ocean7 2/2021

Ocean7

SEENSWERT. Moderne Bootsmanufakturen an Österreichs Seen – drei brandaktuelle Beispiele für Innovation und Design made in Austria by A-Yachts, Sunbeam und Marian Boats.
TRAUNSEE. Bootsfreundliche Erfahrungen am „Lactus Felix“, dem „glücklichen See“ im Salzkammergut.
SAILING SARDINIEN. Costa Smeralda und La Maddalena – ein Törn im Norden Sardiniens mit Insider- Tipps vom Mittelmeer-Revierexperten und Segel-Blogger Markus Silbergasser.
MALARIA. Weltumsegler und Bestseller-Autor Wolfgang Hausner über die unterschätzte Gefahr in vielen Revieren.
BLAUWASSER-BEGINNERS. Was ein junges Wiener Paar dazu bewegte, sich nach der Hochzeit eine Segelyacht zu kaufen und auf Weltreise zu gehen.
GLAS L95. Über die heldenhafte Bergung eines Holzboot-Klassikers aus 135 Metern Tiefe und seine wundersame Heilung bei Holzbootsbau Friedl nahe Wien.
PLASTIKFLUT. Wie die Müllberge ins Meer gelangen – und wie man sie wieder abtragen könnte.
SILENT RESORTS. Top-­Projekt aus Österreich: Elektro-Kats als Bausteine für Öko­-Resorts auf den Bahamas.
IN 80 TAGEN UM DIE WELT. Vendée Globe 2020/2021: Es war ein Härtetest für Mann, Frau und Boot – die Highlights der neunten Auflage im Überblick.

YACHTING, REISEN UND MEER

2/2021 März/April

www.ocean7.at

TRAUMSEE

In Gmunden und nordöstlich des berühmten Schlosses Ort ist

der Frauscherhafen samt Ferienappartements Top-Adresse,

will man den TRAUNSEE im Salzkammergut per Boot erkunden.

SILENT RESORTS

Öko-Paradiese

aus Kärnten

Symbiose zwischen

Yacht und Feriendomizil.

GLAS L95

Der Schatz

im Attersee

Aus 135 Metern Tiefe

gehoben und geheilt.

MADE IN AUSTRIA

Meisterwerke

für die Welt

Bootsbaukunst an

Österreichs Seen.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ


MARINA PUNAT — DIE GRÖSSTE MARINA DER NÖRDLICHEN ADRIA

EIN LIEBLINGSZIEL UND ZUHAUSE FÜR VIELE BOOTSFAHRER

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Die Sicherheit Ihres Bootes ist unser

gemeinsames Anliegen

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und alle Aktivitäten der Marineros

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FOTO: HARRI SKRACH FOTO: SHUTTERSTOCK

Sicher segeln wir!

Denn nach all dem Ungemach im Vorjahr ist Urlaub auf einer Charteryacht fortan so

„safe“ wie nie zuvor – sowohl in gesundheitlicher als auch in finanzieller Hinsicht.

Editorial

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

„Wenn Vernunft und Leidenschaft

miteinander kämpfen,

dann behält die Vernunft

recht – und unterliegt.“

Otto Weiss (1849–1915), Wiener Musiker und Feuilletonist.

Das sehen wir, wenn wir nun

auf die umgekehrte Seite der

Medaille blicken. Klar, die

Pandemie und der mit ihr einher ­

gehende Lockdown im Frühjahr

2020 haben die Charterbranche

(wie den Tourismus insgesamt

auch) quasi über Nacht auf den

Kopf gestellt. Für ein einheitliches

Krisenmanagement war keine Zeit,

man war vollauf damit beschäftigt,

die eigenen Brandherde zu löschen,

wo es nur ging.

Es ging nicht immer und überall,

im Großen und Ganzen hatte man

aber gute Arbeit geleistet und die

Saison trotz Nachbeben (wechselnder

Reisebeschränkungen) mit

leichten Blessuren überstanden.

Als Charterkunde konnte man damals

oft nur zusehen und hoffen,

dass man nicht um seinen Chartertörn

oder gar um sein Geld umfällt.

Das ist jetzt anders. Ein Jahr danach

stehen alle namhaften Agenturen

und Flottenbetreiber gut gerüstet

aus den Lehren vom Vorjahr da.

Bereit für eine neue Saison, in der

sich das Schicksal von 2020 nicht

wiederholen soll. Seriöse Charteragenturen

mit erweiterten Angeboten,

die vor allem eines sind: flexibel

und somit situationsbedingt änderbar

(was früher nicht ging oder mit

hohen Mehrkosten verbunden war).

Verantwortungsbewusste Flottenbetreiber

mit Hygienekonzepten für

„klinisch saubere“ Yachten und Basen,

vermehrt auch mit Teststationen

in der Marina oder der näheren

Umgebung. Die schwarzen Schafe

der Branche? Hatten im Vorjahr das

letzte kundenunfreundliche Wort,

werden dieses Jahr aber wohl nichts

mehr zu vermelden haben (manche

dürften vom Markt verschwinden).

Bleibt noch die sichere An- und

Abreise. Charter flüge werden wohl

erst nach Zunahme der Impfungen

und Rückgang der Infektionszahlen

(spätestens in der warmen Jahreszeit)

wieder aufgenommen. Die Anreise

mit dem eigenen PKW wird

somit zumindest anfangs das Transportmittel

erster Wahl sein. Da aber

nur Haushaltsangehörige im Auto,

ist das auch völlig ok.

Unsere Zeit an Bord? Wird wunderbar

befreiend und erholsam sein,

weil wir sie mit jedem Funken unseres

wieder frei fliegenden Geistes

wahrnehmen werden. Und das mit

Sicherheit.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir bis

dahin ausreichend Impfstoffe und

die kursierenden Mutationen im

Griff haben. Er lesene Tipps, Trends

und Törnvorschläge zur Inspiration

haben wir für Sie schon jetzt mit

viel Herzblut in dieser Ausgabe

zusammengetragen.

2/2021 3


Marina Punta Gabbiani:

das Ruder fest in der Hand für Ihre Sicherheit

Unsere Leidenschaft, das Boot und das Meer, sicher und sorglos zu erleben: das ist schon immer das

Prinzip von denen, die uns lenken, heute mehr denn je.

Bootsplätze

im Wasser und an

Land mit Abständen

dazwischen und

mit Anschluss zum

Entleeren der

Schwarzwassertanks jede.

Relax

in geräumigen, stets

desinfizierten und

beaufsichtigten

Schwimmbädern,

Whirlpools und

Sportbereichen.

Sanitäre

Einrichtungen

für die Gäste der

Marina, die nach

jeder Nutzung

desinfiziert werden.

Grünflächen

mit gepflegten

Gärten und

Spazierwegen an der

frischen Luft entlang

der Lagune.

Wir erwarten Sie in absoluter Sicherheit, in Italien

in einer der schönsten Gegenden Europas.

Dein Heimathafen in Italien

puntagabbiani.it


Cartoon

Freunde ...

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

..

... lassen einen nicht hängen.

2/2021 5


Inhalt 2/2021

JETSET UND TROTZDEM NETT. Ein Segeltörn in Norden 22Sardiniens mit Insider-Tipps von Segelblogger Markus Silbergasser.

FOTOS: INSIEME, MARKUS SILBERGASSER, TAHSIN ÖZEN

34

40

EINMAL UM DIE GANZE WELT. Wie das junge Paar Julia und Markus Luckeneder seinen

Traum vom Blauwassersegeln auf ihrer Insieme verwirklicht.

VON GRUND AUF RESTAURIERT. Gesunken, aber nicht gestorben: Wie einer havarierten

Glas L95 bei Holzbootsbau Friedl wieder neues Leben eingehaucht wurde.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ

Österreichische Post AG

MZ 12Z039473 M

ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

9 190001 019703

Rubrik

8 SCHAUFENSTER

Das Goldene Horn der Adria.

72 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Kann man ohne fossile Brennstoffe

den Globus umrunden?

14 OCEAN WOMAN

Zu Gast auf der Yacht ohne Klotür.

38 SKIPPER’S DIARIES

Gastlich segeln in Bulgarien.

56 ALLES WAS RECHT IST

Sicher chartern 2021.

64 GOTTFRIED RIESER

Regatta-Segeln: Traut’s euch!

82 SAILING POETRY

Mit zwei Rebellen am Traunsee.

Reisen

16 TRAUNSEE

Bootsfreundliche Erfahrungen am

„Lactus Felix“, dem „glücklichen

See“ im Salzkammergut.

22 SARDINIEN – DER NORDEN

Costa Smeralda und La Maddalena:

Klingt nicht nur schön, sondern ist

es auch, weiß Markus Silbergasser.

28 PAPUA-NEUGUINEA

Malaria, Geschwüre und viele

hilfsbereite Menschen.

Features

34 BLAUWASSER-BEGINNERS

Was ein junges Wiener Paar dazu

bewegte, auf Weltreise zu gehen.

40 BOOTSRESTAURIERUNG

Einst lag das klassische Holzboot in

135 Meter Tiefe im Attersee. Jetzt

ist die Glas L95 wieder wie neu.

Was dazwischen geschah.

58 BOOT OCEAN7

Keine Boot Tulln, keine Boot

Düsseldorf – aber viele

Wassersport-News hier zum

Nachlesen.

Grüne Meile

46 PLASTIKFLUT

Wie die Müllberge ins Meer

gelangen. Und wie man sie

wieder abtragen könnte.

52 SILENT-RESORTS

Top-Projekt aus Österreich:

Elektro-Kats als Bausteine für

Öko-Resorts an der Küste.

Yachten

66 BALD MADE IN AUSTRIA

Frische Ware aus Österreichs

Werften: ein Überblick.

Sport

74 VENDÉE GLOBE

Härtetest für Mann, Frau

und Boot. Die Highlights der

neunten Auflage im Überblick.

Im Verband

76 MOTORBOOTSPORT UND

SEEFAHRTS VERBAND

ÖSTERREICH

78 YACHT CLUB AUSTRIA

Yacht

Yachtverkauf

Kaufcharter

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Schaufenster

8 2/2021


FOTO: SHUTTERSTOCK

Fernweh?

Text TAHSIN ÖZEN

Türkises Wasser, perlweißer

Sandstrand und einen fruchtigen

Cocktail in der Hand –

gerade in Zeiten wie diesen wird

man ja wohl noch träumen und in

Gedanken in der Ferne schweifen

dürfen!

Nun, das Glück ist oft gar nicht

so weit weg wie man denkt, gelegentlich

findet man es gleich

vor der eigenen Haustür oder nur

einen Katzensprung entfernt. Statt

tausender Flugmeilen im Jet kann

man solche Traumdestinationen

mitunter auch mit dem eigenen

Auto erreichen. Kroatien zum

Beispiel, das mit seiner 1.777 Kilometer

langen Küste und mit mehr

als 600 Inseln entlang der Adria als

der Österreicher Heimatrevier gilt.

Eines dieser Eilande, Brač, ist

runde 550 Kilometer von der

Staatsgrenze entfernt. Weitere 30

Autominuten braucht es von der

Fähr station Su martin bis nach Bol,

wo sich dem Reisenden mit Zlatni

Rat schließlich der schönste Strand

Kroatiens – auch das „Goldene

Horn“ der Adria genannt – eröffnet.

Weiterträumen hier: è www.kroatien.hr

2/2021 9


In den Wind gesprochen

Die Elektrosegler

Das Ziel der Crew mit Jimmy Cornell an Bord eines recht luxuriösen

Outremer-Katamarans, die Welt mit nur Wind- und E-Kraft zu

um schiffen, ist gescheitert. Nächster Versuch: Oktober 2021.

Mediale Ankündigung eines angepeilten Segelrekordes: „Ohne fossilen Treibstoff mit einem Boot einmal um die ganze

Welt fahren – dass dies mit einem normalen Fahrten segelboot möglich ist, will Langfahrt-Ikone Jimmy Cornell zeigen.“

Ohne Häme: Die Unternehmung,

mit einem bekannt

rasanten Katamaran (mehr

als eine „normale Fahrtenyacht“),

nämlich einer Outremer, auf einer

recht anspruchsvollen Route (Patagonien)

um die Welt zu segeln, ist

gescheitert. Die Crew, da runter Jimmy

Cornell (Foto), unter anderem

genialer Erfinder der Atlantic Rally

for Cruisers (ARC), hat auf gegeben.

Und warum? Statt das Heckwasser

um die Welt zu ziehen, endete

der Törn im Dezember 2020 schon

dort, wo es eigentlich erst so richtig

losgehen sollte, als die Yacht in Ceuta

(Spanien) einlaufen musste, um

am Landstrom die Batterien zu laden.

Es war vorbei, ohne, dass der

ras sige Katamaran defekt gewesen

wäre, ohne Mastbruch oder einen

anderen „Notfall“. Nanu? Handelt

es sich bei diesem Kat nicht um

eine bekannt tüchtige und schnelle

Hochsee­ Segelyacht? Einer Weltumsegelung

nicht gewachsen?

Nein, das alles hat mit der Yacht

nichts zu tun. Das Unternehmen

ist gescheitert am Unvermögen,

aus reichend Strom in die Batterien

zu pumpen. Die Absicht war zu

be weisen(!), dass es möglich ist,

die Welt zu umrunden, ohne Diesel

oder Benzin zu verbrennen. Dass

dies schiefgegangen ist, liegt nicht

daran, dass die Outremer – eine

prima Fahrtenyacht für Betuchte –

ungeeignet gewesen wäre. Die französischen

Fahrtenkatamarane haben

auf Weltumsegelungen schon

häufig Ihre Hochseetüchtigkeit mit

beachtlichem Segelspeed bewiesen.

Die geplante Weltum segelung

ist auf den ersten Meilen deshalb

krachend schiefgegangen, weil die

beiden Schrauben mit Wellengenerator

auch bei sechs bis acht Knoten

Schiffsgeschwindigkeit nicht ge ­

nügend Strom erzeugt haben, um

die hungrigen Batterien bei Laune

zu halten. Ja, und?

Man wird ja noch fragen dürfen,

wo das Problem für eine Weltumsegelung

ist, wenn die Crew einer

potenten Segelyacht die zwei Kühlschränke,

die elektrischen Winschen,

den Induktionsherd oder

die Mikrowelle (alles an Bord)

nicht mehr betreiben kann …

DIE EDISONS UNTER UNS

Zugegeben, ich bin etwas allergisch,

wenn per Segelboot etwas bewiesen

werden soll, was eigentlich mit einer

Hochseeyacht nichts, aber rein gar

nichts zu tun hat. Sei es, um auf die

Verschmutzung der Meere hinzuweisen,

um gegen Kinderarbeit zu

protestieren und so weiter …

Oder eben, dass fossile Brennstoffe

an Bord entbehrlich sind. Und

außerdem: Die Unternehmung des

erfahrenen und extrem erfolgreichen

Cornell war von vornherein

ein Flop, denn diese Outremer wäre

bei weitem nicht die erste Yacht gewesen,

die die Welt ohne fossile

Treibstoffe, nur unter Segel oder

mit Elektroantrieb umrundet hat.

Bei unseren Blauwasserseminaren

– besucht von ernsthaft an einer

Weltumsegelung oder mindestens

an einer Langfahrt Inter essierten –

kommt unter Garantie jedes Mal

die Frage eines Segel elevens, was

ich von einem Elek troantrieb halte?

Meist weise ich dann auf die überaus

schleppende, jahrzehntelange

Entwicklung ansonsten ausgereifter

Autos hin, was aber nie überzeugt,

selbst wenn alle meine Zuhörer mit

Benzin oder Diesel im Straßenverkehr

rumfahren.

Oft kommen dann so zaghafte

Hinweise, dass „heute“ Solarzellen

viel effektiver sind oder dass die

Wellen- oder Windgeneratoren

eine Batterie für den E-Motor leicht

laden und so fort. Warum denken

diese Leute über einen fantastischen

E-Antrieb beim Segelboot nach,

wenn sie nicht einmal den weit

besser ausgereiften E-Autos trauen,

wie die vergleichsweise mageren

Absatzzahlen belegen?

Die Erklärung ist einfach: In den

meisten Träumern, ja vor allem in

den meisten Hochseeseglern mit

eigener Yacht (die ja regelrecht zum

Basteln einlädt), steckt ein kleiner

Thomas Alva Edison, der mit dabei

sein will, wenn es darum geht, eine

bessere Idee zu haben als alle Kfz-

Ingenieure dieser Welt.

Warum die Idee, dass Fahrten segler

ohne fossilen Treibstoff um die Welt

cruisen, seit dem 19. Jh. keine neue

mehr ist und wem die Umsegelung

mit nur Wind- und E-Kraft bereits

im 20. Jh. gelang, erzähle ich Ihnen,

p. t. Leser, gerne in der nächsten

Ausgabe von .

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

FOTOS: OUTREMER YACHTING, FACEBOOK

10 2/2021


Mahnruf

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

BUCHTIPP. Paul Watson, Gründer

der manchmal recht robust vorgehenden

Umweltorganisation Sea

Shepherd, weiß aus erster Hand,

wie schlecht es den Ozeanen geht –

Stichworte Plastikverschmutzung,

Überfischung, Ansteigen der Meerestemperatur.

In seinem im Jänner erstmals auf

Deutsch erschienenen Buch „Wenn

der Ozean stirbt, sterben auch wir“

liefert er aufrüttelnde Informationen

und Hintergründe rund um das

Ökosystem Meer und seine Zerstörung,

bietet aber auch Lösungsansätze

für mehr

Nachhaltigkeit und

Klimaschutz: Wie

können wir unsere

Ozeane retten?

Paul Watson: Wenn

der Ozean stirbt,

sterben auch wir.

Delius Klasing,

128 Seiten, € 12,–.

è www.delius-klasing.de

verlost drei Exemplare von Paul Watsons

Buch „Wenn der Ozean stirbt, sterben auch wir“.

Einfach eine E-Mail mit Betreff-Zeile „Sea Sheperd“

an gewinnen@ocean7.at senden und mit etwas

Glück gewinnen! Einsendeschluss: 31. März 2021.

Die Gewinner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, den

- Newsletter (jederzeit kündbar) per E-Mail zu

erhalten. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Keine Bar ablöse. Rechtsweg ausgeschlossen.

„ Schiffer auf dem Meer der Liebe, Hör des kund‘gen Lotsen Wort:

Willst du kommen in den Hafen, wirf die Selbstsucht über Bord!“

Daniel Sanders (1819–1897), deutscher Lexikograf.

Aus 1 mach 3

MODULARE SUPERYACHT. Die erst

letztes Jahr von der Gruppo Antonini

vorgestellte Nobelmarke Antonini

Navi hat mit dem Bau seiner ersten

Yacht auf Basis der Utility Platform

40 (UP40) begonnen. Die Stahlplattform

soll dabei als Fundament für

drei verschiedene Modelle dienen,

je nachdem, welchen Aufbau der

Eigner wählt: Motoryacht, Crossover

oder Sport-Explorer. Die modulare

Bauweise soll die Bauzeit um bis zu

50 Prozent verkürzen und dem Eigner

die Möglichkeit geben, sich auch

spät noch für Details entscheiden zu

können. Baunummer 1 soll nächstes

Jahr als Crossover vom Stapel laufen.

è www.antonininavi.com

So könnte die erste UP40 aussehen.

Cruise & Race

Qualität aus Tradition

Seit der Gründung unserer Werft im

Jahr 1924, bauen und reparieren

wir erfolgreich Boote für zufriedene

Kunden aus der ganzen Welt.

Mit unserem Verkaufsschlager L95CR

ist es uns gelungen, im Freizeitbereich

eine innovative und zeitgemäße

Klasse zu schaffen, die direkt auf

die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt

ist. Mehr Info zu unseren

Booten finden Sie unter :

www.bootswerft-glas.de


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

28. APRIL bis 2. MAI, LA GRANDE MOTTE

Vertagen, nicht verzagen

BOOTSMESSE. Letztes Jahr musste

die Multihull Boat Show, Europas

größte On-Water-Ausstellung

für Katamarane und Trimarane,

noch aufgrund der Pandemie abgesagt

werden. Heuer hat man den

Termin bislang nur verschoben: vom

28. April bis 2. Mai sollen sich (Stand

Anfang Februar) im Hafen von La

Grande-Motte über 40 Mehrrümpfer,

darunter 14 Welt premieren, versammeln.

Tolle Vorgabe, hoffentlich läuft

alles nach Plan!

è www.multicoque-online.com

FOTO: SHUTTERSTOCK

Safety first

SICHER SEGELN. Wie bei so vielen

Agenturen, so hat man sich auch bei

Barbera Yachting eingehend auf

die kommende Saison vorbereitet, um

den Chartergästen einen möglichst

unbeschwerten Segeltörn garantieren

zu können. „Das fängt bereits bei der

Vermittlung an – so arbeiten wir nur

mit Flottenbetreibern zusammen, denen

wir bereits seit Jahren vertrauen –

und hört bei strengen Reinigungsund

Hygiene-Standards an Bord noch

lange nicht auf “, sagt Branchenkennerin

Andrea Barbera. „Auf Wunsch

lassen wir die Charterzahlung gerne

auch bei unserem Partner Yacht-Pool

absichern“, ergänzt Sohn Max.

è www.barbera-yachting.de

Leopard-43-Power-Kat mit

garantiertem Einkommen.

Garantiert verdient

YACHTINVESTMENT. Pandemie-bedingt erwiesen sich

Yachteigner-Programme 2020 als schwieriges Feld, satte

Renditen waren die Ausnahme. Es gibt aber auch gute

Nachrichten. So zahlen Sunsail und The Moorings

weiterhin unabhängig von der Charterauslastung der

Yacht ein garantiertes monatliches Einkommen an ihre

Programm-Partner aus. Auch für 2021 bleiben diese

Yachteigner-Programme für Neukunden im Angebot –

ein paar wenige Yachten wie z. B. eine Sunsail 454

(Leopard-45 Segel-Kat) oder eine Moorings 433PC

(Leo pard-43 Power-Kat) sind ebenfalls noch zu haben.

è www.mooringsyachteigner.de è www.sunsailyachteigner.de

Nesthäkchen

7,2 Meter und schon eine Axopar.

MODELLZUWACHS. Mit

der Axopar 22 Spyder hat

die finnische Werft ihr bislang

kleinstes Modell vorgestellt.

Die Zutaten kennt

man schon von den größeren

Schwestern (28 und 37

Fuß): Schlanker, leicht

gleitender, weil gestufter

Rumpf, hohes Freibord

und modulares Decklayout.

Der trailerbare Jungspund

ist ab Markteinführung mit

drei verschiedenen Achterdeck-Layouts

verfügbar

und soll sogar mit einer geschlossenen

Toilette vorn in

der Mittelkonsole erhältlich

sein. Der schlüsselfertige

Preis mit einem standesgemäßen

Mercury-Außenbordmotor

mit 115 PS soll

um die € 50.000,– betragen,

mit üppig ausgestatteten

Sondereditionen ist wie bei

den Schwestermodellen in

Zukunft zu rechnen.

è www.axopar.fi

12 2/2021


Bavaria SR 41

Model: Neuboot

2x Mercruiser 6,2 MPI je 350 PS

Preis: ab 273.000 € inkl. MwSt.

Cranchi M44

Modell: 2019

2x Volvo Penta D6-400 (75 Stunden)

Preis: 449.000 € inkl. MwSt.

Galeon 640 Fly

Modell: 2009

2x MAN V10 je 1100 PS (980 Stunden)

Preis: 599.000 € inkl. MwSt.

Sunseeker 60 Manhattan

Modell: 2008 - REFIT 2019

2x 662 kW MAN Diesel

Preis: 649.000 € inkl. MwSt.

Princess 72 Fly

Modell: 2010

2x MTU 10V each 1520 hp (700 Stunden)

Preis: 999.000 € inkl. MwSt.

Bayliner Ciera 8

Modell: Neuboot lagernd

1x Mercruiser 6,2 MPI mit 350 PS

Preis: 115.000 € inkl. MwSt.

Maiora 20 S

Modell: 2009

2x MTU 10V je 1520 PS (800 Stunden)

Preis: 699.000 € inkl. MwSt.

Galeon 530 Fly

Modell: 2007

2x Volvo Penta D12-715 (520 Stunden)

Preis: 339.000 € inkl. MwSt.

Bavaria 33 HT – in stock

Modell: 2020

2x Volvo Penta D3-220 EVC (0 Stunden)

Preis: 239.000 € inkl. MwSt.

Bavaria Vida 33

Modell: Neuboot

2x Mercury je 150 PS Outboard

Preis: ab 163.000 € inkl. MwSt.

Bavaria S 45

Modell: Neuboot

2x Volvo Penta D6-380 EVC Diesel

Preis: ab 388.000 € inkl. MwSt.

BSC 50 Schlauchboot

Modell: Neuboot lagernd

1x Parsun 60 PS EFI (0 Stunden)

Preis: 26.000 € inkl. MwSt.

Boote Riedl / A-9020 Klagenfurt / +43 / 463 / 320 312

Wir sind spezialisiert auf den Handel mit neuen und gebrauchten Motoryachten. Jedes gebrauchte

Schiff wird von unseren Technikern geprüft und mit einem Jahr Gewährleistung versehen.

Nautika Riedl d.o.o.

Marina Nautica Novigrad

HR-52466 Novigrad

+385 / 98 / 18 88 548

Nautika Riedl d.o.o.

Marina Dalmacija

HR-23000 Zadar

+385 / 99 / 435 60 10

Nautika Riedl d.o.o.

Service Center Trogir (new Marina)

HR-21220 Trogir

+385 / 99 / 277 6 277

office@boote-riedl.at / info@nautika-riedl.com / www.nautika-riedl.com / www.boote-riedl.at


Ocean Woman

Marion und das Meer

Auf James und Marions Schiff Balu gibt es keine Türen. Denn als sie von Galway lossegelten,

hatten sie den Innenausbau einfach nicht fertiggekriegt.

FOTO: STEFAN HARING

ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

Ocean Woman-

Sonderausgabe

è www.rishomaru.com

„Segeln mit der Familie

tut gut“, weiß Marion.

Und ihre auf der Balu

zubereiteten Potatoes

schmecken sehr gut.

Jeder, der je ein Schiff gebaut

oder renoviert und sich auf

einen längeren Törn vorbereitet

hat, weiß wie knapp die Zeit

letztlich wird. Darum keine Klotür

– nur ein Vorhang. Und das auf

einem irischen Schiff mit Bier als

Hauptgetränk zum Sundowner.

Ich kniff alles zusammen.

„I love the ocean“, lachte die wunderbare

Marion und richtete dabei

ihren Gipsfuß etwas bequemer auf

der Sitzbank. Sie hatte sich bei einem

falschen Tritt im Cockpit – ein

Sitzpolster war schlampig gelegen –

den Fuß gebrochen. In der Karibik!

Krankenhäuser gibt es überall,

meinte sie beiläufig und wechselte

gleich wieder zu ihrem Lieblings ­

thema: „I could not live with out

the ocean!“

Immer hatten Marion und ihr

Mann James diesen Traum von der

Weltumsegelung. Damals, als wir

uns trafen, waren sie gerade unterwegs,

die kleine Atlantikrunde zu

machen. Also einmal Atlantik und

retour. Länger ging damals nicht.

James musste noch arbeiten und

überhaupt war es das schlimmste

Jahr, das sie wählen konnten. Als sie

in der Karibik waren, starb James

Mutter. Er musste heimfliegen, eine

Woche später starb seine Tante und

Marion segelte allein mit ihrem

Gipsfuß und einer guten Freundin

zu den Bermudas. „Denn, wenn du

was machen willst, findest du einen

Weg.“ Davon ist Marion überzeugt.

Sohn Luke lernten wir in Tobago

kennen, er kam täglich zum Cappuccino

auf die Risho Maru. Wie

herrlich, dass Eltern und erwachsene

Söhne sich so gut verstehen, gemeinsam

über den Atlantik segeln

und das als richtig gut empfinden.

„Segeln ist für Kinder das Beste“,

ist sich Marion sicher. Schon mit

klein Luke und Baby Töchterchen

Lucy ging es auf Törn rund um

Irland. Einmal geriet die Familie

in Nebel, verlor die Orientierung.

„Es ist besser, du ziehst jetzt allen

die Lifejackets an“, sagte James damals.

Das war schlimm. Aber das

ist lange her. Noch kein GPS!

I KNOW I HAVE SUPER KIDS

Als Lehrerin in Belfast für 33 Jahre

weiß Marion, wovon sie spricht.

