2021/05 |Unternehmen #77 | Ausgabe Mai 2021 | NIE LÖSCHEN! Verknüpft mit Archiv

suedwest.presse

unternehmen [!] RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 77 | Mai 2021 | 3,00 €

Alleine

geht es nicht

Friedrich Werdich gehört zu den 20 größten

deutschen Schuhhändlern. Viel Zeit und Kraft

steckt er in die Initiative „Handel steht zusammen“.

BESSER ARBEITEN

Wie Betriebe die Gesundheit der

Mitarbeiter fördern können – und

deren Effizienz.

Seite 24

GUT VERPACKT

Wie regionale Unternehmen mit

nachhaltigen Lösungen die

Plastikflut eindämmen.

Seite 50

UMFRAGE

Sechs Führungskräfte verraten,

wie sie trotz Corona den Grill-

Sommer genießen.

Seite 54


Deutschland zählt

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unternehmen [!] EDITORIAL/INHALT 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Zahl der Umfragen hat inflationäre Ausmaße

angenommen. Häufig stellen diese nur Momentaufnahmen

dar. Daher darf man viele Ergebnisse

nicht überbewerten. Dass jedoch sechs Monate

vor der Bundestagswahl vier von fünf Familienunternehmern

unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik

der Großen Koaltion sind, sollte Politikern

von Union und SPD zu denken geben. Vor lauter

Corona-Rettungspolitik blieben viele wichtige

Themen außen vor. Hohe Steuern, Sozialabgaben

und Strompreise werden zum Bremsklotz. Die internationale

Wettbewerbsfähigkeit leidet. Bei der

Corona-Politik reihen sich Fehleinschätzungen

und Pannen aneinander. „Der innerstädtische

Fachhandel ist in seiner Existenz bedroht“, warnt

Schuhhändler Friedrich Werdich im Titelinterview

(Seite 12). Die Pandemie trifft auch die Heidenheimer

Opernfestspiele (Seite 8) mit Wucht

und erfordert verstärkte Weiterbildung (Seite 34).

Trotz Corona gibt’s aber auch schöne Wirtschaftsseiten,

wie unsere Geschichten übers Golfen (Seite

28), den Rollrasenhersteller Kerler (Seite 38)

und unsere Grill-Umfrage (Seite 54) zeigen. Ich

wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

SPEZIAL

8 Im Ausnahmezustand

Die Opernfestspiele Heidenheim vor dem

zweiten Pandemie-Sommer

28 Gute Gründe fürs Golfen

Warum der Sport so viele

Menschen fasziniert

50 Wieder die Plastikflut

Unternehmen testen Alternativen zur

allgegenwärtigen Verpackung

TITELTHEMA

12 Alleine geht es nicht

Schuhhändler Friedrich Werdich

im Gespräch

VERANTWORTEN

24 Arbeit ins rechte Licht rücken

Wie Unternehmen mit guten Büros

die Gesundheit der Mitarbeiter fördern

34 Heute an morgen denken

Warum es so wichtig ist, Mitarbeiter

in der Krise weiterzubilden

MACHEN

38 Warten, bis Gras über die Sache

wächst Rollrasenproduzent Kerler trotzt

der internationalen Konkurrenz

40 Per Klick zum Hofladen

In der Krise gründet Jochen Braasch

ein Portal für Lebensmittelerzeuger

42 Smartes Marketing

Die Hochschule Neu-Ulm ermöglicht

auch kleinen Unternehmen

Zugang zu Künstlicher Intelligenz

48 Ein besonderes Gespür für Trends

Der Logistiker Seifert produziert jetzt auch

Schuhsohlen

FINANZIEREN

44 Finanzieren auf flexible Art

Mehr Liquidität durch Leasing

LEBEN

54 Sommer-Feeling am Grill

Umfrage unter Führungskräften

74 Impressum

54

28

24

48

50


4

RESSORT unternehmen [!]

Die volle Ladung Fahrspaß?

Bieten Ihnen die vollelektrischen Sportwagen

des Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm.

Setzen Sie Ihre Seele unter Strom – mit dem Taycan Cross Turismo.

Ihr Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm freut sich auf Sie.

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Sportwagen GmbH Donautal

Steinbeisstraße 26

89079 Ulm

Tel. +49 731 94694-0

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unternehmen [!] RESSORT 5

ELEKTRISIERENDE ABENTEUER

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN?

ERLEBEN SIE MIT DEM NEUEN TAYCAN CROSS TURISMO.

Mit dem Taycan, dem ersten volleketrischen Porsche, beweist die Marke,

dass kompromissloses Sportwagen-Feeling und nachhaltiges Umweltmanagement

Hand in Hand gehen. Im Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm

sorgt jetzt auch das vierte Mitglied der Taycan Familie für Hochspannung:

der neue Taycan Cross Turismo.

Unsere Ansprüche an neue Sportwagen-Generationen sind hoch. Zum

einen müssen Verbrauch und Emissionen reduziert werden, zum anderen

sollen die Kunden auch weiterhin in den Genuss des unvergleichlichen

Porsche Fahrgefühls kommen.

Die Highlights des Taycan Turbo S Cross Turismo:

• bis zu 460 kW (625 PS) Leistung

• bis zu 500 kW (680 PS) Overboost-Leistung bei Launch Control

• 850 Nm maximales Drehmoment bei Launch Control

• in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h bei Launch Control

• Höchstgeschwindigkeit 250 km/h

• Performancebatterie Plus

Der neue Taycan Cross Turismo vereint diese Eigenschaften auf perfekte

Weise. Hinter seinem Steuer kann man dem Drang nach Freiheit ungezügelt

nachgeben. Wie seine vollelektrischen Modellbrüder ist auch er ein

faszinierender Sportwagen, der pure Emotion verkörpert. Und der seinem

Fahrer die volle Ladung Fahrspaß garantiert – ganz ohne CO₂-Emissionen.

Auch beim Exterieur setzt er auf selbstbewusste Statements: Die

charakterstarken Akzente des Offroad Design Pakets und das prägnante

Heck im Cross Turismo Design ermöglichen einen größeren Kofferraum

und mehr Kopffreiheit im Fond.

Wer auch abseits des Alltäglichen ein elektrisierendes Abenteuer sucht,

kann sich ab sofort im Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm von diesem

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Der neue Elektrosportler ist ab sofort im Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm

in den folgenden vier Modellvarianten bestellbar:

• Taycan Turbo S Cross Turismo

• Taycan Turbo Cross Turismo

• Taycan 4S Cross Turismo

• Taycan 4 Cross Turismo

Taycan 4 Cross Turismo · Stromverbrauch (in kWh/100 km):

kombiniert 28,1; CO₂-Emissionen (in g/km): kombiniert 0;

Taycan 4S Cross Turismo · Stromverbrauch (in kWh/100 km):

kombiniert 28,1; CO₂-Emissionen (in g/km): kombiniert 0;

Taycan Turbo Cross Turismo · Stromverbrauch (in kWh/100 km):

kombiniert 28,7; CO₂-Emissionen (in g/km): kombiniert 0;

Taycan Turbo S Cross Turismo · Stromverbrauch (in kWh/100 km):

kombiniert 29,4; CO₂-Emissionen (in g/km): kombiniert 0;

Stand: 03/2021


6

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Impfstoff mit Verzögerung

Pandemie Der russische Konzern R-Pharm plant, am Standort in Illertissen die Impfstoffe

Sputnik V und Astrazeneca herzustellen. Doch es gibt Starschwierigkeiten.

Pharmaindustrie Der russische

Pharmakonzern R-Pharm

will im Sommer in Illertissen

mit der Produktion des in Moskau

entwickelten Corona-Impfstoffs

Sputnik V beginnen. „Wir

unternehmen alle Anstrengungen,

damit es im Sommer losgehen

kann“, sagte zuletzt

R-Pharm-Manager Alexander

Bykow. In Illertissen könnten

monatlich Millionen Dosen produziert

werden. „Wir haben die

Ausrüstung schon dort und die

Kader“, sagte Bykow.

Die ursprünglichen Zeitpläne

des Pharmaunternehmens

konnten nicht gehalten werden.

Baurechtliche und immissionsschutzrechtliche

Fragen mussten

zunächst noch geklärt werden,

auch die Herstellungserlaubnis

von Seiten der Regierung

von Oberbayern stand

zuletzt noch aus.

Die Produktion in Illertissen

im Landkreis Neu-Ulm werde

mittelfristig“ anlaufen, erklärte

ein Manager, der namentlich

nicht genannt werden will.

Wann das genau sein wird, ist

jedoch offen. Aber der Corona-Impfstoff

werde „kein One-

Hit-Wonder“. Denn auch wenn

Deutschland und Europa im

Laufe des Jahres durchgeimpft

sein werden, „wird Nachfrage in

Ländern bestehen, die derzeit

nicht so im Fokus stehen, etwa

in Lateinamerika oder Afrika“.

Und das umso mehr, da Sputnik

V „relativ kostengünstig ist und

eine stabile Lieferkette hat.

Selbst wenn Corona-Impfstoff

made in Illertissen „nicht vor

der ersten Jahreshälfte 2022 verfügbar

sein sollte – und wir werden

garantiert schneller sein! –,

wird der Sudan bis dahin nicht

durchgeimpft sein“, erläutert

der Manager.

Letztlich gehe es vor allem

um den Export, auch im Fall des

Impfstoffs von Astrazeneca.

Sputnik V wurde vom Gamaleja-Forschungszentrum

für Epidemiologie

und Mikrobiologie

in Moskau entwickel und inzwischen

in mehr als 50 Ländern

zugelassen. [!]

jkl

Am Standort in Illertissen soll künftig der Impfstoff Sputnik V

produziert werden. Foto: picture alliance/dpa/Sputnik/Iliya Pitalev

Klaus Cierocki übernimmt bei Zwick Roell

Industrie Wechsel an der Firmenspitze

des mittelständischen

Prüfmaschinenherstellers

Zwick Roell: Jan Stefan Roell

(66) hat im April im Zuge eines

Generationswechsels das Unternehmen

an den familienfremden

Manager Klaus Cierocki

(54) übergeben, der zuvor beim

Autozulieferer Schaeffler tätig

war. Mehr als 1000 Mitarbeiter

im Werk in Ulm-Einsingen bekommen

damit einen neuen

Chef. Der bisherige zieht sich

aber nicht komplett aus dem

Unternehmen zurück. Roell

wechselt in den Aufsichtsrat.

Der Umbruch kommt Roell zufolge

für die Mitarbeiter nicht

Jan Stefan Roell (links) hat die Geschäftsführung an Klaus Cierocki

übergeben.

Foto: Matthias Kessler

überraschend, aber zum richtigen

Zeitpunkt. „Wir haben eine

gute Führungsmannschaft aufgebaut

und sehen eine Wachstumsphase

vor uns. Dazu brauchen

wir neue Impulse.“ Der

neue Chef habe bereits alle nationalen

und internationalen

Einheiten virtuell kennengelernt.

Zwick Roell verzeichnete

2021 einen Umsatz von 223 Millionen

Euro nach 236 Millionen

im Vorjahr. „Wir sind nach wie

vor profitabel, mit einer Nettorendite

von etwa neun Prozent“,

so Roell. Vor Corona habe das

Umsatzziel 400 Millionen Euro

in 2025 gelautet. Das müsse nun

aber angepasst werden. [!] jkl


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 7

Ein Coup nach dem anderen bei Teamviewer

Werbevertrag Das Göppinger

Software-Unternehmen Teamviewer

wird nicht nur neuer

Hauptsponsor des englischen

Fußball-Erstligisten Manchester

United, sondern kooperiert

auch in der Formel 1. Die Partnerschaft

mit dem Fußballklub

ist auf fünf Jahre angelegt. Der

Vertragspreis wird von der britischen

Zeitung „The Guardian“

auf 275 Millionen Euro geschätzt.

Durch das Engagement

soll die internationale Bekanntheit

von Teamviewer gesteigert

werden und dazu beitragen, das

Göppinger IT-Unternehmen als

globale Marke zu etablieren.

Das Sponsoring soll das

Wachstum der Billings – die

Rechnungsstellungen für die

kommenden zwölf Monate –

auch über 2023 hinaus unterstützen

und bei großen Unternehmenskunden

für Teamviewer

weiteres Wachstum generieren.

Im laufenden Jahr sollen die

Billings auf 585 bis 605 Millionen

Euro zulegen.

Wegen der steigenden Marketingausgaben

wird bei Teamviewer

eine bereinigte Gewinnmarge

vor Zinsen, Steuern und

Abschreibungen von 49 bis 51

Prozent der Rechnungsstellungen

erwartet. Bisher waren 57

Prozent in Aussicht. Teamviewer

sponsert künftig auch für fünf

Jahre den Formel-1-Rennstall

und das Formel-E-Motorsportteam

von Mercedes, ebenso die

Handballbundesligisten von

Frisch Auf Göppingen für zwei

Jahre. 2019 machte Teamviewer

390,2 Millionen Euro Umsatz.

Knapp die Hälfte der 1300 Mitarbeiter

sind am Standort Göppingen

beschäftigt.[!] rai

Der Schriftzug des Göppinger Unternehmens Teamviewer ist auch

in der Formel 1 zu sehen.

Foto: Stephen Reuss/© Daimler AG

Strassacker

neue IHK-Chefin

Göppingen Edith Strassacker ist

neues Mitglied des 21-köpfigen

Präsidiums der Industrie- und

Handelskammer (IHK) in der

Region Stuttgart. Die Süßener

Unternehmerin vertritt dort als

neu gewählte Präsidentin der

IHK Göppingen ihre Bezirkskammer.

Stellvertreter im Regionalpräsidium

ist Sven Maier

aus Bad Boll. Der Geschäftsführer

der „Traumfabrik“

ist auch

Edith

Strassacker

ist Präsidentin

der IHK Göppingen.

Edith Strassackers

Vize in

der Bezirkskammer

Göppingen,

zusammen mit

Wackler-Prokuristin

Gabi

Schwarz.

Strassacker, geschäftsführende

Gesellschafterin

der gleichnamigen Kunstgießerei

aus Süßen, tritt die Nachfolge

des Göppinger Bankiers

Wolf Martin an. Martin hatte 16

Jahre die Geschicke der Bezirkskammer

geleitet [!]

rai

Deinhard und

Börsig gehen

IHK Ulm Es gibt Unruhe in der

Führungsetage der IHK Ulm.

Mit Verwaltungschef Max-Martin

Deinhard und seinem Stellvertreter

und Kämmerer Ralf

Börsig (55) verlassen gleich zwei

Führungskräfte das Haus der

Wirtschaft. Beide scheiden erst

zum Jahresende aus, aber bisher

gibt es keine Nachfolger. Um die

Handlungsfähigkeit durchgängig

zu garantieren, hat das Präsidium

der Industrie- und Handelskammer

unter Vorsitz von

Präsident Jan Stefan Roell daher

auf die Schnelle den Leiter des

Geschäftsbereichs Innovation,

Existenzgründung und Internationales,

Jonas Pürckhauer, zum

zweiten stellvertretenden Geschäftsführer

bestellt. Er habe

sich, so Roell, vor allem in der

Corona-Krise bewährt.

Während Deinhard bereits

nach nur zwei Jahren zur IHK

für Ostfriesland und Papenburg

nach Emden wechselt, war Börsig

28 Jahre im Haus und betreute

zuletzt die Ressorts Finanzen,

Recht und Personal. [!] kö

Stillstand bei Schuler

Personalabbau Die Salacher

Emag-Gruppe plant den betriebsbedingten

Abbau von 125

der bislang 998 Stellen am

Standort Salach. 30 älteren Beschäftigten

werden Aufhebungsverträge

angeboten. Die

Geschäftsführung des Maschinenbauers

begründet den

Schritt mit dem, auch Corona-bedingten,

Einbruch 2020.

Kräfte müssten gebündelt und

Kosten gesenkt werden. Die

Zulieferer Der Göppinger Pressenbauer

Schuler verzeichnete

2020 ein Minus von 20 Prozent

beim Auftragseingang. Das Geschäft

sei laut Vorstandschef

Domenico Iacovelli weitgehend

zum Stillstand gekommen. 10 bis

15 Prozent der Belegschaft des

Automobilzulieferers sind derzeit

in Kurzarbeit. Dank Kosteneinsparungen

durch Restrukturierungsprozesse

und Neueinführungen

sieht Iacovelli gute

Chancen, im laufenden Jahr wieder

schwarze Zahlen schreiben

zu können. 2022 werde die endgültige

Wende hin zum Wachstum

kommen. Ein wichtige Rolle

soll dabei das Geschäft mit

Elektromobilität spielen. Schuler

beschäftigt in Göppingen

900 seiner weltweit 5100 Mitarbeiter.

Ein weiterer Stellenabbau

ist nicht geplant.[!]

rai

Emag streicht Jobs

Hälfte seiner Maschinen stellt

das Maschinenbauunternehmen

im chinesischen Jintan her. Der

Handelskonflikt zwischen den

USA und China traf Emag daher

hart. Die Gruppe hatte 2018

noch einen Umsatz von 673 Millionen

erzielt. 17 Prozent mehr

als 2020. Das Maschinenbauunternehmen

gehört zur Hälfte Familie

Heßbrüggen, die anderen

50 Prozent hält die chinesische

Familie Pan. [!]

rai


Volle Ränge wie hier bei der Premiere von Turandot sind bei den Opernfestspielen eigentlich die Regel. Foto: Oliver Vogel/Stadt Heidenheim

Im Ausnahmezustand

Kultur Die Opernfestspiele Heidenheim spielen längst in der ersten Liga. Der zweite

Pandemie-Sommer stellt aber auch Intendant Marcus Bosch vor neue Herausforderungen.

Seit 2009 ist Marcus

Bosch Intendant der

Opernfestspiele Heidenheim.

Seine Devise:

„Die Idee muss eins werden mit

der Person, sonst funktioniert es

nicht.“ Sie beschreibt seine Motivation,

sich neben der künstlerischen

Leitung der Festspiele

bei der Sponsorensuche zu

engagieren, die Festspiele mit

immer neuen bürgernahen Formaten

kreativ zu ergänzen und

dabei den hohen künstlerischen

Anspruch nicht aus den Augen

zu verlieren.

Sein Ziel, Heidenheim in der

ersten Liga internationaler Festspieldestinationen

zu positionieren

hat er längst erreicht. International

spielen die Opernfestspiele

der schwäbischen

Provinz längst in der Champions

League. Bosch begeistert die

Menschen in der Region und

weit darüber hinaus. Aber auch

Bürger, Stadtverwaltung und

Sponsoren identifizieren sich

mit „ihren“ Festspielen.

Publikumszahl verdoppelt

Mit einem überragenden Chor

aus Tschechien, den Stuttgarter

Philharmonikern und einem Ensemble,

das Bosch unter den

besten Solisten auswählt, verdoppelten

sich die Publikumszahlen,

das Budget stieg von

700 000 Euro auf heute 2,4 Millionen

Euro. Die 2011 gegründete

Cappella Aquileia steht als besonderes

Orchester für das

künstlerische Renommee der

Opernfestspiele Heidenheim.

Als Flaggschiff und Markenbotschafter

der „OH!“ tourt

Marcus Bosch mit der Cappella

Es ist ein

Ritt auf der

Rasierklinge. Noch

muss ich nicht

komplett absagen.

Marcus Bosch

Opernfestspiele Heidenheim

Aquileia durch Europa, streamt

Livekonzerte auf dem renommierten

Musikportal Idagio und

etablierte eine Reihe mit frühen

Verdi-Opern als Alleinstellungsmerkmal

der jährlich stattfindenden

Festspiele.

Bosch ist trotz seines ausgeprägt

emotionalen Umgangs mit

der Musik ein Handwerker und

auch ein Pragmatiker mit einer

langjährigen Erfahrung als Mitorganisator

von Festivals und

für einige Jahre als Leiter der

Festspiele im schweizerischen

Haldenstein. „In der Schweiz

habe ich privates Engagement

kennen und schätzen gelernt

und viele Erfahrungen mitgenommen,

die ich auch in Heidenheim

umsetzen kann“, sagt

Bosch von sich selbst.

Inzwischen finden unter dem

prägnanten Label „OH!“ auch

ganzjährig hochkarätige Kon-


unternehmen [!] SPEZIAL 9

Im vergangenen Jahr blieb der Rittersaal im Schloss Hellenstein Pandemie bedingt leer. Intendant Marcus Bosch hofft in diesem Sommer

wieder auf Vorführungen vor Publikum.

Foto: Marc Hörger

zerte statt und während des

zweimonatigen Festivalsommers

gibt es für jeden der vier

Spielorte – den Rittersaal von

Schloss Hellenstein, das Festspielhaus,

das Opernzelt und

den Brenzpark – eigene Produktionen.

Mit OH im Park, Klassik

unter Sternen für wenig Eintritt,

Klappstuhlkonzerten an unterschiedlichen

Spielorten, etlichen

Extras und der Idee mit

Gastspielen renommierter Orchester

bei den Freiluft-Opern-Aufführungen

den

Reiz zu erhöhen, startet Bosch

in die kommende Saison.

Probenbeginn im Mai

Und mit der Zuversicht „das

Mögliche möglich zu machen

solange es geht“ trotzt er der

Unsicherheit in der Pandemie.

Die diesjährige Festspielsaison

steht passenderweise unter dem

Titel „Ausnahmezustand“.

Bosch plant den Probenbeginn

Ende Mai. „Es ist ein Ritt auf der

Rasierklinge, aber ich bin noch

nicht gezwungen hier komplett

abzusagen.“

Die zahlreichen populären

Veranstaltungsformate folgen

einem klaren Konzept, mit dem

das Unternehmen Opernfestspiele

die weichen Standortfaktoren

stärken und so nicht zuletzt

Sponsoren behalten, und

neue gewinnen will. Mit dem

zunehmenden Angebot hochkarätiger

Konzerte werden Kosten

quersubventioniert. Gleichzeitig

positioniert Marcus Bosch

seine Heimatstadt mit mehr als

nur einem Alleinstellungsmerkmal

ganz oben im Kalender von

Festivalliebhabern.

Das hat Strahlkraft und steigert

die Attraktivität der Stadt

und der Region. Das Publikum

setzt sich zu jeweils einem Drittel

aus überregionalem Publikum,

internationalen Gästen sowie

Besuchern aus dem Landkreis

zusammen. Wer mehrere

Tage bucht, kann neben der

Open-Air-Oper im Schloss weitere

Angebote aus dem Spielplan

wahrnehmen und sich sein

persönliches Paket zusammenstellen.

Das Festival hat eine Eigenfinanzierungsquote

von über

60 Prozent aus Einnahmen und

Sponsorengeldern. Dazu gründete

Bosch den Gönnerclub mit

inzwischen 100 privaten Förderern.

Hinzu kommen der Förderverein

55 Aquileias und ein

Kuratorium aus engagierten Un-


10

SPEZIAL unternehmen [!]

Beeindruckende Entwicklung

FOTOS: OLIVER VOGEL/STADT HEIDENHEIM

Die Besucher bekommen imposante Bühnenbilder geboten.

Noch unter dem Namen

Schloss-Serenaden begannen

1964 die heutigen Opernfestspiele

in Heidenheim. 1977 erfolgte

die erste Opernaufführung

im Rittersaal von Schloss

Hellenstein. Die offizielle Firmierung

als Opernfestspiele

Heidenheim fand dann im Jahr

1988 statt.

Das Festspiel-Budget beträgt

inzwischen jährlich rund

ternehmern, dem noch bis Ende Juli

amtierenden Oberbürgermeister

und einem früheren Geschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer.

Dem Kuratorium gehören etwa

Unternehmen wie Hartmann, Voith

und Zeiss an. Vorsitzende ist Britta

Fünfstück, Geschäftsführerin bei der

Hartmann Gruppe und leidenschaftliche

Liebhaberin klassischer Musik.

„Ein Highlight der Stadt“

Nicht nur persönlich freut sich Fünfstück

sich, im Kuratorium die Pläne

für die Zukunft der Festspiele unterstützen

zu können. „Als Heidenheimer

Unternehmen sind wir stolz,

dass mit der großartigen Qualität

der Heidenheimer Opernfestspiele

2,5 Millionen Euro. Über

60 Prozent der Summe werden

eigenfinanziert – eine einzigartige

Quote. Insgesamt

kümmern sich acht feste Mitarbeiter

um die Organisation.

Vor der Corona-Pandemie fanden

pro Festpielzeit knapp

20 000 Besucherinnen und

Besucher zu den zahlreichen

Aufführungen, an denen über

die Saison bis zu 250 Personen

mitwirkten.

Zur Person

Marcus Bosch Der

künstlerische Leiter

der Opernfestspiele

fungiert als Chefdirigent

der Norddeutschen

Philharmonie

Rostock und ist

Vorsitzender der

deutschen GMD-

Konferenz.

Gewöhnlich finden die großen

Opern-Aufführungen im

Rittersaal statt. Die Verdi-Reihe

dagegen im Festspielhaus

mit CD-Mitschnitt und

Übertragung im Deutschlandradio

Kultur. Die Kinderoper

wird im Zelt am Brenzpark

aufgeführt. Im Sommer ist für

zwei Monate Festspielzeit in

Heidenheim. Im Juli finden

dann die beiden großen

Opernpremieren statt.

und dem besonderen Ambiente des

Open Airs im Schloss, ein Highlight

der Stadt weit über die Stadt- und

Landesgrenze Aufmerksamkeit erfährt.“

Das Unternehmen Hartmann

unterstützt die Opernfestspiele seit

Jahren. „Kultursponsoring und speziell

die Opernfestspiele sind fester

Bestandteil des gesellschaftlichen

Engagements des Unternehmens

und nicht zuletzt auch ein wesentlicher

Standortfaktor“, sagt Fünfstück.

Das Unternehmen OH! ist eine

hundertprozentige Tochter der

Stadt, und mit Bernhard Ilg, seit 21

Jahren Oberbürgermeister der Stadt,

hatte Marcus Bosch einen verlässlichen

Partner an seiner Seite. Ilg erkannte

den Imagegewinn durch die

Opernfestspiele, die Motivation und

das kreative Potential und stattete

das Projekt mit einem großzügigen

Etat und personellen Ressourcen

aus. Nur das Marketing übernimmt

eine professionelle Agentur.

Im Gegensatz zu der Zeit vor

Bosch, finanzieren sich die Opernfestspiele

seit zehn Jahren zu je einem

weiteren Drittel über Sponsoren

und den Ticketverkauf. „Es gab

Überlegungen die Festspiele in eine

GmbH oder AG auszulagern“, blickt

Ilg zurück. „Aber da es primär ein

saisonales Thema ist, macht es mehr

Sinn, die vorhandenen Ressourcen

der gesamten Stadtverwaltung zu

nutzen.“

Fällt das Festival

aus, müssen wir

Alternativen

auf gewohnt hohem

Niveau bieten.

Bernhard Ilg

Oberbürgermeister Heidenheim

Im vergangenen Jahr fanden die

Opernfestspiele aufgrund der Pandemie

nicht statt. Ein Ausfallhonorar

für alle Mitwirkenden und Vertragspartner

in Höhe von 25 Prozent

zahlte die Stadt trotzdem. Die Sponsoren

blieben bei der Stange. „Sollte

das Festival in diesem Jahr erneut

ausfallen, müssten wir jedoch Alternativen

auf dem gewohnt hohen Niveau

bieten. Das Gerüst der Opernfestspiele

muss bleiben, denn Kultur

und Wirtschaft gehörten noch

nie so eng zusammen“, sagt Ilg.

Das sehen auch die Sponsoren

aus der Wirtschaft so, die von einem

Zweiklang aus Sport und Kultur profitieren,

der nicht besser sein könnte.

Der FC Heidenheim spielt in der

Zweiten Bundesliga und der Baseballclub

in der Bundesliga. Das Ostalb

Highlanders Footballteam bietet

Sport abseits des Mainstreams und

die Heidenheimer Fechter sind mit

einigen Mitgliedern im Bundeskader

vertreten. Zusammen mit dem

exzellenten Ruf der Festspiele ein

signifikanter Wirtschaftsfaktor und

ein Plus im Wettbewerb um Fachkräfte

und Touristen. [!]


