zu stellen. Sie suchen ein Tablet, einen Arbeitsplatzrechner oder ein praktisches

Notebook? Sie möchten mit Geräten wie diesen einen schnellen Informationsaustausch, einfache

Kommunikation, Datenerfassung, Teamarbeit oder Recherchen ermöglichen? Für jedes

Szenario haben wir die passende Lösung für Sie!

Neugierig geworden?

Dann jetzt den QR-Code

scannen oder besuchen Sie

bechtle.com/hp-education


Medien

Lernplattformen und Schul-Cloud

Lehrkräfte konnten in Sachsen schon vor der Pandemie

die kostenfreien Schulplattformen OPAL Schule und

LernSax nutzen. Die Lernplattform OPAL Schule wurde

vom SMK für alle sächsischen Schulen konzipiert. Lehrende

und Lernende können darüber Materialien hochladen

und abrufen und sich zur virtuellen Schulstunde

über das Videokonferenztool Bigbluebutton im Online

Klassenzimmer treffen. Auf LernSax können alle Klassenteilnehmenden

Materialien wie Arbeitsblätter und

Lehrvideos hochladen oder darauf zugreifen. Zu LernSax

gehört auch die MeSax-Mediathek, wo Bildungsmedien

der sächsischen Medienzentren und sächsischen Bildungsagentur

bereitgestellt werden. Neben den Lerninhalten

dient das Schulportal auch der Kommunikation

von Lehrerinnen und Lehrern untereinander sowie mit

Schülerinnen und Schülern. Im Gegensatz zu geläufigen

sozialen Medien ist LernSax datenschutzrechtlich

unbedenklich. Über Schullogin können sich Lehrkräfte

und Lernende mit nur einem Zugang zu allen Schulplattformen

in Sachsen anmelden.

schullogin.de

Medienzentren und Medienscouts

Damit Digitalisierung in Schulen gelingt, müssen angehende

Lehrkräfte bereits in der Ausbildung im Umgang

mit Medien geschult werden. Aber auch Lehrkräfte im

Dienst benötigen Fort- und Weiterbildungen mit dem

Schwerpunkt Medieneinsatz. In Sachsen gibt es dafür

Medienpädagogische Zentren, kurz MPZ. Diese eigenständigen

Bildungseinrichtungen schulen Lehrkräfte darin,

wie sie digital unterrichten können, beispielsweise bei

der Anwendung von Lernmanagementplattformen wie

MeSax. Sie unterstützen Schulträger außerdem in einer

beratenden Funktion bei der Ausstattung mit Informationstechniken.

Zudem trägt die Initiative Medienscouts

in Sachsen des Landesamtes für Schule und Bildung zur

Förderung der Medienkompetenz von Lehrerinnen und

Lehrern bei und unterstützt bei der Medienbildung im

Klassenzimmer. Medienscouts sind meist Schüler/-innen,

die in sinnvoller Mediennutzung und in digitalen Themen

wie Cybermobbing geschult sind und an Sachsens Schulen

andere Jugendliche und vor allem jüngere Mitschülerinnen

und –schüler beraten. Medienerziehung erfolgt damit

nicht nur durch Lehrkräfte. Allerdings können auch sie

eine Fortbildung zum Medienscout absolvieren und dann

wiederum interessierte Lernende ausbilden.

lernsax.de/wws/9.php#/wws/180196.php

Sachsens schulisches Medienkonzept

Das Bundesland Sachsen hat sein sich kontinuierlich

weiterentwickelndes Medienkonzept „Medienbildung

und Digitalisierung in der Schule“ 2017

eingeführt. Es beinhaltet einen konkreten Kompetenzrahmen

mit sechs Handlungsfeldern für den

verantwortungsvollen Umgang und Einsatz von

Medien, mit dem Kinder und Jugendliche sicher

und handlungsorientiert mit den neuen Informationstechniken

arbeiten. Die Handlungsfelder sind:

› Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren

› Kommunizieren und Kooperieren

› Produzieren und Präsentieren

› Schützen und sicheres Agieren

› Problemlösen und Handeln

› Analysieren und Reflektieren

Während Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe

zunächst notwendige Grundfähigkeiten wie

Informationen und Daten analysieren, interpretieren

und kritisch bewerten erlernen, sollen Lernende in

der Sekundarstufe eine vertiefte Medienbildung

erfahren. Die eigenständigen Einordnung, Reflexion

und Erweiterung der eigenen Medienkompetenz

stehen dann im Fokus.

Foto: © Ann in the uk / Shutterstock.com

34 didacta-magazin.de 4/2020


Digitale Schule.

Digitale Tafel.

Die Modelle der ActivPanel Element Serie lassen

keine Wünsche offen und bieten für jeden Klassenraum

die passende digitale Unterrichtslösung.

• Kostenlose on- und offline Unterrichtssoftware inklusive

• Intuitive Bedienung, dank ActivPanel Menü

• Einfache IT-Verwaltung durch kostenloses Panelmanagement

• Schnelle Implementierung in die bestehende Schulinfrastruktur

• Fesselnder Unterricht mit 4K-scharfen Bildern und kristallklarem Sound

20 Jahre Erfahrung im Bildungsmarkt – von ExpertInnen empfohlen

Der DigitalPakt Schule

fördert die Ausstattung

von Klassenzimmern mit

digitalen Tafeln zu 100 %

Aus

zur Bildung

Promethean GmbH | Bamlerstr. 5c | 45141 Essen

Tel.: +49 (0)201 8561 333 | E-Mail: info@PrometheanWorld.com | Web: www.PrometheanWorld.com/de


MEDIEN IN KÜRZE

ZU WENIG ZEIT FÜR

NACHRICHTENKOMPETENZ

Lehrkräften fehlt die Zeit, um

Nachrichtenkompetenz zu vermitteln.

Das ist das Ergebnis

einer Studie des Instituts für

Demoskopie Allensbach im

Auftrag des Bundesverbands

Digitalpublisher und Zeitungsverleger

(BDZV). So gaben nur

37 Prozent der befragten Lehrkräfte

an, genug Zeit für diese

Aufgabe zu haben.

■ www.bdzv.de

HILFE FÜR

ERWACHSENE MIT LESE- UND

SCHREIBSCHWIERIGKEITEN

Laut einer LEO-Studie haben 6,2

Millionen Erwachsene in Deutschland

Schwierigkeiten damit, längere

zusammenhängende Sätze zu

lesen. Für die Betroffenen hat das

Bundesministerium für Bildung und

Forschung (BMBF) eine Service-

Website bereitgestellt. Dort können

sie kostenlos an Onlinekursen oder

Gruppenhilfen teilnehmen.

■ www.mein-schlüssel-zur-welt.de

KOSTENLOSE BILDUNGS-FLATRATE

Die Telekom bietet eine kostenlose Bildungs-Flatrate mit unbegrenztem

Datenvolumen an. Damit soll digitale Bildung für alle Schülerinnen und

Schüler möglich sein. Vertragspartner sind Schulträger und Schulen.

Diese entscheiden, in welchem Umfang Schülerinnen und Schüler eine

mobile Flatrate erhalten. Sie können damit Hausaufgaben versenden,

an Videochat-Unterricht teilnehmen oder auf Lerninhalte zugreifen.

■ www.telekom.com/de/blog/konzern/artikel/

bildungs-flatrate-fuer-schueler-und-schuelerinnen-606440

Fotos: © GaudiLab, Fabio Principe / Shutterstock.com

36 didacta-magazin.de 4/2020


Biologieunterricht digital

Die jüngsten Schließungen von Schulen und Universitäten in Deutschland und weltweit haben eine Neubewertung digitaler

Lehr- und Lernmöglichkeiten verursacht. Vielerorts wurden Unterrichtsinhalte via Internet, Smartphones und PC kommuniziert

und Online-Plattformen zur Vernetzung von Lehrenden und Lernenden genutzt. Mit der kostenlos zur Verfügung

stehenden Imaging App Labscope unterstützt ZEISS den digitalen Biologieunterricht am Mikroskop.

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Fachspezifische Apps

unterstützen Online-Unterricht

Die Digitalisierung schreitet voran, das Internet

hat sich zu einer umfangreichen Informationsquelle

entwickelt. Apps sind Teil des Alltags, sie

vereinfachen unterschiedliche Aufgaben und

gehören insbesondere in der heranwachsenden

Generation der „digital natives“ zum selbstverständlichen

Werkzeug. Auch im Lehrbetrieb gewinnen

digitale Medien an Bedeutung. Schon

heute stehen beispielsweise Beamer, Laptops,

Tablets oder Smartboards an vielen Schulen

zur Verfügung. Um online zu unterrichten sind

jedoch zusätzliche Arbeitsmittel notwendig. Fachspezifische

Apps können den Erkenntnisgewinn

unterstützen und einen wertvollen Bildungsbeitrag

leisten.

Online-Biologieunterricht mit der

Imaging App Labscope von ZEISS

Um Online-Unterricht abwechslungsreich und

lebendig zu gestalten, bieten sich praktische

Übungen an. Die ZEISS Imaging App Labscope

unterstützt die praktische Einheit am Mikroskop.

Lehrende stellen dazu eine Netzwerk-Verbindung

zwischen ihrem PC und dem Mikroskop her, sodass

das mikroskopische Bild auf dem Bildschirm

des PCs oder Notebooks sichtbar wird. Diesen

Bildschirm teilt man wie gewohnt über Skype,

Zoom, Microsoft Teams oder andere Plattformen

mit Schülerinnen und Schülern, die nun ebenfalls

das Mikroskopbild sehen.