Segeln, das ist richtig gut für eine

Familie. Und James? „Seit 20 Jahren

sind wir verheiratet und manchmal,

jetzt hier, schauen wir uns an und

sagen: Hey, wir sind auf der anderen

Seite des Atlantiks!“

Gibt es was, das Marion nicht

mag beim Segeln? Schlimm ist

manchmal der Lärm, den der Wind

macht, da wäre sie am liebsten am

Marions Potatoes

Zutaten Basic: 1 kg Kartoffeln, 2 kleine Zwiebel, 30 g

Butter oder 20 ml Öl, 30 g Mehl, ¼ l Milch, ¼ l Wasser,

1 halber Brühwürfel (Gemüsebrühe), 3 EL geriebener Käse

(oder soviel man eben Gusto hat).

Zubereitung: Die Kartoffeln

in Scheiben

schneiden und

gar kochen. Bechamelsauce:

Zwiebel klein

würfeln, Butter

in einem Topf

zerlassen, Zwiebel

mit Mehl solange darin

erhitzen bis sie hellgelb

werden. Milch,

Wasser, Brühwürfelgemisch

langsam beifügen, dabei mit einem Schneebesen immer

rühren, damit keine Klumpen entstehen. Sauce circa 5 min

köcheln lassen. Aufpassen, spritzt und brennt schnell an!

Gekochte Kartoffeln zur Bechamelsauce beifügen, mit

Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss abschmecken.

Fertig ist das Bordgericht!

Luxus-Tipp: In Auflaufform umfüllen, mit geriebenem

Käse bestreuen, circa 20 Minuten im Ofen bei 180° C gratinieren.

Warum Luxus? Auf einem Schiff muss Strom/Gas

grundsätzlich gespart werden. Frische Petersilie!

Lager-Tipp: Marions Potatoes schmecken auch kalt hervorragend

– aber meist bleibt nix übrig!

Strand. Aber so geht es vielen. Am

besten ist – die Freiheit! Und die

Nachtfahrten sind auch sehr cool.

„Listening to music, the stars and

the moon – that is magic.“

Einige Zeit später, zurück in Irland,

James in der Pension, starteten

sie noch einmal durch und umrundeten

in drei Jahren die Welt. Und

die Karibik? Ich war damals ziemlich

entnervt. Das El-Niño-Jahr

zeigte seine Krallen und heftiges

Am-Wind-Seglen war stets an der

Tagesordnung. „Great! Sailing in a

Bikini!“ jubelte Marion – in Irland

völlig unmöglich!

Schließlich wagte ich mich dann

doch noch aufs Klo. Dort empfing

mich Balu, der Talismanbär an

Bord. Draußen rauschte der viel zu

starke Passatwind besonders laut.

Doch diesmal war ich richtig froh

über diesen Lärm.


14 2/2021


FOTO: SHUTTERSTOCK

Die Marina Portisco als Sprungbrett

zwischen Sardinien und Korsika.

Inseln pendeln

COSTA SMERALDA. Der Norden

Sardiniens und der Süden Korsikas

gehören zu jenen Küsten des Mittelmeers,

bei denen sowohl Promi-Dichte

als auch Wildheit der Landschaft

am ausgeprägtesten sind. Unser großer

Revierreport ab Seite 22 stellt viele Geheimtipps

zwischen der Costa Smeralda

und dem La-Maddalena-Archipel

REVIER

Tipps, Trends & Neuheiten

vor. Das passende Charterangebot hat

Argos Yachtcharter, das z. B. in

Portisco mit Monos und Kats von 30

bis 54 Fuß aufwarten kann. Eine Oceanis

30.1 ist im September ab € 1.275,–

pro Woche zu haben, ab € 3.494,– ein

Lagoon 40 Kat. Mehr Infos und ein

passender 14-tägiger Törnvorschlag:

è www.argos-yachtcharter.de/s/sardinien

Cancún kann’s

RIVIERA MAYA. Yucatan war noch ein

weißer Fleck auf der Karte des Branchen-Riesen

Dream Yacht Charter.

Ab heuer verfügt man aber in der Marina

Las Velas in der Nähe von Cancún

eine eigene Basis und bietet von dort aus

Bareboat- und Skipper-Yachtcharter an.

Die Gegend um das zweitgrößte Barriereriff

der Welt gilt als traumhaftes

Tauchrevier, zudem locken paradiesische

Sandstrände und im Hinterland das archäologische

Vermächtnis der Maya.

Im deutschsprachigen Raum kann das

neue Angebot über den Premiumpartner

Argos Yachtcharter gebucht werden.

è www.argos-yachtcharter.de

Die Riviera Maya bei Tulum.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Aller guten Rümpfe sind 3!

TREND TRAVEL TRIMARAN.

Als Österreich-Händler der Neel

Trimarane bietet Trend Travel

& Yachting die einzigartige

Möglichkeit, diese ganz besonderen

Yachten über seine Charterbasen

in Kroatien auch zu mieten.

Eine Neel 43 Bj. 2021 ist ab

der Marina Kaštela bei Split

buchbar, eine ebenso junge Neel

47 ist sowohl dort als auch in

der Marina Veruda in Pula im

Charter. Preise pro Woche: ab

€ 2.700,– für den 43er, bzw. ab

€ 3.900,– für den 47er Trimaran.

Goldene Mitte: die Neel 45

(Bj. 2019) ab Pula ab € 3.800,–.

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3 x 47 Fuß = Neel 47.

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Yachtcharter-Weltweit

Yachtverkauf

Ausbildung


Traunsee

Traumsee

an der Traun

16 2/2021


Wassersportler zieht es oft in die Ferne, was aktuell uneinge schränkt

nicht möglich ist. Warum also nicht mal die schönen Heimatreviere

erkunden und mit dem eigenen Trailerboot zum nahen Traunsee

aufb rechen? Die Römer nannten ihn „Lactus Felix“, den „glücklichen

See“. Wir haben versucht, das Glück im Salzkammergut einzufangen

– und waren erfreulich erfolgreich.

Text und Fotos DIETER WANK E

Der zweitgrößte und tiefste

See Österreichs bietet eine

herrliche Kulisse mit viel

Abwechslung. Trailerboote

lassen sich bei Vereinen oder an öffentlichen

Rampen wassern. Liegeplätze

müssen reserviert werden. Im

Boot übernachten geht nicht und ab

21 Uhr herrscht Fahrverbot. Übernachtungsmöglichkeiten

gibt es auf

Campingplätzen oder in Ferienwohnungen

bis zum Luxushotel.

Wer den Rummel meiden will,

kommt in der Nebensaison – im

Juli und August ist es voll, Verbrennungsmotoren

sind dann verboten.

Ansonsten ist alles möglich, was

Wassersportler mögen. Es gibt Zonen

für Wasserski oder Wakeboarder,

Angeln geht vom Boot gegen

Gebühr, außerdem kann getaucht,

gesegelt oder gesurft werden.

Die Gastronomie am Ufer reicht

vom Imbiss bis zum Spitzenrestaurant,

meist mit eigenen Stegen. Wer

die Natur genießen möchte, fährt

zu lauschigen Ankerplätzen oder

sucht sein Glück an der einsamen

Südostküste, wo wenige Boote direkt

vor steilen Felswänden festmachen

können. Wer sich einen

atemberaubenden Blick über die

herrliche Landschaft verschaffen

will, muss auf einen der Gipfel,

entweder bequem mit der Seil ­

bahn oder sportlich bei einer

Wanderung zu Fuß.

REICHES GMUNDEN

Wir beziehen eine der Ferienwohnungen

im Frauscherhafen in

Gmunden. Andrea Frauscher-Oberfrank

freut sich auf dem ehemaligen

Gelände der Frauscher-Werft auf

Gäste. Liegeplätze gibt es nur mit

Glück und Voranmeldung.

Wenige Minuten entfernt liegt die

Talstation der Seilbahn zum Grünberg.

Auf dem Gipfel wartet ein

Baumwipfelpfad mit guter Aussicht

über den See und die Grünbergalm.

Mit dem Boot ist das Zentrum

schnell erreicht. Gastplätze gibt es

an den Stegen vor dem Rathaus­

Das idyllische Traunkirchen

im Vordergrund ergänzt

den herrlichen Blick auf

den Traunstein.

2/2021 17


Traunsee

Am Ufer von Altmünster blüht die Gastronomie.

Die Gisela gehört zu den ältesten

Raddampfern weltweit.

Eine Seilbahn führt auf den Grünberg

mit herrlicher Aussicht auf den See.

Steckerlfisch gibt es

in der Fischerbucht.

Vor dem Strandbad ist ein

Ankerplatz mit Sandgrund.

platz. Bis zu drei Stunden dürfen

Besucher hier neben einem der ältesten

Raddampfer der Welt, der

1871 gebauten Gisela, anlegen.

An der Uferpromenade „Esplanade“

ist die einladende Bootsvermietung

Dominik Huber nicht zu

übersehen. Hier sind auch einige

Frauscher 650 Alassio im Angebot.

Anlegen können Gäste auch an der

Konditorei Baumgartner. Ein weiterer

Steg liegt hinter dem Pavillon

vor der Esplanade an einer Steinmole

mit Ringen.

Hier ist schon die Insel mit dem

malerischen Schloss Ort in Sicht.

Die ursprüngliche Wasserburg existiert

mindestens seit dem Jahr 909.

Davor residiert der Union Yacht

Club Traunsee (siehe auch Seite 82)

mit Gastplätzen auf Anfrage. Daneben

ist eine öffentliche Sliprampe.

GASTLICHES ALTMÜNSTER

Weiter geht es an der Westküste in

Richtung Toscanapark. An der Südseite

ist das Strandbad mit einer Bar

und Gaststeg. Ideal zum Schwimmen,

Sonnenbaden oder für ein

Picknick an Bord ist der Ankerplatz

davor mit Sandgrund.

Nach dem Solarbad folgt der Segelclub

mit guter Küche. Wer zum

Essen anlegen will, möge höflich

fragen. Die Auswahl an Gastronomie

direkt am Ufer ist hier groß. Es

folgt das Lokal „Die Strandung“.

Festmachen geht auf Nachfrage bei

der Wasserskischule. Daneben endet

der Fischerweg in einer Sliprampe

der Gemeinde. In der angrenzenden

Fischerbucht mit ihren markanten

Bootshäusern und Steganlage

wartet neben dem „Steg“ und der

Pizzeria „Valentino“ noch Steckerlfisch

vom Grill in der Fischbrathütte

der örtlichen Berufsfischer. Anlegen

ist möglich, Angler bekommen bei

der Berufsfischerin Maria Trawöger

auch die Fischereikarte.

Am südlichen Ende vor dem Naturschutzgebiet

Hollereck folgt der

nächste Ankerplatz mit Sandgrund.

Dahinter liegt Strandcamping

Traunkirchen mit einer Naturrampe

zum Wassern. Nur 500 Meter weiter

folgen die Stege der Marina Traunkirchen.

Hier bietet Boote Stummer

vollen Service. Außerdem weilt hier

der Segelclub Traunkirchen mit Lie­

18 2/2021


Gaststege im Zentrum von Gmunden

laden zum Besuch ein.

Besuchen Sie uns

in unserem

Schauraum in Traun

und vereinbaren Sie noch

heute einen unverbindlichen

Beratungstermin.

Das Surfer-Mekka ist in Ebensee.

„ Einen der besten Ausblicke auf das herrliche

Seepanorama bekommt man vom

Kleinen oder Großen Sonnenstein.“

geplätzen und Gastronomie. Hinter

dem nächsten Kap tauchen die Stege

der Spitzvilla auf – das Restaurant

und Kaffeehaus bewirtet die

Gäste direkt am See.

IDYLLISCHES TRAUNKIRCHEN

Bald wird von hier das hübsche

Traunkirchen mit der markanten

Johannisberg-Kapelle auf dem

Gipfel der Halbinsel erreicht. Ab

1327 entstand das von Benediktinern

und später von Jesuiten

betriebene Kloster Traunkirchen,

1773 wurde der Orden aufgelöst.

Heute ist hier ein Handarbeits ­

museum. Einen Gastplatz gibt es

an der Südseite der Halbinsel links

neben dem Anleger der Ausflugsboote.

Außer dem Strandbad sind

hier auch die Bootsvermietungen

Loiddl und Haugeneder mit kleineren

Elektrobooten.

Einen der besten Ausblicke auf

das herrliche Seepanorama bekommt

man vom Kleinen oder

Großen Sonnenstein, die südlich

von Traunkirchen liegen. Das erfor­

Ihr Importeur für Österreich

CAP CAMARAT

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Traunsee

GMUNDEN

MARINA

FRAUSCHER/WEYER

SCHLOSS ORT

ALMÜNSTER

RAMSAU

HOISN

Traunsee

Der Segelclub in Ebensee freut sich auf Gäste.

MARINA

TRAUNKIRCHEN

SPITZVILLA

TRAUNKIRCHEN

WEISSER BRUCH

EISENAU

MAUER

HUNDSGRABEN

KARBACH

Der Anleger beim Hois‘n Wirt.

Unser Domizil, der Frauscher-Hafen.

EBENSEE

dert aber einen durchaus längeren

Fußmarsch auf die Gipfel dieser

prächtigen Berge.

WINDIGES EBENSEE

Auf der Fahrt nach Ebensee folgt

die Steilküste. Hier liegt das Surfer-

Mekka, denn durch die topografischen

Gegebenheiten weht hier mit

erfreulicher Regelmäßigkeit der

Wind. Gäste finden einen Betonsteg

unmittelbar hinter dem Fähranleger.

Der Segelclub Ebensee freut sich

über Gäste, die hier (bei mindestens

14-tägiger Voranmeldung) während

ihres Urlaubs liegen möchten. Direkt

vor der Marina ist ein Wohnmobil-Stellplatz.

Surfer finden ihr

Ziel nebenan am Surfbeach Rindbach

bei HangOn Kite & Windsurf

& SUP.

In der kleinen Ortschaft gibt

es neben dem beliebten Eis von

Giovanni auch gute Gastronomie

und das Museum Ebensee.

RASTEN IM OSTEN

Bleibt die Erkundung der einsamen

Ostküste. Ankern ist hier unmöglich,

Festmachen geht. Zum Beispiel am

Steg in Karbach für einen Stopp zum

Grillen oder Wandern. Richtung

Norden gibt es mehrere Punkte mit

kleinen Stegen und kleine Buchten,

wo kaum sichtbar Dübel oder Ringe

von Bootssportlern in den Felswänden

zum Festmachen verankert

wurden, wie der Hundsgraben, die

„Mauer“ oder der Steg Eisenau. Oft

hat nur ein Boot Platz.

Wer weiter nach Norden fährt,

trifft wieder auf Zivilisation. Bei der

Tauchschule Neptun finden interessierte

Taucher kompetente Unterstützung.

Es folgt der Seegasthof Hois‘n

Wirt mit seinem Biergarten samt Anlegesteg.

Gäste des Feriengasthofs

Ramsau legen an den Seiten des

Dampferstegs an. Es folgt der Steg

am Landhotel Grünberg.

Nach kurzer Fahrt ist die Umrundung

des Traunsees mit dem Ein ­

laufen in den Frauscherhafen voll ­

endet. Wer eine ganze Urlaubswoche

einplant, hat genug Zeit, um alle Ziele

und das wunderbare Panorama in

Ruhe zu genießen.

Ein so schönes Maß an Vielfalt und

Abwechslung für Wassersportler bietet

der Traunsee auch bei ausgiebigen

Tagestouren. Und am Abend herrscht

himmlische Ruhe.


Wassersportliche Erfahrungen am Traunsee

Anreise. Durchaus möglich mit dem eigenen Zugfahrzeug,

denn der Traunsee ist insbesondere für Freizeitkapitäne mit

Trailerbooten interessant.

Frauscherhafen. Angebot: Ferienwohnungen, Liegeplätze,

Bootsreinigung, Stegservice, Frauscher-Shop mit Bar und

Picknick-Service für Bootsausflüge. Rund ums Boot: Kranservice,

Winterlager, Unterwasseranstrich, Servicearbeiten

und Reparaturen aller Art erledigt das Werkstatt-Bootsservice

unter der Leitung von Regatta-Profi Albert Hauer.

è www.frauscherhafen.at

Charter. Es gibt mehrere Bootsvermietungen, die allerdings

überwiegend kleinere Elektroboote anbieten. Die Bootsvermietung

Dominik Huber bietet auch einige Frauscher 650

Alassio mit Elektroantrieb an.

è www.bootsvermietung-gmunden.at

Bootsvermietung Loiddl

è www.schifffahrt-traunsee.at

Bootsvermietung Haugeneder

è www.bootzeit.at

Route. Eine komplette Umrundung des Traunsees ist nach

etwa 30 Kilometern geschafft. Die Distanzen zu den Orten

sind entsprechend kurz. Vom Frauscher-Hafen zum Anleger

am Rathausplatz von Gmunden sind nur 600 Meter zurückzulegen.

Das Schloss Ort ist von dort nach einem Kilometer

erreicht. Das Strandbad Gmunden dann nach weiteren 1,2

Kilometern. Von hier ist die Fischerbucht in Altmünster nur

knapp zwei Kilometer entfernt. In Traunkirchen kann nach

weiteren 6,8 Kilometern angelegt werden. Ebensee wird

dann nach 3,8 Kilometern erreicht.

Revier. Es gibt keine gültige Seekarte vom Traunsee.

Besondere Vorsicht gilt an den ausgewiesenen Badezonen

und den Wasserski-Gebieten. In einigen Bereichen des Sees

gibt es gefährliche Steine, beispielsweise östlich des Ankergrunds

am Toscanapark bis zum Schloss Ort, nördlich des

Ankerplatzes Hollereck und südlich davon. Außerdem südlich

der Marina Traunkirchen und am nördlichen Ufer vom Ort

sowie zwischen den Gaststätten Ramsau und Hois‘n. Ein

Merkblatt mit allen Verhaltensregeln am Traunsee gibt es

auf der Webseite der Bezirkshauptmannschaft Gmunden:

è www.land-oberoesterreich.gv.at/23887.htm

20 2/2021


Notruf per

Satelliten

Das GMDSS (Global Maritime

Distress and Safety System, also

das weltweite Seenot- und Sicherheitsfunksystem)

hat mit dem Satellitennetzwerk

Iridium ein neues

Kommunikationssystem bekommen.

Iridium ist aufgrund seiner

76 Satelliten das einzige System

für Satelliten-Handys, das wirklich

weltweit genutzt werden kann.

Der Seenot-Dienst von Iridium

funktioniert ähnlich wie ein internationaler

SOS-Ruf, standardmäßig

ist aber auch einen Sprachnotrufdienst

in Echtzeit verfügbar.

è www.iridium.com/gmdss

Voll schön im Bilde

CHARTERKATALOG. Als einzige

Yachtcharter-Agentur auf dem

deutschsprachigen Markt präsentiert

Charterbar YachtiNg

auch für dieses Jahr einen Print-

Katalog. Das hochwertig veredelte

Magazin beschäftigt sich unter

anderem mit dem Thema „Chartern

in Zeiten von Corona“. Als

Special wird die Destination Italien

näher vorgestellt. Hilfreich

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

ist der durchdachte „Charterplaner“,

der als Einleger beiliegt

und dem Nutzer als freundlicher

Begleiter bei der Törnplanung

dient. Bei Anmeldung zum

Charterbar-Newsletter über

folgenden Blog erhält man ein

Gratis-Exemplar frei Haus zugeschickt:

è www.yachtcharter-magazin.de

è www.charterbar-yachting.de

Adler trifft Hecht

UNTERWASSERDROHNE. 12 Megapixel-Kamera

in 4k-Qualität mit 30

fps, optischer 6-fach-Zoom mit einer

Brennweite von 3,8 bis 11,4 Millimetern

sowie eine maximale Tauchtiefe

von 100 Metern: Mit solchen Unterwasserdrohnen

wie der BW Space

Pro von YouCan Robotics hat man

vor nicht allzu langer Zeit noch Forschungs-U-Boote

ausgerüstet. Heute

steuert man diese adleräugigen

Hightech-Geräte mit einer App, die

Echtzeitbilder direkt auf das Smartphone

oder Tablet sendet. Weitere

Highlights: Vier Motoren und

ein 9-Achsen-Kompass halten die

Drohne so ruhig wie einen Hecht in

Lauerstellung im Wasser. Die Doppel-LED-Leuchten

passen sich automatisch

an das Licht im Wasser an.

Ein 9600-mAh-Lithiumakku sorgt

für eine Laufzeit von bis zu fünf

Stunden. Erhältlich zum Beispiel

im Onlineshop von

Waterloft um

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Schön, reich

Sardinien Nord

Die Küste als Gesamtkunstwerk: besonders schön

zu erleben in der Bucht Spiaggia di Cala Corsara

der Insel Spargi im La-Maddalena-Archipel.

22 2/2021


, sardisch

Einerseits ein Revier, wo sich der Jetset die Klinke in die Hand gibt. Andererseits aber

auch eine vielseitige Schönheit voll traumhafter Strände, verschwiegener Buchten

und faszinierend wilder Natur. Ein Segeltörn im Norden Sardiniens mit Insider-

Tipps vom Mittelmeer-Revier experten und Segel-Blogger Markus Silbergasser.

Text und Fotos MARKUS SILBERGASSER

2/2021 23


Sardinien Nord

MARKUS SILBERGASSER

ist Fahrtensegler, Blogger

und Fotograf. Von Ende

Mai bis Mitte Juni ist er

heuer wieder im Norden

Sardiniens und rund um

Korsika unterwegs und

hat auf dem Törnabschnitt

noch Kojenplätze

zum Mitsegeln frei.

è www.untersegeln.eu

Sardinien ist extrem überteuert

und die Insel der

Schönen und Reichen – da

habe ich nichts verloren!“

Das war lange Zeit meine Meinung

zu Sardinien und darum habe ich

die Erkundung der Insel über Jahre

hinausgeschoben. Im Juni vor drei

Jahren habe ich mir die zweitgrößte

Mittelmeerinsel trotzdem einmal

vorgenommen und wurde immens

positiv überrascht.

Ja, der La-Maddalena-Archipel

und der nordöstliche Küstenabschnitt

Sardiniens, die sogenannte

Costa Smeralda, gehören zu den

begehrtesten Segeldestinationen im

Mittelmeer. Und ja, hier zieht es vor

allem im Hochsommer den Jetset

hin und die dortigen Marinas zählen

in dieser Zeit zu den teuersten

im Mittelmeer.

Aber! Glasklares, karibisch anmutendes

Wasser! Traumhafte Sandstrände

mit abstrakten Felsformationen,

die wie von Künstlerhand

in die Landschaft drapiert wurden!

Eine sehr vielfältige Natur, die zum

Costa Smeralda bedeutet auf

Deutsch türkisgrüne Küste. Der

Name ist gut gewählt, wie ein

Blick auf die Spiaggia Rosa auf der

Insel Budelli zeigt.

Wandern und Entdecken des Hinterlandes

einlädt! Und: Als bekennender

Feinschmecker teile ich mit

den Sarden gerne auch die Leidenschaft

für gutes Essen. Kurzum: Sardinien

ist eine Insel für alle Sinne!

Zudem findet man in der Vorund

Nachsaison selbst im Norden

der Insel ruhige und kostenfreie

Ankerplätze für sich alleine und

auch das Essen in den Restaurants

ist erschwinglich. Der Süden ist

sowieso eine ganz andere Ge ­

schichte (die übrigens im nächsten

erzählt wird!).

LA-MADDALENA-ARCHIPEL

Rund um die Hauptinsel Maddalena

gibt es viele lohnende Ziele und

im Hauptort La Maddalena auch

eine gute Infrastruktur mit jeder

Menge guter Restaurants, Supermärkten

und mehreren Marinabetreibern.

Wir ankern z. B. sehr gerne

im Südwesten der Insel in der

Bucht Nido d‘Aquila und wandern

von dort aus die ca. zwei Kilometer

ins Zentrum der Ortschaft.

„ Türkisgrünes Wasser, traumhafte Küste,

vielfältige Natur im Hinterland, fantastisches

Essen: Sardinien ist eine Insel für die Sinne!“

Entlang der Westküste von Maddalena

gibt es viele weitere Ankerspots

zum Gustieren – mit großteils

sehr gutem sandigen Ankergrund,

aber trotzdem traumhaftem, glasklarem

Wasser. Auch an der Ostseite

der sehr kleinen Insel Giardinelli

findet man außergewöhnlich schöne

Sandstrände mit spektakulären

Steinskulpturen – oft glaubt man,

sich an einer künstlich angelegten

Filmlocation zu befinden.

Die Inseln Razzoli, Santa Maria

und Budelli liegen im Norden des

Archipels sternförmig zueinander.

Im Zentrum der drei Inseln kann

man gut geschützt vor Anker gehen

(auf Untiefen achten, nur tagsüber

bei guter Sicht ansteuern!). Auf der

Südseite von Santa Maria befindet

sich auch ein sehr schöner Sandstrand

mit Ankerbucht.

Die Spiaggia Rosa auf der Insel

Budelli gehört mit dem pink-rosafarbenen

Sandstrand zu den schönsten

Stränden des Archipels – für

viele sogar des gesamten Mittel ­

meeres. Empfehlenswert ist es,

möglichst früh am Morgen einen

Stopp einzulegen und den Strand

in der Morgensonne zu genießen.

Leider musste der Strand seit Jahren

gesperrt werden, nachdem Touristen

jeden Sommer in Summe

Tonnen vom rosaroten Sand als

Souvenir mit nach Hause nahmen.

Spargi ist die drittgrößte Insel des

Archipels und unbewohnt. Die

schönste Ankerbucht der Insel befindet

sich an der Südküste mit dem

Namen „Spiaggia di Cala Corsara“.

An der Ostküste der Insel Caprera

befindet sich ein weiteres

Highlight der Region – der winzige,

aber sehr fotogene Sandstrand

in der tiefen Bucht Coticcio, um ­

geben von rauen Klippen. Wir

steuern diesen sehr begehrten Ankerplatz

immer etwas antizyklisch

an – entweder ganz zeitig in der

Früh oder noch lieber am Abend,

wenn der Großteil der Yachties sich

wieder auf den Weg zurück in die

Marinas entlang der Costa Smeralda

gemacht haben.

24 2/2021


ÜBER

JAHRE

La Maddalena Stadt, Zentrum

des gleichnamigen Archipels.

Auf dem Pfad nach Castelsardo.

COSTA SMERALDA

Porto Cervo ist der angesagteste

Ort für Prominente an der gesamten

Costa Smeralda. Viele Royals, internationale

Stars und bekannte

Sportler verbringen hier ihren

Urlaub. Wir haben im

Naturhafen vor der Marina

Porto Cervo eine Nacht vor

Anker verbringen können.

Zwar nicht ganz erlaubt, aber

in der Vorsaison war das möglich.

Gestandene Segler reizt

es natürlich schon, hier einmal

selbst mit der Yacht in der

Nobelanlage anzulegen.

Der Yacht Club Costa Smeralda ist

einer der angesagtesten Yachtclubs

weltweit. Schon beeindruckend,

aber andererseits, um ganz ehrlich

zu sein, so etwas Außergewöhnliches

ist das hier nun auch wieder

nicht. Besser gefallen hat uns

da schon Olbia, eine strategisch

wichtige Küstenstadt mit ihrer

mittelalterlichen Basilika und

ihren von Cafés gesäumten

Plätzen.

ALGHERO

Strandleben bei Porto Puddu.

Mittelmeer

BONIFACIO

Lavezzi

Maddalena

Capo Testa

Spargi

PORTO PUDDU Caprera

PALAU

CASTELSARDO

Korsika

Sardinien

Meeresfrüchte – das

Hauptnahrungsmittel

des Autors.

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Sardinien Nord

Ankerplatz Richtung Süden: Capo Coda Cavallo.

Sehr sympathisch ist auch der

Ferienort Cannigione mit Marina,

Tankstelle und großem Bojenfeld –

auch mehrere Charterfirmen haben

dort eine Basis. Ich steuere diesen

übersichtlichen Ort immer gerne

wieder mal an, um einen Crewwechsel

in der Region zu machen.

SCHÖNE ANKERPLÄTZE

RICHTUNG SÜDEN

Tavolara ist eine der Nordostküste

Sardiniens vorgelagerte Insel mit

steil abfallenden Klippen und der

flachen Landzunge Spalmatore di

Terra im Westen – hier gibt es einen

sehr attraktiven Ankerplatz.

Der Rest der Insel ist leider entweder

militärisches Sperrgebiet der

NATO oder Naturschutzgebiet,

das von uns Freizeitkapitänen

nicht befahren werden darf.

Capo Coda Cavallo ist eine schöne

und ziemlich gut geschützte

Ankerbucht mit Sandstrand. Keine

Infrastruktur außer einem Strand ­

kiosk mit Liegenverleih. Noch

weiter Richtung Süden wird es

immer ruhiger und man findet

auch viele schöne abge legene und

daher ruhige Ankerbuchten –

hier kann man den Massen in

der Haupt saison bestimmt noch

ein wenig ausweichen …

MEHR ZIELE IM NORDEN

Nordwestlich der Costa Smeralda

gibt es neben dem La-Maddalena-

Archipel weitere schöne Ziele. Wie

etwa Porto Puddu, eine weitläufige

Bucht mit weißem Sand, die von

Souvenirladen mit handgefertigten Flechtwaren.

der typischen Macchia des Mittelmeerraums

eingerahmt wird und

zwischen Palau und Santa Teresa

Gallura liegt. Nachdem dieser

Küstenabschnitt ein sehr windiger

ist, haben sich hier auf den Dünenlandschaften

zahlreiche Windsurfund

Segelschulen angesiedelt.

