faktor Frühjahr 202101

faktorMagazinGoettingen

www.mehralseinmagazin.de

17. Jahrgang Frühjahr 2021 8 Euro

› MEHR ALS EIN MAGAZIN

› DAS ENTSCHEIDER-MAGAZIN FÜR DIE REGION GÖTTINGEN

erfolgsgeschichte Der Politiker Thomas Oppermann hinterlässt bleibende Spuren in Südniedersachsen 58


Digitale Finanz- und

Lohnbuchführung

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Die Welt wird moderner und schneller – und Ihre Finanz- und Lohnbuchführung

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ständig zur Verfügung (und lassen sich per Volltextsuche sofort finden). Betriebswirtschaftliche

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erlaubt automatisierte Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Und das Zahlungsund

Forderungsmanagement können Sie elektronisch an uns auslagern.

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editorial

ARBEITEN WIE AM

WASSERFALL

Neues Jahr – neue Wege, neue Möglichkeiten. Das gilt auch für faktor.

Unser Magazin wird ,grüner‘! Wir haben unsere Ökobilanz verbessert, indem wir

bei Papier, Farben und Versand vermehrt auf Nachhaltigkeit achten – siehe dazu

unseren Beitrag auf Seite 12.

Und wir werden digitaler! Unser Herz schlägt weiterhin für hochwertige

Print-Ausgaben, und jetzt gibt es auch noch das neue Angebot faktor digital+.

Ab sofort zeigen wir Ihnen die Menschen, Ideen und Unternehmen der Region

zusätzlich in bewegten Bildern – wie etwa Fleischermeister Karl-Heinz Koithahn

und Unternehmerin Anke Hoefer in dieser Ausgabe. Und auch ich bin jetzt digital:

In meinem Video-Editorial verrate ich Ihnen, welche besonderen Inhalte Sie in

diesem Heft entdecken können. Viel Vergnügen!

Ihre Elena Schrader

Chefredakteurin

schrader@faktor-magazin.de

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Das Prinzip: Minus-Ionen haften sich an

positiv geladene, schädliche Partikel in

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1 |2021 3


inhalt

service

3 Editorial

8 Momentaufnahmen

Besondere Augenblicke

vergangener Tage

12 Aktuelles

Neues aus der faktor-Redaktion

111 Impressum

unternehmen

18 Engagiert mit Etikette

Top-Label-Geschäftsführerin

Anke Hoefer produziert in Alfeld

Etiketten für unseren Alltag

30 Schwein oder nicht Schwein

Fleischermeister Karl-Heinz

Koithahn öffnet die Stalltüren

seines tierfreundlichen

Heuschweinhofs im Harz

wissen

42 Gemachtes Nest

Gastbeitrag von Lutz Reiprich

über ,die Rückkehrer aus

dem Homeoffice‘

52 Steuern im Blick

Die wichtigsten Veränderungen, die

im Steuerjahr 2021 zu beachten sind

54 Recht im Blick

Die wichtigsten rechtlichen

Änderungen in diesem Jahr

4 1 |2021

mensch

58 „Seine Stimme hatte Gewicht“

Thomas Oppermann hinterlässt

bleibende Spuren in Südniedersachsen

74 Präsident mit Herz und Humor

Der neue Chef der Uni Göttingen

Metin Tolan im Interview

82 Das Sterben ins Leben lassen

30 Jahre Palliativzentrum

in Göttingen

leben

90 Lichtblicke der Kultur

Die Kulturszene in Südniedersachsen

inszeniert sich neu

102 Ein Pesto erobert die Welt

Moritz Macke und sein

Erfolgsrezept in der Silberborner

Pestowerkstatt

114 Komisch, is' aber so

Comic von Hagen Schulze

74 Der neue Uni-Präsident

Mit Herz und Humor. Metin Tolan

verspricht, die schlechte Stimmung

an der Hochschule durch mehr

Transparenz zu verbessern.

102 Erfolgsrezept

Pesto aus dem Solling. Moritz Macke

erobert die Welt mit seiner Silberborner

Pestowerkstatt.


58 Wer füllt die Lücke?

Ein Großer ging. Mit dem frühen Tod von Thomas Oppermann hat Südniedersachsen

einen starken Netzwerker verloren. faktor fragt, wer die Lücke füllt und die von ihm

angestoßenen Projekte fortführt.

30 Koithahns glückliche Schweine

FOTOS: ALCIRO THEODORO DA SILVA

18 Top-Label-Chefin Anke Hoefer prägt die Region

„Ich bin auf einem Bauernhof zur Welt gekommen und

kann sehr gut auf rustikale Töne antworten. Vermutlich

ist es mein Stallgeruch, der mich so durchsetzungsfähig

gemacht hat!“

„Wenn ich nicht wüsste,

dass es anders geht,

und ich meinen Hof

nicht kennen würde,

ich wäre vermutlich

Protestvegetarier.“

1 |2021 5


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Zuhause ist der Ort, der einem Sicherheit, Geborgenheit und

Wohlbefinden gibt. Um ihn zu erschaffen braucht es aber auch

besondere Einrichtungsideen und Möbel, die sich an individuelle

Bedürfnisse anpassen und die besten Produkte mit der schöns-

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Gestalter und Einrichter täglich in die Praxis umsetzen. Hier werden

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Praxen oder Kanzleien – eine klare Formensprache, Liebe zum

Detail sowie Perfektion in der Umsetzung sind dabei der

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Momentaufnahmen

faktor lässt besondere Ereignisse in der Region mit ausgewählten Impressionen Revue passieren.

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

8 1 |2021


momentaufnahmen

Kreativer Protest

Wohl nie zuvor sind in Göttingen so aufwendige und eindrucksvolle Graffiti aufgetaucht wie Mitte Dezember. Auf einer Mauer am

Mühlengraben (Foto) und einer Wand in der Bürgerstraße hinterließen Unbekannte mehr als ein Dutzend großformatige bunte Bilder.

Einige Motive thematisieren die elende Situation von Geflüchteten im Mittelmeer und die Seenotrettung, andere die Benachteiligung und

Diskriminierung von Frauen. Dieser kreative Protest sorgte für heftigen Diskussionsstoff: Ist das Kunst, oder muss das weg?

Die Polizei geht aufgrund der Inhalte von einer politisch motivierten Protestaktion aus. Das Staatsschutzkommissariat hat Ermittlungen

wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Dass die Bilder dort auch wieder entfernt werden, heißt das aber nicht. Auch Göttingens

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler meldete sich in der Debatte zu Wort: Die Stadt unterstützt die Forderungen nach der Stärkung

von Frauenrechten und sicheren Häfen.

1 |2021 9


momentaufnahmen

10 1 |2021


momentaufnahmen

Shopping 2.0

Bereits seit November befinden wir uns im erneuten Lockdown – zwar in der

Light-Version, dennoch ein schweres Schicksal vor allem für den Einzelhandel.

Geschäfte waren erneut zur Untätigkeit verdammt, die Göttinger Innenstadt glich

zeitweise einer Geisterstadt. Menschen tummelten sich lieber am Kiessee, an den

Schillerwiesen oder im Stadtwald. Nun gehen wir – dank zaghafter Lockerungen

und neuen Shopping-Konzepten – wieder Schritt für Schritt der Normalität entgegen.

Und auch wenn sich das Einkaufsvergnügen weiterhin in Grenzen hält: Helfen Sie mit!

Nutzen Sie innovative Angebote wie ,Click and Meet‘ oder ,Click and Collect‘ und

unterstützen Sie so den Handel in Ihrer Stadt – damit sich der Schaufensterbummel

auch in Zukunft noch lohnt und wir nicht irgendwann vor leeren Fenstern stehen.

1 |2021 11


aktuelles

Mittagsclub

Coole Sache

Der erneute Corona-Lockdown hat uns zu Beginn des Jahres wieder vermehrt vor

die Bildschirme verbannt. Umso schöner, wenn etablierte Formate wie der

faktor-Mittagsclub auf diesem Weg trotzdem aufrechterhalten werden können.

Im Januar berichtete Gründer Adrian Kropiewnicki von der regionalen

Plattform www.karriere-suedniedersachsen.de bei dem digitalen Treffen über sein

Job-Portal und darüber, wie die Mitarbeitersuche auch in Krisenzeiten funktioniert.

Im Februar war faktor-Herausgeber Marco Böhme dann bei Speaker und Autor

Francesco Samarelli (Foto) in Göttingen zu Gast. Die Teilnehmer konnten dem

Schüler des niederländischen Extremsportlers Wim Hof – auch ‚The Iceman‘

genannt – ausnahmsweise mal auf Englisch folgen und zwar zu

dem Thema ,Flow State through Breathwork Cold Exposure: How to control your

‚Fight or Flight‘ response!‘. Hier ging es um eiskalte Abhärtung und

die richtige Atemmethode bei extremen Temperaturen.

FOTO: MARCO BÖHME

Azubis aufgepasst!

In der aktuellen Ausgabe von faktorAZUBI werfen wir einen Blick auf die Klimabewegung

Fridays for Future und sprechen mit dem Schüler und Göttinger Aktivisten Linus Dolder (Cover)

sowie dem Grünen-Politiker Jürgen Trittin über unser aller Zukunft. Coach und YouTuber

Isa Ulubaev aus Holzminden erklärt die Bedeutung des richtigen Mindsets für ein erfülltes Leben,

und Lena Spöring nimmt uns mit in ihre Welt von Social Media – sie stellt ihre Ausbildung zur

Kauffrau für Marketingkommunikation bei Lookfamed vor. Zudem gibt ein exklusives

Berufe- Quartett zum Selbstbasteln einen spielerischen Überblick über die zahlreichen

Ausbildungsmöglichkeiten in der Region.

Möchten auch Sie sich als Arbeitgeber in diesem attraktiven Umfeld präsentieren? Die nächste

Ausgabe erscheint nach den Sommerferien. Weitere Infos bekommen Sie bei Nicole Benseler

unter: Tel. 0551 309839-22 oder benseler@faktor-magazin.de

12 1 |2021

faktor ist jetzt noch grüner!

In Ihren Händen halten Sie die erste Ausgabe von faktor auf FSC ® -zertifiziertem Papier:

,Forest Stewardship Council‘ steht für ein internationales Zertifizierungssystem für nachhaltigere Waldwirtschaft.

Das Holz von Möbeln, Spielzeugen, Bleistiften oder eben auch Magazinen und Büchern mit diesem

Siegel kommt aus Wäldern, die verantwortungsvoller bewirtschaftet werden. Darüber hinaus verwendet die

Druckerei Silber Druck aus Kassel, die bereits seit 2018 den faktor produziert, ausschließlich mineralölfreie,

umweltschonenden Farben. Diese enthalten Pflanzenöle aus nachhaltiger Landwirtschaft, die biologisch leicht

abbaubar und somit beim Recycling des Altpapiers rückstandsfrei sind. Somit tragen sie erheblich zu einer

besseren Öko-Bilanz der faktor-Printprodukte bei.

Auch beim Verschicken der Magazine legt faktor Wert auf Nachhaltigkeit: Der Versandpartner Citipost ist Mitglied

bei ClimatePartner und leistet damit ebenfalls einen Beitrag zum Klimaschutz – durch Projekte auf der ganzen Welt,

unter anderem im Harz. Und damit nicht genug: Seit 2020 unterstützt faktor als Medienpartner das Leinetaler

Waldprojekt von Steve Wery, dem Inhaber des Autohauses BMW Becker-Tiemann Leinetal in Northeim und Einbeck,

das sich hier in der Region für die Wieder aufforstung einsetzt: www.faktor-magazin.de/zusammen-wachsen


aktuelles

Walk & Share

Das faktor-Team auf neuen Wegen

Ein Jahr Corona: Homeoffice, Ungewissheiten, Zukunftsängste, neue Pläne, neue Wege.

All diese Themen haben auch vor faktor nicht halt gemacht. Grund genug für das faktor-

Team, zu Beginn des Jahres 2021 einmal innezuhalten, Höhen und Tiefen Revue passieren

zu lassen, abzuschließen und einen mutigen Blick in Richtung Zukunft zu werfen. Doch wie

ein stärkendes Team-Event umsetzen, wenn die Abstandsregeln ein Näherrücken schon

per se verhindern?

Zusammen mit Daniel Liebermann von nevo – Training, Coaching, Entwicklung in Göttingen –

haben wir uns einen Tag lang intensiv aus dem Alltag genommen, um einen Workshop der besonderen

Art buchstäblich zu ,begehen‘. Nach dem Konzept Walk & Share schlug jeder Einzelne

am frühen Morgen seine eigene Wanderroute in der Umgebung ein: Rund zehn Kilometer

galt es über den Vormittag zurückzulegen. Gewappnet mit einem Fragenkatalog von nevo, der

uns über die Zeit begleitete, war sich das Team auch aus der Ferne in Gedanken ganz nah. Im

Stillen hieß es dann, jeweils Antworten auf Fragen wie diese zu finden: Welche losen Enden

gibt es noch aus dem vergangenen Jahr? Was haben wir gelernt? Wo gibt es emotionalen

Klärungsbedarf? Und wie sieht unser gemeinsamer Weg mit faktor künftig aus?

Nach einer kurzen Verschnaufpause – für Körper und Geist – ging es dann am Nachmittag

tatsächlich gemeinsam weiter ans Eingemachte, wenn auch nur per Video-Chat: Wie ist

es uns auf der Wanderung ergangen? Welche Gedankengänge und Erkenntnisse haben

überrascht? Und wie können wir den faktor auch 2021 qualitativ hochwertig und

sicher durch die aktuellen Turbulenzen bringen?

Nach diesen arbeitsintensiven und emotionalen

Stunden schaut das Team nun positiv und gestärkt

auf die Herausforderungen, die das Jahr

noch mit sich bringt. Und wir können als Fazit

am Ende des Tages definitiv sagen: Teambuilding

unter Coronabedingungen? Funktioniert!

1 |2021 13


aktuelles

Kamera an!

faktor – jetzt auch mit

bewegten Bildern

Mit der Film- und Medienagentur weTellmedia sowie mit dem Video-Experten

Christian Vogelbein hat faktor seit Neuestem ein paar weitere kreative Köpfe

an Bord. Sie begleiten Autoren auf ausgewählte Termine, fangen die Stimmung

mit Kamera und Expertise in bewegten Bildern ein und erweitern so das faktor-

Portfolio mit digitalen Inhalten. Das bedeutet: Ab sofort gibt es online und auf

Social Media exklusives Bonusmaterial zu den Artikeln im Heft – Einblicke hinter

die Kulissen vor Ort, ergänzende Kurz- Interviews mit unseren Protagonisten

sowie spannende Background-Storys zu den Entscheidern.

Die ersten beiden Storys, die nicht nur wunderbar lesenswert, sondern auch

digital erlebbar sind, finden Sie bereits in dieser Ausgabe – gekennzeichnet

mit dem faktor digital+-Logo (auf den Seiten 26 und 38).

Werden Sie ab sofort auch online sichtbar!

faktor kommt den Kundenanfragen nach und stellt ab sofort seine Reichweite

digital zur Verfügung. Beim faktor können Sie jetzt Ihr ganz eigenes Online-Profil

buchen – mit einem nach Ihren Wünschen gestalteten längeren Unternehmens video

sowie mehreren attraktiven kurzen Teasern für die Kanäle Instagram, Facebook

und LinkedIn. So können Sie sich nicht mehr nur in einem hochwertigen Print-

Umfeld präsentieren, sondern auch entsprechend im Internet sichtbar werden –

wie beispielsweise Jan Förster (Foto) von der Quattek & Partner Steuerberatungsgesellschaft

aus Göttingen: www.faktor-magazin.de/digitalprofil

Mit Format

Erfolgsgeschichten im faktor-Buch

Autorin und Alexanderpreisträgerin

Anja Danisewitsch porträtiert in diesem

zeitlosen Nachschlagewerk Top-Entscheider

aus Südniedersachsen und erzählt deren

inspirierende Erfolgsgeschichten – wie

etwa die von Rainer Hald, dem Vorstandsvorsitzenden

der Sparkasse Göttingen,

oder von Heiko Keilholz mit seinen beiden

Töchtern, dem Inhaber der

HKS-Gruppe in Hardegsen. Sie berichten,

wie sie ihr Unternehmen auf die Erfolgsspur

geführt haben und welche besonderen

Werte sie in ihrer Firma leben. Fotografiert

werden sie alle vom ,brasilianischen

Auge‘ Alciro Theodoro da Silva.

Das Buch wird auch einen haptischen

Genuss bieten: Es erscheint auf exquisitem

Papier und in einem edlen Leinen-

Hardcover.

Erscheinungstermin:

voraussichtlich Sommer 2021

Ihr persönliches Angebot besprechen Sie mit Vertriebsberaterin

Nicole Benseler unter: Tel. 0551 30983922 oder

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14 1 |2021


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Engagiert

mit Etikette

Ob unter der Dusche oder im Supermarkt – tagtäglich helfen uns ihre Produkte

die Dinge des Alltags zu erkennen. Anke Hoefer produziert mit Top-Label in Alfeld

Etiketten für Kosmetika, Lebensmittel & Co. Auch ihre Heimatregion prägt

die Unternehmerin in zahlreichen Initiativen.

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

18 1 |2021


unternehmen

1 |2021 19


unternehmen

Helfer des Alltags Rund 130 Millionen Etiketten laufen jährlich bei Top-Label in Alfeld vom Band und landen auf unzähligen Produkten des

täglichen Lebens und damit in unseren Händen.

20 1 |2021


unternehmen

LESEZEIT: 9 MINUTEN

Gewöhnlich kommen nicht viele Besucher

auf das Betriebsgelände

von Top-Label in Alfeld. Doch

wenn, dann ist die Wahrscheinlichkeit

hoch, dass sie zunächst

nicht von der Geschäftsführerin

Anke Hoefer, sondern von einem

der vier Büro-Hunde begrüßt werden. „Wir sind nicht

nur ein familienfreundliches, sondern – wie man sieht

und hört – vor allem auch ein tierfreundliches Unternehmen

mit klaren Prioritäten“, sagt Hoefer augenzwinkernd

und stellt sogleich sich und ihren jungen, noch

wilden Sennenhund Cosmo vor. Man könnte sagen, beide

gehören zur Führungsspitze von Top-Label, einem Unternehmen,

das in Alfeld seit über 20 Jahren Etiketten produziert.

Doch dass Hoefer – so wird sich zeigen – hier

die Geschäfte leitet, ist nur die Spitze des Eisberges.

Denn diese Powerfrau ist einiges mehr als nur Firmengründerin.

Sie ist eine Frau voller Energie und

Engagement für ihre Region und die Zukunft junger

Menschen.

ABER DER REIHE NACH: Top-Label wurde 1997 gegründet

und produziert seitdem Etiketten für PET- und

Glasflaschen, Reinigungsmittel, Verpackungen, Kosmetik,

Pflegeprodukte und für frische Lebensmittel wie

Obst und Gemüse. „Jeder hat jeden Tag Etiketten in der

Hand und merkt es unter Umständen gar nicht, da sie

Bestandteil der Verpackung sind“, sagt Hoefer, während

sie entspannt in ihrem Konferenzraum im Alfelder

Industriegebiet sitzt. Etiketten sind unverzichtbare Unsichtbare

des Alltags. Man stelle sich einen Tag vor, an

dem man bereits morgens unter der Dusche nicht weiß,

ob dies nun das Shampoo oder die Haarspülung ist

oder vielleicht sogar das Duschgel. Und wie sieht es mit

dem falschen Scheuermittel oder den Inhaltsstoffen von

Lebensmitteln aus? So geht es Stunde um Stunde weiter.

Etikettendruckereien sind existenzieller Bestandteil unseres

Alltags und unserer Wirtschaft.

Wie wichtig sie sind, zeigt sich daran, dass Top-Label

mit seinen 30 Angestellten im vergangenen Jahr als systemrelevant

eingestuft wurde, da zu seinen Kunden viele Lebensmittelproduzenten

gehören. Damit blieb der mittelständische

Familienbetrieb mit rund drei Millionen Euro

Jahresumsatz und den rund 130 Millionen Etiketten, die

jährlich vom Band laufen, auch während des Lockdowns

auf Wachstumskurs. Dabei ist es nicht nur die Lebensmittelbranche,

sondern gerade die Vielfalt der Kunden, die

das Unternehmen ein Stück weit durch die angespannte

wirtschaftliche Lage trägt. „Hauptsächlich beliefern wir

Kunden in Deutschland, die allerdings aus Wettbewerbsgründen

nicht genannt werden dürfen“, erzählt Hoefer,

die ansonsten jedoch nie lang um den heißen Brei herumredet.

Beim Interview ist die Geschäftsführerin sofort

beim Thema. Erzählt, nicht ohne Stolz, von ihrem Unternehmen

und wie sie gerade in Zeiten wie diesen in die

Zukunft investiert. „Wir haben im letzten Jahr drei Auszubildende

eingestellt, so viele wie noch nie zuvor.“ Sie

lacht herzlich und gesteht: „Ich konnte mich einfach

nicht entscheiden, weil alle drei so toll sind. Da haben

wir sie einfach alle behalten.“ Auch mit Start-ups arbeitet

Hoefer gern zusammen – wie mit den Gronauer Garnelenzüchtern

‚Neue Meere‘, über die faktor jüngst in der

Winter-Ausgabe berichtete und die nun ebenfalls ihre

Etiketten in Alfeld drucken lassen. „Mich begeistern innovative

Ideen und Gründer, mit denen wir gemeinsam

an Aufgaben wachsen“, erzählt die 56-Jährige, die aus

eigener Erfahrung weiß, dass es kleine Betriebe anfangs

oft schwer haben.

MENSCHEN EINE CHANCE ZU GEBEN, das scheint

Hoefer im Leben ein echtes Anliegen zu sein. Dabei

macht sie aber nicht an den Grenzen ihres Unternehmens

halt. Ganz im Gegenteil – ihr geht es um mehr, um

Netzwerken, um gemeinsame Verantwortung und gegenseitige

Unterstützung. Aus eben dieser Haltung heraus

hat sie in den vergangenen 20 Jahren auch vieles

mitgestaltet und in ihrer Heimat vorangetrieben.

1 |2021 21


unternehmen

22 1 |2021


unternehmen

» Für mich stand nie die Frage im

Raum, ob ich etwas als Frau tun darf

Hier kommt noch e

oder nicht. Mir ging und geht es

immer nur um die Sache. «

So gibt es Weihnachten keine Geschenke für die Kunden,

sondern Geschenke für die Region und an die Welt:

Spenden an den Naturschutzbund Deutschland oder die

freiwillige Feuerwehr vor Ort. Oder wie im vergangenen

Jahr, als Top-Label ,Célines Traum‘ unterstützte. Céline

ist eine junge 18-jährige Frau aus der Region Alfeld, die

nichts lieber wollte, als Goldschmiedin werden. Aber sie

ist schwerbehindert – das bedeutet, dass sowohl eine Ausbildungswerkstatt

behindertengerecht umgebaut werden

muss als auch, dass sie eine Schul- und Arbeits assistenz

benötigt. All dies ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Doch Célines Traum wurde Wirklichkeit. Im August

2021 wird sie ihre Ausbildung beginnen – bei Top-Label.

„Wenn eine junge Frau einen so starken Willen hat, muss

man das unterstützen“, erklärt Hoefer bestimmt. „Das

hat mich wirklich beeindruckt.“

IHR ERSTES AMT AUSSERHALB VON TOP-LABEL nahm

die Netzwerkerin beim VskE, dem Verband der Hersteller

selbstklebender Etiketten, an. Als sie 1989 als erste

Frau an einem der Vorträge des Verbandes teilnahm, war

das noch ein No-Go. „Es war ein reiner Männerverein,

bei dem die Frauen zu den Abendveranstaltungen mitdurften

– aber doch bitte nicht zu geschäftlichen Treffen“,

erzählt die umtriebige Geschäftsfrau und erinnert

sich daran, dass der Ton damals ein ganz anderer war als

heute. Doch Hoefer hat sich durchgesetzt. „Ich bin auf

einem Bauernhof zur Welt gekommen und kann sehr gut

auf rustikale Töne antworten. Vermutlich ist es mein

Stallgeruch, der mich so durchsetzungsfähig gemacht

hat“, sagt sie selbstironisch. Was Hoefer meint, ist, dass

sie sich von Konventionen nicht einschüchtern lässt. Mit

Erfolg. Sechs Jahre später wurde sie als Schatzmeisterin

in den Vorstand des VskE gewählt. Seit 1998 ist sie stellvertretende

Vorsitzende des Verbandes. Als Vorzeige frau

für Emanzipation sieht sie sich dennoch nicht. „Für

mich stand nie die Frage im Raum, ob ich etwas als Frau

tun darf oder nicht. Mir ging und geht es immer nur

1 |2021 23


unternehmen

Am richtigen Ort Anke Hoefer setzt sich eindrucksvoll ein – in ihrem Unternehmen und ihrer Heimatregion.

um die Sache“, sagt Hoefer, ohne dabei hart zu klingen.

Sie ist natürlich, weiblich, freundlich – und bestimmt.

ZUNÄCHST SCHEINT IHRE VITA etwas unübersichtlich

– bei dem ganzen Engagement, das Hoefer in verschiedenen

Vereinen zeigt: So ist sie unter anderem seit 2014

Vorsitzende des Industrievereins Alfeld, sie engagiert sich

im VerpackungsCluster Südniedersachsen und im Regionsverein

Pro Leinebergland. Doch schaut man genauer hin,

so steht hinter allem ein großes funktionierendes Netzwerk,

das in beide Richtungen funktioniert. Zum einen

leistet Top-Label als Arbeitgeber einen Beitrag dazu, die

Re gion zukunftsorientierter zu machen, zum anderen

wird für junge Menschen ein größerer Anreiz geschaffen,

zu bleiben und nicht in Großstädte abzuwandern. Mit

Aktionen wie ,Date your Job‘ und ,Job Dating Days‘

schuf der Industrieverein Alfeld ein jährliches Format,

bei dem Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Unternehmen

der Region bekommen und Spannendes ent-

decken können. „Wir wollten, dass junge Menschen

nicht mit Flyern abgespeist werden, sondern anhand von

Experimenten und direktem Kontakt ein Gespür für die

Jobs bekommen und vor allem Lust auf diese“, erklärt

die Vorsitzende.