Die Zeigerfunktion in der ZEISS Imaging App Labscope

unterstützt im Online-Unterricht dabei, auf

wichtige Stellen im gezeigten Präparat aufmerksam

zu machen und den Blick der Lernenden

auf die ausgewählten Stellen zu lenken. Zudem

ermöglicht es Labscope, Mikroskopbilder aufzunehmen

und diese den Lernenden via E-Mail oder

Onlinetools zuzusenden. Auf diesem Wege können

auch kleine Videos erstellt und versendet werden.

Ist die Aufnahme bei den Schülerinnen und Schülern

angekommen, können diese mit Hilfe der

Zeichenfunktion eine digital unterstützte Handzeichnung

des Präparates anfertigen. Nach wie

vor spielen Handzeichnungen im Lernprozess eine

wichtige Rolle. Handzeichnungen dienen dazu,

die exakte Beobachtungsgabe zu schärfen und

das Gesehene zu verinnerlichen. Die detaillierte

Zeichnung lässt erkennen, wie beispielsweise Zellen

und ihre Kompartimente im Detail aufgebaut

sind. Durch die selbsttätige Arbeitsweise wird der

Erkenntnisgewinn über die jeweilige Thematik, in

diesem Falle der Zelltheorie, vertieft.

Des Weiteren bietet Labscope die Möglichkeit der

Annotationen. So können im mikroskopischen

Bild Beschreibungen in unterschiedlicher Farbe

und Größe eingefügt werden, wie beispielsweise

die Benennung der einzelnen Zellkompartimente

und die Beschreibung ihrer Funktion. Zudem

stehen weitere Markierungswerkzeuge zur Verfügung,

mit denen die Lernenden direkt im Bild

arbeiten können, indem sie beispielsweise Größenmessungen

durchführen oder interessante

Bildbereiche mit Pfeilen markieren. Ist das mikroskopische

Bild abschließend bearbeitet, kann

es in ein Reporttemplate integriert und wieder

an den Lehrenden zur Lernkontrolle zurückgesendet

werden.

Mit der kostenlos zur Verfügung gestellten Imaging

App Labscope unterstützt ZEISS den digitalen

Biologieunterricht am Mikroskop. Für

den Online-Unterricht wird die Nutzung eines

Windows-PCs oder Notebooks empfohlen. Labscope

für den Biologieunterricht steht zum kostenlosen

Download auf www.zeiss.com/labscope

zur Verfügung.

Alternativ verwendet man Labscope mit dem

iPad, die iOS Version steht im App Store zum

Download bereit.

Kontakt: Carl Zeiss Microscopy GmbH

Carl-Zeiss-Promenade 10 | 07745 Jena

microscopy@zeiss.com

www.zeiss.com/labscope-teacher


KITA

„Der Raum muss rufen!“

Kreativitätsfördernd für Kinder sollte laut Experte Roland Seeger

ein gutes Außenspielgelände sein. Er baut auf naturnahe Konzepte und bezieht

bei seinen Planungen besondere Experten mit ein: die Kinder.

Interview Silvia Schumacher

AUF EINEN BLICK

› Bei Außenspielanlagen sollten die Bedürfnisse

und Wünsche der Kinder im Mittelpunkt stehen.

› Naturelemente wie Natursteine und Wasserelemente

fördern den kindliche Entdeckergeist.

› Wichtig ist, dass Bewegungsanregungen und

Rückzugsbereiche angeboten werden.

Roland Seeger,

Erziehungswissenschaftler und

Lernforscher, ist Gründer und wissenschaftlicher

Leiter der Forschungsstelle

für Frei- und Spielraumplanung.

Meine Kita: Was zeichnet ein

gutes Außenspielgelände für Kinder aus?

Roland Seeger: Da lohnt sich ein Blick in die Geschichte:

Der Kinderspielplatz hat seinen Ursprung in den 50er-Jahren

in Mittelhessen. Der Verkehr nahm zu, da wollte man

den Kindern etwas bieten. Es wurden Spielplätze gebaut

– von Erwachsenen für Kinder. Gute Außenspielanlagen

orientieren sich aber an den Bedürfnissen der Kinder.

Sie entwickeln naturnahe Spielanlagen für

Kitas. Welche Elemente sind dort zu finden?

Zunächst gibt es dort viel Grün. Es gibt Steine und

Mauern zum Klettern, Nischen und Höhlen, um sich zu

verstecken. Bei den Rutschen greifen wir auf Spielgeräte

zurück, das meiste entwickeln wir aus der Natur.

Zum Beispiel?

Beim Klettern: Klassisch ist auf Spielplätzen eine Wackelbrücke

oder eine Spielkombination zu finden. Beim

naturnahen Konzept nutzen wir Natursteine, bauen einen

Hügel zu einer Kletterwand und befestigen dort Seile. Bis

zu zwei Meter Höhe sind in der Kita zulässig. Oder der

Sandbereich. Normalerweise wird ein Sandkasten mit einer

Umrandung angeboten, damit die Kinder darauf bauen und

Sand ablegen können. Der Sand landet dann außerhalb

des Sandkastens. Beim naturnahen Konzept buddelt der

Bagger ein Loch. Zusätzlich wird eine Drainage angelegt,

damit das Regenwasser auch versickern kann. So entsteht

ein Sandsee. Die Ablagefläche für das Bauspiel liegt in

dieser Sandspielbereichskonzeption innen. Zum Beispiel

über einem Wasser-Matsch-Tisch oder über einem abgeflachten

Naturstein. Wichtig ist, dass die Spielanlagen nicht

von den Erwachsenen vorgedacht sind, sondern die Kinder

dabei auch kreativ werden können.

Es geht darum, dass die Kinder experi mentieren

und selbst entdecken können?

Kinder sind Weltentdecker und der Spielplatz sollte ihnen

dazu die Möglichkeit geben. Dafür braucht es sinnliche Anregungen,

was die Natur in einem umfassenden Maß leistet.

Es braucht Elemente, die Bewegungsanregungen bieten

und zum Experimentieren herausfordern wie Nischen und

geheimnisvolle Rückzugsbereiche. Der Raum muss dabei

rufen! Dann können die Kinder ihre Basiskompetenzen wie

Motorik, Sprache und kognitive Aspekte stärken.

Wenn eine Einrichtung ihren Außenbereich neu

gestalten möchte, was sind die ersten Schritte?

Die Kita sollte ihr pädagogisches Konzept mit dem Außenraum

ergänzen und darin festlegen, wofür dieser Raum

zukünftig genutzt werden soll, – und sich überlegen, wer sie

fachlich unterstützen kann. Wird die FFS von Einrichtungen

kontaktiert, besuchen wir die Kita in einer ‚Planerrunde vor

Ort‘ und entwickeln gemeinsam ein Diskussionspapier mit

den Fachkräften, den Elternvertretern und den Kindern.

Diesen Vorentwurf stimmt die Kita dann mit dem Träger ab.

Es ist also wichtig,

die Eltern auch mit ins Boot zu holen?

Unbedingt. Es müssen sich alle im Klaren sein, dass es im

Außengelände beispielsweise Rückzugsorte geben kann,

Foto: © privat

38 didacta-magazin.de 4/2020


wo die Kinder auch einmal unbeobachtet sind. Man muss

den Eltern ihre Sorgen nehmen, etwa dass die Pflanzen

nicht gefährlich sind und es normal ist, dass Kinder mit

Benutzerspuren heimkommen, wenn sie draußen spielen.

Wie genau beziehen Sie die

Kinder bei der Planung mit ein?

Wir haben einen Fragebogen, Fotos und Grafiken entwickelt.

Auf dieser Basis besprechen wir mit den Kindern,

wie der Spielraum aussehen kann. Die Größeren malen

ihre Wünsche, die dann ebenfalls Teil der Planerrunde sind

und in der Konzeptionsentwicklung berücksichtigt werden.

Welche Wünsche haben die Kinder?

Meistens malen sie erst einmal ein Spielgerät. Wenn wir

ihnen Fotos von naturnahen Spielgeländen mit Hügeln, Steinen

und Naturstämmen zeigen, werden sie ganz aufgeregt.

Vor allem Wasser finden sie toll. Wichtig ist, dass man bei

der Planung des Geländes sowohl die Bedürfnisse und

Entwicklungsschritte der Dreijährigen als auch der Sechsjährigen

berücksichtigt. Gleiches gilt auch für die U3-Kinder.

Orientiert man sich ausschließlich an den Jüngeren, bleibt

für die Älteren kaum etwas übrig, was Spannung erzeugt

und deren Risikokompetenzen weiterentwickelt.

NATURNAHES AUSSENRAUMKONZEPT

Die FFS, Forschungsstelle für Frei- und

Spielraumplanung, ist eine außeruniversitäre

Forschungseinrichtung für pädagogische

Landschaftsarchitektur.1979

begann sie bundesweit Kinderspielplätze

zu analysieren und alternative Konzepte zu

entwerfen. Daraus entwickelte die FFS ein

naturnahes Außenraumkonzept, das den

Kinderspielplatz als wichtiges Lernumfeld

begreift, in dem Kinder Basiskompetenzen

erlernen und festigen können. Neben

Außengelände für Kitas plant die Forschungsstelle

öffentliche Spielplätze und

Schulhöfe. Für das Bildungsministerium

Luxemburg erstellte sie einen Wegweiser

für Kinder- und Bildungshäuser, um sich

naturnahen Freiraumkonzepten zu nähern.

Außerdem gibt sie Fortbildungen für pädagogisches

Personal. Mehr dazu auf:

➔ www.ffs-hohenahr.de

Geniale Experimente für coole Kids:

3malE – auch für den Unterricht zuhause.