Sigrid Balke


11


Führt das 126 Jahre alte Familienunternehmen in

vierter Generation: Friedrich Werdich.


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

„Kleine Betriebe

stehen vor der Pleite“

Werdich Der modische Fachhandel droht wegen der Lockdowns auf der Strecke zu bleiben,

sagt Familienunternehmer Friedrich Werdich. Er gehört zu den 20 größten Schuhhändlern

Deutschlands. Im Ton moderat, in der Sache klar schildert er die Lage der Branche, falsche

Weichenstellungen der Politik und warum Handel für Innenstädte so wichtig ist.

Lassen Sie uns Corona für einen Moment vergessen.

Mit welcher Stimmung startet ein Schuhhändler die

beginnende Frühjahrs- und Sommersaison?

Friedrich Werdich: Bei Mode und Schuhen geht es

darum, Lebensfreude auszudrücken und sich den

Jahreszeiten gerecht zu kleiden. Nach einem tristen,

farblosen Winter freut sich jeder Schuhhändler

auf die bunten Farben und die Leichtigkeit, die

der Frühling mitbringt.

Wie ist Ihre Gefühlslage aktuell?

Ich durchlebe ein Wechselbad der Gefühle. Ich

freue mich über alles, was wir für unsere Kunden

tun dürfen und bin dafür dankbar.

Aber die Rahmenbedingungen machen

uns zu schaffen, ähnlich vermutlich

wie meinen Großeltern

nach dem Krieg. Anders als damals

haben wir den Vorteil, dass die Infrastruktur

auch nach Corona bestehen

bleiben wird. Wir können

also nahtlos anknüpfen. Trotzdem

hat der Handel vierzehn schwere

Monate hinter sich, die Spuren

hinterlassen haben.

Was erwarten Sie für die nächsten Monate?

Ich hoffe sehr, dass die Impfkampagne nun Fahrt

aufnimmt, sodass wir uns zumindest im zweiten

Halbjahr wieder über „normalere“ Zustände freuen

dürfen.

Wie verkraftet der stationäre Schuhhandel die Situation?

Die monatelangen Schließungen sind für den Handel

eine betriebswirtschaftliche Katastrophe. Der

gesamte modische Einzelhandel ist ausgezehrt.

Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?

Der Einzelhandel hat ein großes Problem: Er hat

keine Lobby. Spätestens Corona hat uns gezeigt,

dass wir zusammenstehen müssen, auch mit der

Gastronomie. Das eine funktioniert ohne das andere

nicht.

Ein Großteil der

Bevölkerung

sieht nicht, wie

dramatisch die

Lage ist.

Wie sehr belastet Corona den innerstädtischen

Handel finanziell?

Von 100 Euro Umsatz bleiben in „normalen“ Jahren

am Ende zwischen zwei und vier Prozent übrig.

Von dieser Marge müssen wir aber nicht nur leben,

sondern auch sämtliche Zukunftsinvestitionen

stemmen. Das ist ein sehr schmaler Grat.

Wie sieht es bei Ihnen im Unternehmen aus?

Wir gehören mit 38 Filialen bundesweit zu den 20

größten Schuhhändlern. Rund ein Viertel der genutzten

Immobilien sind in Besitz der Vertriebsgesellschaft

oder eines Gesellschafters. Bei den restlichen

Filialen drückt uns die Miete

ordentlich. Schon im ersten

Lockdown sind wir auf unsere

Vermieter zugegangen. Allerdings

ist die Bereitschaft nicht sehr ausgeprägt,

den Händlern entgegenzukommen.

Wobei man eines

nicht vergessen darf: Manchen Immobilienbesitzern

sind durch Finanzierungspläne

die Hände gebunden.

Wird die Lage des Fachhandels falsch eingeschätzt?

Ich glaube, ein Großteil der Bevölkerung kann nicht

einschätzen, wie dramatisch die Lage ist. Vergangenes

Jahr haben die Bundesminister Altmaier und

Scholz gesagt: Die Bazooka ist geladen. Das hat in

der Bevölkerung den Eindruck vermittelt, dass der

Fachhandel gut unterstützt wird. Dass aber die Novemberhilfen

erst im März – und selbst dann äußerst

schleppend – ausgezahlt werden, ist eine Zumutung.

Besonders kleine Betriebe stehen vor der

Pleite. Das macht mich wütend.

Wie stark haben Sie von Kurzarbeit Gebrauch gemacht?

Von unseren 500 Mitarbeitern waren rund 480 in

Kurzarbeit. Manche Verwaltungsbereiche haben wir

aufrechterhalten müssen. Beispielsweise kaufen wir

die Ware rund sechs Monate bevor sie in unseren

Regalen steht. Was unsere Mitarbeiter/innen in den

Zur Person

Friedrich Werdich

ist nach eigener Beschreibung

ein Techie,

der das neue iPhone

braucht und die neueste

Technik. Die einstündige

Fahrt vom

Büro in Dornstadt in

sein Leutkircher Zuhause

legt er mit einem

Tesla Model 3 zurück.

Werdich (48, ledig)

ist in Kempten

aufgewachsen. Dort

studierte er auch Betriebswirtschaft.

Entgegen

der ursprünglichen

Planung stieg er

1998 doch ins Familienunternehmen

ein,

zunächst rund neun

Monate als Fachberater

in den Filialen.

Nach und nach übernahm

er weitere Aufgaben

von seinem Vater

und zwei Großcousins.

Heute führt er

das Unternehmen gemeinsam

mit dem familienfremden

Geschäfstführer

Jörg

Riemer. Zum Ausgleich

treibt Werdich

viel Sport, unter anderem

Laufen, Radeln,

Schwimmen und

Stand-up-Paddling.


14

TITELTHEMA unternehmen [!]

Familienunternehmer

Friedrich Werdich kritisiert

den Schlingerkurs der

Politik, der die Unsicherheit

vergrößert: „Nichts ist

planbar!“

geschlossenen Filialen angeht, sind wir dankbar für

das Instrument der Kurzarbeit. Hätte der Staat uns

das nicht so unkompliziert an die Hand gegeben,

hätten wir viele Mitarbeiter freistellen müssen.

Wie viele Mitarbeiter sind aktuell noch in Kurzarbeit?

Infolge der coronabedingten Zwangsschließung leider

noch ein großer Teil. Trotz der Möglichkeit von

„Click & Meet“ haben wir in manchen Städten, in

denen die Kundenfrequenz noch niedrig ist, Kernzeiten

eingeführt. Das bedeutet für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter an diesen Standorten immer

noch Kurzarbeit. Das ist für viele eine sehr

schwierige Situation. Viele Kolleginnen und Kollegen

arbeiten seit vielen Jahren bei uns, haben unheimlich

viel Know-how und stehen loyal zu uns,

auch in der Krise.

Wie groß ist Ihr Verständnis für die Politiker?

Auch die arbeiten an der Belastungsgrenze. Wir

alle beschäftigen uns seit mehr als einem Jahr mit

der Pandemie in schärfster Form. Doch es herrscht

große Unsicherheit. Das ist das Schlimmste, was

dem Markt und den Marktteilnehmern passieren

kann. Nichts ist planbar. Daraus entsteht eine Situation,

in der Verbraucher sich zurückhalten und

Unternehmen Investitionen zurückstellen. Dieser

Effekt wird leider durch den Schlingerkurs der Politik

verstärkt.

Wie könnte ein Ausweg aussehen?

Ich würde mir wünschen, dass sich die Politik auf

ein Konzept verständigt, das meinetwegen auch

strikt durchdekliniert wird. Schließlich müssen wir

die Pandemie gemeinsam überwinden. Damit wäre

allen geholfen. Die Bürger brauchen ein Ziel, auf

das sie hinarbeiten können – und der Fachhandel

eine Basis, um verlässlich zu planen.

Findet der stationäre Einzelhandel auf Länder- und

Bundesebene das nötige Gehör?

Der Anteil des Einzelhandels am Bruttosozialprodukt

ist vergleichsweise gering. Das bekommt man

in Corona-Zeiten deutlich zu spüren. Wenn die

deutsche Autoindustrie ein Problem hat, findet sie

sofort an der obersten Spitze Gehör. Wir haben mit

dem Branchenverband und dem Handelsverband

in Baden-Württemberg sehr gute Vertretungen in

Berlin.

Aber?

Man muss wissen, dass der HDE auch den Lebensmittelhandel

vertritt. Der hat tolle Monate hinter

sich, weil in der Pandemie mehr Zuhause gekocht

wird. Das gönnen wir auch allen Marktteilnehmern.

Mittlerweile ist auch Amazon Mitglied. Der HDE

muss daher ein großes Spektrum abdecken. Deshalb

ist es wichtig, dass sich der stationäre modische

Fachhandel organisiert, Interessen bündelt und

an geeigneter Stelle auch kommuniziert.

War das der Grund, die Initiative „Handel steht zusammen“

zu gründen?

Die entstand vor allem aus einer Ohnmacht heraus.

Nach dem ersten Lockdown März 2020 hatten wir

glücklicherweise einen Sommer, der ein Stück weit

von Leichtigkeit geprägt war. Der zweite Lockdown

in Herbst und Winter war für uns Händler psychologisch

ein weiterer Schlag. Still zu halten und

nichts zu tun, war für mich keine Option. Ich will

im Rahmen meiner Möglichkeiten alles dafür tun,

damit unser Unternehmen und unsere Branche gut

durch die Pandemie kommen. Damals bin ich an

meinem Wohnort in die Bürgerfragestunde des

Landtagsabgeordneten Raimund Haser und habe

ihm eine Stunde lang die Situation des Fachhandels

geschildert – ohne große Erwartungen zu hegen.

Wie ging das weiter?

Kurze Zeit später hat Herr Haser ein Gespräch mit

der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin

Dr. Hoffmeister-Kraut ermöglicht. In der Vorbereitung

haben wir uns überlegt, welche Unternehmen

in der Region typisch für einen guten, bestenfalls

familiengeführten Fachhandel stehen. Dazu

gehört die Mode Reischmann aus Ravensburg mit

1000 Mitarbeitern, unser Unternehmen mit 500 Mitarbeitern,

die Parfümerie Bittel mit 200 Angestellten

aus Ravensburg, aber auch der Leder- und Spiel-


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

warenhändler Benjamin Rupp aus Wangen, der Modeeinzelhändler

Michelberger & Binder aus Bad

Wurzach und das Modehaus Kolesch aus Biberach.

Also das gesamte Spektrum des Fachandels.

Ja, vom ganz Kleinen bis zum Großen. Vor dem Gespräch

mit Frau Hoffmeister-Kraut kannten wir

Händler uns nicht persönlich. Wir haben im Voraus

einen gemeinsamen Fragenkatalog abgestimmt.

Der Termin war sehr konstruktiv. In der Folge wollten

wir das Thema auch auf Bundesebene heben.

Dort konnten wir wiederholt mit Herrn Bareiß,

Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, und

Herrn Fabig vom Finanzministerium sprechen. Die

Sorgen des Handels hier vorzutragen war und ist

wichtig, weil die Politiker naturgemäß viel zu weit

weg sind von der Materie.

Wie kam es zur großen Resonanz auf die Initiative?

Anfänglich haben wir nur um Unterstützung der

örtlichen Händler gebeten. Um Weihnachten herum

– das war wieder eine Phase der Ohnmacht –

haben wir die Homepage handelstehtzusammen.de

aufgebaut. Bis heute haben wir 17 000 Unterstützer,

rund die Hälfte davon sind Unternehmen. „Handel

steht zusammen“ spricht mittlerweile für Firmen

mit insgesamt deutlich mehr als 100 000 Mitarbeitern.

Das gibt uns in den Gesprächen mit der Politik

einen größeren Stellenwert.

Wo lagen bisher Ihre Schwerpunkte?

Zunächst einmal haben wir eine klare Programmatik

aufgestellt. Dabei geht es in erster Linie um die

Hilfen für Unternehmen, die in vielen Fällen nicht

ankamen. Vor allem ist aber auch die Ausgestaltung

in vielen Fällen ungenügend und ungerecht.

Wie meinen Sie das?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ein Unternehmer betreibt

einen Laden in seiner eigenen Immobilie. Jeden

Tag steht er vor Kunden, zahlt sich selbst aber

keinen Unternehmerlohn aus, sondern lebt vom Gewinn.

Dieser darf sich in Bezug auf die Corona-Hilfen

kein Gehalt ansetzen, weil er es ja bisher auch

nicht getan hat Dieser fleißige Unternehmer durfte

sich in den ersten Entwürfen der Hilfe kein Gehalt

ansetzen. Aktuell besteht wenigstens die Chance,

dass der Unternehmerlohn knapp bis zu der der

gesetzlichen Pfändungsfreigrenze in Höhe von 1180

Euro angesetzt werden kann. Viel zu wenig aber

wenigstens eine Anerkennung seiner Leistung.

Welcher Ansatz wäre besser?

Die Regeln

für Corona-

Hilfen sind

ungerecht und

ungenügend.

making

places

reflecting

you

usm.com


16

TITELTHEMA unternehmen [!]

„Die zwangsgeschlossenen

Betriebe müssen für die

erlittenen Schäden

entschädigt werden“, sagt

Friedrich Werdich,

Mitbegründer der Initiative

„Handel steht zusammen“.

Grundsätzlich wollen wir natürlich alle für uns

selbst sorgen können. Da die Situation aber ist, wie

sie ist, sollten wir nicht von Hilfen, sondern von

Entschädigungen sprechen. Der Unterschied ist

enorm. Hilfen orientieren sich an Reglementierungen

auf europäischer Basis und diese gleichen die

erlittenen Schäden keinesfalls aus. Entschädigungen

befänden sich in einem anderen Rahmen. Die

geschlossenen Betriebe müssen für die erlittenen

Schäden infolge der Zwangsschließung entschädigt

werden.

Gehören geschlossene Läden und Innenstädte mit

deutlich weniger Passanten zu den dauerhaften

Kollateralschäden der Pandemie?

Das ist eindeutig so. Dabei ist es empirisch nachweisbar,

dass der Einzelhandel bei den Infektionsketten

keine wesentliche Rolle spielt. Man sieht das

auch daran, dass keiner unserer Mitarbeiter sich in

den Filialen angesteckt hat. Ähnlich sieht es bei unseren

Netzwerkpartnern aus. Die meisten Infektionen

passieren im privaten Umfeld. Das spricht dafür,

dass die Hygienekonzepte wie Desinfektion,

Einlassbeschränkungen, Masken und Plexiglaswände

gut funktionieren. Aussagekräftiger aber als unsere

Erfahrungen sind die Evaluationen der Berufsgenossenschaft

sowie der Krankenkassen.

Wie sind deren Ergebnisse?

Diese ergeben, dass die Ansteckungsraten im Einzelhandel

unterproportional sind. Im Übrigen stuft

auch das RKI die Ansteckungsgefahr im Einzelhandel

als sehr gering ein.

Was bedeutet das?

Viele Händler können eine solche

Krise zeitlich nur sehr begrenzt

aushalten. Wir haben der Politik

daher die Entschädigung nach

dem Rohertragsverfahren vorgeschlagen.

Das wäre gerecht, unbürokratisch

und somit schnell umsetzbar.

Leider ist dieses am Finanzministerium

gescheitert. Eines unserer Kernthemen

bleibt deshalb, Druck zu erzeugen, dass die

versprochenen Hilfen wenigstens ankommen.

Auch das RKI

stuft die Gefahr

von Ansteckungen

im Handel als

gering ein.

Gibt es dafür einen weiteren Beleg?

Ja, täglich finden im deutschen

Einzelhandel rund 50 Millionen

Kundenkontakte statt. 80 Prozent

davon im Lebensmittelhandel und

Drogerien. Nun wissen wir alle,

dass Lebensmittelmärkte in den

vergangenen zwölf Monaten eher

stärker als weniger frequentiert waren. Sie blieben

durchgehend offen. Ich verstehe, dass die Politik

ein Mahnmal für die Bevölkerung braucht, aber

wenn das der Fachhandel sein soll, dann muss dieser

Schaden auch von der Gesellschaft getragen

werden. Das passiert derzeit leider nicht in einem

ausreichenden, fairen Maß.

Verändert Corona die Art des Schuhkaufs?

Ja und nein. Die Onlineriesen waren ja schon vorher

da. Natürlich gibt es einen kurzfristigen Effekt.

Kunden haben ja trotz Corona einen Bedarf. Aber

nehmen Sie das Beispiel Kinderschuhe. Ein gutes

Beispiel um aufzuzeigen, wie bedeutsam es ist, dass


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Schuhe richtig passen müssen. Die erforderliche

Kundenberatung kann nur der Fachhandel gewährleisten.

Was im Übrigen allgemein für den Schuhkauf

anzumerken ist.

Was läuft da anders?

Bei ihren Kindern achten die Menschen darauf, dass

die Schuhe gut passen. Das ist im Übrigen auch für

Erwachsenenfüße wichtig, aber bleiben wir bei den

Kleinen. Wir freuen uns darüber, dass im Lockdown

viele unserer Kunden treu geblieben sind und in

unserem Onlineshop gekauft haben. Für die Zeit

nach Corona gibt es verschiedene Annahmen. Die

meisten gehen davon aus, dass neun von zehn Kunden

nach der Pandemie wieder in den stationären

Fachhandel zurückkommen.

Was machen Corona und die Zwangsschließungen

dauerhaft mit den Innenstädten?

Wir sehen Handel in Zukunft als vernetztes Modell.

Es wird uns weiterhin stationär geben, mit guten

Konzepten, einem Erlebnis für Kunden und persönlicher

Beratung. Daneben muss aber auch unsere

digitale Kompetenz steigen.

Was meinen Sie damit?

Es geht zum einen um die Sichtbarkeit im Internet,

zum anderen um die dahinterliegende Logistik. In

erster Linie geht es bei beiden Kanälen darum, den

Wunsch des Kunden zu erfüllen. Das kann zum Beispiel

auch durch ein erweitertes Warenregal passieren.

Der Kunde bekommt die Ware dann direkt

vom Zentrallager oder sogar vom Hersteller zuge-

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18

TITELTHEMA unternehmen [!]

Wurzeln im Allgäu und Filialen von Lörrach bis München

Friedrich Werdich führt das Schuhhaus in vierter Generation. Ohne Schuhe-Pflege geht er morgens nicht aus dem Haus.

Mit 38 Filialen und einem Onlineshop gehört

das Familienunternehmen Werdich zu

den 20 größten deutschen Schuhhändlern.

Die Filialen reichen von Lörrach bis München

und von Leonberg über Göppingen und Ulm

bis Lindau. Firmensitz des Unternehmens ist

Dornstadt (Alb-Donau-Kreis). Mit 500 Mitarbeitern

erwirtschaftet das Unternehmen

einen Jahresumsatz in mittlerer zweistelliger

Millionenhöhe, der allerdings im Coronajahr

2020 um 25 Prozent schrumpfte.

Die Wurzeln reichen ins Jahr 1895 zurück.

Damals gründete Johann Baptist Werdich

mit seiner Frau Wilhelmine das Einzelhandels-Unternehmen

Werdich. 1937 eröffnete

Johann Werdich die erste Filiale in Ulm. Das

Stammhaus in Wangen war bis zum Jahr

2000 auch die Firmenzentrale, die seither in

Dornstadt ist. Die Immobilien von einem

Viertel der Schuhgeschäfte befinden sich in

der Hand des Unternehmens oder eines der

drei Gesellschafterstämme. Zur Firmenphilosophie

gehört unter anderem, dass Filialleiter

als Unternehmer agieren sollen, die

selbstständig Mitarbeiter einstellen und

entwickeln.

Der

Fachhandel

erhöht die

Qualität der

Innenstädte.

schickt. Am Ende des Tages muss es dem Fachhandel

gelingen, den Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis

zu bieten und durch beste Logistik möglichst

alle Warenwünsche erfüllen zu können.

Was ist mit dem stationären Handel in der City?

Die kulturellen Wurzeln unserer gesellschaftlichen

Entwicklung gehen auf die Marktplätze der Städte

zurück. Es wäre schlimm, dieses Kulturgut aufzugeben.

Ich bezweifle stark, dass Innenstädte funktionieren,

wenn sie nur noch aus Gastronomie und

Wohnen bestehen. Dort, wo es so ist, sinkt die

Wohnattraktivität erheblich.

Wie groß ist Ihre Sorge um die Arbeitsplätze?

Die innerstädtischen Arbeitsplätze von den bundesweit

3,1 Millionen Beschäftigten im Einzelhandel

spielen eine große Rolle. Wenn diese wegfallen

würden, wäre das furchtbar. Wir bieten auch Jobs,

die Quereinsteiger schnell übernehmen können. Ein

großer Teil der Beschäftigten nutzt Teilzeitmodelle.

Ich glaube nicht, dass sich diese Arbeitsplätze

1:1 in der Industrie oder anderen Branchen schaffen

lassen.

Was brennt Ihnen beim Kulturgut Innenstadt am

meisten auf der Seele?

Die Investitionsfähigkeit. Wir errichten Immobilien,

halten diese durch unsere Mietzahlungen in

Stand und entwickeln sie. Der Fachhandel erhöht

die Qualität der Innenstädte. Es muss in der Innenstadt

eine Wertschöpfung stattfinden, um das Kulturgut

pflegen zu können. Um die Innenstädte attraktiv

zu halten, braucht es außerdem Infrastruktur

in Form von bezahlbaren Parkplätzen und öffentlicher

Verkehrsanbindung, welche die

Erreichbarkeit zu jeder Zeit sichern. Auch dafür

braucht es Investitionen.

Die Ordersaison für den Sommer ist vorbei: Wie lassen

sich für rund 40 Filialen Schuhe unter maximaler

Unsicherheit bestellen?

Gute Frage! Wir sprechen immer von Spiegelsaisons,

denn wir kaufen beispielsweise direkt nach

dem Ende der Herbst/Wintersaison im Januar bereits

wieder neue Ware für die „Spiegelsaison“

Herbst Winter des neuen Jahres. Dazu müssen wir

einschätzen, wie sich die Konsumstimmung bis dahin

entwickelt, aber auch wie zum Beispiel das Wetter

sein wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die

Mode selbst. Die kann sich innerhalb eines halben

Jahres auch noch einmal verändern. Bei Schuhen

rechnen wir mit sechs Monaten Bestellvorlauf. Das

hängt einerseits mit der Produktion an sich zusammen,

aber auch mit den Materialien. Leder etwa ist

ein Naturprodukt und braucht eine gewisse Zeit


unternehmen [!] TITELTHEMA 19

zum Gerben. Dieses Jahr haben wir zusätzlich das

Problem, dass wir die nicht verkauften Bestände

aus dem vergangenen Frühjahr berücksichtigen

müssen.

Was machen Sie mit der ganzen Ware aus der Vorsaison,

von wie vielen Tausend Paar Schuhen sprechen

wir?

Ich kann keine genaue Zahl nennen. Es sind deutlich

mehr als sonst. Wir haben glücklicherweise

zwei große Lagerflächen, die sind zwar voll – aber

noch funktioniert es. Umso wichtiger ist es für uns,

dass wir online weiter verkaufen und einen Ausblick

auf geregelte Verhältnisse bekommen. Diese

Ware kommt irgendwann auf den Markt.

Graut Ihnen vor dieser Zeit und den fast unausweichlich

erscheinenden Preisaktionen?

Ich glaube nicht, dass man dem ausweichen kann.

Insbesondere im Modegeschäft. Wieder ein Beispiel

für die schlechte Ausgestaltung der Überbrückungshilfe

III. Im Mode-Handel können Händler Saisonware,

die diese belastet, angeben. Und zwar mit der

Differenz aus Einkaufskosten und dem vermuteten

Abgabepreis.

Was ist die Folge?

Händler, die zu wenig Lagerkapazität haben, werden

die Ware sogar zum Einkaufspreis oder darunter

verkaufen, einfach um Flächen freizubekommen:

entweder ins Ausland oder an sogenannte Aufkäufer.

Diese bieten die Ware nach dem Lockdown weit

unterhalb des eigentlichen Wertes an und werden

so zur Konkurrenz des Händlers, der sie im Voraus

verkauft hat. Das setzt sehr ungünstige Mechanismen

in Gang. Die Preisspirale dreht sich nach unten,

die Margen sinken weiter.

Wie wichtig sind eigentlich Schuhe für den ersten

Eindruck?

Sehr wichtig. Schuhe sagen viel über den Charakter

eines Menschen aus, über sein Qualitätsbewusstsein

und die praktizierte Pflege. Ich persönlich zelebriere

ein schönes Ritual, indem ich jeden Tag,

bevor ich das Haus verlasse meine Schuhe pflege,

so bleiben sie jahrelang schön.

Wie schnell schauen Sie Ihrem gegenüber auf die

Schuhe?

Sofort, das kann ich auch im Privatleben nicht ausschalten.

Tatsächlich liebe ich es in der Stadt Menschen

zu beobachten und zu sehen, in welchen

Schuhen sie durchs Leben gehen. Das Qualitätsbewusstsein

ist sehr unterschiedlich. Manche legen

großen Wert auf ihre Fußbekleidung, andere wenig.

Für die meisten sind Schuhe nur ein Accessoire,

Händler mit Lager-Problemen

werden Ware billig

abgeben und dafür einen

Ausgleich vom Staat

erhalten. „Das setzt

ungünstige Mechanismen

in Gang“, betont Friedrich

Werdich.


20

TITELTHEMA unternehmen [!]

Im Gespräch am Firmensitz

in Dornstadt: Schuhhändler

Friedrich Werdich

und Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter Unternehmen[!].

Das Interview führte

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen

[!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Matthias Kessler

wie ein Gürtel. Das ist aber eigentlich die falsche

Herangehensweise.

Warum?

Ein guter Schuh ist Lebensqualität. Sie sind den

ganzen Tag damit unterwegs. Schlechtes oder falsches

Schuhwerk kann viel kaputt machen, vor allem

bei Kindern aber auch bei Erwachsenen. Es

wirkt sich zum Beispiel direkt auf die Bein- und Rückenmuskulatur

aus.

,Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure

Schuh‘: Welche weit verbreiteten,

aber falschen Schuhmythen gibt

es?

Ich kenne wenige. Eines fällt mir

aber immer wieder auf: Eltern neigen

manchmal dazu, Kinderschuhe

zwei Größen zu groß zu kaufen.

Eine Größe ist okay, denn die Kleinen

brauchen Platz zum Abrollen

der Zehen. Ich verstehe auch die Verhaltensweise:

Eltern haben ja manchmal das Gefühl, dass sie alle

acht Wochen Schuhe kaufen müssen, weil die Füße

ihrer Kinder so schnell wachsen. Trotzdem ist es

immens wichtig, keine viel zu großen Schuhe anzuziehen.

Ansonsten sind Fehlstellungen programmiert.

Ein guter

Schuh besteht

aus 120 bis 180

Teilen und wird von

Hand gefertigt.

Wie viele Schuhe haben Sie Zuhause im Schuhschrank?

Vielleicht 50 Paar. Meine Lieblingsschuhe trage ich

mehrere Jahre. Es gibt Studien darüber, wer wie

viele Schuhe kauft. Frauen liegen bei vier bis sechs

Paar pro Jahr. Herren nur bei einem bis zwei Paaren.

Momentan sind ja Sneakers im Trend. Sneaker

der großen Sportmarken bestehen in der Regel aus

einer simplen aufgeschäumten Sohle mit einem

Synthetik-Oberteil. Das ist schnell und einfach produziert

und lässt sich teilweise

automatisieren.

Und bei einem guten Schuh?

Ein guter Schuh besteht aus 120

bis 180 Einzelteilen, die liebevoll

von Menschen in handwerklicher

Arbeit gefertigt wurden. Das ist

Qualität, die richtig gepflegt lange

hält. Ich schätze Schuhwerk,

gefertigt in handwerklicher

Schuhmacherqualität, gerne auch noch mit einer

klassischen Ledersohle. Ledersohlen sind härter im

Auftritt, dafür aber atmungsaktiv und aus natürlichem

Material. Außerdem bin ich ein Freund von

spitzen Leisten und Schuhformen und generell von

auffälligen Schuhen. Das hängt wohl mit meinem

Beruf zusammen.


