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Blinker_10_2022

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Nr. 10 Oktober 2022 | 6,70 €

7,50 € (A) • 10,90 SFR (CH)

8,90 € (I) • 7,90 € (BENELUX)

MONSTERJAGD

Versteckt im

Unterwasserwald:

Wels und Karpfen

Europas große Angelzeitschrift

Völliger Wahnsinn

HEILBUTT MIT

DER FLIEGE

Im Test

Nighthunter

Rute

von

Balzer

Kühles Wetter im Herbst:

Die Hotspots verschieben sich – mehr ab Seite 6

ALLES AUF HECHT

9,6

KILOGRAMM

Riesenrotbarsche

im Risøysund

TOP-REVIER AN

DER OSTSEE

Strand Dänisch-Nienhof


ENGINEERED

IN

GERMANY

YEAR

3WARRANTY

FISHING TOGETHER

WITH LEGENDS

IMPULSE 4 FEEDER FD

Speziell für die Kunst des Feederfischens entwickelt, verfügt

diese leistungsfähige Frontbremsenrolle über einen

extrem starken Graphitkörper und -rotor sowie vier Kugellager.

Sie ist eine anpassungsfähige Rolle dank der Aluminium-Feeder-Spule

und der mitgelieferten zusätzlichen

regulären Graphitspule. Der EVA-Griffknauf ist so gestaltet,

dass er maximalen Komfort beim Einholen bietet. Zwei

Größen sind erhältlich, um den unterschiedlichen Bedürfnissen

beim Feederfischen gerecht zu werden.

QUICK 2 SLS

Dieser Neuzugang in der Quick-2-Serie ist eine

große Big-Pit-Rolle, die stark, zuverlässig und

elegant ist – sie wird Sie nicht im Stich lassen.

Ausgestattet mit Qualitätskomponenten wie einer

Konstruktion mit festem Getriebe, 5+1 Stahlkugellagern,

einer doppelt eloxierten Spule und unserem

patentierten Dura-Grease-Fett ist diese Rolle so

gut, wie sie aussieht. Eine perfekte Rolle für Karpfenangler

oder Specimen Hunters.

DARKSIDE 4FQ FD

Diese Karpfenrolle mit Frontbremse ist ideal für das

Stalkingfischen auf Karpfen geeignet und wurde dank

ihres kompakten und leichten Gehäuses und der großen

Schnurkapazität speziell für Ruten bis zu einer Länge

von 10 Fuß entwickelt. Sie hat ein unauffälliges Design,

das zu den neuesten Trends beim Karpfenangeln in

Großbritannien passt, und die QF-Version verfügt über

einen leicht klappbaren Griff mit Holzknauf, der sich perfekt

für das Angeln auf schmalen Rod Pods eignet.


EDITORIAL

Foto: B. Kuleisa

Fliegenfischen ist die schönste Art,

keinen Fisch zu fangen …

Michael Werner mit einem

schönen Rapfen, gefangen

mit der Fliegenrute.

Im Hochsommer und

Herbst fängt man diesen

Fisch extrem gut mit der

Fliege, oft besser als mit

anderen Ködern.

Das behaupten weder die Liga der

spinnfischenden Raubfischfans,

noch der Geheimbund der Gummizug-Brassenstipper,

nein, diesen Satz haben

Fliegenfischer geprägt. Und dies sagt zwei

Dinge über die fusselwerfenden Feder-Fetischisten

aus: Sie sind, erstens, selbstreflektiert

und weisen, zweitens, selbstironische

oder zumindest doch humorähnliche Züge

auf. Mir gefällt das. Denn ich bin seit rund

30 Jahren selbst einer von „denen“. Ja, der

Chefredakteur des Blinkers ist Fliegenfischer.

Aber natürlich kein Purist, das wäre

ja auch ziemlich schräg.

Im Kern bin ich Angler. Ich mag Fische

und ich liebe es, sie zu fangen. Dabei war

mir in jungen Jahren jedes Mittel recht.