Wildbienen und Schmetterlinge züchten, das Smartphone zum

Mikroskop umfunktionieren oder eine Alarmanlage basteln? Kein

Problem: Rund um Energie-, MINT- und Umweltbildung finden

Kinder, Schüler, Erzieher, Lehrer und Eltern umfangreiches

Material für spannende und lehrreiche Versuche, Experimentierkoffer

zum Verleih, attraktive Wettbewerbe, interaktive Übungen

und vieles mehr. Einfach reinklicken und mitmachen: 3malE.de

Archivbild – aufgenommen vor Corona

nachhaltig, digital, energiegeladen – 3malE.de


KITA IN KÜRZE

STUNDENLOHN LIEGT

BEI 20 EURO BRUTTO

Knapp 20 Euro pro Stunde haben pädagogische

Fachkräfte in Kitas und Vorschulen

2019 pro Stunde verdient. Das geht

aus Daten des Statischen Bundesamtes

hervor. Eine ausgebildete Vollzeitkraft

verdiente einen Monatslohn von durchschnittlich

3 280 Euro brutto, eine Teilzeitkraft

erhielt durchschnittlich 2 374 Euro

brutto. Rund 61 Prozent des Kita-Personals

arbeiten in Teilzeit. Insgesamt sind

mehr als zwei Drittel aller Beschäftigten

ausgebildete Fachkräfte.

■ www.destatis.de

KINDERARMUT DROHT

WEITER ZU STEIGEN

Laut einer Berechnung der

Bertelsmann Stiftung leben in

Deutschland 2,8 Millionen Kinder

und Jugendliche in Armut

– das sind 21,3 Prozent aller

unter 18-Jährigen. Die Autoren

der Studie gehen davon aus,

dass die Coronakrise die Situation

verschärfen wird. Eltern

von benachteiligten Kindern und

Jugendlichen arbeiten häufiger

in Teilzeit oder als Minijobber

und gehören deswegen, laut

der Studie, zu der Gruppe, die

als erste ihre Jobs verlieren

oder nur vergleichsweise wenig

beziehungsweise gar kein

Kurzarbeitergeld erhalten.

■ www.bertelsmann-stiftung.de

VORLESETAG AM 20. NOVEMBER

Am 20. November findet der 17. bundesweite Vorlesetag statt. Das Motto

lautet „Europa und die Welt“. Kitas können ihre Vorleseaktion auf vorlesetag.de

anmelden, auf der Webseite erhalten sie außerdem Leseempfehlungen und

Materialien zum Thema. Der Vorlesetag wird jedes Jahr von der Stiftung Lesen,

Die Zeit und der Deutsche Bahn Stiftung organisiert.

■ www.vorlesetag.de

Fotos: © YAKOBCHUK VIACHESLAV, Lana U / Shutterstock.com

40 didacta-magazin.de 4/2020


Von der Schule bis zum Studium:

Hybrides Lernen mit Microsoft

Mit viel Einsatz und Kreativität haben Lehrkräfte und Schüler/-innen den Unterricht in den letzten Monaten virtuell fortgeführt.

Microsoft unterstützt mit besonderen Bildungsangeboten beim Wechsel zwischen Präsenz- und Remote-Unterricht. Neben

Geräten für Schüler/-innen gewinnt dabei auch die Hardware-Ausstattung von Lehrenden an Bedeutung.

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Hybride Lernmethoden

benötigen moderne Technologien

Die dynamische Entwicklung der Pandemie stellt

Schulen, Universitäten und Eltern vor die Herausforderung,

schnell und effizient zwischen Präsenzunterricht

und digitalen Alternativen zu wechseln.

Hybride Unterrichtskonzepte ermöglichen es, flexibel

reagieren zu können, benötigen jedoch eine gute

Basis an technologischen Grundlagen – von kollaborativen

Lernplattformen bis zu leistungsfähigen

Endgeräten für Lehrer/-innen und Schüler/-innen.

Mit dem Surface Portfolio bietet Microsoft eine vielfältige

Auswahl verschiedenster Formfaktoren von

Laptops und Tablets auf Basis von Windows 10,

die beim digitalen Lernen und Lehren unterstützen.

2in1-Allrounder mit Stift und Touch:

Surface Go 2

Für die ersten Erfahrungen mit dem digitalen Lernen

in den unteren Klassen eignet sich das kleine

und leichte 2in1-Device Surface Go 2. Das Touchscreen

Tablet ist besonders einfach zu bedienen:

Durch die intuitive Finger- und Stift-Eingabe und

das kompakte Format ist es das passende Gerät

zum digitalen Lernen für jüngere Schüler/-innen.

Der Bildschirm lässt sich mit Hilfe des eingebauten

Standfußes in einen besonders flachen Winkel

bringen, der sich für Eingaben mit dem Microsoft

Classroom Pen eignet: Im digitalen Notizbuch

OneNote können Ideen für das anstehende Referat

festgehalten, Skizzen für den Werkunterricht

angefertigt und sogar handschriftlich Rechenaufgaben

gelöst werden. Mit dem separat erhältlichen

Type Cover, das magnetisch andockt, verwandelt

sich Surface Go 2 im Handumdrehen zu einem

vollwertigen Laptop mit Tastatur. Für noch mehr

Flexibilität beim Lernen lässt sich passendes Zubehör,

wie zum Beispiel eine Maus, einfach via

Bluetooth oder per USB-C-Anschluss verbinden.

Kompakt und leistungsstark:

Surface Laptop Go

Für die optimale Vorbereitung von älteren

Schüler/-innen auf das Berufsleben eignet sich

Surface Laptop Go: Flach und mit geringem Gewicht,

der Eingabemöglichkeit via Touch und der

vollwertigen Tastatur eignet sich der Laptop für

die Aufgaben an weiterführenden Schulen. Surface

Laptop Go ist leistungsstark wie mobil und

erleichtert so den Wechsel zwischen verschiedenen

Lernumgebungen, ohne dabei auf Rechenleistung

verzichten zu müssen – optimal für

Schüler/-innen höherer Jahrgangsstufen, Studierende

oder Lehrer/-innen. Auch bei der Ausstattung

kann Surface Laptop Go punkten: Beim

Tippen einer Hausarbeit in Word noch schnell ein

paar Quellen im Netz recherchieren? Kein Problem

– das 12,4-Zoll-Display bietet genug Platz,

um zwei Anwendungen bequem nebeneinander

anzuzeigen und bringt genug Leistung mit, um

klassische Anwendungen wie OneNote, Teams

und Word problemlos parallel auszuführen. Integrierte

Omnisonic-Lautsprecher, Studiomikrofone

und die Frontkamera erleichtern die digitale Zusammenarbeit

in Microsoft 365 – ob im virtuellen

Klassenzimmer mit Microsoft Teams oder über

Whiteboard als digitalen Tafelersatz. Dank der

angenehm großen Tasten bietet Surface Laptop

Go zudem ein komfortables Schreibgefühl beim

nächsten Aufsatz oder bei der Vorbereitung der

Unterrichtsnotizen für den kommenden Schultag.

Von Microsoft für das Bildungswesen

Surface in Kombination mit Microsoft 365 und

Teams bietet Bildungseinrichtungen, Lehrkräften

und Lernenden modernste Technologien für das

digitale Klassenzimmer. Auf der Basis des weltweit

meistgenutzten Betriebssystems Windows 10

sind sie ein idealer Begleiter von der Grundschule

über weiterführende Schulen, Ausbildung oder

Studium bis hin zum Berufseinstieg. Individuelle

Angebote für verschiedene Fähigkeitsstufen und

Anwendungsbereiche gibt es auf: www.aka.ms/

surfacemachtschule oder über die Kontaktmöglichkeit

per Mail: bildung@microsoft.com.

Kontakt: Microsoft Deutschland GmbH

Walter-Gropius-Straße 5 | 80807 München

Tel.: +49 1806 6722-55

bildung@microsoft.com | www.microsoft.com


SCHULE

Mehr gutes Lernen

statt nur gutes Lehren

Der Regelbetrieb an Schulen ruckelt: Der bisherige Unterricht befindet

sich im Umbruch. Neues Lernen ebnet den Weg für eine langfristige

Veränderung im Schulwesen, bei der gutes Lehren alleine nicht ausreicht.

Interview Marisa Balz

Armin Himmelrath

ist Spiegel-Autor und freier Bildungsjournalist.

Nach seinem Lehramtsstudium arbeitete

er als Lehrbeauftragter an verschiedenen

Universitäten und hat Bücher zu

Bildungsthemen veröffentlicht.

didacta: Herr Himmelrath, Ihr neues Buch

trägt den Titel „Das Schuljahr nach Corona“.

Wie ist denn die aktuelle Lage an den Schulen?

Armin Himmelrath: Wir sind weit von dem entfernt,

was wir als Normalbetrieb kennen. Bei den

Veränderungen auf allen Ebenen – organisatorisch,

pädagogisch, gesellschaftlich – ist das viele Gerede

zu einer Rückkehr zum Regelbetrieb tatsächlich nur

das: Gerede. Denn der Präsenzunterricht ist permanent

von erneuten Klassen- oder Schulschließungen

bedroht. Findet er statt, dann unter Einhaltung von

Abstandsregeln und dem Tragen von Masken – je

nach Bundesland – in unterschiedlichem Ausmaß.

Was bedeutet das für

die Schülerinnen und Schüler?

Sie müssen diszipliniert sein und neue Regeln

einhalten, beispielsweise Abstand halten durch

Foto: © fizkes / Shutterstock.com; Jessica Meyer

42 didacta-magazin.de 4/2020


unterschiedliche Pausenzeiten oder Absperrbänder

auf dem Schulhof. Wildes, unkontrolliertes Toben

fällt weg. Im Unterricht dürfen Freunde sich nicht

mehr zusammensetzen, in den Arm nehmen oder

den Radiergummi vom Nachbarn benutzen. Die

Folge ist eine massive Verhaltensänderung, die

Kinder sind in ihrer Spontanität gebremst und

dadurch deutlich weniger unbeschwert, als noch

vor der Pandemie.

Wie können wir entgegenwirken?

