Friedrich Kittlers Zettelkasten u.a. zu "Mondfarben"

LiteraturmuseenMarbach

Von A bis W hat Kittler in seiner orangenen Kartei im Format DIN A6 vor allem literarische Zitate zu Phänomenen gesammelt, die nicht in den Dingen selbst liegen, sondern im Auge des Betrachters – von den Farben der Augen zu denen der Wolken und ihren Formen bis zu denen des Mondes. Wir haben eine Arbeitstranskription davon gemacht.

Arbeits-Transkription eines Zettelkastens, der in der Dauerausstellung im

Literaturmuseum der Moderne ausgestellt ist (Nachlass Friedrich A. Kittler,

Deutsches Literaturarchiv Marbach: https://www.dlamarbach.de/katalog/Handschriften/;

transkribiert von Thomas H. Schmidt, Richard

Schumm und Heike Gfrereis; mit Erlaubnis von Susanne Holl, Copyright: DLA

Marbach und Susanne Holl 2015)

Friedrich A. Kittler,

Zettelkasten

Buchstabe A

Karte 1, Vorderseite

Augenfarbe: grün

Aurevilly

Colette

Lorrain,J

Aurevilly

Diaboliques: Le Bonheur dans le Crime

Ces Plaisirs, p1o6sq: Ich kannte sie (die Cavalière),

sie war in glasklare Pupillen verliebt; doch

als ich ihr sagte, sie teile mit Jean Lorrain die Vernarrtheit

in ge o blaue An; da meinte sie verärgert:

"O , das ist aber durchaus n dasselbe! Jean Lorrain

findet an gn An Gefallen, um sich – wir wissen wohin

zu begeben... Er ist ein M, dem der Abgrund niemals

genügt hat ...“

Monsieur de Phocas, p22: Augen, in denen ein ges Was

ser leuchtet und schlummert, das trübe, verdorbene Was

ser einer unbefriedigten Seele, der kränkliche Smaragd

einer erschreckenden Lust (Quelle: Praz)

Diaboliques: Dessous de cartes d’une partie de whist

(Praz, Liebe 219): Die An der Gräfin funkelten genauso

grün wie ihre Waffen

Karte 1, Rückseite

Aurevilly

ibid.: die beiden goldgesprenkelten Smaragde waren

so kalt, als hätte man sie dem Fische des Polykrates

aus Bauch und Laich entnommen

1


Buchstabe A

Karte 2, Vorderseite

Augenfarbe:schwarz

Hugo

Hernani I 2;p52: Carlos: Vous (H) aimez madame et

ses yeux noirs,/ Vous y venez mirer les vôtres

tous les soirs,/C’est fort bien. J’aime aussi ma

dame

- i.b. II 1; p73: Carlos: J’en suis amoureux fou! Les

yeux noirs les plus beaux,/ Mes amis! Deux miroirs!

deux rayons! deux flambeaux!/

Karte 2, Rückseite

2


Buchstabe B

Karte 1, Vorderseite

Berge: erhaben

Flaubert

Kant, I.

cf.Erhabenes

Meer:erhaben

Bovary II 2; 1 p399: Et puis ne vous semble-t-il

pas, répliqua madame Bovary, que l’esprit vogue

plus librement sur cette étendue sans limites

(mer), dont la contemplation vous élève l’âme et

donne des idées d’infini, d’idéal? – Il en est de

même des paysages de montagne, resprit Léon

K:d.U. §26,B95: Wer auch wollte ungestalte Gebirgs

massen, in wilder Unordnung über einander getürmt

mit ihren Eispyramiden, oder die düstere tobende

See u.s.w. erhaben nennen? Aber das Gemüt fühlt

sich in seiner eigenen Beurteilung gehoben

Karte 1, Rückseite

3


Buchstabe B

Karte 2, Vorderseite

Augenfarbe:schwarz

Hugo

Jean Paul

Han d’Islande 2; I p24: Au-dessus de la ville (Drontheim),

on aperçoit dans un lointan bleuâtre les ci

mes blanches et grêles des monts de Kole, pareilles

aux fleurons aigus d’une couronne antique-

Titan I4;III p36sq: Die Sonne erkaltete an der feuchten

Erde-nur noch die zak/kige Mauerkrone aus

den Goldstufen der Gletscherspitzen glühte über

ausgelöschte Wolken- u die Zauberlaterne der Natur

warf ihre Bilder nur noch gezogner u matter:

Karte 2, Rückseite

4


Buchstabe B

Karte 3, Vorderseite

Berge: Treppen zum Himmel

Baudelaire

Salon de 1859, X: Le paysage: p1o48: Je ces

grands lacs qui répresentent l’immobilité dans le

désespoir, les immenses montagnes, escaliers de

la planète vers le ciel, d’où ce qui paraissait

grand paraît petit, les châteaux forts (oui,

mon cynimsme ira jusque-là), les abbayes crénelées,

qui se mirent dans les mornes étangs, les ponts

gigantesques, les contructions ninivites, ha

bitées par le vertige, et enfin tout ce qu’il faudrait

inventer, si tout cela n’existait pas!

Karte 3, Rückseite

5


Buchstabe B

Karte 4, Vorderseite

Berge.wild

cf.Meer: wild

Wald: wild

Schiller, F Der Alpenjäger; 1 p1o7:Mutter: Willst du n der

Blümlein warten/Die im Beete freundlich stehn?

/Draußen ladet dich kein Garten,/Wild ist’s auf

den wilden Höhn!/

ibid.p108: U der Knabe ging zu jagen,/U es treibt

u reißt ihn fort,/Rastlos fort mit blindem Wagen/An

des Berges finstern Ort;/

- Der Spaziergang; 1 p139sq, V. 175sqq: Hinter mir

blieb der Garten, der Hecken vertraute Begleitung,/Hinter

mir jegliche Spur mlicher Hände

zurück./Nur die Stoffe seh’ ich getürmt, aus wel

chen das Leben/Keimet, der rohe Basalt hofft auf

die bildende Hand./...Wild/

Tieck, L.

Runenberg; II p60: mit Furcht gedachte er an sei

nen Aufenthalt in dem einsamen Gebirge u zwischen

den wüsten Steinen, er sehnte sich, in diesem

friedlichen Dorfe wohnen zu dürfen

Karte 4, Rückseite

Tieck, L.

Kant

Runenberg; II p65: Vater: "Lass uns gehen, daß wir

die Schatten des Gebirgs bald aus den Augen verlieren,

mir ist immer noch weh ums Herz mit den

steilen, wilden Gestalten, von dem gräßlichen Geklüft,

von den schluchzenden Wasserbächen; laß

uns (in) das gute, fromme, ebene Land besuchen.“

K.d.U§26,B95: Wer auch wollte ungestalte Gebirgsmassen,

in wilder Unordnung über einander

getürmt, mit ihren Eispyramiden, oder die düste

re tobende See, u.s.w. erhaben nennen? Aber das

Gemüt fühlt sich in seiner eigenen Beurteilung

gehoben.

- ib.§29, B117: Die V e r w u n d e r u n g, die an Sch

reck grenzt, das Grausen u der heilige Schauer,

welcher den zuschauer bei dem Anblicke himmel an

steigender Gebirgsmassen, tiefer Schlünder u dar

in tobende Gewässer, tiefbeschatteter, zum sch

wermütigen Nachdenken einladender Einöden u.s.

w. ergreift, ist, bei der Sicherheit worin er sich

weiß, n wirkliche Furcht, sondern nur ein Versuch,

uns mit der Einbildungskraft darauf einzulassen

6


Buchstabe B

Karte 5, Vorderseite

Berge.wild 2

Wolfram. Parzival IV, 180, 15 sq: Doch reit er wênec irre, /

wan die slihte an der virre/kom er des tages von

Grâharz/in daz künecrîch ze Brôbarz/durch wilde

gebirge hôch./

Gottfried

Tristan 250sqq: Tristan: dise grôze wilde die fürht’ich:/swar

ich mîn ougen wende,/ da ist mir der we

rlde ein ende;/ swâ ich mich hin gekêre,/dane sihe

ich ie nimêre/niwan ein toup gevilde/und wüeste

unde wilde,/ wilde e velse und wilden sê./

Karte 5, Rückseite

7


Buchstabe B

Karte 6, Vorderseite

Bergfarbe: blau

Goethe, J.W.

c.f. Fernenfarbe: blau

Schatten: blau

Wahlverwandtschaften I9; 21 p76: An der Rückseite,

hinter den waldigen Hügeln, erhoben sich

die bl Gipfel eines fernen Gebirges, u die näch

ste Gegend übersah man im ganzen.

- Alexis und Dora; 1 p 173: Einer nur steht rückwärts

gewendet traurig am Mast,/Sieht die Ber

ge schon blau, die schneidenden, sieht in das Meer

sie/Niedersinken, es sinkt jegliche Freu

de von ihm./

Hofmannsthal

Briefe des Zurückgekehrten 3; II p488: Da sagte

mein Vater: "Dies hier ist wohl Österreich“

(die Bibliothek war im Turmzimmer, und

drunten lag das Dorf u die Hügel u da u dort die

kleinen Wäldchen, die den Gemeinden u den einzelnen

Bauern gehören, u zwischen den Hügeln

der gewundene Fluss u die weisse Strasse u i

der Ferne die blauen Weinberge über den grossen

dunkelnden fernen Wäldern),

Karte 6, Rückseite

Haller, A.v. Ursprung des Übels 15sqq: Zu meinen Füßen lag

ein ausgedehntes Land,/Durch seine eigene Größ

umgrenzt,/Worauf das Auf kein Ende fand,/Als

wo Jurassus es mit blauen Schatten kränzet./

- ibid.54sqq:Durch einen dünnen Wolken-Kranz;/

Bestrahlt mit rosenfarbnem Glanz/beschämt

sein (Wetterhorn) graues Haupt. das Schnee und

Purpur bedecken,/Gemeiner Berge bl Rücken./

Goethe

Farbenlehre &780. Wie wir den hohen himmel, die

fernen Berge blau sehen, so scheint eine blaue

Fläche auch vor uns zurückzuweichen

Schiller, F. Der Spaziergang V,27sqq;1 p133: Aber plötzlich

zerreißt der Flor. Der geöffnete Wald gibt

/Überraschend des Tags blendendem Glanz mich

zurück./Unabsehbar ergießt sich vor meinen

Blicken die Ferne,/U ein bl Gebirg endigt im

Dufte die Welt./

(dagegen V.6: das braune Gebirg)

8


Buchstabe B

Karte 7, Vorderseite

Bergfarbe: blau 2

Chateubriand

Tieck, L.

Grillparzer

René;p117: Vers l’orient, au fond de la perspective,

le soleil commençait à paraître entre les

sommets brisés des Apalaches, qui se dessinaient

comme des caractères d’azur dans les hauteurs

dorées du ciel.

Der Runenberg; II p55: Bald verlor ich die Ebene

hinter mir aus dem Gesichte, die Waldströme rau

schten mir entgegen, Buchen u Eichen brausten

mit bewegtem Laube von steilen Abhängen herunter;

mein Weg führte mich an schwindlichten Abgründen

vorüber, blaue Berge standen groß u ehrwürdig

im Hintergrunde.

Ahnfrau III; 2 p63: Jaromir: Wie ich dich (Dolch)

so vor mir sehe,/ Tauchen ferner Kindheit Bilder

Lang verborgen, lang entzogen,/Von des Lebens

wilden Wogen,/Wie der Heimat blaue Berge,/Auf

aus der Erinnerung Flut./

Karte 7, Rückseite

Kleist, H.v.

Eichendorff

Der Frühling; 18.Jhdp84: Durch lange Gewölbe von

Nußstrauch/Zeigt sich voll laufender Wolkender

Himmel u ferne Gefilde/Voll Seen u büschigter

Täler, umringt mit blauen Gebirgen./

Ahnung u Gegenwart II 12; II p113: Im HintergrunH

de sah man noch einige Streifen des Abendrots a[n]

Himmel stehen, fernes dunkelblaues Gebirg u

hin u wieder den Strom aus der weiten Tiefe wie

Silber aufblickend.

- i.b.III 22; II p23[2 durchgestrichen]: (Sonne) Hebt

grüner Wälder Trieb

u Macht/Neurauschend in die Luft,/Zieht

hinten Städte, eitel Pracht, /Blau Berge durch

den Duft.//

- Marmorbilder; [Semikolon eingekreist] I p369: Auf dem

Lande in der Stille

aufgewachsen, wie lange habe ich da die fernen

blauen Be sehnsüchtig betrachtet, wenn der Früh

ling wie ein zauberischer Spielmann durch unsern

Garten ging u von der wunderschönen Ferne

verlockend sang u von großer, unermeßlicher

Lust (Darauf. Warnung vor Zauberberg-Venus).

9


Buchstabe B

Karte 8, Vorderseite

Bergfarbe: blau 3

Eichendorff

Hoffmann

Flaubert

Musil, R.

Taugenichts 7; I p339: u unten in der Tiefe mein

Zollhäuschen u die Landstraße weit durchs Grüne

u die Donau u die fernen blauen Berge.

Sandmann; 2 p38: Da standen die Liebenden Arm in Arm

auf der höchsten Galerie des Turmes und schauten

hinein in die duftigen Waldungen, hinter denen

das blaue Gebirge wie eine RIesenstadt sich erhob.

Salammbô II; I p762: les oliviers faisaient de longues

lignes vertes; des vapeurs roses flottaient

dans les gorges des collines; des montagnes bleues

se dressaoemt üar derrière. Un vent chaud soufflait

MoE94; p426: (Diotima) Entstagung ! [überschriebenes

Fragezeichen] Abschied von

Arnheim, große. edle Worte des Leids, himmelstürm

ender Verzicht, Beethovensches (Leiden)Scheiden:

der kräftige Muskel ihres Herzens spannte sich

unter solchen Anforderungen. Zitternde, herbstlich

glänzende Gespräche, voll von der Wehmut

Karte 8, Rückseite

ferner/blauer /Berge, erfüllten die Zukunft

Novalis

Spaziergang nach Gosegk; p583: ich will dir eine

Landschaft mit flüchtigem Pinsel entwerfen. Vor

mir lag ein weites Tal mit blauen Gebirgen bekränzt.

mit Weiden u anderm Buschwerk hin u wieder durchflochten.

- Lehrlinge zu Sais 2; 1 p96: Die reizende Landscha

ft lag in schöner Erleuchtung vor ihnen, u im Hintergrunde

verlor sich der Blick an blauen Gebirgen

hinaus

Shakespeare Antony and Cleopatra IV 12; V p244sq: A: Sometime

we see a cloud that’s dragonish,/A vapour someti.

me like a bear or lion,/A tower’d citadel, a pendent

rock,/A forked mountain, or blue promontory,/

With trees upon’t, that nod unto the world/And

mock our eyes with air:thou hast seen these signs

;/They are black vesper’s pageants.../...Now thy

captain is/Even such a body

Hoffmann.

Elixiere, Vorwort; 1 p281: du (Leser) würdest so

wie ich recht sehnsüchtig nach den bn Bn schauen,

die sich in wunderlichen Gebilden hinter dem son-

10


Buchstabe B

Karte 9, Vorderseite

Bergfarbe: blau 4

Hoffmann

Rousseau

Hebbel

nichten Tal (des Klosters) auftürmen, das am ENde

des Laubganges sich vor uns ausbreitet

Rêveries V; I p1o54sq: Quand le lac agité ne me

permettoit pas la navigation je passois mon aprè

s-midi à parcourir l’îsle en herborisant à droi.

te et gauche, m’asseyant tantot dans/les réduits

les plus rians et les plus solitaires pour y rê

ver à mon aise, tantot sut les terrasses et les ter

tres pour parcourir des yeux le superbe et ravissant

coup d’oeil du lac et de ses rivages couronn.

és d’un côté par des montagnes prochaines, et de l

aute (côté) élargis en riches et fertiles plaines

dans lesquelles la vue s’étendoit jusqu’aux mont

agnes bleuâtres plus élouignées qui la bornoient.

An Elise Lensing 30.3.1845; V p614: Auch die Villa

ist an u für sich sehr schön u man hat von einer Terrasse

aus eine Aussicht, die auch so leicht n übertroffen

wird. Man sieht in den vollen italienischen

Karte 9, Rückseite

Frühling hinein, der sich einem zu den Füßen gelagert

hat u das Auge lange fesselt; wenn man den Blick

weiterstreifen läßt, so stellt sich die Stadt Rom in

höchst eigentümlicher Gestalt dar, nämlich wie verschlungen

von dem wuchernden Grün, das das aus tausend

Gärten u Villen hervorbricht u sie zu ersticken d

roht, wie die Unmasse von Veilchen die Gäste des

Kaisers Heliogabalus; u in der Ferne stellen sich

die Be dar, unten b, oben mit Schnee bedeckt, zur

Erinnerung, daß er noch n allenthalben geschmolzen

ist

- Lehrlinge zu Sais 2; 1 p96: Die reizende Landscha

ft lag in schöner Erleuchtung vor ihnen, u im Hintergrunde

verlor sich der Blick an blauen Gebir.

gen hinaus

Goethe

WMW: Mann von 50 Jahren; 19 p222sq: Die Damen, beson

ders die jüngere, nahmen sich dieser Dichtart an

(didaktisch); sie sagte: "Wenn man vernünftig u ru

hig leben will,welches denn doch zuletzt eines jeden

Men Wunsch u Absicht (ist) bleibt, was soll uns da

das aufgeregte Wesen, das uns willkürlich anreizt

ohne etwas zu geben, das uns beunruhigt, um uns den

n doch zuletzt uns wieder selbst zu überlasse;

unendlich viel angenehmer ist mir, da ich doch einmal

der Dichtung n gern entbehren mag, jene, die m-

ich in heitere/Gegenden versetzt, wo ich mich wiederzuerkennen

glaube, mir den Grundwert des Ein-

11


Buchstabe B

Karte 10, Vorderseite

Bergfarbe: blau 5

Goethe

Hugo

fachländlichen zu Gemüte führt, mich durch buschige

Haine zum Wald, unvermerkt auf eine Höhe zum Anblick

eines (Waldsees) Landsees hinführt, da denn auch

wohl gegenüber erst angebaute Hügel,sodann wald

gekrönte Höhen emporsteigen u die bl Be zum Schluß

eine befriedigendes Gemälde bilden

Han d’Islande 17; I p66: Quelquefois elle (Ethel) lai

ssait fuir sa pensées sur le nuage qu’un vent rapide

en fonçait dans le nord du ciel, puis tout à coup elle

détournait sa tête et voilait ses yeux, comme si el

le eût craint de voir apparaître le gigantesque bri

gand et commencer le combat inégal sur l’une des mon

tagnes loitanes dont le sommet bleuâtre rampait

à l’horizon ainsi qu’une nuée immobile.

- ib. 35; p1o7: Ordener ne connaissait aucun de ces

eux. Une fois seulement, sonr egard, se levant, rencon

tra à l’horizon l’apparence lointaine et bleuâtre

d’une grande roche courbée

Karte 10, Rückseite

Stifter

Ludwig

Hesse, H.

Der beschriebene Tännling; II p651: Nur da, wo das Band

(böhmischer Wälder) am dünnsten ist, sieht man doch

manchmal auch noch etwas anderes. Wenn an einem Morgen

Regen bevorsteht u die Luft so klar ist, daß man

die Dinge in keinem färbenden Dufte, sondern in ihrer

einfachen Natürlichkeit sieht, so erblickt man zuwei

len im Südost über der schmalsten Waldlinie die Nordischen

Alpen, so weit u märchenhaft draußen schwebnd

wie mattblaue, starr gewordene Wolken

Zwischen Himmel u Erde; 3 p57sq: Wer konnte so frei

(wie Schieferdecker) über die grüne Ebene hinsehen

u wie Be hinter Ben hervor/wachsen, erst grün/dann

immer blauer, bis wo der Himmel, noch blauer, sich auf

die letzten stüzt!

Steppenwolf p154:Jetzt, vom Eros zauberhaft erschlo

ssen, sprang die Quelle der Bilder tief u reich, u für

Augenblicke stand das Herz mir still vor Entzücken

u vor Trauer darüber, wie reich der Bildersaal meines

Lebens, wie voll hoher ewiger Sterne u Sternbilder die

Seele des armen Steppenwolfes gewesen sei. Es schaute

Kindheit u Mutter zart u verklärt wie ein fernes, unendlich

blau entrücktes Stück Gebirge herüber

12


Buchstabe B

Karte 11, Vorderseite

Bergfarbe: blau 6

Waiblinger

Goethe

Phaeton 121: Da hörten wir (Atalanta u Ph) aus der

Ferne eine Flöte. Wie zarte liebende Geister l

angen die schwebenden empfindungsreichen Töne

zu uns herüber. Unsere Seelen selbst waren wie

zusammenschwimmende Akkorde, voll unendlicher

Harmonie, voll schwellender Empfindung. Sie lösten

sich auf in ein stilles a überschwänglich

seliges Anschaun unseres Innern u verschwammen

endlich hinüber wie die bn Bilder der Berge

DuW II 8, 23, 143: Die deutsche Lit u mit ihr meine

eignen poetischen Unternehmungen waren mir

schon seit einiger Zeit fremd geworden, u ich

wendete mich wieder,....,gegen die geliebten Alten,

die noch immer, wie ferne be Be, deutlich in

ihren Umrissen u Masse, a unkenntlich in ihren

Teilen u inneren Beziehungen, den Horizont meiner

geistigen Wünsche begrenzten

Karte 11, Rückseite

Goethe

DuW III 11,24,61. (Ottlingenberg) Auf dieser Höhe

wiederholt sich dem Auge das herrliche Elsaß.

... Am Horizont wollte man uns sogar Basel zeigen;

daß wir es gesehen, will ich n beschwören,

a das entferne B der Schweizergebirge übte

auch hier sein Recht über uns aus, indem es uns

zu sich forderte u, da wir in diesem Triebe folgen

konnten, ein schmerzliches Gefühl zurückließ

- DuW III 13,24 131: aus der Ferne lockende blaue

Bergreihen

- DuW IV 18,25 79:die blaue Reihe der höheren Gebirgsrücken

(Alpen)

Keller, G.

Klages

Ursula; Erzählungen, 320: die duftige Ferne, in

welcher die Gebirgshäupter gleich bläulichen

Schatten sich reihten,

Kosmog, Eros, 126: Verglichen mit einem, der den

Käfer auf seiner Hand bemerkt, stet der Betra-

13


Buchstabe B

Karte 12, Vorderseite

Bergfarbe: blau 7

Klages

Goethe

chter b überflorter Höhenzüge unter sonst ähnlichen

Umständen wesentlich näher dem "Träumer“

o "Versunkenen“. Der unterscheidungsgewillte Be

obachter behandelt sogar das Ferne, als ob es

ein Nahes wäre,

DuW II 8, 23, 143: Die deutsche Lit u mit ihr meine

eignen poetischen Unternehmungen waren mir

schon seit einiger Zeit fremd geworden, u ich

wendete mich wieder,....,gegen die geliebten Alten,

die noch immer, wie ferne be Be, deutlich in

ihren Umrissen u Masse, a unkenntlich in ihren

Teilen u inneren Beziehungen, den Horizont meiner

geistigen Wünsche begrenzten

Karte 12, Rückseite

14


Buchstabe B

Karte 13, Vorderseite

Blau: Farbe des Himmlischen

Rabelais, F. Gargantua 9; p31: Les couleurs de G feurent

blanc et bleu... et paricelles vouloit son père

qu’on entendist que luy estoit une joye céleste:

car le blanc luy signifoyt joye, plaisir,

délices et resjouissance, et le bleu choses

célestes

Karte 13, Rückseite

15


Buchstabe B

Karte 14, Vorderseite

Blau: Farbe der Treue

Schopenhauer, A. Wille u. Vorstellung III §50, I p323 (-)

Rabelais, F. Garantua 9; p31: J’entens bien que, lisans

ces motz, vous moscquez du vieil bouveur

(Grandgousier) et réputez l’explosition

des couleurs (blanc=joye, bleu

=choses célestes) par trop inaque, et

abhorrente, et dictes que blanc signifie

foy et bleu fermété... Qui vous dict

que blanc signifie foy et bleu fermeté?

Karte 14, Rückseite

16


Buchstabe B

Karte 15, Vorderseite

blaue Flammen

Tieck

Genoveva; 1; p314: Winfreda (Zauberin): Nun brennt,

ihr bläulichen Fn, mit Zucken,/.../Daß wir die zagende

Seele (Siegfried) berucken/

- ib. p315: Siegfried: Ich höre u vernehme deinen Sinn,/Ich

weiß n mehr, wo ich, u was ich bin./ So dringen

deine Worte, deine Klänge, /Wie unsichtbarer

Kräfte Lobgesänge,/Wie Lichter, die im blauen

Scheine flammen,/Die Farben, diese Zirkel, all’ zusammen./Es

macht, da0 ich mich kaum besinnen kannn,/

Was ich gewollt; ein Schauer faßt mich an./

- ib.p317: Siegfried: was stellst du so die bn Fn/In

wunderlichen Figuren zusammen?

Baudelaire

Le jeune enchanteur; p 1492: Sempronius: Je l’(äthiopischer

Magier) ai prié de me montrer une fois encore

la vision d’Ephèse, une fois avant de mourir!

...Sempronius entra dans la salle le premier.

Tout était noir; mais Callias apportait une petite

lampe sous sa robe... Comme il parlait, une petite

Karte 15, Rückseite

et s’arrêta au centre du

qu’ils étaient dans une

circulaire.

Bloch, E.

flamme bleue pâle monta

plafond. Ils virent alors

vaste salle de forme

Technik u. Geisterscheinungen: Verfremdungen

I p178sq: "Das Licht brennt blau, s’ist öde Mitter

nacht“, ruft Richard III, u sieht schaudernd umher

(die b F zeigt die Nähe von Geistern an, nach altem

Aberglauben), doch nur Kerzenlicht brennt /so

blau, kann so unheimlich erlöschen. Die elektrische

Birne setzt sie aus, so zeigt sie keine Geister

welt an, die das Licht erdrückt, sondern Kurzschluß

o Reparatur im Elektrizitätswerk

17


Buchstabe B

Karte 16, Vorderseite

blauer Himmel

Bachelard, G. L’ait et les songes; p186-201

Karte 16, Rückseite

18


Buchstabe B

Karte 17, Vorderseite

blauer Himmel

Droste, A.V. Gemüt, 1,1; p.290

Mörike, E. September-Morgen; I p.101

Bonaventura Nachtwachen XI p.106

Mörike, E. An Wilhelm Hartlaub; I p.161

- Mein Fluss; I p.34sq.

Eichendorff, J. Der verliebte Reisende; I. p.23

- Sängerfahrt; I. p.83; tiefb. H.-dom

Rimbaud, A.

Goethe, J.W.v.

Schiller, F.

Le mal; p.64: l’infini du ciel bleu

Nachklang; II p.146: des H.s. reinstes

Blau (versank zu Nacht)

Hermann u. Dorothea VII; II p.529; Bläue

des Himmels (im Brunnen gespiegelt)

Glocke; 1 p58: blaues Himmelszelt

Karte 17, Rückseite

Wieland, C.M.

Wieland, C.M.

Jean Paul

Goethe, J.W.v.

Moral. Briefe III 1o4: der H.holdes Bl.

Aurora und Cephalus; VII p77 (Glück)

Hesperus; SW I 3, p.140: veilchenblaue

Tasso, I 1, 38 (Frühling)

- Tasso, IV, 1, 2197: d.H.s. ausgespanntes

Blau

Trakl, G. Offenbarung u. Untergang; I p.197 (193

- Musik im Mirabell; I p.14: das Blau

Claudel, P.

Goethe, J.W.v

Hölderlin, F.

Proust, M.

Annonce faite à Marie VI 5 p 176; ciel

redevenu bleu (im Herbst)

Faust II 2, 1p56: d.Himmels Blau

Der Abend; 2 03: blauer Himmel

Germanien; p221

JF II; I p674: azur du ciel

19


Buchstabe B

Karte 18, Vorderseite

blauer Himmel

Lichtenstein, A.

Lehmann, W.

Britting, G.

Der Ausflug: den unsinnig grossen/

Tödlich blauen, blanken Himmel

Februarmond; auf reinen Himmel, tür

kisblauen (Februar)

Was hat; Achill: Ein Falke kreist im

blauen, grossen/Unermessliche blauen/

Grossen Himmel.

Brentano, C.. Radlauf, III p90, 96

- Starenberg; III p108.

Eichendorff, J. Der verliebte Reisende; I. p.23

- Sängerfahrt; I. p.83; tiefb. H.-dom

Krolow, K..

Goethe, J.W.v.

Baudelaire, Ch.

Drei Orangen, zwei Zitronen; p42: Und

d.H. ist ein bl./Auge das sich nicht

mehr schliesst/Über Herzen

Nachklang; II p.146: des H.s. reinstes

Blau (versank zu Nacht)

Hermann u. Dorothea VII; II p.529; Bläue

des Himmels (im Brunnen gespiegelt)

Spleen de Paris VII p237: (on dirait) que

les fleurs excitées brûlent du désir

de rivaliser avec l’azur du ciel par l’

énergie de leurs couleurs

Karte 18, Rückseite

Proust, M.

Guermentes I; II p95: le papier gros bleu du

ciel sur lequel le soir avait brouilloné, com

me un collégien, les tire-bouchons d’un crayonnage

rose

- ibid. II p205: ses yeux (Mme de Guermantes), où

était captif comme dans un tableau du ciel bl

d’une après midi de France, largement décou

vert, baigné de lumière même quand elle ne bri

brillait pas,

- ibid.II p213sq: Legrandin: "Ces fleurs sont d’

un rose vraiment céleste... je veux dire couleur

de ciel rose. Car il ya un rose ciel comme

il ya un ciel bleu.“

- ibid.II p384: à Versailles, au haut de la terra

sse, observatoires autour duquel les nuages s’

accumulent contre le ciel bleu dans le syle

de Van der Meulen

- SuGII; II p762: et sous la ratondité du ciel pâle

et divin je me sentais poooressé comme sous

une immense cloche bleuâtre fermant un horizon

où ma grand’ mêre n’était pas.

20


Buchstabe B

Karte 19, Vorderseite

blauer Himmel 3

Proust, M.

Hugo, V.

Apollinaire.

Novalis

SeGII;II p781: si je levais la tête pour regardder

le ciel entre les fleurs (de popomiers), qui

faisaient paraître son bleu rasséné, presque

violeteelles semblaient s’écarter pour

montrer la profondeur de ce paradis

Contemplations: A Villequier: Les mois/les

flots des mers, les yeux qui pleurent,/ Passent

sous le ciel bleu;/Il faut que l’herbe pousse

et que les enfants meurent;/Je les sais, ô mon

Dieu!

A la santé III; Alcools p152: Dans une fosse com.

me un ours/Chaque matin je me promène/Tournons

tournons tournons tournons/Le ciel est

bleu comme une chaîne/.

Ofterdingen I 9; I p307: Traurig sah sie (Fabel)

gen Himmel, u fruete sich, wie sie Sophiens bl.

Schleier erblickte, der wallend über der Erde

schwebte, u auf ewig die ungeheure Gruft bedeckte.

Karte 19, Rückseite

Novalis

ibid. II 1; I p325: So zeigt uns der Himmelt unendlliche

Räume in dunkles Blaue gekleidet u wie

milchfarbne Schimmer, so unschuldig wie die

Wangen eines Kindes, die fernsten Heere seiner

schweren ungeheuren Welten.

- ibid. Lied der Toten; I p351: Tief gerührt von

heilger Güte/U versenkt in selges Schauen/

Steht der Himmel im Gemüthe/Wolkenloses Blau,/

- ibid. I, 1; I p197: das Tageslicht, das ihn umgab

(bei der blauen Blume), war heller u milder als

das gewöhnliche, der Himmel war schwarzblau u

völlig rein.

Wieland, C.M. Gandalin I; XXI p52: Und laufen wollte, so weit

der Himmel/blau ist , oder sein Apfelschimmel/

Ihn trüge/

- ibid.IV; p89: Und über ihr/der blaueste Himmel,

und unter ihr/ Das frischeste Grün;

Proust, M.

Guermantes I; I p205: le ciel bleu d’une après-mi

di de France, largement découvert, baigné de lumière

même quand elle ne brillait pas

- ibid II p214

21


Buchstabe B

Karte 20, Vorderseite

blauer Himmel 4

Proust, M.

Haller, A.V.

Goethe.

Schiller, F.

SeGII;II p1o 14sq: Saint-Mars, dont, pars ces

temps ardent où on ne pensait qu’au bain, les

deux antiques clochers d’un rose saumon, aux

tuiles de losange, légèregement infléchis et com

me palpitante, avaient l’air de vieux poissons

aigus, imbriqués d’écailles, moussus et roux,

qui, sans avoir l’air de bouger s’élevaient

dans une eau transparente et bleue

Alpen378: Ein lichtes Himmel-Blau beschämt

ein nahes Gold;/

Farbenlehre §780: Wie wir den hohen H, die fernen

Berge blau sehen, so scheint eine blaue

Fläche auch vor uns zurückzuweichen

Kraniche des Ibykus; 1 p65: Theater: Dumpfbrau

send wie des Meeres Wogen,/Von Men wimmelnd,

wächst der Bau/In weiter stets geschweiftem Bo

gen/Hinauf bis in des Himmels Blau

Karte 20, Rückseite

Flaubert, G. Bovary II 3; I p408: Il était midi; les maisons avai

ent leurs volets fermés, et les toits d’ardoises,

qui reluisaient sous la lumière de leurs pignons faire

pétiller des étincelles

- ib. III 11; p644: Des jours passaient par le treillis,

les feuilles de vigne dessinaient leurs omres

sur le sable, le jasmin embaumait, le ciel é-

tait bleu, des cantharides bourdonnaient autour

des lis en fleur, et Charles suffoquait comme un

adolescent sous les vagues effluves amoureux qui

gonflaient son coeur chagrin (Charles’ Tod)

- Salammbô III; I p780: La voûte du ciel bleu s’enfon

çait à l’horizon,

ES I; II p113. et sa (Mme Arnoux) voix, passant par la

jalousie, coupait le grand silence, et montait

vers le ciel bleu/

- ib. II, p181: Venedig-Traum: où se découperait un

ciel bleu, rayé de nuages blancs.

Proust, M.

ib. p182: les tours de Notre-Dame se profilaient

en noir sur le ciel bleu, mollement baigné à l’ho-

22


Buchstabe B

Karte 21, Vorderseite

blauer Himmel 5

Flaubert

rizon dans des vapeurs grises

- ES II; II p240: le bleu du ciel, au-dessus, repairais

sant à de certaines places, avait des douceurs de

satin

Lohenstein

Cleopatra V 379sq: Arius: Den blauen H mahlt n mehr

als eine Sonne;/So muß ein Keyser sein der Erden

Haupt und Wonne (nicht zwei: Augustus und Caesarion)

Dante.

Div.Comm.Purg. XXXVI 4-6: Feriami il Sole in sull’

omero destro,/Che già, raggiando, tutto l’occide

nte/Mutava in bianco aspetto di celestro,//

Meyer, C.F. Hochzeit des Mönchs; p450: die Straße nach der Stadt

(Padua)..., deren Türme u Kuppeln aus dem blau.

en Himmel wuchsen.

Karte 21, Rückseite

.

23


Buchstabe B

Karte 22, Vorderseite

blaues Meer

Meerfarbe

Eichendorff, J. Frühling; I p.77

Goethe, J.W.v.. Faust II 5, 111o4: d.Meeres blauer Saum

Schiller,F. Triumph der Liebe; 1 p227: blaue Flut

Proust, M.

JF II; I p728: le bleu de la mer

Wieland, C.M. Idris und Zenide V 21

Dürrenmatt, F. Romulus IV; p133

Stadler, E Baldur-Christus; II p 173

Proust,M.

SuGII; II p767: la mer (à Féterne) souvent

Flaubert, G.

d’un calme et d’un bleu méditerranéens

Salammbô VII; I p852: on apercut au fond

des autres salles le grand ciel rose qui

semblait continuer la voûte, en s’appuyant

à l’horizon sur la mer toute bleue.

- ib.IV; I p789: le bleu de la mer s’étalait

auf fond des rues, que la perspective rendait

encore plus escarpées

Karte 22, Rückseite

Flaubert.

Lohenstein

Salammbô VII; I p878: les ondulations des terrains,

presque insensibles, se prolongeaient jusqu’à

l’extréme horizon, fermé par une grande ligne

bleue qu’on savait être la mer

Cleopatra v 443sq: Nilus: Wenn Titan steig’t aus

Thetis blauem Reiche// U uns läßt Licht u Tag auf

gehn//Erblassen ja die Sternen n zugleiche; /Die

grössern bleiben länger stehn./

24


Buchstabe B

Karte 23, Vorderseite

Bleiches Gesicht

Büchner, G. Lenz; p.95 (Mädchen) u. 98

Wieland, C.M. Alceste II 4; XXV p.294: aus Angst um

Admets Tod

Schiller,F., von Hero und Leander; 1 p.84: erbleichtes

Angesicht (H.s. bei L.s Tod

Dürrenmatt, F. Es steht geschrieben; K II p111: Tod! Tod!

B. Antlitz voll Verwesung und Mord!

Gryphius, A. Der Welt Wollust; P6: Ich sag es offenbar,

so lang der Sonnen Licht/ Vom Himmel

hat bestrahlt mein b. Angesicht,/ Ist mir

noch nie ein Tag, der ganz ohn Angst, bescheret!/

Hofmannsthal, 672.Nacht; II p9: ihr totenblasses G ver.

färbte sich ins Grünlichweisse, sie wurde

ohnmächtig u fiel wie tot in ihre frühhere

Lage zurück.

Karte 23, Rückseite

Hofmannsthal

Novalis

Reitergeschichte; II p33: Der Offizier wende

te dem Rittmeister ein junges, sehr bl G u die

Mündung einer Pistole zu

Oferdingen II 1; p320: Der arme Pilgrim gedachte

der alten Zeiten u ihrer unsäglichen

Entzückungen- Aber wie matt gingen diese köstlichen

Erinnerungen vorüber. Der breite Hut

verdeckte ein jugendliches Gesicht. Es war

bleich, wie eine Nachtblume

- ibid. I 4, I p239: Zulima: „Betrachtet es gern

(Band), u denkt, daß es eine lange kummervolle

Zeit meine Haare festgehalten hat, u mit seiner

Besitzerin verbleicht ist.“

- ibid.p136: Er steig tiefer durch das Gebüsch

hinab u fand ein bl, abgehärmtes Mädchen unter

einer alten Eiche sitzen (Zulima)

Gerstenberg

Spee, F.v.

Ugolino IV; SuD I p41: Wider mich hebt sie (tote

Gianette) ihr bleiches Antlitz zum Himmel!

Trauergesang von der Not Christi am Ölberg in

dem Garten; p65: Sein Haupt hat er in Armen,/

Viel weiß u bleicher dann der Mon,/

25


Buchstabe B

Karte 24, Vorderseite

bleiches Gesicht 2

Schiller, F..

Ritter Toggenburg: p93:U so saß er, eine Leiche,/

Eines Morgens da,/ Nach dem Fenster (der

Liebsten) noch das bleiche/Stille Antlitz sah./

Karte 24, Rückseite

26


Buchstabe B

Karte 25, Vorderseite

bleiche Lippen

Wieland, C.M..

Dürrenmatt, F.

Lenau, N.

J.Gray IV 6; XXV p86: Ohnmacht

D. Blinde; K II p173: Ihr lacht. Noch

seht Ihr nicht, daß Ihr verwandelt seid

daß eure Hände zittern u. Eure Lippen

bleich werden (Verzweiflung)

Der traurige Mönch; II p28: Gespenst

Karte 25, Rückseite

27


Buchstabe B

Karte 26, Vorderseite

Bleiche Stirn

Büchner, G.

Meyer, C.F.

Goethe, J.W.v.

Dantons Tod I p.23 (Toter)

Venedig; p.802: junges Weib. Antlitz

voller Tod

Werther 1.7.p37: blasse S.= Agonie

Karte 26, Rückseite

28


Buchstabe B

Karte 27, Vorderseite

bleiche Wangen

Horatius

Brentano, C.

Novalis

St. Pierre, B.

Carm. III 27, 53sq (durch Schmerz)

Starenberg III p175: Ich schminke deine

Wangen, die gebleicht von tiefem Weh

Oferdingen I 9; I p288: Mathilde: Ach!

Heinrich, du weißt das Schicksal der Rosen;

wirst du auch die welken Lippen, die

bl Wn mit Zärtlichkeit an deine Lippen

drücken? Werden die Spuren des Alters n

die Spuren der Vorübergegangenen Lie

be sein?“

Paul et Virginie p2o5: Ses (V) yeux étoi

ent fermés; mais la sérenitée étoit encore

sur son front: seulement les pâles

violettes de la mort se confondoient

avec les roses de la pudeur

Karte 27, Rückseite

29


Buchstabe B

Karte 28, Vorderseite

braune Haut/ Vorkommen 2

Mallarmé

bras dans l’eau// Tu ris au soleil du rivage/Qui

d’un traître rayon brunit/ Ta g[orge] [unleserlich]

entr’ouvrant

son corsage/Comme un ramier sort de son nid

Cant. Cant. 1, 4-5: Nigra sum, sed formosa, filiae Jerusalem,

Sicut tabernacula Cedar, sicut pelles Salominis,

/Nolite me considerare quod fuscamin, Quia decoloravit

me sol./

Meyer, C.F. Plautus im Nonnenkloster; p357: ein Lächeln verbreitete

sich von den derben Mundwinkeln langsam

wie ein wanderndes Licht über das braune, aber sch

on in der Klosterkluft bleichende Antlitz (Gertrudes)

Gautier

Emaux et camées, p92: Carmen: Carmen est maigre,-

un trait de bistre/Cerne son oeil de gitana./Ses

cheveux sont d’un noir sinistre,/Sa peau, le diable

la tanna.//

Gryphius, A. Sylvie II; I p245: Sylvie, une petite fille du hameau

voisin, si vive et si fraîche, avec ses yeux

Karte 28, Rückseite

noirs, son profil régulier et sa peau légèrement

hâlée!.... Je n’aimais qu’elle, je ne voyais qu’elle,

jusque-là!

30


Buchstabe C


Buchstabe D


Buchstabe E


31


Buchstabe F

Karte 1, Vorderseite

Fernenfarbe: blau

c.f. Bergfarbe blau

Dämmerungsfarbe: blau

Gide, A.

Immoraliste II 1, 419sq L’Automne s’avancait. Les

matins des derniers beauy jours sont les plus

frais, les plus limpides, Parfois l’atmosphère

mouillée bleuissait les lointains, les reculait

encore, faisait d’une promenade un voyage; le

pays semblait agrandi.

- Nouvelles Nourritures I p256: Déplaçable horizon,

sois ma limite, ; sous l’oblique rayon, tut’é

cartes encore, tu t’imprécises, tu bleuis.

Baudelaire

Goethe.

Paysage; p78: Alors je rêverai des horizons

bleuâtres,/Des jardins, des jets d’eau pleurant

dans les albâtres,/Des baisers, des oiseaux

chantant soir et matin,/Et de tout ce qu’il Idyl

le a de plus enfantin.

Ital.Reise; 24.11.87 Rom; 27 p154: Das Schönste

dabei (Neapel) ist, daß die lebhaften Farben, in

geringer Entfernung schon, durch den Luftton gemildert

werden, u daß die Gegensätze von kalten

und warmen Tönen – wie man sie nennt– so sicht-

Karte 1, Rückseite

Goethe

Novalis

Hofmannsthal

Valéry, P.

bar dastehen. Die blauen, klaren Schatten stechen

so reizend von allem erleuchteten Grünen, Gelblichen,

Rötlichen, Bräunlichen ab u verbinden

sich mit der bläulich duftenden Ferne.

Farbenlehre §780: Wie wir den hohen Himmel, die

fernen Berge blau sehen, so scheint eine blaue

Fläche auch vor uns zurückzuweichen

Oferdingen I 2; I p205: Er sah sich an der Schwe

lle der Ferne, in die er oft vergebens von den na

hen Bergen geschaut, u die er sich mit sonderbaren

Farben ausgemalt hatte. Er war im Begriff,

sich in ihre blaue Flut zu tauchen. Die Wunderblume

stand vor ihm,

A p190: III. 19. (1918?): Eine gute Erzählung hat

den magischen Goldgrund, der noch mehr ist als

der blaue Hintergrund der Ferne

La jeune Parque; p101sq: Souvenir, ô bûcher, dont

le vent d’or m’affronte,/Souffle au masque la

pourpore imprégnant le refus/D’être en moi-même

en flame une autre que je fus.../Viens, mon

32


Buchstabe F

Karte 2, Vorderseite

Fernenfarbe: blau 2

c.f. Bergfarbe blau

Valéry

sang, viens rougir la pâle circonstance/ Qu’ennoblissait

l’azur de la sainte distance,/Et l’insensible

Iris du temps que j’adorai!/Viens consumer

sur moi ce don d’écoloré;/

Hofmannsthal Bergwerk zu Falun; I p124: Jenseits der Meeresbucht

in der Ferne blaue Bergketten

- ib.p152: In der Ferne, über den blauen Bergen

die nun n mehr sichtbar sind, fällt ein Stern.

Vischer, F.Th. Auch einer; p49: Es war eine Schwüle gekommen,

die Luft wurde dunstig ohne Wolken, der Dunst

nahm einen strohähnlich fahlgelben Ton an,verdünnte

sich aber allmählich u wich einer neuen

sonderbaren, unheimlichen Helle, da von den Massen

im Mittel- u Hintergrund ganz jener bläuliche

Duft hinwegschwand, welcher doch eigentlich

allein der Landschaft den malerischen Schein

verlieht, der sie vom Stoffartigen entlastet,

zugleich aber die Entfernungsgrade klar unter-

Karte 2, Rückseite

scheidet u daurch unser Raumgefühl ausweitend

lüftet u beglückt..

Benn, G.

Söhne VIII (Grimm, p30): Ich höre Aufbruch in meinem

Blut./Du meine Augen trinken schon/sehr die

Bläue der fernen Hügel./An meine Schläfen streift

es schon.// (=Ein Mann spricht; III p380)

- Durch jede Stunde-; III p158: den Blick in die Bläue./

ein Ferngesicht:/das ist die Treue,/mehr gibt

es nicht// Treue den Reichen, die alles sind,/

Eichendorff Taugenichts p; I p354: ich blickte, während das

Schiff so fortflog u die Wellen unter mir rauschten

u schäumten, immerfort in die blaue Ferne, wie

da ein Turm u ein Schloß nach dem andern aus dem

Ufergrün hervorkam, wuch u wuchs u endlich hinter

uns wieder verschwand

Hölderlin

Tod des Empedokles I, I, p328; Mit wunderbarem Sehnen,

traurigforschend,/Wie wenn er (E) viel verloren,

blickt’er [als] (durchgestrichen) bald/zur Erd

hinab, bald durch

die Dämmerung/Des Hains herauf, als wär ins

ferne Bl/Das Leben ihm entflohen,

33


Buchstabe F

Karte 3, Vorderseite

Fernenfarbe: blau 3

Balzac, H.

Flaubert

Novalis

Melmoth réoncilié; IX p3o4: (Castanier) s’àperçut

en prêtant attentivement l’oreille, que les sons

arrivaient à lui de tous côtés; il regarda dans

la place, et n’y vit point de musiciens. Si cette

mélodie apportait dans l’âme les poésies bleues

et les lontaines lumières de l’espérance, elle

donnait aussi plus d’activité aux remords dont

était travaillé le damné qui s’en alla dans Paris

comme vont les gens accablés de douleurs.

Bovary II 12; I p5o5: sur l’immensité de cet avenir

(mit Rudolphe) qu’elle se faisait apparaître, rien

de particulier ne surgissait: les jours, tous

magnifiques, se ressemblaient comme des flots;

et cela se balançait à l’infini. harmonieux

bleuâtre et couvert de soleil.

Hymnen an die Nacht (3); I p134: Einst, da ich bitt

re Thränen vergoß-/.../ da kam aus blauen Fernen/

Von den Höhen meiner alten Seligkeit ein Dämmrung

sSchauer-/U mit einemmale riß das Band der Ge-

Karte 3, Rückseite

Scève, M.

Campbell

Hugo

burt des/Lichtes Fessel-/Hin floh die irdisch

e Herrlichkeit u/meine Trauer mit ihr

Dèlie p.11 (Nr.73): Fuyantz les Montz, tant

soit peut, nostre veue,/Leur vert se change en

couleur assurée,/Qui plus loingtaine est de

nous blanche veue/Par prospective au distant

mesurée.// L’affection en moy demesurée/ Te

semble a Veoir une tancte verdeur,/Qui,

loing de toy, esteinct en mo l’ardeur,/ DOnt

près de je suis jusqu’a la mort passible,// Mais

tu scais mieux, qui peulx par ta grandeur/

Faciliter, mesmement l’impossible.

'Tis distance lends enchantment to the view,

And tobes the montain in its azure hue (Praz:

Liebe p300)

Han d’Islande 2; I p24: Au-dessus de la ville (Drontheim),

on aperçoit dans un lointain bleuâtre

les cimes blanches et grêles des monts de Kole, pareilles

aux fleurons aigus d’une couronne antique.

34


Buchstabe F

Karte 4, Vorderseite

Fernenfarbe: blau 4

Waiblinger.

Keller

Spieß

Phaeton p34: Ach, u du weißt n, was sich da für Gedanken

regen, wenn ich hinüberseh auf die vielen

stillen Dörfer. Ich mein’, ich müsse dort etwas suchen,

u weiß doch n was. Dann ergreift mich ein nie

gefühltes Sehnen. Hinüberdrängt’s mich, hinüber!

U ich strecke meine Arme aus, als wollt’ ich eine Braut

empfangen, u weine hinüber in die bn dämmernden

Fernen

Vertauschte Liebesbriefe; 421: Das alles versetzte

Wilhelm in tiefe Melancholie u er sah die

schöne Frau (Gritli) vor sich, wie man in die

frühlingsblaue Ferne sieht, in die man n hin.

ein kann

Wahnsinnige, 92: Ich bin eine geborne Baronin

von B. Dort unten rechts, in der bn Fe ragen

über die kleine Anhöhe zwei Türme hervor, diese

zieren das Schloß, in welchem ich geboren u

erzogen wurde.

Karte 4, Rückseite

35


Buchstabe F

Karte 5, Vorderseite

Fernenfarbe: silbern

Benn, G..

Die Reise; II p34: Reisen hatte er gewollt, aber

nun schienen Gleise über die Straße, u schon

sank sein Blick. Oh, daß es eine Erde gab, wirklich

grün, stark irden, silbern verfernt, über

die die Augen strichen wie ein Flügel, u.Städte,

flache weiße, an Küsten u Kutter, braune, die man

hinnahm, liebte und vergaß.

Karte 5, Rückseite

36


Buchstabe F

Karte 6, Vorderseite

figura etymologica: Begehren begehren (begehrt)

Flaubert

Novembre; II p5o4: ce premier parfum (erste Liebe)

était senti, ce son était envolé, je désirais mon

désir (einstig) et je regrettais ma joie.

Karte 6, Rückseite

37


Buchstabe F

Karte 7, Vorderseite

c.f.Aktiv-Passiv:b

figura etmylogica: Betrüger, betrügt (betrügen)

Betrogner Betrüger

Valéry, P.