Denn: Wer fängt, der hat Recht.

Mit den Jahren und Jahrzehnten hat

sich diese Einstellung jedoch geändert.

Es geht längst nicht mehr um den Fang

um jeden Preis, denn wenn der Preis das

Verangeln von untermaßigen Fischen ist,

dann verzichte ich gerne darauf. Meine

erste Bachforelle habe ich mit einer

lebenden Heuschrecke gewildert, heute

würde ich an einem Forellenbach nicht

mehr mit Naturködern angeln. Und wenn

ich an einem Salmonidengewässer mit der

Spinnrute fische, dann rüste ich die Köder

auf Einzelhaken um. Kleiner Aufwand,

große Wirkung. Denn wer große Fische

fangen möchte, der muss die kleinen schonen.

Doch das wollte ich Ihnen eigentlich

gar nicht erzählen. Eigentlich wollte ich

erzählen, wie sich das Fliegenfischen in

den letzten 30, 40 Jahren verändert hat.

Damals wurde mit der Fliege auf Forellen,

Äsche und Lachse gefischt. Punkt. Die

Welt des Fliegenfischens war, nun, nennen

wir es einmal „selbstbeschränkt“.

In den 1980er war selbst das Fliegenfischen

auf Hecht noch exotisch, von den

anderen Fischarten mal gar nicht zu reden.

Das war auch die Zeit, in der ich mit

dem „Fusselwerfen“ angefangen habe, und

da es in meiner Gegend keine Forellen

gab, fing ich Rotfedern mit der Trockenfliege

und Rotaugen und Barsch mit der

Nymphe. Nach und nach kamen immer

mehr Fischarten dazu und in einem Jahr,

es war 1995, fing ich in 12 Monaten insgesamt

28 verschiedene Fischarten mit der

Fliege, von Aal bis Zander. Spätestens zu

diesem Zeitpunkt war mir klar: Mit der

Fliegenrute ist nichts unmöglich!

Allerdings hätte ich damals nicht im

Traum daran gedacht, dass man sogar

Heilbutt mit der Fliegenrute fangen kann

– man kann, wie Rasmus Ovesen in „Mein

verrückter Heilbutt-Traum“ ab Seite 50

zeigt. Ähnlich abgefahren ist das, was

Paolo Pacchiarini anstellt. Er fängt gezielt

Welse mit der Fliegenrute. „Auf Biegen

und Brechen“, zu lesen ab Seite 56.

Doch keine Sorge, das war’s dann auch

mit dem Fliegenfischen in dieser Ausgabe.

Mich persönlich hat der Bericht „Halleluja,

es ist Herbst!“ von André Pawlitzki sehr

motiviert, mit meinen Kollegen im Herbst

ein paar Tage „Freestyle“ mit Twitchbait

und Dendrobena am Wasser zu verbringen.

Ich wünsche Ihnen einen goldenen,

fisch- und erlebnisreichen Herbst,

Ihr

Michael Werner

Gesamtredaktionsleitung

Angeln


WICHTIGE

INFORMATION

Liebe Leser,

Pandemie, Inflation und Gaskrise gehen auch an der Zeitschriftenbranche

und den Druckereien leider nicht spurlos vorbei.