Wir müssen uns natürlich bewusst werden und

darauf achten, dass Schule auch weiterhin ein Raum

von Begegnung und Nähe ist, bei dem es nicht

nur um die Wissensvermittlung geht. Idealerweise

finden wir wieder zu einem Umgang zurück, bei

dem Kinder sich wieder umarmen und nicht erst

darüber nachdenken, ob sie es dürfen. Gleichzeitig

haben wir in den letzten Monaten auch viele Motivationsschübe

hin zu einem neuen Lernen erlebt.

Inwiefern?

Wir haben endlich darüber diskutiert, wie Unterricht

und Lernprozesse in aller Breite in den digitalen

Raum verlagert werden können. Dabei ist deutlich

geworden, wie wichtig die Rolle der Schulleitung ist.

Das Kollegium profitiert von einer starken Schulleitung,

die offen für neue Lernwege ist. Das befeuert

wiederum den Lehrkörper, Neues auszuprobieren.

Wie sehen diese neuen Lernwege aus?

Ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht,

in dem Lehrkräfte nicht vor der Klasse

stehen, wird fester Bestandteil. Schließlich leben

wir in einer Zeit von individualisierten Lernprozessen,

weshalb auch eine Ausweitung der Lernwege

vonnöten ist. Wir dürfen digitales Lernen nicht als

kurzfristige Lösung während der Pandemie verstehen,

sondern als dauerhaftes Schulinstrument.

Das Ziel ist immer, erfolgreiches motivierendes

Lernen zu ermöglichen. Das bedeutet für Schulen

auch, digitale Lernprozesse zu standardisieren und

anzubieten.

Wie kann das gelingen?

Lehrkräfte müssen, beispielsweise durch Schulungen,

sicher im Umgang mit digitalen Medien werden.

Ich hatte mit einer Lehrerin Kontakt, die keine

E-Mail-Adresse hat. Das darf heutzutage nicht sein.

Erst wenn die Lehrerinnen und Lehrer auch über

digitale Fähigkeiten verfügen, können sie auf Erklärvideos

zurückgreifen, die wiederum Sachverhalte

verdeutlichen. Oder sie lassen Schülerinnen und

Schüler eigene Lernvideos erstellen und fördern so

deren Medienkompetenz. Außerdem können Schülerinnen

und Schüler in Videokonferenzen kleine

Lehrgruppen bilden und gemeinsam am gleichen

Dokument arbeiten. Das funktioniert übrigens auch

bei Lehrkräften untereinander.

Was lernen wir aus der Pandemie

für den weiteren Schulbetrieb?

Wir haben gesehen, dass eine Ausweitung der

Lernwege stattfindet und wir müssen uns die Veränderungen,

die das Schulsystem durchlebt, zunutze

machen. Alles andere ist weder zukunftsweisend

noch nachhaltig. Zudem haben Lehrkräfte erleben

können, dass digitales Lernen ein Gewinn ist. Schulen

müssen wieder mehr darauf achten, wie gutes

Lernen und nicht nur wie gutes Lehren geht.

Neue Blickwinkel

für pädagogische Fachkräfte.

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Kultur kommt in die Schule

Der Verein Vincentino – Kultur stärkt Kinder in Berlin und seine Gründerin Sandra

Maischberger sind didacta Bildungsbotschafter 2020. Sie setzen sich für die kulturelle

Bildung von Kindern und Jugendlichen an Schulen in Brennpunkten Berlins ein.

Interview Fee Halberstadt

Ulla Giesler

ist Programmleiterin von Vincentino.

Der Didacta Verband zeichnete sie

als Bildungsbotschafterin 2020 aus.

didacta: Frau Giesler, der Verein Vincentino

setzt sich für kulturelle Bildung von Kindern

und Jugendlichen ein. Wen wollen Sie damit

erreichen?

Ulla Giesler: Die Idee ist, dass wir uns an Kinder und

Jugendliche wenden, die kaum Zugang zu kultureller

Bildung haben. Viele Kinder und Jugendliche sind aus

ihrer familiären, finanziellen oder sozialen, Situation

heraus nicht geübt, zu freiwilligen Projekten zu gehen.

Deswegen haben wir beschlossen, kulturelle Bildung

in der Mitte des Regelunterrichts zu verankern. Dies

machen wir beispielsweise an Grundschulen mit unseren

„Kids on Drums“-Klassen, bei denen Kinder die

Instrumente kennenlernen und sofort losspielen.

Foto: © Liderina / Shutterstock.com; Didacta Verband

44 didacta-magazin.de 4/2020


Wie motivieren Sie Jugendliche?

Das müssen wir nicht. Gerade, wenn wir in den

Grundschulen sind, sind die Kinder offen und

haben Lust auf unsere Projekte. Und auch in

den weiterführenden Schulen sind die Jugendlichen

motiviert und arbeiten mit den Dozenten

zusammen.

Was müssen diese Dozenten an pädagogischen

Hintergrund mitbringen?

Unsere Dozentinnen und Dozenten sind zum Beispiel

Profi-Musikerinnen und -Musiker; Pädagogen

oder Sozialarbeiter müssen sie nicht sein, denn

wir wollen nicht mit den Lehrkräften konkurrieren,

sondern bringen andere Berufsfelder an die Schulen.

Wichtig ist uns auch, dass wir nicht nur Dozentinnen

und Dozenten mit deutscher Abstammung haben.

Erwachsene mit einem anderen kulturellen Hintergrund

sind für Kinder näher, da sie sich mit ihnen

identifizieren können.

Wie reagieren Lehrerinnen und

Lehrer auf Vincentino-Projekte?

Wir haben das Glück, dass wir positives Feedback

erhalten. Unsere Medienprojekte sind inhaltlich so

aufwendig, dass eine Verzahnung mit der Arbeit

der Lehrerinnen und Lehrer notwendig und auch

gewünscht ist. Wir stehen oft in sehr engem Kontakt

zu ihnen und müssen absprechen, ob unsere

Inhalte zu ihren Lehrplänen passen. Sie empfinden

gerade die Medienprojekte als bereichernd und

könnten die Inhalte selbst nicht liefern.

Was war bisher Ihr größter Erfolg?

Wir hatten zwei Klassen aus einer Schule am Kottbusser

Tor, die mit der Big Band der Deutschen

Oper in der Philharmonie aufgetreten sind. Für sie

war es eine neue Erfahrung. Man darf auch nicht

vergessen, dass die Kinder meist aus weniger privilegierten

Familien kommen. Solche Momente

machen uns sehr glücklich.

Gibt es auch Rückschläge?

Ja, die gibt es. Für uns waren gerade die Tanzprojekte

schwierig. An den Schulen, an denen wir

unsere Projekte durchführen, wollen Mädchen und

Jungs wenig miteinander zu schaffen haben – oder

dürfen es nicht. Da Körperkontakt nicht gewollt ist,

ist es sehr schwierig, dagegen zu arbeiten. Letztlich

können wir diese Problematik nicht lösen. Wir

sahen ein, dass wir solche speziellen Projekte auf

freiwilliger Basis anbieten müssen.

Was planen Sie in der nächsten Zeit?

Neu für uns sind Projekte im Bereich Antisemitismus.

Zum Beispiel auch in Kooperation mit der Amadeu

Antonio Stiftung. Wir starten ein Projekt, bei dem

wir jüdische Lebenswelten kennenlernen, beispielsweise,

wenn sich Jugendliche gegenseitig besuchen.

Zudem führen wir seit neuestem kombinierte Musikund

Medienprojekte durch, die wir „Do it yourself“-

Projekte nennen. Da werden Instrumente von den

Schülerinnen und Schülern analog gebaut und die

Arbeitsschritte digital festgehalten. Die Lehrkräfte der

Grundschulen wünschen sich diese Projekte.

Weitere Informationen über den spendenfinanzierten

Verein Vincentino auf vincentino.org.

Geld im Unterricht

#Finanzbildung

SCHULBANK

Podcast

Interaktive Übungen

Arbeitsblätter


Schule

Mehr Investment in die Finanzen

Finanzbildung ist in den ersten Bundesländern Pflicht. Ein wichtiger Schritt,

damit Jugendliche mit Geld und Versicherungen umgehen können?

Ein Interview mit Finanzexpertin Tabea Bucher-Koenen.

Interview Benigna Daubenmerkl

Prof. Tabea Bucher-Koenen

leitet den Forschungsbereich Internationale

Finanzmärkte und Finanzmanagement im ZEW –

Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung.

Sie ist Mitbegründerin des Mannheim

Institute for Financial Education und Professorin

für Finanzmärkte an der Universität Mannheim.

didacta: Im Schuljahr 2020/21 führte

NRW Wirtschaft an allen weiterführenden

allgemeinbildenden Schulen als Pflichtfach

ein. Ein richtiger Schritt?

Tabea Bucher-Koenen: Ja, denn Finanzen werden

immer undurchsichtiger. Viele Staaten schränken seit

Jahrzehnten durch Reformen die staatlichen Rentenleistungen

ein. Deswegen müssen Bürgerinnen und

Bürger vorsorgen und über Finanzdienstleistungen

Bescheid wissen. Gleichzeitig wurden die Finanzmärkte

und deren Produkte immer komplexer. Um

sich hier zurechtzufinden, bedarf es höherer Kompetenzen

im Bereich Finanzen, die schon in jungen

Jahren gefördert und angelegt werden müssen.

Foto: © Pixel-Shot / Shutterstock.com; Anne Logue

46 didacta-magazin.de 4/2020


An welche Unterrichtsthemen

denken Sie dabei?

Neben einem Überblick über wirtschaftliche Zusammenhänge

und die Bedeutung von Sparen oder die

Auswirkung von Zinsen, halte ich es für entscheidend,

immer wieder den Bezug zum persönlichen

Leben der Schülerinnen und Schüler zu schaffen.