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21

Die Digitalisierung aktiv mitgestalten

Der neue B.A.-Studiengang Digitales Management

und Technologien an der HNU bietet

Fachkräften, aus einem kaufmännischen oder

auch IT-orientierten Umfeld, die Möglichkeit

sich auf eine Führungsposition im Bereich

Digitalisierung vorzubereiten und sich betriebswirtschaftlich

weiterzubilden. Hier ein

Gespräch mit Studiengangleiter Herr Professor

Dr. Daniel Schallmo, warum dies eine spannende

Chance für Arbeitskräfte und für die

Unternehmen bedeutet:

Herr Professor Dr. Schallmo, welche Vorteile

bietet der B.A.-Studiengang Digitales Management

und Technologien aus Ihrer Sicht?

Der B.A. Digitales Management und Technologien

bietet drei wesentliche Vorteile:

Erstens werden die Studierenden bezüglich

eines topaktuellen Themas im Zusammenhang

mit der Digitalisierung qualifiziert – dies

ist sowohl für die Studierenden als auch für die

Unternehmen, in denen sie beschäftigt sind,

sehr interessant. Zweitens wurde der Studiengang

so konzipiert, dass er für Berufstätige mit

einem qualifizierenden Abschluss neben dem

Beruf studierbar ist, d.h. die Veranstaltungen

finden meist freitags und samstags statt. Die

Vermittlung von Lerninhalten und der Austausch

der Studierenden erfolgt in diesem

Studiengang verstärkt online und virtuell. Die

Präsenzzeit an der Hochschule Neu-Ulm beträgt

pro Semester nur ca. acht Tage. Drittens

wird neben fachlichen Inhalten auch die praktische

Anwendung in Form von Fallstudien,

Gruppenarbeiten und Tools berücksichtigt;

ferner bietet der Studiengang die Möglichkeit

einer Vernetzung der Studierenden untereinander

und eine Exkursion ins Ausland.

Weshalb ist das Thema der Digitalisierung für

Berufstätige und Unternehmen so wichtig?

Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche der

Professor Dr. Daniel Schallmo, Studiengangleiter

B.A. Digitales Management und Technologien und

Professor für Digitale Transformation und

Entrepreneurship an der HNU

Foto: HNU

Gesellschaft, insbesondere Unternehmen.

Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung neue

Vernetzungschancen und ermöglicht die Zusammenarbeit

zwischen verschiedenen Akteuren,

die beispielsweise Daten austauschen und

so Prozesse initiieren. Die Digitalisierung umfasst

dabei mehrere Aspekte, beispielsweise

die Messung der digitalen Reife, der digitalen

Strategie, der digitalen Transformation und der

digitalen Implementierung. Für Unternehmen

ist es wichtig, sich mit dem Thema professionell

auseinanderzusetzen, um wettbewerbsfähig

zu bleiben. Das Konzept unseres Studiengangs

sieht vor, neben der fachlichen Qualifikation die

praktische Anwendung und den Transfer in die

Unternehmenspraxis zu ermöglichen. Dies ist

ein Vorteil für alle Beteiligten: die Studierenden

arbeiten an realen und relevanten Projekten

und die Unternehmen erhalten wertvolle Impulse

für die Digitale Transformation.

In welchem Berufsfeld kann man nach dem

erfolgreichen Abschluss des Studiengangs

tätig werden und was ist das Spannende

daran?

Üblicherweise kann man eine Führungsposition

als Digital Manager, Digital Professional,

Business Developer oder Digital Consultant

übernehmen. Diese Berufsfelder stellen eine

Schnittstelle zwischen der Unternehmensleitung

und einzelnen Abteilungen dar. Die

bisherige Ausbildung und Tätigkeit kommt

den Absolventinnen und Absolventen dabei

zugute, da sie über eine relevante Praxiserfahrung

verfügen. Besonders spannend ist

dabei die Möglichkeit, den digitalen Wandel

aktiv mitzugestalten und somit den immer

stärker werdenden wirtschaftlichen Erfordernissen

und dem dynamischen Veränderungsprozess

gerecht zu werden.

Staatlich anerkannte Fachberufe

B.A. Digitales Management und

Technologien:

· Informatikkaufmann/-frau

· Fachinformatiker/in

· Systeminformatiker/in

· Industriekaufmann/-frau

· Kaufmann/-frau für Büromanagement

Interessante Weiterbildungsangebote

an der HNU:

· MBA Digital Leadership und

IT-Management

· Zertifikatskurs Data Science

· Zertifikatskurs Wirtschaftsmediation

· Alle Infos: www.hnu.de/zfw

Zentrum für Weiterbildung der HNU

Hochschule Neu-Ulm

Wileystraße 1

D-89231 Neu-Ulm

+49(0)731-9762-2525

www.hnu.de/zfw


22

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Corona-Prämie

für Beschäftigte

Sonderzahlung Der Zeppelin

Konzern zahlt seinen Beschäftigten

mit dem Mai-Gehalt eine

Corona-Prämie aus, für Vollzeitkräfte

beläuft sie sich in

Deutschland auf 600 Euro. Auszubildende

erhalten 200 Euro.

Es sollen alle der weltweit rund

10 000 Mitarbeiter eine Sonderzahlung

erhalten. Der Konzern

mit Sitz in Friedrichshafen erwirtschaftete

2020 einen Umsatz

von 3,3 Milliarden Euro.

Neuer Leiter für

KI-Institut

Nachfolge Professor Dr. Markus

Schneider ist neuer Leiter

des Instituts für Künstliche Intelligenz

der Hochschule Ravensburg-Weingarten

(RWU).

Er übernimmt das Amt von

Wolfgang Ertel, der dem Institut

seit seiner Gründung vorstand.

Schneider promovierte

an der Universität Ulm in Kooperation

mit der RWU, war als

Softwareentwickler bei Bosch SI

und als Algorithmiker bei der

ifm Snytron GmbH tätig.

Glasverpackung

ist im Trend

Hersteller In allen für die Verallia

Deutschland AG geografisch

relevanten Märkten hat die

Pandemie Auswirkungen auf die

Nachfrage. Der Glashersteller

aus Bad Wurzach erkennt aber

weiterhin den langfristigen

Trend, der bei Verbrauchern zur

zunehmenden Beliebtheit von

Glasverpackungen führt. 2020

lag der Umsatz bei rund 555 Millionen

Euro.

Waldner

strukturiert neu

Boehringer Ingelheim steckte 3,7 Milliarden Euro in die Forschung.

Boehringer investiert wie nie zuvor

Geschäftsführung Die Unternehmensgruppe

Waldner aus

Wangen im Allgäu strukturiert

die Geschäftsführung teils neu.

Jochen Früh, Geschäftsführer

der Waldner Holding und Finanzchef

Stephan Schaale werden

zusätzlich die Geschäftsführung

der Waldner Laboreinrichtungen

übernehmen. Neu ins

Unternehmen kommt Markus

Bieg als technischer Gesamtleiter

und Prokurist. Insgesamt beschäftigt

die in den Bereichen

Forschung, Bildung, Pharmazie

und Industrie tätige Unternehmensgruppe

weltweit rund 1400

Mitarbeiter. Der Umsatz liegt

bei 250 Millionen Euro.

Käufer für

Illerplastic

Insolvenz Das Elchinger Unternehmen

Gugelfuß hat den insolventen

Fensterbauer Illerplastic

aus Illertissen gekauft. 125 Stellen

konnten damit gerettet werden,

fast 100 weitere Arbeitsplätze

gehen verloren. Das Geschäftsfeld

Glas- und Metallbau

wird ganz abgewickelt. Illerplastic

hatte nach mehreren verlustreichen

Jahren Anfang 2021

Insolvenz beantragt. Gugelfuß

beschäftigte mit einem Umsatz

von rund 45 Millionen Euro bislang

rund 300 Mitarbeiter.

DHL baut neues

Paketzentrum

Logistik Die Deutsche

Post-Tochter DHL baut in

Neu-Ulm für 17 Millionen Euro

ein rund 3500 Quadratmeter

großes Paketzentrum. Der

neue Standort für Express-

Versand wird über direkte

Be- und Entlademöglichkeiten

für 72 Zustellfahrzeuge

gleichzeitig und eine moderne

Foto: Boehringer Ingelheim

Boehringer Ingelheim hat innerhalb eines Jahres so

viel in Forschung und Entwicklung investiert wie

noch nie in der 136-jährigen Geschichte des biopharmazeutischen

Unternehmens: 3,7 Milliarden Euro –

sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem wurden

die Bemühungen zur Erforschung möglicher Therapien

im Zusammenhang mit Covid-19 forciert. 2020 erwirtschaftete

Boehringer Ingelheim mit seinen

52 000 Mitarbeitenden einen Umsatz von 19,57 Milliarden

Euro. Der Standort Biberach ist das weltweit

größte Forschungs- und Entwicklungszentrum des

Unternehmens.

Sortieranlage für 3000 Paketen

pro Stunde verfügen. Im

Frühjahr 2022 soll das neue

Gebäude in Betrieb gehen.

Vetter jetzt

viermal in Asien

Pharmazulieferer Nach Singapur,

Japan und Südkorea, eröffnet

die Vetter Pharma-Fertigung

aus Ravensburg eine vierte Repräsentanz

in der Asien-Pazifik-Region

– und zwar in Shanghai.

China gilt als der zweitgrößte

Medikamentenmarkt. Die Leitung

übernimmt Jason Zhong.

Vetter ist ein Spezialist in der

Fertigung von aseptisch vorgefüllten

Injektionssystemen, beschäftigt

mehr als 5000 Mitarbeiter

und machte 2019 einen

Umsatz von 669 Millionen Euro.


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23

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Arbeit ins rechte

Licht rücken

Büro Alnatura macht es, Brainpool auch: Die Zahl

der Unternehmen wächst, bei denen die

Raumgestaltung einen neuen Arbeitsstil und die

Gesundheit der Mitarbeiter fördern soll.

Die Alnatura Arbeitswelt in

Darmstadt ist ein beeindruckendes

Gebäude. In die

komplett aus Lehm gefertigte

Fassade sind Heizspiralen eingearbeitet,

die bei Bedarf über eine

geothermische Wärmepumpe gespeist

werden. Auf dem Dach befindet

sich eine über 480 Quadratmeter

große Photovoltaikanlage. Das

klimaneutrale Bauwerk, das Platz für

500 Mitarbeiter bietet, ermöglicht

Tageslichtnutzung in allen Stockwerken

durch großzügige Raumhöhe

und lichtoptimierte Gebäudegeometrie

mit einem offenen Dachfirst.

„Uns ging es ja nicht nur allein

um einen neuen physischen Standort,

sondern wir wollten mit dieser

Umgebung auch die Grundlage für

neue Arbeitsweisen ermöglichen.“

So erklärt die Markenverantwortliche

des Bio-Großhändlers, Tina

Wir wollten mit

dieser Um gebung

die Grundlage für

neue Arbeitsweisen

ermöglichen.

Tina Schneyer

Alnatura-Markenverantwortliche

Schneyer, den Ursprung des Konzepts.

„Alles hier ist auf Dialog ausgelegt.“

Rückzugsmöglichkeiten fürs

ungestörte Arbeiten gibt es aber

auch, mit Sesseln, die über hohe Außenwände

verfügen, wo Telefonate

geführt oder kleinere Besprechungen

abgehalten werden können.

„Wir haben hier keine festzugeordneten

Schreibtische, nur feste

Bereiche“, erklärt Schneyer. Das soll

Auch dank eines offenen Dachfirsts ist am Alnatura-Firmensitz Tageslichtnutzung

in allen Stockwerken möglich.

Fotos: Lars Gruber


unternehmen [!] VERANTWORTEN 25

Während der Arbeit ist ein Blick ins Grüne möglich.

auch Kreativität und Flexibilität

fördern, wenn es um Lösungen

im Job geht. Zur Anlage gehören

unter anderem ein vegetarisches

Restaurant, Pachtgärten für die

Belegschaft sowie ein Waldorf-Kindergarten.

Schneyer

sieht die Besonderheit im „Citizen-Office-Konzept“

– nach dem

ein Arbeitsort wie ein kleines

Dorf konzipiert ist – mit unterschiedlichen

Zonen für unterschiedliche

Tätigkeiten. Dafür

wurde das Darmstädter Unternehmen

2020 von der Bundesregierung

mit dem Deutschen

Nachhaltigkeitspreis Architektur

ausgezeichnet.

Starre Tische ausrangiert

Aber nicht nur die Bio-Branche

legt verstärkt Wert auf ein nachhaltiges

und gesundes Arbeitsumfeld.

Das Personal des Medienunternehmens

Banijay

Deutschland etwa hat die Möglichkeit

geschaffen, kostenlos

bis zu achtmal die Woche an Online

Yoga-Kursen teilzunehmen,

um sich so fit zu halten. Und

beim TV-Produzenten Brainpool

wurden 150 höhenverstellbare

Tische für alle Mitarbeiter

angeschafft.

Damit liegt das Kölner Unternehmen

im Trend wie das Vorstandsmitglied

der Architektenkammer

Baden-Württemberg

René Pier bestätigt. „Es gibt eine

klare Tendenz hin zu motorisch

verstellbaren Tischen, wenn es

um die Gestaltung eines gesunden

Arbeitsplatzes geht. Es gibt

praktisch kein Unternehmen

mehr, das starre Tische erwirbt.“

Damit sollen Beweglichkeit

und Agilität gefördert werden.

Starres Sitzen sei ungesund,

ebenso ständig zu stehen,

ein Wechsel dagegen ideal.

Der Stuttgarter Innenarchitekt

verweist auf die Corona-Pandemie.

„Das hat ein Thema

wie Gesundheit von einem

privaten in den öffentlichen Bereich

gerückt.“ Mit der Zunahme

von Homeoffice müssten Bürolandschaften

zudem mehr mit

den Bedingungen Zuhause mithalten

können.

„Vor allem jüngere Menschen

haben ein erhöhtes Bewusstsein“,

sagt Pier. „Angesichts des

Fachkräftemangels spielen zudem

die Zusatzangebote rund

um einen nachhaltigen und gesunden

Arbeitsplatz eine immer

größere Rolle.“ Dennoch ist das

Bewusstsein für Gesundheit am

Arbeitsplatz dem Geschäftsführer

des Instituts für Baubiologie

und Nachhaltigkeit IBN in Rosenheim,

Winfried Schneider,

zufolge immer noch zu wenig

beleuchtet – auf Arbeitnehmerund

Arbeitgeberseite. „Bei unseren

Untersuchungen stoßen

wir oft auf Mängel.“ Gesundheitsschädliche

Emissionen aus

Möbeln, Bodenbeläge, die Lö-

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26

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Schlüsselfaktoren Gesundheit und Wohlbefinden

Frischluftzufuhr in Büroräumen steigert die laut der Havard Universität die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten.

FOTOS: © NOR GAL/© TANAWAT TECHAPANIT/© ANDREY_POPOV/© UKRAINE/ALLE SHUTTERSTOCK.COM

Eine Umfrage zur Arbeitsplatzgestaltung

des weltweit agierenden Unternehmens im

Bereich Workplace Experience und Facility

Management ISS kam zu einer klaren Antwort:

Entscheidend ist in Betrieben ein starker

Fokus auf die Gesundheit und das Wohlbefinden.

Die Befragten waren sich sicher,

dass die Förderung dieser beiden Bereiche

am Arbeitsplatz dazu beiträgt, die Rentabilität

des Unternehmens durch eine gesteigerte

Produktivität zu verbessern.

Dazu passen die Erkenntnisse des Harvard

Center für Gesundheit: Eine überdurchschnittliche

Belüftung von Büroräumen mit

natürlicher Luft von außen, verbessert dem

Institut der US-amerikanischen Privatuniversität

zufolge die kognitiven Fähigkeiten

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch

die Reduzierung der Schadstoffe um bis zu

40 Prozent.

sungsmittel abgeben, oder Klimaanlagen,

die Schimmelpilze an die

Raumluft abgeben. Dabei könne

man häufig mit einfachen Maßnahmen

für Verbesserungen sorgen.

Vor einigen Jahren seien etwa an

einem neuen Standort eines Unternehmens

im nordrhein-westfälischen

Velbert im ersten Jahr vermehrt

Klagen aus der Belegschaft

über Nackenverspannungen, Kopfschmerz,

Übelkeit, Atemreiz,

Schwindel gekommen, berichtet der

Architekt. Die Krankmeldungen seien

auf ein bisher nicht gekanntes

Maß angestiegen.

Die Menschen

wollen gesehen,

gehört und

wahrgenommen

werden.

Michael Lück

Unternehmensberater

Experten schaffen Abhilfe

Messungen belegten dann in dem

Gebäude starke elektrische und magnetische

Felder. Die Ursache:

Kunststoffschreibtische, Stahlrohrstühle,

Synthetikteppiche und

dampfdichte Vinylschaumtapeten.

Hinzu kamen ungeerdete elektrische

Geräte, Kabel, die die Tische

derart unter Spannung setzten, dass

die Mitarbeiter bei Berührungen bis

zu 40 Volt Spannung aufbauten. An

den Arbeitsplätzen kam es zu bis zu

2500 Nanotesla magnetischer Flussdichte.

Nachdem Experten Abhilfe

geschafften hatten, sank die Zahl der

Krankmeldungen um etwa 40 Prozent.

Zwischen 1994 und 2000 beschäftigte

sich die Pro-Klima-A-Studie

mit dem „Sick Building Syndrom“ in

Deutschland. Das Fazit dieser und

anderer Studien zeigt: Persönliche

Faktoren, die Tätigkeit und die Benutzerfreundlichkeit

des Arbeitsplatzes

sind genauso entscheidend

für das Auftreten des Sick-Building-Syndroms

wie die Einflüsse des

Bürogebäudes. „Die Zufriedenheit

am Arbeitsplatz ist stark davon abhängig,

wie sehr der Einzelne individuell

auf seinen Arbeitsplatz einwirken

kann – über Sonnenschutz,

Beleuchtung, Temperatureinstellung

oder Luftzufuhr“, stützt Schneider

das Ergebnis der Studie.

Der Kölner Unternehmensberater

Michael Lück hat die Beobachtung

gemacht, dass es nicht ausreicht,

nur auf die physische Umgebung

zu achten. „Die Menschen wollen

gesehen, gehört, wahrgenommen

werden“, ist Lück überzeugt. „Wenn

die Führungskräfte dafür kein Gespür

haben, dann nützen auch die

schönsten Möbel nichts.“ Über

Hardware könne man solche Softskills

nicht vermitteln, dazu gehöre

eine entsprechende Unternehmenskultur.

„Wenn Arbeitgeber schon darüber

nachdenken, wie sie ihren Mitarbeitern

ein optimales Arbeitsumfeld

bieten, werden sie in den meisten

Fällen auch eine entsprechende

Firmenkultur verwirklichen wollen“,

sagt Lück. Und der Geschäftsführer

des Instituts für Baubiologie

ergänzt: „Allein wenn Arbeitnehmer

den Eindruck erhalten, dass der Arbeitgeber

sich um ihr Wohlergehen

kümmert und dafür investiert, erhöht

sich die Zufriedenheit am Arbeitsplatz.“

[!] Wilfried Urbe

Zur Person

Winfried Schneider

Der Architekt

übernahm 2010 die

Geschäftsführung

des Instituts für

Baubiologie und

Nachhaltigkeit IBN.

Er setzt sich für eine

nachhaltige Bauweise

ein.


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27

Geben Sie Viren keine Chance!

Aerosolforscher sind sich darüber einig,

dass sich das Corona Virus vor allem über

die Luft und somit fast ausnahmslos in geschlossenen

Räumen überträgt. Dr. Peter

Kulitz ist Geschäftsführer der ESTA Apparatebau

in Senden. Neben Absaug- und

Filteranlagen für die Industrie und das

Handwerk zählen auch mobile Luftreiniger

für den öffentlichen und gewerblichen Bereich

zum Produktsortiment. Im Gespräch

erklärt der Unternehmer, warum eine gute

Luftqualität an Arbeitsplätzen und in Innenbereichen

heute und in Zukunft eine

wichtige Rolle spielt.

Herr Dr. Kulitz, viele Mitarbeiter sind im

Home-Office, die praktizierten „Notbremsen“

ermöglichten es bisher nur wenigen

Unternehmen, ihre Verkaufsflächen zu öffnen.

Könnten Luftreiniger hier Abhilfe

schaffen?

Ein klares „Ja“. Die Gesellschaft für Aerosolforschung

(GAef) hatte Mitte April an die

Bundesregierung eindringlich appelliert,

dass der Schutz in Innenräumen verstärkt

werden müsse, unter anderem durch den

Einsatz von Raumluftreinigern. Dies betrifft

nicht nur Schulen, Büros und Altenheime,

sondern praktisch alle Einrichtungen mit Publikumsverkehr.

Es gilt, gezielt die Maßnahmen

zu ergreifen, welche die Infektionsgefahren

am wirkungsvollsten reduzieren.

Während einige Bundesländer bereits die

Anschaffung von Luftreinigern für Schulen

subventioniert haben, wird die Wirtschaft im

Hinblick auf den Schutz gegen Viren und

Bakterien weitestgehend sich selbst überlassen,

wiewohl staatliche Förderung eine

ausgezeichnete Präventivmaßnahme wäre

und viele Einbußen für die Betriebe und Folgekosten

für den Staat vermeiden würde.

Manche Betriebe, wie zum Beispiel Restaurants,

haben bereits in Luftreiniger investiert

und sind trotzdem im Lockdown. Ist das betriebswirtschaftlich

nicht ein schlechter Return

on Investment?

In der Gastronomie, im Einzelhandel und Kultursektor

ist das leider der Fall. Selbst bei

Vorhandensein schlüssiger Schutzkonzepte,

wie Maskenpflicht, Schnelltests, Luftreinigern,

Plexiglasscheiben und Quadratmeterbeschränkungen,

haben sie jenseits des

5-Stufenplans bislang wenig Öffnungsperspektiven.

Hier muss die Politik dringend liefern,

anstatt im pauschalen und undifferenzierten

Dauerlockdown zu erstarren. Und

dazu gehört es, Risikogruppen maximal zu

schützen und andererseits diejenigen Unternehmen

und Betriebe wieder arbeiten zu lassen,

die in umfassende Schutzkonzepte investieren.

Warum investieren dennoch mehr und mehr

Unternehmen in die mobilen Virenfilter?

Wir haben viele Kunden aus der freien Wirtschaft,

die sich trotz Home-Office-Gebots,

Luftreiniger für ihre Großraumbüros, Konferenzräume

und Verkaufsflächen angeschafft

haben. Für sie hat es allerhöchste Priorität,

infektionssichere Innenbereiche für

ihre Mitarbeiter und Kunden zu ermöglichen.

Auch im Interesse ungestörter Betriebsabläufe

leisten sie ihren Beitrag zum Gesundheitsschutz

und vermitteln Sicherheit.

Was geschieht mit den Luftreinigern, wenn

wir alle geimpft sind?

Sie bleiben wirksam, denn reine Luft ist ein

Grundbedürfnis von uns Menschen. Die Corona-Pandemie

lehrt uns jeden Tag aufs

Neue, wie wichtig eine gute Lufthygiene in Innenbereichen

ist, wenn man sich die bisheri-

„Reine Luft ist ein Grundbedürfnis“ sagt Dr. Peter

Kulitz.

gen Gruppen- und Clusterinfektionen anschaut.

Eine aerosolhaltige Luft wirksam zu

filtern und das in Kombination mit Stoßlüften,

bleibt trotz Impffortschritt gerade auch

im Hinblick auf hochinfektiöse Mutationen

das genau richtige Mittel im Kampf gegen Viren.

Hinzu kommt, dass die Mobilreiniger

auch für Grippe- und Erkältungserreger bestens

geeignet sind, was den betrieblichen

Krankenstand nachhaltig reduzieren kann.

Auch Allergiker profitieren von der pollenund

feinstaubärmeren Luft. Luftreiniger sind

mehr als ein „Nice-to-have“, sie bieten einen

dauerhaften Zusatznutzen.

www.virbox.de

Stand des Interviews: 20.04.2021

Die VirBox ergänzt den Infektionsschutz wirkungsvoll in Büros und Konferenzräumen.

Fotos:ESTA

ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG

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28

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MONTAGE: © SINGJAISTOCKER/© KLETR/© PHAIAPIROM/©KASARP STUDIO/© GREY_AND; ALLE SHUTTERSTOCK.COM

Gute Gründe,

um Golf zu

spielen

Die Ausrüstung beisammen?

Auf dem Golfplatz warten

Konzentration und

Entspannung, Enttäuschung

und Glücksgefühle.

Freizeit Bewegung an der frischen Luft, Koordination und

Konzentration: Zwei Experten erklären, warum der Sport so viele

Menschen fasziniert und wie er sich verändert hat.

Die Sonne senkt sich auf die

hellgrüne Wiese. Zwei

Schwäne strampeln sich

aus dem kleinen See in die

Luft, der Wind lässt die Baumkronen

sanft schaukeln. Natur, soweit

das Auge reicht, nur ein paar Strommasten

stören die Idylle. Selbst

wenn es meist beschnittenes Gras

auf einem Golfplatz ist: Gerade noch

am Schreibtisch sitzen und dann

mitten im Grünen zu stehen, ist eine

der schönsten Seiten dieses Sports.

Die nächste Spiel-Gruppe ist weit

entfernt, kein Verkehr ist zu hören.

Für den Blick aufs Handy fehlt die

Zeit. Denn Golf ist ein bewegungsintensiver

Sport. Zwischen sieben

und zehn Kilometer sind

18-Loch-Plätze lang. Und nach der

Golf-Etikette müssen sie zügig bespielt

werden. Das Spiel selbst kann

sogar meditativ sein, die Gedanken

haben Ausgang. Manche Golfer gehen

auf den Platz, wenn sie etwas

umtreibt – und kommen mit einer

Lösung zurück.

Vom Teenager bis zum Rentner

Luis Meyer aus Neu-Ulm ist der Faszination

des Sports früh erlegen. Er

war elf Jahre alt, als er in einem

Familienurlaub spontan den

Umgang mit dem Schläger

und dem maximal 45,93

Gramm schweren BalI ausprobierte.

Der Grund: Zu dem

Hotel gehörte ein Golfplatz. Dank

Erfahrung im Feldhockey sei ihm

die Koordination von Ball und

Schläger nicht schwer gefallen.

„Es macht Spaß, wenn man den

Ball fliegen sieht, und lässt einen

nicht mehr los – ich wollte

weiterspielen“, erzählt

der heute 24-jährige Golftrainer.

Schnell entwickelte

sich daraus

eine Leidenschaft.

Meyer absolvierte

eine Ausbildung zum

Fully Qualified PGA

Golf professional und arbeitet

seit knapp drei Jahren

– wie er sagt – „in seinem

Traum beruf“: Er trainiert Golfschüler

– vom Teenager bis zum

Rentner.

Auf dem Golfplatz wird aber

nicht nur Golf gespielt. Das war

schon immer so. Wenn Golfer nicht

gerade eine Solorunde absolvieren,

laufen sie gemeinsam über den Platz

und unterhalten sich. Kein Netz wie


unternehmen [!] SPEZIAL 29

FOTO: © 2015 OLIMPIK/SHUTTERSTOCK.COM

Gedanklich abschalten in der Natur: Golf ist ein bewegungsintensiver Sport.

beim Tennis trennt die Spielenden.

Kein Ballmangel wie beim

Fußball lässt die Beteiligten

wild hinter dem Spielgerät herrennen.

Und keine Leistungsunterschiede

trennen die Sportler

räumlich wie beim Marathon.

„Angeregte Gespräche“

Beim Golf gibt es stattdessen

trotz des Gebots, zügig zu spielen,

immer wieder Möglichkeiten

zum angeregten Gespräch:

Wenn die vorausspielende

Gruppe (Flight) etwas länger

braucht, ein Mitspieler Mühe

hat, den Ball final ins Loch zu

bringen (Put) oder man zu Fuß

oder im Golfwagen (Cart) die

nächste Bahn ansteuert. Dann

wird gerne auch übers Business

geredet – so lautet zumindest

das Klischee.

