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LE-2-2022

LOGISTIK express Journal 2/2022

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AUSGABE 2/2022

WIRTSCHAFTSWACHSTUM TROTZ KRISEN

Dachser CEO und Sprecher des Vorstands Burkhard Eling

im Gespräch über Wachstum in Zeiten voller Krisen und

die Verantwortung als Unternehmen.

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LOGISTIK express 2/2022|S2

WERBEFENSTER

U2


INHALT / EDITORIAL / IMPRESSUM

INHALTE

LE 2/2022

03 Inhalt / Editorial / Impressum

04 Simply the best. Oder: Wo sind sie nur geblieben?

06 Energiequelle Gas als Zünglein an der Waage

10 Schlechte Aussichten für den Handel

12 Klimaneutrale Paketzustellung – Tipps & Tricks

16 Das war das Handelskolloquium 2022

14 Kleinteile-Lager von Siemens

24 Onlinehandel: Herausforderungen durch Corona-Krise

26 WMS-Retrofit für EGLO Leuchten

28 Nachhaltigkeit gewinnt bei KMUs trotz Krisenzeit

30 Digitalisierung und Ökologisierung des Postzustellmarktes

32 Datengestützte Ökologisierung des modernen Handels

34 Ukraine-Krieg wirbelt Lieferketten durcheinander

38 Frachtraten gehen durch Decke

40 Online-Handel,wir haben ein (Kosten-)problem!

44 Neue Lockdowns in China: Einfluss auf unsere Wirtschaft

48 Kombinierter Verkehr in den Medien

50 Immer die gleiche Leier

52 Eine Chance für die Donauschifffahrt

54 Neues Logistikkonzept für Windenergieanlagen

56 Rekordjahr und rosige Zukunft bei Dachser

64 Fachmesse mit Vorlauf: Intralogistik aus erster Hand

70 Innovationen für Automatisierung und die digitale Transformation

76 Geballte Fachkompetenz rund um Stapler & Co.

80 Innovationen für das Codieren – Erfassen und Vernetzen

84 Präsentationsplattform für modernste Software-Lösungen

88 20 Prozent aller Stellen werden mittels Active Sourcing besetzt

90 Menschen in Bewegung

BLICK VORAUS

Noch ist ungewiss, ob es Krieg in ganz

Europa geben wird … Unsichere Zeiten

erfordern Aufmerksamkeit und Tatkraft.

Da ist es besonders vorteilhaft,

über Geschehnisse und Veränderungen

informiert zu sein. Nutzen Sie hierzu

unsere Informationskanäle sowie

Messen & Events, um das notwendige

Werkszeug für den Business Alltag

stehts parat zu haben: die Power Days

seitens VNL – Verein Netzwerk Logistik,

oder Großveranstaltungen wie z.B.

der Österreichischen Logistik-Tag oder

Logistik Dialog von der Bundesvereinigung

Logistik Österreich vermitteln

wertvollen Wissensvorsprung. Nützlich

auch die Vielzahl an hochkarätigen

Foren der BVL e.V. in Deutschland

und dessen top-organisierter Logistik

Kongress (DLK) in Berlin. Aktuell steht die

LogiMAT - die Internationale Fachmesse

für Intralogistik-Lösungen und

Prozessmanagement - auf dem Programm,

die vom 31. Mai bis 2. Juni in

Stuttgart über die Bühne gehen wird.

Sämtliche bisherigen Messe- und Aussteller-News

lesen Sie unter anderem

auf den Seiten auf LOGISTIK express.

Und ja - wir werden auch heuer mit

dem Österr. Handelsverband unseren

7. eCommerce Logistik-Day in Zusammenarbeit

mit dem IDIH - Institut des

Interaktiven Handels aus Berlin organisieren

und als Hybrid Event ausrichten.

Die Planungsvorbereitungen sind bereits

im Laufen. Für Speaker Anfragen

stehe ich natürlich allzeit gern bereit

und wünsche vorab mit unserer aktuellen

Ausgabe 2/2022 viel Freude und

möge die Power mit uns sein.

Markus Jaklitsch

Medieninhaber, Herausgeber

Markus Jaklitsch | MJR MEDIA WORLD

LOGISTIK EXPRESS & UMWELT JOURNAL

Hameaustraße 44, 1190 Wien

T: +43 (0)676 7035206

E: info@logistik-express.at

StV. | Redaktion: Peter Nestler, Angelika

Gabor, Dirk Ruppik, Peter Baumgartner

Bilder: istockphoto.com

Print: https://www.blurb.de/user/LOGEXP

www.logistik-express.com

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Wettbewerbsvorsprung mit der News &

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LOGISTIK express 2/2022 | S4

LEITARTIKEL

Simply the best.

Oder: Wo sind sie

nur geblieben?

Im Korruptionsindex rutscht Österreich weiter

ab, einst gefeierte Politikfiguren sind unsanft

von der Bildfläche gefegt worden und entziehen

sich der Öffentlichkeit, in Verfahren

wird der Bock zum Gärtner gemacht und

sobald jemand sich engagiert und hervorsticht,

tauchen Plagiatsvorwürfe irgendwo

im Werdegang auf. Ist es wirklich so schwer,

qualifizierte Kräfte für die Führung unseres

Landes zu finden?

REDAKTION: ANGELIKA GABOR

Im aktuellsten Korruptionswahrnehmungsindex

von Transparency International erreicht

Österreich mit 74 von 100 Punkten

Rang 13, gemeinsam mit Kanada, Estland,

Island und Irland. Theoretisch wären wir noch

weiter hinten, wenn nicht auch andere Länder

vermehrt mit Korruption kämpfen würden.

Im Jahr 2017 gab die Staatengruppe des Europarats

gegen Korruption (GRECO) 19 Empfehlungen

zur Verbesserung der Situation ab –

wer errät, wie viele davon umgesetzt wurden?

Trommelwirbel… es waren zwei. Hauptkritikpunkte:

fehlende Lobbying-Vorschriften, undurchsichtige

Parteienfinanzierung, fehlende

Antikorruptionsprojekte und – wenig überraschend

– die Skandale auf höchster politischer

Ebene (und damit ist bei weitem nicht

nur die Ibiza-Affäre gemeint).

Wer hat’s geschrieben?

Das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten,

beispielsweise für einen Magistertitel, vereinfacht

zusammengefasst: lies eine Menge

Bücher und zieh daraus deine Schlussfolgerungen.

Alles, was beim Niederschreiben

nicht von dir ist, ist ein Zitat. Wer etwas zitiert,

ohne das zuzugeben, verfasst ein Plagiat.

Obwohl das in der Eingangsvorlesung üblicherweise

erwähnt wird und man mit seiner

Unterschrift bestätigt, dass man gewissenhaft

alle Zitate gekennzeichnet hat, scheint das

in Echt eine große Schwierigkeit darzustellen.

Steht man dann in der Öffentlichkeit, kann es

durchaus passieren, dass jemand diese Werke

ausgräbt und prüft, ob demjenigen der akademische

Titel wirklich zusteht. Berühmte Beispiele

finden sich sowohl bei unseren Lieblingsnachbarn

– Ex-Verteidigungsminister

Karl-Theodor zu Guttenberg, Ex-Bildungsministerin

Annette Schavan oder Familienministerin

Franziska Giffey können ein Lied davon singen

– als auch hierzulande.

So mussten der steirische Wirtschaftslandesrat

Christian Buchmann sowie Arbeits- und Familienministerin

Christine Aschbacher bekannter

Weise aufgrund von Plagiatsvorwürfen zurücktreten.

Detail am Rande: das Gutachten von

der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche

Integrität (ÖAWI) entlastet sie – sie darf

den Titel behalten, den Job ist sie trotzdem los.

Aktuell auf dem Prüfstand: Frauen-, Integrations-

und Medienministerin Susanne Raab

und Justizministerin Alma Zadić.

Man fragt sich, wie hoch die Dunkelziffer

ist – und welche Auswirkungen es hat. Denn

abgesehen von der moralischen Verfehlung…

ich glaube nicht, dass irgendein Politiker

seinen Job besser oder schlechter macht,

wenn er in seiner Diplomarbeit 100% richtig

zitiert hat – oder eben nicht. Allerdings ist so

ein Vorwurf eine perfekte Gelegenheit, durch

den Image-Schaden unliebsame politische

Gegner loszuwerden und durch die mediale


Aufmerksamkeit andere, weitaus wichtigere

Themen schön unauffällig unter den Teppich

zu kehren oder im stillen Kämmerlein zu beschließen.

Wer darf richten?

Immer, wenn es in Österreich ein Problem

gibt, wird entweder eine Arbeitsgruppe ins

Leben gerufen oder ein Ausschuss. Besonders

beliebt sind Untersuchungsausschüsse:

dieses Kontrollinstrument des Parlaments

kann nur vom Nationalrat eingesetzt werden

und soll Sachverhalte aufklären. Nach dem

für viel Aufmerksamkeit sorgenden Ibiza-

Untersuchungsausschuss ist es aktuell der ÖVP-

Untersuchungsausschuss, der national und

auch international für Schlagzeilen sorgt.

Wie oft kommt es schon vor, dass eine ganze

Partei unter Korruptionsverdacht gestellt und

durchleuchtet wird? Den Vorsitz in solchen

Ausschüssen hat für Gewöhnlich der Nationalratspräsident.

Dieser heißt derzeit Wolfgang

Sobotka – und gehört zur ÖVP. Was

bedeutet, dass er auch selbst (wie schon im

Ibiza-Ausschuss) als Auskunftsperson geladen

sein könnte. Schiefe Optik? Aber nein. Er verspricht,

sich streng an die Geschäftsordnung

zu halten. Und außerdem sei er als Vorsitzender

ja kein Richter. Na dann…

Wer ist der Richtige?

Ich erinnere mich an kritische Stimmen, als

Herbert Haupt zum Frauenminister wurde.

Auch ein Zivildiener als Verteidigungsminister

klingt nicht unbedingt wie die Idealbesetzung.

Nach Wahlen werden Posten in den

Ministerien verteilt wie Luftballons in Fast-Food-

Restaurants: man sucht sich die Farbe aus und

darf sich darüber freuen. Wer sich in der Privatwirtschaft

erfolgreich bewerben will, braucht

neben der passenden Ausbildung für den gewählten

Bereich im Idealfall auch einschlägige

Erfahrung, schließlich übernimmt man auch

Verantwortung. In der Politik hingegen läuft die

Stellenausschreibung anders: wer der „richtigen“

Partei angehört, bekommt die Stelle.

Qualifikation? Nebensächlich – schließlich ist

es ein Job mit Ablaufdatum, und wenn man

Mist baut, ist nach der nächsten Wahl ohnehin

der Nachfolger verantwortlich. Hier liegt

das Problem! Es zählt nicht, was langfristig für

die Republik und die Bürger am besten wäre,

sondern wie man an der Macht bleibt. Immerhin

wurde in der jüngsten Vergangenheit eine

Rochade gestoppt, die wirklich mehr als zweifelhaft

gewesen wäre: die Pharma-Lobbyistin

Helga Tieben wird allem Anschein nach doch

nicht oberste Medizinmarktaufseherin. Sonst

würde wirklich ein Bock zum Gärtner gemacht.

Die Welt befindet sich in einem extremen Umbruch.

Wirtschaftswachstum als oberstes Ziel

hat sich längst als fatal erwiesen – und wird

trotzdem noch verfolgt. Die Inflation ist auf

Rekordhoch, die Mittelschicht bricht weg, immer

mehr Menschen sind von Armut betroffen

– und dazu muss man gar nicht erst frisch

aus einem Kriegsgebiet zu uns geflüchtet sein.

Die horrenden Kosten der Pandemie müssen

irgendwie abgedeckt werden, aber der

Regierungsspitze fehlt entweder die Phantasie,

oder der Wille, mutige Maßnahmen zu

ergreifen. Wo sind sie, die Menschen mit Weitblick,

die wir so dringend in der Regierung

bräuchten? Bitte melden! (RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S6

INDUSTRIE WIRTSCHAFT

Dunkle Wolken:

Energiequelle Gas

als Zünglein an der

Waage

Dunkle Wolken sind über der Industrie in

Europa aufgezogen. Auslöser ist der Krieg

Russlands gegen die Ukraine. Fällt russisches

Erdgas aus, steht in Europas ein Teil der Industrie

still. Daran hängen dann auch andere

Branchen und unzählige Arbeitsplätze.

REDAKTION: PETER R. NESTLER & MANFRED KAINZ

Die Diskussion rund um Erdgasimporte

aus Russland hat zahlreiche Facetten.

Da sind zunächst einmal die Dimensionen

des Themas: politische,

wirtschaftliche, nachhaltige. Und je nachdem,

in welcher Dimension man sich bewegt,

kann ein anderes Ergebnis zur Frage „Gas

aus Russland - ja oder nein“ herauskommen.

Auf eine politische Betrachtung wollen wir hier

weitgehend verzichten. Stattdessen widmen

wir uns den Aspekten Umwelt und Wirtschaft.

Es ist schon erstaunlich, wieviel Gas in den

vergangenen Jahrzehnten verbrannt wurde,

ohne dass sich sonderlich viele Menschen darüber

Gedanken gemacht hätten. An die Industrie

ist ganz klar die Forderung zu richten,

sich rasch um umweltschonendere, nachhaltigere

Alternativen zu kümmern. Das Gleiche

gilt im Übrigen für private Haushalte. Auch dort

wird viel zu stark mit fossilen Energien geheizt,

Warmwasser bereitet etc.

Gasabhängigkeit

Interessanterweise ist die Gasabhängigkeit in

Europa durchwegs sehr unterschiedlich. Das

liegt im Wesentlichen an zwei Faktoren: Industrieinfrastruktur

und geographische Lage.

Das führt dazu, dass Deutschland zum Beispiel

mehr als 50 Prozent seines Gasverbrauchs aus

russischen Quellen deckt. In Österreich dagegen

sind es bereits mehr als 80 Prozent. Da

wieder herauszukommen, ist ein langer Weg -

und vor allem ein teurer. Umgekehrt würde ein

Gasembargo Europas Russland hart treffen,

weil es dadurch hohe Deviseneinnahmen erzielt.

Ein Ausstieg aus der Erdgasabhängigkeit

gegenüber Russland müsste mit einem ganzen

Bündel an Maßnahmen angegangen werden

(siehe Grafiken, nächste Seite).


Manche Faktoren sind leicht umzusetzen, andere

wiederum entweder schwierig oder sie

führen zu anderen Umweltproblemen. Eine der

einfachsten Maßnahmen ist wohl die Reduktion

der Raumtemperatur um einen Grad Celsius

überall dort, wo Gas als Energiequelle dient.

Das ergibt Einsparungen von rund sieben Prozent

des Gasverbrauchs. Dazu rechnen sollte

man aber auch, dass zahlreiche Gebäude in

Zeiten ohne Nutzung - etwa nachts oder an den

Wochenenden - unvermindert mit gleicher

Temperatur weitergeheizt werden. Schrittweise

wird auch der Ausbau der erneuerbaren Energien

zur Gasreduktion beitragen. Wind- und

Sonnenenergie aber auch Energieproduktion

aus Wasser zählen vorrangig dazu, weiters Solarthermie,

Wärmepumpen und andere.

Atomenergie

Weniger erfreulich ist der Schwenk in Richtung

Atomenergie, den einige Länder wie Frankreich

etc. bereits gehen. Denn die Kernenergie

ist nachweislich keine sichere Energie, sie

verursacht mit Abstand die höchsten Kosten

in der Erzeugung und sie wirft ein unlösbares

Problem mit radioaktiven Abfällen auf. Um

Klimaziele zu erreichen, darf ein wesentlicher

Punkt nicht vergessen werden: Es bedarf insgesamt

einer Reduktion in vielen Bereichen,

um nicht in die Klimakatastrophe zu rutschen.

Weniger von allem ist mehr an Lebensqualität.

Zurzeit wird zu viel produziert, zu viel konsumiert

- mit allen Folgen daraus. Darüber hinaus

muss wieder nachhaltiger produziert werden,

um die Lebensdauer von Produkten zu erhöhen

und damit den Verbrauch - etwa von

Rohstoffen - zu reduzieren.

Klar ist, dass ein Aus bei Gas zu starken Verwerfungen

in der gesamten Wirtschaft Europas

führen würde - von der Produktion bis zur

Logistik. Eine klare Position in Sachen Gasembargo

vertritt die Industrie. Sie weiß um ihre

Abhängigkeit von Gas, konkret derzeit von

russischem Erdgas.

Diese gilt stark für Industriekaiser Deutschland

und ganz besonders stark für Österreich. Daher

kommt von dieser Seite auch eine klare

Absage an jegliche Art von Gasembargo.


LOGISTIK express 2/2022 | S8

Das Gespräch mit einem Vertreter der Industrie

in Österreich führte Manfred Kainz:

Bei der Eskalation der Sanktionen gegen

Russland sei es wichtig, deren Wirksamkeit

realistisch einzuschätzen und den Folgen

für unsere Gesellschaft gegenüberzustellen.

„Es ist daher unverständlich, wenn sogar von

Seiten mancher österreichischen Experten

und Politiker ein Gasembargo gefordert wird,

ohne auf die gravierenden Folgen aufmerksam

zu machen. Der völlige wirtschaftliche

Absturz unseres Landes stünde uns bevor“,

formuliert es der Präsident der Industriellenvereinigung

(IV) Wien, Christian C. Pochtler.

„Wir reden hier bei einem Embargo nicht

von konjunkturellen Schwierigkeiten, Kurzarbeit

oder Ähnlichem, wie wir das aus Pandemiezeiten

schon kennen. Wir reden hier von

geschlossenen Industrien, auf unabsehbare

Zeit. Von Massenarbeitslosigkeit sowie plötzlichem,

aber heftigem und vor allem nachhaltigem

Wohlstandsverlust für ganz Österreich“,

warnt Pochtler deutlich.

Wenn Österreich seine wirtschaftlichen Aktivitäten

in einem derartigen Ausmaß zurückfahren

müsse, wie es ein Aus der Gaslieferungen aus

Russland bedeuten würde, dann „löst dies eine

ganze Kettenreaktion an Katastrophen aus.

Wer in Österreich ein Gasembargo fordert,

nimmt in Kauf, unser Land und seine Menschen

zu ruinieren“, so der IV-Wien-Präsident

eindringlich. „Dabei kann keiner sagen, ob

solch eine Maßnahme überhaupt dazu dient,

diesen Krieg zu verkürzen.

Der russische Präsident scheint wenig besorgt

um das Wohlergehen der eigenen Soldaten

oder Bürger. Warum sollten ihn weitere Sanktionen

beeindrucken?


Außerdem haben Analysen zu den Wirkungen

von Wirtschafts-Sanktionen bei bewaffneten

Konflikten gezeigt, dass sie nicht zu einer beschleunigten

Beendigung führen“, ist Pochtler

überzeugt. Die humanitäre Krise in der Ukraine

zu beenden, müsse das Ziel der westlichen

Staatengemeinschaft sein. Dem stimmt auch

der Industrielle zu.

„Es ist daher verständlich, dass man angesichts

der schrecklichen Nachrichten und Bilder

den Aggressor möglichst rasch und empfindlich

treffen will. Wir alle wollen, dass dieser

Krieg so bald wie möglich endet, aber wir

sollten nüchtern unsere Handlungsoptionen

abwägen. Ansonsten ruinieren wir, was Generationen

in Österreich aufgebaut haben,

ohne erkennbaren Gewinn oder Gegenwert,

weder für uns noch sonst wen“, warnt Pochtler

abschließend.

(PN)

Peter R. Nestler

„Das UMWELT JOURNAL

hat auch im zweiten Jahr

der Pandemie eindrucksvoll

sein modernes

Medienkonzept unter

Beweis gestellt.“

HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER

UMWELT-JOURNAL.AT


LOGISTIK express 2/2022 | S10

HANDEL WIRTSCHAFT

Konsumausgaben:

Schlechte

Aussichten

für den Handel

Die Corona-Gefahr geht zurück,

doch der Ukraine-Krieg, steigende

Rohstoffkosten und die ungewohnt

hohe Inflation dämpfen die

Kauflust… Handelsverband CEO

Rainer Will zum Status quo und was

nun zu tun ist.

BEITRAG: RAINER WILL

Was jahrzehntelang unvorstellbar

war, ist mit dem Ukraine-Krieg

bittere Realität geworden. Für

uns alle steht jetzt die Bekämpfung

der humanitären Katastrophe vor Ort

an oberster Stelle. Aus wirtschaftlicher Sicht ist

klar, dass der Krieg massiv inflationstreibend

und wachstumsabschwächend wirkt, wir bewegen

uns laut WIFO Richtung "Stagflation".

Aktuell steigen die Rohöl- und Gaspreise in

historische Höhen, Heizen und Tanken ist in Europa

so teuer wie selten zuvor. Auch die Liste

der Sekundärfolgen ist besorgniserregend.

Schon die Pandemie hat gezeigt, wie fragil die

globalen Lieferketten sind. Jeder Strompreisanstieg

und jede Treibstoffkostensteigerung

führen unweigerlich zu einer Erhöhung der

Betriebskosten. Das betrifft alle Wirtschaftsbereiche,

von der Industrie über die Landwirtschaft

und den Handel bis zum Tourismus.

Die Inflation ist hierzulande im März mit 6,8 Prozent

auf den höchsten Wert seit 1984 geklettert,

Deutschland hat mit 7,3 Prozent bereits

die höchste Teuerungsrate seit 1981 erreicht.

Die Preise im Großhandel sind mit 25,6 Prozent

regelrecht explodiert.

Rainer Will, Geschäfttsführer,

Österreichischer Handelsverband

Die Auswirkungen auf die Konsumausgaben

sind gravierend: 53 Prozent der Österreicher

haben ihre Ausgaben in den letzten Wochen

eingeschränkt, 14 Prozent müssen sich aus finanziellen

Gründen auf den Kauf lebensnotwendiger

Güter beschränken. Daher ist klar,

dass viele Geschäfte des nicht-lebensnotwendigen

Handels auch im Sommer 2022

einen Überlebenskampf führen werden, selbst

wenn sich die Corona-Fallzahlen deutlich re-


„INVESTITION NACHHALTIGE LOGISTIK“

Im Gespräch mit Post AG Vorstand für Paket & Logistik

Peter Umundum über Innovationen und Investitionen

in und für eine nachhaltige Logistik.

Mehr auf logistik-express.com

LOGISTIK express

Ausgabe 3/2021

duzieren. Der Flächenschwund im Non-Food-

Handel von zuletzt 500.000 Quadratmetern –

umgerechnet rund 80 Fußballfelder – wird sich

inflationsbedingt auch heuer fortsetzen. Der

Ukraine-Konflikt trübt vor allem die Aussichten

für den textilen Einzelhandel ein. Einer brandneuen

Studie zufolge könnte der Modehandel

heuer in Europa rund 4,85 Milliarden Euro an

Konsumausgaben verlieren, allein in Österreich

rechnen wir mit einem Minus von 120 Millionen

Euro.

Daher braucht es jetzt strukturelle Maßnahmen

zur Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung.

Das 2 Milliarden Euro schwere Energiepaket

der Bundesregierung war ein erster wichtiger

Schritt. Weitere müssen folgen, insbesondere

die Abschaffung der kalten Progression sowie

eine substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten.

2022 entscheidet sich, ob und wie unser Land

aus der Corona-Krise herausgeführt wird.

Wir werden sehen, welche Auswirkungen

der Ukraine-Konflikt auf Österreich und ganz

Europa haben wird. Ich hoffe, dass dieser Krieg

bald zu Ende geht, wir die Pandemie überwinden,

den Fachkräftemangel entschärfen und

die historischen Energiepreissteigerungen einigermaßen

unbeschadet überstehen. Denn

die ultimative Jahrhundert-Herausforderung

steht uns noch bevor: die erfolgreiche

Bekämpfung der Klima-Krise.

(RED)

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LOGISTIK express 2/2022 | S12

HANDEL LOGISTIK

Klimaneutrale

Paketzustellung –

Die besten Tipps &

Tricks für Händler

Nachhaltigkeitsaspekte beeinflussen heute

das Konsumverhalten von mehr als der Hälfte

der Bevölkerung. Beinahe jeder zweiter Verbraucher

wechselt mittlerweile zu weniger

bekannten, dafür nachhaltigeren Marken.

BEITRAG: GERALD KÜHBERGER

Nachhaltigkeit endet für Konsumenten

jedoch nicht beim Produkt,

sondern zieht sich durch die gesamte

Wertschöpfungskette. Somit

spielt mit dem steigenden eCommerce auch

eine klimaneutrale Paketzustellung eine immer

größere Rolle, ist Magdalena Wallis, Program

Manager der Climate Ranger Academy von

GLACIER, überzeugt.

Die “letzte Meile” der Paketzustellung

soll grüner werden

Aber warum muss die Paketzustellung erst klimaneutral

werden? Eine klassische Paketlieferung

verursacht CO2-Emissionen, da Energie

aufgewendet werden muss, um die Pakete

zu bewegen. Einerseits durch die Verbrennung

fossiler Energieträger beim Transport mit

herkömmlichen PKWs, LKWs oder Flugzeugen,

aber auch bei der Produktion der Verpackungsmaterialien,

die für den Versand der

Ware benötigt werden. Diese zusätzlichen

CO2-Emissionen verstärken die Klimakrise und

gefährden somit das Leben auf der Erde, wie

wir es kennen. Beim Versand von Waren kann

daher auf Seite der Händler darauf geachtet

werden, dass keine unnötige Umweltbelastung

entsteht.


Damit eine ganzes Unternehmen, ein Produkt

oder eine Dienstleistung (wie z.B. das Zustellen

eines Pakets) sich klimaneutral nennen darf,

muss jedoch gesichert sein, dass die Menge

an schädlichen Treibhausgasen in der Atmosphäre

sich dadurch rechnerisch nicht erhöht.

Um klimaneutralen Versand anbieten zu können

gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder

es werden alle CO2-Emissionen von Anfang

an vollständig vermieden, oder es werden

Maßnahmen zur teilweisen Reduktion des

CO2-Ausstoßes gesetzt und die verbleibenden

Emissionen werden nachträglich über den

Emissionshandel kompensiert. Obwohl der

erste Ansatz natürlich aus Umweltsicht ideal

wäre, gestaltet sich eine 100%-ige Vermeidung

von Treibhausgasemissionen zumeist als

schwierig. Deswegen wird in der Regel eine

Version des zweiten Ansatzes gewählt.

Um die Klimabelastung so gering wie möglich

zu halten, sollte sowohl bei der Verpackung

als auch beim Transport von Waren jedoch

zuerst darauf geachtet werden, so viel

CO2-Emissionen wie möglich zu vermeiden.

Erst im zweiten Schritt sollten Emissionen, die

nicht vermeidbar sind, kompensiert werden.

Dieses grundlegende Prinzip ist für alle

klimaschädlichen Prozesse anzuwenden.

Obwohl bei klimaneutralem Versand oft ausschließlich

der Transport beachtet wird, sollte

man als Unternehmen schon bei der Verpackung

des Pakets darauf achten, so ressourceneffizient

wie möglich zu handeln. Eine klimaneutrale

Paketzustellung sollte im Idealfall

sowohl eine klimaneutrale Verpackung als

auch einen klimaneutralen Transport beinhalten.

Im Folgenden geben wir Einblicke in

die Handlungspotenziale in beiden Bereichen.

Klimafreundliche Paketverpackung –

Schritt für Schritt

Häufig werden versendete Ware mehrmals in

Plastik verpackt. Dies wird von Konsumenten

kritisch betrachtet und ungern gesehen. Um

als Unternehmen klimafreundlicher zu agieren

und von den Kunden als glaubwürdig wahrgenommen

zu werden, gilt es die Paketverpackung

passend zum klimaneutralen Versand

zu gestalten. Auch hier heißt es zuerst Verpackung

reduzieren. Im zweiten Schritt sollte

unvermeidbare Verpackung durch nachhaltigere

Verpackungsmaterialien ersetzt werden,

um so den CO2 Fußabdruck möglichst gering

zu halten.


LOGISTIK express 2/2022 | S14

Da viele Onlinehändler kostenlose Retouren

anbieten, bestellen Konsumenten Waren

oft in vielfacher Ausführung, nur um sie anschließend

wieder zurück zu schicken. Durch

kostenlosen Versand wird darüber hinaus die

Hemmschwelle für Kunden herabgesetzt,

Produkte zu bestellen, die sie gar nicht benötigen

oder wirklich wollen und im Anschluss

ebenfalls retournieren. Von Seiten der Händler

könnte daher auf kostenlose Retouren verzichtet

werden.

Um Verpackungsmaterial zu reduzieren, sollten

zum Beispiel keine großen Pakete für kleine

Waren genutzt werden. Nicht nur, dass große

Pakete mehr Platz beim Transport benötigen,

ist problematisch: Ist das Paket deutlich größer

als die Ware selbst, muss der freie Platz zusätzlich

noch mit Füllmaterial aufgefüllt werden.

Händler sollten daher darauf achten, die

Verpackung an die Größe des Produkts anzupassen.

Wurde reduziert was möglich ist,

gilt es im nächsten Schritt auf klimafreundliche

Verpackungsalternativen umzusteigen.

Dafür bieten sich rezykliertes Füllmaterial oder

Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen

an. Eine weitere Möglichkeit besteht darin,

Verpackungsmaterial wieder zu verwenden.

So könnten die Kunden beim Kauf im Onlineshop

angeben, ob sie ihr Produkt in einer

neuen Verpackung erhalten wollen oder

ob eine bereits genutzte in Frage kommt.

Immer mehr Unternehmen testen wiederverwendbare

Paketverpackungen, die nach

der Lieferung an die Kunden wieder an den

Paketlieferant zurückgeschickt werden. Wie

eine grünere Paketverpackung in Zukunft aussehen

könnte, testet die österreichische Post

mit den Handelsunternehmen dm, INTERSPAR-

Onlineshop weinwelt.at, INTERSPORT, Tchibo

und Thalia.

Grüner Transport für eine grüne Zukunft

Ist die Entscheidung über die Paketverpackung

gefallen, den Versand so klimafreundlich

wie möglich zu gestalten. Um die Transportstrecken

und damit die CO2-Emissionen möglichst

gering zu halten, können verschiedene

Strategien angewandt werden.

Eine andere Möglichkeit wäre, keinen Expressversand

anzubieten. Dabei wird es den

Zustellern aufgrund der fehlenden Zeit oft

nicht ermöglicht, Pakete zu sammeln und gemeinsam

auszuliefern. Express-Versand über

Landesgrenzen hinaus findet außerdem aufgrund

des Zeitdrucks meist mit dem Flugzeug

statt. Da Lufttransport zu den emissionsintensivsten

Versandarten zählt, ist dies generell

zu vermeiden. Stattdessen könnten Bestellungen

an eine bestimmte Destination (z.B. bei

einem Salzburger Unternehmen nach Wien)

für jeweils eine Woche gesammelt und dann

gebündelt verschickt werden. Wurden die

Transportstrecken minimiert, gilt es nun auf

klimafreundliche Transportmöglichkeiten zu

setzen. In vielen österreichischen Städten haben

sich regionale Fahrradkuriere wie Heavy

Pedals oder Goodville in Wien oder TEMPO in

Linz etabliert. So kann es nicht nur zur Einsparung

von CO2-Emissionen kommen, sondern

auch die regionale Wertschöpfung gestärkt

werden.

Für längere Versandstrecken sollte darauf

geachtet werden, einen klimaneutralen Versandpartner

zu wählen. Dabei sollte auch auf

die Qualität der deklarierten Klimaneutralität

geachtet werden. Auch hier gilt wieder das

Prinzip: Zuerst reduzieren, dann kompensieren.