Sie sollten Basiswissen haben über Abzüge bei

einem Azubigehalt und welche Leistungen dahinterstecken,

beispielsweise die Arbeitslosenversicherung.

Außerdem sollten Lehrkräfte im Unterricht

behandeln, wie man ein Bankkonto eröffnet, worauf

man dabei achten muss oder wie ein Handyvertrag

funktioniert. Entscheidend ist auch zu wissen, an

wen man sich bei einer Finanzentscheidung als

junger Mensch wenden kann – beispielsweise

Verbraucherzentralen.

Worauf sollten die Lehrkräfte im Unterricht

besonderen Wert legen?

Dass die Schülerinnen und Schüler ein Grundverständnis

für alle Finanzthemen entwickeln, bei

denen sie später mit Entscheidungen konfrontiert

sein werden. Sie sollten beispielsweise auch das

Thema Altersvorsorge als ein wichtiges Thema

begreifen und die relevanten Grundzüge kennen.

Dann können sie sich später angstfrei damit auseinandersetzen.

Wie sieht die Situation in anderen Ländern aus?

An den PISA-Studien sieht man, dass viele Länder

Finanzbildung in den Lehrplan integriert haben

und die Schülerinnen und Schüler ein gutes Verständnis

von Finanzen erlangen. Aber es gibt noch

Defizite: So zeigt uns PISA, dass auch der Ausbildungsstand

der Eltern eine größere Rolle spielt.

Vor allem bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund

gibt es deutliche Lücken. Hier kann die

Schule Unterschiede abflachen und ausgleichen.

Was sollte das Ziel einer

guten Finanzbildung sein?

Kinder sollten sich später selbstbewusst und

sicher in unserer Erwachsenenwelt bewegen und

souveräne, kompetente Entscheidungen für ihre

Finanzen treffen können. Mit dem richtigen Wissen

helfen wir ihnen, eine Gesellschaft mitzutragen,

in der wir alle gerne leben.

Comenius EduMedia

Medaille

2020


SCHULE IN KÜRZE

KRITISCHES DENKEN FÖRDERN

Die mit dem EU Digital Skills Award ausgezeichnete

Initiative „Lie Detectors“

schult die Nachrichtenkompetenz von

Schülerinnen und Schülern in Europa.

Dazu geben Journalistinnen und Journalisten

Workshops an Schulen. Jede Schule

kann per Anfrage einen Termin für einen

Besuch der „Lie Detectors“ vereinbaren.

■ www.lie-detectors.org/de

SCHÜLERINNEN UND

SCHÜLER OHNE

GYMNASIALEMPFEHLUNG

SCHAFFEN MEHRHEITLICH

DAS ABITUR

80 Prozent der Schülerinnen und Schüler

in Nordrhein-Westfalen erlangten die

Hochschulreife, obwohl sie keine Gymnasialempfehlung

hatten. Das ergab eine

Studie der Schulleitervereinigung der

Gesamtschulen und der Gemeinnützigen

Gesellschaft Gesamtschule, die die

Gerechtigkeit von Grundschulempfehlungen

prüften. Mehr als 89 Prozent der

Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund

bekam fälschlicherweise

eine Haupt- oder Realschulempfehlung.

Im Jahr 2009 lag diese Zahl noch bei

rund 70 Prozent. Die Vereinigungen fordern

deshalb, die Grundschulempfehlung

abzuschaffen.

■ www.ggg-web.de

FOLGEN DES LOCKDOWNS FÜR KINDER

Viele Kinder und Jugendliche litten während des Lockdowns. Das hat eine

Studie des Universitätsklinikums Hamburg – Eppendorf ergeben. Demnach

haben die Lebensqualität und die psychische Gesundheit der Kinder abgenommen.

Sie konnten schlechter einschlafen, machten sich mehr Sorgen,

waren oftmals gereizt und niedergeschlagen. Die Studien-Leiterin Prof. Dr.

Ulrike Ravens-Sieberer fordert Konzepte, um Familien in schwierigen Phasen

besser unterstützen zu können. Noch nicht ausgewertete Befragungen

ergaben allerdings, dass die Belastungen mit den Lockerungen nachließen.

■ www.uke.de

Fotos: © LStockStudio, Alexandr Grant / Shutterstock.com

48 didacta-magazin.de 4/2020


KEIN ANSTIEG DER

CORONA-INFEKTIONEN

DURCH SCHULÖFFNUNGEN

Die Öffnungen der Schulen

haben nicht dazu geführt,

dass die Corona-Zahlen der

Infizierten steigt. Das geht aus

einer aktuellen Studie des IZA-

Forschungsinstituts hervor. Die

Autoren haben dazu die Fallzahlen

zum neuen Schuljahresbeginn

nach den Sommerferien

ausgewertet. Als Grund für die

Zahlen vermuten sie die strengen

Hygienemaßnahmen in den

Bildungseinrichtungen.

INKLUSION KOMMT

KAUM VORAN

Trotz UN-Konvention mit dem

Ziel eines vermehrten inklusiven

Unterrichtes, gibt es in

Deutschland kaum Fortschritte.

Zu diesem Schluss kommt

die Bertelsmann Stiftung nach

einer Auswertung von Daten

der Kultusministerkonferenz

(KMK). Der Prozentsatz aller

Kinder und Jugendlichen, die

auf Förderschulen sind, sank in

den vergangenen zehn Jahren

von 4,8 auf 4,2 Prozent. Während

in manchen Bundesländern

diese Quote stark sank,

stieg sie in anderen sogar an.

Länderprognosen erwarten für

die nächsten zehn Jahre einen

anhaltenden Stillstand.

■ www.bertelsmann-stiftung.de

Foto: Alexandra Lechner

Foto: Uwe Nölke

Das Angebot

zur ökonomischen

Bildung

Die Deutsche Bundesbank bietet Schulen

ein kostenloses Angebot rund um die Themen

Geld, Währung und Zentralbank.

– Unterrichtsmaterialien für alle Schulstufen:

Primarstufe: Mein Euro Spiel- und Rechengeld

Sekundarstufe I: Geld verstehen

Sekundarstufe II: Geld und Geldpolitik

– Vorträge für Schulklassen

– Lehrerfortbildung

Alle Informationen unter:

www.bundesbank.de/bildung

Workshops, Vorträge und Führungen

im Geldmuseum.

www.geldmuseum.de


AUSBILDUNG

Der Key-Account-Manager der Azubis

Ausbildende Fachkräfte, auch Ausbildungsbeauftragte genannt,

haben meist keinen Ausbilderschein, sind für die Azubis aber wichtige Ansprechpartner.

Betriebe können diese Mitarbeiter zu Ausbildungsprofis machen.

Gastbeitrag Gabriele Weingärtner

Foto: © Pressmaster / Shutterstock.com

50 didacta-magazin.de 4/2020


AUF EINEN BLICK

› Unternehmen sollten einen Fokus auf die

Qualität der Ausbildungsbeauftragten richten.

› Mit dieser Aufgabe sollten sie besonders gute

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrauen.

› Fortlaufende Qualifizierung und Unterstützung

der Ausbildungsbeauftragten ist unerlässlich.

Montag, 7. September, eine Woche nach

Ausbildungsbeginn. Christian und

Charlotte haben eine Ausbildung im

gleichen Unternehmen angefangen

und waren nach einer Einführungswoche

heute an ihren neuen Arbeitsplätzen:

Christian in der Werkstatt, Charlotte im

Büro. Sie treffen sich beim Mittagessen und

erzählen sich von ihren ersten Eindrücken.

Christian ist begeistert. Der Meister begrüßte

ihn bei seiner Ankunft. Er stellte ihm als Erstes

einen Gesellen vor, der im vergangenen

Jahr seine Prüfung mit Auszeichnung bestanden

hat. Das ist Christians neuer Ausbildungsbeauftragter.

Schon in den ersten Stunden

begleitete Christian ihn bei der Arbeit und

erledigte erste kleinere Arbeitsaufträge. Nach

der Mittagspause steht ein Meeting mit ihm

und dem Meister an, in dem der Ausbildungsplan

und der Ablauf der nächsten Wochen

besprochen wird. Charlotte hat eine andere

Erfahrung gemacht. Sie war pünktlich im Büro

– aber niemand sonst. Um halb acht kamen

ein paar Kollegen: „Bei uns gibt es in der

Abteilung flexible Arbeitszeiten“, sagten sie

und gingen an die Schreibtische. Irgendwann

kam ein Kollege und kündigte an, dass er jetzt

erst einmal auf die Suche nach einem freien

Tisch für sie gehe. Aufgaben für sie gebe

es derzeit wegen Corona nicht so viele, sie

solle erst einmal einfach zuschauen. Nächste

Woche sei die Chefin wieder da, die sich dann

um Charlotte kümmern würde.

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Ausbildung

Ein fester Ansprechpartner hilft

Die Beispiele zeigen, welche Schlüsselrolle

die Ausbildungsbeauftragten – manchmal

auch ausbildende Fachkräfte oder Ausbildungsverantwortliche

genannt – in der

Ausbildung einnehmen. Man kann sie als Key-

Account-Manager der Ausbildung betrachten:

Ein Key-Account-Manager kümmert sich

persönlich um die Belange und Interessen

eines wichtigen Kunden. Er ermittelt seinen

Bedarf, unterstützt ihn mit der passenden

Dienstleistung. Dazu arbeitet er eng mit dem

Kunden zusammen. Also Aufgaben, die ein

Ausbildungsbeauftragter in Bezug auf einen

Auszubildenden hat.