Damit wir Ihnen im Falle einer möglichen Gasknappheit trotzdem

wie gewohnt Ihr vertrautes Magazin schicken können, bitten wir

Sie, uns unter www.blinker.de/infoservice Ihre E-Mail-Adresse

mitzuteilen. So könnten Sie im äußersten Notfall, der hoffentlich

nicht eintreten wird, Ihr Magazin in digitaler Form, als E-Paper,

lesen. Vielen Dank, Ihre Blinker-Redaktion

10/2022 3


BLINKER WELT

3 Editorial

82 Leserseiten

84 Hitparade

88 Aktuelles

PRAXIS

6 Halleluja, es ist Herbst!

Fangchancen im September und Oktober

12 Mit Wobbler auf Hecht

Twitchbaits fangen fast immer

20 Räubernester ausräuchern

Das sind die Hotspots im Herbst

28 Nicht schlecht, Herr Hecht!

Raubfischangeln für Anfänger

34 Fischfakten: Karpfen

Vorkommen, Größe, Köder

36 Expertenrunde

Sie fragen, unsere Experten antworten

38 Was Opa noch wusste

Vergessene Tipps und Tricks

50 Fliegenfischen im Meer

Auf Heilbutt mit der Fliege

56 Auf Biegen und Brechen

Fliegenfischen auf Wels

62 Kapitale Fänge an Hindernissen

Karpfen und Waller im Urwald

70 Augen auf bei der Platzwahl

Karpfen suchen und finden

94 Gütesiegel

Night Hunter von Balzer

96 Zubehör

Neue Produkte am Markt

12

Der silberne Blitz

Hechtangeln mit

Twitchbaits

GEWÄSSER

42 Revierreport Risøysund

Märchenhafte Aussichten in Norwegen

76 Königslachs in Kanada

Ein Kindheitstraum wird wahr

100 Revierreport Dänisch Nienhof

Das volle Ostsee-Programm

SERVICE

107 Kleinanzeigen

113 Impressum

114 Vorschau

UNTERHALTUNG

106 Rätsel

112 Der letzte Wurf

Rot: Themen der Titelseite

Titelfoto: Florian Pippardt

42

Revierreport

Risøysund

Massive

Fische aus

Norwegen

4


10/2022 INHALT

70

Suchen und

finden

Den Karpfen

auf der Spur

62

Dschungel-

Monstern auf

der Spur

Karpfen und

Wels in verkrauteten

Flüssen

100

Das volle Ostsee-

Programm

An diesem

Strand ist

alles möglich!

50

Verrückte

Träume

Fliegenfischen

auf Heilbutt

Dieser Ausgabe liegt ein Prospekt des LAV Mecklenburg-Vorpommern bei.

Wir bitten unsere Leser freundlich um Beachtung.

10/2022 5


PRAXIS | HERBSTTAGE

FANGCHANCEN IM SEPTEMBER UND OKTOBER

Halleluja,

es ist

Herbst!

Herbstzeit ist Erntezeit!

Trotz morgendlicher Kälte

gehen einige Angler bereits

früh ans Gewässer. Lohn ist

– neben einem stimmungsvollen

Sonnenaufgang – ein

oft gut gefüllter Kescher.

6


Ein Hoch auf diese Jahreszeit: Wenn sich die Blätter an

den Bäumen bunt färben, die Tage kürzer werden und

die Temperaturen nachts deutlich zurückgehen, ist Erntezeit.

Nicht nur auf den Feldern, sondern auch am Wasser

– wenn Sie es richtig angehen. André Pawlitzki liebt die

vielfältigen Fangmöglichkeiten im Herbst.

André Pawlitzki ist

ein echter Allrounder

und liebt die großartigen

Fangaussichten

im Herbst.

Fotos: W. Krause

10/2022 7


PRAXIS | HERBSTTAGE

Abenteuerlich und erfolgreich: Redakteur Florian Pippardt (li.) und Autor Matze Brauch (re.) folgten den Hechten

mit dem Bellyboot. Esox ist im Herbst viel aktiver und beißfreudiger als im Sommer.

Langsam hebt sich der Morgennebel

und die Sonne durchbricht

den grauen Schleier. Es dauert

nicht lange, bis es um einige

Grad milder wird, als noch in

den nassen Nebelschwaden. In meiner

Jacke wird mir nun schnell warm. Meine

Pose, ein Waggler, steht ideal ausgebleit

im Wasser. Sie dippt leicht, steigt dann

empor und legt sich auf die Wasseroberfläche.