Während sich manche Versandunternehmen

ambitionierte Ziele zur CO2-Reduktion gesetzt

haben, kompensieren andere Versandunternehmen

einfach nur ihre Emissionen, ohne

vorab Anstrengungen zu unternehmen, sie

zu reduzieren. Fest steht, dass es viele verschiedene

Ansatzmöglichkeiten gibt um den

CO2 Fußabdruck von Paketzustellungen so

niedrig wie möglich zu halten. Wählen Sie den

richtigen Startpunkt für ihr Unternehmen und

beginnen Sie bereits heute mit ihrer Transformationsreise

zu einem klimafreundlicheren

Unternehmen. (RED)


Infos & Tickets unter

www.ecommerce-day.at

eCOMMERCE

DAY

2022

22. JUNI

Nordlicht, Wien

Early Bird

Tickets bis

11. Mai


LOGISTIK express 2/2022 | S16

BLICKPUNKT

Das war das

Handelskolloquium

2022

250 führende Branchenvertreter diskutierten

am 21. April beim traditionsreichen

Handelskolloquium über den Status Quo

und die Zukunft des Handels in Zeiten der

Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges.

Im Mittelpunkt der bereits 32. Ausgabe des

jährlichen Retail-Kongresses standen der

Personal- und Fachkräftemangel, die wirtschaftlichen

Auswirkungen des Ukrainekonflikts

auf Handel und Gesellschaft, nachhaltige

Standortstrategien sowie neue Trends

im Lebensmittelhandel.

TEXT: HANDESVERBAND

Die Riege hochkarätiger Speaker

wurde angeführt vom Wiener

Stadtrat Peter Hanke, Neos-Gründungsmitglied

Matthias Strolz,

Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer

und zahlreichen heimischen Führungskräften

des Handels wie Peter Schmid (Metro), Karin

Saey (Dorotheum Juwelier), Norbert Scheele

(C&A), Dieter Wasserburger (Rewe), Simon

Lindenthaler (Lidl), Maurice Beurskens (Gurkerl)

und Nikolas Jonas (Mjam) sowie den Experten

Heike Haring-Latzke (ePunkt), Kathrin

Neumüller (Universität St. Gallen), Utho Creusen

(Universität Münster), Martin Unger (EY),

Hannes Lindner und Roman Schwarzenecker

(beide Standort+Markt), Mario Schwaiger

(EHL), Lili Pajer (Google), Kai Herzberger (Meta/

Facebook), Elisabeth Christen (WIFO), Michael

Buttkus (Horváth) sowie Stephan Mayer-

Heinisch und Rainer Will (beide Handelsverband).

Den Entertainment-Part übernahm

ORF Mentalist Harry Lucas, moderiert wurde

die Veranstaltung von Daniel Cronin.

Die Pandemie als Balance-Akt

"Wir erleben aktuell eine Zeitenwende. Die

Pandemie begleitet uns seit mehr als zwei

Jahren, seit Februar herrscht noch dazu Krieg

in Europa. Diese beiden Faktoren haben eine

ganze Reihe von Nebenwirkungen und Kettenreaktionen

ausgelöst, die uns zurzeit das Leben

schwermachen. Die Inflation ist zuletzt auf 6,8

Prozent geklettert und sie ist gekommen, um

zu bleiben", so Handelsverband-Präsident

Stephan Mayer-Heinisch in seiner Eröffnungsrede.

Ähnliches gelte für den Personal- und Fachkräftemangel.

Zurzeit sind rund 20.000 Stellen

im Handel unbesetzt. Generell sei es wichtig,

nicht ins Klein-Klein zu verfallen.


"Wir müssen endlich den Mut aufbringen, verkrustete

föderale Strukturen zu hinterfragen

und neue Wege einzuschlagen. Wir haben

in den letzten Jahren gelernt, mit Krisen gut

umzugehen. Wir werden auch diese Krisen

meistern. Klar ist aber auch: Jetzt sind Schlechtwetterpiloten

gefragt, keine Schönwetterpiloten",

ist Mayer-Heinisch überzeugt.

Apropos Schlechtwetter: Der Flächenschwund

im Handel von 500.000 Quadratmetern im

Vorjahr – umgerechnet rund 80 Fußballfelder

– wird sich laut Prognosen des Handelsverbandes

heuer fortsetzen. "Sie sagen es ist ein

Strukturwandel, wir sagen es sind fehlende

oder nicht treffsichere Hilfen. 2022 ist ein entscheidendes

Jahr. Im Pandemie-Management

und im Umgang mit den Folgen des Krieges

vor unserer Tür. Es braucht jetzt einen Master-

Plan für den Herbst. Die Politik darf die Fehler

der letzten beiden Jahre nicht wiederholen",

appellierte Handelsverband-Geschäftsführer

Rainer Will an die Bundesregierung. Wie schwierig

dieser tägliche Balanceakt zwischen

Pandemie und Ökonomie tatsächlich ist, illustrierte

Peter Hanke, Stadtrat für Finanzen und

Wirtschaft der Stadt Wien, in seiner Keynote.

Er versicherte der anwesenden Händlerschaft

seine Unterstützung bei der Bewältigung der

aktuellen Krisen und versprach: "Wir werden

dafür sorgen, dass die Stadt Wien auch in den

kommenden 10 Jahren an der Spitze der weltweit

lebenswertesten Städte bleiben wird."

The Great Resignation?

Das erste Podium beim Handelskolloquium

2022 widmete sich dem Thema Personal- und

Fachkräftemangel und damit auch der Frage,

wie die Arbeitswelt der Zukunft konkret aussehen

wird. Dazu diskutierten Kathrin Neumüller

(Universität St. Gallen), Heike Haring-Latzke

(ePunkt) und NEOS-Mitgründer Matthias Strolz

mit den beiden Handelsvertretern Karin Saey

(Dorotheum) und Peter Schmidt (METRO). Das

Fazit? HR ist eine Generationenfrage, die Gen

Z tickt völlig anders als die Generation X oder

Y. Was alle verbindet, ist der Wunsch nach

Wertschätzung und Selbsterfüllung im Job.


LOGISTIK express 2/2022 | S18

And the Winner is...

Ein Highlight des Events war die Verleihung

des HV Wissenschaftspreises. Mitinitiator

Utho Creusen und HV-Vizepräsident Norbert

Scheele (C&A) zeichneten Jana Walch (FH

St. Pölten; beste Bachelorarbeit), Katharina

Holland (IMC FH Krems, beste Masterarbeit)

und Kathrin Neumüller (Universität St. Gallen;

beste Dissertation) aus. Die drei Studentinnen

hatten sich unter mehr als 60 Einreichungen

durchgesetzt. Der Handelsverband gratuliert

herzlich.

Der Tenor: Leerstände und Geschäftsflächenrückgänge

bieten immer auch eine Chance.

Fünf Faktoren sind laut Wasserburger entscheidend

für einen gesunden Handel in der Stadt

bzw. im Ort: ein schönes Zentrum (Hauptplatz),

eine gute Grundfrequenz (z.B. durch Ämter

und Behörden), geeignete Geschäftsflächen,

eine hervorragende Erreichbarkeit sowie gute

Parkmöglichkeiten.

(RED)

Quo Vadis Metaverse

Kaum ein Thema beschäftigt die globale Tech-

Community zurzeit stärker als das Metaverse

- und kein Unternehmen wird stärker damit

verbunden als Facebook, das mittlerweile unter

dem Namen Meta firmiert. Kai Herzberger

gab einen spannenden Einblick in den Status

Quo und die aktuellsten Entwicklungen rund

um die virtuelle Realität und appellierte an die

Händler, den Einstieg in dieses Abenteuer zu

wagen. Denn: Der Handel ist im Wandel und

jeder Handelsbetrieb entscheidet selbst, ob er

verändert wird oder den Wandel aktiv vorantreibt.

Vom Bären zum Bullen...

Im anschließenden Podium mit Hannes Lindner

(Standort+Markt), Markus Mendel (EHL),

Michael Buttkus (Horvath & Partners) und

Dieter Wasserburger (REWE) standen

nachhaltige Standortstrategien im Fokus.


EVENTS

HV Events im

Überblick

Das Ganztagesevent eCommerce Day

#gamechanger ist der Treffpunkt der eCommerce

Branche und beschäftigt sich mit den

aktuellen Trends und Herausforderungen im

Onlinehandel. Die Schwerpunkte des Events

2022 sind Shopsysteme, Marketingmaßnahmen

im eCommerce, Cross Border Strategien,

Nachhaltigkeit, Live Shopping und Logistiklösungen.

Im Rahmen der Veranstaltung

werden die Austrian Trustmark Awards verliehen.

Der eCommerce Day 2022 findet

am 22. Juni 2022 im Nordlicht in Wien statt.

www.handelsverband.at

Der TECH DAY vereint die technologischen

Trends, zukunftsweisende Entwicklungen

und innovative Unternehmen im Handel. Der

Event verbindet Kurzvorträge und Messeelemente

miteinander und versteht sich

als Brückenveranstaltung von Technik und

Handel. Im Rahmen der Veranstaltung werden

auch die Austrian Retail Innovation Awards

verliehen. Der Tech Day 2022 findet am 17.

November 2022 im Thirty Five in Wien statt.

www.handelsverband.at

In Kooperation mit Regal wird der „Tag des

Handels – Austrian Summit for Retail & Branded

Goods“ erneut in Gmunden über die Bühne

gehen. Wie gewohnt stehen Trends & Herausforderungen

des Lebensmitteleinzelhandels

im Mittelpunkt des 2-tägigen Branchenhighlights.

Zudem werden die Themen wie Standortentwicklung

& POS Innovationen abgedeckt.

Der Tag des Handels 2022 findet am 29.

& 30. September 2022 in Oberösterreich statt.

www.handelsverband.at


LOGISTIK express 2/2022 | S20

BLICKPUNKT

Dematic optimiert in

Kollaboration mit STILL

Kleinteile-Lager von

Siemens

Entwicklung, Engineering, Produktion, Prüfung

und Vorinbetriebnahme – das Siemens-Werk

für Kombinationstechnik in Chemnitz (Siemens

WKC) ist führend im Schaltanlagenbau für

Werkzeug- und Produktionsmaschinen in

Europa. Hier fertigt der Technologiekonzern

modernste elektrische Ausrüstungen sowie

Baugruppen und Geräte für den weltweiten

Bedarf von Maschinen- und Anlagenbauern.

Dazu zählen auch Projekte im Logistik- und

Automotive-Bereich. Allerdings hatte das bisherige

manuelle Fachbodenlager für Kleinteile

seine Kapazitätsgrenzen erreicht, weshalb Siemens

WKC auf der Suche nach einem effizienteren

Lagersystem war.

BEITRAG: REDAKTION

Das Unternehmen entschied sich auf

ein Ware-zur-Person-Stückgut-Kommissioniersystem

von AutoStore®

umzustellen. Die Konzeption des

neuen Logistikkonzeptes erfolgte durch den

langjährigen Partner, die Still Intralogistik-Beratung.

Diese umfasste die Automatisierung des

Kleinteile-Lagers durch die AutoStore®-Anlage.

Mit der Installation des kompakten Stückgut-Kommissioniersystems

sowie der direkten

Anbindung an die Fördertechnik beauftragte

Siemens im Weiteren den Intralogistikspezialisten

Dematic. Rund 46.000 Schaltanlagen

und kundenspezifische elektronische Komponenten

für den weltweiten Markt werden

im Siemens WKC jährlich gefertigt. Im Lauf

der Jahre haben sich durch die erhöhte Auftragslage

Volumen und Durchsatz im Lager

der Betriebsstätte Leipziger Straße deutlich erhöht.

Dadurch wurde eine Reorganisation der

gesamten Lagerbewirtschaftung erforderlich:

„Bis dahin haben wir noch mit einem manuellen

Modulregallager gearbeitet“, berichtet

Carsten Sambo, Leiter Inbound-Logistik,

Siemens WKC. Das ehemalige manuelle Lager

genügte den aktuellen Ansprüchen jedoch

nicht mehr.

Automatisierung des Produktionslagers mit

AutoStore®

Siemens initiierte deshalb die Suche nach einer

neuen Lösung: „Unser Ziel war es, Planung

und Fertigung möglichst effizient zu gestalten.

Gleichzeitig sollte die Durchlaufzeit reduziert

und natürlich die Kosten gesenkt werden“, erläutert

Carsten Sambo. Eine weitere Vorgabe

war: Die neuen Lagersysteme sollten samt Fördertechnik

auf der gleichen Stellfläche im bestehenden

Gebäude und während des laufenden

Betriebs installiert werden. Als langjähriger

Partner von Siemens hatte zunächst die Still Intralogistik-Beratung

die Ausplanung des Logistikkonzepts

übernommen. Diese beinhaltete

die Automatisierung des Kleinteilelagers durch

ein AutoStore®-System, um die Versorgung

der Produktion mit Kleinteilen zu verbessern.

„Im Siemens Werk Bad Neustadt (EWN) haben

wir bereits sehr gute Erfahrungen mit diesem

Lagersystem sammeln können“, so Carsten

Sambo. Im Vergleich zum vorherigen manuellen

System, kann ein bis zu viermal größerer

Bestand untergebracht werden. Bereits nach

kurzer Einführungsphase erreichte das Siemens


WKC zudem eine Kommissionierleistung von

75 Auslagerungspositionen (AP) pro Stunde

und Mitarbeiter. Diese lag zuvor bei lediglich

30 AP. Mithilfe der Anlage soll diese Leistung

noch um mindestens weitere 15 Prozent gesteigert

werden.

Als weltweiter Distributionspartner von Auto

Store® und mit entsprechend großer Erfahrung

und Expertise wurde Dematic hinzugezogen.

Die KION-Konzernschwester wurde als

System-Integrator von Siemens beauftragt,

AutoStore® und eine direkte Anbindung

der Dematic-Fördertechnik für eine weitestgehende

Automatisierung des Materialflusses

und damit eine optimale Produktionsversorgung

zu implementieren. Ein großer Vorteil der

Stückgut-Kommissionierlösung ist, dass sie nur

wenig Platz benötigt. Den gewonnenen Raum

kann Siemens für die Lagerung größerer Materialpositionen,

wie bzpw. Gehäuse für Schaltanlagen

nutzen. STILL lieferte für das Lager

eine Regalanlage für circa 12.000 Stellplätze

sowie 2.100 Quadratmeter Bühnenfläche

als Teil des logistischen Gesamtkonzepts.

Das Siemens Werk für Kombinationstechnik

Chemnitz

Das Siemens-Werk für Kombinationstechnik

in Chemnitz (WKC) hat eine lange

Tradition im Schaltschrankbau für Werkzeugmaschinen

sowie eine Vielzahl an

Branchen im allgemeinen Maschinenund

Anlagenbau. Dazu zählen auch Projekte

im Logistik- und Automotive-Bereich.

Das Leistungsangebot umfasst das komplette

Spektrum vom Applikations-Engineering,

über die Materiallogistik und

Montage elektrischer Ausrüstungen bis hin

zur Prüfung und Vorinbetriebnahme. Die

Lieferungen an Kunden erfolgen weltweit.

Der konkrete Leistungsumfang wird auftragsbezogen

von den jeweiligen Kunden

individuell bestimmt. WKC ist zudem ein

anerkanntes Kompetenzzentrum für die

Klimatisierung von Schaltausrüstungen,

verfügt über ein eigenes Wärmelabor mit

entsprechenden Lasttestfähigkeiten und

ist zertifizierter UL-Panelshop.


LOGISTIK express 2/2022 | S22

Kapazitäten deutlich erhöht

Das von Dematic implementierte Fördersystem

verfügt über zwei Ebenen. Im Wareneingang

werden eingehende Pakete zunächst

gescannt und über einen Lift in die obere

Ebene transportiert. Dort wird die Ware automatisch

und zufällig an den acht Umfüllstationen

verteilt. Über die untere Ebene wiederum

gelangen leere AutoStore®-Behälter zu den

Arbeitsplätzen. Nach der Befüllung werden

die Behälter zum automatischen Kleinteilelager

befördert. Um sicherzustellen, dass diese

das zulässige Maximalgewicht von 30 Kilogramm

nicht überschreiten, erfolgt zuvor eine

Gewichtskontrolle. Über Transferzellen werden

Behälter selbsttätig und in einem Schritt von

den AutoStore® -Robotern abgegeben und

aufgenommen. Das kompakte Kleinteilelager

AutoStore® selbst nimmt lediglich eine Fläche

von 760 Quadratmetern ein. Es umfasst insgesamt

mehr als 45.000 Behälter, die in verschiedene

Fächer unterteilt sind und so mehrere unterschiedliche

Produkte aufnehmen können.

Mit dem Abruf aus der Produktion startet der

Kommissionier-Prozess, also die Bereitstellung

der Ware an die interne Logistik, die die

Materialien produktionsgerecht aufbereitet

und für die Fertigung bereitstellt. Die Zusammenstellung

der Aufträge erfolgt durch 34

mobile Roboter, die auf der Oberseite des

AutoStore®-Systems fahren. Sie holen die Kisten

aus dem Grid und bringen sie der Reihe

nach an den Port, sodass die Mitarbeiter unterbrechungsfrei

ihrer Kommissioniertätigkeit

nachgehen können. Zuvor mussten sie hierfür

Dematic ist ein Intralogistik-Innovator, der

intelligente, automatisierte Lösungen für

Fertigungs-, Lager- und Vertriebsumgebungen

entwickelt, baut und betreut.

Zum Kundenstamm gehören einige der

weltweit führenden Marken, die mit Installationen

von Dematic die Zukunft des

Handels vorantreiben. Das globale Dematic

Netzwerk mit Entwicklungszentren,

Produktionsstätten und Servicestandorten

mit 10.000 Mitarbeitern in mehr als 25

Ländern hat mit dazu beigetragen, mehr

als 6.000 Kundeninstallationen zu realisieren.

Dematic mit Sitz in Atlanta, Georgia,

USA, ist ein Unternehmen der KION Group,

einem der weltweit führenden Anbieter

von Flurförderzeugen und Supply-Chain-

Lösungen, sowie ein führender Anbieter

von Lagerautomation.


lange Strecken zurücklegen, um die einzelnen

Artikel zu kommissionieren. Mit derselben Zahl

an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann

Siemens dank AutoStore® nun mehr Aufträge

in kürzerer Zeit abwickeln. „Gleichzeitig sorgt

das System für deutlich weniger Fehler bei der

Zusammenstellung“, so Carsten Sambo.

Für die Zukunft gerüstet

In der AutoStore®-Anlage können auf derselben

Stellfläche ein bis zu vier Mal größerer

Bestand untergebracht werden als in herkömmlichen

Lagersystemen. „Der Vorteil des

Systems ist die maximale Verdichtung des Lagers.

Denn das Besondere an diesem Cube-

Storage-System ist ein sich selbsttragendes

Aluminium-Raster (Grid), dessen modularer

Aufbau es erlaubt, Behälter dicht neben- und

übereinander zu stapeln. Darüber hinaus ist es

dezentral organisiert. Das heißt, fällt ein Roboter

aus, läuft das System weiter, ohne das es zu

einem Ausfall kommt“, erklärt Carsten Sambo

und fügt an: „Im AutoStore® haben wir täglich

Abrufe von über 7.000 verschiedenen

Kommissionier-Positionen. Um morgens schnell

auf die benötigte Ware zugreifen zu können,

haben wir eine Prognose-Funktion für die

Auslagerung bzw. Nachtschicht-Umlagerung

programmiert.“ Über Nacht wird der Bedarf

für den nächsten Tag geprüft. Die ermittelten

Materialien werden aus den untersten Ebenen

der AutoStore-Anlage in den oberen Bereich

des Grids umgelagert. „Somit ist gewährleistet,

dass mit dem Beginn der Frühschicht schnell

auf die erforderlichen Behälter zugegriffen

werden kann.“ Das Konzept zum Ablauf der

neuen Intralogistik wurde in enger Kollaboration

aller Beteiligten entwickelt. Am Ende

zieht Carsten Sambo folgendes Resümee:

„Mit dem neuen Lager sind wir für die Zukunft

bestens gewappnet, da dessen Skalierbarkeit

schon bei der Planung berücksichtigt wurde.

Die Lager- und Kommissionier-Kapazitäten zu

steigern sowie das Handling und die gesamte

Lagerbewirtschaftung effizienter zu gestalten,

wurden bestens erfüllt.“ Das die Produktionsversorgung

störungsfrei aufrechterhalten

werden konnte, war für den Projektleiter von

Siemens ein persönliches Highlight. (RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S24

ECOMMERCE LOGISTIK

Heimischer

Onlinehandel:

Herausforderungen

durch Corona-Krise

Seit zwei Jahren begleitet uns Corona auf

Schritt und Tritt und nimmt Einfluss auf die

verschiedensten Bereiche unseres Alltags.

Auch vor unseren Kaufgewohnheiten nimmt

es nicht halt und stellt den heimischen Onlinehandel

vor neue Herausforderungen.

BEITRAG: FRANZISKA LASKI

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben

viele Unternehmen ihre Angebote

digitalisiert, um auch außerhalb der

Geschäftszeiten für Kunden erreichbar

bzw. sichtbar zu sein. Viele Händler waren

Anfang 2020 gezwungen ihre stationären

Geschäfte zu schließen und auf den digitalen

Weg ihre Waren zu vertreiben. Auch Konsumenten

mussten teilweise über Umwege

an ihre Produkte kommen, weshalb sich der

Onlinehandel in Österreich mit +17% seit Anfang

2020 weiterhin auf Wachstumskurs befindet

und stetig an Bedeutung gewinnt.

Neben Elektrogeräten, Bekleidung und Büchern

konnten beispielsweise Drogeriewaren

einen Zuwachs von 36% verzeichnen. Auch

Möbel (+40%) und Lebensmittel (+46%) wurden

im Vergleich zu den Vorjahren verstärkt

online eingekauft. Eine große Auswahl an Produkten

sowie Anbieter und schnelle Lieferzeiten

lassen das Online-Bestellen zur Normalität

werden, was in Österreich schon jetzt einen

Handel ohne das Internet unvorstellbar macht.

1/3 wird im heimischen Onlinehandel bestellt

Trotz erhöhten Onlineeinkäufen seit der Pandemie

profitieren österreichische Onlineshop-Besitzer

nur mäßig davon. Bestellungen aus dem

Ausland und hier vor allem von großen Online-Marktplätzen,

wie Amazon, stiegen in den

letzten zwei Jahren um 64% an. Somit wird nur

jedes dritte Paket bei heimischen Webshops

gekauft.

Die Herausforderungen für regionale Onlineshopbetreiber

sind nämlich vielfältig.

Sowohl das Warenangebot steigt als auch die

Zahl konkurrierender Firmen und damit auch

der Wettbewerb, was die Reichweite eines


Onlineshops einschränken kann. In weiterer

Folge führt eine zu geringe Sichtbarkeit zu wenig

Kundenbesuchen. Laut Studien kämpfen

somit 41% der Onlineshopbesitzer mit starkem

Konkurrenzdruck und 34% mit der Digitalisierung

und dem damit verbundenem Online-Marketing

ihres Unternehmens. Internet-Giganten,

wie Amazon, welche genügend Ressourcen

in diesen Bereichen aufweisen, nutzen ihren

starken Internetauftritt, um auch über die Landesgrenzen

hinweg Umsätze zu generieren.

Die letzten zwei Jahren haben somit gezeigt,

dass sich eCommerce zwar auf dem Vormarsch

befindet, jedoch noch viel Potenzial

für heimische Unternehmen bereithält, um sich

gegen die „Big Player“ behaupten zu können.

Wachstum im heimischen

eCommerce ankurbeln

Das junge Unternehmen boomerank sieht hier

mit ihrer AI-basierten Performance Marketing

Software eine Chance die heimische Wirtschaft

zu fördern und den eCommerce-Markt

für österreichische Unternehmen zugänglicher

zu machen. Damit soll nicht nur die Diversität

am Markt gefördert, sondern auch der Wettbewerb

mit den Konzernen aufgenommen

werden. Geschäftsführer Sebastian Schwelle

sagt, “Unser Ziel war und ist es schon immer

gewesen, einen eCommerce Performance

Assistenten zu bauen mit welchem Onlineshops

durch eine effiziente Kombination von

Google Anzeigen und Suchmaschinenoptimierung

bessere Chancen am wettbewerbsintensiven

Markt bekommen.“ (RED)

LOGISTIKPROFI

Für Ihr Business

sind wir im Einsatz

post.at/businesspaket

Wer in Österreich Paketlogistik sagt, sagt Post. In unserem dichten österreichweiten

Logistiknetz sorgen neben unserem großen Post-Team auch modernste Technologie

und intelligente Prozesse dafür, dass Ihre Pakete rasch und zuverlässig ankommen.

2021 haben wir bereits 184 Millionen Pakete transportiert – und täglich werden es

mehr. Unsere starke Infrastruktur macht uns zu Ihrer starken Versandpartnerin.


LOGISTIK express 2/2022 | S26

EGLO Leuchten GmbH mit Hauptsitz in Pill,

Österreich, ist der Weltmarktführer für dekorative

Wohn- und Außenbeleuchtung

sowie Leuchtmittel mit Schwerpunkt LED.

© EGLO Leuchten GmbH

BLICKPUNKT

WMS-Retrofit für

EGLO Leuchten

bei EGLO eine Neuheit entwickelt. In den

eigenen Produktionsstätten in China, Indien

und Ungarn werden täglich rund 80.000 Leuchten

gefertigt. Über die rund 70 Vertriebsgesellschaften

und verschiedene Vertriebskanäle

wie Baumärkte, Einzelhandel, Möbelgeschäfte,

Onlineversandhändler und den eigenen

Online-Shop finden sie schließlich ihren Weg

zum Kunden.

Modulare Template-Lösung mit SAP® EWM

by KNAPP in vier Zentrallagern.

TEXT: REDAKTION

Lichtgeschwindigkeit. Das ist eine zutreffende

Beschreibung für die überdurchschnittlichen

Wachstumsraten von

EGLO Leuchten GmbH. Nicht nur das

Geschäft und die Anzahl der Mitarbeitenden

nehmen rasant zu, sondern auch die Logistikfläche.

Um die logistischen Prozesse in einer

harmonisierten SAP® End-to-End-Lösung zu

vereinen, entschied sich der Weltmarktführer

in dekorativer Wohn- und Außenbeleuchtung

SAP® EWM by KNAPP in seinen vier Zentrallagern

in Europa einzuführen. Die Implementierung

des neuen Warehouse Management

Systems erfolgte als Template-Lösung, um effizient

auch etwaige zukünftige Standorte integrieren

zu können.

Die EGLO Leuchten GmbH mit Sitz in Pill in

Tirol ist weltweiter Marktführer für dekorative

Wohnraum- und Außenbeleuchtung sowie

Leuchtmittel mit Schwerpunkt auf LED. Das aktuelle

Sortiment umfasst mehr als 4.000 Artikel –

Tendenz steigend. Knapp alle 2 Stunden wird

Andreas Moser, Konzernleitung Logistik,

EGLO Leuchten GmbH: Eine tragende Rolle in

unserer Organisation und unserem stetigen

Wachstum spielt die Logistik. Daher investieren

wir laufend in die Optimierung unserer

Produktions- und Lieferkette, perfektionieren

Prozesse und bauen neue Lager. So haben

wir ein durchgängiges Logistiknetzwerk mit

hohem Liefer-Service-Grad aufgebaut. Um

dafür eine harmonisierte SAP® End-to-End

Lösung zu schaffen, haben wir uns für SAP®

EWM by KNAPP entschieden. Durch die gemeinsame

Realisierungsphase mit KNAPP

bekam unser SAP®-Team das notwendige

Know-how für den Betrieb und die Weiterentwicklung

der Lösung.

Aus 3 macht 4 - Ein modulares SAP® EWM-Template

für ein WMS-Retrofit- & Greenfield-Projekt

Im Blickfeld dieser Modernisierung standen

zunächst die drei bestehenden Zentrallager

in Pill, Österreich, Pásztó, Ungarn, und Oosterhout,

Niederlanden. Im Rahmen eines Retrofit-

Projektes sollte eine Ablöse von einem nicht

von SAP stammenden Lagerverwaltungssystem

mit SAP® EWM by KNAPP erfolgen.

Ergänzend zu der Integration der Bestandsanlagen

von unterschiedlichen Logistikautomatisierungsanbietern

in SAP® EWM an den


An den EGLO-Standorten in Pill, Österreich, und

Magdeburg, Deutschland, ist die bestehende

Fördertechnikanlage über das SAP® EWM-Modul

für Materialflusssteuerung (MFS) in die neue Softwarelandschaft

integriert.

drei Standorten sollte die neue Warehouse

Management Lösung auch mittels Prozessoptimierung

Lagerplatz-Engpässe bei den Sortimentsumstellungen

eliminieren. Der Go-Live

der neuen Software musste zudem während

des laufenden Betriebs erfolgen und im Zuge

der Einführung das SAP®-Team von EGLO

geschult werden. Durch die anhaltende

überdurchschnittliche Geschäftsentwicklung

musste EGLO darüber hinaus sein Lagernetzwerk

erweitern. Mit einer Größe von vier Hektar

an Lager- und Logistikfläche ist das neue Zentrallager

in Magdeburg, Deutschland, das

größte Fertigwarenlager des Unternehmens.

Das automatische Hochregallager umfasst

66.000 Palettenstellplätze – ebenfalls gesteuert

und verwaltet mit SAP® EWM inkl. MFS

(Materialflusssteuerung).

Gerald Lassau, Geschäftsführer, KNAPP IT

Solutions GmbH: Die logistischen Prozesse

und Abläufe für das neue Lager in Magdeburg

sowie die drei bestehenden Zentrallager

wurden von uns eingehend analysiert.

Es bot sich an, SAP® EWM by KNAPP als

modulare Template-Lösung bei EGLO auszurollen.

Diese Variante ermöglicht nämlich

nicht nur eine effiziente Implementierung

von SAP® EWM in den aktuellen vier Zentrallagern,

sondern ist auch flexible und zukunftssicher,

um auf Marktveränderungen

sowie etwaige Erweiterungen im Standortnetzwerk

von EGLO zu reagieren.

Schwerpunkt E-Commerce

Das E-Commerce-Geschäft erfordert eine besondere

Flexibilität der logistischen Prozesse,

denn Versanddienstleister und Onlineshops

haben individuelle Anforderungen an die Intralogistik.

In der SAP® EWM Template-Lösung

sind daher eigens angepasste Prozesse an

den Vertrieb der jeweiligen Onlinehändler von

der Auftragsanlage über das Kommissionieren

bis hin zur Verpackung und den Versand realisiert.

Andreas Moser, Konzernleitung Logistik,

EGLO Leuchten GmbH: Wir sehen uns gegenüber

unserem Mitbewerb durch schnelle

Reaktionen auf Marktveränderungen im

Vorteil. Bereits 2017 haben wir eine E-Commerce

taugliche Webseite etabliert. Zuerst

nur als ein Webschaufenster angelegt,

aktivierten wir im Februar 2020 die ersten

Online-Shops für unsere Vetriebsniederlassungen.

Keine Sekunde zu spät, denn unsere

klassischen Hauptvertriebskanäle, der

Fach- und Einzelhandel, fielen kurz darauf

pandemiebedingt zum Teil für längere Zeit

aus. KNAPP IT Solutions reagierte ebenso

rasch und integrierte die neuen Prozesse für

unsere Onlinevertriebskanäle in der SAP®

EWM Template-Lösung.

24/7 Service über den Go-Live hinaus

Nach dem Go-Live der neuen Softwarelösung

an den Standorten in Pill, Österreich, im Mai

2020 und Magdeburg, Deutschland, im März

2021, folgen die Niederlassungen in Oosterhout,

Niederlanden, und Pásztó, Ungarn,

2022 und 2024. Die Zusammenarbeit mit EGLO

endet aber nicht mit der Inbetriebnahme und

anschließenden Hypercare-Phase. Alle vier

Standorte werden darüber hinaus über den

KNAPP 24/7 SAP® EWM Service Desk während

der Bereitschaftszeit von 06:00 bis 23:00 durch

das KNAPP eigene SAP® EWM Expertenteam

in etwaigen Frage- und Problemstellungen

betreut und unterstützt. (RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S28

UMWELT LOGISTIK

Nachhaltigkeit

gewinnt bei KMUs

trotz Krisenzeit

an Bedeutung

Trotz Ukraine-Krieg und Corona-Pandemie

gewinnt das Thema Nachhaltigkeit bei

österreichischen KMUs an Bedeutung. Dies

zeigt eine aktuelle Umfrage, die vom Marktforschungsinstitut

YouGov im Auftrag von

Visable durchgeführt wurde. Gemäss 49

Prozent der befragten österreichischen

KMUs hat der Stellenwert von Nachhaltigkeit

durch die aktuellen Krisen deutlich (14%)

oder etwas (35%) zugenommen.