Tel quel, Suite; II p757: Une partie du système ner

veux est vouée à l’illimité. Horreur, douleur, an

xieté, nausée infinie, désirs (...), Tromper ce trompeur,

dont le cerveau, son fils, a fini par se dégoûter,

se séparer a demi. Quelle situation! Mythe

et drame possibles!

Karte 7, Rückseite

38


Buchstabe F

Karte 8, Vorderseite

figura etymologica: Erinnerung erinnern (erinnert)

Hofmannsthal

Augenblicke in Griechenland II I; II p553: Diese

Griechen, fragte ich in mir, wo sind sie? Ich versuchte

mich zu erinnern, aber ich erinnerte mich

nur an Een, wie wenn Spiegel einander widerspiegeln,

endlos... ich warf die Zeit auf sie u ich sah

wie ihre Gesichter grünlich wurden, vergingen.

Karte 8, Rückseite

39


Buchstabe F

Karte 9, Vorderseite

figura etymologica: Erlebnisse erleben c.f. Fig.et.: Leben

Musil, R.

MoE 91; p417: Ulrich: Sie (Schreiber wie Arnheim) kö

nnen offenbar ihre Ee ganz e o in sich einleben

u müssen Reste davon abgeben. U so, denke ich mir,

entsteht auch ein übertriebenes Bedürfnis zu schreiben.

Karte 9, Rückseite

40


Buchstabe F

Karte 10, Vorderseite

figura etymologica: Erlöser erlösen (erlöst)

Nietzsche

Z II: Von den Priestern, p97: Der, welchen sie E

nennen, schlug sie in Banden: -/ In Banden falscher

Werte u Wahn-Worte! Ach, daß einer sie noch

von ihrem Erlöser erlöste!/

Karte 10, Rückseite

41


Buchstabe F

Karte 11, Vorderseite

figura etymologica: Erstaunen erstaunt

Pascal, B.

Provinciales IV; p7o3: A quoi il me répondit

qu’il était bien étonné de mon étonnement

(du renversement que cette doctrine S.J.apportait

dans la morale).

Karte 11, Rückseite

42


Buchstabe F

Karte 12, Vorderseite

figura etymologica: Erzählung erzählen

Chretien

Perceval 362o: Felon conte m’avez conté./

Karte 12, Rückseite

43


Buchstabe F

Karte 13, Vorderseite

figura etymologica: flamme flammet

Goethe, J.W.v.

Faust II 5, 1132o

Karte 13, Rückseite

44


Buchstabe F

Karte 14, Vorderseite

figura etmylogica: Fluch fluchen (flucht)

Brentano, C.

Starenberg; III p163: Segen ist gesegnet/Fluch

ist geflucht.

Karte 14, Rückseite

45


Buchstabe F

Karte 15, Vorderseite

figura etymologica: Flucht fliehen

Pascal, B.

Pensées 72; p1109: Quelque terme où nous pensions

nous attacher et nous affermir, il branle

et nous quitte; et si nous le suivons, il

échappe à nos prises, nous glisse et fuit d’une

fuite éternelle.

Karte 15, Rückseite

46


Buchstabe F

Karte 16, Vorderseite

figura etymologica: Freude freuen

Klopstock, F.G..

Grosses Halleluja: Wir freuen uns

Himmelsfreuden

Karte 16, Rückseite

47


Buchstabe F

Karte 17, Vorderseite

figura etymologica: Furcht fürchten

Hippel

Reventlow

Lebensläufe II 120: Ich: Ich fürchte mich nur

vor der F; das scheint ein Wortspiel, /allein

es ist ein richtiges, wahres Wort.-- Auf mein

Wort gehe hin u thue desgleichen?

Tagebücher, 25.2.95; 30: Geschwister Rondoli von

Maupassant gelesen. Darin eine Skizze "Er“ über

schrieben, die aufs wunderbarste nervöse Angstgefühle

analysiert. Ich fürchte mich vor meiner

F., vor den Schreckbildern meines Hirns, das beginnen

könnte, sich zu trüben, vor der Möglichkeit

einer Halluzination.

Karte 17, Rückseite

48


Buchstabe F

Karte 18, Vorderseite

figura etymologica: Gabe, geben (gibt)

Chretien

Parceval 1689: Et cil l’en a le don doné, /Que jamais

tant come il soit ne/ N’en parlera, de ce soit

fis,/Se de lui non;

Karte 18, Rückseite

49


Buchstabe F

Karte 19, Vorderseite

figura etymologica: Gedanken denken

Rolland, R.

Hofmannsthal

Nietzsche, F.

Klopstock, F.G.

Jean Christophe; p812: Elle pensait ses pensées

672. Nacht; II p8: Aber da keine Krankheit in

ihm war, so war der Gedanke (an den Tod) nicht

grauenhaft, er hatte eher etwas Feierliches

und Prunkendes u kam gerade am stärksten, wenn

er sich am Denken schöner Gedanken oder an der

Schönheit seiner Jugend u Einsamkeit berausch

te.

MA I 188; 9563: Denker als Stilisten,-Die

meisten Denker schreiben schlecht, weil sie

uns n nur ihre Gedanken, sondern auch das Denken

der Gedanken mitteilen.

Zürchersee; p58: Schön ist, Mutter Natur, deiner

Erfindung Pracht,/Auf die Fluren verstreut,

schöner ein froh Gesicht;/Das den großen Gedanken/Deiner

Schöpfung noch einmal denkt.//

Karte 19, Rückseite

Schiller, F.

Rilke, R.M.

Folgen der Tugend; 11 p1o: Denn wonach ringt die

Seele des Jünglings- als nach diesem einzigen

Ziele (Tugend)? wenn sie den großen Gedanken

denkt, daß nur Tugend den Men zum Abglanz der unendlichen

Gottheit macht- denn wonach schmachtet

die Seele des Jünglings, als nach diesem nie

zu umfassenden Urbild?

Malte, AW II p22: Ich sitze hier u bin ns. U dennoch,

dieses Ns fängt an zu denken u denkt, fünf

Treppen hoch, an eine grauen Pariser Nachmitttag,

diesen Gedanken:

- ib.p.139: Mein Gott, mein Gott, wenn mir noch solch

e Nächte bervorstehen, laß mir doch wenigstens einen

von den Gedanken, die ich zuweilen denken

konnte

Frisch, M.

Ganteinbein; p469: Ein G, blitzhaft gedachtt neulich

in der Garderobe, hatte sich bisher verdrängen

lassen, ein Kalender-G (Schwangerschaft), u für

den Fall, daß alle G sich erübrigten, wünschte Gan

tenbein gerade diesen G nicht gedacht zu haben.

50


Buchstabe F

Karte 20, Vorderseite

figura etymologica: Gedanken denken 2

Hofmannsthal

Lessing, G.E.

Brentano, C..

Frau im Fenster; GkD p21o: Dianora: Ich glaube,

so sind die G, die/Ein M ins einer Todesstunde

denkt./

Philotas 4; II p98: Ph:U nun-welcher G war es,

den ich jetzt dachte? Nein, den ein Gott in mir da

chte- Ich muß ihm nachhängen! Laß dich fessseln

flüchtiger G!- Jetzt denke ich ihn wieder!

An Gritha Hundhausen (L.Brentano: B.s Liebesleben

p42sq): Wer je die Freiheit des Gemüts verlor,

erhält sie selten wieder, u doch kann es gesunden

Seelen gelingen, in dieser ewigen Unschuld zu fe

rweilen, die darin besteht, nur das einfache, natürliche

Verhältnis der Dinge zu begreifen, nur d

as Ewige, keinen bürgerlichen Gesetzen Unterworffene

zu lieben, nur mit der Liebe zu lieben und

mit erlernten Empfindungen, nur mit dem ursprüng

lichen G zu denken un mit auswendig gelernten

Maximen. Das heißt in jeder Minute des Lebens

Karte 20, Rückseite

. ein Kind sein, welches denn doch etwas ganz anderes

ist als in jeder Minute ein unerfahrenes

Wesen

Musil, R

Mo E 1o2; p486: Sepp: "Seien Sie (Ulrich) sicher,“

rief er ihm zu, "im Grunde denken Sie auch n ein

en einzigen G, den n Direktor Frischel denken könn

te!“

51


Buchstabe F

Karte 21, Vorderseite

figura etmylogica: Gefühl fühlen

Brentano, C.

Starenberg; III p2o3: O wie schwüle Gefühle

fühle/ Ich im kleinen Herzen.

Karte 21, Rückseite

52


Buchstabe F

Karte 22, Vorderseite

figura etymologica: Gesang singen (singt)

Hölderlin

Der Mutter Erde, V.1 (p2o6). Statt offner Gemeine

sing ich Gesang./.

Karte 22, Rückseite

53


Buchstabe F

Karte 23, Vorderseite

figura etymologica: Glauben glauben (glaubt)

Nietzsche

Z II: Vom Lande der Bildung; p12osq: Unfruchtbare

seid ihr: d a r u m fehlt euch an G. Aber wer

schaffen mußte, der hatte auch immer/seine Wah[n]

[unleserlich]

Träume u Stern-Zeichen- u glaubte an G!/

Karte 23, Rückseite

54


Buchstabe F

Karte 24, Vorderseite

figura etymologica: Hass hasst (hassen)

Potocki, J.

Saragossa 33, p481: Ich hasse den H.;

Ich hasse es, den Hass zu hassen

Karte 24, Rückseite

55


Buchstabe F

Karte 25, Vorderseite

figura etymologica: Hauch haucht

Hofmannsthal

Augenblicke in Griechenland III; II p553: Ein H

der Verzagtheit hauchte mich an, ein Gefühl der

Enttäuschung verzehrte mich im voraus.

Karte 25, Rückseite

56


Buchstabe F

Karte 26, Vorderseite

figura etymologica: Kampf kämpfen

Nietzsche

Hölderlin

Leisewitz

UB II; I p219: Die Geschichte gehört vor allem dem

Tätigen u Mächtigem, dem, der einen großen Kampf

kämpft (monumentalische Historie).

Hyperion I 2; p5o1: Es gibt große Stunden im Leben.

Wir schauen an ihnen hinauf, wie an den kolossali

schen Gestalten der Zukunft u des Altertums, wir

kämpfen einen herrlichen K mit ihnen, u bestehn

wir vor ihnen, so werden sie wie Schwestern, u ver

lassen uns nicht

Julius von Tatrent III 2; SuD I p588. Julius: Ich

will

mich zwingen, Vater, einen K kämpfen (gegen Liebe),

der mir viel kosten wird

Karte 26, Rückseite

57


Buchstabe F

Karte 27, Vorderseite

figura etymologica: Kuss küssen

Mörike, E. Schiffer- u.Nixenmärchen I; I p.145

Hoheslied

1,2: Er küsse mich mit dem Kusse seines

Mundes

Fouqué,F.

Undine XVIII; p1o1: Bebend vor Liebe u Todesnähe

neigte sich der Ritter ihr entgegen,

sie küßte ihn mit einem himmlisch

en Kusse, aber sie (U) ließ ihn n mehr los

(Todeskuß)

Karte 27, Rückseite

58


Buchstabe F

Karte 28, Vorderseite

figura etymologica: Lachen lachen (lacht)

Hofmannsthal

Flaubert

Frau im Fenster, GkD p22o: Sie (Dianora) lacht

ein übermäßig helles L, das jeden Augenblick in

Weinen oder Schreien übergehen könnte.

Bovary III 5; I p566: Emma (bei Léon): riait d’un

rire

sonore et libertin

- ES II 2; II p22o: Mme Dambreuse s’inclina légérement,

tout en souriant d’un rire singulier,

plein à la fois de politesse et d’ironie.

Karte 28, Rückseite

59


Buchstabe F

Karte 29, Vorderseite

figura etymologica: Lächeln lächeln

Rilke, R.M. Malte; AW II p32: Das Gesicht meines Vaters war

jetzt zornig, voller Blut, aber der Großvater,

dessen Finger wie eine weiße Kralle meines Vate

rs Arm umklammerten, lächelte sein maskenhaftes

Lächeln

- ib.p75: "Ich werde ja nie darauf kommen, Malte“

sagte sie (Maman) manchmal mit ihrem eigentümlich

kühnen L, das von niemandem gesehen sein wollte

u seinen Zweck ganz erfüllte, indem es gelächelt

ward.

Flaubert, G. Bovary III 7; I p60o1: Guillaumin souriait d’un sou-

Robbe-

Grillet

rire singulier, d’un façon douceâtre et ambigue

Jalousie IX p2o4sq. Ils sourient en même temps,

du même/sourire, quand la porte s’ouvre.

Karte 29, Rückseite

60


Buchstabe F

Karte 30, Vorderseite

leben: sich leben

figura etymologica: Leben leben,

c.g. gelebtes Leben

Langgässer, E.

Pascal, B.

Vorfrühlingswald: L.; wer lebt dich?

Pensées; H p 541: Faire les petites choses

comme grands, à cause de la majéstéde

Jésus Christ qui les fait en nous,

et qui vit notre vie.

672. Nacht; II p7: er lebte sich immer

mehr in ein ziemliches einsames Leben hinein

Hofmannsthal,

H.v.

- ibid. p11: Er fühlte mit der Deutlichkeit

des Alpdrucks, wie die beiden Alten

dem Tod entgegenlebten...; u wie die beiden

Mädchen in das öde, gleichsam luft.

lose Leben hineinlebten.

Proust, M.

[G]uermantes [unleserlich] I; II p43: lui, savait

quelles

étaient les pensées sublimes que tous

deux résumaient, sans doute pour le moment

où ils se remettraient à vivre leur

vraie vie (aristocratique)

Karte 30, Rückseite

Proust, M.

La Prisonnière III p97: la vie non encore vécue,

la vie relativement future, nous semble

une vie plus lontaine, plus détachée, moins

intime, moins nôtre.

- ibid.III p147: Je sentis qu’elle (la petite laitière)

devait déjà dire: aimer les sports, et

que dans quelques années elle dirait: vivre

sa vie

- TR; III p895: La vraie vie, la vie enfin découver

te et éclaircie, la seule vie par conséquent

réellement vécue, c’ést la littérature

- ibid. p9o2. Tous ces êtres qui m’avaient révélé

des vérités et qui n’étaient plus, m’apparaissaient

comme ayant vécu une vie qui n’avait pro

fité qu’à moi, et comme s’ils étaients morts

pour moi

- ibid. p1o32: ce que j’avais quelquefois senti

au cours de ma vie comme digne être vécue (littérature).

61


Buchstabe F

Karte 31, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 2

Pascal, B.

Pensées Ch 145, B147, p1127sq: Nous ne nous contentons

pas de la vie que nous avons et en notre

propre être: nous/voulons vivre dans l’idée

des autres d’une vie imaginaire, et nous nous

efforçons pour cela de paraitre.

Proust, M.

Regrets VIII: Sa plus réelle beauté était peutêtre

dans mon désir. Elle a vécu sa vie, mais

peut-être, seul, je l’ai rêvée.

- ib.VI: Nous songeons la vie... Il ne faut pas essayer

de la vivre.

Prevost, M. Demi-voerges III 4, p.34osq: presque tous les êtres

vivant de cette vie de/luttes, de plaisirs,

d’émotions factices, violentes et répétées,

qui est la vie des capitales modernes, c’ést-à

dire des grands marchés d’argent, de gloire et

de débauche, -presque tous ces êtres portent

le germe d’une monomanie impulsive.

Karte 31, Rückseite

Schiller, F.

Gide, A.

P III 8, 184osqq: Thekla: Der Zug des Herzens ist

des Schicksals Stimme./Ich bin die Seine (Max).

Sein Geschenk allen/ist dieses neue Leben,

das ich lebe./ Er hat ein Recht an sein Geschöpf.

F-M I 7; p980: Griffithe J’étais sur la Bourgogne

...le jour où elle a fait naufrage... Je n’ai jamais

vécu d’une vie plus intense; mais j’étais aussi

incapable de réfléchir qu’un terre- neuve, je

suppose, qui se jette à l’eau.

- ib. III 1; p1118: Molinier: Le jeune Bernard a bru

squement quitté le foyer familial, où il n’aurait

jamais dû entrer. Il est allé "vivre sa vie“, com

me disait Emile Augier, vivre on ne sait comment

et on ne sait où.

Schiller, F.

Zusammenhang; 11 p45: Das Tier lebt das tierische

Leben, um angenehm zu emp-/finden. Es empfindet

angenehm, um das tierische Leben zu erhal

ten. Also es lebt auch das tierische Leben u emfindet

seine Vergnügungen u leidet seine Schmerzen.

62


Buchstabe F

Karte 32, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 3

Valéry, P.

Histoires brisées; II p462: Belle reine souveraine,

tes yeux qui sont rouverts me disent que je

suis fou. Promène-les, des yeux, je te dis qu’ils

sont le plus profond de nous. Ne pense point, Laisse

l’oeil vivre des sa vie.

Lessing

Nathan II 7; 2 p342: Tempelherr: Das Leben. das/Ich

leb!, ist sein (Saladins) Geschenk.

Schlegel, F. Ideen fr. 143; p1o7: Es gibt keine große Welt als

die Welt der Künstler. Sie leben hohes L. Der gute

Ton steht noch zu erwarten. Er würde da sein, wo

jeder sich frei u fröhlich äußerte u den Wert der

andern ganz fühlte u begriffe.

Rilke, M.

Stundenbuch I; I p9: Ich lebe mein L in wachsenden

Ringen,/Die sich über die Dinge ziehn./Ich werde

den letzten vielleicht n vollbringen,/aber

versuchen will ich ihn.//

- ib.p1o: ICH liebe meines Wesens Dunkelstunden,/

Karte 32, Rückseite

. in welchen meine Sinne sich vertiefen;/in ihnen

hab ich, wie in alten Briefen,/mein täglich L

schon gelebt gefunden/ u wie Legende weit und

überwunden

Rilke, R.M

Stundenbuch II; I p63sq: UND doch, obwohl ein je

der von sich strebt/wie aus dem Kerker, der ihn

haßt u hält,-(es ist ein großes Wunder in der

Welt:/ich fühle: a l l e s L e b e n w i r d g e-

l e b t.// Wer lebt es denn? (...) Wer lebt es denn?

Lebst du es, Gott,- das Leben?///

- Das tägliche Leben p73: Georg (spöttisch): Auf

diese Weise könnte man v i e l e Leben haben? Helene:

(ernst): Ja, begreifst du? Das wäre die Kunst

des modernen Menschen. Georg: Die Kunst? ...Helene:

Oder die Aufgabe: Für jedes Erlebnis die

entsprechenden Takte zu finden, dann würde je.

des ein Ganzes, ein Leben. U erlebte Tausende Le

ben.. Georg: U stürbe tausend Tode... Helene: Die

er alle überwände... fühlst du?

- An Kappus 18.8.04; Briefe I p97: Gefährlich und

schlecht sind nur jene Traurigkeiten, die man un.

63


Buchstabe F

Karte 33, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 4

Rilke

Mallarmé, St.

Rilke, R.M.

ter die Leute trägt, um sie zu übertönen; wie

Krankheiten, die oberflächlich u töricht behandelt

werden, treten sie nur zurück u brechen nach

einer kleinen Pause um so furchtbarer aus; u sam

meln sich an im Innern u sind L, sind ungelebtes,

verschmähtes, verlorenes L; an dem man sterben

kann. Wäre es uns möglich, weiter zu sehen, als

unser Wissen reicht, u noch ein wenig über die Vo

rwerje unseres Ahnens hinaus, vielleicht würden

wir dann unsere Traurigkeit mit größerem Vertrauen

ertragen als unsere Freuden.

L’Orphelin; p1559: mais j’amais à vivre de la

vie de ces comédiens et vers eux j’allais oublier

mes hideux camerades.

Malte, AW II p1o3: Sie (Margarete Brigge) lebte miot

ten unter uns ihr L, ohne auf jemanden Rücksicht

zu nehmen... Vielleicht verachtete sie es dafür,

daß es n gekommen war, daß es die Gelegenheit ver

Karte 33, Rückseite

Frisch, M.

Hofmannsthal

fehlt hatte, mit Geschick u Talent gelebt worden

zu sein.

Gantenbein; p190: Hölle: Ich wäre Enderlin, dessen

Mappe ich trage, aber unsterblich, so, daß

ich sein Leben, meinetwegen sogar ein glück

liches Jahr, beispielsweise das Jahr, das jett

beginnt, noch einmal durchzuleben hätte mit dem

vollen Wissen, was kommt, u ohne die Erwartung,

die allein imstande ist, das L erträglich zu machen,

ohne das Offene, das Ungewisse aus Hoffnung

u Angst

Tor u Tod; GkD 116: Stets schleppte ich den rätselhaften

Fluch,/Nie ganz bewußt, nie völlig un.

bewußt,/Mit kleinem Leid u schlaer Lust/Mein L

zu erleben wie ein Buch,/Das man zur Hälft noch

n u halb n mehr begreift,/U hinter dem der Sinn

erst nach Lebendgem schweift-/U was mich quälte

u was mich erfreute, /Mir war, als ob es nie sich

selbst bedeute,/Nein künftgen Lebens vorgelieh

hnen Schein/U hohles Bild von einem vollern Sein.

64


Buchstabe F

Karte 34, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 5

Hofmannsthal Tor u Tod, GkD p122: TOD: Was allen, ward auch dir

gegeben,/Ein Erdenleben, irdisch es zu leben./

Im Innern quillt euch allen treu ein Geist,/Der

diesem Chaos toter Sachen/Beziehung einzuhauchen

heißt,/U euren Garten draus zu machen/Für

Wirksamkeit, Beglückwünschung u Verdruß

-. Der Schwierige II 14; I p497: Hans Karl: Das war nur

ein Moment; 30 Sekunden sollen es gewesen sein,

aber nach innen hat das ein anderes Maß. Für mich

wars eine ganze Lebenszeit, die ihc gelebt hab, u

in diesem Stück Leben, da waren Sie meine Frau.

Montaigne

Essais III 1; p1088: Nous sommes de grands fols:

"Il a passé sa vie en oisvité, disons nous; je

n’ay rien faict d’aujourd’huy- Quoy, avez vous

pas vescu? C’est non seulement la fondamentale,

mais la plus illustre de vos occupations.

Schiller

Braut von Messina 2722: Cesar: Lebe, wer’s kann,

ein L der Zerknirschung/Mit strengen Bußkastei

Karte 34, Rückseite

Schiller

ungen allmählich/ Abschlöpfen eine ew’ge Schuld-

I C H kann/ N leben, Mutterm mit gebrochnem Herzen./

ib.2797sqq; 7 p118: Beatrice: M i c h fordert/Der

Fluch, der dieses Haus verfolgt, u Raub/ Am Himmel

ist das Leben, das ich lebe./

- ib. 2814; p119: Cesar: Er lebt in deinem (Mutter)

Schmerz ein selig L,/Ich werde ewig tot sein bei

den Toten./

Schlegel, F,

Büchner, G.

Montherlant

Lucinde; p63: Leicht u melodisch flossen ihnen

die Jahre vorüber, wie ein schöner Gesang, sie leb

ten ein gebildetes Leben, auch ihre Umgebung wared

harmonisch u ihr einfaches Glück schien mehr

ien seltnes Talent als eine sonderbare Gabe des

Zufalls

Lenz; p90: Doch je mehr er sich in das L hineinlebt

te, ward er ruhier. Er unterstützte Oberlin, zeichnete,

las die Bibel;

Jeunes Filles; p1oo3: L’Homme moyen, celui qui

avoue ce respect du bonheur (wie hommes supér-

65


Buchstabe F

Karte 35, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 6

Montherlant

Montaigne

Novalis

Balzac, H.

eurs) lui est suspect. Quant au "devoir du bonheur“,

il a, malgré Goethe, avec la formule "vire

sa vie“, la plus mauvaise presse.

Essais I 26; p162: On nous aprend à vivre quand

la vie est passee. Cent escholiers ont pris la

verolle avant que d’estre arrivez à leur leçon

d’Aristote, de la temperance. Cicero disoit que

quand il vivroit la vie de deux hommes, il ne

prendroit pas le loisir d’estudier les poetes

lyriques.

Blüthenstaub 8; II p415: Der Unterschied zwischen

Wahn u Wahrheit liegt in der Differenz ihrer

Lebensfunkzionen. Der Wahn lebt von der Wahrheit;

die Wahrheit lebt ihr Leben in sich.

Peau de chagrin; IX p222: Arzt: A moins d’accident,

monsieur le marquis, vous pouvez vivre la

vie de Mathusalem.

Karte 35, Rückseite

Flaubert, G.

Goethe

Baudelaire

Gautier

Bovary I 8; I p372: Mais, aux fulgurations de l’heu

re présente (Schloßbesuch), sa vie passée, si nette

jusqu’alors, s’evanouissait tout entière, et elle

doutait presque de l’avoir vécue.

Faust, Vorspiel 167sq: Greift nur hinein ins volle

Menschenleben!/Ein jeder lebts, nciht vielen

ists bekannt,/ U wo Ihrs packt, da ists interessant./

Spleen de Paris XXXV; p288: Dans ce trou noir ou

lumineux (fenêtre) vit la vie, rêve la vie, souffre

la vie.

Maupin 2; p61: Dieu qui m’a prêtré la vie ne me la

reprendra

pas sans que j’aie vécu. A quoi bon donne

au poète une lyre sans cordes, à l’homme une vie

sans amour?

- ib.11; p239: Oiseaux du ciel, prétez-moi chacun

une plume... afin que je m’en fasse une paire

d’ailes

pour voler haut et vite par des régions inconnues,

où je ne retrouve rien qui rappelle à mon souvenir

la cité des vivants, où je puisse oublier que je

suis moi, et vivre d’une vie étrange et nouvelle,

plus loin que l’Amérique...

66


67


Karte 36, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 7 c.f. Fig.et.: Erlebnis

Werfel, F. Der veruntreute Himmel; Nachwort, p : Ich habe

Teta Linek gekannt. Sie war eine alte Frau, untersetzt,

rundlich, mit breiten Backen u hellen Vergißmeinnichtaugen.

Sie war eine Persönlichkeit

von großem Seltenheitswert in dieser Zeit. Sie

hatte ihr ganzes L ausschließlich im Hinblick

auf das Bleibende gelebt!

Musil, R.

MoE84; p365: Walter: Wie pikant du (Ulrich) es hinstellst,

als ob wir überhaupt die Wahl hätten, Ideen

zu leben o unser L zu l! Aber am Ende kennst du

vielleicht das Zitat: ‚Ich bin kein ausgeklügelt

Buch, ich bin ein M mit seinem Widerspruch’?

Goethe

Epimenides II 3, 622; 170: Hoffnung: Das L selbst

ist nur durch mich lebendig./

- ib.763sqq; p175; II 7: Genien: Pfeiler, Säulen kann

man brechen/ A n ein freies Herz: /Denn es lebt

ein ewig L./ Es ist selbst der ganze Mann,/ In ihm

winken Lust u Streben,/ Die man n zermalmen kann.

Karte 36, Rückseite

Sartre. La Nausée; p60: Voici ce que j’ai pensé: pour que l’

événement le plus banal devienne une aventure, il

faut et il suffit quÄon se mette à le raconter.

C’est ce qui dupe les gens: un homme, c’est toujours

uun conteur d’histoires d’autrui, il voit tout ce

qui

lui arrive à travers elles; et il cherche à vivre sa

vie comme s’il la ravontait.-Mais il fait choisir

vivre ou raconter.

Baudelaire

Les paradis artificiels, décidace; p345: La femme

est fatalement suggestive; elle vit d’une autre vie

que la sienne propre; elle vit spirituellement dan

s les imaginations qu’elle hante et qu’elle féconde.

68


Buchstabe F

Karte 37, Vorderseite

figura etymologica: Leben leben 7

Schiller

Hugo

Der Menschenfeind 8; 7 p340: v.Hutten: Mit der unwi

derstehlichen Schönheit bewaffnet, wiederhole du

vor ihren (Menschen) Augen das Leben, das ich in

ihrer Mitte unerkannt lebte, u durch d e i n e A n-

m u t triumphiere meine verurteilte Tugend

Ruy Blas I 2; p261: César: De vos bienfaits je n’au

rai nulle envie./ Tante que je trouverai, vivant ma

libre vie,/Auf fontaines de L’eau, dans les cham

ps le grand air,/A la ville un voleur qu m’habille

l’hiver,/ Dans mon âme l’oubli des prospérités

mortes,/Et devant vos palais, monsieuer, de larges

portes/Où je puis, à midi, sans souci du rêveil,

/Dormir, la tête à l’ombre et les pieds au soleil!/

-Adieu donc.-De nous deux Dieu sait quel est le ju

ste./Avec les gens de cour, vos pareils, don Salluste,/Je

vous laisse, et je reste avec mes chenapans./Je

vis avec les loups, non avec les serpents./

Karte 37, Rückseite

Jacobsen

Ludwig

Reventlow

Lhyne p147: Der unermeßliche Strom von Liebe, der jetzt

zu dem Gott emporsteigt, an den geglaubt wird, kann

sich, wenn der Himmel leer ist, zur Erde neigen,

sich mit liebendem Schritt all den schönen, mlichen

Eigenschaften u Fähigkeiten nähern, die wir unermeß

lich gesteigert u mit denen wir die Gottheit geschmückt

haben. um sie unserer Liebe wert zu machen... Begre

ofem Sie n, welchen Adel es dem Men verleihen wird, we

nn er frei sein L l, seinen Tod sterben kann, ohne Fur

cht vor der Hölle, ohne Hoffnung auf ein Himmelreich,

jedoch in Furcht vor sich selbst u in Der Hoffnung

auf sich selbst?

Zwischen Himmel u Erde; 3 p157: (Fritz Nettenmair vor

drohender Tötung): Er sann zurück u lebte sein ganzes

L im Augenblicke noch einmal durch, um zu finden,

der ewige Richter könne ihm verzeihen.

Ellen Olestjener; SW 667: Wir hatten doch recht

mit unseren pathetischen Jugendredensarten,-Und

mein Leben muß ich auch wieder leben, wenn es

auch noch so viel kostet.

69


Buchstabe F

Karte 38, Vorderseite

figura etymologica: Liebe liebt (lieben)

Schaumann, R.

Potocki, J.

Baudelaire, Ch.

Rochefoucauld

Gide, A.

Petersiliengarten p.32 (liebt)

Saragossa 33, p481: Ich liebe d. Liebe;

Ich liebe es, die Liebe zu lieben

Le Fanfarlo; p487: Du haut de sa solitude...,

Samuel apercevait souvent, se promenant

dans une allée du Luxembourg. une

forme et une figure qu’il avait aimée en

province,- à l’âge où on aime l’amour.-

MR 471; p464: Dans les premières passions,

les femmes aiment l’amant; et dans

les autres, elles aiment l’amour.

NT IV 1: Ménalque: Certains m’accusèrent

d’égoisme; je les accusai de sottise.

J’avais la prétention de n’aimer

point quelqu’un, homme ou femme, mais

bien l’amitié, l’affection ou l ! amour.

En le domant à l’un, je n’eusse pas voulu

l’enlever à quelque autre, et ne faisais

que me prêter. Pas plus je ne vou-

Karte 38, Rückseite

lais accaparer le corps au le couer d’aucun

autre; nomade ici comme envers la nature, je

ne m’arrêtais nulle part. Toute préférance me

semblait injustice; voulant rester à tous, je

ne me donnais pas à quelqu’un.

Rochefaucauld MR 500; p468sq: Il ya des gens si remplîs d’

eux-mêmes, que, lorsqu’ils sont amoureux, ils

trouvent moyen d’être occupés de leur passion

sans l’être de la personne qu’ils aiment.

- MR 374; p453: Si on croit aimer sa maîtresse

pour l’amour d’elle, on est bien trompé.

Musset, A.de André del Sarto II 1 P267: Je l (Lucrez) aimaisd’un

amour indéfinissable. Pour elle, j’aurais

lutté contre une armée.

Johannes

7,26: Jesus: Et notum feci eis nomen tuum (Pater),

et notum faciam: ut dilectio, qua dilexisti

me, in ipsist sit, et ego in ipsis.

Musset, A.de Caprices de Marianne I 1; p277: Octave: J’aime

ton amour, Cælio; il divague dans ta cervelle

comme un flacon syracusain.

70


Buchstabe F

Karte 39, Vorderseite

figura etymologica: Liebe liebt (lieben) 2

Musset, A.de

Grillparzer

Montherlant

Balzac, H.

Caprices de Marianne I 2; p279: Hermia: Je l’aimais

d’un armour sincère, et l’estime qu’il avait in

spirée à mes parents ne me permit pas d’hesiter.

Ahnfrau II; 2 p34: Bertha: Sieh, man hat mir oft

erzählet,/ Daß es leichte Men gebe,/Deren L n

bloß brennt,/ AUch verbrennt u dann erlischt,/Men,

die die L lieben,/Aber n den Gegenstand,/

Schmetterlinge, bunte Gaukler,/Die die keusche

Rose küssen,/Aber n, weil sie die Rose,/Weil sie

eine Blume ist./Bist du auch so, Stummer, Böser?/

Jeunes filles; p1000: Andrée: Si j’étais (encore)

plus jeuen ou plus âgée! Plus jeune, je n’aurais

pas encore assez de cette vie purement cérébrale

et de cette amitié purement platonique, intelligente

et froide:quand je vous ai connu, je n’aimais

pas l’amour.

Les Marana; IX p8o3: aimer du violent amour des

prostituées

Karte 39, Rückseite

Flaubert

Brentano, C.

Augustinus

Villalonga

Bovary II 15; I p530: personne sur la terre ne l’avait

aimée d’un pareil amour (wie in Lammermoor).

An Gritha Hundhausen (In: L. Brentano: B.s Liebesleben

p43sq): Wer je die Freiheit des Gemüts verlor,

erhält sie selten wieder, u doch kann es gesunden

Seelen gelingen, in dieser ewigen Unschuld

zu verweilen, die darin besteht, nur das einfache,

natürliche Verhältnis der Dinge zu begreifen, nur

das Ewigke, keinen bürgerlichen Gesetzen Unterwor

fene zu lieben, nur mit der Liebe zu lieben u nich

t mit erlernten Empfindungen, nur mit dem ursprün

glichen Gedanken zu denken u n mit auswenig gelernten

Maximen. Das heißt in jeder Minute des Le

bens ein Kind sein, welches denn doch etwas ganz

anderes ist als in jeder Minute ein unerfahrenes

Wesen

:ambam amare

Ein Mann allein (=l’homme de sang); p130: Nachher

die Liebe, ganz einfach. Aber anders als zuvor.

Freigebiger, reicher. Die aufreizende Liebe, mit

71


Buchstabe F

Karte 40, Vorderseite

figura etymologica: Liebe liebt (lieben) 3

Villalonga

einer Frau, welche die Liebe liebte, das Raffinement

ihrer Schmerzen kannte u mit kühlem

Scharfblick Vergleiche zog.

- ib. p135: (Soledad) "Francisco, ich liebe die L

mit dir.“ Sie hätte es ganz deutlich gesagt. Nicht

dich liebe ich, sondern das Zusammensein mit

dir.

Gautier, Th. Maupin 1; p53:Jusqu’ici, je n’ai aimé aucune femme,

mais j’ai aimé et j’aime l’a m o u r. Quoique je

n’aie pas eu de maîtresses et que les femmes que

j’ai eues ne m’aient inspiré que du désir, j’ai éprouvé

et je connais l’amour même: je n’aimais pas

celle-ci ou celle-là, l’une plutôt que l’autre,

mais quelqu’une que je n’ai jamais vue et qui doit

exister quelque part, et que je trouverai, s’il

plaît à Dieu.

Musil, R.

MoE 113; p550: Ulrich: "Ich war einmal sehr verliebt;

ich mag ungefähr ebenso alt gewesen sein, wie

Karte 40, Rückseite

Sie (Sepp) es jetzt sind. Ich war eigentlich in me

ne L damals verliebt, in meinen veränderten Zustand,

weniger in die Frau, die dazu gehörte; damals

habe ich das alles kennen gelernt, woraus

Sie, Ihre Freunde u Gerd Ihre großen Geheimnis

se machen.

72


Buchstabe F

Karte 41, Vorderseite

figura etymologica: Regen regnet

Böll, H.

Rilke, R.M.

Irisches Tagebuch (dtv 1) p1o1

Nonnen-Klage IV; SW II p34: Daß wir es (Leben)

versäumt haben./Daß es wo liegt u entzwei

ist,/u der R r hinein/u steht drin u friert

drin.../

Karte 41, Rückseite

73


Buchstabe F

Karte 42, Vorderseite

figura etymologica: Sang singen

Ludwigslied

47: Sang uuas gisungan, Uuig was bigunnan

Karte 42, Rückseite

74


Buchstabe F

Karte 43, Vorderseite

figura etymologica: Schlaf schlafen (schläft)

Brentano, C. Godwi I; p184: Du schläfst, lieber Godwi.

einen ruhelosen Schlaf des Lebens

Rilke, R.M. Malte; AW II p18: Es kann sein, daß in dem weißen

Zimmer oben im Giebel, jetzt die Mägde

schlafen, ihren schweren, feuchten Sch schlafen

von Abend bis Morgen

- Fragmente zum Narziß I; AW II p376: Liebt mich

ihr Nymphen, schlaft, schlaft grenzenlosen S!

Hofmannsthal Bergwere zu Falun I; I p151: Den (Fischerssohn)

rührt n an, der schläf n irdischen Sch:

/Wo der liegt, ist die Schwelle schon zum Jen

seits!/

Baudelaire

Spleen de Paris XXXI; p286:"Quand donc“, disaient-ils

(passagers), "cesserons-nous de

dormir un sommeil sécoué par la lame...“

Klinger, F.M. Simson Grisaldo I 2; SuD II p214: Curio: ich

schlief’ am besten hier, ich schlief’ am best-

Karte 43, Rückseite

ten den ewigen Sch, o in deinen weißen Armen, Infan

in!

75


Buchstabe F

Karte 44, Vorderseite

figura etymologica: Schauer schauert

Schiller, F.

Räuber II 2; p54:Moor:Wiedersehen, wiedersehen!

Oh es wird mir durch die Seele schneiden ein

Schwert-Wenn ich ein Heiliger ihn (K) unter den

Heiligen finde- mitten im Himmel werden durch

mich schauern Schauer der Hölle

Karte 44, Rückseite

76


Buchstabe F

Karte 45, Vorderseite

figura etymologica: Schwimmer schwimmt

Goethe, J.W.

Pandora 972; 15 p175: Schwimmet! Schwimmer!

taucht, ihr Taucher!/Spähet, Späher, auf dem

Felsen!/

Karte 45, Rückseite

77


Buchstabe F

Karte 46, Vorderseite

figura etymologica: Segen segnen (segnet)

Brentano, C.

Starenberg; III p163: Segen ist gesegnet,/Fluch

ist geflucht.

Karte 46, Rückseite

78


Buchstabe F

Karte 47, Vorderseite

figura etymologica: Nach Sehnsucht sehnen

Kierkegaard

Entweder-Oder I p46 (I 27): Da denke ich an meine

Jugend u an meine erste Liebe- als ich noch

S hatte, jetzt sehne ich mich nur nach meiner ersten

S. Was ist Jugend? Ein Traum. Was ist die Lie

be? Der Inhalt des Traums. (Diapsalmanta)

Karte 47, Rückseite

79


Buchstabe F

Karte 48, Vorderseite

figura etymologica: Späher späht

Goethe

Pandora 973; 15 p175: Schwimmet, Schwimmer!

taucht, ihr Taucher!/ Spähet, Späher, auf dem

Felsen!/

Karte 48, Rückseite

80


Buchstabe F

Karte 49, Vorderseite

figura etymologica: Spiel spielen (spielt)

Goethe, J.W.v.

Hartmann v. Aue

Lessing

Eichendorff

Erlkönig: 1 p1o5: Du liebes Kind, komm, geh

mit mir!/ Gar schöne Spiele spiel’ ich mir

dir;

Erec 867: (Erec gegen Yders): sî bêde spilten

ein spil/daz lîhte den man beroubet,/der

fünfzehen úf das houbet./

Nathan II p; 2 p347: Al-Hafi: Und (Saladin) sagt:

er wolle matt nun einmal sein;/ Er w o l l e!

Heißt das spielen? Nathan: Schwerlich wohl;/

Heißt mit dem Spiele spielen.

Ahnung u Gegenwart II 17; II p182: Sie nahm sein’

n Helm herunter,/Löst Krause ihm u Bund,/

Spielt mit den Locken munter,/Küßt ihm den roten

Mund.// U spielt’viel süße Spiele/Wohl in

geheimer Lust,/Es zog so kühl u schwüle/Ihm

um die offne Brust.///

Karte 49, Rückseite

Figura etymologica: Spiel spielten

81


Buchstabe F

Karte 50, Vorderseite

figura etymologica: Suche suchen (sucht)

Pascal, B.

Pensées 2o3 (B135) p1138: Nous ne cherchons jamais

les choses, mais la recherche des choses.

Ainsi, dans les comédies, les scènes contentes

sans crainte ne valent rien, ni les extrêmes

misères sans espérance, ni les amours brutaux,

ni les sévérités âpres.

Karte 50, Rückseite

Tacitus

Büch[unleserlich],

K.

Tactitus und Ausklang

82


Buchstabe F

Karte 51, Vorderseite

figura etymologica: Suche suchen (sucht)

Pascal

Nietzsche

Pensées 203 (B 135), 1138: Nous ne cherchons jamais

les choses, mais la recherche des choses.

Ainsi, dans les comédies, les scènes contentes

sans crainte ne valent rien, ni les extrêmes misères

sans espérance, ni les amours brutaux, ni

les sévérités âpres.

UB III; I 337: Dazu füge man/beim Gelehrten/...

die jägerische Lust an verschmitzten Fuchsgängen

des Gedankens, so daß n eigentlich die Wahrheit

gesucht, sondern das Suchen gesucht wird u

der Hauptgenuß im listigen Herumschleichen, Umzingeln,

kunstmäßigen Abtöten besteht.

Karte 51, Rückseite

83


Buchstabe F

Karte 52, Vorderseite

figura etymologica: Taucher taucht

Goethe

Pandora 973; 15 p175: Schwimmet, Schwimmer!

taucht, ihr Taucher!/ Spähet, Späher, auf dem

Felsen!/;

Karte 52, Rückseite

84


Buchstabe F

Karte 52, Vorderseite

figura etymologica: Tod sterben

Rilke, R.M. Malte; II p11: Man stirbt, wie es gerade kommt ;

man stirbt den T, der zu der Krankheit gehört,

die man hat

- ib.p12: In den Sanatorien, wo ja so gern u mit so

viel Dankbarkeit gegen Ärzte u Schwestern gestorben

wird, stirbt man einen von den an der an

stalt angestellten Tod

- ib.p17: Wie hätte der Kammerherr Brigge den angesehen,

der von ihm verlangt hätte, er solle einen

anderen T sterben als diesen. Er starb seinen

schweren Tod

- ib. p.1o3: Sie (Margarete Brigge) lebte mitten unter

uns ihr L, ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen...

Vielleicht verachtete sie es (L) dafür, daß

es n gekommen war, daß es die Gelegenheit verfehlt

hatte, mit Geschick u Talent gelebt worden zu

sein.

Karte 52, Rückseite

85


Buchstabe F

Karte 53, Vorderseite

figura etymologica: Tod töten (tötet)

Gryphius

Catharina I 429sqq: Demetrius: Doch hoffen wir nun.

mehr/nu uns die Morgenröte//Eur Tamaras besucht;

daß auch der T sich tödte/Vnd eure (C) Widerkunft/

verjage all unser Leid./

- Gedanken über den Kirchof, Str.38; Wenn Gottes

letztes Feldgeschrei,/Verstärkt mit Blitzen u

Trompeten,/Wird durch der langen Länder Reih/Erschallen

u den T ertöten,/...

Karte 53, Rückseite

86


Buchstabe F

Karte 54, Vorderseite

figura etymologica: Tränen weinen

Mallarmé

Hérodiade II; p48: Allume encore, enfantillage/

Dis-tu, ces flambeaux òu la cire au feu léger/

Pleure parmi l’or vain quelque pleur étranger/

Et...

Karte 54, Rückseite

87


Buchstabe F

Karte 55, Vorderseite

figura etymologica: Traum träumen (träumt)

Klopstock, F.g. Beide: Traum träumet (!)

Poe, E.A.

The Raven; p2: dreaming dreams no mor

tal ever dared to dream before-

Brentano, C. Radlauf; III p34: Ich hab einen Traum

geträumet (Lied).

- Godwi II 34; II p415: Wenn die Liebe einschlummert

u träumt, träumt sie den

Traum der Liebe

Rosenroman

songier un songe

Hofmannsthal Weißter Fächer; GkD p142: Miranda: Ein T,

den ich heute nacht geträumt habe, hat

ich so beängstigt.

Lessing, G.E. Die schlafende Laura; p19sq: Sie schlief

u weit u breit/Erschallten keine Nachti

gallen,/Aus weiser Furchtsamkeit,/Ihr

minder zu gefallen,/Als ihr der Schlaf

gefiel,/Als ihr der T gefiel,/Den sie

Karte 55, Rückseite

/

vielleicht jetzt träumte,/Von dem, ich hoff’es,

träumte,/Der staunend bei ihr stand

Hofmannsthal (Dichter u diese Zeit;) Des Meeres und der Liebe

Wellen; II p351: Wer Liebe erfahren hat, wird es

lesen, u es liest darin, wer Liebe ersehnt. Der

Glückliche liest es, der die unerschöpflichen

Nächte kennt, u der vom Rande seines Glückes wie

vom Rande eines Schiffes mit halbgeschlossenen

Augen niederhangend Träume träumte, die kein Sterblicher

vor ihm zu träumen wagte. (Poe)

Auden, W.H. Miss Gee. A ballad; p43: She dreamed a dream one

evening/ That she was the Queen of France/And the

Vicar of Saint Aloysius/Asked Her Majesty to

dance.//

Goethe

Max u.Reflex.38 p625:"Unter allen Völkerschaften

haben die Griechen den Traum des Lebens am

schönsten geträumt.“

Chamisso

Schlemihl IX; 2 p3o2: ich weiß, dass ich gern solchen

T träumte (Paradies) u mich vor dem Erwachen

in acht nahm;

- ib. XI; p3o8sq: Mina: seit ich meinen langen T aus

geträumt/habe u in mir selber erwacht bin, geht

88


Buchstabe F

Karte 56, Vorderseite

figura etymologica: Traum träumen (träumt) 2

Chamisso

es mir wohl, seitdem wünsche ich n mehr u fürchte

n mehr den Tod.Seitdem denke ich heiter an Vergangenheit

u Zukunft.

Karte 56, Rückseite

Zeit heilt

Montaigne, M.de

Pascal, B.

Essais III 4; p813: le temps que Nature

nous a donné pour souverain medecin

de nos passions

Pensées; H p195: Le temps guérit les

douleurs et les querelles, parce qu’

on change, on n’est plus la même personne.

89


Buchstabe F

Karte 57, Vorderseite

figura etymologica: Urteil (wird) beurteilt

Chamisso

Provinciales III; p689: Leur censure (de la

Sorbonne contre Arnauld), toute censurable

qu’elle est, aura presque tout son effet

Karte 57, Rückseite

90


Buchstabe F

Karte 58, Vorderseite

figura etymologica: Verachtung verachten (verachtet)

Nietzsche

Z III: Vom Vorübergehen; p197: (zum 'Affen Zarathustras’)

Ich verachte dein Verachten; u wenn

du mich warntest,- warum warntest du dich n

selber?/Aus der Liebe allein soll mir mein Verachten

u mein warnender Vogel auffliegen; aber

n aus dem Sumpfe!-/

K

arte 58, Rückseite

91


Buchstabe F

Karte 59, Vorderseite

figura etymologica: Versucher versuchen (versucht)

Nietzsche

Z I: Drei Verwandlungen; p25: Was ist schwer?...

Oder ist es das: von unserer Sache scheiden,

wenn sie ihren Sieg feiert? Auf hoher Berge steigen,

um den V zu v?

Karte 59, Rückseite

92


Buchstabe F

Karte 60, Vorderseite

figura etymologica: Wahl wählen (wählt)

Heidegger, M.

Sein und Zeit §74; p385: Die eigentliche Wiederholung

einer gewesenen Existenzmöglichkeit...gründet

existenzial in der vorlaufenden

Entschlossenheit; denn in ihr wird

allererst die W gewählt, die für die kämpfende

Nachfolge u Treue zum Wiederholbaren frei

macht.

Karte 60, Rückseite

93


Buchstabe F

Karte 61, Vorderseite

figura etymologica: Willen wollen (will)

Goethe, J.W.v.

Proust, M.

Hofmannsthal,

H.v.

Nietzsche, F.

Egmont IV 2,11 p31o. Der König w i l l

seinen Willen.

Beichte eines jungen Mädchens; p95: Es

war n genug, Sehnsucht nach der Willens

entfaltung in sich zu tragen, es brauch

te gerade das, was ich nicht ohne Willenskraft

konnte: wollen.

Aus einem ungedruckten Buch; A p85: Das,

was den großen Künstler ausmacht, ist

ein großer Wille, aber ein Wille, der

gewollt wird, nicht der will.

Z I: Drei Verwandlungen; p27: Ja, zum Spie

les des Schaffens, meine Brüder, befarf

es eines heiligen Ja-sagens:s e i n e n

W will nun der Geist, s e i n e Welt gewinnt

sich der Weltverlorene./

- ib.I: Hinterweltler; p31: Müdigkeit, die

mit Einem Sprunge zum Letzten will, mit

einem Todessprunge, eine arme unwissen-

Karte 61, Rückseite

de Müdigkeit, die n einmal mehr wollen will: die

schuf alle Götter u Hinterwelten

Nietzsche

Z II: Auf den glückseligen Inseln; p94: Aber so

will’s mein schaffender Wille, mein Schicksal.

Oder, daß ich’s euch redlicher sage: solches Sch

icksal gerade- will mein Wille./

- ib. II: Von den berühmten Weisen; p111: Hungernd,

gewalttätig, einsam, gottlos: so will sich selber

der Löwen-Wille./

Novalis

fr.118;II p552: Ich selbst weis mich, wie ich mich

will u will mich, wie ich mich weis-weil ich mei

nen W i l l e n w i l l - weil ich abs(olut) will.

In mir ist also Wissen u Willen vollkommen vereinigt.

Nietzsche

Geburt der Tragödie 3; I p32: In den Griechen woll

te der "Wille" sich selbst in der Verklärung des

Genius u der Kunstwelt, anschauen; um sich zu ver

herrlichen, mußten seine Geschöpfe sich selbst

als verherrlichenswert empfinden.

Duns Scotus Sent. I d.8q.5:quare voluntas (Scil.Dei) voluit

hoc (Welt), nulla est causa, nisi quia voluntas

est voluntas.

94


Buchstabe F

Karte 62, Vorderseite

figura etymologica: Wunsch wünschen (wünscht)

Rilke, R. M.

Lucas

1.Duineser Elegie; I p233: Freilich ist es seltsam,

die Erde n mehr zu bewohnen,/.../Seltsam, die

Wünsche nicht weiterzuwünschen

22,14sq: Et cum facta esset hora, discubuit, et du.

odecim apostoli cum eo./Et ait illis: Desiderio

desideravi hoc pascha manducare vobiscum, antequam

patiar.