Ein echter Hebebiss, Anhieb! Wenig

später gleitet ein goldgelber Brassen in

meinen Kescher. Ich liebe diese Momente,

ich liebe den Herbst!

HEISSE STELLEN: REICHE FÄNGE

AN DER KANTE

Für uns Angler ist der Herbst eine Zeit der

Fülle, denn es gibt kaum einen Fisch, der

sich jetzt nicht fangen ließe. Im September

und Oktober sind Kanten, die vom

flacheren Wasser ins tiefere abfallen, die

Top-Stellen. Um die Mittagszeit, wenn die

Sonne das Flachwasser erwärmt hat, kann

man hier nun gut fangen – sowohl Friedals

auch Raubfische. Auch zum Einbruch

der Dämmerung sind die Erfolgsaussichten

hier besonders gut. Vor allem Zander

folgen ihren Beutefischen und lassen sich

im oft nur knietiefen Wasser mit Wobblern

überlisten. Auch im Flachwasser abgelegte

Köderfische an der frei laufenden

Grundmontage sind zu dieser Zeit für den

einen oder anderen Zander gut.

Die Barsche sind nun nicht mehr so

wählerisch, was die Ködergröße angeht

und nehmen schon mal einen richtigen

Gummihappen von zwölf Zentimetern

und mehr. Auch wer mit Naturködern am

Wasser ist, wird nun besser fangen als in

der brütenden Sommerhitze. Würmer und

Köderfische gehören somit in jede Köderbox.

Diese sollte man bei den teilweise

noch angenehmen Außentemperaturen

tagsüber am besten in einer Kühltasche

ans Wasser befördern.

AUF BEUTEZUG: HUNGRIGE

HECHTE VERLASSEN DECKUNG

Ein weiterer Räuber, der im Herbst in die

Gänge kommt, ist der Hecht. Er steht jetzt

nicht nur in seiner Deckung, wie zum Beispiel

im Kraut und zwischen versunkenen

Ästen, sondern unternimmt ausgiebige

Wanderungen auf der Suche nach Beute.

Futterfische ziehen nun oft aus einem

Fluss in ein ruhiges tiefes Seitengewässer,

zum Beispiel einen Baggersee oder einen

Hafen. Auf ihren Raubzügen lassen sich

die Hechte mit geschleppten oder geworfenen

Ködern fangen. Ein guter Anhaltspunkt

bei der Stellenwahl ist das Auffinden

von Futterfischschwärmen, vor allem

kleinerer Barsche. Hat man diese auf dem

Display des Echolots entdeckt, sind die

Hechte meist nicht fern. Manchmal kann

man die Sicheln größerer Fische unter

oder neben dem Schwarm erkennen.

MIT SINKENDEN TEMPERATUREN

STEIGT DER APPETIT

Doch was löst das große Fressen unter

Wasser im Herbst aus? Nachdem das

Thermometer teilweise mehr als 20 Grad

anzeigte, sinken die Temperaturen nun

auf für Fische deutlich angenehmere

Werte bis zu 10 Grad. Jetzt kommt der

Stoffwechsel der Fische wieder richtig

8


Absterbende Seerosen

und ein Keitech Crazy

Flapper an der beliebten

Offset-Chebu-Kombi davor:

Eine (H)echt fängige

Sache für den Herbst.

„Der Herbst ist eine Zeit der Fülle,

denn es gibt kaum einen Fisch, der

sich jetzt nicht fangen ließe.“

Fotos: J. Radtke, F. Pippardt, Chr. Wieneke, Chr. Görg

Foto: Chr. Görg

Hier sind wir

richtig! Auf dem

Echolot erkennt

man einen Futterfisch-Schwarm

umgeben von ein

paar Hechtsicheln.

10/2022 9


PRAXIS | HERBSTTAGE

Fotos: Chr. Görg, F. Pippardt, Chr. Wieneke, I. Chapman

Hechte verlassen im Herbst oft ihre Deckung und stellen sich im Freiwasser ein.

in Schwung und sie sind deutlich beißfreudiger

als an den warmen Sommertagen.