Um die Qualität der Ausbildungsbeauftragten

sicherzustellen, ist ein mehrstufiger

Prozess durch ein ganzheitliches Ausbildungsmanagement

nötig, der zum Beispiel

so ablaufen kann:

Ein engagierter Ausbildungsbeauftragter

sollte in Abstimmung mit Ausbilder oder

Ausbildungsleiter leisten:

1. Definition der Aufgaben, Anforderungen

und Kompetenzen der Ausbildungsbeauftragten

› Rahmenbedingungen klären

(Zeiten, Arbeitsplatz, Lern- und

Arbeitsmaterial, Lernpartner),

› Lerninhalte des individuellen

Ausbildungsplans konkretisieren,

› didaktisches Vorgehen mit den geeigneten

Methoden wählen, Lernaufgaben

und Projekte vorbereiten und begleiten,

› Begleitung des Azubis: Onboarding in

der Abteilung, Lernbegleitung, Coaching,

Beurteilung und Feedback.

Die Besten eignen sich als

Ausbildungsbeauftragte

Die Aufgaben eines Ausbildungsbeauftragten

liegen in der Ausbildungsbegleitung, im fördernden

und fordernden Unterstützen. Ziel ist die

Stärkung der Eigenständigkeit, des selbstständigen

Denkens und Handelns. Das geht nicht

durch „Vormachen-Nachmachen“, dazu braucht

es aktivierende Methoden. Deswegen ist es

wichtig, dass das Ausbildungsunternehmen die

besten Mitarbeiter/-innen zu Ausbildungsbeauftragten

macht. Fachkompetenz, methodischdidaktische

Kompetenz, digitale Kompetenz,

soziale Kompetenz und eine hohe persönliche

Kompetenz: Diese Kompetenzen benötigen sie,

um ihre Aufgaben zu erfüllen. Neben diesen

individuellen Kompetenzen brauchen Ausbildungsbeauftragte

Rückhalt, Wertschätzung und

zeitlichen Freiraum von ihren Führungskräften.

Denn Ausbildung geht nicht nur so nebenher.

2. Abstimmen der Rahmenbedingungen

mit der Geschäftsführung

3. Recruiting und Auswahl der Ausbildungsbeauftragten

in den Ausbildungsabteilungen:

Bei der Auswahl sollten die

Führungskräfte einbezogen werden.

4. Sichtbare Kommunikation der

benannten Ausbildungsbeauftragten

im Unternehmen

5. Qualifizierung der Ausbildungsbeauftragten,

etwa durch Seminare und Fortbildungen

und durch engen Austausch

untereinander und mit den Ausbildern

6. Fortlaufende Beratung und Unterstützung

der Ausbildungsbeauftragten,

beispielsweise wenn Schwierigkeiten

mit Auszubildenden auftreten oder wenn

den Ausbildungsbeauftragten nicht

genug Zeit für nicht ausbildungsrelevante

Aufgaben bleibt.

7. Motivation und Wertschätzung der Arbeit

der Ausbildungsbeauftragten

DIE AUTORIN

Gabriele Weingärtner ist Geschäftsführerin der

Ausbilder-Akademie GmbH in Friedrichsdorf und

Armsheim. Gemeinsam mit ihrem Trainerteam

schult sie deutschlandweit in Unternehmen die

Ausbildungsbeauftragten.

Foto: © Tania Kraft; privat

52 didacta-magazin.de 4/2020


In jedem Unternehmensbereich, in dem

Auszubildende zum Einsatz kommen, sollte

ihnen ein Ausbildungsbeauftragter zur Seite

stehen. Das sollte der beste Mitarbeiter im

Team sein. Es geht bei der Ausbildung um

die Absicherung der personellen Zukunft des

Unternehmens.

Qualifizierung sicherstellen

Was die Qualifizierung der Ausbildungsbeauftragten

angeht, kann im Unternehmen

zum Beispiel zunächst ein Praxisworkshop

mit den Grundlagen der Tätigkeit durchgeführt

werden. Vertiefende Seminare zu

Themen wie Lernbegleitung, Methodik-

Didaktik, digitalem Ausbilden, Feedbackkultur

und Umgang mit Konflikten sind

ebenfalls sinnvoll. Ausbildungsbeauftragten

sollte auch das Ablegen der AEVO-Prüfung,

also der Ausbilderschein, angeboten werden.

Das stärkt den pädagogischen Werkzeugkoffer

des Ausbildungsbeauftragten

– und oft auch das Selbstbewusstsein

als wichtiger Akteur der betrieblichen

Ausbildung. Zudem ist die Tätigkeit als

Ausbildungsbeauftragter eine gute Qualifizierungsmöglichkeit

für High-Potentials

im Unternehmen. Es sollte ein elementarer

Bestandteil eines Personalentwicklungskonzepts

sein, zum Beispiel als Teil eines

Führungskräftetrainings. Ein Fokus auf die

Ausbildungsbeauftragten und die Stärkung

ihrer Arbeit durch den Betrieb lohnt

sich. Für das Unternehmen, weil gute und

strukturierte Betreuung der Auszubildenden

die Ausbildungsqualität steigert und

Abbruchquoten senkt. Für Ausbilder und

Ausbildungsbeauftragte, weil sie Unterstützung

für ihre wichtige Arbeit erfahren. Und

für die Auszubildenden: Christian hat Lust

auf die Ausbildung und ist motiviert. Und

Charlotte? Sie wirkte unzufrieden. Doch

wie kann ihre Ausbildung gut verlaufen?

Am besten mit Benennung und Qualifizierung

guter Ausbildungsbeauftragter in

allen Abteilungen – und zwar so schnell

wie möglich.

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AUSBILDUNG IN KÜRZE

BÜROBERUFE NICHT

BESONDERS GEFÄHRDET

Büroberufe wie Industriekaufleute,

Verwaltungsfachangestellte, Kaufleute

für Büromanagement oder

Sozialversicherungsfachangestellte

sind nicht stärker durch den technologischen

Wandel gefährdet als

andere Berufsfelder. Zu diesem

Schluss kommt eine Studie des

Bundesinstituts für Berufsbildung

(BIBB) und der Friedrich-Alexander-

Universität Erlangen-Nürnberg. Die

Anforderungen in diesen Berufen

seien in den vergangenen Jahrzehnten

wesentlich anspruchsvoller

und komplexer geworden. Daher

seien Büroberufe nicht durch den

technologischen Wandel gefährdet,

überflüssig zu werden.

■ www.lit.bibb.de/vufind/Record/

DS-185208

UMFRAGE ZU QUALITÄTS -

PROBLEMEN IN DER AUSBILDUNG

34 Prozent der Azubis haben vom Betrieb

keinen Ausbildungsplan bekommen, obwohl

dieser gesetzlich vorgeschrieben ist. Das ist

ein Ergebnis des DGB Ausbildungsreports,

für den über 13 000 Auszubildende aus den

25 häufigsten Ausbildungsberufen zwischen

August 2019 und März 2020 befragt wurden.

12 Prozent gaben an, häufig oder immer ausbildungsfremde

Arbeiten erledigen zu müssen,

40 Prozent der Befragten im letzten

Lehrjahr wissen noch nicht, ob ihr Betrieb sie

nach der Ausbildung übernimmt. 71 Prozent

der Befragten gaben an, insgesamt zufrieden

mit ihrer Ausbildung zu sein.

■ www.dgb.de

STARKER RÜCKGANG DER AUSBILDUNGSZAHLEN MÖGLICH

Aufgrund der Corona-Krise könnte es in den nächsten Jahren zu einem starken

Rückgang der Ausbildungszahlen kommen. Gleichzeitig könnte es zu einem

starken Anstieg der Neuzugänge in das Übergangssystem kommen, in dem

Maßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz zusammengefasst sind. Zu

diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Forschungsinstituts für Bildungs- und

Sozialökonomie. So sei bis zum Jahr 2027 ein Rückgang der Ausbildungsverhältnisse

auf 410 000 bis 435 000 möglich – 2019 waren es 492 000. Für dieses

Jahr wird ein Rückgang auf etwa 475 000 erwartet. Die Forscher gründeten

ihre Analyse auf den Entwicklungen der Ausbildungsverhältnisse seit der Weltwirtschaftskrise

2008/09. Damals waren die Ausbildungszahlen in Deutschland

stark zurückgegangen, selbst nachdem sich die Wirtschaft wieder erholt hatte.

■ www.fibs.eu/referenzen/publikationen

Fotos: © Rido, Zoriana Zaitseva / Shutterstock.com

54 didacta-magazin.de 4/2020


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HOCHSCHULE

Das Abi entscheidet

Darüber, ob Absolventen ein zulassungsbeschränktes Studium beginnen können, entscheiden

in Deutschland meist die Abiturnoten. Sind Eignungstests eine Alternative? Eine Analyse.

Gastbeitrag Cort-Denis Hachmeister

AUF EINEN BLICK

› Im Zuge der Pandemie diskutierten

Hochschulpolitiker die Frage, ob die Abiturnote

weiterhin ausschlaggebend für die

Studierendenauswahl bleiben solle.

› Ein Nachteil der Abiturnoten ist die fehlende

Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern.

› Eignungstests könnten die Abiturnoten

zwar ergänzen, sind aber aufwendig.

Im Frühjahr 2020, während der strengen Kontaktbeschränkungen

und Schulgebäudeschließungen,

war zunächst unklar, wann die Abiturprüfungen

stattfinden. Weil die Ansteckungszahlen schnell

wieder sanken, konnten die Prüfungen etwas

später als geplant stattfinden. Auch die Hochschulen

haben ihre Fristen entsprechend angepasst.

Denn: Ohne Abiturnoten gibt es keine Entscheidung

über die Zulassung zum Studium.

Eignungsprüfung statt Abiturnote?