Karte 62, Rückseite

95


Buchstabe F

Karte 63, Vorderseite

figura etymologica: Würger würgen (würgt)

Nietzsche Zarathustra III: Von der großen Sehnsucht; p246:

Mit dem Sturme, welcher "Geist“ geißt, blies ich

über deine (Seele) wogende See; alle Wolken blies

ich davon, ich erwürgte selbst die Würgerin, die

"Sünde“ heißt./

Karte 63, Rückseite

96


Buchstabe G

Karte 1, Vorderseite

Grün: Farbe der Hoffnung

Apollinaire L’Ermite; Alcools p95: La nuit les bois sont noirs

et se meur l’espoir vert/Quand se meurt le jour

avec un râle inattendu///

Lenau

Trauer; SW i p124: Winter kam hereingeschlichen/

In mein Herz, die Tränen starben,/ U schneeweiß

sind mir verblichen/Alle gn Hsfarben.//

Hebbel

Tagebuch, no, 4200; IV p884:G ist die F der H. Wahrscheinlich,

weil an alles Ergrünende sich die H

knüpft. Die H auf Blüten u Früchte.

- Kriemhilds Rache I 6; VII p155sq: K: So fräbe du, o

Erde,/Dich überall, wie dihc der graue Mord/Bei

den Burgunden färbte!/Tauche dich/In dunkles

Rot! Wirf’s ab, das grüne Kleid/Der H u der Freude!

Mahne alles,/Was lebt, an diese namenlose Tat/Und

bringe, da man mir die Sühne weigert,/Sie vor das

ganze menschliche Geschlecht./

Karte 1, Rückseite

97


Buchstabe G

Karte 2, Vorderseite

Grün: Farbe der Liebenden

Shakespeare, W.

Love’s Labour’s Lost I 2; p.85.

Karte 2, Rückseite

98


Buchstabe G

Karte 3, Vorderseite

Grün: Farbe des Neides

Valéry, P. Tel Quel; II p691: Sept péchés font un juste. Les 7

péchés capitaux sont les 7 couleurs p u r e s du

spectre de l’âme du juste (...) Restent le V e r t e t

le Rouge, qui sont nécessairement l’E n v i e et

l’O r g u e i l, chlore et pourpre.

Karte 3, Rückseite

99


Buchstabe H

Karte 1, Vorderseite

Heisse Augen

Bonaventura

Nachtwachen IV p.45 (Ahasver)

Karte 1, Rückseite

100


Buchstabe H

Karte 2, Vorderseite

Heisse Hand/Vorkommen

Droste, A.v.

Spätes Erwachen 4; 3; p.286.

Karte 2, Rückseite

101


Buchstabe H

Karte 3, Vorderseite

heisser Kuss

Goethe, J.W.v.

Liebe und Tugend; I p66

- Ziblis; I p37

Karte 3, Rückseite

102


Buchstabe H

Karte 4, Vorderseite

heisser Mund

Goethe, J.W.v.

Lyde, I p39: Und von ihrem heissen Munde/Saugt

Amin die Wollust ein.

Karte 4, Rückseite

103


Buchstabe H

Karte 5, Vorderseite

Heisse Lider

Hofmannsthal, H.

Vor Tag, p.6 (Krankheit)

Karte 5, Rückseite

104


Buchstabe H

Karte 6, Vorderseite

Heisse Lippen

Droste, A.v. Spätes Erwachen 4, 4; p.286

Bonaventura Nachtwachen V, p53 (Liebe)

Günther,Ch. An eine Schöne, p.133 (Liebe)

Goethe, J.W.v. Laune des Verliebten 8, 476 (beim Kuss)

Karte 6, Rückseite

105


Buchstabe H

Karte 7, Vorderseite

Heisse Wangen

Goethe, J.W.v. West-östl.Divan; II p.128

Büchner, G. Leonce und Lena I3; p121 (Rosetta) O

meine heissen Wangen, ihr müsst glühen

/Im wilden Kosten

Karte 7, Rückseite

106


Buchstabe H

Karte 8, Vorderseite

Herzmetaphern

Augustin.

Conf.III 1: Speise des Herzens

- Conf.IV 55: Ohr des Herzens

Curtius, E.R. Europ.Lit. u.lat. Ma, p.147

Deuteronomium

Proverbia

Prudentius

Augustinus

Gebet Manasses

1.Clemensbrief

Krolow, K.

Pascal, B.

1o,16: Praeputium cordis

4,4; Praeputium cordis

Apoth.583: venter cordis

Conf.X12: manus cordis

11: genua cordis

Kap.57: flecto genua cordis

Im Mittag: Wenn mit fliessenden Fingern

d. Staub/D Wange d.Herzens mir rührt,

Pensées; H p347: Oh! qu’il (Christus)

est venu en grande pompe et en une prodigieuse

magnifience, aux yeux du cœur,

qui voient la sagesse! (B793, Ch 829)

Karte 8, Rückseite

Supervielle, J.

Kleist, H.v.

Hölderlin, F.

Kleist, H.v.

Augustinus

Johann v. Tepl

Richard von

St. Victor

Paulus

Dante Alighieri

Oublieuse mémoire: Sans crainte libérez

l’aile ed votre coeur!

An Goethe 24.1.o8: Es ist "auf den Knien“

meines Herzens“, dass ich vor Ihnen erscheine

(mit 1.Hf.Phöbus) ; Briefe p234

Hyperion I ; p434: O, es sind heilige Tage,

wo unser Herz zum ersten Male die Schwingen

übt (Zeit des Erwachens- Jugend)

Penthesilea v28oo: Knie

Trinit. XV 18: os cordis

Ackermann p6sq,3 Ackermann: Ihr habt mir

meiner Wonne Sommerblume aus meines/Herzens

Anger jammervoll ausgejätet-

Bejamin minor PL col. 6sqq: Visibilia enim

intuetur sensus carnalis, invisibilia vero

solus oculus videt cordis.

Eph.1,18:ut Deus... det vobis illuminatos

oculos cordis vestri

Inf.I19sq: Allor fu la paura un poco queta,/

Che nel lago del cor m’era durata,/

107


Buchstabe H

Karte 9, Vorderseite

Herzmetaphern 2

Rilke, R.M.

1.Clemensbr.

1o.Duineser Elegie; AW Ip260: Dass ich dereinst,

an dem Ausgang der grimmigen Einsicht,/Jubel u

Ruhm aufsinge zustimmenden Engeln./Daß von den

klargeschlagenen Hämmern des Herzens/keiner

versage an weichen, zweifelnden oder/reißenden

Saiten

c.26: Durch ihn (Christus) schauen wir die Höhen

des Himmels. Durch ihn erblicken wir wie in einem

Spiegel Gottes erhabenes Antlitz. Durch ihn sind

die Augen unseres Herzens aufgeschlossen worden.

Durch ihn ringt sich unser dunkler Sinn ans

Licht emport.

Karte 9, Rückseite

108


Buchstabe H

Karte 10, Vorderseite

Herz von Stein

Molière

Wieland, C.M.

Tartuffe III 3; V p.66 (ohne Liebe)

Sylvio V. 13, VI p1o8:"kieselsteinerne

Härte ihres Herzens“(Beispiel für barockes

Liebesgedicht)

Karte 10, Rückseite

109


Buchstabe H

Karte 11, Vorderseite

Himmel/Psychologie

Piaget,J.

Répresentation du monde chez l’enfant, p.295-300

Karte 11, Rückseite

110


Buchstabe H

Karte 12, Vorderseite

Himmel:als Abgrund

Meyer, C.F. Mönch p516: Antiope vergriff sich an fremdem Eigentum

u beging Raub an Dianen fast in Unschuld, denn

sie hatte weder Gewissen mehr noch auch nur Selbstbewußtsein.

Padua, das mit seinen Türmen vor ihr

lag,

Mutter, des Mönches Verlöbnis, Diana, die ganze Erde,

alles war vernichtet:ns als der A des Hs, u dieser

erfüllt mich Licht u Liebe

- Heilige Bläue (Langmesser p527): O du heil’ge Bläu

e,/Immer freut auf neue/Mich der stille Glanz./

A ohne Ende!/ Himmlisches Gelände,/Seele, tauche

unter ganz!///

Karte 12, Rückseite

111


Buchstabe H

Karte 13, Vorderseite

Himmel: Äthersaal

Droste, A.v.

Die Muschel 6,4; p131

Karte 13, Rückseite

112


Buchstabe H

Karte 14, Vorderseite

Angst

Enge der Welt

Himmel als Decke, Deckel

Moritz

Anton Reiser (ed.L.Geiger, 1886) p31sq: Wenn oft der

H

entwölkt u der Horizont kleiner war, fühlte er eine

Art von Bangigkeit, daß die ganze Welt wiederum mit

ebenso einer D umschlossen sey, wie die Stube, wor

in er wohnte, u wenn er dann mit seinen Gedanken über

diese gewölbte Decke hinausging, so kam ihm die

se Welt an sich viel zu klein vor, u es däuchte ihm,

als müsse sie wiederum in einer andern eingeschlossen

seyn, u das immer so fort.

Baudelaire Spleen; p :Quand le ciel bas et lourd pèse

comme

un couvercle/Sur l’esprit gémissant en proie aux

longs ennuis,/Et que de l’horizon embrassant tout

le cercle/Il nous verse un jour (plus) noir plus tri

ste que les nuits,//

Karte 14, Rückseite

113


Buchstabe H

Karte 15, Vorderseite

Himmel als Decke, Deckel

Moritz.

Anton Reiser (ed.L.Geiger, 1886) p31sq: Wenn oft der

H

entwölkt u der Horizont kleiner war, fühlte er eine

Art von Bangigkeit, daß die ganze Welt wiederum mit

ebenso einer D umschlossen sey, wie die Stube, wor

in er wohnte, u wenn er dann mit seinen Gedanken über

diese gewölbte Decke hinausging, so kam ihm die

se Welt an sich viel zu klein vor, u es däuchte ihm,

als müsse sie wiederum in einer andern eingeschlossen

seyn, u das immer so fort.

Baudelaire Spleen;p :Quand le ciel bas et lourd pèse

comme

un couvercle/Sur l’esprit gémissant en proie aux

longs ennuis,/Et que de l’horizon embrassant tout

le cercle/I

Karte 15, Rückseite

[handschriftlich]

Atanasius 105

unterstrichen] 121

Hars/Prosa 106

[durchgestrichen,

unleserlich]

optische

Täuschung III

Empireum [i zweimal

Augustin: in Numidia [unleserlich, letzter

Buchstabe a unterstrichen] 132

finaro [unleserlich], fehler 138

97: fui 55a II fur (NoIZ OC VI 87) [Buchstaben in

der Klammer unleserlich]

19 Johannes Theologien [?]

OC I 29: fehlen 2 Sätze

(Hors 20)

114


Buchstabe H

Karte 16, Vorderseite

cf. Erhabenes

Himmel:erhaben

Kant, I.

K.d.U.§29;B118:Wenn man also den Anblick des

bestirnten Himmels e r h a b e n nennt, so muß man

der Beurteilung desselben n Begriffe von Welten,

von vernünftigen Wesen bewohnt, u nun die hellen

Punkte, womit wir den Raum über uns erfüllt sehen,

als ihre Sonnen, in sehr zweckmäßig für sie gestellten

Kreisen bewegt, zum Grunde legen, sondern

bloß, wie man ihn sieht, als ein weites Gewölbe,

was alles befaßt ;

Karte 16, Rückseite

115


Buchstabe H

Karte 17, Vorderseite

Himmel-Erde-Hölle/Vorkommen

Corneille.

Clitandre II 1; I p192: Pymante: La terrre n’etend

point la douleur qui me presse;/ Le ciel me persé

cute, et l’enfer me délaisse./

Karte 17, Rückseite

116


Buchstabe H

Karte 18, Vorderseite

Himmel-Hölle-Dialektik

Goethe, J.W.v. Götz; 1o p119: Weislingen: Still, Marie!

Du Engel des Himmels bringst die Qualen

der Hölle mit dir

- Urgötz V; 1o p242: Franz: O das geht über alle

Höllenstrafen die Glückseligkeit des

Himmels (Adelaid) nur einen Augenblick zu

geniesen.

Diderot, D. Sur les femmes; p953: La femme dominée par l’

hystérisme éprouve je ne sais quoi d’infer-

Baudelaire, Ch.

nal ou de céleste.

Hymne à la Beauté; p23: Vien-tu du ciel profind

ou sors-tu de l’abime,/O Beauté? ton

regard, infernal ou divin,/Verse confusement

le bienfait et le crime/

- Le Voyage VIII; p127: Nous voulons, tant ce feu

nous brûle le cerveau,/Plonger au fond du

gouffre, Enfer ou Ciel, qu’importe?/Au fond

de l’Inconnu pour trouver du n o u v e a u!///

Karte 18, Rückseite

Huysmans, J.-K. Aresbours IX i.f.: wollüstige u mystische

Besessenheit quälten verschmolzen sein Gehirn,

das unter dem erregenden Wunsche stand

den Gewöhnlichkeiten der Welt zu entgehen,

alte Gebräuche zu verachten, in neuen Ekstasen

zu vergehen, in himmlischen oder höllischen

Ekstasen, die durhc ihren Schwefeldunst

im gleichen Masse zerrütten.

Schiller, F.v. Elegie auf den Tod eines Jünglings; 2 p31:

Diesem tragikomischen Gewühl,/Dieser ungestümen

Glückeswelle,/Diesem possenhaften

Lottospie,/Diesem faulen fleißigen Gewimmel,

Dieser arbeitsvollen Ruh,/Bruder!-

diesem teufelvollen Himmel/Schloß dein

Auge sich auf ewig zu.//

117


Buchstabe H

Karte 19, Vorderseite

Himmel:leer

Baudelaire

L’amour du mensonge I; p95: Je sais qu’il est des

yeux,

des plus mélancoliques,/Qui ne recèlent point

de secrets précieux;/Beaux écrins sans joyaux,

médaillons sans reliques,/Plus vides, plus profonds

que vous-mêmes, Cieux!//

Karte 19, Rückseite

118


Buchstabe H

Karte 20, Vorderseite

Himmel:

Himmel:leer

Baudelaire.

Projet d’épilogue pour la 2.éd. des Fleurs du Mal;

p179: Et tes (Paris?) feux d’artifice, éruptions

de joie,/Qui font rire le Ciel, muet et ténebreux.

stumm

Karte 20, Rückseite

119


Buchstabe H

Karte 21, Vorderseite

Himmel:als

cf.Sterne:als Blumen

Wiese

Hölderlin

Hyperion II ; p559sq: über uns blüht die W des Hs

mit all ihren funkelnden/Blumen u seitwärts ahmt

das Mondlicht hinter westlichem Gewölk den Nieder

gang des Sonnenjünglings, wie aus Liebe, schüchtern

nach-

Karte 21, Rückseite

120


Buchstabe H

Karte 22, Vorderseite

Himmelsfarbe: blutig

Werner,Z

Wanda V2; p267: Wladimir: Der eben noch in Blut

geschwommen, / Den Äther deckt ein Wolkenflor (bewölkte

Morgendämmerung: 266); /Das Volk steht, regungslos,

beklommen:/Ein steinern stilles Trauer

chor!/

- ib.III; p234: W: Schwimmt der H n im Blut/Dorten in

des Abends Glut?-/Aber bald im Glanzgefieder/

Schwebt die Nacht auf Sternen nieder!/- Ist mir

doch, als säh’ ich ihn (Rüdiger)/ Dort im Abendster

ne glühn; /Dessen Geist mir heut erschienen-/

Karte 22, Rückseite

121


Buchstabe H

Karte 23, Vorderseite

Himmelsfarbe: gelb

Benn,G

Die Reise; II p33: Oh, er war wohl schon zu weit ge

gangen! Schon schwankte vor der Straße u Feld un

ter gelben Stürmen gefleckter Himmel, u ein Wagen

hielt am Saum der Stadt. Zurück! hieß es,

denn heran wogte das Ungeformte, u das Uferlose

lag lauernd./

Karte 23, Rückseite

122


Buchstabe H

Karte 24, Vorderseite

Himmelsfarbe: dunkelblau

Eichendorff Ahnung u Gegenwart I 5; II p35: die ganze Gegend

lag still u schwül. Einzelne seltsam gestaltete

Wolken zogen langsam über den den h; manchmal

flog ein plötzlicher Wind über die Gegend, u dann

war es , als ob die alten Felsen u die alten Bäume

sich über den Fluß unten legten u miteinander

über sie (Ida, die vom Wassermann geheiratet wird)

besprächen.Ein Schauder überlief da Ida.

- ib. II 15 p154: Schwül u erwartungsvoll schauen

wir in den den H, schwere Gewitter steigen langsam

herauf, die über manche liebe Gegend u Freunde er

gehen sollen, der Strom schießt dunkelglatt und

schneller vorbei, als wolle er seinem Geschicke

ent/gehen, die ganze Gegend verwandelt plötzlich

seltsam ihre Miene. Keine Glockenklänge wehen

mehr fromm über die Felder, die Wolken zu zerteilen,

der Glaube ist tot, die Welt liegt stumm, und

viel Teures wird untergehen, ehe die Brust wieder

frei aufatmet.

Karte 24, Rückseite

123


Buchstabe H

Karte 25, Vorderseite

Himmelsfarbe: grau

Gryphius, A.

Baudelaire, Ch.

Proust,M.

Morgensonnet; p20: Die Morgenröte lacht/

Den grauen Himmel an

Spleen de Paris VI; p325: Sous un grand ciel

gris, dans une grande plaine poudreuse, sans

chemins, sans gazon, sans un chardon, sans une

ortie

S III; I p426 (Winter)

- ib.I p426 (Bois de Boulogne): Le soleil s’é

tait caché. La nature recommencait à regner

sur le Bois d’où s’était envolée l’ídée qu’il

était le Jardin élyséen de la Femme: au-dessus

du moulin factive le vrai ciel était gris;

Musil, R.

MoE 78; p331: Diotima ängstigte sich darum zuweilen

vor der Veränderung, die ohne ihre ausdrückliche

Genehmigung mit ihr vor sich gega

ngen war, u alles in allem glich ihr Zustand am

ehesten jenem hellen nervösen Grau, das die

Farbe des zwarten, von aller Schwere befrei-

Karte 25, Rückseite

ten Himmels in der mutlosen Stunde der größten

Hitze ist.

124


Buchstabe H

Karte 26, Vorderseite

Himmelsfarbe: grün

Benn, G.

Baudelaire, Ch.

Gatier, Th.

Keiner weine-; III p341: Rosen, gottweisswoher

so schln,/in grünen Himmeln die Stadt/

abends/in der Vergänglichkeit der Jahre!

Spleen de Paris XXXI p281: Dans un beau jardin

où les rayons d’un soleil automnal semblaient

s’attarder à plaisir, sous un ciel déjà

verdâtre où des nuages d’or flottaient com

me des contintents en voyage...

Maupin 1; p55: Ce sera le soir que nous nous ren

contrerons (Idealgeliebte) pour la 1.fois,-

par un beau coucher de soleil;- le ciel aura

de ces tons orangés jaune clair et vert pâle

que l’ont voit dans quelques tableux des grands

maîtres d’autrefois:...

Karte 26, Rückseite

125


Buchstabe H

Karte 27, Vorderseite

Himmelsfarbe: malvefarben

Proust, M.

Guermantes I; II p84: Ce réduit donnait sur une

cour, belle solitaire que je fus heureux d’avoir

pour voisine, quand, le lendemain matin,

je la découvris, captive entre ses hauts murs

oú ne prenait jour aucune fenêtre, et n’yant

[unleserlich]

que deux arbres jaunis qui suffisaient à donner

une douceur mauve au ciel pur.

- SeGII; II p1o34: Bientôt, même, l’été finissant

quand on descendait du train à Douville, le so

leil amorti par la brume, n’était déjà plus,

dans le ciel uniformément mauve, qu’un bloc

rouge.

Sartre

La Chambre III; Le mur p137: Pouah! Je suis sûre

qu’à présent il (Pierre) regarde le ciel et les

étoiles, il allume une cigarette, il est dehors,

il a dit qu’il aimait la teinte mauve du

ciel de Paris. A petits pas, il rentre chez lui,

Karte 27, Rückseite

une vache qu’on vient de traire, il n’y pense

plus- et moi je suis souillée.

126


Buchstabe H

Karte 28, Vorderseite

Himmelsfarbe: orange

Flaubert

Gautier

Gautier

ES I 5; II p115: Un côté de l’horizon commençait à

pâlir, tandis que de l’autre, une large couleur

orange s’étalait dans le ciel et était plus empourprée

aui faîtte des collines, devenues complètement

noires.

Maupin 1o; p215. Le soleil descendait lentement

sous l’horizon comme le lustre d’un théâtre qu’on

abaisse quand la représentation est finie...les

ombres s’allongeaient, et tous les lointains se

nuançaient de rougeurs. Certaines portions du

ciel étaient d’un lilas très doux et très fondu,

d’autres tenaient du citron et de l’orange; les

oiseaux de nuit commençaient à chanter.

ib. 1; p55: Ce sera le soir que nous nous rencontre

rons (Idealgeliebte) pour la 1.fois, par un be

au coucher de soleil;- le ciel aura de ces tons

orangés jaune clair et vert pâle

que l’ont voit dans que

lques tableux des grands maîtres d’autrefois:

Karte 28, Rückseite

127


Buchstabe H

Karte 29, Vorderseite

Himmelsfarbe: purpurn

Flaubert

ES I 5; II p115: Un côté de l’horizon commençait à

pâlir, tandis que de l’autre, une large couleur

orange s’étalait dans le ciel et était plus empourprée

aui faîtte des collines, devenues complètement

noires.

- ib.I 1 ; p41: Une large couleur de pourpre enflam

mait le ciel à l’occident. De grosses meules de

blé, qui se levaient au milieu des chaumes, projetaient

des ombres géantes. Un chien se mit à

aboyer dans une ferme, au loin. Il (F) frissona,

pris d’une inquiétude sans cause.

- Bovary III 6; I p591: Nach Ball: Le jour commençait

à se lever, et une grande tache de couleur pourp

re s’élargissait dans le ciel pâle, du côte de

vent: il n’y avait personne sur les ponts ; les réverbères

s’éteignaient.

Karte 29, Rückseite

128


Buchstabe H

Karte 30, Vorderseite

Himmelsfarbe:

c.f. Morgenröte

rosenfarben

Proust, M.

Flaubert

Guermantes I; II p213sq: Ces fleurs sont d’un

rose vraiment céleste, dit Legrandin, je veux

dire couleur de ciel rose. Car il y a un rose

ciel comme il ya un ciel bleu.

Salammbô I; I p757: au be: Puis à mesure que le

ciel rose s’élargissait, les hautes maisons

inclinées sur les pentes du terrain se haussaient,

se tassaient tlles qu’un troupeau de

chèvres noires qui descend des montagnes.

- ib. VII; p852: et par l’ouverture de cet angle

on apercut au fond des autres salles le grand

ciel rose qui semblait continuer la vôute (Te

mpel), en s’appuyant à l’horizon sur la mer

toute bleue. Le soleil, sortant des flots, mon

tait.

Karte 30, Rückseite

129


Buchstabe H

Karte 31, Vorderseite

Himmelsfarbe: rot

Flaubert, G.

Bovary I 7; I p366: Dans l’avenu, un jour vert rabattu

par le feuillage éclairat la mousse rase

qui craquait doucement sous ses (Emma) pieds. Le

soleil se couchait; le ciel rouge entre les branches,

et les troncs pareils des arbres plantés en

ligne droite semblaient une colonnade brune se

détachant sur un fond d’or;

Karte 31, Rückseite

130


Buchstabe H

Karte 32, Vorderseite

Himmelsfarbe: schiefern

Flaubert

ES I 3 ; II p55: Derrières les Tuileries, le ciel

prenait la teinte des ardoises... Les becs de gaz

s’allumaient; et la Seine, verdâtre dans toute

son étendue, se déchirait en moires d’argent

contre les piles des ponts

Karte 32, Rückseite

131


Buchstabe H

Karte 33, Vorderseite

Himmelsfarbe: türkis

Hofmannsthal 672.Nacht; II p11: Die Schönheit des Himmels,

der in kleinen leuchtenden Stücken von leuc

tem T von oben durch das dunkle Genetz von

Zweigen und Ranken herunterfiel

- Frau ohen Schatten; II p179: Voll Ungeduld

blickte sie (Amme) in den H empor, der schon

erhellt (Morgen) die Farbe von grünlichem

Türkis annahm

Karte 33, Rückseite

132


Buchstabe H

Karte 34, Vorderseite

Himmelsfarbe: violett

Proust, M.

Guermantes I; II p154: Legrandin: "Pendant que

vous irez à quelque five o’clock, votre vieil

ami sera plus heureux que vous, car seul dans

un faubourg, il regardera monter dans le

ciel violet la lune rose.“

- SeG II; II p781: si le levais la tête pour regarder

le ciel entre les fleurs (de pommiers), qui

faisaient paraître son bleu rasséréné, presque

violet, elles semblaient s’écarter pour

montrer la profondeur de ce paradis.

Sartre

Erostrate: Le Mur p94: Dans la nuit, j’eus des

visions fraîches, des palmiers, de l’eau qui cou

lait, un ciel violet au-dessus d’une coupole.

Gautier

Maupin 10; p215: Le soleil descendait lentement

sous l’horizon comme le lustre d’un thèâtre qu’on

abaisse quand la réprésentation est finie... les

ombres s’allongaient, et tous les lointains se

nuançaient de rougeurs. Certaines portions du

ciel étaient d’un lilas très doux et très fondu,

Karte 34, Rückseite

d’autres tenaient du citron et de l’orange;

133


Buchstabe H

Karte 35, Vorderseite

elfenbeinfarbener Turm

Turm auf dem Liba

steht.

Dein Hals ist wie ein

Deine Nase ist wie der

non, der gen Damaskus

Hoheslied 7,5

Büchner, G. Leonce und Lena II 2

Karte 35, Rückseite

134


Buchstabe H

Karte 36, Vorderseite

Hoheslied 8,6:

Gryphius, A.

Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und

wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe

ist stark wie der Tod und ihr Eifer ist fest

wie die Hölle.

Fortis ut mors dilectio; p47

Karte 36, Rückseite

135


Buchstabe H

Karte 37, Vorderseite

Hoheslied 1,4: Nigra sum, sed formosa

braune Haut

Marino

Nera si, ma se’bella, e chi nol crede/Di tenebre

ammantato il ciel rimiri,/Tu con due sole stelle

incendio spiri,/Ei con molt’occhi appena arder

si vede/(Negerin)

Karte 37, Rückseite

136


Buchstabe H

Karte 38, Vorderseite

Horatius, Carm. I 11,8: Carpe diem

Klopstock, F.G.

Gide, A.

Elegie: Nimm sie (die Stunden)!

Nouvelles nourritures III; p287: L’heure

qui passe est bien passée.-Oh! toi

qui viendras, penseront-ils, sois plus

habile: Saisis l’instant!

Karte 38, Rückseite

137


Buchstabe H

Karte 39, Vorderseite

Horaz, Carm. IV 27,12: Misce stultitiam consiliies brevem

Erasmus

Montaigne

Laus stultitiae, carp.62

Essais III 5; p82o

Karte 39, Rückseite

138


Buchstabe H

Karte 40, Vorderseite

Horaz, Serm. I 4, 62: disiecti membra poetae

Hamann, J.G.

Schleiermacher

Herder

Aesth. in nuce; SuD p123: wir haben an der Natur

ns als T u r b a t v e r s e u d m p zu unserem Gebrauch

übrig. Diese zu sammeln ist des G e l e h r-

t e n; sie auszulegen des P h i l o s o p h e n; sie

nachzuahmen-oder noch kühner! -sie in Geschick

zu bringen des P o e t e n bescheiden. Teil.

Briefe über Lucine; p95; Die Liebe soll auferstehen,

ihre zerstückelten Glieder soll ein neues

Leben vereinigen u beseelen, daß sie froh u frei

herrsche im Gemüt der Men u in ihren Werken, u

die leeren Schatten vermeintlicher Tugenden ver

dränge

Ursprung der Sprache; SuD p443: Sonst u gewöhnlich

(in Sprachphilosophie) sieht man immer nur Gewebe

des verkehrten Teppichs! d m p!--

- Ideen zu einer Gesch. d.Menschheit: Suphan XIII

p67sq:daß die Natur bei der unendlichen Varie-

Karte 40, Rückseite

Schubert

Schelling

tät, die sie liebet, alle Lebendigen unserer Erde

nach Einem Hauptplasma der Organisation gebildet

zu haben scheint... alle Wesen der organischen

Schöpfung erscheinen also als d m p. Wer

sie studieren will, muß eins im anderm studie.

ren:

Nachtseite I; p22: So geschieht es, daß indem wir

uns gerade an den bisher in den einzelnen Naturwissenschaften

am meisten versäumten, o dunkel

gebliebenen Phänomenen festhalten, die Natur,

von welcher sonst nur zerstreute Theile, welche

wiederum das Gemüth nur zerstreuen, n lebendig

ansprechen können, sichtbar würden, unsre Seele

als ein lebendiges harmonisch verbundnes/ Ganze

anspricht, Ein Grund, Ein Gesetz, u Eine allgemei

ne Geschichte alles Lebens u Daseyns klar hervor

tritt

Trans. Idealismus; p6o2: Wenn wir uns die Geschichte

als ein Schauspiel denken, in welchem jeder,

der daran Theil hat, ganz frei u nach Gutdünken sei

ne Rolle spielt, so läßt sich eine vernünftige

Entwicklung dieses verworrenen Spiels nur da-

139


Buchstabe H

Karte 41, Vorderseite

Horaz, Serm. I 4, 62: disiecti membra poetae 2

Schelling

Hebbel

durch denken, daß es Ein Geist ist, der in allen dichtet

u daß der Dichter, dessen bloße Bruchstücke

(d m p) die einzelnen Schauspieler sind, den objektiven

Erfolg des Ganzen mit dem freien Spiel aller

einzelnen schon zum voraus so in Harmonie gesetzt

hat, daß am Ende wirklich etwas Vernünftiges herau

skommen muß.

Vorwort zu M. Magdalena; 10 p43: Das Drama, d.h. das

höchste, das Epoche machende, denn es gibt auch n

och ein 2. u. 3., ein partiell-nationales u ein subjektiv-indiviuelles,

die sihc zu jenem verhalten,

wie einzelne Szenen u Charaktere zum ganzen St

ück, die dasselbe aber so lange, bis ein Alles umfas

sender Geist erscheint, vertreten, u wenn diser

ganz ausbleibt, als d m p ins eine Stelle rückendas

Drama ist nur dann möglich, wenn in diesem

(Welt- u Men-)Zustand eine entscheidende Veränderrung

vor sich geht

Karte 41, Rückseite

Naville, E.

Le Problème du mal, V, p.240: Les socialistes et les

individualistes, rangés en deux camps, luttent,

dans l’école et dans le monde, avec les membres dis

joints de la vérité. En effet, le développement normal

de la société amène la formation toujours plus

complète de vrais individus, car la société n’est

pas un aggrégat, un simple rassemblement, mais un

organisme spirituel formé de volontés qui se poussèdent

et se réunissent dans une intention commune.

D’autre part, l’individu qui ne peut exister isolément,

ne se développe selon sa propre nature qu’en

réalisant par la liberté la loi de la solidarité.

140


Buchstabe H

Karte 42, Vorderseite

Horaz, A.P.119: sibi convenientia finge

Baumgarten

Meditationes §57: Erdichtungen, in denen sich

mehreres widerspricht, sind utopisch,h heterokosmisch.

Daher findet sich in poetischen

Erdichtungen kein Widerspruch: S.c.f..

Wieland, C.M. Die Bunkliade; XLV p234, Anm. zu p33 (+)

Karte 42, Rückseite

141


Buchstabe H

Karte 43, Vorderseite

Horaz, A.P.139: Parturiunt mon[tt]s [unleserlich], nascetur

ridiculus mus.

Droste, A.V.

Hartman v. Ouwe

Boileau, N.

Die Golems 2, 8; p284

Erec 9o49sqq: Erec: "ich ahte ni[ou] [unleserlich]

ûf

iuwer drô (Mabonagrin)/ und wil sî wol

genôzen/zwein bergen grôzen./die swuoren

bî ir sinnen/daz sî wolden gewinnen,

in selben ein gezæmez kint, ein grôzez,

als ouch sî dâ sint./dô verhancte des

got/daz ez wart der liute spot,/und gebâren

eine veltmûs./

Art poétique III, p178: Epos. N’allez pas

dès l’abord, sur Pégase monté,/Crier à

vos lecteurs, d’une voix de tonnerre./ "Je

chante le vainqueur des vainqueurs de

la terre.“Que produira l’auteur après tous

ces grands cris?/La montagne en travail

enfante une souris./

Karte 43, Rückseite

142


Buchstabe H

Karte 44, Vorderseite

Horaz, A.P.333. Aut prodesse volunt aut delectare

Gellert

Racine, J.

Wieland, C.M.

Comoedia promovens; V p39sq

Phèdre, préf.I p747-instruire et divertir

Musarion I, XII p21: Natur

Hegel, G.W.F. Ästhetik p92 (XII p82) (+)

Bonaventura

St. Pierre, B.

Reductio artium§2: Quoniam omnis ars

mechanica [aut] [unleserlich] est ad solatium, aut ad

commodum; sive est ad excludendam tristitiam;

aut indigentiam; sive aut

prodest, aut delectat, sec.illud Horatii.

Si est ad solatium et delectationem,

sic est theatralica.

Paul et Virginie p122sq: "Mais quu’est

il besoin de vous continuer plus longtemps

le récit de cette histoire? Il n’y

a jamais qu’un côté agréable à connoitre

dans la vie humaine. Semblable au glo

be sur lequel nous tournons, notre re-

Karte 44, Rückseite

La Bruyère

volution rapide n’est que d’un jour, et une par

tie de ce jour ne peur recevoir la lumière que

l’autre ne soit livrée aux ténebre.“ "Mon père,

lui dis-je, je vous en conjure; achevez de

me raconter ce que vous aves commencé d’une ma.

niere si touchante. Les /images du bonheur nous

plaisent. Que devint, je vous prie, l’infortuné Paul?

Caractères (préface) p61: On ne doit parler, on

ne doit écrire que pour l’instruction; et s’il ar

rive que l’on plaise, il ne faut pas néanmoins s

en repentir, si cela sert à instruire et à faire

recevoir les vérités qui doivent instruire.

- ibid, I (Ouvrages de l’esprit) 54; p84: Corneille

nous assujettit à ses caractères et à ses idées,

Racines se conforme aux nôtres; celui-là

peint les hommes comme il devraient être, celui-ci

les peint tels qu’ils sont. Il ya plus

dans le 1. de ce que l’on admire, et de ce que l’

in doit même imiter; il y a plus dans le 2. de ce

que l’on reconnaît dans les autres, ou de ce que

l’on épouve dans soi-même. L’un élève, étonne,

143


Buchstabe H

Karte 45, Vorderseite

amusement,/Et veut mettre à profit son divertissement./

Flaubert

Mémoires d’un fou I: Oui, encore une fois, à quoi

est-il bon, je le demande en vérité, un livre qui

n’est ni instructif, ni amusant,

Laclos

Sur le roman; p482: Ne faut-il pas qu’un Roman,

comme tout outre Ouvrage, amuse, instruise, intéresse?.

- Liaisons dangereuses, préf. du Rédacteur; p25: Le

mérite d’un Ouvrage se compose de son utilité

ou de son agrément, et même de tous deux, quand

il est en susceptible; mais le succès, qui ne

prouve pas toujours le mérité, tient souvent, da

vantage au choix du sujet qu’il présente, qu’à

la manière dont ils sont traités.

Prévost

M Lescaut, Avis de L’Auteur ; p4: Les personnes

de bon sens ne regarderont point un ouvrage de

cette nature comme un amusement inutile. Outre

le plaisir d’une lecture agréable, l’y trouvera

peu d’évenemens qui ne puissent servir à l’instr-

Karte 45, Rückseite

La Bruyère

volution rapide n’est que d’un jour, et une par

tie de ce jour ne peur recevoir la lumière que

l’autre ne soit livrée aux ténebre.“ "Mon père,

lui dis-je, je vous en conjure; achevez de

me raconter ce que vous aves commencé d’une ma.

niere si touchante. Les /images du bonheur nous

plaisent. Que devint, je vous prie, l’infortuné Paul?

Caractères (préface) p61: On ne doit parler, on

ne doit écrire que pour l’instruction; et s’il ar

rive que l’on plaise, il ne faut pas néanmoins s

en repentir, si cela sert à instruire et à faire

recevoir les vérités qui doivent instruire.

- ibid, I (Ouvrages de l’esprit) 54; p84: Corneille

nous assujettit à ses caractères et à ses idées,

Racines se conforme aux nôtres; celui-là

peint les hommes comme il devraient être, celui-ci

les peint tels qu’ils sont. Il ya plus

dans le 1. de ce que l’on admire, et de ce que l’

in doit même imiter; il y a plus dans le 2. de ce

que l’on reconnaît dans les autres, ou de ce que

l’on épouve dans soi-même. L’un élève, étonne,

144


Buchstabe H

Karte 46, Vorderseite

Horaz, A.P.333/3

Prévost

uction des mœurs et c’est rendre à mon avis un service

considerable au Public que de l’instruire en

le divertissant.

Karte 46, Rückseite

La Bruyère

volution rapide n’est que d’un jour, et une par

tie de ce jour ne peur recevoir la lumière que

l’autre ne soit livrée aux ténebre.“ "Mon père,

lui dis-je, je vous en conjure; achevez de

me raconter ce que vous aves commencé d’une ma.

niere si touchante. Les /images du bonheur nous

plaisent. Que devint, je vous prie, l’infortuné

Paul?

Caractères (préface) p61: On ne doit parler, on

ne doit écrire que pour l’instruction; et s’il ar

rive que l’on plaise, il ne faut pas néanmoins s

en repentir, si cela sert à instruire et à faire

recevoir les vérités qui doivent instruire.

- ibid, I (Ouvrages de l’esprit) 54; p84: Corneille

nous assujettit à ses caractères et à ses idées,

Racines se conforme aux nôtres; celui-là

peint les hommes comme il devraient être, celui-ci

les peint tels qu’ils sont. Il ya plus

dans le 1. de ce que l’on admire, et de ce que l’

in doit même imiter; il y a plus dans le 2. de ce

que l’on reconnaît dans les autres, ou de ce que

l’on épouve dans soi-même. L’un élève, étonne,

145


Buchstabe H

Karte 47, Vorderseite

(dulci

Horaz, A.P.343: Omne tulit punctum, qui miscuit utile

Klopstock, F.G.

Bonaventura

Diderot, D.

Von der heiligen Poesie

Nachtwachen XV p163: Einst hatte ich

mich eben von meinem Lager... aufgerichtet

u schaute in die Morgenglut,

die wie ein Geist auf dem Meere auf.

stieg, wobei ich,um das Nützl mit dem

Angen zu verbinden, eine aufgegrabene

Wurzel anbiss.

Rêve d’Alembert (Suite; p936: Fortfplanung)

Karte 47, Rückseite

146


Buchstabe H

Karte 48, Vorderseite

Horaz Ep.I 1,74: [Q] [unleserlich]uia me vestigia terrent

Äsop

Platon

Die Löwin un der Fuchs

Alkib.I 123 A

Zincgref Apophthegmata p49 (Straßburg 1626): Rudolf I.

will die Salbung nicht in Rom vom Papst empfangen

Hebel, J.P. Brief an Hitzig 27.3. (1805) ed.W. Zeltner

p226: Vor dem Übersetzen (der Alem.Gedichte

aus anderen hochdeutschen Gedichten, was Goethe

empfahl) werde ihc mich freilich... hüten.

Vestigia Fellneri me terrent. Denn so viel ich

an meinen u seinen Versuchen dazu bisher erken

ne, vertragt unsere Sprache durchaus nichts,

was nicht in ihr selbst erzeugt u. gebohren ist,

sonst siehts aus wie eine fremde Seele in einem

andern Körper...

Karte 48, Rückseite

147


Buchstabe H

Karte 49, Vorderseite

Horaz Ep.I 4,16: Epicuri de grege porcus

Molière

Wieland, C.M.

Don Juan I 1; III p.171 (Don Juan)

Moral. Briefe II 9o; I p237 (Romentan)

Karte 49, Rückseite

148


Buchstabe H

Karte 50, Vorderseite

Horaz Ep.I 6,1: nil admirari

Voltaire

L’Ingénu; p196: il (Huron) semblait qu’il eût pris

pour sa devise celle de Milord Bolingbroke, N.a.

Karte 50, Rückseite

149


Buchstabe H

Karte 51, Vorderseite

Horizont/Vorkommen

Flaubert, G. Bovary II 13; I p517: Elle se redressa lentement

(nach Krankheit), se mit la main devant les yeux,

pour regarder: elle regarda au loin, tout au loin;

mais il n’y avait à l’h que de grands feux d’herbe,

qui fumaient sur les collines

- ib.III 5; p564: Cependant les 4 banquettes se garnissaient

(Reise nach Rouen), la voiture roulait

les pommiers à la file se succèdaient; et, la rou

te, entre ses deux longs fossés pleins d’eau jau

ne, allait continuellement se rétrécissant vers

l’horizon

Gide, A.

Nouvelles nourritues I; p356. Adam neuf, c’est moi

qui baptise aujourd’hui. Cette rivière, c’est ma

soif; cette ombre bocagère, c’est mon sommeil; cet

enfant nu, c’est mon désir. Par le chant de l’oiseau,

mon amour prend voix. Mon cœur bourdonne dans

cette ruche d’abeilles. Déplacable h, sois mali.

mite; sous l’oblique ravon, tu t’écartes encore,

tu t’imprécises, tu bleuis.

Karte 51, Rückseite

Heym, G.

Mond: Den blutrot fort der H gebiert?/Der aus

der Hölle großen Schlünden steigt,/

Flaubert

Bovary III7; I p603: Elle aurait voulu battre les

hommes, leur cracher au visage, les broyer tous;

et elle continuait à marcher rapidement devant el

le pâle, frémissante, enragée, furetant d’un oeil

en pleurs l’h vide, et comme se délectant à la

haine qui l’étouffait.

- ib.III 1o; I p636. Roualt mit sa main devant ses

yeux, et il aperçut à l’h un enclos de murs où les

arbres, ça et là, faisaient des bouquets noirs

entre les pierres blanches (=Friedhof)

Baudelaire

Spleen; p7o: Quand le ciel bas et lourd pèse comme

un couvercle/Sur l’esprit gemissant en proie aux

longs ennuis,/ Et que de l’H embrassant tout le

cercle/Il nous verse un jour noir plus triste

que les nuits;//

Verlaine

L’heure du berger; p73: La lune est rouge au brumeux

h;/ Dans un brouillard qui danse la prairie/

s’endort fumeuse,

150


151


Karte 52, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 2

Flaubert.

ES II 2; II p183: les tours de Notre-Dame se profilaient

en noir sur le ciel bleu,mollement baigné

à l’horizon dans de vapeurs grises

- ib.I 5; II p115: Un côté de l’h commencait à pâlir,

tandis que de l’autre, une large couleur orange

s’étalait dans le ciel et était plus empourprée

au faîte des collines, devenues complètement norires.

- ib. II 3; p231: A l’h, les lanternes du chemin de

fer

traç aient une ligne de feux.

- ib. II; p28o: A gauche, dans la prairie, des peupli

erst s’étendent, et l’h, en face, est borné par une

courbre de la rivière; elle était plate comme un

miroir

- ib. III 1; p323: Dussardier: Et, embrassant l’h d’un

seul regard, il écarta les bras dans une attitude

triomphante ("Toute la terre libre!)

Karte 52, Rückseite

Flaubert

ES III 1; II p353: Fointainebleau: Les dix fénêtres

en arcades étaient grandes ouvertes; le soleil

faisait briller les peintures, le ciel bleu continuait

indéfiniment l’outremer des cintres, et,

du fond des bois, dont les cimes vaporeuses empli

ssaient l’horizon, il semblait venir un écho des

hallalis poussés dans les trompes d’ivoire, et

des ballets mythologiques (...:Renaissance)

- ib.p358: Le ciel d’un bleu tendre, arrondi comme

un dôme, s’appuyait à l’h sur la dentelure des bois

- ib. p.362: La pauvre Maréchale n’avait jamais connu

de meillure (union). Souvent, quand elle considérait

F, des larmes lui arrivaient aux paupières,

puis elle levait les yeux, ou les projetait vers

l’h, comme si elle avait apercu quelque grande au

rore, des perspectives de félicité sans bornes.

- Bovary III 1o; I p634: Beerdigung Emmas: Toute sortes

de bruits joyeux emplissaient l’h: le claquement

d’une charrette roulant au loin dans les ornieres,

le cri d’un coq...

152


Buchstabe H

Karte 53, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 3

Goethe

Robbe-Grillet

Tasso I 1, 37sq; 12 p94: Leonore: Der blaue Himmel

ruhet über uns,/U an dem He löst der Schnee/Der

fernen Berge sich in leisen Duft./

La jalousie V; p1o5: Mais le bras (A...) est à demi

détendu et la feuille de papier n’arrive qu’à la

hauteur de la taille; le regard, qui passe bien au.

dessus, erra sur la ligne d’h, tout en haut du ver

sant opposé. A... écoute le chant indigène, loin

tain mais net encore, qui parvient jusqu’à la ter

rasse

- ib. p1o6: Comme sa voisine, Franck regarde droit

devant soi, vers la ligne d’h, tout en haut du

versant opposé. Une feuille de/papier d’un bleu

très pâle (...) déborde à présent hors de la pochet

te droite de sa chemise.

- ib. p110: Franck et A... toujours muets et immobiles

au fond de leurs fauteuils, continuent de fixer

l’horizon.

Karte 53, Rückseite

Flaubert

Salammbô I; I p759: il (Mathô) était encore plus

pâle que tout à l’heure, et les prunelles fixes,

il suivait quelque chose à l’h (Salammbôs Wagen)

- ib.II ; p762: Pendant toute la nuit, on aperçut des

feux qui brûlaient à l’h, du côté de Carthage;

- ib. 764: les montagnes qui semblaient boucher l’h

à mesure que l’on approchait d’elles,se dèplacaient

comme en glissant

- ib.III; p780: S s’avanca jusqu’au bord de la

terrasse.

Ses yeux un instant, parcoururent l’h; puis ils s’

abaissèrent sur la ville endormie, et le soupir

qu’elle poussa, en lui soulevant les seins, fit on

duler d’un bout à l’autre la lngue simarre

- ib.786: Tout à coup il aperçut à l’h, derrière Tunis,

comme des brouillards lègers, qui se traînai

ent contre le sol- armée des Barbares.

153


Buchstabe H

Karte 54, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 4

Flaubert

Salammbô V; I p812: Le ciel, sur sa tête, était couvert

de feux; la mer emplissait l’h; à chacun de

ses pas (Treppensteigen) une immsenité plus large

l’entourait, et il continuait à gravir avec l’ét

range facilité que l’on ép[rouve] [unleserlich] dans

les rêves.

- ib. VI, 826: Mâtho allait s’asseoir en dehors des

tentes; il essuyait avec son bras sa figure éclaboussée

de sang, et, tourné vers Catharge, il regardait

l’h.

- ib.VII; p.84o; Hamilcar:Ses yeux plongèrent dans

l’extrême h, et il tendit du côte de Rome ses deux

bras frémissants.

- ib.852: par l’ouverture de cet angle qui semblait

continuer la voûte (Tempel), en s’appuyant à l’h

sur la mer toute bleue. Le soleil, sortant des

flots, montait.

- ib.857: Westfahrten: l’h retentissait continuel

[lement] [unleserlich] du bruit des cataractes,

Karte 54, Rückseite

Flaubert

Salammbô VIII; I p875: puis d’un geste imérieux enlevant

les autres au galop, il (Narr’ Havas) disparut

dans l’h, du côté des montagnes.

- ib. 876: Souvent, il (Mâtho) s’en allait du côté de

Carthage pour tâcher d’apercevoir les troupes d’

Hamilcar. Il dardait ses yeux sur l’h.

- ib.878: L’immense plaine se développait destous

les côtes à perte de vue; et les ondulations des

terrains, presque insensibles, se prolongeaient

jusqu’à l’extrême h, germé par une grande ligne

bleue qu’on savait être la mer.

- ib. 885: Schlachtende: Les éléphants, qui s’étaient

enfuis, vagabondaient à l’h avec leurs tours

incendiées. Elles brûlaient dans les ténèbres, ça

et là comme des phares à demis perdus dans la

brume; et l’on apercevait d’autre mouvement sur la

plaine que l’ondulation du fleuve, exhaussé par

les cadavres et qui les charriait à la mer.

- ib.886: Le long des chemises étroits les sentinelles

marchaient pour se réchauffer, ou se tenaient

la figure tournée vers l’h.

154


Buchstabe H

Karte 55, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 5

Flaubert Salammbô X: I p919: Une couleur de sang occupait l’

h.

- ib. XI; p915: Sur l’h clair, les villages apparaissaient

noir, avec des formes incohérentes et

decoupées.

- ib.926: Leurs cabanes de roseaux brûlaient, et

les tiges, en se tordant, éclataiens dans la fumée

et s’envolaient comme des flèches; sur l’h

tout rouge, des ombres noires couraient éperdues

- ib. XII; p943; Alors Mâtho, qui marchait en tête, crut

distinguer dans l’h quelque chose de vert, au sommet

d’une éminence. Puis le terrain s’abaissa, et

des obélisques, des dômes, des maisons apparurent [a

und p durchgestrichen]

! c’était Carthage..

- ib.XIV; p988: Ce qui les tourmentait, c’était les

cavaliers de Narr’Havas! Souvent, aux heures les

Karte 55, Rückseite

plus lourdes, quand on avancait par les plaines

en someillant sous le poids des armes, tout à

coup une grosse ligne de poussière montait à l’h

- ib. 990: armée, dans l’h

- ib.10001; (car les étendarts punques cachaient

aux Mercenaires l’h)

- Un cœur simple III; II p6o9: Virginie s’y promenait

à son bras, sur les feuilles de pampre tombées.

Quelquefois le soleil traversant les nuages la

forcait à cligner ses paipières, pendant qu’elle

regardait les voiles au loin et tout l’h, depuis

le château de Tancarville jusqu’aux phares du

Havre.

- November; p17: Wenn man sich abends ergeht, den

Duft des jüngst geschnittenen Heues atmet, im

Wald den Kuckuck rufen hört, zu sirrenden Sternen

aufschaut, dann, ja dann ist das Herz reiner, tierfer

durchflutet von Licht, Luft u Azur als der fr

iedevolle H, wo Himmel u Erde sich in stillem Kusse

finden.

155


Buchstabe H

Karte 56, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 6

Flaubert

Baudealaire

Bovary II 1o; I p476; Quand elle s’en revenait de

chez lui (Rudolphe), elle jetait tout alentour des

regards inbuietes, épiant chaque forme qui passait

à l’h et chaque lucarne du village d’où l’on

pouvait l’apercevoir.