Vorbei ist die Zeit der kleinsten

Köder, die man brauchte, um überhaupt

einen Fisch zu überlisten.

Wer auf Friedfische angelt, der sollte

beim Anfüttern klotzen statt kleckern. Vor

allem die Karpfen sind nun extrem gefräßig

und räumen einen Futterplatz bis zum

letzten Maiskorn leer. Entsprechend groß

sollte auch die Futtermenge sein, die Sie

zu Ihrem Ansitz mitnehmen. 4 bis 5 Kilo

Grundfutter und Partikel pro Nachmittag

dürfen es schon sein. Keine Sorge, das

geht ratzfatz weg.

KNALLBUNT UND AROMATISCH:

AUFFÄLLIGE KÖDER SIND TRUMPF

Der Köder sollte möglichst auf dem

Futter teppich abgelegt werden. Ganz

wichtig ist es, dass unser Leckerbissen sofort

von den Fischen gesehen wird. Immer

wieder gut gefangen habe ich mit einem

rosafarbenen oder gelben Pop-Up über

einem Teppich aus Heilbutt-Pellets und

Mais. Auch der Köder selbst darf nun größer

gewählt werden. Habe ich im Sommer

noch mit einem 8-Millimeter-Wafter

Gut geerntet: Raubfisch-Profi Christian Wieneke (li.) freut sich mit André über einen Zander.

geangelt, darf es im Herbst ein 16er Boilie

sein. Dieser Snack wird von den Karpfen

meist im Vorbeischwimmen genommen.

Um den Köder noch mehr hervorzuheben,

kann man ihn zusätzlich mit sogenanntem

„Baitfog“ behandeln. Dabei handelt

es sich um eine zähflüssige Masse, die

man auf den Köder gibt und der sich dann

im Wasser zu einem Locknebel verwandelt,

der bei den Fischen auch auf weitere

Entfernungen für jede Menge Aufmerksamkeit

sorgt. Die Locknebel gibt es in

unterschiedlichen Aromen, aber gerade im

Herbst haben sich fischige Noten bewährt.

10


Bei Volontär Claas Grube stehen Barsche hoch im Kurs. Dieses Exemplar aus

der Hamburger City hat er auf einen Rockvibe Shad von Reins gefangen.

AUSSCHLAFEN OHNE REUE:

DIE FISCHE KÖNNEN WARTEN

Ein weiterer Vorteil des Herbstes ist, dass

man nicht mehr unbedingt ganz so früh

aufstehen muss, um Fische zu fangen. Das

kommt mir als bekennendem Langschläfer

bei einigen Fischarten sehr entgegen. Während

die Schleien in den Sommermonaten

immer im ersten Licht der Dämmerung gegen

4 oder 5 Uhr in der Früh bissen, reicht

es jetzt oft, erst um 8 oder 9 Uhr am Wasser

zu sein. Je kälter es wird und umso weiter

das Jahr fortschreitet, desto mehr verlagern

sich die Beißzeiten in die Mittagszeit

oder auf den frühen Nachmittag. Apropos

Zeit: Höchste Zeit für mich, wieder ans

Wasser zu gehen. Wir sehen uns!

Auch Würmer, hier eine Köderdose voll

Dendrobenas, gehören zu den exzellenten

Ködern im späten Herbst.

Hergestellt aus 100% der jeweils stärksten UHMWPE-Fasern,

die weltweit erhältlich sind!

Auch in den ultrafeinen Typen S04 und S05 erhältlich, perfekt für die UL-Angelei!


PRAXIS | HECHTANGELN MIT WOBBLERN

(Links) Florian

mit einem feisten

Winterbarsch,

der sich das 4

Meter tiefe Krautfeld

mit einigen

Hechten teilte.

Ein willkommener

Beifang auf

einen Westin

Platypus DR 100!