Doch damit nicht genug. „Auf einer Messe im Jahr

2016 entstand mit einer Kollegin aus einer proseccogeschwängerten

Idee heraus ,Skoop‘“, erzählt Hoefer,

die so auch noch zur Initiatorin einer Einkaufsgenossenschaft

mittelständischer Etikettenhersteller wurde. Die

permanenten Preiserhöhungen der Papierlieferanten bei

kleinen mittelständischen Druckereien veranlassten sie

und mehr als 30 weitere Unternehmen, ein Statement zu

setzen und sich zusammenzuschließen. „2018 ging

Skoop an den Start – und seitdem hatten wir keine Preiserhöhungen

mehr“, sagt Hoefer zufrieden. „Und neben

einem besseren Service sparen wir uns nun auch die Zeit

für die mühseligen Preisverhandlungen mit diversen Lieferanten.“

24 1 |2021


unternehmen

ABER AUCH IN DEN EIGENEN VIER WÄNDEN des Unternehmens

wird es nie langweilig – permanent stehen

neue Herausforderungen vor der Tür. Seit gut zwei Jahren

wird in der Etikettenindustrie das Thema Nachhaltigkeit

immer präsenter. Auf Veränderungen in der Verpackungsindustrie

müssen auch Unternehmen wie

Top-Label reagieren. „Etikett ist nicht gleich Etikett“,

sagt Hoefer und steigt sogleich in eine leidenschaftliche

Präsentation von Steinfolie bis zu Graspapier und anderen

nachhaltigen Materialen ein. „Doch egal, für welches

Material sich der Kunde entscheidet, es muss jeweils

fein auf das zu etikettierende Produkt abgestimmt

sein.“ Wer hätte gedacht, dass es für die Wahl des Etiketts

von enormer Wichtigkeit ist, ob es auf heiße oder

gefrorene Produkte geklebt wird? Ob der Inhalt einer

Flasche ölhaltig ist oder ob sie letztlich in der Küche oder

im Bad gelagert wird? Und wenn in Zukunft immer

mehr nachwachsende und recycelte Materialen als Verpackung

auf den Markt kommen, werden sich auch hier

die Etiketten anpassen müssen, damit sie so lange lesbar

sind, bis das Produkt aufgebraucht ist.

BEI ALL DEM ENGAGEMENT und der Leidenschaft für

scheinbar unzählige Projekte – bleibt da überhaupt noch

Zeit für ein Privatleben? Anke Hoefer lacht auf, krault

Cosmo, der treu neben ihr wacht, liebevoll den Nacken.

„Sie meinen neben meinem Lebensgefährten, Freundeskreis,

Hunde- und Reitverein?“, erwidert sie herzlich mit

einer Gegenfrage. „Ja, ich achte darauf, eine gewisse

Balance zu halten – was nicht immer leicht ist. Aber darum

habe ich auch privat kein weiteres Ehrenamt auf

mich genommen.“ Hoefer liebt ihre Region, in der sie

geboren wurde, die sie für einige Jahre verließ, um wiederzukommen

und schließlich für immer anzukommen.

„Ich habe sieben Jahre in Hamburg gelebt – mitten in der

Stadt. Wenn, dann richtig, habe ich mir damals gedacht.

Doch ich wollte zurück in meine Heimat. Und hier bin

ich nun.“

Ein Strahlen geht über ihr Gesicht. Es gäbe noch einiges

für sie zu tun. Hier in ihrer Heimat, in der Politik, in

der Wirtschaft. „Zum Beispiel, dabei mitzuwirken, dass

von Alfeld bis Hildesheim eine lebendige Kultur- und

Gesellschaftsregion entsteht. Ich finde es super, dass junge

Familien alte Gasthäuser übernehmen und modernisieren.

Solche Ausflugslokale darf es gern noch mehr

geben“, sagt die naturbegeisterte Unternehmerin. Doch

damit wären wir wieder bei einem neuen großen Thema,

das Hoefer bewegt. Aber das nicht mehr heute. Es ist

spät geworden. Cosmo möchte mit Frauchen noch einmal

um die Häuser ziehen – und diese hat sich nicht nur

heute ihren Feierabend redlich verdient. ƒ

ZUR PERSON

Die Unternehmerin Anke Hoefer stammt gebürtig aus der

Region Alfeld. Aus dieser Motivation heraus führt sie ein

Leben, das tief mit dem Leben hier verwurzelt ist. Sie ist

nicht nur Geschäftsführerin von Top-Label, sondern engagiert

sich in vielen Vereinen, die sowohl die Wirtschaft als

auch das soziale Miteinander stärken. Hoefer hat einen

Sohn, der als Produktionsleiter mit ins Unternehmen eingestiegen

ist. Neben ihrem beruflichen Engagement liebt

die 56-Jährige auch das gesellschaftliche Leben auf dem

Land, Pferde und ihren Hund Cosmo.

ZUM UNTERNEHMEN

1997 gründet Anke Hoefer zusammen mit ihrem damaligen

Ehemann die Etikettendruckerei Top-Label in Alfeld.

Heute führt sie das Unternehmen gemeinsam mit Robert

Mägerlein. Neben Top-Label mit Stammsitz in Alfeld

gehört seit 2019 auch eine Etikettendruckerei für Digitaldruck

in Marburg zur Gruppe MC-Line, deren Geschäftsführer

ebenfalls Robert Mägerlein ist. Top-Label ist ein

mittelständisches Unternehmen mit rund drei Millionen

Euro Jahresumsatz, das seit Beginn seines Bestehens

auch als Ausbildungsbetrieb für Nachwuchs im Bereich

MedientechnikerInnen und MediengestalterInnen sorgt.

www.top-label.de

digital+

Möchten Sie auch mal einen Blick in die

Produktionshallen von Top-Label werfen?

Anke Hoefer erklärt vor Ort, wie man erfolgreich

ein Unternehmen in der Etikettenbranche

führt – in unserem neuen Digitalformat unter:

26 1 |2021


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eine tiefe regionale Verwurzelung und

engagieren uns mit Freude in dieser Region,

z.B. als einer der beiden Hauptsponsoren

der KinderSportStiftung am Harz.

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Arineo – viel erreicht in kurzer Zeit

Philip Zhang, Managing Director, Arineo China

„Das wichtigste Faktum,

das Arineo auf dem

chinesischen Markt

besonders macht, ist unsere

deutsche Wurzel.“

PHILIP ZHANG

Seit mehr als zwei Jahren ist die Arineo

GmbH auf dem Markt. In diesem

Zeitraum ist das IT-Dienstleistungs-

Unternehmen auf mehr als 240 Mitarbeitende

herangewachsen. Es hat sich mit Microsoft

und SAP Gold- Status bereits als starker Partner

etabliert und ist sogar in den Inner Circle von

Microsoft berufen worden. Darüber hinaus

hat das Unternehmen Standorte in Österreich,

China und Dänemark eröffnet. Doch

Arineo hat nicht nur nach außen viel geleistet,

auch die internen Strukturen sind auf dem Arbeitsmarkt

etwas Besonderes: Arineo liegt in

der Hand seiner Mitarbeitenden und ist als

sogenanntes Purpose-Unternehmen – also

zweck gebunden – gegründet worden. Wir haben

vier Arineo- Mitarbeiter:innen zu den Themen

Internationalisierung, Employee-Owned

Company und Purpose- Unternehmen befragt.

INTERNATIONALISIERUNG

Was macht Arineo zu einem besonderen

Unternehmen auf dem chinesischen Markt?

Philip Zhang, Managing Director, Arineo China:

Das wichtigste Faktum, das Arineo auf dem

chinesischen Markt besonders macht, ist unsere

deutsche Wurzel. Deutsche Qualität wird

auf dem chinesischen Markt bereits durch

berühmte deutsche Marken und Produkte

unter Beweis gestellt. Wir zeigen, dass unsere

Kunden mit unseren kundenorientierten Projektdienstleistungen

und dem Engagement

für den Kundenerfolg auch deutschen professionellen

Dienstleistungen vertrauen können.

Als internationaler IT-Dienstleister in China

kennen wir neben den Standardfunktionalitäten

und -prozessen unserer Produkte sowie

den Anforderungen an die Lokalisierung in

China – zum Beispiel Finanzberichte und goldene

Schnittstellen – auch die Anforderungen

internationaler Kunden an ein zentralisiertes

Management und die Herausforderung von

multinationalen Projekten. Darüber hinaus

wissen wir, dass der kulturelle Unterschied

zwischen dem westlichen Managementstil

und den lokalen chinesischen Verhaltensweisen

für den Erfolg von IT-Projekten eine Herausforderung

sein kann.

Was waren die Beweggründe für die Gründung

einer Arineo-Gesellschaft in Dänemark?

Flemming Munksgaard, CEO, Arineo Danmark:

Skandinavien ist eine wirtschaftlich starke

Region mit einem wachsenden Fokus auf die

digitale Transformation. Dies erfordert starke

und erfahrene Partner in der IT-Branche. Wir

sehen das als eine große Chance, unser Geschäft

mit Arineo auszubauen. Da Entfernungen

und Sprache im digitalen Zeitalter keine

Rolle mehr spielen, können wir auf unseren

bestehenden Fähigkeiten in der DACH-Region

aufbauen und skandinavische Unternehmen

bei ihrer Prozessoptimierung und Digitalisierung

unterstützen. Ich persönlich bin begeistert,

Teil des Arineo-Teams zu sein und daran

zu arbeiten, unser Geschäft in Skandinavien

aufzubauen, und ich freue mich darauf, unser

Wachstum zu beschleunigen.

EMPLOYEE-OWNED COMPANY

EOC – Wofür steht das?

Franziska Klingebiel, Consultant und Developer,

Arineo Deutschland: EOC steht für Employee-

Owned-Company, kurz gesagt, können die


PROFIL

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Flemming Munksgaard, CEO, Arineo Danmark

Franziska Klingebiel, Consultant und Developer,

Arineo Deutschland

Thomas Brodag, Strategy & Business Development,

Arineo Deutschland

Mitarbeiter:innen nicht nur Kolleg:innen,

sondern auch Eigentümer:innen von Arineo

sein. Die damit verbundenen Strukturen sorgen

dafür, dass Arineo seine Überschüsse im

Unternehmen behalten kann, um sie in sich

selbst zu investieren. Sei es in die Menschen,

in Technologien oder andere Themen.

Wie zeigt sich das im Arbeitsalltag?

Klingebiel: Man merkt einfach, dass die Kolleg:innen

äußerst engagiert sind. Es entsteht

ein intensiver Zusammenhalt, durch das gemeinsame

Ziel ein erfolgreiches Unternehmen

und somit einen sicheren Arbeitsplatz für alle

Kolleg:innen zu schaffen. Außerdem verfolgen

wir einige Konzepte wie die kollegia le Führung,

die in Unternehmen klassischer Natur eher selten

angewendet wird. Ich denke, das geht auch mit

der besonderen Eigentümer struktur einher.

Ein Blick ins Jahr 2028: Was bedeutet es,

wenn Arineo vollständig in der Hand der

Mitarbeitenden ist?

Klingebiel: Ich persönlich bin mir nicht sicher,

ob sich im Alltag so viel ändern wird. Meinem

Empfinden nach leben bereits jetzt alle nach

den angestrebten Konzepten.

PURPOSE-UNTERNEHMEN

Was ist ein Purpose-Unternehmen?

Thomas Brodag, Strategy & Business Development,

Arineo Deutschland: Ein Purpose-Unternehmen

ist – wie der Name schon sagt – ein

Unternehmen, das sich einem Zweck verschrieben

hat und nicht ausschließlich dem

Ziel, Geld zu erwirtschaften. Im Fokus steht

die Schaffung eines Mehrwerts, der zum Beispiel

auch gesellschaftlicher Natur sein kann.

Der Zweck steht damit klar im Vordergrund,

und das Ziel der Gewinnmaximierung ist dem

untergeordnet.

Welchem Purpose folgt Arineo?

Brodag: Unser Purpose ist die Schaffung von

IT-Lösungen für unsere Kunden auf höchstem

Niveau. Wir messen unseren Erfolg

vor allem daran, dass wir gute IT-Leistungen

erbringen und langfristige, erfolgreiche

Kunden beziehungen aufbauen. Die erwirtschafteten

Gewinne verbleiben im Unternehmen

und gestatten uns zum Beispiel, versierte

System- Architekten zu beschäftigen oder

in Forschung für Zukunftstechnologien zu

investieren.

Warum wurde Arineo als Purpose-Unternehmen

gegründet?

Brodag: Um sicherzustellen, dass das Unternehmen

selbst und der inhaltliche Zweck

im Fokus steht und nicht ausschließlich die

Gewinnmaximierung. Durch das Modell des

Purpose-Unternehmens wird auch effektiv

verhindert, dass Arineo als Spekulations objekt

gehandelt wird, was in vielen Fällen zu Lasten

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht.

KONTAKT

Arineo GmbH

Paulinerstr. 12

37073 Göttingen

Tel. 0551 521380

info@arineo.com

www.arineo.com


unternehmen

30 1 |2021


unternehmen

Schwein

oder nicht

Schwein

Fleischermeister Karl-Heinz Koithahn öffnet die Stalltüren

seines Heuschweinhofs in Elbingerode am Harz. Vor Ort

erzählt der Unternehmer, warum ihm heute das Tierwohl am

Herzen liegt, die 20-jährige Kuh Nette mit zur Familie gehört

und wie man richtig glückliche Schweine züchtet.

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

1 |2021 31


unternehmen

32 1 |2021


unternehmen

LESEZEIT: 11 MINUTEN

Es grunzt. Es quiekt. Es riecht.

Kaum, dass wir den Heuschweinhof

betreten, kommen sie alle

durch eine schmale Öffnung in

den Außenstall gestürmt. Unterlegt

mit einem gurgelnden Ton

schubsen sie sich gegenseitig weg,

steigen übereinander. Jede Sau

versucht, uns Neuankömmlinge

als Erste mit ihrer festen, feuchten Schnauze zu beschnuppern.

Doch schnell ist wieder anderes wichtiger:

Ein Jutestrick zum Beispiel, der an einem Holzklotz

hängt, an dem die Tiere gern kauen. Im Nachbarstall liegen

sechs Schweine dicht an dicht nebeneinander und

schlafen friedlich – einige schnarchen leise vor sich hin.

„Wenn ich als Schwein wieder auf die Welt käme, dann

bitte hier“, sagt Karl-Heinz Koithahn, Geschäftsführer

der Fleischerei Koithahn mit Hauptsitz in Hattorf am

Harz. Er begrüßt uns fröhlich auf seinem Heuschweinhof

im nahe gelegenen Elbingerode und wirkt wie ein

Gutsbesitzer, der auf diesen Betrieb gehört und nirgendwo

anders hin. Vor über 60 Jahren begründete sein

Großvater die Familientradition im Fleischerhandwerk,

die mitsamt der Rezepturen von Generation zu Generation

weitergegeben wurde. Heute teilt sich Karl-Heinz

Koithahn die Geschäftsführung mit seinen beiden Söhnen

Benjamin Karl-Heinz und Tim Felix, und auch seine

Frau Christine und Tochter Madeline übernehmen Aufgaben

im Familienbetrieb – von der Rohstoffversorgung

und Produktion über den Vertrieb bis hin zum Marketing.

„Ich habe zwar die meisten Gesellschafteranteile,

aber ich bin eigentlich mehr der Typ, der gern mal auf

dem Gabelstapler sitzt“, erzählt der gebürtige Hattorfer

mit einem Augenzwinkern. „Ansonsten habe ich hier

auch keine Aufgaben, außer die landwirtschaftlichen

Partner betriebe zu betreuen und die Tiere zu transportieren

– denn Tiertransport ist bei uns Chefsache.“

DASS ALLE DREI KINDER sich entschlossen, in den

väter lichen Betrieb einzusteigen, kann er gar nicht oft

genug betonen. „Es ist so schön, mit meiner Familie an

einer Sache zu arbeiten, die mehr ist als Fleisch und

Wurst“, sagt Koithahn. Sie haben gemeinsam etwas geschaffen,

hinter dem sie auch gemeinsam stehen. „Weil

wir als Familie so leben wollen – und weil wir das vor

Gott und der Welt verantworten können und werden“,

sagt der 53-Jährige, ohne dabei pathetisch zu klingen. Er

ist kein Mensch, der sich hinter Plattitüden versteckt.

„Wir sind nicht perfekt, aber wir sind auf einem guten

Weg.“

Koithahn ist voll in seinem Element, unermüdlich

fließen Fakten und Erinnerungen ineinander. „Unterbrecht

mich, wenn ihr Fragen habt, sonst rede ich ununterbrochen.

Tut mir leid, aber ich bin angekommen“,

sagt er und erzählt, da keine Einwände kommen, begeistert

weiter. Zum Betrieb gehören über 100 Angestellte

in sieben Fleischerfachgeschäften in der Region,

in der Verarbeitung und der Verwaltung. Nach

wie vor ist der Familienbetrieb hauptsächlich in der

traditionellen Wurstproduktion tätig. An die 350 verschiedene

Spezialitäten werden über das Jahr produziert.

Einfach alles, was man aus Schweine fleisch herstellen

kann: harte und weiche Mettwurst, Leberwurst, der

Harzer Knüppel oder die Harzer Blasen mettwurst im

Leinendarm – und, und, und. Darunter auch saisonale

Produkte wie die beliebte Wintermettwurst, die in der

Regel nur in den Monaten mit ,R‘ hergestellt wird.

„Nachdem wir die Rezeptur in diesem Jahr etwas verbessert

haben, war sie noch schneller ausverkauft als

sonst“, erzählt der Geschäftsführer stolz.

Fast schon legendär sei auch die Dinowurst, die jedes

Kind seit Jahrzehnten geschenkt bekommt, wenn es zu

Koithahns in den Laden kommt. Die allererste Dinowurst

entwickelte bereits der Vater von Karl-Heinz 1992 zur

Geburt seines ersten Enkels.

1 |2021 33


unternehmen

» Wenn ich nicht wüsste, dass es anders geht,

und ich meinen Hof nicht kennen würde,

ich wäre vermutlich Protestvegetarier. «

Für all das beziehen die Koithahns ihr Schweinefleisch

überwiegend von ausgewählten landwirtschaftlichen Höfen

der Region. Und natürlich von den Schweinen des

Koithahn’schen Heuschweinhofs selbst. Geschlachtet

wird in drei Schlachthöfen in der Umgebung. Und selbst

das Futter für die Schweine kommt größtenteils aus regionaler

Landwirtschaft und ist so rein, dass es selbst

Menschen un bedenklich essen könnten.

Dass der Heuschweinhof sich 2006 zum klassischen

Fleischerei geschäft dazugesellte, war eher Zufall. Der

Hof stand zum Verkauf, und Karl-Heinz Koithahn entschloss

sich kurzerhand, ihn zu übernehmen. „Ich bin

kein Landwirt und hatte wenig Kenntnis von der

Schweine haltung, aber hiermit habe ich mir einen Traum

erfüllt“, bekennt der gelernte Fleischer mit einem entschuldigenden

Lächeln. Letztlich aber habe eben dieser

eigene Stall auch erst dazu geführt, die Tierhaltung mit

anderen Augen zu sehen und zu hinterfragen, ob es nicht

auch anders gelingen kann, als es der bisherige Standard

war.

SCHWEINEFLEISCH IST MIT ABSTAND die beliebteste

Fleischart in Deutschland: Jeder Bundesbürger isst im

Schnitt 36 Kilogramm pro Jahr. Das ist deutlich mehr als

die Hälfte von dem, was er insgesamt an Fleisch verzehrt.

Damit ist Deutschland der größte Schweinefleischerzeuger

in Europa und steht weltweit nach China und den

USA an dritter Stelle. Dafür werden hierzulande aktuell

über 26 Millionen Schweine gehalten. Leider ist die üblicherweise

praktizierte Schweinehaltung in der Landwirtschaft

in den meisten Fällen noch immer nicht tiergerecht.

Die Stallungen werden in der Regel so gebaut, dass die

Landwirte möglichst wenig Arbeit haben und einen

größtmöglichen Profit erwirtschaften. Schweine stehen

daher auf Beton spaltenböden, durch die Kot und Urin

hindurchfallen. Damit entfällt das Ausmisten. Es entsteht

allerdings konzentrierte Gülle, deren Gase schädlich für

Mensch und Tier sind und die sich in zu großen Mengen

schädlich auf die Umwelt auswirkt.

„Wenn ich nicht wüsste, dass es anders geht, und ich

meinen Hof nicht kennen würde, ich wäre vermutlich

Protestvegetarier“, sagt Koithahn, obwohl er gleichzeitig

schmunzelnd und mit großer Geste eingesteht, dass ja

unübersehbar sei, wie gut ihm seine Premiummettwurt

schmeckt. „Genau aus diesem Grund müssen wir endlich

anfangen, die richtigen Fragen zu stellen.“ Und dazu

gehöre nicht die nach dem Preis. Er hält kurz inne und

lauscht. „Hören Sie? Da haben sich gerade zwei gefetzt.“

Immer wieder unterbricht der Tierfreund das Gespräch,

wenn ein Husten oder Quieken aus Richtung der Ställe

kommt.

KOITHAHN ERINNERT SICH AN EINE ZEIT, als er gesundheitlich

sehr angeschlagen war. Heute weiß er, dass

es die innere Unzufriedenheit war, die ihm damals zu

schaffen machte. Das war, bevor er vor acht Jahren die

Schweinezucht zur Chefsache machte. Als er 2006 den

Stall in Elbingerode übernahm, war es noch kein Heuschweinhof.

Damals ließ er in anfänglicher Naivität Sauen,

Eber und Ferkel in einem riesigen Außengelände frei

herumlaufen. Das war schön anzusehen, erzählt er, aber

es führte zu einer sogenannten Stallmüdigkeit. Im Boden

des Außengeländes vermehrten sich Bakterien und Viren,

sodass ein Tier nach dem anderen erkrankte. Lehrgeld,

das Koithahn zahlen musste. Dann schlug er mit seinen

Schweinen einen neuen Weg ein. Es brauchte einen gedanklichen

Wandel, ein Umdenken.

Die Ställe wurden komplett geleert und ein neues

Stallkonzept entwickelt. Die Koithahns beschlossen,

alles zu ändern und von nun an die richtigen Fragen zu

stellen, die Fragen nach „den Werten der Tiere“: In

welcher Gruppe möchte ein Schwein leben? Welche

unterschiedlichen Räume hat es gern? Und viele mehr.

Sie hörten sich bei Landwirten um, die es anders vorlebten.

„Für uns war es wichtig, eine echte Alternative

darzustellen“, erzählt Koithahn. Und so entstand der

Heuschweinhof. Obwohl, so gesteht er ohne Zögern,

auch hier nicht von Anfang an alles rund lief.

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unternehmen

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unternehmen

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unternehmen

„DOCH NUN FÜHLE ICH MICH WIEDER WOHL in meiner

Haut. Ich bin angekommen“, wiederholt der Umdenker

und lächelt zufrieden. Heute leben seine Schweine

auf Stroh und auf Heu, das nach Wildkräutern duftet

– daher der Name. Hier gibt es keine Spaltenböden.

Stattdessen können sich die Tiere im Sommer richtige

Suhlen bauen und an heißen Tagen darin abkühlen, denn

Schweine können nicht schwitzen. Sie haben einen überdachten

Außenstall und 1,4 Quadratmeter Platz pro Tier

– fast doppelt so viel wie von der Tierhaltungsverordnung

gefordert wird. Die Initiative Tierwohl bestätigte

Koithahn nach einer Prüfung mit ihren Kriterien 130

Prozent erfülltes Tierwohl auf dem Heuschweinhof. Das

ist Tierwohl, wie Koithahn es sich für seine Tiere wünscht

und umsetzt.

Diesen Maßstab verlangt er auch von allen Landwirten,

die auf ihren Höfen Schweine für seine Fleisch- und

Wurstverarbeitung halten. Insgesamt sind es zurzeit

sieben landwirtschaftliche Höfe, die Schweine für Koithahn

aufziehen. Darunter große, die bis zu 450 Tiere

halten, aber auch kleinere von der Größe des Heuschweinhofes

in Elbingerode, auf dem er heute in der Frühlingssonne

steht und sich einen milden Stallgeruch um

die Nase wehen lässt.

DER HOF IST NICHT ÜBERMÄSSIG GROSS. Mitten zwischen

Äckern und Feldern ist ein abgegrenzter Teil mit

offenen Ställen, in denen an die 150 Schweine leben. Gegenüber

liegt eine ausgebaute alte Scheune, die teilweise

zum Wirtsraum umgebaut wurde. Hier empfangen die

Koithahns gern Gäste und bewirten sie. An der Decke an

offenen Balken hängen naturgetreue unechte Katenrauchschinken,

so wie es früher in alten Bauernhäusern

üblich war. Eine altersschwache Holzschweinetrage aus

Großvaters Zeiten steht mitten im Raum, und noch vieles

mehr erinnert an die Fleischertradition. Aber auch

das wird deutlich: In früheren Zeiten lebten auf dem

Land Mensch und Tier eng verbunden zusammen.

Und heute? Heute haben die Menschen häufig den Bezug

zum lebenden Tier verloren, insbesondere, wenn in

den Supermarktregalen einzig leuchtende Sonderpreisetiketten

darüber entscheiden, ob die Wurst und das

Fleisch gekauft werden oder nicht. Dass für eine Salami

ein Tier gestorben ist, ist nicht mehr erkennbar. Als Fleischermeister

ist sich Koithahn dieser Schieflage natürlich

bewusst. Deshalb hat er auch Anfang 2020, also noch vor

Corona, die Porkystube in Hattorf am Harz eröffnet:

einen alten Schweinestall, der zu einer gemütlichen Wirtsstube

mit prasselndem Feuer im Kamin und viel liebevoll

inszenierter Rustikalität aufwartet. „Unsere Porkystube

ist ein Ort der Begegnung – aber auch ein Ort, an dem

Umdenken stattfinden kann“, erklärt er. „Wir müssen als

Fleischerei und vor allem in der Tierhaltung einen wesentlichen

Beitrag leisten und den Menschen auch die

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unternehmen

FOTO: ANJA DANISEWITSCH

Glückliche Kuh Die 20-jährige Harzer-Rotes-Höhenvieh-Kuh Nette gehört bei Koithahns mit zur Familie.