Die Abiturnote spielt in Deutschland eine wichtige

Rolle bei der Vergabe der Studienplätze, die zulassungsbeschränkt

sind, bei denen es also mehr

Bewerber als Plätze gibt. Vor dem Hintergrund des

drohenden Ausfalls der Abiturprüfungen hat sich das

Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mit der

Frage beschäftigt, ob Eignungstests die Abiturnote

als Kriterium ersetzen könnten. In Bezug auf die

Corona-Situation hätte man bei der Durchführung

solcher Tests allerdings vor den gleichen Problemen

gestanden wie bei den Abiturprüfungen. Das zeigt

zum Beispiel der bundesweit als Auswahlkriterium

für das Medizinstudium verwendete Test für Medizinische

Studiengänge (TMS), der ebenso wie die

Abiturprüfungen wegen Corona verschoben werden

musste. Darüber hinaus zeigte die Analyse des CHE,

dass Eignungstests die Abiturnote als Kriterium zwar

ergänzen, aber nicht wirklich ersetzen können.

Tests machen Arbeit

Zum einen, weil diese Tests zunächst entwickelt und

ihre Vorhersagekraft für den Studienerfolg überprüft

werden müsste – eine langwierige Aufgabe. Studierfähigkeitstest

haben nur dann wesentliche Vorteile

gegenüber der Abiturnote, wenn sie fachspezifisch

sind, wie beispielsweise der oben erwähnte TMS.

Das heißt, dass solche Tests für viele verschiedene

Fächer oder zumindest Fächergruppen entwickelt

und die Aufgaben jährlich aktualisiert werden müssten.

Allgemeine Studierfähigkeitstests wie der in

den USA verwendete SAT sind in Deutschland als

Auswahlkriterium derzeit nicht zulässig. Zur Feststellung

der allgemeinen Studierfähigkeit dient in

Deutschland traditionell das Abitur oder eine Meisterprüfung

sowie ein vergleichbarer Bildungsabschluss.

Allerdings ist die absolute Vergleichbarkeit der Abiturnoten

zwischen Schulen und Bundesländern bislang

noch nicht sichergestellt. Immerhin gibt es bei den

bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern, wie

DER AUTOR

Cort-Denis Hachmeister ist

Senior Experte am Centrum für

Hochschulentwicklung (CHE)

in Gütersloh.

Foto: Thomas Kunsch / CHE

56 didacta-magazin.de 4/2020


etwa Medizin, mittlerweile Mechanismen, die zu

einer größeren Vergleichbarkeit der Bewerberinnen

und Bewerber aus unterschiedlichen Bundesländern

beitragen: Mit Länderquoten konkurrieren nur Bewerber

aus jeweils einem Bundesland um die auf das

Land entfallenen Studienplätze. Die Umrechnung

der Noten in relative Platzierungen innerhalb eines

Bundeslandes, Prozentränge, macht Bewerber aus

verschiedenen Bundesländern vergleichbar.

Die meisten Studiengänge sind zulassungsfrei

Doch inwieweit ist die Abitur-Durchschnittsnote

wichtig? Der aktuelle „Check – Numerus Clausus

an deutschen Hochschulen“ zeigt, dass 58 Prozent

der Bachelorstudiengänge zulassungsfrei sind, das

heißt, dass sich Abiturienten unabhängig von ihrer

Abiturnote einschreiben können. Allerdings gibt

es hinsichtlich der Quote zulassungsbeschränkter

Studienangebote Unterschiede, insbesondere zwischen

den Fächern, den Bundesländern und einzelnen

Orten: Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und

Pharmazie sind bundesweit zulassungsbeschränkt

und die Studienplätze werden über die Stiftung für

Hochschulzulassung vergeben. Allerdings haben die

Hochschulen die Möglichkeit, für ihre Studienplätze

eigene Kriterien wie Studierfähigkeitstest, gewichtete

Einzelfachnoten – also etwa die Biologienoten für ein

Biologiestudium – vorherige Berufserfahrung oder das

Ergebnis von Auswahlgesprächen heranzuziehen. In

den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften

ist etwa die Hälfte der Angebote

zulassungsfrei, in den Sprach- und Kulturwissenschaften

sind es fast drei Viertel der Angebote.

Große Unterschiede bei

den Zulassungsbeschränkungen

Während in Berlin und Hamburg über 60 Prozent

der Angebote beschränkt sind, ist es in Thüringen

und Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal jeder

fünfte Studiengang. Studieninteressierte sollten

sich daher nicht nur auf ein Wunsch-Studienfach

an einem Wunsch-Studienort fokussieren, sondern

auch nach verwandten Fächern oder Studienangeboten

an anderen Hochschulen Ausschau halten.

Die Bewerbungsplattform hochschulstart.de bietet

seit diesem Jahr die Möglichkeit, sich für mehrere

bundesweit zulassungsbeschränkte Fächer, also

zum Beispiel für Medizin und für Pharmazie, an

allen Hochschulen zu bewerben. Darüber hinaus

kann man sich noch für mehrere lokal zulassungsbeschränkte

Studiengänge bewerben. Eine zulassungsfreie

Studienoption sollte man sich allerdings

mindestens aussuchen, um trotz vieler Bewerbungen

nicht doch ohne Studienplatz dazustehen.

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HOCHSCHULE IN KÜRZE

FINANZIELLE NACHTEILE DURCH CORONA

Hochschulen in Australien und Großbritannien

sind stärker finanziell betroffen als in Europa, falls

coronabedingt internationale Studentinnen und

Studenten ausbleiben sollten. Das ist das Ergebnis

einer Analyse der Datenbank U-Multirank. So seien

in Australien 20 Prozent der Budgets durch Corona

gefährdet, in Großbritannien 14 Prozent und im

EU-Raum lediglich fünf Prozent. Die Datenbank

U-Multirank wird vom Centrum für Hochschulentwicklung

betrieben.

■ www.che.de

VERLÄNGERUNG VON

BEFRISTUNGEN IN DER

WISSENSCHAFT MÖGLICH

Befristete Arbeitsverhältnisse in der

Wissenschaft können wegen der Corona-

Pandemie um weitere sechs Monate verlängert

werden. Das hat im September

die Bundesregierung mit Zustimmung

des Bundesrates beschlossen. Schon

im Mai war eine Verlängerung um sechs

Monate ermöglicht worden. Die Regelung

gilt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler,

deren befristete Arbeitsverhältnisse

zwischen dem 1. März 2020 und

dem 30. September 2020 bestehen oder

zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem

31. März 2021 neu beginnen.

■ www.bmbf.de/de/faq-wasbefristet-beschaeftigte-jetzt-wissenmuessen-11682.html

120 000 STUDIERENDE ERHIELTEN CORONA-HILFEN

Insgesamt 120 000 Studierende an deutschen Hochschulen, die durch

die Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten waren,

erhielten in den letzten Monaten finanzielle Hilfen durch das Bildungsministerium.

Das teilte das Deutsche Studentenwerk mit. 63 Prozent

der gestellten Anträge wurde genehmigt, 36 Prozent abgelehnt. Die

finanziellen Zuschüsse konnten zwischen Juni und September beantragt

werden. Insgesamt wurden 65 Millionen Euro ausgezahlt.

■ www.studentenwerke.de

Fotos: © Gorodenkoff, mangpor2004 / Shutterstock.com

58 didacta-magazin.de 4/2020


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WEITERBILDUNG

Homeoffice: So klappt’s

Zu Hause arbeiten ist das neue Normal. Wer ein paar Dinge beachtet,

kann sich auch für längere Zeiträume gut damit arrangieren.

AUF EINEN BLICK

› Arbeiten im Homeoffice prägt zunehmend

unseren Alltag.

› Wichtig bei der Arbeit von zu Hause sind das

richtige Arbeitsumfeld, die passende Technik

und Disziplin.

› Die Einhaltung des Datenschutzes muss

oberste Priorität haben.

vermittelt bei Videokonferenzen einen aufgeräumten

Eindruck. Um sich beim Arbeiten zu

Hause wohlzufühlen, sollte man außerdem auf

eine helle, spiegelungsfreie Beleuchtung am

Arbeitsplatz achten. Ein höhenverstellbarer,

rückenfreundlicher Bürostuhl und ein passender

Schreibtisch, am besten ebenfalls höhenverstellbar,

tragen zum Homeoffice-Komfort bei.

Das schont Augen und Rücken. Ein zweiter,

großer Bildschirm ist, gerade wenn man mit

einem Laptop oder Notebook arbeitet, sinnvoll.

Dadurch sitzt man beim Arbeiten aufrechter

und vermeidet so Nackenschmerzen durch

Fehlhaltungen.

Homeoffice ist gut, weil man sich nicht

mehr durch den Berufsverkehr quälen

muss, viel mehr Freizeit, Zeit für die

Familie und Partnerschaft hat und weniger

gestresst ist, sagen die einen. Die

Isolation, den fehlenden Austausch mit

den Kolleginnen und Kollegen und den Verlust

des Gemeinschaftsgefühls in der Firma beklagen

die anderen. Immer mehr Unternehmen

stellen inzwischen, bedingt durch Corona, fest,

dass Homeoffice funktioniert und finanzielle

Vorteile mit sich bringt – beispielsweise einen

geringeren Bedarf an Büroflächen. Homeoffice

wird auch in Zukunft zu unserem Alltag

gehören. Ein Grund mehr, die eigene Arbeit

im Homeoffice zu optimieren.

Raum für die Arbeit schaffen

Zu Hause einen extra Arbeitsraum einzurichten,

ist nur selten möglich. Ein abgeschlossener

Arbeitsbereich, beispielsweise mithilfe einer

Stellwand, reicht meistens schon aus. Das

schafft eine Trennung zum Privatbereich und

Passgenaue Technik

Die technischen Anforderungen für das Homeoffice

unterscheiden sich, je nach Tätigkeitsfeld.

Grundvoraussetzungen jedoch sind: eine gut

funktionierende Hard- und Software, ausreichende

Leistung und Speichermöglichkeit des

Rechners, ein stabiler und schneller Internetanschluss

ebenso wie ein starkes Mobilfunknetz

oder ein Festnetzanschluss zum Telefonieren.