Salon de 1846; p879sq: En revanche le Midi est naturaliste,

car la nature y est si belle et si clai

re que l’homme, n’ayant rien à désirer, ne trouve

rien de plus beau à inventer que ce qu’il voit:/

ici, l’art en plein air, et quelques centaines de

lieues plus haut, les rêves profonds de l’atélier

et les regards de la fantaisie noyés dans les

horizons gris (=Romantisme).

- Peintre de la vie moderne VI; p117o. Bildbeschrei

bund: à travers la fumée de son cigare, il regarde

l’h sinistre et brumeux;

- ib.XII; p1187: Elle (courtisane) a sa beauté qui

lui vient du Mal, toujours dénouée de spirituali

Karte 56, Rückseite

Baudelaire

té, mais quelquefois teintée d’une/fatigue qui

joue la mélancholie. Elleporte le regard à l’h

comme la bête de proie; même égarment, même distraction

indolente, et aussi, parfois, même fixité

d’attention.

Spleen de Paris II, p232: Solitude, silence, imcom

parable chasteté de l’azur! une petite voile fris

sonnante à l’h, et qui par sa petitesse et son isolement

imite mon irrémediable existence, mélodie

monotone de la houle, toutes ces choses pensent

par moi, ou je pense par elles (car dans la grandeur

de la rêverie, le m o i se perd vite!);

- ib.VII: Chacun sa chimère; p236: Et le cortège passa

à côté de moi, et s’enfonça dans l’atmosphère de

l’h, à l’endroit où la surface arrondie de la planète

se dérobe à la curiosité du regard humain.

- ib. XIII ; p263: Crépuscule, comme vous êtes doux et

tendre! Les lieurs roses qui traînent encore à l’h

comme l’agonie du jour sous l’oppression victorieuse

de sa nuit, .... imitent tous les sentiments

compliqués qui luttent dans le cœur de l’hom

me aux heures solennelles de la vie.

156


Buchstabe H

Karte 57, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 7

Baudelaire

Spleen de Paris XXXI: Les vocations; p282: "Le voyez-vous

(...) Dieu!“ répondit-il avec un acccent

parfait de conviction. "Ah1 il est déjà bien loin;

tout à l’heure, vous ne pourrez plus le voir. Sans

doute il voyage, pour visiter tous les pays. Tenez

il va passer derriére cette rangée d’arbres qui

est presque à l’h... et maintenant il descend derrière

le clocher... Ah! on ne le voir plus!“ Et l’e

enfant resta longtemps tourné du même côté, fi.

xant sur la ligne qui sépare la terre du ciel des

yeux où brillait une inexplicable expression d’

extase et de regret. (Künftiger Priester).

- Salon de 1895; p1o53: L’esprit s’y (Gemälde) enfon

ce avec une lente et gourmande volupté, comme dans

le ciel, dans l’h de la mer, dans des yeux pleins de

pensée, dans une sentence fécnde et grosse de

rêverie... C’est (Delacroix) l’infini dans le fini

Karte 57, Rückseite

Flaubert

Mémoires d’un fou II: J’aimais aussi- et c’est un de

mes plus tendres et plus délicieux souvenirs – à

regarder la mer (...) j’aspirais à pleine poitrine

cet air salé et frais de l’océan, qui vous pénètre

l’âme de tant d’énergie, de póétiques et larges pen

sées; je regardais l’immensité, l’espace, l’infini

et mon âme s’abimait devant cet h sans bornes.– Oh!

mais ce n’est pas là qu’est l’h sans bornes, le gouffre

immense, oh! non, un plus large et plus profond

abîme s’ouvrit devant moi. Ce gouffre – là n’a point

de tempête; s’il avait une tempête, il serait

plein.. et il est vide!

- ib. III: je voyais la bande de pélérins et de guerriers

marchers vers le calvaire, s’arrêter dans le

désert, mourant de faim, implorant ce Dieu qu’ils

allaient chercher, et, lassée de ses blasphèmes,

marcher toujours vers cet h sans brones; puis, las

se, haletante, arrivée enfin au but de son voyage,

désespérée et vieille, pour embarasser quelques

pierres arides, hommage du monde entìer.

157


Buchstabe H

Karte 58, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 8

Flaubert

(nerung an die Liebe); en marchant das la vie, l’h est

écarté par derrière, et que de choses depuis lors!

car les jours semblent longs, un à un, depuis le martin

jusqu’au soir. Mais le passé paraît rapide,

tant l’oubli rétrécit le cadre qui l’a contenu.

- ibi.XV.: le ciel blanc, bleu et mat formait sur moi un

dôme azur qui s’enfoncait à l’h, derrière les pr

és ondoyants;

- ib.XXVV: (Halluzination Marias) je me sentais heureux.

Je levai la tête, le temps sombre; devant

moi, à l’h, un maginifique soleil se couchait

sous les vagues, on voyait une gerbe de feu s’élever

en réseaux,

Diderot, D. Entretiens sur le Fils naturel, II; p1217: Le lendemain,

je me rendis au pied de la colline. L’endroit

était solitaire et sauvage. On avait en perspective

quelques hameaux répandus dans la plaine;

au delà, une chaîne de montagnes inégales et dé

Karte 58, Rückseite

chirées qui terminaient en partie l’h.

Proust

Baudealaire

Fontane

Gautier

SuGII; III p762: et sous la rotondité du ciel pâle et

divin je me sentais oppressé comme sous une immen

se cloche bleuâtre fermant un h où ma grand’ mère

n’était pas.

La fin de la journée; p121: Aussi, sitôt, qu’a l’h//

La nuit volopteuse monte,/Apaisant tout, même la

faim,/Effacant tout, même la honte,/Le Poète se

dif: Enfin!//

Effi Briest 18; p238: Zwischen Kessin u Uvagla (wo,

der Sage nach, ein Wendentempel gestanden) lag ein

nur etwa tausend Schritt breiter, aber wohl andert

halb Meilen langer Waldstreifen, an seiner linken, bis

weit an den H hin, ein großes, überaus fruchtbares

u gut angebautes Stück Land hatte

Maupin 15; p336:grand problème d’un amoureux parfait-.

Il en est de certaines idées comme de l’h

qui existe bien certainement, puisqu’on le voit en

face de soi de quelque côté que l’on se tourne, mais

qui fuit obstinément devant vous et qui, soit que

vous alliez au pas, soit que vous couriez au galop.

158


Buchstabe H

Karte 59, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 9

Gautier

se tient toujours à la même distance; car il ne peut

se manifester qu’avec une condition d’éloignement

déterminée; il se détruit à mesure que l’on avance

pour se former plus loin avec son azur fuyard et

insaisissable, et c’est en vain que l’on essaye de

l’arrêter par le bord de son maneau flottant.

- Maupin, ib.p340: C’est une chose qui vous leurre et

vous trompe que de penser que toutes les aventures

et tous les bonheurs n’existent qu’aux endroits où

vous n’êtes pas, et c’est un mauvais calcul que de

faire seller son cheval et de prendre la poste pour

aller à la quête de son idéal. Beaucoup de ge

gens font cette faute, bien d’autres encore la feront.

-L’H est toujours du plus charmant azur, quoi

que, lorqu’on l’on yest arrivée, les collines qui

le composent ne soient ordinarement que de glaises

décharnées et fendues, ou des ocres lavées par

la pluie.

Karte 59, Rückseite

Chateaubriand

René; p125: Un jour j’étais monté aus sommet de l’Et

na, volcan qui brûle au milieu d’une île. Je vis le

soleil se lever dans l’immensité de l’h au dess

ous de moi, la Sicilie resserrée comme un point à

mes pieds, et la mer déroulée au loin dans les espa

ces. Dans cette vue perpendiculaire du tableau,

les fleuves ne me semblaient plus que des lignes

géographiques tracées sur une carte; mais, tandis

que d’un côté mon oeil apercevait ces objets,

dont je découvrais les entrailles brûlantes, ent

re les bouffées d’une noire vapeur.../ce tableau

vous offre l’image de son (René) caractère et de son

existence: c’est ainsi que toute ma vie j’eu eu de

vant mes yeux une création à la fois immense et

imperceptible, et un abîme ouvert à mes côtés.

SuGib. p152: je vis s’éloigner pour jamais ma terre

na

tale! Je contemplai longtemps sur la côte les derniers

balancements des arbres de la patrie, et les

faites du monastère qui s’abassaient à l’h./

159


Buchstabe H

Karte 60, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 10

Flaubert

Camus

Bovary I 2; I p336sq: le jour commençait à venir, et,

sur les branches des pommiers sans feuilles, des

oiseaux se tenaient immobiles, hérissant leurs pe

tites plumes au vent froid du matin. La plate campagne

s’étalait à perte de vue, et les bouquets d’

arbres autour des fermes faisaient, à intervalles

èloignés, des taches d’un violet noir sur cette/gran

de surface grise qui se perdait à l’h dans le ton

morne du ciel.

Noces di Tipasa; Noces p17: Entré dans l’eau, c’est

le saisissement, la montée d’une glu froide et opa

que, puis le plongeon dans le bourdonnement des

oreilles, le nez coulan et la bouche amère- la

nage, les bras vernis d’eau sortis de la mer pour

se dorer dans le soleil et rabattus dans une torsion

de tous les muscles; la course de l’eau sur mon

corps, cette possession turmultueuse de l’onde par

mes jambes- et l’abscence d’horizon.

Karte 60, Rückseite

Plutarch

Werner

De Is. et Os. 44, 368 E: ho dè toútōn hypopsaōn kaî

kalouúmenos horizōn kýklos, epîkoinos òn amphoîn

(Isis Nephthys), ´ Anoubis kéklätai kài kynî tò

eîdos apeikázetai · kaî gàr hó kýōn chrâtei tâ ppsei

nyktós te kaî hämféras homoiōs.

Wanda I; p2o9: Rüdiger: Erhebt den Blick zum fernen

H!-/Seht ihr die Feste dort im Abendgrau?/Es ist

des alten Krakus Heldenburg!/

- Kreuz an der OstseeIII 1; p178: Wächters Stimme: Wie

sie fliehn,/Die Heiden!- Klein, wie Mücken, schwr

men Sie/Am monderhellten H-

Constant

Adolphe VII ; p82: Les ombres de la nuit qui s’épaissi

ssaient à chaque instant, le vaste silence qui m’en

vironnait et qui n’était interrompu que par des bru

its rares et lointains, firent succéder à mon agitation

un sentiment plus calme et plus solennel.

Je promenais mes regards sur l’h grisâtre dont je

n’apercevais plus les limites, et qui par la même

me donnait, en quelque sorte, la sensation de l’im

mensité.

160


Buchstabe H

Karte 61, Vorderseite

Horizont/Vorkommen 11

Stendhal

Lamiel 1; II p877: Les tristes plaines grises

restent

du côté de Paris, la route pénètre dans la suite de

belles vallées et de hautes collines, leurs sommets

chargés d’arbres se dessinent sur le ciel non sans

quelque hardiesse et bournent l’h de façon à donner

quelque (imagination) pâture à l’imagination, plai

sir bien nouuveau pour l’habitant de Paris.

- Rouge et noir 1; I p32: Au délà, c’est une ligne d’h

formée par les collines de la Bourgogne, et qui semble

faite à souhait pour le plaisir des yeux. Cette

vue fait oublier au voyageur l’atmosphère empestée

des petits interêts d’argent dont il commence à être

asphyxié.

Flaubert

Rêve d’enfer V; 1 p97: Elle resta ainsi longtemps

les yeux fixés sur l’h qui lui apparaissait toujours

aussi morne, aussi vide de sens, aussi stupide

Klages Kosmologischer Eros, 133

Karte 61, Rückseite

.

161


Buchstabe H

Karte 62, Vorderseite

Horizont/Metapher

Flaubert

Bovary II 12; I p5o5: Cependant, sur l’immensité

de cet avenir (Leben mit Rodolphe) qu’elle se faisait

apparaître, rien de particulier ne surgissait:

les jouirs, tous maginifiques, se ressemblaient

comme des flots; et cela se balançait à l’horizon

infini, harmonieux, bleuâtre et couvert de

soleil.

- ib. II 3; p412: Les bonheurs futus, comme les rivages

des tropiques, projettent sur l’immensité

qui les précèdes leurs mollesses natales, une bri

se parfumée, et l’on s’assoupit dans cet enivrement,

sans même s’inquiter de l’horizon que l’on

n’aperçoit pas.

- ib. III 5; p574: (Geldangebot Lheureux’) un h de fantaisies

réalisables s’ouvrit alors devant Emma.

Verlaine

La bonne chanson XX; p154: J’allais par des chemins

perfides,/ Douloureusement incertain./Vos

chères mains furent mes guides.// Si pâle à l’h

Karte 62, Rückseite

lointain/Luisait un faible espoir d’aurore;/

Votre regard fut le matin.//

Verlaine Crepuscule du soir mystique; p7o: Le souvenir a-

vec le Crépuscule/Rougeoie et tremble à l’ardent

h/De l’Espérance en flamme qui recule/ Et

s’agrandit ainsi qu’une cloison/Mysterieuse où

mainte floraison/-Dahlia, lys, tulipe et renoncule-/S’élance

Flaubert

ES III 5; II p447: Le souvenir de Louise lui revin.

...Sa rêverie, comme ses yeux, s’enfoncait dans de

vagues horizons (Glück).

- ib.I 5; II p118: SEs images (Liebesglück) fluguraient,

comme des phares, à l’h de sa vie.

- ib. I 4; p78: une discussion... sur l’école florentine,

lui révéla des chefs-d’oeuvre. lui ouvrit des

horizons,

- ib. III 1; p33: La candidature de Frédéric lui parut

favorable à ses ídées. Elle l’encouragea, en

lui montrant la gloire à l’horizon. Rosanette se

réjouiat d’avoir un homme qui parlerait à la

Chambre.

162


Buchstabe H

Karte 63, Vorderseite

Horizont/Metapher 2

Moritz, K.Ph.

Goethe

Flaubert

Bildende Nachahmung: 18.Jh.p.6o2: Der H der tätigen

Kraft aber muß bei dem bildenden Genie so weit

wie die Natur selber sein: das heißt, die Organisa.

tion muß so fein gewebt sein u so unendlich viele

Berührungspunkte der allumströmenden Natur dar

bieten, daß gleichsam die äußersten Enden von allen

Verhältnissen der Natur im Großen hier im Kleinen

sich nebeneinanderstellend Raum genug haben,

um sich einander n verdrängen zu dürfen.

Natürl. Tochter III 4, 163osqq; 12 p292: Weltgeistl

Ermanne dich (Herzog)! u laß die trüben Stunden,/

Die deinen H umziehn, für andre,/Durch Trost und

Rat u Hilfe, laß für dich/Auch diese Stunden so

zum Feste werden./

Salammbô IV; I p795: L’idéal d’Hercule, que les cha

nanéens confondaient avec le soleil, resplendissait

à la l’h des armées.

Karte 63, Rückseite

Baudelaire

Kant, I.

La mort des pauvres; p120: A travers la tempête,

et la neige, et le givre,/C’est la clarté vibranté

à notre h noir;/C’est l’auberge fameuse inscrite

sur le livre,/Oú l’on pourra manger, et dormir,

et s’asseoir;/

K.d.r.V. B 297= A 238: Kann er (der bloß mit seinem

empirischen Gebrauche beschäftigte Verstand) aber

n unterscheiden, ob gewisse Fragen in seinem He lie

gen, o n, so ist er niemals seiner Ansprüche u

seines

Besitzes sicher, sondern darf sich nur auf vielfäl

tige beschämende Zurechtweisungen Rechnung machen,

wenn er die Grenzen seines Gebiets (wie es un.

vermeidlich ist) unauförlich überschreitet u si

ch in Wahn u Blendwerke verirrt.

- ib.B686sq=A 658sq: Man kann einen jeden Begriff

als einen Punkt ansehen, der, als der Standpunkt eines

Zuschauers, seinen H hat, d.i. eine Menge von

Dingen, die aus demselben können vorgestellet u

gleichsam überschauet werden. Innerhalb diesem He

muß eine Menge von Punkten ins Unendliche angege

ben werden können, deren jeder wiederum seinen enge

ren Gesichtskreis hat... .

163


Buchstabe H

Karte 64, Vorderseite

Horizont/Metapher 3

Kant, I.

Flaubert

K.d.r.V. B 787sq=A 759sq: Der Inbegriff aller möglichen

Ggste für unsere Erkenntnis scheint uns

eine ebene Fläche zu sein, die ihren scheinbaren

H hat, nämlich das, was den ganzen Umfang derselben

befasset u von uns der Vernunftbegriff der unbe

dingten Totalität genannt worden. Empirisch denselben

zu erreichen, ist unmöglich, u nach einem

gewissen Prinzip ihm a priori zu bestimmen, dazu

sind alle Versuche vergebllich gewesen. Indessen

gehen doch, was außerhalb diesem He, o allenfalls au

ch in seiner Grenzlinie liegen möge.

Tentation VII; I p190: Sphinx (INCONNU): C’est que

je garde mon secret! je songe et je calcule.-La

mer se retonne dans on lit, les blés se balancent

sous le vent, les caravanes passent, la poussière

s’envole, les cités s’ècroulent;- et mon regard que

rien ne peut dévier, demeure tendu à travers les

choses sur un h inaccessible.

Karte 64, Rückseite

Bergson, H.

Dilthey

La Perception du changement; In: La Pensée et le

Mouvant; p1372: Ils (les faits) nous montrent, dans

la vie psychologique normale, un effort constant

de l’esprit pour limiter son h, pour se détourner

de ce qu’il a un intérêt matériel à ne pas voir.

Avant de philosopher, il faut vivre; er la vie exi

ge que nous nous mettions des oeillères, que nous

regardions non pas à droite, à gauche on en arrière,

mais droit devant nous dans la direction où nous

avons à marcher.

Entwürfe z.Kritik d. hist. Vernunft; SW VII p193:So si

nd die Teile der erfüllten Zeit n nur qualitativ vonein

ander unterschieden, sondern wenn wir von der Gegen

wart aus rückwärts auf Vergangenheit blicken u vorwärts

auf Zukunft, so hat jeder Teil des Flusses der Ze

it, abgesehen von dem, was in ihm auftritt, einen versc

hiedenen Charakter. Rückwärts die Reihe der nach Bewußtsteinswert

u Gefühlsanteil abgestuften Erinnerun

gsbilder: ähnlich wie eine Reihe von Häusern o Bäumen

sich in der Ferne verliert, verkleinert, so stuft sich

in

dieser Erinnerungslinie der Grad der Erinnerungsfr

ische ab, bis sich am H die Bilder im Dunkeln verlieren.

164


Buchstabe H

Karte 65, Vorderseite

Horizont/Metapher 4

Jacobsen

Nietzsche

Lyhne p164:Aber nun plötzlich dieser Gesang (gegen

Sprechen), der so mächtig über ihn gekommen war, so

überrschend, wie bisweilen ein weiter H an einer Wal

dbiegung verschwindet, so daß der trauliche Waldwinkel,

der eben noch eine ganze Welt umschloß, zu einem

beliebigen Eck in der Landschaft wird, siene feinen, ge

schwungenen Linien klein u unbedeutend erscheinen

vor den großartigeren Zügen ferner Höhen u Möser!

WzM; II I p500sq: Wenn unser "Ich“ uns das einzige

S e i n ist, nach dem wir alles Sein machen o verstehen:

sehr gut! Dann ist der Zweifel sehr am Platze,

ob hier n eine perspektivische I l l u s i o n vorliegt-

die scheinbare Einheit, in der wie in einer

Hlinie alles sich zusammenschließt. Am Leitfaden des

Leibes zeigt sich eine ungeheure V i e l f a c h h e i

t;

es ist methodisch erlaubt, das besser studierbare

r e i c h e r e Phänomen zum/Leitfaden für das Verständnis

des ärmeren zu benutzen.

Karte 65, Rückseite

Dilthey

Salome

Aufbau der geschichtl. Welt in d. Geisteswissenschaften;

VII 255f: Auch in der geschichtlichen

Welt bleibt die Beziehung der Werte zu dem beständigen

Aufblitzen, starken Leuchten u Verschwinden

der Affektation in Gemütern. Eine verwirrende

endlose Mannig/faligkeit tut sich

hier auf, ein endloser H, wie wenn wir des Abends

auf eine fremde Großstadt hinabblicken, deren

Lichter aufglimmen, sich verstärken, verschwinden,

sich in eine n mehr sichtbare Ferne verlieren.

Der Mensch als Weib. Die Erotik, 10: Darin verhält

sich das Weibliche zum Männlichen wie ein Stück

uralter, im ältesten Sinn vornehmster Aristokratie

auf eigenem Schloß u Heimatsbesitz zum

zukunftsreichen, zukunftssicheren Emporkömmling

, der es viel weiter bringt, der a dafür die Ide

ale einer letzten Schönheit u Vollendung notwendig

immer wieder vor sich auffliegen sieht,

-etwa wie vor dem Wanderer die Hlinie, wo Him.

165


Buchstabe H

Karte 66, Vorderseite

Horizont/Metapher 5

Salomé

mel u Erde zu verschmelzen scheinen, immer wieder

in unermeßliche Ferne zurückweicht, wie weit

er auch schreite und schreite.

Karte 66, Rückseite

166


Buchstabe I/J

Karte 1, Vorderseite

[Handschriftlich]

INTELLIGENZ U. ALKOHOL

Jones

Victorz

[Un][unleserlich]pored abstracting ability in CA

Psychotopical studies of Kosakow.

Karte 1, Rückseite

167


Buchstabe I/J

Karte 2, Vorderseite

Johannes 1,3: Alle Dinge sind durch dasselbe (sc.

das Wort) gemacht

Mörike, E.

Göttliche Reminiszenz (Motto) I p.177.

Karte 2, Rückseite

168


Buchstabe I/J

Karte 3,Vorderseite

Er war in der Welt, und die Welt ist durch

Johannes 1,1o: ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn

nicht.

Novalis

Ofterdingen I 9; I p314: 'Heil unsern alten

Beherrschern (Arctur/Sophie oder Eros/Fabel)

rief das Volk. 'Sie haben immer unter uns gewohnt,

u wir haben sie nicht erkannt!’

Karte 3, Rückseite

169


Buchstabe I/J

Karte 4,Vorderseite

Johannes 1,14: Et verbum caro factum est,

Baudelaire

Préface (Fleurs du Mal): Divertissement de la

haine et du mépris. Les élégiaques sont des

canailles. Et verbum caro factum est. Or le

poète n’est d’aucun parti. Autrement, il serait

un simple mortel.’

Karte 4, Rückseite

170


Buchstabe I/J

Karte 5Vorderseite

Johannes 3,8: Der Geist weht,wo er will

Hamann, J.G.

Valéry, P.

Aesthetica in nuce; SuD p128: Der Wind

bläst, wo er will- Ungeachtet man sein

Sauses wohl hört: so ersieht man doch am

wankelmütigen Wetterhahn, von wannen er

kommt, oder vielmehr wohin er fährt.

Mémoires d’un poète; I p49o: L’esprit

souffle où il veut, on le voit souffler

sur des sots, et il leur souffle ce qu’ils

peuvent.

- Tel quel I, II p484: L’esprit souffle où il

veut... Il incombe au spiritualisme et aux

amateurs d’inspiration de nous expliquer

pourquoi cet esprit ne souffle pas dans

les bêtes et souffle si mal dans les sots.

Baudelaire

Salon de 1859; p1o45sq: le poète, le comédi

en et l’artiste, au moment où ils exécut.

ent l’ouvrage en question, croient à la réalité

de ce qu’ils représentent, échauf-

Karte 5, Rückseite

Valéry

fés qu’ils sont par la nécessité.Ainsi l’art est

le seul domaine spirituel où l’homme puisse dire:

Je croirai si je veux, et si je ne veux pas,/je ne

croirai pas.“ La cruelle et humiliante maxime:

Spiritus flat ubi vult, perd ses droits en matière

d’art.

Mon Faust, Lust I 1; II p288: Lust: L’esprit souffle

où il veut... Faust: Erreur commune. L’esprit souffle

où il peut, ce qu’il peut.

- ib.II 5; p.328: Faust "dont l’illustre Cardan m’avait,

quelques années avant, volé le titre...“Lust:Voléavant?

Faust: Mais oui... Dans le monde de

l’esprit, ces choses-là arrivent. Ce qui n’empêche

pas que l’on vole aussi après. L’esprit vole où il

peut.

171


Buchstabe I/J

Karte 6 , Vorderseite

Johannes 19.30: Consumatum est

Camus L’Etranger, p.179

Karte 6, Rückseite

172


Buchstabe K


173


Buchstabe L

Karte 1, Vorderseite

Liebe: als Ärztin (heilt Liebessehnsucht)

Gottfried Tristan 12169 (Ranke 12164)

Karte 1, Rückseite

174


Buchstabe L

Karte 2, Vorderseite

Liebe: Ausser-sich-Sein

Racine, J.

Rhèdre, préface; I p.746: hors de

- Phèdre II 1; I p.766: emporté loin de

- Bérénice IV 5; I p.506

Montaigne, M.de

Wieland, C.M.

Essais II 11, p.4o9: Le plaisir nous

transporte si fort hors de nous que

nostre discours ne scaurait alor faire

son office (?)

Sylvio III 1o; V p197

- ibid. V5; VI p35: Folge Stammeln

Karte 2, Rückseite

175


Buchstabe L

Karte 3, Vorderseite

Liebe: Band

Goethe, J.W.v. Hermann und Dorothea VI; II p.506

- Laune des Verliebten 5,332; 7 p.20

Mörike, E.

Goethe, J.W.v.

Anakreon 3; I p370

Faust II 2, 6567: Liebesband (Helenas)

- Faust II 3, 9941: der Liebe Band

Corneille, P.

Le Cid III 6, 327: mes liens

Karte 3, Rückseite

Unschuldige Freuden

Wieland, C.M. Agathon VI 4,p.279, 281

176


Buchstabe L

Karte 4, Vorderseite

c.f. blinder Affekt

Liebe: macht blind

Racine, J.. Phèdre V 3; I p.796

Gottfried

Novalis

Archilochos

Tristan 15166: minne sol âne ougen

wesen

Sais 2; I p92: Rosenblütchen, das gute

Kind,/Ist geworden auf einmal blind,/

Denkt, die Mutter sei Hyazinth,/Fällt

ihm um den Hals geschwind;/Merkt sie

aber das fremde Gesicht,/Denkt nur an,

da erschrickt sie nicht,/Fährt, als me.

rkte sie kein Wort,/Immer nur mit Küssen

fort.//

fr.112 (Snell: Entdeckung p66): Solch

ein Liebesverlangen ist heimlich ins

Herz hineingeschlichen,/Goss auf die

Augen viel ds dichten Nebels,/Stahl

den feinen Verstand aus der Brust hinweg.

Karte 4, Rückseite

Sappho

fr.2. (Snell p67): es sehen/nichts mehr meine

Augen.

Pascal (?) Discours sur les passions de l’amour; p545: L’

on a ôté mal à propos le nom de raison à l’a

mour, et on les a opposées sans un bon fondement

car l’amour et la rason n’est qu’une même chose...

Les poètes n’ont donc pas eu raison de nous

dépeigner l’amour comme un aveugle; il lui

faut ôter son bandeau, et lui rendre désormais

la jouissance de ses yeux.

Platon

Nomoi V 4, 731E: Denn der Liebende wird blind

in Bezug auf den Gegenstand seiner Liebe

Meyer, C.F. Clara, p404: So war C von dieser blinden Macht

ergriffen worden u n wie flüchtige Wesen nur ge

schaukelt wie zum Spiel, sondern schmerzlich

erschüttert als eine starke, tiefe Natur. Wohl

war der Ggst ihrer L ein so geringer, fast nichtiger;

aber wenn Amor erwacht, ist die L Hauptsache,

der geliebte Ggst Nebensache.

177


Buchstabe L

Karte 5, Vorderseite

Liebe: Metapher 'Blume brechen’

Lenau, N. Don Juan; IV p.227

Gottfried Tristan 12647

Voltaire, Pucelle II, II p388: Qu’importe, hélas! d’

arracher une fleur?/

Hebbel

Julia I 7 IV p195: J: O wie edel, wie ganz

des Begriffs würdig, den jede meines Geschlechts

von einem Mann in ihrem Herzen

trägt! So im Vorübergehen eine junge Seele

zu zerpflücken wie einen verwelkten Blu

menstraß, u ihre zum Andenken, zum Lohne

für ihre unschuldige Hingebung ns zu hin

terlassen, als den Domino, den man eben

trug!

Karte 5, Rückseite

178


Buchstabe L

Karte 6, Vorderseite

Liebe: mit Blumenfesseln

Wieland, C.M. Agathon IX, p.138

Schiller, F.v.

Triumph der Liebe; 1 p227: Rosenketten

Karte 6, Rückseite

179


Buchstabe L

Karte 7, Vorderseite

Scham kämpft mit Liebe

cf.

Liebe-Vernunft: Ggs.

Liebe-Ehre: Gegensatz

Donne,J.

The Damp, p44

- Le Cid I 9, 303 (Cid) entscheidet E.

- Le Cid II 3, 109 (Chimène für L.)

- Le Cid III 4, 184 (Chimène für Ehre)

Baudelaire, Ch.

Molière

Femmes dammnées; p138: Maudit soit à

jamaios le rêver inutile,/Qui voulut

le premier dans sa stupidité/S’éprenant

d’un problème insoluble et stérile,/Aux

choses d’amour mêler l’honnêteté!

Misanthrope IV 3; p95: Célimène: Et,

puisque notre coeur fait un effort extrème,/Lorsqu’il

peut se résoudre à

confesser qu’il aime;/Puisque l’honneur

du sexe, ennemi de nos feux,/S’oppose

fortement à de pareils aveux;/L’a

mant qui voit pour lui franchir un tel

Karte 7, Rückseite

obstacle,/Doit-il impunément douter de cet

oracle?/

180


Buchstabe L

Karte 8, Vorderseite

Liebe: Metapher 'Erobern’

Goethe, J.W.v.

Diderot, D.

An v.Stein 8,3.81; I p321: Ich habe mein Herz

einem Raubschlosse verglichen das Sie nun

in Besitz genommen haben, nun halten Sie es

auch der Wache werth...

Bijoux indiscrets XXXIII p98: le viol était un

chimère: ... in ne se rendait jamais que par ca

pitulation, et..., pour peu qu’une place fût

défendue, il était de toute possiblité de

l’emporter de vive force.

Karte 8, Rückseite

181


Buchstabe L

Karte 9, Vorderseite

Lieben-Essen: verglichen

Diderot, D.

Thoma, L.

Bijoux indiscrets XVIII p58: Les cris des bijoux

devinrent semblables à ceux d’un peuple

affamé qui demande du pain

Moral I 6; p21: Sie treffen sich also nicht

bloss zum Kegelschieben. Sie müssena uch miteinander

moralisch sein?- Und dabei denke ich

immer an Hungerkünstler, die heimlich essen.

Karte 9, Rückseite

Relatvität des Verbrechens

cf. Vorurteil

Diderot, D. Bijoux indiscrets XVIII p56: Tant il est vrai...

que tout est opinion et préjugée

182


Buchstabe L

Karte 10, Vorderseite

Liebe: als Fessel

Potocki, J.

Brentano, C.

Kleist, H.v.

Flaubert

Saragossa 55, p733

GodWi II; II p225: Obschon mein Herz an

seiner frühern Leidenschaft litt..so

ergab ich mich hier dennoch neuen und

leichtern Fesseln.

Penthesilea 14; p35o: Gewillt, mein gan

zes Leben fürderhin/In deiner (P) Blik

ke Feseln zu verflattern. (Achilles)

Salammbô II; I p769: Mathô: Elle me tient

attaché par une chaîne que l’on n’aper

coit pas... Ses yeux me brûlent, j’entends

sa voix. Elle m’environne, elle me pè

nètre. Il me semble qu’elle est devenue

mon âme.

Karte 10, Rückseite

183


Buchstabe L

Karte 11, Vorderseite

Liebe: Metapher Flamme

c.f.keusches Feuer

Molière

Amphitryon, prol. V p.1o2

- Tartuffe V7; V p.94

Lessing, G.E.

Wieland, C.M.

Sara Sampson I 7; II p.15; Herz brennt

Musarion I; IX p.17sq.

- Alceste V 2; XXV p.325: von F. brennen

Goethe, J.W.v. Mitschuldige I 4, 227: d. schönsten F.

Wieland, C.M.

Agathon VI 2; IX p.264: Liebesflamme

Donne, J.

Love’s Deity, p36: an even flame two

hearts did touch

Corneille,P. Le Cid I 1, 6; I 3, 87, 93, I 9, 3o5

II 5, 158, 164; III 3, 77; III 4, 140, 184

S III6, 309; IV 2, 1oo; IV 5, 245

Schiller, F.v.

Der Venuswagen; 2 p13: geile Flammen

Karte 11, Rückseite

Wieland, C.M. Diana u. Endymion; VII p29: Zeus brennt

von unerlaubten Flammen

- ibid, p35: Dein Busen schmiltz wie

Schnee in raschen Flammen!

Montaigne, M. de Essais I 38, p320: une gentille flamme

eschauffe le coeur de filles

Hugo, V.

Maria Tudor II 1: Vom heilgen ewigen

Feuer der Liebe strahlt dein Blick.

In: Büchner, Werke 0277

La Rochefaucauld Maximes 75; p413: L’amour, aussi bien

que le feu, ne peut substituer sans un

mouvement continuel, et il cesse de viv

re dès qu’il cesse d’espèrer ou de craind

re.

Bachelard, G. La Psychanalyse du feu

Gryphius, A.

Fortis ut mors dilectio: p47: Lieb ist

nichts denn Glut u Flammen/wie Gott

Licht und Feuer zusammen.

184


Buchstabe L

Karte 12, Vorderseite

Liebe: Metapher Flamme 2

Lenau, N.

Crébillon

Heloise; II p15: Auch heute kniet sie dort am

Marmostamme/Und fleht um Kühlung ihrer Herzensflamme.

Tanzai II; II p16: brûler d’un feu secret

- ibid. III; II p25: brûler d’amour

Horatius

Carm. IV 13: Possent ut uivenes visere fervidi

Multo non sine risu/ Dilapsam in cineres facem.//

Karte 12, Rückseite

185


Buchstabe L

Karte 13, Vorderseite

Liebe: Geliebte als Engel

Donne, J.

The Dream; p24

Goethe, J.W.v. Werther p18 (sagen alle Liebenden);

20.6.p76; p136, 142

- Götz I; 1p p40: Und weiss wie ein E des

Himmels, gebildet aus Unschuld u Liebe,

leitet (Maria) mein Herz zur Ruhe

und Glückseligkeit.

- Urgötz V; 1o p225: Sickingen: Und ich

find euch (Adelhaid) wie einen E, der

sich in eine Gesellschaft verdammter

Geister (Zigeuner) herablies sie zu

trösten.

Diderot, D. Jacques le fataliste; p588: Cette créature

angélique (d’Aisnon) m’obsède;

Hartman von Ouwe Erec 1843

Karte 13, Rückseite

Hartmann

Iwein 1688sqq: Laudine: zewâre got der hât geleit/sîne

kunst u sîne kraft/ sînen vlîz u sîne

meisterschaft/an disen loplîchen lîp:/eg ist

ein engel und niht ein wîp./

186


Buchstabe L

Karte 14, Vorderseite

Liebe: Geliebte als Schwester

Proust, M.

Recherche, S, I p.402: âme sœur

Valéry, P.

Mon Faust, Lust III 7: ma semblable, ma

sœur, mieux qu’une sœur; II p.377

Baudelaire, Ch. Chant d’automne II: amante ou sœur; p.55

Goethe, J.W.v. Warum gabst du uns; I p.192: meine

Schwester oder meine Frau (Ch.v.Stein

Wieland, C.M. Sylvio III 1o; V p2o3: sympathische L.

zwischen Schwesterseelen

Hoheslied

4,9sq: meine Schwester, meine Braut

Karte 14, Rückseite

187


Buchstabe L

Karte 15, Vorderseite

Liebe: Herzenstausch

Hartman

Erec 2364: der vil getriuwe man (Erec),/ ir

(Enite) herze fuorter mit im dan,/daz sîn beleip

dem wîbe/versigelt in ir lîbe./

- Erwin 299osqq; sî wehselten beide/der herzen un

der in zwein,/diu vrouwe u her Iwein:/ im volget

ir herze u sîn lîp (im Arctus?)/ und beleip sîn

herze und das wîp./

- Gregorius 651-54 (Eltern): ein getriuiu wandelunge

ergie,/dô sich muosen scheiden hie:/

sîn herze volge ir von dan,/daz ir bestuont

bî dem man./

Karte 15, Rückseite

188


Buchstabe L

Karte 16, Vorderseite

Liebe: das Ich findet sich je im Du

Ich Du

cf.

Goethe, J.W. Die Braut von Korinth; 1 p184: Liebe schlesset

fester sie zusammen./Tränen mischen sich

in ihre Lust;/Gierig saugt sie seines Mundes

Flammen,/Einst ist nur im andern sich bewusst./

- Pandora 1p55sqq; 15 p178: Sie begegnen sich, u

eins im andern/Fühlt sich ganz u fühlet ganz

das andre,/So, vereint in Liebe, doppelt herr-

Schlegel, F.

lich,/Nehmen sie die Welt auf.

Lucinde, p152: Nur in der Antwort eines Du kann

jedes Ich seine unendliche Einheit ganz fühlen.

- ib.p60: (Liebesnacht) Sie waren ganz hingegeben

u eins u doch war jeder ganz er selbst, mehr als

sie es noch jewesen waren, u jede Äußerung

war voll vom tiefsten Gefühl u eigensten Wesen

Karte 16, Rückseite

189


Buchstabe L

Karte 17, Vorderseite

Liebe: Joch

Racine, J. Phèdre II1, p.764; III 1 p.774; IV 6,792

Schiller, F.v.

Petrarca, F.

Wieland, C.M.

hero und Leander; 1 p78: bannt ins

Joch die wilden Tiere

Sonett Padre del Ciel

(Joch.

Idris u.Enide V95: Amors niederträchtig

Karte 17, Rückseite

190


Buchstabe L

Karte 18, Vorderseite

Liebe: als Magnet

Musset, A.de

Goethe

Schiller

Caprices de Marianne I 1; p277: Celio: Qu’est-ce

donc pourtant que tout cela? Deux yeux bleus, deux

lèvres vermeilles, une robe blanche et deux

blanches mains. Pourquoi ce qui te (Octave) rendrait

joyeux et empressé, ce qui t’attirerait, toi

comme l’aiguille aimaintée attire le fer, me rend

il triste et immobile?

Werher I, 26.7.71; 16 p45: (Ich kann Lotte nicht

nicht sehen) Meine Großmutter hatte ein Märchen

vom Menberg. Die Schiffe, die zu nahe kamen, wurden

auf einmal alles Eisenwerks beraubt, die Nägel

flogen dem Berge zu, u die armen Elenden scheiterten

zwischen den über einander stürzenden Bre

ttern.

Phil. Briefe; 11 p122:Liebe also-das schönste

Phänomen in der beseelten Schöpfung, der allmäch.

tige Minder Geisterwelt, die Quelle der Andacht

u der erhabensten Tugend- Liebe ist nur der Wi-

Karte 18, Rückseite

derschein in dieser einzigen Urkraft, eine Anziehung

des Vortrefflichen, gegründet auf einen augenblick

lichen Tausch der Persönlichkeit, eine Verwechse

lung der Wesen.

191


Buchstabe L

Karte 19,Vorderseite

Liebe-Pflicht. Gegensatz

Corneille, P.

Le Cid IV 1, 39sq; IV 2, 65sqq

- Le Cid V 7, 264

Wieland, C.M.

Hebbel, F.

Idris u.Zenide III 119: Genug Reize, um

d. Gefühl d. P. in Wollust hinzuschmelzen

Judith III; 3 p25: Kann L. Pflicht sein?

Karte 19, Rückseite

.

192


Buchstabe L

Karte 20, Vorderseite

Liebe-Pflicht. Übereinstimmung

Racine, J. Phèdre I 3; I p.755

Goethe, J.W.v. Tasso I 1, 46.

- Tagebuch; I p566: Wir stolpern wohl

auf unsrer Lebensreise,/Und doch ver

mögen in der Welt, der tollen,/ Hebel

viel aufs irdische Getriebe;/Sehr

viel d P, unendlich mehr die Liebe!

Karte 20, Rückseite

.

193


Buchstabe L

Karte 21, Vorderseite

Liebe als Räuberin

Heinrich v. MF 13o, 9-30 (rouberîn)

Morungen

Reinmar MF 171,38-172,2

Karte 21, Rückseite

194


Buchstabe L

Karte 22, Vorderseite

Liebe-Ruhm: Gegensatz

Racine, J. Bérénice II 2; I p.484

Corneille, P.

Le Cid I 3, 97-124 (Infante)

Karte 22, Rückseite

195


Buchstabe L

Karte 23, Vorderseite

Liebe: macht scharfsinnig

Wieland, C.M.

Corneille, P.

Sylvio v 1o; VI p62

Le Cid I 3, 97-124 (Infante)

Karte 23, Rückseite

.

196


Buchstabe L

Karte 24, Vorderseite

Liebe: Seelenverwandtschaft

Wieland, C.M. Agathon IV 9, p.200

- Agatho

n VII 7, p.52: Seelenverschisterung

- Sylvio III 1o; Vp2o3: sympathetische L

zwischen Schwesterseelen

Karte 24, Rückseite

.

197


Buchstabe L

Karte 25, Vorderseite

Liebe: ein Teufel

Shakespeare, W. Love’s Labour’s Lost I 2; p87.

Karte 25, Rückseite

.

198


Buchstabe L

Karte 26, Vorderseite

Liebe und Tod

Günther, Ch.

Brentano, C.

Als er der Phyllis einen RIng

mit einem Totenkopf überreiche; p134.

Verzweiflung an der Liebe in der Liebe

- Godwi II 17; II p299: Der Genius hält sie

gend sie umwunden,/Aus seiner Lippen

liebevollem Hauchen/Trinkt Lieben sie,

im Strahle seiner Augen/Trinkt sie

den T in lusterschlossne Wunden.

Hofmannsthal Kaiser und Hexe; I p96. Alles ist ein

Knäul, Umarmung/Und Verwesung einerlei

Proust, M.

Swann II; I p3o8: car c’ést une ressemlance

de l’amour et de la mort, plûtôt

que celles, si vagues, que l’on redit toujours,

de nous faire interroger plus a-

vant, dans la peur que sa réalité se dérobe,

le mystère de la personnalité.

Karte 26, Rückseite

Ovidius

Amores II 1o, 29sq et 35-38: Wunsch nach Tod in

Liebesvereinigung.

199


Buchstabe L

Karte 27, Vorderseite

Liebe: ein Tyrann

Corneille, P.

Le Cid I 3, 81; I 9, 312: aimable tyrannie.

Karte 27, Rückseite

200


Buchstabe L

Karte 28, Vorderseite

Liebe: beseelt Unbeseeltes, Unbelebtes

cf. Dichtung

Wieland, C.M. Sylvio VII 2,VI p278.

Karte 28, Rückseite

201


Buchstabe L

Karte 29, Vorderseite

cf. Vernunft-Sinne: Ggs,

Liebe-Vernunft: Gegensatz

Corneille, P.

Wieland, C.M.

Le Cid II 5, 172-174 (Infantin)

Sylvio V7; VI p49

- ibid. V7; VI p53: Herz-Witz

Molière

Musil, R.

Misanthrope I 1; IV p48: Philinte: (Eliante)

Son cœur, qui vous estime, est solide

et sincère, /Et ce choix plus conforme

était mieux votre affaire,/Al.

ceste: Il est vrai; ma raison me le dit

chaque jour;/Mais la raison n’est pas

ce qui règle l’amour./

MoE I 7 p29: Ulrich, der nun etwas Verständliches

sagen wollte, benützte die

Gelegenheit, um beiläufig darauf hinzu

weisen,daß ja auch die L zu den religi

ösen u gefährlichen Erlebnissen gehöre,

weil sie den Menschen aus den Armen

der V hebe u ihn in einen wahrhaft

grundlos schwebenden Zustand versetze

Karte 29, Rückseite

Pascal (?)

Discours sur les passions de l’amour; p545: L’on

ôte mal à propos le nom de raison à l’amour, et

on les a opposés sans un bon fondement, car l’amour

et la raison n’est qu’une même chose... Les

poètes n’ont donc pas eu raison de nous dépeind

re l’amour comme un aveugle; il lui faut ôter

son bandeau, et lui rendre désormais la jouissance

de ses yeux.

202


Buchstabe L

Karte 30, Vorderseite

Liebe verwundet

Heinrich v. MF 137, 14; 141,5; 141;37; 144,27

Morungen

Bligger

MF 119.1o

v.Steinach.

Eichenforff, Bei einer Linde; I p.156 (Linde

J.v.

durch Namen auch verwundet)

- Nachtzauber, I p.166: todeswund

Friedrich v.

Hausen

Donne, J.

Hartman von Ouwe

Racine,J.

Mf 49, 12

A Valediction: of The Book, p19

Iwein 544sqq: ouch wart diu vrouwe

an im (I) baz/gerochen danne ir wære

kunt,/wan er was tôtlîchen wunt./

die wunden sluoc der Minnen hant./

es ist der wunden alsô gewant,/ sî

wellent daz sî langer swer/danne

diu von swerte ode von spêr./

Thébaide II 1; I p128: Hémon. Ah! d’un

si bel objet (Antigone) quand une

Karte 30, Rückseite

Crestiens

âme est blessée,/Quand un coeur jusqu’à vous èlève

sa pensée,/Qu’il est doux d’adorer tant de divins

appas!/ Mais aussi que l’on souffre en ne les

voyant pas!/

Yvain 1364sqq: Bien a vangiee, et sie nel set,/ la

dame la mort son seignor;/vangence en a feite greignor,/que

ele panre n’an seüst,/s’Amors vangiee

ne l’eüst,/qui si dolcement le requirt/que

parles ialz el cuer le fiert;/et cist cos a plus

rant duee/que cos de lance ne d’espee:/cos d’

espee garist et sainne/molt tost, des que mires i

painne;/et la plaie d’amors anpire/quant ele est

plus pres de son mire./

203


Buchstabe L

Karte 31, Vorderseite

Liebe: künstlicher Vexierbecher, darin statt

Nektar Gift.

Tieck, L. Gestiefelter Kater I 2; II p.14

Karte 31, Rückseite

204


Buchstabe L

Karte 32, Vorderseite

Liebe: süsser Wahn

Wieland, C.M.

An jungen Dichter; XIL p1o4

- Alceste V7; XXV p331 (Liebesglück)

Karte 32, Rückseite

205


Buchstabe L

Karte 33, Vorderseite

Liebe: nicht zu wollen

Gautier

Maupin 4; p118: Rosette, qui est encore amoureuse,

fait ce qu’elle peut pour parer à tous ces inconvé

neints. Malheureusement il ya deux choses au mon

de qui ne se peuvent commander: l’amour et l’ennui.

Karte 33, Rückseite

206


Buchstabe L

Karte 34, Vorderseite

Liebe: Zauber, Magie

Klopstock, F.G.

An Cidli 26: mit Zauberstab

Wieland, C.M. Sylvio V1o; VI p63: Gegenwart der Geliebten

magische Kraft, magnetische

Ausflüsse, elektrische Wirbel.

- ibid. VII 2 IV p278. Es gibt keine andere

Bezauberung als die Liebe.

Karte 34, Rückseite

207


Buchstabe L

Karte 35, Vorderseite

Liebe: ausserhalb der Zeit

Wieland, C.M. Agathon V3, p.123

Grillparzer

Kloster bei SEndomir; 7 p12: Dabei stürzten

Tränen aus ihren (Elga) Augen, u sie

wäre zu seinen Füßen gefallen, wenn er

(Starschensky) es n verhindert, sie n

emporgehoben hätte zu einer langen, Z u

Außenwelt aufhebenden Umarmung

Karte 35, Rückseite

Wieland, C.M.

Agathon IV 7,p.

208


Buchstabe L

Karte 36, Vorderseite

Lippen: als Granatäpfel

Mallarmé, St.

Contes indiens: Nala et Damayanti; p618: Seules

brillent des lèvres avec un feu de rubis, sur

leur chaste grenade la buche d’un vainqueur n’a

jamais désaltéré sa soif.

Karte 36, Rückseite

.

209


Buchstabe L

Karte 37, Vorderseite

Lippen: Korallen; Korallen-Mund

Wieland, C.M.

Aurora und Cephaluss; VII p77

- Brief an C.v.Hillern 25.1o.6o. In:

Hassencamp p1osq: bouche de corail

- Idris u. Zenide III p1: Mund von lebenden

Korallen

- ibid. v 1o3: M. gleich K. n. an Röthe

Benn, G.

St.Pierre,

J.H.B.

Blaue Stunde; III p259: Du bist so weiss

man denkt; du wirst zerfallen/vor lau

ter Schnee, vor lauter Blütenlos,/todweisse

Rosen glied für Glied-Korallen/nur

auf den Lippen,schwer und wundengross

Paul et Virginie p24: Virginie: déjà

(mit 12) sa taille étoit plus qu’à demi

formée; de grands cheveux blonds ombra

goient sa tête; ses yeux bleus et ses

lèvres de corail brillaient du plus tendre

éclat sur la fraîcheur de son visage.

Karte 37, Rückseite

Werner, Z.

Wanda I; p212: Rüdiger: Lud dich (Balderon) des Mun

des höldes Lächeln ein,/Wo sich Kn um die Perlen

schlingen,/U welch Gewand umfloß die Wellenglie

der (Wandas)?/.

210


Buchstabe L

Karte 38, Vorderseite

Lippen: als Muscheln

Hofmannsthal

Abenteurer; I p581: Mit rosafarbnen Muschel

lippen müsste/Das Meer und leckte mit smarage

nen Zungen/die Flüsse dieser Stadt!

Karte 38, Rückseite

211


Buchstabe L

Karte 39, Vorderseite

Lippen: als Rubine

Lesinng, G.E.

Mallarmé, St.

Antiqu.Briefe 16; III p296: unsere Lohensteine

u Hallmanne, die ihren Geliebten so gern Augen

von Diamanten, L von Rubin, Zähne von Perlen,

eine Stirn von Elfenbein u einen Hals von Ala

baster gaben-: abgeschmackte Kakozelie.

Contes indiens: Nala et Damayanti; p618: Seules

brillent des lèvres avec un feu de rubis,

sur leur chaste grenade la bouche d’un vainqueur

n’a jamais dèsalteré sa soif.

Karte 39, Rückseite

212


Buchstabe L

Karte 40, Vorderseite

Luftfarbe: grau

Flaubert

ES III 1; II p319: Häuser von Paris étaient comme no

yés dans la couleur grise de l’air, où de lontain

murmures semblaient se confrondre avec la brume

- ib.II 2; II p183: Le soleil s’abassait; quelques

vitres e maisons, dans la Cité, brillaient au lo

in comme des plaques d’or, tandis que, par derrière,

à droite, les tours de Notre-Dame se profilaient

en noir sur le ciel bleu, mollement baigné à

l’horizon dans des vapeurs grises.