Möglichkeit zum veränderten Denken geben. Und auch

die Zeit. So hat es bei uns ja auch mal angefangen.“ Bewussteres

Genießen und Verantwortung zu übernehmen

für das eigene Handeln, sind der Anfang. Dafür steht die

Familie Koithahn ein und dafür lassen sie auch gern Besucher

hinter die Kulissen schauen. Die Wertschätzung

für ein Schinkenbrot verändert sich, wenn man die

Schweine auf dem Hof gesehen hat.

„BEVOR SIE GEHEN, MUSS ICH IHNEN NOCH jemanden

vorstellen“, sagt Karl-Heinz Koithahn geheimnisvoll

und zeigt auf einen Stall am Ende des Hofes. Dort

steht seine ,Nette‘ im Heu: eine 20-jährige Harzer-Rotes-

Höhenvieh -Kuh, die hier ihren Lebensabend verbringen

darf. „Es muss nicht immer alles profitabel sein. Nette

gehört zur Familie.“

Doch bei aller Liebe zum Tier. Ein gesundes Unternehmen

muss so geführt werden, dass es wirtschaftlich ist.

Und so lässt es sich auch hier nicht vermeiden, dass nach

neun Monaten die Schweine des Heuschweinhofes zum

Schlachthof gefahren werden. Chefsache, natürlich.

Koithahn begleitet seine Tiere, er will sicher sein, dass

sie stressfrei leben – bis zum Ende. „Ich lasse sie ganz in

aller Ruhe auf den LKW gehen, versperre ihnen den

Rückweg und lasse ihnen Zeit zum Denken“, sagt er.

Schweine sind schlaue Tiere. Sie akzeptieren, wenn man

ihnen den Raum zum Denken gibt und sie erkennen,

dass es nur die Rampe hinaufgeht. Dann wird noch ein

Hauch Lavendelduft in den Transporter gesprüht. Das

beruhigt und entspannt sie. Anfangs wurde er von allen

Seiten belächelt, erzählt Koithahn, und auf dem Schlachthof

sagte man: „Deine Schweine riechen wie ein Freudenhaus.“

Doch da steht der Unternehmer drüber. Der

Weg zum Schlachten sei dennoch bis heute keine Routine

für ihn geworden. „Ich bin oft nachdenklich, wenn

ich meine Schweine dort abgebe. Aber einer muss es

tun.“ Einer muss es tun. Und ist es dann nicht besser zu

wissen, wer es ist? Dass es jemand ist, der seine Schweine

noch ein letztes Mal begleitet und sie verabschiedet wie

einen guten Freund? Ist es nicht an der Zeit umzudenken?

ƒ

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Sie möchten selbst mal einen Blick in die Ställe

von Karl-Heiz Koithahn werfen? Lernen Sie ihn

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38 1 |2021


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Der perfekte Partner

TOP Vermögen eröffnet neue Niederlassung in Göttingen.

Thorsten Richter (r.) ist seit 1995 selbstständiger

Makler für Finanzdienstleistungen. Er ist Geschäftsführer

der Richter & Barner GmbH und der

AVB Dr. Becker GmbH & Co. KG. Außerdem ist er

Mitglied des Beirats für Altersvorsorge und

Kapitalanlage bei der germanBroker.net AG.

Jörg Barner (l.) ist seit 1996 selbstständiger

Makler für Finanzdienstleistungen. Er ist ebenfalls

Geschäftsführer der Richter & Barner GmbH und der

AVB Dr. Becker GmbH & Co. KG.

Die Vermögensverwaltung TOP Vermögen

aus dem oberbayerischen Starnberg

bietet seit Oktober 2020 in

Göttingen anspruchsvollen Kunden eine individuelle

Vermögensverwaltung an. Dafür wurden

mit Thorsten Richter und Jörg Barner zwei

erfahrene Finanzberater als Partner gewonnen,

die bisher vor allem als selbstständige

Versicherungsmakler in der Universitätsstadt

gearbeitet haben.

Was hat Sie dazu bewegt, mit der

TOP Vermögen zusammenzuarbeiten?

Thorsten Richter: Im vergangenen Jahr hat

die coronabedingte Situation dazu geführt,

dass wir unser Geschäftsmodell überprüft

haben. Von unseren Kunden und Mandanten

kamen immer häufiger Anfragen nach einer

Vermögensbetreuung. Wir mussten uns die

Frage stellen, ob wir selbst eine Gesellschaft

für Vermögensbetreuung mit allen erforderlichen

regulatorischen Anforderungen gründen

oder ob wir besser mit einer etablierten Vermögensverwaltungsgesellschaft

kooperieren.

Jörg Barner: Über einen Artikel im Handelsblatt

und in der Branchenzeitschrift Elitereport

sind wir auf die TOP Vermögen AG

in Starnberg gestoßen. Schnell haben wir in

per sönlichen Gesprächen mit den Firmeninhabern

Hubert und Michael Thaler eine

gemeinsame Linie gefunden. Dann brauchten

wir nur noch die Zustimmung der Deutsche

Bundesbank und der Finanzdienstleistungsaufsicht

und konnten am 1. Oktober 2020

starten. Seitdem können wir unseren Mandanten

und Neukunden eine individuelle und

absolut unabhängige Vermögensverwaltung

anbieten.

Warum haben Sie sich für die TOP Vermögen

entschieden?

Jörg Barner: Sie haben den Anspruch, dass

der Kunde zu jedem Zeitpunkt im Mittelpunkt

steht und einen echten Mehrwert spürt. Diese

Kunden sind anspruchsvoll und schätzen eine

kontinuierlich gute Beratungsqualität. Damit

passten sie 100 Prozent zu unserer Strategie.

Außerdem hat sich die TOP Vermögen in

Starnberg als der führende Vermögensverwalter

durchgesetzt. Das ist nicht einfach in einer

Region, in der mehr als 250 Einkommensmillionäre

wohnen.

Thorsten Richter: Hinzu kommt die Erfahrung.

Im vergangenen Jahr wurde die TOP Vermögen

zwanzig Jahre alt. Trotzdem ist sie ein

familiär geprägtes Unternehmen. Die Söhne

von Firmengründer Hubert Thaler haben

ebenfalls Verantwortung übernommen. Das

gewährleistet die langfristige Kontinuität, die

auch unsere Kunden schätzen. Bei einer Bank

bekommen Sie keine lebenslange Betreuung

durch einen persönlichen Berater.

Wie zahlt sich diese Erfahrung aus?

Thorsten Richter: Sehen Sie zum Beispiel den

Bereich der Stiftungen. Vielen Kunden ist es

nicht mehr wichtig, wie viele Autos, Jachten

oder Häuser sie am Lebensende besitzen.

Sie wollen mit ihrem Geld Gutes tun, der Gesellschaft

etwas zurückgeben und zusätzlich

gestalten. Durch diesen Kundenkreis hat die

TOP Vermögen über viele Jahre große Kompetenzen

in der Stiftungsgründung und -arbeit

aufgebaut. Hubert und Michael Thaler sind

selbst als ehrenamtliche Vorstände in der Werner

Reichenberger Stiftung, einer der großen

gemeinnützigen Stiftung in Bayern, tätig.


PROFIL

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FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Der Übergang von Vermögen ist ein gutes

Stichwort: Nach einer Studie des Deutschen

Instituts für Altersvorsorge wurden bzw. werden

zwischen 2015 und 2024 stolze 3,1 Billionen

Euro vererbt. Welche Möglichkeiten gibt es,

etwa ein Wertpapiervermögen an die nächste

Generation zu übertragen?

Jörg Barner: Eine intelligente Form ist der

Nießbrauch. Das kennen viele, wenn sie

vorzeitig eine Immobilie an ihre Kinder bzw.

Enkel übertragen und sich lebenslang ein

Wohnrecht oder die Mieteinnahmen sichern.

Das Prinzip lässt sich auch auf Wertpapiere

übertragen. Wer ein Depot frühzeitig an seine

Kinder überträgt, kann eine lebenslange

Nutzung der Erträge vereinbaren. Damit ist

der Vermögens übergang rechtzeitig geregelt

und ein Zusatz einkommen im Ruhestand gesichert.

Warum sollte man das tun?

Thorsten Richter: Mit dem Wertpapier-Nießbrauch

lassen sich Steuern sparen. Wenn zum

Beispiel der Vater im Alter von 60 Jahren ein

Depot im Wert von rund 1,1 Millionen Euro an

eines seiner Kinder übertragen möchte, muss

das Kind bei Steuerklasse I nach Abzug des

Freibetrags fast 137.000 Euro Schenkungssteuer

bezahlen.

Wird dagegen Nießbrauch eingeräumt, kann

das Kind – solange der Vater lebt – Zinsen und

Dividenden nicht behalten. Der schen kungssteuerrelevante

Wert des Depots verringert sich

dadurch je nach Rendite in den letzten Jahren

und nach der statistischen Lebenserwartung

des Vaters. Bei einem 60-Jährigen könnte so

bei einer durchschnittlichen Jahresrendite des

Depots von fünf Prozent ein Wert von rund

1,12 Millionen Euro steuerfrei übertragen werden.

Der Schenkungssteuerfreibetrag für ein

Bankguthaben läge nur bei 400.000 Euro.

Gilt das nur für große Vermögen?

Jörg Barner: Nein, das rechnet sich auch für

kleinere und mittlere Depots. Aber vor allem

bei großen Vermögen sollte man frühzeitig

darüber nachdenken. Je höher die statistische

Lebenserwartung des Schenkers ist, desto

mehr schmälert der Nießbrauch den Wert des

Vermögens für die Steuer. Nach derzeitigem

Recht ist eine Schenkung in dieser Form alle

zehn Jahre möglich.

KONTAKT

TOP Vermögen AG

Wiesenstr. 1

37073 Göttingen

Tel. 0551 270768-12

team@topvermoegen.de

www.topvermoegen.de


wissen

GEMACHTES NEST

– oder die Rückkehrer aus dem Homeoffice

TEXT LUTZ REIPRICH FOTO/ILLUSTRATIONEN STOCK.ADOBE.COM

Für engagierte Fach- und Führungskräfte und deren

Familien dürfte das folgende Beispiel zur Einführung

in die Thematik nichts Außer gewöhnliches darstellen,

praktizieren doch viele von ihnen dies schon seit

Jahren: Homework, Weekendwork und eben auch

Holidaywork. Bedurfte es denn dann eines weiteren,

nahezu unerträglichem Anglizismus einer New Work?

Wir werden es sehen.

Langeoog – Weststrand: Dienstag, 24.07.2020, 9.45 Uhr,

sonnig bei 24°C

Nachdem Ihre Familie auf dem Weg zum Strand den

Dünen-Kiosk finanziell nahezu unbeschadet hinter sich

gelassen hat, erreichen Sie endlich das sandige Dorado.

Ihre Strandnachbarn, die fünfköpfige Familie aus

Ennepetal mit eigenartig zornigem Musikgeschmack hat

heute eine Strandpause eingelegt.

Ein Hauch von Stille und Hoffnung liegt in der Luft.

Während ein Kind bereits gen Brandung stürmt und die

anderen bei Windstärke 5 mit den gänzlich ungeeigneten

Heringen der Strandmuschel kämpfen, sitzen Sie bereits

wie jedes Jahr mit diesem seltsamen 1.000- Meilen-Blick

in den Augen im Liegestuhl. Sie denken über Ihre Zukunft

nach und über die Zukunft Ihrer Firma. Wie soll

LESEZEIT: 9 MINUTEN

es generell und wie soll es ganz besonders mit Ihnen weitergehen?

Wieder einmal mussten Sie Ihrem Vorgesetzen

versichern, dass Sie den mittwöchlichen ,sales report‘ abliefern

werden. Urlaub oder kein Urlaub. Die Frage

drängt sich Ihnen auf, ob das jetzt New Work oder Old

Work ist, und wichtiger noch, ob Sie so überhaupt noch

weiter ,worken‘ wollen?

Ein flüchtiger Schattenwurf über Ihrem Gesicht verkündet

einen jähen Gedankenwechsel.

Es ist Ihr siebenjähriger ,Wattwurm-Schreck‘. Bambusstange

in einer Hand, in der anderen das Netz nebst

Metallbügel. Nachdem Sie das Gerät zum vierten Mal

repariert haben und Ihr Sohn erneut und glücklich juchzend

davonläuft, stellen Sie sich nun genau die folgenden

zwei Fragen:

1. Warum hat es noch kein Anbieter geschafft, eine permanente

Verbindung zwischen Bambusstab und Netz

hervorzubringen und weiter …

2. Wie schaffe ich es, morgen früh um 5.30 Uhr – und

vor allem unbemerkt – die Ferienwohnung zu verlassen,

um eine tragfähige Internetverbindung für den

,sales report‘ beim Dorfbäcker zu erbetteln? Denn das

mit dem Report haben Sie aus langer und vor allem

schmerzhafter Erfahrung Ihrem Partner oder Ihrer

Partnerin garantiert nicht erzählt.

42 1 | 2021


wissen

1 |2021 43


wissen

» Die Mitarbeiter, die einst im Frühling des

letzten Jahres das Unternehmen gen

Homeoffice verließen, werden nicht die

gleichen sein, die zurückkehren werden.

Wenn überhaupt.«

Obwohl das obige Beispiel einer rein individuellen Erfahrung

entspringt, so trifft es dennoch auch generell zu.

Urlaub – also eine verlängerte Zeit der Entarbeitung –

bietet Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Zeit, in der oft die eher seltenen, wirklich fundamentalen

Gedanken überhaupt formuliert werden können.

Bezogen auf die Welt der Arbeit können dies selbstkritische,

zweifelnde, hoffnungsvolle, aber teils auch

abtrünnige Gedanken sein. Ein Urlaub, der zum Wohle

des Mitarbeiters und seiner körperlichen und geistigen

Erhebung beitragen sollte, kann auch bereits der erste

Schritt zur faktischen Ent hebung sein.

Ich denke, dass Sie die Richtung der Argumentation

erahnen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einst

im Frühling des letzten Jahres das Unternehmen gen Homeoffice

verließen, werden nicht die gleichen sein, die

zurückkehren werden. Wenn überhaupt.

So sehr der Vergleich zwischen der obigen urlaubsund

nun auch der pandemiebedingten Abwesenheit in

Erfahrungsintensität und in vielerlei anderer Hinsicht

hinken mag, so haben beide eines gemeinsam: Abwesenheit

von einer ortsgebundenen, formalen Organisation

in einer Länge, die es zuvor noch nie gegeben hat. Das

stimmt nachdenklich, bringt aber auch ungeahnte Herausforderungen

und wahrhaftige Möglichkeiten mit

sich. Dies, obgleich Sie sich aktuell die Herausforderungen

sicherlich und ungleich leichter vorstellen können

als die Möglichkeiten. ,Back to business as usual‘ mag

zwar kurzfristig (noch) eine lebbare Alternative für Sie

darstellen. Mittel- und langfristig ist sie dies jedoch nicht.

Merken werden Sie das spätestens, wenn Ihre Wettbewerber

es gemerkt haben und wenn es im Gespräch

um die flexible Arbeitsgestaltung in Bewerbungsgesprächen

mit neuen und vor allem talentierten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern geht.

New Work

Wir sind gut beraten, New Work nicht als ein amorphes

oder als ein erneut verunsicherndes Konzept – als den

neuen Hund, der durchs Dorf getrieben wird – zu verstehen,

sondern den Begriff in das zu zerlegen, was er lediglich

ist.

Ein neues Miteinander(…)arbeiten.

Dass ein Miteinander, sei dies nun präsent oder auf

Distanz, weiterhin Bestand haben wird, ist unumstritten.

Es geht lediglich um das ,Wie‘. Kein neuer Gedanke,

denn „Menschen sind zu einem solch hohen Grad sozialisiert,

dass sie sich in der Bewältigung nahezu aller ihrer

Herausforderungen, mit anderen Menschen auseinandersetzen

[und arbeiten] müssen.“ 1

New Work ist kein Gedanke, der einer vermeintlich

amerikanischen Denkfabrik entsprang, nur, um danach

durch das Aufspringen der wissenschaftlichen Gemeinde

zum Allheilmittel gekürt zu werden (Change-Management

lässt grüßen). New Work ist eher eine sozialpsychologische

Entwicklung, die schon vor der aktuellen

Pandemie an Fahrt aufnahm und danach durch die Krise

nur noch beschleunigt wurde. Im Sommer 2020 erklärte

zum Beispiel Satya Nadella, CEO von Microsoft, dass

„wir aktuell zwei Jahre an digitaler Transformation in

zwei Monaten durchlaufen“.

Da waren einige von uns noch auf Langeoog und

dachten, dass ein Lockdown lediglich im Justizvollzug

vorkommt.

44 1 | 2021


wissen

Struktur folgt Kultur

Die teils chaotischen Zustände zu Beginn der Pandemie

weichen allmählich einem ,neuen Normal‘. Beruhigend

und einordnend ist, dass das Gefühl schon mal einen

wohlklingenden Namen hat. Der anfängliche Sturm hat

sich etwas gelegt, und die Hafeneinfahrt ist bald in Sicht.

Obgleich der Lotse bereits an Bord ist, sind Sie gut beraten,

sich noch nicht einem Gefühl der Sicherheit hinzugeben,

denn das einst aufgezwungene ,neue Normal‘

muss irgendwann zum allseits unterstützten ,neuen Formal‘

werden. Bevor das so sein kann, sollte geprüft werden,

ob das organisatorische Fundament (die Firmenkultur)

resilient und flexibel genug ist, um eine neue Struktur zu

unterstützen, diese glaubhaft zu propagieren und mit

dieser Struktur dann in die Zukunft zu gehen.

„Der wirkliche Motor der [Organisations-]Kultur – ihr

Wesen – sind die gemeinsamen, unausgesprochenen

Annahmen, auf die sich das tägliche Verhalten stützt.“ 2

Bodenständig interpretiert mit: „Bei uns machen wir das

eben so.“

Sollte nun New Work als zwar anscheinend aufgezwungener,

jedoch bei allem Anschein wichtiger und

langfristiger gedanklicher Konkurrent zum ,Schonimmer-so-Gemachten‘

eine Chance haben, dann müssen

wir erkennen, dass Unternehmen vor allem menschliche

Systeme sind, in denen wir die neuen Möglichkeiten,

aber auch die Ängste und Risiken einer neuen Herangehensweise

adressieren sollten.

Die Liste der folgenden Beispiele, Fragen und Kommentare

ist bei Weitem nicht erschöpfend, sondern sollte

lediglich der Gedankenanregung zum Thema ,Struktur

folgt Kultur‘ dienen.

Zum Autor

Lutz Reiprich ist psychodynamischer Coach,

Organisationsberater und Supervisor mit einer Vorliebe

für Führungskräfteentwicklung. Neben seiner 30-jährigen

globalen Führungserfahrung in internationalen Konzernen

und mittelständischen Unternehmen erhielt er seine

formale Ausbildung unter anderem im Fachbereich

Psychologie am Lehrstuhl für Theorie und Methodik der

Beratung an der Universität Kassel. Er ist Mitglied

in der Deutschen Gesellschaft für Supervision

und Coaching (DGSv).

www.reiprichundkollegen.com

Wer kommt zurück, wer verbleibt im Homeoffice?

Obgleich hier der Art der Aufgabe der größte Mitbestimmungsanteil

zukommt, sollte man sich im Klaren darüber

sein, dass manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

dies als eine Zugehörigkeitsentscheidung sehen, während

andere sich ausgeschlossen fühlen könnten.

› Wie bauen/stärken wir das Gefühl der Verbundenheit,

wenn nicht alle (vorerst) in die Organisation zurück

kehren werden?

1

(vgl. Newcomb, 1950)

2

Schein E. (1999) The Ed Schein Corporate Culture Survival Guide, S. 39

1 |2021 45


wissen

› Wer muss weiterhin die Anforderungen von Heim

und Arbeit balancieren? Wer tut sich mit dem Wiederaufleben

der Trennung zwischen Arbeit und Heim

schwer?

› Wie gehen wir mit neuen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern um, die nicht bereits ein Teil der anwesenden

Belegschaft waren, als die Pandemie über die

Organisation kam?

› Die Praxiserfahrung zeigt, dass der künftige Verlauf

eines Arbeitens auf Distanz weitestgehend positiv

verläuft, wenn sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

vorher bereits persönlich kannten und somit

bereits eine Präsenzbeziehung aufbauen konnten.

Wie sieht es aber nun mit dem An-Bord-Bringen von

neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, denen

diese Erfahrung fehlt?

› Was werden einige der Faktoren sein, die die zukünftige

Verteilung zwischen virtueller und anwesender

Arbeit bestimmen?

› Wie ändern sich die Kostenpositionen von zum

Beispiel Mietausgaben einerseits und Kosten für die

Aufrüstung einer adäquaten EDV-Infrastruktur

an dererseits?

› Individuelle Mitarbeitererfahrung: „Warum sollte

ich mich nach nunmehr fast einem Jahr der erfolgreichen

flexiblen Arbeitsweise erneut mit einem

Büroalltag von der Stange anfreunden?“

› Menschliche Verbundenheit: „Einerseits verzichte ich

gerne auf den täglichen Anreisestress zum Arbeitsplatz,

andererseits brauche ich aber auch den

menschlichen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen,

um die Arbeitsbeziehung ,gesund‘ zu halten.“

› Organisationale Besorgnis: Können wir dieser neuen

und auch entrückten Art der Arbeit vertrauen, wenn

uns die Krise als solche nicht mehr motiviert?

Wie sieht es im Falle von ,einmal draußen – immer

draußen‘ mit der psychologischen Sicherheit, besser

dem organisationalen Rückhalt und der

Sattelfestigkeit aus?

Führung

› So wie ein positiv wertschätzender Führungsstil

bereits in der zugewandten (persönlichen) Führung

wichtig ist, so ist er das jetzt in den verschiedenen,

eher entrückten Online-Szenarien allemal. Einer der

wichtigsten Eindrücke, die Sie jetzt als Leitungskraft

Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber

propagieren und verstärken sollten, ist das Gefühl der

Zugehörigkeit.

› Erfolgreiche Führungskräfte werden die sein, die

klare kulturelle Werte in der Unterstützung der strategischen

Richtung des Unternehmens vertreten und

dies den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermitteln

und ihnen erlauben, in der aktuell unsicheren

und komplexen Situation erfolgreich zu sein.

› Eine frappierende und gleichzeitig besorgniserregende

Erkenntnis der Führungsforschung besagt, dass

Führungskräfte von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

anhand von Kriterien bewertet werden, die

die Führungskraft selbst gar nicht kennt. Darüber

sollten Sie nicht zu lange nachdenken … – es ist

einfach so. Lassen Sie sich lieber zumindest anhand

eines vermuteten Kriteriums bewerten: wie zugewandt,

empathisch, aber auch kritisch-solidarisch

Sie Ihre Mannschaft durch die Krise geleitet haben.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch ein Beispiel oder

– besser gesagt – einen Gedanken mit auf den Weg geben,

der hier am Ende dieses Artikels meines Erachtens sehr

schön passt. Vor Kurzem beendete ich einen Gastvortrag

an der PFH Göttingen für Masterstudenten der wirtschaftswissenschaftlichen

Fachrichtungen zum Thema

Führung mit einer abschließenden Präsenta tions folie.

Diese enthielt in einem Satz die Quintessenz der damaligen

Präsentation – und nun auch die des vorliegenden

Artikels:

Menschen machen Erfolge.

46 1 | 2021


So geht Steuerberatung

im Handwerk

Als moderne, innovative und erfahrene Steuerberatungskanzlei mit

hohem Digitalisierungsgrad ist es unser Anspruch, Ihnen mit unserem

Fach- und Branchenwissen ums Handwerk hilfreich zur Seite zu

stehen. So erleichtern wir Ihren Alltag mit passenden und individuellen

Lösungen – und immer mit Herz, Stärke und Partnerschaft.

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monatliche Auswertungen, individuell nach

Ihren Vorstellungen

regelmässiger Controlling-Report (graphische

Übersichten zur Entwicklung Ihres

Unternehmens)

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Mahnwesen nach Ihren Vorgaben und Anforderungen

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von buchhaltungsrelevanten Werkzeugen

regelmäßige Besprechung Ihrer aktuellen

Zahlen, persönlich oder per Video-Meeting

Sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf Sie.

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unternehmen

Recht im Blick

Wie jedes Jahr ändern sich auch 2021 wieder zahlreiche Gesetze, die für Arbeitnehmer und -geber von

Bedeutung sind. Hier finden Sie die wichtigsten rechtlichen Änderungen.

TEXT CHARLOTTE VOGEL ILLUSTRATIONEN STOCK.ADOBE.COM

E-Rechnung

Seit dem 27. November 2020 gilt für Lieferanten von

Bundeseinrichtungen, dass sie alle Rechnungen, die im

Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen anfallen, in

elektronischer Form einreichen müssen. E-Rechnung

heißt, dass die Inhalte strukturiert und maschinenlesbar

in einem XML-Datensatz enthalten sind.

Unrechtmäßige Abmahnungen

Ein neues Gesetz soll vor allem Selbstständige sowie

kleinere und mittlere Unternehmen vor den Folgen von

missbräuchlichen Abmahnungen schützen. Zukünftig

dürfen Mitbewerber keine Erstattung von Kosten verlangen,

indem sie Abmahnungen wegen Verstößen gegen

Informations- und Kennzeichnungspflichten sowie den

Datenschutz in Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden

verschicken. Auch können sich Abmahner

bei Rechtsverletzungen im Netz nicht mehr aussuchen,

vor welchem Gericht sie eine Klage erheben.