BEITRAG: CHRISTIAN ITEN

Rund 80 Prozent aller Unternehmen

haben laut der Umfrage in den letzten

zwölf Monaten Umwelt- und

Klimainitiativen umgesetzt. Bei den

Massnahmen setzt sich vor allem das digitale

Office immer stärker durch, sicher beschleunigt

durch die Notwendigkeiten der Corona-

Pandemie. 41 Prozent der befragten KMUs

haben in den letzten zwölf Monaten vermehrt

auf Home-Office gesetzt. 39 Prozent der Unternehmen

haben auf papierlose Prozesse

umgestellt. 38 Prozent der Unternehmen haben

ihre Meetings bevorzugt online durchgeführt

und rund ein Drittel (29%) hat die eigenen

Dienstreisen reduziert.

Mehr umweltfreundliche Mobilität

Es gibt auch Massnahmen, die wohl völlig

unabhängig von der Pandemie vollzogen

wurden. So haben 14 Prozent der KMUs die

umweltfreundliche Mobilität der Mitarbeitenden

gefördert und 13 Prozent haben neu

Elektrofahrzeuge eingesetzt. Und nochmals

14 Prozent haben ihre Energieversorgung auf

erneuerbare Quellen umgestellt. Das Ergebnis

der Umfrage erstaunt. Hatten die KMUs in

Österreich doch seit einiger Zeit mit vielen

anderen Herausforderungen zu kämpfen.

„Die aktuellen Krisen stellen Unternehmen

auf unterschiedlichsten Feldern vor enorme

Probleme: Massiv steigende Energiekosten

und unterbrochene Lieferketten sind nur zwei

Beispiele. Trotzdem verliert das Thema Nachhaltigkeit

dadurch nicht an Bedeutung – ganz

im Gegenteil: Gerade die Krisen zeigen den

Unternehmen, dass nur nachhaltiges und

vorausschauendes Wirtschaften in allen Bereichen

ihre Betriebe zukunftssicher macht“,


erklärt Visable-CEO Peter F. Schmid. Visable

hat als Betreiber der europaweit

führenden Online-B2B-Plattformen wlw

(früher „Wer liefert was“) und EUROPA-

GES über das Marktforschungsinstitut

YouGov im Zeitraum vom 5. bis 10 April

2022 220 Entscheider aus kleinen und

mittleren Unternehmen in Österreich

befragt. Die Umfrage fand aus Anlass

der „Leaders for Climate Action Week“

statt. Visable unterstützt die Organisation

„Leaders for Climate Action (LFCA)“

bei ihrem Ziel, in der Aktionswoche vom

18. bis 24. April 2022 insgesamt 100 Millionen

Menschen mit Informationen zum

Thema Klimaschutz zu erreichen.

Stellenwert von Nachhaltigkeit hat bei

41 Prozent der befragten deutschen

KMUs deutlich oder etwas zugenommen.

In der Schweiz ist dies bei 46 Prozent

der KMUs der Fall. In Frankreich

sind es immerhin 36 Prozent. Peter F.

Schmid dazu: „Es freut mich zu sehen,

dass das Thema in unseren Kernmärkten

weiter an Bedeutung gewinnt. Um

diese Entwicklung zu fördern, ist es mir

persönlich wichtig, das Bewusstsein für

klimafreundlicheres unternehmerisches

Handeln zu schärfen und natürlich

auch im eigenen Unternehmen umzusetzen.

Deswegen engagiere ich mich

bei den Leaders for Climate Action und

wir unterstützen die Leaders for Climate

Week als Unternehmen.“ (RED)

Remote Work verliert nach Pandemie

an Bedeutung

Mit dem erwarteten Abflauen der Pandemie

scheint auch der Elan bei der

Umsetzung von Massnahmen im Bereich

Remote Work abzuflachen: Für die

nächsten zwölf Monate hat ein deutlich

geringerer Anteil der Befragten entsprechende

Massnahmen geplant. Doch

trotz der bereits jetzt durch zwei Jahre

Pandemie radikal veränderten Arbeitssituation

wollen immerhin 21 Prozent

die Arbeit im Home-Office noch weiter

ausbauen. 22 Prozent wollen noch

mehr auf Online-Meetings umstellen

und 18 Prozent wollen Dienstreisen abbauen.

Anderen Massnahmen wie die

Förderung der umweltfreundlichen Mobilität

(12%), die Umstellung auf Elektrofahrzeuge

(10%) und die Umstellung

der Energieversorgung auf erneuerbare

Quellen (13%) bleiben für die nächsten

12 Monate in ihrer Bedeutung einigermassen

unverändert.

Ähnliche Tendenzen im internationalen

Vergleich

Die Online-Befragung wurde neben

Österreich auch in Deutschland (505

Teilnehmer), in der Schweiz (220 Teilnehmer)

und in Frankreich (530 Teilnehmer)

durchgeführt. Der Ländervergleich

zeigt, dass die Relevanz nachhaltigen

Wirtschaftens durch die aktuellen Krisen

nicht nur ungebrochen ist, sondern

in Teilen sogar (deutlich) zunimmt: Der

Intelligente Technologien

für erfolgreiche

Wertschöpfungsketten

LogiMAT 2022

31. Mai bis 2. Juni 2022

Halle 3, Stand B05

Stuttgart

#ValueChainTechPartner


LOGISTIK express 2/2022 | S30

ECOMMERCE LOGISTIK

Digitalisierung und

Ökologisierung des

europäischen

Postzustellmarktes

Die fortschreitende Digitalisierung des Einzelhandels

und die damit verbundene Warenzustellung

hat zur Harmonisierung der Datenformate

im Postmarkt geführt. Neben einer

eindeutigen Kennzeichnung der Sendungen

beinhaltet das auch den verpflichtenden

Vorabaustausch von Daten zu den Einzelhandelswaren

in den Warensendungen.

GASTBEITRAG: LOGISTIC-NATIVES E.V.

Die Harmonisierung der Daten zu

jeder Warensendung ist in der EU

seit dem 1. Juli 2021, auf Basis des

EU-Zolldatenmodels umgesetzt.

Daten zu den Sendungen, die zwischen benannten

Postbetreibern im grenzüberschreitenden

Postverkehr ausgetauscht werden,

müssen bereits seit 1.1.2021 weltweit normierten

Spezifikationen (weltweites Postdatenmodel

des Weltpostvereins) folgen.

Mit den rechtlich und regulatorisch umgesetzten

Vorgaben, ist die Digitalisierung der

Transport- und Logistikprozesse in der Zustellung

ein wichtiger Faktor für die Steigerung

der Effizienz, Vereinfachung, Kostensenkung

und besseren Nutzung bestehender Ressourcen

einschließlich der Infrastruktur geworden.

Die mit der Digitalisierung neuen geschaffenen

Geschäftsmöglichkeiten haben das Potenzial,

die Art und Weise wie Warenströme

verwaltet und organisiert werden, in der Zukunft

grundlegend zu ändern.

Elektronische Daten fließen künftig nahtlos

durch Warenwirtschaftsketten. Das umfasst

auch den EU-weiten Datenaustausch mit Behörden

und zwischen Unternehmen. Damit

wird das Teilen der Daten im gesamten Frachtund

Transportbereich für alle Kanäle die Regel

und bleibt nicht die Ausnahme.

Pre-Loading Advance Cargo Information

(PLACI) steuert den Transport

Die Daten des ersten logistischen Betreibers

werden den Frachtführern vorab digital übergeben

und entsprechend geprüft, um die

Transportsicherheit zu gewährleisten. Die Daten

liegen auf Einzelsendungsebene vor und

fließen in die Konsolidierungsschritte ein, die

eine notwendige Konsolidierung der Einzelsendungen

in Überbehältern unterstützen,

gleichzeitig aber die Sendungsverfolgung auf

Einzelsendungsebene durch die einzelnen

Prozessschritte gewährleisten.

Die Digitalisierung der Frachtbeförderungsinformationen

bis Mitte 2024 in der EU, folgt in

den Harmonisierungsschritten für alle Transportmodalitäten,

dem Model des Weltpostvereins

(UPU Electronic Advanced Data [EAD]

Global Postal Model) für Einzelsendungen, das

seit dem 1. Jänner 2021 verpflichtend für alle

nationalen benannten Postbetreiber gilt. Diesem

Model ist die EU, mit 1. Juli 2021 für alle

Paketsendungen gefolgt.

Transportsicherheitsdaten werden für THG und

CO2 Fußabdruck nutzbar

Mit der grundlegenden Entscheidung des Europäischen

Komitees für Normung (CEN) die

Normung des ökologischen Fußabdrucks in

der Paketzustellung als neuen Arbeitsinhalt in

einem Normungsauftrag der Europäischen

Kommission zur Vereinheitlichung des Postzustellmarktes

in der Europäischen Union als

"Europäische Norm" zu befürworten, wird die

bereits angestoßene Digitalisierung des Warensendungsmarktes

in der EU mit der Ökologisierung

verbunden.

Grundlegende Modifikation durch ökologische,

datengestützte Zustellung

Es kommt durch die vorab verfügbaren Daten

zu jeder Warensendung (Paket) zu einer

erheblichen Effizienzsteigerung der Zustellung

auf der letzten Meile (ab der Übergabe aus der


OSCAR – UPU's Online

Solution for Carbon

Analysis and Reporting.

Quelle: WPV

Zuführung der Sendungsmengen an das letzte

Distributionszentrum zum Endverbraucher).

Dabei bestimmen Daten die möglichst effizienteste

Vorsortierung – die auch eine

dynamische Zustellroute beinhaltet.

Harmonisierung weltweiter CO2-

und THG-Emissionen: OSCAR

Die 192 Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins

haben auf dem letzten Weltpostkongress

2021, auf Initiative auch von Österreich, beschlossen

eine harmonisierte Messung und Berichterstattung

von CO2- und THG-Emissionen

für den gesamten Postsektor sicherzustellen.

Der dazu notwendige Wissensaustausch, nicht

nur zwischen benannten Betreibern, sondern

dem gesamten Postsektor zur Reduktion von

CO²- und THG-Emission, der dazu notwendige

Ausgleich, Maßnahmen zur Finanzierung und

Anpassung an den Klimawandel, setzen weltweit

harmonisierte Messsysteme voraus.

Der Weltpostverein hat mit OSCAR (engl.: Online

Solution for Carbon Analysis and Reporting)

bereits 2012 begonnen ein Werkzeug zur

Messung und Analyse des CO2-Fußabdrucks

des weltweiten Postsektors aufzubauen. Über

eine interaktive Online-Plattform können Postbetreiber

in 192 Mitgliedsländern des Weltpostvereins

ihre CO2 und Treibhausgasemissionen

(THG) analysieren und melden, aber auch

Reduktionserfolge darstellen. OSCAR vereinfacht

und harmonisiert die Datenerfassung,

passt sich an die Berichtsanforderungen der

Postbetreiber an und erstellt automatisch individuelle

Berichte für jeden Nutzer. Das System

ist in der Lage den teilnehmenden Postbetreibern

eine Analyse ihrer individuellen CO2- und

THG-Emissionen und einen detaillierten Bericht

dieser Emissionen nach Umfang, Quelle und

Produkt zur Verfügung zu stellen. Ein Vergleich

mit früheren Jahren, um Ergebnisse von Minderungsbemühungen

zu dokumentieren, ist

genauso möglich, wie eine Leistungsdarstellung

anhand von 20 verschiedenen „Carbon

Key Performance Indicators“, so lassen sich

etwa „Emissionen pro Postsendung“, „Emissionen

pro Mitarbeiter“ darstellen. OSCAR

nutzt normierte Messmethoden, entspricht ISO

14001 und der Global Reporting Initiative, und

erstellt automatisierte Nachhaltigkeitsberichte.

(RED)

Als internationales Netzwerk arbeitet der logistic-natives

e.V. an dieser Thematik aktiv mit

und hat ein Positionspapiermit einer Forderung

eines offenen, harmonisierten Messystems

von weltweiter CO²- und THG-Emissionen im

Postmarkt herausgebracht:

https://bit.ly/37J4UOJ

Wer sich u.a. um eine Ausgewogenheit von

Digitalisierung und der Ökologisierung im Postsektor,

der Logistik, des Transportwesens und

der Infrastruktur im modernen Handel bemühen

möchte und Interesse an einer Gestaltung

der Zukunft des Marktes hat, meldet sich

bitte bei Florian.Seikel@logistic-natives.com


LOGISTIK express 2/2022 | S32

E-COMMERCE EUROPA

Datengestützte

Ökologisierung

des modernen

Handels

IHRE ANSPRECHPARTNER:

FLORIAN SEIKEL, WALTER TREZEK

COMMERCE-LOGISTICS, LOGISTIC-NATIVES E.V.

Die "datengestützte Ökologisierung des

modernen Handels" ist eine Herausforderung,

der sich jedes Branchenunternehmen

stellen muss.

GASTBEITRAG: LOGISTIC-NATIVES E.V.

Die zukunftsweisende Erweiterung

der Geschäftsgrundlagen von Unternehmen,

um Ressourcen gestützt

effizient auf Digitalisierung

und Ökologisierung zu nutzen, sollte jedes unternehmen

ohne Zeitverzögerung angehen.

Digitalisierung und Ökologisierung sind keine

Gegensätze für den Unternehmer, sondern ergänzen

und befruchten sich gegenseitig und

gehen dadurch Hand in Hand.

Zukunftssicher durch ein sauberes Businessmodell

Angebote & Leistungen der Unternehmen

werden zukünftig nicht "dreckig" sein, sondern

werden als "sauber" zu gelten haben. Dies stellt

einen klaren und bezifferbaren Wettbewerbsvorteil

dar: Wer nachweislich ökologisch effizient

mit erneuerbaren Ressourcen wirtschaftet,

hat einen deutlichen und messbaren Wettbewerbsvorteil

vor seinen Konkurrenten.

Refinanzierung durch zukunftsweisende Investitionen

des modernen Handels

Eine ökologische und gleichzeitig digitale

Positionierung ist als nachhaltiges und sicheres

Geschäftsmodell zu verstehen. Der moderne

Handel wird mit der nötigen Kompetenz zur

digitalen und ökologischen Modernisierung


ausgestattet werden müssen, um sich auch

zünftig am Markt zu behaupten. Diese Modernisierung

wird vollständig refinanzierbar sein.

Wer von Entsorgung auf Verwertung umstellt,

der schafft seine Abfallkosten in den Griff zu

bekommen und lebt nach der Philosophie:

„Nicht weniger ist mehr, sondern gar nichts ist

alles und klimafreundlich für unsere Erde und

deren Mobilitätsantriebe.“

Vorhandene Fachexpertise nutzen

Seit Jahren beraten die Experten des logistic-natives

e.V. aktiv in europäischen und

nationalen Fachgremien Politik & Gesetzgebung.

Dabei begleitet das internationale

Netzwerk die nationale und internationale

Gesetzgebung, sowie die darauf abgestützte

technischen Umsetzungen. Somit ist eine umfassende

Expertise verankert, die in dieser Art

220420_LogiMat_Dematic_Anzeige_190x130_v1.pdf 1 22/04/2022 16:45:08

in der Wirtschaft nicht zu finden ist und die der

Branche in Form einer Praxisinitiative pragmatisch

zugute kommen soll. Dabei besteht für

jedes Unternehmen die Möglichkeit, Investitionen

kostenneutral umzusetzen und lukrative

Geschäftsfelder zu erschließen. Um die Initiative

vorzustellen, haben die logistic-natives e.V.

ein erstes Praxiswebinar in Form eines Workshops

zur ersten praxisbezogenen Gebrauchsanleitung

am 25.05.2022. aufgesetzt. Hier ist

jeder Unternehmer herzlich eingeladen, teilzunehmen.

(RED)

Wer Interesse an der Veranstaltung, an

der Thematik oder an einer Gestaltung der

Zukunft des Marktes hat, meldet sich bitte bei

Florian.Seikel@logistic-natives.com oder bei

Walter.Trezek@logistic-natives.com.

Messe Stuttgart

Halle 1, Stand B37

31. Mai - 2. Juni 2022

www.dematic.com/logimat2022


LOGISTIK express 2/2022 | S34

TRANSPORT SPEDITION

Ukraine-Krieg

wirbelt Lieferketten

durcheinander

Die Welt ist seit der Invasion Russlands in die

Ukraine schlagartig eine andere geworden.

Und damit auch die Welt der Logistik.

BEITRAG: REDAKTION

Am 24. Februar 2022 trat in Europa

eine Zeitenwende ein, wie es

Deutschlands Bundeskanzler Olaf

Scholz in Reaktion auf die Invasion

Russlands in die Ukraine formulierte. An

diesem Tag brach in Europa Krieg aus, dessen

Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen

und wirtschaftlichen Lebens

noch nicht abschätzbar sind. Hällt schon die

Corona-Pandemie die Welt seit zwei Jahren in

Atem so verschärft der Krieg die Krisensituation

noch einmal mehr. Praktisch über Nacht hat

sich auch die Welt für die globale Logistik und

Rohstoffversorgung grundlegend verändert.

Eingespielte Logistikketten funktionieren nicht

mehr, Transporte planen war gestern, improvisieren

steht heute auf der Tagesordnung.

Gütertransporte per Schiff sind genauso nicht

mehr planbar wie jene auf Straße, Schiene

oder in der Luft. Beim genauen Hinschauen

auf das Thema werden die massiven

Einschläge sichtbar.

Ein Beispiel dafür ist der Hamburger Hafen, der

wichtigste Container-Exporthafen für Österreich.

5,6 Mio. t Fracht aus und für Österreich

wurden im Vorjahr via Hamburg umgeschlagen,

ein schönes Plus von 27 Prozent im Vergleich

zum Jahr 2020. Und doch ist die Freude

im Elbe-Hafen betrübt denn immerhin 337.000

Container wurden bisher jährlich von und für

Russland via Hamburg umgeschlagen. Mit elf

Liniendiensten wurden von Hamburg aus verschiedene

russische Häfen bedient, das alles


geht derzeit nicht, weil Russland mit EU-Sanktionen

belegt ist und praktisch kein Warenverkehr

zwischen EU und Russland stattfindet.

In Hamburg staut sich russische Ladung und

Axel Mattern, Vorstand von Hamburg Hafen

Marketing, wagt derzeit keine Prognose, wie es

künftig mit dem Russland-Handel weitergehen

wird. Faktum ist, dass bekannte Reedereien

wie Maersk, CMA CGM, MSC oder Hapag Lloyd

keine Buchungen mehr für Russland und

Ukraine akzeptieren.

Massiv zu spüren bekommt den Ukraine-Krieg

der maritime Terminalbetreiber HHLA mit Sitz in

Hamburg. Im ukrainischen Hafen Odessa betreibt

HHLA einen Containerterminal, der am

24. Februar behördlich geschlossen wurde und

seither ruht hier die Arbeit und sind viele von

den 450 HHLA-Mitarbeitern in alle Winde verstreut

sind, Männer an der Waffe, Frauen und

Kinder auf der Flucht. Entlang der ukrainischen

Schwarzmeerküste wurden bisher fünf Schiffe

Opfer von kriegerischen Angriffen. Weshalb

Reedereien mit ihren Schiffen das Schwarze

Meer meiden und sich Ladung in anderen

Häfen staut, weil das Fahrtgebiet derzeit zu

gefährlich ist, weil Seeminen im Meer herumschwimmen

und eine große Unfallgefahr für

die Schiffe und deren Besatzung darstellen.

Dem Geschäft mit der Luftfracht geht auch

die Luft aus. Alle russischen Flugzeuge sind

aus dem EU-Luftraum verbannt, umgekehrt

können westliche Airlines das weltgrößte Land

Russland derzeit nicht überfliegen, geschweige

denn anfliegen, weil Russland den Westen das

verboten hat. Flüge von Europa nach Asien

müssen Russland umfliegen, das dauert nicht

nur länger, sondern verursacht auch höhere

Kosten und die Flugzeuge müssen die Frachtkapazitäten

um 20 Prozent reduzieren. Das

wiederum treibt wiederum die Frachtraten in

die Höhe. Auch die Bahnen haben das Nach-

KONZENTRIEREN SIE SICH AUF DAS WESENTLICHE.

MIT LOGISTIK-OUTSOURCING VON LOGSERV.

Wir verbinden, was zusammen gehört. Wirtschaftliche

Abläufe und effiziente Transporte sind heute wichtiger

denn je. Als Full-Service-Spezialist für industrielle Logistik

sind Ihre Herausforderungen bei uns bestens aufgehoben.

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Logistik in Bewegung.


LOGISTIK express 2/2022 | S36

Markus Jaklitsch

„ECOMLOG22

Save the date:

8.9.2022.“

HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER

LOGISTIK-EXPRESS.COM

sehen. In den vergangenen Jahren hat sich

die eiserne Seidenstraße als Alternative zum

doch langen Seeweg im Fernost-Trade etabliert

und wurde auf der Schiene immer mehr

Fracht von China via Russland nach Europa

und vice versa gefahren. Die Nachfrage

nach dem Bahntransport durch Russland ist

schlagartig eingebrochen, was für Logistiker

einen harten Einschlag bedeutet. In „normalen“

Zeiten wurden rund eine Mio. Container

pro Jahr auf dem Landweg von Fernost

nach Europa und retour befördert. Alle

diese Behinderungen führen dazu, dass sich

Logistiker derzeit in der Ukraine und Russland

geschäftlich nicht präsent sind.

Lieferketten werden durcheinander gewirbelt,

Produktionen gedrosselt, weil Rohstoffe

oder Komponenten nicht verfügbar sind. Die

Versorgung mit Waren und Rohstoffen für

Österreichs Handel und Industrie war schon

während der Corona-Pandemie auf unterschiedliche

Weise gefährdet, der Krieg markiert

eine weitere Eskalationsstufe. Die Störungen

in den Lieferketten führten zu Beginn

der Corona-Krise zu erheblichen Preissteigerungen

bei begehrten Rohstoffen. Die

globalen Lieferengpässe haben Österreichs

Wirtschaft in zweiten und dritten Quartal des

vergangenen Jahres 750 Mio. Euro gekostet,

wie die Österreichische Nationalbank kürzlich

vorrechnete. Was also tun in unsicheren

Zeiten. Eine der Antworten lautet: Weg vom

Single Sourcing, also Abhängigkeit von nur

einem Lieferanten, hin zum Dual Sourcing,

ja zum Multiple oder sogar Global Sourcing.

Mit mehr Lieferanten lassen sich Ausfälle

besser ausgleichen. Dual Sourcing erweist sich

in Krisenzeiten als Retter in der Not. Diese Erkenntnis

wird in Österreichs Handel und Industrie

gerade populär. Bricht ein Lieferant ganz

oder vorübergehend weg, springt ein zweiter

für ihn ein. Das macht die Supply Chain

wesentlich resilienter als beim Single Sourcing.

Aus eins mach zwei – das ist das Prinzip von

Dual Sourcing im Einkauf. Bei zwei Lieferanten

muss es aber nicht bleiben. Je nach Branche

und Marktumfeld lässt sich die Versorgung

auf weitere Schultern verteilen. In diesem Fall

spricht man von Multiple Sourcing.

Als Einkäufer in Handel und Industrie sollte man

nicht alle Eier in einen Korb zu legen, hält Oliver

Wagner, Geschäftsführer des österreichischen

Zentralverbandes Spedition & Logistik in Zeiten

wie diesen für unabdingbar: „Die Abhängigkeit

von einem einzigen Partner in der Supply

Chain war niemals eine resiliente Lösung, da

Probleme bei diesem Partner sofort auf die

gesamte Lieferkette durchschlagen.“ Deshalb

hoffen Österreichs Logistiker, dass ihre Kunden

künftig stärker das Multiple- und Global

Sourcing forcieren. Nicht nur in Pandemie-Zeiten

kann Dual oder Multiple Sourcing beim

Einkauf helfen. Es wappnet Lieferketten auch

gegen Naturkatastrophen wie eben Kriege,

Vulkanausbrüche, Naturkatastrophen oder

unerwartete Veränderungen im Beschaffungsprozess

wie beispielsweise Insolvenzen,

Produktwechsel oder Preiserhöhungen.

In unsicheren Beschaffungszeiten hilfreich ist

Rohstoffe auf Vorragt zu lagern, sprich Pufferlager

für den Fall der Fälle aufzubauen.

Solche seien klar zu forcieren, betont Wagner

und rechnet mit einer Rückverlagerung von

Produktionen nach Europa und den Aufbau

von Pufferlagern. Corona und der Krieg in der

Ukraine könnten eine „Deglobalisierung“ bewirken.

Das würde bedeuten, dass der Handel

zwischen dem Westen und China und Russland

relativ zum Bruttoinlandsprodukt abnehmen

wird, schätzen Experten die Entwicklung

ein. Denn Faktum ist: Politische motivierte Handelshemmnisse

verbunden mit geopolitischen

Risiken belasten die internationale Arbeitsteilung

massiv und begünstigen die Ausbildung

eines wirtschaftlichen Nationalismus. (RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S38

TRANSPORT SPEDITION

Frachtraten gehen

durch Decke

Die Energie- und Frachtkosten steigen und

steigen, derzeit wie nie zurvor. Das bringt

Logistiker massiv unter Kostendruck.

BEITRAG: REDAKTION

Wir leben derzeit im Zeitalter der

Rekorde nur sind das keine Rekorde

im positiven Sinne sondern

eher im negativen. Corona-

Pandemie und der Ukraine-Krieg gehören zu

den größten Preistreibern der vergangenen

Monate und eine Umkehrung in positive Rekorde

ist nicht in Sicht. So sind die Preise für

Container-Transporte zur See so hoch wie

nie zuvor. Kostete der Transport eines Containers

von Shanghai nach Rotterdam im

Jänner 2020 noch vergleichsweise bescheidene

2.000 US-Dollar, so schnellte der Preis

bis zuletzt um mehr als 600 Prozent (!) in die

Höhe und sind jetzt dafür schlappe 14.000

US-Dollar und oft noch mehr zu berappen.

Die Containerschifffahrt befindet sich in einer

Ausnahmesituation. Grund dafür sind unter anderem

Staus vor den großen Häfen der Welt.

Die neuerliche Sperrung von chinesischen

Häfen wegen wiederholter Corona-Ausbrüche

schlagen sich sofort auf die Preise nieder.

Dazu kommt, dass in den vergangenen

Monaten viele Rohstoffpreise massiv zugelegt

und die Nachfrage nach Transporten nach

oben getrieben haben. Mit dem Ausbruch des

Ukraine-Krieges sind die Treibstoffkosten explosionsartig

gestiegen mit Höchstwerten von

zwei Euro und mehr für einen Liter Diesel an

der Zapfsäule.

Seit Beginn dieses Jahres sind die Treibstoffpreise

in Österreich um rund 45 Prozent gestiegen,

infolge die Ukraine-Krise ziehen die Preise

weiter nach oben und bringen die Transport-


anche massiv unter Druck. „Der Krieg in der

Ukraine verschärft die Versorgungslage zusätzlich

und es ist weiter mit massiven Kostensteigerungen

zu rechnen“, prognostiziert Günther

Reder, Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung

in der Wirtschaftskammer Österreich.

Gefordert wird eine „Spritpreisbremse“,

um die Branche nicht wirtschaftlich in Gefahr

zu bringen. Bis sich die Lage stabilisiert sollte

die für ab Juli geplante CO2-Bepreisung ausgesetzt

und die Mehrwertsteuer oder Mineralölsteuer

(MöST) reduziert werden.

Als temporäre Maßnahmen könnten sie der

Logistikwirtschaft sehr helfen, betont Reder.

Eine Halbierung bei der MöST wäre der Branche

sicherlich zuträglich, doch das reflexhafte

„Schreien nach politischer Hilfe“ hält der Unternehmer

und Geschäftsführer von Müller

Transporte in Wiener Neudorf, Fritz Müller, für

durchaus entbehrlich. Sein Unternehmen verrechnet

den steigenden Dieselpreis weiter,

„dafür gibt es bei unseren Kunden das Verständnis

und dazu brauche es kein gutes oder

schlechtes Gewissen“, stellt Müller fest. Nicht

die Politik könne in Zeiten wie jetzt sofort für die

Unternehmen alle Probleme aus dem Weg

räumen, sondern auch die Unternehmer selbst

seien gefordert im eigenen Haus die geeigneten

Maßnahmen zu setzen damit man solide

durch schwierige Zeiten komme.

Der österreichische Zentralverband Spedition

und Logistik (ZV) würde eine Aussetzung der

CO2-Bepreisung begrüßen. „Um die Kostenexplosion

kurzfristig einzudämmen wäre ein

zeitlich begrenztes Aussetzen von Abgaben

auf Treibstoffe und Energiekosten sinnvoll. Das

wäre schnell umsetzbar, hocheffizient und

würde Wirtschaft und Endverbraucher entlasten“,

ist Alexander Friesz, Präsident des ZV,

überzeugt. Die Logistiker plagen nicht nur die

hohen Dieselpreise, sondern schlägt noch ein

weiteres, wenn noch größeres Problem auf

den Magen: Durch den Ukraine-Krieg verlieren

Europas Logistik-Unternehmen und hier besonders

solche in Polen in den baltischen Staaten

rund 100.000 ukrainische Lkw-Fahrer, weil diese

in den Wehrdienst in ihrem Heimatland eingezogen

wurden. Friesz: „Damit verbunden ist

eine Laderaumknappheit, die einen weiteren

Kostenschub bedingt.“ (RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S40

E-COMMERCE Logistik

Online-Handel,

wir haben ein

(Kosten-)problem!

Massiv gestiegene Kosten für Sourcing,

Logistik und Personal drängen Online-Händler

an den Rand ihrer Existenz. Oliver Lucas,

Inhaber der E-Commerce-Beratung ecom

consulting, weiß, was jetzt zu tun ist.

TEXT: REDAKTION

Eine Verknüpfung unterschiedlicher

externer Faktoren, die sich gegenseitig

noch verstärken, stellt den Online-

Handel aktuell vor eine massive Kostenexplosion,

die komplette Business-Modelle ins

Wanken bringt. Das fängt bei Sourcing und

Beschaffung an: Durch Corona haben sich

die Kosten für einen Container, der per Schiff

von Shanghai nach Hamburg gebracht wird,

von 2.000 auf 20.000 US-Dollar verzehnfacht.

Gleichzeitig haben sich die Laufzeiten zwischen

China und Europa nach Berechnungen

von Flexport von weniger als 60 Tagen vor

der Corona-Pandemie auf 107 Tage Anfang

Dezember 2021 nahezu verdoppelt. Das bedeutet

im Klartext: Der Versand der Ware wird

nicht nur teurer, sondern auch zunehmend

unkalkulierbar.

Auch in anderen Ländern werden Kapazitäten

für Frachten per Luft, See oder Straße immer

knapper, während die Transportwege immer

länger werden. Hier bekommt die Branche

zunehmend die Folgen des UkraineKrieges zu

spüren. Denn rund 20 Prozent der LKW-Fahrer,

die bei osteuropäischen Unternehmen beschäftigt

sind und einen Großteil des Business

stemmen, kommen aus der Ukraine und Russland.

Branchenschätzungen zufolge addieren

sich zu den 60.000 bis 80.000 Beschäftigten, die

schon vor dem Ukraine-Krieg in der Speditionsbranche

fehlten, inzwischen bis zu 100.000 ukrainische

Fahrer, die jetzt ihr Land verteidigen

müssen, statt Ware von A nach B zu fahren.

Ähnliche Effekte beobachtet man auf See,

wo ca. 14,5 Prozent der weltweiten Schiffsbesatzungen

von Ukrainern und Russen bestellt

werden.


Treibstoff, Paletten, Kartonage und Mitarbeiter

werden teurer

Durch den Ukraine-Krieg sind auch die Kosten

für Gas und Öl explodiert. Das bedroht nicht

nur Speditionen in ihrer Existenz, weil sie die

gestiegenen Treibstoffkosten als Teil der Leistungserbringungen

nicht direkt an ihre Kunden

weitergeben dürfen. Auch die Nebenkosten

für den Betrieb von Logistikimmobilien steigen

– und das in einer Zeit, wo ein grundsätzlicher

Mangel an geeigneten Lagerflächen die

Fulfillment-Preise ohnehin schon in die Höhe

treibt. Für zusätzlichen Kostendruck sorgen

ein Mangel an Paletten (Schnittholz kommt zu

großen Teilen ebenfalls aus der Ukraine) sowie

an Papier und Kartonagen, welche die Preise

ebenfalls steigen lassen.