Karte 40, Rückseite

213


Buchstabe L

Karte 41, Vorderseite

Luftfarbe: blau

Flaubert

Coeur simple II; II p599: ça et là, un grand arbre

mort faisait sur l’air bleu des zigzags avec ses

branches

- ib.III ; p611: Schlafzimmer: L’air était chaud et

bleu, un merle gazouillait, tout semblait vivre

dans une douceur profonde.

- Tentation V; I p143: des rayons colorés s’entrecroisent

sur l’air bleu,

Karte 41, Rückseite

214


Buchstabe M

Karte 1, Vorderseite

Matthäus 5,44: Liebet eure Feinde

Kudrunlied

1595: Bitte Kudruns für Hartmuot

Karte 1, Rückseite

215


Karte 2, Vorderseite

Markus 9,5: Hier ist für uns gut sein. Und wir

wollen drei Hütten machen

Klopstock, F.G.

Novalis

Der Zürchersee 19,1: O so bauten wir

hier Hütten der Freundschaft uns!/ E-

wig wohnten wir hier, ewig! Der Schattenwald/Wandelt’

sich uns in Tempel,/

Jenes Tal in Elysium!//

Hymnen an die Nacht 4; I p137: Oben baut

er sich Hütten, Hütten des Friedens,

sehnt sich u liebt, schaut hinüber, bis

die willkommenste aller Stunden hinun

ter ihn in den Brunnen der Quelle zieht

Karte 2, Rückseite

216


Karte 3, Vorderseite

Markus 9,24: Pisteúō. Boéthei mou tē apistîa

Ich glaube. Hilf meinem Unglauben

Schröer, H.

Huysmans, J.-K.

Denkform der Paradoxilität p111

A rebours XVX: Herr, hab Mitleid mit dem

Christen, der zweifelt, mit dem Ungläubigen,

der glauben will, mit dem Sträfling

des Lebens, der sich aufmacht, allein unter

dem Firmament, das n mehr erleuchtet wird

von den Trostfackeln der alten Hoffnung!

Karte 3, Rückseite

217


Karte 4, Vorderseite

Matthäus 5,48: Estote ergo vos perfecti, sicut et Pater vester

caelestis perfectus est.

Schiller, F.

Theosophie; 11 p128: Was ist die Summe von allem

Bisherigen?- Lasst uns Vortrefflichkeit einsehen,

so wird sie unser. Laßt uns vertraut werden

mit der hohen idealistischen Einheit, so werden

wir uns mit Bruderliebe anschließen an einander

Laßt uns Schönheit u Freude. Laßt uns helle denken,

so werden wir feurig lieben. Seid vollkommen,

wie euer Vater im Himmel vollkommen ist, sagt

der Stifter unseres Glaubens (=Gott hervorbingen:

127). Die schwache Merheit erblaßte bei diesem

Gebote, darum erklärte er sich deutlicher:

liebet euch unter einander.

Karte 4, Rückseite

218


Karte 5, Vorderseite

Matthäus 7,6: Eure Perlen sollt ihr nicht

vor die Säue werfen

Shakespeare, W.

Dante

Love’s Labour’s Lost IV 2, p.1o8.

Ecloga I 21: Nec margeritas profliga

prodigus apris (p.294 II)

Karte 5, Rückseite

219


Karte 6, Vorderseite

Matthäus 8,20: Et ei dicit Iesus: Vulpes foveas habent, et volucres

caeli nidos; Filius autem hominis non

habet ubi caput reclinet.

Benn, G.

Nocturno; II p7: Die Frag lag vor ihm. Sie hatte

Netze von bläuer Mütterlichkeit über den Augen.

Das tat ihm wohl, der er n hatte, wo er sich bergen

sollte.

Karte 6, Rückseite

220


Karte 7, Vorderseite

Matthäus 11, 27: Neque patrem quis novit, nisi Filius, et

cui filius voluerit revelare.

Pascal, B. Pensées; H p388.

Karte 7, Rückseite

221


Karte 8, Vorderseite

Matthäus 18.3: nisi conversi fueritis, et efficiamini sicut

parvuli, non intrabitis in regnum caelorum

Bacon

Nov.I Org I68: Atque de idolorum singulis generibus,

eorumque apparatu iam diximus, quae omnia constan

ti et solenni decreto sunt abneganda et renuncian

dam et intellectus ab iis omino liberandus est et

expurgandus; ut non alius fere sit aditus ad regnum

hominis, quod fundatur in scientiis, quam ad

regnum caelorum, "in quod, nisi sub persona infantis,

intrare non datur.“

Karte 8, Rückseite

222


Karte 9, Vorderseite

Matthäus 27,23: Pilatus... nahm Wasser u wusch die Hände vor

dem Volk u sprach: Ich bin unschuldig an

seinem

Blut; sehet ihr zu!

accepta aqua, lavit manus coram populo,

dicens:

Innocens ego sum a sanguine iusti huius:

vos videritis

Grillparzer

Wieland, C.M.

Dürrenmatt

Schiller, F.

Lessing, G.E.

Weh, dem der lügt IV 1; 6 p191: Schaffter. Nun denn,

wenn ihr (Galomir) begehlt,/Doch wasch! ich nur

in Unschuld meine Hände.//

An C.v. Hillern 25.1o.6o: (In Hassencamp p1o): je

m’en lave les mains (Wenn Freundschaft nicht tugendhaft

bleibt)

Romulus IV, p124: Reichsuntergang

Kabale u Liebe V8; 3 p419: Präsident: Du, du (Wurm)

gabst den Schlangenrat-Über d i c h die Verantwortung-

Ich wasche die Hände.

Galotti IV 1; 2 p250: Prinz: Bei Gott! bei dem allgerechten

Gott! ich bin unschuldig an diesem Blute.

Wenn Sie (Marinelli) mir vorhergesagt hät-

Karte 9, Rückseite

ten, daß es dem Grafen das Leben kosten werde-

Nein, Nein! u wenn es selbst mir das Leben gekostet

hätte!-

223


Karte 10, Vorderseite

Matthäus 27,46: Et circa hom nonam clamavit Iesus voce magna,

dicens: Eli, Eli, lamma sabacthani? hoc

est:

Deus, meus, deus meus, ut quid dereliquisti

me?

Goethe

Werther II, 15.11.1772; 16 p99: U warum sollte ich

mich schämen, in dem schrecklichen Augenblick, da

mein ganzes Wesen zwischen Sein u Nichtsein zittert,

da die Vergangenheit wie ein Blitz über dem

finstern Abgrunde der Zukunft leuchtet, u alles um

mich her versinkt, u mit mir die Welt untergeht-

Ist es da n die Stimme der ganz in sich gedrängten,

sich selbst ermangelnden, unaufhaltsam hinabstür

zenden Kreatur, in den inneren Tiefen ihrer verge

bens aufarbeitenden Kräfte zu knirschen: Mein Gott!

mein Gott! warum hast du mich verlassen? U sollt

ich mich des Ausdrucks schämen, sollte mir’s vor

dem Augenblicke bange sein, da ihm der n enging,

der die Himmel zusammenrollt wie ein Tuch?

Karte 10, Rückseite

224


Karte 11, Vorderseite

Mondesampel

Droste, A.v. Sprititus familiaris III 7,1; p.746

Hofmannsthal Frau ohne Schatten; II p211: bei dem Mond, der

von oben hereinsah, wie eine Ampel

Karte 11, Rückseite

Mond: als Ampel

Droste, A.v.

Hofmannsthal

Sprititus familiaris III 7;p746: Mondesampel

Frau ohne Schatten; II p211: bei dem Mond, der

von oben hereinsah, wie eine Ampel

225


Karte 12, Vorderseite

Mond: Antlitz, Gesicht, Haupt, Stirn

Brentano, C. Starenberg; III p111: Nun stieg d. volle

M.herauf, und es war mir,als sei es d.

Antlitz meiner lieben Ameley

Bonaventura Nachtwachen XIV p125: sanftes Antlitz

Dürrenmatt, F. Es steht geschrieben; K II p110: Und

weithin verhallt unser Schrei im

stummen Antlitz des Mondes...

Wieland, C.M. Sympathien 5;XXX p36:Du stiller Mond,

neige dein unverschleiertes melancholisches

A aus dem herbstlichen Duft

herab

Novalis

OfterdingenI 9;I p297:der M stand

hoch am Himmel.’Lieber Eros’,sagte

Ginnistan,’wir müssen eilen,daß wir

zu meinem Vater kommen...Siehst du wohl

sein b abgehärmtes Gesicht? bleiches

Heym,G.

Mond 1,3: Purpurhaupt

Karte 12, Rückseite

Schiller, F.

Flaubert,G.

Tiedge

Die Erwartung; 1 p22:Still hebt der M sein strah

lend Angesicht,/Die Welt zerschmilzt in ruhig

große Massen;/Der Gürtel ist von jedem Reiz gelöst,/U

alles Schöne zeigt sich mir entblößt.//

Novembre;II p485:Le soleil jetait un dernier(ra

yon)adieu derrière les collines confundues,les

lumières des maisons s’allumaient dans la vallée,et

la lune,l’astre de la rosée,l’astre des

pleurs,commencait à se découvrir d’entre les

nuages et à montrer sa pâle figure.

Urania II 349:Da schwimmt der Halbm hin, u Aether

lüfte fächeln/Um seiner goldnen Stirn,von Dämmrung

sanft umgraut./Er ist in diesem Ernst das

schöne,stille Lächeln,/Womit die Nacht sich selbst

in ihrer Hohheit schaut./

226


Karte 13, Vorderseite

Mond: als Auge

Passerat,J.

Solger,K.W.F.

A la lune: O bel œil de la nuict...//Dis, lune

au front cornu,as tu vu quelquesfois/Une ame

qui d’amour fust si fort tourmentée?

Ästhetik III 2;p269:Das Symbol wird durch die

Metapher ausgedrückt,in welcher der Begriff

mit seiner besondern Darstellung zugleich in

e i n e n Gedanken verbunden ausgesprochen wird

Nennt man z.B.den M:das Auge der Nacht,so wird

dadurch keine bloße Ähnlichkeit ausgedrückt,

sondern A ist ein allg.Begriff,der in besonderer

Gestalt gefaßt u auf einen einzelnen Gegen

stand angewendet ist,dem Charakter des Symbols

entsprechend.-

Karte 13, Rückseite

227


Karte 14, Vorderseite

Mond: azur

Gide,A.

Voyage d’Urien; p53:Le soir tomba. Au soleil

couchant les montagnes parurent d’opale. Il en

arriva de nouvelles;elles apportaient des algues

laminées,fines et longues comme des chevelures;on

croyait des sirènes captives; puis

ce fut un réseau;la lune à travers apparut, comme

une méduse au filet,comme une holothurie(See

gurke)nacrée,puis dégagée,nageant dans l’air

libre,la lune se fit azurée.

Karte 14, Rückseite

228


Karte 15, Vorderseite

Mond: als Ballon

Miller,H.

Wendekreis d Krebses;p324:(am Tag)wie ein geplatzter

Ballon

Karte 15, Rückseite

229


Karte 16, Vorderseite

Mond: der Betrachtung günstig

Mond:Gedankenfreund

Plinius

Nat.hist.II 9,41:den genia contemplativa heilig

Karte 16, Rückseite

230


Karte 17, Vorderseite

Mond: von Bewohnern verlassene Welt

Chateau-

Promenade dans Rome,au clair de lune;Oeuvres (Pabriand

ris 1838)XIII p57:Rome sommeille au milieu des ces

ruines.Cet astre de la nuit,ce globe que l’on suppose

un monde fini et dépeuplé,promène ses pâles

solitudes au-dessus des solitudes de Rome; il éclaire

des rues sans habitants,des enclos,des places,des

jardins,où il ne passe personne,des monastè

res où l’on n’entend plus la voix des cénobites,de

cloîtres qui sont aussi déserts que les portiques

du Colisée.

Karte 17, Rückseite

231


Karte 18, Vorderseite

Mondfarbe: blass

Droste,A.v. Gethsemane 1,5: p.318

Bonaventura Nachtwachen XIV p.125

Günther,Ch. Schreiben an Leonore; p.27

- Als er seinem harten Schicksal nachdachte;

Strophen p.137

Wieland,C.M. Klelia u.Sinibald IX 250: bl.Licht

Gryphius,A. Morgensonett, p20:Diane steht erblaßt

- Cardenio II p122:die bleiche Cynthia

Baudeliare,Ch. Spleen de Paris XXXVIII p289sq: Puis (la

lune)s’étendit sur toi avec la tendresse

souple d’une mère,et elle déposa ses

couleurs sur ta face.Tes prunelles en

sont restées vertes, et tes joues extra

ordinairement pâles.

- Essence du rire; p988: le Pierrot (anglais)

n’était pas ce personnage pâle com

me la lune (De bureau comme Pierrot)

Karte 18, Rückseite

Lenau,N.

Schlegel,F.

Musil,R.

Hypochonders Mondlied ; II p81: Als Knabe

schon konnt’ ich nicht schauen/zum stillen

blassen Mond empor,/Dass nicht ein wunderliches

Grauen/Mir heimlich das Gebein durchfror.

Lucinde;p66:In süßer Ruhe schlummert der kin

dliche Geist u der Kuß der liebenden Göttin

erregt ihm nur leichte Träume...Erstnachdem

der Reiz des äußern Lebens,durch ein innres

Echo vervielfältigt u verstärkt,sein ganzes

Wesen überall durchdrungen hat,schlägt er das

Auge auf,frohlockend über die Sonne, u erinnert

sich jetzt an die Zauberwelt,die er im

Schimmer des blassen Mondes sah.

MoE I 73;p315:Gerda blickte atemlos zum Fenst

er hinaus auf den M;sie hatte ihre Hand noch im

mer in der seinen(Ulrich)liegen,der M lag als

bl,häßlicher Fleck am Himmel(Tag), u gerade

dieses unscheinbare Dasein gab dem phantastischen

Weltabenteuer(M als Eiskugel),als dessen

Opfer sie in irgendeiner Gefühlsverbindung

sich selbst empfand,schlichte Alltags-

232


Karte 19, Vorderseite

Mondfarbe: blass 2

Musil

wahrheit.

- MoE II 46;p1089:Sie lagen gewöhnlich im Garten auf

zwei großen Liegestühlen,die sie immer der Sonne

nachschleppten;diese Frühsommersonne schien zum

millionstenmal auf den Zauber,den sie alljährlich

anrichtet; u Ulrich sagte da manches,das ihm gerade

durch den Kopf ging u sich behutsam rundete wie

der M,der jetzt ganz b u ein wenig schmutzig war,

o auch wie eine Seifenblase;

Eichendorff Ahnung u Gegenwart II 13;II p140:Sie (Romana)schie

n ihm bei dem Menschimmer,der durch das offene Fen

ster auf ihr Gesicht fiel,totenblaß,eine Art von

seltsamer Furcht befiel ihn da auf einmal vor ihr u

dem ganzen(Bergschlosse)Feenschlosse,er gab ihr

schnell eine gute Nacht

Karte 19, Rückseite

233


Karte 20, Vorderseite

Mondfarbe: blassgold

Hofmannsthal,H.v. Terzinen über Vergänglichkeit III 2

Karte 20, Rückseite

234


Karte 21, Vorderseite

Mondfarbe: blau

(Dürrenmatt, F.

Proust, M.

Es steht geschrieben; K II p1o6: Dein Licht

ist kühl u.b. über den Dächern u. Wällen!

D.Blinde; KII p157: d.Mond ein bl. Stein

Guermantes I; II p84: Et derrière une tentu

re je surpris seulement un petit cabinet

qui... me regardait avec effroi de son œil

debœuf rendu bleu par le le clair de lune.

- La Prisonnière; III p4o7: Je lui (Albertine)

recitai des vers ou des phrases de prose

sur le clair de lune, lui montrant comment

d’argenté qu’il ´ était autrefois, il était

devenu bleu avec Chateaubriand, avec le Vic

tor Hugo d’Eviradnus et de la Fête chez Thérè

se, pour redevenir jaune et métallique avec

Baudelaire et Leconte de Lisle. Puis, lui

rappelant l’image lui figure le croissant

de la lune à la fin de Booz endormi, je lui

récitait toute la pièce.

Karte 21, Rückseite

Gautier

(Hebbel

Maupin 4; p114: quoique je ne visse rien que la lueur

bleue de la lune, il me semblait être entouré

d’une population de fantômes inconnus et adorés,

et je ne me sentais pas seul, bien qu’il n’y eût

plus que moi sur la terrasse.

's ist Mitternacht; 1 p38: 's ist Mitternacht!/Der

Eine schläft, der Andre wacht./Er schaut beim ben

Mondenlicht/Dem Schläfer still in’s Angesicht;/

Drin tut ein böser Traum sich kund,/Wie seltsam

zuckt er mit dem Munde!/

(- Vater u Sohn; II p40: Der M ergießt sein bes Licht/

Durch eine Wolke schwach,/Es trifft ein blasses

Kindergesicht,/Das Knäblein schlich such nach//

(bei Mordversuch des Sohnes am Vater)

235


Karte 22, Vorderseite

Mondfarbe: bläulich

Tieck, L.

Gautier, Th.

Runenberg; II p59: Wie eine dunkele Nacht mit Wol

kenvorhängen fiel es in sein Inneres hinein, er

suchte nach seinen vorigen Gefühlen, nach jener

Begeisterung u unbegreiflichen Liebe (zu Bergfrau),

er beschaute die kostbare Tafel, in welcher

sich der untersinkende M schwach u bläulich

spiegelte.-

Maupin 14; p325: La lune en cet instant-là vint do

nner précisement sur la fenêtre; un pâle rayon

plongeau dans la chambre et éclaira d’une lueur

bleuâtre notre groupe taciturne.

Karte 22, Rückseite

236


Karte 23, Vorderseite

Mondfarbe: bleich

Droste, A.V. Spiritus familaris I 13,6; p.741

Trakl, G.

Meyer, C.F.

Ossian

Schiller, F.v.

Dürrenmatt, F.

Brentano, C.

Gryphius, A.

Stadler, E.

Novalis

Gautier, Th.

Das Herz; I p.180 (Plural)

La Blanche Nef; p874

In: Werther, p131: bleiches Gesicht

Bild zu Sais; 1 p2o9: b silberblau

Romulus III; p123: b wie d. Wintermond

Starenberg; III p134

Cardenio II p122: Die bleiche Cynthia

Mysterium der Nacht; II p167: Siehe der

M sprüht über euch/ bleichen, süssen

Laut der Stille...

Ofterdingen I 9; I p297: der Mond stand

hoch am Himmel. Lieber Eros’, sagte Ginnistan,’

wir müssen eilen, daß wir zu meinnem

Vater kommen... Siehst du wohl sein

bl abgehärmtes Gesicht?

Maupin 14; p325: La lune en cet instant-là vint do

nner précisement sur la fenêtre; un pâle rayon

plongeau dans la chambre et éclaira d’une lueur

bleuâtre notre groupe taciturne.

Karte 23, Rückseite

Lenau, N.

Hypochonders Mondlied; II p80: Sehr ihr ihn

dort hinüberschweben,/ Bleich, ohne Wasser./

ohne Luft

- Schilflieder V; Ip105: Auf dem Teich, dem regungslosen,/Weilt

des Mondes holder Glanz,/

Flechtend seine bleichen Rosen/In den Schilfes

grünen Kranz.

- Die nächtliche Fahrt; II p39: Am Himmel zieht

der bl M verdrossen/Den Wolkenmantel zu, als

ob er fröre- (Winternacht)

Novalis

Ofterdringen I 1; I p200: "Erzählt uns doch jenen

seltsamen Traum“, sagte der Sohn,- "Ich

war eines Abends“, fing der Vater an, „umhergestreift.

Der Himmel war rein, u der M bekleidete

die alten Säulen u Mauern mit seinem bl.

schauerlichen Lichte...“

Hebel, J.P. Hausfreund; Altwegg I p264: Oder wenn der Mond

einmal b u mager, ein andermal rund u voll durch

die Nacht spaziert, er weiß wieder n, wo das

237


herrührt (geneigert Leser).

238


Karte 24, Vorderseite

Mondfarbe: bleich 2

Spee, F.v.

Gide, A.

Trauergesang von der Not Christi am Ölberg in

dem Garten; p65: Es war der liebe Gottessohn,/

Sein Haupt ha er in Armen,/Viel weiß u bleicher

als der Mon,/einm Stein es möcht erbarmen.

Nourritures terrestres I 2; p158: Ah! Comme j’ai

donc respiré l’air froid de la nuit, ah! croisées

et, tant les pâles rayons coulaient de la lune,

à cause des brouillards, comme des sources-on

semblait boire

- Voyage d’Urien; p35: Puis comme la lune passait

je m’écrirai: -Si je suis triste pour elle, c’est à

cause de sa pâleur.-La reine alors: -Qu’est-ce

que cela vous fait? me dit-elle. Et cela me parut

soudain tellement égal que je fus bien for

cé d’en convenir.

Proust, M.

Demi-vierges I 5; p136: D’un viel merveilleusement

pur le soir tombait, lent comme un crépuscule

d’été. Et un large croissant de lune, déjá,

Karte 24, Rückseite

crépuscule sa pâ-

Chateaubriand

Verlaine, P.

Chateaubriand

mêlait à la pâleut de ce

leur argentée.

René; p133: La nuit, lorsque l’aquilon ébralait

ma chaumière, que les pluies tombaient en torrent

sur mon toit, qu’à traverser ma fenêtre je vo

yais la lune sillonner les nuages amorcelées,

comme un pâle vaisseau qui laboure les vagues,

il me semblait que la vie redouablait auf fond de

mon cœur, que j’autrais eu la puis/sance de créer

des mondes

Le rossignol (Poèmes saturniens) p74: Et dans

la splendeur triste d’une lune/Se levent blafar

de et solennelle, une/Nuit mélancolique et lourde

d’été,/Pleine de silence et d’obscurité,/Berce

sur l’azur qu’un vent doux effleure/L’arbre

qui frissonne et l’oiseau qui pleure.///

Atala; p98: La lune prêta son pâle flambeau à

cette veille funèbre (Beerdigung). Elle se leva

au milieu de la nuit, comme une blanche vestale

qui vient pleurer sur le cercueil d’une compagne.

Bientôt elle répandit dans les bois ce grand secret

de mélancolie qu’elle aime à raconter aux

239


Karte 25, Vorderseite

Mondfarbe: bleich 3

Chateaubriand

Musset, A.d.

Tieck, L.

Grillparzer

vieux chènes et aux rivages antiques de mers.

Fantasio I 2; p920: F: (envie d’aimer) quelque bel

le fille toute ronde comme les femmes de Miéris;

quelque chose de doux comme le vent d’ouest, de

pâle comme les rayons de la lune;

Runenberg; II p56: Jetzt traten sie ins Freie, u das

Licht des Mes, der oben mit seinen Hörnern über

der Bergspitze stand, begrüßte sie freundlich: in

unkenntlichen Formen u vielen gesonderten Massen

die der bl Schimmer wieder rätselhaft vereinigte,

lag das gespaltene Gebirge vor ihnen, im Hintergrunde

ein steiler Berg (R), auf welchem uralte

verwitterte Ruinen schauerlich im weißen Lichte

sich zeigten.

Sappho I 3; 2 p115: Phaon: U wenn wir mann der Wolke

n Flockenschnee,/Des Zephius lauer Hauch, der Be-

Karte 25, Rückseite

rge Duft,/ Des bl Mes silberweißes Licht/In eins

verschmolzen um die Stirne floß,/Dann warst du

mein, dann fühlt’ ich deine Nähe,/U Sapphos Bild

schwamm in den lichten Wolken!/

240


Karte 26, Vorderseite

Mondfarbe: bleich 3

Balzac, H.

Flaubert

Gautier

Musil

Hoffmann

L’Auberge rouge; IX p968: La lune ayant jeté sa pâle

carté sur cette scène, lui permit de voir faible

ment les objets dans la chambre

Novembre II p485: Le soleil jetait une dernier adieu

derrière les collines confondues, les lumières

des maisons s’allumaient dans la vallée, et la lune,

l’astre de la rosée, l’astre des pleurs, commencait

à se decouvrir d’entre les nuages et à

montrer sa pâle figure

Maupin9 ; p203: la lune amoureuse le lève de meilleure

heure pour te baiser de ses pâles lèvres

d’argent, car elle a abandonné son berger pour

toi;

MoE I 73; p314: Gerda war ihm (Ulrich) gefolgt u su

chte im Sonnenhimmel den bl M: "Siehst er na aus wie

eine Eisscheibe?“ fragte Ulrich. "Das ist nicht

Beleuchtung!

Das Majorat; 2 p66: wie damals heulte der Seewind

in tiefen Orgeltönen herüber, es knatterte u pfiff

Karte 26, Rückseite

Carus

Corneille

Kafka

schauerlich durch die Bogenfenster, u der M warf

sein b Licht gerade auf die geheimnisvolle Wand, an

der sich das Kratzen vernehmen ließ. Ich glaubte

Blutflecke daran zu erkennen.

Erdleben X; p2o2: In tiefer Finsternis würde das

All erscheinen neben den tausend einzelner, scharf

glänzender Sterne, die Sonne selbst würde auf die

sem tief dunkeln Grunde eine fürchterliche, uns

eren Augen unerträgliche Wirkung hervorbringen,

ui der M in seinem ben reflektierenden Lichte könnte

die Erdennacht nur auf eine unerfreuliche Weise

erleuchten (ohne Atmosphäre).

Médee IV 1 p594:M: Ces herbes ne sont pas d’une ve

rtu commune:/Moi-même en les cueillant je fis pâlir

la lune,/Quand, les cheveux flottaints, les br

as et le pied nu,/J’en dépouillai jadis un climat

inconnu./

8.Oktavheft: Hochzeitsvorbereitungen; p161: Öde

Felder, öde Fläche, hinter Nebeln das bleiche Gr

ün des Mondes.

241


Karte 27, Vorderseite

Mondfarbe: bleich 4

Seneca

Lautré

amont

Nat. quaest. VII 21.1 (Warum auch Kometen Sterne sin

d?) Dic tu mihi prius quare luna dissimillium soli

lumen accipiat, cum accipiat a sole; quare modo

rube.

at, modo palleat: quare lividus illi et ater color

sit

cum conspectu solis exluditur.

Maldoror II; p114: Là, dans un bosquet entouré de fl

eurs, dort l’hermaphrodite, profondément assoupi

sur le gazon, mouillé de ses pleurs. La lune a déga

gé son disque de la masse des nuages, et caresse av

ec ses pâles rayons cette douce figure adolescente.

Karte 27, Rückseite

242


Karte 28, Vorderseite

Mondfarbe: bronzen

Frisch, M.

Stiller6; p238 (New York abends). U weit draussen,

im Osten, steigt der bronzene M empor, eine

gehämmerte Scheibe, ein Gong, der schweigt...

Karte 28, Rückseite

243


Karte 29, Vorderseite

Mondfarbe: blutrot

Heym, G. Mond 1, 1

Borges, J.L.

Apokalypsis

Quevedo, F.de

Brentano, C.

Dürrenmatt, F.

Gide,A.

La luna: la luna singrente de Quevedo;

Borges und ich, p68

6;12: und der Mond ward wie Blut

Memoria immortal de don Pedro Girón,

duque de Osuna, muerto en la prisón

Fanferlieschen; III p983

Es steht geschrieben; K II p111: Blutige

Nacht! B.M! Du schreckliche Fackel des

Sieges! (über die Wiedertäufer)

El Had: p350: Oh! Si le vent m’emportait

sur ses ailes, à l’autre bord de cette mer

embrasée./Oh! que ce soit où la saignante

lune, berger du ciel, avant de pâtre

va se laver.

Karte 29, Rückseite

Flaubert

Poe

Hebbel

Stifter

Salammbô I; I p753: La lune, couleur de sang, resplendissait

dans un cercle pâle (mystische Szene)

House of Usher; p144: Suddenly there shot along

the path a wild light, and I turned to see whence

a gleam so unusual could have issued; for the vast

house and its shadows were alone behind me. the radiance

was that of the fulll, setting, and blood

red moon which now shone vividly through that once

barely-discernible fissure of which I have before

spoken as extending from the roof of the building,

in a zigzac direction, to the base. While I

gazed, the fissure rapidly widened-there came a

fierce breath of the whirlwind-the entire orb

of the satelite burst at once upon my sight-

Tagebuch, no.3840; IV p800: Traum: der be M, alle

Sterne dicht um ihn im Kreis zusammengedrängt,

wie sich fürchtend, grauerliches Bild.

Brigitta I; II p198: Endlich ging ein bes Stück M

auf, u in seinem schwachen Lichte stand auch schon

das schlanke Gerüste (Galgen) auf der (Erde) Haide

244


Karte 30, Vorderseite

Mond: dämmert

Goethe

Stella II;11 p160:Stella:O wenn ich manchmal von

Gedanken in Gedanken sinke,freundliche Träume

der Vergangenheit vor meine Seele bringe,hoffnungsvolle

Zukunft ahne,u so in des Mondes Dämmerung

meinen Garten auf u ab walle;dann mich’s auf einmal

ergreift!ergreift,daß ich allein bin;verge

bens nach allen 4 Winden meine Arme ausstrecke,

den Zauber der Liebe vergebens mit einem Drang,

einer Fülle ausspreche,daß ich meine,ich müßte

den M herunter ziehen - u ich allein bin,keine

Stimme mir aus dem Cebüsch antwortet,u die Sterne

kalt u freundlich über meine Qual herabblinken

- ib.V p184:Stella:ich will hinaus in die weite Welt!...Verbannt

aus deiner Schöpfung!wo du,heiliger

Mond,auf den Wipfeln meiner Bäume dämmerst,

wo du mit furchtbar lieben Schatten das Grab meiner

holden Mina umgibst, soll ich n mehr wandeln?

Karte 30, Rückseite

245


Karte 31, Vorderseite

Mond: als Edelstein

Sartre

Baudelaire;p148:Froideur et pâleur se confondent.

Le blanc est la couleur du froid,non pas seulement

parce que la neige est blanche,mais surtout parce

que cette absence de couleur manifeste assez bien

l’inféconditéet la virginité.C’est purquoi la lune

devient l’emblème de la frigidité;cette pièrre

précieuse,isolée dans la ciel,tourne vers nous

ses steppes crayeuses,fait tomber sur la terre,

pendant les froids de la nuit,une lumière blanche

qui tue ce qu’elles éclaire.

Karte 31, Rückseite

246


Karte 32, Vorderseite

Mond: als Ei(dotter)

Mondfarbe:gelb

Hugo

Notre-DameXI 1;I p400:Ah!dit Gringoire,voici

là-bas le logis Barbeau-Tenez,maître,regardez,

ce groupe de toits noirs qui font des angles singuliers,là,au-dessous

de ce tas de nuages bas,filandreux,barbouillés

et sales,où la lune est tout

écrasée et répandue comme un jaune d’oeuf dont la

coquille est cassée.

Apollinaire Les fiançailles;Alcools p144;C’est la lune qui

cuit comme un oeuf sur le plat/

Rühmkorf

Verliere-Lied;Kunststücke p63:Mit Jux u Hammer

beschäftigt,/ein sentimentalischer Stier -:/bei[m]

Dotter des Mes bekräftigt,/bei dem Gras unterm

Baum,vor der Tür;//

Karte 32, Rückseite

247


Karte 33, Vorderseite

Mond: als Fackel

Ch[ate]ubriand

Atala;p98:La lune prêta son pâle flambeu à cet

te vieillée funèbre(Beerdigung).Elle se leva au

milieu de la nuit,comme une blanche vestale qui

vient pleurer sur le cercueil d’une campagne.

Bientôt elle répandit dans les bois ce grand secret

de mélancolie,qu’elle aime raconter au vieux

chènes et aux rivages antiques des mers.

Karte 33, Rückseite

248


Karte 34, Vorderseite

Mond: feucht

cf.Sterne:feucht

Sonne:feucht

Stadler,E.

Freundinnen; II p226:in schwülen Nächten

wenn der M den feuchten/flaumweichen Leib

schauernd im Wasser kühlt

- ibid.227sq:Unter deinen Füßen/scheint

rings der E[s]trich von Musik zu schwellen/

im feuchten Duft des Mondes der mit hellen/Glanzlichtern

dich umgi[es]st.

Hoffmann,E.T.A.

Das Majorat;2 p54:vorzüglich aber lag in dem

Blick der dunklen Augen(Baronesse)ein unbeschreiblicher

Zauber,wie feuchter Mstrahl gi

ng darin eine schwermütige Sehnsucht auf;so

wie in ihrem holdseligen Lächeln ein ganzer

Himmel voll Wonne u Entzücken.

- Der Sandmann;2 p28:Nun(mit Fernrohr)erschau

te Nathanael erst Olimpias wunderschön geform

tes Gesicht.Nur die Augen erschienen ihm gar

seltsam starr u tot.Doch wie er immer schärfer

u schärfer durch das Glas hinschaute,war

es,als gingen in Olimpias Augen feuchte Mon-

Karte 34, Rückseite

desstrahlen auf.Es schien,als wenn nun erst die

Sehkraft entzündet würde;immer lebendiger u leben

diger flammten die Blicke(Subjekt belebt Totes).

249


Karte 35, Vorderseite

Mond:regiert Frau

Beer-Hofmann

Graf v.Charolais II;p111:Präsident:Entwöhnt ward

nur der Mann;das Weib,es darf/noch immer träumen an

der Erde Brüsten,/dem Werden nah.Noch n entlassen

aus/geheimnisvollen alten Unverträgen,/dem selben

Nachtgestirne unterworfen,/das auch dem Meer befie

hlt,wird sie von jedem/erfüllten Mondeslauf, mit Blut

u Schmerzen,/-wie eine säum’ge Priesterin- gemahnt,/was

hier ihr Amt!

Karte 35, Rückseite

250


Karte 36, Vorderseite

Mond: freundlich

Goethe, J.W.v.

Novalis

Tieck,L.

Herbstgefühl;I p170: Euch(Trauben) kühlet

des Mondes/Freundlicher Zauberhauch

Ihr Herz und Kuß;I p520:Der Mond,der dort

voll Freundlichkeit/Sich sonnt,so hell und

klar,/Ist mir noch eins so lieber heut,/Als

er mir sonst wohl war,// ...Sie gab mir heut

von ohngefährt/Ihr Herz und einen Kuß.// /

Runenberg;II p56:Jetzt traten sie ins Freie,

u das Licht des Mes,der oben mit seinen Hörnern

über der Bergspitze stand,begrüßte sie

freundlich:in unkenntlichen Formen u vielen

gesonderten Massen,die der bläuliche Schimmer

wieder rätselhaft vereinigte,lag das gespaltene

Gebirge vor ihnen,im Hintergrunde

ein steiler Berg(R),auf welchem uralte verwit

terte Ruinen schauerlich im weißen Lichte

sich zeigten.

Karte 36, Rückseite

251


Karte 37, Vorderseite

Mond als Gedankenfreud

Mond:Betrachtung

Klopstock,F.g. Die frühen Gräber 1,3

Karte 37, Rückseite

252


Karte 38, Vorderseite

Mond(licht): geisterhaft, zauberhaft

cf.Mond:synth.

Zauber[er]

Trakl,G.

Meyer,C.F.

Proust,M.

Wieland,C.M.

Goethe,J.W.v.

Proust,M.

Goethe,J.W.v.

Baudelaire,Ch.

Die Ratten;I p.41: geisterhaft

La Blnache Nef; p874: Geisterschein

Swann I,I p7: échelle enchantée

Hexameron; XXIX p3: Zauberlicht

Stratus;II p[1]83:Der Mond,als ein Gespenst

Gespenster bildend scheint.

JF; I p489: clair de lune: dématérialise

Herbstgefühl; I p170: Euch (Trauben)

kühlet des Mondes/Freundlicher Zau

berhauch

Confession; p44: cette lune enchantée

(la pleine lune ainsi qu’une médaille

neuve)

Karte 38, Rückseite

Novalis

Proust,M.

Mérimée,P.

Ofterdingen I 1;I p200:“Erzählt uns doch jenen

seltsamen Traum“,sagte der Sohn.-„Ich war

eines Abends“,fing der Vater an,“umhergestreift.Der

Himmel war rein, u der M bekleidete die

alten Säulen u Mauern mit seinem bleichen schauerlichen

Lichte...“

La Fugitive;III p480:le clair de lune, dématérialisant

la terre,la faisant paraître à deux

pas céleste,comme elle n’est,pendant le jour,

que dans les lointains

Djoûmane;Nouvelles II p311:La lune se levait com

me nous nous mettions en route.Le ciel était

pur,mais du sol s’élevait un petit brouillard

blanc,rasant la terre,qui semblait couverte

de cardes de coton.Sur ce fond blanc la lune

lançait de longues ombres,et tous les objets

prenaient un aspect fantastique.Tantôt je cro

yais voir des cavaliers arabes en vedette:en

m’approchant,je trouvais des tamaris en fleur

;tantôt je m’arrêtais,croyant entendre des

coups de vanon de signal:Wagner me disait que

c’était un cheval qui courait.W

253


Karte 39, Vorderseite

Mond : geisterhaft, zauberhaft 2

Hoffmann

Das Majorat;2 p47:Nun saß ich allein in dem hohen,

weiten Rittersaal.Das Schneegestöber hatte zu

schlackern,der Sturm zu sausen aufgehört,heitre

Himmel war’s geworden,u der helle Vollm strahlte du

rch die breiten Bogenfenster,alle finstre Ecken

des wunderlichen Baues,wohin der düstre Schein

meiner Kerzen u des Kaminfeuers n dringen konn

te,magisch erleuchtend...Aus den großen Gemälden...sprangen

in Holz geschnitzte Tier- u Menschen

köpfe hervor,den gemalten Leibern angesetzt,so

daß,zumal bei der flackernden,schimmernden Beleu

chtung des Feuers u des Mes,das Ganze in graulicher

Wahrheit lebte.

Hebbel

Der Tanz;2 p102:U als sie das Wort(Teufel)nur gesprochen

hat,/Im schwarzen Gewand ein Jüngling si

ch naht:/Er sieht so kalt,so gespenstisch darein,/

Gleichwie in der Nacht des Mondes Schein.//

Karte 39, Rückseite

Keller

Hugo

Romeo u Julia auf dem Dorfe;p130:Vrenchen:“Hör

st du n etwas tönen,wie ein schöner Gesang u ein

Geläute?““Es ist das Wasser,das rauscht!Sonst

ist alles still.““Nein,es ist noch etwas anderes,

hier,dort hinaus,überall tönt’s!““Ich glaube,

wir hören unser eigenes Blut in unsern Ohren rauschen!“Sie

horchten ein Weilchen auf diese einge

bildeten o wirklichen Töne,welche von der großen

Stille herrührten o welche sie mit den magisch

enWirkungen des Mlichtes verwechselten,welche

nah u fern über die weißen Herbstnebel wallte,wel

che tief auf den Gründen lagen.

Notre-Dame XI 1;I p401:L’homme s’arrêta,se tou

rna vers elle(Esmeralda),et leva sa carapoue.-

Oh!bégaya-t-elle pétrifiée,je savais bien que

c’était encore lui!C’était le prêtre.Il avait

l’air de son fantôme.C’est un effet du clair de

lune.Il semble qu’à cette lumière on ne voie que

les spectres des choses.

254


Karte 40, Vorderseite

Mondfarbe: gelb

Krolow, K.

Heym, G.

Trakl, G.

Fische; Gesammelte Gedichte, p28

Spitzköpfig kommt er: Und schleppt

seine gelben Haare nach (der Mond)

Helian II p86: vergilbte Monde

Dürrenmatt, F. ES steht geschrieben; K II 1o7: Du bist

gelber Honigkuchen vom Himmel!

- ibid. p110: du Mond, mit dem gelben

Bart unter dem Kinn

Hofmannsthal, Tod des Tizian; I p62: Und alle Früchte,

H.v.

schweren Blutes, schwollen/Im gelben

Mond und seinem Glanz, dem vollen/Und

alle Brunnen glänzten seinem Ziehn./

- Leben; I p12: gelber warmer Mond

Proust, M.

La Prisonnière; III p4o7: Je lui (Alberti

ne) recitait des vers ou des phrases de

prose sur le clair de lune, lui montrant

comment d’argenté qu’il était autrefois

Karte 40, Rückseite

il était devenu bleu avec Chateaubriand, avec

le Victor Hugo d’Eviradnus et de la Fête chez

Thérèse, pour redevenir jaune et métallique

avec Baudelaire et Leconte de Lisle. Puis, lui

rappelant l’image lui figure le croissant de

la lune à la fin de Booz endormi, je luirécitait

toute la pièce.

Shelley Queen Mab : Fairy: Those who had looked upon

the sight,/Passing all human glory,/Saw not

the yellow moon,/Saw not the mortal scene,/

Heard not the night-wind’s rush,/Hard not an

earthly sounnd,/Saw but the fairy pageant,/

Heard but the heavenly strains/That filled

the lonely dwelling.-/

Baudelaire

La lune offensée; p174: Sous ton domino jaune,

et d’une pied clandestin,/Vas-tu, comme jadis,

du soir jusqu’au matin,/Baiser d’Endymion les

grâces surannées?//

Borges, J.L. El Hambre; I p262: Tú que a Chatterton diste la

muerte en la bohardilla/Entre los falsos códices

y la luna amarilla.//

255


Karte 41, Vorderseite

Mondfarbe: gelb 2

Hölderlin

Stifter

Griechenland III, V 32 sqq. Denn lange schon steht

offen/Wie Blätter, zu lernen, o Linien u Winkel/

Die Natur/U gelber die Sonnen u Monde/

Brigitta I ; II p198sq: Ich blickte hin (Galgen). Es

standen zwei/Säulen, u darauf war ein Querbalken.

So ragte es in das ge Mlicht empor.

Karte 41, Rückseite

256


Karte 42, Vorderseite

Mondfarbe: golden

Proust, M.

Borges, J.L.

Swann I; I p146: lune d’or

La Luna: una hoz que era de oro; p70

Proust, M.

Guermantes I; II p177: comme si nous approchons

notre regard de la lune et qu’

elle cesse de nous paraître de rose et

d’or, sur ce visage (Rachel) tout à l’heu

re je ne distinguais plus que de protubérances,

des taches, des fondrières.

- SuG II ; II p633: La lune était maintenant

dans le ciel comem le quartier d’oran

ge pelé délicatement quoique un peu en

tamé. Mais elle devait quelques heures

plus tard être faite d l’or le plus résistant.

Blottie toute seule derrière

elle, une pauvre petite étoile allait

servir d’unique compagne à la lune soli

taire, tandis que celle-ci, tout en pro

tégant son amie, mais plus hardie et al

lant de l’avant, brandirait comme une

Karte 42, Rückseite

arme irréstible et comme un symbole oriental,

son ample et merveilleux croissant d’or.

Musil, R.

Der Erwecke I NzL p22: Gott hat mich gewecke-

Ich bin aus dem Schlaf geschossen. Ich hatte

gar keinen anderen Grund aufzuwachen. Ich bin

losgerissen worden wie ein Blatt aus einem

Buch. Die Msichel liegt wie eine goldene Augenbraue

auf dem blauen Blatt der Nacht.

Tieck, L. Aufzug der Romanze; I p418: Chor der Krieger: Ü-

ber die Berge, über die Bäume/Schwebt des Mes

goldner Flimmer,/Durch den Wald senkt sich der

Schimmer,/Drin erwachen zarte Träume./ Geister

schweifen sacht/Durch die grüne Nacht/ Im Wal

Ovidius

de.//

Met.II 722: Quantp splenditor quam cetera sidera

fulget/Lucifer et quanto te, Lucifer, aurea

Phoebe:/tanto virginibus praestenatior omnibus

Herse/ibat eratque decus pompae comitumque

suarum./

- ib.X 446: Myrrhas Zauberei: Tempus erat, quo

cuncta silent, interque triones/flexerat obliquo

plaustrum temone Bootes:/ad facinus

257


Karte 43, Vorderseite

Mondfarbe: golden 2

Ovidius

Tieck, L.

venit illa suum. fugit aurea cælo/luna, tegunt

nigra latitantia sidera nubes:/ nox caret igne

suo.

Die Freunde; II p40: Wohlgerüche gaukelten, u klei

ne Vögel sangen Schlaflieder. Im Traume dünkte

ihm, als sei der Garten umher verändert, die gro

ßen Bäume waren abgestorben, der goldne M war

aus dem Himmel herausgefallen u hätte eine trü

be Lücke zurückgelassen.

- Genoveva; 1 p206: Wolf: Der Himmel war von allen

Wolken rein./Ein dunkles Blau umzog die Silbersterne,/U

in der Mitte hing der goldne M;/(dann

drohendes Omen: um die Scheibe/Lag weit umher

ein Meer, sowie von Blut,/Recht dunkelrotes

Blut u zum Entsezten.

- ib.1. p232: Golo: So wank’ich fort im goldnen Menscheine,/Indes

die Sterne freundlich oben flim

mern,/Will ich auch gern an diesem Felsen (Sire.

nen=Liebe) stranden./

Karte 43, Rückseite

Tieck

Genoneva; I p233: Sah ich das G des Mes zwischen

Zweigen,/So war mein Herz mit Wonne ganz erfüllt-

/Dies fühl’ ich jetzt in mir zurückekommen./

- ib.p234: G: Wie die (Lauten) Töne (Golos) sich entzünden/In

des Mes goldnem Schweigen,/

- ib. Golo: Mag doch M nun untergehen,/Willst du nur

so hold noch sprechen,/Wird uns Schimmer n gebre

chen,/Bleibt der Mglanz golden stehen./

- ib. 267: Golo: Um Mondschein zittern Wölkchen angeschwommen,/Daß

goldner Strahl mit ihren freund

lich kose/

- ib.268: Die Lilien stehn, wie träumend in dem Grünen,/Die

Rosen, von dem goldnen M beschienen,/Erwecken

sich u rauschen mit leisem Geflüster/

- ib.269: Die goldensten Mstrahlen schmeichend niedersteigen,/Um

Euer (Genoveva) holdes Haupt die

Glorie zu flechen./Euch dient Natur mit allen ih

ren Mächten./

Tiedge

Urania II 349: Da schwimmt der Halbm hin, u Aether

258


Karte 44, Vorderseite

Mondfarbe: golden 3

Tiedge

lüfte fächeln/Um seine goldne Stirn, von Dämmrung

sanft umgraut./

Karte 44, Rückseite

259


Karte 45, Vorderseite

Mond: Gondel

Droste-Hülshoff

Durchwachte Nacht 8,3; p275:Silberg

Karte 45, Rückseite

Mond: Silbergondel

Droste,A.v. Durchwachte Nacht 8,3; p.275

260


Karte 46, Vorderseite

Mond: Gong

Frisch, M.

Stiller6;p238:(New York abends)U weit draussen,imOsten,

steigt der bronzene M empor,eine

gehämmerte Scheibe,ein G,der schweigt...

Karte 46, Rückseite

261


Karte 47, Vorderseite

Mondfarbe: grau

Trakl, G.

Im Winter ; I p.38.

- Romanze zur Nacht; I p.31 (?)

Verlaine, P.

Mandoline (Fêtes galantes p40)://Leuns

(Tircis, Aminte, Clitandre, Damis) cour

tes vestes de soie,/Leurs longues robes

à queues,/Leurs longues robes

à queues,/Leur élégance, leur joie/

Et leurs molles ombres bleues//Tourbillonent

dans l’extase/D’une lune

rose et grise,/Et la mandoline jase/

Parmi les frissons de la brise.///

Karte 47, Rückseite

262


Karte 48, Vorderseite

Mondfarbe: grauweiss

Jacobsen

Lyhne p170:Der M war klarer geworden, an viel, u

warf

vorsichtiges, ges Licht über die stillen Fahrzeuge

im

Hafen, über den Wirrwarr von Dachvierecken u weißen,

dunkeläugigen Giebeln des Orts.

Karte 48, Rückseite

263


Karte 49, Vorderseite

Mondfarbe: grün

Stadler, E. Freundinnen; II p223: Und da die Nacht, aus

goldnen Wolken sank/und grün der Mond sich

hob von dunklen Bäumen

- ibid. p.226: aus Nacht u Duft schält leuchtend

sich ein Leib-/ein weisses nacktes wun

dervolles Weib-/grün liegt das Mondlicht

auf den starren Zügen...

Baudelaire, Ch. Spleen de Paris XXXVII p289 sq: Puis elle (la l)

s’étendit sur toi avec la tendresse souple

d’une mère, et elle déposa ses couleurs sur ta

face. Tes prunelles en sont restées vertes,

Nietzsche0

et tes joues extraordinairement pâles.

Z IV: Das Lied der Schwermut; p333: Bei abgehell

ter Luft, /Wenn schon des Monds Sichel/Grün

zwischen Purpurröten/U neidisch hinschleicht:/-dem

Tage feind/

Kafka 8.Oktavheft: Hochzeitsvorbereitungen p161:

Öde Felder, öde Fläche, hinter Nebeln das blei

Karte 49, Rückseite

che Grün des Mondes./

264


Karte 50, Vorderseite

Mond : hell

Mörike, E.

An Wilhelm Hartlaub;I p161:Durchs Fenster schien

der helle M herein;/Du saßest am Klavier im

Dämmerschein,/Versankst im Traumgewühl der Me

lodien,/

- Die Hand der Jezerte;I p537:(sie)schaute durchs

Fenster herab in die Gärten,da der M h hereinschien,

Fouqué,F.

Undine VII;p43:U[:]“Das ist das Ende vom Liede u

von(der)ganzen Hochzeitsabend.-Nein,das ist es

n,sagte der von Liebe berauschte Ritter,löschte

die Kerzen u trug seine schöne Geliebte unter

tausend Küssen,vom Me,der h durch die Fenster

hereinsah,anmutig beleuchtet,zu der Brautkammer

h[in]ein.

Eichendorff Ahnung u Gegenwart I 4;II p30:der M schien außer

ordentlich hell.

- ib.III 18;II p186:Die Sonne war lange untergegan-

Karte 50, Rückseite

Eichendorff

gen, der M schien h über die Wälder.

ib.III 2[3];II p239:In der Nacht konnt ich n

schlafen,

ich stand auf u zog mich völlig an.Es war alles

still,nur die Wetterhänhe knarrten im Hofe,der

Mond schien sehr hell.

265


Karte 51, Vorderseite

Mond : hehr

Goehte

Annalen 1818;30 p315sq:Ein wundersamer Zustand

bei hehrem Mschein/brachte mir dsa Lied“Um Mitternacht“,welches

mir desto lieber u werter ist,

da ich n sagen könnte,woher es kam u wohin es

wollte.

Karte 51, Rückseite

cf.Einsamkeit

Melancholie:treibt in Einsamkeit

Schiller,F. Zusammenhang;11 p65:

266


Karte 52, Vorderseite

Mond: heilig

Goethe

Stella V;11 p184:Stella:ich will hinaus in die

weite Welt!Wohin?Ach wohin?-Verbannt aus deiner

Schöpfung!wo du,h M,auf den Wipfeln meiner Bäume

dämmerst,wo du mit furchtbar lieben Schatten das

Grab meiner holden Mina umgibst,soll ich n mehr

wandeln?

Karte 52, Rückseite

267


Karte 53, Vorderseite

Mond: als Horn

Lenau,N.