Strengere Regeln für Arbeitgeberleistungen

Nur noch ,echte Zusatzleistungen‘ des Arbeitgebers werden

steuerfrei gestellt. Das bedeutet in der Praxis: Die

steuerfreien Arbeitgeberleistungen dürfen nicht mehr auf

das Gehalt angerechnet werden; das Gehalt darf nicht zugunsten

des steuerfreien Zuschusses herabgesetzt werden;

der Zuschuss darf nicht anstelle einer bereits vereinbarten,

künftigen Gehalts erhöhung gewährt werden; bei Wegfall

der Leistung darf der Arbeitslohn nicht entsprechend erhöht

werden. Fehlt es an einer dieser Voraussetzungen,

muss der Arbeitgeberbonus versteuert werden.

48 1 | 2021


unternehmen

Kurzarbeitergeld

Die coronabedingten Sonderregeln für das Kurzarbeitergeld,

insbesondere die erhöhten Sätze, wurden für 2021

verlängert. Das Kurzarbeitergeld bleibt damit weiterhin

ab dem vierten Bezugsmonat von seiner üblichen Höhe

(60 Prozent des Gehalts) auf 70 Prozent erhöht, bei Berufstätigen

mit Kindern von 67 auf 77 Prozent. Ab dem

siebten Monat in Kurzarbeit gibt es weiterhin 80 bzw.

87 Prozent des Lohns. Dies gilt für alle Beschäftigten, die

bis Ende März 2021 in Kurzarbeit geschickt werden.

Zudem sind die Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld

weiterhin steuerfrei.

Ausgleich für Verdienstausfall bei Quarantäne

Wer aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantäne

nicht arbeiten kann, kann über das Antragsverfahren

,Tätigkeitsverbot‘ die Erstattung von Verdienstausfällen

beantragen. Dies kann durch Arbeitgeber für Angestellte

geschehen, es können aber auch selbstständige Unternehmer

den Antrag für sich selbst stellen. Alle Anträge müssen

spätestens zwölf Monate nach Beginn des Tätigkeitsverbots

oder dem Ende der Quarantäne gestellt werden.

Verdienstausfall wegen Kita-/Schulschließung

Erwerbstätige, die wegen der Schließung von Schulen

oder Kitas ihr Kind vorübergehend selbst betreuen müssen,

haben Anspruch auf Entschädigung für den Verdienstausfall.

Voraussetzung für den Anspruch ist, dass

der Verdienstausfall ursächlich auf die Corona-Pandemie

zurückzuführen ist – sei es durch behördlich angeordnete

Schulschließungen oder Quarantäne für das

Kind. Die Betreuungsbedürftigkeit eines Kindes ist bis

zur Vollendung des zwölften Lebensjahres gegeben. Bei

Kindern mit Behinderungen gilt diese Altersgrenze nicht.

Die Entschädigung beläuft sich für den erwerbstätigen

Elternteil auf 67 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls.

Die Obergrenze beträgt 2.016 Euro pro Monat.

Erhöhung Wohngeld

Seit dem 1. Januar 2021 gibt es eine Wohngelderhöhung

von 10 Prozent. Sie wird als Zuschlag zur Miete gezahlt.

Von der Erhöhung profitieren insbesondere Haushalte

mit einem niedrigen Einkommen. Durchschnittlich wird

die Wohngelderhöhung 2021 ungefähr 15 Euro im Monat

betragen. Pro weiteres Mitglied im Haushalt können

bis zu 3,60 Euro hinzukommen.

Gesetzesänderung für Vermieter

und Eigentümer

Immobilienkäufer sollten bislang die meist fünfstelligen

Kosten des Maklers alleine tragen – obwohl der

Verkäufer diesen beauftragt hatte. Seit dem 23. Dezember

2020 ist das anders: Verkäufer und Käufer

müssen sich die Kosten teilen. Das neue Gesetz gilt für

Maklerverträge, die ab diesem Stichtag geschlossen

werden. Die neue Regelung ist nur dann anwendbar,

wenn der Käufer als Verbraucher handelt und ist beschränkt

auf Einfamilienhäuser und Wohnungen. Bei

Baugrundstücken, Mietshäusern oder Gewerbeimmobilien

müssen die Maklerkosten auch weiterhin nicht

geteilt werden.

Künstlersozialversicherungsbeitrag

bleibt stabil

2017 lag der Abgabesatz für die Künstlersozialversicherung

bei 4,8 Prozent. Zum 1. Januar 2018 sank der Abgabesatz

auf 4,2 Prozent, wo er seitdem verblieben ist.

Auch 2021 ändert sich der Wert nicht.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

wird elektronisch

Ab dem 1. Oktober 2021 müssen Vertragsärzte den

Krankenschein direkt elektronisch an die zuständige

Krankenkasse senden – die Informationspflicht liegt

dann bei dem behandelnden Arzt und nicht mehr beim

Mitarbeiter. Bis zum 30. Juni 2022 wird es eine Übergangszeit

geben. In dieser müssen Ärzte die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

elektronisch an die Krankenkassen

übermitteln, aber auch zusätzlich in Papierform ausstellen.

Diese muss der Versicherte nach wie vor selbst

beim Arbeitgeber einreichen.

Verbot von Einwegplastik

Ab dem 3. Juli 2021 gilt EU-weit ein Verbot von Einwegplastik.

Das betrifft folgende Produkte: Plastikteller,

-becher und -besteck, Strohhalme, Styroporbecher und

-boxen, andere To-go-Behälter, Rühr- und Wattestäbchen

aus Plastik. Auch kompostierbare Plastikverpackungen,

also Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff

wie dünne Plastikbeutel, werden verboten, da sie

sich nicht komplett zersetzen, sondern zu Mikroplastik

zerfallen.

1 |2021 49


unternehmen

Steuern im Blick

Alljährlich heißt es für Privatpersonen wie Unternehmer gleichermaßen: Neues von der Steuergesetzgebung!

Thorsten Kumpe, Partner der Quattek & Partner Steuerberatungsgesellschaft in Göttingen, gibt einen

Überblick über die wichtigsten Veränderungen, die im Jahr 2021 zu beachten sind.

TEXT SVEN GRÜNEWALD

1. Für Unternehmer und Privatpersonen wichtig

Abgabefrist für die Steuererklärung

Die Abgabefrist für die Steuererklärung für das Jahr 2019 wurde für beratende

Fälle bis zum 31.08.2021 verlängert und damit erheblich ausgeweitet.

Damit geht einher: Bei Einkommenssteuernachzah lungen 2019, die nach

dem 1. April 2021 fällig werden, erfolgt die Verzinsung erst ab dem 1. Oktober

2021 (bisher 1. April 2021).

Körperschaftssteuer

Ebenso wie bei der Einkommenssteuer wird die Abgabe- und Verzinsungsfrist

für die Körperschaftssteuer auf die oben genannte Daten nach hinten

verschoben, um eine Entlastung der beratenden Berufe zu erreichen.

50 1 | 2021

2. Für Privatpersonen

Abschaffung des Solidaritätszuschlags

Für kleinere und mittlere Einkommen bis rund 60.000 Euro zu versteuerndem

Einkommen (Zusammenveranlagung 120.000 Euro) stellt die Abschaffung

des Solidaritätszuschlags eine wesentliche Entlastung dar, darüber hinaus

nimmt die Entlastung bis maximal rund 96.000 Euro zu versteuerndem

Einkommen (Zusammenveranlagung 192.000 Euro) linear ab.

Anhebung diverser Freibeträge

Der Grundfreibetrag wird auf 9.744 Euro angehoben.

Für Eltern

Der Kinderfreibetrag steigt auf 5.460 Euro.

Für Alleinerziehende gibt es durch die Erhöhung des Pauschbetrags von 1.908

Euro auf 4.008 Euro eine große Entlastung. Der Betreuungsfreibetrag für

Kinder erhöht sich pro Elternteil auf 2.928 Euro.

Die Kinderkrankentage wurden von zehn auf 20 Tage verdoppelt, bei Alleinerziehenden

von 20 auf 40 Tage. Das Kindergeld wurde für das erste und

zweite Kind um 219 Euro erhöht, für das dritte um 225 Euro, und ab dem

vierten Kind gibt es 250 Euro mehr. Zudem gibt es für kleinere Einkommen

pro Kind einen Zuschlag von maximal 205 Euro zusätzlich zum Kindergeld.

Weiterhin gibt es einen Kinderbonus von einmalig 150 Euro pro Kind.

Das Baukindergeld wurde bis zum 31. März 2021 verlängert – wer bis dahin

eine Baugenehmigung erhält oder eine Immobilie kauft, kann das Baukindergeld

in Anspruch nehmen.


unternehmen

Studierende

Studierende, die kein BAföG erhalten, können bei den

Studierendenwerken eine Überbrückungshilfe beantragen.

Der Maximalbetrag liegt bei 500 Euro/Monat. Die

Überbrückungshilfe setzt sich aus einem nicht rückzahlbaren

Zuschuss und einem zinslosen Studienkredit zusammen.

Pauschalen

Die Pendlerpauschale wird von 30 auf 35 Cent erhöht,

ab 2024 sind es 38 Cent.

Für 2020 und 2021 wurde eine Homeoffice-Pauschale in

Höhe von fünf Euro pro Tag eingeführt (maximal 600

Euro im Jahr).

Mindestlohn

Der Mindestlohn steigt auf 9,50 Euro, ab 2022 auf 9,82

Euro und ab 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro.

Spenden

Spenden bis 300 Euro brauchen künftig nur noch per

Kontoauszug nachgewiesen zu werden und nicht mehr

mit einer Spendenquittung. Das reduziert den Aufwand

für die Spendenaussteller.

3. Für Unternehmer

Mehrwertsteuer

Ab 1. Januar 2021 ist der Mehrwertsteuersatz wieder

von 16 auf 19 Prozent bzw. von 5 auf 7 Prozent angehoben

worden.

Gastronomie

Für Speisen (nicht Getränke), die an Ort und Stelle verzehrt

werden, ist befristet bis zum 31. Dezember 2022 nur

der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent an das Finanzamt

abzuführen. Dies führt zu einer Steuerentlastung für die

durch die Pandemie angeschlagene Gastronomie.

Umsatzsteuer

Unternehmen, die von Corona betroffen sind, können

beantragen, dass für 2021 keine Umsatzsteuersondervorauszahlung

geleistet werden muss.

Für die monatliche Abgabe der Umsatzsteuererklärung

kann eine Dauerfristverlängerung beantragt werden,

welche die Abgabe um einen Monat verlängert. Dafür

verlangt das Finanzamt 1/11 der gesamten Umsatzsteuer

des Vorjahres als Sondervorauszahlung. Diese kann man

sich auf Antrag zurückerstatten lassen.

Abschreibungen

Digitale Wirtschaftsgüter wie PC, Software etc. können

nun sofort abgeschrieben werden statt wie bisher über

drei Jahre. Zusätzlich wird eine degressive Abschreibungsmöglichkeit

eingeführt (maximal das 2,5-Fache

der linearen Abschreibung).

Gewerbesteuer

Bei der Gewerbesteuer wurde der Hinzurechnungsfreibetrag

von 100.000 auf 200.000 Euro verdoppelt. Damit

werden insbesondere Unternehmen entlastet, die

hohe Finanzierungs- und/oder Miet- und Pachtaufwendungen

haben.

Für Unternehmen gibt es einen pauschalen Verlustrücktrag.

Unternehmen, die 2019 sehr gute Ergebnisse

erwirtschaftet und diese versteuert haben, können einen

möglichen Verlust im Jahr 2020 durch den pauschalen

Verlustrücktrag nach 2019 vorwegnehmen. Dies führt

beim Unternehmen zu einer geringeren Steuerzahlung

2019 bzw. zu einer Erstattung bereits entrichteter Beträge.

Mit der Veranlagung 2020 wird der pauschale Verlustrücktrag

überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Corona

Die Zahlung eines Coronabonus – einer Sonderzahlung

von bis zu 1.500 Euro, die Arbeitgeber an Arbeitnehmer

steuerfrei bezahlen können – wurde bis 30. Juni 2021 verlängert.

Die Corona-Hilfe III kann jetzt beim Bundesfinanzministerium

beantragt werden – relevant insbesondere

für die Masse der Einzelhändler. Sie gilt für den Zeitraum

November 2020 bis Juni 2021. Sie kann von jenen

Unternehmen in Anspruch genommen werden, die in dem

jeweiligen Monat mindestens 30 Prozent Umsatzrückgang

haben. Als Vergleichsmonat ist der entsprechende

Monat aus dem Jahr 2019 heranzuziehen. Bei einem

Umsatzrückgang von 30 bis 50 Prozent werden 40 Prozent

der förderfähigen Fixkosten erstattet, bei einem

Rückgang 50 bis 70 Prozent sind es 6 Prozent, und bei

mehr als 70 Prozent Umsatzrückgang sind es 90 Prozent

der monatlichen Fixkosten.

Der Bereich der Corona-Hilfen unterliegt zudem kontinuierlichen

Veränderungen, was sich auf die Antragsstellung

und Antragsmöglichkeiten auswirkt.

Zur Person

Thorsten Kumpe, Jahrgang 1971, stammt aus

Witzenhausen. Er absolviert zunächst eine

Ausbildung zum Steuerfachangestellten, bevor

er an der Universität Göttingen ein Studium der

Betriebswirtschaftslehre abschließt. 1998 tritt

er in die Kanzlei Quattek & Partner ein, wo er

seit 2005 Partner ist.

Kontakt: kumpe@quattek.de

1 |2021 51


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PROFIL

Suche nach Baufinanzierung

leicht gemacht

Wer den Traum vom eigenen Zuhause

verwirklichen möchte, braucht die

passende Finanzierung. Interhyp,

Deutschlands größter Vermittler für private

Baufinanzierungen, ist seit 2016 auch in

Göttingen mit einer Geschäftsstelle vertreten.

Leiter Sebastian Heidmann, der nach verschiedenen

Stationen bei der Interhyp – München,

Hamburg, Hannover – schließlich den

Aufbau des Standortes Göttingen übernommen

hat, berät mit seinem Team aus vier Experten

im Quartier am Leinebogen.

„Interhyp hat in Deutschland Zugriff auf die

Angebote von über 500 Banken und Fördermittel.

Wir sind Experten in der Baufinanzierung

und wählen gemeinsam mit unseren

Kunden die Finanzierung, die am besten für

sie passt. Dieser Service kostet keinen Cent

extra, spart aber eine Menge Zeit und Geld“,

so Heidmann.

Inzwischen verzeichnet Interhyp im Göttinger

Markt eine rege Nachfrage, die noch

einmal zusätzlich durch die Corona-Krise befeuert

wurde. „Wir hatten 2020 im Vergleich

zum Vorjahr rund 25 Prozent mehr Anfragen

bekommen. Viele Menschen sehnen sich

nach einem eigenen Zuhause. Dieses steht

für Sicherheit und Geborgenheit und ist jetzt

verstärkt auch ein Ort, an dem sich Themen

wie Homeoffice und Familie bestmöglich verbinden

lassen. Immobilien werden aus unserer

Sicht auch 2021 hoch im Kurs stehen. Deswegen

expandieren wir und suchen auch neue

Mitarbeiter“, sagt Heidmann.

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

Sebastian Heidmann,

Interhyp-Geschäftsstellenleiter Göttingen

KONTAKT

Interhyp-Geschäftsstelle Göttingen

Robert-Gernhardt-Platz 3

37073 Göttingen

Tel. 0551 634127-15

goettingen@interhyp.de

www.interhyp.de/goettingen

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sein will, braucht eine kluge

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PROFIL

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Mehr als nur Fachexpertise …

Gute Rechtsberatung braucht mehr als nur

umfassende Fachexpertise. Es braucht

praxis orientierte Lösungen, die zum geschäftlichen

Umfeld des Mandanten passen. Daher

sind für eine gute Rechtsberatung auch Kenntnisse

von den Anforderungen der Branche der

Mandanten wichtig, meint Rechtsanwalt Stefan

Burghardt. Mit seiner Kanzlei RKM medic hat

er sich auf die Rechtsberatung von Mandanten

aus der Gesundheitsbranche spe zialisiert. Seit

mehr als 15 Jahren ist Burghardt als Rechtsanwalt

zugelassen, über mehr als zehn Jahre

berät er Mandanten aus der Gesundheitsbranche.

Daher kennt er die regulatorischen

Anforderungen der Branche besonders gut.

Es ist schon interessant zu beobachten, wie

schnell sich die rechtlichen Rahmenbedingungen

in der Gesundheitsbranche ändern,

meint Burghardt. Dies liegt vor allem daran,

dass die Gesundheitsbranche als wichtiger

Baustein der öffentlichen Daseinsvorsorge

besonders im Fokus steht und von der

Politik beeinflusst wird. Die meisten Dinge

sind granular geregelt, z. B. wie viele Ärzte es

in einer bestimmten Region pro Fachgebiet

geben darf, wie viel eine medizinische Leistung

kostet, welches Leistungsbudget dem

Arzt zur Verfügung steht, welche Kooperationen

möglich sind, etc. Viel Gestaltungsspielraum

bieten diese engen Vorschriften auf den

ersten Blick nicht.

AKTUELL STEHT IN DER Gesundheitsbranche

die Digitalisierung im Vordergrund. Ist

es anderen Wirtschaftsbranchen selbst überlassen,

welche digitalen Voraussetzungen sie

sich schaffen, um wettbewerbsfähig zu sein,

bestimmt in der Gesundheitsbranche der Gesetzgeber,

wie die Digitalisierung aussehen

muss. Die Vorgaben zu Telematikinfrastruktur,

elektronischer Patientenakte oder elektronischem

Rezept sind nur zu gut bekannt. Für

eine gute Rechtsberatung sind daher die Entwicklungen

der Gesundheitsbranche stets im

Blick zu behalten.

EIN BERATUNGSSCHWERPUNKT von Rechts -

anwalt Burghardt liegt in der Gestaltung von

medizinischen Kooperationsmodellen oder

Nachfolgeregelungen bei Praxisübernahmen.

Besonders interessant, erinnert sich Burghardt,

war die Entwicklung eines Modells für

eine Gemeinde, die ein eigenes Medizinisches

Versorgungszentrum (MVZ) betreiben wollte.

Hier galt es einerseits, den Gemeinde räten

und dem Bürgermeister die medizinrechtlichen

Anforderungen für den Betrieb eines

MVZ verständlich nahezubringen, andererseits

aber eine kreative Lösung zu finden, um

die Haftungsrisiken der Gemeinde zu minimieren.

Dies ist gelungen. Auf die konkrete

Umsetzung darf man gespannt sein, meint

Rechtsanwalt Burghardt.

Stefan Burghardt

KONTAKT

RKM medic

Anwaltskanzlei für

Medizin & Wirtschaft

Bertha-von-Suttner-Str. 9

37085 Göttingen

Tel. 0551 70728-0

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treffen bessere Entscheidungen.“

Mit über 18.000 Unternehmen hat Südniedersachsen eine attraktive Unternehmenslandschaft.

Genau da setzt das Konzept von Matthias Walter an: Mit seiner Arbeit möchte er

UnternehmerInnen seiner Region stärken. Wie er das macht, erzählt er in einem Interview.

ZUR PERSON

Matthias Walter, Jahrgang 1963, startet seine

Unternehmerkarriere 1990 – gemeinsam

mit zwei Partnern – mit der Gründung der

Reiselandgruppe. Vom südniedersächsischen

Northeim aus entwickeln sie in der Wendezeit

das erste Franchisesystem im Reisevertrieb

und bauen eine Gruppe mit 320 Filialen, mehr

als 1.200 Mitarbeitern und einem Umsatz

von 500 Millio nen Euro auf. 1996 steigt der

Hamburger OTTO-Konzern mit ein, an den die

Reiselandgruppe 2004 schließlich ganz verkauft

wird. Es folgen weitere Unternehmensgründungen

und -übernahmen in unterschiedlichen

Geschäftsfeldern, an denen er teils bis heute

beteiligt ist. Durch seine deutschlandweite

Arbeit als Unternehmercoach lernt er unterschiedliche

Branchen, Geschäftsmodelle und

Organisationsformen kennen. Außerdem bildet

er sich regelmäßig weiter: beispielsweise am

Management Zentrum in St. Gallen im Bereich

strategische Unternehmensführung oder am

Hasso-Plattner-Institut in Potsdam für eine

Ausbildung zum zertifizierten Design Thinking

Coach. Matthias Walter lebt in Göttingen, ist

verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Seit

Kurzem ist der leidenschaftliche Motorradfahrer,

Golfer und Skifahrer begeisterter Opa.

Herr Walter, was genau machen Sie?

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der Praxis. Die Themen bereite ich mit jedem

Boardmitglied in individuellen Coachingstunden

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Unternehmerboards zu leiten?

Ich hatte in meiner unternehmerischen Laufbahn

oft das Glück, UnternehmerkollegInnen

zu treffen, die meine Themen sofort nachvollziehen

konnten und zu einem offenen Austausch

bereit waren. Sie halfen mir, meine

persönlichen Ziele zu erreichen und die eigene

Lebensqualität zu verbessern. Es ist toll,

anderen UnternehmerInnen eine gut strukturierte

Umgebung anbieten zu können, die

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Und zu Letzt: Wer kann an einem Unternehmerboard

teilnehmen?

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wichtig ist aber, dass sie dazu bereit sind, ihre

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Vielen Dank für das Gespräch!

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mensch

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mensch

„Seine Stimme

hatte Gewicht“

Mit dem frühen Tod von Thomas Oppermann hat Südniedersachsen

einen starken Netzwerker verloren. Der SPD-Politiker brachte bis zuletzt

wichtige Projekte voran, die noch lange das Bild der Region prägen werden.

Die Lücke, die Oppermann hinterlässt, ist groß.

TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

1 |2021 59


mensch

Thomas Oppermann – politische Stationen

Oppermann trat 1980 in die SPD ein und führte

von 1989 bis zu seinem Tod den

Vorsitz des SPD-Unterbezirks Göttingen.

1990 kandidierte er erstmals für den

Niedersächsischen Landtag und konnte 1990,

1994 und 1998 jeweils das Direktmandat holen,

2003 zog er über die Landesliste ein.

Von 1998 bis 2003 war er in Niedersachsen

Minister für Wissenschaft und Kultur.

Von 2001 bis 2005 gehörte er zudem dem

Kreistag des Landkreises Göttingen an.

2005 folgte die erste Kandidatur für den Bundestag

und der Wechsel nach Berlin. Seit 2005

gelang es Oppermann, im Wahlkreis Göttingen

jeweils das Direktmandat zu holen, zuletzt 2017.

Von 2007 bis 2013 war er

Erster parlamen tarischer Geschäftsführer der

SPD-Bundestags fraktion, von 2013 bis 2017

Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und

von 2017 bis zu seinem Tod Vizepräsident

des Deutschen Bundestags.

LESEZEIT: 11 MINUTEN

Er war ein absoluter Profi, ein Vollblutpolitiker

durch und durch. Er war ein

Stratege und im positivsten Sinne ein

Strippenzieher.“ So charakterisiert Fritz

Güntzler, Göttinger Bundestagsabgeordneter

der CDU, seinen politischen Konkurrenten,

langjährigen Weggefährten

und den Mann, mit dem er im Bundestag gemeinsam an

einem Strang gezogen hat, um das Bestmögliche für die

Region herauszuholen.

„Er ist auch als profilierter Bundespolitiker seinen

Wurzeln immer treu geblieben. Er hatte immer eine enge

Verbindung zu seinem Wahlkreis, war ein verlässlicher

Ansprechpartner und hat nie die Bodenhaftung verloren“,

beschreibt Gabriele Andretta, Landtagsabgeordnete der

SPD für Göttingen, Thomas Oppermann, den sie seit

1980 kannte.

„Er war sehr pragmatisch, sehr wenig ideologisch festgefahren,

hatte dabei aber klare Grundsätze“, sagt Göttingens

Landrat Bernhard Reuter, SPD, über Oppermann,

den er bereits in seinem ersten Jura-Semester im Wintersemester

1978/79 traf. „Und man muss sagen, dass er

ein harter Arbeiter mit einer schnellen Auffassungsgabe

war. Wenn man sich auf Diskussionen mit ihm einlassen

wollte, musste man gut vorbereitet sein.“

Es sind diese Qualitäten, die Thomas Oppermann ausgezeichnet

haben und über die durch die Bank Einmütigkeit

besteht: Oppermann war eine Ausnahmeerscheinung,

persönlich, politisch, einer, der sich bei seinem Handeln

über Jahrzehnte nicht nur massiv für seinen Wahlkreis

eingesetzt hat, sondern der auch wusste, wie er das beinahe

Unmögliche möglich machen konnte.

ALS THOMAS OPPERMANN AM 25. OKTOBER 2020 in

Göttingen im Alter von 66 Jahren verstarb, ging damit

eine beeindruckende Politikerkarriere zu Ende (siehe

Kasten). Eine, die in der Region große Spuren hinterlassen

hat, insbesondere seit seiner Zeit als Wissenschaftsminister

in Niedersachsen. In seiner Amtszeit wurde die

Universität Göttingen als erste deutsche Volluniversität

in die Trägerschaft einer Stiftung Öffentlichen Rechts

60 1 |2021


mensch

überführt, womit deutlich höhere Gestaltungsfreiheiten

für die Hochschule verbunden waren. Auch der Neubau

der Fakultät für Physik auf dem Nordcampus ging maßgeblich

auf ihn zurück. Überhaupt hatte Oppermann

immer eine besondere Affinität zur Universität und damit

zum Wissenschaftsstandort Göttingen, für dessen

Weiterentwicklung er sich konsequent einsetzte.