Disziplin und Arbeitsroutinen

Wichtig ist eine klare Struktur. Je nach Tätigkeit

und Arbeitsablauf hilft es, ein angepasstes

Arbeitsoutfit anzulegen: bequem und vorzeigbar

- für eine spontane Videokonferenz. Der Alltag

im Homeoffice unterscheidet sich kaum vom

Büroalltag: Mails lesen und beantworten, den

Schreibtisch aufräumen, Arbeitsziele festlegen

und einhalten. Im Gegensatz zum Büro ist es

wichtig, zu Hause keine privaten Ablenkungen

zuzulassen und gleichzeitig auf Pausen zu achten

– das heißt fünf Minuten Pause pro Stunde,

zwischendurch durchlüften und die Mittagspause

Zum

Weiterlesen:

Christiane Wittig

30 Minuten –

Effektiv arbeiten

im Homeoffice

Gabal Verlag,

2018

60 didacta-magazin.de 4/2020


einhalten. Das erhöht die Effizienz der eigenen

Arbeit und hilft, den Kopf wieder frei zu bekommen.

Pausen oder Telefonate eignen sich ideal,

um immer wieder aufzustehen und durch das

Zimmer zu laufen. Das hält den Kreislauf in

Schwung und beugt Verspannungen vor. Und

nicht vergessen: abends den PC herunterfahren,

das Firmenhandy ausschalten und den Tag

beschließen.

Kommunikation anpassen

Im Homeoffice funktioniert die Kommunikation

anders, denn der schnelle Austausch über den

Schreibtisch hinweg entfällt. Das bedeutet, Kolleginnen

und Kollegen öfter anrufen, um den

Kontakt zu stärken und besonders darauf zu

achten, dass diese über den Stand der eigenen

Projekte informiert sind. Lieber einmal eine Mail

oder eine Messenger-Nachricht mehr schreiben

oder ein spontanes virtuelles Meeting einberufen,

damit die Teamarbeit funktioniert.

Datenschutz beachten

Auch im Heimbüro gilt der Datenschutz: Datenschutzanforderungen

müssen die Angestellten

einhalten und den Arbeits-Laptop nicht ohne

Aufsicht herumstehen lassen oder betriebsund

personenbezogene Unterlagen offen liegen

lassen, wenn andere Personen im Raum sind.

Vertrauliche Gespräche und Videokonferenzen

bei geschlossenem Fenster führen und abends

den Laptop und alle vertraulichen Unterlagen im

Büro einschließen.

HOMEOFFICE – EINE ENTWICKLUNG

› Im 18. und 19. Jahrhundert

arbeiten viele Menschen zu Hause,

beispielsweise Handwerker,

die von ihren Auftraggebern die

Rohstoffe zur Verfügung gestellt

bekommen.

› Während der Industrialisierung

im 19. Jahrhundert müssen

mehr Menschen in Fabriken

arbeiten, weniger Handwerker

üben ihren Beruf von zu

Hause aus.

› 1896 streiken Tausende

Näherinnen in den Städten des

Deutschen Reiches gegen die

Heimarbeit, für einen Arbeitsplatz

in einer Werkstatt und besseren

Lohn.

› 1902 beschließen die

Gewerkschaften im Stuttgarter

Kongress, sich für ein Verbot der

Heimarbeit einzusetzen.

›Während der Weimarer

Republik in den zwanziger

Jahren verschwindet die Heimarbeit

immer mehr, nach dem

Zweiten Weltkrieg gibt

es sie kaum mehr.

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WEITERBILDUNG IN KÜRZE

WEITERBILDUNGSINSTITUTE

ERWARTEN UMSATZRÜCKGANG

92 Prozent der Mitgliedsunternehmen

im Weiterbildungsverband Wuppertaler

Kreis erwarten für das laufende Jahr einen

Umsatzrückgang durch die Coronakrise.

Das geht aus einer Mitgliederbefragung

des Verbandes hervor. 49 Prozent gehen

davon aus, dass der Rückgang mehr als

20 Prozent betragen wird. 60 Prozent der

Unternehmen gaben an, bereits Kurzarbeit

eingeführt zu haben oder es zu planen.

■ www.wkr-ev.de

WEITERBILDUNGSBETEILIGUNG

SINKT MIT DEM ALTER

Die Teilnahmequote an Weiterbildungen

von 50 bis 60-Jährigen liegt europaweit mit

durchschnittlich 29 Prozent deutlich unter der

von 25- bis 49-Jährigen mit 38 Prozent. In

Ländern mit dualem Ausbildungssystem und

guten Weiterbildungsstrukturen, die Arbeitnehmern

ohne große Hürden zugänglich

sind, ist dieser Unterschied zwischen alt und

jung allerdings geringer als in anderen Ländern.

Das ist das Ergebnis der Untersuchung

„Berufliche Weiterbildungsbeteiligung von

Älteren im europäischen Vergleich – Welche

Rolle spielen Institutionen?” von Veronika

Philipps, Professorin für Wirtschaftspädagogik

an der Uni Göttingen. Dieses Ergebnis deutet

laut der Autorin darauf hin, dass Nachteile

für Ältere in der Weiterbildung weniger durch

Angebote behoben werden, die sich speziell

an diese Gruppe richten, sondern durch eine

Stärkung der Weiterbildungsinstitutionen für

alle Altersgruppen.

GESETZLICHE VORGABEN

ZU LEHRERFORTBILDUNG UNTERSUCHT

In Bundesländern, die konkrete gesetzliche Vorgaben zur Lehrerfortbildung

haben, nehmen mehr Lehrkräfte an Fortbildungen teil.

Das ist ein Ergebnis der Studie „Wie relevant ist die gesetzliche

Fortbildungsverpflichtung für Lehrkräfte?“ der Universität

Potsdam. Gleichzeitig nahmen auch in diesen Bundesländern

zwischen 21 und 33 Prozent der Lehrkräfte nicht an Fortbildungen

teil. Ein weiteres Ergebnis: Frauen nehmen signifikant

häufiger an Fortbildungen teil als Männer.

Fotos: © LStockStudio, mavo / Shutterstock.com

62 didacta-magazin.de 4/2020


Veranstaltungstipps 2020/2021

Kongresse, Seminare und Messen rund um Bildung, Lehren und Lernen

Fortbildung: Erklärfilme im Unterricht

Teilnahme jederzeit möglich, online

Im kostenlosen Onlinekurs „Erklärfilme im

Unterricht“ lernen Lehrkräfte in fünf Modulen,

wie sie mit ihren Schüler/-innen Erklärvideos

erstellen können. Der praxisorientierte Kurs

bietet praktische Übungen zum Mitmachen und

gibt Tipps und Unterlagen für den Einsatz von

Erklärvideos im Unterricht. Man erhält ein persönliches

Zertifikat und eine Bescheinigung über drei

Unterrichtsstunden.

www.fobizz.com/fortbildung/erklaerfilme-im-unterricht

Konferenz Bildung Digitalisierung

19. und 20. November 2020, online

Das Forum Bildung Digitalisierung lädt Interessierte

aus Bildungspraxis, Bildungspolitik,

Bildungsverwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft

zur Konferenz Bildung Digitalisierung

ein. Über eine digitale Konferenzumgebung

mittels einer App können alle Teilnehmenden an

den Workshops und Sessions teilnehmen, den

Livestream verfolgen und sich dort mit Fragen

einbringen. Zusätzliche offene oder moderierte

Netzwerkräume bieten die Möglichkeit für den

fachlichen und informellen Austausch und die Vernetzung

der Teilnehmenden untereinander.

www.forumbd.de/veranstaltungen/konfbd20

Deutscher Schulleiterkongress

26. bis 28. November 2020, Düsseldorf

Die Fachveranstaltung für Schulleitungen bietet schulischen

Führungskräften Workshops, Vorträge von Top-Speakern

sowie Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Der Kongress

richtet sich auch an den Lehrkraft-Nachwuchs sowie

an diejenigen Lehrkräfte, die eine Führungsposition ansteuern

möchten. Das Ticket kostet ab 70 Euro.

www.deutscher-schulleiterkongress.de

didacta Messe

23. bis 27. März 2021, Stuttgart

Europas größte Bildungsfachmesse bietet ein breites Angebot

an Informationen rund um das Lernen für pädagogische

Fachkräfte. Die Besucher/-innen können an zahlreichen Fachund

Diskussionsforen teilnehmen und sich über neue Lehrund

Lernmittel informieren. Das Tagesticket kostet 16 Euro.

www.didacta-messe.de

Creativa Dortmund

Karten zu gewinnen auf didacta-magazin.de.

24. bis 28. März 2021, Dortmund

Die Creativa bietet eine Ausstellung von Bastel-, Mal-,

Zeichen-, Werk- und Gestaltungsutensilien. Für Lehrkräfte

und Erzieher/-innen gibt es zahlreiche Workshops und Vorträge.

Schulklassen können sich auf den eigens eingerichteten

Aktionsflächen im kreativen Gestalten ausprobieren.

www.messe-creativa.de

BOCK AUF GRATIS-AUSGABEN?

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So geht’s:

www.didacta- magazin.de/abonnement aufrufen | „Gratis- Probeabo didacta“ wählen

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Die nächste didacta erscheint im

Februar 2021.

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Herausgeber:

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Prof. Dr. mult.

Wassilios E. Fthenakis

( verantwortlich)

wassilios@ fthenakis.de

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anschrift: Arabellastraße 17

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Gesamtleitung Tina Sprung

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Benigna Daubenmerkl

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Autoren/Mitarbeiter Cort-Denis Hachmeister

dieser Ausgabe: Julia Knopf

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64 didacta-magazin.de 4/2020


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