Das Dilemma; II p113: Ha! zwischen des Gespannes

Hörnern leuchtet/Das Horn des Mondes,

scheinbar eingefangen/

Schiller,F.v. Vergleichung(Frau Ramlerin u der M)II p53:

Der M prunkiert auf sein Paar Silberhörner,/

U dieses macht er schlecht;/Sie sieht sie an

Herrn Ramler gerner,/U darin hat sie Recht.//

Novalis

Karte 53, Rückseite

Ofterdingen I 9;I p298: (Der Mond)ergriff sein

großes H und stieß mit voller Macht hinein.

268


Karte 54, Vorderseite

Mond: kalt

Sonne : warm

Trakl,G. Geburt; I p.138

- Traum und Umnachtung; I p.162

Baudelaire,Ch.

Spleen de Paris XXXVI p289: Mais elle

fait plus volontiers penser à la lune

(qu’à un soleil noir)...; non pas la lune

blanche des idylles,qui ressemble

à une froide mariée,mais la lune sinistre

et enivrante...

- Le revenant; p62:Et je te donnerai,ma

brune,/Des baisers froids comme la lune/Et

des caresses de serpent/Autour

d’une fosse rampant.//

Johannes v.Tepl

Karte 54, Rückseite

Ackermann p19, 14 Tod:So wenig du der

Sonne ihr Licht, dem M seine Kälte,dem

Feuer seine Hitze,oder dem Wasser seine

Nässe nehmen kannst,so wenig kannst

du Uns Unserer Macht berauben!/

Mallarmé

Sartre

Hebbel

Calderón

Nala et Damayantî;p631:L’astre aux rayons ardents,qui

féconde la terre et l’astre à l’éclat froid

qui filtre par la nuit,les vents,sans déméure au

monde:qu’ils consument ma vie sie jamais j’accomplis

l’acte indigne de toi.

Baudelaire;p148:Froideur et pâleur se confondent.Le

blanc est la couleur du froid,non pas seule

ment parce que la neige est blanche,mais surtout

parce que cette absence de couleur manifeste assez

bien l’infécondité et la virginité.C’est pourquoi

la lune devient l’emblème de la frigidité;

cette pierre précieuse,isolée dans la ciel,tourne

vers nous ses steppes crayeuses,fait tomber

sur la terre,pendant les froids de la nuit,une

lumière blanche quie tue ce qu’elle éclaire.

Der Tanz;2 p102:U als sie das Wort(Teufel) nur

gesprochen hat,/Im schwarzen Gewand ein Jüngling

sich naht:/Er sieht so kalt,so gespenstisch dar

ein,/Gleichwie in der Nacht des Mondes Schein.//

Autos;Aguilar III p1506:Luna-pálida tez,lóbrega

y fria/

269


Karte 55, Vorderseite

Mond:kalt 2

Werner

Wanda IV;p245:Ludmilla:Der M schaut auch hernieder/So

traurig u so k!/Du kannst wohl auch n weinen

,/Du starres Leichenhaupt;/Suchst trostlos auch

(wie ich)den Deinen,den dir die Nacht geraubt?!/

Karte 55, Rückseite

270


Karte 56, Vorderseite

Mond: keusch

Wieland,C.M. Idris und Zenide IV 62:Dianas k.Licht

- Sylvio II 6;V p98:k.Luna (nur Göttin)

- ibid.II 6;V p102:wohlthtiges Licht

der keuschen Göttin

Schiller,F. Fiesco II 16;3 p217:Fiesco(zu Mohr):Eben

der Lombellino ist der Hauptschlüssel

zu allen Tollheiten Dorias.Gleich

morgen früh musst du hingehen(zu Dirne)

Vielleicht ist er heute Nacht dieser k

euschen Luna Endymion.

Chateaubriand Atala;p98:La lune prêta son pâle flambeau

à cette veillée funèbre(Beerdigung

.Elle se leva au milieu de la nuit,comme

une blanche vestale qui vient pleurer

sur le cercueil d’une compagne.Bientôt

elle répandit dans les bois ce grand

secret de mélancolie,qu’elle aime à raconter

aux vieux chènes et aux rivages

antiques des mers.

Karte 56, Rückseite

Gasquet,J.

Meyer,C.F.

Il y a une volupté dans la douleur;p72:La chair tra

nslucide des choses nimbe et mêle les apparences

(Dämmerung).D’entre leurs racines,l’idée des ar

bres s’évapore.Comme un soleil plus chaste la lunu

illumine la mer.

Erntenacht(Staiger:Interpretation p269):Wann de

Föhn zu Nächten schwül/Indem reifen Korne weht,/

Mondensichel keusch u kühl/An dem reinen Himmel

steht.//Schreitet Nacht mit Schnittergang/Eine Sichel

in der Hand/U ein leiser Sichelklang/Geht prophetisch

über Land.///

271


Karte 57, Vorderseite

Mond: als Krone

Dürrenmatt,F.

Es steht geschrieben; K II p66: Eine

schmale Sichel, die Krone für mein Haupt

Karte 57, Rückseite

Diamant an Treue

Hartmann von Aue

Armer Heinrich 62: stæter triuwe

ein adamas

272


Karte 58, Vorderseite

Mond: kühl

Nietzsche

Z IV:Das trunkene Lied 2;p353: Aber immer noch

rührte er sich n von der Stelle:da wurde es noch

stiller u heimlicher,u alles horchte,auch der

Esel,u Zs Ehrentiere,der Adler u die Schlange,

insgleichen die Höhle Zs u der große k M u die

Nacht selber.

- ib.5;p355:Der M ist k,der Wind schw[ei]gt.

Meyer,C.F.

Karte 58, Rückseite

Erntenacht(Staiger:Interpretation p269):Wann

der Föhn zu Nächten schwül/In dem reifen Korne

weht,/Mondensichel keusch u kühl/An dem reinen

Himmel steht.//

273


Karte 59, Vorderseite

Mondfarbe: karmesinrot

Gide, A.

Poe, E.A.

El Hadj; p35o: Quand la nuit revint; je m’appro

chai de nouveau de la tente et quand au-dessus

du désert surgit la lune cramoisie:/O nuit!

grande nuit!... m’écrirai je;

Silence; p112: And, all at once, the moon arose th

rough the thin ghastly mist, and was crimson in

colour. And mine eyes fell upon a huge grey rock

which stood by the shore of the river, and was li

ghted by the light of the moon. And the rock was

grey, and ghastly, and tall,- and the rock was gr

ey. Upon its front were characters engraven in th

e stone; and I walked through the morass of water

lilies, until I came close unto the shore, that I

might read the characters upon the stone. But I

could not decipher them. And I was going back into

the morass, when the moon shone with a fuller red

and I turned and looked again upon the rock, and

upon the characters;- and the characters were

DESOLATION.

Karte 59, Rückseite

274


Karte 60, Vorderseite

Mondfarbe: kupfern

Fontane

Effi Briest 6; p71: Effi... richtete sich jetzt auf

u sah nach rechts hinüber, wo der M, unter weißem,

aber rasch hinschwindem Gewölk, eben aufgegangen

war. Kupferfarben stand die große Scheibe hin

ter dem Erlengehölz u warf ihr Licht auf die brei

te Wasserfläche, die die Kessine hier bildete...

Effi war wie benommen.“aber was es war (in Italien)

n so gespenstig. Woran liegt es nur? Ist es doch

das Nördliche?“

Karte 60, Rückseite

275


Karte 61, Vorderseite

Mond: Lampe

Droste,A.v.

Proust,M.

O Nacht! p357: O Nacht,du goldgesticktes Zelt!

/O Mond,du Silberlampe!/Das du die ganze Welt

umhüllst,/Und die du allen leuchtest.//

SeG II;II p964:Je ne pus retenir un cri d’admiration

en voyant la lune suspendue comme un

lampion orangé à la voûte de chênes qui partait

du château(La Raspalière).

Karte 61, Rückseite

Mond: Silberlampe

Droste,A.v. O Nacht! 1,2; p.357

276


Karte 62, Vorderseite

Mond: Leiche

Sonne:Leiche

Werner,Z.

Wanda IV;p245:Ludmilla:Der M schaut auch hernie

der/So traurig u so kalt!/Du kannst wohl auch n wei

nen,/Du starres Lnhaupt;/Suchst trostlos auch

(wie ich)den Deinen,/Den dir die Nacht geraubt?!/

Karte 62, Rückseite

277


Karte 63, Vorderseite

Mondfarbe: leichenfarben

George, S. Jahr der Seele 118

Karte 63, Rückseite

278


Karte 64, Vorderseite

cf.Planeten

Nachahmung

Mond: borgt das Licht der Sonne

Mond:spiegelt Sonne

Spiegelmetaphern/M

Schiller,F.v.

Novalis

Karte 64, Rückseite

Vergleichung; II p52:Frau Ramlerin befiehlt,

ich soll sie wem vergleichen;/Ich sinne nach

u we[i]ss n,wem u wie,/Nichts unterm M will mir

ein Bildnis reichen-/Wohl!mit dem M vergleich

ich sie.//Der M schminkt sich u stiehlt der S

Strahlen,/Tut auf gestohlen Brot sich wunderviel

zu gut./Auch sie gewohnt,ihr Nachtgesicht

zu malen,/U kokettiert mit einer Büchse Blut.//

Ofterdingen I 5;I p252:Der M stand in mildem

Glanze über den Hügeln,u ließ wunderliche Träu

me in allen Kreaturen aufsteigen.Selbst wie ein

Traum der S,lag er über der in sich gekehrten

Traumwelt,u führte [d]ie in unzählige Grenzen

geteilte Natur in jene fabelhafte Urzeit zurück,wo

jeder Keim noch für sich schlummerte,

u einsam u unberührt sich vergeblich sehnte,

die dunkle Fülle seines unermeßlichen Daseins

zu entfalten.

Goethe,J.W.v.

Morungen

Leonardo Vinci

Empedokles

Chateaubriand

Gross-Coptha I 3; 9 p10:Graf:Was sind die

Haupttugenden der Weiber?-1.Mädchen:Geduld

u Gehorsam.-Graf:Was ist ihr Sinnbild? 2.Mädchen:Der

Mond.-Graf:Warum?-Marquise:Weil er

sie erinnert,das sie kein eigen Licht haben,

sondern dass sie allen Glanz vom Manne erhalten.

MF 124,35sqq:ich muoz iemer dem gelîche spên,/

als der mâne, der sînen schîn/ von des sunnen

schîn enpfêt;/alsô kument mir dicke/ir wol liehten

ougen blicke/in mîn herze,dâ sie vor mir

gêt.

Codex Arundel 28r(RK 2 p69)O(entweder)la luna

ha lume de sè o no.S’ell’ha lume da sè,perchè

non risplende sanza l’aiuto del sole? E s’ella

non ha lume da sè,necessità la fa specchio sperico.

wie ein Echo wird das L der S vom M zurückgeworfen

Atala;p39:Les souvenirs de l’amour dans le coeur

d’un vieillard sont comme les feux du jour réfléchis

par l’orbe paisible de la lune,lorsque

le soleil est couché,et que le silence plane sur

les huttes des Sauvages.

279


Karte 65, Vorderseite

Mond:borgt Licht der Sonne 2

Flaubert

Salammbô [X],I p907:elle(S)se répandait en bénédictions

sur l’astre fertile et doux.A la fin,il

(Shahabarim)s’écria:-Non!non!elle tire de l’

autre toute sa f[]condité!Ne la vois-tu pas vagabondant

autour de lui comme une femme amoureuse

qui court après un homme dans un champ?

Jünger,E.

Strahlungen I p385:Paris,26.8.1942:Gespräche

über die Platenschen Gedichte,deren Schönheit

sie(Doctoresse)dem starren Glanz des Mondlichtes

verglich,dem Licht aus zweiter Hand.Der Eros

leuchte im Widerschein.

Shakespeare Timon of Athens IV 3;V p423:The sun’s a thief,and

with his great attraction/Robs the vast sea;the

moon’s an arrant thief;/And her pale fire she

snatches from the sun;/The sea’s a thief,whose li

quid surge resolves/The moon into salt tears...

Nabokov,V.

Pale Fire,comm.39sq;p58(Conmals Shakespeare-

Übersetzung von Kinbote zurückübersetzt):The s

Karte 65, Rückseite

Shakespeare

Goethe

Lohenstein

Sarte

sun is a thief:she lures the sea/and robs it.The

moon is a thief:/he steals his silvery light from

the sun./The sea is a thief:it dissolves the

moon.)

Timon of Athens IV 3;V p[4]13:As the moon does,by

wanting light to give:/But then renew I could

not like the moon;/There were no suns to borrow

of.

Iphigenie III 3, 1321sqq;12 p54:Iph:Du liebst,Diane,deinen

holden Bruder/Vor allem,was dir Erd’ u

Himmel bietet,/U wendest dein jungfräulich Angesicht/Nach

seinem ew’gen Lichte sehnend still./

O laß den einz’gen,spätgefundnen mir/N in der Fin

sternis des Wahnsinns rasen!/

Cleopatra IV 125sqq:Canidis:Si selbst C die Keyserin

der Mohren/Hat bei so hartem Fall n allen Rath

verlohren;/Si andre Zinthie geht weit dem Monden

für//Nun si/O Sonne(Augustus)/borg’t ihr fruchtbar

Licht von dir.(Cynthia=Artemis).

Baudelaire;p148:la lune, avec sa clarté d’emprunt,

et cette opposition constante au soleil qui l’éclai

re,est un symbole passable du Baudelaire satanique,éclairé

par le Bien et rendant le Mal.

280


Karte 66, Vorderseite

Mond:borgt das Licht der Sonne 3

Plutarch

De fac.28,942 :Wenn die drei Teile(Körper,Seele,

Geist)zusammengefügt werden,liefert die Erde de[m]

Körper,der Mond die Seele,die Sonne die Denkkraft

für die Entstehung des Menschen,so wie sie auch

dem Monde das Licht leiht.

Feuerbach Gedanken über Tod und Unsterblichkeit 1 1830,p122

squ:O Tod!ich kann mich n loswinden von der süßen

Betrachtung Deines sanften,mit meinem Wesen so innig

verschmolzenen Wesens!Spiegel meines Geistes,

Abglanz meines eigenen Wesens!Aus dem Bruche u der

Trennung der einfältigen Einheit der Natur mit sich

selber ist der bewußte Geist auferstanden, ist dieses

allgemeine sich selbst schauende Licht hervorgebrochen,u

wie der M mit dem Lichte der S glänzt,

so spiegelst Du in Deinem milden Scheine nur das

brennende Sonnenfeuer des Bewußtseins wieder.

Cicero

Karte 88, Rückseite

Nat.deor.II 40,103:Balbus:Luna uatem...eam lucem

quam a sole accepit mittit in terras

Cicero

De re publ.VI 16:ex quibus(stellis)erat ea minima

,quae ultima a cae[lo],citima a terris luce lucebat

aliena.

- ib.17:in infimoque orbe Luna radiis Solis accensa

convertitur.

281


Karte 66, Vorderseite

Mond/lunatisch

Montaigne

Goethe

Baudelaire

Essais III 5 p860:Ne semble ce pas estre une humeur

lunatique de la Lune,ne pouvant autrement

jouyir de Endymion,son migon,l’aller endormir

pour plusieurs mois,et se paistre de la jouissance

d’un garcon qui ne se remuoit qu’en songe.

Faust II 1 4959;14 p15:Astrolog:Die keusche Lu

na launet grillenhaft;/

Spleen de Paris XXXVII:Les bienfaits de la Lune;

p290:Et c’est pour cela,maudite chère enfant

gâtée,que je suis maintenant couché à tres pieds,

cherchant dans toute ta personne le reflet de

la redoutable Divinité,de la fatidique marraine,

de la nourrice empoi sonneuse de tous les l u-

n a t i q u e s.

Karte 66, Rückseite

282


Karte 67, Vorderseite

Mondfarbe: milchig

Stadler, E.

Karte 67, Rückseite

Freundinnen; II p222: Vom Park her flutet

ununterbrochen ein breiter milchweisser Strahl

glitzernden Mondlichts ins Gemach.

283


Karte 68, Vorderseite

Mond: Majestät, König

Droste,A.v. Spiritus familiaris I 13,p741:bleiche M

Novalis

Ofterdingen I 9;I p298:Er saß auf seinem Silberthron/Allein

mit seinem Harm/

- ibid.der alte König

Karte 68, Rückseite

Mond: bleiche Majestät

Droste,A.v. Spiritus familiaris I 13,6; p.741

284


Karte 69, Vorderseite

Mond: matt

Fontane

Effi Briest 19;p250:Der Schneefall hatte schon

seit ein paar Stunden aufgehört,die Luft war frisch,u

auf das weite dunkelnde Meer fiel der matte

Schein der Mondsichel.

Karte 69, Rückseite

285


Karte 70, Vorderseite

Mond: beherrscht Melancholie

Mond:traurig,melanchol.

Shakespeare Antony and Cleopatra IV 9;V p241:Enobarbus:Be

witness to me,O thou blessed moon,/When men revolted

shall upon record/Bear hateful memory,

poor Enobarbus did/Before thy face repent(Verrat

an Anton).../...O sovereign mistress of true

melancholy,/The poisonous damp of night disponge

upon me,/That life,a very rebel to my will,/May

hang no longer on me:throw my heart/Against the

flint and hardness of my fault;/Which,being dri

ed with grief,will break to powder,/And finish

all foul thoughts.

Chateaubriand René;p123:tantôt la lune,se levant dans un ciel

pur,entre deux urnes cinéraires à moitié brisées(in

Rom oder Griechenland),me montrait les pâles

tombeaux.Souvent,aux rayons de cet astre qui

alimente les rêveries,j’ai cru voir le génie des

souvenirs assis tout pensif à mes côtés.

Karte 70, Rückseite

286


Karte 71, Vorderseite

Mond: metallisch

Proust,M.

Laforgue,J.

La Prisonnière;III p407:Je lui(Albertine)reci

tai des vers ou des phrases de prose sur le clair

de lune,lui montrant comment d’argenté qu’il

était autrefois,il était devenu bleu avec Cha

teaubriand,avec le Victor Hugo d’Eviradnus et

de la Fête chez Thérèse,pour redevenir jaune

et métallique avec Baudelaire et Leconte de

Lisle.Puis,lui rappelant l’image qui figure

le croissant de la lune à la fin de Booz endormi,je

lui récitai toute la pièce.

Oeuvres I p216:Climat,faune et flore de la Lune:Etangs

aveugles,lacs ophthalmiques,fontai

nes/De Lêthé,cendres d’air,déserts de porcelaine,/Oasis,solfatares,cratères

éteints,/

Arctiques Sierras,cataractes l’air en zinc,/

Hauts plateaux crayeux,carrières abandonnée

s,/Nécropoles moins vieilles que leurs graminées,/Et

des dolmens par caravnes/

Karte 71, Rückseite

287


Karte 72, Vorderseite

Mond: mild

Kleist,H.v. Schrecken im Bade, p.1006: m.Schein

Goethe,J.W.v. Faust II 2, 7032

Dürrenmatt,F. Herkules 11;K II p410: Es gelingt mir

nur selten, ein Mensch zu sein, wie jetzt

im m.Licht des Mondes (Herkules)

Novalis

Ofterdingen I 5;I p252:Der M stand in mil

dem Glanze über den Hügeln,u ließ wunder

liche Träume in allen Kreaturen aufsteigen.

Hebbel

Der Vesuv;IX p227:Nachher ging der M auf

u brachte durch sein mes,unschuldiges Licht

einige Versöhnung in die düstre Szene,

die ein ergreifendes Vorspiel jenes letzten

Zeitmoments abgab,wo die Erde sein

wird,wie dieser Berg,kahl u öde,u den Ele

menten zur völligen Zerstörung überantwortet.

Brentano,C. Erklärung der Sinnbilder;2 p1054:Ange

sicht des milden Mondes

Karte 72, Rückseite

288


Karte 73, Vorderseite

Mond: Münze, Médaille

Baudelaire,Ch. Confession, p.43: médaille neuve

Brecht,B.

Dreigroschenoper: Penny

Karte 73, Rückseite

289


Karte 74, Vorderseite

Mond: Nugget

Rühmkorf,P.

Bocks-Gesang 6,3; p.38 Kunststücke

Karte 74, Rückseite

290


Karte 75, Vorderseite

Mond: silberne Null

Rühmkorf,P. Kunststücke: Variation auf Klopstock

„Dem Erlöser“ 7,4; p.83

Karte 75, Rückseite

291


Karte 76, Vorderseite

Mond: Orange

Proust,M.

SuG II;II p633: La lune était maintenant dans

le ciel comme un quartier d’orange pelé délicatement

quoique un peu entamé. Mais elle devait

quelques heures plus tard être fraite de

L’or le plus résistant.

Karte 76, Rückseite

292


Karte 77, Vorderseite

Mondfarbe: orange

cf.Mond: Orange

Proust, M..

SeG II; II p964: Je ne pus retenir un cri

d’admiration en voyant la lune suspendue comme un

lampion orangé à la voûte de chêmes qui partait du

château.

Karte 77, Rückseite

293


Karte 78, Vorderseite

Mondfarbe: perlengrau

Chateaubriand Atala; p36: La lune brillait au milieu d’un azur

sans tache, et sa lumière gris de perle descendait

sur la cime indéterminée des forêts.

Karte 78, Rückseite

294


Karte 79, Vorderseite

Mondfarbe: purpurn

Trakl, G.

Heym, G.

Flaubert, G.

Karte 79, Rückseite

Verwandlung des Bösen; I p129: Ein Toter besucht

dich. Aus dem Herzen rinnt das selbstvergossene Blut

u in schwarzer Braue nistet unsäglicher Augenblick;

dunkle Begegnung. Du - ein purpurner M, da jener im

grünen Schatten des Ölbaums erscheint Dem folgt

unvergängliche Nacht.

Mond: Den blutrot dort der Horizont gebiert,/Der aus

der Hölle großen Schlünden steigt,/Sein Purpurhaupt

mit Wolken schwarz verziert,/Wie um der Götter Stirn

Akanthus schweigt,//

Bovary II 12; I p506: La lune, toute ronde et

couleur de purpre, se levait à ras de terre, au fond

de la prairie. Elle montait vite entre les branches

des peupliers, qui la cachaient de place en place,

comme un rideau noir, troué. Puis elle parut,

élégante de blancheur, dans le ciel vide qu’elle

éclarait; et alors, se ralentissant, elle laissa

tomber sur la rivière une grande tache,

qui faisait une infinité d’étoiles, et cette luneur

d’argent semblait s’y tordre jusqu’au fond à la

manière d’un serpent sans tête couvert d’écailles

lumineuses.

295


Karte 80, Vorderseite

Mond: als Rad

Flaubert

Sa[l]ammbô III;I p782:Luisante et ronde, tu frôles

la cime des monts comme la roue d’un char.

Karte 80, Rückseite

296


Karte 81, Vorderseite

Mond:Reflexion-in-sich der Nacht

Tiedge

Urania II 349:Da schwimmt der Halbm hin,u Aetherlüfte

fächeln/Um seiner goldnen Stirn,von Dämmrung

sanft umgraut./Er ist in diesem Ernst das schöne

stille Lächeln,/Womit die N sich selbst in ihrer

Hohheit schaut./

Karte 81, Rückseite

297


Karte 82, Vorderseite

Mondfarbe: rosenfarben

Proust, M.

Guermantes I;II p154: Legrandin: „Pendant que vous

irez à quelque five o’clock, votre vieil ami sera

plus heureux que vous, car seul dans un faubourg, il

regardera monter dans le ciel violet la lune rose.“

- ibid.II p177: Comme si nous approchons notre regard

de la lune et qu’elle cesse de nous paraître de rose

et d’or, sur ce visage si uni (de Rachel) tout à

l’heure je ne distinguais plus que de protubérances,

des taches, des fondrières.

- Swann II;I p236: Parfois, en voyant, de sa victoria,

dans ces belles nuits froides, la lune brillante qui

répandait sa clarté entre ses yeux et les rues

désertes, il pensait à cette autre figure claire et

légèrement rosée comme celle de la lune... (Odette)

Karte 82, Rückseite

Verlaine, P.

Mandoline (Fêtes galantes p40): Leurs (Tircis,

Aminte, Clitandre, Damis) courtes vestes de

soie,/Leurs longues robes à queues,/Leur élégance,

leur joie/Et leurs molles ombres

bleues//Tourbillonent dans l’extase/D’une lune rose

et grise,/Et la mandoline jase/Parmi les frissons de

la brise.//

298


Karte 83, Vorderseite

Mondfarbe: rot

Büchner, G.

Goethe,J.W.v.

Proust, M.

Horatius

Dürrenmatt,F.

Stadler, E.

Woyzeck, p172sq: wie ein blutig Eisen

Faust II 2, 7918: Ins Düstre rötet sich sein Feuer

JF II; I p804: soleil rouge et rond comme la lune

(abends)

Serm.I8, 35: videres/Lunamque rubentem / net foret

his testis, post magna latere sepulcra.

(Geisterbeschwörung)

Es steht geschrieben; K II p66: Ihr alten Länder

unterm roten Mond ! (Bockelso

Das Mädchen spricht; II p212: als die Sommernacht

wie Gold/zwischen den Zweigen hing und alle

Blumen/wie Flammen in den roten Vollmond glühten

(Liebe)

- Schloss im Herbst; II p207: Durch düstre

Turmkronen...läuft der Sturm in Nächten/wenn der

r.Vollmond/funkend zwi-

Karte 83, Rückseite

Gide, A.

Goethe

schen grauen Wolken liegt

ibid.und der rote Mond / webt seltsam um das glühe

Laub der Eschen und / der Schlinggewächse

Voyage d’Urien;p29:La nuit est devenue brûlante;les

matelots et les faux chevaliers sont allés retrouver

les femmes, et la pensée de leurs embrassements nous

a tourmentés cette nuit,car elle était vaiment trop

amoureuse.Une lune énorme et rougie s’est levée de

parmi les vagues,et a promené son reflet sur la mer

déja lumineuse.Dans le sillage de la lune des

barques brunes ont passé,regagnant les côtes.

Faust I 3851sq; 12 p167:Wie traurig steigt die

unvollkommne Scheibe/Des roten Monds mit später Glut

heran,/U leuchtet schlecht, daß man bei jedem

Schritte/Vor einen Baum, vor einen Felsen rennt!/

299


Karte 84, Vorderseite

Mondfarbe: rot 2

St.Pierre

Verlaine,P.

Frische,M.

Paul et Virginie p86:La nuit même (vor Orkan)

n’apportoit aucun rafraîchissement à l’atmosphère

embrassée.L’orbe de la lune rouge tout, se

levoit,dans un horizon embrumé,d’une grandeur

démesurée (In V wird aus Freundschaft Liebe).

L’heure dur berger(Saturniens) ;p73:La lune est

rouge au brumeux horizon ;/Dans un brouillard qui

danse la prairie/S’endort fumeuse ,et le grenouille

crie /Par les joncs verts où circule in frisson;//

Gantenbein;p144:Er erinnert sich :Rot ist das Blut

,rot ist die Farbe des Alarms ,die Farbe bei

Sprengungen beispielsweise ,r ist der Mund der

Frische ,der M u die Sonne bei Aufgang u Untergang

,r ist das Feuer, das Eisen im Feuer ,manchmal ist

die Erde r u der Tag hinter geschlossenen Lidern rot

sind Lippen ,rot ist ein Kopftuch auf den

Karte 84, Rückseite

Ovidius

Arnim,A.v.

Hebbel

braunen u grünen u grauen Landschaften von Corot ,r

sind die Wunden ,der Mohn , die Scham u der Zorn,

vieles ist r ,der Plüsch im Theater ,die Hagebutten

,der Papst,die Tücher beim Stierkampf ,der Teufel

soll r sein,u R erwacht aus Grün , ja R ist die

Farbe vor allen Farben - für Gantenbein.

Met .IV 329sqq : pueri rubor ora notavit/(nescit

enim, quid amor) ,sed et erubuisse decebat./hic

color aprica pendentibus arbore pomis/ aut ebori

tincto est aut sub candore rubenti ,/cum frustra

resonant acra auxiliaria,lunae ./

Isabella ;p7:Bella (streckte)schon den lieben,

vollen ,dunkelgelockten Kopf mit den glänzenden

,schwarzen Augen zum Schieber hinaus in den Schein

des vollen Mondes ,der glühend wie ein

halbgelöschtes Eisen aus dem Duft u den Fluten der

Schelde eben hervorkam, um in der Luft immer heller

wieder aus seinem Innern heraus zu glühen.

Gyges V; VI p158 :Thoas:Es bliebe alles (nach

Revolte)/Wie jetzt ,ich meine ,was mich selbst

betrifft,/Denn das ist unser Sklaven Glück, daß uns/

300


Karte 85, Vorderseite

Mondfarbe: rot 3

Hebbel

Keller

Ein roter M am Himmel wenig kümmert/

Romeo u Julia auf dem Dorfe ;p124 :Als es gänzlich

dunkel war ,wollte der Wirt (Paradiesgärtlein)keine

Lichter anzünden ,da er behauptete, der Wind lösche

sie aus ,auch ginge der Vollm sogleich auf u für das

,was ihm diese Herrschaften einbrächten ,sei das

Mondlicht gut genug .Diese Eröffnung wurde mit

großem Wohlgefallen aufgenommen ;die ganze

Gesellschaft stellte sich an die Brüstung des

luftigen Saales u sah dem Aufgange des Gestirnes

entgegen, dessen Röte schon am Horizonte stand

;...Das seltsame Licht machte alle vertrauter ,

- ibid .p133:u als die Morgenröte aufstieg, tauchte

zugleich eine Stadt mit ihren Türmen aus dem

silbergrauen Strome.Der untergehende Mond,rot wie

Gold ,legte eine glänzende Bahn den Strtom hinauf ,u

auf dieser kam das Schiff langsam überquer gefahren.

Karte 85, Rückseite

Seneca

Hugo

Nat.quaest.VII 27.1(Warum auch Kometen Sterne

sind?)Dic tu mihi prius quare luna dissimillimum

soli lumen accipiat,cum accipiat a sole;quare modo

rubeat,modo palleat ;quare lividus illi et ater

color sit, cum conspectu solis excluditur.

Hand d’Islande 37;I p112:(Marsch der Aufständischen)

la lune rougeátre se leva au milieu d’un amas froid

de nuages qui déroulaient qutour d’elle leurs formes

bizarres avec une mobilité fantastique

301


Karte 86, Vorderseite

Mond: sanft

Büchner,G.

Die Nacht; p427: sanftes Silberlicht

Bonaventura Nachtwachen XIV p125: sanftes Antlitz

Brentano,C. Godwi I; II p117: sanfter Freund

- ibid.II 2;II p233:Der s.M.(gießt)den

milden Tag der Liebe u des innern stillen

Treibens im Herzen über (die Wipfel

des Waldes).

Baudelaire,Ch. Chanson d’après-midi; p58: Et puis tu

mets sur mon coeur/Ton œil doux comme

la lune.

Wieland,C.M. Welt unschuldiger Menschen; XXX p125;So

sangen sie mit abwechselnden Stimmen(d

Lob Gottes).Der s M stand wie entzückt

am azurnen Himmel

Tieck,L.

Aufzug der Romanze;I p407:U sie(Glaube

u Liebe)gingen durch die Welt hin,/Lie-

Karte 86, Rückseite

be wie die Sonnenstrahlen,/Wie des Mes sanfte

Lichter/Schien der Glaube durch die Tale./

Goethe WMW III 5;20 p96sq:In der klarsten sanftesten M-

nacht,wie sie nur in hohen Gebirgszügen obwaltet,saß

die Familie mit/ihren Gästen vor der

Haustüre

Balzac,H.

El Verdugo;IX p866:Le scintillement des étoiles

et la douce lumière d e la lune éclairaient

une vallée déclicieuse qui se déroulait coquettement

à ses(Victor Marchant)pieds.

302


Karte 87, Vorderseite

Mondfarbe: scharlachfarben

Borges,J.L. A un viejo poeta; Borges u.ich, p78

Karte 87, Rückseite

furor poeticus

Isidor v.Sev. Etymologiae VIII 7

303


Karte 88, Vorderseite

Mond: Schäfer (der Wolken) (der Sterne)

Brentano,C. Radlauf; III p90: alle Wölkchen wären

Lämmer, und der Mond ein Schäfer..

- Myrtenfräulein; III p319:Der Mond,der

Sternenhirte/auf klarem Himmelsfeld

Flaubert

Salammbô III;Ip782:“Où donc vas-tu?Pourquoi

changer tes formes,perpétuelle

ment?Tantôt mince et recourbée,tu gli

sses dans les espaces comme une galère

sans mâture,ou bien au milieu des étoil

es tu ressembles à un pasteur qui garde

son troupeau.

Karte 88, Rückseite

304


Karte 89, Vorderseite

Mond(licht) :schauerlich

Novalis

Ofterdingen I 1;I p200:“Erzählt uns doch jenen

seltsamen Traum“,sagte der Sohn.-„Ich war eines

Abends“,fing der Vater an,“umhergestreift.

Der Himmel war rein,u der M bekleidete die alten

Säulen u Mauern mit seinem bleichen sch Lichte“

Tieck,L.

Runenberg;II p56:Jetzt traten sie ins Freie,u

das Licht des Mes,der oben mit seinen Hörnern ü-

ber der Bergspitze stand,begrüßte sie freundlich

in unkenntlichen Formen u vielen gesonderten Massen,die

der bleiche Schimmer wieder rätselhaft

vereinigte,lag das gespaltene Gebirge vor ihnen,im

Hintergrunde ein steiler Berg(R),auf welchem

uralte verwitterte Ruinen sch im weißen Lichte

sich zeigten.

Karte 89, Rückseite

305


Karte 90, Vorderseite

Mond: als Scheibe

Droste

Schiller

Gethsemane;p318:Als Christus lag im Hain G/Auf

seinem Antlitz mit geschloßnen Augen,-/Die Lüfte

schienen Seufzer nur zu saugen,/U eine Quelle

murmelte ihr Weh,/Des Mes blasse Sch widersche

inend, -/Da war die Stunde,wo ein Engel weinend/

Von Gottes Trhone ward herabgesandt,/Den bittern

Leidenskelch in seiner Hand.//

Menschenfeind 7;7 p331:(Natur)laß mich deine

glückliche Blindheit mit dir teilen.Verbirg mir

in deinem stillen Frieden die Welt,die mein Wirken

empfängt.Würde der Mond seine strahlende Sch

(er)füllen,wenn er den Mörder sähe,dessen Pfad

sie beleuchten soll? -

Karte 90, Rückseite

Mond: blasse Scheibe

Droste, A.v. Gethsemane 1,5; p.318

306


Karte 91, Vorderseite

Mond: als Schiff

Chateaubriand

Réne;p133:La nuit,lorsque l’aquilon ébranlait

ma chaumière,que les pluies tombaient en torrent

sur mon toit;qu’à travers ma fenêtre je voy

ais la lune sillonner les nuages amorcelés,com

me un pâle vaisseau qui laboure les vagues,il

me semblait que la vie redoublait au fond de mon

coeur,que j’aurais eu la puis/sance de créer

des mondes.

Karte 91, Rückseite

307


Karte 92, Vorderseite

Mond: Schild

cf.Sonne: Schild

Droste,A.v. Durchwachte Nacht 12,5; p275:Silbers.

- Die Nacht; p428: Silbersch[i]ld

Karte 92, Rückseite

308


Karte 93, Vorderseite

Mond(licht):Schleier, Flor

Wieland,C.M. Sylvio II 6; V p99: Schönheiten der schlummer

nden Natur,die im dämmernden Mondschein,wie

in einem durchsichtigen Flor (Nachtgewand

von),in nachlässiger Anmuth ausgestreckt zu

liegen schien

Karte 93, Rückseite

309


Karte 94, Vorderseite

Mond: Schwester

Proust,M.

Regrets IX: sœur immortelle de ma

tristesse

Karte 94, Rückseite

310


Karte 95, Vorderseite

Mond:schwimmend

Prevost,M.

Demi-vierges I 5,p141:Par les vitres aux stores

relevés,on apercevait le parc baigné de clarté

et la lune cornue nageant dans le ciel.

Karte 95, Rückseite

311


Karte 96, Vorderseite

Mond: Sichelmond

Goethe,J.W.v. West-östl.Divan; II p.127

Proust,M.

SuG II;II p633:La lune était maintenant

dans le ciel comme un quartier d’orange

pelé délucatement quoique un peu entamé.Mais

elle devait quelques heures

plus tard être faite de l’or le plus résistant.Blottie

toute seule derrière el

le,une pauvre petite étoile allait servir

d’unique compagne à la lune solitaire,tandis

que celle-ci,tout en protégeant

son amie,mais plus hardie et allant

de l’avant,brandirait comme une arme ir

résistible et comme un symbole oriental

som ample et merveilleux croissant d’or.

Hugo,V.

Booz endormi: Le croissant fin et clair

parmi ses fleurs del’ombre(astres)Bril

lait à l’occident,et Ruth se demandait,//

Immobile,ouvrant l’œil à moitié sous

ses voiles,/Quel dieu,quel moissonneur

Karte 96, Rückseite

Meyer,C.F.

de l’éternel éte/Avait,en s’en allant,négligemment

jeté/Cette faucille d’or dans le

champ des étoiles.

Vor der Ernte; p764: Am wolkenreinen Himmel

geht/Die blanke Sichel schön,/Im Korne drunten

wogt und weht/Und rauscht u wühlt der Föhn

//Sie wandelt voller Melodie/Hochüber durch

das Land,/Frühmorgen schwingt die Schnittrin

sie/Mit sonnenbrauner Hand.

312


Karte 97, Vorderseite

Mondfarbe: silbern

Klopstock,F.G. Petrarca und Laura 2

Hölty,L.H.Ch. Die Mainacht 1 , 1

Rühmkorf,P. Variation auf Klopstock „Dem Erlöser“; Kunststücke

p.83

Shakespeare ,W. Love’s Labour’s Lost IV 3 ; p. 110 : silbvermoon

Wieland ,C.M. Musarion III ; XII p47 : Silberschimmer

Proust ,M.

Swann I; I p146 : Silbersichel

Lenau,N.

Die Waldkapelle ; I p205

Büchner,G.

Die Nacht ; p427 : sanftes Silberlicht

Borges ,J.L. La Luna : lunas de plata; BuI p68

Wieland ,C.M. Idris u.Zenide V 80: zärtlicher verführerischer

Schein d.Silbermondes

Novalis

Ofterdingen I9 ;I p298 :Er saß auf seinem

Silberthron/Allein mit seinem Harm

Karte 97, Rückseite

Dürrenmatt ,F. Es steht geschrieben ; K II p88:D.M.spannt durch den

Park ein Band von Silber zum Palast (Bockelson nimmt

Judith zur Frau)

- ibid .p111 : Der Mond ,der nun,wie er niederstürzt

,uns in seinem Silber begräbt !

Herder ,J.G. Journal meiner Reise ; SuD p301sq : stiller

silberner Mond

Baudelaire,Ch. A une Madone ; p56 : Si je ne puis , malgré tout mon

art diligent ,/Pour Marchepied tailler une Lune

d’argent (Madonna! )

Lenau,N.

Hypochonders Mondlied ; II p81 : Den Schläfern um

den Leib zu schlingen/Sucht er sein feines

Silbernetz,/Um sie zu sich hinaufzuschwingen:/Doch

seine Fäden reissen stets.

Passerat ,J. A la lune : O bel œil de la nuict , o la fille

argentée/Et la sœur du soleil et la mere des mois/

Schiller,F.v. Vergleichung ;II p53 :Der M prunkiert auf sein Paar

Silberhörner

313


Karte 98, Vorderseite

Mondfarbe: silberblau

Schiller,F.v. Bild zu Sais ; 1 p209

Karte 98, Rückseite

314


Karte 99, Vorderseite

Mondfarbe: silbern 2

Proust,M.

La Prisonnière ;III p407 :Je lui (Albertine) recitai

des vers ou des phrases de prose sur le clair de

lune ,lui montrant comme d’argent qu’il était

autrefois ,il était devenu bleu avec Chateaubriand

,avec le Victor Hugo d’Eviradnus et de la Fête chez

Thérèse ,pour redevenir jauneet métallique avec

Baudelaire et Leconte de Lisle .Puis ,lui rappellant

l’image qui figure le croissant de la lune à la fin

de Booz endormi ,je lui récitai toute la pièce.

Spee,F.v.

Anderes Lob aus den Werken Gottes ; p16 :Wer hat in

Gold - u Silberstück/Die Sonn und Mond

gekleidet?/(Gott)

Gide,A.

Nourritures terrestresIII ;p179 :Nous avons, une

nuit ,vu,du Peyrou, la mer lointaine et que la lune

argentait ;auprès de nous s’ébruitaient les cascades

du château d’eau de la ville ; des cygnes noirs

frangés de blanc nageaient sur le bassin tranquille.

Karte 99, Rückseite

Gide ,A.

Klopstock

Schiller,F.

Prevost,M.

Voyage d’Urien ;p20 :Et l’on voyait tantôt les

nuages encore mauves , tantôt la lune .Dans le

sillage argenté qu’elle faisait sur la mer calme

,les avirons creusaient des remous de lumière

;devant nous ,l’Orion passait,mystérieux, dans le

sillage de la lune.

Die frühen Gräber: Willkommen, o silberner M!/

Schöner ,stiller Gefährt’ der Nacht !/

Kabale u Liebe I 1 ; 3 p299 :Miller :Hat man’s ’nur

erst so weit im reinen,daß die Gemüter topp

machen,wutsch!nehmen die Körper ein Exempel ;das

Gesind macht’s der Herrschaft nach ,u der s M ist am

End nur der Kuppler gewesen( Parodie auf Göttinger

Hain und Klopstock?E.Schmidt).

Demi vierges I 5 ,p136 :D’un ciel merveilleusement

pur ,le soir tombait, lent comme un crépuscule d’été

.Et un large croissant de lune ,déja,mêlait à la

pâleur rouge de ce crépuscule sa pâleur argentée .

- ib.p142:Les arbres nus brodaient le rivage de leurs

linéaments noirs et rigides ,et la lune

315


Karte 100, Vorderseite

Mondfarbe: silbern 3

Prevost

criblait l’eau doucement mouvante ,la pailletait

d’argent en fusion./

Tieck,L.

Die Freunde ;II p39: Die Nachtigallen klagten mit

gedämpfter Stimme ,u ein wunderbarer M zog herauf

.Die Blüten taten sich in dem s Scheine auf , u alle

Blätter wurden vom Mondglanze angezündet, die weiten

Gänge erglühten u warfen seltsame , grüne Schatten

,rotenWolken schliefen auf den fernen Gefilden im

grünen Grase ,die Springbrunnen waren golden u

spielten hoch in den klaren Himmel hinein.

Grillparzer Kloster bei Sendomir M7 p17:Der M warf sein S über

die ruhig schlummernde Gegend u verwandelte das vor

ihnen liegende Schloß in einen schimmernden

Feenpalast.

Eichendorff Taugenichts 8;I p344 :Dabei schienen die Sterne

prächtig am klaren Firmament ,die ganze Gegen war

wie versilbert vom Mondscheine ,

Karte 100, Rückseite

Hölderlin

Hyperion I 2 ;p473 :Der ganze Himmel ist rein .Das

weiße Licht ist nur über den Äther gehaucht ,u, wie

ein silbern Wölkchen ,wallt der schüchterne M am

hellen Tag vorüber.

- ib.I 1; p443 :U wenn ich mich oft um Mitternacht das

heiße Herz in den Garten hinuntertrieb unter die

tauigen Bäume ,u der Wiegengesang des Quells u die

liebliche Luft u das Mondlicht meinen Sinn

besänftigte , u so frei u friedlich über mir die

silbernen Gewölke sich regten,u aus der Ferne mir

die verhallende Stimme der Meeresflut tönte ,wie

freundlich spielten da mit meinem Herzen all die

großen Phantome seiner Liebe!

Flaubert,G. Bovary II 12;I p506 :La lune toute ronde et couleur

de pourpre ,se levait à ras de terre ,au fond de la

prairie.Elle montait vite entre les peupliers , qui

la cachaient de place en place , comme un rideau

noir, troué .Puis elle parut, èlégante de blancheur

,dans le ciel vide qu’elle éclairait ; et alors , se

ralentissant , elle laissa tomber sur la rivière und

grandeztache , qui faisait une infini-

316


Karte 101, Vorderseite

Mondfarbe: silbern 4

Flaubert

té d’étoiles, et cette lueur d’argent semblait s’y

tordre jusqu’au fond à la manière d’un serpent sans

tête couvert d’écailles lumineuses.

- Un cœur simple III; II p604:La voile avait tourné ,

on ne vit plus personne( Schiff Victors) ;-et ,sur

la mer argentée par la lune ,il faisait une tache

noire qui pâlissait toujours ,s’enfonca,disparu

- Mémoires d’un fou XIII:Vous dirai - je jamais comme

c’était quelque chose à faire mourir d’amour que

cette nuit pleine du parfum de la mer, avec ces

vagues transparentes,son sable argentée par la

lune,cette onde belle et calme,ce ciel

resplendissant et puis ,près de moi , cette femme?

- ib.La marée commençait à redescendre , et de place

en place on voyait de grands trous pleins d’eau

argentée par la lune ,

Gautier

Karte 101, Rückseite

Maupin IX; p203: la lune amoureuse se lève de

meilleure heure pour te baiser de ses pâles lèvres

d’argent.

Lohenstein

Goethe

Cleopatra II 424sqq:Proculejus :Wie?träumt mir? seh’

ich recht? ist’s Artabazens Leiche?/Ha !du

beschimpffter Strumpf !bestürzter Mond’

entweiche//Daß dieser Greuel n dein reines S fleckt!

Faust I ,Wald u Höhle ; 3235-39 :F :U steigt vor

meinem Blick der reine M/Besänftigend

herüber,schweben mir/Von Felsenwänden ,aus dem

feuchten Busch/Der Vorwelt silberne Gestalten auf/U

lindern der Betrachtung strenge Lust./

317


Karte 102, Vorderseite

Mondfarbe: silberweiss

Grillparzer Sappho I 3;2 p115 : Phaon :Dort,an den Pulsen der

süß schlummernden Natur , /In ihres Zaubers magischmächt’gen

Kreisen,/Da breitet’ ich die Arme nach dir

(S) aus ;/U wenn mir dann der Wolken Flockenschnee

,/Des Zephyrs lauer Hauch,der Berge Duft,/Des

bleichen Mes ses Licht/In eins verschmolzen um die

Stirne floß,/Dann warst du mein,dann fühlt’ ich

deine Nähe ,/U Sapphos Bild schwamm in den lichten

Wolken!/

Karte 102, Rückseite

318


Karte 103, Vorderseite

Mond:borgt Licht d.Sonne

Spiegelmetaphern/Mond

Mond:spiegelt Sonne

Vitruv IX 2.3

Gregor v.Nyssa De anima et resurrectione 32 B ff.=190 C ff.

Karte 103, Rückseite

319


Karte 104, Vorderseite

Mond:heller als Sterne

Übertreffungs-Metaphern

Horatius

Carm.I 12,46-48:Micat inter omnis/Iulium sidus ve

lut inter ignis/Luna minores.

Dante

Div.Comm.Purg.XVIII 76sqq:La luna,quasi a mezza no

te tarda,/Facea le stelle a noi parer più rade,/

Fatta com’un secchione che tutto arda;//

Crestien

Yvain 3237sqq:Et dient(Leute von Arison)que buer

seroit nee/cui il(Y) avroit s’amor donnee,(qui si

est as armes puissanz/et de sor toz reconoissanz,/

si con cierges antre chandoiles/et la lune antre

les estoiles,/et li solauz de sor la lune;/

Karte 104, Rückseite

320


Karte 105, Vorderseite

Mond: still

Hölderlin,F. Die Nacht, p243

Wieland,C.M. Aspasia; VII p134 (erste Liebesnacht)

- Moral.Briefe III 4, I p242: Plural

Goethe,J.W.v. Tasso III 3, 1956: st.Schein des Monds

- ibid.IV 2,2257: st.Mond

Herder,J.G. Journal meiner Reise; SuD p301sq: st.

silberner Mond

Lenau,N.

Hypochonders Mondlied; II p81: Als Knabe

schon konnt’ ich nicht schauen/ Zum

st blassen Mond empor,/Dass nicht ein

wunderliches Grauen/Mir heimlich das

Gebein durchfror.

Wieland,C.M. Sympathien 5;XXX p36:Komm,Glycera,laß

uns das Grab unsrer Verstorbnen besuchen!

Du st M,neige dein unverschleiertes

melancholisches Antlitz aus dem

herbstlichen Duft herab

Karte 105, Rückseite

321


Karte 106, Vorderseite

Mond: still

Schiller,F.

Die Erwartung;1 p2[2]:Still hebt der M sein strah

lend Angesicht,/Die Welt zerfließt in ruhig

große Massen;/Der Gürtel ist von jedem Reiz gelöst,/U

alles Schöne zeigt sich mir entblößt.//

Karte 106, Rückseite

322


Karte 107, Vorderseite

Nacht:synthetisiert

Glanz

Mond: synthetisierend

cf. Mond:geisterhaft

Tieck,L.

Runenberg;II p56:Jetzt tragen sie ins Freie,u

das Licht des Mes,der oben mit seinen Hörnern ü-

ber der Bergspitze stand,begrüßte sie freundlich:in

unkenntlichen Formen u vielen gesonderten

Massen,die der bleiche Schimmer wieder rätselhaft

vereinigte,lag das gespaltene Gebirge vor

ihnen,im Hintergrunde ein steiler Berg(R),auf

welchem uralte verwitterte Ruinen schauerlich

im weißen Lichte sich zeigten.

Schiller,F. Die Erwartung ; 1 p22:Still hebt der M sein strah

lend Angesicht,/Die Welt zerschmilzt in ruhig

große Massen;/Der Gürtel ist von jedem Reiz gelöst,/U

alles Schöne zeigt sich mir entblößt./

Novalis

Ofterdingen I 5;I p252:Der M stand in mildem Glanze

über den Hügeln,u ließ wunderliche Träume

in allen Kreaturen aufsteigen.Selbst wie ein

Traum der Sonne,lag er über der in sich gekehrten

Traumwelt,u führte die in unzähligen Grenzen

geteilte Natur in jene fabelhafte Urzeit

zurück,wo jeder Keim noch für sich schlummer-

Karte 107, Rückseite

Goethe

te,u einsam u unberührt sich vergeblich sehnte,

die dunkle Fülle seines unermeßlichen Daseins

zu entfalten.

Ital.Reise;Rom 1787;27 p123:Besonders ist die

Fülle der Mscheinbilder über alle Begriffe,wo

das einzeln Unterhaltende,vielleicht störend

zu Nennende durchaus zurücktritt u nur die großen

Massen von Licht u Schatten ungeheuer anmutige,symmetrisch

harmonische Riesenkörper dem

Auge entgegentragen.

- ib.;2[7] p195:Von der Schönheit,im vollen Mschein

Rom zu durchgehen,hat man,ohne es gesehen zu ha

ben,keinen Begriff.Alles Einzelne wird von den

großen Massen des Lichts u Schattens verschlungen,u

nur die größten allgemeinsten Bilder stel

len sich dem Auge dar...(Coliseo):Der M stand hoch

u heiter. Nach u nach zog sich/der Rauch durch

die Wände,Lücken u Öffnungen,ihn beleuchtete

der M wie einen Nebel...U so haben Sonne u M,eben

wie der Menschengeist,hier ein ganz anderes

Geschäft als anderer Orten,wo ihrem Blick ungeheure

u doch gebildete Massen entgegenstehn.