Manche Golfspieler, so heißt

es, sollen sogar vor allem aus

geschäftlichen Gründen den

Schläger schwingen. „Das war

vielleicht früher so”, betont

Thomas Lander. Der Golf-Experte

und Referee-Ausbilder

spielt seit 18 Jahren Golf. „Heute

sind Gespräche wie ,Meine

Firma macht übrigens...’ nicht

mehr üblich.”

Die Sportart ermöglicht allerdings,

potenzielle Mitarbeiter

oder Geschäftspartner besser

kennenzulernen. Eine

18-Loch-Runde kann sich viereinhalb

Stunden oder länger

hinziehen – genug Zeit, sich ein

Bild über den möglichen künftigen

Personalchef oder die potenziellen

Kooperationspartner

zu machen. Die Frage „Könnten

Sie mich viereinhalb Stunden in

Eine 18-Loch-

Runde kann

sich viereinhalb

Stunden oder

länger hinziehen.

meinem Büro besuchen?”, würde

dagegen vermutlich öfters

verneint werden.

Das Wirtschaftsmagazin „Capital“

hat vor über zehn Jahren

einmal nachgefragt und festgestellt:

Fast zwei Drittel aller Unternehmen

in Deutschland nutzen

Sport zur „Eröffnung neuer

Geschäftsbeziehungen“. Darunter

waren freilich auch Einladungen

ins Fußballstadion. Sieben

von zehn Führungspositionen

in deutschen Unternehmen

sollen damals mit golfspielenden

Mitarbeitern besetzt gewesen

sein.

Doch Business-Golf ist nicht

immer erwünscht. Partner, die

am vierten Loch schon alle vermeintlichen

Vorteile ihres Unternehmens

aufgezählt haben

und „zufällig“ Investoren benö-


30 Anzeige RESSORT unternehmen [!]

IIdyllisch liegt der New Golf Club im Neu-Ulmer Steinhäule. Die Donau fließt direkt daneben, so kann man in unmittelbarer Stadtnähe entspannte Zeit im

Grünen verbringen – ob zum schnellen Golf unter der Woche oder für länger am Wochenende

Fotos: S. Müller, New Golf Club

Urlaub dahoam

Eine kleine Auszeit im Grünen gefällig? Der

9-Loch- Platz des New Golf Club in Neu-Ulm

bietet Spielspaß für Jung und Alt, drinnen

und draußen. Auch Events für Teams werden

angeboten.

Wer stadtnah und in lockerer Atmosphäre

Golf spielen möchte, der ist auf der Driving

Range und dem Platz des New Golf Club in

Neu-Ulm

genau

richtig. Hier sind

alle willkommen,

denn der Platz

bietet

beste

Bedingungen:

Nicht nur für

Anfänger, sondern auch fortgeschrittene Golfer

fühlen sich hier schnell heimisch. Und mit

den flexiblen Tarifmodellen gehören Argumente

wie „zu wenig Geld“ oder „keine Zeit“

der Vergangenheit an. „Wir bieten Golf für alle,

gerade jungen Menschen soll die finanzielle

Hürde genommen werden, um in den Sport

einzutreten“, meinen die Trainer Luis Meyer

und Mark Philipp Lindner. Auch Golfanfänger

sind herzlich willkommen. Die Driving Range

kann auch ohne Mitgliedschaft genutzt

werden. Zudem steht das kompetente Trainerteam

zur Verfügung und bietet vielfältige

Aktivitäten an, wie zum Beispiel Schnupperkurse,

Platzreifekurse, aber auch

Eignungstests und Regelabende. Der

Schwer punkt der Trainertätigkeit liegt neben

der Vermittlung von golfspezifischem Wissen

auf dem Spaß am Spiel.

Ein Teambuilding-Event bleibt

lange in guter Erinnerung

Aus dem Golfspiel lässt sich auch hervorragend

ein Teambuilding-Event machen, auch

in Coronazeiten. Denn man übt zwar für sich

allein – und kann so die Abstände gut einhalten

–, trotzdem entsteht in den kleinen

Gruppen von 4 bis 8 Spielern ein Gemeinschaftsgefühl.

Es ist wie eine gemeinsame

Auszeit, ein Kennenlernen fernab von der Berufswelt,

das bringt Mitarbeiter näher zusammen.

Es fördert die Kommunikation

ebenso wie die Kooperation. Beim Spiel motiviert

man sich gegenseitig, man hat Spaß

und Spannung. „Los geht es bei uns am frühen

Morgen mit einer Tasse Starbucks-Kaffee.

Danach gehen wir gemeinsam raus. Die

ersten Tage finden auf der Übungsanlage

statt, um die Basics kennenzulernen“, so Luis

Meyer. „Wir erklären die Regeln und zeigen

worauf es ankommt“, ergänzt Mark Philipp

Lindner. „Wir machen mehrere Einheiten auf

der Range, und dann geht es auf den Platz.

So bekommt man ein Gefühl für den Ball.“

Diese Events sind Veranstaltungen, die allen

Beteiligten Spaß machen und lange positiv in

Erinnerung bleiben. „Das sieht man auch hier


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

31

„Ein Teambuilding-Event

schweißt die Mitarbeiter

zusammen.“

in Neu-Ulm: Viele die vor Jahren den Kurs gemeinsam

gemacht haben, sieht man heute

noch zusammen spielen.“

Golf-Lounge: die schönsten Golfplätze

der Welt – fast wie PlayStation 6

Der Platz bietet beste Bedingungen für alle

Spielstärken. Auch im Winter oder bei schlechtem

Wetter kann man im neuen Golfgebäude

sein Golfspiel praktizieren und verbessern.

Die Möglichkeit, an einem von sechs Golfsimulatoren

auf den schönsten Plätzen der Welt

zu spielen und dabei die Daten der Schwunganalyse

zu nutzen, verbindet den Spaß mit zusätzlichen

Trainingseffekten. Dabei kann man

am Simulator virtuell auf Reisen gehen, ob bei

strahlender Sonne in Pebble Beach in Kalifornien,

auf dem Valderrama Course in Spanien

oder auf dem altehrwürdigen Old Course in St.

Andrews/Schottland. Der Golfer sucht sich

seinen Lieblingsplatz aus, den Rest macht der

Computer in hochauflösender Qualität, quasi

die „Next Generation“ von PlayStation oder

X-Box. Als Trainer steht neben Luis Meyer und

Mark Philipp Lindner auch Urgestein Willi Hofmann

zur Verfügung. Hofmann ist seit 1959

Trainer und gründete die erste Golfakademie

in Deutschland. Den Tipps und Analysen des

Dietenheimers vertrauen auch Sportstars

und Schauspieler, die für einige Trainerstunden

von überall her anreisen.

New Golf Club

Gründungsjahr des Clubs: 2014

Mitglieder: aktuell 1040

Platz: 9 Löcher, Par 36

Greenfee: 9-Loch, 20-40 Euro

Greenfee: 18-Loch, 40-80 Euro

Benutzung der Driving Range: kostenlos

New Golf Lounge

3 TrackMan Simulatoren und

FullSwing Simulatoren

Kontakt:

New Golf Club/Lounge

Kammer-Krummen-Straße 100

89233 Neu-Ulm

Tel: 0731 - 70 53 33 15

New Golf Club

E-Mail: info@newgolfclub.de

Website: www.newgolfclub.de

Training New Golf Club & Lounge

Trainer:

Willi Hofmann

Mark Philipp Lindner

Luis Meyer

Preise:

25min 25€, 55min 50€


32

SPEZIAL unternehmen [!]

Mehr als 651 000 Sportler und 720 Anlagen

bedauere das schon etwas”. Gleichzeitig,

so Lander, werde die Sprache

auf dem Golfplatz mitunter rauer.

Zudem werde das Regelwerk oft

nicht beherrscht und nicht beachtet”,

beklagt Golf-Experte Lander.

Regel-Abende von Clubs gebe es immer

seltener. „Was in Privatspielen

am Nachmittag noch hinnehmbar

ist, hat in Turnieren nichts zu suchen,

übliche Verstöße werden aber

auch in Wettbewerbe hineingetragen.”

Verstöße

werden seltener

sanktioniert. Die

Etikette gibt es

nicht mehr.

Golfen gewinnt an Beliebtheit. Der Frauenanteil ist auf 34 Prozent gestiegen.

tigen oder sich als Kooperationspartner

aufdrängen, sind genauso

verpönt wie laute geschäftliche Gespräche,

permanentes Handy-Klingeln

oder Business-Fachgespräche,

die andere Mitspieler ausschließen.

Wie im sonstigen Leben gilt es,

herauszufinden, ob der Gesprächspartner

an einem Gespräch über

Probleme bei den Ausfuhren in

Nicht-EU-Staaten interessiert ist

oder ob er einfach nur Golf spielen

und von der Arbeit abschalten will.

Doch längst nicht alle Golfspieler

machen sich solche Gedanken.

Golf gilt zwar als Gentleman-Sportart,

die sich durch Ehrlichkeit, Integrität

und Höflichkeit auszeichnet.

Die Anzahl der Golfspieler

in Deutschland hat sich in den

vergangenen zehn Jahren stetig

erhöht – auf zuletzt mehr

als 651 000. Davon sind vier

Fünftel 41 Jahre und älter. In

dieser Altersgruppe stehen

322 000 Männer rund 198 000

Frauen gegenüber. Zahlenmäßig

die größte Altersgruppe

bilden die Ü-61-Jährigen

(275 000)

Gleichzeitig spielen nach

den Angaben des Deutschen

Golf-Verbands aber auch

42 000 Kinder und Jugendliche

Golf. Die Größe der 720

Zur Person

Thomas Lander

spielt seit 1993 Golf.

Er ist Referee-Beauftragter

des Hamburger

Golf-Verbands,

bildet Referees und

Clubspielleiter aus.

Fragen zu Regeln

beantwortet er unter

rules@lgvhh.de

Golf-Anlagen zwischen Flensburg

und Friedrichshafen variiert

erheblich. Das Spektrum

reicht vom Übungsgelände bis

hin zu Anlagen mit mehreren

Plätzen. In Baden-Württemberg

gibt es 87 Golfplätze: 20

mit 9 Löchern, 50 mit 18 Löchern

und 17 mit 27 Löchern.

© WAVEBREAKMEDIA/SHUTTERSTOCK.COM

Die Etikette verbietet laute derbe

Flüche, das Werfen des Schlägers,

das laute Sprechen während des Puttens

und vieles mehr. In vielen Clubs

sind noch heute Jeans, Jogginghosen,

Spaghettiträger für Frauen und verkehrt

herum aufgesetzte Baseball

Caps verboten.

Doch die Zahl der Spielerinnen

und Spieler, die die strenge Golf-Etikette

akzeptieren, sinkt. „Verstöße

werden seltener sanktioniert“, weiß

Lander. „Die Etikette gibt es nicht

mehr, sondern es gibt Regeln, die

Fehlverhalten bestrafen”, sagt der

Experte. Auf Golfplätzen interessiere

es kaum jemanden mehr, wenn

Jeans-Hosen getragen werden, „ich

Thomas Lander

Landessportwart in Hamburg

Das Schummeln ist dabei ein großes

Thema. Eine Umfrage in den

USA unter den Trägern der Golftaschen

(Caddies) im Profigolf ergab

einmal, dass ein Drittel der Caddies

Spieler beim Manipulieren beobachtet

hat. Das liegt wohl nicht nur an

der Fülle der Möglichkeiten, sich

Vorteile zu verschaffen und am üblichen

Fehlen von Schiedsrichtern.

Ein verschlagener Ball ist im hohen

Gras schnell verbotenerweise ersetzt.

Von Mark Twains Erkenntnis dagegen

halten immer weniger Spieler

etwas: „Es ist besser, Ehrungen

zu verdienen und nicht geehrt zu

sein, als geehrt zu sein und es nicht

zu verdienen.“ Der ehemalige

US-Präsident Donald Trump geht

als hemmungsloser Schwindler in

die Geschichte ein und ist ein denkbar

schlechtes Vorbild.

Prinzipiell sind golfspielende Manager

nach Datenlage die besseren

Chefs. Dabei müssen sich Manager

mit einem nicht so hohen Spielniveau

nicht grämen: Bei einem Vergleich

von Golf-Handicaps amerikanischer

Vorstandsvorsitzender mit

der Börsenperformance der jeweiligen

Unternehmen hat sich herausgestellt,

dass ein niedrigeres Handicap

immer auch mit einer besseren

Performance des jeweiligen Unternehmens

verbunden war. Der kürzeste

Golf-Witz heißt ja: „Ich kann

es!” [!]


Thomas Veitinger


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33

Warum Golf spielen?

Häufig wird man von Nichtgolfern gefragt, was

an diesem Sport so faszinierend sein soll. Eugen

Schlegel, Vizepräsident und Sponsoren-/Marketingbeauftragter

des Golfclubs Donau-Riss,

nennt einige der schönsten Vorteile des Golfspiels.

1. Golf ist ein Sport für jedes Alter

Viele Sportarten sind nicht unbedingt geeignet,

sie noch im fortgeschrittenen Alter zu beginnen.

Beim Golf ist das etwas ganz anderes. Man wird

den Ball natürlich nicht mehr so weit schlagen

wie ein Jugendlicher, aber durch das sogenannte

Handicap-System, in dem die Spielstärken

berücksichtigt werden, können alle Alters- und

Spielstärkeklassen zusammenspielen. Der große

Vorteil: Beim Golf spielt man nicht gegeneinander,

sondern gegen den Platz.

2. Golf ist kommunikativ

Kaum eine andere Sportart ist so kommunikativ

wie Golf. Spielt man auf fremden Plätzen, wird

man in einem Flight unbekannten Personen zugeteilt.

Aus solchen zufälligen Begegnungen haben

sich oft schon Freundschaften entwickelt.

Kommt man alleine auf den Golfplatz, findet sich

schnell jemand, mit dem man zusammen auf die

Runde gehen kann.

Eugen Schlegel vom Golfclub Donau-Riss.

3. Golf ist ein Sport in der Natur

Ein beeindruckendes Alpenpanorama, eine frische

Prise Meer? Alles kein Problem, das gibt es

auf den über 800 Golfplätzen in Deutschland

oder auf den vielen tausend Plätzen weltweit.

4. Golf ist Wohltat für Körper und Seele

Welcher Golfer hat nicht schon oft gesagt: Diese

Runde heute war eine gute Ablenkung von den

sonstigen Belastungen des Lebens, sie hat mich

entspannt und Erholung gegeben? Der gesunde

Mix aus mehreren Faktoren macht dies aus. Golf

Foto: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

fördert die Beweglichkeit, Kraft, vor allem Koordination,

Konzentration und nicht zuletzt auch

Ausdauer.

Alle die nicht wissen, ob Golf das Richtige für

sie ist, können den Golfsport im Golfclub

Donau-Riss kennenlernen. Eugen Schlegel, Vizepräsident

und Sponsoren-/Marketingbeauftragter

des Golfclub Donau-Riss: „Bei uns gibt es

Schnupperkurse, die Golflehrer bringen den

Golfsport näher und weisen in die verschiedenen

Abschlagtechniken ein. Der nächste Step ist

dann der Einsteigerkurs. Dieser dauert zwei Tage

und endet mit der Platzreife. Als besonderes

Schmankerl kann ich unseren Kurzplatz empfehlen.

Das ist eine 4-Loch-Anlage, diese kann in

einem Jahresabo oder tageweise zu günstigen

Konditionen gebucht werden. Für Betriebe sind

Schnupperkurse und Kurzplatz-Tickets eine optimale

Gelegenheit, um für Mitarbeiter und Kunden

eine besondere Veranstaltung zu bieten.“

Kontakt und Info

Golfclub Donau-Riss e. V. Ehingen-Rißtissen

Herrschaftslüssen 1

89584 Ehingen-Rißtissen

Telefon: 0 73 92 / 7 00 69 95

Mail: info@golfclub-donau-riss.de


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VERANTWORTEN unternehmen [!]

Heute an morgen denken

Weiterbildung Viele Betriebe streichen in der Corona-Krise Lehrgänge. Das Beispiel der

Firma Hilscher aus Dornstadt zeigt, warum das nicht sinnvoll ist. Ein Erfahrungsbericht..

Kurzarbeit war im vergangenen

Jahr aufgrund

der Auswirkungen

der Corona-Pandemie

auch für den Werkzeugbauer

Max Hilscher aus Dornstadt

unausweichlich. „Nicht in einem

übertriebenen Maße“, sagt Geschäftsführerin

Maria Hilscher

rückblickend. Aber die rund

60 Mitarbeiter des Mittelständlers

im Alb-Donau-Kreis waren

zeitweise bis zu 15 Prozent in

Kurzarbeit. „Als Zulieferer im

Automotivebereich haben wir

die Folgen der Corona-Pandemie

deutlich zu spüren bekommen“,

sagt Hilscher. Um die Zukunft

des Unternehmens zu sichern,

musste Hilscher neue

Unternehmensfelder in den

Blick nehmen und den Kundenstamm

erweitern.

„Wir haben dann eine Anfrage

aus dem Eisenbahnbereich

bekommen“, berichtet Hilscher.

Um den Auftrag annehmen zu

können, fehlte dem Unternehmen

jedoch eine spezielle

Schweißer-Qualifizierung. „Diese

Zertifizierung wurde vom

Kunden gefordert. Ansonsten

hätten wir den Auftrag nicht bekommen“,

sagt Hilscher.

Lohnkosten teils erstattet

Von der Möglichkeit der Weiterbildung

trotz Kurzarbeit

wusste die Geschäftsführerin

bereits. „Die Arbeitsagentur informiert

uns regelmäßig über

Angebote.“ Also stellte das Unternehmen

einen Antrag zur finanziellen

Unterstützung bei

der Agentur. Die umfasste jeweils

60 Prozent der Lohnkosten

für die Zeit der Fortbildung

und der Schulungskosten. „Allein

der Zuschuss für die Qualifizierung

an der Schweißtechnischen

Lehranstalt in Ulm belief

sich auf 1500 Euro.“

Der Stimmung im Unternehmen

habe dieser Schritt gut getan.

„Es ging in die richtige Richtung

und hat uns den Auftrag gesichert.“

Die Sorge, die Hilscher

im Hinblick auf die Weiterbildung

umtrieb, galt vor allem der

Gesundheit des Schweißers und

Besonders im Bereich

Digitalisierung, die in der

Pandemie weiter Fahrt

aufgenommen hat, gibt

es Weiterbildungsbedarf

in den Betrieben.

FOTO: © PETERSCHREIBER.MEDIA/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] VERANTWORTEN 35

ihrer anderen Mitarbeiter. Während

des Lehrgangs sei die Corona-Gefährdung

im Betrieb

und für den Mitarbeiter natürlich

höher gewesen. „Es gab ja

mehr Kontaktpersonen.“ Auch

weil der Mitarbeiter während

der dreiwöchigen Schulung im

vergangenen Dezember auch ab

und zu in den Betrieb kommen

musste. Inzwischen sei die Situation

eine andere. Im Betrieb

werden alle Mitarbeiter regelmäßig

getestet. „Diese Sicherheit

hatten wir Ende des vergangenen

Jahres noch nicht.“

Dass sich das Unternehmen

auch aufgrund der Fortbildung

ein weiteres Themenfeld erschließen

konnte, sieht Hilscher

als Chance. Bislang sei ihr Unternehmen

ganz gut durch die

Krise gekommen. „Wir wursteln

uns ganz gut durch. Aber es bedeutet

etwas, einen Laden durch

diese Krise zu führen.“

Die Krise als Chance zu sehen

und gerade dann die Qualifizierung

von Mitarbeitern voranzutreiben,

haben in der Pandemie

nicht alle Betriebe gemacht.

Viel mehr hat bundesweit

ein Großteil der mittelständischen

Firmen Weiterbildungsangebote

in der Corona-Krise

zusammengestrichen. Laut einer

Studie der staatlichen Förderbank

KfW lag die Weiterqualifizierung

bei der Hälfte aller

Mittelständler, das waren rund

1,89 Millionen Unternehmen, im

vergangenen Jahr auf Eis.

Nicht alles geht digital

„Vielen Unternehmen mangelt

es an Geld, Zeit und Planungssicherheit“,

erklärt KfW-Chefvolkswirtin

Fritzi Köhler-Geib

die derzeitige Situation. Hinzu

komme, dass nicht alle Fortbildungsinhalte

als digitale Angebote

angeboten werden können.

Arbeit am Objekt: Fortbildungen im handwerklichen Bereich lassen

sich nur in Präszenz-Veranstaltungen in Werkstätten absolvieren.

FOTO: AXEL WEISS/HILSCHER

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36

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Zertifiziert und allgemein gefragt

Weiterbildung im Wohnzimmer anstatt im Schulungsraum, auch das ist Pandemie-Alltag.

Die Fördermöglichkeiten

der Arbeitsagentur für Qualifizierungen,

die während Kurzarbeit

beginnen, wurden zum

Januar 2021 erweitert. Betriebe

können bis Mitte 2023 für

Beschäftigte, die in Kurzarbeit

sind und sich gleichzeitig qualifizieren,

zusätzlich zum Kurzarbeitergeld

die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge

erstattet

bekommen. Wird für

Arbeitsausfälle Kurzarbeitergeld

gezahlt, kann dafür aber

nicht auch noch ein Zuschuss

zum Arbeitsentgelt gewährt

werden.

Um für die Weiterbildung

von der Agentur für Arbeit Zuschüsse

zu erhalten, müssen

die Unternehmen drei Punkte

beachten. „Die Qualifizierungsmaßnahme

muss in der

Regel mindestens 120 Stunden

umfassen“, erläutert Mathias

Auch, Vorsitzender Geschäftsführer

der Agentur für Arbeit

Ulm. Die Maßnahme sowie der

Träger müssen nach der Akkreditierungs-

und Zulassungsverordnung

Arbeitsförderung

zertifiziert sein. „Und

die Beschäftigten müssen

durch die Weiterbildung überwiegend

Kenntnisse oder Fähigkeiten

erwerben, die auf

dem allgemeinen Arbeitsmarkt

gefragt sind.“

FOTO: © MT-R/SHUTTERSTOCK.COM

Vielen Betrieben

mangelt es in

der Krise an Geld,

Zeit und

Planungssicherheit.

Fritzi Köhler-Geib

KfW-Chefvolkswirtin

Zudem braucht es dafür die nötige

Infrastruktur am Arbeitsplatz. Von

den Unternehmen, die auf Kurzarbeit

angewiesen waren, bildete

knapp jedes fünfte seine Mitarbeiter

weiter, wie eine Auswertung des

Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung

(Kofa) zeigt. Dabei gab es

demzufolge kaum Unterschiede

zwischen kleinen, mittelständischen

oder großen Unternehmen, fasst Susanne

Seyda vom Institut der deutschen

Wirtschaft zusammen.

Das sei durchaus überraschend.

Denn vor der Krise sei das Weiterbildungsangebot

stark von der Unternehmensgröße

abhängig gewesen.

So haben laut Seyda vor der Krise

nahezu alle großen Unternehmen

ihren Beschäftigten Weiterbildung

angeboten. Bei kleinen Unternehmen

lag die Quote bei rund 87 Prozent.

Dafür investierten diese mit

1384 Euro pro Mitarbeiter laut der

Kofa-Erhebung 2019 rund 200 Euro

mehr als große Unternehmen.

Einen Grund für das gewachsene

Engagement der kleinen und mittleren

Unternehmen sieht Seyda im


unternehmen [!] VERANTWORTEN 37

spürbar werdenden Fachkräftemangel.

Daher seien Betriebe teils auch

in der Krise bereit, zu investieren,

um die Beschäftigten zu halten. „Zudem

erkennen kleine Unternehmen

zunehmend auch personalpolitische

Motive für Weiterbildung“, erklärt

Seyda. Den größten Bedarf sehen die

Unternehmen selbst vorrangig im

Bereich Digitalisierung. Knapp die

Hälfte der Mittelständler hatte in

diesem Bereich zu Beginn des Jahres

laut der KfW-Umfrage einen erheblichen

Bedarf.

Die langfristigen Entwicklungen

auch in Pandemiezeiten nicht aus

dem Blick zu verlieren, ist Mathias

Auch zufolge der richtige Ansatz.

„Auch wenn die Pandemie derzeit

alles dominiert, so sind Themen wie

demografischer Wandel, Fachkräftemangel

und Transformationsprozesse

in der Wirtschaft allenfalls in

den Hintergrund gerückt“, sagt der

Chef der Agentur für Arbeit Ulm.

Verschwunden seien sie jedoch

Wer nicht

abgehängt

werden will, sollte an

die Zeit nach der

Pandemie denken.

Mathias Auch

Chef der Agentur für Arbeit Ulm

nicht. „Im Gegenteil: Digitalisierung

und Strukturwandel haben durch die

Pandemie eher noch an Fahrt gewonnen.“

Das sei auch im Tagesgeschäft

spürbar. Seit Jahresbeginn ziehe der

Fachkräftebedarf insbesondere im

Verarbeitenden Gewerbe wieder an.

„Kurzum: Wer nicht abgehängt werden

will, sollte schon heute an die

Zeit nach der Pandemie denken.“ Es

könne sich lohnen trotz der fraglos

schwierigen Rahmenbedingungen

gerade jetzt in Weiterbildung zu investieren,

ist Auch überzeugt.

Unterstützung gerade für Betriebe,

die ihre Mitarbeiter aufgrund

von Auftragseinbrüchen in Kurzarbeit

schicken müssen, gibt es von

Seiten der Agentur für Arbeit. „Es

waren einige Formulare auszufüllen,

um den Antrag bei der Agentur einreichen

zu können.“ Die Unternehmerin

Maria Hilscher ist aber überzeugt:

„Der Aufwand hat sich gelohnt.“

[!]

Julia Kling

Zur Person

Mathias Auch Der

Wirtschafts- und

Geschichtswissenschaftler

ist seit 2017

Chef der Agentur für

Arbeit Ulm. Davor

war er in der Agentur

Nagold-Pforzheim

stellvertretender

Vorsitzender.

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FOTO: © VIRRAGE IMAGES/SHUTTERSTOCK.COM

Die Nachfrage nach Rollrasen steigt stetig. Die Familie Kerler aus Amtzell ist einer von bundesweit rund 80 Produzenten.

FOTO: © ANTPKR/SHUTTERSTOCK.COM

Warten, bis Gras über

die Sache wächst

Kerler Anbau und Ernte von Rollrasen bergen einige

Herausforderungen. Am westlichen Tor zum Allgäu trotzt ein

Familienunternehmen der Konkurrenz aus dem Ausland.

Bleibt der

Rasen zu lange

auf dem Feld,

wird die Ernte

unmöglich.

Dominik Kerler

Unternehmer

Ruhige, gleichmäßige

Kreise und schön langsam

in die Ecken – so

wird richtig Rasen gemäht.

Gar nicht so einfach,

wenn links und rechts jeweils

drei Meter Mähwerk am Rasentraktor

hängen. Nein, hier geht

es nicht um die Durchschnitts-Wiese

rund ums Eigenheim,

sondern um Rollrasen.

40 Hektar, um genau zu sein.

Familie Kerler aus Amtzell

bei Wangen im Allgäu baut

großflächig Rollrasen an – und

das birgt einige Herausforderungen.

„Nach der Aussaat dauert

es 14 bis 18 Monate bis die

Wurzeln fest sind und der Rasen

geerntet werden kann“, erklärt

Dominik Kerler. Wie heißt

es so schön? Das Gras wächst

eben nicht schneller, wenn man

daran zieht. Für die Kerlers bedeutet

das: Von 40 Hektar kann

aktuell immer nur die Hälfte abgeerntet

werden.

Hauptsaison ist von April an

– dann geht’s rund. „Organisation

ist das A und O in unserem

Betrieb“, erklärt Kerler. Denn:

Innerhalb von 24 Stunden nach

der Ernte muss der Rasen verarbeitet

werden. Im Sommer

muss er bis zur Abholung oder

Auslieferung dringend im Schatten

stehen – eine längere Lagerung

ist unmöglich. Wird zu viel

geerntet, geht ein Teil kaputt.