Die ohnehin schon mehr als angespannte Lage

wird durch die in Deutschland beschlossene

Erhöhung des Mindestlohns von 9,50 (01/21)

auf 9,82 (01/22) und weiter auf 10,45 Euro ab

1.7.22 sowie die im Koalitionsvertrag verankerte

Zielmarke von 12,00 Euro noch weiter verschärft,

entspricht dieser Zielwert doch einer

Kostensteigerung von 26 Prozent seit Januar

2021. Weil oft bis zu 50 Prozent der Logistikkosten

auf das Personal entfallen, wird auch dieser

Effekt die Preisspirale weiter nach oben treiben.

Oliver Lucas, Geschäftsführender Gesellschafter

und Logistik-Experte der E-Commerce-

Beratung ecom consulting, hat einige kurz-,

mittel- und langfristige Handlungsempfehlungen

zur Krisenbewältigung:

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick

Händler müssen sich proaktiv mit der veränderten

Ausgangslage auseinandersetzen.

Dazu gehört, Produkt- und Prozesskosten in

verschiedenen Szenarien zu simulieren. Was

passiert, wenn die Kosten noch weiter steigen?

Welche Konsequenzen hat es, wenn Materialien

knapper werden oder sich Lieferzeiten

um weitere vier Wochen verlängern? Händler

müssen die eigene Supply Chain eng überwachen

– und zwar im Hinblick auf die Kennzahlen

und auf die Kosten.


LOGISTIK express 2/2022 | S42

2. Optimieren Sie die Prozesseffizienz

Jede manuelle Tätigkeit kostet unnötig Geld

und sollte daher vermieden werden. Händler

sollten stattdessen ihre Prozesse nachschärfenund

wo immer möglich über Automatisierung

nachdenken. Das gilt auch für

den Kundenservice. Dieser kann durch Chatbots

entlastet werden, indem einfach Fragen

wie “Wann kommt mein Paket?” oder “Wie

kann ich einen Artikel retournieren?” zunächst

vom Chatbot abgefangen werden.

So werden Mitarbeiter durch KI entlastet und

können sich auf kompliziertere Anfragen konzentrieren.

3. Suchen Sie nach alternativen Beschaffungsquellen

und -routen

Die Corona-Pandemie hat deutlich vor

Augen geführt, wie gefährlich es ist, sich auf

Single Sourcing zu fokussieren. Versuchen Sie,

sich mittel- bis langfristig weniger von externen

Partnern abhängig zu machen und vielleicht

auch stärker in politisch stabileren Regionen

wie Westeuropa zu sourcen. Die Preise

sind oft niedriger als Unternehmen erwarten,

gleichzeitig lassen sich Nachhaltigkeitsaspekte

deutlich besser darstellen. Auch alternative

Beschaffungsrouten sollten Unternehmen

schnell in Anspruch nehmen können.

Aktuell allerdings sind die Seidenstraße oder

die transsibirische Eisenbahn durch den

Krieg in der Ukraine auch keine wirklichen

Alternativen zur Containerfracht aus China.

Oliver Lucas ist seit 2011 als Unternehmensberater

als „ecom consulting“ im

E-Commerce-Geschäft aktiv und berät

Kunden beim Aufbau der richtigen

E-Commerce Strategie.

Er ist ein versierter Redner für Vorträge

und Moderationen auf Fachveranstaltungen,

aktives Mitglied in der BVL Bundesvereinigung

Logistik und einer der

Top 20 eCommerce Influencer. Er ist Mitveranstalter

und Co-Moderator des Think

Tank next Generation Food und veröffentlicht

regelmäßig Statements und Beiträge

in Fachzeitschriften und Journalen.

4. Überprüfen Sie das eigene Sortiment

Eine kurzfristig umsetzbare Strategie ist es, das

eigene Warenangebot zu reflektieren und

Komplexität zu reduzieren, indem man Produkte

oder Eigenmarken aus dem Sortiment

nimmt. So kann sich das engmaschige Monitoring

der Supply Chain auf weniger Produkte

konzentrieren.

5. Verzichten Sie auf Rabattschlachten

Wer nur noch wenig Ware auf Lager hat, die

in der Nachorder langsamer und teurer wird,

sollte auf Rabattschlachten verzichten und

stattdessen zum UVP verkaufen. Das leert zwar

die Regale langsamer, doch profitieren Händler

unter dem Strich wenigstens von besseren

Margen.

6. Denken Sie über Versandkosten nach

Kostenfreier Versand gilt in Deutschland als

heilige Kuh im E-Commerce und ist für viele

Warenkörbe ein echter Conversion-Hebel.

Doch während Neukunden auf diesen Punkt

empfindlich reagieren, können Händler ihren

Bestandskunden die Situation erklären und

beispielsweise um Verständnis dafür bitten,

dass man trotz Inflation die bisherigen Preise

hält, dafür aber aufgrund gestiegener Kosten

temporär Versandkosten einführen muss.

Auch für die Rücksendung von Retouren können

Händler ihre Kunden selbst zahlen lassen.

7. Binden Sie Ihre Kunden

Eine gute Kundenbindung macht sich immer

bezahlt, besonders in der Krise. Denn Kunden,

die einen Bezug zu einem Anbieter haben,

lassen sich per Mail oder andere Kommunikationskanäle

in Notfällen aktivieren und sie

akzeptieren kleine Einschnitte eher als Neukunden.

"Online-Händler sollten der Wahrheit

ins Gesicht sehen, dass diverse Kostenfaktoren

für Supply Chain, Lohn und Logistik, die kurzfristig

auch nicht wieder zurückgedreht werden,

ihre bisherigen Margen fressen", resümiert

Berater und Logistikprofi Oliver Lucas. "Die Quittung

dafür bekommt man in der Regel sehr

zeitversetzt, weil man die Deckungsbeiträge

für bereits eingekaufte Ware mit prozentualen

Werten kalkulierte, die heute nicht mehr zutreffen",

sagt er. Wer jetzt nicht versuche, Kosten

einzudämmen, müsse irgendwann die bitteren

Konsequenzen tragen. (RED)


6. eCommerce

Logistik- Day

09. September 2021, Wien

Hybrid Event

Österreichischer Handelsverband

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LOGISTIK express 2/2022 | S44

TRANSPORT & LOGISTIK

Neue Lockdowns in

China: Einfluss auf

deutsche und österreichische

Wirtschaft

Neue Coronavirus-Ausbrüche in verschiedenen

Großstädten Chinas und insbesondere

in Schanghai bereiten der deutschen und

österreichischen Wirtschaft Sorgen. Die immer

noch verfolgte Null-Covid-Strategie der

chinesischen Regierung könnte künftig wieder

zu starken Störungen in den Lieferketten

führen. REDAKTION: DIRK RUPPIK

Während in Europa bereits viele

Länder Covid-Restriktionen abgebaut

haben bzw. abbauen,

breiten sich in China die relativ

milden Omikron-Varianten BA.1 und BA.2

rasant aus. Seit Mitte März sind rund 37 Millionen

Menschen im Lockdown. Mit Stand Ende

März wurden rund 150 Tausend Omikron-Fälle

in 21 Provinzen und Stadtgemeinden sowie

Großstädten wie Peking, Shanghai und

Shenzhen entdeckt. Allerdings sind so gut wie

keine Sterbefälle zu beklagen. Die chinesische

Regierung fährt eine sogenannte Null-

Covid-Strategie und bekämpft jeden Ausbruch

massiv mit harten Gegenmaßnahmen wie

gezielten Lockdowns und Testkampagnien.

Laut Reuters sind bisher die meisten Fälle

(rund 70 Prozent) in der Nähe der nordkoreanischen/

russischen Grenze in Jilin aufgetreten

(1). In Jilin, Changchun, Shenzhen und Dongguan

dürfen Anwohner ihre Wohnung nicht

verlassen. Ausnahmen sind systemrelevante

Mitarbeiter und Notfall-Personal. Nur eine Person

pro Haushalt darf alle zwei bis drei Tage

Einkäufe tätigen (Anm. d. Red., In Shenzhen

und Dongguan wurden die Maßnahmen mittlerweile

wieder aufgehoben). In Langfang in

der Nähe von Peking dürfen Anwohner ihre

Wohnungen nur in Notfällen verlassen. Trotz

der relativ milden Omikron-Varianten gibt es

im Land der Mitte bisher keine Anzeichen, dass

die Regierung von der Null-Covid Strategie

abweichen will.

Kopfschmerzen wegen Lockdowns

in Schanghai

Ende März wurde Shanghai mit 26 Millionen Einwohnern

wegen der steigenden Infektionen in


einen Lockdown versetzt, der zunächst neun

Tage andauern soll. Er erfolgt in zwei Phasen,

um die Wirtschaft weitestgehend zu schonen.

Zunächst wird ein Teil der Millionenmetropole

in Lockdown versetzt, dann der andere. In der

Vergangenheit war China als Motor der Weltwirtschaft

wegen Covid mehrfach ins Stottern

geraten, was zu Störung der globalen Lieferketten

führte. Jetzt befürchtet Deutschland

weitere Material- und Lieferengpässe. Nicht zuletzt

sind in Schanghai und Umgebung 70 Prozent

der in China tätigen deutschen Unternehmen

angesiedelt. U. a. musste beispielsweise die

deutsche Post ihr Luftfrachtdrehkreuz am internationalen

Flughafen Schanghai schließen.

Laut des Außenwirtschaftschefs des Deutschen

Industrie- und Handelskammertages

(DIHK) Volker Treier „ist die Stimmung unter

den deutschen Unternehmern vor dem Hintergrund

des neuerlichen Lockdowns und von ohnehin

gedämpften Wachstumserwartungen

merklich eingetrübt". In den wichtigen Wirtschaftsregionen

Shenzhen oder Dongguan

ist bereits die Fertigung mancher Betriebe

gedrosselt worden. Zudem wurden Häfen

geschlossen. Der wichtige Hafen Schanghai

ist bisher noch operationsfähig. Es kommt allerdings

zu größeren Einschränkungen, da

Arbeitskräfte aufgrund der Corona-Maßnahmen

dort nicht arbeiten können. Zudem wurden

Lagerhäuser geschlossen. Viele Prozesse

laufen im Hafen Schanghai automatisiert ab,

trotzdem kam es bereits am ersten Tag der

Schließung aufgrund von verzögerter Bearbeitung

zu Rückstaus von Containern und Schiffen.

Der Lkw-Verkehr in und aus Schanghai ist

laut Maersk deutlich reduziert.

Der Präsident des Unternehmensverbands

Hafen Hamburg geht davon aus, dass zeitverzögert

in zirka sechs bis acht Wochen auch in

Hamburg weniger Schiffe bzw. Container mit

Gütern ankommen werden. Die Fahrpläne

vieler Schiffe werden durcheinandergeraten

und viele Lager in den Häfen sind bereits


LOGISTIK express 2/2022 | S46

LITERATUR

1 China reports first Covid Death in

more than a year, Reuters, 20. März

2022

2 Friederike Böge, Chinas Null-

Covid-Strategie: Der Lockdown, der

nicht enden will, FAZ, 1. April 2022

3 Handel & Lieferketten, Liefer- und

Logistikkette wird nochmals störanfälliger,

Gtai , 24. März 2022

4 Pakulniewicz Michal, UN-Organisation

erwartet steigende Seefrachtraten

wegen des Ukraine-Krieges, Trans.

INFO, 23.März 2022, Wroclaw (Polen)

voll, da die Waren nicht rechtzeitig verschifft

werden können. Durch den Lockdown wird

nun die Produktion in vielen Unternehmen im

Raum Schanghai gedrosselt oder sogar ganz

stillgelegt, was zu weiteren Lieferengpässen

in Deutschland führen wird. Zudem können

Lkw-Fahrer nicht zur Arbeit erscheinen. Da

Österreich 33,1 Prozent (2021) seiner Waren

aus Deutschland bezieht, werden Lieferverzögerungen

und -ausfälle in Deutschland auch

dem Nachbarn Schwierigkeiten bereiten.

Kritik an chinesischer Null-Covid-Strategie

Sollte der Lockdown länger andauern oder

sollten immer wieder Lockdowns im Laufe

des Jahres verhängt werden, dann wird

wohl die Wirtschaft des Landes und damit

die Weltwirtschaft empfindlich beeinträchtigt

werden. Die Null-Covid-Strategie der chinesischen

Regierung ist angesichts der sehr

ansteckenden und daher kaum eindämmbaren

Omikron-Varianten in starke Kritik

geraten.


Der Internationale Währungsfond (IWF) hatte

das Land bereits im Januar zur Abkehr von

seiner Null-Covid-Maxime aufgerufen. Sollte

die Regierung daran festhalten, dann ist wie

bereits erwähnt mit größeren Auswirkungen

für die Weltwirtschaft zu rechnen. Mittlerweile

regt sich auch der Unmut in der Bevölkerung,

besonders in Schanghai, wo die Lockdowns

schlecht kommuniziert wurden. Nun

sagt selbst der führende Virologe Schanghais

Zhang Wenhong, dass China langfristig lernen

muss, mit dem Virus zu leben (2).

Russland-Ukraine-Krieg schädigt

Neue Seidenstraße

Einerseits werden wegen Corona innerchinesische

Verkehrsverbindungen behindert und

anderseits führt der Krieg in der Ukraine zu

einer starken Verminderung des Gütertransports

auf den Zugverbindungen zwischen dem

Land der Mitte und Europa. Russland dient hier

als Transitland für entsprechende Zugverbindungen.

Auch für Frachtflüge müssen Flugrouten

geändert werden und neue Überflugrechte

ausgehandelt werden. Zudem kommt

der beständig steigende Kerosin- und Bezinpreis,

der die Frachtraten weiter nach oben treibt.

Laut Germany Trade and Invest (Gtai) meiden

viele Unternehmen und Frachtführer aus

Angst vor Störungen und Sanktionsverstößen

die eiserne Seidenstraße (3). Während der

Corona-Pandemie wurden die China-Europa-Zugverbindungen

extrem populär. In 2020

und 2021 waren sie nahezu komplett ausgelastet.

Die Züge fahren bisher noch, doch die

Kunden springen vermehrt ab. Der Logistiker

Maersk hat bereits Anfang März seine Versendungen

über die eiserne Seidenstraße gestoppt.

Auch chinesische Verlader verzichten

aus Furcht vor Beschlagnahmung zunehmend

auf die Versendung von Waren via Russland.

Generell stellt der Warenverkehr via dem

Schienenweg gemäß chinesischer Staatsbahn

nur ein Nischenangebot dar. Nur ein Prozent

der chinesischen internationalen Warentransporte

wird so transportiert. Die beförderten

Container können leicht auf die Verschiffung

via dem Hafen Schanghai ausweichen. Sollten

allerdings wegen Corona wieder Häfen

geschlossen werden – wie bereits im Sommer

2021– dann wären die Rückstaus der Warencontainer

und Lieferstörungen wieder weltweit

zu spüren. Bisher sind die Frachtraten auf der

Schanghai-Rotterdam-Route sogar leicht um

vier Prozent für 40-Fuß-Container gesunken.

Allerdings liegt die Frachtrate im Vergleich

zu vor der Pandemie noch immer sechs mal

höher. Die UN-Organisation UNCTAD erwartet

aufgrund des Ukraine-Krieges stark steigende

Seefrachtraten, die auch in europäischen

Geldbeuteln merklich zu spüren wären (4).

(RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S48

BINNENSCHIFF VERKEHR

Kombinierter Verkehr in

den Medien

Wenn sogenannte qualifizierte Medien

über den Kombinierten Verkehr berichten,

meinen sie nicht etwa das, was man allgemein

unter Transport einordnet, sondern die

Verknüpfung und Verschmelzung gemeinsamer

Interessen einer Gruppe, die dann

ihre (tendenziösen) Schlussfolgerungen der

öffentlichen Wahrnehmung unterjubeln.

REDAKTION: PETER BAUMGARTNER

Mehrgliedrig ist bei dieser Art von

Öffentlichkeitsarbeit nur die Anzahl

der Mitglieder, deren Verkehrsträger

(LKW) sich nur im

jeweiligen Zugang zu diesem unterscheidet.

Dass dieser System-Journalismus so gut funktioniert

und von der Öffentlichkeit kaum hinterfragt

wird liegt daran, dass Logistik in der

Öffentlichkeit nur dann wahrgenommen wird,

wenn im Suez Kanal ein Schiff stecken bleibt.

Und es liegt auch daran, dass der System-Journalismus

sehr gut organisiert ist. Nur, genau

deshalb wird die Medienarbeit zwar zielorientiert,

aber inhaltlich nicht besser. Vielmehr liefert

sie einen Einheitsbrei, der sich bestenfalls

zur Selbstdarstellung eignet und die üppige

Medienförderung rechtfertigt.

Kombinierter Verkehr soll eigentlich eine Transportart

beschreiben, bei dem der überwiegende

Teil der Transportstrecke mit der Bahn

und/oder mit dem Binnenschiff zurückgelegt

wird. Entscheidend dabei ist, dass der notwendige

Vor- und Nachlauf auf der Straße mit

dem LKW so kurz als möglich gehalten wird.

Damit im Zusammenhang steht natürlich auch

die Betriebsansiedlungspolitik, die in Österreich

bekanntlich eine Angelegenheit der Gemeindestube

ist, wo übergeordnete Ziele Null Bedeutung

haben. Der Vorteil des Kombinierten

Verkehrs im Verbund mit einer intelligenten

Raumordnung liegt darin, dass jeder Verkehrsträger

seine spezifischen Vorteile ausspielen

kann und die Kombination der Vorteile zu einem

optimalen Transportergebnis führen.

Optimal heißt in diesem Sinne volkswirtschaftlich

und nicht etwa billig und/oder einfach.

Will man also objektiv über den Kombinierten

Verkehr sprechen, dann führt kein Weg daran

vorbei, dass man über die Kombinationsmöglichkeiten

aller Verkehrsträger, LKW/Bahn/

Binnenschiff und wo möglich auch Luft und


Pipeline, reflektiert. Genau darauf zielt auch

seit Jahren die staatliche Förderung des Kombinierten

Verkehrs ab, die in der aktuellen Förderperiode

(bis 2025) mit jährlich 4 Mio. Euro

dotiert ist. Das Geld wird zwar regelmäßig und

dankbar abgeholt, allein der gewünschte

Effekt bleibt ebenso regelmäßig aus. Im Gegenteil.

Die geldgebende Ministerin wird auch

noch in den Qualitätsmedien kritisiert, weil sie

ein Ergebnis erwartet, das den Förderrichtlinien

entspricht. Angesichts der aktuellen Zahlen

und angesichts der Prognosen für die Transportentwicklung

sollte eigentlich klar sein, wo

die Herausforderungen liegen und dass jeder

seinen Beitrag zu leisten hat.

Gefordert ist in diesem Sinne nicht nur die Politik,

die verladende Wirtschaft und die Transportwirtschaft,

sondern auch die Medienlandschaft,

deren Aufgabe es ist, objektiv über

Fakten zu berichten und Fehlentwicklungen zu

hinterfragen. Insbesondere jene Medien, die

in der Eigenwahrnehmung von sich behaupten,

die Nr. 1 unter den qualifizierten Medien

zu sein. In der Umsetzung der „qualifizierten“

Medienarbeit aber zum Beispiel eine ganze

Beilage über Logistik und Kombinierten Verkehr

zu schreiben, ohne die Binnenschifffahrt

wenigstens am Rande zu streifen, ist eine Meisterleistung

für sich.

Österreich hat mit der Wasserstraße Donau

eine einzigartige Transportverbindung zu allen

wichtigen Wirtschaftsmärkten weltweit.

In Kombination mit anderen Verkehrsträgern

verfügt Österreich hiermit also über die Mittel,

jede Transportabwicklung optimal zu gestalten.

Die Bahn als grünes Feigenblatt zu nutzen

und den LKW zu priorisieren, ist keine logistische

Meisterleistung und sich dafür auch noch

öffentlich feiern zu lassen, ist erbärmlich.

(RED)

Peter Baumgartner

„Das BINNENSCHIFF

JOURNAL informiert eindrucksvoll,

fachlich, sachlich

aktuell rund um die

Nasse Logistik“

HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER

BINNENSCHIFF-JOURNAL.AT


LOGISTIK express 2/2022 | S50

BINNENSCHIFF VERKEHR

Immer die gleiche Leier

Die ständige Wiederholung von der „besten

logistischen Entscheidung“, die angeblich

nur für die Bahn spricht, ist so alt

und eintönig, dass sie nur noch nervt.

Aktuell passt der Schauplatz der „Verkehrsexperten“

mit der langweiligen Tonfolge

der Leier wenigstens zusammen:

Loja.

REDAKTION: PETER BAUMGARTNER

Beim niederösterreichischen Hartsteinwerk

im Lojagraben steht die logistische

Entscheidung an, wie man künftig

den begehrten Rohstoff zum Kunden

bringen soll. Der Steinbruch besteht zwar

schon seit dem 17. Jhdt., aber wie man die

Transportlogistik zeitgemäß löst, diese Frage

stellt sich erst seit ein paar Jahren. Gut, erdgeschichtlich

ist noch nicht viel Zeit verplempert.

Drängender wurde die Lösung des Problems

ja auch erst, als man 1994, vor bald 30 Jahren,

bemerkt hat, dass der Betrieb gar keine

mengenmäßigen Abbaubeschränkungen

hat, sich nicht an Betriebszeiten hält und der

LKW-Verkehr auf der schönen Wachaustraße

ständig zunimmt. Da war es für die Anrainer

aber schon zu spät. „Genaue Zahlen liegen

leider nicht vor“, erklärte lapidar der damalige

ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Schüssel im

Parlament. Außerdem, ist eh alles rechtskräftig

genehmigt (Hände falten – Klappe halten!).

Plötzlich wirkt die „Bestechung“ mit dem

Schotterschilling auch nicht mehr und die von

Niederösterreich geplanten „Verkehrsspargemeinden“

gibt es auch noch nicht. Diese unzufriedenen

Bürger wollen heutzutage ja auch

wirklich alles. Geld, Rohstoffe, eine gesunde

Luft und zwei PKW in der Garage. Wo kommen

wir da hin?

Im Jahre 2000 ortete NÖ-Landesrat Mag. Wolfgang

Sobotka den größten Handlungsbedarf

hinsichtlich Nachhaltigkeit beim Straßenverkehr.

Verbessert hat er nichts und böse Zungen

behaupten, dass er gerade deshalb Parlamentspräsident

wurde. Der Spagat ist ja auch

wirklich nicht leicht zu schaffen. Wie soll man die

Rohstoffe im Land verteilen, wenn man keinen

Verkehr, aber Autobahnen haben will? Zum

Bau von einem einzigen Meter Bahnstrecke

werden 26 Tonnen Rohstoffe benötigt. Für

einen Meter Autobahn braucht man gar 33

Tonnen. Das geht nicht ohne Verkehr und obwohl

Österreich mit Steinbrüchen eh schon


übersäht ist, kommt man ohne Ortsdurchfahrungen

nicht aus. Es muss also nach Meinung

der „Expertinnen“ eine Lösung her, die nur ein

fauler Kompromiss sein kann – alles auf die

Bahn! Doch siehe da, im Fall des Loja-Steinbruchs

ist das auch nicht erwünscht. Die längst

vernichtete Donauuferbahn müsste neu gebaut

werden und würde dann wieder mitten

durch die beschaulichen Donaugemeinden

rattern. Da kommt die glorreiche Idee von

einem schwebenden Förderband über die

Donau zur Westbahn gerade gelegen. Doch

halt – die Donau ist nicht breit genug. Schon

jetzt ist die Lärmbelastung der Westbahn für

die Marbacher „unzumutbar“. Und wer soll

das bezahlen? Die Besitzer des Steinbruchs,

der Rohstoffbaron Bernegger und das Habsburg

Lothringen’sche Gut Persenbeug/Weinsberg

betonen zwar, dass sie nicht nur nachhaltig

reden, sondern auch nachhaltig handeln,

aber sichtbar wird das bei der Transportlogistik

freilich nicht. Einfach und kostengünstig ist halt

der LKW-Transport und die Straßenerhaltung

zahlen eh die Steuerzahlerinnen.

Erstaunlich ist nur, dass noch niemand auf die

Idee gekommen ist, die vor der Haustür liegende

Wasserstraße zu nützen. Zwar wurden

Pflastersteine aus Loja bereits 1830 mit dem Schiff

nach Wien transportiert und der Straßensplit

für die Landeshauptstadt sogar bis in die

90iger Jahre. Noch vor 10 Jahren hat der Branchenverband

die „verkehrsgünstige“ Lage

des Steinbruchs gelobt, weil er direkt an der

Wasserstraße Donau liegt. Aber schon 1994

hat sich die Gemeinde Persenbeug-Gottsdorf

gegen eine Schiffsverladeanlage gestemmt,

weil ein (1) Anrainer auch das nicht wollte.

Dass inzwischen auch die Verladetechnik für

Schiffe fortgeschritten ist, scheint niemand

zu interessieren. „In der Wasserstraße Donau

steckt enormes Potenzial zur Bewältigung zukünftiger

Transportströme“, verkündete die

Gottsdorfer Verkehrsstaatssekretärin Christa

Kranzl im Jahre 2007 (!) und bekräftigte ein

„klares Bekenntnis zur Binnenschifffahrt als umweltfreundlicher

Verkehrsträger der Zukunft.“

Dazu bekennt sie sich zwar heute noch immer,

aber die Anrainer… Und die anderen politischen

Gruppierungen mit ihren Experten?

Was soll man da sagen? Immer die gleiche

Leier: Wasserstraße ist wunderbar und so umweltfreundlich,

aber… Die Wasserstraßenphobie

ist epidemisch verbreitet und es gibt noch

keinen Impfstoff dagegen.

Die Problemstellung ist grundsätzlich erkannt

und wird von allen Beteiligten auch als dringende

Lösungsaufgabe wahrgenommen.

Selbst Verkehrsverursache, wie der Kärntner

Steinbrecher Gerold Neuper sagen, nicht der

Abbau, sondern der Verkehr ist das größte

Problem. Der jährliche Rohstoffabbau in Österreich

entspricht einer LKW-Kette von 100.000

Kilometern. Allein die Rohstoffreserven im Lojagraben

am linken Donauufer, reichen noch

für 100 Jahre. Das Problem wird also auch nicht

morgen von alleine enden. Selbst wenn der

unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass

wir beginnen weniger Rohstoffe zu verplempern,

bleibt noch genug für kluge Transportlösungen

übrig. Vielleicht lernt man ja in der

Zwischenzeit die Steine durch Teleportation

von A nach B zu beamen. Alternativ könnte

man langsam damit beginnen, endlich die

Möglichkeiten der vorhandenen Wasserstraße

zu nutzen. Erfinden muss man da nichts und

„Studien“ muss man auch nicht extra in Auftrag

geben. Aber vielleicht liegt das Problem

gerade darin. (RED)

BILDQUELLE: IBBS


LOGISTIK express 2/2022 | S52

BINNENSCHIFF-VERKEHR

Eine Chance für die

Donauschifffahrt

Bietet der Krieg in der Ukraine tatsächlich

eine unerwartete Chance auf Zunahme

in der Donauschifffahrt? Es sieht ganz danach

aus. Zumindest rückt die Wasserstraße

Donau wieder mehr in den Fokus der Logistik.

REDAKTION: PETER BAUMGARTNER

beispiellosen Ausmaß an Hunger konfrontiert

ist, ist es einfach tragisch zu sehen, wie der

Hunger in der Kornkammer Europas sein Haupt

erhebt", sagte der Exekutivdirektor David

Beasley vom Welternährungsprogramm der

Vereinten Nationen, während seines Besuchs

an der polnisch-ukrainischen Grenze. "Die Kugeln

und Bomben in der Ukraine könnten die

globale Hungerkrise auf ein Niveau bringen,

das über alles hinausgeht, was wir bisher gesehen

haben."

Durch die russische Blockade der Seehäfen am

Schwarzen Meer und am Asowschen Meer,

kann die Ukraine See- und Flusstransporte

in dieser Region nicht mehr durchführen. Ein

Ausweg ist noch der Süden des Landes über

die Donauhäfen Reni und Ismail. Die stellvertretende

Ministerpräsidentin für europäische

Integration in der Ukraine, Olga Stefanyshyna,

prophezeite bereits Anfang April der Binnenschifffahrt

und den Wasserstraßen trotz

Kriegsrecht eine hervorragende Entwicklung.

3 Schubleichter aus

dem Fluss-See-Projekt

B5000M sind noch in

Bau NIBULON Werft

Die Russische Föderation und die

Ukraine sind zusammen für 29%

des weltweiten Weizenhandels

verantwortlich. Allein der größte

ukrainische Agrarkonzern NIBULON exportiert

mit stetig steigender Tendenz fast 6 Mio. Tonnen

Getreide in 38 Länder der Erde. Darunter

sind Empfänger wie Ägypten, Nigeria, Kamerun

oder Ghana. Jede ernsthafte Störung der

Produktion und der Exporte aus der Region

haben daher dramatische Auswirkungen. "In

einem Jahr, in dem die Welt bereits mit einem

"Der Unterstützung der Flussschifffahrt wird im

Dialog mit der Europäischen Kommission besondere

Aufmerksamkeit geschenkt", sagte

Stefanishyna mit dem Verweis darauf, dass

am Status der Ukraine als Kandidat für die Mitgliedschaft

in der Europäischen Union gearbeitet

wird. Damit wird in Folge der Zugang zu

den EU-Strukturfonds erleichtert, die wiederum

zur raschen Errichtung der notwendigen Infrastruktur

erforderlich sind.

Auf kurzfristige Entscheidungen der EU kann

und will die Ukraine allerdings nicht warten. Es

müssen sofort Maßnahmen gesetzt werden,

um die vom World Food Programm beschriebenen

Gefahren zu reduzieren. Deshalb hat

sich NIBULON, der größte Getreideexporteur

der Ukraine entschlossen, sofort eine Verladeeinrichtung

im Donauhafen Ismail zu errichten.


NIBULON: Die besonders effiziente Verladetechnik wird dadurch manifestiert, dass mehrere Schubleichter gleichzeitig über ein Fluss/See-

Schiff beladen werden können. Dadurch vervierfacht sich die Kapazität in der gleichen Zeiteinheit.

Mit seinem Hauptsitz in Mykolaiv am Südlichen

Bug Fluss, ist NIBULON direkt von den russischen

Angriffen auf die Ukraine betroffen. Gleichzeitig

hat das 30 Jahre alte Unternehmen große

Erfahrungen im Umgang mit Krisen gesammelt

und ist in der Lage, rasch zu reagieren.

1991, im Jahr der Unabhängigkeitserklärung

der Ukraine gegründet, hat NIBULON alle Höhen

und Tiefen der jungen Demokratie mitgemacht

und mitgestaltet. Seit seiner Gründung

wird NIBULON vom Generaldirektor Oleksiy

Vadaturskyy geleitet, der auch international

als anerkannter Fachmann gilt. Mit einer

eigenen Schiffswerft und mit einer eigenen

Reederei, hat der Agrarkonzern in den letzten

Jahren gezeigt, dass man die Agrarlogistik

schwerpunktmäßig mit der umweltfreundlichen

Binnenschifffahrt abwickeln kann. Zuletzt

transportierte NIBULON mit eigenen Schiffen

73 Prozent (4 Mio. Tonnen) Ladung auf den

Wasserstraßen. 16 Prozent wurden auf der

Schiene und nur 11 Prozent wurden auf der

Straße befördert. Auch die neue Verladestelle

in Ismail soll per Bahn angeliefert werden, um den

Straßenverkehr zu minimieren. Die ab 2007 aufgebaute

NIBULON-Fluss-Flotte umfasst heute

82 moderne Schiffseinheiten, die überwiegend

See- und Fluss tauglich ist. Noch kurz vor

dem Kriegsausbruch wurde ein neuer Fluss/

Meer Schubleichter aus einer neuen Bauserie

in Dienst gestellt. Der 101 Meter lange und 17

Meter breite Schubleichter kann bis zu 5000

Tonnen Ladung aufnehmen. Geplant und teilweise

in Bau, sind drei weitere Schubleichter

dieses Typs. Ob und wann diese vom Stapel

laufen können, wird natürlich von der weiteren

Entwicklung im Kriegsgebiet abhängen.