Das Capo Testa gehört zum

nördlichsten Punkt von Sardinien

und bietet je nach Windrichtung

zwei gute Ankermöglichkeiten.

Spätestens hier, keine 20 Seemeilen

von der Costa Smeralda entfernt,

befindet man sich in einer sehr

ursprünglichen sardischen Landschaft

wider. Die Hippies haben

diese beeindruckende Halbinsel

Im Norden Sardiniens

Allgemeine Tipps. Ein Großteil der beschriebenen Ankerplätze befindet

sich in Naturschutzgebieten. Für den La-Maddalena-Archipel benötigt man

zusätzlich noch ein Permit, das man in den Nationalparkbüros von Palau,

Cannigione, La-Maddalena oder Olbia erwerben kann (oder direkt im Nationalpark

bei einer Kontrolle beim Parkranger zum etwas höheren Preis).

Charter-Tipps. Über GlobeSailor sind an verschiedenen Stützpunkten

im nördlichen Sardinien Monos und Katamarane (zu kundenfreundlichen

Stornierungsbedin gungen wie z. B. Rückerstattung der Anzahlung bei Reiseverboten

etc.) buchbar. Charterbeispiele: Bavaria Cruiser 46 (Bj. 2017)

ab Cannigione, 1 Woche rd. € 2.850,–; Lagoon 380 (Bj. 2019) ab Cala dei

Sardi, 1 Woche rd. € 2.860,–. è www.globesailor.de

Empfohlene Revierführer und Seekarten. Küstenhandbuch Italien:

Ventimiglia–Brindisi, mit Sardinien, Sizilien und Malta. Von Rod Heikell.

Blick von der Burganlage auf die Marina in Castelsardo.

mit vielen Höhlen und beeindruckenden

Granitfelsen schon in den

1960er-Jahren für sich entdeckt.

Runde 30 Seemeilen weiter Richtung

Westen befindet sich der von

weitem gut auszumachende Ort

Castelsardo. Auf einem Hügel hoch

über dem tiefblauen Meer thront

seit dem zwölften Jahrhundert die

Verteidigungsanlage, von der einst

die Genueser den Seehandel kontrollierten.

Das mittelalterliche

Zentrum auf der Spitze des Felsens

ist für den Autoverkehr gesperrt.

So kann man in aller Ruhe die

engen, gepflasterten Gassen erkunden

und die Stufen mit sardischer

Gemächlichkeit erklimmen.

Unverzichtbares Standardwerk mit genauen Infos zu sämtlichen Häfen und

Ankerplätzen, bereichert um wichtige Tipps zu Formalitäten und Vorschriften,

Klima, Wetter, Land und Leuten. è www.delius-klasing.de

Törnführer Korsika–Sardinien–Elba. Sardinien mit Maddalena-Archipel,

Oristano, Cagliari, Olbia und Porto Cervo. Von Klaus-Jürgen Röhring.

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Korsika, Sardinien, Elba: Häfen und Küsten von oben. Bildband von Martin

Muth mit schönen Luftaufnahmen und Ansichten von Korsika, Sardinien

und Elba. Dieses hat uns geholfen, die schönsten Plätze entlang der Küste

einfacher zu finden. è www.delius-klasing.de

Sardinien-Reiseführer von Eberhard Fohrer. Individuell Reisen mit vielen

praktischen Tipps nennt sich der kompetente und übersichtlich gestaltete

Reise- und Wanderführer. è www.michael-mueller-verlag.de

26 2/2021


Rein in die Marina!

SAUBERE LAGE. Wie sehr man sich menschlich

und technisch einbringen kann, um seinen Gästen

ein angenehmes und sicheres Umfeld bieten zu können,

zeigt die Marina Punta Gabbiani in der

Lagune von Marano. Ist man angekommen, führt

der erste Weg oft zu den Sanitäranlagen. Diese wurden

mit einem Ampelleitsystem ausgestattet. Will

man beispielsweise duschen, so leuchten bereits an

einer Kontrolltafel am Haupteingang rot die besetzten

und grün die freien, desinfizierten Kabinen auf.

Lieber an Bord aufs WC? Ein Pump-Out-Anschluss

an jedem Liegeplatz ermöglicht die Absaugung der

Grauwassertanks!

Die Luft in den Marina-Räumlichkeiten

wird gefiltert und

ebenso desinfiziert

wie die Liegestühle

am Pool nach jeder

Benützung. Gastgarten

und Pool-Areal

wurden erweitert, um

Abstand zu halten. Marina Punta Gabbiani in der Lagune von Marano, Top-Adresse

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Hersteller Vesper

Marine hat mit dem Cortex

das weltweit erste UKW-Seefunkgerät

mit Smartphoneähnlichem,

kabellosem Touchscreen-Bedienteil,

integriertem

AIS-Transponder und umfangreichen

(Fern-)Überwachungsmöglichkeiten

der Bootsdaten

im Programm. Die Funk-Kommunikation

wird mit dem Gerät

Cortex kann UKW, AIS

und Bordüberwachung.

erheblich vereinfacht: Einfach

ein im Display angezeigtes

Schiff per Fingerdruck markieren,

auf „Call“ drücken und

sofort wird ein direkter DSC-

Ruf durchgeführt. Zudem

werden die AIS-Signale in der

Um gebung auf dem Bedienteil

optisch übersichtlich dargestellt

und potentielle Kollisionsrisikobereiche

markiert.

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The new Generation of Daysailers


Papua-Neuguinea

Malaria

28 2/2021

FOTO: SHUTTERSTOCK


und Sago

Papua-Neuguinea steckt immer noch voller Geheimnisse und Abenteuer – aber auch

gesundheitlicher Risiken. Tropische Geschwüre und Malaria machen den Menschen

hier schwer zu schaffen. Doch wer Sieben-Tage-Adventist ist, bäckt sein täglich Brot

aus Palmenmehl und verliert seine positive Lebenseinstellung nicht.

Text und Fotos WOLFGANG HAUSNER

Während unseres Aufenthaltes

in Papua-

Neuguinea stoppten

wir am südlichen

Ende von New Ireland in einer

Bucht, die Irish Cove heißt. Es war

ein friedlicher Ankerplatz, auf dem

wir die scheuen Einwohner erst

ansprechen mussten. Aus ihren

Gärten brachten sie uns frisches

Gemüse und Obst, wir revanchierten

uns mit Seife, Angelhaken und

Baumwollstoff.

Etwas getrübt wurde dieses Idyll

durch ein tropisches Geschwür an

meinem Knie, das trotz Antibiotikum

nicht wegzukriegen war. Im

Gegenteil, es fraß sich in die Tiefe

und hatte zahlreiche Ableger rundherum

bekommen. Die Einheimischen

nannten das treffenderweise

„die Krankheit der neun Augen“.

Das Gewebe war schwammig, ohne

Eiterherd, in den man reinstechen

hätte können, um es spritzen zu

lassen. Deswegen segelten wir nach

Rabaul und wurden dort an das

von katholischen Nonnen geführte

St. Marys Hospital in Vunapope

verwiesen. Der amerikanische Arzt

ordnete sofort eine Röntgenuntersuchung

des Abszesses an, um festzustellen,

ob der Knochen bereits

angegriffen war. Glücklicherweise

war das nicht der Fall, eine zehntägige

Behandlung mit einem

anderen Antibiotikum sollte die

Sache in Ordnung bringen.

Eine der deutschen Nonnen im

Spital schwärmte von der maleri­

schen Vitu-Insel, auf der sie einmal

eine katholische Mission besucht

hatte. Diese liegt 150 Seemeilen im

Westen, tags darauf machten wir

uns auf den Weg dorthin. Die Insel

ist das Überbleibsel eines versunkenen

Vulkans, nur der Kraterrand

ragt noch aus dem Meer. Durch

die offene Passage segelten wir in

die fast kreisförmige Lagune und

ankerten in der Nähe einiger Gebäude.

Wir waren umgeben von

vertikalen Felswänden, die ab und

zu von kleineren Stränden unterbrochen

waren. Ebener Grund war

eine Seltenheit.

Gleich nach unserer Ankunft

kamen schwarze, kraushaarige

Kinder angepaddelt, die Orangen

tauschen wollten. Als sie damit Erfolg

hatten, brachten sie neben den

bestellten Kokostrinknüssen zwei

weitere Körbe, die wir ihnen auch

abnahmen.

Vor Anker im versunkenen

Vulkankrater

der Vitu-Insel.

Danach überraschte uns der

Besuch eines Jungen, der zwar

wie die anderen in einem schmalen

Einbaum saß, aber hellhäutig und

dunkelblond war. Er erzählte uns,

seine Eltern seien holländische

Missionare und sie lebten hier,

um die Bibel in die Sprache der

Eingeborenen zu übersetzen. Nun,

in Papua-Neuguinea gibt es über

800 verschiedene Sprachen.

Nachmittags besuchten wir die

Familie an Land. Peter Bachet war

Architekt und seine Frau Wiljo

Ärztin. Beide hatten ihr Berufsleben

in Holland seit Jahren unterbrochen,

um den Insulanern hier

zu helfen. Ihre beiden Kinder

betrachteten Papua-Neuguinea

bereits als ihre Heimat und alle

hatten schon Malaria gehabt.

Malaria ist eine der häufigsten

Todesursachen in Papua-Neuguinea,

erzählte Wiljo. Durch die

WOLFGANG HAUSNER

ist Weltumsegler,

Schriftsteller und

ocean7-Autor. Derzeit

weilt er mit seiner

Taboo III, einem

18-Meter-Katamaran,

auf den Philippinen

und bietet individuelle

Mitsegel gelegenheiten

an.

wolfgang-hausner.com

2/2021 29


Papua-Neuguinea

jahrelange unbehandelte Krankheit

vergrößert sich die Milz enorm und

bei einem Sturz, der normalerweise

keine Folgen hätte, platzt das Organ

und die Person verblutet innerlich.

Eine andere Todesursache sind

tropische Geschwüre, wenn sie

bereits soweit fortgeschritten sind,

dass eine Behandlung nicht mehr

hilft. Sie hatte natürlich gleich den

Verband an meinem Knie bemerkt

und wollte sich das ansehen. Für

die offene Wunde gab sie mir eine

Creme, die zwar brannte, aber eine

tiefenreinigende Wirkung hatte,

und ein nicht auf Penicillin basierendes

Antibiotikum, auf das ich

endlich ansprach. Ich konnte bei

der Heilung zusehen.

Ninigo-Inseln

4° 12‘ S

Eremiteninseln

Papua-Neuguinea

Südpazifik

Manus LORENGAU

Bismarcksee

SIEBEN-TAGE-ADVENTISTEN

Als wir nach einer zehntägigen

Fahrt von den Philippinen in Papua-Neuguinea

eintrafen waren die

Ninigo-Inseln unser erster Stopp.

Noch bevor wir geankert hatten,

kam ein Einheimischer angepaddelt

und beschenkte uns mit einer Wassermelone.

Daraufhin hatten wir

guten Kontakt zu William und seiner

Familie. Diese netten Erfahrungen

dort bewogen uns auch, die in

der Nähe liegenden Hermit-Inseln

zu besuchen, was allerdings erst am

Ende unseres Aufenthalts in Papua-

Neuguinea geplant war.

Jetzt näherten wir uns diesen Eilanden,

die inmitten einer riesigen

Lagune liegen, eingeschlossen von

einem Riff, das mehrere Öffnungen

Bismarck-Archipel

Vitu-Inseln

Neubritannien

Neuirland

RABAUL

Salomonensee

bot. Wir segelten durch die südöstliche

Einfahrt und schlängelten

uns zum Dorf weiter. Die Ansiedlung

mit adretten Häusern und sauberen

Wegen befand sich zwischen

zwei Hügeln auf einem dünnen

Streifen Land, mit der Lagune zu

beiden Seiten. Der Platz strahlte

einen spürbaren Frieden aus. Kein

Wunder, wie auf Ninigo waren die

Leute Sieben-Tage-Adventisten,

hatten dieselbe positive Lebenseinstellung

und zeigten eine von Herzen

kommende Gastfreundschaft.

Mit Stanley und seiner Frau fuhren

wir zwei Tage später zu einem

anderen Teil der Insel, wo sie Sago

herstellen wollten. Die Sago palmen

wachsen in einem sumpfigen Gelände,

in dem wir vorsichtig

über Mangrovenwurzeln

turnten, um nicht bis zur

Hüfte zu versinken. Mit

dabei war Felix, ein

muskulöser

Mann aus

dem Hochland von Papua, dessen

undurchsichtige Herkunft uns faszinierte.

Obwohl er keine Verwandten

hier hatte, lebte er seit einigen Wochen

auf den Hermites, konnte sich

nur auf Pidgin-English mit den anderen

verständigen und war von so

einer spontanen Hilfsbereitschaft

gegenüber allen, dass er sich bereits

großer Beliebtheit erfreute.

Nur, wo er herkam und über

seine Vergangenheit wollte er ab ­

solut nicht reden. Die Vermutung

lag nahe, dass er wegen irgendeiner

Geschichte untertauchen musste –

dafür waren diese Inseln wie geschaffen.

Die nächsten Behörden

befanden sich in Lorengau, der

Hauptstadt von Manus, und ohne

triftigen Grund kam niemand in

diese abgelegene Gegend.

SAGO IM ANKERSCHAPP

Die Männer fällten kurzerhand eine

Sagopalme und klappten die Rinde

des Stammes in der Längsrichtung

Korallenmeer

PORT MORESBY

152° 10‘ E


FOTO: SHUTTERSTOCK

Wer fiert, verliert!

Oder wie war das?

AUT19064 / 0121

Aufgeklappte Rinde

einer Sagopalme.

Das Mark wird

zerstapft.

Die Stärke wird

durch einen Mehlsack

gefiltert.

„ Mit Wasser angerührt und gekocht

bildet Sago eine schwer verdauliche

Masse, die zwar gut den Magen

füllt, aber keinerlei Nährwert hat.“

auf, um den weichen Kern freizulegen.

Dieser wurde systematisch

mit spatenähnlichen

Werkzeugen zerbröselt, bis nur

mehr ein Riesenhaufen des rosaroten

Zeugs übrig war, das

sich wie grobe Sägespäne anfühlte.

Danach wurde das Sago

in müh samer Kleinarbeit ausgewaschen

und durch einen

Mehlsack gefiltert. Übrig blieben

drei schwere Säcke reiner

Stärke ohne Ablaufdatum, von

denen eine Familie mehrere

Monate leben konnte.

Mit Wasser angerührt und

gekocht bildet es eine schwer

verdauliche Masse, die zwar

gut den Magen füllt, aber keinerlei

Nährwert hat. Das Resultat

dieser einseitigen Nahrung

sind dann dünnbeinige

Im Dreilängenkreis kann es schon mal eng werden. Wir wissen,

gute Seemannschaft ist unerlässlich. Doch auch die schützt

nicht vor jedem Missgeschick. Deshalb ist das Regattarisiko

in der Pantaenius-Yacht-Haftpflichtversicherung automatisch

mitversichert.

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Papua-Neuguinea

Kinder mit aufgedunsenen Bäuchen.

Die Bewohner der Hermites hatten

aber dieses Problem nicht, Sago bildet

nur einen geringen Bestandteil

der täglichen Nahrung. Beim Abschiedsessen

mit dem Sohn des

Chiefs und seiner Frau bekamen

wir die hier übliche Kost von Fisch,

Gemüse und Obst serviert.

Ein Sack Sago, der mittlerweile die

Konsistenz von nassem Zement erreicht

hatte, wurde uns für Williams

Familie in Pihun auf den Ninigo-Inseln

mitgegeben. Ich verstaute ihn

im Ankerschapp, nachdem der noch

immer rausrinnende dunkle Saft das

Deck eingefärbt hatte.

UNTER DEM BROTFRUCHTBAUM

Mit einem leichten Südwestwind

segelten wir die 45 Seemeilen zu der

Inselgruppe, wurden in Pihun herzlich

wie Freunde empfangen und

gaben unsere hartgewordene Fracht

ab. Wir verbrachten noch einige

Tage in dieser friedlichen Gegend,

aber dann war es wieder an der Zeit

aufzubrechen.

Am Abend vor unserer Abfahrt

wurde ein festliches Abschiedsessen

vorbereitet, das unter einem großen

Malaria: unterschätzte Gefahr in vielen Regionen

Erreger. Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung

Plasmodium verursacht, die sich insbesondere in den

roten Blutkörperchen des Menschen vermehren. Normalerweise

erfolgt die Übertragung durch den Stich eines infizierten

Anopheles Moskitos. Über den Speichel der blutsaugenden

Stechmücke gelangt der Erreger in die

menschliche Blutbahn.

Arten. Die beiden Malaria-Hauptarten in Papua-Neuguinea

sind Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax.

P. vivax ist die typische Malaria mit wiederkehrenden

Schüttelfrösten. Die Parasiten haben die Eigenschaft, sich

in die Leber zurückziehen und sich zu einem späteren Zeitpunkt

wieder zu reproduzieren. Sie lassen sich prophylaktisch

einigermaßen mit Chloroquin in Schach halten.

P. falciparum (= malaria tropica) ist seltener und kann

ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich

werden, weil die infizierten roten Blutkörperchen die kleinen

Gefäße verengen und dadurch die Blutzufuhr zu Leber,

Nieren, Gedärmen und Gehirn (zerebrale Malaria) drastisch

verringert wird. Hier hat es schon Todesfälle auf See unter

Yachties gegeben und es kann auch vorkommen, dass eine

Person zur selben Zeit mit beiden Arten infiziert wird.

Mit einer kräftigen Dosis von Fansidar (Sulfadoxin + Pyrimethamin)

und Quinin lässt sich zwar P. falciparum erfolgreich

bekämpfen, aber Fansidar sollte nicht prophylaktisch

eingenommen werden, weil eine spätere Behandlung

dadurch negativ beeinflusst wird. Abgesehen davon hat es

starke Nebenwirkungen. Auch treten lokale Variationen

auf, die im Lauf der Jahre resistent geworden sind. Also

muss das, was für eine Gegend gültig ist, noch lange nicht

für eine andere stimmen. Die beste Information bekommt

man vor Ort, wenn man sich bereits in einem Malariagebiet

befindet und die lokalen Ärzte über Erfahrung verfügen.

Brotfruchtbaum zelebriert wurde.

Wir saßen an einem gedeckten

Tisch, der sich unter der Last der

Speisen bog, während eine Gruppe

Was tun? Das muss letztendlich jeder selbst für sich

entscheiden, aber wir sind dort wie auch in anderen

Malariagebieten so vorgegangen:

1. In erster Linie vermeiden, infiziert zu werden. Das übertragende

weibliche Anopheles-Moskito ist aktiv in der

Morgen- und Abenddämmerung, daher sind Landausflüge

zu diesen Zeiten nicht angebracht. Niedergänge und Seitenfenster

mit Netzen sichern. Wenn wir an Land sind,

benutzen wir verdünntes Zitronenöl auf der Haut, was die

Stechmücken nicht ausstehen können. Dieses vollkommen

natürliche Produkt riecht angenehm und ist verträglich

und wir haben immer ein kleines Fläschchen mit dabei.

2. Keine Prophylaxe, aber die entsprechenden Medikamente

an Bord haben, um eine Radikalkur durchführen zu können,

sobald Verdacht auf Malaria besteht, auch wenn man

nicht weiß, welche man sich eingefangen hat Diese Taktik

bewährte sich und wir sind während des Papua-Neuguinea-Aufenthaltes

von Malaria verschont geblieben. Die

Weltgesundheitsbehörde (WHO) veröffentlicht eine Broschüre

namens International Travel and Health, die sehr

informativ ist.

vor uns sang. Als wir am nächsten

Morgen absegelten, winkte uns das

ganze Dorf zum Abschied. Wir waren

jetzt wirklich Freunde.

FOTO: WIKIPEDIA

„ Beim Abschiedsessen mit dem Sohn des Chiefs und seiner Frau bekamen

wir die hier übliche Kost von Fisch, Gemüse und Obst serviert.“

Abendstimmung

auf Ninigo.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Geflochtenes Segel ohne

einen einzigen Nagel.

Brotfruchtbaum mit

noch jungen Früchten.

32 2/2021


Perfekter Trimm

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LASTSENSOREN. Wäre es nicht toll, wenn

man exakt messen könnte, wie sich die

Vorstagspannung ändert, wenn das Backstag

stärker angesetzt wird? Und was genau

im Rigg passiert, wenn der Baumniederholer

ein wenig stärker gezogen wird?

Genau dafür hat der englische Hersteller

Cyclops seine kabellosen Lastsensoren

Smarttune und Smartlink entwickelt. Sie

lassen sich einfach in einen Spanner einsetzen

bzw. in Tauwerk einspleißen oder

einschlaufen. Dort messen sie die Last

präzise und senden die Daten in Echtzeit

an die Smartphone-App oder über ein

NMEA2000 Gateway an die Bordinstrumente.

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Se gel- und Motoryachten mit alternativen

Antriebssystemen spezialisierte

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Bad Pyrmont rüstet seine beiden E-

Katamarane Ocean Eco 60 und 90

nun auch mit einer geschlossenen

Fly bridge aus. Explorer heißt die

wetterfeste Ausstattungslinie, die

auch schon einen ersten Kunden

gefunden hat: Arctic Cruise aus

Tromsø möchte mit einer Ocean

Eco 60 Explorer seinen Kunden

ermöglichen, das ganze Jahr über

in Norwegens Fjorden zu kreuzen.

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Dem Leuchtturm folgen

KARTENMATERIAL. Nachdem Navionics

an Garmin und C-Map an Navico verkauft

wurden, hat Raymarine mit seinen Light­

House-Charts eigene elektronische Seekarten

präsentiert. Die Software ist mit allen

aktuellen Raymarine-Multifunktionsdisplays

kompatibel und kann über das Internet oder

über das Smartphone geladen werden. Quelle

der Daten sind hydrografische Institute,

ergänzt um sportschifffahrts-spezifische

Informationen. Neben vier verschiedenen

Farbmodi (grelles Sonnenlicht, Tag, Dämmerung,

Nacht) können die Kartenobjekte

vergrößert und verkleinert werden, um die

Darstellung übersichtlicher zu machen.

Auch clever: Gezeitenströme und Tidenhub

werden animiert dargestellt und mit der

RealBathyTM-Funktion können auch

Tiefenlinien selbst aufgezeichnet werden.

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Blauwasser

Insieme auf Kurs

über den Atlantik.

Wo liegt eure Yacht gerade und wohin

geht die Reise als nächstes?

Julia: Unsere Insieme wartet gerade

auf Curaçao in der Karibik.

Wir haben dort die Hurrikansaison

verbracht und stehen jetzt in den

Startlöchern für den Pazifik.

Nächste Station ist Panama, danach

geht es weiter durch den Panamakanal

und weiter über Galapagos

nach Französisch-Polynesien.

Markus: Davor war es uns wichtig,

noch einmal nach Hause zu kommen

und Freunde und Familie zu

sehen. Und bei der Gelegenheit

noch einige Ersatzteile zu bunkern.

Andere machen zuerst Karriere, gründen

Familie und nähern sich dann erst

einer Weltumsegelung. Ihr habt das

Pferd von hinten aufgezäumt, warum?

Julia: Wir standen ja beide bereits

vor unserer Reise mehrere Jahre

erfolgreich im Berufsleben und

hatten uns schon früh einen guten

Lebensstandard aufgebaut. Irgendwann

stellten wir uns beide die

Frage, ob das wirklich alles ist?

Wir hatten das Gefühl, dass unser

Leben für die nächsten Jahre bereits

festgeschrieben war: heiraten,

Haus bauen, Kinder bekommen

und so viel arbeiten, bis man es

34 2/2021


Erlebtes

schweißt

zusammen

Julia (28) und Markus (35) Luckeneder haben

geheiratet, eine Segelyacht gekauft, sich eine Auszeit

aus dem Alltag genommen und sich auf Weltreise

begeben. Im Interview mit

erzählen die

beiden Jungwiener von ihren ganz persönlichen

Beweggründen, Träumen, Ängsten und ganz

banalen Dingen, wie beispielsweise vom Geld,

das für ein solches Unterfangen nötig ist.

Fotos JULIA UND MARKUS LUCKENEDER

sich irgendwann leisten kann, in

Pension zu gehen und seine Lebensträume

zu erfüllen. Das fühlte

sich für uns nicht so richtig an.

Wir haben gesagt: Wenn wir so

eine Reise machen wollen, dann

sollten wir sie jetzt machen!

Markus: Uns war natürlich von Anfang

an bewusst, dass wir ohne regelmäßiges

Einkommen nicht einfach

eine mehrjährige Auszeit nehmen

können. Also haben wir uns überlegt,

wie wir unterwegs Geld verdienen

können – z. B. durch Freelance-

Jobs. Dass wir irgendwann durch die

Dokumentation unserer Reise auf

Social Media Geld verdienen würden,

hätten wir zu Beginn nicht für

möglich gehalten.

Eure Insieme ist ja ebenfalls eine junge

Dame mit erstaunlich viel Komfort …

Julia: Ja, das war uns bei der Boots ­

wahl auch sehr wichtig, schließlich

ist das Boot für mehrere Jahre unser

Zuhause und auf den einen oder

anderen Bordluxus wie z. B. einen

Watermaker oder eine Gefriertruhe

wollten wir nicht verzichten.

Markus: Das Boot war vom Voreigner

schon sehr gut ausgestattet. Es waren

z. B. schon ein 4-kW-Generator

und eine Waschmaschine vorhanden.

2/2021 35


Blauwasser

Kein Stress mit dem Dingi

dank Davits von Simpson.

dem Kurs haben wir in Griechenland

unser Boot gekauft.

Für die erste Woche haben wir

uns aber noch Hilfe geholt und

ein Skippertraining gemacht.

Und dann hieß es erst einmal

„learning by doing“. Zum Glück

ist das Mittelmeer im Hochsommer

ein ganz angenehmes

Übungsbecken.

Julia: Die Überfahrt auf die

Kanaren war dann sozusagen

unsere Generalprobe: da hatten

wir 40 bis 45 Knoten Wind und

entsprechend viel Welle. Das zu

meistern hat uns viel Selbstvertrauen

für den Atlantik gegeben.

Auf der Überquerung selbst hatten

wir nicht ganz so viel Wind –

aber insgesamt 21 unvergesslich

schöne Tage.

Auf den 25-kg-Spade-

Anker ist Verlass.

Zweisamkeit am einsamen

Strand auf den Grenadinen.

Bootsrefit/Materialtest in

Willemstad, Curaçao.

„ Bei uns gibt es keine klassische Rollenverteilung,

sondern wir sind beide zu gleichen Teilen an

allen Aufgaben beteiligt.“

Nun habt ihr bereits anderthalb

Jahre Zeit gemeinsam an Bord

verbracht. Gut für die Beziehung

bzw. ist Privatsphäre ein Thema?

Julia: Das Leben an Bord ist

eine Achterbahnfahrt. Es stellt

dich jeden Tag aufs Neue vor

Herausforderungen, die es zu

lösen gilt. Wenn man es schafft,

hier als Paar an einem Strang zu

ziehen, schweißt das Erlebte unendlich

zusammen.

Markus: Bei uns kam hinzu,

dass wir ja mit kaum Vorwissen

gestartet sind – weder was das

Segeln, noch was das Handwerkliche

angeht, sondern wir haben

uns das gemeinsam erarbeitet.

Daher gibt es bei uns auch keine

klassische Rollenverteilung, sondern

wir sind beide zu gleichen

Teilen an allen Aufgaben beteiligt,

was bestimmt auch zum

Bordfrieden beiträgt.

Wo wir noch viel verändert haben

war bei der Bordelektrik. Da haben

wir nach einem Jahr an Bord auf

Lithium umgerüstet und zusätzliche

Solarpanels installiert. Sich über die

Energieversorgung an Bord keine

Sorgen machen zu müssen war uns

sehr wichtig.

Ihr seid nicht gerade mit Tausenden

Seemeilen im Kielwasser an den Start

gegangen, wie war der Sprung über

den großen Teich?

Markus: Ja, das stimmt. Wir hatten

zwar einen Segelkurs gemacht,

aber das war es auch mit unserer

Segelerfahrung. Drei Wochen nach

Ihr wollt nicht ganz um die Welt, sondern

vorerst nur bis nach Australien

segeln, aus finanziellen Gründen?