Wird zu wenig geerntet, kann

nicht geliefert werden. Bleibt

der Rasen zu lange auf dem Feld,

kann sich das Wurzelwerk zu

sehr verdichten und eine Ernte

unmöglich machen. „Die Kunst

ist, immer genug Material zu haben,

dass wir alle Kunden bedienen

können,“ sagt Dominik Kerler.

Er ist nach seinem Vater

Markus, Großvater Benedikt

und Ur-Großvater Karl die vierte

Unternehmer-Generation.

Schnelligkeit bedeutet logistischen

Aufwand. Manche Betriebe

liefern den Rasen daher

selbst aus. Für weitere Strecken

oder größere Aufträge arbeitet

Familie Kerler mit drei Speditionen

zusammen. Auch eine Abholung

direkt vor Ort ist möglich.

Dominik Kerler könnte sich

für die Zukunft einen zusätzlichen

Online-Shop gut vorstellen.

Die Kunden kommen aus einem

Radius von bis zu 200 Kilometern

– auch aus der Schweiz

und Vorarlberg – was in Coro-


unternehmen [!] MACHEN 39

na-Zeiten nicht einfach ist. „Die

Grenzschließungen haben wir

deutlich gespürt“, sagt Kerler.

1999 gab es die ersten Anbauversuche

von seinem Vater Markus.

Er hatte Rollrasen in Italien gesehen

und war sofort an der Sache

interessiert. Zu dieser Zeit

war der Betrieb eine Landwirtschaft

mit Schweinemast und

Milchkühen. Heute konzentriert

sich alles auf Rollrasen. Über die

Jahre ist der Maschinenpark

kontinuierlich angewachsen.

„Das Rollrasen-Geschäft ist

am Anfang sehr kapitalintensiv“,

erklärt Kerler. Abgesehen

von der Technik seien die Vorleistungen

auf dem Feld hoch:

Saatgut, Dünger, Mäher, Ernte –

und das alles bevor auch nur ein

Quadratmeter Gras verkauft

wurde. Wenn man großes Pech

hat, hält der Rasen am Ende

nicht zusammen und kann nicht

verwendet werden.

Nichts für Langschläfer

Mehr als 300 000 Euro hat allein

die Ernte-Maschine gekostet.

„Fiele sie während der

Hochsaison aus, wäre das der

Super-Gau“, sagt Kerler. Daher

hat die Familie in eine zweite,

kleinere Ersatz-Maschine investiert.

Zudem wird dafür gesorgt,

dass immer viele Ersatzteile

auf Lager sind. Weltweit

gibt es nur eine Handvoll Hersteller,

die diese spezielle Art

der Traktoren anbieten.

Wer Rollrasen verkaufen

will, darf kein Langschläfer

sein: Im Hochsommer geht es

um 4 oder 5 Uhr morgens aufs

Feld. Außer der Familie inklusive

dem 81-jährigen Großvater,

gibt es einen Teilzeit-Mitarbeiter

und mehrere Mini-Jobber.

Für Kunden im Direktverkauf

kostet der Quadratmeter zwi-

Führt das Familienunternnehmen

in der vierten Generation:

Dominik Kerler.

FIRMENFOTO

Im Schnitt 30 Hektar Anbaufläche

Spezielle Traktoren und Erntemaschinen machen den

Rollrasen-Anbau anfangs kapitalintensiv.

Der Deutsche Rollrasen

Verband e.V. hat derzeit 47

Mitglieder. Schätzungsweise

25 bis 30 weitere Produzenten

gibt es in Deutschland.

In Baden-Württemberg sind es

ca. sieben. Im Schnitt bewirtschaften

diese rund 30 Hektar.

Bei Pfeiffer Fertigrasen aus

Willich in Nordrhein-Westfalen

sind es über 250 Hektar. Den

Verband gibt es seit 2004.

„Die Nachfrage ist wesentlich

größer als das, was in Deutschland

produziert wird“, sagt

Verbandsreferent Prof. Martin

Bocksch. Europaweit sind

Großbritannien und die

Niederlande die Hauptproduzenten.

FOTOS: FIRMENFOTO KERLER

Die Nachfrage

war in den

letzten drei Jahren

hoch, aber die

Witterung schwierig.

Martin Bocksch

Deutscher Rollrasen Verband

schen vier und zehn Euro. Die

Rollen sind 40 Zentimeter auf

2,5 Meter groß. 52 Stück passen

auf eine Palette.

„In den vergangenen drei

Jahren war die Nachfrage nach

Rollrasen sehr gut, aber die

Witterung schwierig“, erklärt

Prof. Martin Bocksch vom

Deutschen Rollrasen Verband.

„Es gibt immer mehr Probleme

bei der Aussaat. Ohne zusätzliche

Bewässerung geht es an vielen

Standorten nicht mehr. Rasen

mag eigentlich keine Extreme.

Ganzjährig zwölf bis 15

Grad und viel Regen, da fühlt

er sich wohl.“Mit der Lage ihres

Betriebs im Alpenvorland haben

die Kerlers einen Standortvorteil:

Sie können auf künstliche

Bewässerung verzichten.

Der heimische Rasen, so Kerler,

sei an die Klima-Bedingungen

gewöhnt, bei Konkurrenz-Ware

aus den Niederlanden

könne es Probleme geben.

In Deutschland könne man ohnehin

nur mit hochwertigen

Gräsern arbeiten, „Kunststoffnetze

sind hier nicht erlaubt“,

sagt Rasen-Experte Bocksch. In

den Niederlanden werden sie

teilweise nach der Aussaat ausgelegt.

„Sie verbleiben im Boden

und halten die Grassoden

so zusammen.“

Den Sommer über wird es

den Kerlers nicht langweilig.

Sie ernten und mähen den Rasen

täglich. Die ruhenden Felder

müssen nur zwei Mal in der

Woche gemäht werden. Spezielle

Reifen schonen den Rasen.

Und wenn doch mal nicht

gründlich gemäht wurde oder

etwas kaputt geht? Dann heißt

es abwarten – bis Gras über die

Sache gewachsen ist. [!]


Julia Rizzolo


40

MACHEN unternehmen [!]

Egal ob Rettich oder Delikatesse:

Die Plattform Gustoregio

listet die Kontaktdaten von

zahlreichen Lebensmittelerzeugern

in ganz Baden-Württemberg.

FOTO:GUSTOREGIO

Per Klick zum Hofladen

Gustoregio In jeder Krise steckt auch eine Chance. Jochen Braasch nimmt diesen Spruch

wörtlich. Inmitten der Pandemie gründet er ein Online-Portal für Lebensmittelerzeuger und

Gastronomen. Damit hilft er nicht nur sich, sondern auch einer gebeutelten Branche.

Frühjahr im Jahr 2020: Das

Coronavirus ist längst in

Deutschland angekommen.

Der erste bundesweite

Lockdown steht vor der

Tür. Und von einem Tag auf den

anderen müssen neben Frisören

und Fitnessstudios auch Einzelhändler,

Restaurants und Cafés

ihre Türen schließen. Für viele

ein Schock – zunächst auch für

Jochen Braasch. Der 61-Jährige

betreibt damals Stadt- und Mittagstischportale

in Kirchheim

und Göppingen.

„Mit der Schließung der Gastronomie

ist mir ein großer Teil

meiner Kunden und Einnahmen

weggebrochen“, erinnert er sich

ein Jahr später. Gleichzeitig fiel

dem Marketingexperten auf,

dass viele Gastronomen und Lebensmittelerzeuger

der Region

im Internet gar nicht oder

schlecht auffindbar waren. „Die

neu eingerichteten Liefer- und

Abholangebote sind dadurch oft

untergegangen.“

Das muss sich ändern, befand

Braasch und entwarf gemeinsam

mit Programmierer Jörg Meyer

ein Online-Portal, auf dem Anlaufstellen

für Lebensmittel in

ganz Baden-Württemberg

schnell und einfach auffindbar

sein sollten – und zwar von

Hofläden über Wochenmärkte

bis hin zu Restaurants. Und so

kam es, dass Braasch im Mai

2020, mitten in einer weltweiten

Krise, das Unternehmen

Gustoregio gründete. In das

Projekt investierte er rund

70 000 Euro.

Angst hatte

ich nicht. Im

Gegenteil, ich

habe mich auf den

Neuanfang gefreut.

Jochen Braasch

Gustoregio-Gründer

Auf die Frage, ob ihm die Situation

keine Angst gemacht

habe, antwortet der Kirchheimer

mit einem Achselzucken.

„Im Gegenteil, ich habe mich auf

den Neuanfang gefreut“, sagt er

rückblickend. Schließlich sei

das bei ihm bisher immer geglückt.

Und wahrlich, im

„Sich-neu-erfinden“ ist Braasch

geübt.

Vom Feld in die Agentur

Nach dem Abitur ergriff er zunächst

den Beruf des Landwirts,

nach etwa zehn Jahren – mit 28

– schulte er dann zum Kommunikationselektroniker

um und

zog kurze Zeit später der Liebe

wegen nach Hamburg. Dort

gründete der Hobbyfotograf

2002 seine erste eigene Agentur.


unternehmen [!] MACHEN 41

Sein Angebot: Weg vom klassischen

Printanzeigen-Verkauf,

hin zum Werbeplatz im Internet.

Als es Braasch 2009 zurück

in die Heimat zieht, baut er das

digitale Stadtportal Kirchheimer.info

auf und ruft sogenannte

Mittagstischportale für Kirchheim,

Göppingen und weitere

Städte ins Leben. Dort können

sich Bürgerinnen und Bürger informieren,

welche Bäckereien,

Restaurants oder Cafés spezielle

Angebote fürs Mittagessen

bereithalten.

Komplett neues Terrain betrat

der Kommunikator mit Gustoregio

also nicht. „Gastronomen

gehören schon lange zu

meiner Kundschaft. Neu hinzu

kamen Erzeuger und Einzelhändler“,

erklärt Braasch, der

selbst am liebsten auf dem Wochenmarkt

einkauft. Diesen bietet

das Internet-Portal, das bereits

seit September vergangenen

Jahres online steht, eine zunächst

kostenfreie Plattform,

auf welcher Händler, Erzeuger

oder Restaurants sich und ihre

Angebote präsentieren können.

Händler oder Restaurants,

die darüber hinausgehende

Leistungen wie etwa einen ausführlichen

Beschreibungstext zu

ihrem Unternehmen oder auch

Fotos einfügen wollen, können

ein kostenpflichtiges Premiumabo

abschließen. Dadurch erscheint

der Betrieb in der Suche

dann auch unter den ersten Einträgen.

Außerdem bietet

Braasch das Erstellen einer professionellen

Website oder eines

eigenen Onlineshops an.

Seit September 2020 online

Für die eigentliche Zielgruppe

des Portals, die Endverbraucher,

sprich die Konsumenten, ist die

Nutzung kostenfrei. Inzwischen

sind bereits rund 80 Prozent aller

Hofläden und Wochenmärkte

in Baden-Württemberg

Braasch zufolge in dem Portal

auffindbar. Die einzelnen Datensätze,

die der Unternehmer zu

großen Teilen persönlich anlegt,

sind untereinander verknüpft.

Ruft ein Nutzer beispielsweise

den Wochenmarkt Ulm auf,

so sieht er neben Veranstaltungsort

und Öffnungszeiten

Wie

komplex die

Programmierung

des Portals ist, habe

ich unterschätzt.

Große Auswahl

Gustoregio Ziel des Online-Portals

ist es, dass sich

Besucherinnen und Besucher

über Anbieter regionaler

Lebensmittel aus ganz

Baden-Württemberg und

deren Angebote informieren

können. Dazu zählen

unter anderem Bäckereien,

Metzgereien, Bioläden,

Feinkostläden, Brennereien,

Hofläden und Wochenmärkte

sowie Gastronomiebetriebe

jeder Art. Weitere

Informationen unter

www.gustoregio.de.

Gusto Regio-Gründer

Jochen Braasch.

FOTO: GUSTOREGIO

auch die teilnehmenden Marktbeschicker.

Von deren Detailseite

kann er sich wiederum auf

das Mittagstisch-Angebot weiterleiten

lassen und andersherum.

Das Konzept kommt an. Aktuell

verzeichnet die Internetseite

bereits fünfstellige Besucherzahlen

pro Monat. Bis September

sollen weitere Funktionen

wie etwa eine

standortbasierte Umkreissuche

und Filteroptionen hinzukommen.

Auch ein Genuss-Kalender

für kulinarische Feste und

Events hat Braasch bereits in

Planung. Insgesamt hat der

Gründer für sein neuestes Projekt

weit mehr Entwicklungszeit

benötigt, als er anfangs dafür

einkalkulierte. „Wie komplex

die Programmierung eines solch

umfangreichen Portals ist, habe

ich ehrlich gesagt unterschätzt“,

gibt der Gründer zu. Ursprünglich

sollte Gustoregio bereits

zum Start im vergangenen

Herbst mit allen Funktionen

ausgestattet sein.

Pläne für eigenes TV-Format

Die Verzögerung machte sich

auch finanziell bemerkbar. Ohne

kurzfristig verfügbare Corona-Hilfen

für Selbstständige sowie

Unterstützung aus dem familiären

Umfeld, wäre Gusto

Regio womöglich schon vor

dem offiziellen Startschuss die

Puste ausgegangen.

Inzwischen schaut der 61-Jährige,

der selbst großen Wert auf

frische regionale Lebensmittel

legt, aber optimistisch in die Zukunft

und hat große Ziele: „Meine

Vision ist es, Gustoregio zu

einer bundesweiten Marke aufzubauen“,

sagt er selbstbewusst.

Denkbar seien dann auch auf die

jeweiligen Regionen zugeschnittene

Printprodukte oder gar ein

TV-Format.

„Zunächst aber genügt es mir,

wenn ich einen Teil dazu beitragen

kann, dass qualitativ hochwertige

Lebensmittel wieder

mehr wertgeschätzt werden“,

sagt Braasch. Wichtig ist ihm zudem,

dass auch diejenigen, die

die Lebensmittel für die Konsumenten

erzeugen, vertreiben

und verarbeiten, Wertschätzung

erfahren. [!] Ronja Gysin


42

MACHEN unternehmen [!]

Wilke Hammerschmidt, Andrea Kimpflinger und Andreas Bayer (von li.) wollen, dass auch kleine Unternehmen von Big Data profitieren.

Smartes Marketing

Technologiezentrum Mit einem neuen Angebot eröffnet die Hochschule Neu-Ulm auch

kleineren und mittleren Unternehmen Zugang zu Künstlicher Intelligenz und zur

Auswertung von Big Data.

Zuhause in den Wohnzimmern

und im Alltag

der Verbraucher hat

sich Künstliche Intelligenz

(KI) vielerorts schon breit

gemacht. Vom Sprachassistenten

auf dem Smartphone oder

in der Wohnung bis hin zu Produktempfehlungen

im Online-Shop.

„In Unternehmen

aber werden KI-Lösungen noch

sehr zögerlich eingesetzt“, hat

Bitkom-Präsident Achim Berg

festgestellt. Über KI wird zwar

viel geschrieben und gesprochen,

doch nur vier Prozent der

Firmen nutzen beispielsweise

die Hilfe von KI für personalisierte

Werbung, nur drei Prozent

für das Beantworten von

Kundenanfragen und ebensoviele

für Buchungen von Kunden.

Kein Wunder, dass Bitkom-Chef

Berg an die Unternehmen

appelliert, sich mit KI

auseinanderzusetzen. Das sei

eine „Querschnitts- und Zukunftstechnologie,

die sich für

Anwendungen in praktisch allen

Unternehmensbereichen“

eigne. Das sehen auch Andrea

Kimpflinger, Wilke Hammerschmidt,

und Andreas Bayer von

der Hochschule Neu-Ulm

(HNU) so.

Mit dem neu gegründeten

Technologietransferzentrum

(TTZ) wollen sie kleinere und

mittlere Unternehmen dabei unterstützen,

die Technologie zu

nutzen. Bisher häuften vor allem

Big Player wie Amazon und

Google Datenberge an, um sie

systematisch auszuwerten, sagt

Mit Big Data

kann der

Mittelstand seine

Geschäftsmodelle

optimieren.

Wilke Hammerschmidt

Professor Hochschule Neu-Ulm

Wilke

Hammerschmidt,

HNU-Professor und

wissenschaftlicher Leiter des

TZZ: „KI ist eine Schlüsseltechnologie

des 21. Jahrhunderts“.

Noch steht das in Günzburg

eingerichtete Zentrum am Anfang.

Anschubfinanziert vom

Bayerischen Wissenschaftsministerium

soll es Erkenntnisse

aus der Forschung ins reale

Wirtschaftsleben transferieren.

Hammerschmidt sagt: „Big Data

und Künstliche Intelligenz eröffnen

dem deutschen Mittelstand

die Möglichkeit bestehende Geschäftsmodelle

zu optimieren,

zu ergänzen und neue zu entwickeln.“

Voraussetzung sind so

programmierte Computer, dass

diese von (riesigen) Datenmengen

lernen können. Zu den An-


unternehmen [!] MACHEN 43

Kooperation mit Unternehmen

FOTOS: MARC HÖRGER

wendungsfeldern von KI zählt

der Bereich des Marketing, also

die Verkaufsförderung. Sie erlaube

beispielsweise die Vorhersage

von Kundenabwanderungen

oder eine gezieltere Kundenansprache.

Labels für Kunden vergeben

Eine der Folgen von KI kennt jeder,

der online Waren und Dinestleistungen

bestellt: So können

sich beispielsweise die Preise

für ein Flug-Ticket permanent

verändern. „Das kann auf viele

weitere Wirtschaftsbereiche

übertragen werden“, sagt Andreas

Bayer, kaufmännischer

Leiter des TZZ. Betreiber großer

Websites werteten automatisiert

die Seiten der Konkurrenz

aus. Das erlaube, die eigenen

Preise flexibel an die Nachfrage

anzupassen. Amazon halte

auf diese Weise die Mitbewerber

„klein“.

Wenn Versicherungsunternehmen

große Datenmengen im

Internet auswerten, gewinnen

sie Einsichten fürs eigene Marketing.

Etwa in welchen Situationen

Menschen Bedürfnisse für

Versicherungen entwickeln und

wie sie das kommunizieren. Mit

Hilfe von KI lassen sich nach

seinen Worten Warnsignale erkennen,

wenn Kunden kurz

davor stehen, abzuwandern.

In einem solchen Fall sind es

Kundendaten mit hunderten

Merkmalen, die einem Analysemodell

zugrunde gelegt werden.

„Man nimmt einen Teil der Daten

und vergibt Labels – Bestandskunde,

Ex-Kunde, keine

Interaktion in einem bestimmten

Zeitraum.“ Diese Daten würden

anschließend einem Machine-Learning-Algorithmus

übergeben.

Dieser, so Bayer, finde bei

den abgewanderten Kunden

Muster, welche man dann auf

andere Kunden anwenden könne.

Das Unternehmen kann

dann gezielte Maßnahmen zur

Kundenbindung ergreifen.

Das Marketing habe es zugleich

mit immer heterogeneren

Zielgruppen zu tun. Daher sei

eine möglichst personalisierte

und genaue Ansprache wichtig,

zum Beispiel mit individueller

Werbung, erläutert TTZ-Co-Leiterin

Andrea Kimpflinger. Die

HNU-Professorin ist Expertin

für Unternehmenskommunikation.

Möglich sei dies ebenfalls

mit Hilfe von Algorithmen. Aus

dem Datenmaterial würden Gemeinsamkeiten

und Unterschiede

identifiziert, die es erlauben,

Kunden in Gruppen zu unterteilen.

In der Folge könnten Kunden

entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit

und Interessen

angesprochen werden, bei

Bedarf auch automatisiert.

Drei Faktoren haben laut

Bayer diese Entwicklung beschleunigt:

Die Hardware sei

schneller und günstiger geworden.

Dadurch seien komplexe

Berechnungen möglich geworden.

Es seien gewaltige Datenmengen

entstanden, die die Basis

für die Berechnungen sind.

Hinzu kämen die Fortschritte

bei den Algorithmen und Machine-Learning-Tools.

Ein Teil

der Daten

ist in den

Unternehmen

bereits vorhanden.

Andreas Bayer

Kaufmännischer Leiter des TTZ

Ein Teil der Daten sei in den

Unternehmen bereits vorhanden.

Häufig werden diese laut

Bayer weiter angereichert: Social

Media, Website-Analysedaten,

Open Data bildeten üppige

Quellen. Erst allmählich würden

die Potenziale auch von kleineren

Unternehmen erkannt und

in Machine-Learning-Modellen

eingesetzt.

Dies betreffe nicht nur den

Online-Handel, der per Algorithmus

beispielsweise Empfehlungen

an die Besteller generiert.

Auch im B2B-Geschäft

habe ein Unternehmen, das datengestützte

Verfahren und Entscheidungen

einsetzt, Vorteile:

„Insofern sollten sich alle Unternehmen

mit dem Thema beschäftigen,

um keine Wettbewerbsnachteile

zu haben“, lautet

seine Empfehlung.[!]


Thomas Vogel

Die TTZ-Verantwortlichen bieten Seminare, Wolkshops und

Auftragsforschung für Unternehmen an.

Das Technologietransferzentrum

Big Data und KI im

Marketing (TTZ) der Hochschule

Neu-Ulm hat im November

2020 seine Arbeit aufgenommen.

Seine Geschäftsstelle

ist in Günzburg, die

Stadt übernimmt dafür die

Miet- und Betriebskosten. 4,3

Mio. Euro schießt das Bayerische

Staatsministerium für

Wissenschaft und Kunst zu.

Die Finanzierung ist so bis

Ende 2023 gesichert – mit der

Aussicht auf weitere finanzielle

Unterstützung.

Auftrag des TTZ ist es, Wissen

über KI und Big Data Firmen

verfügbar zu machen. Infos unter

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44

FINANZIEREN unternehmen [!]

ILLUSTRATIONEN: MAX MESCHKOWSKI

In der Krise heißt es:

Ausgaben senken und

Liquidität schonen.

Finanzieren auf flexible Art

Liquidität In unsicheren Zeiten gilt es, das Betriebskapital zu optimieren. Leasing

kombiniert mit gutem Controlling spielt hier seine Stärken aus: Tipps aus der Praxis.

Die Corona-Pandemie

hat Alfons Bromkamp

eine Sonderkonjunktur

beschert. Der geschäftsführende

Inhaber des

Servicedienstleisters Triple S

Manufaktur hat in Bochum,

nicht weit weg vom Stammsitz,

vor Kurzem einen zweiten

Standort mit 150 hochmodernen,

voll vernetzten Arbeitsplätzen

aufgebaut. Zur Finanzierung des

Projektes hat der Firmeneigentümer

mehrere Partner mit ins

Boot genommen – unter anderem

die NRW.Bank und seine

Hausbank.

Leasing

eröffnet

Spielräume, um

schneller Chancen

zu realisieren.

Matthias von Daacke

Blanco-Group

Die gesamte technische Infrastruktur

hat Bromkamp jedoch

geleast. „Unser Leasingpartner,

mit dem wir bereits seit Jahren

zusammenarbeiten, ist sehr flexibel

auf unsere Finanzierungsbedürfnisse

eingegangen und

hat unseren neuen Business-Case

besser begriffen als

die Banken“, erzählt der Unternehmer.

Für Matthias von Daacke,

Managing Director und Head of

Global Controlling bei der Blanco

Group, einem Hersteller von

Großkücheneinrichtungen und

Klinikmöbeln aus Obererdingen,

hat Leasing seine unbestrittenen

Stärken: „Bonität des Leasingnehmers

vorausgesetzt,

kann es finanzielle Spielräume

eröffnen, um insbesondere bei

skalierbaren Geschäftsmodellen

schneller Chancen zu realisieren.“

Seit die deutsche Wirtschaft

nach dem harten Lockdown im

vergangenen Frühjahr langsam

wieder Fuß fasst, erlebt Leasing

einen Aufschwung. Ein Beleg

dafür: Zu Jahresbeginn ist der

Ifo-Geschäftsklimaindex für die

Leasing-Branche entgegen dem

Trend des Gesamtindex gestie-


unternehmen [!]

FINANZIEREN

45

Was tun wenn es finanziell klemmt?

Zur Person

Claudia Conen ist seit

2020 Hauptgeschäftsführerin

des Bundesverband

deutscher Leasing-Unternehmen.

Zuvor war sie in

leitenden Funktionen beim

Bundesverband Öffentlicher

Banken und in der KfW

Bankengruppe tätig.

gen. Zudem schaut die Branche

zuversichtlich auf die kommenden

Monate.

Nutzungsabhängige Raten

Investitionsgüter- und Leasingkonjunktur

sind in Deutschland

eng miteinander verknüpft. Fast

55 Prozent aller außenfinanzierten

Investitionen haben die Unternehmen

im Jahr 2020 per

Leasing realisiert. „Leasing

nimmt damit eine Spitzenposition

als Alternative zum klassischen

Bankkredit ein“, sagt

Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin

des Bundesverband

deutscher Leasing-Unternehmen

(BDL). Sie sieht für das

Wiederanlaufen der Wirtschaft

die Leasing-Branche als essentiell

an. „Viele Unternehmen zögern

derzeit bei ihren Investitionsplänen

wegen der Unsicherheit

über die Konjunkturentwicklung,

aber auch aufgrund

Wenn ihr Leasingvertrag keine Stundung zulässt, müssen klamme Firmen an die Reserven.

Viele Firmen haben in der Pandemie

mit Umsatzrückgängen

zu kämpfen. Was ist, wenn die

Liquidität nicht reicht, um die

monatliche Leasingrate zu zahlen?

Der Leasingverband hatte

der Regierung im vergangenen

Jahr dafür ein garantieabgesichertes

Stundungsmodell vorgeschlagen,

damit die Leasingbranche

ihre Kunden schnell

und unkompliziert unterstützen

von Liquiditätsengpässen und

Schulden durch Hilfskredite.“

Für Firmen, die in dieser Situation

dennoch investieren

wollen, stellt Leasing eine gute

Lösung dar, weil es die Möglichkeit

bietet, liquiditätsschonend

zu investieren. „Nach dem ‚Payas-you-earn‘-Prinzip

lassen sich

die Leasing-Raten aus den erwirtschafteten

Erträgen des Investitionsobjekts

bestreiten“,

erläutert Conen. Die Branche

bietet zudem seit einigen Jahren

nutzungsabhängige Leasingkonzepte

wie „Pay-per-Use“ an. Da-

kann. Der Punkt dabei: Leasing-Gesellschaften

benötigen

eine Absicherung der Stundungen,

da sie den Leasinggegenstand

selbst bei einem Kreditinstitut

fristenkongruent refinanzieren.

Die Politik ist den Forderungen

nicht nachgekommen. „Daher

hängt es vom Vertrag und der individuellen

Kundenbeziehung ab,

Viele Betriebe

zö gern wegen

der Un si ch erheit

derzeit bei ihren

Investitions plänen.

Claudia Conen

BDL-Hauptgeschäftsführerin

ob eine Leasing-Gesellschaft

Stundungen anbietet oder anbieten

kann“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführerin

Claudia Conen.

Soweit möglich können betroffene

Firmen alternativ die Sonderprogramme

der staatlichen Förderbank

KfW oder die Corona-Hilfsprogramme

nutzen, um

Leasing-Raten zu bedienen.

bei wird die Rate in Abhängigkeit

von der Nutzung etwa einer

Maschine berechnet – ein Mehrwert

gerade in unsicheren Zeiten.

Und mit Sale-and-lease-back-Transaktionen

lassen

sich stille Reserven in Anlagen,

Maschinen oder Immobilien aktivieren

– was Unternehmen

derzeit verstärkt nutzen, um für

zusätzliche Liquidität zu sorgen.

„Liquiditätssicherung ist das

oberste Ziel“, betont Controler-Experte

von Daacke. „Liquiditätssteuerung

hat einen sehr

großen Stellenwert, da die Li-


46

RESSORT FINANZIEREN unternehmen [!]

unternehmen [!]

quidität den Handlungsspielraum

bestimmt. Das reicht vom

Stresstest bei radikal sinkenden

Umsätzen bis zur Finanzierung

von Zukunftsprojekten.“

Nachholbedarf bei IT

Die Corona-Pandemie hat zudem

gezeigt, wie wichtig es ist,

flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen

zu reagieren.