In Ismail, wo sich auch die Firmenzentrale der

ukrainischen Donaureederei UDP befindet,

geht man davon aus, dass NIBULON trotz eigener

Flotte auch die Schiffe der UDP beschäftigen

wird. Das würde der Reederei, die in den

letzten Jahren schwer zu kämpfen hatte, sehr

zugute kommen. Aber auch ohne NIBULON erwartet

die UDP für 2022 wieder erheblich mehr

Geschäft. Bereits unterzeichnet ist ein neuer

Transportauftrag über 220.000 Tonnen Eisenerz

nach Serbien. Vielleicht bleibt diesmal der

Donauraum vom Krieg verschont. Zugegeben,

die Hoffnung ist schwach. „Sie lagen vier

Jahre im Schützengraben. Zeit, große Zeit!“

So bedauerte Kurt Tucholsky 1919 in seinem

Gedicht „Krieg dem Krieg“ die verlorene Zeit

und beklagte die Unbelehrbarkeit der Menschen.

Es gibt keinen Frieden. Nie und nirgendwo

auf der Erde. Es gibt immer nur einen mehr

oder weniger langen Waffenstillstand. In dieser

Zeit können bunte Flecken entstehen, die

dann wieder schwarz/weiß übermalt werden…

(RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S54

SCHWERTRANSPORT

Neues Logistikkonzept

für Windenergieanlagen

größerer

Leistungsklassen

Vor mehr als 20 Jahren trat die Windenergie

ihren Siegeszug als nachhaltige Form der Energiegewinnung

an. In dieser Zeit hat sich das

Design der Windenergieanlagen maßgeblich

verändert – mit großen Veränderungen in der

Transportlogistik. TEXT: PI REDAKTION

Im März setzte Felbermayr mit dem „Blades“

von Goldhofer, erstmals ein Spezialfahrzeug

für Windflügeltransporte der neuesten

Generation ein. Roland Füreder hat 2005

seine Lehre bei Felbermayr begonnen und ist

seit dieser Zeit auch ganz nahe dran am Thema

Transport von Windenergieanlagen. Heute

ist der 33-jährige bei Felbermayr maßgeblich

für die erfolgreiche Transportlogistik von Windkraftkomponenten

verantwortlich. Er weiß

ganz genau, welche Entwicklungssprünge die

Windenergieanlagen in dieser Zeit vollzogen

haben: „Bis Mitte der 2000er-Jahre wurden in

der Regel Anlagen mit einer Nabenhöhe von

bis zu 100 Metern errichtet. Die Rotorblätter

waren in dieser Zeit gerade einmal bis zu 35

Meter lang. Moderne Rotorblätter messen aktuell

über 80 Meter. Das ist eine ganz andere

Welt“, stellt Füreder fest.

Nachläuferkonzept für Rotorblätter

Solche Rotorblattgiganten lassen sich nicht

mehr mit den bislang gebräuchlichen teleskopierbaren

Aufliegern transportieren. Aus

diesem Grund hat Felbermayr in das Transportsystem

„Blades“ von Goldhofer investiert.

Dabei wird die Rotorblattwurzel mit dem

am Schwanenhals befindlichen Gestell verbunden.

Die Rotorblattspitze hingegen ruht

auf dem Drehschemel des nachlaufenden

Achsmoduls, das lediglich über die Fracht

selbst fest mit der Zugmaschine verbunden

ist. Auf diese Weise können „beliebig lange“

Rotorblätter sicher befördert werden. Eine

Investition in die Zukunft, denn die Entwick-


lungstendenz der Hersteller von Windenergieanlagen

ist mit „höher, größer, leistungsstärker“

sehr gut beschrieben. Statt etwa ein

Megawatt Leistung erzielen Onshore-Windenergieanlagen

aktuell fünf Megawatt und

mehr. Statt 100 Metern Nabenhöhe erreichen

moderne Anlagen bis über 150 Meter. Und

die Rotordurchmesser legten in dieser Zeit von

etwa 70 auf über 160 Meter zu. Windenergieanlagen

größerer Leistungsklassen – also

mit einer Gesamthöhe von sagenhaften 230

Metern – sind derzeit Stand der Technik.

Duale Transporte als Standard

Die gigantischen Maße der Windenergieanlagen

und ihrer Komponenten hat auch die

komplette Transportlogistik entscheidend

verändert, hebt Füreder hervor: „Vor allem

die Höhe der Komponenten und die Länge

der Rotorblätter erfordern eine ganz andere

Logistikkette als noch vor wenigen Jahren. Der

durchgehende Komponententransport auf

der Straße ist praktisch nicht mehr möglich. Gefordert

ist eine Logistikkette aus Wasserstraße

und Straßentransport.“

es auf auf der Staße nicht zum Stau kommt, das

gewährleisten unsere Streckenerkunder sowie

unser topmodernes Transportequipment und

natürlich die Begleiter und Chauffeure. So bieten

wir ein komplettes Dienstleistungsportfolio

rund um den Transport von Windenergieanlagen“,

berichtet Füreder.

Doch führend in der Windenergielogistik zu

sein, das ist das Eine. Führend zu bleiben, bedeutet

hingegen, permanent dazuzulernen

und sich weiterzuentwickeln. Dazu Füreder:

„Wir stehen im ständigen Austausch mit den

Herstellern von Windenergieanlagen und den

Fahrzeugherstellern. Darum wissen wir, welche

Transportherausforderungen auf uns zukommen.

Somit können wir, mit unserem Knowhow

aus der Praxis, auch unseren Beitrag zur

Entwicklung von Transportlösungen wie dem

„Blades“ leisten. (RED)

Diese Entwicklung haben die Felbermayr-

Visionäre schon in den 90er-Jahren erkannt.

Mit den trimodalen Logistikzentren in Linz,

in den Häfen von Krefeld und Albern sowie

jüngst auch in Antwerpen, ist Felbermayr auf

zukünftige Herausforderungen optimal eingestellt.

Und weil in den Logistikzentren die

Anlagenkomponenten nicht nur umgeschlagen

sondern auch gelagert werden können,

leisten die Spezialisten von Felbermayr zudem

einen erheblichen Beitrag zur Projektoptimierung.

„Wir können die Anlagenkomponenten

zwischenlagern und liefern Just-in-Time, wenn

diese im Windpark benötigt werden. Und, dass


LOGISTIK express 2/2022 | S56

TRANSPORT & LOGISTIK

Rekordjahr und

rosige Zukunft bei

Dachser

In einer Video-Pressekonferenz verkündete

die Dachser-Führung ein herausragendes

Konzernergebnis - und wagte einen Ausblick

auf das Jahr 2022 im Angesicht von Krieg

und Krise.

REDAKTION: ANGELIKA GABOR

Am 5. April hielt Dachser SE-CEO

Burkhard Eling die Jahrespressekonferenz

ab, bedingt durch Corona

nach wie vor nur online. Kurz: 2021

war das beste Jahr der Firmengeschichte. Ein

Grund zu feiern, wäre da nicht die Tragödie

vor unserer Haustüre, der Krieg in der Ukraine.

Gemeinsam mit seinen langjährigen Partnern

von terre des hommes und anderen Hilfsorganisationen

engagiert sich das Unternehmen in

der Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge.

Wesentliche Kennzahlen des Geschäftsjahres

Dachser verzeichnete im abgelaufenen Jahr

einen außergewöhnlichen Wachstumsschub.

Der Umsatz stieg von 5,6 Milliarden Euro auf 7,1

Milliarden Euro – dies entspricht einem Plus von

26 Prozent. Zur Erinnerung: Das Jahr 2020 hatte

Dachser aufgrund der umfassenden Lockdowns

in einigen Ländern Europas mit einem

leichten Minus von in etwa einem Prozent abgeschlossen.

Die letztjährigen Zugewinne sind

also auch im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr

2019 ein gewaltiger Sprung, wobei diese Entwicklung

ohne Akquisitionen, also rein organisch,

geschah. Alle Geschäftseinheiten

waren in unterschiedlichem Ausmaß an dem

positiven Jahresergebnis beteiligt.

2021 markiert in jeglicher Hinsicht ein Rekordjahr

in der Geschichte von Dachser. Neben

dem Umsatz stiegen auch die transportierten

Mengen um 7,7 Prozent auf 42,8 Millionen Tonnen

und die Zahl der Sendungen um 6,3 Prozent

auf 83,6 Millionen.

Dieses substanzielle Mengenwachstum verzeichnete

das Unternehmen in beiden Geschäftsfeldern.

Wesentliche Teile der Umsatzentwicklung

resultierten darüber hinaus aus

den signifikanten Preissteigerungen, die die


Logistik im vergangenen Jahr prägten. Frachtraum

war extrem knapp, begehrt und daher

teuer. Der Brexit, der mitten in einer Pandemie-Welle

vollzogen wurde, brachte zu Jahresbeginn

erhebliche Turbulenzen mit sich.

Darüber hinaus hatte die Pandemie das öffentliche

und wirtschaftliche Leben noch

weitgehend im Griff. Eine durchgängig hohe

Nachfrage der Kunden aus Industrie und

Handel sorgte dennoch für außergewöhnlich

hohe Mengen in den Dachser-Netzen. Massive

internationale Lieferengpässe, vor allem

in der Seefracht, verunsicherten die Unternehmen,

sodass Lagerbestände neu bewertet

und auch strategische Anpassungen der

Supply Chains eingeleitet wurden. Stichworte:

Dual Sourcing und Near Shoring.

„Viele Beschaffungsprozesse funktionierten

nicht mehr wie gewohnt. Das sorgte für Nervosität

bei unseren Kunden. Produkte für das

Weihnachtsgeschäft aus Asien beispielsweise

kamen erst im Oktober in Europa an. 2021

mussten wir ständig neue Lösungen finden. Die

Logistik rückte in den Blickpunkt der Vorstandsetagen

mit noch nie dagewesener Priorität

und Relevanz. Unser strikter Qualitätsanspruch

hat sich ausgezahlt. Wir haben unseren Kunden

das Versprechen gegeben, ein Anker der

Stabilität in turbulenten Zeiten zu sein. Dieses

Versprechen haben wir gehalten“, so Eling.

Als Folge dessen konnte Dachser bestehende

Kunden fest an sich binden und gerade bei

Großkunden die Geschäftsbeziehung gezielt

und strategisch ausbauen.

„Unsere Kunden schätzen die hohe Sicherheit,

Planbarkeit und Qualität unseres Netzes. Unsere

Kunden wissen, sie bekommen auch in Zeiten

hoher Nachfrage und Engpässen von uns robuste

und resiliente logistische Dienstleistungen“,

fährt Eling fort, „angesichts der knappen

Kapazitäten hat es sich als richtig erwiesen,

dass wir während des Lockdowns 2020 unsere

Transportunternehmer aktiv unterstützt und

fair behandelt haben. Unser Geschäftsmodell

und unser kooperativer Umgang mit unseren

Partnern haben sich ein weiteres Mal als krisenfest

und anpassungsfähig erwiesen.“

Zahlen im Detail

„Unser Business Field Road Logistics, in dem

die europäischen Landverkehre zusammengefasst

sind, steigerte seinen Umsatz um 12,3

Prozent von 4,4 Milliarden Euro auf knapp fünf

Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch

ein Minus von 2,2 Prozent verzeichnet wurde.


LOGISTIK express 2/2022 | S58

Dabei nahm die Zahl an Sendungen um über

6 Prozent zu, die transportierte Tonnage um

über 7 Prozent“, führt der CEO aus.

Die Business Line European Logistics, also das

Geschäft mit dem Transport und der Lagerung

von Industrie- und Konsumgütern, ist bei

Dachser in vier geographische Regionen unterteilt,

die allesamt starke Wachstumsraten

verzeichneten. So betrug in Deutschland das

Umsatzwachstum bei den Landverkehren 12,4

Prozent. Dieses Plus liegt deutlich über den

Wachstumsraten der vergangenen Jahre und

belegt, dass gerade der Heimatmarkt für das

exportgetriebene Geschäft von Dachser ein

ganz wichtiger bleibt.

Eling: „Besonders erfreulich war die Entwicklung

in den Regionen „France & Maghreb“

sowie „Iberia“. Diese Märkte wurden 2020

durch die harten Lockdowns besonders in Mitleidenschaft

gezogen. Beide kehrten 2021 mit

Wachstumsraten von 14,4 beziehungsweise

exakt 10 Prozent wieder zu alter Stärke zurück

und zeugen von der Erholung dieser wichtigen

europäischen Volkswirtschaften. Die Region

North Central Europe schließlich konnte

auch 2021 mit einem Wachstum von 14,1 Prozent

an die langjährige starke Entwicklung anknüpfen.“

Die Business Line Dachser Food Logistics, zweites

Standbein des Business Fields Road Logistics,

schloss das Geschäftsjahr 2021 mit einer

deutlichen Umsatzsteigerung von 9,8 Prozent

ab. Mit einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden

Euro durchbricht Dachser hier erstmals die

Grenze von einer Milliarde Euro.

„Auch im Krisenjahr 2020 hatte Food Logistics

beim Umsatz zugelegt und damit zur Stabilisierung

des Gesamtunternehmens beigetragen.

Mit dem diesjährigen Wachstum, das wesentlich

durch Kundengewinne geprägt ist, liegt

Food Logistics über dem langjährigen Mittel

- und das trotz der pandemiebedingten Einschränkungen

in Deutschland bei Events, Hotellerie

und Gastronomie“, so Eling stolz.

„Unser zweites Business Field, Dachser Air &

Sea Logistics (ASL), war geprägt von einem

knappen Angebot und hoher Nachfrage,

was zu einem besonders starken Preisanstieg

in diesem Segment beitrug. Diese Sondersituation

führte dazu, dass der Dachser-Umsatz im

Luft- und Seefrachtgeschäft um 78,3 Prozent

von 1,2 Milliarden Euro auf nunmehr über 2,1

Milliarden Euro nach oben schnellte. Die Sendungszahl

kletterte um respektable 9 Prozent.

Die Luft- und Seefracht war 2021 DER Wachstumstreiber

bei Dachser“, fasst Eling zusammen.

Alle drei Dachser-Regionen waren an dem

außergewöhnlichen Wachstum beteiligt: ASL

Americas legte beim Umsatz um 60 Prozent zu,

die Region APAC um 74 Prozent und EMEA um

80 Prozent.

In der Luft- und Seefracht hat sich eine Entwicklung,

die sich bereits 2020 angekündigt hatte,

nochmals deutlich beschleunigt. Gestörte

Lieferketten führten zu immensem Druck, die

Systeme zu Luft und zur See am Laufen zu halten

– mit enormer Belastung für die Teams.

„Ursächlich für unser Leistungsvermögen in

diesem Bereich ist der Umstand, dass Dachser

bei Luftfracht zunehmend aus der Rolle des reinen

Vermittlers von Transportdienstleistung herausgetreten

ist. Wir sind zu einem relevanten

Akteur in diesem Markt avanciert. Wir verfügen

inzwischen über ein Luftfrachtnetzmit regelmäßigen

Verbindungen zwischen Asien, Europa

und den USA“, betont Eling. Daher führte

Dachser 2021 insgesamt 230 Charterflüge

durch. Als Vergleich: das entspricht einem

Sprung von der Bundesliga in die Champions

League.

Deutlicher Beweis für die Akzeptanz von Dachser

auch in puncto Luftfracht sind Großaufträge

zur Versorgung mit medizinischem Schutzmaterial.

Eling: „Darüber hinaus wird die Ware,

die aus Übersee kommt, in unser Landverkehrsnetzwerk

eingespeist und in ganz Europa verteilt.

Wir wachsen bei Air & Sea Logistics also

nicht nur quantitativ als Folge der Pandemie,

sondern, und das ist besonders wichtig, auch

qualitativ. Unsere Kunden profitieren davon,

dass unsere Zahnräder Luft, See und Straße so

reibungslos ineinandergreifen.“

Wachstum in allen Bereichen

Eling: „nach dem Lockdown-bedingten Seitenschritt

im ersten Corona-Jahr 2020 hat sich

unser Wachstumstempo 2021 deutlich erhöht

- auch im langjährigen Vergleich. Führen Sie


sich die Größenordnungen unseres Geschäfts

vor Augen: Dachser macht inzwischen über

7 Milliarden Euro Umsatz, wobei die Luft- und

Seefracht grob zwei Milliarden Euro beisteuert.

Von den rund 5 Milliarden, die auf den europäischen

Landverkehr entfallen, stammt etwa

eine Milliarde aus der Nahrungsmittellogistik.

Das ist eine gesunde und ausbalancierte Aufstellung,

die sich aus meiner Sicht wirklich sehen

lassen kann.“

„Grundlage für unsere Fähigkeit, auch erhebliche

Umsatzzuwächse zu bewältigen, ist unser

exzellentes Netzwerk. In diese Infrastruktur

haben wir auch 2021 wieder kräftig investiert.

Knapp 100 Millionen Euro flossen im abgelaufenen

Jahr in unsere Standorte und Systeme.

Dass die Zahl etwas niedriger ist als in den

Vorjahren, liegt im Wesentlichen an Bauverzögerungen,

die einen Übertrag in 2022 verursachten.

Die Umsatzrekorde schlagen sich

ebenfalls erheblich in unserem Ergebnis nieder.

2021 war auch in dieser Hinsicht ein außergewöhnlich

gutes Jahr. Bei dieser Aussage

möchte ich es, wie gewohnt, belassen“, so

Eling.

Die Eigenkapitalquote liegt nach Ablauf des

Geschäftsjahres bei knapp 60 Prozent. Durch

die finanzielle Stabilität ist das Unternehmen

in der Lage, alle zur Zukunftssicherung notwendigen

Investitionen aus eigener Kraft zu

stemmen. Ende 2021 zählte Dachser 31.800

Beschäftigte, das sind knapp 1.000 mehr als

ein Jahr zuvor. Das zusätzliche Personal betrifft

insbesondere das Business Field Road

Logistics, um das Mengenwachstum weiterhin

mit hoher Qualität bewältigen zu können.

Aufstellung und strategische Zukunftsthemen

Für 2022 gibt es insbesondere vier Themenfelder,

die den Konzern prägen:

1. Transition:

Anfang 2021 fand ein umfassender Generationswechsel

in der Führung von Dachser statt.

Bernhard Simon ist nach 17 Jahren an der

operativen Spitze des Unternehmens auf die

Position des Vorsitzenden des Verwaltungsrats

gewechselt. Michael Schilling, der an der Seite

von Herrn Simon über eine lange Zeit die Geschicke

des Unternehmens mitgelenkt hatte,

wechselte ebenfalls in den Verwaltungsrat.

Damit einher ging ein Generationswechsel im

Vorstand. Mit Burkhard Eling als CEO hat ein

verjüngtes, weitgehend neues Team die operative

Leitung für die nächste Dekade übernommen.

„Nach über einem Jahr der gemeinsamen

Arbeit darf ich feststellen: Der Übergang ist

abgeschlossen und erfolgreich. Dies ist vor

allem der langfristigen und vorausschauenden

Nachfolgeplanung des Unternehmens zu

verdanken. Der neue Vorstand kann mit der

Rückendeckung und in enger Abstimmung

mit dem Verwaltungsrat alle strategischen Herausforderungen

konzentriert angehen. Es hat

sich für den neuen Vorstand als richtig erwiesen,

auf den Zweiklang aus bewährter Stärke

und Aufbruch zu setzen. Wir haben uns klare

Ziele gesetzt und aus ihnen Strategien abgeleitet,

die wir nun konsequent umsetzen. Wir

werden unser Potenzial weiter entfalten und

den Wandel gestalten“, fasst Eling zusammen.

2. Digitalisierung:

Die forcierte Digitalisierung erweist sich als

DER Hebel, um Prozesse noch effizienter und

leistungsstärker und Kunden- und Partnerbeziehungen

noch enger zu gestalten. Eling:

„Wir haben den Ehrgeiz, bei der Digitalisierung

Maßstäbe in der Logistik zu setzen. Um digitale

Technologien im Netz zu etablieren, arbeiten

wir eng mit Kunden, Wissenschaft und Partnern

zusammen. Ziel ist es, unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter auf allen Ebenen in

ihren Tätigkeiten zu unterstützen.“


LOGISTIK express 2/2022 | S60

Supply Chain Visibility & Optimization

Beim dritten digitalen Schwerpunktthema

geht es darum, mehr Daten zu jeder einzelnen

Sendung zu generieren, und diese den

Kunden zur Optimierung ihrer Abläufe in Echtzeit

zur Verfügung zu stellen. In der Fachwelt

spricht man von der Erstellung eines digitalen

Zwillings, also der virtuellen Nachbildung physischer

Prozesse.

Drei Aktivitätsfelder stehen im Vordergrund:

Supply Chain Connectivity & Collaboration

Hier geht es um den digitalen Austausch und

die Übermittlung von Informationen innerhalb

des Netzes sowie mit Kunden und Servicepartnern.

Ziel ist die optimale gemeinsame Steuerung

von Logistikprozessen. Dachser setzt hier

mit Webservices, APIs oder Open Source auf

moderne Technologien. Im Rahmen dieses

Aktivitätsfelds wird die Entwicklung eines digitalen

Portals für Kunden, Partner und Lieferanten

stehen, mit dem Dachser den Anforderungen

des Markts entsprechen und gleichzeitig

neue Maßstäbe setzen will.

Supply Chain Assistance & Automatization

In diesem Bereich kommen unter anderem

Bots für Routine-Arbeiten zum Einsatz, beispielsweise

im Umgang mit Zollbehörden. Geplant

ist zudem die immer weitere Digitalisierung

des Dokumentenmanagements. „Je mehr es

gelingt, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

von lästiger Routine zu entlasten, desto

mehr Zeit bleibt ihnenm wertschöpfende und

komplexe Tätigkeiten durchzuführen. Auch

eine im Dachser Enterprise Lab entwickelte

Anwendung geht in diese Richtung. Ein auf

künstlicher Intelligenz basierender Algorithmus

prognostiziert Sendungsmengen bis zu 25 Wochen

im Voraus. Wir haben dieses Tool in allen

deutschen Niederlassungen inzwischen implementiert.

Es hilft beim Frachtraumeinkauf und

der generellen Ressourcenplanung. Weitere

Automatisierungslösungen, wie zum Beispiel

autonome Fahrzeuge im Warehouse, testen

wir und werden sie in den kommenden Monaten

zum Einsatz bringen“, erklärt Eling.

Ein Beispiel hierfür ist das Dachser-Innovationsprojekt

Telematics. Bis zum Sommer werden

über 8.500 Wechselbrücken mit solarbetriebenen

GPS-Sendern ausgestattet. Diese nutzen

5G / LPWAN und senden im Fünfminutentakt

Positionsdaten an eine zentrale Dachser-Plattform.

Dort werden ihre Geo-Informationen

verarbeitet und visuell dargestellt. Ankunftszeiten

lassen sich so genau berechnen. Alle

Linienverkehre im Dachser-Netzwerk werden

erstmals in Echtzeit sichtbar. Eling: „Das war

bisher wirklich keine triviale Aufgabe, da im

Stückgutnetz die Wechselbrücken ja auch unabhängig

vom LKW genutzt oder bei Begegnungsverkehren

ausgetauscht werden.“

Ein weiteres wirklich wegweisendes Projekt

aus dem Dachser Enterprise Lab beschäftigt

sich damit, wie das Umschlagslager der

Zukunft aussehen wird. Hier geht es darum,

nahezu sämtliche Packstücke im Umschlagslager

automatisch zu identifizieren, zu lokalisieren

und zu vermessen. So lassen sich beispielsweise

unnötige Scan- und Suchprozesse

vermeiden und erstmals die Sendungsströme

innerhalb eines Umschlagslagers erfassen und

visualisieren.

3. Klimaschutz:

So wie die Digitalisierung ist auch das Thema

der ökologischen Nachhaltigkeit von entscheidender

Bedeutung für die kommenden

Jahre. Dachser hat dazu eine Reihe von

konkreten Projekten auf den Weg gebracht:

Seit dem 1. Januar 2022 bezieht Dachser weltweit

ausschließlich Öko-Strom, die Grünstromquote

wurde von 60 auf 100 Prozent erhöht.

Bis zum Jahr 2025 werden in ganz Europa neue

Photovoltaikanlagen gebaut, um die Kapazität

zu vervierfachen.


„INVESTITION NACHHALTIGE LOGISTIK“

Im Gespräch mit Post AG Vorstand für Paket & Logistik

Peter Umundum über Innovationen und Investitionen

in und für eine nachhaltige Logistik.

Mehr auf logistik-expre s.com

LOGISTIK expre s

Ausgabe 3/2021

„Ich hatte Ihnen letztes Jahr an dieser Stelle

vom europäischen Rollout unseres Stadtbelieferungskonzepts

DACHSER Emission-Free Delivery

berichtet. Hier schreiten wir rasch voran.

Mittlerweile ist nach Stuttgart der Start in Freiburg,

Prag, Oslo, Straßburg, Paris, Madrid und

Porto erfolgt. Bis Ende 2022 werden wir Berlin,

München und Kopenhagen ebenfalls in diesen

Service einbinden“, verkündet Eling. Das

Unternehmen investiert weiter in alternative

Antriebe, um Erfahrungswerte zu sammeln.

„Aktuell haben wir rund ein Dutzend batterieelektrischer

Fahrzeuge im Einsatz. Bis Ende

2023 werden wir 50 zusätzliche Elektro-LKW anschaffen.

Darüber hinaus werden wir Wasserstoff-Brennstoffzellen-LKW

im Fernverkehr testen,

sobald dies möglich ist“, verdeutlicht Eling.

Es ist geplant, die Firmenwagenflotte so schnell

wie möglich auf Elektro-Pkw umzustellen. Der

ursprüngliche Plan, 50 Prozent der Flotte bis

Ende 2023 zu ersetzen, wird sich auf Grund der

aktuellen Lieferschwierigkeiten der Automobilindustrie

leider etwas verzögern. Dachser

investiert massiv in die weitere Optimierung

des Laderaums, etwa durch die bereits beschriebenen

Digitalisierungsmaßnahmen.

Je besser und effizienter der Laderaum genutzt

wird, desto besser ist das für die Umwelt.

„In diesem Zusammenhang ersetzen wir bis

2027 alle Standard-Trailer in Deutschland

durch sogenannte Megatrailer, die acht

Kubikmeter mehr Laderaum bieten. Das ist

ein sehr effektiver Hebel für mehr Klimaschutz,

den wir sukzessive auch in ganz Europa nutzen

werden“, verrät Eling. In einer aktuellen

Klimaschutzkampagne werden alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter von Dachser weltweit

einbezogen, um Ideen zu sammeln und zu diskutieren.

Es geht dabei ganz dezidiert auch

um die vermeintlich „kleinen Ideen“, wie man

am eigenen Arbeitsplatz Treibhausgas einsparen

kann.

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LOGISTIK express 2/2022 | S62

4. Human Resources:

Der letzte thematische Schwerpunkt betrifft

die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter. Durch die eklatanten Kapazitätsengpässe

im vergangenen Jahr trat der Mangel

an Fach- und Fahrpersonal noch deutlicher

zu Tage.

„Für funktionierende logistische Wertschöpfungsketten

brauchen wir qualifizierte und motivierte

Menschen. Dafür investieren wir ganz

erheblich in ein ganzes Bündel von Maßnahmen:

Für unsere gewerblichen Mitarbeitenden

geht es dabei zum Beispiel um Kommunikation,

Vergütungsmodelle, Entwicklungspläne, Führungsstrukturen

sowie Technologie-Einsatz und

Ergonomie in unseren Umschlaglagern und

Warehouses. Auch den Berufskraftfahrern bieten

wir ein attraktives Umfeld. Wir etablieren

für sie ein Gesundheitsmanagement, professionalisieren

weiterhin die Ausbildung und investieren

in zusätzliche Parkmöglichkeiten für

LKW an den Niederlassungen. Am wichtigsten

ist aber: Wir bringen den Menschen, die bei

oder für Dachser arbeiten, Wertschätzung

entgegen. Damit handeln wir im Einklang mit

den Werten und der Kultur unseres Familienunternehmens“,

gibt Eling einen Einblick in die

Firmenkultur.

Im Fokus liegt die Entwicklung einer neuen

Personalstrategie, die den Anforderungen der

modernen Arbeitswelt wirklich gerecht wird.

Dazu gehört es nicht nur, modernste Technologien

am Arbeitsplatz bereitzustellen: „Wir werden

darüber hinaus eine positive Einstellung zur

Digitalisierung, einen sogenannten „Digital

Mindset“, im gesamten Unternehmen schaffen.

Dieser ist die Voraussetzung, unsere eben dargestellten

Digitalisierungsanstrengungen wirklich

umsetzen zu können“, ist Eling überzeugt

und sagt: „Es geht aber auch darum, unsere

Dachser-Kultur überzeugend zu kommunizieren

und zu leben, Verantwortung und Kreativität

zu ermöglichen und auch das Lernen am

Arbeitsplatz und die persönliche Entwicklung

zu fördern. Wir werden die Mitarbeitenden

noch stärker als bisher ins Zentrum unseres

Denkens und Tuns stellen. Denn am Ende sind

es gerade die individuellen und alltäglichen

Erfahrungen eines jeden einzelnen, die uns zu

einem attraktiven und empfohlenen Arbeitgeber

machen.

Und nur wer die richtigen Menschen findet

und langfristig an sich binden kann, wird in der

Logistikindustrie bestehen können. Denn, und

ich denke das ist für uns klar, Logistik wird am

Ende des Tages von Menschen für Menschen

gemacht.“

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr

„Der Krieg in der Ukraine hat uns zutiefst getroffen.

Vieles kommt dieser Tage und Wochen

ins Wanken, woran wir bislang fest geglaubt

haben, und ich bedaure zutiefst diese

schreckliche Situation und das menschliche

Leid. Doch wie beeinflusst der Krieg Dachser?

In Russland ist Dachser seit 2008 mit einer eigenen

Landesgesellschaft vertreten. Wir erbringen

dort Transport- und Logistikdienstleistungen

in den Business Fields Road Logistics und

Air & Sea Logistics. Rund 180 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sind dort an sieben Standorten

beschäftigt. Unsere russische Landesgesellschaft

erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von

rund 26 Millionen Euro - das ist weniger als ein

halbes Prozent des Konzernumsatzes. In der

Ukraine und Belarus ist Dachser nicht mit eigenen

Standorten vertreten“, resümiert Eling.

Dachser hat alle Netzwerktransporte nach

und aus Russland und Belarus eingestellt. Ein

kompletter Übernahme- und Verladestopp

gilt auch für interkontinentale Zugverkehre

und LKW-Transporte zwischen Europa und

Asien, die Russland und Belarus durchqueren.

„Auch wenn vor dem Hintergrund dieser Zahlen

und der Größenordnung die direkten Folgen

auf unser Geschäft nicht gravierend erscheinen

mögen, sind die indirekten Folgen

des Krieges umso einschneidender. Der Krieg

mitten in Europa führt zu großem humanitärem

Leid. Er trifft die Wirtschaft mit hohen Energieund

Kraftstoffkosten, die Auswirkungen von

alldem können wir im jetzigen Stadium noch

nicht beziffern. Aufgrund der gegenseitigen

Sanktionen sind die Luftfrachtkapazitäten um

ca. 20 Prozent gesunken. Für die europäische

Logistik ist zudem die Fahrerthematik von Relevanz.

Wie Sie wissen, stammen viele Kraftfahrer,

die zum Beispiel in Polen tätig sind, aus

der Ukraine. Das ist ein weiterer Faktor, der den

Fahrermangel in Europa verschärfen wird“,

befürchtet er.


Eling: „Als Familienunternehmen leisten wir

selbstverständlich humanitäre Hilfe. Wir helfen

anerkannten Hilfsorganisationen in ganz

Europa mit kostenfreien Transport- und Lagerdienstleistungen.