Aber da hörte es nicht auf. „Wir hätten zum Beispiel

den Neubau der B 243 von Bad Lauterberg nach Nordhausen

nicht ohne Thomas Oppermann“, so Landrat

Reuter. Das Projekt war rechtlich wie finanziell sehr anspruchsvoll,

Oppermann hatte mit den richtigen Argumenten

darauf hingewirkt, dass der Bund die Priorität

dieses Vorhabens hochgestuft hat. „Sein Wirken zeigte

sich in allen Politikbereichen, nicht nur der Wissenschaft

– und ebenso nicht nur in Göttingen, sondern auch im

ländlichen Raum, wie etwa bei der Sanierung des Herzberger

Schlosses.“

„Es gibt so vieles“, sagt Fritz Güntzler, für das sich

Oppermann eingesetzt hat, sei es die Entwicklung im

Brauweg, Mittel für die Johanniskirche oder die langfristige

Absicherung der Händelfestspiele. „Wir waren in

jeder Förderperiode dabei. Das hat auch schon Neid erzeugt,

weil überall Göttingen draufstand.“ Ob auf Mitteln

für die Ethnologische Sammlung, den Cheltenham-

Park oder das Otfried-Müller-Haus. Doch nicht immer

waren es die großen Summen. „Vieles, was Oppermann

gemacht hat, ist gar nicht so bekannt geworden“, sagt

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler. „Er hat Kontakte

gepflegt, sich in Gesprächen für Göttinger Institutionen

eingesetzt und seine guten Verbindungen zu verschiedenen

Forschungsinstitutionen genutzt.“

IN BREITER ERINNERUNG WERDEN JEDOCH die

Leuchtturmprojekte bleiben, die es ohne Thomas Oppermann

nicht gegeben hätte, die erst in Jahren fertiggestellt

werden und mindestens für Jahrzehnte bleiben: Die

Bundesförderung für das Galeriegebäude im Kunstquartier

verschafft Göttingen die Chance, endlich auch überregional

als Ausstellungsort bekannter zu werden. Für

die Einrichtung des ersten Göttinger Fraunhofer- Instituts

bewirkte Oppermann, dass 32,8 Millionen Euro vom

Haushaltsausschuss bereitgestellt wurden.

Und dann ist da natürlich noch das Forum Wissen, das

Wissenschaftsmuseum der Universität, das ein enormes

Potenzial für eine weit überregionale Strahlkraft hat.

Das Konzept ist hoch innovativ: Die zahlreichen Sammlungen

der Universität sollen der Öffentlichkeit zu-

1 |2021 61


mensch

Herzensprojekte Oppermann hatte immer eine besondere Affinität zur Universität und setzte sich konsequent für den Wissenschaftsstandort

Göttingen ein – hier beim Alumni-Treffen 2008 an der Seite von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Uni-Präsident Kurt von Figura.

gänglich gemacht werden, aber nicht in Form einer Leistungsschau

der Wissenschaft, sondern vielmehr, indem

Wissenschaft als Prozess der verschlungenen Wege zum

Erkenntnisgewinn anschaulich wird. Das Forum Wissen

war zentraler Bestandteil des Antrags zur Exzellenz -

initiative 2012 und sollte aus den daraus eingeworbenen

Geldern umgesetzt werden. Als Vorleistung wurde die

Zentrale Kustodie aufgebaut, die das Forum Wissen

managen soll. Doch mit dem Scheitern in der Exzellenzinitiative

fehlte der Universität das Geld dafür.

„Also haben wir nach Alternativen gesucht, und da

tauchte Thomas Oppermann auf“, sagt Marie Luisa

Allemeyer, Leiterin der Zentralen Kustodie. „Er hat sich

besonders stark dafür eingesetzt, dass wir vom Bund

zehn Millionen Euro für die Sanierung des Gebäudes,

der alten Zoologie, bekommen haben.“ Damit war „der

Knoten gelöst“, um mit der Realisierung des Forum Wissen

zu beginnen.

Oppermanns Einsatz für das Forum Wissen nahm im

Laufe der Jahre noch zu. 2018 begann er, sich für den

Nordflügel einzusetzen. Der Nordflügel der Zoologie,

dessen Veranstaltungsräume das Ausstellungskonzept

ergänzen sollten, war zuvor aus Kostengründen von

Sanierung und Umbau ausgenommen. „Thomas Oppermann

hat erkannt, was für ein attraktiver Veranstaltungsort

hier direkt neben dem Forum Wissen und dem

Bahnhof entstehen kann“, so Allemeyer. Also setzte er

sich im Bund erneut dafür ein, Gelder zu organisieren,

und schaffte es 2019, eine Zusage über 4,15 Millio nen

Euro zu erwirken – gebunden an eine Kofinanzierung

durch die Universität in derselben Höhe. Doch mit den

Etatkürzungen durch die Landesregierung musste die

Universität von diesen Plänen zurücktreten. „Daraufhin

hat sich Thomas Oppermann bemüht, eine Vollfinanzierung

durch den Bund zu ermöglichen.“ Normalerweise

gibt es eine solche nicht, doch Oppermann sei den ganzen

Prozess „extrem gut vorbereitet“ angegangen – letztlich

mit Erfolg. Kurz nach seinem Tod – aber vielleicht

auch gerade dadurch, um seiner Leistung Anerkennung

zu zollen – erfolgte die Bewilligung von noch einmal

62 1 |2021


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mensch

FOTO UND MONTAGE: KLAUS REINSCH, FPG,2018 / KUPPELENTWURF: HANS-OTTO ARNOLD, 2016

Bleibende Spuren So könnte die Präsentationskuppel für Wissenschafts- und Kulturerlebnisse auf dem Dach des Forum Wissen aussehen,

die Thomas Oppermann ermöglichte.

knapp zehn Millionen Euro. Damit ist der Ausbau des

späteren Thomas-Oppermann-Kulturforums gesichert.

Und weil die Gelegenheit perfekt passte, ermöglichte

Oppermann damit auch, dass Göttingen auf dem Dach

des Nordflügels eine Präsentationskuppel für Wissenschafts-

und Kulturerlebnisse – wie etwa Sternenreisen in

einem Planetarium – erhalten wird und die lange Suche

des 1994 gegründeten Förderkreises Planetarium Göttingen

ein Ende fand. Der Verein hatte sich zum Ziel gesetzt,

dass am einzigen Ort in Niedersachsen, an dem Astrophysik

studiert werden kann, auch ein Planetarium existieren

sollte – wie an anderen Astrophysik- Standorten

auch. Der große Haken: Technik und Bau hätten sehr

viel Geld gekostet. „Wir hatten mit Oppermann schon

sehr früh und immer wieder Kontakt, um über eine Realisierung

zu sprechen“, berichtet Förderkreis-Vorsitzender

Thomas Langbein. Aufgrund der exorbitant hohen Kosten

war das Projekt nicht durchsetzbar, doch Oppermann

behielt es immer im Hinterkopf. Als dann die Idee

für das Forum Wissen entstand, „haben wir uns wieder

ins Gespräch gebracht“, so Langbein. „Und Thomas

Oppermann hat schnell erkannt, dass die Kuppel das

perfekte i-Tüpfelchen auf dem Forum Wissen ist.“ Es

folgten viele Abstimmungen mit der Universität, langes,

banges Warten angesichts der schwierigen Finanzlage

der Universität und am Ende die große Erleichterung, als

die Finanzierung in trockenen Tüchern war. Es klingt

tatsächlich ein wenig nach Wunschkonzert, was an, in

und auf dem Forum Wissen passiert – und welches es in

dieser Form, so die breite Einschätzung aller Beteiligten,

ohne Oppermann nicht geben würde.

„WAS MICH AN THOMAS OPPERMANN wirklich fasziniert

hat, sind zwei Sachen“, erklärt Allemeyer. „Er hat

sich schon sehr früh die Zeit genommen, unser Konzept

zu verstehen und auf Herz und Nieren zu prüfen.“ Dabei

habe er wissen wollen, ob es gut durchdacht ist.

„Zum anderen war es sein Einsatz. Nachdem er selbst

von dem Projekt überzeugt war, hat er sich mit einer

wahnsinnigen Beständigkeit dafür eingesetzt. Dieses

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» Ob daher mit seinem frühen Tod Projekte liegen

geblieben sind, wusste an manchen Stellen

wohl nur Thomas Oppermann selbst. «

ROLF-GEORG KÖHLER

verlässliche, hartnäckige, entschlossene Engagement habe

ich sonst bei niemanden erlebt, und das hat mich nachhaltig

beeindruckt.“

Doch auch für Thomas Oppermann gilt: Der Erfolg

hat meist viele Väter. Dies gilt umso mehr, wenn es um

die Finanzierung Göttinger Projekte auf Landes- und

Bundesebene geht. Andrea Ruhstrat, Senior-Chefin der

Ruhstrat Haus- und Versorgungstechnik und regional

engagiert, hat die Weitsicht und Zukunftsorientierung

von Oppermann sehr geschätzt und betont das Überparteiliche

an Oppermann, dem es auch gemeinsam mit

Fritz Güntzler gelungen ist, viel zu bewegen. Ein Eindruck,

den auch Detlev Barth, lange Zeit Leiter der Wirtschaftsförderung

Landkreis Göttingen, teilt: „Im Vergleich

zu anderen Kreisen hatten wir in der Region ziemlich

starke Abgeordnete, die zudem individuell eine sehr

hohe Kompetenz mitgebracht haben. Sie hat auch ausgezeichnet,

dass sie in Fragen der Region alle an einem

Strang gezogen haben.“

DIESE BEREITSCHAFT ZUR ZUSAMMENARBEIT der

Bundestagsabgeordneten sei das Erfolgsgeheimnis für

die vielen Erfolge in Berlin, betont Bernhard Reuter.

„Natürlich gibt es objektive Verfahren, aber wer glaubt,

dass er allein mit guten Anträgen erfolgreich ist, kennt

das reale Leben nicht.“ Alle Regionen in Deutschland

seien in der Lage, gute Anträge zu stellen – für den Erfolg

im Wettbewerb sei aber auch entscheidend, dass man

gute Fürsprecher in Berlin, Brüssel oder Hannover hat.

Gleichwohl, so Jürgen Trittin, Göttinger Bundestagsabgeordneter

der Grünen, hängt das stark von der Rolle

des jeweiligen Abgeordneten ab: „Wir sind seit 15 Jahren

in der Opposition und haben nur bescheidene Einflussmöglichkeiten.“

So kam dem Tandem aus Oppermann und Güntzler

eine besondere Bedeutung zu. Über 30 Jahre kannten sich

die beiden, und wie Güntzler betont, hat Oppermann ihn

sehr motiviert, für den Bundestag zu kandidieren. „Als

wir ab 2013 zusammen in der Großen Koali tion saßen,

haben wir gesagt: Wir bündeln die Kräfte. Und bis auf

einen Fall haben wir, wenn wir etwas für die Region

erreicht haben, eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben

und das als gemeinsame Leistung präsentiert.“

Voraus ging dem eine intensive Abstimmung und das

Strippenziehen im Hintergrund, um Zustimmung für die

gemeinsamen Vorhaben zu organisieren. „Ich denke

schon, dass das etwas Besonderes war“, sagt Güntzler.

„Das gab teilweise auch Irritationen und Nachfragen in

der eigenen Partei. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich

in der Zeit viel von ihm gelernt habe.“ Dass sie so erfolgreich

waren, führt er aber auch auf Oppermanns Ämter

und sein nicht unerheb liches Standing in der SPD zurück.

„In meinen 22 Jahren als Landrat“, so Reuter, „liegt

die Zahl der Bundestagsabgeordneten aus Göttingen im

unteren zweistelligen Bereich. Und ich halte Thomas

Oppermann mit gewaltigem Abstand für den erfolgreichsten.“

Das aber sei auch kein Wunder. „Er war

Minister auf Landes ebene, erster parlamentarischer

Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Fraktionsvorsitzender

und Vizepräsident des Bundestags – wenn

so jemand gute Argumente hat, überlegt man sich dreimal,

nein zu sagen.“

Oppermann war dabei jemand, der sich nicht nur für

Projekte anderer einsetzte, sondern der auch eigene Ideen

entwickelte. „Ob daher mit seinem frühen Tod Projekte

liegen geblieben sind, wusste an manchen Stellen

wohl nur Thomas Oppermann selbst“, so Rolf-Georg

Köhler. Aber dieser hatte sich entschieden, 2021 nicht

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mensch

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mensch

Immer im Einsatz Auch abseits der Politkarriere – hier beim Promi-Fußballspiel mit Insassen der JVA auf dem Leineberg 2000 – traft Oppermann

immer wieder erfolgreich ins Schwarze.

wieder für den Bundestag zu kandidieren. „Das heißt,

die meisten Projekte, die er begleiten wollte, hat er wahrscheinlich

zu Ende gebracht, denn er hat sehr zielorientiert

gearbeitet.“

Oppermann habe die Region durch sein politisches

Handeln geprägt, betont Güntzler. „Ich habe wirklich

geschätzt, dass er voller Ideen war und diese zielstrebig,

pragmatisch und ergebnisorientiert verfolgt hat. Diese

seine politische Durchschlagskraft wird mir fehlen.“

Gerade, wenn es in Berlin um die großen Summen geht,

werde es für Güntzler alleine deutlich schwieriger: „Der

Ansprechpartner bei der SPD fehlt mir künftig. Früher

haben wir uns regelmäßig unter vier Augen abgestimmt,

dann hat jeder seine Kontakte angerufen – dieses Spiel

geht nicht mehr.“

FÜR DIE SPD WIRD ES NICHT LEICHT SEIN, Oppermann

zu ersetzen – er hat gegen den Bundestrend der

SPD das Direktmandat geholt und wird fehlen, wenn es

um die Einarbeitung eines Nachfolgers geht. Für die

Region wird es noch schwieriger. Mit Oppermanns Tod

hat Südniedersachsen seinen wichtigsten Fürsprecher im

Bundestag verloren.

Und selbst nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament

hätte er noch über informelle Kontakte verfügt.

„Seine Stimme hatte Gewicht“, so Bernhard Reuter.

„Nicht aufgrund von Machtfunktionen, sondern aufgrund

des Vertrauens, das er genossen hat. Mit ihm

haben Göttingen und Südniedersachsen in der ersten

Bundesliga gespielt. Das können andere nur schwer

kompensieren.“ ƒ

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mensch

Auch bei faktor hat Thomas Oppermann

einen bleibenden und menschlichen

Eindruck hinterlassen. Das letzte Mal

erst im vergangenen Jahr, als der

Politiker uns exklusiv einlud, ihm in

seinem Garten bei der Quittenernte

über die Schulter zu schauen.

Den ganzen Artikel zum Nachlesen

gibt es unter:

www.faktor-magazin.de/

edle-tropfen-aus-dem-garten

1 |2021 69


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Enterprise Work Management in

der Pandemie – eine Revolution

der Arbeitskultur?

In vielen Büros dasselbe Bild: verlassene Räume und leergefegte Schreibtische. Fast jeder zweite

Berufstätige in Deutschland arbeitet derzeit – zumindest für ein paar Tage in der Woche – von

zu Hause aus. Doch was bedeutet das für Unternehmen wie auch für deren Mitarbeiter?

Und wie kann die Arbeit organisiert werden, wenn der persönliche Kontakt fehlt?

Heiko Süthoff,

MBA, ist als Managing Consultant mit dem

Schwerpunkt Digitalstrategie bei der Xtentio GmbH

tätig. Zuvor war er als Projektleiter von digitalen

Infrastrukturprojekten sowie als Produktmanager

bei führenden Industrie- und Handelsunternehmen

tätig. Heiko Süthoff ist zudem Gastreferent

für die Themen Digitalstrategie, Prozess- und

Change- Management an der FOM Hochschule für

Ökonomie & Management in Hamburg.

Da sitzen wir nun in unseren vier Wänden

und versuchen den täglichen

Spagat zwischen Homeoffice, Homeschooling

und Kinderbetreuung – eine kräftezehrende

Aufgabe. Homeoffice, bei vielen Unternehmen

vor der Pandemie verpönt, wurde

über Nacht zur einzig möglichen Arbeitsform.

Aus dem Stand musste gehandelt werden,

um irgendwie durch diese Krise zu kommen

– ohne lange Vorbereitungszeit oder Onboarding-Möglichkeiten.

Für viele ein Sprung ins

kalte Wasser.

Wer nach der ersten Hektik glaubte, dass

mit der Einrichtung mobiler Arbeitsplätze

bereits viele Hürden gemeistert sein würden,

wurde bald eines Besseren belehrt. Denn

kaum war die Hälfte der Deutschen im Homeoffice

angekommen, zeigten sich neue Probleme:

Wie schafft man es, ohne Präsenztermine

Projekte effektiv voranzutreiben und kollaborativ

zu arbeiten? Wie können wir uns ortsunabhängig

organisieren, ohne den Überblick

zu verlieren? Auch war es für viele Arbeitgeber

neu, dass Mitarbeiter ihrer täglichen Arbeit

nicht mehr am Stück nachgehen konnten,

sondern sich flexibel nach ihren Kindern richten

mussten.

Man hatte Verständnis. Vieles wurde möglich.

Doch wie wird unser Arbeitsalltag nach

der Pandemie aussehen? Werden wir in alte

Muster zurückfallen oder werden wir die neuen

Erkenntnisse mitnehmen und eine andere

Arbeitskultur in Deutschland schaffen? Der

Wunsch nach einem Mix aus Präsenzarbeit,

Homeoffice und flexibleren Arbeitszeiten ist

auf Arbeitnehmerseite deutlich gestiegen, wobei

das Bild auf der Unternehmerseite etwas

differenzierter ist – je nachdem, mit wie viel

Erfolg man die Herausforderungen des dezentralen

Arbeitens gemeistert hat.

WIR ALS NEW-WORK-COMPANY profitierten

in dieser Situation davon, dass bei der

Xtentio bereits seit Jahren Homeoffice-Möglichkeiten

und flexible Arbeitszeiten die Regel

sind. Ohne Ausfall und mit wenig Aufwand

zogen alle Mitarbeiter ins Homeoffice um.

Dezentrale Online-Tools zur Aufgabenverwaltung,

zum Arbeits- und Zielmanagement sowie

zum kollaborativen Arbeiten waren bereits

vorhanden, denn schon vor Corona hatten wir

ein nachhaltiges und gut funktionierendes

Enterprise Work Management aufgebaut.

Aber was meint Enterprise Work Management

(abgekürzt EWM) überhaupt? Im Grunde

beschreibt es Regeln, Prozesse und Lösungen,

mit denen unternehmensweit die

gemeinsame Arbeit an Projekten organisiert

werden kann. Eine zentrale Herausforderung

der ,Remote Work‘ ist die tägliche Abstimmung

von Zielen, Kapazitäten und Aufgaben,

denn unsere Art zu kommunizieren ändert

sich radikal, wenn Teammitglieder nicht

mehr vor Ort zusammenarbeiten. Im Büro


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Dezentrales Arbeiten kann Spaß machen, wenn die Arbeit gut organisiert ist. Enterprise Work Management

Systeme organisieren Aufgaben, Informationen und Ziele für alle Mitarbeiter transparent und übersichtlich.

Ralph Durst

ist Senior Consultant bei der Xtentio und leitet

Kundenprojekte im gehobenen Mittelstand und bei

internationalen Konzernen. Als B2B- und Industriespezialist

unterstützt er Kunden bei der digitalen

Transformation ihrer Informationslieferketten und

der Optimierung ihrer Organisation, Prozesse

und Tools. Seine Schwerpunkte sind agile Projektmanagement-Frameworks

und die Vernetzung von

Produktentwicklungs- und Marketing-Prozessen.

hat jeder die Möglichkeit, Kollegen ,by walking

around‘ zu briefen, ihnen Aufgaben zuzuteilen

und sich über den Stand von laufenden

Projekten zu informieren. Sobald aber die

Mitarbeiter nicht gemeinsam anwesend sind,

wird dieser ungeordnete Informationsfluss zu

einer Dauer belastung: Anrufe, Videomeetings,

Chatverläufe, E-Mails, Reports, Protokolle etc.

Je größer das Team, desto geringer wird die

Produktivität, wenn die Nachrichtenflut ständig

von der eigentlichen Arbeit ablenkt.

In einer dezentralen Organisation dient

das Enterprise Work Management daher dem

Zweck, diese Kommunikations- und Koordinationsaufwände

sinnvoll zu reduzieren. Aufgaben,

Informationen und Ziele werden zentral

organisiert und für alle Beteiligten transparent.

Jeder Mitarbeiter hat dabei innerhalb

der EWM-Lösung Zugriff auf seinen persönlichen

Bereich und sieht seine anstehenden

Auf gaben, die er in einer To-do-Liste managen

kann. Er sieht aber auch, wie seine Arbeit auf

die gemeinsamen Ziele einzahlt – Abhängigkeiten

werden visualisiert, und das große

Ganze wird für jedes einzelne Teammitglied

transparent.

NACH UNSERER ERFAHRUNG kann man

Enterprise-Work-Management-Lösungen wie

Asana oder Monday bereits in wenigen Tagen

in einzelnen Teams einführen und sukzessive

auf die gesamte Organisation übertragen. So

lassen sich schon in kurzer Zeit die ersten

Mehrwerte für das Unternehmen erzeugen.

Unser Enterprise Work Management setzen

wir inzwischen für alle internen Prozesse und

die Steuerung unserer Kundenprojekte ein. Es

ist unser zentraler Ort für das Aufgaben- und

Zielmanagement geworden, den wir nicht

mehr missen wollen. Hinzu kommt, dass die

gängigen Lösungen am Markt einen großen

Wert auf gute Bedienbarkeit legen – selbst

Kollegen und Kunden ohne große IT-Affinität

haben innerhalb kurzer Zeit die wesentlichen

Funktionen kennen und schätzen gelernt.

MÖCHTEN AUCH SIE Ihr Unternehmen

mit einem gut funktionierenden Enterprise

Work Management in die Zukunft bringen?

Dann profitieren Sie von unserer Erfahrung.

Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie eine auf Ihre

Organisation perfekt zugeschnittene Lösung

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institutionelle Kunden und namhafte gemeinnützige Stiftungen. Eine sehr hohe

Weiterempfehlungsquote bestätigt die Zufriedenheit der Kunden.

Thorsten Richter

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Jörg Barner

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PROFIL

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Die Innenarchitekten von Seydlitz bieten die komplette Planung für Büros und Objekträume an – von der Anwaltskanzlei bis zur Zahnarztpraxis.

Moderne Klassiker in neuem Licht

Norddeutschland plant mit Seydlitz: Einrichtungshaus in Hannover präsentiert aktuelle

Kollektionen namhafter Designer – Innenarchitekten-Team stattet Büros, Praxen und

Privaträume aus.

„DAS AUGE WOHNT MIT“, davon ist Klaus

Seydlitz (Foto) überzeugt. Der Geschäftsführer

des Einrichtungshauses Seydlitz im

Herzen von Hannover ist seit Jahrzehnten von

modernen Klassikern fasziniert, von Möbeln,

die Geschichte machen. Seit 1991 präsentiert

er in seinen Geschäftsräumen an der Theaterstraße

nahe der hannoverschen Oper die

namhaftesten Kollektionen wie Vitra, Cassina,

USM Haller, B & B Italia und Schramm, aber

auch weniger bekannte Marken mit besonderen

Produkten.

„OB PRODUKTE FÜR Praxiseinrichtungen,

private Wohnräume oder Büromöbel für Unternehmen:

Wir statten vielfältigste Räume

mit hochwertigen Designmöbeln aus – von

der Anwaltskanzlei bis zur Zahnarztpraxis“,

sagt Seydlitz. Er und sein zehnköpfiges Team

aus Einrichtungsdesignern lieben die Herausforderung

in puncto Einrichtung, Innenarchitektur

und Umbau – und eine klare, meist

minimalistische Formensprache. Die Innenarchitekten

bieten die komplette Planung

für Büros und Objekträume an, bei Bedarf

auch in Zusammenarbeit mit renommierten

Architekten aus ganz Deutschland.

„Unsere Leidenschaft ist, unsere Kunden

durch die Schönheit und das Design dieser

Möbelstücke oder Accessoires zu inspirieren“,

sagt Seydlitz. Denn jeder Entwurf bilde auch

die Persönlichkeit des Designers ab. „Viele der

Designklassiker sind absolut zeitlos und heute

noch so modern wie vor 50, 70 oder sogar

100 Jahren.“

AUF DIESE WEISE ENTSTEHEN – wenn

die Kunden es zulassen – völlig individuelle

Colla gen mit Produkten aus verschiedenen

Epochen. Fast wie zufällig ausgesucht, aber

doch mit stilsicherer Hand und dem Blick für

das Gesamtbild.

In 30 Jahren Firmengeschichte habe er aber

auch erlebt, wie rasant sich die Möbelbranche

verändert habe. Etliche Hersteller versuchten,

auf den Design-Express aufzuspringen, hatten

aber weniger eigene Ideen. So verschwand

der ein oder andere auch wieder vom Markt,

sagt Seydlitz. Er setzt daher eher auf eigene

Ideen und Visionen, immer vor Augen, was in

den nächsten Jahren gefragt sein wird.

Und mit der innovativen Technik der Virtual

Reality (VR) lässt sich bei Seydlitz sogar

das Zuhause der Kunden ganz neu erleben.

„Wir können nicht nur digital mit 360-Grad-

Projektionen durch den Raum laufen“, erklärt

Seydlitz, „sondern bei uns im Geschäft virtuell

mit einer VR-Brille durch das Wohnzimmer

der Kunden schlendern. Dabei werden alle

Details wie Wandfarben, Fußböden und die

weitere Möblierung eingeblendet, und es lässt

sich nachempfinden, wie die neuen Möbelstücke

im eigenen Zuhause wirken – das Auge

wohnt eben mit.“

KONTAKT

seydlitz

objekt | wohnraum | licht

Theaterstraße 15

30159 Hannover

Tel. 05 11 2 70 70 70

info@seydlitz.de

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mensch

Präsident mit

Herz & Humor

Metin Tolan – seit April neuer Chef der Universität Göttingen –

verspricht, die schlechte Stimmung an der Hochschule durch mehr

Transparenz zu verbessern, und verrät, warum die Stadt mit ihm

den schlechtesten Autofahrer der Republik bekommt.