Markus: Natürlich sind die

Kosten immer ein Faktor. Aber

hauptsächlich geht es für uns

darum, dass es nach Australien

recht kompliziert wird – entwe­

36 2/2021


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ÖSTERREICH

PREMIERE

Insieme vor Anker auf Klein

Curaçao im September 2020.

der man stellt sich auf die Piraterie

auf der Route durch den Suez-Kanal

ein oder auf den langen Weg

über das Kap der Guten Hoffnung.

Julia: Für uns steht ja außerdem

auch fest, dass wir unsere Insieme

nach unserer Langfahrt verkaufen

müssen, da wir das Boot ja finanziert

haben. Und dafür bietet sich

Australien gut an, dort gibt es

einen sehr großen Bootsmarkt.

Viele junge Menschen träumen gerade

in Zeiten wie diesen davon, einfach ins

Blaue loszusegeln. Euer Tipp?

Julia: Einfach machen! Nicht zu

viel nachdenken. Es wird immer

wieder Leute geben, die dich für

verrückt erklären oder dir das

Ganze ausreden wollen. Aber um

nichts in der Welt würde ich die

Erfahrungen, die wir in den letzten

anderthalb Jahren gemacht haben,

tauschen wollen.

Markus: Das Internet ist mittlerweile

voll mit Berichten von Blauwasserseglern,

die eine solche

Reise mit unterschiedlichstem

Background und unterschiedlichsten

Yachten unternehmen. Man

kann sich da wirklich sehr viel

Inspira tion und wertvolle Tipps

holen. Und dann nichts wie

Leinen los!


Sailing Insieme – einmal um die Welt

Segelyacht (Bavaria Vision 46) Bj. 2014

Länge ü. a.

Breite

Gewicht

Tiefgang

Wassertank

Kraftstofftank

13,99 m

4,19 m

15 t

1,7 m

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Kabinen/Geräteraum 2/1

Motorisierung Volvo Penta D2-75F 55 kW/75 PS

Rigg/Sonderausstattung. Durchgelattetes Roll-Groß,

gelattete 110-%-Genua, Wingaker-Leichtwindsegel, Spi-

Baum mit Lift-System. 600-Ah-Lithium-Batterien, 640-W-

Solar-Anlage, 350-W-Windgenerator, 3-kW-Inverter,

4-kW-Dieselgenerator, Water maker 60 l/h, 3-kg-Waschmaschine,

Tiefkühlbox, 230-V-Klimaanlage, Tauchkompressor,

iridium GO + externe Satellitenantenne u.v.m.

Julia und Markus folgen. Das junge Wiener Weltumsegler-Paar

teilt seine Reise jeden Sonntag auf ihrem

Video-Blog è You Tube: Sailing Insieme

Ihren Pilotfilm „Schatz, lass uns die Welt umsegeln“

gibt‘s unter è www.vimeo.com/ondemand/insieme

Detaillierte Infos und Support-Möglichkeiten unter

è www.sailing-insieme.com

Quicksilver 675 Weekend

Yamarin Cross 62 BR

Buster Cabin

WEITERE MODELLE STELLEN WIR IN

UNSERER WERFT AUS.


Skipper‘s Diaries

Segeln mit Korona

Keine Sorge, hier ist nicht die Rede von Bier oder Zigarren und schon gar nicht

von den kleinen ansteckenden Quälgeistern, die uns so sehr beschäftigen.

Fast 17 Meter misst das Segelschiff,

konkret eine Jeanneau

Sun Odyssey 54 DS mit dem

Namen Korona, dass in Nessebar in

Bulgarien darauf wartet, von mir

nach Istanbul in die Pendik Marina

gebracht zu werden. Die Wettervorhersage

für die nächsten Tage

verspricht für eine Segelyacht etwas

wenig Wind aber sonst perfekte

Bedingungen und es scheint, dass

das türkische Sprichwort, es gibt

im Schwarzen Meer nur zwei sichere

Häfen, nämlich Juli und August,

seine Berechtigung hat.

Vorsichtig steuert Angel, ein einheimischer

Skipper, der mich heute

begleiten wird, das Schiff aus dem

kleinen Hafen gegenüber der Altstadt

von Nessebar und umrundet

gekonnt jede der unzähligen Untiefen,

die sich mitten im Hafenbecken

befinden und bei einem

Tiefgang von 2,25 Meter doch

ziemlich spannend sind.

Die Tankanzeige pendelt zwischen

„fast Nichts“ und „Leer“, wir

müssen Kurs auf die Tankstelle der

Dinevi Marina nördlich von Nessebar

nehmen, um für die zu erwartenden

Motorstunden genügend

Treibstoff gebunkert zu haben.

„No fuel, but the tank truck will

come within the next hour“, lautet

Ausklarieren in Tsarevo am

Schwarzen Meer, Bulgarien.

THOMAS PERNSTEINER

ist Skipper, allgemein

beeideter und gerichtlich

zertifizierter

Sachverständiger für

Schifffahrt und Wasserfahrzeuge.

kolumne@ocean7.at

Ausgangshafen Nessebar am

Schwarzen Meer, Bulgarien.

die wenig erfreuliche Ansage des

anwesenden Personals und so machen

wir vorerst für die Wartezeit

in der Marina fest. Nachdem das

südländische „within the next

hour“ mittlerweile über fünf Stunden

dauert und wir heute noch das

erste Etappenziel Tsarevo erreichen

wollen, beschließe ich, das ortsansässige

Taxigewerbe zu unterstützen

und hole von der Straßentankstelle

zwei 25-Liter-Kanister mit

Diesel, fluche wie immer innerlich

über die Kleckerei beim betanken,

danach werfen wir die Leinen los.

Kurs 165 Grad, die Genua eher

als Dekoration als zur Motorunterstützung

ausgerollt, so nehmen wir

die ungefähr 30 Seemeilen bis zum

ersten Hafen in Angriff. Abgesehen

von meiner eigenen Rettungsweste,

zwei Feststoffschwimmwesten und

einigen Signalraketen befindet sich

leider wie so oft keinerlei Sicherheitsausrüstung

an Bord.

Um für den Fall der Fälle, und

ich bitte gleich um Nachsicht, zumindest

irgendwie vorbereitet zu

sein, binde ich die Feststoffwesten

mit einer Leine zusammen, befestige

wasserdichte Beutel mit den

Signalraketen und den wichtigsten

Dingen wie Reisepass, Geld und

Handy an dieser Konstruktion, stecke

eine Wasserflasche dazu und

hoffe, dass ich das alles nicht brauchen

werde.

Die Sonne ist vor einer Stunde

hinter dem Horizont verschwunden,

als endlich das grüne Leuchtfeuer

von Tsarevo an der Steuerbordseite

auftaucht und die Korona

mit dem Bug zur Hafenmauer festgemacht

ist. Mein Begleiter Angel

wird von einem Freund mit dem

Auto abgeholt, die Rücklichter verschwinden

rasch in der Dunkelheit

der Küstenstraße Richtung Burgas.

FOTOS: THOMAS PERNSTEINER (3), SHUTTERSTOCK (2)

38 2/2021


EINMAL LAUT TUTEN

Nach dem Besuch der über raschend

gut gepflegten Duschen bleibt die

Küche kalt – das Abendessen besteht

aus mitgebrachtem Brot mit Wurst

und Käse. Unter Deck lesend bemerke

ich, dass die Stille des Hafens mehr

und mehr von Stimmengewirr über ­

lagert wird. Nach einiger Zeit sehe ich

doch nach dem Rechten und traue

meinen Augen kaum: An der Hafenmauer

haben sich mit Kind und Kegel

mindestens 50 Leute inklusive des

Hafenkapitäns versammelt und bestaunen

das Schiff.

Erst nach und nach erfahre ich, dass

Korona die größte Segelyacht ist, die

seit Längerem hier angelegt hat und

eine entsprechende Attraktion darstellt.

Lächelnd komme ich dann auch

dem Wunsch der Kinderaugen nach,

das Schiff von innen ansehen zu dürfen.

Ich schalte die Deckscheinwerfer

ein, drehe die Instrumentenbeleuchtung

auf und hebe immer nur drei

Kinder an Bord, eines nach dem anderen

über den Bugkorb an Deck.

Besondere Freude bereitet, wie

nicht anders zu erwarten, der Knopf,

mit dem ein lautes Tuten des Horns

auch den letzten Bewohner der kleinen

Stadt erschreckt. Nachdem jeder

einmal getutet hat, geht es über den

Bugkorb wieder zurück an Land. Ich

erkläre noch, dass ich weder Bill Gates

noch Jeff Bezos bin und das Schiff

nicht mir gehört, ehe der nette Spuk

nach einer guten Stunde endet. Das

Plappern der aufgeregten Kinder auf

dem Heimweg wird immer leiser und

ich schlüpfe schlussendlich auch in

meinen Schlafsack.

Der nächste Morgen wartet mit einem

strahlend blauen Himmel auf,

mit allen Papieren bewaffnet betrete

ich das Gebäude der Hafenbehörde.

Tsarevo ist der nur in den Sommermonaten

geöffnete letzte Zollhafen in

Bulgarien vor den türkischen Hoheitsgewässern.

Der Hafenkapitän von gestern Nacht

nimmt mich in seinem Büro freundlich

in Empfang. Nachdem sich alle

Stempel in den Formularen befinden

und ich als Zielhafen Istanbul ange ­

geben habe, ist das Procedere in

persönlicher Rekordzeit von zehn

Minuten erledigt.

Als besonderen Service ist er mir

noch pünktlich zur vereinbarten Zeit

beim Ablegen behilflich und während

ich aus dem Hafen mo tore erkenne

ich, dass er eines der Kinder von gestern

geschultert hat und in Begleitung

seiner Frau Rich tung Amtsgebäude

marschiert.

Warum mit einem rumänischen

Cargo-Schiff nicht zu spaßen ist und

wieso im Nadelöhr des Bosporus zwischen

Europa und Asien ein französisches

Croissant und eine türkische

Zigarette besonders gut schmecken,

erzähle ich Ihnen, p. t. Leser, in der

nächsten Ausgabe von

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Bootsrestaurierung

Von Grund auf

restauriert

Mission: Rettung einer klassisch modernen Yacht, die auf dem Attersee gesunken

ist und nach aufwändiger Planung aus 135 Metern Tiefe gehoben werden musste.

Einsatzort: Holzbootsbau Friedl in Bisamberg bei Wien. Status: Operation geglückt,

die L95 aus der Bootswerft Markus Glas am Starnberger See – ein schnittiges

Gesamt kunst werk aus Holz – ist vollständig genesen und wird mit Saisonbeginn

wieder auf dem Wasser sein.

Text ARTUR VLASATY | Fotos DOMINIK GLAS, TAHSIN ÖZEN, PRIVAT

ARTUR VLASATY

ist Experte und selbst

stolzer Besitzer

mehrerer klassischer

Rennjollen.

è www.n-rennjolle.org

Wenn ein Holzboot

bei Holzbootsbau

Friedl von Grund auf

restauriert werden

soll, dann beginnt Georg, der den

Betrieb von Vater Wolfgang vor

sechs Jahren übernommen hat, zunächst

einmal mit einer umfassenden

Bestandsaufnahme der vorliegenden

Schäden, welche auf

altersbedingten Verschleiß oder

Kollisionen zurück zuführen sind.

Nicht in diesem Fall einer 30-m 2 -

Binnenkielyacht, der L95 aus dem

Hause Markus Glas mit Sitz am

Starnberger See. Bei heftigem

Sturm und unter einer geschickt

herbeigeführten Verkettung unglücklicher

Umstände griff Poseidon

im Juli 2018 nach dem Rumpf

und zog Paul in die Tiefen des

Attersees. Die Mannschaft ließ

er dabei verschont.

Die Spezialisten der Wasserrettung

Nußdorf am Attersee konnten

bald den Ort ausmachen, wo Paul

auf Grund lag. Ein Tauchroboter

lieferte erste Bilder vom versunkenen

Rumpf aus schwarzer Tiefe.

Die Hebung wurde drei Monate

später von mehreren Tauchteams

aus Oberösterreich, Salzburg, Tirol

und Deutschland durchgeführt.

In Anbetracht der Tiefe von 135

Metern, in die die Taucher auch

tatsächlich absteigen mussten,

wahrhaft eine Meisterleistung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang

auch die Beantwortung

zahlreicher Fragen, die sich den

Experten stellen. Wie sieht zum

Beispiel in so einem Fall das Schadensbild

aus? Kann ein solches

Wrack tatsächlich wieder fit gemacht

werden und wenn ja, wo ­

rauf ist dabei zu achten?

ERDRÜCKENDE 13,5 BAR

Der Reihe nach. Zunächst muss

sichergestellt werden, dass bei der

Hebung absolut behutsam agiert

wird, da das Material des Rumpfes

in dieser Tiefe einem Überdruck

von satten 13,5 Bar ausgesetzt ist.

Zum Vergleich: Ein Autoreifen

wird mit rund 2,5 Bar gefüllt.

Idealerweise muss der Rumpf

daher in etwa 20-Meter-Schritten

langsam gehoben werden – mit

wohlbemessenen Pausen dazwischen,

damit das buchstäblich ein­

40 2/2021


gepresste Wasser in den zahlreichen

Holzbauteilen langsam

„entspannt“ werden kann. Anderenfalls

würde die Holzstruktur

mikroskopisch betrachtet explodieren,

womit auch die Festigkeit

nachhaltig verloren wäre. Vergleichbar

mit einem Taucher, der

beim Aufstieg aus großer Tiefe

zwingend Pausen einlegen muss,

damit die Gasexpansion des gelösten

Stickstoffes in den Zellgefäßen

wieder durch die Zellwände diffundieren

kann.

Die Außenhaut des Rumpfes war

bei diesem Boot seinerzeit im Vakuum-Verfahren

sperrholzschichtverleimt

ausgeführt und bei hohem

Unterdruck mit Epoxidharzen gefüllt

und verklebt worden. Hier war

also mit geringeren Problemen zu

rechnen, da dieser Bauteil bereits

unter hohem Druck gefertigt worden

war. Vergleichsweise hätte ein

„ Bei uns entstehen nicht nur alte

Boote neu, sondern auch neue

Boote nach alten Plänen.“

Georg Friedl, Bootsbauer und Geschäftsführer von Holzbootsbau Friedl.

2/2021 41


Bootsrestaurierung

„ Für Verarbeitung und

Lackierung ist Holz mit

10–12 % Feuchte ideal.“

Wolfgang Friedl, Bootsbauer

Rumpf mit Sandwich-Bauweise

(GFK–Schaum–GFK) schon beim

Sinken auf deutlich geringere Tiefe

irreparable Schäden genommen,

da der Schaum von den beidseitig

umhüllenden Außenlagen zusammengepresst

worden und auch

nach der Hebung in diesem Zustand

geblieben wäre. Auch hier,

als L95 zu U95 wurde, war dieser

Effekt an den Schotten Pauls –

den einzigen Bauteilen in dieser

Bauweise bei diesem Boot – klar

zu erkennen.

STÖRAKTION DREIZACK

Auch die anderen Schäden ließen

sich erst nach der erfolgreichen

Hebung erfassen. Zunächst ein

Mastbruch beim Hebevorgang,

als plötzlich einer der Hebeballons

zerbarst und das Schiff wieder

ruckartig absank. Das kann leicht

passieren, wenn die Notwendigkeit

beim Hebevorgang, die Luft

aus den Auftriebsballons ständig

abzulassen, mit der Steiggeschwindigkeit

nicht mehr mithalten

kann. Das kontrolliert zu meistern

ist eine enorme Herausforderung.

Allerdings liegt hier eher die

Vermutung nahe, dass Poseidon

Meisterarbeit von Georg

Friedl im „Untertagebau“.

die Rückgabe mit seinem Dreizack

verhindern wollte. Zwei Bodenbretter

nahm er sich – und gab

sich damit auch schon zufrieden.

Der Anblick des der Tiefe des

Sees entris senen Rumpfes bot

zahlreiche Lackabhebungen überall

dort, wo das Wasser sich nur

den geringsten Zugang ins „Unterholz“

verschaffen konnte. Die

Waage zeigte ein erhebliches

Mehrgewicht gegenüber den ursprünglichen

Vermessungsdaten

an, was beeindruckend belegte,

wieviel Wasser unter dem hohen

Druck eingedrungen und nun im

Holz gebunden war.

Jetzt war der Zeitpunkt da, an

dem das Erstellen der Schadensliste

nahtlos in den Beginn der ersten

Restaurierungsschritte überging.

Zunächst musste einmal festgestellt

werden, ob sich das Material noch

nachteilig verändert, wenn das

Boot wieder einmal ganz trocken

vor dem Betrachter steht.

Ergeben sich dann noch zusätzliche

Schäden? Und wie kann das

Risiko bewertet werden, ob eine

Wiederbelebung letztlich Sinn

macht und auch klappen kann?

In dieser Phase drifteten die Expertenmeinungen

weit auseinander.

Vom Totalschaden über nettes

Objekt als Club-Bar bis hin

zum abgehalfterten Ausflugsschiff

war die Rede.

Dass Schicksal wollte es jedoch,

dass Arthur Thüringer zum Protagonisten

auserkoren wurde. Er,

der hauptberuflich als Fachmann

für „Ropes Expert“ Taue spleißte,

hatte jetzt die Fäden für das ge­

Schadensbegutachtung:

Lackabhebung durch

Wassereinbruch rund

um die Spiegel-Kante.

Unten: Schottbruch bei

13,5 Bar, bei Sandwichbauweise

und hoher

Tiefe unvermeidbar.

Bergung der Paul mittels Taucher

und Hebeballons aus 135 Meter Tiefe.

42 2/2021


Wolfgang Friedl

zeigt sich schnittig.

Paul restauriert

und frisch lackiert.

Ein Holzcockpit

zum Verlieben.

Glas L95 ab Werft, hier in der CR-Version mit

abgesenkter Liegefläche im Achterdeck.

Arthur Thüringer

dreht an der Pinne.

„ Die Taucher hatten in 135 Meter Tiefe nur 30 Sekunden Zeit,

um die Bergeseile zu setzen. Da muss nicht nur jeder Griff

passen, sondern auch das Material und die Vorbereitung.“

Arthur ThÜringer, Tauwerk-Experte und Geschäftsführer von Ropes Expert.

wagte Projekt in der Hand. Er war

es auch, der schon bei der Hebung

sein Wissen um die dafür geeigneten

Hebeseile einbrachte, die

Durchführung begleitete und

eindrucksvoll miterlebte.

AUF HALBMAST-SUCHE

Ohne lange zu zögern demontierte

Arthur Thüringer sämtliche Beschläge

und leitete den Trocknungsvorgang

ein. Die Anfangsmessungen

ergaben nach ein paar Monaten

immer noch stabile 25–30 % Holzfeuchte

(stellenweise auch mehr).

Repariert kann erst bei Werten unter

15 % werden.

Also wurden auch die Schotten

herausgerissen, zahlreiche Löcher

gebohrt und sukzessive die Lackschichten

entfernt, um eine gründlichere

Trocknung zu ermöglichen –

was ohne diese Maßnahmen ein

unmögliches Unterfangen gewesen

wäre. Es erwies sich auch als notwendig,

die statische Belüftung

Österreichische Profis am Werk

Holzbootsbau Friedl. So wie sein Vater Wolfgang

setzt auch Georg sein Hauptaugenmerk auf

den Werkstoff Holz und den traditionellen Bootsbau,

um klassische Holzboote zu erhalten oder

neu zu bauen. Zeitgemäß werden in der Werft in

Bisamberg bei Wien aber auch moderne Ruder-,

Paddel- und Segelboote aus Kunststoff bearbeitet

und serviciert.

è www.woodenboat.at

Ropes Expert. Als Experte und Produzent im

Bereich Tauwerk und Rigging hat Arthur Thüringer

alles vom Schäkel über Takelgarn bis zum

Festmacher im Angebot. Auch Spleißkurse stehen

auf dem Programm.

è www.ropes.expert

2/2021 43


Bootsrestaurierung

Die Glas L95 im Original

und im Regatta-Einsatz

auf dem Starnberger

See, wo sie auch gebaut

wird. Auszug aus dem

Regatta-Kalender

2021: Oberland L95,

15.–16. Mai; L95 Bucentaur

Preis, 19. Juni.

durch Ventilatoren rund um die

Uhr zu unterstützen.

In der Zwischenzeit war es Arthur

Thüringer gelungen, einen

neuen Mast aufzutreiben. Genau

genommen nur einen halben, der

von einem anderen abgebrochenen

Mast stammte. Wie es der

Zufall aber wollte, war die noch

verwertbare Hälfte genau die

richtige. Da der Mast ohnehin

werftseitig aus zwei Teilen bestand,

konnte dieses Problem somit

einfach gelöst werden. Glück

sei dem Tüchtigen. Nach weiteren

Monaten zeigten die Messungen

Werte von 8 bis 10 % Feuchte im

Holz – geschafft!

Jetzt keine Zeit verlieren und ab

mit dem Boot nach Bisamberg bei

Wien zu Holzbootsbau Friedl.

Eine sehr gefragte Anlaufstelle –

ganz besonders wenn es um alte

Holzboote geht. Die moderne

Werft ist in der Szene nicht un ­

bekannt und arbeitet mittlerweile

auch an mehreren Booten in

dieser Liga.

FLUCH UND FREUDE

Hier wurden zuerst alle gebohrten

Löcher und freigelegten Stellen wieder

fachgerecht in Holz geschäftet

und verschlossen, teilweise verstärkt.

Georg Friedl nennt diese Tätigkeit

auch „Untertagebau“, da unter Deck

im Bug oder Heck alles meist überkopf,

dafür aber immer eng und ungemütlich

ist und die Kleber nicht

gegen die Schwerkraft anhalten wollen.

Dann fallen nicht nur Späne,

sondern auch das eine oder andere

Unwort. Schließlich folgte die komplette

Neulackierung und danach

zeigte sich in erfreulicher Pracht:

Das Projekt hat sich gelohnt – das

Ergebnis der beiden Spezialisten

kann sich absolut sehen lassen. Das

Beschlagen und die Lei nen führung

erfolgen nach Arthur Thüringers eigenem

Konzept. Als Experte auf

dem Gebiet weiß er genau, was da

noch drin steckt.

EIN TEURER SPASS?

Die Kosten werden ebenso ein Geheimnis

bleiben, wie der Grund, der

Poseidon dazu bewegte, diese elegante

Rennklasse aus Holz in die

Tiefe des Attersees zu ziehen. Eine

neue L95 kann ab der Bootswerft

Markus Glas am bayrischen Starnberger

See regattaklar um runde

150.000 Euro geordert werden.

Es ist also Luft da, wenn man ein

Projekt „von Grund auf “ in Angriff

nehmen möchte, bei zwei wesentlichen

Voraussetzungen: Viel Zeit

und coole Profis. Das Glück kommt

dann von ganz allein.


Bayrische Glas L95

Länge ü. a.

Breite ü. a.

Tiefgang

Gewicht

Ballast

9,05 m

2,01 m

1,10 m

1.300 kg

650 kg

Segelfläche 30 m 2

Preis brutto ab Werft ca. € 150.000,–

In den letzten Jahren hat sich die L95 CR durchgesetzt. Sie

ist eine Weiterentwicklung der L95 und bietet eine große

abgesenkte Liegefläche im Achterdeck. Der Basispreis der

L95 CR liegt bei ca. 165.595 Euro.

Händler: Bootswerft Markus Glas GmbH, Possenhofen am

Starnberger See, Deutschland.

è www.bootswerft-glas.de

44 2/2021


Second Hand

Meine Yacht

aus zweiter

Hand

FOTO: SHUTTERSTOCK

Kauf oder Verkauf: Die Risiken beim Gebrauchtbootkauf werden

oft unterschätzt. Juristische Tipps zur Vermeidung von finanziellen

Nachteilen für private Käufer und Verkäufer – in Österreich.

Ob Segel- oder Motor ­

boot , die Probleme

beim Kauf sind im

wesent lichen gleich gelagert.

Wenn ein passendes Boot auf

den einschlägigen Bootsbörsen

gefunden wird, entscheiden

meistens die Optik und das

Bauchgefühl, ob es zu einem

Kauf kommt. Über den Kaufvertrag

selbst macht man sich

da eher weniger Gedanken. Oft

werden Bootskaufvertragsformulare

aus dem Internet verwendet.

In diesen wird zumeist

auf das deutsche Recht Bezug

genommen. Die Rechtslage in

Österreich ist zwar ähnlich,

aber nicht ident. Die Meinungen

von Käufer und Verkäufer

über die Rechtslage sind daher

nicht selten von falschen Vorstellungen

geprägt.

„BEIM PRIVATVERKAUF

IST DIE GEWÄHRLEISTUNG

AUS GESCHLOSSEN.“ EIN

Rechtslage noch keinen Gewährleistungsausschluss.

Dieser

muss im Kaufvertrag ausdrücklich

formuliert sein.

Sonst gilt nach österreichischer

Rechtslage eine volle Gewährleistung

für die Dauer von zwei

Jahren ab Übergabe. Dies mit

der Maßgabe, dass bei Auftreten

eines Mangels innerhalb

von sechs Monaten die gesetzliche

Vermutung gilt, dass dieser

bereits bei Übergabe vorhanden

war.

GEWÄHRLEISTUNGSAUS-

SCHLUSS VEREINBART.

REICHT DAS?

Nein. Auch trotz Gewährleistungsausschluss

im Kaufvertrag

ist gemäß österreichischer

Rechtslage ein verkehrs- und

betriebssicheres Fahrzeug analog

zum KFZ-Bereich geschuldet.

Dies kann zu einer Haftung

des Verkäufers führen, so könnten

Reparaturkosten BOAT zur Herstellung

eines betriebssicheren

GIVE YOUR

Da bei Schiffskäufen erhebliche Summen

bezahlt werden, kann zur Absicherung

beider Seiten eine Treuhandabwicklung

über einen Rechtsanwalt

erfolgen. Bei Schiffskäufen im

Ausland können im Kaufvertrag die

Anwendung inländischen Rechts

und ein Gerichtsstand im Inland vereinbart

werden, dabei sind spezielle

Formulierungen zu beachten.

IRRTUM.

Ein großer Irrglaube auf Ver ­ Zustands zu tragen sein (z. B.

käufer seite ist, dass

MORE

die Gewährleistung

beim „Privatver­

Kiel, Ruder, Rumpf etc.).

Re paraturen an Motor,

POWER

Antrieb,

kauf “ ausgeschlossen sei. Dies

gründet meist in den auf deutschen

Internetseiten üblichen INTERNET MEIDEN

KAUFVERTRÄGE AUS DEM

Formulierungen „dass eine Deshalb sollten Käufer und

Garantie oder Gewährleistung Verkäufer rechtlich gut informiert

sein und für die Kaufver­

ausgeschlossen“ sei. Diese Angabe

des Verkäufers im Internet

ist zwar hilfreich, begrünlisten

auf dem Gebiet des

tragserrichtung einen Speziadet

aber nach österreichischer Schifffahrtsrechts beiziehen.

GIVE YOUR

BOAT

MORE POWER

PHILIPP ORTNER,

Rechtsanwalt mit Spezialgebiet

Schifffahrtsrecht.

è www.ortner-ortner.at

www.proyachting.at


Plastic Ocean

Das unbekannte Meer, Mare incognitum, bezeichnet auf

historischen Seekarten ferne Meere, die noch unerforscht und

nicht kartographiert sind. In diesem Beitrag bezieht sich das

incognitum auf unbekannte Auswirkungen eines Phänomens,

das in den letzten Jahrzehnten immer auffälliger wird: die

Vermüllung 46 der Ozeane mit Plastik. 2/2021


Die Plastikflut –

ein neues

Mare incognitum

Strandwanderungen gehörten in meiner Kindheit zu den aufregenden Erlebnissen des

Sommerurlaubes am Meer. Es galt, Schätze wie Muschelschalen, Schnecken gehäuse,

Seeigelstacheln, Reste von Krabbenpanzern und andere geheimnisvolle Reste von Meeres -

bewohnern zu finden. All das findet sich auch heute noch an den Meeresküsten, und

es ist eine weitere Fraktion von Strandgut dazu gekommen. Müll jeder Größenklasse,

bestehend aus unterschiedlichsten Materialien. Dominierend: Plastik.

Text REINHARD KIKINGER

ILLUSTRATIONEN: WWW.INTERNATIONALINNOVATION.COM (1), SHUTTERSTOCK (1)

Die etwa 200 verschiedenen

Arten von Plastik basieren

auf Erdöl und bestehen

aus langen Ketten von

Riesenmolekülen, den Polymeren.