Damit werden die Menschen

in der Ukraine und die Geflüchteten in

den Nachbarstaaten unterstützt. Besonders

eng arbeiten wir in dieser Situation mit unserem

langjährigen Partner, dem Kinderhilfswerk

terre des hommes, zusammen. Neben der logistischen

Unterstützung rufen wir ein gemeinsames

Projekt ins Leben, das sich um traumatisierte

Kinder und Jugendliche kümmern wird.“

Geschäftsverlauf 2022 – Aussichten

Das erste Quartal lief trotz der angespannten

Lage gut an. Die transportierten Volumina insbesondere

in den grenzüberschreitenden Verkehren

waren erfreulich und stützen verhalten

optimistische Erwartungen für das laufende

Jahr. Auch die Nachfrage nach eigenen

Chartern in der Luftfracht ist aktuell unverändert

hoch. Es bleibt aber abzuwarten, wie

sich das im Zuge dieses mit vielen Unsicherheiten

behafteten Jahres entwickeln wird.

„Wir wissen natürlich, dass 2021 ein Ausnahmejahr

war, dessen Resultate durch ein

außergewöhnlich positives Marktumfeld

potenziert wurden. Das wird sich aller Voraussicht

nach so nicht wiederholen. Vorsichtig

geschätzt gehen wir deshalb von einem

Mengenwachstum in Road Logistics von

ca. 3 bis 5 Prozent aus“, prognostiziert Eling.

Das Management von Wachstum einerseits

und knappen Ressourcen andererseits wird

eine zentrale Herausforderung auch in diesem

Jahr bleiben. Auch wenn sich gewisse

Preisspitzen des vergangenen Jahres einpendeln

werden, bleiben die Kosten in der Logistik

auf einem hohen Niveau. Treibstoffpreise, der

Fahrer- und Fachkräftemangel, Klimaschutzinvestitionen

sowie weitere Faktoren werden die

Kosten treiben. Unabhängig von dieser Entwicklung

wird Dachser auch 2022 signifikant

in den Ausbau seiner Kapazitäten investieren.

Nicht zuletzt aufgrund von Nachholeffekten

bei Bauvorhaben ist eine Rekord-Investitionssumme

von rund 200 Millionen Euro

vorgesehen. (RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S64

LOGIMAT 2022

Fachmesse

mit Vorlauf:

Intralogistik aus

erster Hand

Nur noch wenige Wochen trennen uns vom

Start der Intralogistikmesse LogiMAT, die vom

31. Mai bis zum 2. Juni in Stuttgart stattfindet.

Auch im zweiten Teil der dreiteiligen Serie

präsentiert Logistik Express vorab die interessantesten

Exponate aus zentralen Ausstellungsbereichen.

REDAKTION: MARCUS WALTER

Die langjährigen Besucher der Logi-

MAT werden in diesem Jahr feststellen,

dass sich der Charakter

des Branchen-Events leicht verändert

hat. Anders als früher finden die beliebten

Foren nicht mehr in den Hallen, sondern

ausschließlich im Eingangsbereich statt. Diese

Corona-Schutzmaßnahme hat zur Folge, dass

die Zahl der Fachvorträge während der drei

Messetage deutlich gesunken ist.

Aus dieser Not machte der Veranstalter, die

Münchner Euroexpo GmbH, eine Tugend.

Etliche Vorträge finden nun im Vorfeld der

LogiMAT auf der digitalen Plattform LogiMAT.

digital statt, die damit spürbar an Attraktivität

gewonnen hat. Am 5. April stand zum Beispiel

der LogPR-Thementag auf dem Programm.

Hier ging es in zwölf moderierten Vorträgen

um die Themen Automatisierung, Warehousemanagement

und Disposition. Für potenzielle

Besucher war das eine von vielen Möglichkeiten,

sich gezielt auf die Messe vorzubereiten

und einige der Top-Lösungen im Vorfeld zu

betrachten. Apropos Top-Lösungen: Auch im

zweiten Teil des Vorberichts stellen wir einige

der herausragenden Exponate vor:

Handheld Germany stellt den neuen SP500X

ScanPrinter vor. Die tragbare Scan-und-Druck-

Lösung vereint 2D-Imaging, Tintenstrahldruck

und drahtlose Kommunikation in einem Gerät.

Der SP500X wurde für Logistikanwendungen

mit hohen Volumina entwickelt, bei denen bei

der Sortierung von Paketen manuell gescannt

und etikettiert wird. Mit dem integrierten Drucker

und Wi-Fi ist der SP500X echt mobil. Der

SP500X verwendet eine patentierte Technologie

von HP und druckt direkt auf Pakete und


andere Oberflächen. Der leichte SP500X kann

über 1.250 Scans und Ausdrucke pro Stunde

erstellen. Er hat eine Lithium-Ionen-Batterie,

die bis zu 5.000 Scans und Ausdrucke pro

Ladung schafft. Die Druckerpatronen reichen

für Tausende Ausdrucke. Die Batterie kann im

laufenden Betrieb gewechselt werden, sodass

Ausfallzeiten minimiert werden können. Durch

die Wi-Fi-Kompatibilität lässt sich der SP500X

ScanPrinter nahtlos in bestehende IT-Umgebungen

integrieren und kommuniziert direkt

mit den vorhandenen Back-End-System.

Das Supply Chain Technologieunternehmen

Zetes präsentiert auf der LogiMAT in Halle 8,

Stand A41 Innovationen für eine digitalisierte,

vernetzte Lieferkette. Messebesucher erleben

anhand von praxisnahen Anwendungsszenarien

Supply Chain Management 4.0 zum Anfassen.

So wird die Logistic Execution-Lösung

ZetesMedea zur Digitalisierung von Lagerprozessen

inklusive Voice-Kommissionierung und

das RFID-/ImageID-Gate für eine kamerabasierte

Palettenprüfung des Wareinein- und

ausgangs zu sehen sein. Darüber hinaus sind

Live-Demos des druckluftfreien Hochleistungs-Applikators

MD 5000E zum ein-, zweioder

dreiseitigen Etikettieren von Paletten in

Kombination mit dem Packaging Execution

System (PES) ZetesAtlas, des IND-Staplerterminals

sowie der topaktuellen Mobilcomputer

und Wearables führender Hersteller geplant.

FOREN

Im Überblick

Dienstag, 31. Mai

• 10:00 – 11:00 Uhr Eröffnung & Preisverleihung – Bestes Produkt 2022

• 11:00 – 11:50 Uhr Aufbruch in die Silicon Economy

• 13:00 – 13:50 Uhr Logistikimmobilien: Brandschutz und Intralogistik

• 14:00 – 14:50 Uhr Agile Auswahl und Einführung von WMS-Systemen

• 15:00 – 15:50 Uhr Mensch & Maschine: Die Zukunft flexibler Logistik

Mittwoch, 1. Juni

• 10:00 – 10:50 Uhr Die Zukunft der manuellen Kommissionierung!

• 11:00 – 11:50 Uhr Aus dem VDI: Klarheit für die Kommissionierung

• 14:00 – 14:50 Uhr Urbane und rurale Versorgungskonzepte der Zukunft

• 15:00 – 15:50 Uhr Wie autonome Funktionen beim FTS/AMR punkten

Donnerstag, 2. Juni

• 10:00 – 10:50 Uhr Innovationen beim FTS/AMR und die Auswirkungen

auf den sicheren Betrieb

• 11:00 – 11:50 Uhr KI Reality Check

• 13:00 – 13:50 Uhr Digital Supply Chain: Gestaltung und Optimierung

• 14:00 – 14:50 Uhr Intralogistik managen – den Drachen reiten

• 15:00 – 15:50 Uhr Materialtransport auf dem nächsten Level!

Der Pick-by-Light-Spezialist KBS Industrieelektronik

GmbH präsentiert ein neu entwickeltes

Modul für die elektronische Füllstandüberwachung.

Damit werden die Einsatzmöglichkeiten

des KBS Systems um die elektronische

Nachfüllsteuerung von Bereitstellregalen

(e-Kanban) erweitert. Um die elektronische

Nachschubermittlung zu erleichtern hat KBS

einen Sensor entwickelt, der eine automatische

Füllstanderfassung nahtlos in bestehende

oder neue Pick-by-Light-Systeme integrieren

kann. Die hierbei eingesetzte Technologie

ermöglicht es, dass nur noch ein Sensor je

Durchlaufkanal zur Füllstanderfassung erforderlich

ist und Kabelführungen innerhalb des

Durchlaufkanals entfallen. Der Behälter-Füllstand

wird dabei durch den Sensor kontinuierlich

berührungslos überwacht. Sobald sich

nur noch eine definierbare Mindestanzahl an

Behältern im Regal befindet, meldet dies der

Sensor an die Nachschubsteuerung. In Kombination

mit einem Put-to-Light-Modul kann der

aktuelle Status angezeigt und der Nachfüllprozess

optimiert werden, indem die leuchtstarke

Blickfangleuchte visuell unterstützt und

so den Nachfüllprozess beschleunigt und

Beschickungsfehlern vorbeugt.

Das Schweizer Familienunternehmen Kern AG

hat sich dem leidigen Thema der übergroßen

Pakete und dem Füllmaterial aus Plastik im

Onlinehandel gewidmet und ein umweltschonendes

Verpackungssystem entwickelt:

PackOnTime 2box stellt maßgeschneiderte

Pakete her, die ganz ohne Verpackungsmaterial

auskommen. In einem vollautomatisierten

Prozess wird die Ware ausgemessen

und die Daten weitergeleitet. Aus recycelter

Wellpappe stellt die Maschine ein passendes

Paket her – und das im Sieben-Sekunden-Takt.

Der nachhaltige Nutzen liegt auf der Hand:

kleinere Pakete, weniger Volumen, weniger

Lastwagen auf der Straße.


LOGISTIK express 2/2022 | S66

Das Robotikunternehmen Magazino zeigt erstmals

öffentlich die serienreife Version des mobilen

Roboters SOTO. Der vollständig autonom

arbeitende Roboter automatisiert die Materialversorgung

in der produzierenden Industrie

und bringt Kleinladungsträger (KLT) vom Lager

bis zur Montagelinie – ganz ohne manuelle

Zwischenschritte. Der Roboter ist bereits in

mehreren Pilotprojekten im Einsatz.

SOTO kombiniert die elementaren Prozessschritte

in einer einzigen, vollständig autonomen

Lösung: die Aufnahme von unterschiedlich

großen KLT, der autonome Transport von

mehreren KLT von Quelle zu Senke sowie die

Abgabe in Durchlaufregale auf unterschiedlichen

Höhen. Das Einsammeln von Leergut sowie

die Rotation von Kleinladungsträgern um

90° bis 180° gehören ebenfalls zum Fähigkeiten-Repertoire

des neuen Roboters.

Mettler Toledo stellt erstmalig in Deutschland

die Lösung TLD970 vor, mit der während der

Fahrt die Abmaße von Paletten am Gabelstapler

gemessen werden können. In Kombination

mit der Waage TLF820, welche am Gabelstapler

angebaut wird, entsteht so eine dynamische

Messlösung für Volumen, Gewicht und ID.

Damit können Spediteure ohne Zeitverlust während

der Lagerumschlags prüfen, ob die vom

Kunden angegebenen Maße und Gewichte

stimmen. Denn mit jeder Palette, die ohne

Kontrolle transportiert wird, können Umsatzverluste

entstehen. Selbst kleinste Übermaße

von Paletten können bei der Beladung von

LKWs große Probleme hervorrufen und die gesamte

Lade- und Routenplanung gefährden.

Das TLD970 von Mettler Toledo ist ein an der

Hallendecke montiertes Messystem, dass die

Abmaße von Paletten am Gabelstapler mit

einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h

messen kann. Die Lösung ist so unauffällig integriert,

dass man sie kaum bemerkt. Eine

am Gabelträger montierte Waage vom Typ

TLF820 und das Handscannersystem liefern

zur Vervollständigung des Datensatzes das

Gewicht und die ID der Palette. Ein optionales

Staplerterminal führt den Fahrer durch den

Messprozess und überträgt den Datensatz per

WLAN an das übergeordnete IT-System des

Anwenders.

Der Pick-by-Vision-Spezialist Picavi stellt den

Lager-Mitarbeiter in den Fokus. Kernthema am

Messestand ist neben neuen Funktionalitäten

im Picavi-Ökosystem die Entwicklung einer intelligenten

Analytik mit Hilfe neuronaler Netze

zur Echtzeit-Optimierung im Lager. Die Lösung

basiert auf einer Echtzeit-Datenerfassung mittels

Datenbrille und der Nutzung dieser Daten

zur Optimierung von Lagerprozessen und

der Arbeitsplatzergonomie der Mitarbeiter.

Picavi führt die Auswertung mit neuronalen

Netzen durch. Auf dieser Basis erkennt das

System eigenständig Optimierungspotenziale

und schlägt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung

vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei

auf der Erfassung von Bewegungsmustern und

deren Optimierung für eine bessere Ergonomie

im Lager. So können beispielsweise wiederkehrende

Bewegungen, wie z.B. häufiges

Bücken, erkannt und anschließend Maßnahmen

zur gesundheitsfördernden Optimierung

ergriffen werden.

Die KNAPP AG (Halle 3 auf Stand B05) zeigt

neueste Technologien für die Automatisierung

und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette.

KNAPP-Lösungen sind auf den

jeweiligen Bedarf maßgeschneidert und basieren

auf innovativen Technologien und modernster

Software. Damit hilft KNAPP ihren Kun-


den, Wettbewerbsvorteile zu generieren und

auszubauen. KNAPP versteht sich als Technologiepartner

und bietet für jeden Schritt in der

Wertschöpfungskette die richtige Automatisierung,

Informationen und Serviceleistungen.

Innovative Roboter und Software-Tools: KNAPP

zeigt die neueste Generation seines mit künstlicher

Intelligenz ausgestatteten Kommissionier-

Roboters Pick-it-Easy Robot, Neuheiten rund

um die autonomen mobilen Roboter Open

Shuttles und das völlig neuartige Taschensorter-System

AutoPocket, das erstmals in der

Öffentlichkeit präsentiert wird. KNAPP-Software,

die die Technologien zu intelligenten

Systemen verbindet, und innovative Software-Tools

zur Analyse und Optimierung des

Anlagenbetriebs runden den Messeauftritt ab.

Seit September 2021 trägt BITO-Lagertechnik

(Halle 6 / Stand C31) die TÜV-Zertifizierung

„Klimaneutralen Unternehmen“ und stellt auf

der LogiMAT ihre hohen Grundsätze hinsichtlich

Umweltschutz bzw. nachhaltiger Ressourcenschonung

vor. Mit dem Fahrerlosen

Behältertransporter LEO Locative ermöglicht

BITO-Lagertechnik den Anwendern, den innerbetrieblichen

Transport von Behältern

oder Waren auf ganz einfache Art und Weise

zu automatisieren, ohne dafür die komplette

Infrastruktur verändern zu müssen. Die

LEO-Produktfamilie wächst und passt sich den

verschiedenen Marktrends an. LEO custom

beispielsweise eignet sich als variable FTS-Lösung

für die einfache Automatisierung des

Materialtransports in der Produktion und lässt

sich je nach Einsatz um individuelle Aufbauten

ergänzen. Das LEO-System ist in allen Ausführungen

ein unkomplizierter Schritt in Richtung

Industrie 4.0. Es funktioniert ohne W-LAN und IT

und kann vom Nutzer problemlos selbst installiert

und in Betrieb genommen werden. Auf der

LogiMAT 2022 stellt BITO-Lagertechnik die neuesten

Weiterentwicklungen der LEO-Familie

vor und zeigt, wie sich das System unkompliziert

in unterschiedliche Prozesse einbinden

lässt.

Die TGW Logistics Group (Halle 5 / Stand C13)

hat sich für das digitale Zeitalter mit modernen

Technologien aufgestellt und zeigt als Systemintegrator

das Spektrum seiner digitalen

Services. Es umfasst den gesamten Lebenszyklus

einer Anlage: von der Planung über die

Realisierung bis zum laufenden Betrieb. Dabei

stehen Innovationen im Fokus, die Unternehmen

helfen, wettbewerbsfähiger zu werden.

Der TGW-Stand setzt auf ein offenes Kommunikationskonzept.

Neben Modulen, Systemen

und Lösungen rücken auch Referenzprojekte

mit namhaften Kunden in den Fokus, bspw.

Coop, PUMA, Fource, Engelbert Strauss.

SSI Schäfer deckt diese komplexe Bandbreite

ab und präsentiert auf der LogiMAT 2022, wie

seine Kunden mit zukunftsfähiger Intralogistik

einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Auf dem

Messestand in Halle 1 zeigt SSI Schäfer, wie

kleinere und mittelständische Unternehmen

Abläufe teilautomatisieren können – auf einfache

Weise im Sinne von „Plug & Play“ und

zu attraktiven Kosten. Im Ergebnis werden die

Lager-, Transport- und Kommissionierprozesse

beschleunigt, der vorhandene Raum effektiver

genutzt und ergonomische Arbeitsabläufe

garantiert. Bausteine dieser Lösungen sind unter

anderem Fahrerlose Transportsysteme, Verschieberegalsysteme,

Kanallager-Applikationen

mit dem SSI ORBITER® und der Lagerlift SSI

LOGIMAT®, die auf der Messe ausgestellt werden.

Ein besonderes Highlight auf dem Messestand

ist das Exponat zur Vertical Farming

Lösung, die SSI Schäfer (Halle 1 D21) als offizieller

Partner des Konsortiums des Deutschen

Pavillons gerade erst auf der Expo 2020 in Du-


LOGISTIK express 2/2022 | S68

bai vorstellte. Die innovative wie nachhaltige

Lösung wurde in Zusammenarbeit mit Infarm,

dem schnell wachsenden Urban Farming Unternehmen

mit weltweiter Präsenz, entwickelt

und wird nun in Europa präsentiert.

Innovation ist nicht länger eine Option. Es ist

eine Notwendigkeit, BEYOND zu gehen. Wir

als Dematic freuen uns Ihnen mitteilen zu können,

dass wir auch in diesem Jahr wieder an

der führenden EMEA-Messe Logimat 2022 teilnehmen

werden, die vom 1. März bis zum 2.

Juni in Stuttgart, Deutschland, stattfindet. Zusammen

mit einem neuen Standkonzept und

spannenden Showcases werden wir in Halle

1, Stand 1B37 zu finden sein. Als Unternehmen

mit einem starken sustainable und sehr digitalen

Mind-Set, werden wir uns im Jahr 2022

auf den ganzheitlichen Ansatz unserer Lösungen

> Services > Software konzentrieren, um

die Zukunftsmärkte F&B, Grocery, General

Merchandise, e-Com/e-Grocery und Durable

Manufacturing fokussieren.

Seit 2003 ist Element Logic (Halle 1, Stand

1H21) AutoStore-Partner. Als weltweit erster

offizieller AutoStore-Integrator hat Element

Logic seither mehr als 150 Auto-

Store-Lager installiert und ist europaweit

Marktführer für AutoStore-Lösungen in Europa.

Element Logic, der weltweit erfolgreichste AutoStore-Distributor

des vergangenen Jahres,

präsentiert innovative Neuentwicklungen auf

Basis bewährter Standards mit individuellem

Zuschnitt. Das in Stuttgart vorgestellte Produktund

Leistungsspektrum reicht ausgehend von

einer kompletten AutoStore-Anlage mit automatisierter

Behälterandienung über integrierte

Einzelstückkommissionierung per Roboter bis

hin zu Peripheriegeräten, Lagerverwaltungsund

Steuerungssoftware sowie umfassenden

After-Sales-Services.

Das Unternehmen AM Logistic Solutions GmbH

(Halle 1 / Stand B31) konzipiert und realisiert

als Generalunternehmer Logistikprojekte, die

sämtliche am Markt verfügbaren Intralogistiksysteme

integrieren: Automatische Kleinteilelager

(AKL), AutoStore, Co-Bots, autonome

mobile Roboter (AMR), Regalbediengeräte

und Shuttle. Fördertechnik, IT-Lösungen, Retrofit-Sanierungen

sowie 24/7-Anlagenservice

und Wartung runden das Leistungsportfolio ab.

Die AM Logistic Solutions ist ein Tochterunternehmen

der niederländischen Royal

Reesink Gruppe und Teil der Reesink Logistic

Solutions Division.

Wir bei Vanderlande kennen die Lagerautomatisierung

in- und auswendig. Unser Fachwissen

und unsere Erfahrung, die wir in den

letzten 70 Jahren gesammelt haben, sind

schlichtweg unübertroffen. Und all dieses

Know-how steht Ihnen zur Verfügung. Lassen

Sie sich von unseren Ingenieuren auf der

LogiMAT von unseren Robotik- und autonomen

Fahrzeuglösungen inspirieren und finden

Sie heraus, warum wir der Meinung sind,

dass diese innovative Technologie nicht isoliert

funktionieren sollte, sondern wirklich in

den Lagerfluss eingebettet werden muss.

Entdecken Sie die neuesten Erkenntnisse über

die einzigartige ADAPTO-Shuttle-Technologie

von Vanderlande - unser automatisches

3D-Ein-/Auslagersystem mit integrierten Sortierund

Sequenzierungsfunktionen. Oder erfahren

Sie, warum unsere adaptiven Taschensysteme,

wie AIRPICK, die beste Lösung für Ihre Anforderungen

sein könnten.

Die Fluxus Solutions GmbH (Halle 5, Stand C01)

präsentiert auf der LogiMat 2022 zum ersten

mal Lösungen und Dienstleistungen rund um

die Themen Intralogisitk und Materialfluss. Zum

Produktportfolio gehören das Paletten-Durchlaufregalsystem

FXS Dynamics PFS, Paletten-Einschubregalsysteme

FXS Dynamics PPS &

FXS Dynamics TSS, Gefällerollenbahnen FXS Dynamics

GRC, Karton-Durchlaufregalsystem FXS

Dynamics CFS sowie das Shuttleregalsystem

FXS Automation GRC und ein automatisches

Palettenregalsystem FXS Automation APS.

Die IGZ Ingenieurgesellschaft für logistische

Informationssysteme mbH untermauern ihre Intralogistik-Kompetenz

für hochautomatisierte

SAP-gesteuerte Intralogistik-Anlagen. So beteiligt

sich IGZ an dem „LogiMAT Digital“-Event

am 12. Mai mit dem Vortrag „Logistikplanung

mit SAP Fokus“. Ebenso sind die SAP Ingenieure

in Stuttgart vertreten in Halle 1 (Stand B25) und

Halle 8 (Stand B47).

(RED)

Mehr auf https://network.logistik-express.com


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INTRALOGISTIK AUS ERSTER HAND


LOGISTIK express 2/2022 | S70

LOGIMAT 2022

Innovationen für

Automatisierung und

die digitale

Transformation

Auf der LogiMAT 2022 belegen die internationalen

Aussteller im Bereich Anlagen- und

Fördertechnik dreieinhalb von insgesamt

zehn Hallen auf dem Stuttgarter Messegelände

und präsentieren ein umfassendes

Lösungsspektrum für die zunehmenden Anforderungen

von Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Damit bietet die Internationale

Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und

Prozessmanagement den Fachbesuchern

einen weitreichenden Überblick und entscheidende

Orientierungshilfen zur zukunftsfähigen

Ausrichtung ihrer Intralogistik.

TEXT: PI REDAKTION

Der andauernde Fachkräftemangel

bei gleichzeitig wachsendem

Volumen des Onlinehandels prägen

gegenwärtig die Nachfrage

und die Entwicklungstrends im Segment der

Anlagen- und Fördertechnik. Die aktuellen Lösungsangebote

für die Intralogistik, das unterstreichen

die Hersteller und Systemintegratoren

mit ihren Exponaten auf der LogiMAT 2022,

zielen daher auf weitere Automatisierung der

Intralogistik-Prozesse, Digitalisierung der Daten

und Datenströme sowie Flexibilität durch mitwachsende

Lösungen. Hinzu kommt unter

dem Stichwort „Green Logistics“ der Trend zu

nachhaltigen Lösungen und ressourcenoptimierten

Prozessen. Dementsprechend fokussieren

die Materialfluss- und Anlagenkonzepte

für die Intralogistik kompakte, energieeffiziente

Anlagentechnik sowie – mit Blick auf volatile

Nachfragesituationen – weitgehende

Flexibilität bei Gestaltung und Skalierbarkeit

von Systemen und Lösungen.

„Die vornehmlichen Treiber für die Weiterentwicklung

im Bereich der Anlagentechnik

sind bereits aus den vergangenen Jahren

bekannt,“, erklärt Messeleiter Michael Ruchty

vom LogiMAT-Veranstalter EUROEXPO Messeund

Kongress-GmbH, München. „Die Pandemie

hat sie allerdings noch einmal verstärkt

und ihre Auswirkungen auf die Anforderungen

an Intralogistik sowie auf Hersteller und Anbieter

deutlich forciert. Welches aktuelle Lösungsspektrum

die internationalen Fördertechnik-,

System- und Anlagenbauer für Automatisierung,

Digitalisierung und Flexibilität in der Intralogistik

bieten, präsentieren sie Interessenten

und dem Fachpublikum vom 31. Mai bis 2. Juni

auf der LogiMAT 2022 in dreieinhalb Hallen auf

dem Stuttgarter Messegelände.“


In den Hallen 1 – nebst Galerie –, 3 und 5 sowie

weiten Teilen der Halle 7 veranschaulichen die

Exponate der Hersteller und Systemintegratoren

eine vermehrte Integration modernster

Technologien wie Robotik, Bilderfassung und

Minimalisierung bei den System- und Steuerungselementen.

Parallel dazu werden zunehmend

die Prozesse einer installierten Regalund

Fördertechnik mit mobilen Komponenten

wie etwa automatisierten Staplern oder Fahrerlose

Transport Fahrzeuge (FTF) vernetzt und

miteinander koordiniert. So stellen die Maschinen-

und Anlagenbauer, Systemanbieter und

-integratoren als stärkste Ausstellergruppe auf

der LogiMAT 2022 in Stuttgart unter anderem

neue Shuttlesysteme, Carry-Robots, autonom

arbeitende Pickroboter und platzsparende

Sortierlösungen vor. Sie präsentieren innovativ

Kommissionierautomaten und Fördertechnik-

Komponenten sowie neuartige Taschensorter

und Cobots für Picking und Palettierung.

Mehrere Systemintegratoren sind zudem mit

AutoStore-Anlagen vor Ort und zeigen die

jüngsten Komponenten und Ergänzungen für

das automatisierte Lagersystem. Weitere Exponate

fokussieren IT-gestützte Leistungsoptimierungen

durch System- und Datenvernetzung

für durchgängigen Datentransfer und

umfassende -analysen.

Insbesondere bei Prozesssteuerung, Analysen,

Wartung und Services werden dabei immer

öfter Methoden und Verfahren der Künstlichen

Intelligenz (KI) eingebunden. „Vernetzte

Intralogistiksysteme, die lernfähig sind und

sich selbst optimieren können, werden schon

in naher Zukunft eine große Rolle spielen“,

betont Johann Steinkellner, CEO Central

Europe bei TGW Logistics Group (Halle 5,

Stand C13). Der österreichische Systemintegrator

präsentiert auf der LogiMAT 2022 neben

aktuellen Entwicklungen bei Modulen, Systemen

und Lösungen für automatisierte Anlagen

Software-Modelle für die Systemvernetzung.

Dabei werden Daten von sämtlichen Anwendungen,

Produkten und Lösungen gesammelt

und in einem einheitlichen System ausgewertet,

visualisiert und für weitere Optimierungen

genutzt.

Repräsentativer Querschnitt durch das

aktuelle Lösungsspektrum

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen

investieren viele Unternehmen in die Modernisierung

ihrer Intralogistik-Ausstattung und die

Optimierung ihrer Prozesse. Entsprechend zeigen

sich die Auftragsbücher der Maschinenund

Anlagenbauer gegenwärtig prall gefüllt.

Binnen Jahresfrist, so die Zahlen des Branchenverbands

VDMA, hat die Branche in Deutschland

2021 einen Auftragszuwachs von real 32

Prozent erzielt. In das laufende Jahr sind die

Unternehmen mit einem überdurchschnittlich

hohen Auftragsbestand von 10,9 Monaten

gestartet – sind also schon zu Jahresbeginn

bis November ausgebucht gewesen. Gleichwohl

wollen sie dem internationalen Fachpublikum

ihre aktuellen Produktentwicklungen

präsentieren und weitere Vertragsabschlüsse

erzielen. „Wir freuen uns, 2022 endlich wieder

live interessante Produktinnovationen

zeigen zu können“, so Sebastian Krayenborg,

Geschäftsführer Karl-H. Bartels GmbH (Halle

1, Stand B69). Dafür bietet die LogiMAT als

bewährte Präsentations-, Informations- und

Kommunikationsplattform mit dem Charakter

einer Arbeitsmesse das optimale Umfeld.

Die von den Unternehmen auf der LogiMAT

gezeigten neuen Einzelkomponenten und

jüngst entwickelten vollautomatisierten Anlagen

bilden einen repräsentativen Querschnitt

durch das aktuelle Lösungsspektrum für effi-


LOGISTIK express 2/2022 | S72

ziente Intralogistik in Industrie und Handel. So

kommt etwa die Rocketsolution GmbH (Halle

1, Galerie, Stand OG71) mit ihrem neuen

Shuttle-System „RSX1“ nach Stuttgart. Die Technologie-Neuheit

zielt auf maximale Verdichtung

bei größtmöglicher Leistung automatisierter

Lagersysteme. Die Körber Supply Chain

Automation GmbH (Halle 1, Stand C34) zeigt

in Stuttgart verschiedene Automatisierungsund

Materialtransportlösungen, darunter ein

neues Shuttle-System sowie die KI-gestützte

„Operator-Eye“-Technologie zur Fehlerbehebung

und -vermeidung bei vollautomatisierter

Lagenkommissionierung.

Stock Solutions und Streicher Maschinenbau

GmbH & Co. KG präsentieren im Eingang Ost,

Stand E080, mit ihrem Kooperationsprojekt

„iQS“ ein flexibles Shuttle für Standard-Regale

sowie Klein- und Großladungsträger. Mit der

hoch performanten Lösung sollen sich auch

bereits installierte automatische Kleinteilelager

nachrüsten lassen. Die Extor GmbH (Halle

5, Stand G69) stellt das kompakte Lagersystem

„RoverLog“ aus. Das System stapelt Ladungsträger

per Hubtisch in die Höhe, kommt

bei der Lagerung mittelgroßer Artikel komplett

ohne Stapler, Fördertechnik, Paletten oder

Sorter-Anlagen aus und soll manuelle Kommissionierprozesse

ebenso wie die Lauf-, Staplerund

Hochkommissionierung im Schmalgang

automatisieren oder ersetzen.

Roboter für gesteigerte Dynamik

Neue Lösungen zur Steigerung von Prozesseffizienz

und Genauigkeit bei Lagerung und Kommissionierung

stellen unter anderem der Cube

Storage Pionier AutoStore (Halle 1, Stand B61)

und die Element Logic GmbH (Halle 1, Stand

H21) sowie die AMI Förder- und Lagertechnik

GmbH (Halle 1, Stand C03), die Knapp AG

(Halle 3, Stand B05) und der niederländische

Systemintegrator Inther Group (Halle 5, Stand

B50) auf der LogiMAT vor. AutoStore kündigt

neben einem neuen, integrierbaren Carousel-

Port für die Anlagen unter anderem die Vorstellung

verschiedener Branchenlösungen an.

Element Logic präsentiert als einer von mehreren

Ausstellern mit AutoStore-Anlagen auf

der LogiMAT 2022 weitere innovative Neuentwicklungen

des kompakten, automatisierten

Lager- und Kommissioniersystems. Dazu zählen

die neuen „R5+-Robots“ von AutoStore, neue

Systembehälter mit bis zu 425 Millimetern Höhe

und der AutoStore „Bin-Lift2“, ein neuer robuster

Vertikallift für mehrstöckige Lager. Weitere

Peripheriegeräte für AutoStore-Anlagen zeigen

unter anderem die Picavi GmbH (Halle

7, Stand D08) mit einer assistierenden Pick-byvision-Lösung

zur visuellen Führung und weiteren

Steigerung der Kommissionierqualität und

die AM Logistic Solutions GmbH (Halle 1, Stand

B31) mit dem neuen „RiCO-bot“. Der mit

einem Knickarm ausgestattete RiCO-bot orientiert

sich über 3D-Optik selbstständig, kann

Kleinteile autonom erkennen und handhaben

und ist als Ergänzung zu automatisierten

Lagersystemen wie AutoStore konzipiert, um

deren Systemleistung auf die automatisierten

Prozesse in Wareneingang und Versand auszuweiten.