INTERVIEW SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE UNIVERSITÄT GÖTTINGEN/JAN VETTER

74 1 | 2021


mensch

1 |2021 75


mensch

» Als Physiker ist man vorgeprägt, weil

man in der Quanten theorie historisch

um Göttingen nicht herumkommt.

Deswegen hatte ich schon als Student

das Gefühl, Göttingen muss

eine Spitzenuni sein. «

LESEZEIT: 7 MINUTEN

Herr Präsident, als neues wichtiges Gesicht in Göttingen:

Wen bekommt die Stadt?

Göttingen muss wissen, dass es den schlechtesten Autofahrer

der Republik als Bürger haben wird. Ich habe den

Führerschein erst mit 29 gemacht, als ich in die USA gegangen

bin. Und wenn man den Führerschein so spät

macht, kommt man auf keinen grünen Zweig mehr.

Geboren in Norddeutschland, zwei Jahrzehnte Ruhrpott.

Welches Herz schlägt in Ihnen?

Als ich ins Ruhrgebiet gegangen bin, habe ich gelernt,

zwei Begriffe zu trennen: Meine Heimat ist Norddeut≠schland.

Mein Zuhause ist hingegen tatsächlich das

Ruhrgebiet, da lebe ich mit meiner Frau. Und Letzteres,

also das Zuhause, wird sich ändern, und irgendwann

werde ich sicher auch sagen, dass mein Zuhause Göttingen

ist.

Gibt es aus Ihrer Studienzeit prägende Erlebnisse, die

Sie heute noch beeinflussen?

Die Studienzeit hat mich zu einem großen Fan der Uni an

sich gemacht. Ich kam vom Land, mein Vater war türkischer

Staatsbürger, meine Mutter aufgrund des Weltkriegs

nur vier Jahre zur Schule gegangen. Wenn man dann

plötzlich an eine Uni kommt, ist man von den Möglichkeiten,

die einem gegeben werden, beeindruckt. Ich habe

nie die Dankbarkeit für die Chancen abgelegt, die mir

die Uni gegeben hat – ich denke, man sollte nicht vergessen,

dass man ein Studium absolvieren ,darf‘. Manchmal

habe ich jedoch das Gefühl, das wird vergessen, weil es

inzwischen eine gewisse Anspruchshaltung gibt.

Wie ist Ihr Außenblick auf die Universität Göttingen?

Als Physiker ist man vorgeprägt, weil man in der Quantentheorie

historisch um Göttingen nicht herumkommt, da

hier die mathematischen und physikalischen Grundlagen

gelegt wurden. Deswegen hatte ich schon als Student

das Gefühl, Göttingen muss eine Spitzenuni sein.

Dieser Eindruck hat sich nie verflüchtigt, denn hier sind

nach wie vor viele Spitzenleute, die im Bereich der

Naturwissenschaften auch sehr breit fächerübergreifend

zusammenarbeiten. Ich lese das auch daran ab, wie viele

Glückwünsche ich zu meiner Wahl bekommen habe. Ich

glaube, das wären nicht so viele gewesen, wenn Göttingen

nicht so prominent wahrgenommen würde.

Welche maßgeblichen Herausforderungen sehen Sie

für Ihre Amtszeit?

Die Universität ist in einem Zustand, in dem sich Beschäftigte

und Studierende schlechter fühlen, als die tatsächliche

Lage hergibt. Das hat auch Gründe wie etwa

den fehlenden Erfolg in der Exzellenzinitiative oder die

suboptimale Präsidentenwahl. Da hat es viele Spannungen

und auch persönliche Diffamierungen gegeben. Deswegen

ist die erste Aufgabe, das Team wieder zusammenzubringen

und Gräben zuzuschütten. Das ist notwendig,

wenn wir wieder gemeinsame Erfolge feiern

wollen, und es wird harte Arbeit und eine gewisse Zeit

erfordern. Aber das Ziel ist klar: wieder in der Exzellenzstrategie

zu reüssieren und es auch zu schaffen, dass

Göttinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

wieder mehr Preise gewinnen. Das liegt natürlich zunächst

einmal beim individuellen Forschenden, aber die

Uni kann und muss auch die Richtigen vorschlagen.

Schaut man sich das Times Higher Education Ranking an,

so lässt sich ein kontinuierlicher Abstieg der Universität

Göttingen feststellen – von Platz 43 und damit der besten

deutschen Universität im Jahr 2011 zu aktuell Platz 130.

Seit zehn Jahren ist die Universität auch im bundesdeutschen

Vergleich nicht mehr exzellent. Wie wollen Sie diesem

schleichenden Renommeeverlust begegnen?

Zunächst einmal muss man unterscheiden, denn jedes

Ranking funktioniert nach eigenen Parametern – im

DFG-Förderatlas, dem wohl wichtigsten deutschen Ranking,

gehört Göttingen nach wie vor zu den Top Ten.

Göttingen ist also nicht unbedingt abgestiegen, aber andere

haben aufgeholt. Innerhalb Deutschlands hat die

Exzellenzinitiative dabei eine Rolle gespielt, aber auch

weltweit haben andere Unis massiv aufgeholt, vor allem

aus dem asiatischen Raum. In einem Ranking erfolgreich

zu sein, hat aber auch etwas mit Stimmung zu tun

und nicht zuletzt auch mit Corporate Identity, dass also

beispielsweise Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

bei jeder Veröffentlichung die richtige Adresse und den

Uni-Namen einheitlich entsprechend der Corporate

Identity angeben. Also müssen wir an zwei Sachen arbeiten:

Erstens muss sich unsere Wissenschaft weiter ver-

76 1 | 2021


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mensch

bessern, das heißt, wir müssen wieder Erfolge in der Exzellenzstrategie

feiern und auch die international besten

Professorinnen und Professoren gewinnen. Und zweitens

müssen wir unsere CI so hinbekommen, dass sie optimal

für die Auswertungsalgorithmen der Rankings ist.

Die Universität hat durch Belastungen aus Vorleistungen

für die Exzellenzinitiative sowie die jüngsten Kürzungen des

Landes Niedersachsen ein Etatproblem. Welche Wege sehen

Sie aus der Finanzkrise der Universität?

Die finanziellen Spielräume werden enger, und die Uni

muss aufpassen, dass sie nicht in eine große Schieflage

gerät, aber wir sind nicht handlungsunfähig. Wir sind

gerade dabei, eine langfristige Finanzplanung bis 2030

aufzustellen. Eine der wesentlichen Herausforderungen

wird sein, eine Priorisierung vorzunehmen und die Vielfalt

einer Volluni zu erhalten.

Auf der anderen Seite ist das Land schon 2019 überraschenderweise

und gegen den Bundestrend sehr rigoros

vorgegangen und hat die Hochschuletats gekürzt. Dagegen

positionieren wir uns natürlich, aber das müssen wir

so machen, dass wir unsere Bedarfe klar benennen und

aufzeigen, was wir leisten. Wir haben 30.000 Studierende,

die der Gesellschaft viel mehr Wirtschaftsleistung

zurückbringen, als sie uns gekostet haben. Wir als Unis

müssen lernen, vernünftiger zu argumentieren. Einfach

nur zu sagen, wir brauchen mehr Geld, ist nicht originell.

Eines der Kennzeichen der Amtszeit von Präsidentin Ulrike

Beisiegel war die Öffnung der Universität für regionale

Kooperationen. Wie werden Sie damit verfahren?

Diese Kooperationen sind schon deswegen essenziell,

weil der Transfer von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche

Nutzbarkeit zum Punkt der gesellschaft lichen

Leistungen der Universität dazugehört. Das ist etwas,

das jede Uni noch verbessern kann. In Göttingen besonders

interessant sind die forschungsstarke Universitätsmedizin

und der wirtschaftliche Cluster aus Unternehmen

der Life Sciences. Ich werde daher versuchen, die

Kooperationen weiter zu intensivieren.

Das Wissenschaftlerbündnis ,Uni Göttingen unbefristet‘

hat Ihnen einen offenen Brief geschrieben, in dem es auf

die schlechte Relation von 12,4 Prozent unbefristeten

zu 87,6 Prozent befristeten Beschäftigungsverhältnissen im

wissenschaftlichen Mittelbau verweist. Wie gedenken Sie,

die Befristungsproblematik zu verbessern?

Befristungen sind eines der größten Probleme in der

Wissenschaft, das gilt für jede Uni. Aber die Zahl von

87,6 Prozent kann aus meiner Sicht nicht stimmen, die

erscheint mir zu hoch. Wenn wir ernsthaft diskutieren

wollen, müssen wir zwischen Qualifizierungsstellen, die

naturgemäß befristet sind, und Funktionsstellen für

Daueraufgaben unterscheiden. Dafür brauchen wir eine

belastbare Zahlengrundlage. Ein anderes Thema sind

Stückelverträge: Hier müssen wir weiter darauf hinarbeiten,

dass Promovierendenverträge über drei Jahre

abgeschlossen werden. Kurzzeitverträge sind eine Unart,

die sich herausgebildet hat und die im Übrigen zu großen

Belastungen an anderer Stelle führt, denn Verwaltungen

blähen dadurch auf. Dazu werde ich mich mit den entsprechenden

Stellen zusammensetzen.

Ein Hochschulpräsident muss vieles sein: ein guter

Netzwerker, ein Kommunikator, ein Vermittler, der zwischen

Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften

aus gleicht, ein guter Wissenschaftler und jemand,

der eigene Akzente setzt. Welche Eigenschaften bringen Sie

für diesen Cocktail mit?

Das in meinen Augen Allerwichtigste für einen Hochschulpräsidenten

ist die Transparenz der Entscheidungen.

Es darf niemand in der Universität das Gefühl bekommen,

dass Sie abgehoben wie in einem Raumschiff

Entscheidungen treffen. Das betrifft insbesondere die

Transparenz der Finanzentscheidungen – und da wird es

eine Menge zu kommunizieren geben, weil wir ja nicht

nur positive Botschaften haben. Von daher hat Transparenz

für mich die oberste Priorität.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person

Metin Tolan kommt 1965 in Oldenburg zur Welt, studiert

später Physik und Mathematik an der Universität Kiel, wo

er 1993 auch promoviert. Als Postdoc forscht er mehrere

Jahre in den USA und habilitiert sich 1998 im Fach Experimentelle

Physik an der Universität Kiel. 2001 wird Tolan

auf eine Professur für Experimentelle Physik an der Technischen

Universität Dortmund berufen. Forschungsschwerpunkt:

das Verhalten von Grenzflächen weicher

Materie wie zum Beispiel von Polymeren, Flüssigkeiten

oder Biomaterialien. Dort ist er unter anderem Dekan der

Fakultät Physik sowie von 2008 bis 2020 Mitglied des

Rektorats der TU, seit 2016 zudem ständiger Vertreter der

Rektorin. Darüber hinaus ist Tolan Mitglied in zahlreichen

Gre mien und Beiräten und wurde mehrfach für seine

Arbeit ausgezeichnet. Seit Frühjahr 2021 ist er Präsident

der Universität Göttingen.

Daneben weist Wikipedia Metin Tolan auch als

,Wissenschafts kabarettisten‘ aus, was daran liegt, dass

er bereits Vorträge zu Themen wie ,Die Physik bei James

Bond‘, ,Die Physik bei Star Trek‘ und ,Die Physik des Fußballspiels‘

hielt. An Fußball schätzt er noch mehr als nur

das Spiel selbst das „ganze Drumherum“. Er sagt:

„Da ist so viel unfreiwillige Komik drin.“ Eine Lieblingsmannschaft

hat Tolan auch: den VfB Stuttgart.

78 1 | 2021


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Florian Dietrich

Gebäudereinigermeister und Geschäftsführer

PROCLEAN Gebäudedienste GmbH


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Gebäudereinigung ist

ein Meisterhandwerk!

PROFIL

Geschäftsführer Florian Dietrich der PROCLEAN Gebäudedienste GmbH erklärt,

worauf Unternehmen achten sollten, wenn sie bei der Wahl des passenden

Gebäudedienstleisters auf nachhaltige Kompetenz und regionale Verbundenheit Wert legen.

Seit der Abschaffung des Meisterzwanges

für das Gebäudereinigerhandwerk

hat sich für die Kunden die Auswahl

eines geeigneten Dienstleisters erheblich erschwert.

Florian Dietrich, Gebäudereinigermeister und

in vierter Generation Geschäftsführer bei der

PROCLEAN Gebäudedienste GmbH mit derzeit

mehr als 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

ärgert sich über diesen Zustand:

„Große Versprechen auf schnell gebastelten

Internetseiten täuschen dem Kunden allzu

häufig Qualifizierungen und Fachkenntnisse

vor, die leider eine Vielzahl der auf dem Markt

agierenden Unternehmen nicht besitzt. Dies

beginnt bereits bei der oft nicht transparenten

Kalkulation und endet bei fehlenden Materialund

Chemiekenntnissen.“

Aber auch im Bereich der Mitarbeiterschulung

und -führung sowie der Arbeitssicherheit

entstehen häufig nach kurzer Zeit eine große

Zahl an Problemen. Als Folge führt dies immer

häufiger dazu, dass sich Unternehmen

gezwungen sehen, den Gebäudedienstleister

wieder zu wechseln. „Hierdurch entstehen

unnötige Kosten und Ärger, zurück bleiben

unzufriedene Kunden und verunsicherte Reinigungsmitarbeiter.

Dass der Billigste oft

nicht der Günstigste ist, gilt wohl für jedes

Unternehmen, welches Waren und Dienstleistungen

einkauft“, so Florian Dietrich.

Worauf sollte man also bei der Auswahl des

richtigen Gebäudedienstleisters achten? Dazu

sollte man die folgenden Aspekte beleuchten:

1) Ist mein Ansprechpartner kompetent in der

Gebäudereinigung und verfügt er über die

entsprechenden Qualifikationen?

2) Ist die Kalkulation schlüssig? Das heißt,

welcher Stundensatz liegt zugrunde? Mit

welchen Quadratmeterleistungen wird kalkuliert?

Wie viele Mitarbeiter sind angesetzt?

3) Der richtige Dienstleister bietet nichts ohne

eine vorherige Objektbegehung an. Ein

Fachmann sieht dabei sofort, wo durch

richtigen Maschinen- und Reinigungsmitteleinsatz

viel effektiver gearbeitet werden

kann. Hierzu gehört auch die Reviereinteilung,

durch die Wegezeiten und damit wieder

Kosten eingespart werden können.

4) Ihr Dienstleister sollte mit seinen Firmenstandorten

idealerweise regionale Nähe

bieten und dementsprechend auch in der

Mitarbeiterschaft regional stark vertreten

sein. Dies beugt Ausfällen in Urlaubszeiten

und bei Krankheit vor.

5) Auch die Reaktionszeit auf Kundenanfragen

ist ein entscheidender Faktor. Auf Wunsch

des Kunden sollte ein guter Dienstleister

noch am selben Tag vor Ort sein.

6) Am besten kann noch immer der Kunde

über die Qualität eines Dienstleisters

urteilen. Also sollte man sich die Mühe

machen, dem Dienstleister ,auf den Zahn

zu fühlen‘. In welchen Unternehmen in der

Region ist er vertreten? Wie lange arbeitet

er bereits für diese Unternehmen? Wie ist

es dort mit der allgemeinen Zufriedenheit

um den Dienstleister bestellt?

„Diese Aspekte sind bei der Wahl des richtigen

Anbieters unbedingt hilfreich“, erklärt

Florian Dietrich. Er selbst setzt mit seinem

Unternehmen in Sachen Regionalität sogar

bei der Entwicklung und Herstellung eigener

Reinigungsmittel auf: „Qualität made in Südniedersachsen“.

KONTAKT

PROCLEAN GEBÄUDEDIENSTE GMBH

Hansestraße 5, 37574 Einbeck

Tel. 05561-7071

Grätzelstraße 13/15, 37079 Göttingen

Tel. 0551-38 445 902

info@proclean-gebaeudedienste.de

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mensch

» Es ist so wichtig,

dass Sterbende nicht

allein gelassen werden –

für die Kranken, aber auch

für die Angehörigen. «

FRIEDEMANN NAUCK

82 1 | 2021


mensch

Das Sterben ins

Leben lassen

Das Leben bis zum letzten Augenblick genießen, ist ein Wunsch, den viele in sich

tragen. Für Menschen, die unheilbar erkrankt sind, sieht die Wirklichkeit meist

anders aus. Die verbleibende Zeit dennoch lebenswert zu gestalten, dazu trägt

seit 30 Jahren das Palliativzentrum in Göttingen bei.

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE STOCK.ADOBE.COM

LESEZEIT: 7 MINUTEN

Helle, breite Flure, lichtdurchflutete Zimmer mit kleinen

Terrassen und Blick in die Natur. Leise, melodische Klaviertöne

ziehen durch die Gänge und durch die offenen

Türen der Patientenzimmer. Aus der Gemeinschaftsküche

hört man Stimmengewirr und Lachen. Wer durch

den gepflegten Garten die Palliativstation der Universitätsmedizin

Göttingen betritt, wird erstaunt sein, dass er in einem Krankenhaus

ist. Vermutlich wird er eher von einem Gefühl der Geborgenheit überrascht

werden. Denn auf dieser Station ticken die Uhren anders. Der hektische

Alltag hat seine Macht verloren. Die Menschen, die hier Patienten sind,

wissen von ihrer unheilbaren Krankheit – doch ihr Leid, ob körperlich,

psychisch, seelisch oder spirituell, wird an diesem Ort gemindert.

1 |2021 83


mensch

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA

FOTO: FRANK STEFAN KIMMEL

Veronika Frels, Vorsitzende des Fördervereins Palliativzentrum

Friedemann Nauck, Direktor der Abteilung Palliativmedizin

„Ich war von der ersten Stunde der Planung des Palliativzentrums

an dabei. Damals hieß es: Ärmel hoch! Es kann

ja nur etwas Gutes dabei herauskommen“, erzählt Veronika

Frels, die 2002 den Förderverein für das Palliativzentrum

der UMG gründete. Seitdem ist sie Vorsitzende

und engagiert sich ehrenamtlich und aus vollem Herzen.

Wie viel Geld sie über die Jahre durch Spenden und dank

zahlreicher Förderer zusammengetragen hat, lässt sich

auf die Schnelle nicht errechnen. Aber die finanzielle Unterstützung

der Station zum Patientenwohl reicht von

ein bis zwei zusätzlichen Pflegekräften über die Einrichtung

und Pflege des Patientengartens, vier Autos zur ambulanten

Pflege, Sitz- und Aufstehsessel, die Einrichtung

eines Wohlfühlbadezimmers, Patientenkühlschränken bis

hin zu einer Musiktherapeutin. „Es ist so berührend“,

sagt Frels, „wenn man sieht, was mit Menschen passiert,

wenn sie Musik hören.“

2020 erhielt Veronika Frels, die hauptberuflich Geschäfts

führerin der Larsen-Frels Gewerbe- und Industrieimmobilien

ist, für ihre ehrenamtliche Arbeit den Initiativpreis

der Göttinger Litfin-Stiftung. „Der Preis war aber

nicht allein für mich, sondern für alle, die mithelfen und

uns unterstützen – und so gingen auch die 5.000 Euro

direkt an den Verein“, erklärt die Preisträgerin. Denn

Geld kann der Verein immer gebrauchen. „Da kann ich

für den ganzen Vorstand sprechen: Unser Wunsch wäre,

dass es in naher Zukunft flächendeckend Palliativbetten

gibt. Weil es ein anderes Sterben ist.“

DOCH WAS BEDEUTET PALLIATIVMEDIZIN überhaupt?

Diese Frage bekommt der Direktor der Klinik für Palliativmedizin

der UMG, Friedemann Nauck, häufig gestellt.

Denn nach wie vor gehen viele Menschen davon aus,

dass die Palliativmedizin ausschließlich für die letzten

Tage oder Stunden des Lebens gedacht ist. Doch palliative

Behandlung und Begleitung hilft den Patienten auf vielfältige

Weise, mit ihrer Krankheit zu leben. Die medikamentöse

Einstellung zur Schmerzlinderung ist dabei nur

ein Aspekt. Die bereits genannte Musiktherapeutin

ist ein anderer wichtiger Bestandteil eines Therapiekonzepts.

In der Palliativmedizin Göttingen arbeitet

Nauck mit einem multiprofessionellen Team aus Ärzten,

Pflegenden, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Psychologen,

Musiktherapeuten, Physiotherapeuten, aber auch ehrenamtlichen

Helfern zusammen. „Es ist so wichtig, dass

Sterbende nicht allein gelassen werden – für die Kranken,

aber auch für die Angehörigen“, sagt Nauck. Er leitet

seit 2006 das Palliativzentrum Göttingen mit der Palliativstation,

dem ambulanten Palliativdienst und dem Palliativdienst

in der UMG, arbeitet aber bereits seit 1988

als Arzt in diesem Fachbereich. Über die Jahre konnte er

beobachten, dass zu den Patienten mit Krebserkrankungen

vermehrt Menschen mit Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen

und auch neurologischen Erkrankungen

hinzukommen.

WIE SCHNELL EINE KRANKHEIT einen Menschen aus

dem gewohnten Leben reißen kann, erfahren wir derzeit

durch die Pandemie täglich aus den Medien – und häufig

sogar im engen Umfeld. Jedoch stellt sich die Frage, ob

wir durch die Präsenz von Tod und Sterben am abendlichen

Bildschirm einen anderen Umgang mit dem Tod

lernen. „Viele von uns haben die Bilder aus Bergamo mit

den vielen Särgen im Kopf. Auch die Situation sterbender

Menschen und ihrer Angehörigen in den stationären

Alten- und Pflegeeinrichtungen haben wir vollkommen

unterschätzt“, sagt Nauck. „Wir hören so zwar mehr

über den Tod, aber wir lernen dadurch nicht mehr über

dem Umgang mit ihm.“ Sterben, so ergänzt der Professor,

findet gerade in Corona-Zeiten hinter verschlos-

84 1 | 2021


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senen Türen statt, sodass weder die Sterbenden noch die

Angehörigen Abschied nehmen können. Wem ist dabei

bewusst, dass bei einem verstorbenen Menschen meist

fünf oder mehr Menschen deutliche Trauer leiden? Zumindest

das ist etwas, was uns Corona lehrt: Nichts

scheint schlimmer zu sein, als allein sterben zu müssen.

Und gerade unter diesem Aspekt wird deutlich, wie

wichtig die Arbeit des Fördervereins für das Palliativzentrum

Göttingen ist. Durch ihn wurden schon viele letzte

Wünsche erfüllt. Zum Beispiel wurden Menschen, die

ihre Haustiere ein letztes Mal sehen wollten – was durch

die spe zielle Lage der Palliativstation im Klinikum möglich

ist – von Hund, Katze und sogar schon einmal von

einem Pferd besucht. Ein Mann, der seit drei Jahren mit

seiner Krebserkrankung kämpfte, sagte zu Veronika

Frels: „Wissen Sie, ich habe in den anderen Kliniken immer

gleich gefragt: Wann komme ich denn wieder raus?

Und hier frage ich: Wie lange darf ich bleiben?“ Und

eben jener Patient, der wegen seiner Tumore im Rücken

nicht mehr laufen konnte, stand zehn Tage später beim

Sommerfest der UMG – zwar mit einem Stock in der einen,

aber auch mit einer Bratwurst in der anderen Hand

– im Garten des Klinikums. „Das sind so Dinge, die man

nie vergisst“, sagt Frels mit Rührung in der Stimme.

Auch Nauck kennt diese Momente: „Für mich war ein

Arbeitstag ein guter Tag, wenn mir Patienten auch angesichts

der Situation, bald sterben zu müssen, ein Lächeln

geschenkt haben. Wenn ihre Schmerzen und die anderen

körper lichen und seelischen Belastungen gelindert sind.“

OB ES EIN GROSSTEIL DER MENSCHEN irgendwann

schaffen wird, mit dem Sterben und dem Tod als Teil des

Lebens umzugehen, bleibt abzuwarten. Wir müssen es

aktiv angehen, wenn wir daran etwas ändern wollen.

Denn in den seltensten Fällen sterben Menschen heutzutage

zu Hause im Kreis ihrer Angehörigen. Und das, obwohl

sich die meisten genau das wünschen würden. Und

auch darum ist die Arbeit all jener, für die Veronika Frels

und Friedemann Nauck in diesem Artikel nur stellvertretend

stehen, kaum hoch genug zu schätzen. Es soll aus

diesem Grund hier nicht unerwähnt bleiben, wie wichtig

Spenden für das Wohlergehen der Erkrankten im Palliativzentrum,

aber auch in der ambulanten Pflege, den Pflegeheimen

und den Hospizen sind. „Uns haben schon oft

Menschen in ihrer Erbschaft bedacht. Oder auch Jubilare,

die keine Geschenke wollten, sondern lieber um

Spenden für unseren Verein baten“, sagt Frels. Und noch

gibt es einiges zu tun, um den Wunsch einer flächendeckenden

Palliativmedizin für alle Patienten, die diese

benötigen, zu verwirklichen. ƒ

Palliativmedizin –

Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung

Das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen

(UMG) wurde 1991 als eine der ersten Palliativstationen

in Deutschland eröffnet. Ein Team von Ärzten, Pflegern

und Psychologen behandelt hier in Kooperationen mit

weiteren Einrichtungen der Klinik unheilbare Patienten.

Das Behandlungsziel ist, die Patienten körperlich und

seelisch zu stabilisieren und anschließend in die häusliche

Umgebung zu entlassen. Daher arbeitet die Palliativstation

eng mit Hausärzten, häuslichen Pflegediensten,

weiteren Fachdisziplinen und Hospizen zusammen, um

eine vernetzte ambulante Betreuung zu ermöglichen.

In Fällen, in denen wegen der Schwere der Symptome

eine Entlassung nicht mehr möglich ist, soll ein Sterben

in Würde und ohne unnötige Schmerzen ermöglicht werden,

das medizinisch begleitet wird.