„Leasing bietet eine gute Möglichkeit,

zu planbaren monatlichen

Kosten nicht nur aktuelle

Geräte einzusetzen, sondern

auch additive Services – etwa

Wartung oder Instandhaltung –

in Anspruch zu nehmen“, sagt

Sven Matthiesen, Regional-Manager

für Süddeutschland beim

Technologiedienstleister

CHG-Meridian in Weingarten.

Auch wenn Leasinggegenstand

Nummer eins unangefochten

immer noch das Kfz ist

– IT-Ausrüstungen holen auf.

„Beim IT-Leasing haben viele

Unternehmen ihre Leasing-Verträge

eher verlängert als in neue

Hardware zu investieren. Hier

sehen wir einen Nachholbedarf

auf die Branche zukommen,

denn die Pandemie hat die Lücken

bei der Digitalisierung

sichtbar gemacht“, prognostiziert

BDL-Geschäftsführerin

Conen. Für sie gibt es im IT-Bereich

wegen der hohen Effektivität

kaum Alternativen zum

Leasing. „Alles andere ist wenig

effektiv und führt häufig zur

Überalterung der Ausstattung.

Dies geht dann einher mit Mängeln

in der IT-Sicherheit.“

Die Lackmann Fleisch- und

Feinkostfabrik im südbadischen

Bühl zum Beispiel hat nach dem

Lockdown im Jahr 2020 einen

Webshop für den Online-Verkauf

ihre hochwertigen Fleischprodukte

an B2B-Kunden aufgebaut.

Investitionskosten: In Krisenzeiten ist eine gute Zusammenarbeit von Firmenchefs mit Controllern

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unternehmen [!]

FINANZIEREN

47

wichtig, auch wenn es darum geht, den Umsatz wieder nach oben zu bringen.

100 000 Euro, die Lackmann per

Leasing gestemmt hat. „Uns war

vorher nicht klar, dass auch Software

über Leasing finanziert

werden kann“, sagt Andreas

Kempel, kaufmännischer Leiter

beim Feinkostproduzenten.

„Viele Hausbanken und andere

Finanzpartner tun sich mit

der Finanzierung von Software

schwer. Denn die Investition ist

mit einem reinen Blick auf die

Besicherung nur schwer auf die

Beine zu stellen. Unser Leasingpartner

hat neben der Werthaltigkeit

der Anschaffung auch die

unternehmerischen Aussichten

der Investition in den Blick genommen.“

Apropos: unternehmerische

Aussichten. Solange viele Betriebe

wegen der andauernden

Pandemie weiter auf Sicht fahren,

ist ein systematisches, umfassendes

Controlling fast schon

eine Art Lebensversicherung.

„Controller sind in der aktuellen

Situation noch mehr gefordert,

in Szenarien zu denken

und maßnahmen-orientiert zu

operieren“, beschreibt von Daacke

einen sinnvollen Ansatz.

Sparring mit Controllern

Dabei sieht er Controller für das

obere Management als die Sparringspartner

schlechthin an.

„Risiken sind vor dem Hintergrund

der sich durch die Pandemie

ändernden Marktbedingungen

neu zu bewerten. Das kann

bis zur Konzeption neuer Geschäftsmodelle

gehen aber auch

einen Ausstieg aus bestehenden

Geschäftsfeldern bedeuten“,

sagt von Daacke. „Die gemeinsame

Entwicklung von Zukunfts-Szenarien

und deren

nicht nur finanzielle Bewertung

durch die Controller sollte die

Basis für Entscheidungen bilden.“

[!]

Thomas Luther

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Investitionen richtig finanzieren

Bei der Finanzierung von Investitionen ist ein

guter Durchblick im „Finanzdschungel“ unabdingbar:

Hausbank, Großbank, Landesbank

oder doch Privatbank? Oder ist es am

Ende besser, das Eigenkapital zu schonen

und eine Leasinggesellschaft anzusprechen?

Wenn ja, welche? Stehen staatliche

Fördermittel für das Vorhaben bereit?

Viele Unternehmen resignieren und versteifen

sich mit der Zeit auf immer denselben Finanzpartner

– weil es einfach und bequem ist. Das

stellt Martin Eckert, Inhaber und Geschäftsführer

der Eckert Corporate Finance GmbH, immer

häufiger fest. Der Finanzökonom unterstützt

Unternehmen bei der richtigen Finanzierung

ihrer Vorhaben und macht sie „bankable“.

Martin Eckert ist Inhaber und Geschäftsführer der

Eckert Corporate Finance GmbH. Foto: Eckert

Herr Eckert, nach dem Motto „Never change

a running system“: Was ist denn daran verkehrt,

bei Investitionen immer denselben

Weg zu gehen?

Wie in der privaten Vermögensallokation ist

auch bei Unternehmen die Diversifikation im

Finanzmix ein wichtiger Erfolgsfaktor. Das

Marktumfeld hat sich durch die Corona-Pandemie

für viele Unternehmen grundlegend verändert.

Bei der Finanzierung von Investitionen

stehen sie häufig vor neuen Herausforderungen.

Die restriktivere Kreditvergabe von Banken

und anderen Finanzierern, zunehmende

staatliche Regulierung sowie aufsichtsrechtliche

Anforderungen erschweren die Rahmenbedingungen.

Was sollten Unternehmen bei der Auswahl

des richtigen Finanzierungspartners für ihre

Investition beachten?

Jeder Finanzpartner hat Stärken und Schwächen.

Die Ratingsysteme der Banken sind unterschiedlich

ausgelegt. Manche konzentrieren

sich mehr auf die typischen GuV-

Themen, sind also Ebit-getrieben, andere sind

eher auf die klassischen Bilanzkennzahlen fokussiert.

Hinzu kommen unterschiedliche

„Soft fact“-Fragen, die es professionell zu

beantworten gilt. Die Kommunikation im Finanzierungsprozess

ist daher elementar, birgt

aber gleichzeitig für Unternehmen ein hohes

Fehlerrisiko, denn die Unterlagen müssen

„bankable“ sein und die Gespräche auf Augenhöhe

geführt werden. Darin liegt unsere

Stärke, hier setzen wir an.

Woher können Sie so gut „bänkisch“?

Ich war 25 Jahre in leitenden Funktionen bei

Groß- und Privatbanken tätig, zuletzt als Finanzvorstand

einer Leasinggesellschaft. Dadurch

bin ich in der Branche sehr gut vernetzt

und weiß, wie Banken ticken. Andererseits

stehe ich durch meine Tätigkeit im permanenten

Dialog mit Unternehmern und ihren Bedürfnissen.

Mein Antrieb und meine große

Kompetenz bestehen darin, beide zusammenzuführen

und Investitionen dadurch

nachhaltigen Erfolg zu verleihen.

www.eckert-cf.de


48

RESSORT unternehmen [!]

Ein besonderes

Gespür für Trends

Wenn der Vater mit

dem Sohne: Beiratschef

Harald Seifert und

Digitalchef Julian

Seifert.

Seifert-Gruppe Erfolgreiche Firmen erfinden sich stetig neu.

Warum der Ulmer Logistiker nicht nur Dienstleister für die

Autoindustrie ist, sondern nun auch Schuhsohlen herstellt.

FOTO: FIRMENFOTO

Die Frage nach den Corona-Auswirkungen

ist

unvermeidlich. Die

Pandemie hat die derzeit

noch im Ulmer Donautal

ansässigen Unternehmensgruppe

Seifert Logistics (SLG) im

vergangenen Jahr 4,7 Prozent

ihres Umsatzes gekostet. Dieser

sank um rund zehn Millionen

Euro auf 200 Millionen Euro.

Das ist etwas weniger als die

Umsatz null,

die Kosten

liefen weiter.

Wir haben in der

Firma jeden Stein

umgedreht.

Harald Seifert

Beiratsvorsitzender

sechs Prozent Minus, welche die

Bundesvereinigung Logistik für

die gesamte Branche ermittelt

hat. Harald Seifert kommentiert

die Delle auf seine typische Art:

„Wenn die Krise vorbei ist, stehen

wir gestärkt bereit und können

durchstarten.“

Seifert hat schon so manche

Krise erlebt. Am Ende stand sein

Unternehmen tatsächlich immer

besser da als vorher. Bei seinem

Einstieg 1976 ins väterliche

Fuhrunternehmen hatte die Firma

fünf Mitarbeiter, heute sind

es in der Gruppe rund 2000.

2019 zog er sich aus dem operativen

Geschäft zurück. „Vorsitzender

des Beirats“ steht jetzt

auf seiner Visitenkarte. An seinem

Status als Vollblutunternehmer

hat das nichts geändert.

„Durchstarten“. Mit diesem

Stichwort ist er schon beim


unternehmen [!] MACHEN 49

nächsten Thema angelangt. Seifert

verlegt den Hauptsitz vom

Ulmer Donautal an die A8 in die

Nähe des Containerbahnhofs im

Norden der Stadt. Mit Kosten

im mittleren zweistelligen Millionenbereich

sei dies die höchste

Investition in der Firmengeschichte.

Drohnen fliegen

automa tisch

durch die Lager

und helfen bei der

Inventur.

Julian Seifert

Digital-Chef der SLG

FOTO: MIKE KÖNIG

Eine Mitarbeiterin legt mit Terminal und Ringscanner fest, in welcher Reihenfolge Teile montiert werden.

Von der Corona-Krise spricht

Seifert bereits in der Vergangenheitsform.

Im Lockdown vor einem

Jahr mussten von heute auf

morgen Werke schließen, in denen

die SLG als Dienstleister tätig

ist. „Umsatz null, während

die Kosten zunächst weiter liefen.“

Totaler Krisenmodus,

Dreiviertel der Belegschaft in

Kurzarbeit. „Wir haben im Unternehmen

jeden Stein umgedreht“,

sagt Seifert. Am Jahresende

sei doch noch ein solides

Ergebnis herausgekommen.

Externe Geschäftsführer

Seine offizielle Rolle ist die des

Mitglieds im beratenden Beirat,

ansonsten widmet er sich Sonderprojekten

wie dem kürzlich

gestarteten Neubau im Ulmer

Norden. Noch so ein Meilenstein,

oder wie Seifert sagt: „Ein

alter Traum“ – und ein Schritt,

das Unternehmen weiterzuentwickeln.

An mehr als 40 Standorten

ist die Gruppe heute präsent,

großteils in der südlichen

Hälfte Deutschlands und in Polen.

An ihrer Spitze stehen jetzt

externe Geschäftsführer. Axel

Frey verantwortet das operative

Geschäft, Marcel Vogelmann

die Finanzen.

Allein zwischen 2016 und

2019 hat sich die Mitarbeiterzahl

verdoppelt, die Umsätze überschritten

die 200-Millionen-Euro-Schwelle.

„Viele Dinge, die

wir angepackt haben, sind gelungen“,

sagt Harry Seifert. Das

Unternehmen sei aus eigener

Kraft gewachsen.

Einer der Erfolgsbausteine

ist, dass sich die SLG zum

Dienstleister für die Autoindustrie

entwickelt hat. In den 1980er

Jahren begann der heute 65-Jährige

damit, über das Transportgeschäft

hinaus margenstärkere

Geschäftsfelder rund um die

Kontraktlogistik zu erschließen.

Mittlerweile erzielt die Gruppe

damit mehr als die Hälfte seines

Umsatzes, Tendenz steigend.

Seifert ist ein eng mit seinen

Kunden verzahnter Dienstleister.

Daher spielt die Nähe zur

Autobahn eine wichtige Rolle.

Die Nachbarschaft des Container-Bahnhofs

habe für den Um-

zug des Firmensitzes dagegen

keinen Ausschlag gegeben. In

seinem Amt als Ulmer IHK-Vizepräsident

betont er, wie immens

wichtig der Terminal für

die regionale Wirtschaft ist.

Die enge Kundenbindung

rührt daher, dass Seifert Kunden

aufzeigt, wie sie ihre Abläufe

verbessern. In der Folge schnürt

er Dienstleistungspakete, die

von Logistik über Qualitätskontrolle

und Montagearbeiten bis

hin zur Lieferung nach

dem „just-in-sequence“-Prinzip

Unter den Top-100-Logistikern

Ein Seifert-Mitarbeiterin kontrolliert die Oberflächen von

Heckstoßfängern nach den Vorgaben der Kunden.

Die Seifert-Logistik-Gruppe

gehört laut Fraunhofer-Institut

zu den Top 100 Logistikunternehmen

in Deutschland. Gegründet

wurde sie 1947 von

Harald Seiferts Vater Franz in

Ehingen-Berg. Harald Seifert

stieg 1976 in den Betrieb ein,

1983 übernahm der gelernte

Speditionskaufmann die Geschäftsleitung

und baute das

Unternehmen seither zum

umfassenden Logistik-Dienstleister

aus.

Julian Seifert (30) absolvierte

in Hongkong und Sydney

einen Masterstudiengang in

Internationalem Management.

Anschließend war der Betriebswirt

in diversen Beratungsfirmen

tätig, bevor er

2020 nach Ulm zurückkehrte

und im Unternehmen einstieg.

FOTO: MIKE KÖNIG

direkt ans Produktionsband reichen.

Die Kunden kommen aus den

Branchen Auto, Chemie, Baustoffe,

Pharma, Papier und Konsumgüter.

Die breite Aufstellung

hilft, Schwankungen in einzelnen

Bereichen auszugleichen.

Mehr Tempo im Digitalen

Mit Sohn Julian Seifert arbeitet

die dritte Generation im Unternehmen.

Er ist nach internationalem

Studium und ersten Berufserfahrungen

2020 ins Unternehmen

eingetreten und verantwortet

die Digitalisierung. Sie

soll die Grundlage für den

nächsten Wachstumsschub bilden.

„So helfen Drohnen, die

voll automatisch durch die Regalgebirge

fliegen, beispielsweise

bei der Inventur“, sagt Julian

Seifert. Als Geschäftsbereichsleiter

Spedition und Digitalisierung

ist es seine Aufgabe,

die Anwendung neuer digitaler

Lösungen voranzutreiben. Auch

ein Robotik-Projekt befinde sich

in der Erprobungsphase.

Dazu sucht Seifert Start-ups,

die der Gruppe strategisch helfen

können. Auf seine Initiative

hat das Unternehmen vor zwei

Jahren einen 3-D-Drucker angeschafft.

Seinem Vater huscht bei

diesem Stichwort ein Lächeln

übers Gesicht: „Wenn mir damals

jemand erzählt hätte, dass

wir mal was mit orthopädischen

Sohlen zu tun haben…“. Das

3-D-Drucker-Projekt war der

Einstieg in die Produktion – von

Ersatzteilen und von Schuhsohlen.

Und damit ein weiterer Meilenstein

in der steten Veränderung.

[!]

Thomas Vogel


50

SPEZIAL unternehmen [!]

FOTO: © CHAIYAPRUEK YOUPRASERT/SHUTTERSTOCK.COM

Flaschen über Flaschen: Anstatt recycelt zu werden, landen viele

Plastikverpackungen im Meer. Alternativen schonen nicht nur die

Rohstoffe, sondern auch die Umwelt.

Wider die Plastikflut

Verpackung Sie garantieren einen sicheren Transport und umhüllen Produkte in

werbewirksamem Design. Die Umwelt jedoch ächzt unter der täglichen Menge an Plastik in

unseren Supermärkten und Baufachzentren. Doch es gibt Lösungen.

Sie sind da, reihen sich

rechts und links von

uns in den Regalen,

formieren sich vor Kassen

kunstvoll sortiert zu Stapeln

oder liegen in Tiefkühlfächern

bereit. Verpackungen sind aus

unseren Läden, Super- und Baumärkten

einfach nicht wegzudenken.

Doch stehen sie nicht

auch für einen gigantischen

Müllberg? Die Antwort: Ja,

schon. Doch der Widerstand der

Endverbraucher wächst.

„Die Problematik des Plastikmülls

und die damit einhergehende

Umweltverschmutzung

auch in den Weltmeeren ist im

Bewusstsein der Bürgerinnen

und Bürger angekommen“, sagt

Martin Müller. Der Vorsitzende

des Ulmer Initiativkreis nachhaltige

Wirtschaftsentwicklung

(UNW) erkennt einen klaren

Trend: „Geschäfte, die unverpackte

Waren anbieten, werden

immer beliebter.“

Doch ganz so einfach ist es

nicht. Denn Verpackungen erfüllen

durchaus ihren Zweck,

bieten den Waren Schutz, halten

Lebensmittel knackig und

frisch und dienen zudem den

Herstellern als Markenzeichen,

die Lust auf mehr machen sollen.

Müller, der das Institut für

nachhaltige Unternehmensführung

an der Universität Ulm leitet,

freut sich darüber, dass sich

bereits viele Unternehmen vorbildlich

um grüne Verpackungen

bemühen. „Andere Betriebe

schlummern diesbezüglich

jedoch leider noch im Tiefschlaf.“

Der Wissenschaftler

sieht hier noch deutlich Luft

nach oben.“ Apropos Luft. Zuviel

Sauerstoffzufuhr kann sich

durchaus negativ auf Waren auswirken.

Das weiß man bei der

im Donautal ansässigen Seeberger

GmbH nur zu gut.

Gewicht von sechs Elefanten

Der europäische Marktführer

bei der Herstellung von Trockenfrüchten

und Nüssen verschickt

pro Jahr an die 110 Millionen

Produkte in die weite

Welt und achtet eigenen Angaben

zufolge dabei akribisch auf

eine nachhaltige Verpackung.

Das Problem: Ganz ohne Kunst-


unternehmen [!] SPEZIAL 51

stoff funktioniert das nicht.

Noch nicht. Denn die Verpackungen

dienen in erster Linie

dem Zweck, den Inhalt vor Oxidation

zu schützen. So werden

Nüsse über Monate hinweg

nicht ranzig und Früchte nicht

braun.

„Reine Papierverpackungen

sind für uns leider keine Option,

da sie keinerlei Schutz vor

Luftfeuchtigkeit bieten“, sagt

Joachim Mann. Doch es gebe andere

Wege, die Umwelt zu

schützen. Seit 2019 setzt Seeberger

bei seinen Tüten auf wiederverwertbares

Material. So konnten

im vergangenen Jahr laut

dem Ulmer Unternehmen rund

90 Prozent der Produkte im

Flachbeutel auf eine recyclebare

Monoverbundfolie umgestellt

werden.

Der Sekundärrohstoff kann in

Form von Rezyklaten wieder zu

neuen Kunststoffprodukten weiterverarbeitet

werden: „Damit

verfolgen wir den Ansatz der

durchgängigen Kreislaufwirtschaft“,

erklärt der Leiter der

Unternehmenskommunikation,

der zudem auf eine deutliche

Reduzierung des Materialeinsatzes

hinweist: „In den vergangenen

zwei Jahren konnten wir

über 37 Tonnen Kunststoffe einsparen.

Das entspricht ungefähr

dem Gewicht von sechs ausgewachsenen

afrikanischen Elefanten.“

Verpackungen

rein aus Papier

bieten keinerlei

Schutz vor

Luftfeuchtigkeit.

Joachim Mann

Seeberger-Sprecher

Fleisch im Schlauch

70 Prozent weniger Plastik,

komplett recycelbare Materialien:

Auch Feneberg aus dem Allgäu

setzt auf nachhaltige Verpackungen

von frischen Produkten.

Als erster deutscher Lebensmitteleinzelhändler

hat die

süddeutsche Supermarktkette

die Produktion komplett umgestellt

und bietet seine Hackfleischprodukte

in den knapp

80 Filialen nicht mehr in der bisher

üblichen MAP-Schale, sondern

ausschließlich in einem

rückstandslos recycelbaren

Schlauchbeutel an. Verpackung

auf, Fleisch raus und die Folie

kann ungewaschen in den gelben

Sack wandern.

Ein großer Schritt für das Unternehmen,

denn die Feneberg-Metzgerei

in Kempten verarbeitet

pro Woche insgesamt

20 Tonnen Hackfleisch für die

Selbstbedienungstheken. Dazu

zählen zum Beispiel Burgerpatties

oder Cevapcici.

Die Schlauchbeutel sind bis

zu zehnmal dünner als konventionelle

Schalen – und deutlich

leichter. Dadurch spart Feneberg

bis zu 80 Prozent Plastik

pro Verpackungseinheit ein und

bringt so auf das Jahr umgerechnet

35,7 Tonnen weniger Kunststoff

in Umlauf. Durch diese Materialersparnis

und den reduzierten

Einsatz von Lkw-Transporten

lässt sich so auch der


52

RESSORT SPEZIAL unternehmen [!]

Zwischen Werbung, Hygiene und Nachhaltigkeit

Zur Person

Martin Müller Der

habilitierte Wissenschaftler,

leitet seit

2015 das Institut für

nachhaltige Unternehmensführung

an

der Universität Ulm

und engagiert sich

bereits seit über

zehn Jahren im UNW.

FOTO: © FRA TTA/SHUTTERSTOCK.COM

Notwendig oder überflüssig? Der Verzicht auf Plastik ist nicht in allen Bereichen so einfach zu realisieren.

Die Verpackungsindustrie befindet

sich in einem großen Spannungsfeld.

Davon ist der Vorsitzende

des Ulmer Initiativkreis nachhaltige

Wirtschaftsentwicklung Martin Müller

überzeugt. Denn Verpackungen

erfüllen Werbefunktionen und sind

mit wertvollen Verbraucherinformationen

versehen. Zudem müssen sie

gesetzliche Hygieneanforderungen

erfüllen und gewähren einen sicheren

Transport etwa von Lebensmitteln.

„Wer durch minderwertige Verpackungen

kaputte oder verdorbene

Waren und damit zusätzlichen Müll

verursacht, handelt alles andere als

nachhaltig“, gibt der UNW-Chef zu

bedenken.

CO2-Ausstoß deutlich minimieren.

Das geringere Verpackungsvolumen

senkt darüber hinaus

auch den Stromverbrauch für

die Lagerung, Herstellung und

die Kühlung der Produkte.

100 Prozent recycelt

Zurück im Donautal. Nicht weit

von Seeberger entfernt treibt

auch die Uzin Utz Group seit

Jahren nachhaltige Verpackungslösungen

voran. So hat

der Spezialist für die Entwicklung

und Herstellung von Produkten

und Maschinen für die

Bodenverlegung Kanister aus

komplett recyceltem Kunststoffmaterial

entwickelt. Die für die

am Standort Ulm produzierten

PU- und Dispersionsgrundierungen

Kanister bestehen zu

100 Prozent aus recyceltem

Post-Consumer-Rezyklat, sogenanntem

PCR-HDPE. Dieser

Abfall wird gesammelt, gereinigt,

sortiert und zu Granulat

verarbeitet.

Auch für Kim Cheng ist die

Verwendung von Rezyklaten ein

zentrales Thema. „Speziell beim

Kunststoff können wir Kreisläufe

nur schließen, wenn das Material

nicht nur eingesammelt,

sondern auch für neue Verpackungen

Verwendung findet“,

Weniger Verpackungsfolie: Der

neue Seeberger-Flachbeutel für

Walnuss-Kerne.

erklärt die Geschäftsführerin

des Deutschen Verpackungsinstituts

(DVI): „Doch erst wenn

es einen funktionierenden

Markt gibt, kann sich der Kreis

schließen.“

Eines ist für die DVI-Chefin

schon jetzt klar: „Die Verpackungswirtschaft

und ihre Produkte

sind systemrelevant.“ Hygiene,

Gesundheit und Versorgungssicherheit

der Bevölkerung

haben auch zu Zeiten der

Corona-Pandemie oberste Priorität.

Und immer mehr Unternehmen

zeigen, dass dies auch

für die Umwelt gilt.[!]


Stefan Loeffler


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Verladung einer Luftfracht, transportsicher verpackt direkt vom Firmengelände ins Flugzeug.

Einmal um die Welt bitte,

aber nachhaltig!

Fotos: Allgaier

Neu-Ulm. Die allgaier GmbH setzt in Sachen

Transportverpackung seit jeher auf Holz und

das aus guten Gründen. Aber warum ist das so,

wenn doch andere Werkstoffe so viel moderner

erscheinen? Bei Holz ist jedes Stück einzigartig

und doch überall auf der Welt gleich. Das

bringt viele Vorteile, denn Holz wird sowohl in

Europa, als auch in Asien und auf allen anderen

Kontinenten irgendwann wieder zu Erde, von

ganz allein. Und wegen ihrer positiven CO 2

-Bilanz

gelten Holzpackmittel aus ökologischer

Sicht überhaupt als wahre Klimawunder. Manche

unserer Verpackungen kommen zurück

und werden wiederverwendet, andere bekommen

sogar ein zweites Leben, z.B. als Tiny House

oder Gartenmöbel.

Optimale Verpackung an den Kunden

angepasst

Für den Kunden jedoch, geht es bei der Verpackung

eher um Technik und um Kosten. Auch

in diesen Punkten hat sich der Werkstoff Holz

seit jeher behaupten können. Oft sind es besonders

empfindliche, tonnenschwere oder

meterlange Produkte, die sicher transportiert

werden sollen. Hierfür konstruiert, kalkuliert

und fertigt die allgaier GmbH jeweils die optimale

Verpackung, angepasst an die Anforderungen

des Kunden. Dabei lassen sich besonders

leichte Verschläge für die Luftfracht genauso

realisieren wie salzwasserfeste und

korrosionsbeständige Kisten für den Schiffstransport.

Transportgüter für die Luftfracht

werden noch auf dem Firmengelände luftfrachtsicher

gemacht und können dadurch direkt

ins Flugzeug geliefert werden. Gleichermaßen

werden Schiffscontainer vollständig

transportfertig beladen, verplombt und mit

Überwachungstechnik versehen, zum Hafen

gebracht. Dank eigener LKW-Flotte und jahrzehntelanger

Transporterfahrung weiß man

im Hause Allgaier worauf es beim Verpacken

wirklich ankommt und auch wo man für den

Kunden kostenintelligent Einsparungen vornehmen

kann. Durch die Wiederinbetriebnahme

des Güterbahnhofs auf dem Firmengelände

wurde erst kürzlich das Portfolio an Transportmöglichkeiten

komplettiert. Viele gute

Gründe für die allgaier GmbH auch weiterhin

mit Holz zu arbeiten und vielseitige Verpackungslösungen

anzubieten, die nicht nur

funktionieren, sondern auch nachhaltig sind.

Die allgaier GmbH mit Hauptsitz in Neu-Ulm

ist ein führender Anbieter vielfältiger logistischer

Dienstleistungen aus den Bereichen

Transport, Logistik, Verpackung und Industriemontage.

Aktuell sind 650 Mitarbeiter an

insgesamt 5 Standorten in Deutschland und

Polen beschäftigt.

Der Wirtschaftsstandort Ulm/Neu- Ulm ist für

die allgaier GmbH von großer Bedeutung und

durch persönliche Verbindung geprägt. Daher

fördert allgaier die Region mit zahlreichen

Ausbildungsplätzen, gezielter Mitarbeiterentwicklung

und sozialen Projekten.

allgaier GmbH

Max-Eyth-Str. 20

89231 Neu-Ulm

Renate Reinhardt, Marketing

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54 RESSORT unternehmen [!] RESSORT

unternehmen [!]

Sommer-Feeling

am Grill

Umfrage Entspannte, zeitlose Abende, plaudern, genießen: Sechs Führungskräfte haben

Stefan Loeffler ihre Erlebnisse erzählt und was bei Ihnen auf den Rost kommt.

1) Was ist Ihre schönste Erinnerung an

eine Grillparty?

2) Wie sieht die Corona-Grillsaison

2021 bei Ihnen aus?

3) Gas oder Holzkohle?

4) Was legen Sie gerne auf den Rost?

5) Was bekommen Vegetarier bei

Ihnen serviert – „nur“ Salat?

6) Mit was stoßen Sie mit Ihren Grillgästen

an, wenn Corona vorbei ist?