Gesteigerte Dynamik bei Lagerung

und Kommissionierung versprechen neben

der Einbindung von Roboter-Technologie systemische

Neuentwicklungen wie etwa das

automatische Lager- und Kommissioniersystem

„Smart-Flexdepot“ der AMI Förder- und

Lagertechnik GmbH (Halle 1, Stand C03). Nach

Aussage des Herstellers bietet der Kommissionierautomat

kontinuierlichen Bestandsabgleich

mit dem Warenwirtschaftssystem, den

„aktuellen Höchstwert für das Lager-Nutzvolumen

und damit maximale Verfügbarkeit“.

Die Knapp AG (Halle 3, Stand B05) zeigt auf

der LogiMAT gleich mehrere Neuheiten. Erstmals

präsentiert das Unternehmen mit „Auto-

Pocket“ dem Fachpublikum ein völlig neuartiges

Taschensorter-System. Zudem werden

Neuheiten rund um die autonomen mobilen

Roboter „Open Shuttles“ sowie die neueste

Generation des mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten

Kommissionier-Roboters „Pick-it-

Easy Robot“ gezeigt.

FTF als barrierefreie Alternative zur fest installierten

Fördertechnik

Als einer von weltweit lediglich drei Herstellern

der A-Frame-Technologie präsentiert der niederländische

Systemintegrator Inther Group

auf der LogiMAT 2022 (Halle 5, Stand B50) erstmals

das jüngste Modell aus diesem Technologie-Segment

für effiziente Intralogistik. Mit der

von Inther perfektionierten Technologie bietet

der Systemintegrator eine hocheffiziente

Lösung mit 1.200 Zugriffen pro Stunde bei der

vollautomatisierten Artikelkommissionierung


großvolumiger Aufträge im Kleinteilesegment.

Als weitere spezielle Produktvorstellung steht

der stationäre Einzelstück-Pickroboter „Gripp“

(Gantry Robotic Intelligent Piece Picker) im

Fokus.

Weitere Optionen für die Einbindung von Robotern

in die Kommissionierprozesse sind bei

der J. Schmalz GmbH (Halle 7, Stand C05) zu

sehen. Zwei Demozellen mit Cobots für Picking

und Palettieren zeigen Anwendungsbeispiele

aus dem Bereich Bin Picking und Palettieren/

Depalettieren. Eine Neuheit dabei: das Vakuum-Lagengreifsystem

„ZLW“ für lageweises

Anheben von Paketen, Gläsern oder anderen

Werkstücken. In der zweiten Demozelle wird

eine kamerabasierte Vision & Handling-Lösung

mit Bildverarbeitung für den Griff in die

Kiste vorgestellt. Das End-of-Arm-Ecosystem

„Match“ ermöglicht dabei schnellen, auto-

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matisierten Greiferwechsel. Ebenfalls ausgelegt

auf das roboterbasierte Handling von Gebinden

sind die neuen Robotersysteme, die

die Premium Robotics GmbH (Halle 7, Stand

C30) auf der LogiMAT erstmals präsentiert. Die

Roboter mit Bildverarbeitung, Sensorik und

einem Greifsystem arbeiten ohne Lagen-Depalettierer,

Shuttle-Zwischenlager oder Fördertechnik

und können beispielsweise instabile

Gebinde aus der Konsumgüterindustrie ganz

direkt von einer Lagerpalette auf eine Lieferpalette

umsetzen.

Neben der Konzentration von Neuentwicklungen

im Bereich der Automated Guided

Vehicle (AGV) in Halle 2 auf dem Stuttgarter

Messegelände stellen auch mehrere Flurförderzeuge-Hersteller

sowie zahlreiche Maschinen-

und Anlagenbauer ihre Lösungen in den

Bereichen autonome mobile Roboter (AMR),

Messe Stuttgart

Halle 1, Stand B37

31. Mai - 2. Juni 2022

www.dematic.com/logimat2022


LOGISTIK express 2/2022 | S74

Carrybots und Fahrerlose Transport Fahrzeuge

(FTF) als barrierefreie Transportalternative zur

fest installierten Fördertechnik vor. So präsentiert

etwa die Geekplus Europe GmbH (Halle

7, Stand D51) mit dem „RoboShuttle“ ein

AMR-System, das durch den Einsatz von Robotern

eine deutliche Lagerverdichtung

verspricht. Schlüsselkomponente des Robo-

Shuttle-Systems ist der „RS8-DA“, nach Einschätzung

des Herstellers der höchste AMR im

Markt, der Regale mit einer Höhe von mehr als

acht Metern bedienen kann. Die Carrybots

GmbH (Halle 5, Stand B67) zeigt in Stuttgart erstmals

ihr fahrerloses Transportsystem „Herbie“

im neuen Design. Das FTF mit modular erweiterbarem

Systemaufbau wurde als kosteneffiziente

Startlösungen speziell für den Transport

von Kleinladungsträgern und ähnlichen Transportgütern

entwickelt.

Einstiegslösungen für durchgängige Prozessautomatisierung

und Vernetzung

Auch im Bereich der stationären Fördertechnik

unterstreichen die internationalen Aussteller

auf der LogiMAT 2022 mit zahlreichen Exponaten

die Innovationskraft und Lösungskompetenz

der Maschinen- und Anlagenbauer.

Die Gebhardt Intralogistics Group (Halle 5,

Stand B71) etwa kommt neben FTF „Karis“ und

Shuttlesystem „StoreBiter MLS“ mit der Premierenpräsentation

einer neuen Sortiertechnologie

speziell für kompakte Lager nach Stuttgart.

Die platzsparende „SpeedSorter line“

ist vertikal aufgebaut und bietet an beiden

Sorterseiten eine variable Anzahl von Endstellen

für hohe Sortierleistung und Flexibilität auf

kleinstem Raum. Mit einer neu entwickelten,

eigenständigen Behälterfördertechnik, die

auf der LogiMAT 2022 erstmals zu sehen ist,

stellt die Dambach Lagersysteme GmbH & Co.

KG (Halle 1, Stand F41) eine Lösung für den

Warenfluss in Vorzonen automatisierter Lagersysteme

vor. Die Fördertechnikkomponente,

die speziell für Dambach-Anlagen entwickelt

wurde, soll künftig mit weiteren Innovationen

als systemunabhängige Einzelkomponente

angeboten werden.

Mit einer „Revolution unter den Palettenmagazinen“,

so Bartels-Geschäftsführer Sebastian

Krayenborg, kommt die Karl-H. Bartels

GmbH (Halle 1, Stand B69) nach Stuttgart.

Neben Treppensteigern zeigt das Unternehmen

das Palettenmagazin „DStacker“.

Es ist auf sehr hohen Palettenumschlag in

einem Kommissionierlager ausgelegt und gibt

alle 10 Sekunden eine von bis zu 55 Paletten

aus. Zudem, ein deutlich nachhaltiger Aspekt,

kommt der „DStacker“ komplett ohne Stromanschluss,

Pneumatik oder Hydraulik aus. Die

Schmale Logtec GmbH (Halle 3, Stand C53)

präsentiert neben der neu entwickelten Produktlinie

„AGV Connect“ als Live-Exponat

eine ganzheitlich konzipierte Übergabestation

für das Be- und Entladen Fahrerloser Transportsysteme

(FTS), die neben Effizienzvorteilen

einen komfortablen Einstieg in durchgängige

Prozessautomatisierung und Vernetzung bieten

soll.

Die internationalen Aussteller aus dem Bereich

des Anlagen- und Maschinenbaus, das

zeigt diese willkürliche Auswahl von Neuheiten

auf der LogiMAT 2022, halten für das Fachpublikum

eine Vielzahl an Innovationen und

Lösungsoptionen für effiziente Warehousing-

Prozesse bereit. Die Systementwickler und

Anbieter präsentieren mit kompakten, flexibel

skalierbaren Lager- und Kommissioniersystemen

einerseits die neusten Komponenten, Geräte

und Einzelsysteme in den Bereichen der

stationären und fest installierten automatisierten

Anlagen- und Fördertechnik. Andererseits

stellen sie mit Fahrerlosen Transportfahrzeugen

und jüngsten Shuttle-Lösungen mobile Alternativen

für die innerbetrieblichen Transporte,

für die Produktionsversorgung und eine automatisierte

Bedienung von Regalsystemen vor.

„Ein umfassender Querschnitt und Überblick

über die jüngsten Innovationen und Lösungsangebote,

die die Maschinen- und Anlagenbauer,

Systemanbieter und -integratoren gegenwärtig

für eine zukunftsfähige Ausrichtung

der Intralogistik anbieten“, fasst Messeleiter

Ruchty zusammen. „Auf der LogiMAT können

die Fachbesucher diese Neuheiten und zahlreiche

Produktpremieren endlich wieder direkt

in Augenschein nehmen, sie miteinander vergleichen

und für fachkundige Informationen

und Abstimmungen mit den Anbietern vis-avis

ins Gespräch kommen. Ein Nutzwert von

derartiger Quantität und Qualität wird Interessenten

und Fachpublikum nirgendwo sonst

geboten.“ (RED)


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INTRALOGISTIK AUS ERSTER HAND


LOGISTIK express 2/2022 | S76

LOGIMAT 2022

Geballte

Fachkompetenz

rund um

Stapler & Co.

Auf der Fachmesse für Intralogistik-Lösungen

und Prozessmanagement präsentieren

die weltweit führenden Flurförderzeuge-Hersteller

dem internationalen Fachpublikum

die aktuellsten Neuentwicklungen und Produktinnovationen

im Bereich der mobilen

Lagertransporte. Der kompakte Überblick

mit zahlreichen Premieren untermauert

den Stellenwert der LogiMAT als international

bedeutendste Fachmesse der Branche.

TEXT: PI REDAKTION

Mit den Exponaten, die die Aussteller

der Flurförderzeuge-Branche

auf der LogiMAT 2022 vorstellen,

unterstreicht die Internationale

Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und

Prozessmanagement aktuell prägende Branchentrends.

Hintergrund: Der globale Material-

Handling-Markt hat im Jahr 2021 erneut die

Dynamik der Vorjahre übertroffen. Alle namhaften

Hersteller weisen in ihren Jahresbilanzen

ein deutlich zweistelliges Wachstum aus.

Jungheinrich etwa verzeichnet für 2021 „das

erfolgreichste Geschäftsjahr in seiner Unternehmensgeschichte“.

Der Auftragseingang

stieg um 45 Prozent.

Die Kion Group, unter anderem mit den Konzerntöchtern

Linde Material Handling, Still

GmbH und Baoli EMEA S.p.A. auf der LogiMAT

2022 vertreten, vermeldet für das abgelaufene

Jahr im Bereich Industrial Trucks & Services (ITS),

zu dem die Flurförderzeuge und verbundenen

Dienstleistungen in der Group zählen, beim

Neufahrzeuggeschäft ein Plus von 40,9 Prozent

gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt legte

die Zahl der Neubestellungen im Vorjahresvergleich

um 51,0 Prozent zu. Größtes Wachstum

bei den Auftragseingängen weisen dabei die

Gegengewichtsstapler auf – mit einem spürbaren

Trend Richtung Elektrostapler.

Diese positiven Bilanzen, das belegen die Aussteller

der FFZ-Branche mit ihren Exponaten auf

der LogiMAT 2022, bilden zugleich mehrere

aktuelle Trends im FFZ-Segment ab. Zum einen

sind Mobilität und Materialflüsse im Lager offenbar

weiterhin gestützt auf den Einsatz von

Flurförderzeugen: Geräte der Klassen 1 bis 3

wie etwa Hubwagen, Routenzüge, Gegengewichts-,

Deichsel-, Gelenk- und Schubmaststapler

oder Fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF).


Zweitens werden sie technologisch, über die

unterschiedlichen Handlings- und Staplerprozesse

hinweg, elektromotorisch unterstützt und

zunehmend automatisiert. Ein dritter, perspektivisch

ausgerichteter Trend, der sich mit Blick

auf die Exponate daraus indirekt ablesen lässt,

ist das hohe Engagement und wirtschaftliche

Interesse der Hersteller im Bereich von FTF und

Automatisierten Mobilen Robotern (AMR).

Nahezu alle FFZ-Hersteller sind in diesem Segment

bereits im Markt vertreten. Unter Einbindung

von Sensorik sowie Methoden und Verfahren

Künstlicher Intelligenz (KI) wird dabei die

Entwicklungen Richtung autonom agierender

Transportfahrzeuge verfolgt. So arbeitet etwa

Still (Halle 10, Stand B41) auf Basis des Kommissionierers

OPX iGo neo, der bereits autonom

im Regalgang unterwegs ist, als deutscher

Vertreter im europäischen Forschungsprojekt

IMOCO (Intelligent Motion Control) mit, um

FTF und AMR zu gänzlich autonom fahrenden

Fahrzeugen weiter zu entwickeln. An ähnlichen

Entwicklungen arbeitet die Jungheinrich

AG (Halle 9, Stand B05).

Neben Exponaten auf den Ständen der

FFZ-Hersteller ist das FTF- und AMR-Segment

auf der LogiMAT 2022, erstmals insbesondere

in der gesamten Halle 2 nebst Foyer konzentriert.

Mehr als 80 Aussteller zeigen dem internationalen

Fachpublikum dort ihre jüngsten

Entwicklungen für FTF- und Roboter-basierte

Automatisierung in der Intralogistik.

Plattformtransporter bis zu 65 Tonnen Traglast

Auf der LogiMAT 2022 sind die internationalen

FFZ-Hersteller aber vor allem im Segment der

manuell geführten Flurförderzeuge mit den

jüngsten Neuentwicklungen ihrer Geräte und

deren Ausstattung vertreten. Mit zahlreichen

Premieren präsentiert neben allen führenden

Marktplayern nahezu die komplette Riege

der internationalen Flurförderzeuge-Hersteller

in den Hallen 9 und 10 ihr aktuelles Produktund

Leistungsspektrum. Die Neuvorstellungen

reichen von Geräten der Klassen 1 bis 3 über

Zubehör und Anbaugeräte, Fahrerassistenzund

Flottenmanagementsystemen bis zu den

jüngsten Lösungsangeboten in den Bereichen

Antriebsalternativen, Batterie- und Energiemanagement.

„Wir freuen uns darauf, auf der

LogiMAT unsere Freunde endlich wieder bei

einer physischen Veranstaltung auf unserem

Stand zu treffen und wieder mit ihnen in Kontakt

treten zu können“, charakterisiert Blade

Feng, Forklift Business Unit Director, BYD Europe

BV (Halle 10, Stand G61), die Stimmung unter

den Herstellern. „Wir können es kaum erwarten,

allen Besuchern unsere erweiterten alternativen

Materialien und Handhabungslösung

vorzustellen.“

Der Rothauspark und die Außenflächen

zwischen den Hallen bieten Herstellern wie

Jungheinrich und Linde zudem die Möglichkeit

dem internationalen Fachpublikum ihre neuesten

Stapler der Klassen 4 und 5 mit Verbrennungsmotor,

ausgelegt auf die Abgasstufe 5,

in Live-Demonstrationen vorzustellen. „Das

zusätzliche Outdoor-Areal auf dem Messegelände

ist der perfekte Ort, um die zahlreichen

Verbesserungen und Vorteile der neuen Shooting-Stars

mit ihren verschiedenen Antriebsarten

Diesel, Treibgas, Elektro erlebbar zu machen

und in Aktion zu zeigen“, urteilt Stefan

Prokosch, SVP Brand Management Linde

Material Handling (Halle 10, B21).

Die Jungheinrich AG, die sich inzwischen deutlich

auch im Bereich der Lagertechnik und

automatisierten Lagersysteme engagiert, hat


LOGISTIK express 2/2022 | S78

bereits die Präsentation mindestens einer Premiere

und mehrere Neuheiten angekündigt.

Sicher wird darunter der wendige, kompakte

Routenzug LiftLiner® für die Jungheinrich Elektro-Schlepper

der EZS-Baureihen 1, 3 und 5 zu

sehen sein. Überdies hat der Hamburger Hersteller

zu Jahresbeginn als Neuheit einen Schmalgangstapler

vorgestellt, der auf fahrerlose

Einsätze als autonom fahrendes Flurförderzeug

ausgelegt ist. Auch mit dessen Vorstellung

kann man wohl rechnen.

Die Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG

(Halle 10, Stand D05) zeigt dem Fachpublikum

erstmals einen selbstfahrenden Plattformtransporter

aus dem „SFX“-Baukasten mit Traglastvarianten

von 25 Tonnen, 40 Tonnen und

65 Tonnen. Der Transporter ist für manuelle

Anwendungen im Innen- und Außenbereich

konzipiert und lässt sich in modularer Bauweise

mit verschiedenen Lenksystemen und einem

Plattformhub ausstatten oder als FTF auslegen.

Still fokussiert sich beim Messeauftritt in Stuttgart

auf die Präsentation von AMR-Fahrzeugen

aus der neuen ACH-Baureihe, die erstmal öffentlich

zu sehen sein wird. Die AMR werden

den Fachbesuchern in Symbiose mit automatisierten

Vertikalförderern wie Schubmast- oder

Schmalgangstaplern vorgestellt. Zudem wird

der Hersteller auf der LogiMAT 2022 sicher die

neuen Baureihen „LXT 120-350“ und „LXW 20-

30“ seiner elektrisch angetriebenen Schleppund

Transportfahrzeuge vorstellen. Als Assistenzsystem

kommt dabei die „Descent Speed

Regulation (DSR)“ zum Einsatz. Die last- und

neigewinkelabhängige Geschwindigkeitsregulierung

soll mehr Sicherheit bieten und eine

erhöhte Umschlagleistung bei Rampenfahrten

unterstützen.

Premiere Elektro-Gegengewichtsstapler

Hyster Europe (Halle 10, Stand C10) rückt mit

der Vorstellung emissionsarmer und emissionsfreier

Stapler das Thema „Powering YOUR

Possibilities" in den Mittelpunkt des Messeauftritts

in Stuttgart. Dabei bieten etwa die neuen

Hyster®“J10-18XD“-Modelle mit Lithium-Ionen-

Batterie eine Tragfähigkeit von bis zu 18 Tonnen.

Die emissionsfreien Elektrostapler sollen

in ihrer Leistung dem Vergleich mit Verbrennungsmotoren

standhalten.

Die Besucher der LogiMAT 2022 werden zudem

zu den ersten Interessenten in Europa

gehören, die das Debüt des neuen BYD-

Gabelstaplers „ECB20S“ und der neuen

„SEF“-Gegengewichtsserie des Herstellers

miterleben können. Der Dreirad-Gegengewichtsstapler

ECB20S bietet eine elektrische

Feststellbremse, das neueste energiesparende

Batteriemanagementsystem des Herstellers

sowie ein überarbeitetes Hydrauliksystem

und ist mit zwei Batterieoptionen verfügbar.

Weitere Exponate zielen mit Tools auf Transparenz

im Flottenmanagement sowie die Optimierung

von Energieverbrauch und Batteriemanagement

über Ferndiagnosen.

Dem Herstellernamen alle Ehre macht ein

neuer Gegengewichtsstapler des schwedischen

Herstellers Semax Material Handling

AB (Halle 10, Stand G75), der erstmals auf der

LogiMAT zu sehen ist. „Se max“ heißt ins Deutsche

übersetzt „maximal sehen“. Das ist Programm

für den neuen, kompakten Stapler, der

mit dem Mast hinter der Kabine den Fahrern

viel freie Sicht und ein smartes Handling transportempfindlicher

Güter ermöglicht. Integrierter

Teleskopvorschub, 0-900 mm (Option),

schafft dabei eine markante Reichweite für

präzises Warenhandling.

Nachrüstbares Assistenzsystem

Mit Neuentwicklung bei den Zusatzausstattungen

und Anbaugeräten sind überdies

beispielsweise die PowerFleet GmbH (Halle

10, Stand C77), die Abertax Technologies

Ltd. (Halle 10, Stand C29) und die Durwen

Maschinenbau GmbH (Halle 10, Stand B39)

in Stuttgart vertreten. PowerFleet zeigt mit

der Messeneuheit „VAI-100“ ein kamerabasiertes

Personen- und Fahrzeug-Warnsystem.

Das nachrüstbare Assistenzsystem für Flurförderzeuge

nutzt Künstliche Intelligenz (KI) zur

Erkennung von Personen, Fahrzeugen und

Hindernissen in seinem Arbeitsumfeld. Bei Unterschreitung

eines konfigurierten Sicherheitsabstandes

wird der Staplerfahrer unmittelbar

visuell und akustisch vor Objekten in der Nähe

gewarnt. Gekoppelt mit Flottenmanagement-System

„VisionPro“ können Auswertungen

über die Verletzung von Sicherheitszonen

vorgenommen und im Visibility-Tool der Software

angezeigt werden.


„Mit den präsentierten Messepremieren

innovativer Neuentwicklungen bietet die

LogiMAT 2022 erneut den wohl umfassendsten

Überblick über die aktuellen Geräte

und Lösungsangebote der internationalen

Flurförderzeug-Branche“, resümiert

Messeleiter Michael Ruchty, EUROEXPO

Messe- und Kongress-GmbH München.

„Mit den Exponaten ihrer jüngsten Entwicklungen

im Hardware-Bereich wie auch bei

den Fahrerassistenz- und Flottenmanagementsystemen

machen die Hersteller die

Präsentationsplattform und Arbeitsmesse

LogiMAT für die Fachbesucher zugleich

zur wichtigsten Informationsbörse für zukunftsfähige

Investitionsentscheidungen

im Bereich der Flurförderzeuge. Ein Mehr

an geballter Fachkompetenz wird ihnen

nirgendwo geboten."

LOGISTIK EXPRESS

B2B FIRMENSUCHE

Branchenportale mit

Google Maps...

Abertax Technologies präsentiert mit der

„Non-Metallic Liquid Level Sensor Electrode“

eine neuartige patentierte, metallfreie Sonde

zur Füllstandsmessung von Batterieelektrolyt

bei elektronischen Produkten. Im Gegensatz

zu herkömmlichen Sonden auf Stahl- oder Bleibasis

sind die neuen Füllstandsmesser korrosionsfrei

und ermöglichen die unkritische Handhabung

bei der Installation.

Durwen stellt auf der LogiMAT 2022 eine repräsentative

Auswahl ihrer wichtigsten Anbaugerätevor.

Dazu zählen etwa Zinkenverstellgeräte

mit SmartForks als Plug-in-Play-Lösung,

eine Papierrollenklammer in 180°-Ausführung

und Zinkenverstellgeräte in Kombination mit

Teleskopgabelzinken. Als Innovationen wertet

der Hersteller einen neuartigen Klemm-/Abschieber

und eine neue Schneidballenklammer

zum automatisierten Entdrahten. An unterschiedlichsten

Ballen beispielsweise in der

Altpapier- und Recyclingindustrie kappt die

Neuentwicklung die Transport-Haltedrähte.

Dabei fällt das Ballenmaterial nach dem Öffnen

der Klammerfunktion in die vorgesehenen

Lade- und Transporthilfsmittel. Die Drahtreste

bleiben in der Greifeinheit stecken und

können materialrein entsorgt werden.

(RED)

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LOGISTIK express 2/2022 | S80

LOGIMAT 2022

Innovationen für

das Codieren –

Erfassen und

Vernetzen

Eine Vielzahl von Premieren und innovativen

Neuentwicklungen in allen Auto-ID-Technologiebereichen

sowie einem ergänzenden

Expertenforum zur weiterführenden Informationsvermittlung

machen die LogiMAT

2022, Internationale Fachmesse für Intralogistiklösungen

und Prozessmanagement zur

umfassenden Leistungsschau der Auto-ID-

Branche.

TEXT: PI REDAKTION

Zuverlässige Kennzeichnung von Bauteilen

für die Produktion, von Behältern im

Lager- und Kommissioniersystem oder

der Flurförderzeuge im Logistikzentrum

– ohne Auto-ID, die Automatische Identifikation

und Datenerfassung, geht in der Produktion

und Logistik gar nichts. Kennzeichnung &

Identifikation, Tracking & Tracing, Bestandsmanagement

und Kommissionierung, Echtzeitortung,

Condition Monitoring und Predictive

Maintenance: Auto-ID-Technologien und ihre

Kombination mit komplementären Technologiefeldern

unterstützen die Automatisierung

von Prozessen sowie eine zunehmend autonome

Gestaltung, bei der Objekte jeglicher Art

sich wechselseitig einander identifizieren und

verifizieren.

Für den AIM, Industrieverband für Automatische

Datenerfassung, Identifikation (Auto-ID)

und Mobile IT-Systeme, sind die Ident-Technologien

„Enabling Technologies“ für die digitale

Transformation von Supply Chain und Logistik,

für die Steuerung, Automatisierung und

Optimierung von Unternehmensprozessen und

die intelligente Vernetzung von Informationen

aus Produktion und Logistik, Transport und Verkehr.

Denn Auto-ID-Technologien von der optischen

Kennzeichnung und Identifikation über

RFID- und RTLS-Lösungen bis hin zu Sensorik,

Bluetooth und Vision Systemen ermöglichen

alle Anwendungsbereiche, in denen Daten

erhoben und ausgewertet werden. Mit der

kontinuierlichen Einbindung technologischer

Neuerungen und entsprechender Weiterentwicklung

der Produkt- und Lösungsangebote

erschließen die Auto-ID-Lösungen Effizienzsteigerungen,

steigern Prozesstransparenz

und Optimierungspotenziale und unterstützen

den technologischen Wandel sowie Entwicklung

neuer Geschäftsfelder in den Unter-


nehmen. Vor diesem Hintergrund blicken die

Hersteller und Anbieter dieses diversifizierten

Branchenspektrums durchweg positiv in die

Zukunft. Dem letzten Branchen-Barometer des

AIM zufolge erwarten nahezu 85 Prozent der

befragten Unternehmen eine bessere oder zumindest

gleichbleibende Marktentwicklung.

Im zweistelligen Prozentbereich konstatieren

die Unternehmen aller Technologiebereiche

zudem eine verstärkte Nachfrage – von

Unternehmen mit RFID-Lösungen erwarten

dies 72 Prozent. Welche Innovationskraft und

Lösungskompetenz der Auto-ID-Branche dabei

zugrunde liegt, zeigen die internationalen

Aussteller vom 31. Mai bis 2. Juni auf der Logi-

MAT 2022 in den Hallen 4 und 6 auf der Südachse

des Stuttgarter Messegeländes.

„Die Auto-ID-Branche kommt in diesem Jahr

mit so vielen Neuheiten und Premieren zur

LogiMAT wie nie zuvor“, sagt Messeleiter Michael

Ruchty, EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH

München. „In allen Technologiebereichen,

von den ORM mit neuen

Sicherheitsetiketten, Druckern und Lesegeräten

über neue Wearables für RFID- und

neue Sensorik für RTLS-Lösungen und Transportüberwachung

bis hin zu dynamischen

Frachtvermessungslösungen präsentiert die

Auto-ID-Branche auf der LogiMAT ein breites

Spektrum an Neuentwicklungen für das Codieren,

Erfassen, Vernetzen von Informationen.“

Digital geführte Kommissionierung mit geographischen

Informationen

Im Bereich der Etiketten stellt die Securikett

Ulrich & Horn GmbH (Halle 4, Stand F81) als

einen „positiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“,

so das Unternehmen, ihre um neuartige,

papierbasierte Sicherheitsetiketten erweiterte

Produktpalette vor.

Die Plöckl Media Group GmbH (Halle 4, Stand

C07) legt den Fokus bei ihren Exponaten neben

verschiedenen Kennzeichnungslösungen

insbesondere auf die Produktinnovation

„InMould on Roll“, bei der die klassische Stapelverarbeitung

ihrer patentierten InMould

Etiketten durch eine kosten- und zeiteffiziente

Lösung auf Rolle erneuert wurde.

Für effizienten Etikettendruck „on the fly“ präsentiert

die Toko Etikettier- und Drucksysteme

GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand B05) erstmals

die Epson C6000 Serie. Der Inkjet-Drucker mit

Etiketten-Spendefunktion (C6000Pe/C6500Pe)

ermöglicht in vollautomatisierten Etikettieranlagen

mehrfarbigen „just-in-time“-Etikettendruck.

Dabei lassen sich fotorealistische Etikettenlayouts

mit einer Druckauflösung von bis zu

1200 x 1200 dpi und Druckbreiten von vier und

acht Zoll realisieren.

Die Optimierung von Durchlaufzeiten im Prozess

bei gleichzeitiger Reduzierung der Fehlerpotenziale

im Kommissioniervorgang verspricht

die Applikation Digitalpicker, die im

Rahmen der LogiMAT 2022 erstmals auf einer

Messe gezeigt wird. Bei der Lösung der Indutrax

GmbH (Halle 6, Stand D74) ist der Name

Programm: Die Applikation ermöglicht eine

papierlose und digital geführte Kommissionierung

unter Verwendung von geographischen

Informationen, eLabel, Pick-to-Light, Wearable-Barcode-Scanner

und Tablets. Diese neuartige

Form der Prozessunterstützung leitet Kommissionierende

einfach und effizient durch die

Bearbeitung ihrer Aufträge.

Tablets stehen auch beim Messeauftritt der

Advantech Service-IoT GmbH (Halle 8, Stand

F10) im Mittelpunkt. Als Produktneuheiten

zeigt das Unternehmen das Fahrzeugterminal


LOGISTIK express 2/2022 | S82

DLT-V7215 P+ mit unterbrechungsfreier Stromversorgung

und Smart Sensor sowie das Industrietablet

AIM-75S mit austauschbarem Akku.

Das robuste 8“-Tablet ist für den Innen- und

Außenbereich geeignete. Zusätzlich zu den

WLAN-/LTE-Funktionen, die mobiles Computing

ermöglichen, kann das GMS-zertifizierte

AIM-75S optional mit Peripheriegeräten wie

einem 1D/2D-Barcodescanner, LAN+COM,

UHF-RFID und MSR-Modulen ausgestattet werden.

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und

KI-Applikationen

Neue Systeme für effiziente Datenerfassung

und -vernetzung stellen unter anderem die

Mettler-Toledo GmbH (Halle 6, Stand F27), das

Wäge- und Messtechnik-Unternehmen DEW –

Waagen & Systeme (Halle 3, Stand D58), die

Kaptura GmbH (Halle 6, Stand F68) und die

Swiss Sort GmbH (Halle 5, Stand F47) auf der

LogiMAT erstmals vor.

Mettler-Toledo kommt mit dem neuen Messystem

„TLD970“ nach Stuttgart. Das Messystem

wird an der Hallendecke montiert und kann

die Maße von Paletten messen, die von Gabelstaplern

transportiert werden, die sich mit

einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h

bewegen. Kombiniert mit einer am Gabelträger

montierten Waage „TLF820“ von Mettler-Toledo

und einem Handscannersystem

entsteht eine dynamische Messlösung für Volumen,

Gewicht und ID. Ein optionaler Touch-

Screen-PC im Führerhaus des Gabelstaplers

führt den Fahrer durch den Messprozess und

überträgt den Datensatz per WLAN an das

übergeordnete IT-System des Anwenders.

DEW – Waagen & Systeme zeigt als Premiere

ein neu entwickeltes Volumen-Messsystem.

Das System kombiniert Volumenmessung,

Gewichtsmessung und das Abscannen von

Artikeldaten, beispielsweise von Etiketten.

Die DEW-Waagenanzeige „D 125“ mit Touchbildschirm

führt alle erfassten Daten in einem

Datensatz zusammen. Im Anschluss wird das

Datenpaket in Echtzeit direkt in die Unternehmens-IT

übertragen und automatisiert gespeichert,

wobei die entsprechenden Datenfelder

der Bildschirm-Maske automatisiert befüllt

werden.

Die 3D-Laserscanner-Lösung „IMS360“ von

Kaptura zielt auf automatisierte Artikelstammdatenerfassung.