Förderverein für das Palliativzentrum

der Universitätsmedizin Göttingen e. V.

c/o Veronika Frels

Am Weißen Steine 14

37085 Göttingen

Tel. 0551 7054 90

info@palliativ-goettingen.de

www.palliativ-goettingen.de

» Für mich war ein

Arbeitstag ein guter Tag,

wenn mir Patienten auch angesichts

der Situation, bald

sterben zu müssen, ein

Lächeln geschenkt haben. «

FRIEDEMANN NAUCK

86 1 | 2021


Koordinierungsstelle

Frauen & Wirtschaft

Beratungsangebot für Frauen und Unternehmen

FOTO: MIRIAM MERKEL

PROFIL

Dr. Natalia Hefele

Frauen beruflich gleichzustellen und

ins Erwerbsleben zu integrieren – das

ist das Ziel der Koordinierungsstelle

,Frauen & Wirtschaft‘ (KoStelle). Die KoStelle

bietet eine individuelle und kostenlose Beratung

für Wieder einsteigerinnen, Elternzeitler*innen,

Existenzgründerinnen und erwerbstätige

Frauen. Im Zentrum der Beratung steht

die ratsuchende Person mit ihren Interessen,

Ressourcen und Lebensumständen. Im Rahmen

von biografiebasierter Beratungsarbeit

werden sowohl formell wie informell erworbene

Kompetenzen, Stärken und Fähigkeiten

hervorgehoben und analysiert. Hinzu kommen

aktuelle Informationen zu Weiterbildungsangeboten

und den Möglichkeiten finanzieller

Unterstützung. Die KoStelle stellt den Ratsuchenden

ein eigenes Förderinstrument –

den Weiterbildungsscheck – zur Verfügung.

Des Weiteren bietet die KoStelle Beratung

und Coaching für Unternehmen an, die ihre

Arbeits bedingungen und Personalpolitik familienfreundlich

gestalten möchten.

Die KoStelle arbeitet in Trägerschaft der Stadt

Göttingen und wird aus Mitteln der Stadt, des

Landkreises Göttingen, der Europäischen Union,

des Landes Niedersachsen und des Unternehmensverbundes

,Frau & Betrieb‘ gefördert.

KONTAKT

Koordinierungsstelle „Frauen und Wirtschaft

Dr. Natalia Hefele

Stadt Göttingen / Hiroshimaplatz 1–4

37083 Göttingen

Tel. 0551 400 2862

n.hefele@goettingen.de

www.frauen-wirtschaft.de

www.facebook.com/Koordinierungsstelle

Frauenfoerderung

Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige

Marion Talmeier ist Immobilien-Spezialistin. Seit 1995 ist sie an den unterschiedlichsten

Standorten tätig gewesen und hat hinter die verschiedensten Fassaden

geschaut. Ob ihr Beruf abwechslungsreich ist? Definitiv.

In dieser Zeit hat sie viele wertvolle Erfahrungen sammeln können, die sie nunmehr

seit 2009 mit ihrem eigenen Unternehmen ImmoRentabel in Göttingen für ihre

Kunden nutzt.

2012 ergab sich die Chance, gemeinsam mit dem Auktionshaus Karhausen als

Vertriebspartnerin für die Region Göttingen/Südniedersachsen eine Kooperation

einzugehen. Seit 2019 ist sie zudem amtlich bestellte Grundstücksauktionatorin und

darf Grundstücke „unter den Hammer“ bringen.

Von März 2018 bis Januar 2020 studierte sie vier Semester an der Deutschen Immobilien-Akademie

der Universität Freiburg GmbH (DIA). Als Diplom-Sachverständige

(DIA) für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, für Mieten

und Pachten bietet sie in ihrem Leistungspaket Verkehrswertgutachten an.

Seit dem 26. Februar 2021 ist Frau Talmeier als Sachverständige für die Bewertung

von bebauten und unbebauten Grundstücken gemäß § 36 GewO und der Sachverständigenordnung

von der IHK Hannover öffentlich bestellt und vereidigt worden.

Öffentlich bestellt werden nur Fachleute mit herausragender Qualifikation; mit diesem

Gütesiegel ist nunmehr auch eine Tätigkeit für Gerichte und Behörden möglich.

Zum zwölfjährigen Bestehen von ImmoRentabel wurde im April das

neue Büro in der Göttinger Südstadt eröffnet.

Leinestraße 37 – 37073 Göttingen

Telefon 0551 – 797 55 351

talmeier@immorentabel.de

www.immorentabel.de

Foto: Miriam Merkel

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klimafreundlich drucken

und kopieren

Klimaschutz ist wichtiger denn je. Kyocera hilft Ihnen dabei, Ihren Büroalltag klima- und umweltfreundlicher

zu gestalten. Rohmaterial, Produktion, Transport und Verwertung der Basissysteme werden

durch Klimaschutzprojekte CO 2 -kompensiert. * Mehr Informationen unter: printgreen.kyocera.de

* Alle von Kyocera Document Solutions Deutschland und Kyocera Document Solutions Österreich vertriebenen Toner (ab dem 01.05.2013) sowie Geräte (ab dem 01.10.2019) sind durch

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-Kompensation klimaneutral; Geräte mit Ausnahme von Zubehör, Software, Ersatzteilen sowie Lieferungen aus vor dem 01.10.2019 begründeten Lieferverpflichtungen.


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PROFIL

Aus Tradition die Zukunft im Blick

bueroboss.de/kassebeer aus Northeim verwirklicht die Idee eines nachhaltigen Büros

für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region.

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt

einem mittlerweile an jeder Ecke

entgegen und sorgt bei vielen für einen

gewissen Verdruss – dabei sehen gerade

mittel ständische Unternehmen häufig nicht

die Chancen, die sich ihnen bieten“, sagt Frank

Klose (Foto), Vertriebsleiter für Dokumentenmanagement-Systeme

(DMS) bei bueroboss.de/

kassebeer. Denn das eigene Unternehmen umweltfreundlich

auszurichten, bedeutet nicht

zwangsläufig, hohe Kosten zu verursachen.

Im Gegenteil. „Durch erste Schritte in Richtung

Digitalisierung hin zu weniger papierintensiven

Prozessen sparen Unternehmen

und ihre Mitarbeiter zukünftig nicht nur Papier,

sondern auch Zeit. Selbst die Duplexeinstellung

am Drucker, aktuelle Druckertreiber und

der richtige Stromsparmodus am Gerät sind

ein Anfang“, so Frank Klose. Was demnach im

Kleinen beginnen kann, macht durch ein tief

greifendes Beratungskonzept der DMS-Experten

langfristig den Büroalltag viel effizienter.

FRANK KLOSE weiß aus vielen Kundengesprächen,

dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit

nicht sofort mit Digitalisierung in

Verbindung gebracht wird. Aus diesem Grund

sind sein Team und er gern vor Ort und beraten

kleine und mittelständische Unternehmen

in Südniedersachsen zu Themen wie energieeffiziente

& zukunftsfähige Drucksysteme, effizientes

DMS sowie Print & Follow-Lösungen,

die den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO) entsprechen. „Der Weg

zu einem klimaneutralen Unternehmen folgt

der Devise ‚vermeiden – vermindern – kompen -

sieren‘. Und genau dafür haben wir mit Kyocera

den richtigen Partner an unserer Seite“,

erklärt der Vertriebsleiter. Bereits seit 2013

liefert Kyocera klimaneutrale Toner, und seit

2019 sind die Druck- und Multifunktionssysteme

ebenfalls klimaneutral.

„WIR ALS SYSTEMHAUS für Büro- und Informationsmanagement

sehen in der Partnerschaft

mit Kyocera einen Gewinn für die gesamte

Region – denn Klimaschutz ist etwas,

das alle angeht“, sagt Frank Klose. Und um

mit gutem Beispiel voranzugehen, hat sich

bueroboss.de/kassebeer das Ziel gesetzt,

selbst zukünftig als klimaneutrales Unternehmen

einen eigenen Beitrag zu mehr Umweltbewusstsein

zu leisten. Aus seiner über

120-jährigen Firmengeschichte heraus ist

Kasse beer oft neue und innovative Wege gegangen

und hat alte Pfade verlassen. Dieser

Tradition fühlen sie sich bis heute verpflichtet,

denn um sich auf den Weg in die Zukunft zu

begeben, müssen alte Zöpfe abgeschnitten

werden. Und: Ein papierloses Büro schafft

nicht nur Platz auf dem Schreibtisch, sondern

auch gedanklichen Freiraum für neue, innovative

Ideen im Unternehmen.

KONTAKT

bueroboss.de/kassebeer

Frank Klose

Matthias-Grünewald-Straße 42

37154 Northeim

Tel. 05551 963-142

kassebeer@bueroboss.de

www.kassebeer-kyocera.de


leben

90 1 |2021


leben

Lichtblicke

der Kultur

Das Drama ist noch nicht zu Ende, aber die Kultur

in Südniedersachsen inszeniert sich bereits neu.

TEXT CLAUDIA KLAFT ILLUSTRATIONEN STOCK.ADOBE.COM/ NUVOLANEVICATA

1 |2021 91


leben

92 1 |2021


leben

» Alle Künstler, die frei arbeiten und ganz bewusst

nicht den Mainstream bedienen, sind extrem

gefährdet. Und damit die künstlerische Vielfalt. «

ERICH SIDLER, Intendant Deutsches Theater Göttingen

LESEZEIT: 9 MINUTEN

Waren es früher große Gefühle,

die den Stoff für Dra men

lieferten, ist es heute ein

winziges Virus. Mehrere

Akte sind gespielt, aber der

Ausgang ist noch immer

ungewiss. Das Publikum

verfolgt das Trauerspiel von

außen, während drinnen ein großes Minus die Bühne

betreten hat.

„Ganze 24 Prozent Umsatzrückgang im vergangenen

Corona-Jahr 2020 werden es in Bezug auf 400 Millionen

Euro zwei Jahre zuvor in der Kultur- und Kreativwirtschaft

in Südniedersachsen wohl sein“, erklärt Anne

Bleimeister vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium.

Wobei Kultur- und Kreativwirtschaft, kurz KKW,

ein wirklich weiter Begriff ist: Er umfasst alles von sämtlichen

Bereichen des Presse-, Architektur-, Werbe-, Kunstund

Buchmarkts über die Software-/Games-Industrie bis

zur Design-, Rundfunk-, Musik- und Filmwirtschaft und

hin zum Markt für darstellende Kunst. Für Letzteren allein

schätzt das Kompetenzzentraum Kultur- und Kreativwirtschaft

des Bundes deutschlandweit ein Minus von

85 Prozent. Und selbst dieses Minus trifft die Akteure

unterschiedlich hart.

EINRICHTUNGEN ÜBERLEBEN ZWAR dank Sonderprogrammen,

Zuschüssen, Spenden und Kurzarbeit. Doch

auch wenn wieder geöffnet ist, bleibt das Minus vorerst

bestehen, weil Publikumskapazitäten aufgrund der Abstandsregeln

nicht ausgeschöpft werden können. Veranstalter,

deren Räume ungenutzt bleiben, mussten bereits

einen Großteil ihrer Crew entlassen. „Unsere Kulturveranstalter

und eigenen Betriebe haben wir ungeschmälert

die ganze Zeit durchgefördert. Aber die freischaffenden

Künstler sind in ihrer Existenz bedroht“, sagt Petra

Broistedt, Kultur- und Sozialdezernentin der Stadt Göttingen.

„Mit tragischen Folgen“, so Erich Sidler, Intendant

am Deutschen Theater Göttingen. „Alle Künstler,

die frei arbeiten und ganz bewusst nicht den Main stream

bedienen, sind extrem gefährdet. Und damit die künstlerische

Vielfalt.“

DIE HETEROGENE BETROFFENHEIT ZEIGTE SICH auch

Ende Januar auf der Südniedersachsenkonferenz, die

zum Thema Kultur- und Kreativwirtschaft tagte. Jens

Wortmann, Inhaber des Kulturbüros Göttingen, resümiert:

„Diese Konferenz kann nur ein Anfang sein. Es

fehlt so grundsätzlich an Strukturen, Zielen und Methoden,

dass alle Beiträge nur als Einzelbeiträge im Raum

stehen blieben.“ Für größere Schritte forderten die Referenten

eine zentrale Koordinierungsstelle für Kulturschaffende.

Abseits einer solchen haben sich inzwischen

schon einzelne Netzwerke etabliert. Der Verein Kreuzberg

on KulTour beispielsweise, der seine Konzerte erfolgreich

auf einem eigenen Portal online stellt, hat ein

Musiker selbsthilfe portal (www.musikerfuermusiker.de)

ge gründet und dafür den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement

2020 erhalten.

Ein weiteres gelungenes Beispiel ist kulturis.online, eine

Weiterführung von KiSN (Kultur in Südniedersachsen),

das bereits im März 2020 startete, initiiert vom Landkreis

Göttingen, Akteuren der Kulturbranche und dem Göttinger

Tageblatt. Kultur und Landkreis blieben bis heute im

Boot, das Fachwerk5Eck stieg mit ein, doch Regie führt

jetzt der Landschaftsverband Südniedersachsen. Projektleiter

Moritz Steinhauer hat es sich zum Ziel gesetzt, die

virtuelle Plattform für Kunst- und Kulturschaffende,

Museen und Veranstalter mit neuen Features zu der Anlaufstelle

für Kultur in der Region weiterzuentwickeln.

Der Startschuss dafür fiel wiederum im März dieses Jahres

mit einem Sofa-Festival (www.kulturis.online).

1 |2021 93


leben

Die Kultur erfindet sich seit einem Jahr neu. faktor

sprach mit regionalen Akteuren über die Herausforderungen

der vergangenen Monate und darüber,

was es bedeutet, innovative Wege zu gehen.

THEATER DER NACHT

Im Theater der Nacht in Northeim kreuchen und fleuchen

die traumhaft skurrilen Gestalten des Figu rentheaters

ungeduldig durch die Flure. Gründerin und

Thea terleiterin Ruth Brockhausen kämpfte anfangs mit

dem „bitteren Gefühl, dass Kultur plötzlich keine Bedeutung

mehr hat“. Die Sommerpause 2020 ging fast nahtlos

in den Lockdown über, und die Ruhe sei vor allem zu

Beginn schwer auszuhalten gewesen. „Rettungsanker waren

staatliche Hilfen, Sponsoren und Menschen, die einfach

mal Kuchen vorbeibrachten, um uns aufzuheitern.“

Inzwischen haben die Figuren einen Weg aus der

Lethar gie gefunden und sich mit der Hausband ,Die

Schrägen Vögel‘ zusammengetan. Für diese experimentelle

musikalisch- bildnerische Inszenierung wurde Geld

durch Crowdfunding gesammelt. Das Ergebnis wird

gezeigt, sobald wieder geöffnet ist. „Schräg wird auch

unsere erste Castingshow“, erzählt Brockhausen. „Das

Theater der Nacht sucht den goldenen Abendstern im

Mondlicht des südniedersächsischen Nachthimmels, kurz

DTDNSDGAIMDSN.“ In einem Talentwettbewerb werden

sich dabei Künstler aus Northeim und der Region

einer humorvollen, fachkundigen Jury stellen. Mitmachen

kann grundsätzlich jeder mit einem Talent. Aus dem

Casting werden kleine Videoclips entstehen, die regelmäßig

auf der Webseite des Thea ters, auf Facebook und

Youtube erscheinen. So können die Zuschauer mit abstimmen.

„Film ist eigentlich nicht unsere Kunstform, aber sie

bringt uns zu den Zuschauern“, sagt Strippenzieherin

Brockhausen. Und während das Theater drinnen mit einer

Lüftungsanlage umgerüstet wird, entsteht draußen noch

ein Feen- und Elfengarten mit bespielbaren Skulpturen.

„So, dass die Leute Lust haben, wiederzukommen.“

▸ www.theater-der-nacht.de

94 1 |2021


leben

DEUTSCHES THEATER GÖTTINGEN

Lust auf reale Begegnungen hat seit Langem auch das

Deutsche Theater Göttingen, das finanziell dank ungeschmälerter

Zuschüsse und Kurzarbeit auf soliden

Beinen steht. „Das Team ist voll motiviert“, berichtet

Intendant Erich Sidler, auch dank der guten Kommunikationskultur,

die Potenziale wachrufe und bereits zu kreativen

Ideen führte – wie das Drive-through-Projekt ,Die

Methode‘, das im vergangenen Jahr über den Sommer

autofahrende Zuschauer in die Tiefgarage lockte. Diese

ungewöhnliche coronasichere Inszenierung brachte der

Theaterleitung, Erich Sidler und Sandra Hinz, den Preis

Bühnenheld*innen ein.

Dass das Haus weiteratmet, demonstrierte auch zu Beginn

des Jahres die Outdoor-Installation ,Mechanische

Tiere‘, die zum Reflektieren und Verweilen am Deutschen

Theater einlud. Das Ensemble hatte den Theatertext

,Mechanische Tiere‘ der Autorin Rebekka Kricheldorf

eingesprochen, der den Theaterplatz murmelnd

belebte und den kulturellen Moment in den Außenraum

trug. Seit der endgültigen Schließung mit dem zweiten

Lockdown Anfang November erfreuen sich auch Livestreams

von Aufführungen im Internet wachsender Beliebtheit:

Etwa 6.000 Zuschauer waren allein bei der

Inszenierung ,Alles Lüge‘ im Februar dabei. Im März

folgte der Live stream ,Speed Acting‘, der ebenfalls bis

heute online abrufbar ist. Akustisch präsentiert sich das

Theater mit ,DT Ohrengold – Die Radioshow des Deutschen

Theaters Göttingen‘ seit Anfang Februar einmal

monatlich im Stadtradio, während sich im Inneren des

Haues derweil alle darauf vorbereiten, den Vorhang wieder

zu heben. „Wir sind gewappnet“, sagt Sidler.

▸ www.dt-goettingen.de

INTERNATIONALE HÄNDEL-FESTSPIELE

Gewappnet waren auch die Internationale Händel-Festspiele

Göttingen – für den kommenden Mai. Dann endlich

sollte das Feuerwerk gezündet werden, das schon

1 |2021 95


leben

»Wir entwickeln langsam eine gewisse Gelassenheit. «

TOBIAS WOLFF, Internationale Händel-Festspiele

zum 100-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr vorgesehen

war. Jetzt mussten die Vorbereitungen wieder abgebrochen

werden. „Wir entwickeln langsam eine gewisse

Gelassenheit“, sagt der geschäftsführende Intendant

Tobias Wolff und kommentiert so die erneute Verschiebung

auf September. Der künstlerische Leiter an seiner

Seite, Laurence Cummings, zeigt sich erleichtert darüber:

„Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die Reisebeschränkungen

schnell genug aufgehoben werden.“

Verständnisvolle Worte für einen verzweifelten Zustand.

Zwar gab und gibt es viele persönliche Zuwendungen,

doch fehlt ihnen im zweiten Jahr in Folge das

Publikum, aus dem sie ihre Kraft schöpfen. Das zehrt.

Das ersatzweise entstandene ,Digitale Festival‘ im vergangenen

Jahr fand noch großen Anklang – die Videos der

Beiträge sind noch immer auf der Webseite und dem

Youtube-Kanal haendel fest abrufbar. „Doch die Kontakte

werden schwächer“, sagt Wolff bedauernd. „Weitere Aufzeichnungen

füllen nun die Monate bis zur eigentlichen

Spielzeit, in der erneut kleine feine digitale Formate stattfinden

werden.“ Zwischenzeitlich schalten sich die Orchestermitglieder

aus aller Welt mit Cummings zusammen.

Wolff tauscht Erfahrungen mit anderen Festivals

aus. „Wir werden das Prinzip Salzburg rigide umsetzen“,

erzählt er. „Das heißt, die Mitwirkenden einer Produktion

müssen unter sich bleiben.“ Das ursprünglich geplante

Programm wird schmaler ausfallen müssen. Trotz

allem: Die Vor bereitungen für den zweiten Anlauf zum

großen Jubiläum im September laufen auf Hochtouren –

wenn auch mit Ungewissheiten seitens der Locations und

der Künstler. Sicher ist nur der Wechsel an der Spitze: Für

Wolff und Cummings ist es die letzte Spielzeit in Göttingen.

Schon im Mai wechselt Wolff nach Leipzig, Cummings

geht nach London – beide kommen aber für den September

zurück, um sich angemessen mit einem Feuerwerk zu

verabschieden und ihre Nachfolger zu begrüßen.

▸ www.haendel-festspiele.de

PS.SPEICHER

Der ausgebremste PS.Speicher hatte 2020 eine auf sehenerregende

Premiere von 1.600 neuen Exponaten geplant.

„Corona hat uns die Öffnung der PS.Depots jedoch verhagelt“,

sagt Geschäftsführer Lothar Meyer- Mertel. Das

Überleben sichert vor allem die gemeinnützige Stiftung

PS.Speicher, vormals Kulturstiftung Kornhaus.

Heiß läuft der Motor derweil auf den sozialen Kanälen,

auf denen der PS.Speicher Fahrzeuge und deren Geschichte

vorstellt. „Das Thema Oldtimer ist sehr emotional,

und so präsentieren wir es auch“, sagt Meyer- Mertel

und freut sich über das enorm gestiegene organische

Wachstum der Follower: Über 75.000 Menschen liken,

kommentieren und motivieren. Großen Zuspruch finden

auch die virtuellen Rundgänge auf der Webseite. Für den

Herbst ist eine Sonderausstellung zu ,100 Jahre AVUS‘

geplant, öffnen will der PS.Speicher aber schon im Frühjahr.

„Wir haben viel Raum, Lüftungsanlagen, Hygienekonzepte“,

erklärt der Geschäftsführer hoffnungsvoll.

„Richtig durchstarten wird das Museum aber wohl erst

wieder 2022 – dann geben wir richtig Gas“.

▸ www.ps-speicher.de

GANDERSHEIMER DOMFESTSPIELE

„Die erhofft ,beste Spielzeit aller Zeiten‘ fiel bescheiden

aus“, erzählt der Geschäftsführer der Gandersheimer

Domfestspiele Thomas Groß. „Und trotzdem: 2020 sind

wir sehr reich beschenkt worden.“ Vom Publikum, das

Gutscheine gekauft oder gespendet hat, und von Sponsoren,

die trotz ausgefallener Gegenleistung geblieben

sind. „Die vielen persönlichen Gespräche haben uns zusammengeschweißt.

Die Gandersheimer Dom festspiele

haben so vom Rand der Existenz wieder zurückgefunden.“

Die Künstler dagegen sind in Not. Mit Verträgen, die

das Risiko gerecht verteilen, will Groß ihnen seine „Leidenschaft

und Wertschätzung vermitteln“. Gemeinsam

mit Intendant Achim Lenz plant er in diesem Jahr von

Juni bis August eine Woche mehr Spielzeit mit 35 Prozent

mehr Aufführungen, ein weitläufiges Catering-Konzept,

Schnelltests mit ärztlicher Betreuung und einen

zusätzlichen Spielort im Probenzentrum. Dessen technische

Ausstattung haben sie durch ein Crowdfunding

und einen unverhofften Spender finanzieren können.

„Die Stiftsfreiheit am Dom wird aufgewertet“, so Groß,

„damit Besucher bei uns das Gefühl von Freiheit, Optimismus

und Wohlbefinden atmen können.“

▸ www.gandersheimer-domfestspiele.de

96 1 |2021


leben

1 |2021 97


leben

GÖTTINGER LITERATURHERBST

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie werden schmerzlich vermisst.

Der Göttinger Literaturherbst hatte 2020 mehr Glück –

beziehungsweise mehr Mut. „Am ersten Sonntag im

November kamen noch Besucher zu unserer letzten

Live- Veranstaltung, obwohl bereits die Regierungsentscheidung

für eine endgültige Schließung ab Montag

bekannt war“, erzählt Geschäftsführer Johannes- Peter

Herberhold. Ab dann hieß es, Beschränkungen einzuhalten.

Doch man war vorbereitet. Wo andere resignierten,

hat der Literaturherbst die Chance genutzt: Kurzerhand

wurde für die Zuschauer eine neue Möglichkeit

der Teilnahme geschaffen. Mit dem On-Air-Ticket

konnten erstmalig alle Lesungen des Festivals auch von

zu Hause aus verfolgt werden. Allen 27.000 Studierenden

der Uni Göttingen wurde dies kostenlos ermöglicht.

„Normalerweise hätten wir ihnen Restkarten geschenkt,

aber wir waren ausverkauft“, sagt Herberhold nicht

ohne Stolz.

Der große Erfolg des On-Air-Tickets brachte bundesweite

Aufmerksamkeit. Die Innovation war schließlich

sogar ausschlaggebend für die Verleihung des Initiativpreises

der Göttinger Litfin-Stiftung. „Wir honorieren

damit auch Christoph Reisner, den verstorbenen Initiator

des Literaturherbstes“, sagt Gerd Litfin. „Doch

Johannes-Peter Herberhold hat die Chance ergriffen,

diesen überregional zum Strahlen zu bringen.“

Der 30. Göttinger Literaturherbst wird nun aufgrund

der Pandemie wohl erneut kein rauschendes Festival im

klassischen Sinne. „Auf digitaler Ebene wird dafür umso

intensiver weitergedacht“, sagt Herberhold. Unter anderem

sollen bereits ab dem Frühjahr spannende Online-

Beiträge als Countdown zum Start im Oktober laufen.

Und im Herbst rechnet der Geschäftsführer damit, so

manchen Autor wieder live zuzuschalten. „Auch da gehen

wir experimentelle Wege. Bleibt nur noch die Frage

im Raum: Wird das Publikum auch zurückkommen?“

▸ www.literaturherbst.com

Wie die hier aufgezählten Beispiele, so gibt es noch viele

andere Kulturschaffende in Südniedersachsen, die mutig,

kreativ und engagiert die Fahne hochhalten. Ob Internationales

Straßentheater Holzminden, Göttinger Kultur -

sommer, Junges Theater oder Musa – sie alle stehen für

eine ganze Branche, die in Deutschland einen wichtigen

Beitrag leistet, um uns das Leben lebenswert zu machen.