Entsprechend dem erwünschten

Verwendungszweck kann das jeweilige

Plastik massiv bis federleicht,

starr bis flexibel und durch

chemische Additive extrem vielfältig

gestaltet sein. Da Plastik nicht

rostet, ist es auch für den Einsatz

Müllteppiche in den Weltmeeren

80 % des Mülls gelangen von den Küsten ins Meer

Nord ­

atlan tischer

Wirbel

Wirbel im

Indischen Ozean

im marinen Milieu bestens ge ­

eignet. Daheim begegnen uns im

täg lichen Leben Flaschen und Plastiksackerl

aus Polyethylen unterschiedlicher

Dichte (PET u. LDPE),

Verpackungen aus Blasenfolie

(PVC) und Styropor (PS u. EPS),

Spielzeug und Möbel aus Poly ­

propylen (PP). All das ist praktisch,

hat viele Vorteile und einen großen

Nachteil: Wenn das Mate rial nicht

ordnungsgemäß entsorgt in die

Großer Pazifischer

Müllteppich

1.760.000 km 2

Südpazifischer

Wirbel

20 % des Abfalls gelangt

über Schiffe ins Meer

Fünf große Wirbel konzentrieren Müll auf offener See im Pazifik, im Atlantik und im Indischen Ozean.

Süd ­

atlantischer

Wirbel

Umwelt gelangt, richtet es dort wegen

seiner Langlebigkeit enorme

Schäden an. Vor allem im Meer.

Wie kommt das Plastik ins Meer?

Kunststoffgranulat steht am Beginn

des Verarbeitungsprozesses. Wegen

der Rieselfähigkeit des Schüttgutes

können schon bei der Produktion

und beim Transport viele der nur

millimetergroßen Pellets verloren gehen.

Sie landen dann bereits vor Beginn

des Verarbeitungsprozesses in

der Umwelt.

Der aufmerksame Strandwanderer

findet an Sandstränden weiße oder

bunte „Sandkörner“, die angeschwemmte

Kunststoffpellets sind.

Durch Wellenschlag wurden sie abgerundet

und sehen Sandkörnern

zum Verwechseln ähnlich.

Viel auffälliger ist der Makro­

Plastikmüll, der an Stränden angeschwemmt

wird oder im Meer treibt.

Er wurde über Flüsse vom Festland

ins Meer transportiert, wurde von

küstennahen Mülldeponien verweht,

mit Absicht nahe der Küste deponiert

oder stammt von Schiffen und

Anlagen der Offshore-Industrie, die

ihren Müll kostengünstig, aber illegal

auf See entsorgen.

REINHARD KIKINGER

ist Meeresbiologe und

langjähriger Kursleiter

an der Universität Wien,

an Feldstationen im

Mittelmeer und auf den

Malediven.

2/2021 47

FOTO: PRIVAT


Plastic Ocean

Polyethylene

Plastikpellets – sie sind das Ausgangsprodukt

für die industrielle Kunststoffverarbeitung.

Eurythenes plasticus.

Dieser Flohkrebs

stammt aus über

6.000 Meter Tiefe

im Marianengraben.

Die Art ist neu, hatte

Mikroplastik im Darm

und wurde als Hinweis

auf die globale

Verschmutzung mit

Mikroplastik auf den

Artnamen plasticus

getauft.

PLASTIKFALLE MITTELMEER

Das europäische Mittelmeer ist von

dicht besiedelten Küsten umgeben.

Viele ungesicherte Mülldeponien befinden

sich in Küstennähe, zusätzlich

transportieren Flüsse Müll aus dem

Hinterland in das Meer.

Die Umweltorganisation WWF hat

in einer Studie 2018 die Plastik-

Müllfracht erhoben, die Flüsse in das

Mittelmeer eintragen. Die Spitzenreiter

im unrühmlichen Ranking:

Nil, Ebro, Rhone, Po und die türkischen

Flüsse Ceyhan und Seyhan.

In den Sommermonaten wird die

Müllbelastung zusätzlich durch die

Millionen Touristen verschärft, die

im Mittelmeerraum Urlaub machen.

Plastikflaschen und anderer Makromüll

sind an den Stränden nicht

zu übersehen, mit Mikroplastik sieht

es anders aus. Seine Existenz wird

von uns meistens nicht direkt wahrgenommen,

obwohl es reichlich vorhanden

ist.

WAS IST MIKROPLASTIK?

Üblicherweise werden darunter Plastikteilchen

kleiner als 5 Millimeter

„ Wenn es schon nicht möglich ist, die

Vermüllung der Flüsse zu verhindern,

dann muss diese Plastikfracht unbedingt

ab gefischt und ordnungsgerecht entsorgt

werden, bevor sie das Meer erreicht.“

verstanden. Ihre Herkunft ist vielfältig.

In manchen Industriezweigen

und Werften werden Mikroplastikteilchen

zum „Sandstrahlen“

verwendet, dabei können riesige

Mengen der Plastikteilchen ins

Meer gelangen. Viele Lacke enthalten

Kunststoffe, die im Lauf der

Plastik-

Recycling

Falsche Entsorgung

Plastikmüll-

Missmanagement

Fischernetze

Produkte-

Herstellung

Woher

kommt das

Mikroplastik?

Körperpflegeprodukte

Verschleißprodukte

Gummiabrieb

Zeit als Lackstaub inklusive Mikroplastik

in der Umwelt landen.

Durch den Reifenabrieb im

Straßenverkehr werden ebenfalls

kleinste Kunststoffpartikel freigesetzt.

Allein in Norwegen gelangen

jährlich über 2.000 Tonnen Mikroplastik

auf diesem Weg ins Meer.

Verschüttete

Kunststoffgranulate

Produktnutzung

Industrieller

und urbaner

Staub

Synthetische

Textilien

Auf unterschiedliche Weise gelangt Mikroplastik

in das Meer, wird dort großflächig

verteilt und gelangt in marine Nahrungsnetze.

48 2/2021


FOTOS: ALAN JAMIESON (1), NOAA/CLAIRE FACKLER (1), SHUTTERSTOCK (4)

Mikroplastik kann in Kosmetika

und Zahncremen enthalten sein.

Beim Waschen synthetischer Textilien

werden feinste Kunsstofffasern

freigesetzt, die das Flusensieb der

Waschmaschine passieren, in das

Abwasser gelangen und von den

Filtern der Kläranlagen nicht zurückgehalten

werden können.

DAS ANTHROPOZÄN

Dieser Begriff wird für ein neues

erdgeschichtliches Zeitalter vorgeschlagen,

in dem der Mensch zu

einem der wichtigsten Faktoren

für biologische, geologische und

atmosphärische Prozesse auf der

Erde wurde.

Wann und wie könnte der Beginn

dieser Epoche festgelegt werden?

Als mögliche Marker für den

Beginn dieser Zeitrechnung wird

das Vorhandensein von radioaktivem

Staub nach Kernwaffentests,

das Erscheinen von Beton oder von

Plastik vorgeschlagen.

Wir alle sind Verursacher und

Augenzeugen dieser Entwicklung,

wobei die globale Omnipräsenz

von Plastik besonders augenfällig

ist. Von den Meeresküsten bis zur

Hochsee, von Tiefseegräben bis zu

Himalaya-Gipfeln, vom arktischen

Eisschild bis zu Planktongesellschaften

sind Mikro- und Nano ­

partikel von Plastik nachzuweisen.

VERMEIDUNG, ENTSORGUNG,

Falsche Kost. Driftendes Plastik wird von Fischlarven

bis zu Walen, in deren Entwicklungsgeschichte es

dieses Material nie gab, mit Futter verwechselt.

Ohne Worte …

NACHHALTIGES RECYCLING

Klare gesetzliche Vorgaben, Abfall­

Entsorgungsmanagement und Bewusstseinsbildung

werden unerlässlich

sein, um die Plastikflut in den

Griff zu bekommen. Allen Menschen

die Dringlichkeit des Problems

bewusst zu machen, ist wohl

die schwierigste Aufgabe. Dazu

Quellen

ocean7 210x665 20180803dp_Layout 1 06.08.2018 16:55 Seite 1

Informative Grafik „Wie gelangt der Müll in das Meer?“:

è www.awi.de/im-fokus/muell-im-meer/muell-im-meer-infografik.html

Ein unfassbarer Videoclip: è www.youtube.com/watch?v=ArYLGNe-jCA

Filmtipp „A Plastic Ocean“, Trailer: è https://youtu.be/hbcGAlYM5Kk

è www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412020322297

è www.wwf.ch/de/medien/wwf-report-rekordmengenvon-mikroplastik-im-mittelmeer

Ein originelles Buch zum Thema Strandmüll: Stachowitsch, M. (2019). The Beachcomber’s

Guide to Marine Debris. Springer, 358 pp., ISBN 978-3-319-90727-7

zwei persönliche Beobachtungen

auf einem Touristenresort der

Malediven:

Das „Müllschiff “, das einmal monatlich

den Müll der Insel abholt,

Albatrosse füttern ihre

Jungvögel mit Treibgut,

das sie an der Oberfläche

der Hochsee einsammeln.

Eine solche

Futterspende war für

dieses Albatros-Küken

tödlich.

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YACHT-POOL Österreich | Telefon: + 43 5356 / 20433 00 | Email: skipper@yacht-pool.at

www.yacht-pool.com


Plastic Ocean

Gemischter Satz. Das Ufer einer griechischen Bucht wird zur Entsorgung von

Wracks missbraucht. Kunststoff, Holz und Metall, gewürzt mit Resten von

Lack, Diesel und Öl, zerfallen langsam zu einem Giftcocktail.

Links ein Riff des Anthropozäns, definitiv nicht von Korallenbleiche bedroht. Rechts: Die Wellen brechen sich am vorgelagerten Riff,

von diesem driftenden Müll konnte sich das Meer vorerst befreien und hat ihn an Strand geworfen.

hat am Jetty festgemacht, der gesammelte

Müll der Insel wird an

Bord gebracht. Einer der Müllmänner

an Bord des Schiffs packt seine

Jause aus – und wirft die Verpackung

über Bord ins Meer. Offenbar

hat er nicht die geringste

Ahnung, wozu er eigentlich hier

ist und was seine Aufgabe wäre.

Die Insel läuft in einer wunderschönen

langen Sandbank aus.

Schon früh am Morgen wird von

einem Arbeiter der Müll eingesammelt,

der über Nacht an der Luvseite

vom Wind angeschwemmt wurde.

Der Arbeiter lädt den Müll,

hauptsächlich Plastik, in eine

Scheibtruhe, überquert mit ihr die

schmale Sandbank – und kippt die

ganze Ladung ins Meer, wo sie der

ablandige Wind wieder von der Insel

wegbläst. Mission erfüllt, Strand

gereinigt.

„Die ich rief, die Geister, werd

ich nun nicht los.“ Die Ballade vom

Zauberlehrling wird oft auf die Erkenntnisse

der Wissenschaft und

ihre nicht immer absehbaren Folgen

angewandt. Die Erfolgsgeschichte

des Plastiks und die nun

deutlich werdenden Langzeitfolgen

sind dafür ein gutes Beispiel. Inzwischen

wissen wir, dass sich der

Kreis geschlossen hat: nun ist auch

der Verursacher Mensch ein Leidtragender.

Über marine Nahrungsketten

reichert sich Mikroplastik an

und landet im Endkonsumenten,

in uns.

Es könnten sogar Babys bereits

mit Mikroplastik in ihrem Körper

geboren werden, da in der Placenta

einiger Mütter Mikroplastik nachgewiesen

wurde. Die gesundheitlichen

Konsequenzen sind noch unbekannt.

Mare incognitum, die

Plastikflut ist voller offener Fragen.

POST SKRIPTUM

Das Gehäuse und die Tastatur des

Laptops, auf dem ich diese Zeilen

tippe, sind aus Kunststoff. Wo wird

das alles letztlich landen, wenn ich

das Gerät einmal ordnungsgemäß

entsorgen werde?


50 2/2021

„ Die scheinbar heile Welt. Mindestens

einmal täglich muss diese Sandbank

inmitten des Indischen Ozeans von

angeschwemmtem Plastikmüll gesäubert

werden. Nur so entspricht das tropische

Inselparadies den Erwartungen der Gäste.“

FOTOS: REINHARD KIKINGER (2), SHUTTERSTOCK (2)


Solarinseln

GRÜNER STROM FÜRS PARADIES.

Auf den Malediven produziert jede

Insel ihren Strom selbst – und zwar

mit Dieselgeneratoren, der alles andere

als umweltfreundlichen und zugleich

teuersten Art der Elektrizitätserzeugung.

So verbrennt ein typisches

Inselhotelresort 2–3 Millionen Liter

Diesel im Jahr. Dabei würde eine Photovoltaikanlage

auf den Malediven

deutlich mehr Strom erzeugen als in

Mitteleuropa. Allerdings gibt es auf

den Inseln dafür wenig Platz. Das

Wiener Start-up-Unternehmen

Swimsol löst das Problem, indem es

schwimmende Photovoltaiksysteme

herstellt, die neben der Insel im Meer

platziert werden. Acht große Solaranlagen

wurden bisher auf den Malediven

errichtet. Allein mit den letzten

drei Anlagen können pro Jahr 2 GWh

Strom produziert und über 500.000

Liter Diesel eingespart werden.

è www.swimsol.com

©vladimircaribb - Fotolia ©Ilja Masik

WIR SIND EXKLUSIVE

FÜR SIE DA!

Nach kreativer Pause starten wir

mit weiteren Ideen und neuen Kompetenzen.

Wir kümmern uns um Ihr

ganz Exklusives Yachting-Erlebnis.

Brandneu u.a.: Yachting Exclusive

Academy

Frachtsegler reloaded

TRANSATLANTIKLINER. Die schwedische

Werft Wallenius Marine will

mit ihrem Frachtschiff Oceanbird

die kommerzielle Segelschifffahrt mit

moderner Technologie wiederbeleben.

Der 200 Meter lange und 40

Meter breite Frachtsegler soll für die

Nordatlantikroute mit zwölf Tagen

vier Tage länger benötigen als dieselgetriebene

Schiffe, dabei aber 90 Prozent

weniger CO 2 produzieren als

diese. Der Motor soll nur in Häfen

und bei schwachem Wind eingesetzt

werden. Herzstück der Oceanbird

sind die fünf 80 Meter hohen Masten,

deren Tragflächensegel aus Stahl

und Verbundwerkstoffen gefertigt

werden und um 360 Grad drehbar

sind. Eine Teleskopkonstruktion ermöglicht

es, das Rigg bei Bedarf auf

45 Meter abzusenken. In der ersten

Version ist die Oceanbird als Großtransporter

für bis zu 7.000 Autos geplant.

In vier Jahren soll der erste

Stahlsegler vom Stapel laufen.

è www.oceanbirdwallenius.com

110 Meter misst die

Oceanbird – an Höhe!

Schwimmende

Photo voltaiksysteme

auf den Malediven,

made in Austria.

Wir haben im Schaffensprozess der

letzten Wochen auch hier einige

neue Möglichkeiten für Sie geschaffen.

Seien Sie Ihr eigener Herr auf

dem Wasser und entdecken Sie die

wunderbare Welt der Meere (Segelund

Motorbootscheine FB 1 – FB 4,

individuelle Einzeltrainings und vieles

mehr). Informieren Sie sich auf

unserer Website www.yachtingexclusive.com

über Ihre vielfältigen

Möglichkeiten.

Ebenso erwarten Sie viele neue Boote

im Segel- und Motoryachting, der

flächendeckende technische Support

im Mittelmeerbereich sowie

kompletter Yachtservice (Organisation

von Langzeitcrews inkl. Skipper,

Wartung und Pflege, Überstellungsservice

und vieles mehr).

Dürfen wir weitere Wünsche erfüllen?

Dann „Herzlich Willkommen“

an Bord bei Yachting Exclusive. Wir

freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme,

bis bald und „immer eine handbreit‘

Wasser unterm Kiel“.

seemännische Grüße

Ihr Jürgen Dobner

+43 (0) 664 44 52 102

yachtingexclusive.com


Silent Resorts

Stilles

Paradies

Silent Yachts goes Silent Resorts: Nachhaltige, energieautarke, exklusive

Feriendörfer an den schönsten Küsten der Welt, die innerhalb von 18 Monaten

ökologisch errichtet und spurlos wieder abgebaut werden können. Herzstück

sind die solarbetriebenen Silent-Katamarane, die gleichzeitig als schwimmende

Ferienhäuser und Energieversorger dienen. Das erste Projekt soll jetzt auf den

Bahamas verwirklicht werden.

Text WOLFGANG GEMÜND

52 2/2021


Wäre es nicht praktisch,

wenn es Elektroautos

gäbe, die den Strom,

den sie zur Fortbewegung

benötigen, selbst produzieren

können? Und zwar natürlich nachhaltig,

also zum Beispiel mit in der

Karosserie integrierten Solarzellen.

Und wie toll wäre es erst, wenn

diese Autos den selbst produzierten

und in den Batterien gespeicherten

Strom, den sie nicht selbst verbrauchen,

weitergeben könnten, etwa

an den Haushalt des Besitzers?

Das Auto als Kraftwerk ist noch

Zukunftsmusik. Die Yacht und vor

allem der Katamaran als Kraftwerk

sind hingegen schon Realität. Silent

Yachts mit Firmensitz auf dem

Magdalensberg bei Klagenfurt –

hat beispielsweise schon mehr als

30 seiner solarelektrischen Luxuskatamarane

verkauft und ist auf

diesem Gebiet ein Global Player.

Die erstmals Jänner 2021 ausgelieferte

Silent 60 besitzt 42 Solarpaneele,

die maximal 17 kW Strom

produzieren können. Für das Modell

sind Batterien mit einer Kapazität

von bis zu 286 kWh verfügbar.

Die noch größere Silent 80 soll

sogar mit Speicherkapazitäten bis

zu 532 kWh ausgeliefert werden –

einmal vollgeladen könnte damit

2/2021 53


Silent Resorts

ein durchschnittlicher österreichischer

Haushalt fast eineinhalb

Monate mit Strom versorgt werden.

Ja, es gibt auf Silent-Katamaranen

auch einen Dieselgenerator

als Backup. Nur: Sie werden fast

nie gebraucht, wie Silent Yachts-

Gründer Michael Köhler erzählt:

„Eine Silent-Yacht kann praktisch

wochenlang fahren, ohne dass

Kraftstoff benötigt wird oder der

Generator gestartet werden muss.“

BEWEGLICHE FERIENHÄUSER

Das Konzept der Autarkie hat auch

Victor Barrett gefallen, einem USamerikanischen

Architekten, der

schon weltweit High-End-Ferienresorts

geplant hat und der auf der

Miami International Boat Show

erstmals auf einer Silent-Yacht

stand. „Die Katamarane besitzen

Stromversorgung, Batterien, Wasseraufbereitung,

Elektronik – einfach

alles“, meint Barrett. „Touristisch

gesehen ist eine Silent-Yacht

ein komplett bewegliches Ferienhaus.“

Aus diesen Überlegungen

entstand schließlich die Idee der

Silent Resorts – energieautarke

Ferienhaus und Katamaran haben das gleich Layout: Schlafzimmer an

den Seiten, Wohnbereich in der Mitte.

Luxus-Resorts mit den Luxuska tamaranen

von Silent Yachts, die um

eine Steganlage gruppiert sind, als

Herzstück. Die Yachten dienen

einerseits als schwimmende Ferienhäuser,

andererseits aber auch

als kleine Kraftwerke, die die übrige

Infrastruktur des Resorts wie

Rezeption oder Restaurant mit

Strom versorgen können.

Um die schwimmenden Feriendörfer

zu errichten, braucht es

keine neuen Straßen, keine neuen

Leitungen und keinen Beton. „Es

sind keine kostspieligen, abgelegenen

Baustellen, langwierige Genehmigungen,

komplexe technische

Planungen oder eine tiefgreifende

Star Island bei Eleuthera, Bahamas, soll der Standort des ersten

Silent Resorts sein.

Infrastrukturentwicklung an Land

nötig“, fasst Silent Yachts-CEO

Michael Köhler die Vorteile zu sammen.

Zudem sollen die Resorts in

nur 18 Monaten schlüsselfertig an

einem beliebigen Standort in Betrieb

genommen werden können.

Die Infrastruktur an Land wird

in Containern angeliefert und kann

bei Schließung der Anlage zerlegt,

wegtransportiert und an anderer

Stelle wieder aufgebaut werden.

Zurückbleiben soll nichts.

ZUERST DIE BAHAMAS…

Klingt alles irgendwie zu schön,

um wahr zu sein, soll aber kurz

vor der Verwirklichung stehen.

„Um die schwimmenden Feriendörfer zu

errichten, braucht es keine neuen Straßen,

keine neuen Leitungen und keinen Beton.“

54 2/2021


Strandhütten und alle weiteren Gebäude sollen

ohne Rückstände abgebaut werden können.

Die Solardächer samt

Technik stammen von

Silent Yachts.

Auf einer kleinen, in Privatbesitz

stehenden Insel vor Eleuthera,

Bahamas, wird laut Unternehmen

2021 mit der Errichtung des ersten

Silent Resorts begonnen. Die

Anlage soll 16 Ferienhäuser direkt

am Wasser und acht maßgeschneiderte

Silent-Katamarane

umfassen, dazu noch ein Clubhaus

am Strand, Pool Restaurant,

Fitnessraum und Spa. Die Ferien-

Bungalows ähneln im Layout jenem

der Katamarane mit Suiten

auf beiden Seiten eines großen,

offenen Wohnzimmers und einer

Küche in der Mitte.

Auf den Dächern sind wie auf

den Kats Photovoltaikanlagen

montiert, die die Anlage auch

dann mit Strom versorgen, wenn

zu wenig Yachten angelegt haben.

„Die Gäste, die auf den Katamaranen

wohnen, können jederzeit zu

einer Kreuzfahrt aufbrechen und

die umliegende Region erkunden,

sei es für ein paar Stunden, ein

paar Tage oder ein paar Wochen“,

erzählt Projektleiter Victor Barrett.

„Man kann seinen Urlaub auf

dem Katamaran beginnen und in

einem Ferienhaus beenden, wenn

man will, oder umgekehrt.

Die Energiesysteme auf den

Häusern und Yachten sind aufeinander

abgestimmt, so dass sie sich

selbst ausgleichen können. Wenn

eine Yacht am Resort anlegt, kann

sie sich mit Strom versorgen oder

überschüssigen Strom auf die Insel

übertragen.“

…UND DANN DIE GANZE WELT

Das Projekt auf den Bahamas soll

nur das erste von vielen weiteren

Resorts sein. Belize, Panama, Französisch-Polynesien,

Malediven,

Indonesien – die schönsten und

exotischsten Strand- und Küstenlagen

sind im Visier von Silent

Resort.

Auch unzugängliche Plätze oder

temporäre Pop-up-Standorte während

großer Veranstaltungen oder

Hotelerweiterungen sind ohne

weiteres möglich, man ist ja

extremst flexibel und kann nach der

Projektzeit spurlos verschwinden.

Vermarktet werden sollen die

Silent Resorts über Mitgliedschaften.

Mit Beitrittskosten von 400.000

bis 500.000 US-Dollar ist man dabei,

das erste Resort auf den Bahamas

soll maximal 240 Mitglieder

aufnehmen. Als Mitglied hat man

Zutritt zu allen weiteren Resorts, 24

Tage in einer der Ferienhäuser und

zwölf Tage auf einer crewed Yacht

sollen das Minimum pro Jahr sein.

Für den unwahrscheinlichen Fall,

dass man der Exklusivität und des

Luxus überdrüssig werden sollte,

kann man die Mitgliedschaft auch

verkaufen. Oder verschenken.

è www.silent-resorts.com

è www.silent-yachts.com

Silent-Katamarane als

autarke Cruiser in der

Karibik und stationäre

Feriendomizile im Silent

Resort vor Eleuthera.

2/2021 55


Alles was Recht ist

FOTO: SHUTTERSTOCK

Die Pandemie des Vorjahres hat uns allen viel

abverlangt, auch die Charterbranche musste sich

quasi über Nacht völlig neuen Herausforderungen

stellen. 2020 hat sie das gut gemeistert, mit 2021

dürfte sich dieser Bereich auch langsam wieder

erholen. Doch welche Sicherheiten hat man als

Charterkunde für die neue Saison? Rechtsexperte

Friedrich Schöchl dazu im Interview.

Sicher in die neue Saison

FRIEDRICH SCHÖCHL

ist Skipper, Erfinder

der Skipper-Haftpflichtversicherung

und Gründer der Versicherungsgesellschaft

Yacht-Pool.

kolumne@ocean7.at

FOTO: GERNOT WEILER

Gemäß ihren Statuten für das Yacht-

Pool-Qualitäts-Siegel „Checked &

Trusted“ müssen Anwärter jährlich bis

Ende Oktober ihre vorläufigen Bilanzzahlen

zur Bonitätsprüfung vorlegen.

Wie be urteilen Sie nun die neue

wirtschaft liche Lage der Branche?

Wie nicht schwer zu erraten, ist die

Charterbranche eine der Branchen,

die unter der Corona-Krise 2020

besonders gefordert war. Unser

Lieblingsrevier Kroatien kam noch

einigermaßen glimpflich davon,

schlimmer erging es jenen Destinationen,

die eher nur per Flugzeug

zu erreichen waren, z. B. Griechenland,

die Balearen oder Fernziele.

Das beste Jahr aller Zeiten hatten

überraschend einige Charterfimen

im norddeutschen Raum, aber

auch die Hausboot-Branche im

weiträumigen europäischen Bereich,

soweit per Auto erreichbar.

Aufgrund der angelaufenen Impfungen

usw. besteht Hoffnung, dass wir alle in

der kommenden Saison wo möglich wieder

ungehindert Segel setzen können.

Und sicher chartern. Wird der mit

März 2020 eingestellte Yacht-Pool-

Sicherungsschein als Insolvenzversicherung

wieder ausgegeben?

Auslöser für die Einstellung war

die Pleite des touristischen Schwergewichts

Thomas Cook, dessen

Versicherer Zürich mit 110 Millionen

Euro zur Kasse gebeten wurde,

was aber nicht reichte. Der Staat

mußte nolens volens mit weiteren

rund 400 Millionen Euro einspringen,

um die gestrandeten Urlauber

heimbringen zu können. Die Ausgabe

weiterer Sicherungsscheine

wurde eingestellt – damit kamen

auch wir unter die Räder. Und das

obwohl unsere Sicherungsscheine

– zum Unterschied von Pauschalreise-Veranstaltern

– eben nur an

Firmen ausgegeben wurden, die

von uns jährlich vorab geprüft waren!

Der Schock aufgrund der höheren

Gewalt „Corona“ saß letztlich

auch bei den Versicherungen

so tief, dass das Problem der

gesetzlichen Insolvenz-Pflicht ­

ver sicherung der Pauschalreise­

Ver anstalter bis heute mangels

Bereitschaft der Versicherer nicht

endgültig gelöst ist. Ein riesiges

Problem für die Tourismusbranche,

das dringender Lösung bedarf.

Nun kann ja auch die Charterbranche

als Tourismusbranche gesehen werden

und wir Skipper als Touristen. So beschäftigt

auch uns die Frage, welche

Agenturen bzw. Flottenbetreiber zuverlässig

sind. Sie kennen die wirtschaftlichen

Zahlen – gibt es eine

„Black List“?

Natürlich haben wir ein internes

Papier mit jenen Firmen, die durch

das Raster unserer Bonitätsprüfung

gefallen sind. Dieses veröffentlichen

wir nicht, aber wir haben eine

„Weiße Liste“ mit von uns geprüften

Agenturen und Flottenbetreibern,

von denen wir annehmen,

dass sie auch 2021 gut bewältigen

werden. Diese erhalten das Label

„Checked & Trusted“. Es muss aber

auch gesagt werden, dass nicht alle

Firmen trotz kosten loser Prüfung

unsererseits bereit sind, ihre Geschäftszahlen

offen zu legen.

Haben Sie sich als Pionier auf dem Gebiet

der Charter-Versicherungen auch

für solche Fälle eine Lösung einfallen

lassen? Es gibt ja viele Agenturen …

Ganz so einfach ist die Sache nicht.

Es geht nämlich nicht nur darum,

dass einem was einfällt. Sie müssen

nämlich auch einen Versicherer

finden, der Ihnen vertraut, dass Sie

ihm letztlich doch mehr Einnah­

56 2/2021


men bringen als Ausgaben. Und

das ist derzeit für uns alle (auch für

die Versicherer) nicht ganz einfach,

weil wir zwar mit viel Hoffnung,

aber nicht mit viel Sicherheit in

Zukunft blicken können.

Was hat es dann mit dem aktuell oft

proklamierten „Financial Security

System“ auf sich?

Nun, es gibt zwei Wege der Absicherung.

Zum Einen bieten wir für

die Firmen, die die Bonitätskriterien

erfüllen, eine spezielle Rücktrittsversicherung.