323


Karte 108, Vorderseite

Mond: synthetisierend 2

Eichendorff Marmorbild;I p385:Doch konnte er vor den im Mesglanz

zitternden Blättern u Blüten ns genau unter

scheiden(von Frauen hinter Fenstern).

Karte 108, Rückseite

324


Karte 109, Vorderseite

Mond:von Thessalierinnen herabgezogen

Plutarch

De Pyth.orac.12;400 B

- De def.orac.13;416 F

Platon

Gorgias 513 A

Aristoph.

Nub.749

Horatius

Ep.5,46

Propertius I 1.19

Lucan Pharsal.VI 438-506

Sophron

frag.3 Kaibel

Hippokrates De morbo sacro 1 (VI 358 L)

Karte 109, Rückseite

325


Karte 110, Vorderseite

Mond: tot

Schlegel,F.

SW 18, p551,no.30:Der M o n d ist eine G e b u r t h

der Erde, aber zugl(eich)ein T o d t;der Embryo stirbt

vollends,indem er sich ablößt;sein jetziger Zustand

ist vielleicht der eines progressiven K r ä n

-

k e r w e r d e n s.Der M eine todtgebohrne Frucht.-

Nothwendiges uraltes U n g l ü c k der Erde.

Karte 110, Rückseite

326


Karte 111, Vorderseite

Mond und Tod verbunden

Mörike,E. Schiffer-u.Nixenmärchen III; I p.148

Büchner,G.

Dantons Tod I; p23

Goethe,J.W.v. Werther 10.9. p64 (Lotte assoziiert)

Lenau,N.

Hypochonders Mondlied;II p80

Karte 111, Rückseite

327


Karte 112, Vorderseite

Mond: als Totengräber

Lenau,N.

Hypochonders [M]ondlied; II p80: Seht ihr ihn

dort herüberschweben,/Bleich,ohne Wasser,

ohne Luft;/Er zieht mit ausgestorbnem Leben,/

Ein Totengräber samt der Gruft.

Karte 112, Rückseite

Mon d

328


Karte 113, Vorderseite

Mond: ein Totenlicht

Droste,A.v. Spiritus familiaris II 1,4; p.741

Karte 113, Rückseite

329


Karte 114, Vorderseite

Mond: traurig, melancholisch

Mond:Melancholie

Wieland,C.M. Sympathien 5;XXX p36:Komm,Glycera,laß uns

das Grab unsrer Verstorbnen besuchen! Du stil

ler M,neige dein unverschleiertes Antlitz

melancholisches aus dem herbstlichen Duft

herab

Chateaubraind Atala;p98:La lune prêta son pâle flambeau à

cette veillée funèbre(Beerdigung).Elle se leva

au milieu de la nuit,comme une blanche vesta

le qui vient pleurer sur le cercueil d’une com

pagne.Bientôt elle répandit dans les bois ce

grand secret de mélancolie,qu’elle aime à raco

nter aux vieux chènes et aux rivages antiques

des mers.

Flaubert, G. Bovary III 3;I p559:Une fois,la lune parut;alors

ils(Léon,Emma)ne manquèrent pas à faire

des phrases,trouvant l’astre mélancolique et

plein des poésie;

Karte 114, Rückseite

Baudelaire

Werner,Z.

Tiedge,C.A.

Le jet d’eau;p145:Lune,eau sonore,nuit bénie,/

Arbres qui frissonnez autour,/Votre pure mélancolie/Est

le miroir de mon amour./

Wanda IV;p245:Ludmilla:Der M schaut auch hernied

er/So t u so kalt!/Du kannst wohl auch n weinen,/D

u starres Leichenhaupt;/Suchst trostlos auch(Wie

ich)den Deinen,/Den dir die Nacht geraubt?!/

Urania I 207sqq:(Unsterblichkeit der Seele?)Keine

Antwort!Diese Fragen greifen/Finster in die

Finsterniß hinein./Nur ein schwermuthvolles Mgezitter/Wirft

ihr durch Gefängnißgitter/Einen mat

ten,kranken Strahl herein./Ach!sie(Seele)schaut

hinaus,u draußen wanken/Die Gestalten um ein weites

Grab./

330


Karte 115, Vorderseite

Mond: tröstend, lindernd

Brentano,C. Starenberg; III p142: meine tröstendsten

Strahlen (Frau Mondenschein)

Goethe,J.W.v. Auf den Mond 1,p65:Breitest über mein

Gefild/Lindernd deinen Blick,/Wie des

Freundes Auge mild/Über mein Geschick

Novalis

Ofterdingen I 4;I p238:Es fing an Nacht

zu werden,u der M hob sich aus dem feuch

ten Waldemit beruhigendem Glanz herauf...der

M zeigte ihm(O)das Bild eines

tröstlichen Zuschauers u erhob ihn ü-

ber die Unebenheiten der Erdoberfläche,die

in der Höhe so unbeträchtlich

erschienen,so wild u unersteiglich sie

auch dem Wanderer vorkamen.

Karte 115, Rückseite

331


Karte 116, Vorderseite

Mond: trüb

Werner

Kreuz an der Ostsee III 1;p171:Vor dem Auferstehn

der Sonne/Bleichet sc[h]on der trübe Mond./

Karte 116, Rückseite

332


Karte 117, Vorderseite

Mond: als Uhr

Proust,M.

La Prisonnière ;III p175:nous retrouvâmes,pour

sortir du Bois,le plein jour,si clair encore

que je croyais avoir le temps de faire toute ce

que je voudrais avant le dîner,quand,quelques

instants seulement après,...ce fut avec un

brusque mouvement de surprise et d’effroi que

j’apercus,au-dessus de Paris,la lune pleine

et prématurée,comme la cadran d’une horloge

arrêtée qui nous fait croire qu’on s’est mis

en retard.

Karte 117, Rückseite

333


Karte 118, Vorderseite

Mond: unbeständig

Shakespeare

Antony and Cleopatra V 2;V p262:C:My resolution

’s placed(Tod),and I have nothing/Of woman in me

:now from head to foot/I am marble-constant;

now th e fleeting moon/No planet is of mine.

- Romeo and Juliet II 2;II p210:R:Lady,by yonder

blessed moon I swear,/That tips with silver all

these fruit-tree tops-/J:O, swear not by the moon,the

inconstant moon,/That monthly changes in

her circled orb,/Lest that thy love prove likewi

se variable./

Horatius

Hebbel

Borges,

Karte 118, Rückseite

Serm.I 8,20sqq:has(Diebe u Zauberweiber)nullo

perdere possum/nec prhibere modo,simul se vaga

luna decorum/protulit os,quin ossa legant

harbasque nocentis./

Auf einen Absolutisten des Verses im Drama;1

p203:ewig wechselnd

El otro tigre;OC I p196:el tigre fatal, la acia-

Borges

Flaubert

ga joya/Que,bajo el sol o la diversa luna,/Va cumpliendo

en Sumatra o en Bengala/Su rutina de amor,de

ocio y de muerte./

Los espejos;OC I p181:Hoy,al cabo de tantos y perplejos/Anos

de errar bajo la varia luna,/Me pregunto

qué azar de la fortuna/Hi[unleserlich]o que ye

temiera

los espejos.//

Bouvard et Pécuchet VII;II p879:Etrange besoin

(nach Frauen)!est-ce un besoin?Elles poussent au

crime,à l’héroisme et à l’abrutissement.L’enfer

sous un jupon,le paradis dans un baiser;ramage de

tourterelle,ondulations de serpent,griffe de

chat;perfidie de la mer,variété de la lune.-Ils

dirent tous les lieux communs qu’elles ont fait

répandre.

334


Karte 119, Vorderseite

Mond(licht): ungewiss

Wieland,C.M. Moral.Briefe II 34, I p234

Horatius

Serm.I 8, 21: vaga luna

Vergilius

Aen.VI 268sqq:Ibant obscuri sola sub

nocte per umbram/perque domos Ditis

vacuas et inania regna:/quale per incertam

lunam sub luce maligna/est iter

in silvis,ubi caelum condidit umbra/

Iuppiter,et rebus nox abstulit atra

colorem./

Karte 119, Rückseite

335


Karte 120, Vorderseite

Mond:unheimlich

Eichendorff

Ahnung u Gegenwart I 2;II p13:Mitternacht war

schon vorbei.Friedrich war überwacht u von den

verschiedenen Begegnissen viel zu sehr aufgeregt,

um schlafen zu können.Er setzte sich ans offene

Fenster.Das Wasser rauschte unten über ein Wehr.

Der M blickte seltsam u unheimlich aus dunklen

Wolken,die schnell über den Himmel flogen.

Karte 120, Rückseite

336


Karte 121, Vorderseite

Mond: innigster Vertrauter der Dichter

Bonaventura Nachtwachen XIV p.125

Hölderlin,F. Die Nacht: Mond, du hörst, nicht wie

Verleumder lauern, mein Herz; p243

Karte 121, Rückseite

337


Karte 122, Vorderseite

Mondfarbe: weiss

Trakl ,G.

Die Ratten 1, 1: Im Hof scheint weiss der

herbstliche Mond; I p.41

- Mondesweiss; Offenbarung u. Untergang ; I p.194

(190)

- Die Ratten ; I p.41 : herbstlicher Mond

- Sebastian im Traum; I p. 105

Proust,M.

Swann I; I p146 (Nachmittag)

- JF II ; I p925 : petit nuage blanc (tags)

Wieland ,C.M. Idris u. Zenide IV 34: Rücken schwimmt liliengleich

im weissen Mondschein

Brentano,C. Starenberg ; III p187 : Der Mond zog ein weisses

Hemd an (bei Tagesanbruch)

Stadler,E.

Freundinnen; II p224: Des Mondes weisse warme Wellen

flossen/voll ins Gemach

Karte 122, Rückseite

Stadler,E.

Freundinnen ; II p226 : Wie weiss die Mondesstreifen

Sie (weisses nacktes wundervolles Weib) umsäumen!

- ibid . p231 : Fühlst du das Leuchten das am Estrich

schaukelt/von spätem Ampelglühen u den Glanz/des

weissen Monds?

- Baldur-Christus ; II p174 : Aus grauen Nebeln

weiss/Der Mond. (Golgatha)

Baudelaire ,Ch. Spleen de Paris XXXVI p289 : Mais elle fait plus

volontiers penser à la lune (qu’à un soleil noir)

... ;non pas la lune blanche des idylles,qui

ressemble à une froide mariée, mais la lune sinistre

et enivrante...

Hofmannsthal

Tod des Tizian ; I p62: Im weissen ,seidig-weissen

Mondesstreifen/War liebestoller Mücken dichter Tanz

- Abenteuer; I p587 : Flecken hat/die Sonne selbst ,am

Mond hängt weisser Aussatz ,/und unser ganzes Innre

geht in Fetzen,/darein sich Diebe wickeln.

Proust,M.

SeG II ; II p974 : la vallée sur qui était

maintenant tombée la neige du clair de lune.

338


Karte 123, Vorderseite

Mondfarbe: weiss 2

Tieck,L.

Flaubert,G.

Karte 123, Rückseite

Runenberg ;II p56 :Jetzt traten sie ins Freie , u

das Licht des Ms , der oben mit seinen Hörnern über

der Bergspitze stand , begrüßte sie freundlich :in

unkenntlichen Formen u vielen gesonderten Massen,die

der bleiche Schimmer wieder rätselhaft vereinigte

,lag das gespaltene Gebirge vor ihnen,im

Hintergrunde ein steiler Berg (R) , auf welchem

uralte verwitterte (Linien)Ruinen schauerlich im

weißen Lichte sich zeigten.

Bovary II 12; I p506 :La lune,toute ronde et couleur

de pourpre,se levait à ras de terre ,au fond de la

prairie .Elle montait vide entre les branches des

peupliers , qui la cachaient de place en place ,

comme un rideau noir, troué. Puis elle parut ,

élégante de blancheur ,dans le ciel vide qu’elle

éclairait ;et alors, se ralentissant , elle laissa

tomber sur la rivière une grande tache ,qui faisait

une infinité d’étoiles ,et cette lueur d’argent

semblait s’y fordre jusqu’au fond à la mani è

re d’un serpent sans tête couvert d’écailles

lumineuses.

Flaubert

Salammbô III ;I p782 :S :“Tu(Tanit) es blanche,

douce ,lumineuse , immaculée , auxiliatrice ,

purifiante , sereine .“

- Tentation IV ; I p113:il aperçoit le Nil, onduleux

et clair sous la blancheur de la lune , comme un

grand serpent au milieu des sables ; -si bien que

l’hallucination le reprenant, il n’a pas quitté les

Ophites (Schlangenarbeiter) ;

- ib. V; p154:la pâleur de sa (Magna Mater) figure a

blanchi la lune.

339


Karte 124, Vorderseite

Mondfarbe: weiss 2

Mallarmé,St.

Musset ,A.de

Chateaubriand

Karte 124, Rückseite

Symphonie littéraire I(Gautier)p262: Donc je n’ai

plus qu’à me taire ,- non que je me plaise dans une

extase voisine de la passivité ,mais parce que la

voix humaine est ici une erreur ,comme le lac ,sous

l’immobile azur que ne tache pas même la blanche

lune des matins d’été ,se contente de la refléter

avec une muette admiration que troublerait

brutalement un murmure de ravissement.

La nuit ;p222 : Quand la l blanche/S’accroche à la

branche/Pour voir/Si quelque feu rouge/Dans

l’horizon bouge/Le soir ,//

Atala ;p98 :La lune prêta son pâle flambeau à cette

veillée funèbre (Beerdigung).Elle se leva au milieu

de la nuit ,comme une blanche vestale qui vient

pleurer sur le cercueil d’une compagne . Bientôt

elle répandit dans les bois ce grand secret de

mélancolie qu’elle aime à raconter aux vieux chènes

et aux rivages antiques des mers.

Balzac,H.

Sartre

El Verdugo ; IX p868:Les rayons blanchissants de la

lune lui permirent de distinguer des voiles

(=Anglais) à une assez grande distance .Auf der

plaine blanche de l’Océan

Baudelaire ;p148 :Froideur et pâleur se confondent

.Le blanc est la couleur du froid ,non pas seulement

parce que la neige est blanche ,mais surtout parce

que cette absence de couleur manifeste assez bien

l’infécondité et la virginité .C’est pourquoi la

lune devient L’emblème de la frigidité ;cette pierre

précieuse ,isolée dans le ciel , tourne vers nous

ses steppes crayeuses , fait tomber sur la terre ,

pendant les froids de la nuit ,une lumière blanche

qui tue ce qu’elle éclaire .La lumière du soleil

apparaît nourrissante ;elle est dorée ,épaisse

,comme du pain, elle chauffe.

340


Karte 125, Vorderseite

Mondfarbe: weiss 3

Waiblinger

Karte 125, Rückseite

Phaeton p119:Die Geliebte lag an meiner Brust u

hatte zärtlich ihren Arm um meine Schultern

geschlungen. Ihr blasses Antlitz blickt’ aus den

Locken wie der w M aus dem dunklen Äther.

341


Karte 126, Vorderseite

Mondfarbe: schneeweiss

Ovidius

Met.XIV 366sq :Circe :ignotosque deos ignoto carmine

adorat ,/quo solet et nivae vultum confundere

Lunae/et patrio capiti bibulas (feuchte) subtexere

nubes./

Karte 126, Rückseite

342


Karte 127, Vorderseite

Mond: Wolke

Proust,M.

Tolstoi

Hölderlin,F.

JF II[,] I p925: petit nuage blanc (tags)

Überfall (tags)

Hyperion I 2;p473:Der ganze Himmel ist

rein.Das weiße Licht ist nur über den

Äther gehaucht,u,wie ein silbern Wölk

chen,wallt der schüchterne M am hellen

Tage vorüber.

Karte 127, Rückseite

Alexander der Grosse / Geschichte

343


Karte 128, Vorderseite

Mond: Zauberer

cf.Mond:geisterhaft

synthetisierend

Heym,G.

Goethe,J.W.v.

Spitzköpfig kommt er

Chin.-deutsche Tages- u.Jahreszeiten

VIII ; 2 p266: Lunas Zauberschein

- Ital.Reise;Rom 1788; 27 p278: Auf eine

besonders feierliche Weise sollte jedoch

mein Abschied aus Rom vorbereitet

werden:3 Nächte vorher stand der volle

M am klarsten Himmel,u ein Zauber, der

sich dadurch über die ungeheure Stadt

verbreitet,so oft empfunden,ward nun

aufs eindringlichste fühlbar.Die grossen

Lichtmassen,klar,wie von einem

milden Tage beleuchtet,mit ihren Gegegensätzen

von tiefen Schatten,durch Re

flexe manchmal erhellt,zur Ahnung des

Einzelnen,setzen uns in einen Zustand

wie von einer andern,einfachern,größern

Welt.

Karte 128, Rückseite

Baudelaire

Proust,M.

Grillparzer

Paysage p78;Il est doux,à travers les brumes,de

voir naître/L’étoile dans l’azur,la lampe à la

fenêtre,/Les fleuves de charbon monter auf firmament/Et

la lune verser son pâle enchantement.

S I;I p7:chambrés d’été où l’on aime être uni à

la nuit tiède,où le clair de lune appuyé aux volets

entr’ ouverts jette jusqu’au pied du lit

son échelle enchantée

Kloster bei Sendomir;7 p2:zauberisches Spiel

des Mondlichts

- ib.p17:Der M warf sein Silber über die ruhig schlummernde

Gegend u verwandelte das vor ihnen lie

gene Schloß in einen schimmernden Feenpalast.

Goethe

Ital.Reise,Rom 1788;27 p278:Auf eine besonders

feierliche Weise sollte jedoch mein Abschied aus

Rom vorbereitet werden:3 Nächte vorher stand der

volle M am Himmel(klarsten),u ein Zauber,der si

ch dadurch über die ungeheure Stadt verbreitet,

so oft empfunden,ward nun aufs eindringlichste

fühlbar.Die großen Lichtmassen,klar,wie von ei

nem milden Tage beleuchtet,mit ihren Gegensätzen

von tiefen Schatten,durch Reflexe manchmal

344


Karte 129, Vorderseite

Mond: Zauberer 2

Goethe

erhellt,zur Ahnung des Einzelnen,setzen uns in

einen Zustand wie von einer andern,einfachern,

größern Welt.

- WW II 5; 19 p250:Der volle M stieg zu dem glühenden

Sternenhimmel herauf u vollendete das Magische

der Umgebung.Sie sahen sich wieder deutlich

u suchten wechselseitig in den beschatteten Augen

Erwiderung wie sonst,aber es schien anders

zu sein:aus ihren Abgründen schien ein Licht her

vorzublicken u anzudeuten,was der Mund weislich

verschwieg,sie fühlten sich beide in einem festlich

behäglichen Zustande(Flavio+Hilarie).

Eichendorff

Karte 129, Rückseite

Marmorbild;I p393:Die Gegend draussen lag unkenntlich

u still wie eine wunderbar verschränkte

Hieroglyphe im zauberischen Mondschein.Er

schloß das Fenster fast erschrocken u warf sich

auf ein Ruhebett hin,wo er wie ein Fieberkranker

in die wunderlichsten Träume versank.

Eichendorff

Brentano

Marmorbild;I p396:Die Macht hatte indes schon

angefangen,zwischen die fliegenden Abendlichter

hinein zu dunkeln,das lustige Schallen im Gar

ten wurde nach u nach zum leisen Liebesgeflüster,der

Mondschein legte sich zauberisch über

die schönen Bilder.

Erklärung der Sinnbilder;2 p1054:Sänke auch die

Sonne,wird der gütige M noch zauberischere Scheine

verleihen;u schwände auch er im letzten Vierteil,so

sollen die Wolken doch,flüchtig,entfernte

Regionen durchziehend,uns nie unsern Leuchtstern,den

ganzlächelnden Hesperus,verschleiern.

345


Karte 130, Vorderseite

Mond: als Zeuge

Sonne:als Zeuge

Gryphius

Shakespeare

Cardenio II 45sqq:Celinde:wie kan ich sonder Grau

en/Das Auge diser Welt/die lichte Sonn anschauen?/Die

vorhin meine Freud/jetzt meine Schmach be

stralt/Vnd mein bestürtzt Gesicht mit scheuer Rö

the mahlt./Die bleiche C y n t h i a,vor Zeugin meiner

Lüste:/Verweist mir jene Zeit in der man mich

begrüste/In der C a r d e n i o mir in die Armen

fil/

Antony and Cleopatra IV 9;V p241:Enobarbus:Be

witness to me,O thou blessed moon,/When men revo

lted shall upon record/Bear hateful memory,poor

Enobarbus did/Before thy face repent!

Karte 130, Rückseite

346


Karte 131, Vorderseite

Mond: Zitrone

Loerke,O.

Nacht auf der südlichen Insel: Z.mond

Karte 131, Rückseite

347


Karte 132, Vorderseite

Mondlicht: zitternd

Hugo

Hernani V 3;p187:Sol:Tout s’est éteint,flambeaux

et musique de fête./Rien que la nuit et nous.Félicité

parfaite!/Dis,ne le crois-tu pas?sur nous,tout

en dormant,/La nature à demi veille amoureusement

/Pas un nuage au ciel.Tout,comme nous,repose./Viens,respire

avec moi l’air ambaumé de rose!Regar

de.Plus de feux,plus de bruit.Tout se tait./La

lune tout à l’heure à l’horizon montait;/Tandis

que tu parlais,sa lumière qui tremble/Et ta voix,

toutes deux,m’allaient au coeur ensemble./Je me

sentais joyeuse et calme,ô mon amant,/Et j’aurais

bien voulu mourir en ce moment!/

Karte 132, Rückseite

348


Karte 133, Vorderseite

1.Mose 1,2:

Büchner,G.

Benn,G.

Terraautem erat inanis et vacua , et tenebrae erant

super faciem abyssi , et Spiritus Dei ferebatur

super aquas.

Leonce und Lena II 2;p135:Leonce : O diese Stimme

:“Ist denn der WEg so lang?“ Es reden viele Stimmen

über die Erde ,u man meint ,sie sprächen von andern

Dingen ,aber ich habe sieverstanden .Sie ruht auf

mir wie der Geist ,da er über den Wassern schwebte,

eh das Licht ward.

Heinrich Mann.Ein Untergang ;II p9: Bis mich die

Seuche der Erkenntnis schlug...Nun gab es nichts

mehr, das micht trug .Nun war über allen Tiefen nur

mein Odem.

Karte 133, Rückseite

349


Karte 134, Vorderseite

1.Mose 1 ,26 :

Descartes

Statut von Parma

1347

Faciamus hominem ad imaginem et similitudinem

nostram

Medit. IV 8 ,Ed .princ . p66 :Sola est voluntas

,sive arbitrii libertas , quam tantam in me experior

ut nullius majoris ideam apprehendam ;adeo ut il la

praecipue sit ,ratione cujus imaginem quandam ,et

similitudinem Dei me refferre intelligo : nam

quamvis major absque comparatione in Deo quam in me

sit, tum ratione cognitionis et potentiae ,quae illi

abjunctae sunt , redduntque ipsam magis firmam et

efficacem ;tum ratione objecti , quoniam ad plura se

extendit ;non tamen in se formaliter et praecise

spectata major videtur ,quia tantum in eo consistit

quod idem vel facere ,vel non facere ... possimus

Cum homo ad similitudinem Dei factus sit, statutum

et ordinatum est...quod iudices non possint nec

debeant aliquem seu aliquos malefactores

,delinquentes seu peccantes plantare ,aut cum

tormentis flammolare seu in carnibus eorum incidere

vel perforare (Dahm:Das Strafrecht Italiens im

Karte 134, Rückseite

Goethe

Stifter

ausgehenden Mittelalter, p42).

Novelle ;16 p354 :Tierbändiger :Aber im Palmenwald

trat er auf ,der Löwe , ernsten Schritts durchzog er

die Wüste ,dort herrscht er über alles Getier, uns

widersteht ihm.Doch der M weiß ihn zu zähmen , u das

grausamste der Geschöpfe hat Ehrfurcht vor dem

Ebenbilde Gottes ,wornach auch die Engel gemacht

sind ,die dem Herrn dienen u seinen Dienern. Denn in

der Löwengrube scheute sich Daniel n;er blieb fest u

getrost ,u das wilde Brüllen unterbrach n seinen

frommen Gesang.

„Der arme Spielmann“von Grillparzer ;VI p257 :Wenn

es ein Dichter durch Zusammenstellung menschl .

Handlungen o durch Darstellung eines mlichen

Charakters recht klar u recht einfach vor uns

entstehen lassen kann (Einfalt sittlicher Größe u

Güte) ,so hat er ein Meisterwerk geliefert u uns mit

goldenen Ketten an sein Werk geheftet ...Die einzige

künstlerische Todsünde ist die gegen die

ursprüngliche Gottähnlichkeit der mlichen Seele.

350


Karte 135, Vorderseite

1.Mose 1,26 / 2

Minucius

Brentano

Octavius 32,1 : Putatis autem nos(Christen)occultare

quod colimus ,si delubra et aras non habemus ?quod

enimsimulacrum deo fingam, cum,si recte existimes

,sit dei homo ipse simulacrum?templum quod ei

extruam,cum totus hic mundus eius opere fabricatus

eum capere non possit?

Frühlingskranz (An Bettine) ,WW I 158 :Wir dürfen

nur das Wesentliche vom Zufälligen in ihnen/Men/

trennen u nur jenes lieben ,so wird unsre

Selbstliebe zur natürlichen schönen Liebe für die

ganze Gattung; u richten wir dann über uns einzelnen

,wie wir über die ganze Gattung so gern richten ,so

gehen wir der schönsten Bildung entgegen ; wir

erheben uns zu Repräsentanten der reinen Mheit ,wir

werden ,was wür für das Höchste ,Schönste in der

Produktion des Universums erkennen ,wir

Karte 135, Rückseite

werden Bilder der reinen Mheit ,Ebenbilder Ges.

351


Karte 136, Vorderseite

1.Mose 1,28: Seid fruchtbar u mehret euch , u füllet die Erde u

machet sie euch untertan u herrschet über die Fische

im Meer u über die Vögel unter dem Himmel u über

alles Getier ,das auf Erden kriecht.

Joh.v.Tepl

Ackermann p34,25 Ackermann:den Menschen hat

(Gott)über sie alle gesetzt ,ihm die Herrschaft über

sie alle befohlen u sie seinen Füßen untertan

gemacht ,so daß der Mensch über die Tiere des

Erdreichs ,die Vögel des Himmels ,die Fische des

Meeres u alle Früchte der Erde herrschen sollte, wie

er es auch tut.

Kant,I.

K.d.U.§84,B398 = A 393sq:Sein (M) Dasein hat den

höchsten Zweck selbst in sich, dem, so viel er

vermag, er die ganze Natur unterwerfen kann,

wenigstens welchem zuwider er sich keinem Einflusse

der Natur unterworfen halten darf.-

Pascal

Pensées C424,B486:La dignité de l’homme consistait

,dans son innocence ,à user et dominer sur les

créatures ,mais aujourd’hui à s’en séparer et

assujettir.-Les sens

- ib.C483,B430 ;p1224:Gott:“Il (homme) s’est so

Karte 136, Rückseite

ustrait de ma domination; et ,s’égalant à moi par le

désir de trouver sa félicité en lui-même ,je l’ai

abandonné à lui ;et ,révoltant les créatures , qui

lui étaient soumises ,je les lui ai rendues

ennemies:en sorte qu’aujourd’hui l’homme est devenu

semblable aux bêtes ,et dans un tel éloignement de

moi ,qu’à peine lui reste-t-il une lumière confuse

de son auteur :tant toutes ses connaissances ont été

étaintes ou troublées !Les sens ,indépendants de la

raison , et souvent maîtres de la raison ,l’on

emporté à la recerches des plaisirs .Toutes les

créatures ou l’affligent ou le tentent ,et dominen

sur lui , ou en le soumettant par leur force , ou en

le charmant par leur couceur,ce qui est une

domination plus terrible et plus impérieuse .

352


Karte 137, Vorderseite

1.Mose 2,2:

Schelling

Complevitque Deus die septimo opus suum quod

fecefat:et requievit die 7.ab universo opere quod

patrarat.

Weltseele ;SW I 2 p446: Aber wird n auch ihn ,den

bloßen Betrachter der Werke (derNatur) , eben diese

göttliche Verwirrung u unfaßliche Fülle von

Bildungen ,nachdem er alle Hoffnung aufgegeben sie

mit dem Verstande zu begreifen ,zuletzt in den

heiligen Sabbath der Natur einführen , in die

Vernunft ,wo sie , ruhend über ihren vergänglichen

Werken ,sich selbst als sich selbst erkennt u deutet

.Denn in dem Maß,als wir selbst in uns

verstummen,redet sie zu uns.

Karte 137, Rückseite

353


Karte 138, Vorderseite

1.Mose 2,9: Paradiesbäume

Struve,D.C.A. Betrachtungen über verst.Erziehung,54:Den Kaffee

braucht man den Kindern n erst anzugewöhnen ,sie

warden ihn gar wohl lebenslang entbehren können.A

wir haben unsere unselige Kaffeewut den Weibern zu

danken. Fast sollte ich vermuten ,daß der verbotene

Baum im Paradies ein Kaffeebaum war.

Karte 138, Rückseite

354


Karte 139, Vorderseite

1.Mose 2,19:

Hamann,J.G.

Formatis igitur ,Dominus Deus,de humo cunctis

animantibus terrae, et universis volatilibus caeli

,adduxit ea ad Adam, ut videret quid vocaret ea:omne

enim quod vocavit Adam animae viventis,ipsum est

nomen eius.

Aesthetica in nuce ;SuD p132: Alle Farben der

schönsten Welt verbleichen,sobald ihr jenes Licht

,die Erstgeburt der Schöpfung ,erstickt. Ist der

Bauch euer Gott:so stehen selbst die Haare eures

Hauptes unter seiner Vormundschaft. Jede Kreatur

wird wechselweise euer Schlachtopfer u euer Götze.-

Wider ihren Willen - aber auf Hoffnung - unterworfen

,seufzet sie unter dem Dienst oder über die

Eitelkeit ;sie tut ihr Bestes, eurer Tyrannei zu

entwischen ,u sehnt sich unter den brünstigen

Umarmungen nach derjenigen Freiheit ,womit die Tiere

Adam huldigten,da GOTT sie zu dem Men brachte,daß er

sähe ,wie er sie nemte ;denn wie der M sie nennen

würde ,so sollten sie heißen.I Diese Analogie des

Men zum Schöpfer erteilt allen Kreaturen ihr Gehalt

u ih Gepräge ,von dem Treu u Glauben in der ganzen

Natur abhängt.

Karte 139, Rückseite

Borges,J.L.

Hegel, G.W.F.

Herder,J.G.

La luna;Borges und Ich p70 :Pensaba que el poeta es

aquel hombre/Que , como el rojo Adán del

Paradiso,/Impone a cada cosa su preciso/Y veradero y

no sabido nombre./

Jen.Realphil.p183 :Durch den Namen ist also der Ggst

als seiend aus dem Ich herausgeboren. Dies ist die

erste Schöpferkraft , die der Geist ausübt.Adam gab

allen Dingen einen Namen. Dies ist das

Majestätsrecht u erste Besitzergreifung der ganzen

Natur oder das Schaffen derselben aus dem Geiste

.lógos (ist) Vernunft ,Wesen der Dinge u Rede,

Sache und Sage ,Kategorie .

Ursprung der Sprache ;SuD p438:Zitat -:Wo kann es

auf morgenländische ,poetische Weise bestimmter

gesagt werden:“der M fand sich selbst Sprache - aus

Tönen lebender Natur !- zu Merkmalen seines

herrschenden Verstandes!“ - U das ist , was ich

beweise.

- ib.p505 :Ein höherer Ursprung hat ns für sich

,selbst n das Zeugnis der morgenländischen

Schrift,auf die er sich beruft :denn diese gibt of-

355


Karte 140, Vorderseite

1.Mose 2,19 / 2

Herder

Nietzsche

Böhme,J.

fenbar der Sprache einen menschlichen Anfang durch

Namennennung der Tiere.

Geburt der Tragödie 20 ;I p102sq :Unsere Kultur

offenbart diese allgemeine Not: umsonst ,daß man

sich an alle großen produktiven Perioden u Naturen

imitatorisch anlehnt , umsonst ,daß man die ganze

„Weltliteratur“ zum Troste des modernen Men um ihn

versammelt u ihn mitten unter die Kunststile u

Künstler/aller Zeiten hinstellt ,damit er ihnen, wie

Adamd den Tieren, einen Namen gebe:er bleibt doch

der ewig Hungernde ,der „Kritiker“ ohne Lust und

Kraft, der alexandrinische M, der im Grunde

Bibliothekar u Korrektor ist u an Bücherstaub u

Druckfehlern elend erblindet.

Aurora 20,91:Denn als Adam erstlich geredet hat, so

hat er allen KReaturen ,nach ihren Qualitäten u

instehenden Wirkungen, den Namen gegeben.U ist eben

die Sprache der ganzen Natur ,aber es kann

Karte 140, Rückseite

Paracelsus

sie n ein jeder:denn es ist ein

Geheimnis,Mysterium,welches mir von Gnaden Gottes

ist mitgeteilt worden von dem Geiste,der Lust zu mir

hat.

De natura rerum;V p126: Da sollt ihr erstens wissen,

daß die Kunst signata lehrt ,allen Dingen die

rechten Namen zu geben. Die hat Adam, unser 1.Vater,

vollkommen gewußt u ihrer Erkenntnis gehabt.Denn

gleich nach der Schöpfung hat er allen Dingen, einem

jedweden ,seinen besonderen Namen gegeben ,den

Tieren einem jeden seinen besonderen

unterschiedlichen Namen, den Wurzeln ihr besonderen

Namen, so auch den Steinen, Erzen ,Metallen ,Wassern

u andern Früchten der Erde, des Wassers , der Luft ,

u des Feuers einem jeden seinen Namen. U wie er sie

nun getauft hat u ihnen Namen gab ,so gefiel es Gott

wohl , denn es geschah aus dem rechten Grund, nit

aus seinem Gutdünken sondern aus einer

praedestinierten Kunst ,nämlich aus der Kunst

signata, weshalb er der 1.signator gewesen ist .

Wiewohl nit minder ist, daß aus hebräischer Sprach

auch die rechten Namen herfließen u gefunden wer-

356


Karte 141, Vorderseite

1.Mose 2,19 / 3

Paracelsus den , einem jedwedern in seiner Art u Eigenschaft .

Bacon

Valerius Terminus I:it was not that pure light of

natural knowledge ,wehereby man in Paradise was able

to unto every living creature a name according to

his propriety ,which gave occasion to the fall ; but

it was an aspiringsdesire to attain to that part of

moral knowledge which defineth of good and evil

,wehereby to dispute God’s commandments and not to

depend upon the revelation of his will ,which was

the original temptation.

- ib. :but it(Erkenntnis) is a restitution and

reinvesting(in great part) of man to the

sovereignity and power(for whensoever he shall be

able to call the creatures by their true names he

shall again command them)which he had in his first

state of creation.

Wolfram

Parzival X. 518, 1-10:Unser vater Adâm,/die kunst er

von gote nam,/er gap allen dingen namn,/beidiu

Karte 141, Rückseite

Vico

Hippel

wilden unde zamn :/er rekant ouch ieslîches art ,/

dar zuo der sterne umbevart ,/der siben plânêten ,/

waz die krefte hêten :/ er rekant ouch aller würze

maht ,/und waz ieslîcher was geslaht./

Scienza nuova II 2.1 ;p77 :Für mýthos ist uns auch

die Bedeutung ‚wahre Rede’ überliefert ;dies ist die

natürliche Sprechweise ,von der Platon u später

Jamblichos sagten, sie sei einmal in der Welt

gesprochen worden. Doch versuchte Platon umsonst sie

wieder aufzufinden ;denn jene erste Sprache ,die der

theologischen Dichter ,war keine Sprache nach dem

wahren Wesen der Dinge (wie es die heilige Sprache

Adams gewesen sein muß ,dem Gott die göttliche

Onomathesia ,d.i. Namengebung nach dem wahren Wesen

jedes Ggstes gewährte) ,sondern es war eine

phantastische Sprechweise vermittelst der belebten

Substanzen ,die größtenteils als göttlich

vorgestellt wurden.

Lebensläufe IV 130:Die vernünftige Unschuld ist was

Göttliches - allein jene rothbäckige,gemeine

Unschuld,was hat sie denn für Reiz?Wüßte denn wohl

Adam sich eine Talubbe (Schlafpelz) zu machen? Ich

mag ihm keinen Namen beilegen,diesem Namen-

357


Karte 142, Vorderseite

1.Mose 2,19 / 4

Hippel

geber,denn wahrlich, er würde n sonderlich

abkommen,wenn ich ihn taufen sollte. Ist denn der M

n noch jetzt der Herr der Erde?Er ruft alle

Geschöpfe mit Namen und kann ihnen Namen

geben,sobald er ihnen nur ins Auge sieht,falls sie

nämlich noch n bekannt sind.

Karte 142, Rückseite

358


Karte 143, Vorderseite

1.Mose 2,22:

Chateaubriand

Et aedificavit Dominus Deus costam,quam tulerat de

Adam, in mulierem : et adduxit eam ad Adam.

René ;p133sq : La nuit ,lorsque l’aquilon ébranlait

ma chaumière ,que les pluies tombaient en torrent

sur mon toit ;qu’à travers ma fenêtre je voyais la

lune sillonner les nuages amorcelés ,comme un pâle

vaisseau qui laboure les vagues , il me semblai que

la vie redoublait au fond de mon coeur, que j’aurais

eu la puis/sance de créer des mondes .Ah ’si j’avais

pu faire partager à une autre les transports que

j’éprouvais :O Dieu , si tu m’avais donné une femme

selon mes désirs ;si , comme à notre 1.père , tu

m’eusses amené par la main une Eve tirée de moimême...Beauté

céleste , je me serais prosterné

devant toi ; puis, te prenant dans mes bras,

j’aurais prié l’Eternel de te donner le reste de ma

vie (Bezug zu Inzestliebe Amélies?).

Karte 143, Rückseite

359


Karte 144, Vorderseite

1.Mose :2,24:

Hartman

Quamobrem relinquet homo patrem suum, et matrem et

adhaerebit uxori suae : et erunt duo in carne una.

Erec 581sqq :Enîte : herre , sô erbarme dich/durch

dîne güete über mich/unde heiz mir in leben./wil

aber du mirs niht wider geben,/sô wis, herre got,

gemant/daz allerwerlt ist erkant/ein wort daz du

gesprochen hâst/u bit dich daz dus staete lâst,/daz

ein man u sin wîp/sulen wesen ein lîp,/und ensunder

uns niht:/

Karte 144, Rückseite

360


Karte 145, Vorderseite

1.Mose ,3,7:

Sartre

Et aperti sunt oculi amborum, cumque cognovissent se

esse nudos ,consuerunt folia ficus , et fecerunt

sibi perizomata.

L’être et le néant ; p349 :La honte es sentiment de

chute originelle ,non du fait que j’aurais commis te

lle ou telle faute ,mais simplement du fait que je

suis tombé „dans le monde ,au milieu des choses , et

que j’ai besoin de la médiation d’autrui pour être

ce que je suis .La pudeur et , en particulier ,la

crainte d’être surpris en état de nudité ne sont

qu’une (modificat) spécification symbolique de la

honte originelle : le corps symbolise ici notre

objectivité , c’est réclamer le droit de voir sans

être vu, c’est-à-dire d’être pur sujet.C’est

pourquoi le symbole biblique de la cute , après le

pèche originel, c’est le fait qu’Adam et Eve

„connaissent qu’ils sont nus“.

Karte 145, Rückseite

361


Karte 146, Vorderseite

1.Mose 4, 12: ...Unstet und flüchtig sollst du(Kain) sein auf

Erden !

Gerstenberg Ugolino V ; SuD p55 I(nachdem Änselmo Mutter hat

fressen wollen; U: ) Hebe dich weg von mir

,Abart(Mt.4.10) !Du triefst von dem Blute deiner

Mutter!Sei unstät u flüchtig ! Die Rache zeichnet

dich aus !

Klinger

Die Zwillinge IV 4;SuD II p115sq :Guelfo(allein,

nach einigem Schweigen) :Wo bin ich?(Kömmt vor den

Spiegel. )Rächer!Rächer mit flammendem/Schwert!Hast

du eingegraben auf meine Stirne den Mord?hast du

ausgesprochen über mich ,daß die Himmel zitterten

:Unstät und flüchtig !

- ib.V 2; p122sq :Alter Guelfo(Zieht einen Dolch. )

Amalia:Was willst du?Alter Guelfo :Weib !wenn er

lebt ,soll ihm der Blutrichter das Haupt abschlagen

vor deinen Augen?Soll er sterben,doppelt verdammt ,

unstät und flüchtig?-sterben durch /den Henker

,Guelfos Sohn? -- Der Blutige ruft Rache ! - Rächen

will ich Vater Guelfos Sohn !er

Karte 146, Rückseite

retten von der Schande Guelfos Sohn ! leben im

Jammer verwaist - (Stößt ihn nieder.)///

362


Karte 147, Vorderseite

1.Mose 9, 14sqq

:

Klopstock,F.G.

Proust,M.

So soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Das

sei das Zeichen des Bundes

Die Gestirne

Jeunes Filles II , I p844 (säkularisiert

Karte 147, Rückseite

363


Karte 148, Vorderseite

1.Mose 11,5-9: Turmbau zu Babel

cf .Sprachverschiedenheit

Voltaire

L’Ingénu ;p197 :On disputa un peu sur la

multiplicité des langues, et on convint que, sans

l’aventure de la tour de Babel ,toute la terre

aurait parlé français.

Pascal,B.

Pensées B72 ;Ch84 ; p1109 :nous brûlons de désir de

trouver une assiette ferme ,et une dernière base

pour y édifier une tour qui s’élève à l’infini ;

mais tout notre fondement craque , et la terre

s’ouvre jusqu’aux abîmes.

Herder

Ursprung der Sprache ;SuD p495sq:Sprachverwirrung

infolge von Streit ,Uneinigkeit

Kant,I.

K.d.r.V.B 735=A 707:Wenn ich den Inbegriff aller

Erkenntnis der reinen u spekulativen Vernunft wie

ein Gebäude ansehe , dazu wir wenigstens die Idee in

uns haben , so kann ich sagen , wir haben in der

transzendentalen Elementarlehre den Bauzeug

überschlagen u bestimmt , zu welchem Gebäude , von

welcher Höhe u Festigkeit er zulange . Freilich fand

es sich , daß, ob wir zwar einen Turm im Sinne

hatten , der

Karte 148, Rückseite

Dante

Eichendorff

bis an den Himmel reichen sollte , der Vorrat der

Materialien doch nur zu einem Wohnhause zureichte ,

welches zu unseren Geschäften auf der Ebene der

Erfahrung gerade geräumig u hoch genugwar, sie zu

übersehen ;daß aber jene kühne Unternehmung aus

Mangel an Stoff fehlschlagen mußte , ohne einmal auf

die Sprachverwirrung zu rechnen , welche die

Arbeiter über den Plan unvermeidlich entzweien , u

sie in alle Welt zerstreuen mußte, um sich , ein

jeder nach seinem Entwurfe , besonders anzubauen.

Div .Comm.Inf.XXXI 67-81:Nimrod :“Rafel mai amech

zabi almi“/.../Vergil:Questi è Nembrotto,per lo cui

mal coto/Pure un linguaggio nel mondo non

s’usa.//Lasciamlo stare , e non parliamo a voto

:/Chè cosi a lui ciascun linguaggio,/Come il suo ad

altrui ch’ a nullo è noto.//

Ahnung u Gegenwart II 12 ;II p128:So hatte auch

heute Friedrich den ganzen Tee versalzen .Keiner

konnte das künstliche Weberschiffchen , das sonst ,

fein im Takte , so zarte ästhetische Abende wob,

wieder in Gang bringen .Die meistenwurden

mißlaunisch , keiner konnte o mochte ,wie beim

babylonischen Baue , des andern Wortgepränge

verstehen u

364


Karte 149, Vorderseite

Eichendorff so beleidigte einer den andern in der gänzlichen

Verwirrung.

- ib. III 24;II p266:Friedrich :Mir scheint in diesem

Elend (der Zeit) ,wie immer, keine andere Hilfe als

die Religion .Denn wo ist in dem Schwalle von

Poesie ,Andacht ,Deutschheit ,Tugend u Vaterländerei

, die jetzt,wie bei der babylonischen

Sprachverwirrung , schwankend hin u her summen, ein

sicherer Mittelpunkt , aus welchem alles dieses zu

einem klaren Verständnis , zu einem lebendigen

Ganzen gelangen könnte ?

Du Bellay,J. Deggense et Illustration I 1 ; p1sq :Si la Nature

(dont quelque personnaige de grand ‚renommé non sans

rayson a douté so on la devoit/appeller mere ou

maratre) eust donné aux hommes un commun vouloir &

consentement , outre les innumerables commoditez qui

en feussent procedées, l’inconstance humaine n’esat

eu besoing de se forger tant de ma

Karte 149, Rückseite

Schelling

niers de parler .Laquéle diversité & confusion se

peut à bon droict appeller la Tour de Babel.

Phil .d .Myth . I 5;I p101-118:Sprachverwirrung

durch geistige Krisis der Menschheit(übergehend von

Eingötterei zu Vielgötterei) ,wobei allererst Völker

als solche entstehen.

365


Karte 150, Vorderseite

1.Mose 23,4 :Ich bin ein Fremdling und Gast bei euch

Philon Alexand. De somn .I 46 M.627 : Leben im kosmos horatos

2.Mose 2,22 Ich bin ein Fremdling geworden im fremden Land.

Karte 150, Rückseite

366


Karte 151, Vorderseite

1.Mose 32,22 - 33: Jakobs Kampf mit dem Engel

Proust,M.

Guermantes II;II p316 :Elle (grand’mère) était

apparue , bien qu’à côté de moi ,plongée dans ce

monde inconnu au sein duquel elle avait déjà reçu

les coups dont elle portait les traces qje l’avais

vue tout à l’heure aux Champs Elysées ,son chapeau

,son visage ,son manteau dérangés par la main de

l’ange invisible avec lequel elle avait lutté (la

mort).

Goethe,J.W.v. Zu malende Gegenstände :Christus ,der, leicht über

dem Meer wandelnd , dem sinkenden Petrus zu Hilfe

tritt...ist selten gemalt worden ,sowie es zugleich

für den lebenden Künstler von großem Vorteil ist ,

daß es Raphael nicht unternommen ;denn mit ihm zu

ringen ist so gefährlich als mit Phanuel

(1.B.Mos.XXXII).

Rilke,R.M.

Der Schauende ;AW I p133sq. 134 : Der

Tiefbesiegte/von immer Größerem zu sein.///

Karte 151, Rückseite

Hofmannsthal

Yorck

Tod u Tod ;GkD p122 :Mit halbem Herzen,unterbundnen

Sinnen/In jedem Ganzen rätselhaft gehemmt,/Fühlt ich

mich niemals recht durchglutet innen,/Von großen

Wellen nie so recht geschwemmt ,/Bin nie auf meinem

Weg dem Gott begegnet ,/Mit dem man ringt , bis daß

er einen segnet./

Bw Dilthey p133(Halle 1923) ;SuZ p401 :U dann

genieße ich das stille Selbstgespräch u den Verkehr

mit dem Geiste der Geschichte . Der ist in seiner

Klause dem Faust n erschienen u auch dem Meister

Goethe n. Ihm würden sie n erschrocken gewichen sein

,so ernst u ergreifend die Erscheinung sein mag. Ist

sie doch brüderlich u verwandt in anderem, tieferen

Sinn als die Bewohner von Busch u Feld .Die Bemühung

hat Ähnlichkeit mit dem Ringen Jakobs ,für den

Ringenden selbst ein sicherer Gewinn .Darauf aber

kommts an erster Stelle an .

367


Karte 152, Vorderseite

2.Mose 2,22:Ich bin ein Fremdling geworden im fremden Land

Philon Alex. De somn. I 46 M. 627 (Aufenthalt im Körper

1.Mose 2,22 Ich bin ein F und Gast bei euch

Karte 152, Rückseite

368


Karte 153, Vorderseite

2.Mose 3,14:

Ich bin der ich bin (2.Mose 3,14)

Augustinus Conf.VII 10

Klopstock,F.G. Die Frühlingsfeier 7,4

Valéry,P. Mon Faust , Lust II 5; II p.321

Benn,G.

Ptolemäer ; II p256 : Ich (Benn) bin, der ich sein

werde , ich tue , was mir erscheint.

Schelling

Phil.d.Myth.I7 ;p171 :Diese Gebundenheit an den

relativ-Einen ist eine Beschränkung , die auch als

solchemempfunden werden muß,u über die das

Bewußtseyn hinausstrebt. An für diese Gegenwart kann

es sie aufheben , es wird daher diese Beschränkung

nur so weit überwinden , daß es dem wahren Gott zwar

als den jetzt bloß erscheinenden, a zugleich als den

erkennt ,der einst seyn wird .Von dieser Seite

angesehen ist die Religion des Abraham reiner

eigentlicher

Karte 153, Rückseite

Monotheismus ,a dieser ist ihm n die Religion der

Gegenwart ,in dieser steht sein Monotheismus unter

der Bedingung der Mythologie ,wohl a ist er ihm die

Religion der Zukunft ;der wahre Gott ist der,der

seyn wird,das ist sein Name.Als Moses fragt ,unter

welchem Namer er den Gott verkündigen soll , der das

Volk aus Ägypten führen werde ,antwortet dieser:“Ich

werde seyn der ich seyn werde“; hier also, wo der

Gott in eigener Person spricht , ist der Name aus

der dritten in die erste Person übersetzt ,u ganz

unstatthaft wäre es , auch hier den Ausdruck der

metaphysischen Ewigkeit o Unveränderlichkeit Gottes

(cf.165) zu suchen.

369


Karte 154, Vorderseite

2.Mose 20,4 :

Kant

Hegel

Non facies tibi sculptile ,neque omnem similitudinem

quae est in caelo desuper, et quae in terra

deorsum,nec eorum quae sunt in aquis sub terra

K.d.U.B 124:die Einbildungskraft ,ob sie zwar über

das Sinnliche hinaus ns findet ,woran sie sich

halten kann, fühlt sich doch auch eben durch diese

Wegschaffung der Schranken desselben unbegrenzt : u

jene Absonderung ist also eine Darstellung des

Unendlichen,welche zwar eben darum niemals anders

als bloß negative Darstellung sein kann,die aber

doch die Seele erweitert.Vielleicht gibt es keine

erhabenere Stelle im Gesetzbuche der Juden,als das

Gebot :Du sollst dir kein Bildnis machen ,noch

irgend ein Gleichnis , weder dessen was im Himmel

,noch auf der Erden ,noch unter der Erden ist u.s.w

. Dieses Gebot allein kann den Enthusiasm erklären ,

den das jüdische Volk in seiner gesitteten Epoche

für seine Religion fühlte ,wenn es sich mit andern

Völkern verglich ,

Ästhetik I p362 :Kunst der Erhabenheit:Erst durch

diese Anschauung vom Wesen Gottes als des schlech

Karte 154, Rückseite

Hegel

hin Geistigen u Bildlosen , dem Weltlichen u

Natürlichen gegenüber, ist das Geistige vollständig

aus der Sinnlichkeit u Natürlichkeit herausgerungen

u von dem Dasein im Endlichen losgemacht.

ib.363:Gott selbst als dieses reine Fürsichsein der

einen Substanz ist ohne Gestalt u in dieser

Abstraktion genommen der Anschauung n näherzubringen

.Was daher die Phantasie auf dieser Stufe ergreifen

kann , ist n der göttliche Inhalt seiner reinen

Wesenheit nach , da derselbe es verbietet ,ein

einer/ihm angemessenen Gestalt von der Kunst

dargestellt zu werden .Der einzige Inhalt ,der übrig

bleibt , ist deshalb die Beziehung Gottes zu der

von ihm geschaffenen Welt(Jüdische Psalmen).