Das Drama Corona ist noch nicht vorbei. Bleibt zu hoffen,

dass – auch mit Ihrer Hilfe – der nächste Akt endlich

wieder zur Komödie wird. ƒ

98 1 |2021


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„Was für eine bewegte Zeit“

Ralf Kresin und Peter Pawlowski, Gründer von PoS Markenkommunikation, ziehen

zum 15-jährigen Geburtstag ihrer Göttinger Agentur eine wortreiche Bilanz.

Die beiden PoS-Gründer:

Ralf Kresin (o.) und Peter Pawlowski machen

sich für kommende Herausforderungen fit.

PoS

wird fünfzehn. Und das soll

gefeiert werden. „Denn irgendwas

muss man in dieser

so spaßfreien Zeit doch feiern. Fünfzehn

ist wahrlich noch kein Alter, PoS steckt eher

mitten in der Pubertät“, so die Gründer Ralf

Kresin und Peter Pawlowski. Und trotzdem:

Wenn die beiden so zurückschauen, dann sind

sie erstaunt, was in den vergangenen Jahren

alles passiert ist. „Zehn fantastische Auszubildende,

acht Auszeichnungen, davon fünfmal

‚Jahrbuch der Werbung‘, unfassbar viele

unterschiedliche Projekte, tolle Kunden, wie

Einbecker, Stadtwerke, VHS, GöVB, bis hin zur

Königsdisziplin: TV-Spots für POCO“, können

sich die beiden Gründungsväter ein Grinsen

nicht verkneifen. „Was für eine bewegte Zeit.“

Nichts ist beständiger als der Wandel

Ja, es ist bei PoS viel in Bewegung. Und gibt es

nicht das Zitat des griechischen Philosophen

Heraklit? „Nichts ist beständiger als der Wandel.“

Recht hat er, der alte Grieche.

Genau diesem Wandel unterliegt – wie kaum

eine andere Branche – die Kommunikationsbranche.

Früher hieß das noch ganz erdig

„Werbeagentur“. Heute wird kommuniziert.

Das impliziert einen Dialog zwischen Verkäufer

und Käufer. Und dieser Dialog ist nur eine

der vielen neuen Herausforderungen für Werber.

Die PoS-Crew hat das erkannt und stellt sich

in vielerlei Hinsicht den neuen Bedingungen.

Dafür haben sich die PoSler in den letzten

zwölf Monaten einem intensiven Unternehmensentwicklungsprozess

unterzogen. „Und

dem sind viele alte Zöpfe zum Opfer gefallen.

Das tat teilweise richtig weh“, so Ralf Kresin.

„Doch es hat dazu geführt, dass PoS richtig

erwachsen geworden ist“, ergänzt Pawlowski.

„Klare Strukturen, klare Ausrichtung – die Zukunft

kann kommen.“

Neues Corporate Design – neuer Name

Ein alter Zopf war der sperrige Name P.O.S.

KRESIN DESIGN. Häufig wurden die beiden

gefragt, was P.O.S. eigentlich bedeutet. Bisher

gab es darauf nur eine eher uninspirierte Antwort:

P.O.S. heißt Point of Sale. Die Reaktion:

Ah ja. „Point of Sale, das sagt eigentlich nichts

darüber aus, was uns ausmacht“, so Kresin.

Zurück zu den drei Buchstaben P, O und S.

Jetzt wird es spannend, verspricht Pawlowski:

„Wie dem aufmerksamen Leser sicher aufgefallen

ist, haben wir die Schreibweise der drei

Buchstaben verändert: von P.O.S. zu PoS.

Denn so geschrieben, bergen die drei Buchstaben

als Abkürzung das elementare Geheimnis

des kreativen Schaffens: Punkt oder Strich. Alles,

was Kommunikationsfachleute machen,

hat mit Punkten und Strichen zu tun. Sie erschaffen

durch eine Aneinanderreihung von

Punkten und Strichen neue Bilder, Grafiken

und Zeichnungen. Sie schaffen aus Punkten

und Strichen Buchstaben, die sich zu Wörtern

und dann zu sinngebenden Sätzen zusammenfügen.

Broschüren, Zeitungen, Online- Posts,

TV- und Funk-Spots, ja ganze Kampagnen und

visuelle Unternehmenswelten haben ihren Ursprung

in Punkten und Strichen. Verblüffend,

oder? Selbst die Sprache unseres Handwerkszeugs,

des Rechners, ist genauso simpel und

deshalb so genial: Punkte und Striche bestimmen

die digitale Welt.“

„Dabei ist das ‚oder‘ für uns keine Frage der

Entscheidung für Punkt und gegen Strich bzw.

umgekehrt für Strich und gegen Punkt. Das

‚oder‘ definiert allein die Reihenfolge: Womit

fange ich an? Mit dem Punkt oder dem Strich?

Das ist kreative Freiheit“, ergänzt Kresin.


PROFIL

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So kennt man PoS: Mit ganzem Körpereinsatz für ihre Kunden.

PoS mit drei Kernkompetenzen

Heißt P.O.S. KRESIN DESIGN nun zukünftig

Punkt-oder-Strich? „Nein“, sagen die beiden

Jubilare. „‚Punkt oder Strich‘ ist eine mögliche

Interpretation. Genauso gut könnte PoS für

People of Storytelling‘ stehen.“

Denn neben der ersten Kernkompetenz

von PoS, dem virtuosen Zusammensetzen

von Punkten und Strichen zu guter Gestaltung,

Fotos, Filmen und Kampagnen, ist das

„Geschichtenerzählen“ die zweite Kernkompetenz.

In der Fachsprache „Storytelling“ genannt,

ist diese Disziplin einer der zentralen

Bausteine in der werblichen Kommunikation.

Durch Geschichten werden Botschaften vermittelt,

die wirken, hängen bleiben und zur

Aktion auffordern. Eine gute Geschichte

macht den Unterschied – das gilt für jede

Branche. Und eine gute Geschichte ist die Basis

einer aus geklügelten Kampagne. Kampagnen

planen und durchführen, das ist die dritte

Kernkompetenz von PoS. Dabei sind alle

Werbekanäle im Fokus, sowohl online als auch

offline. Genutzt wird, was gebraucht wird,

individuell der Strategie und den Zielen angepasst,

so die Philosophie der PoS-Markenmacher.

PoS for Future

PoS fühlt sich für die Zukunft generell gut aufgestellt.

Der geänderte Name und das neue

Corporate Design sind dabei nur zwei Bausteine.

Ein weiterer wichtiger interner Baustein

wird das Thema „Unternehmensnachfolge“

sein. Auch hier sind die beiden PoSler Kresin

und Pawlowski zuversichtlich: „Wir halten aktiv

Ausschau nach einer kompetenten Person

im grafischen Bereich, die nach und nach in

die Unternehmensführung wachsen soll. Wer

sich berufen fühlt, kann sich gern bei uns

melden. Wir sind aber bei dem Prozess ganz

tiefenentspannt, denn nicht ‚Suchen‘ sondern

‚Finden‘ ist unser Motto. Das gilt generell für

alles, was wir machen.“

KONTAKT

PoS Markenkommunikation GmbH

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leben

102 1 |2021


leben

Ein PESTO

erobert die Welt

Im Leben kommt es nicht darauf an, wo wir herkommen. Es kommt darauf an,

was wir aus den Zutaten machen, die das Leben uns gibt. Folglich muss man, um ein

richtig gutes Pesto herzustellen, auch nicht aus Ligurien stammen – das beweist

Moritz Macke mit seinem Erfolgsrezept in der Silberborner Pestowerkstatt.

TEXT ANJA DANISEWITSCH

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

ILLUSTRATIONEN DARIAUSTIUGOVA/STOCK.ADOBE

LESEZEIT: 7 MINUTEN

Wer kennt es nicht, das klassische Pesto

Genovese? Mit dieser berühmten kalten,

grünen Kräutersauce wurden der italienische

Landstrich Ligurien – und dort

speziell die Hafenstadt Genua – international

bekannt. Angeblich liegt hier in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts der Ursprung: die Entwicklung

jenes Rezepts, nach dem bis heute das wohl beliebteste

Pesto der ganzen Welt hergestellt wird. Der ganzen

Welt? Nicht ganz. Eine kleine Pestowerkstatt in Silberborn,

einem rund 680-Seelen-Dorf mitten im Solling,

hat dem Liebling den Kampf angesagt. Seit rund zwei

Jahren läuft hier in der Küche des Landhauses ‚Sollingshöhe‘

die Produktion von ganz besonderen Pesto sorten

auf Hochtouren. Eine abenteuerlich anmutende und

dennoch wahre Geschichte, die ihren Anfang an einem

bierseligen Abend fand.

„ES WAR EIN ABEND WIE EINER VON VIELEN. Ich habe

mit Freunden ein wenig gefeiert, und wir bekamen gegen

Mitternacht noch einmal so richtig Hunger“, erzählt

1 |2021 103


leben

» An meinen freien Tagen stehe ich in

der Küche und produziere Pesto –

bis zu 1.000 Gläser pro Tag. «

Moritz Macke, Gründer der Silberborner Pestowerkstatt.

Spaghetti waren schnell gekocht – jedoch so ‚trocken‘

mochte sie niemand essen. Moritz Macke war zu diesem

Zeitpunkt 17 Jahre alt und in jenem oben genannten Gasthaus

als Sohn des Besitzers Carsten Macke aufgewachsen.

Gutes Essen und frisch zubereitete Speisen gehörten für

ihn zum Alltag. „So entwickelte ich in dieser Nacht quasi

aus der Not heraus zusammen mit meinem langjährigen

Freund Marvin Böker das erste Pesto – das bis heute in

unserem Sortiment ist“, sagt der Jungunternehmer lachend

und erinnert sich zufrieden an die unverhofft leckere Sauce,

die er – damals noch als Koch-Azubi – zu später Stunde

auf den Tisch brachte: Orange-Ingwer- Tomaten-Pesto.

UND SO KAM ES AUCH, dass er zusammen mit eben

jenem Jugendfreund die kleine Manufaktur gründete.

Moritz Macke ist noch sehr jung, als er sich entschließt,

sein eigener Chef zu werden – wenn auch bis auf Weiteres

im Nebenberuf: „Bis ich von den Einnahmen leben kann.“

Trotz anfänglicher Missgeschicke, sein Entschluss stand

fest. „Alles begann wirklich ganz spartanisch. Marvin

und ich haben in der Gastroküche meines Vaters gestanden

und mit einem handelsüblichen Standmixer die

ersten Pesti hergestellt, die wir dann mit kleinen Löffeln

in Gläser abfüllten – wobei so einiges danebenging“,

schildert Macke und muss noch heute über die ersten

hol prigen Schritte zum Erfolg schmunzeln. Die Etiketten

für die Gläser wurden im heimischen Büro ausgedruckt

und mittels Klebestift aufgeklebt.

Es war der Tüftler- und Start-up-Geist, der die zwei

jungen Männer antrieb. Hauptsache, erst einmal anfangen,

hieß das Motto. Erst einmal feststellen: Braucht die

Welt ihre Idee überhaupt? Sind Menschen wirklich bereit,

für ihr spezielles Pesto mehr Geld auszugeben als für

das der großen Produzenten, die nur die Hälfte kosten?

Die Antwort bekamen sie schnell: Ja. Es fanden sich

mehr und mehr Liebhaber für die neuen Kreationen aus

Silberborn.

HEUTE, GUT ZWEI JAHRE SPÄTER, ist Böker nicht mehr

dabei – dafür steht Vater Carsten dem Sohn geschäftlich

zu Seite. Moritz Macke hat seine Ausbildung zum Koch

abgeschlossen und arbeitet hauptberuflich im Restaurant

der Eltern. An den Tagen, an denen das Landhaus

Sollingshöhe seine Ruhetage hat, wird die Küche noch

immer zur Pesto-Manufaktur. „An meinen freien Tagen

stehe ich in der Küche und produziere Pesto – bis zu

1.000 Gläser pro Tag“, sagt Macke und gesteht, dass dadurch

inzwischen wenig Zeit für andere Dinge bleibt.

Denn die Absatzzahlen steigen stetig – und mit ihnen die

Ausrüstung. Längst wurde der handliche Standmixer

gegen einen großen Industrie-Cutter ausgetauscht, der

bis zu 20 Liter Pesto mit einem Mal verarbeiten kann.

Macke erstand eine professionelle Abfüllanlage, sodass

das verschwenderische Kleckern ebenfalls der Vergangenheit

angehört. Und in liebevoller Handarbeit baute er

einen Verkaufsanhänger zum Markenbotschafter für

sein Pesto um – mit der selbstbewussten Aufschrift: das

geilste Pesto im Dorf. Selbst während des Lockdowns

gab es viel Bewegung: Aktuell bauen Vater und Sohn den

ehemaligen Festsaal des Landhauses zur neuen Produktionsstätte

um, um auf Größeres vorbereitet zu sein.

DENN TROTZ DER DERZEITIGEN wirtschaftlichen

Lage: Das Wachstum bei den Silberbornern hält an. Inzwischen

ist das Sortiment der Pesto-Werkstatt in Südniedersachsen

bei knapp 35 Verkaufsstellen und im

hauseigenen Onlineshop zu finden. Und es kommen weitere

Anfragen, auch von überregionalen Märkten. Das

Angebot ist auf fünf feststehende Sorten erweitert:

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leben

Die richtige Rezeptur Jungunternehmer Moritz Macke steht selbstbewusst hinter seinen regionalen Pesti und erntet den Erfolg.

KONTAKT

Silberborner Pestowerkstatt

Dasselerstraße 15

37603 Silberborn

info@silberborner-pestowerkstatt.shop

www.silberborner-pestowerkstatt.shop

Instagram: @silberborner_pestowerkstatt

1 |2021 105


leben

Pesto-Tomate, Tomaten-Pesto-Diavolo, Tomaten-Pesto-

Orange- Ingwer, Tomaten- Pesto-Knobi und Senf-Knobi-

Creme. Zusätzlich gibt es je eine Winter- und eine Sommersorte:

Pesto-I ndia und Tomaten-Pesto-Barbecue.

Doch was macht das Pesto aus dem Solling eigentlich

so besonders? „Unsere Kunden lieben unsere Produkte

aus zwei Gründen: zum einen, weil sie ganz ohne Nüsse

auskommen, und zum anderen, weil wir uns regional

verbunden fühlen“, erklärt Macke bestimmt, um dann

zwinkernd zu ergänzen: „Und weil sie einfach lecker sind.“

IM LETZTEN JAHR hätte er mit seinem Verkaufsanhänger

auf 20 Veranstaltungen in der Region fahren sollen.

„Sie wurden alle abgesagt“, erzählt der gebürtige Silberborner,

der seine dörfliche Herkunft und die Verbundenheit

mit der Region aus vollem Herzen lebt. Für ihn war

es selbstverständlich, ein regionales Produkt auch in der

Heimat zu verorten. „Unser erstes Produkt, was wir auf

den Markt brachten, war die Senf-Knobi-Creme, die wir

in Kooperation mit der Einbecker Senfmühle entwickelt

haben“, sagt der heute 21-Jährige. Die Gläser dafür

stammen aus der Glashütte Noelle + von Campe in Boffzen,

und das Rapsöl kommt von der Ölmühle Ottensteiner

Hochebene. Auch die Etiketten werden mittlerweile

nicht mehr zu Hause ausgedruckt, sondern professionell

von einer Druckerei geliefert. „Soweit es uns möglich ist,

nutzen wir unser regionales Netzwerk und regionale Zutaten

– was bei getrockneten Tomaten natürlich nicht

möglich ist“, so der Jungunternehmer. Was er nicht sagt,

aber spürbar ist: In jedem der Produkte steckt viel Herzblut.

Was er sagt: „In unserem Pesto sind nur Zutaten,

die auch reingehören. Keine Streckmittel, kein Tomatenmark

und keine Aromen. Wir machen ein ehrliches Produkt.

Schließlich ist da mein Gesicht drauf.“

Und wie sehen die Pläne für die Zukunft aus? „Im

Moment ist es gut, dass ich noch einen festen Job habe

und ohne Stress mein eigenes Unternehmen aufbauen

kann, denn das ist mein großer Traum“, sagt Macke

selbst bewusst und ohne viel Aufhebens darum zu machen.

Trotz seiner jungen Jahre scheint er sehr genau zu

wissen, was er will: „Ich will mir ein Leben aufbauen,

wie ich es gern hätte, ohne Abhängigkeiten.“

Viel Selbstbewusstsein und ein ehrliches Produkt. Das

klingt nach einem Erfolgsrezept. Bisher weisen die Signale

eindeutig in diese eine Richtung. 2019 klingelte bereits

die Chefredakteurin des Magazins ,Der Feinschmecker‘

bei Moritz Macke und bat um ein Interview. „Ich war

vollkommen überrascht und konnte es gar nicht glauben,

dass die auf mich aufmerksam geworden sind“, erzählt er

mit einem breiten Grinsen, das zeigt, wie sehr er sich noch

heute darüber freut. Doch auch regional hat er sich mit

seinen Pestokreationen schon einen Namen gemacht: Er

erhielt das Siegel ‚Echt! Solling-Vogler-Region‘ des Vereins

Solling-Vogler-Region, das zur Stärkung des regionalen

Marktes als Qualitätssiegel vergeben wird, und ist

Mitglied im Verband ‚Kostbares Südniedersachsen‘.

DAS PESTO VOM DORFE wird aber vermutlich nur der

Anfang einer Erfolgsgeschichte sein. „In den nächsten

zwei, drei Jahren will ich mir einen Food-Truck zulegen

und damit losfahren, um gutes, ehrliches Essen zu verkaufen:

selbst gemachte Nudeln, Saucen und natürlich

unser Pesto“, erklärt Macke. Er träumt von einer richtigen

Produktion und von Angestellten, die mit derselben

Leidenschaft dabei sind. Er wünscht sich noch mehr Verkaufsläden,

die seine Produkte mit ins Sortiment aufnehmen,

kleine Hofläden in der Region, die seine Spezialitäten

anbieten. Er weiß, wofür er sich auch an freien Tagen

oder nach Feierabend in die Küche stellt: für seinen

Traum und seine Unternehmensmaxime. „Qualität überzeugt,

da bin ich sicher“, sagt er als Schlusssatz – und

den können wir so stehen lassen. ƒ

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Silberborner Senfsuppe

Zutaten

1 Glas Silberborner Senf-Knobi-Creme

1 Stange Frühlingszwiebeln

2 EL Butter

500 ml Gemüsebrühe

200 g Crème Fraîche

1 Prise Salz/Pfeffer/Zucker

glatte Petersilie, einige Zweige

Für das Topping

1 Glas Silberborner Tomaten- Pesto-Diavolo

Frühlingszwiebeln in dünne Streifen schneiden und in

Butter andünsten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen.

Aufkochen.

Senf-Knobi-Creme einrühren, Temperatur runter und

die Crème Fraîche unterrühren. Mit Salz und Pfeffer

abschmecken.

Zum Servieren eine Nocke Tomaten- Pesto-Diavolo in die

Mitte des Tellers legen, die Suppe drum herum füllen

und servieren!

Spaghetti mit Gambas

an Tomaten-Pesto

Zutaten

1 Glas Silberborner Tomaten-Pesto

250 g Spaghetti

200 g Gambas, ohne Schale/roh

1 Zitrone, unbehandelt

1 Knoblauchzehe

2 EL Olivenöl

½ Peperoni

1 Prise Salz/Pfeffer

Petersilie zum Garnieren

Die Spaghetti nach Anleitung kochen. Olivenöl,

Zitronenabrieb, fein gehackte Peperoni und Knoblauch,

etwas Pfeffer und Salz sowie den Saft einer halben Zitrone

vermischen und die Gambas darin marinieren

(mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen).

Die Spaghetti nach Anleitung kochen. Die Gambas scharf

anbraten, das Tomaten-Pesto zufügen und je nach

gewünschter Konsistenz mit dem Nudelwasser verdünnen.

Nun nur noch die Nudeln und die Soße

vermischen, fertig!

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(boehme@faktor-magazin.de)

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Autoren

Lea van der Pütten (Redaktion),

Anja Danisewitsch, Sven Grünewald,

Claudia Klaft, Charlotte Vogel

Art-Direktion & Layout

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Fotografie

Alciro Theodoro da Silva

Lektorat

CoLibris - Lektoratsbüro

Dr. Barbara Welzel

Anzeigen

Nicole Benseler

Geschäftsführender Gesellschafter

Marco Böhme

Auflage

11.000

Druckerei

Silber Druck oHG, Kassel

Redaktions- und Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe

ist der 15. Mai 2021.

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Dr. Friedemann Baum, Prof. Dr. Uwe Fischer, Rainer Giese,

Fritz Güntzler, Rainer Hald, Dr. Klaus Heinemann,

Jürgen Hollstein, Jürgen Jenauer, Carsten Lohrengel,

Thomas Lucas-Nülle, Lars Obermann, Thomas Richter,

Gerhard Sauer, Mark C. Schneider, Prof. Dr. Matthias Schumann,

Claudia Trepte, Kirsten Weber, Dr. Marko Weinrich,

Prof. Dr. Winfried Weber, Hasso Werk

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faktor-Partner

Audi Zentrum

Göttingen

dr. Bodenburg

Zilian

Werk

Rechtsanwalts- und Notarkanzlei in Göttingen

Netzwerkpartner

InnovationsCluster

it GÖTTINGEN

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Wohlfühlen im Büro

Der Cube von Bosse überzeugt als Raum-im-Raum-System und ist jetzt im Showroom bei

Struckmeier zu erleben.

Die Arbeitswelt durfte in der Corona-

Pandemie vor allem eine Erfahrung

machen: Ob im Homeoffice oder

durch die reduzierte Anwesenheit der Kollegen

konnten viele erleben, welche Vorteile ein

entspanntes, konzentriertes Arbeiten durch

Rückzugsmöglichkeiten hat. Nur leider geben

dies die aktuellen Bürostrukturen meist nicht

her. Hier bieten Raum-in-Raum-Systeme eine

gute Lösung und werden immer beliebter.

Wenn man sich für solche „Cubes“ oder

„Think Tanks“ interessiert, sollte man vor allem

drei Dinge beachten: die Größe, den

Standort und den Nutzen. Da der Cube einen

eigenen Raum definiert, ist es für die Zukunft

wichtig, dass er möglichst flexibel genutzt

werden kann. Ob für einen vertraulichen Austausch

im kleinen Kreis, als Rückzugsort oder

als Kreativraum. Eines der besten Raum-in-

Raum-Systeme am Markt wird zurzeit von der

Firma Bosse in Höxter hergestellt.

Die Hülle des Cubes besteht aus einem wertigen

Metallrahmen mit Glaswänden. Durch

ein smartes Schienensystem kann er mit unterschiedlichen

Wandtafeln bestückt werden, die

sowohl Farbe und Akustik als auch die Sicht

in den Cube beeinflussen. Dies können auch

Whiteboard-Tafeln oder begrünte Panels sein.

Der Cube ist praktisch schalldicht, und technisch

sind alle Hilfsmittel vom Monitor bis

zur Telefonanlage installierbar. Der Clou am

Bosse Cube ist jedoch ein anderer: In vielen

Untersuchungen wurde festgestellt, dass der

wichtigste Faktor für eine hohe Nutzungsfrequenz

und Arbeitseffektivität in den Think

Tanks die Luftqualität ist. Ist das Klima nicht

gut, wird dieser Ort trotz guter Akustik nicht

genutzt. Darum hat Bosse ein Belüftungssystem

integriert, das bei den Luftzufuhrwerten

einzigartig ist. Konzentriertes Arbeiten über

Stunden ist hier im Gegensatz zu anderen

Marktbegleitern kein Problem.

SEIT BEGINN DIESES JAHRES kann diese

gute Raumatmosphäre sogar noch gesteigert

werden: Der Schlüssel liegt in einem so gut wie

unsichtbaren Gerät in der Decke des Cubes:

der ION-Cloud. Durch die Abgabe von Negativionen

gelingt es der Bosse-Neuentwicklung,

Viren und Bakterien im Raum nachweislich zu

inaktivieren. Die Minus-Ionen heften sich an

positiv geladene Erregerteilchen in der Luft –

etwa Viren, Bakterien, Feinstaub oder Pollen

– und machen sie dadurch für den Menschen

unschädlich. Wissenschaftlich belegt ist die

Wirksamkeit von ION-Cloud durch eine Studie

der Universität Leipzig, die das Gerät auf

eine Coronavirus-Art, das Influenza-A-Virus

H1N1 sowie den multiresistenten Krankenhauskeim

Staphylococcus aureus getestet hat.

Gleichzeitig ahmt ION-Cloud die positiven

Effekte der Natur nach. Denn Negativionen

kommen in hoher Konzentration sonst nur

am Wasserfall, Meeresufer oder in den Bergen

vor – also dort, wo Menschen sich besonders

wohlfühlen. Diese „Vitamine der Luft“ können

die Nutzer des Raum-in-Raum-Systems damit

nicht nur vor einer möglichen Infektion schützen,

sondern haben zusätzlich positive Auswirkungen

auf das Wohlbefinden sowie die

Konzentrationsfähigkeit seiner Nutzer und

fördern so ein zielgerichtetes Arbeiten.

STRUCKMEIER ist einer der ersten Fachhändler

in Deutschland, der dieses ganzheitlich entwickelte

Raumsystem in seinem Showroom

zeigt. Ganz nach dem Motto „Erzählen kann

man viel, man muss es einmal erlebt haben“

lädt das Team von Struckmeier zum Erspüren

und Diskutieren dieser Arbeitsraum-Innovation

(unter Pandemie-Auflagen) gerne ein. Vereinbaren

Sie am besten einen Termin.

KONTAKT

System-Büro Struckmeier GmbH

Karl-Arnold-Straße 4

37079 Göttingen

Tel. 0551 506690

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Die reine Luft, die ION-Cloud erzeugt, wirkt

sich direkt positiv auf Ihr psychisches und

physisches Wohlbefinden aus. Die Minus-

Ionen haften sich an positiv geladene,

schädliche Partikel in der Luft und inaktivieren

so Viren, neutralisieren Bakterien

und machen Pollen, Pilzsporen, Rauchpartikel

und Feinstaub unschädlich.

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