Diese deckt

weitgehend nicht nur einen Rücktritt

in Zusammenhang mit Co rona

ab, sondern auch den etwaigen

Verlust der Anzahlung aufgrund

der Zahlungsunfähigkeit des Vercharterers

oder der Agentur, die die

Vorleistung des Kunden zu treuen

Händen entgegengenommen hat.

Die Anzahl der Firmen, für die

man Garantien in diesem Umfang

abgeben kann, ist natürlich aus gegebenen

Umständen zurückgegangen.

Für Unternehmen, für die wir

Zahlungs garantien in dieser Form

nicht abgeben können, haben wir

das „Financial Security System“ in

Form eines Treuhandkontos entwickelt.

Bei diesem System schließt

der Skipper seinen Chartervertrag

wie gehabt ab. Der Unterschied besteht

darin, dass die Anzahlung bis

zum Antritt des Charterurlaubs auf

einem Treuhandkonto liegen

bleibt, bis das Schiff vom Chartergast

übernommen wird. Sobald die

Übernahmebestätigung per E-Mail

eingelangt ist, erhält der Vercharterer

den ihm zustehenden Betrag.

Die Rechte und Pflichten sowohl

des Charterers als auch des Vercharterers

bleiben also unberührt,

nur die Zahlung wird wird eben

entsprechend abgesichert.

In Zeiten wie diesen ist es offensichtlich

auch wichtiger denn je,

darauf zu achten, bei wem Sie als

Chartergast unterschreiben und

ganz besonders auch was Sie unterschreiben.

Mit „was“ meine ich

speziell das „Kleingedruckte“, die

AGB, die vielfach weder gelesen

noch in ihren Auswirkungen verstanden

werden, aber mitunter mit

„giftigen“ Klauseln versehen sind,

die im Schadensfall greifen. Denn

so zuverlässig zahlreiche Anbieter

in Österreich und der EU auch

sind – schwarze Schafe gibt es

überall leider immer noch. Für ein

„Fair Play“ zwischen Charterer und

Vercharterer haben wir z. B. die

„International Yacht-Pool Terms

and Conditions“ in allen relevanten

Sprachen erarbeitet und gratis zur

Ver fügung gestellt. Diese finden

immer mehr Akzeptanz unter dem

Qualitäts-Siegel „Fair Chartern“,

detaillierte Infos sind auf unserer

speziellen Homepage abrufbar.

è www.charterfairtrag.de

www.marianboats.at

Boote Marian GmbH

Weinbach 46 / A - 5360

St. Wolfgang am Wolfgangsee

marianboats.at

marian.boats

marianboats


Wassersport 2021

FOTO: SHUTTERSTOCK

Show

must go on!

Die boot Düsseldorf als international

bedeutendste Wassersportmesse? 2021

zuerst von Jänner auf April verschoben,

dann gänzlich abgesagt. Die Boot Tulln

als österreichisches Kick-off-Event der

alljährlichen Wassersportsaison? Musste

ebenfalls trotz vorbildlichem Einsatz und

großflächiger Expansion für 2021 die

Notbremse ziehen. Und die Branche?

Steckt voller Tatendrang und will zeigen,

was sie 2021 alles kann. Wir haben ihr

auszugsweise eine Bühne gegeben.

Text TAHSIN ÖZEN, WOLFGANG GEMÜND

Klar sind die allerneuesten

Segel- und Motoryachten

unsere unangefochtenen

Publikumslieblinge. Doch

um wie vieles mehr an Information

und Angebot uns alljährlich auf den

großen Fachmessen im persönlichen

Austausch geboten wurde,

dürfte vielen von uns wohl erst nach

der Absagewelle in diesem Frühjahr

schmerzlich bewusst geworden sein.

Ob Segel- oder Motorbootschein,

Technik oder Ausrüstung, Regatta

oder Charterurlaub, Yachtinvest

oder Marina-Liegeplatz … – nirgendwo

sonst findet man so viele

Produzenten und Dienstleister auf

einem Fleck. Sich von den Profis

quasi im Vorbeigehen inspirieren zu

lassen, spielte es heuer leider (noch)

nicht. Weil wir aber so viele Pressemeldungen

mit Neuigkeiten zum

Saisonauftakt erhalten haben (was

belegt, dass es unterm Kochtopf-

Deckel schon so richtig brodelt),

geben wir euch auf den nächsten

Seiten gerne einen kleinen Vorgeschmack.

Deckel auf …


58 2/2021


Frauenschutz

Finnen zu finden

MARKENVIELFALT. Mit Yamarin,

Yamarin Cross und Buster

Boats hat die Meyer Bootswerft

in Aggsbach Markt an

der Donau gleich drei finnische

Marken neu im Portfolio. Bei

allen drei ist man seit Dezember

2020 auch offizieller Importeur

und verfügt über einige Ausstellungsboote.

So werden aus der

Aluminium-Serie von Yamarin

die Modelle Cross 60 Cabin (das

erste Kajütboot der Modellreihe)

und der sportliche Allrounder

Cross 62 Bow Rider präsentiert.

Als Quicksilver-Händler können

die Niederösterreicher auch einige

Modelle vorstellen, etwa die

675 Weekend (als Österreichpremiere),

675 und 555 Open

sowie die 555 Cabin.

è www.bootswerft-meyer.at

Cross 62 Bow Rider.

RETTUNGSWESTE. Der schwedische

Hersteller Baltic hat mit der

Athena 165 N seine erste Rettungsweste

speziell für Frauen entwickelt.

Sie ist leichter und schlanker

als vergleichbare Uni-Westen

und kann angelegt werden, ohne

sie über den Kopf fädeln zu müssen.

Neu ist die Position

der CO 2 -Patrone, die

nicht auf Brust höhe,

sondern sehr tief verbaut

wurde. Zudem

hat die Weste viele

Einstellmöglichkeiten,

die ein angenehmes

Tragegefühl gewährleisten.

Erhältlich

z. B. bei Maritimo

in Bisamberg ab

März um € 189,95.

è www.maritimo.at

Athena: Speziell für Frauen.

Auf Flügeln trainieren

Regattatraining mit Clubswan 36.

TÖRNS UND TRAININGS. Auf Yachtcharter

in Kroatien sowie Ausbildung

spezialisiert, hat sich Aichfeld

Yachting einiges einfallen

lassen, um die Saison 2021 für seine

Kunden möglichst sicher und entspannt

zu gestalten. So wird jedes

Charter-Angebot dahingehend geprüft,

ob die Partner vor Ort auch

Gutschriften oder passende Umbuchungen

ermöglichen. Für die beliebten

Seminartörns (Kombination

Theorie und Praxis an Bord) werden

die Theoriekurse online ange boten.

Highlight für sportlich ambitionierte

Segler: Im Frühjahr und Herbst setzt

man auf Regattatrainings auf einer

ultramodernen, mit Foils ausgestatteten

Clubswan 36.

è www.aichfeld-yachting.at

Besser kochen und küssen

OPTIMIERUNG. Wie man sich als

Top-Marina auf die kommende Saison

vorbereitet? Mit Verbesserungen

im Detail, verrät Kroatiens älteste

und zugleich modernste Marina

Punat auf Krk. Derzeit werden beispielsweise

die Küche der Pizzeria „9

Bofora“ frisch renoviert (und gleichzeitig

die Speisekarte erweitert), zusätzliche

Parkplätze und eine weitere

Ladestation für E-Autos errichtet.

Schon fertiggestellt ist eine neue

Foto-Location vor dem Restaurant,

die sehr herzlich als „Kissing Point“

gestaltet wurde.

è www.marina-punat.hr/de

Hier küsst man gerne.

2/2021 59


Wassersport 2021

Sportlich? Aber sicher!

CHARTER. Während so manche

Flottenbetreiber im besonders herausfordernden

Jahr 2020 vor allem

um Schadensbegrenzung (für sich

und für die Kunden) bemüht waren,

hat man bei Pitter Yachtcharter

darüber hinaus noch viel Zeit investiert,

um auch 2021 wachsen zu können.

So gehen in diesem Jahr rund

40 neue Yachten an den Start, allein

26 in den Pitter-eigenen Stützpunkten

in Kroatien. „Wir haben der Krise

getrotzt, haben uns nicht unterkriegen

lassen und haben erfolgreich unsere

geplanten Projekte umgesetzt“,

sagt Klaus Pitter. Dass dem Regattasegelnden

CEO von Pitter Yachtcharter

beispielsweise die neue Dufour

470 Performance in Racer-Ausstattung

viel Freude bereitet, ist ebenso

nachvollziehbar wie die Erweiterung

um die neue Einheitsflotte mit 15

bau gleichen Bavaria Cruiser 46, die

dank guter Segeleigenschaften und

einfachem Handling für Regatten

ebenso perfekt geeignet ist wie für

gemütliche Urlaubstörns. Schließlich

sollen ja auch Familien mit Kindern

und weniger segelaffine Kunden ihren

Charterurlaub in vollen Zügen

genießen können. Darauf will man

übrigens schon im Vorfeld, nämlich

bei der Buchung zusteuern: mit

günstigen Buchungskonditionen wie

z. B. 20 % Anzahlung und kostenlosem

Umbuchen oder Stornieren bei

Reisebeschränkungen und der Pitter

„Sicher & risikolos Plus-Stornoversicherung“

von VMG und Allianz

Partners. „Diese Absicherung gibt es

zu jeder Buchung gratis dazu, sie bietet

erweiterten Schutz bei Covid-19

und Quarantäne“, so Klaus Pitter.

è www.pitter-yachting.com

Klaus Pitter (hinten

Mitte) mit Team in der

Zentrale im steirischen

Hartberg (vor Covid-19).

Kurse für Funk und Fernsegeln

Ladies Only-Sailing.

PROGRAMMERWEITERUNG. Die Segelschule

(samt RYA-Ausbildungs center)

White Wake Sailing mit Basis in der

kroatischen Marina Kremik und mit

enger Österreich-Bindung (Chef Franco

del Fabbro ist Wahl-Wiener) hat für 2021

sein Angebot um eine Reihe von neuen

Kursen erweitert, darunter eine Ladies

Only-Segelausbildung, Offshore-Törns

nach Italien und zurück, individuelle

Skippertrainings für private Gruppen

sowie Online-Theoriekurse für den RYA-

Yacht master via Zoom u. v. m. 2020 hat

Franco zudem die Seefunkschule

Adlmanninger übernommen und

bietet neuerdings auch online-Kurse

zur Erlangung des eng lischen (RYA-)

SRC-Funkzeugnisses an.

è www.white-wake.com

è www.seefunk.net

Einsatzbereit weltweit

YACHTSERVICE. Wie sehr man

die Dienste von Palmetshofer

Nautik (seit 1997) zu schätzen weiß,

hat das denkwürdige Jahr 2020 gezeigt:

„Bis Ende Mai ging ja nichts,

bis Jahres ende waren wir dann voll

ausgebucht und konnten alles wieder

aufholen“, freut sich Heidi Palmetshofer.

„Der Kauf-Boom gebrauchter

Yachten war enorm, nun wollen die

neuen Eigner das bis zu 20 Jahre

alte Inventar vom Segel über Batterie,

Elektrik und Elektronik bis hin

zu Bordinstrumenten oder Solar ­

paneelen erneuern – einige wollen

danach auf Langfahrt gehen“, ergänzt

Thomas Palmetshofer, der (im Notfall

quasi auch über Nacht) mit

Werkzeugkasten und Material im

Gepäck bis in die Karibik fliegt.

Firmensitz mit Schau- und Verkaufsraum

ist im oberösterreichischen

Luftenberg.

è www.palmetshofer-nautic.at

FOTO: GERNOT WEILER

Power-Duo

Heidi und Thomas

Palmetshofer.

60 2/2021


Segeln mit Sisi

OCEAN RACE-FEELING. Nachdem

der Start des 14. Ocean Race aufgrund

Covid-19 auf Oktober 2022

verschoben wurde, hat das The

Austrian Ocean Race Project

mit seiner Rennyacht Sisi noch ein

Jahr mehr Zeit, Erfahrung und Unterstützung

zu sammeln. Im Februar

wird der VO65 in Monfalcone fit gemacht

für die bisher aktivste Saison

des Projekts. Nicht nur die Europe

Tour des Ocean Races steht auf dem

Programm, sondern auch einige

Klassiker wie das Rolex Fastnet und

das Rolex Middle Sea Race. Sehr

umfangreich ist auch das Angebot

für Gastsegler, die auf der Sisi eine

Prise Rennluft schnuppern möchten.

Gebucht werden können Prolog-

Rennen bei Regatten, Überstellungstörns

oder eintägige Schnuppertörns

ab der Heimatmarina Portopiccolo

bei Triest. Und weil schon das Stichwort

gefallen ist: Wenn es aufgrund

von Covid-19-Reiserestriktionen

nicht möglich ist, an den Segelevents

teilzunehmen, bietet TAORP eine

kostenlose Umbuchung oder eine

100 %-Geld-zurück-Garantie an.

è www.ocean-racing.at

VO65 Sisi in Action.

Exklusiv? Aber klar!

MOTORBOOTCHARTER. Azimut-

Händler und Motoryachtvercharterer

zugleich ist Splendid Yachting

mit Sitz in der Marina Mandalina in

Šibenik, was gute Voraussetzungen

sind, um exklusive Törns in der kroatischen

Inselwelt zu organisieren. Gebucht

werden können die Luxusyachten

mit erfahrenen Skippern mit

Hostess, aber auch bareboat – Skipperskills

werden bei professionellen

Trainings gerne wieder aufgefrischt.

Sein breites Angebot stellt Splendid

Yachting auch auf der Croatia Boat

Show in Split (18. bis 22. Mai) vor.

è www.splendidyachting.com

Splendid Yachting,

Marina Mandalina.

Made for Mercury

Sicher lernen

SEGELSCHULE. Österreichs bekannte Seefahrtschule

b3onWater hat für die neue Saison

aufgerüstet: Neuer Standort im slowenischen

Portorož für Skippertrainings, neuer FB3-Kurs,

Radar-Kurs sowie ein erweitertes Angebot für

Funkkurse. Vor allem aber möchte man auch im

zweiten Corona-Jahr seinem Konzept „Seefahrtsschule

– Theorie und Praxis an Bord“ treu bleiben

und hat daher ein umfangreiches Präventionskonzept

für alle Präsenzkurse entwickelt.

è www.b3-onwater.at

K800 mit 300 PS Mercury Außenborder.

MOTORENERWEITERUNG. Als

Spe zialist für maßgeschneiderte

Sportboote in Holz-Epoxyd-

Composite-Bauweise bietet die

Kaiser Bootsmanufaktur

einige seiner Rümpfe jetzt auch

für Mercruiser Z-Antriebe an. Die

K650, K700, K800 und K900 sind

nun mit dem 4.5l V6 mit 250 PS

und dem 6.2 l V8 mit 350 PS erhältlich.

Ab dem K 800 sind auch

PS-Monster von Mercury Racing

bestellbar. Es wurde auch an den

Außenbord-Versionen gearbeitet

und optimiert, diese sind jetzt

perfekt an die Mercury Modelle

angepasst, ab jetzt auch mit Mercury-Racing

Außenborder bis

450 PS bestellbar.

è www.kaiserboote.de

2/2021 61


Wassersport 2021

Zwei auf einen Streich

C335 innen, C335v außen.

Schulerweiterung

AUSBILDUNG. Sowohl ihr Portfolio als

auch ihre Standorte hat die Blue-2 The

Sailing Academy erweitert. So ist es

in Zukunft möglich, neben den sehr

gefragten Hafenmanövertrainings für

Mono & Kat auch intensive Regattaund

Trimmtrainings zu absolvieren.

Neben den Standorten Punat und Sant‘

Andrea weht die Blue-2-Flagge fortan

auch in Biograd und Porto Piccolo. Das

Homeschooling-Angebot wurde ebenfalls

ausgebaut: Neben virtuellen Skippertrainings

für Mono & Kat werden

nun die FB2- und FB3-Ausbildung verstärkt

online angeboten.

è www.blue-2.at

Mehr Blau in

Biograd und

Porto Piccolo.

FAMILY-CRUISER. Mit der neuen

C335 und der Außenborder-Version

C335v hat Sealine seine Cruiserpalette

nach unten abgerundet. Geachtet

wurde auf eine Extraportion

Platz (klassenbeste Stehhöhen im Salon

und in den Kabinen) und Licht

(durch große, recht extravagante

Fensterfläche im Rumpf). Mit Innenbordmotor

sind bis zu 440 PS und

Kraft und Eleganz

MOTORBOOTPOWER. Den Vertrieb

von Mercury-Außenbordern hat

mit Jahresbeginn ProYachting

in Wiener Neustadt übernommen.

„Die sportlichsten und stärksten

sind die V8-Motoren der ProXS

Serie. Wir haben diese Mercury­

Außenborder mit unserer Top-Marke

ZAR Formenti kombiniert und

ein Sonder modell aufgelegt – die

ZAR65 Edition Pro“, sagt Firmeninhaber

Klaus Freiberger.

In der Sonderfarbe „Antracite

Grey“ und mit Sonderpols terung inklusive

roter Steppungen wird das

eine maximale Geschwindigkeit von

31 Knoten möglich, bei den Außenbordern

können sogar 2 x 300 PS (bis

zu 40 Knoten Top-Speed) geordert

werden. Sehr nett: Beide Modelle

können im neuen 3D-Konfigurator

individualisiert werden, zahlreiche

Farben, Stoffe und Hölzer stehen

zur Verfügung.

è www.hanseyachtsag.com/sealine

neue

Top­

Modell

wohl in

jeder Hinsicht

ein

Renner

sein. Die

ZAR65

Edition Pro kann

ab sofort bestellt

Mercury bei

ProYachting.

werden – mit garantierter Auslieferung

noch heuer vor Beginn der

Wassersportsaison.

è www.proyachting.at

Sea Ray SPX mit Außenborder.

Kleiner Sportler, offenes Herz

AUSSENBORDER. Das Topmodell seiner

kleinen Sportlerreihe SPX stattet

Sea Ray nun auch mit einem Außenborder

aus. Die SPX 230 OB wird

standardmäßig mit einem Mercury-

Vierzylinder mit 150 PS angetrieben,

optional sind Versionen mit 200 und

250 PS erhältlich. In der üppigen

Grundausstattung enthalten sind u. a.

ein Audio-System von Fusion, ein

Touchscreen-Display von Simrad und

eine Motordaten-App für das Smartphone.

Mehr Infos bei Österreich-Importeur

Top Yacht, der nicht zuletzt

wegen der abgesagten Messen einlädt,

die neuen Modelle im hauseigenen

Showroom in Linz zu besichtigen.

è www.topyacht.eu

62 2/2021


Jeanneau im Schaufenster

SPORTBOOTE. Der für die Motorboote

von Jeanneau zuständige österreichische

Generalimporteur Boote

Mayer aus Linz hat seine Schauhalle

in Traun mit zahlreichen Modellen

der Merry Fisher- und Cap Camarat-

Reihe bestückt. Unter anderem sind

dort gegen Voranmeldung erstmals

in Österreich die Merry Fisher 605

Serie2 und die Merry Fisher 795

Serie 2 zu besichtigen. Weitere Boote

im Schauraum sind die Merry Fisher

695 S2, Cap Camarat 5.5 WA S2, Cap

Camarat 6.5 WA S3, Cap Camarat

6.5 DC S2, Cap Camarat 7.5 WA S2

sowie eine Merry Fisher 895. Für

letztere gibt es nun limitierte Vor bestellungsoptionen

für eine Lieferung

bis Frühjahr 2022, offiziell ist dieses

Modell bereits seit Herbst 2020 ausverkauft.

è www.bootemayer.at

Österreichpremiere der Merry Fisher 605 S2

(links) und der Merry Fisher 795 S2.

Zwei Kronen für Bavaria

AUSZEICHNUNG. Nachdem

die Bavaria C42 (Testbericht in

1/2021) im Dezember

zur Yacht des Jahres in Frankreich

gewählt wurde, holte sich der neue

Family-Cruiser von Bavaria mit

dem European Yacht of the Year

Award im Jänner gleich die zweite

wichtige Auszeichnung. Begründung

der 15 Fachjournalisten: „Die Bavaria

C42 beeindruckte die Jury durch

hohen Komfort und perfekte Segeleigenschaften.

Sie lässt sich unter allen

Bedingungen schnell segeln und dabei

leicht kontrollieren. Auch mit einem

guten Preis-Leistungs-Verhältnis

sowie vier durchdachten

Ausbauvarianten und zahlreichen

Extras konnte die C42 punkten.“

Die letzte große Auszeichnung für

eine Bavaria-Yacht ist übrigens schon

etwas länger her: 2015 holte sich die

Cruiser 46 den gleichen Award.

è www.bavariayachts.com

C42 mag man eben.

Airbag auf dem Wasser

RETTUNGSBOJE. Restube steht für

Rescue-Tube, also Rettungsschlauch.

Dieser Schlauch mit Gaspatrone ist

so leicht und so klein verpackt, dass

man ihn bei verschiedensten Wassersportaktivitäten

uneingeschränkt an

der Hüfte tragen kann. Wenn notwendig,

zieht man am Auslöser, und

der Schlauch (oder besser: die Boje)

bläst sich auf. Das Restube ist zwar

ausdrücklich kein Ersatz für eine

professionelle Rettungsweste, bietet

lt. Hersteller aber im aufgeblasenen

Zustand einen Auftrieb von 75N, was

ausreicht, um sich darauf aufstützen

zu können. Dank Ersatzpatronen ist

die aufblasbare Boje auch wiederverwendbar.

Erhältlich ab ca. € 50,– und

ab sofort über einen österreichischen

Importeur:

è d.gottschall@restube.eu

è www.restube.com

2/2021 63


Wissen und Meer

FOTO: SHUTTERSTOCK

Ein Hatzerl gefällig?

Denn Mut kann man nicht kaufen!

Auf meinen Törns vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht insgeheim eine Regatta austrage. Jeder Segler, der

zufällig den gleichen Kurs segelt oder in der Kimm auftaucht, ist potentieller Gegner – egal, wie groß seine

Yacht auch sein mag. Ich gebe es zu, angesichts einer möglichen Wettfahrt fängt es zu prickeln an („Wieso ist

der schneller als wir?“), die Finger jucken („Unser Großsegel ist zu offen!“), die Spannung steigt („Das wäre

doch gelacht – all hands on deck …“). Diese Zeilen sollen der p. t. Leserschaft das Regattasegeln schmackhaft

machen und die Lust auf einen Wettkampf zu Wasser wecken.

Immer wieder höre ich, man habe

ja zu wenig Erfahrung. Ja, das

kann schon sein, dem möchte ich

jedoch entgegenhalten: Es gibt einerseits

ein Menge Literatur zum

Thema, dementsprechend kann

man sich schrittweise herantasten.

Natürlich kann man Erfahrung

nicht erlesen, aber einen Überblick

bekommt man allemal. Es gibt

außerdem hervorragende Regatta-

Segler, die ihr Wissen bereitwillig

weitergeben. Fragen Sie doch in

Ihrem Segelclub oder bei Crew-

Treffen einmal nach, Sie werden

erstaunt sein, wieviele Menschen

auf dieses Thema anspringen.

Noch einen Aspekt darf ich aufgreifen:

Sie glauben gar nicht, wieviel

Know-how in Ihnen steckt. Als

Fahrtensegler können Sie selbstverständlich

trimmen, und natürlich

wissen Sie, wo auf einer Segelyacht

der Gashebel ist – und damit meine

ich nicht die „eiserne Genua“! Diese

oder ähnliche Gedanken könnten

Ihre Bedenken bereits in Richtung

„Das probiere ich doch gleich einmal

aus“ lenken. Regatta-Segeln ist

eine ausgezeichnete Möglichkeit,

das praktische Wissen zu vertiefen

und seglerisch besser zu werden.

Betrachten Sie diese Form als nautische

Weiterbildung!

Natürlich ist die Angst vor Misserfolgen

oder Blamagen auch prä­

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungs referent

des Yacht Club Austria,

dem größten Yachtclub

Österreichs. Er ist passionierter

Fahrtensegler

und hat insgesamt so

um die 20.000 See -

meilen in seinen Log -

büchern dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

sent, das will ich gar nicht leugnen.

Ich erinnere mich noch gut an meine

erste große Regatta: Keine Ahnung

von irgendwas und im Starterfeld

mit Hubert Raudaschl, Mike

Hecker und Karl Müllner.

Aber ich hatte meine Ziele im

Hinterkopf: 1. Schritt: Ich lerne den

Regatta-Ablauf kennen, ich mache

mich mit der Organisation vertraut!

2. Schritt: Ich erobere mit meiner

Crew eine Position im Mittelfeld!

3. Schritt: Ich kämpfe um den Sieg!

Und damit hatte ich den Spundus

vor den Regatta-Cracks (teilweise)

abgelegt, ich habe Gespräche mit

den Kapazundern geführt, sie haben

mir Tipps gegeben, die ich gut ausprobieren

konnte.

Dabei fällt mit ein Gespräch mit

Wolfgang Rakuschan ein. „Immer

mit der Ruhe – spar dir deine Nerven

für die wirklichen Stress-Situationen

auf “, das hat sich eingeprägt.

Die Schreiereien an der Startlinie

„Raum!“ sind natürlich adrenalinfördernd

und gerade Anfänger kann

man damit schrecken. Aber auch

hier gilt, Erfahrung kommt mit der

Routine und mit Routine kommt

auch eine gute Regatta.

EIN PAAR EMPFEHLUNGEN

• Heuern Sie für Ihre erste

Regatta als Crew an – Sie

lernen so am leichtesten und

müssen nicht die Verantwortung

über nehmen (und Ihre Kreditkarte

einsetzen).

• Reden Sie mit Regatta-Cracks aus

Ihrem Club, scheuen Sie sich nicht,

um Rat und Infos zu fragen.

• Beobachten Sie Ihre Mitbewerber

auf der Regattabahn, wie

deren Segel stehen, welche Positionen

der Traveller hat, wann beginnen

sie mit den Vorbereitungen

zur Halse etc.

• Reisen Sie ein paar Tage

früher an, damit Sie Revier,

Crew und Yacht besser kennenlernen.

Üben Sie die Handgriffe

am Vorschiff, trainieren Sie den

Gewichtstrimm, probieren Sie

verschiedene Funktionen an Bord

aus.

• Besuchen Sie Seminare und

Trainingstörns, Sie gewinnen

dadurch Erfahrung und Sicherheit.

• Beginnen Sie mit Fahrtensegel-

Regatten. Der Kalender ist voll

davon, die Adria bietet während

der ganzen Saison eine Reihe von

Events. Stöbern Sie im Internet,

Sie werden staunen, was da alles

angeboten wird.

Jetzt fragen Sie sich möglicherweise,

ob ich meine oben erwähnten

Ziele erreicht habe? Ja, habe ich,

2012 war ich mit meiner Crew

Sieger des Austria-Cups!


64 2/2021


Zweierlei Einstieg

FIRST UND FIRST SE. Was bisher geschah:

Mit der Übernahme der slowenischen

Seascape-Werft vor drei Jahren hat

Beneteau mit einem Schlag sein trailerbares

Einstiegssegment (First 14, 18, 24

und 27) erneuert. Was jetzt passiert: Mit

dem neuen Baujahr trennen die Franzosen

die First-Reihe in zwei Linien. Die bisherigen

Modelle werden nun als sportliche

First SE (Seascape Edition) vermarktet.

Dazu gesellen sich noch drei überarbeitete

Modelle – First 14, 24 und 27 (also alle

drei ohne SE) –, die mehr in die komfortablere

Richtung segeln. Unterschied zur

SE-Reihe: Alu- statt Carbonrigg, kleinere

Segelfläche, Festkiel statt hydraulischer

Schwenkkiel, mehr Licht und mehr Komfort

in den Kabinen.

è www.beneteau.com

First 27: mehr Komfort, mehr Licht.

Junger Schwede

12-METER-CRUISER. Mit der neuen

Linjett 39 stellt Rosättra Båtvarv,

Schwedens älteste Werft, erstmals ein

Schwedische

Handwerkskunst.

Modell der Öffentlichkeit als 3D­ Rendering

vor. Sonst aber soll die in diesem

Sommer zu Wasser gelassene Segelyacht

des Familienbetriebs (jährliche Produktion:

ca. zehn Yachten) eine typische

Linjett werden: schmal geschnitten, eher

konservatives Design, einhandtaugliches

Handling, hervorragende Segeleigenschaften

und extrem gediegene Qualität. Standard

sind drei Kabinen, eine Nasszelle und

für diese Klasse recht großer Salon.

è www.linjett.se

Gentlemen’s Racer

MAXIYACHT. Nach dem großen Erfolg der

2016 vorgestellten ClubSwan 50 arbeitet

Nautor derzeit an einer größeren Version

des Carbon-Racers, der ClubSwan 80. Wie

mit der kleineren Schwester will die finnische

Werft unter italienischer Führung mit

der 80er eine eigene Rennklasse etablieren.