Dabei ermöglicht die Einbindung

von 360°-Produktfotografie eine schnelle

Datenerfassung und Wiedererkennung von Artikeln.

Swiss Sort stellt mit „Procap“ ein komplettes

Soft- und Hardwarekonzept für Sendungserfassung

(OCR Maschinen- und Handschrift),

Tracking (BCR), Redressbearbeitung und die

Irrläuferbearbeitung vor. „Procap“ sorgt nach

Herstellerangabe mit Live-Erfassungswerte von

bis zu 600 Sendungen pro Stunde für deutliche

Arbeitserleichterungen, Zeit- und Kostenersparnisse

in der innerbetrieblichen Logistik.

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen

und KI-Applikationen präsentieren unter anderem

die Denso Wave Europe GmbH (Halle 4,

Stand D65) mit komplexen und Cloud-basierten

IoT-Datenmanagementsystemen sowie

die Panasonic Marketing Europe GmbH (Halle

6, Stand A71). Panasonic kommt mit einer Visual

Sort Assist (VSA) Lösung für automatisierte

Objekterkennung zur LogiMAT 2022. Das

System scannt bei der Warenanlieferung Barcodes

oder Lieferantenadressen und projiziert

Namen der Lieferanten, Priorität in der Fertigung

oder Lagerplatz auf Pakete, die dann

auf der Fördertechnik weitergeleitet werden.

Parallel erfolgt ein Abgleich der erfassten Anlieferungsdaten

mit den im ERP-System oder

WMS hinterlegten Informationen. Darüber hinaus

ist auf dem Panasonic-Messestand die

Tochtergesellschaft Blue Yonder vertreten.

Sie präsentiert mit ihrem „Luminate“-Portfolio

KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der

Cloud.

Neue Transponder für zuverlässige RFID-Anwendungen

Jüngste Entwicklungen im RFID-Segment werden

bei der Neosid GmbH & Co. KG (Halle

4, Stand D05) und bei der Bito-Lagertechnik

Bittmann GmbH (Halle 6, Stand C31) gezeigt.

Neosid präsentiert mit „NeoTAG“ einen neuen,

kleinen Transponder mit hoher Reichweite für

zuverlässige RFID-Auslesung selbst in Metallumgebungen.

Der gesamte HF-Transponder ist in

der Standardausführung als Inlay (ohne Gehäuse)

auf einer Größe von 2,6 mm x 2,6 mm

x 2,4 mm untergebracht. Zudem werden Versionen

als Plug (im Einpressgehäuse), als Flag


(zur Befestigung etwa mit Kabelbindern) oder

in kundenspezifischen Bauformen angeboten.

Bito kommt mit den Startups Tec4Med, TeDa-

Los und Qbing nach Stuttgart. Gemeinsam

mit Bito-Lagertechnik stellen sie auf der Logi-

MAT 2022 die neuesten Entwicklungen und

spannende Innovationen rund um das Thema

Intralogistik vor. Entwickelte Lösungen wie intelligente

Pharmatransportbehälter, die Möglichkeit

zur digitalen Bestandsüberwachung in

Kleinteilebehältern oder RFID-basierte Bestandüberwachung

am Regal sind Features, die

Bito-Lösungen weiter digitalisieren.

Abgerundet wird die Leistungsschau der Auto-ID-Branche

auf der LogiMAT 2022 am dritten

Messetag durch das Expertenforum „Digital

Supply Chain – Gestaltung und Optimierung:

AutoID-Technologien als Enabling Technologies“

in der LogiMAT-Arena im Atrium, Eingang

Ost, das gemeinsam von der Fachzeitschrift

ident und dem Fachverband AIM-D e.V. Das

behandelte Themenspektrum für ergänzende

Informationsvermittlung stellt die RFID-basierte

Automatisierung sowie Transparenz und Digitalisierung

der Lieferkette auf Basis von Echtzeitdaten

in den Mittelpunkt. Zudem zeigen

und erklären die Experten im Zuge des Forums

effiziente und nachhaltige Nutzungs- und Businessmodelle

mit Mehrwegbehälterlogistik. Ziel

ist es, den Fachbesuchern Leistungsvermögen

und Einsatzpotenziale der unterschiedlichen

AutoID-Technologien für die Digitalisierung

von Supply Chain, Logistik und Produktion aufzuzeigen.

„Die Identtechnik ist die unentbehrliche

Grundlage für effiziente Lieferketten und

Datenvernetzung wie auch für die zukunftsfähige

Ausrichtung von Logistik und Produktion“,

resümiert Messeleiter Michael Ruchty.

„Mit den Exponaten der Aussteller und der

fachkompetenten Informationsvermittlung im

Expertenforum bietet die LogiMAT 2022 einen

kompakten und gleichwohl vollumfänglichen

Überblick über den aktuellen Stand der technologischen

Entwicklungen im Bereich der

Auto-ID und den Mehrwert, den sie im Rahmen

der digitalen Transformation bieten. Wer

darüber im Bilde sein will, darf einen Messebesuch

in Stuttgart nicht versäumen.“ (RED)

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LOGISTIK express 2/2022 | S84

LOGIMAT 2022

Präsentationsplattform

für

modernste Software-

Lösungen

Auf der LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse

für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement,

präsentieren die Software-

Entwickler dem internationalen Fachpublikum

ihr aktuelles Produktportfolio

für zukunftsfähige, effiziente Intralogistik.

Prägende Trends sind Cloudlösungen und

die Einbindung moderner Technologien

wie Künstliche Intelligenz (KI) und Robotic

Process Automation (RPA).

TEXT: PI REDAKTION

In mitarbeiterintensiven Branchen wie der

Logistik erschließen Automatisierung und

Digitalisierung neue Möglichkeiten der Prozesseffizienz,

Geschäftsentwicklung, Kundenbindung

und Skalierbarkeit. Enabler dieser

Erneuerungs- und Optimierungspotenziale

sind die jeweils steuernden Softwaresysteme.

Das Zusammenspiel von digitalen Technologien

wie Cloud, Data Analytics, Augmented

Reality oder Künstliche Intelligenz ermöglicht

dabei die nächsten Schritte intelligenter Prozessautomatisierung,

die Umsetzung datenbasierter

Geschäftsmodelle und zusätzliche Faktoren

der Wettbewerbsdifferenzierung.

Welche Optionen die Software-Hersteller dabei

mit ihrem aktuellen Produktportfolio für

Intralogistik und Prozessmanagement bieten,

zeigen die IT-Unternehmen auf der LogiMAT

2022 in den Hallen 6 und 8 auf dem Stuttgarter

Messegelände. „Applikationen, Module und

Systeme für schnelle Datenzusammenführung,

-analyse und Prozessoptimierung, die

die operativen Prozesse der Intralogistik und

der Supply Chain verbessern“, konstatiert

Messeleiter Michael Ruchty der EUROEXPO

Messe- und Kongress-GmbH aus München.

„Intelligente IT-Lösungen zur Bewältigung der

aktuellen Marktanforderungen und zukunftsfähigen

Ausrichtung der Unternehmen.“

Das nach den Anbietern von Fördertechnikund

Automatisierungssystemen zweitstärkste

Ausstellerkontingent auf der LogiMAT 2022

kommt mit einem umfassenden Überblick

über die jüngsten Entwicklungen bei Transportmanagement-,

Lagerverwaltungs- (LVS) und

Warehouse Management Systemen (WMS)

sowie bei Zoll-, Versandabwicklungs- und

Exportkontroll-Systemen nach Stuttgart. Zudem

präsentieren zahlreiche Anlagenbauer,

Systemintegratoren und Flurförderzeuge-Hersteller

Systeme für das Flotten-, Ressourcen-,

Yard- und Zeitfenstermanagement sowie

Steuerungssoftware für ihre Geräte, Systeme

und Anlagen. Darunter eine wachsende

Zahl von Unternehmen, die eigenentwickelte

LVS beziehungsweise WMS vorstellen oder

sich als SAP-Implementierungspartner positionieren.

Als bestimmende Trends für die Exponate,

die zugleich den Investitionsbedarf

in der Intralogistik markieren, zeigen sich:


• die Einbindung von Methoden und Verfahren

der Künstliche Intelligenz (KI)

• der Einsatz von Simulationssoftware und

Digitalen Zwillingen in unterschiedlichsten

Anwendungen

• Nachhaltigkeit/Ressourceneffizienz

• Systeme, Module und Applikationen für

Big Data und Analytics

• smarte Lösungen aus der Cloud.

Vernetzte Daten analysieren

Technologien wie Bilderfassung, KI und Robotik

werden eingebunden, um durch Automatisierung

von Rechenprozessen der Software

selbst zur weiteren Optimierung der

Systemleistungen beizutragen. So lassen sich

durch Nutzung maschineller Lernmechanismen

für koordinierte Prozesssteuerung etwa

Kommissionierwege und -zeiten um bis zu 30

Prozent reduzieren. Künstliche Intelligenz (KI),

Maschinelles Lernen (ML) und Robotic Process

Automation (RPA) beschleunigen die

Rechenprozesse. Das macht sie zu Technologien,

die es Ingenieuren und Data Scientists

ermöglichen, die riesigen Datenmengen

einer vernetzten, digitalen Transformation zu

strukturieren, zu analysieren und auszuwerten.

„Vernetzte Intralogistiksysteme, die lernfähig

sind und sich selbst optimieren können, werden

schon in naher Zukunft eine große Rolle

spielen“, betont Johann Steinkellner, CEO

Central Europe bei TGW (Halle 5, Stand C13).

Spezielle Algorithmen generieren dabei Mehrwert,

indem sie etwa durch vorausschauende

Analysen und daraus abgeleitete, belastbare

Handlungsempfehlungen die operativen Prozesse

der Intralogistik wie der Supply Chain

optimieren.

So zeigt active logistics (Halle 6, Stand F61)

das Tourenplanungssystem active smart tour

mit integrierter KI. Das System soll die Tourenplanung

beschleunigen. Dabei, so das Unternehmen,

stellt die KI sicher, dass Terminzusagen

und Kundenprioritäten erfüllt sowie ein

Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Sie laste

vorhandenen Laderaum effektiver aus, kalkuliere

effiziente Routen, verkürze mit ML die

Fahrstrecken und verringere damit zugleich

den CO2-Ausstoß. Sie überwacht zudem sämtliche

Ankunftszeiten und vergibt kurzfristige

bholungen direkt an das naheliegendste

Fahrzeug.

Arvato Systems GmbH (Halle 8, Stand F55)

stellt KI-basierte Anwendungen etwa für das

Stammdatenmanagement vor. Zudem stehen

smarte Applikationen zur Routenoptimierung

oder Belieferungskonzepte mit (teil)

autonomen Zustellungen im Fokus, die den

CO2-Ausstoß insbesondere auf der letzten

Meile reduzieren.

Die Setlog GmbH (Halle 7, Stand C61) hat die

kompletten Lieferketten im Blick und kommt

mit neuen Tools für ihre Supply Chain Management

(SCM)-Lösungen nach Stuttgart.

Schwerpunkt des Messeauftritts bildet die erweiterte

SCM-Software OSCA, die in fünf Lösungen

mit erweiterten Tools demonstriert wird.

Simulationssoftware und digitale

Zwillinge

Zur Optimierung der innerbetrieblichen Transporte

dient das Realtime Location & Recognition

System der Logivations GmbH (Halle 8,

Stand F05), das mit Machine Learning alle Materialflüsse

und Staplerbewegungen tracken,

automatisch buchen sowie Scan- und Identifikationsvorgänge

automatisieren kann. Fahrerlose

Transportsysteme und Staplerleitsystem

verschmelzen, autonome Transportsysteme

haben völlig neue Möglichkeiten für Navigation,

Hindernisvermeidung und die Kollaboration

mit Menschen. Auf Basis eines digitalen

Zwillings sollen sich zudem vielfältige Anwendungen

erstellen lassen.

Die Artschwager + Kohl Software GmbH (Halle

6, Stand D73), präsentiert erstmals auf der

LogiMAT ihr Task und Transport Management

System TAMAS, das eine Integration autonomer

mobiler Transportroboter und Gabelstaplerflotten

in den Produktionsbetrieb ermöglicht.

Eine eher ungewöhnliche Entwicklung kann

das internationale Fachpublikum bei der

e.bootis ag (Halle 8, Stand F41) in Augenschein

nehmen: die Abbildung der Intralogistikprozesse

in einem ERP-System. Erstmals

zeigt das Unternehmen in Stuttgart die modular

individualisierbare e.bootis-ERPII Suite. Sie

bietet unter anderem mit Transportmittelverwaltung,

automatisierter Versandabwicklung,

Kommissionierung, Bestandsverwaltung, Fördertechniksteuerung

und Nachverfolgung Lösungsbausteine

für zahlreiche Anforderungen


LOGISTIK express 2/2022 | S86

mittelständischer Unternehmen der Großhandels-,

Industrie- und Dienstleistungsbranche.

Ziel ist es, Geschäfts- und Logistikprozesse vom

Wareneingang bis hin zur Inventur zu digitalisieren

und zu automatisieren.

Auch bei der Planung und Leistungsauslegung

automatisierter Anlage und den Abläufen

im Logistikzentrum kommen vielfach

Simulationssoftware und digitale Zwillinge

zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich bereits im

Vorfeld die Anlagenauslegung und Prozesse

exakt abbilden und überprüfen. Gleiches gilt

etwa für die Planung und Gestaltung optimaler

Lieferketten und alternativer Supply

Chains. Dabei unterstützen Softwaresysteme

mit umfassenden Analyse- und Simulationsfunktionen

das Supply Chain Network Design.

So erstellt etwa die Software ipolog (Halle 1,

Stand F31) für verbesserte kollaborative Zusammenarbeit

bei der Logistik- und Montageplanung

ein digitales Modell als digitalen

Zwilling der künftigen Anlage, in dem alle

notwendigen Daten zusammenfließen. In

ipolog werden unterschiedliche Szenarien

aufgebaut, simuliert und gegenübergestellt.

Das Planungsszenario kann zum besseren Verständnis

in 3D visualisiert werden.

Cloud-Anwendungen für die digitale Transformation

bei KMU

Zentrale Systeme für die Verwaltung, Prozesssteuerung

und Effizienz im Lager bilden die

Lagerverwaltungs- und Warehouse Management

Systeme. In diesem Softwarebereich sind

zahlreiche Entwickler mit Neuerungen in Stuttgart.

Parallel zeichnet sich ein Trend ab, die

Systeme und Funktionalitäten weiter zu modularisieren

und in frei kombinierbaren Zusammenstellungen

sowie nach unterschiedlichen

Abrechnungsmodellen aus der Cloud anzubieten.

IT-Architekturen und -Anwendungen

werden für die Cloud umgebaut und in die

Cloud migriert oder auf die Nutzung Cloudnativer

Technologien ausgerichtet. Derartig

Modelle aus der Cloud ermöglichen auch kleineren

und mittelständischen Betrieben (KMU)

Modernisierungen, Automatisierung und den

komfortablen, finanziell überschaubaren Einstieg

in die digitale Transformation.

Vor diesen Hintergründen präsentiert die

Andreas Laubner GmbH (Halle 4, Stand B45)

Innovationen rund um die automatische Datenerfassung

sowie Lösungen für smarte und

optimierte Prozesse zur Digitalisierung bei

KMUs. Gezeigt wird unter anderem ein Modul

mit Hard- und Software, das eine schnelle und

unkomplizierte Implementierung von Transportrobotern

über eine Cloud-Lösung ermöglicht.

Die PureLoX Solutions GmbH (Halle 8, Stand

D05) stellt als Neuerung die Warehouse-Management-Software

plx.wmx vor. Eine neu

entwickelte Software-Architektur auf einer

Low-Code-Plattform ermöglicht Cloudfähigkeit

sowie eine mobile Nutzung ohne Einschränkungen

über Tablet und Smartphone.

Gleichzeitig soll der Aufwand für Wartung,

Anpassung und Weiterentwicklung gegenüber

klassischen monolithischen WMS-Architekturen

deutlich sinken.

Die ABF GmbH (Halle 8, Stand D57) zeigt mit

OneBase®MFT ein Lagerverwaltungssystem

mit kontinuierlicher Materialverfolgung über

sämtliche Transport- und Fördermittel via Real

Time Location System (RTLS) sowie einer vollautomatischen,

situationsadaptiven Materialflusssteuerung

für innerbetriebliche Logistikprozesse.

Die PSI Logistics GmbH (Halle 8, Stand D70)

hat gleich eine komplette Best-Practice-Lösung

für den E-Commerce aufgelegt. Neben

einem neuen, cloudbasierten Dienst PSIsrs für

intelligente, proaktive und effiziente Routenplanung

präsentiert das Unternehmen unter

anderem eine branchenspezifisch vorkonfigurierte

E-Commerce-Lösung des bewährten

Warehouse Management Systems PSIwms.

Das Best-Practice-Komplettpaket, das

erstmals vorgestellt wird, ist cloudbasiert und

speziell auf die für den E-Commerce und Omnichannel

relevanten Prozesse und Arbeitsanforderungen

ausgelegt. Die Branchenlösung

erfordert keinen zusätzlichen Programmieraufwand

und ermöglicht kurze Projektlauf- und

Implementierungszeiten.

Sicherheit für Kollaboration Mensch/Maschine

Einen weiteren Aspekt für die Optimierung

des Materialflusses zeigt die Panasonic Tochtergesellschaft,

der Plattformlösungsanbieter

Blue Yonder (Halle 6, Stand A71) mit ihrem

Luminate-Portfolio. Es bietet KI-gesteuerte


Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud

und soll KI-Supply Chains agiler machen.

Die Supply-Chain-Spezialisten der

Remira Group GmbH (Halle 8, Stand

D17) haben als Exponat die Premiere

von Statcontrol Cloud im Gepäck. Die

Neuheit aus dem Bereich Warehousing

ist nach Herstellerangabe die erste

vollständig zertifizierte Software-as-a-

Service-Lösung für Stichprobeninventur

und soll Anwendern einen sofortigen

ROI ab der ersten Inventur ermöglichen.

Das wachsende Angebot an Cloud-

Lösungen sowie Systemen, Modulen

und Applikationen für Big Data und

Analytics wie sie auf der LogiMAT 2022

präsentiert werden, zeigt die richtige

Richtung auf. Jetzt müssen die Anwender

agieren" (RED)

IT-Lösungen zur gesteigerten Autonomie

und Sicherheit von Maschinen und

Industrierobotern stehen im Mittelpunkt

des Messeauftritts der Blaxtair Arcure

S.A. (Halle 10, Stand H30). Das Unternehmen

ist auf KI für die Bildverarbeitung

in der Industrie spezialisiert. Die

neue cloud-basierte Lösung „Blaxtair

Connect“ erhöht die Sicherheit von

Menschen in der Nähe von Maschinen

und hilft Unternehmen dabei,

das angestrebte Ziel „Null Unfälle“ zu

erreichen, indem sie Kollisionsrisiken proaktiv

managen und so drastisch reduzieren

können.

„Insgesamt bietet die LogiMAT 2022

damit einen abwechslungsreichen

Überblick über die jüngsten Anwendungsoptionen

durch Integration modernster

Technologien und hilfreicher

IT-Werkzeuge in die IT-Infrastruktur der

Unternehmen“, resümiert Messeleiter

Ruchty. „Der aktuell von Tata Consultancy

Services (TCS) und Bitkom Research

veröffentlichte Trendstudie

‚Nachhaltig geht nur digital‘ zufolge

setzen drei Viertel der Großunternehmen

auf Big Data. Das heißt sie nutzen

Software-basierte Analyseinstrumente“.

Für KMU trifft dies nicht einmal für die

Hälfte der Unternehmen zu. Es gibt also

noch deutliche Potenziale bei Nutzergruppen

und Anwendungen. Die

Software-Unternehmen sind gefordert,

marktgerechte Lösungen zu entwickeln,

die die digitale Transformation und

KI-Anwendungen weiter voranbringen.

Intelligente Technologien

für erfolgreiche

Wertschöpfungsketten

LogiMAT 2022

31. Mai bis 2. Juni 2022

Halle 3, Stand B05

Stuttgart

#ValueChainTechPartner


LOGISTIK express 2/2022 | S88

JOB KARRIERE

20 Prozent aller

Stellen werden

mittels Active

Sourcing besetzt

Trotz aktuell unsicherer Wirtschaftsprognosen

hält der Fachkräftemangel auch 2022 an.

So vermeldet die Stellenbörse Indeed, dass zu

Jahresbeginn rund 50 Prozent mehr Inserate

online waren als vor Ausbruch der Pandemie.

In kurzer Zeit neue Mitarbeiter zu gewinnen,

bleibt folglich eine zentrale Herausforderung

für Unternehmen jeder Größe.

TEXT: PI REDAKTION

Der Arbeitsmarkt zeigt sich unbeeindruckt

von aktuellen wirtschaftlichen

Risiken. Vielmehr wird

der Wettbewerb um die besten

Arbeitskräfte in vielen Branchen sogar weiter

zunehmen, sodass diese die Qual der Wahl

haben, wo sie arbeiten wollen. Für Firmen sind

neue Ansätze gefragt, um die Personalversorgung

im Jahr 2022 sicherzustellen. Angesichts

einer derzeit hohen Wechselbereitschaft

von Beschäftigten ist effizientes Recruiting

für Unternehmen von hoher Bedeutung.

Laut Analysen der Staffery GmbH besetzen

Arbeitgeber heute bereits rund 20 Prozent

der Stellen mittels Active Sourcing*: Bei dieser

Methode der Personalgewinnung machen

sich Firmen aktiv auf die Suche nach geeigneten

Kandidaten. Der HR-Technologieanbieter

stellt fünf Ansätze vor, wie das gelingt.

„Für erfolgreiches Recruiting werden Active

Sourcing Ansätze immer wichtiger. So erreichen

Unternehmen interessante Kandidaten

auf unterschiedlichen Kanälen und bauen

Kandidaten-Pools auf. Jede fünfte Stelle wird

heute auf diesem Wege besetzt – in manchen

Bereichen sind es sogar bis zu 50 Prozent

der Vakanzen“ sagt Sven Konzack, Gründer

des HR-Start-ups Staffery, das im Rahmen der

Erhebung 105 Da-tensätze ausgewertet hat.

Laut Gallup Engagement Index 2022 sind

14 Prozent der Deutschen derzeit aktiv auf

der Suche nach einer neuen Tätigkeit – das

ist der höchste Wert, der jemals im Rahmen

der Untersuchung gemessen wurde.

Einer Forsa-Studie im Auftrag von XING von

Anfang 2022 zufolge sind sogar 37 Prozent


der Befragten offen für einen neuen Job oder

haben in puncto Suche bereits konkrete

Schritte in die Wege geleitet. Die hohe Wechselbereitschaft

erhöht den Druck auf Firmen,

schnell neues Personal gewinnen zu müssen.

Daher empfiehlt es sich, ergänzend zur Personalsuche

mittels Stellenausschreibungen, aktiv

nach potenziellen Kandidaten zu suchen. Das

HR-Start-up emp-fiehlt dafür die folgenden

Ansätze:

• Aktivierung bestehender Kontakte: Karriere-

Events und Personalmessen sind wichtige

Active-Sourcing-Plattformen. Doch zum Kandidaten-Pool

des Unternehmens gehören

auch Kandidaten, die sich in der Vergangenheit

auf eine ausgeschriebene Stelle beworben

und einer Speicherung ihrer Daten zugestimmt

haben. Es kann sich lohnen, sie erneut

zu adressieren.

• Netzwerk der Mitarbeitenden: Die bereits im

Unternehmen Beschäftigten verfügen häufig

über ein umfassendes Netzwerk an interessanten

Kontakten, die zu adres-sieren sich lohnt.

Initiativen zur Aktivierung dieser potenziellen

Kandidaten können etwa mittels spezieller

Referenz-Programme realisiert werden.

• Soziale Netzwerke: Sowohl Personaler als

auch Ansprechpartner in der Fachabteilung

können Fachkräfte mittels Social Media adressieren.

Sinnvoll ist es, potenzielle Kandidaten

nach den entsprechenden Kriterien zu identifizieren

und direkt anzuschreiben.

• Kandidaten-Datenbanken: Wechselinteressierte

stellen ihren CV häufig auf Jobportalen

ein, um auf ihr Profil aufmerksam zu machen.

Unternehmen können Lebensläufe auf Plattformen

und CV-Datenbanken scannen, um

passende Profile zu identifizieren. Daraufhin

sprechen sie die Kandidaten direkt an.

• Recruiting-Technologie: Active Sourcing

kann aufwändig und teuer werden. Doch

der Einsatz von Technologien vereinfacht

die Prozesse – und spart Budgets. Geeignete

Softwarelösungen erleichtern einen kontinuierlichen

Überblick über Aus-schreibungen,

Bewerbungen und Stellenbesetzungen

erheblich.

* Quelle: Auswertung von Staffery unter 105

Recruitern (n=105) in Q1/2022

(RED)


LOGISTIK express 2/2022 | S90

Mit April verantwortet Mag.a Sonja Aboulez

die Leitung des Geschäftsbereiches Paket

Österreich bei der Österreichischen Post AG.

Die erfahrene Führungskraft übernimmt damit

die Verantwortung für das aktuelle Paketgeschäft

in Österreich mit den Schwerpunktthemen

Vertrieb, Marketing & Innovation.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der

Weiterentwicklung des Angebots in Österreich,

Westeuropa und in strategischen Märkten. Zuletzt

war Sonja Aboulez bei Zalando als Vice

President Partner Sales & Services in Deutschland

tätig und gründete in dieser Funktion eine

neue erfolgreiche Geschäftseinheit.

Sabine Auer-Germann (41) übernahm mit 1.

April die Geschäftsführung der adverserve

Holding GmbH. Sie folgt damit auf Markus

Plank, der sich neuen beruflichen Herausforderungen

stellt. Gemeinsam mit Isabel Tausendschön,

die bereits seit 2020 als Geschäftsführerin

den Finanzbereich des Unternehmens

verantwortet, wird Sabine Auer-Germann die

eingeschlagene Unternehmensmission beständig

fortführen. Das gemeinsame Versprechen

ist, die Positionierung von adverserve als

starke Werbepartnerin für Media 360° weiter zu

festigen. Hier wird insbesondere das Serviceangebot

im Bereich Classic Media forciert.

Igor Maiorov (43) ist per 1. April 2022 in die

Geschäftsführung der InterRail Europe GmbH,

Deutschland, berufen worden. Er ist seit 2017

im Unternehmen und war in verschiedenen

leitenden Positionen, zuletzt als Prokurist in der

Funktion des Director Operations, tätig. Igor

Maiorov verantwortet die Planung, Steuerung

und kontinuierliche Optimierung der operativen

Abläufe der Gesellschaft, während Birgit

Dehner, die seit 2015 als Geschäftsführerin

der InterRail Europe tätig ist, wie bisher für den

Bereich HR, Finanzen und Administration verantwortlich

zeichnet.

GEODIS hat in Deutschland Björn Srocke zum

Sales Director ernannt. Björn Srocke (41) ist gelernter

Speditionskaufmann und Verkehrsfachwirt

mit langjähriger Branchenerfahrung. Seine

Karriere bei GEODIS startete er 2002, wo er fundierte

Kenntnisse in verschiedenen Funktionen

innerhalb des Unternehmens erwarb. So war

er unter als Export Manager für Lateinamerika/

Mexiko sowie als Quality & Process Manager

und eService Manager tätig. 2010 übernahm

er Aufgaben beim Ausbau des Automotive-Geschäfts,

zunächst als Manager Automotive

Operations und in der Folge als Vertical

Market Manager Automotive für Deutschland.

GEODIS hat in Deutschland Johann Peter

Reimer zum neuen Air Freight Director ernannt.

Johann Peter Reimer (40) verfügt über

eine 20-jährige Erfahrung in der Logistik, die er

im In- und Ausland, unter anderem in China,

erwarb. Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann

und Betriebswirt war er seit

2010 in führenden Positionen, zuletzt bei DHL

und Yusen, tätig. In seiner neuen Funktion ist

er für das Luftfrachtgeschäft von GEODIS in

Deutschland verantwortlich und Mitglied der

Geschäftsführung der Freight Forwarding

Aktivitäten.

Stefan Hütten verstärkt absofort die Haeger &

Schmidt Logistics-Gruppe. In seiner Funktion

als Chief Business & Corporate Development

Officer wird er die Aktivitäten in der Gruppe

unterstützen und weiter ausbauen. In seiner

Berufslaufbahn ist Stefan Hütten für verschiedene

Logistikunternehmen tätig gewesen

und hat fundierte Kenntnisse und Erfahrungen

in den Bereichen Hafen-, Schwergut- sowie

multimodale Logistik gesammelt. Zuletzt war

er als Geschäftsführer eines Speditions- und

Schifffahrtskontors mit mehreren Tochtergesellschaften

für die Bereiche Operations, Sales

und Marketing verantwortlich.


PERSONALMELDUNG

MENSCHEN IN

BEWEGUNG

Mit 15. Mai wird Heidi Stevens die Geschäftsführung

von Otto International übernehmen.

Stevens folgt auf Michael Dumke, der nach elf

erfolgreichen Jahren als CEO des globalen Beschaffungs-

und Dienstleistungsunternehmens

in den Ruhestand geht.Heidi Stevens verfügt

über umfangreiche Erfahrungen und eine

langjährige Erfolgsbilanz in der Beschaffungsbranche.

Sie ist seit mehr als zwanzig Jahren

in der Beschaffung und Produktentwicklung

für führende internationale Modeunternehmen

tätig, darunter Walmart, der ehemalige

US-Versandhändler Spiegel sowie der Hemdenhersteller

Gitman Bros.

Der Strategiechef der Quantron AG, Martin

Lischka, übernimmt mit sofortiger Wirkung die

Position Leiter Marketing und Kommunikation

des Systemanbieters für nachhaltige batterieelektrische

und wasserstoffbetriebene

Mobilitätslösungen für Nutzfahrzeuge. Der

ausgewiesene E-Mobility-Experte Lischka verfügt

über mehr als zwölf Jahre Erfahrung in der

Automobilindustrie in den Bereichen BEV-Produktstrategie,

Marktforschung sowie Portfolio

& Go-to-Market-Steuerung und hat erfolgreich

internationale Marken sowie Unternehmen gelauncht.

Die Berndorf Band Group - Weltmarktführer

von Stahlbändern und Bandanlagen - ist mit

einem neuen Führungsteam ins neue Jahr

gestartet. Alexander Leutner fand 2014 seinen

Weg zum niederösterreichischen Traditionsunternehmen,

war dort bis Ende 2021 als

Executive Vice President der International

Commercial Division tätig und ist nun Teil der

Doppelspitze in der Geschäftsführung. Der studierte

Magister iuris (Jus) bringt jede Menge

internationale Erfahrung mit ein, war er doch

schon zuvor jahrelang für globale Unternehmen

tätig.

Gernot Binder, ebenfalls CEO der Berndorf

Band Group, kann auf jede Menge internationale

Stationen zurückblicken. Seine bilderbuchhafte

Karriere startete er innerhalb

der Berndorf Band Group. Diese begann im

Jahr 1996 als Service und Training Manager.

Nach zwei mehrjährigen Engagements in der

Geschäftsführung von Berndorf-Auslandsgesellschaften

in den USA, kehrte er 2014 nach

Österreich zurück. Bis Ende 2021 leitete er hier

als Präsident die Berndorf Band Engineering

GmbH. leitete er hier als Präsident die Berndorf

Band Engineering GmbH.

Die ELVIS Teilladungssystem GmbH mit Sitz in

Knüllwald erweitert ihre Geschäftsführung.

Die Gesellschafterversammlung hat Vanessa

Klonnek (43) und Steffen Renner (57) mit sofortiger

Wirkung zu gleichberechtigten Geschäftsführern

bestellt und einhergehend

damit die Nachfolge von Jochen Eschborn

eingeleitet. Klonnek zeichnet verantwortlich

für die internationalen Aktivitäten des Unternehmens,

Renner wurde die Leitung des nationalen

Geschäfts übertragen. Eschborn zieht

sich aus dem operativen Geschäft zurück und

fungiert künftig als Sprecher der Geschäftsführung.


LOGISTIK EXPRESS

STRATEGIE

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