370


Karte 155, Vorderseite

4.Mose 17,23: Des Morgens aber, da Mose i n die Hütte d.Zeugnisses

ging, fand er d .Stecken Aarons ...grünen u.d.Blüte

aufgegangen

Walther,

4,4: dû blüende gert Arônes (Maria)

Benn,G. Dunkler -, 3,4; WW III 116

Karte 155, Rückseite

371


Karte 156, Vorderseite

5.Mose 32,35:Mea est ultio.

Rache

Hebräer

10,30 (Zitat)

Schiller

Räuber V 2;3 p155 :Karl : Gnade - Gnade dem Knaben

,der dir vorgreifen wollte - dein eigen allein ist

die Rache .Du bedarfst n des Men Hand.

Psalm

93(94) ,1: Deus ultor, Domine

Römer

12,19: Scriptum est enim: Mihi vindicta;

Meyer,C.F.

Die Füße im Feuer;p914:Gemordet hast du teuflisch

mir/Mein Weib!U lebst...Mein ist die Rache , redet

Gott.///

Houwald

Der Leuchtturm II5, 1357-64;KDNL 151 p513sq

:Kaspar(Dringend) .Euren Namen laßt mich

wissen./Graf .Damals hieß ich Graf von Holm(als ich

Ulrich Mathilden entführte) .Kaspar(sich abwendend)

.Holm!Er ist es! - Herr der Welten,/Willst du,ich

soll Richter sein?/Nein,du sprichst:die Rach’ ist

mein,/U ich selber will vergelten!/

Karte 156, Rückseite

Buchstabe N

-

Buchstabe O

-

372


Buchstaben P/Q

Karte 1, Vorderseite

Psalm 67, 2: arens cendela quae aliis lucet et sibimet

cera liquescente deficit

Hartmann v. Aue Armer Heinrich 1o1

Karte 1, Rückseite

373


Karte 2, Vorderseite

Psalm 90,9: Wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätze

Gryphius, A. Menschliches ELend; p6: Das Leben fleucht

darvon wie ein Geschwätz und Scherzen.

Karte 2, Rückseite

374


Karte 3, Vorderseite

Psalm 90,12: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen,

auf dass wir klug werden.

Hamann, J.G. Sokratische Denkwürdigkeiten; SuD p77

Karte 3, Rückseite

375


Karte 4, Vorderseite

Psalm: 115; 5sq: Augen haben und nicht sehen

Ohren haben und nicht hören..

Psalm 135

16sq

Sapientia 15,14

Racine, J.

Athalie I 1; I p879sq

Dürrenmatt, F. Es steht geschrieben; K II p36

Karte 4, Rückseite

376


Karte 5, Vorderseite

An den Wassern zu Babel sassenw ir

Psalm: 137,1: und weinten.

Droste,A.v. Spiritus familiaris V 6, 4; p.753

Eliot, T.S. The Waste Land III 182

George, S.

Hyperion I. In: Das neue Reich, p.14sq

Pascal, B.

Pensées; H p45o

Karte 5, Rückseite

377


Karte 6, Vorderseite

Psalm 139,8: Führe ich gen Himmel, so bist du da. Betteste ich

mich in die Hölle, siehe, so bist du auch da.

Schiller, F.v. Räuber V 1; 3 p142: Moser: Meint Ihr dem Arm

des Vergelters im öden Reich des Nichts zu entlaufen?

u führet Ihr gen Himmel, so ist er da! u bet--

tetet Ihr Euch in der Hölle, so ist er wieder da!

u sprächet Ihr zu der Nacht: verhülle mich! u zu

der Finsternis: birg mich! so muß die Finsternis

leuchten um Euch u um den Verdammten die Miiternnacht

tagen- aber Euer unsterblicher Geist

sträubt sich unter dem Wort u siegt über den

blinden Gedanken.

Karte 6, Rückseite

378


Buchstabe R

Karte 1, Vorderseite

Rose und Dorn 1

Goethe

Bonaventura

Salomons güldne Worte 15; I p650: Ha, sagte die Ze

der, wer von meinen Zweigen brechen will,/muß

hochs teigen! Ich, sagte die Rose, habe Dornen.//

Nachtwachen III p25: mein Bursche sündigte bloß

an der Poesie durhc eine zu materielle Tendenz

seiner Schilderungen; er malte einen Himmel voll

Nymphen u sich neckender Liebesgötter an den Bett

himmel, unter dem er zu ruhen gedachte, den Weg

dahin bestreute er mit Vexirrosen, die er zahlreich

in zierlichen Redefloskeln von sich warf,

u die Dn, die ihm dann u wann die Füße verwunden

wollten, umging er durch leicht frivole Wendungen.

- ib. IX p85: Es freut mich, daß ich in den vielen Dn

meines Lebens doch wenigstens eine blühende R

fand; sie war zwar so von den Stacheln umschlunggen,

daß ichs ie nur mit blutiger Hand entblättert

hervorziehen konnte; doch aber plflückte ich

sie, u ihr sterbender Duft tat mir wohl (Ophelia).

Karte 1, Rückseite

Gryphius, A. Der Welt Wollust ist nimmer ohne Schmerzen; p6:

Wo schöne Rn blühn,s tehn scharfe Dorn dabei.

Sedulius

Carm. paschale II 28-31: Et velut e spinis mollis

rosa surgit actis,/Nils quod laedet habens matremque

obscurat honore/Sic Evae stirpae sacra

veniente Maria Virginis antiquae facinus nova

virgo piavit.

Shakespeare Sonnets 54; VI p426:

- Sonnets 35; VI p419: No more be grieved at that

which thou hast done:/Roses have throns, and sil

ver fountaints mud;/Clouds and eclipses stain

both moon and sun,/ And loathsome cancer lives

in sweetest bud./

- Sonnet 9; VI p443: The lily I condemned for the

hand;/ And buds of marjoran had stol’n thy hair:/

The roses fearfully on thornd did stand,/One blu

shing shame, another white despair,/

Hoheslied

2,2: Wie eine R(lilia) unter Dn, so sit meine Freu

ndin unter den Töchtern.

379


Karte 2, Vorderseite

Rose und Dorn 2

Schiller, F.v.

Gide, A.

St. Pierre, B.

An die Parzen;II p34: Oft hast du Dornen an der

(Lebens) Faden,/ Noch öfter Rosen dran gereiht,/

Für D’ u Rosen an dem Faden/Sei, Klotho, dir

dies Lied geweoht.//... Nur laß an Rosen nie die

Schere klirren,/Wenn du dies eine nur erüllst,/

...ni fleurs...

Paul et Virginie p178: La parfum de mille roses

ne plaít qu’un instant; mais la douleur que cau

se une seule de leurs épines dure longtemps après

sa piqûre. Un mal au milieu des plaisirs,

est pour les riches une épine au mileurdes

fleurs. Pour les pauvres, au contraire, un plai.

sir au milieu des maux est une fleur au milieu

des épines. Ils en gôutent vivement la jouissance.

Tout effet augmente par son contraste.

La nature a tout balancé.

Karte 2, Rückseite

Rose: dornenvoll

Droste, A.v.

Benn, G.

Niezsche, F.

Katharina Schücking 7, 8; p.87: die

dornenvollste Rose

Tristesse; III p338: Was ist das Fleisch

-aus Rosen und aus Dornen,

Geburt der Tragödie 3, I, p30: Um leben zu

können, mußten die Griechen diese Götter,

aus tiefster Nötigung, schaffen: welchen

Hergang wir uns wohl so vorzustellen haben,

daß aus der ursprünglichsten titanischen

Götterordnung der Freude ent

wickelt wurde: wie Rosen aus dornigem

Gebüsch hervorbrechen.

- Z II: Von den Erhabenen; p126: Behängt mit

häßlichen Wahrheiten, seiner Jadgdbeute,

u reich an zerrissenen Kleidern; auch

viele Den hingen an ihm- aber noch sah

ich keine R.

380


Karte 3, Vorderseite

Rose und Dorn 3

Schiller, F.

Ovidius

Musset, A.de

Corneille

PIII; 1650o: Gräfin Terzky: N Rn bloß, auch Dn hat

der Himmel,/Wohl dir (Thekla), wenn sie den Kranz

dir n verletzen./Was Venus band, die Bringerin

des Glücks,/Kann Mars, der Stern des Unglücks,

schnell zerreißen./

Ars amandi II 113-166: Forma bonum fragile est

quantumque accedit ad annos,/Fit minor, et spatio

carpitur ipsa suo./Nec violæ semper nec ian

thina lilia florent/Et riget amissa spina relic

ta rosa./

Caprices de Marianne II 1; p281: Octave: L’indifference.

Vous ne pouvez ni aimer ni hair, et vous

êtes comme les roses du Bengale, Marianne, sans

épine et sans parfum.

L’illusion III 1 p634: Isabelle: Nous donnons

souvent bien de divers noms aux choses:/Des épi

nes pour moi, vous les nommes des roses;/ Ce que

vous appelez service, affection,/ Je l’appelle

[supplice] [unleserlich ] et persécution./

Karte 3, Rückseite

Grillparzer Ahnfrau II; 2 p33: Graf: Schließ dich ein in unsre

Leiden,/Shcließ dich ein in unsre Freuden;/ Ja,

in unsre Freuden, Sohn./ Ist kein Dorn doch also

schneidend,/Daß er nicht auch Rosent trägt./

- ib.48: Berha: ich trank der Liebe Wonne,/U ihr

Gift aus seiner Hand./Seit sein Arm mich hat umwunden,/Seit

ich fühlte seinen Kuß,/Ist das Feen

land verschwunden,/U auf dn tritt mein Fuß;/ Dn,

die zwar Rn schmücken,/Aber Dn, Dn, doch,/In dem

glühendsten Entzücken/Fühl’ ich ihren Stachel

doch./

- Sappho IV 2;2 p15o: Für das Geliebte leiden ist

so süß/ U Hoffnung u Erinnerung sind ja Rn,/ Von

e i n e m Stamme mit der Wirklichkeit,/Nur ohne

Dornen!

- ib.III 2, p14o: S: Mag auch das Leben noch so lieb

lich blinken,/Mit holden Schmeichellauten zu

dir (Künstler=S) tönen,/Als Freundschaft u als

Liebe an dich locken./Halt ein, Unsel’ger! Rn

willst du brechen/ U drückst daführ dir Dornen

an die Brust!-

381


Karte 4, Vorderseite

Rose und Dorn 4

Valéry, P.

Lenau, N.

Klopstock

Silesius, A.

Baignée; I p78sq: Eclose la beauté par la rose et

l’épingle!

Don Juan; IV p236: DJ: Du sollest (Maske) Rosenduft

in Worte bringen/ U lässest scherzend mir

die Dornen klingen./Auf zarte Bitte kam ein rauher

Stich!/

Die künftige Geliebte; p60: Eile n so, damit n vom

D der verflanzeten R/Blute, wenn du so eilst, dein

zu flüchtiger Fuß/

Wandersmann III 84: Die Rn seh ich gern, denn sie

sind weiß u rot/U voller Dn wie mein Blut-Bräut’

gam mein Gott.

- ib. III 87 (Christus)

- ib.III 88: Freund, wer in jener Welt will lauter Rn

brechen,/Den müssen vor all hier die Dn gnugsam

stechen./

Karte 4, Rückseite

Sileisus

ib.II 89: Die Schönheit lieb ich sehr; doch nenn

ich sie kaum schön,/Im Fall (seh) sie n stets

seh untern Dornen stehn./

- ib. III 91: DIe Ros’ ist meine Seel, der Dorn des

Fleisches Lust

Naville, E. Die Pflicht I; p10: Gegen Aristipp: Aber die Jugend

dauert n imer; n Alle sind gesund u n Alle reich,

Im Rausche der Freude, in dem Taumel der Leidenschaften,

welche ihre Befriedigung finden, wünscht

man überall Rosen zu pflücken, aber die Rn des Lebbens

gleichen denen des Feldes; die Jahreszeit rütckt

vor, die Blüthen fallen ab, u die Dn allein

blei

ben.

Lenz

Hofmeister III 2; SuD I 171: Wenzeslaus: der Hofmeisterstand

ist einer von denen, unus ex his,

die alleweil mir Rn u Lilien überstreut sind,

u wo einen die Dn des Lebens nur gar selten

stechen.

382


Karte 5, Vorderseite

Rose und Lilie

Walther

Gedichte 74, 3o; p.1o7

Goethe, J.W.v. Im Gegenwärtigen Vergangenes; II p47.

- Frühling übers Jahr; II p.166sq.

Walther

53,38: roeseloht, liljenvar (Frau)

- 68,2: liljerôservarwe (Frau)

- 43,32 (allegorisch; Frau)

- 27,2o; liljen unde rôsen bluomen

Mörike, E. Mozart; I p.584

Anakreonta 25 In: Mörike SW I p.393

Goethe, J.W.v. Mich ängstigt das Verfängliche; II 411

Racine, J.

Port-Royal, Ode 7; I p.1o18

Hölderlin, F. Menons Klagen um Diotimia II, p165

Wieland, C.M. Hexameron; XXIX p1oo: alle L. u.R.

ihres Gesichts

Karte 5, Rückseite

Hebbel, F. Leben und Traum; 2p.155

Virgilius

Aeneis XII 68: vel mitra rubent ubi

lilia multa alba rosa.

Wieland, C.M. Sylvio IV 5; V p254: Rosen u. Lilien

ihres Gesichts

- Sylvio I[I] [unleserlich] 9; V p19o: Sylvios

Gesicht:

lauter Lilien und Rosen

- Sylvio V 2; VI p19: eine Nymfe ist

lauter Lilien und Rosen.

Goethe, J.W.v. Chin,dte. Jahres-und Tageszeiten

XI; 2 p267

Brentano,C. Starenberg; III p175: Wie d. Purpurrosen

prangen/Neben weisser Lilien

Schnee,/Schminke ich dir deine Wangen,/Die

gebleicht von tiefem Weh.

- Tagebuch der Ahnfrau; III p919

383


Karte 6, Vorderseite

Rose und Lilie

Otfried

Evang, V 23, 271sq: Thar blyent thir io/

lilia inti rosa

Cyprian v.Karth. Ad martyros I 8: Liber de opere 26 (PL

4,49 et 622): R u. L des Paradiesgartens:

blutige Märtyrer+ Jungfrauen

Ambrosius

In ps.118 expos. (PL 15,139o): L.=Glanz

d. ewigen Seligkeit; R=Blut des Herrn,

werden von den Christen gepflückt.

Carmen de Deo I 437: L=Maria; R=Christus

Venant.

Carm III9: Omnes ultra homines dona de-

Fortunat.

coris habens/Inde rubore rosas, candore

hinc lilia vincens.

Sedulius Scottus De rosae liliique certamen. Poet. lat

- Floire et Blancheflor (=R L), 581 sqq

Goethe, J.W.v. Pandora 153sq; 15p146

Karte 6, Rückseite

Shakespeare, W. Sonnet 98; IV p443: Nor did I wonder at the

lily’s white,/Nor praise the deep vermilion

in the rose;/They were but sweet, but

figures of delight,/Drawn after you, you

pattern of all those.

- Sonnet 99; ibid: The lily I condemned for

thy hand/...The roses fearfully on thorns

did stand.

Hofmannsthal. H. Casanovas Abenteuer mit Christine :

Christine=Gesicht von Lilien und Rosen

Vergilius

Aeneis XII 67-69: Indum sanguineo veluti

violaverit ostro/si quis ebur, aut mixta

rubend ubi lilia multa/alba rosa: talis

virgo dabat ore colores.

Wieland C.M Sympathien 5; XXX p34sq: Vor wenigen Stunden

blühte sie wie eine Morgenrose; da

pflückte sie plötzlich der Tod, u sie verdorrete

wie eine Rose im Mittag... Das schmelzende

Feuer ihrer Augen ist verloschen

die Farbe ihrer Wangen gleicht der welken

Lilie, alle ihre lächelnden Grazien sind

verschmachtet.

384


Karte 7, Vorderseite

Rose und Lilie 2

Viau, Th.de

Gombaud, J.O.

Lafontaine

Le Matin: il est jour: levons-nous Philis;/Allons

à nostre jardinage,/Voir s’il est comme

ton visage,/Semé de roses et de lys.

Sonnet Une effroyable horreur: Quand Morphée

emprunta la chevelure blonde,/Les roses, et les

lys, qui n’ont jamais d’hyvers,/Et mille autres

appas d’un long crespe couvers,/Dont aujourd’

huy Phillis estonne tout le monde

Elégie: Te souvient t-il encor de certaine bergère?/On

la nomme Philis; elle est un peu légere:/Son

cœur est soupçonné d’avoir plus d’un

vainqueur/Mais son visage fait qu’on pardonne

à son cœur./Nous nous trouvâmes seuls: la pudeur

et la crainte./De roses et de lis à l’envy

L’avoient peinte./ Je trimphay des lis et du

cœur dès d’abord,/Le reste ne tenoit qu’à quel

que rose encor./Sur le ponct que j’allois sur

monter cette honte,/On me vint interrompre...

Karte 7, Rückseite

Novalis

Ofterdingen I 6; I p271: Mit innigem Wohlbehagen

ruhte sein (O) Auge auf den Rosen seiner Tän

zerin (Mathilde)... Eine nach der aufgehenden

Sonne geneigte L war ihr Gesicht, u von dem

schlanken, weißen Halse schlängelten sich blau

e Adern in reizenden Windungen um die zarten

Wangen.

- ibid. I 5 I p257: Der Tisch bestand aus 5 großen

steinernen Platten, die wie ein Kasten zusammengesetzt

waren. Auf der obersten lagen eine

männ. u eine weibl. Figur in Lebensgröße einge

hauen, die einen Kranz von Ln u Rn angefaßt hat

ten; an den Seiten stand: Friedrich u.Marie von

Hohenzollern/kehrten auf dieser Stelle in ihr

Vaterland zurück.

Morungen

MF 136, 5: doch wart ir varwe liljen qîz und rôsen

rôt,/...

Racine, J.

Port-Royal VII; I p1o18: Dieu! quels prodiges in

ouis!/Je vois naître dessus les lis/L’incarnat

de la rose,/Je vois la flamme et sa rougeur/Des

sus la neige éclose/Embellir même la blancheur

385


Karte 8, Vorderseite

Rose und Lilie 4

Voltaire

John v.Tepl

Laforgue, J:

Hartman

Pucelle VI; II p4o9: Il(page) tire alors un flacon

d’eau des carmes;/Sa main timide arrose les

charmes (a.Sorel)/Et les endroits de roses et

de lis/Qu’avaient la selle et la chute meurtis./

Ackermann, p14, 1o Tod: Beachte, wie die leuchtend

den Rn u die starkduftenden Ln in den Gärten, wie

die kräftigen Kräuter u die lustspendenden Blu

men in den auen... müssen zunichte werden u ver

fallen allenthalben.

Complainte du roi de Thulé: Il était un roi de

Thulé/ Immaculé,/Qui loin des jupes et des choses,/Pleurait

sur la métempsychose/Des lys en

roses,/Et que palais!/

Erec 1698sqq: Nu fuorte sî (Enîte) diu künegîn/

gegen der menigîn./ der wunsch was an ir garwe./

als der rôsen varwe/under wîze liljen güzze,/unde

daz zesamne flüzze,/und daz der munt begarwe/

dwaer von rôsen farwe/dem glîchte sieh ir lîp.

Karte 8, Rückseite

Nietzsche

Lafointaine

Voltaire

Mallarmé, St.

Zarathustra III: Die 7 Siegel, 6: Wenn meine Tugend

eines Tänzers Tugend ist, u ich oft mit bei

den Füßen in gold-smaragdenes Entzücken spra

ng:/wenn meine Bosheit eine lachende Bosheit

ist,heimisch unter Rosenhängen u Lilienhek

ken;/.../ o wie sollte ich n nach der Ewigkeit brün

stig sein u nach dem hochzeitlichen Ring der Ring

ge,-dem Ring der Wiederkunft?/

Amours de Psyche et de Cupidon; p422:C’était au

si l’Amour: son teint, par sa fraîcheur,/Par son

éclat, par sa blancheur,/Rendit le lis jaloux,

faisait honte à la rose.

L’Ingén, p1[9]6: La courte et ronde demoisenelle le

regardait de tous ses petites yeux, et disait de

temps en temps au prieur: Ce grand garcon-là a

un teint de lis et de rose! qu’il a une belle

peau pour un Huron!

Toast funèbre; p55: Le Maître, par un oeil profond,

a, sur ses pas./Apaisé de l’éden l’inquiète

merveille/Dont le frisson final, dans sa voix

seule, veille/Pour la rose et le Lys le mystère

d’un nom./

386


Karte 9, Vorderseite

Rose und Lilie 5

Ovidius

Hölderlin, F.

Ovidius

Tieck, L.

Ars amandi II 113-16: Froma bonum fragile est.

quantumque accedit ad annos,/Fit minor, et spatio

carpitur ipsa suo./Nec violae semper nec

ianthina lilia florent/Et riget amissa spina

relic[aa] rosa./

Memons Klagen um Diotima (II)2; p165: Euch, ihr Lie

benden auch, ihr schönen Kinder des Maitaigs,/Stille

Rn, u euch, Ln, nenn ich noch oft!/

Met. XII 41osq: Hylonome: ut modo rore maris, modo

se violave rosave/implicet, interdum canentia

lilia gestet/

Aufzug der Romanze; I p41o: In der Hand trägt sie

(Venus, Mutter der Romanze) zwei Blumen/Eine R,

eine Lilje,/Die mit inn’ger Liebessehnsucht/Im

mer zu einander blühen./R lächelt voll Verlangen,/Wird

von Freude angetrieben,/Lilje hat der

heil’ gen Willen,/Reiner Glanz ist ihr beschieden./Beide

Blumen schaut die Mutter/An mit Sehn

Karte 9, Rückseite

La Fontaine

Gautier, Th.

Lohenstein

sucht in den Blicken./Will die Rote trunken machen,/Schaut

sie ihre Schwester drüben:/Will

die Bleiche Fromme sprechen,/Sanft erheitern,

sanft betrüben,/Schaut sie auf die Rote sehnliche/U

ihr Auge lachet wieder./

Adonis; p363: Rien ne manque à Venus, ni les lis,

ni les roses,/Ni le mélange exquis des plus aimables

choses,/Ni ce charme secret dont l’oeil

est enchanté,/Ni la grâce plus belle encor que

la beauté./

Maupin 12; P306: Elle (Rosette) souffrait, mais

sans plainte et sans aigeur, et elle n’attribuait

qu’à elle le peu de succès de ses tentatives.- Ce

pendendant sa pâleur augmentait chaque jour, et les

lis avaient livrè aux roses, sur le champ de bataille

des ses joues, un grand combat où ces derni

ères avaient été définitivement mises en déroute;

cela me d’ésolait...

Cleopatra II, Reyen; 531sq: Paris (Venus) Deine

bepurperte Rn vertilgen/Andere Schönen (pallas,

Juno) versilberte Lilien./

387


Karte 10, Vorderseite

Rose und Lilie 6

Gryphius

Dante

Hebbel

Cardenio, Reyen II I; 189sqq: Mensch: Was sind die

Liljen noch?Worzu der Rn Prsacht?/Dein (Frühling=junges

Mädchen) Rn=frisches Angesichte/Macht

aller Blumen Schmuck zunichte./

Div.Comm.Par XXIII 73sqq: Quivi è la rose in che il

Verbo Divino/Carne si fece (=Maria); quivi son li

gigli,/Al cui odor si prese il buon cammino (Apostel).//

Gyges II; 6 p122: Du (Lesbia) bist sehr schön!

Ei freilich! Ein Gemisch/ Von Ln u Rn, die im Beet/

Bunt durcheinander stehn u die der Wind/ in gaukle

rischem Spiel so neckisch schaukelt, /Daß man sie

n mehr unterscheiden kann!/Jetzt bist du rot, [je]tzt

blass ! U n einmal ! Du bist’s zugleich!

Eichendorff Ahnung u Gegenwart II 12; II p112;

Anom. 1o Jh.

Karte 10, Rückseite

(Bei Rehm; Europ. Romdichtung p34): O Roma nobilis,

orbis et domina,/cunctarum urbium excellentissima,/roseo

martyrum sanguine rubea/albis

Lenz

et virginium liliis candida:/salutem dicimus ti

bi per omnia,/te benedicimus: salve per saecula!

Hofmeister III 2; SuD 171: Wenzeslaus: Sie

((H) sind ja weiß u rot wie Mandelblüte (Livrée).-Nun

ja freilich, der Hofmeisterstand ist

einer von denen, unus ex his, die alleweil mit

Rn u Ln übersteut sind, u wo einen die Dornen

des Lebens gar selten stechen.

388


Karte 11, Vorderseite

Rose und Nachtigall

Omar Khayyám Rubáiyát VI

Ross, W. R. u.N. IN: RF 67.1956

Roman de la Rose 895: Nachtigallen zupfen der Rose

Blätter ab=defloratio

Seidel, I.

Rose und Nachtigall

Storm, Th.

Das macht, es hat die N. die ganze

Nacht geschlagen

Lenau, N.

An die Entfernte; II p5o

Mörike, E.

Auf einer Wanderung; I p1o9

Goethe, J.W.v. WÖD; 5 p68: Unmöglich scheint immer d.

R. ‚Unbegreiflich die Nachtigall.

Lenau, N. Der Rationalist und der Poet; II p116:

"Freund (Poet), du sitzest hier auf weichem

Moose,/Ins Geruchzeug duftet dir

die Rose,/Um dein Antlitz Frühlingswinde

wallen./Und da drüben lärmen N“

Karte 11, Rückseite

Schiller, F.

Rilke, R.M.

Schubert,G.

Räuber VI 4; 3 p115: Amalie: hier hielt er (Karl)

mit himmlischer Musik die Nen gefangen- hier an

diesem Busch pflückte er Rosen, u pflückte die

Rosen für mich-hier, hier lag er an meinem Halse,

brannte sein Mund auf dem meinen, u die Blumen

starben gern unter der Liebenden Fußtritt.

Worpswede; AWII p225: Aber darum kömmt später

für Jünglinge u junge Mädchen jene einsame, von

vielen tiefen Melancholieen zitternde Zeit, da

sie, gerade in den Tagen des körperlichen Reifwerdens,

unsäglich verlassen, fühlen, daß die Di

nge u Ereignisse in der Natur n i c h t m e h r u

die Men n o c h n i c h t an ihnen teilhaben. Es

wird Frühling, obwohl sie traurig sind, die Rosen

blühen und die Nächte sind voll Nachtigallen, obwohl

sie sterben möchten, u wenn sie endlich wie

der zu einem Lächeln kommen, dann sind die Tage

des Herbstes da,

Ansichten von der Nachtseite der Naturwisseschaft

IX: p237: Eben in der Zeit, wenn die Blüthen,

von denen sie sich zu nähren pflegen, sich eröffnen,

sieht man auch die verschiedenen Arten

389


Karte 12, Vorderseite

Rose und Nachtigall 2

Schubert

der Insketen aus ihren Gräbern hervorgeht. Die

schöne Sympathie der N u der R, ist von den Persern

in unzähligen Liedern besungen, wie in dem blühenden

Hayn der kleine Sänger von der Liebe zur schönen

Blume ergriffen, die ferne Kluft, welche die

Natur zwischen der Blüthe u dem Thiere befestiget,

beklagt.

Karte 12, Rückseite

390


Karte 13, Vorderseite

Rose: schwarz

Proust, M.

Hebbel

JF II; I p947: Albertine: il arrivait que le teint

de ses joues atteignît le rose violacé du cyclamen,

et parfois même, quand elle était congstionnée

ou fiévreuse, et donannt alors l’idée d’une

complexion maladive qui rabaissait mon désir à

quelque chose de plus sensuel et faisait exprimer

à son egard quelque chose de plus pervers

et de plus malsain, la sombre pourpre de certaines

roses d’un rouge presque noir;

Der Zauberhain; 2p11: Pflücke n die schne Rn,/Die

um jeden Stamm sich ranken,/Wenn sie auch noch

heiß’re Düfte,/Als die rothen, in sich tranken!/

Doch, er hat sich gleich die erste,/Die er schwanken

sah, gebrochen (am Ende Tod).

Karte 13, Rückseite

391


Karte 14, Vorderseite

Rose: mit Tau

Wolfram

Parzival VI 2o5, 23: gevar als touwege

rôsen

Walther

27,29: liehtiu rôse in touwes flüete

Klopstock, F.G. An Cidli: Wach vom Taue der Rosen auf!

Elegie: Tau fliesst vom Rosengebüsch

in das Haar einer Geliebten

Wieland, C.M. Anti-OvidI 11sq, II p7

- Sylvio III 7; V p178: Du bethauest die

Rose mit deinen Thränen

- ibid. V1o; VI p65: Liebende so schwer zu

scheiden wie Thautropfen im Schooss

einer halbgeöfneten Rose.

Schaumann, R. Petersiliengarten p44

Wieland, C.M. Gandalin VII; XXI p131: So stattlich gezieret,/Schön

wie ein Stern im Morgengrau,/Und

frischer als eine Rose im

Karte 14, Rückseite

Goethe, J.W.v.

Thau/ Trat er (Gandalin) den Saal hinein

WÖD; 5 p12: Im Gegenwärtigen Vergangenes: Ros’

und Lilie morgentaulich/Blüht im Garten meiner

Nähe;/

392


Karte 15, Vorderseite

Rosegger, Peter

Frommel, O.

Neuere deutsche Dichter in ihrer religiösen Stellung

Karte 15, Rückseite

393


Karte 16, Vorderseite

Rosenroman

Potansky, P. Der Streit um den R.

Karte 16, Rückseite

394


Karte 17, Vorderseite

Rosenbett

Wieland, C.M. Diana und Endymion; VII p30

- ibid. p39: Rosenlager (Liebeslager)

- Aurora und Cephalus; VII p73

Horatius

Carm. 1 5, 1sq: Quis mula gracilis te

puer in rosa/Perfusus... (Liebeslager

in einer Grotte)

Haller, A.v. Alpen465sq: Die geile Wollust kürzt

die kaum gefühlten Tage,/Weil um ihr

Rosen-Bett ein naher Donner blitzt,/

(in grossen Städten)

Karte 17, Rückseite

395


Karte 18, Vorderseite

Rosewange, Rose und Wange

cf.Pfirsich-Wange

Goethe, J.W.v. Weise die Rose nicht ab; I p.492

Wieland, C.M. Johanna Grey IV 4; XXV p.82

- Musarion I p1o, II p.41; vol.XII

Klopstock, F.g. Petrarca u und Laure: rosenwangig

Bonaventura Nachtwachen VII p65

Mörike, E.

Scherz; I p99: Rosenwange

Goethe, J.W.v. Faust II 2, 7758: der Wängelein Rosen

(ironisch)

Hölderlin, F.

Wieland, C.M.

Melodie an Lyda: p316: der Wange Rose

Diana u.Endymion; VII p36: Wangen,

Rosen gleich (Endymion)

- Aurora und Cephalus; VII p1o8: Seine

Wangen färben sich mit neuen Rosen

- Erdenglück; VIII p11: Wangen rosenroth

- Idris u. Zenide II 99: rosenwangig

Karte 18, Rückseite

Wieland, C.M. Wasserkufe; XXII p269: Frau, wie Rosen

roth von Wangen

Prust, M.

JF II; I p723:La fleur curieusement

rose des joues (du "chasseur“)

Wieland, C.M. Idris u.Zenide I 41: Kampf gibt Karmin

den Rosenwangen

- ibid.II 11: Wangen u. Mund prangen mit

neuen Rosen (in der Umarmung)

- Sylvio VI 1, VI p142:Ihre Wangen be-

Büchner, G.

schämten die frischesten Rosen.

Leonce und Lena I 3; p122: leonce.Mein

Kopf! Ich ahabe unsere Liebe darin beigesetzt...

Siehst du, wie schön tot das ar

me Ding ist? Siehst du die 2 weissen Rosen

auf seinen Wangen und die 2 roten

auf seiner Brust?

- ibid. p121: (Rosetta) O meine heissen

Wangen, ihr müsst glühen/Im wilden Kosen,/Und

möchtet lieber blühen-/Zwei

weisse Rosen.

396


Karte 19, Vorderseite

Rosewange, Rose und Wange 2

Lenau, N.

1oo1 Nacht

Kleist, H.v.

Proust, M.

Wieland, C.M.

An ein schönes Mädchen; II p9o: Wenn du in des

Welkens Tagen/Nicht den frohen Mut mehr hast

/Rosen in dem Haar zu tragen,/Weil den Wangen

sie verblasst..

421; III p584: Die einsame R der W liess mich

keinen Trost mehr finden (Jüngling)

Penthesilea 14; p35o: So sei mir, frischer Lebensreiz,/Du

junger, rosenwang’ger Gott, gegrüsst!

(Achilles)

Guermantes II;II p364: je me disais que j’allais

connaître le gôut de cette rose charnelle...

le visage fleuri que j’avais choisi entre tous

Gandalin VII; XXI p133: Indessen spricht/Das

Fräulein, frei u unbefangen,/Von vielerlei,

wirft dann u wann/Wohl einen Blick auf unsern

Mann,/Den er gefällig deuten kann,/Doch ohne

daß ihre Rosenwangen/Sich höher färben....

Karte 19, Rückseite

Spee, F.v.

Schiller, F.

Christmeßgedicht; p38: Auf, eilend auf zur

Krippen,/Zum kleinen Schäferlein!/Küßt ihm

die Purpurlippen,/Das Purpurmündelein:/Küßt

ihm die Rosenwangen,/Die Winterblümelein,/So

trutz dem Frühling prangen,/Obs wohl erfroren

sein.//

Carlos II (, 16o1sqq: Carlos: Denn wer/Wer wird

es diesen Rn glauben,/Daß Leidenschaft in dieser

Brust gewühlt?/Läuft eine Fürstin Eboli

Gefahr/Umsonst u unerhört zu seufzen?

- Die Erwartung; 1 p21: U all ihr Schmeichellüfte

werdet wach/U scherzt u spielt um ihre Rn,/Wem

seine schöne Bürde,leicht bewegt,/Der zarte

Fuß zum Sitz der Liebe trägt.//

- Das Ideal u das Leben; 1 p196: Des Olympus Harmonien

empfangen/Den Verklärten (Herkules) in

Kronions Saal,/U die Göttin mit den R/ Reicht

ihm lächelnd den Pokal.//

Hartman

Gregorius 2541sq: er muose schouwen/an sîner

lieben vrouwen/ein swaere ougenweide./ir hiufeln

was vor leide/diu rôsenvarwe entwichen,/

diu schoene garwe erblichen:/sus vant er si

397


Karte 20, Vorderseite

Rosewange, Rose und Wange 3

Hartman

Diderot, D.

Flaubert

tôtvar./

La Religieuse; p348sq: "Faner les roses de ces/

joues!..." Et elle les flattait de la main et

les baisait.

Tentation V; I p168: Je faisais avec ma

ceinture tout l’horizone de l’Hellenie. Ses champs

brillaient des roses de mes joues, ses riva.

ges étaient découpés d’après la forme des mes

lèvres; et ses montagnes, plus blanches que mes

colombes, palpitaient sous la main des statuaires.

Karte 20, Rückseite

398


Karte 21, Vorderseite

Rot: Farbe des Stolzes

Valéry, P. Tel Quel; II p691: Sept péchés font un juste. Les 7

péchés capitaux sont les 7 couleurs p u r e s du

spectre de l’âme du juste (...) Restent le V e r t

et

le R o u g e, qui sont nécessairement L’E n v i e

et

l’O r g u e i l, chlore et pourpre.

Karte 21, Rückseite

399


Karte 22, Vorderseite

Rot und weiss

Blut und Schnee.

Rose und Lilie

weisser Leib

Milch und Blut

weisse Zähne

Karte 22, Rückseite

400


Karte 23, Vorderseite

Rot und weiss: Christus

A.Scotus

PL 198, col.699: Christus dicitur candidus ut Deus,rubicundus

uti homo.

Karte 23, Rückseite

401


Karte 24, Vorderseite

Rot und weiss: Frau

Baudelaire, Ch. A une Madone; p56: (Mon desir) revêt d’un

baiser tout ton corps blanc et rose.

- Poésies retrouvées XVIII p221: J’aime.../

Son beau corps blanc et rose

Viau, Th.de. La solitude: Que ton teinct est de bonne gla

ce!/Qu’il est blanc, et qu’il est vermeil!

Wieland, C.M. Gandalin IV; XXI p89: In freien Locken spielt

ihr Haar/Um einen schwanenweißen Nacken/

Die Brust beschattet ein Zwillingspaar/

Vollblühender Rosen, von ihren Backen/An

Röthe beschämt.

Chretien

Perceval 79o4sqq: La face ot blanche; de desus/L’ot

enluminee Nature/D’une color vermeille

et pure,/La pucele fut molt adroite./

- ib.1823sqq: Blancheflor: Et miex avenoit en

son vis/Li vermeus sor le blanc assiss/Que

li sinoples sor l’argent./

Karte 24, Rückseite

Chretien

Perceval 4172-42o8: Blutstropfen im SChnee erinnernd

an Blancheflor

402


Karte 25, Vorderseite

Rot und weiss: Blumen und Leib

Gryphius, A.

An eben dieselbe (eines hohen Standes Jung

frau) p7: Was wundert ihr Euch noch, Ihr Rose

der Jungfrauen,/Dass diese Purpurros, die

Ihr kaum aufgefaßt/In euer schneeweissen Hand

so unversehens erblaßt?

Karte 25, Rückseite

403


Karte 26, Vorderseite

Roter Faden

Goethe, J.W.v. Wahlverwandtschaften, WA 2o, 212

Freud, S. Der Witz, p.18

Fabri, A.

Der rote Faden, Nachwort

Karte 26, Rückseite

404


Karte 27, Vorderseite

Rote Lippen

Brentano, C. Ponce de Leon IV 9

Kleist, H.v. Schrecken im Bade; p.1oo6

Mörike, E. König v. Orplid IV; II p.249

Meyer, C.F. Schnitterlied; p.765: L. des Lebens

so rot!

Heym, G.

Schwarze Vision IV: Purpurlippen

Hofmannsthal Kaiser und Hexe; I p1o1: Lieber, schlägst

du mir mit Eisen/Rote Wunden, blutig

rote/Neue Lippen?Dort wo deine/

Lippen lagen oft und oft!

1oo1 Nacht

421; III p585s: Sie hat zwei rahmweiche

r L, die geben dir süssesten Honig zu

nippen.

Diderot, D. La Religieuse; p359: des lèvres vermeil

les comme la rose, des dents blanches

comme le lait.

Karte 27, Rückseite

Novalis

Spee, F.v.

Sais 2; I p92: Unter den Mädchen war Eine, ein

köstliches, bildschönes Kind, sah aus wie

Wachs, Haare wie goldne Seide, kirschrote Lip

pen, wie ein Püppchen gewachsen, brandrabenschwarze

Augen (Rosenblüte)

Christmeßgedicht; p38: Auf, eilend auf zur

Krippen,/Zum kleinen Schäferlein!/Küßt ihm

die Purpurlippen,/Das Purpurmündelein!;/

405


Karte 28, Vorderseite

Roter Mund

cf. Mund: Rubin

Mund: Granatapfel

Wolfram

Parzival V 252, 27: rôter munt

Walther

39,28: wie rôt ist mir der munt

- 51,37

- 27,26. süezer rôter munt

- 27,29: munt rœter danne ein... rôse

Molière

Tartuffe I 5; V p.25: bouche vermeille

(Zeichen von Wohlergehen)

Eichendorff, J. Nachtzauber; I p.166

Friedrich, v.H. Mf 49, 19

Meyer, C.F. Die Veltlinertraube; p.768

Goethe, J.W.v. Flieh, Täubchen! I p.124: Liebhaber

Trakl, G.

Nachts; I p.1oo: Schwester?

Hölderlin, F. Melodie an Lydia, p316: Purpurmund

Karte 28, Rückseite

Spee, F.v.

Christmeßgedicht; p38: Auf, eilend auf

zur Krippen,/Zum kleinen Schäferlein!/

Küßt ihm die Purpurlippen,/Das Purpurmündelein!;/

Wieland, C.M. Idris u. Zenide III 88: Rosenmund

Brentano, C. Radlauf; III p19: r.M: wie rote Nelke

- Radlauf; III p23 (volksliedhaft)

Hofmannsthal Abenteurer; I p586: Une grande

brune de 18 ans, faite au tour, grands

yeux noirs, petite bouche vermeille,

beaux bras, jolies mains...

Vieu, Th.de La solitude: Belle bouche d’ambre et de

rose/Ton entretien est desplaisant/si

tu ne dis, en me baisant/Qu’aymer est

une belle chose.

Rabelais, F. Gargantua 15: p50: Alors Eudémon..., la

face ouverte, la bouche vermeille, les

yeulx asseurez et le reguard assis sur

G avecques modestie juvenile... commen

cale louer et magnifier (rhetorisch).

406


Karte 29, Vorderseite

Roter Mund 2

Voltaire

Hartman

Pucelle II; III p388: Trente-deux dents d’une éga

le blancheur/Sont l’ornement de sa bouche vermeille/Qui

semble aller de l’une à l’autre oreille./

(Jeanne)

Erec 1698: Nu fuorte sî (Enîte) diu künegîn/gegen

der menigîn,/der wunsch was an ir garwe./als der

rôsen varwe/under wîze liljen güzze/unde daz

zusamne flüzze,/und dazu der munt begarwe/waer

von der rôsen varwe,/dem glîcht sich ir lîp./

- Iwein 73o2: mit rôtsüezem munde/lachete sî die

swester an/(jüngere Gräfin vom Schwarzen Dorn)

Karte 29, Rückseite

407


Buchstaben Sch

Karte 1, Vorderseite

Schatten

Spiegel und Schatten

Karte 1, Rückseite

408


Karte 2, Vorderseite

Schatten: als Doppelgänger

Doppelgänger

B orge, B.

Tod im Blausee (UB 731) p155: Mein schwarzer Sch

tanzte vor mir auf dem Pfade; er wirkte wie ein fre

mdes, unstoffliches Wesen, das mich die ganze Zeit

Schritt für Schritt begleitete, meine Bewegungen

parodierte, den Rhythmus meines Körpers (parodier

te) karikierte, mich mit summen Gebärden verhöhnte.

Während ich ihm im Gehen anstarrte, war mir pl

ötzlich, als ob er auch ein Gesicht habe. ein lach

endes, böses Gesicht, zwei schmale Augen, der Mund

zu einem kalten Grinsen erstarrt (=Tore Gruvik=

Teddy Werner)...

Karte 2, Rückseite

409


Karte 3, Vorderseite

Schatten, eigener, erschreckend

Tieck

Der Abschied II 2 p92: Luise: fährt erschrocken

aus seinen (ramsteins) Armen, laut schreiend: Est

steht jemand hinter uns!-Ramstein: Wo?-wo?-Luise

(ohne sich umzudrehen, hinter sich nach der Wand

zeigend) Dort!-Ramstein: Es sind unsere Sch, Luise,-sieh,

wie gräßlich verzerrt sie sich hin u her

bewegen.-Luise: Ich mag nicht hinsehn.

Karte 3, Rückseite

410


Karte 4, Vorderseite

Schatten, länger werdend, Abend

Vergil

Hugo

Ecl. I 82sq: et iam summa procul villarum culmina

fumant/maioresque

cadunt altis de montibus umbrae.//

Légende des siècles: Le groupe des idylles IV: Aristophane;

p498: A l’heure où dans les champs l’ombre

des monts s’allonge,/Le soir, quand on entend

des bruits de chars lontains,/Il est bien de songer

aux orageux destins/Et de se préparer aux choses

de la vie;/

Karte 4, Rückseite

411


Karte 5, Vorderseite

Schatten: als Riese

Eichendorff Ahnung u Gegenwart I 2; II p11: Sein u seines Pferdes

Sch, wie er so fortschritt, strichen wie dunkle

Rn über die Heide vor ihm her u das Pferd fuhr

oft schnaubend u sträubend zusammen. (vor Begegnung

mit Räubern und Waldmühle)

- ib. II 17 p175: Rosas Traum: Wie wir so fortgingen,

schien es mir, als würde Friedrich selbst na

ch u nach immer größer. Er war still u seine Mienen

veränderten sich seltsam, so daß ich mich vor

ihm fürchtete. Er hatte ein langes, blankes Schwert

in der Hand, mit dem er vor uns her den Weg aushaute;

so oft er es schang, warf es einen weitblit

zenden Schein über den Himmel ü über die Gegend un

ten, Vor ihm ging sein langer Sch, wie ein R, weit

über alle Täler gestreckt.

Hoffmann

Majorat; 2 p46: Es ging fort durch lange hochgewöl

bte Korridore, Franzens flackerndes Licht warf ein

en wunderlichen Schein in die dicke Finsternis.

Karte 5, Rückseite

Flaubert

Hebbel

Säulen, Kapitäler u bunte Bogen zeigten sich oft

wie in den Lüften schwebend, riesengroß schritten

unsere Sch neben uns her, u die seltsamen Gebilde an

den Wänden, über die sie wegschlüpften, schienen zu

zittern u zu schwanken, u ihre Schritte wisperten

in den dröhnenden Nachhall unserer Tritte hinein:

„Weckt uns n, weckt uns n, uns tolles Zaubervolk,

das hier in den alten Steinen schläft!“

Es I 1; II p41: Une large couleur de pourpre enflam

mait le ciel à l’occident, De grosses meules de

blé, qui se levaient au milieu des chaumes, proje

taient des ombres géantes. Un chien se mit à aboyer

dans une ferme, au loin. Il (F) frissonna, pris

d’une inquiètude sans cause.

Moloch I; VIII p196: Hieram: Du sahst sie

(Germanen).

Rhamnit: Von der Höhle aus, die uns/Verbarg. Doch

Rn sind es. Hoch u lang,/Wie um die Abendzeit mei

n Schatten ist/Sie reißen Bäume aus der Erde aus,

/Wie Knaben Kräuter,

412


Karte 6, Vorderseite

Schatten: blau

Trakl, G.

Melancholie ; I p.53: bläuliche Sch.

- In der Heimat; I p84: Sch. der Katze

- Offenbarung und Untergang; I p193

und es hob sich der bl Sch des Knaben

strahlend im Dunkel, sanfter Gesang;

Goethe, J.W.v. Ital. Reise; Rom 1787; 21 p144: ich schweifte

mit meinem Blick in die Runde,

aber es ging vor meinen Augen etwas anderes

vor als das landschaftlich Malerische

(Liebe?); es hatte sich ein Ton

über die Gegendg ezogen, der weder dem

Untergang der Sonne noch den Lüften

des Abends allein zuzuschreiben war.

Die glühende Beleuchtung der hohen St

ellen, die kühlende, blaue Beschattung

der Tiefe schien herrlicher als jemals

in Öl oder Aquarell;

Karte 6, Rückseite

Goethe

Proust, M.

Frisch, M.

Ital. Reise; Rom 1787: 21 p154: Das Schönste dabei

(Neapel) ist, daß die lebhaften Farben, in

geringer Entfernung schon durch den Luftton

gemildert werden, u daß die Gegensätze von kalten

u warmen Tönen- wie man sie nennt- so sichtbar

dastehn. Die blauen klaren Sch stechen so

reizend von allem erleuchteten Grünen, Gelblichen,

Rötlichen, Bräunlichen ab und verbinden

sich mit der bläulich duftenden Ferne.

Regrets XVI; p144: Meereswind in der Ebene. Die

Bäume, die trockene Wäsche, der Schweif des Pfau

en, der sein Rad schlägt, alles zeichnet sich in

der durchsichtig klaren Luft mit ausserordentlich

scharfen, blauen Sch ab, die mit jedem Wind

stoss zu huschen beginnen, ohne den Boden zu

verlassen, gleich einem Drachen, der ungeschickt

in die Höhe geworfen wird.

Stiller 1; p22 (Wüste): ringsum nichts als Sand

u Sand u wieder Sand, der n glatt ist, sondern

vom Winde gekämmt u gewellt, in der Sonne wie

mattes Gold oder auch wie Knochenmehl, Mulden

voll Sch dazwischen, die bläulich sind wie die

se Tinte, ja wie mit Tinte gefüllt.

413


Karte 7, Vorderseite

Schatten: blau 2

Haller, A.v..

Goethe

Ursprung des Übels I 5sqq: Zu meinen Füßen

alg ein ausgedehntes Land,/Durch seine eigne

Größe umgrenzet,/Worauf das Aug kein Ende

fand,/Als wo Jurassus es mit blauen Schatten

kränzet./

Farbenlehre §75: Waren den Tag über, bei dem

gelblichen Ton des Schnees, schon leise violette

Schatten bemerklich gewesen, so mußte

man sie nun für hochblau ansprechen, als ein

gesteigertes Gelb von den beleuchteten

Teilen widerschien.

- Farbenlehre §782: Das Blaue gibt uns ein

Gefühl von Kälte, so wie es uns auhc an Schatten

erinnert.

Verlaine, P.

Karte 7, Rückseite

Mandoline (Fêtes gelantes p4o): Leurs (Tircis

aminte, Glitandre, Damis) courtes vestes de

soie/Leurs longues robes à queues,/Leur

élégance, leur joie/Et leurs molles ombres

Benn, G.

Proust, M.

bleues//Tourbillonent dans l’excstase/D’une lune

rose et grise,/Et la mandoline jase/Parmi

les frissone de la brise.///

Die Insel; II p42sq: "Mohn, pralle Form des Sommers“,

rief er. "Nabelhafter/Guppierend Bauchiges,

Dynamit des Dualismus. hier steht der

Farbenblinde, die Röte-Nacht. Ha, wie du hinklirrst!

Ins Feld gestürzt, du Ausgezackter,

Reiz-Felsen, ins Kraut geschwemmt, - u alle süßen

Mittage, da mein Auge auf dir schlief letzte

stille Schlafe, treue Stunden-- An deiner Narbe

Blauschatten, an deine Flatterglut gelehnt, ge

wärmt, getröstet, hingesunken an deine Feuer:

angeblüht!: Nun dieser Mann-: auch du! Auch du!

-An meinen Randen spielend, in Sommersweise, all

mein Gegenglück- unn nun: wo bin ich nicht?/

Regrets XIX; p211: Les arbres, les linges qui sèchent,

la queu du paon qui roue découpent l’air