Beim Maxi Yacht Rolex Cup 2022 sollen

bereits drei ClubSwan 80 debütieren.

Ausgestattet ist die ClubSwan 80 mit

einem Neigekiel, C-förmigem Foil und

doppeltem Ruder. Gebaut wird sie bei

Persico im italienischen Bergamo, wo

unter anderen auch schon die VO65

für das Ocean Race gefertigt wurden.

è www.nautorswan.com

Kommen Sie in unseren

Schauraum zur privaten

Bootsschau unter

Covid-19-Auflagen!

Rennsport für Betuchte.

Bootshändler • Bootsservice

TopYacht

www.topyacht.eu


Austro-Boote

Österreichs Seen sind mehr als nur Epizentren des Tourismus und des Wassersports:

Sie sind auch Quell der Inspiration zahlreicher Kreativ-Werkstätten, wie moderne

Bootsmanufakturen vom Bodensee bis zum Neusiedler See eindrucksvoll beweisen.

Hier drei brandaktuelle Beispiele für Innovation und Design made in Austria.

Seenswert

Text TAHSIN ÖZEN Fotos WERFTEN

Die Globalisierung hat vieles

auf den Kopf gestellt. So

sind beispielsweise das

Schloss am Wörthersee

oder das Schloss Ort am Traunsee

(Revierbericht ab Seite 16) zwar

nach wie vor Urlauber-Hotspots,

doch Österreichs Seen insgesamt

nicht mehr so heillos über laufen,

wie es in der zweiten Hälfte des

20. Jh. noch Sommer-Alltag war.

Auch wenn sie nun pandemiebedingt

eine für den Tourismus

erfreuliche Renaissance erleben –

international aufhorchen lassen

im 21. Jh. österreichische Werften,

die entweder als Beiwerk zum See

schon seit Generationen bestehen

FOTO: GERNOT WEILER

oder sich im Zuge des Bootsbau-

Booms neu etabliert haben und

derzeit mit Top-Projekten die Karten

auf dem Markt neu mischen.

A-YACHTS AM ATTERSEE

So zum Beispiel A-Yachts am Attersee.

2019 von Michael Gilhofer gegründet,

stehen seine Daysailer für

Premium-Qualität – sowohl hinsichtlich

Material (Carbon) als auch

in Bezug auf die Segeleigenschaften

(Racer, solotauglich).

Dass auch hinsichtlich Design

keinerlei Abstriche hingenommen

werden, beweist die Handschrift

von Lorenzo Argento, dem A-Yachts

sein markantes Erscheinungsbild zu

„ Unsere A-Yachts sind auf dem Attersee

zur Perfektion gereift und spätestens

mit der a39 fit für die ganze Welt.“

Michael Gilhofer, A-Yachts, Attersee

66 2/2021


Modern, puristisch, schnell: die Arbeiten am neuen Flaggschiff a39 laufen auf Hochtouren.

Baunummer 1 und 2 sollen nach der Boot Düsseldorf im Frühjahr 2022 ausgeliefert werden.

verdanken hat. So ging man in der

wachsenden Nische der Daysailer

mit der a27 mit T-Kiel und Selbstwendefock

an den Start. Die a33

als größere Schwester glänzt bereits

mit Doppelsteuerstand statt Pinne,

E-Winsch und hydraulisch bedienbarem

Großsegel.

Während Michael Gilhofer mit

den beiden aktuellen Modellen

(auch in der Regatta-Szene) sehr

erfolgreich unterwegs ist, will er

mit der a39 als jüngstes Projekt zu

neuen Ufern abseits des Attersees

aufbrechen. „Unsere A-Yachts sind

auf dem Attersee zur Perfektion

gereift und spätestens mit der a39

fit für die ganze Welt“, so Gilhofer.

Was natürlich auch daran liegt,

dass man mit dem neuen Flaggschiff

auf einen neuen Markt für A-Yachts

– nämlich den der Weekender –

vorstoßen möchte. Die Vorzeichen

dafür stehen gut, wie ein Blick auf

die aktuellen Fact-Sheeds und Renderings

zeigt. So eröffnet die a39

deutlich mehr Raum, sowohl im

Cockpit als auch unter Deck. Über

vier vollwertige Schlafplätze soll der

luftige Innenraum verfügen, dazu

über eine abgetrennte Nasszelle mit

WC und Dusche und einen Küchenblock,

der je nach Kundenwunsch

ausgestattet sein wird.

Bei diesen Vorgaben steht einem

Wochenendtrip mit Familie oder

Freunden tatsächlich nichts im

Wege, zumal die a39 in nur wenigen

Minuten segelfertig aus dem Hafen

geführt werden kann. Ganz der

A-Yachts-Philosophie entsprechend

natürlich auch im Alleingang, denn

hinsichtlich heraus ragender Segeleigenschaften

und Einhandtauglichkeit

soll es nach dem sportlichen

Willen Michael Gilhofers keinerlei

Einbußen geben.

Er lässt aber gerne mit sich reden,

wenn es um die Antriebsform

für den Flautenschieber geht. Zwar

wird es ein Elektromodell geben,

aber mit Blick über den Atlantik

wird ein 27-PS-Dieselmotor ebenso

in Betracht zu ziehen sein wie eine

Hybrid-Lösung (für Nordeuropa).

Auf der Boot Düsseldorf 2022 soll

die a39 erstmals der Weltöffentlichkeit

präsentiert werden. Die Auslieferung

der ersten beiden Modelle,

bei deren Linienführung Designer

Lorenzo Argento ebenfalls neue

Maßstäbe gesetzt hat, soll dann im

Frühjahr über die Bühne gehen.

A-Yachts a39

Länge ü. a.

Breite

Tiefgang

Verdrängung

Ballast

Rigg

12 m

3,65 m

2,20 oder 1,90 m

4.600 kg

2.000 kg

Aluminium/Carbon

Groß 60 m²

Fock/Gennacker 35 m²/ 165 m²

Rumpf

Antrieb

Carbon

Diesel/Electric/Hybrid

Preis netto ab Werft ab € 470.000,–

A-Yachts, Palmsdorf 96, 4864 Attersee am Attersee,

Tel. +43 7666/208 99, office@a-yachts.info

è www.a-yachts.info

2/2021 67


Austro-Boote

SUNBEAM AM MATTSEE

Bereits seit 1950 und mit Manfred

und Gerhard in dritter Generation

fertigt Familie Schöchl in Mattsee

ihre Sunbeam-Segelyachten, die für

ihre Performance berühmt in aller

Welt sind. Vor weniger als drei Jahren

setzte man mit der Sunbeam

46.1 als neues Flaggschiff den letzten

Schritt in der Evolution, nun

steht man mit Andreas Schöchl

und der Sunbeam 32.1 vor einer

Revolution.

Leicht war das nicht. Auch wenn

Andreas Schöchl quasi in der Werft

aufgewachsen ist und sich durch

alle Stationen des Familienbetriebs

gearbeitet hat, gestaltete es sich für

ihn als sehr mühsam, neue Ansätze

einbringen zu dürfen. Also verließ

er 2016 den Betrieb und kehrte erst

2019 zurück, gründete 2020 die

Sunbeam Watersports GmbH und

führt offiziell seit 1. Jänner 2021 den

Standort mit allen Markenrechten

weiter. Mit freundlicher Unterstützung

seines Vaters Manfred zwar,

aber ohne dessen Cousin Gerhard.

Dieser wird nach der einvernehmlichen

Trennung im Guten mit

seinem Sohn Martin und den Sunbeam-Modellen

40.1, 42.1 und 46.1

einen neuen Weg unter neuem

Namen gehen.

Nach diesem kleinen, aber aufgrund

der aktuellen Geschäftslage

nicht unwesentlichen Exkurs zurück

zur Sunbeam 32.1 als neuen Wegweiser

in die Zukunft. Diese sieht

Andreas weiterhin auf Performance

ausgerichtet, aber zeitgemäß auch

dem modernen Lifestyle verpflichtet.

Sunbeam will das Thema „Wassersport“

neu interpretieren. Dafür

wurde mit Gerald Kiska auch ein

Meister des Fachs mit ins Boot geholt

und gleich mit mehreren Traditionen

gebrochen.

So wird die 32.1 die erste Sunbeam

mit Doppelsteuerstand und Doppelruder

sein und mit optionalem

Kimmkiel auch trockenfallen können.

Schließlich soll die 32.1 nicht

nur auf dem See, sondern auch auf

dem Meer performen, so der Wille

von Bootsbauer und Techniker Manfred

Schöchl. Unter Deck wird auf

die sonst üblichen Trennwände ver­

„Design ist immer die Verbindung

von Funktion und Ästhetik.“

Gerald Kiska, Kiska Brands & Design, Salzburg

Steckbrief

Länge ü. a.

Breite

Tiefgang

Verdrängung

10 m

3 m

1,8 m

4 t

Preis k. A.

Sunbeam Watersports,

5163 Mattsee

è www.sail32.com

68 2/2021


„ Seit 1985 werden Sunbeam Yachts

vom Mattsee bis in die USA und

nach Japan ausgeliefert. Da geht

aber noch mehr.“

Andreas Schöchl, Sunbeam Watersports, Mattsee

zichtet und auf großflächige Fenster

gesetzt, die das loftartige Ambiente

mit viel Tageslicht erhellen sollen.

„Segeln ist nach wie vor das zentrale

Thema, uns ging es aber auch darum,

dass das Segelboot darüber hinaus

intensiv genutzt wird – zum

Beispiel als Basis für andere Wassersportarten

wie Stand-up-Paddling

oder als eigener, ganz privater Badesteg“,

so Andreas Schöchl. Dem soll

unter anderen auch eine völlig neu

konzipierte Badeplattform dienen,

die sich auf Deckshöhe ausfahren

lässt. „Wir strecken damit das Cockpit

auf eine Größe, die weit über das

übliche Maß in dieser Klasse hinausgeht“,

sagt Gerald Kiska.

Über die Antriebsvarianten gibt

man sich in Mattsee noch bedeckt.

Die Segel sollen jedenfalls vom Regatta-Profi

Florian Raudaschl am

Wolfgangsee für die Sunbeam 32.1

maßgeschneidert und produziert

werden, ein E-Agreggat auf Basis

von Lithium-Ionen-Technologie in

Kooperation mit Mastervolt ist fix.

Ebenfalls von Mastervolt: die

„Smart Sunbeam“-App, mit der

man z. B. den Kühlschrank per

Smartphone von überall aus einschalten

kann.

Foto mit freundlicher Genehmigung

Frauscher Demon 1414

JL-Audio ist der weltweit führende

Hersteller für Marine-Lautsprecher,

Subwoofer, Verstärker, Radios und

Soundsysteme. Die Lautsprecher sind

selbstverständlich auch mit LED-

Beleuchtung erhältlich. Das Klangerlebnis

mit JL-Audio überzeugt

selbst HiFi-Enthusiasten und wird von

den besten Werften im Luxusbereich

genauso wie bei Wake-Board-Booten

- wo richtig Power gewünscht wird -

verbaut.

Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden!

Werner Ober GmbH & Co KG

Reichsstrasse 38, 6890 Lustenau

Tel +43 (0) 5577 82419

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Austro-Boote

MARIAN AM WOLFGANGSEE

Rumänische Wurzeln – österreichisches

Herzblut: seit über 20 Jahren

baut Familie Marian nun schon

Boote am Wolfgangsee im Salzkammergut.

War Gründer Ion Marian

im Millennium-Jahr noch auf Reparatur

und Service spezialisiert,

erfülllte sich der leidenschaftliche

Techniker und Handwerker 2004

seinen persönlichen Traum und

begann mit dem Bau eigener Boote.

„Mit einem klaren Bekenntnis zur

E-Mobilität – das ist unser Antrieb,

der durch die Liebe zu unserem zu

Hause, dem Salzkammergut, maßgeblich

geprägt wurde“, sagt Ion

Marian.

Damit dies auch nachhaltig gewährleistet

ist, bringt sich Sohn Alex

Marian mit frischem Elan für das

perfekte Zusammenspiel von Natur,

Design und Technik ein: „Wir glauben

fest an die Kraft erneuerbarer

Energie, darum haben wir uns auf

luxuriöse Boote mit Elektroantrieb

spezialisiert, selbst die in unseren

Yachten verbauten Akkus sind

Hightech im Weltklasse-

Format.“ Bei einer

Leistung von

bis zu

FOTO: GERNOT WEILER

„ Wir möchten mit unseren E-Booten

die Qualität der Seen nachhaltig für

zukünftige Generationen sicherstellen.“

Alexander Marian, Marian Boats, Wolfgangsee

150 Kilowatt liegt es auf der Hand, dass

diese optimal mit Antrieb, Elektrik und

Elektronik harmonieren müssen.

In diesem Spitzenfeld kommt Ewald

Kopriva ins Spiel. Der gelernte Elektrotechniker

mit steirischen Wurzeln

gründete ebenfalls im Jahr 2000 die Firma

Piktronik und entwickelt seitdem

Antriebssysteme für Elek troboote, die

die Welt erobern. „Um den ex trem hohen

Ansprüchen von Marian gerecht

zu werden, packen wir unsere leistungsstärksten

Motoren unter die Haube“,

sagt Ewald Kopriva. So ist die Marian

M 800 als neuestes und größtes

Modell auch mit dem

dem High-End-150-kW-Piktronik-

Motor beschickt, der das Flaggschiff

auf leisem Spezialrumpf mit bis zu

63 km/h übers Wasser gleiten lässt.

Insgesamt hat Marian sechs Modelle

im Portfolio, das demnächst um die

M 800 Spyder ergänzt wird. In dieser

Bowrider-Variante soll sich noch mehr

Raum für die Passagiere an Bord (max.

8 Personen) eröffnen, dafür wurde das

Deckslayout bis ins kleinste Detail

komplett neu gestaltet. Im

Bereich des

70 2/2021


Vorderdecks wurde eine zusätzliche

Sitz- und Liegemöglichkeit mit direktem

Zugang implementiert, die

das Platzangebot erheblich erweitert,

ohne dabei den Anspruch auf

Luxus und Komfort zu verlieren.

Jede Marian M 800 wird übrigens

von Hand gefertigt. Farbe, Ausstattung,

Materialien, Um- und Einbauten

– alles ist individuell vereinbar.

Teak, edle Beschläge und

Lederbezüge sind Eye-Catcher auf

dem Wasser und in der Marina.

Spannend auch der Blick auf den

Preis: Die Standard-Version mit

10-kW-Antrieb ist für rund

110.000 zu haben, für das Top-

FOTO: GERNOT WEILER

Modell in Vollausstattung und mit

150-kW-Antrieb wäre schon mehr

als das Dreifache hinzublättern.

Zwar ist die M 800 Spyder noch

in Bau, spätestens mit Frühlingsbeginn

sind aber erste Testfahrten

auf dem Wolfgangsee geplant. Vorbestellungen

gibt es auch schon:

Die ersten zwei Mo delle werden

im Juni an den Starnberger See

geliefert, wo sie neben den klassischen

L25-Holzsegelbooten der

dort beheimateten Bootswerft

Markus Glas (Bericht ab Seite 40)

eine wohl prächtige Figur machen

dürften.


„ Höchste Eleganz und modernste

E-Power, das macht die Marian

M 800 Spyder aus.“

Ewald Kopriva, Geschäftsführer Piktronik

M 800 Spyder

Länge ü. a.

Breite

Gewicht

Motorleistung


Batterien


7,90 m

2,50 m

ab 1.300 kg

10-kW-Unterflur,

20 bis 150-kW-Wellenantrieb

AGM-Batterien bis 20 kW

Lithium-Batterien bis 125 kW

Basispreis ab Werft (10 kW) inkl. USt. ab € 109.800,–

Preis (150 kW, Vollausstattung) inkl. USt. € 365.000,–

Boote Marian, Weinbach 46, 5360 St. Wolfgang am Wolfgangsee,

Tel. +43 6137/202 13, office@marianboats.at

è www.marianboats.at

2/2021 71


MOTORYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

Familienwachstum

FLYBRIDGE-CRUISER. Mit der neuen

Azimut 53 verdichtet Azimut

sein Angebot im mittleren Flybridge-

Markt segment auf mittlerweile drei

Yachten zwischen 50 und 60 Fuß –

ein deutlicher Hinweis darauf, wo

wirklich Stückzahlen produziert werden.

Das neue Modell wurde als Familienboot

für lange Aufenthalte an

Bord konzipiert. Man darf also auf

den 17 Metern mit viel Platz rechnen,

dazu mit sehr angenehmen

Features wie dem geringen Niveauunterschied

zwischen Kombüse und

Wohnbereich und einer mittschiffs

ge legenen Masterkabine mit begehbarem

Kleiderschrank. Insgesamt

verfügt die 53 über drei Zweibettkabinen

und eine Winzi-Crew-Einzelkabine

im Heck. Zwei Volvo Penta

IPS 950 bringen eine Höchstgeschwindigkeit

von 31, die Reisegeschwindigkeit

liegt bei 27 Knoten.

è www.splendidyachting.com

Azimut 53 tut

der Familie gut.

Mehr Glanz geben

Invictus 240 CX.

UPGRADE. Eine neue Ausstattungslinie mit

dem Namen Capoforte hat Invictus vorgestellt.

Die Kollektion umfasst alle Modelle der

Invictus-Flotte, die das X-Zeichen tragen, also

CX, FX, SX und HX – insgesamt zehn Modelle

von 19 bis 28 Fuß. Bei den Capoforte-Modellen

wurde sozusagen das exquisite Erbgut

der Marke noch einmal veredelt. Jedes Boot

ist mit einem noblen Cockpit ausgestattet,

das entweder in Elfenbein oder Cognac gehalten

ist und mit geflochtenem Leder und

Plüschstoffen für zusätzlichen Chic sorgt.

Geschmückt werden sie außerdem mit dem

neuen Capoforte-Logo. Um das Ganze abzurunden,

wird die Capoforte-Familie in wenigen

Monaten ein neues Mitglied bekommen.

Die neue SX 200 wird im Frühjahr auf dem

Markt sein und die Kollektion auf elf Modelle

erweitern.

è www.invictus-boote.de

Das klappt großartig

Heck, verdopple dich!

DECKVERGRÖSSERUNG. Nauta Design,

u. a. verantwortlich für die 180 Meter lange

Megayacht Azzam, hat sich sein raumschaffendes

Insel-Konzept patentieren lassen.

Mit „Insel“ ist in diesem Fall das Achterdeck

gemeint, das sich durch ausklappbare Bordwände

erheblich vergrößern lässt. Um bis zu

95 Prozent mehr Platz sollen dabei herausgeholt

werden können. Und Badeplattformen

in Dimensionen entstehen, auf denen

man fast Tennis spielen könnte.

è www.nautadesign.com

IMPRESSUM

MEDIENINHABER: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnig straße 232, 9020 Klagenfurt, +43 463/461 9025,

www.ocean7.at, redaktion@ocean7.at, office@ocean7.at,

Firmenbuchnummer 105347 y, Landes gericht Klagenfurt,

UID ATU 25773801 · ANWENDBARE VOR-

SCHRIFT: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz

(www.ris.bka.gv.at) · GESCHÄFTS FÜHRER:

Wolfgang Forobosko · CHEF REDAKTION: Tahsin Özen,

1180 Wien, redaktion@ocean7.at · ART-DIREKTION:

Catharina Pichler · GRAFISCHES KONZEPT: Thomas

Frik, www.viertelbogen.at · MIT ARBEITER DIESER

AUSGABE: Inga Beitz, Mag. Wolfgang Gemünd,

Wolfgang Hausner, Bernd Hofstätter, Dr. Reinhard

Kikinger, Thomas Mag. Philipp Ortner, Pernsteiner,

Gottfried Titzl Rieser, Roland Regnemer, Dr. Bobby

Schenk, Alexandra Schöler-Haring, Markus Silbergasser,

Artur Vlasaty, Dieter Wanke, Dr. Alfred Zellinger

· PRODUKTION UND DRUCK: Satz- und Druck-Team

GmbH · ANZEIGEN: Bernd Hofstätter +43 664/

552 09 32, b.hof staetter@ocean7.at · EINZELVERKAUFS-

PREIS: Österreich € 4,90 · ABO-PREISE: Bezugs preis

Inland für sechs Ausgaben: € 29,– · ABO- BE STELLUNG:

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10, 5081 Anif/Salzburg · Diese Zeitschrift und alle in

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geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen

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Verantwortlich für die Mitteilungen des YCA: Yacht

Club Austria, Generalsekretariat 4020 Linz, Lederer ­

gasse 88, www.yca.at · Verantwortlich für die Mitteilungen

des MSVÖ: Motor bootsport und Seefahrts Verband

Österreich, Forchheimergasse 34/118, 1230 Wien,

www.msvoe.at

JURY

72 2/2021


Sehr schwarze 50 Meter!

Paint it Black!

SUPERYACHT. Die italienische Nobelwerft

Tankoa hat Ende letzten

Jahres ihr drittes Modell der Reihe

S501 ausgeliefert. Olokun ist der

Name des Schiffes, das die erste

Saison an der Côte d’Azur verbringen

soll und vor allem durch seine

Farben auffällt: Ein tiefschwarzer

Rumpf mit metallic-grauen Aufbauten.

Damit die Superyacht im

Sommer nicht zum Backofen wird,

musste Tankoa auf den Aluminiumrumpf

eine Hightech-Beschichtung

aufbringen, die die Temperatur

des Metalls um bis zu 10 °C

reduzieren soll. Das Layout ist ähnlich

wie bei ihren drei Vorgängern

mit ausklappbaren Terrassen in der

Eignersuite auf dem vorderen

Hauptdeck, einer seitlich beladbaren

Tendergarage im Heck und

einem großzügigen Beach Club im

Heck. Es gibt jedoch zwei Variationen:

Das Hauptdeck wird von einer

riesigen Lounge belegt und die Eignerkabine

verfügt über ein privates

Arbeitszimmer, das in eine zusätzliche

Kabine umgewandelt werden

kann. Olokun ist übrigens ein sehr

passender Name für die Prachtyacht,

bezeichnet er doch eine

Gottheit in der Religion der westafrikanischen

Yoruba, die für die

Tiefen des Ozeans und den Wohlstand

verantwortlich sein soll.

è www.tankoa.it

Wally verrät warum

SUPERYACHT. Why 200 heißt das

neue Projekt, das Ferretti mit seiner

Neuerwerbung Wally realisieren

möchte. Mittels des futuristischen

„Full-wide-body“-Design, das sich

über die volle Breite der 24-Meter-

Yacht erstreckt, soll das Raumangebot

einer 33-Meter-Yacht erreicht

werden. Highlights: Ein Salon mit

61 m², eine 37 m² große Eignersuite

im Bug mit einer riesigen, durchgehenden

Verglasung und ein durch

klappbare Bordwände (hinter denen

sich Tendergaragen verbergen) erweiterbares

Achterdeck. Fahren

soll sich die Why 200 als Hybrid

zwischen Gleiter und Verdränger.

è www.wally.com

Why 200 mit ausgefahrener Heckflosse.


Vendée Globe

In 80 Tagen

um die Welt

Nur wenige hätten auf ihn getippt: Yannick Bestaven gewann die neunte Auflage des Vendée Globe.

Text ROLAND REGNEMER | Fotos ANDREAS LINDLAHR, JEAN-MARIE LIOT, YVAN ZEDDA, JEAN-LOUIS-CARLI

Einsamkeit und Rückzug in

die eigenen vier Rumpfwände

haben in den letzten

zwölf Monaten eine völlig

neue Bedeutung erhalten. Vielleicht

rührt daher das ganz besondere

Interesse an der soeben zu Ende

gegangenen Solo-Nonstop-Regatta

um die Welt. Mit Sicherheit waren

es aber auch die nicht nur sportlich

außergewöhnlichen Ereignisse, die

das rund 29.000 Seemeilen lange

Rennen prägten. Und die laufenden

Eindrücke von Bord der einzelnen

Teilnehmer, die diese Regatta dank

modernster Kommunikationstechnologien

hautnah und frei Haus auf

die Bildschirme brachten.

IM SCHNELLRÜCKLAUF

Allein der Zieleinlauf hatte es in

sich: Gleich acht Skipper kamen

innerhalb eines Tages und nach

durchgehend 80 Tagen auf See

wieder in Les Sables-d’Olonne an.

Neben der Dichte im Spitzenfeld

war es ein weiterer Umstand, der

für großes Interesse und rege

Charlie Darlin kehrte

nach 80 Tagen als erster

zurück nach Les Sables

d´Olonne. Den Sieg verpasste

er leider dennoch

um 2,5 Stunden.

74 2/2021


Diskussionen sorgte: die schnellsten zwei

nicht foilenden Yachten belegten Rang vier

und sieben. So fehlten dem 61-jährigen

Jean le Cam im Ziel nur 7,5 Stunden auf

das schnellste „fliegende“ Schiff.

Als erster zurück in Frankreich war

Charlie Dalin mit seiner Apivia. Er holte

sich sozusagen das „Blaue Band“, der Sieg

ging jedoch an den knapp sieben Stunden

später eingetroffenen Yannick Bestaven. Er

erhielt (wie Jean Le Cam und Boris Herrmann

auch) eine Zeitgutschrift für den

Einsatz zur Rettung von Kevin Escoffier,

dessen PRB südwestlich von Kapstadt in

zwei Teile zerbrochen und gesunken war.

KEIN FISHERMAN’S FRIEND

Mit Boris Herrmann schaffte es erstmals

auch ein deutscher Solo-Skipper ins Ziel

(Platz 5). Bis knapp 100 Seemeilen vor

Les Sables lag er auf Podestkurs, als den

39-jährigen nicht sein Radar- oder AIS-

System aus dem Schlaf rissen, sondern ein

dumpfes Scheppern und ein sehr abrupter

Stopp von rund 17 Knoten auf Null. Herrmann

kollidierte mit einem 24 Meter großen

Fischerboot, das gerade seinen Fang

einholte. Dem großen Schock folgte das

Glücksmoment, das Rennen dennoch

beenden zu können, was die Emotionen

an Bord und daheim hoch gehen ließ.

Boris Herrmann war spätestens seit

Weihnachten 2020 im deutschsprachigen

Raum weit über die Seglergemeinde

hi naus ständig präsent. Das ZDF änderte

nach dem Zieleinlauf sein Sonntagsprogramm,

der „Verdienstorden der Bundesrepublik

Deutschland“ ist in Aussicht, das

kurzfristig für Herrmann aufgenommene

Lied „Boris Flieg!“ wurde in zwei Wochen

über 50.000 Mal auf YouTube abgerufen .

NEUE REKORDE BEI DEN

DAMEN UND HERREN

Auf Platz sieben des Rankings findet sich

mit Damien Seguin eine aufgrund seiner

Leistungen große Segelpersönlichkeit ganz

oben auf dem Ranking. Der 41 Jahre alte

Franzose hat neben zahlreichen Welt- und

Europameistertiteln im Para segeln auch

noch drei Paralympische Medaillen, zwei

davon in Gold, daheim hängen.

Nachdem Segeln aus dem Paralympischen

Programm gestrichen wurde, entschied

sich Seguin zum Wechsel in die

in Solo-Segelszene. Mit Erfolg, wie die

neunte Vendée Globe zeigte.

Als erste Skipperin passierte Clarisse

Crémer nach 87 Tagen, 2 Stunden und

24 Minuten die Ziellinie. Gestartet waren

mit ihr fünf weitere Solo-Seglerinnen – so

viele wie nie zuvor. Crémer knackte damit

auch den 21 Jahre alten Solo-Non-Stop-

Rekord für eine weibliche Skipperin von

94 Tagen und 4 Stunden, den Ellen Mac­

Arthur hielt, nachdem sie bei der Vendée

Globe 2000–2001 Zweite geworden war.

Abschließend noch ein paar Zahlen, um

die Leistungen der Solo-Seglerinnen und

Segler in unser normales Seglerleben besser

einordnen zu können.

Ohne noch näher auf Schlafmangel, Ernährungsgewohnheiten

oder Verzicht auf

sanitäre Gewohnheiten einzugehen: Thomas

Ryant sorgte mit seiner im September

2019 vom Stapel gelassenen „Linked Out“

für das 24-Stunden-Rekord-Etmal von

515,3 Seemeilen. Also fast 1.000 km auf

dem Wasser, allein zurückgelegt an nur einem

Tag. Durchschnittsgeschwindigkeit:

fast 40 km/h. Sieger Yannick Bestaven

brachte es im gesamten Rennen auf 14,8

Knoten, Nacht und Tag, 80 Tage, 3 Stunden

und 45 Minuten lang.

Dass gleich drei in der Nähe segelnde

Skipper zur Rettung des verunglückten

Escoffier ohne zu zögern ihren Kurs änderten,

lässt sich in Zahlen nicht ausdrücken.