FOTO: © SWEET MARSHMALLOW/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] LEBEN 55

Gewerbeimmobilie

Bernd Mack Der Geschäftsführer

des Sendener Autohauses

Mack und Vizepräsident der IHK

Regionalversammlung Neu-Ulm,

lädt gerne auch spontan zu

Grillpartys ein.

Bei jedem Grillen herrscht

1 Geselligkeit, Zeitlosigkeit und

Entspanntheit. Daher erinnere

ich mich an viele schöne Erlebnisse.

Wie in jedem Jahr.

2 Spontan.

Holzkohle. Finde ich von

3 der Atmosphäre gemütlicher.

4 Würstchen.

Nürnberger oder Rote.

5Gemüse

jeder Art.

6Mit einem

kühlen Bier.

Eva Noller, seit Mai Baubürgermeisterin

der Stadt Göppingen,

backt als Zugabe zum vegetarischen

Grillgut gerne eine

Knoblauch-Tarte.

1Im Corona-Jahr 2020 war

zwar keine Grillparty möglich,

aber mit Grillen und Essen

im Garten haben meine Familie

und ich im letzten Jahr ein paar

wunderschöne lauschige Sommerabende

mit wenigen Freundinnen

und Freunden unter freiem

Himmel verbracht.

Vermutlich ähnlich – wir warten

mal die Entwicklung und

2

die Corona-Verordnungen ab.

3Holzkohle,

ganz traditionell.

4Grillkäse und Halloumi, Gemüse

und Saitenwürstchen.

5Wir sind Vegetarier. Auf jeden

Fall Salat: Blattsalate,

Kartoffelsalat, ich liebe auch

herzhaften Nudelsalat. Ab und

zu backe ich auch zur Ergänzung

eine Knoblauch-Tarte.

6Am liebsten mit einem feinen

kühlen Rosé-Wein vom

Kusterer.

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56

LEBEN unternehmen [!]

1Witzige und schöne Erinnerungen

habe ich viele. Voll

Wehmut denke ich an die fröhliche

ausgelassene Stimmung

bei Bier und Grillwürsten.

2Sie scheint ähnlich zu starten

wie im Frühjahr 2020.

Durch die fehlende Möglichkeit

in Biergärten zu gehen, haben

wir auf der Terrasse schon den

Durchlaufkühler für frisches

Fassbier und den Grill aufgebaut

und hoffen sehnsüchtig auf

schönes Wetter.

Nichts davon. Wir sind ganz

3 faule Griller und haben uns

einen schönen Elektrogrill für

die Terrasse angeschafft.

Hans-Dieter Hilsenbeck Der

Geschäftsführer des Lammbräus

in Gruibingen, macht

einen Bogen um vegetarische

Würstchen.

4Fleisch und Würste in allen

Ausführungen vom örtlichen

Metzger.

Natürlich viel Salat. Aber

5 wir haben auch Grillkäse bei

uns im Haus. Um vegetarische

Wurst und Fleisch mache ich einen

Bogen.

6Natürlich mit einem frischen

Gruibinger

1Auf einem Privatgrundstück

eines Bekannten haben wir auf

einer eigens erstellten Feuerstelle

große Lagerfeuer bis tief in die

Nacht gemacht. Die Glut war die

Grundlage für den selbstgebauten

Grill. Es gab Schweinesteaks,

Würstchen und reichlich Bier

mit guter Rockmusik.

Es gibt das Grillen auf der

2 Gartenterrasse und das auf

der Wiese mit meinem Bruder,

der sich einen Holzofen gebaut

hat, auf dem man auch Pizza machen

kann.

Für Zuhause schwöre ich auf

3 meinen exklusiven BBQ-

Gasgrill mit drei Brennzonen.

Oliver Heer Als gelerntem Koch

gehen Oliver Heer, Geschäftsführer

der NIC Systemhaus

GmbH in Göppingen, die Ideen

am Grill nie aus.

Mir macht einfach die Abwechslung

Spaß und ich

4

probiere gerne Neues aus. Sei es

Kurz-Gebratenes oder Slow

Cooking. Absoluter Favorit ist

bei mir ein gutes Rinderfiletsteak.

Auch ich probiere gerne mal

5 Vegetarisches. Vom veganen

Burger über Grillkäse zu Gemüse.

Als gelernter Koch gehen mir

die Ideen nie aus.

6Zum Grillen gehört für mich

immer auch ein schönes kaltes

Bier einer lokalen Brauerei.

An heißen Abenden darf es zur

Abrundung auch ein Gin Tonic

sein.

1Im Jahr 1999, während meiner

Post-Doc Zeit in New York,

war ich bei einer Grillparty in

Queens eingeladen. Damals waren

die riesigen Gasgrills hier

noch nicht so populär und haben

mich schwer beeindruckt.

An das wunderbare Ambiente

mit Garten und Pool und die Offenheit

der Amerikaner erinnere

ich mich immer noch gerne.

Als Mitbringsel hatte ich extra

Mon Chéri aus Deutschland

schicken lassen – die sind leider

beim Transport ausgelaufen.

Wir haben die Grillsaison an

2 Ostern eröffnet – Corona-konform

mit nur einem Gast.

Julia Kipper-Albertini Die

Geschäftsleiterin der Transferagentur

InnoSÜD, hat die

Grillsaison an Ostern eröffnet –

Corona-konform mit nur einem

Gast.

3 Holzkohle!

Lamm, Schweinebauch

4 und Grillkäse.

Ein leckerer Klassiker für

5 Vegetarier und Fleischesser:

Kartoffelsalat nach dem Rezept

meiner Schwiegermutter aus

dem Ruhrgebiet.

Cyriakus, ein alkoholfreies

6 Bier aus der Gegend und die

Klassiker Sekt, Bier und Wein –

gerne aus regionaler Produktion.

Bilder von Geselligkeit, Genuss

und Sommer entstehen

1

in meinem Kopf, wenn ich daran

denke. Im Kreise der Familie

oder mit Freunden hat das immer

was. Als „Herr des Grills“ –

sonst will das ja keiner machen

– freue ich mich, wenn es meinen

Gästen schmeckt und die

Würstchen nicht verbrennen.

Wenn ich ehrlich bin, hat die

2 Grillsaison bei uns längst begonnen.

Allerdings etwas anders

als sonst, nicht in Shorts und

Sommerkleid, sondern im April

im Wintermantel und mit Glühwein

und natürlich unter Einhaltung

geltender AHA-Regeln.

Erwin Settele Der Geschäftsführer

der Settele GmbH & Co.

KG aus Neu-Ulm hat die

Grillsaison mit Glühwein

eröffnet.

Wir setzen auf Gas, denn

3 wenn der Hunger kommt,

muss es schnell gehen. Die

Nachbarn danken es uns.

Da gibt’s zwei Sachen: Steak

4 und Dorade.

Ich bin ja kein Unmensch.

5 Ich könnte Ihnen jetzt von

unseren neuesten vegetarischen

Produkten vorschwärmen. Am

besten selbst probieren.

Zum Grillen darf ein eiskaltes

Radler nicht fehlen. Das

6

kann durch ein gutes Glas Rotwein

wunderbar ergänzt werden.

FOTOS: WEIN: © MARIYANA M/SHUTTERSTOCK.COM; BIER: © R.CLASSEN/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] RESSORT 57

Dranbleiben

Das kommunikative Komplettpaket

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58

NAMEN 6 NACHRICHTEN unternehmen [!]

Straßenanalyse

per Linienbus

Forschung Eine Messbox, ein

Smartphone und ein Linienbus

– das sind die Zutaten für eine

Analyse von Straßenzuständen.

Zumindest laut dem Forschungsprojekt

ERST der Hochschule

Kempten, das in Kooperation

mit der Monalysis GmbH,

der Haslach Bus GmbH und der

Stadt Kempten läuft. Die Forschenden

haben in zwei Linienbussen

je eine Messbox und ein

Smartphone installiert, die Beschleunigungsdaten

erfassen

und so Rückschlüsse auf die

Straßenbeschaffenheit zulassen.

Glückt das Vorhaben, werden

die Ergebnisse durch kartenbasierte

Dienste abrufbar sein.

Nachhaltige

Landwirtschaft

Projekt Die Zeppelin Universität

(ZU) übernimmt die wissenschaftliche

Begleitung der Initiative

Farm-Food-Climate Challenge.

Dahinter steckt ein Projekt,

das mehr als 100 Initiativen

verbindet, die sich für nachhaltigere

Lösungen in der Agrarund

Ernährungsindustrie einsetzen.

Forschungsgegenstand

ist, wie Beziehungen, Kooperationen

und Innovationsprozesse

einen Beitrag zur Transformation

des europäischen Agrarund

Ernährungssektors leisten

können.

Bis in den

Nanobereich

Technologie Ein neues Rasterelektronenmikroskop

der Firma

Carl Zeiss ermöglicht es an der

Technischen Hochschule Ulm

nun, Oberflächen und Materialien

bis in den Nanometerbereich

zu betrachten. Materialeigenschaften

können so besser

erforscht werden. „Dass sich die

Technische Hochschule Ulm für

Zeiss als Technologiepartner

entschieden hat, bestätigt die

Leistungsfähigkeit unserer innovativen

Technologien. Gerade

im Bereich der technischen

Sauberkeit kommt es auf wissenschaftlich

fundierte aber

Ein Forschungsteam möchte die Digitalisierung in Pferdeställen

vorantreiben.

Foto: Shutterstock

Künstliche Intelligenz

im Pferdestall

Können digitale Systeme das Tierwohl in Pferdebetrieben erhöhen?

Das untersucht ein Forschungsteam der Hochschule für Wirtschaft und

Umwelt Nürtingen-Geislingen in Kooperation mit der Universität Hohenheim.

Unter anderem soll der Einsatz von Kamerasystemen im Stall

getestet werden. Mithilfe künstlicher Intelligenz könnten diese das Verhalten

der Tiere erlernen und im Fall von Abweichungen Alarm geben.

Auch Roboter als Ausmisthilfen und digital gesteuerte Fütterungsanlagen

werden im Rahmen des Projekts analysiert.

auch praxisorientierte Mikroskopie-Anwendungen

an“, sagt

Robert Zarnetta von Zeiss.

Mangelhaftes

Angebot

Energie Windparks, Stromnetz-Ausbau,

Gebäudesanierungen:

Die Transformation der

Energiesysteme in Deutschland

erfordert hohe Investitionen.

Trotzdem ist das Angebot von

Hausbanken zur Finanzierung

der Energiewende mangelhaft,

wie das Ergebnis eines Studienprojekts

der Hochschule für

Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

(HfWU) ergab.

Nur etwa fünf Prozent der Hausbanken

bieten ihren Kunden

maßgeschneiderte Angebote,

um in die deutsche Energiewende

zu investieren.

Gewerbepark

abgelehnt

Bürgerentscheid Donzdorfer

Wähler haben in einem Bürgerentscheid

am 28. Februar mit

67,3 Prozent gegen das Projekt

Gewerbepark Lautertal gestimmt.

Die Wahlbeteiligung lag

bei 60,4 Prozent – das für die

Gültigkeit notwendige Quorum

wurde erreicht. Damit wurde

das von den Kommunen Donzdorf,

Süßen, Gingen und Lauterstein

geplante Vorhaben gestoppt.

Das Interkommunale

Gewerbegebiet wäre auf 28

Hektar Fläche, ausschließlich

auf Donzdorfer Gemarkung gelegen,

entstanden. Etliche Firmen

hatten ihr Interesse an Flächen

angemeldet gehabt, unter

anderem ein Werk für Brennstoffzellenherstellung.

WMF baut 50

Stellen ab

Kaffeemaschinen Die WMF

Group baut 50 Stellen der Sparte

professionelle Kaffeemaschinen

am Standort Geislingen ab.

Es handelt sich überwiegend um

Arbeitsplätze in der Verwaltung,

die über ein Freiwilligenprogramm

und eine Rentenbrücke

bis Sommer abgebaut werden

sollen. Die Stellenreduktion begründet

das Unternehmen mit

der schwierigen Lage aufgrund

der Pandemie: Die Kundengruppe

in der Gastronomie leide

enorm unter der derzeitigen Situation.

Eine Betriebsvereinbarung

schließt betriebsbedingte

Kündigungen für alle WMF-Mitarbeiter

am Standort Geislingen

bis Ende 2024 aus. Die WMF

Group ist seit 2016 eine Tochter

des französischen Groupe

SEB-Konzerns.

Plus für die

Kreissparkasse

Bilanz Das Geschäftsjahr 2020

hat die Kreissparkasse Göppingen

mit einer Bilanzsumme in

Höhe von 6,26 Milliarden Euro

abgeschlossen. Das bedeutet einen

Anstieg von rund 200 Millionen

Euro, was einem Plus von

3,4 Prozent entspricht. Der Zinsüberschuss

lag bei 91,9 Millionen

Euro und damit 7,6 Millionen

hinter dem Vorjahreswert.

Das operative Ergebnis vor Bewertung

sank von 2019 auf 2020

um 4,6 Prozent auf 39,8 Millionen.

Die Kundeneinlagen nahmen

dagegen um 10,9 Prozent

zu. Ende 2020 beschäftigte die

KSK 1005 Mitarbeiter, 70 weniger

als vor einem Jahr. [!]


+15

EXTRA-

SEITEN

spezial

Wirtschaft in der

Region Ehingen

Unternehmen und Dienstleister

aus Ehingen und Umgebung stellen sich vor.

ZAHLREICHE BAUSTEINE

Ehingen hat sich als

Nachhaltige Stadt auf

den Weg gemacht.

Seite 66


Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann sieht eine starke Entwicklung, die die Stadt in den vergangenen Jahren genommen hat.

Positiver Blick nach vorn

Große Kreisstadt Ehingen Das Mittelzentrum im Herzen des Alb-Donau-Kreises will sich

gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden entwickeln.

Stolz blickt Oberbürgermeister

Alexander

Baumann auf die Entwicklung

der Stadt

Ehingen, vor allem in den vergangenen

mehr als 20 Jahren,

die er selbst an entscheidenden

Stellen mitbegleitet und -geprägt

hat. „Damals haben wir

noch die Basis-Infrastruktur

aufgebaut, beispielsweise in der

Abwasserbeseitigung die

Kläranlage, alles unter Hinblick

auf die finanziellen Engpässe

der Stadt.“ Ehingen hatte in diesen

Jahren noch Mittel aus dem

Ausgleichsstock bekommen.

Mittlerweile ist die Große Kreisstadt

finanziell gut aufgestellt,

dank der Wirtschaftskraft der

Stadt. „Am 17. Dezember 2013

haben wir die letzte Rate eines

Darlehens zurück gezahlt, seither

sind wir schuldenfrei“, sagt

Baumann.

Mobilkrane und Kirchtürme

prägen die Silhouette

Maßgeblichen Anteil an der

Wirtschaftskraft hat natürlich

das Unternehmen Liebherr, deren

Produkte wie die Kirchtürme

in der Innenstadt die Skyline

Ehingens prägen. Denn weithin

sichtbar recken sich auch die

langen Arme der Mobilkrane

über dem Firmengelände in die

Höhe. Liebherr ist mit rund

3600 Arbeitnehmern der größte

Arbeitgeber in Ehingen und

über die Stadt hinaus einer der

wesentlichen Arbeitgeber in der

Region. Dazu profitieren zahlreiche

Dienstleister und Zulieferer

mit ihren Arbeitsplätzen

von dem Standort Ehingen des

Unternehmens, das seine Spezialkrane

in alle Welt liefert.

Darüber hinaus weist die Stadt

einen breiten Mittelstand auf.

Darunter sind durchaus Firmen,

die als „Hidden Champions“ in

ihrer Sparte gelten.

Baumann freut es, was aus der

Konzernzentrale des ehemaligen

Drogeriemarktkette Schlecker

entstanden ist. Der Business-Park

Ehingen Donau (BED)

ist ein Erfolgsrezept, hat den

Leerstand dort überwunden und

mit Auslastungen bis 93 Prozent

geglänzt. Der BED mit seiner

ausgezeichneten Internetanbindung

und Innovation-Lab ist

auch ein Zentrum für Startups

und Co-Working-Spaces geworden

(siehe eigener Bericht).

Baumann: „Wir wollten es mög-


unternehmen [!] SPEZIAL 61

lich machen, dass sich Startups

hier wohlfühlen.“

Es ist eine der Kernaufgaben der

Kommune, dass sie für Erweiterungen

und Neuansiedlungen

Gewerbegebiete ausweist und

erschließt. Beispielsweise in

jüngerer Zeit hat das Ehingen im

Industriegebiet Berg für das Reparaturzentrum

Liebherrs mit

mehreren Hektar getan. Baumann

betont, dass zur Wirtschaftskraft

in Ehingen sich eine

aus „meiner Sicht sehr gut ausgeprägte

Infrastruktur“ gesellt.

„Wir sind beispielsweise Standort

von allen Schularten, die es

nach dem Schulgesetz gibt.“ In

normalen Zeiten besuchen täglich

rund 7000 Schüler die verschiedenen

Bildungseinrichtungen.

Das Ehinger Krankenhaus

ist der größte

der drei Klinikstandorte

im

Alb-Donau-

Kreis, hinzu

kommen Pflege-Einrichtungen

verschiedener

Träger.

Im Einzelhandel

bieten sich

Wir sind

Standort von

allen Schularten,

die es nach dem

Schulgesetz gibt.

Alexander Baumann

Oberbürgermeister

den Kunden

große Märkte in verschiedenen

Branchen genauso wie kleine

Geschäfte in der attraktiven Innenstadt.

Einen Naherholungswert für die

Bürger und Magnet für Touristen

stellt die laut Oberbürgermeister

„herrliche Landschaft“

dar, in der die Kernstadt mit

ihren zahlreichen Teilorten eingebettet

liegt. 178 Quadratkilometer

umfasst die Fläche der

Stadt mit knapp 27 000 Einwohnern,

sie ist damit die größte

Große Kreisstadt in Baden-

Württemberg. Abwechslungsreich

zeigt sie sich mit ihren

Ebenen im Donautal und den

Hügeln der Schwäbischen Alb,

die im Raum Ehingen zu einem

großen Teil als Biosphärengebiet

ausgewiesen ist. „Sechs unserer

17 Teilorte liegen in einem

besonderen Bereich unter dem

Gesichtspunkt Natur und

Mensch im Zusammenspiel“,

weiß Baumann. Die Situation sei

dort anders als in Naturparks,

die dünn besiedelt sind.

Man habe in den vergangenen

Jahren verstärkt in den Tourismus

investiert, den Trend auch

in der Verwaltung frühzeitig

aufgegriffen. Man sei Mitglied in

zahlreichen touristischen Vereinigungen

und Verbänden. So

gibt es seit Juli vergangenen Jahres

die Alb-Card, mit der Gäste

kostenlos Bus und Bahn fahren

können sowie zu 125 Sehenswürdigkeiten

und touristischen Ziele

kostenfreien Zutritt haben. In

Ehingen sind mehrere Hotels

Parner der Alb-Card, man kann

beispielsweise ins Freibad, in

die städtische Galerie oder ins

Museum, sofern es die Pandemie

dann wieder zulässt. Man

schaue auch auf Zertifizierungen,

wie nun auch der Donauradweg,

der dieses Siegel erhalten

hat. Baumann nennt als weitere

Beispiele

den Besinnungsweg

oder

den Burgfelsenpfad.

„Wenn solche

Themenwege

vom Deutschen

Wanderverein

aufgegriffen

werden

und republikweit

vermarktet werden“, zeige

sich das am Interesse der Erholungssuchenden.

Sichtbares Beispiel

dafür ist schon der Wohnmobilstellplatz,

der in der Regel

immer gut belegt ist.

Im Zusammenspiel mit Nachbarn

und Kreis profitieren

Über den Begriff „Bierkulturstadt“

lächele zwar mancher,

aber er führe zu einer anderen,

höheren Wahrnehmung, wenn

man eine Affinität zur Brautradition

und Geselligkeit habe.

Um den Ansprüchen gerecht zu

werden, gelte es neben der Vermarktung

auch die Rad- und

Wanderwege zu pflegen. Da

komme auch das Zusammenspiel

mit Nachbargemeinden

und Alb-Donau-Kreis hinzu, zu

denen man sehr gute Verbindungen

pflege. „Vieles kann man

erfolgreich nur gemeinsam erreichen.

Wir haben keine Berührungsängste

und profitieren gegenseitig

davon.“ Auch Gäste

würden sich nicht an Gemarkungsgrenzen

orientieren. Des-

Bauplätze heißbegehrt: Im Wohngebiet Rosengarten wird der fünfte

Bauabschnitt derzeit erschlossen.

Foto: Werner Gallbronner


62

SPEZIAL unternehmen [!]

Vom Finanz- zum Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Alexander Baumann.

Zur Person Seit 26 Jahren ist

Oberbürgermeister Alexander

Baumann (CDU) in Ehingen tätig,

hat die Entwicklung der

Stadt weg von den finanziellen

Nöten in den 1990er Jahren hin

zur zukunftsorientierten Großen

Kreisstadt begleitet und

mitbestimmt. 1995 als Finanzbürgermeister

in den Dienst

der Stadt eingetreten, wurde

er 2010 zum Oberbürgermeister

gewählt und 2018 im Amt

bestätigt.

Foto: Stadt Ehingen

Gemeinsam gestalten Er

mache den Job in der Summe

wirklich gerne, sagt der

58-Jährige. Er biete die Möglichkeit,

„direkt etwas zu tun,

gemeinsam mit dem Gemeinderat

zu gestalten und auch

unmittelbar die Resonanz zu

bekommen, die sich daraus ergibt.

Er sei nicht „menschenscheu“

und gehe gerne auf

Leute zu, meint er. Genauso

freut er sich, wenn sich die

Bürger an ihn wenden.

halb habe man auch kreisweit

Radwege einheitlich ausgeschildert,

schließlich ärgere es Radtouristen,

wenn sie ständig nach

anderen Hinweisen schauen

müssten.

Breitbandausbau bindet viele

Investitionen

Um die Stadt in die Zukunft zu

führen, setzen die Verantwortlichen

unter anderem auf den

Breitbandausbau, was schon allein

aufgrund der flächenmäßigen

Größe hohe Investitionen

und auch Arbeitskraft bindet.

„Schaiblishausen und andere

kleinere Orte wollten die großen

Konzerne niemals anschließen“,

meint Baumann. „Gleichwohl

leben dort auch Menschen.

Über Komm.Pakt.Net sind wir

in der Lage,

Wir planen in

diesem Jahr

120 Bauplätze im

Ro sen garten zu

verkaufen.

auch diese

Orte anzubinden.“

Über die

selbständige

Kommunalanstalt,

der acht

Landkreise angehören,

wurde

in Ehingen

nun vergangenes

Jahr das

Backbone-Netz fertig gestellt,

130 Kilometer Leerrohre wurden

verlegt, mit Kosten von 11,2

Millionen Euro. Die Hälfte

davon mit staatlichen Mitteln

gefördert. Aktuell werden als

nächster Schritt 67 Kilometer

Glasfaser verlegt mit Kosten von

25 Millionen Euro. „Zum Glück

wurden dafür die Fördersätze

erhöht“, sagt der Oberbürgermeister.

Nur zwei Millionen

davon muss Ehingen tragen,

doch auch die Ausschreibung

der einzelnen Pakete und die

Abwicklung beschäftigt die Verwaltung

sehr. Zum Glück seien

alle Schulen schon vor der Pandemie

am schnellen Netz gewesen

und mit der entsprechenden

Hardware ausgestattet.

Für die Vereinbarkeit von Beruf

und Familie will die Stadt immer

bessere Voraussetzungen

schaffen. So setzt sie seit Jahren

Schwerpunkte bei der Kinderbetreuung.

Mittlerweile gibt es

ein eigenes Dezernat, für Schule,

Bildung und Betreuung, das

von Bürgermeister Sebastian

Alexander Baumann

Oberbürgermeister

Wolf geleitet wird. „Vor zehn

Jahren hatten wir rund 70 Erzieherinnen

und Erzieher, heute

sind es 150“, sagt Oberbürgermeister

Baumann. Vor allem der

Bereich der Kleinkindbetreuung

werde weiter wachsen, momentan

investiert die Stadt in vier

Neu- und Ausbauten. Die Betreuung

vom Kleinkind bis zum

Grundschüler ist von morgens

bis 17 Uhr schon durchgängig

möglich.

Die Nachfrage nach Bauplätzen

ist ungebrochen hoch, die Zahl

der Einwohner wächst entgegen

der Prognose des statistischen

Landesamts von 2012, unter anderem

auch über Geschosswohnungsbau

kämen jährlich rund

200 Wohneinheiten dazu. Vor

zehn Jahren wurden pro Baugenehmigung

im

Schnitt 1,5

Wohneinheiten

bewilligt,

heute sind es

3,1 Wohneinheiten.

Seit

2015 wurden

217 Bauplätze

verkauft, dazu

kommen private

Wohnbauvorhaben.

„Wir planen in diesem

Jahr 120 Bauplätze im Gebiet

Rosengarten zu verkaufen“,

erläutert der OB. Trotzdem gebe

es eine Warteliste mit mehreren

hundert Interessenten.

Lebenswert mache Ehingen zum

einen die vielfältige Kulturlandschaft,

aber auch das starke gesellschaftliche

Engagement der

Bürger. Es gibt mehr als 200 Vereine

mit über 24 000 Mitgliedern,

allein acht Musikvereine.

In der sozialen Agenda kann

man sich projektbezogen ehrenamtlich

engagieren., wie im Tafelladen,

dem Reparaturcafé

oder in der Stadtteilarbeit und

Flüchtlingshilfe. So gibt die

Stadt auch einen Ehrenamts-Rucksack

an Firmen, den

die an ihre Ruheständler weitergeben

können. Er enthält kleine

Aufmerksamkeiten, aber auch

Infos, wo man sich ehrenamtlich

engagieren kann. Baumann:

„Dieses Engagement macht für

mich den Wert einer Gesellschaft

aus“ [!]


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& Fakten

Ehingen Eine prosperierende Region:

Die Einwohner- und die Beschäftigtenzahl

steigt kontinuierlich.

Einwohnerzahl

Einwohnerzahl

Quelle: Einwohnermeldeamt

Kernstadt Teilorte

2005

2010

2020

15.794 9.637

15.547

17. 383

9.523

25.431

25.070

9.579 26.962

3,2%

Arbeitslosenquote

im Jahr 2019

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

7776

Einpendler

in die Gemeinde

Quelle: Statistisches Landesamt BW

0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000

4,0%

SWP GRAFIK EVA MARIA BITTNER; QUELLE: EINWOHNERMELDEAMT

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Quelle: Statistisches Landesamt BW

2005

2010

2020

10.538

12.027

12.173

0 3000 6000 9000 12000 15000

SWP GRAFIK EVA MARIA BITTNER; QUELLE: STATISTISCHES LANDESAMT BW

Arbeitslosenquote im

Jahr 2020

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

6823

Auspendler

aus der Gemeinde

Quelle: Statistisches Landesamt BW

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sind hohe Investitionen erforderlich.

STADT EHINGEN

Sehr unternehmungsfreudig

ist Ehingen bei

dem Thema „Nachhaltige

Stadt“, gemeinsam

mit der Hochschule Biberach als

wissenschaftlicher Begleiterin

und den Unternehmen OEW,

Ehinger Energie, Erdgas Südwest

und der EnBW. „Wir hatten

da schon in den vergangenen

zehn Jahren viele Dinge auf

dem Schirm“, sagt Oberbürgermeister

Alexander Baumann.

Das fange schon bei Themen an

wie beispielsweise „wie gestalte

ich eine Schaufensterbeleuchtung

Energie-effizient“. Und

geht damit weiter, den Wasserdruck

in den städtischen Leitungen

über Photovoltaik zu erhöhen,

wenn der Strom für die

Pumpe durch Solarzellen erzeugt

wird. In der Tiefgarage

Tränkberg wurde der Energieverbrauch

durch technische Optimierung

um 50 Protzent gesenkt.

Es sind kleine, aber auch

größere Bausteine, die das gesamte

Projekt immer weiter voranbringen.

Global denken, lokal

Handeln – mit diesem Grundsatz

hat sich Ehingen im Jahr

2012 auf den Weg in die nachhaltige

Energiewelt gemacht.