(Unten) Ein

Veteran, und

zwar kein Unbekannter:

Der

Illex Arnaud

110 F. Einer der

weniger Wobbler,

die nie altern,

obwohl sie schon

etliche Jahre auf

dem Markt sind.

Foto: M. Brauch

Foto: F. Pippardt

12


TWITCHBAITS

EXPERTENWISSEN!

Der silberne

Blitz

War da was? Verdattert guckt der Hecht dem glitzernden Etwas hinterher.

Es wird bereits von einer Traube Barsche verfolgt. Das kann er sich

nicht entgehen lassen! Redakteur Florian Pippardt gibt einen umfassenden

Blick auf einen Topköder, der zu jeder Jahreszeit funktioniert.

Die Zahnrädchen meiner Rolle

greifen langsam ineinander.

Ich kurbele 30 Zentimeter

schlaffe Schnur auf, die nach

meinem letzten Schlag mit der

Rutenspitze entstanden sind, und sich lose

auf die Wasseroberfläche gelegt haben.

Ich kann vor meinem inneren Auge genau

sehen, wie der kleine Wobbler einen Meter

über der Krautwüste verharrt und von

dutzenden Hechten mit zitternden Brustflossen

und gefletschten Zähnen angestarrt

wird. Jetzt bloß nicht bewegen …

Ein sanftes „Tick!“ ist zu spüren. Sofort

schlage ich an – denn das war ein klarer

Biss. Ein Hecht hat es mal wieder nicht

ausgehalten und sich die leichte Beute vor

seinen Kollegen geschnappt. Kein knallharter

Schlag, bestimmt hat er den Köder

– wie so oft – auf mich zugeschoben. Zum

Glück habe ich die schlaffe Schnur aufgekurbelt,

sonst hätte ich den Biss vielleicht

gar nicht gemerkt. Der Hecht erschrickt

sich nach dem Anhieb und nimmt 20

Meter Schnur von der Rolle, meine feine

Rute hat nicht viel entgegenzusetzen. Das

ist ja wie Bonito-Angeln. Nur eben im November

in Meck-Pomm, bei 5 Grad und

gar nicht mal so warmem Nordost-Wind.

Naja, man kann eben nicht alles haben –

dafür landet kurz darauf ein schöner 70er

Hecht in meinem Kescher.

Einer von einigen

Hechten an

einem wirklich

kalten Tag, der

sich den 1,5 Meter

tief tauchenden

Wobbler auf

einem 3 Meter

tiefen Krautfeld

geschnappt hat.

Foto: F. Pippardt

10/2022 13


PRAXIS | HECHTANGELN MIT WOBBLERN

Die Wintersonne trügt, dieser Angeltag war kalt. Bei solchen Bedingungen fangen Twitchwobbler

genauso zuverlässig wie im Sommer; wenn man sie langsam genug führt.

HECHTE SCHIESSEN

BIS ZU 10 METER NACH OBEN,

WENN SIE WOLLEN!

Wer meint, dass flachlaufende Wobbler

nur fürs Frühjahr oder den Sommer geeignet

sind, der irrt gewaltig. Hechte haben

zwei äußerst vorteilhafte Angewohnheiten.

Einerseits sind sie auch bei kalten

Wassertemperaturen noch sehr aktiv.

Andererseits sind sie auch unter solchen

Bedingungen bereit, flachlaufende Köder

von unten zu attackieren, und dabei kommen

sie mehrere Meter hochgeschossen.

In einem Stausee beangelte ich Hechte mit

Jerkbaits an einer Steilwand, die senkrecht

auf 10 Meter Tiefe fiel. Trotzdem

attackierten sie den Jerk, der gerade eben

einen Meter unter der Oberfläche lief.

Wichtig ist hierbei, dass wir den Köder

entsprechend langsam anbieten, um ihn

möglichst lange im Sichtfeld der Fische zu

halten. Ein rasant eingeholter Köder wird

dann teilweise gar nicht, oder nur sehr

kurz, wahrgenommen. Das sollten wir an

dieser Stelle im Hinterkopf behalten, ich

komme später wieder dazu.