Auch das ist Vendée Globe.

è www.vendeeglobe.org

Kevin Escoffier verlässt seinen Retter Jean Le Cam,

um von einem Rescue-RIB aufgenommen zu werden.

Boris Herrmann auf

seiner Terrasse mit Ausblick.

Sieger Yannick Bestaven

beim Zieleinlauf um 3.19 Uhr.

Clarisse Crémer belegte Platz 12 und hält mit 87 Tagen,

2 Stunden und 24 Minuten den neuen Damen-Weltrekord.

Zwei paralympische Goldmedaillen hatte Damien

Seguin beim Rennen um die Welt mit im Gepäck.


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News März/April 2021

Österreichische Segel- und

Motorboot-Führerscheine

So hat der MSVÖ die Prüfungsreform durchgeführt.

Text HARALD MELWISCH

DI HARALD MELWISCH

Präsident des „King

Yachting Club“,

Prüfungsreferent des

MSVÖ – Motorbootsport

und Seefahrts Verband

Österreich und langjähriger

Experte auf dem

Gebiet der Berufs- und

Freizeitschifffahrt.

kolumne@ocean7.at

S

eit 1. Jänner 2021 müssen

alle österreichischen Prüfungsorganisationen

mit

Prüfungsabläufen und Prüfungsmaterial

gemäß der neuen Verordnung

„JachtVO“ arbeiten. Die

Unterschiede zu früher sind nicht

unerheblich.

Die praktische Prüfung für Segelund

Motorantrieb ist auf einem motorisierten

Segelboot möglich, Seemeilennachweise

auf motorisierten

Segelbooten gelten ebenfalls für

Motor- und Segelantrieb. Bei der

Theorie- und Praxisprüfung ist der

Teil für Motorantrieb verpflichtend,

ein Segelteil ist jeweils Option.

Die Inhalte der Prüfungen sind

nicht prinzipiell verändert, es gibt

allerdings einige Verschiebungen

von Prüfungsinhalten zwischen den

Fahrtbereichen FB1 bis FB4.

Diese Veränderungen wurden am

8. Mai 2020 durch die Verordnung

„JachtVO“ bekanntgemacht und

erfordern zur Umsetzung von den

Prüfungsorganisationen eine kleine

Reform von Formularen und Prüfungsinhalten.

Allerdings ist es mit

neuen Formularen, Fragenkatalogen

und Kartenaufgaben noch nicht getan.

Wichtig ist, dass die Ausbildungsstätten,

die ihre Kandidaten

prüfen lassen, die Chance bekommen,

die neuen Inhalte in ihre Ausbildung

einfließen zu lassen. Und

das natürlich bevor die erste Prüfung

stattfindet.

Der MSVÖ ist eine reine Prüfungsorganisation,

die selbst keine

Abbildung 1: Ein neues „Navigationsblatt des MSVÖ“, basierend auf der kroatischen Seekarte „MK16“ im

Format A2 ersetzt die Seekarte 100-17.

nahestehende Ausbildungsstätte

betreibt, was man vermutlich ehrlichen

Herzens nicht von allen Prüfungsorganisationen

in Österreich

behaupten kann. Für den MSVÖ

war daher eine zeitgerechte Kontaktaufnahme

mit den Ausbildungsstätten,

welche ihre Kandidaten

beim MSVÖ prüfen lassen,

nötig.

Schon lange vor Inkrafttreten der

neuen Verordnung, am 29. Februar

2020, organisierte der MSVÖ

ein Seminar mit den Verantwortlichen

von Ausbildungsstätten und

mit Prüfern. Bei diesem Seminar

wurden alle bis dahin bekannten

und geplanten Veränderungen

kommuniziert. Verbesserungen

und Änderungen im Formularwesen

wurden gezeigt und erklärt.

Erläutert wurde auch die neue

Kartenarbeit, welche nicht mehr auf

der sperrigen Seekarte 100-17 zu

zeichnen ist. Ein neues „Navigationsblatt

des MSVÖ“, basierend auf

der kroatischen Seekarte „MK16“

im Format A2 ersetzt die Seekarte

100-17 (siehe Abbildung 1).

Darüber hinaus versprach der

MSVÖ im Februar 2020, die neuen

Fragenkataloge und Kartenarbeiten

an die Ausbildungsstätten bis Au­

76 2/2021


MSVÖ nimmt Ab schied

von der Boot Tulln

Der MSVÖ hat nach reiflicher Überlegung beschlossen,

künftig nicht mehr auf der Boot Tulln präsent zu sein.

Abbildung 2: Die neuen Fragenkataloge und Kartenarbeiten wurden wie

zugesagt bis August 2020 an die Ausbildungsstätten kommuniziert.

gust 2020 zu kommunizieren, sodass diese

in der Lage sind, ab den Ausbildungskursen

im Herbst das neue Material zu verwenden

(Präsentation Terminplan siehe

Abbildung 2).

Dieser Terminplan wurde dann auch eingehalten,

es konnte sichergestellt werden,

dass die neuen Theoriekurse im Herbst

nach den neuen Regeln geprüft werden

konnten. Die Rückmeldungen von den

Ausbildungsstätten waren durchwegs positiv,

die Prüfungen verliefen reibungslos.

VOM VERBANDSSCHEIN ZUM

INTERNATIONAL CERTIFICATE

Die Prüfungen des MSVÖ sind gültig

für den Erwerb des International Certi ­

fi cate (IC) der Via Donau. Allerdings hat

der MSVÖ stets seinen traditionellen Verbandsschein

beibehalten (der zum Erwerb

des IC berechtigt, was nicht für alle „Verbandsscheine“

auf dem Markt gilt). Der

MSVÖ-Verbandsschein wird nach wie vor

jedem Kandidaten ausgestellt, egal ob er

ein IC beantragt oder nicht.

Der frühere inhaltliche Unterschied

zwischen IC und Verbandsschein des

MSVÖ – die Tatsache dass die Praxisprüfung

für Motorantrieb auf einem motorisierten

Segelboot stattfinden darf – ist

durch die neue Verordnung weggefallen.

Dadurch sind die Anforderungen bis auf

wenige Formalitäten identisch.

Der MSVÖ hat durch diese schnelle und

reibungslose Prüfungsreform seine herausragende

Rolle unter den Prüfungsorganisationen

untermauert und ist für Ausbildungsstätten

eine verlässliche

Prüfungsorganisation geblieben.

è www.msvoe.at

Die direkten Kunden der Prüfungsorganisation

MSVÖ

sind Ausbildungsstätten

und Prüfer. Für diesen Kreis ist es

zielführender, Seminare im Landgasthaus

Plöschenberg zu veranstalten.

Bei diesen Fachseminaren gelingt

der persönliche Kontakt mit

konstruktiven Gesprächen bedeutend

besser als in einer lauten und

hektischen Messehalle. Wenn die

Anregungen und Ideen der Teilnehmer

der neuen Jachtverordnung

entsprechen, können diese

dann auch gleich im großen Kreis

besprochen und ggf. vor Ort umgesetzt

werden.

Ehrungen in

Pandemie-Zeiten

Text MARKUS CHRISTIAN VOGT

Im letzten Quartal, besonders zu

Jahresende, halten traditionellerweise

viele Yachtclubs und -verbände

ihre alljährlichen Jahresabschlusstreffen

und Sitzungen ab.

Auch wenn sich bedingt durch

Corona der Sportbootverkehr auf

den internationalen Wasserstraßen

streckenmäßig in Grenzen hielt,

werden im Zuge dessen, meist auch

Ehrungen einzelner oder ganzer

Crews für ihre Leistungen, die sie

in der vorangegangenen Saison erbracht

haben, geehrt, wie z. B. den

„Fahrtenskipper“.

Der MSVÖ vergibt diesen bei entsprechenden

km-Leistungen an die

Mitglieder von MSVÖ-Mitgliedsvereinen.

Bedingt durch den Corona-Lockdown

wurden nun fast alle

gegen Jahresende anstehenden

Clubaktivitäten abgesagt.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Die Erfahrung hat uns gezeigt,

dass unsere Seminare einen größeren

Mehrwert für das Prüfungsund

Ausbildungswesen haben als

die Bootsmesse Tulln. Außerdem

möchten wir darauf hinweisen,

dass unser Prüfungsmaterial für

alle Fahrtenbereiche nach JachtVO

vollständig fertig ist und bereits

zum Einsatz kommt.

Wir sind natürlich weiterhin

über E-Mail (msvoe@msvoe.at)

und Telefon (+43/1/609 44 40)

erreichbar und freuen uns auf eine

weiterhin gute Zusammenarbeit

mit unseren ehrenamtlichen

Prüfern und unseren Ausbildungsstätten.

Hoffen auf offene Wasserstraßen –

wie hier auf der Donau in der Wachau

– in der Saison 2021.

Auf die Ehrungen verdienter Mitglieder

muss dennoch nicht verzichtet

werden. Die Preisverleihungen

finden hoffentlich im Frühjahr

zu Saisonbeginn im gewohnten

Rahmen statt. Hoffen wir gemeinsam

auf eine uneingeschränkte

Saison 2021 auf dem Wasser!

2/2021 77


YACHT CLUB AUSTRIA

News März/April 2021

Meilensteine auf Malta: die Mgarr

ix-Xini-Schlucht auf Gozo …

YCA-MITGLIEDER BERICHTEN

Malta: Schon Barawitzka seg

Die Begeisterung des Kapitäns Barawitzka für Malta hat Karl Vettermann ausführlich beschrieben.

Zu Recht, denn Malta ist ein wunderschönes Revier, wenn man warmes Wetter, kurze Schläge, schöne

Buchten sucht und etwas Interesse für Geschichte mitbringt. In einer Woche kann man Malta ganz gut

kennenlernen. Wer sich zwei Wochen Zeit nimmt, dem sei eine Fahrt zur Südküste Siziliens empfohlen.

Text und Fotos ANTON J. KNIERZINGER

Jeder Törn auf der Insel Malta

geht von der Hauptstadt Valletta

aus. Valletta ist eine imposante

Festungsstadt, erbaut von

den Rittern des Souveränen Malteserordens,

um sich gegen die Belagerungen

der Osmanen besser verteidigen

zu können. Entsprechend

einzigartig ist die Stadt. Das Personal

in der Marina Kalkara war, wie

übrigens alle Malteser, sehr hilfsbereit.

Dass wir mit Heidi eine Skipperin

hatten, hat Salvarore, unseren

Marinero, aber sehr beschäftigt.

Proviant ließ sich mit dem Taxi gut

organisieren, und los ging es.

Zehn Meilen nördlich liegt die

St. Pauls Bay, wo sich der Apostel

Paulus nach einem Schiffbruch an

Land retten konnte. Wir haben südlich

der St. Pauls Insel einen ruhigen

Ankerplatz gefunden. Als nächste

Station empfiehlt es sich, im Hafen

von Marsalforn auf Gozo zu ankern.

Der Ort ist Ausgangpunkt zu den

Ausgrabungsstätten von Ggantija.

Die neolithische Tempelanlage war

schon uralt, als Stonehenge erbaut

wurde. Solche jungsteinzeitlichen

Ausgrabungsstätten gibt es viele hier.

Malta war offensichtlich ein Hotspot

in der Steinzeit.

Nordwestlich von Gozo liegt die

Bucht von Dweijra. Hier im Schatten

des Fungus Rock zu ankern ist

ein tolles Erlebnis. Von der Bucht

aus kann man zum berühmten

Inlandssee wandern und mit dem

Beiboot Höhlen erkunden. Weiter

südlich liegt ix-Xini, meine Lieblingsbucht.

In dem romantischen

Fjord wird mit Leinen zur Felswand

geankert. Im einzigen Restaurant

hat man uns mit Fischplatte und

ausgezeichneten Desserts verwöhnt.

Gleich daneben sind Hafen und

Marina von Mgarr. Restaurant-

Tipp: Sammy‘s I’ll-Kcina tal-Barac­

78 2/2021


… Maltas Hauptstadt Valletta …

YCA-GRATULATION

Käpt‘n Metaxa

wird 80!

Eigentlich unglaublich, wenn man dem Doyen der

österreichischen Skipper-Ausbildung gegenübersteht:

Wie 80 schaut er überhaupt nicht aus, unser Klaus

Czap ist fit wie ein Turnschuh und trotz Corona

umtriebig wie eh und je.

Text und Foto GOTTFRIED TITZL RIESER

… die Hofra-Bucht …

… das Popeye Village.

elte hier!

Klaus hat weit über tausend Segelschüler

begleitet und ausgebildet, seine

Trainings- und Prüfungstörns sind

nach wie vor innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.

Er kann viel erzählen, gehört er

doch zur ersten Generation der Ausbildner

im YCA.

Klaus Czap ist vom Tauchsport zur Nautik

gekommen, zuerst auf dem Motorboot und

dann hat ihn mit voller Wucht die Segelleidenschaft

gepackt. Von da kommen auch

seine „Götter“: Jacques Cousteau als Taucher,

Bernard Moitessier und Bobby Schenk

fürs Segeln. Und so blickt er auch auf seine

Highlights zurück: Sieg als schnellstes Boot

beim Ecker-Cup, Segeln in der Südsee und

mit Wolfgang Hausner auf den Philippinen.

Seine größten Erfolge aber feiert er mit den

unzähligen Trainees und „Azubis“, wie er sie

nennt, und seine Botschaft an uns alle lautet:

Segeln auf dem Meer ist eine der letzten

Freiheiten, die wir uns bewahren müssen.

Klaus Czap hat mit seinem Wissen, seinem

Know-how und seinen Erfahrungen

den YCA seit seiner Gründung wesentlich

geprägt – wir alle sind stolz, Menschen wie

ihn in unseren Reihen zu wissen.

Der YCA wünscht seinem Ehren-Commodore

alles Gute zum 80. Geburtstag, weiterhin

viel Glück und beste Gesundheit und

natürlich immer eine Handbreit Wasser unterm

Kiel!

ca. Mit dem Bus ist die malerische

Inselhauptstadt Rabat bequem zu

erreichen.

Nach dem aus dem Film berühmten

Popeye Village war die

letzte Station auf diesem Törn Marsaxlokk,

ein netter Fischerhafen.

Ein Taxibus brachte uns zur Besichtigungstour

in die alte Hauptstadt

Mdina, Übernachten ist aber

besser in der Hofra-Bucht gleich

nebenan. Zurück in der Marina erwartete

uns unser Freund schon.

Heidis tolles Anlegemanöver

brachte sein Weltbild dann ins

Wanken: Frauen können es doch.

Zum Ausklang passt übrigens ein

Besuch der Plough&Anchor Bar in

Sliema. Barawitzka ist nicht mehr

da, aber Guy steht noch immer

hinter der Schank. Weitere Details

gerne auf unserer Törn-Website:

è www.malta-2020.jimdofree.com

YCA-Services und -Vorteilspartner

Wir bauen laufend unser Netzwerk zu

starken Partnern aus. Damit können wir

unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen anbieten,

siehe unsere Service/Vorteilspartner auf

è www.yca.at

Marinas: Sondertarif für Tages- bzw. Jahres-

Liegeplätze. Italien: Marina Certosa (Venedig),

Marina Aprilia Marittima (Lignano*). Kroatien:

Marina Vrsar, Marina Funtana, Marina Punat,

Marina Frapa in Rogoznica und Dubrovnik.

Spanien: Marine Project Iberia (Barcelona).

Charter: Müller Yachtcharter, Phoenix

Yachting, My SeaTime Yachtcharter d.o.o.

(Kroa tien), Ionian Charter (Griechenland),

four seasons yachting GmbH (Deutschland).

Service: MEC-Energietechnik, SeaHelp,

Seemannsladen.at, Thomas Pernsteiner,

Schiffs-Sachverständiger, ocean7-Magazin.

* mit der Agenzia Adrianautica und Agenzia Immobiliare-Nautica & Yachting San Marco

YCA-Mitglieder genießen Sondertarife

in vielen Marinas wie z. B.

in der Marina Certosa in Venedig.

Versicherung: Wir Pantaenius. konnten das ganze Jahr

YCA-Stützpunkte: 2020 über Alle keinen Marinas einzigen

Trainingstörn Charter. durch­

wie links

angeführt + Ionian

Interessierten führen, geschweige Sponsoren denn und Partnern einen bieten

Prüfungstörn. wir gerne attraktivste Und im Herbst Kooperations kam -

formen und Möglichkeiten für eine erfolgreiche

Zusammenarbeit. Auf Ihre Anfragen

und Vorschläge an unser Marketing-Team

freuen wir uns bereits jetzt:

è marketing@yca.at

FOTO: VENTODIVENEZIA

2/2021 79


YACHT CLUB AUSTRIA

News März/April 2021

YCA-MITGLIEDER BERICHTEN

Blitzschlag –

wir wurden getroffen!

Jeder Segler kennt sie, egal, ob es sich um Blitz schläge an Land oder auf dem

Wasser handelt. Eine Natur gewalt, vor der wir alle nicht gefeit sind.

Text HARALD NEUMAYER | Fotos SEPP HÖLLER, UDO REICHMANN, HARALD NEUMAYER

So sollte man sich bei einem

Gewitter nicht im offenem

Wasser aufhalten. Gerade bei

einem Segelboot ist ein Schutz gegen

Blitze enorm wichtig, denn der

Blitz sucht sich in der Regel eben

das höchste Objekt aus.

Am 22. September 2020 waren

wir auf dem Rückweg von Chioggia

Richtung Aprilia Marittima, wo wir

gegen 16 Uhr in Jesolo/Marina del

Cavallino festmachten. Wir waren

bereits länger unter Deck, als es

über uns laufend im Minutentakt

krachte. Der Abendhimmel war abwechselnd

hell erleuchtet und darauf

folgend immer wieder dieser

ohrenbetäubende Donnerlärm.

Plötzlich, ein extrem lauter Knall,

als hätte es eine Lampe am Steg zerfetzt.

Wir schauten sofort ins Cockpit,

alles schien in Ordnung zu sein.

Auch die Lampe am Steg leuchtete

noch. Das war ein Blitzeinschlag in

unmittelbarer Nähe.

Am nächsten Tag das bittere Erwachen

beim Ablegen: Wir schalten

die elektronische Navigation ein,

mehr als drei Querstriche sind auf

den Displays jedoch nicht zu erkennen.

Keine Logge, keine Tagesmeilen,

keine Tiefenanzeige, keine Geschwindigkeit,

keine Windanzeige,

kein Kurs, einfach nichts mehr wurde

angezeigt. Je länger wir mit dem

Messgerät prüfen, umso länger wird

die Liste der beschädigten Teile:

Von den Wind-Logge-Lot-Gebern,

AIS, USB-Anschlüsse bis zum Autopilot

war keine Funktion mehr vorhanden.

HÄTTE MAN DEN EINSCHLAG

VERHINDERN UND DEN SCHADEN

IN GRENZEN HALTEN KÖNNEN?

Nachdem unser Schiff einen GFK-

Rumpf sowie eine 30 x 30 cm große

Metallplatte am Rumpf unter Wasser

verfügt, die mit dem Mastfuß

verbunden ist, sind wir ohnehin

bestens geerdet, wie dies bekanntlich

bei Aluminium- und Stahlbooten

auch der Fall ist. Sinnvoller

Blitzschutz fängt meiner Meinung

nach beim Entwurf der Yacht an:

ausreichende Erdungen, Verbindungen

sämtlicher leitender Materialen

im Außenbereich, Isolation

des Innenraums, um die Crew zu

schützen, wenn diese Faktoren bereits

beim Bau einer Yacht berücksichtigt

werden, entstehen kaum

Mehrkosten, nachträglich ist es oft

nur die zweitbeste Lösung.

LED-Lampe verschmolzen und verschmorte Leitungen. Rechts Harry Neumayer auf seiner Jo-Eh-Yacht.

80 2/2021


YCA-AUSBILDUNG

Online zum FB2-3-4-Erfolg

Text GOTTFRIED TITZL RIESER

YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

Ja, wir konnten das ganze Jahr 2020

über keinen einzigen Trainingstörn

durchführen, geschweige denn einen

Prüfungstörn. Und im Herbst kam es dann

noch einmal knüppeldick, zum Start der

Ausbildungssaison mussten wir auch die

Theoriekurse absagen. Haben wir im Frühjahr

2020 noch unsere themenbezogenen

Webinare mit großem Erfolg durchgezogen

– es waren über hundert –, standen wir im

Oktober und November vor leeren Seminarräumen.

Lockdown, fehlende Tests, die Impfung

in weiter Ferne, all das ließ uns ziemlich

ratlos und deprimiert dreinschauen.

Was also tun? Die Steirer begannen, und

die Oberösterreicher zogen nach: Wir sind

stolz, dass wir die FB2-Theorieausbildung

innerhalb kürzester Zeit komplett online als

einzelne, interaktive Webinare durchführen

konnten. Dies wurde auch prompt für unsere

FB3- und FB4-Upgrade-Kurse ermöglicht.

Und was haben wir Schönes erlebt? Die regionalen

Distanzen haben wir überwunden,

in den Kursen waren Tiroler und Wiener,

Kärntner und Salzburger bunt gemischt. Die

Kurzparkzone vor dem Seminarhotel haben

wir nicht vermisst. Überhaupt, die Trainees

konnten mehr oder weniger gemütlich in ihren

eigenen Räumlichkeiten zu Hause arbeiten.

Die Dankbarkeit und die Freude der Seminarteilnehmer

über die Durchführung der

Kurse haben uns dann aber doch überrascht.

Letztendlich haben wir es geschafft – die

ersten Seminare mit Fernunterricht zur

Ausbildung und Clubabende März/April 2021

Aus- und Weiterbildung

5. März Wien FB3-Theorie-Wochenendkurs

12. März Klagenfurt FB3-Theorie-Wochenendkurs

12. März Linz SRC-Funkkurs Oberösterreich, 2 Tage

13. März Linz SRC-Funkkurs Oberösterreich, 1 Tag

9. April Ansfelden Pyrotechnik inkl.

Kat.-P2-Gegenstände

10. April Murter Praxis-Meilentörn, 8 Tage

18. April Portsmouth YCA Tidal Training Solent

24. April Attersee SY Isabell-Schiffseinweisung

24. April Pula Katamaran-Trainingstörn, 8 Tage

Erlangung einer Skipper-Lizenz wurden

positiv abgeschlossen. Und damit meine ich

die „Weiße Fahne“ bei der Prüfung, die wir

gerade rechtzeitig vor dem dritten Lockdown

organisierten – alle haben bestanden!

Das war keine leichte Aufgabe, denn es

macht einen Riesenunterschied, ob die Trainer

einen Präsenzunterricht leiten oder die

Schüler lediglich auf den Bildschirmen sehen

– oder auch nicht, weil die Kamera mal wieder

nicht funktioniert oder nur das kleine

Tablet zur Verfügung steht. Charisma und

Aura spielen bei dieser Technik eine untergeordnete

Rolle. So haben wir bemerkt, dass

Fragen gezielt an einen Teilnehmer gestellt

werden müssen und nicht in die ganze Runde

gestellt werden können.

All das – und natürlich viel mehr – werden

wir in die nächsten Online-Seminare einfließen

lassen, wir lernen genauso wie unsere

Trainees dazu. Wie schon die alten Griechen

sagten: „Es gibt nichts Schlechtes, an dem

nicht auch was Gutes ist“ – auch an Corona.

24. April Southampton YCA Tidal Training Solent, 8 Tage

24. April Kindberg SRC-Funk, 1-Tages-Kurs,

Steiermark

24. April Attersee SY Isabell-Schiffseinweisung

26.–28. April Attersee FB-Basis-Praxis-Erweiterung

30. April Ludersdorf-W. SRC-Funkkurs Steiermark, 2 Tage

Clubabende

Sämtliche Events und Veranstaltungen sind Corona-bedingt am besten

tagesaktuell auf unserer Homepage ersichtlich:

è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe è www.yca-crew-ktn.at

GRAFIK: WOLFGANG HURCH

COMMODORE

Christian Schifter

+43(0)664 5315353

cschifter@yca.at

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)0676 6086035

mike.hecker@yca.at

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

2/2021 81


Sailing Poetry

Rebellen am Traunsee

Mein alter 30er-Schärenkreuzer liegt an seiner Boje in der Orter Bucht und auf der

Terrasse des UYCT heben wir Nestors Becher gemeinsam mit zwei Revolutionären.

Ein Gewitter zieht über die

Viechtau herauf, habe das

Boot rechtzeitig an seiner Boje

festgemacht, wir sitzen auf

der Terrasse des Yachtclubs.

So war die Stimmung, sagt der

Student, als wir das Schloss Ort

stürmten ... es ist 1626. Adam Graf

Herberstorff, Karrierist und Geschäftsmann,

verwaltet das an Bayern

verpfändete Land-ob-der-Enns;

residiert im Seeschloss Ort, man

nennt ihn die „Geißel der Paurn“.

Der politische Katholizismus

strebt zurück an die Macht – mit

eifern der Unterstützung des Habsburgers

Ferdinand II. Die evangelischen

Prädikanten werden aus dem

Land vertrieben, ketzerische Bücher

eingezogen und öffentlich verbrannt,

die Teilnahme an katholischen Messen

ist obligat, wer nicht katholisch

werden will, muss auswandern. Es

wird gefoltert, geköpft, gevierteilt

und gebrannt, wie es Jahrhunderte

später der sogenannte „Islamische

Staat“ nicht übertreffen wird.

Ich agitiere gegen die Zwangskatholisierung

und gegen das ganze

Untertanensystem, sagt der Student,

den die Aufständischen den

„Schwarzen Studenten“ nennen.

Wir besiegen Herberstorffs Soldaten,

er zieht sich nach Linz zurück, sein

Seeschloss Ort wird unser Hauptquartier,

wir besetzen Gmunden,

belagern Linz, kontrollieren den

Großteil der Landes. Doch zum

endgültigen Sieg fehlen uns Entschlossenheit

und der Wille zur

Macht. Mit Verhandlungen lassen

wir uns hinhalten, bis genügend

Truppen bereitstehen.

Wieder gewinnen wir manche

Schlacht, doch unter der Führung

des Generals Pappenheim, eines

War-Lords, der den Krieg zu seinem

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

Schärenkreuzer

vor Schloss Ort.

Geschäft macht, wendet sich das

Blatt. Meine Revolution war weniger

blutig, sagt Arnold Schönberg, der

interessiert zugehört hat. Obwohl es

blutige Nasen gab; im Wiener Musikverein

fing sich selbst Gustav

Mahler einen Faustschlag ein, als er

mir nach der Premiere meines fismoll-Quartetts

beistand, das ich hier

am Traunsee geschrieben hatte.

Ich verbringe jetzt die Sommer am

Ostufer des Sees mit meinem Freundeskreis

Alban Berg, Webern, Zemlinsky

und, ja, auch mit dem Maler

Gerstl. Im Gasthof Hois’n auf der

Seeterrasse lässt sich gut feiern. Es

gibt auch einen gut platzierten Steg

hier, sage ich, liege dort gern mit

meinem Boot – für ein Dinner mit

Traunsee-Reinanken. Doch morgen

laufen wir erst einmal das „Bootshaus“

in Traunkirchen an, ein exzellentes

Restaurant im Hotel Traunsee

mit einem vorzüglichen Hecht.

STURM UND CUBA LIBRE

Mit dem 2. Streichquartett, fährt

Schönberg fort, bin ich vom romantischen

Stil zur Atonalität fortgeschritten.

Das Zitat „O du lieber

Augustin, alles ist hin“ im 2. Satz

gibt meiner Stimmung Ausdruck,

nachdem meine Ehe zerbrochen

war, „Töte das Sehnen, schließe die

Wunde! Nimm mir die Liebe, gib

mir dein Glück!“ heißt es im dritten

Satz. Im Sonnenhymnus beschreibe

ich das Erwachen der Natur am

Sommermorgen, das Spiel der

Sonnenstrahlen auf den Wellen

des Traunsees, das Aufschnellen

der Fische.

Die Wetterfront ist jetzt über uns,

der Himmel ist dunkelgrau geworden,

die Sturmwarnung am Schloss

Ort blinkt; die ersten Böen fahren in

die Riggs der Boote an den Stegen,

bringen sie zum Klingen; erwarte

den Sturm auf der Clubterrasse wie

üblich bei einem Cuba Libre, der

Barkeeper macht eine launige Bemerkung

über das Segeln und die

Frauen … so könnte ein Roman

beginnen und dann war es wieder

eine Parodie auf Hemingway.

Nach diesem Intermezzo am

Traunsee, meine Damen und Herren,

kehren wir im nächsten Sailing

Poetry zurück nach Venedig, wo die

Katawa in der Marina Sant’Elena

liegt, und treffen auf Thomas Mann,

der gerade an seinem „Tod in

Venedig“ schreibt.


82 2/2021


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