Hoher Anteil an regenerativer

Energie

So wurden mittlerweile alle öffentlichen

Gebäude der Stadt,

die sich dafür eignen, mit Photovoltaik-Anlagen

ausgestattet.

Der erzeugte Strom wird dabei

auch selbst genutzt, nicht nur als

Ökostrom ins Netz eingespeist.

Mit der Installation von insgesamt

19 Photovoltaikanlagen auf

kommunalen Liegenschaften

hat die Stadt im Jahr 2020 über

764 000 Kilowattstunden Strom

produziert.

Insgesamt werden in Stadt und

Teilorten schon weit mehr als

die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs

regenerativ erzeugt.

So haben im Jahr 2018 Photovoltaik-,

Wasserkraft- und Biomasse-Anlagen

fast 165 000 Megawattstunden

eingespeist. „Das

ist für ein Mittelzentrum wie

Ehingen, das auch wichtiger

Wirtschaftsstandort mit zahlreichen

Industrie- und Gewerbetrieben

ist, ein beachtlicher

Wert“, freut sich Oberbürgermeister

Alexander Baumann.

Umstellung der

Straßenbeleuchtung

Dazu nutzt die Kommune Möglichkeiten,

Strom zu sparen: So

wurden vergangenes Jahr 346

Lichtpunkte der Straßenbeleuchtung

im Stadtgebiet Ehingen

und dem Teilort Unterwilzingen

auf LED-Technik umgerüstet.

Auf knapp zwölf Kilometern

Straßenlänge werden unter

Volllast zukünftig nur noch 26

Prozent der bisherigen Energiemenge

benötigt – was jährlich

113 464 Kilowattstunden Strom

spart. Insgesamt sind mittlerweile

gut ein Drittel der Straßenbeleuchtung

der Stadt umgerüstet.

Durch zusätzliche Sanierungen

von Ampelanlagen

im Stadtgebiet – da kann der

Energieverbrauch sogar um bis

zu 93 Prozent gesenkt werden –

werden rund 31 000 weitere Kilowattstunden

Strom jährlich

eingespart. Durch den Einsatz

von LED-Lampen in Ampeln

und Straßenleuchten will Ehingen

den CO2-Ausstoß in den

nächsten 20 Jahren um weitere


unternehmen [!] SPEZIAL 67

10 895 Tonnen senken.

Die Energieunternehmen

kümmern sich darum, die

Stromnetze leistungsfähiger zu

machen. Wie hatte Jürgen Müller

von der Netze BW – einer

Tochter der EnBW – bei einer

Veranstaltung gesagt: „Die Energiewende

findet im Verteilnetz

statt.“ Dezentral erzeugter

Strom mit den einhergehenden

Schwankungen im Stromfluss

stellt die Netze vor Herausforderungen,

für die sie ursprünglich

nicht ausgelegt waren. Im

Die Energiewende

findet

im Verteilnetz statt

Jürgen Müller

Netze BW

Raum Ehingen hat die Netze BW

allein in den vergangenen vier

Jahren über sechs Millionen

Euro in ihr 350 Kilometer langes

Stromnetz investiert. Dabei

wurde die Gelegenheit genutzt,

Freileitungen gegen Erdkabel

auszutauschen. Die sind bei

Wetterereignissen weniger störanfällig.

Das Netz der Firma hat

auf der Mittelspannungsebene

(20 000 Volt) bereits einen Erdkabelanteil

von 65 Prozent.

Auch die Ehinger Energie betreibt

ein rund 350 Kilometer

langes Verteilnetz, sie hat in der

gleichen Zeit cirka 2,2 Millionen

Euro investiert. Damit liegt dort

der erdverkabelte Anteil bereits

jetzt bei mehr als 80 Prozent.

Die Herausforderung im städtischen

Bereich des Netzes bedingen

intelligente kleinräumigere

Lösungsansätze. So werden Erdkabel

in Verbindung mit der

Glasfaserkabelverlegung für den

Breitbandausbau verlegt. In

Neubaugebieten werden Flächen

für den Ausbau mit später

benötigten Trafostationen vorgehalten.

In den vergangenen Jahrzehnten

wurden im Netzgebiet

der Ehinger Energie hunderte

PV-Anlagen in Betrieb genommen,

allein im Jahr 2019 verzeichnete

das Unternehmen einen

Zubau von 2,5 Megawatt.

Dieser Trend wird anhalten,

denn ab 2022 gilt für jeden verpflichtend,

dass bei einem Neubau

eines Nichtwohngebäudes

eine Photovoltaikanlage installiert

werden muss.

Aktiv mit dabei war die Stadt bei

der vom Gemeindetag initiierten

landesweiten Klimaschutzaktion

„1000 Bäume für 1000

Kommunen“. In tausend Städten

und Gemeinden Baden-Württembergs

sollten in den vergangenen

beiden Jahren jeweils tausend

Bäume gepflanzt werden.

Ehingen hat zum einen rund 320

neue Stadtbäume, darunter

Obstbäume und Donau-

Schwarzpappeln, gepflanzt. In

dem mit 1700 Hektar riesigen

Gebiet des Ehinger Forstreviers

kamen viele tausend Pflanzungen

dazu, darunter Stieleichen,

Fichten, Douglasien und Spitzahorne.

Die Kommune nutzt aber

auch die Erträge aus dem Wald,

hat mit einer Holzhackschnitzel-Heizung

beim Gymnasium

ein innerstädtisches Nahwärmenetz

aufgebaut. Allein dieses

spare jährlich rund 178 000 Liter

Heizöl und 528 Tonnen CO2

ein.

Blühstreifen und

Citystaubsauger

Es sind aber wie oben erwähnt

nicht nur die großen Bausteine

mit hohen Investitionen, die zur

Umstellung auf erneuerbare

Energien, Reduziuerung des

Energieverbrauchs und zur Sauberhaltung

der Luft beitragen.

Die Maßnahmen gehen hin bis

zu Blühstreifen an den Straßen

oder auch seit kurzer Zeit dem

Angebot von E-Carsharing. Zwei

Elektro-Autos stehen seit kurzem

an der OEW-Ladesäule in

der Gymnasiumstraße, die einfach

per App gebucht werden

können. Zwei E-Roller sollen

demnächst dazu kommen.

Auch die Stadt selbst stellt ihren

Fuhrpark immer mehr auf elektrisch

betriebene Fahrzeuge um.

Eine der jüngeren Erwerbungen

dort ist der Citystaubsauger, der

elektrisch und sehr leise effizient

den Schmutz von den Straßen

holt. Wobei es nattürlich

noch viel besser wäre, wenn der

von Bürgern und Gästen erst gar

nicht auf die Straße gelangen

würde. [!] Werner Gallbronner

Alle öffentlichen Gebäude, die sich dafür eignen, sind mit Photovoltaik-Anlagen

ausgestattet.

Foto: Stadt Ehingen

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68

SPEZIAL unternehmen [!]

Viel Platz für Innovationen

Business Park Ehingen Am Standort der ehemaligen Schlecker-Konzernzentrale bieten

sich für Startups beste Bedingungen. Und nicht nur für diese.

Eindrucksvoll, „was aus

der ehemaligen Schlecker-Konzernzentrale

erwachsen ist“, sagt

Ehingens Oberbürgermeister

Alexander Baumann. Nach der

Insolvenz der früheren Drogeriemarkt-Kette

2012 und dem

dortigen jahrelangen Leerstand

hat die Stadt als Mehrheitseigner

mit Partnern 2014 die Business

Park Gesellschaft gegründet

und die Immobilie im Juni

2015 gekauft. „Das war ein Wagnis,

das wir eingegangen sind“,

meint Baumann. Doch die Stadt

wollte den Erhalt der Gebäude

sichern und dort mitgestalten.

Fünf Jahre später steht eine Erfolgsgeschichte.

Rund 90 Prozent

der Flächen sind vermietet,

einzig im Bereich der Konferenzen

ist die Nachfrage seit Beginn

der Pandemie nachvollziehbar

zurück gegangen.

Büroraum für Gründer und

gestandene Unternehmer

Interessenten können dort ein

kleines individuelles Einzimmer-Büro

mit 23 Quadratmetern

– dennoch in repräsentativen

Geschäftsräumen – genauso

mieten wie einen ganzen Flügel

mit 600 Quadratmetern. Die

dort vorhandene ausgezeichnete

Glasfaseranbindung sorgt für

eine problemlose Verbindung

ins weltweite Datennetz. Es gibt

Co-Working Spaces, wo man

sich kurzzeitig Büroraum mieten

kann, tage-, wochen- oder

monatsweise. Unternehmensgründer

finden auf einer eigenen

Etage bezugsfertige Büros,

wo sie für eine Anlaufzeit keine

oder nur eine geringe Miete bezahlen

müssen. Der Oberbürgermeister:

„Wir wollen, dass

sich Startups hier wohlfühlen.“

Schließlich müssen es nicht immer

die Metropolregionen

Stuttgart oder München sein,

auch dazwischen gibt es interessante

Orte, ein Unternehmen

BED: Der Business Park bietet Platz für Startups, Konferenzen oder

auch für Home-Office mit guter Internetverbindung. Foto: gal

Infos zum Business Park

Flexibel aufgestellt Junge

Unternehmen, klassische Unternehmen,

Unternehmen im

Health-Care-Bereich, Bildungseinrichtungen,

Ämter, Schulen,

Hochschulen und Seminaranbieter,

alle können ihren individuellen

Platz in den Räumen

des Businesspark Ehingen Donau

finden.

Geschäftsführung Die Geschäftsführung

der Business

Park Ehingen Donau GmbH ist

geteilt. Geschäftsführer sind

Bettina Gihr seitens der Kommune

als Mehrheitseignerin

und Professor Michael Gaßner.

Unterstützt werden sie von

Florian Schraepler als Projektleiter.

aufzubauen, wo sie mit offenen

Armen empfangen werden.

Denn die Region von Ulm bis

Biberach hat sich als Ziel gesetzt,

sich mittelfristig unter den

wettbewerbs- und innovationsfreudigsten

Räumen Europas zu

positionieren.

So gibt es auch ein Innovation-Lab,

das Unternehmen, Organisationen

und Fortbildungsgruppen

beispielsweise für einen

Kreativworkshop ein inspirierendes

Arbeitsumfeld bieten

will, mit flexibler Möblierung

Wir dürfen

über

Digitalisierung

nicht nur

reden

Alexander Baumann

Oberbürgermeister

und verschiedenem Kreativmaterial,

das dort zur Verfügung

gestellt wird.

2019 hat sich die Stadt darum bemüht,

Digitalisierungszentrum

zu werden, von denen zehn in

Baden-Württemberg gefördert

werden. Eines davon ist die Digitalisierungsregion

Ulm/

Alb-Donau/Biberach mit der

Zentrale in Ulm und einer Außenstelle

in Ehingen, die ebenfalls

im Business Park zu finden

ist. „Wir dürfen über Digitalisierung

nicht nur reden, sondern

müssen auch schauen, dass die

für kleine Handwerksbetriebe

gelingt“, erläutert Baumann,

dass das Digitalisierungszentrum

Partner vor allem für kleine

und mittelständische Unternehmen

sein will bei der Erstellung

von individuellen Konzepten

und bei allen Fragen auf dem

Weg zur digitalen Transformation

[!] Werner Gallbronner


Anzeige 69

Regional liegt im Trend

Die Ehinger Energie ist der regionale Energieversorger

für Ehingen und die Umgebung. An ihrem

Firmensitz im Herzen Ehingens direkt an der

Schmiech erzeugt sie seit über 120 Jahren nachhaltig

Strom aus Wasserkraft. Um die Energiewende

jetzt gemeinsam mit den Kunden aktiv zu

gestalten, baut die Ehinger Energie den Bereich

der erneuerbaren Energien weiter aus: Mit innovativen

Photovoltaiklösungen, ergänzenden

Speichersystemen und effizienten E-Ladestationen

wird die Region fit für die Zukunft gemacht.

Das Netz der Ehinger Energie liefert dazu eine

stabile Infrastruktur, die mittels intelligenter

Netzsteuerung zu jeder Zeit eine hohe Versorgungssicherheit

gewährleistet. Regionalität ist

dem Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Deshalb

engagiert sich die Ehinger Energie bei zahlreichen

Projekten in der Region. So können Interessenten

beispielsweise zu Blüten-Botschaftern

werden: Beim Abschluss eines Tarifs für den

Ehinger Strom Natur bekommen Kunden aktuell

20 Quadratmeter Blühfläche in Ehingen geschenkt,

um Bienen und anderen Tieren wertvolle

Lebensräume zu bieten. Zusätzlich unterstützt

die Ehinger Energie regionale Vereine und

soziale Projekte, um einen Beitrag zur nachhaltigen

Entwicklung der Umgebung zu leisten. Bei

der Versorgung der Region steht das Persönliche

zu jeder Zeit im Vordergrund. Deshalb werden

Kundennähe und die persönliche Beratung

bei der Ehinger Energie großgeschrieben. So

können die Kunden direkt vom umfangreichen

Fachwissen profitieren und gemeinsam individuelle

Lösungen gefunden werden.

In vielen Bereichen des Lebens wird längst auf

Regionalität geachtet – warum nicht auch bei

der Wahl des Strom- und Gasversorgers? Ehinger

Energie – weil’s nahe liegt.

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Groggentalgasse 5

89584 Ehingen

E-Mail: info@ehinger-energie.de

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70

SPEZIAL unternehmen [!]

Ein starker Mittelstand

Gewerbegebiete Das Mittelzentrum Ehingen und seine Nachbargemeinden werden

getragen von innovativen Firmen. Ein Streifzug durch Gewerbegebiete.

Zahlreiche Gewerbegebiete, wie in Munderkingen, befinden sich direkt an der Bundesstraße.

FOTO: WERNER GALLBRONNER

Es sind zum einen Global

Player, allen voran die

Firma Liebherr, denen

die Region Ehingen ihre

Wirtschaftskraft verdankt. Es

sind aber auch die vielen mittelständischen

Betriebe, die dazu

beitragen. Darunter sind zahlreiche

Firmen, die sich innovativ

zeigen und den typisch

schwäbischen (Er)findergeist an

den Tag legen und damit erfolgreich

sind. Attraktiv sind die

Standorte durch die gute Verkehrsanbindung

über mehrere

Bundesstraßen unter anderem

an das Oberzentrum Ulm und

die Autobahnen. Ein Streifzug

durch Gewerbegebiete in Ehingen

und die Gemeinden in der

Nachbarschaft.

Im Gewerbegebiet im Ehinger

Norden findet sich die Firma

Tries, die sich als Hersteller von

Hydraulikelementen und Sondermaschinen

international positioniert

hat. Unweit von Tries

sitzt die stetig expandierende

Firma Kamo, die Systeme für

Frischwarmwasser und Heizung

verbaut, unter anderem im

Grand Tower in Frankfurt,

Deutschlands höchstem Wohnhochhaus.

Im Ehinger Teilort Mundingen

mit seinen wenigen hundert Einwohnern

hat sich die Firma

Mundal Fenster- und Fassadentechnik

einen Namen gemacht

mit Aufträgen für den Deutschen

Reichstag in Berlin oder

das Geldmuseum der Deutschen

Bundesbank in Frankfurt. Sie beschäftigt

125 Mitarbeiter auf

6500 Quadratmetern Produktionsfläche.

Lackierzentrum und

Leberkäs-Drive-In

Öpfingen hat nördlich der Bundesstraße

311 schrittweise das

Industrie- und Gewerbegebiet

Burren ausgewiesen. Das ist

nach verhaltener Nachfrage zu

Beginn mittlerweile sehr ge-


unternehmen [!] SPEZIAL 71

Wichtigster Arbeitgeber expandiert

fragt, neben Neuansiedlungen

auch für Produktionserweiterungen

und -auslagerungen aus

dem Ort. Für Pendler und andere

Verkehrsteilnehmer am augenscheinlichsten

sind von der

Straße aus zwei Firmen: Das Lackierzentrum

Ott, das für den

großen Kranhersteller in der

Nachbarstadt tätig ist und der

Leberkäs-Drive-In der örtlichen

Metzgerei Weinbuch, die neben

Bistro und Showroom ihre komplette

Produktion dorthin verlagert

und gläsern macht.

In Rottenacker hat die Speditionsfirma

Stöhr Logistik ihren

Sitz, die eine Vorreiterrolle unter

den Fuhrunternehmen in

Hinsicht auf Klimaschutz einnehmen

will. Zum einen setzt

sie bei Neuanschaffungen auf

Lkw, die mit Gas statt Diesel betrieben

werden und auf Lang-

Lkw. Zum anderen erzeugt sie

einen guten Teil des in der Firma

benötigten Stroms selbst

über PV-Anlagen.

Im Donauwinkel haben sich

gleich zwölf Gemeinden zusammengeschlossen

und bieten

Platz im Interkommunalen Gewerbegebiet,

direkt an der Bundesstraße

311 bei Munderkingen.

Ziel ist insgesamt zu reduzieren,

wenn nicht jede Gemeinde ein

Gewerbegebiet ausweist. Dabei

sind Munderkingen, Emeringen,

Emerkingen, Grundsheim, Hausen

am Bussen, Lauterach, Oberstadion,

Unterstadion, Rechtenstein,

Obermarchtal, Untermarchtal

und Unterwachingen.

Munderkingens Bürgermeister

Michael Lohner hat als Verbandsvorsitzender

auch die Vermarktung

des Gewerbegebietes

übernommen. Es will vor allem

Klein- und Mittelbetrieben in

vielerlei Hinsicht eine gute Basis

zur Entwicklung bieten [!]

Werner Gallbronner

Große Projekte Für raumgreifende

Projekte stellt die Stadt

Ehingen immer wieder Flächen

in Gewerbe- und Industriegebieten

zur Verfügung. So entsteht

beispielsweise im Industriegebiet

Berg derzeit auf einer

Fläche von fünf Hektar ein

neues Reparaturzentrum der

Firma Liebherr, westlich des

bestehenden Logistikzentrums.

Nach Fertigstellung sollen

dort künftig rund 100 Mitarbeiter

Service- und Reparaturarbeiten

für den ganzen

süddeutschen Raum erledigen.

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Spenglerarbeiten

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72

SPEZIAL unternehmen [!]

Ein Getränk mit Kultur

Bierkulturstadt Es ist ein Markenname, der Touristen aus nah und fern in die Stadt an der

Donau lockt. Die glänzt wieder mit fünf Brauereien.

Natürlich dreht sich in

der Bierkulturstadt

Ehingen nicht alles

ums Bier, kulturell hat

die große Kreisstadt weit mehr

zu bieten. Doch es ist ein Alleinstellungsmerkmal,

das die Stadt

als Tourismusregion gekonnt

vermarktet und das Zugkraft besitzt.

„Uns war das Wort ‚Kultur’

wichtig in dem Kontext“,

sagt Michael Miller, Betreiber

des Bierkulturhotels in der Innenstadt

und mit dem Schwanen

Besitzer einer der mittlerweile

wieder fünf Brauereien

der Stadt. Schließlich gehe es

bei der Bierkulturstadt um die

Wertigkeit, um die Geschichte

und um das Genießen.

Beliebt bei den Touristen ist der

14 Kilometer lange Bierwanderweg.

Eigens für den gibt es seit

einigen Jahren einen Wanderrucksack,

den Bierkultur-Rucksack,

den die teilnehmenden

Gaststätten gegen Pfand verleihen

und natürlich mit Flüssigem

für unterwegs befüllen. Standardmäßig

mit einem Sechser-Träger,

wobei auch mehr

reinpasst; gerne mit Flaschenbier

für die Rast, aber natürlich

auch mit antialkoholischen Getränken,

je nach Wunsch.

„Letzten Sommer, im zweiten

Jahr, als er bekannter war, wurde

er sehr gut angenommen“,

berichtet Miller. Zeitweise habe

man am Wochenende kurzfristig

Rucksäcke von der Berg

Brauerei – in der Regel das Ziel

der von Ehingen aus startenden

Wanderer – zurück holen müssen,

um die Wünsche befriedigen

zu können. Nun hofft Miller

spätestens an Pfingsten auf

Öffnungen auch im Gastrobereich,

denn ohne diese würden

dieses Jahr auch die Touristen

nicht zum Wandern kommen.

Die Idee zum Bierkulturstadt-Rucksack

mit seiner traditionellen

Aufmachung sei entstanden,

da nicht alle Gastrobetriebe

entlang des Bierwegs

ständig offen haben könnten.

Wichtig sei auch der Umweltaspekt,

um den Wanderweg sauber

zu halten.

Immer wieder warten die Brauereien

mit Neuheiten auf: So

bringt der Schwanen – sonst auf

Fassbier konzentriert – neben

Bei der

Bierkulturstadt

geht’s um Wer tigkeit,

Ge schichte

und Genießen.

Michael Miller

Brauer

dem Zwickel diese Saison ein

zweites Flaschenbier heraus

und bietet unter anderem Bierseminare

an. Der Adler, der seine

Brautradition erst vor kurzem

wieder aufleben hat lassen

durch das Fassweizenbier „Goldener

Adler“, bietet Bierverkostung

mit Bierbotschafter an. Die

Berg Brauerei hat ein klimaneutral

verpacktes Fünf-Liter-Partyfässle

auf den Markt gebracht,

die Berg-Bier-Radtour wurde

vom ADFC mit vier Sternen prämiert.

Info Berg Brauerei, Brauhaus

Schwanen, Adler Brauerei, Rössle

und Schwert sind die fünf Brauereien

der Stadt, die mit dieser

Dichte an Herstellern des Gerstensafts

durchaus mit den fränkischen

Hochburgen wetteifern

kann. Sie stellen 53 verschiedene

Biere her. Wer in die Geschichte

der Ehinger Brautradition – erstmals

im Jahr 1384 erwähnt und

der zahlenmäßigen Hochphase

von 21 Braustätten um 1890 – einsteigen

will, dem sei der Audio-Bierrundgang

empfohlen. [!]


Werner Gallbronner

Michael Miller auf

dem Bierkistensofa

mit Bierkultur-

Rucksack.


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Wohn- und Arbeitsräume zum

Wohlfühlen

Thielemann erweitert sein Serviceangebot

Wer schon einmal seine eigenen vier Wände gestaltet

hat, weiß, wie komplex und kompliziert

das ist: Bodenbelag, Wand- und Deckengestaltung,

Gardinen, Sonnenschutz, Möbel, Licht und

Dekoration – alles sollte harmonieren, damit

man sich rundum wohlfühlt. Für Experten wie

Christa und Andreas Thielemann sowie ihrem

Team gehört es zum Arbeitsalltag, Wohnräume

zu planen und neu zu gestalten. Farben, Formen,

Materialien, Haptik und Raumakustik haben sie

dabei immer fest im Blick.

Um die Wohnträume ihrer Kunden zu realisieren,

bietet der Raumausstatter aus Ehingen seit drei

Jahren das sogenannte Homedesign an. „Uns

ist es wichtig, dass wir die Innenraumplanung,

egal ob für ein ganzes Haus oder nur für einen

Raum, zusammen mit unseren Kunden durchführen.

Wobei wir sehr darauf achten, dass ihre

Bedürfnisse und ihr Geschmack berücksichtigt

werden“, betont Christa Thielemann, Geschäftsführerin

von Thielemann. Einen großen Teil der

Leistungen übernimmt Thielemann selber. Falls

zusätzlich Handwerker benötigt werden, kümmert

sich das Unternehmen um die Koordination.

„So entlasten wir unsere Kunden“, betont

Andreas Thielemann. Ein weiterer Vorteil ist,

dass das Raumausstattungsgeschäft schon lange

mit zuverlässigen Fachbetrieben zusammenarbeitet,

wodurch sich Kommunikationswege

und Ausführungszeiten deutlich verkürzen.

Auch Unternehmen steht Thielemann mit Planung

und Baubegleitung zur Seite. Denn um

Fachkräfte zu halten, spielt es im Gewerbe eine

immer wichtigere Rolle, dass sich Mitarbeiter in

ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen. Dafür bedarf

es eines stimmigen Gesamtkonzeptes und einer

professionellen Abwicklung, was dem Auftraggeber

in der Regel nicht teurer kommt, da doppelte

Arbeiten oder sogar Änderungsrückbauten

vermieden werden.

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NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Märklin-Chef

rückt auf

Spielwaren Märklin-Chef Florian

Sieber hat am 1. Mai seinen

Vater Michael Sieber an der

Spitze des größten

deutschen

Spielzeugherstellers

Samba-Dickie

(rund

700 Millionen

Euro Umsatz)

Florian

Sieber bleibt

weiter an der

Spitze von

Märklin.

abgelöst. Der

34-Jährige bleibt

aber auch weiterhin

an der

Spitze des Göppinger

Modelleisenbahnproduzenten,

wo ihm

wie bisher der technische Geschäftsführer

Wolfrad Bächle

zur Seite steht. Der Spielzeugkonzern

aus Fürth hatte Märklin

2013 aus der Insolvenz heraus

übernommen.

Fachkräfte von

morgen finden

Auch die Sparte Erdbewegung hat im Jahr 2020 deutlich an Umsatz verloren. Liebherr beschäftigt an

den Standorten zwischen Ehingen, Lindenberg und Lindau 16 330 Mitarbeiter.

Foto: Liebherr

Liebherr blickt optimistisch auf 2021

Trotz einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und

Gewinn, blicken die Verantwortlichen der Liebherr International

AG dank vielversprechenden Auftragseingängen

optimistisch in die Zukunft. Die Firmengruppe

erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von

10,34 Milliarden Euro. Ein Rückgang um 1,4 Milliarden

Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis lag bei 7

Millionen Euro. 2019 waren es noch 429 Millionen

Euro gewesen. Die Zahl der Beschäftigten blieb stabil.

Von den weltweit 47 925 Mitarbeitern sind 3500

am Standort in Ehingen tätig, knapp 3300 in Biberach

und rund 2000 in Ochsenhausen.

Bildungsmesse Im kommenden

Jahr findet vom 17. bis 19. Februar

die elfte Ulmer Bildungsmesse

statt. Unternehmen können

sich dort im direkten Austausch

mit Schülerinnen und

Schülern präsentieren und so

Nachwuchskräfte für den eigenen

Betrieb gewinnen. Die Möglichkeit

zum persönlichen Gespräch

Noch bis zum 30. Juni

2021 können sich interessierte

Unternehmen als Aussteller online

unter www.bildungsmesse-ulm.de

anmelden.

Österreicher

übernimmt

Mahler Die „Welt des Wohnens“

(WDW) an der Neu-Ulmer Borsigstraße

hat einen neuen Eigentümer.

Der österreichische Unternehmer

Klemens Hallmann

hat mit seiner Holding die

Mehrheit am Fachmarktzentrum

von Mahler übernommen.

Aktuell seien in der Immobilie

rund 30 Mieter vertreten. Dazu

zählen etwa Edeka, Opti Wohnwelt

und Modepark Röther. Was

Hallmann bezahlt hat, wurde

nicht mitgeteilt.

Bund kauft sich

bei Hensoldt ein

Rüstungsindustrie Der Bund

hat aus sicherheitspolitischen

Gründen eine Sperrminorität

von 25,1 Prozent am Rüstungshersteller

Hensoldt gekauft. Die

ehemalige Airbus-Radarsparte

ist im September 2020 an die

Börse gebracht worden. Mit der

Sperrminorität will die Regierung

den Zugriff „unfreundlicher

Mächte“ auf Schlüsseltechnologien

für den militärischen

Einsatz zu verhindern. Die Firma

mit Stammsitz in Taufkirchen

beschäftigt 4000 ihrer

weltweit 5500 Mitarbeiter in

Deutschland.

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

Julia Kling

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout & Illustration)

Astrid Müllerleile (Bild)

Fotos Matthias Kessler (Titel +

Titelinterview), Marc Hörger, Volkmar

Könneke Werkfotos, PR, Archiv

Druck

Druckerei R. le Roux GmbH

Daimlerstraße 4

89155 Erbach

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

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Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe: 17.07.2021

Die Themen

Guter Rat lohnt sich: Klare

Regeln und Verträge für die

Gesellschafterfamilie

„Digitaler Zwilling“ – Was

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Philipp Staudenmayer

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