Mein Steilwand-Erlebnis können wir

wunderbar 1:1 auf andere Gewässer und

Köder übertragen. Im Stausee benutzte

ich keine Twitchwobbler, weil der Wasserkörper

so groß und tief war, dass ich den

größten Köder brauchte, den ich hatte.

Die schmale Silhouette eines 10 Zentimeter-Twitchbait

wäre auf dieser Tiefe quasi

untergegangen. Ich hätte garantiert damit

gefangen. Irgendwann. Aber es hätte zirka

eine Milliarde Würfe mehr gebraucht.

Nicht so ist das im kleinen Baggersee oder

Dorfteich mit 2 bis 4 Meter Tiefe, hier ist

unser handlanger Wobbler ideal aufgehoben.

Er ist nicht zu auffällig, wird trotzdem

schnell angepeilt und verkörpert die

ideale Beutegröße vieler Raubfische. Neben

Hechten fangen wir darauf nämlich

auch sehr zuverlässig Barsche.

UNSER HECHT-POMMES MUSS

AUF HALBE WASSERTIEFE

Wann essen Sie eigentlich Pommes? Eher

im Sommer im Freibad? Oder doch im

Winterurlaub in der Almhütte? Noch

nie drüber nachgedacht? Wieso auch,

Pommes kann man sich zu jeder Gelegenheit

in die Luke schieben. Tja, so

geht’s Onkel Esox im Krautloch auch. So’n

kurzen, silbernen Pommes kann man

sich als Hecht immer genehmigen. Vor

Foto: F. Pippardt

14


Schnell flitzende

Twitchwobbler

sind für den Fisch

schwer anzupeilen,

daher kommt es

häufig vor, dass

sie den Köder nur

seitlich oder von

unten erwischen.

Deshalb haben

Twitchwobbler

auch so viele

Drillinge.

„Wer seinen Köder spürt, der fängt auch

mit einem vergammelten Stück Plastik

mehr Hechte, als jemand mit vierzig

Sonderfarben im Rucksack.“

Foto: G. Schade

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PRAXIS | HECHTANGELN MIT WOBBLERN

Top zum Twitchen!

Falls Ihre Wobblerbox noch Reserven hat, und Sie eine Empfehlung

möchten – hier kommt sie. Vorab, wichtig: Diese Köder

sind nicht die „Top 5“ am Markt, das kann man nämlich gar nicht

definieren, weil es so unzählig viele ausgezeichnete Wobbler von

unzählig vielen Firmen gibt. Ob Illex, Daiwa, Shimano, DUO,

Ecogear, Nories, Savage Gear, Rapala, Molix, Westin, SPRO,

Salmo oder Lurefans – viele Marken führen echte Topmodelle in

ihren Programmen. Sehen Sie diese Auswahl daher als Einblick in

die Tacklebox des Autors.

Illex Arnaud 110 F

Illex Rerange 110 SP

Savage Gear Gravity Twitch SR

Daiwa Current Master DR

Westin Platypus SR/DR

16


Ein Problem vieler Twitchbaits sind ultrascharfe, aber leider zu weiche Drillinge, hier ein DUO Realis 100 SP.

Foto: F. Pippardt

allem dann, wenn es zum vierten Mal

über einem herumflitzt – und das führt

mich zu den Einsatzgebieten von Twitchwobblern.

Kurz und knapp: Oft. Fast immer.

Sie fangen damit Hechte zum Saisonstart

im Mai, im Hochsommer, natürlich

zur besten Zeit im Herbst, aber auch zu

Saisonende im Dezember. Und obwohl ich

kein Freund pauschalisierender Aussagen

bin, beim Angeln schon gar nicht, muss

ich an dieser Stelle klar sagen: Fast immer

in derselben Tiefe. Hechte kommen

gerne hoch, sofern sie nicht total schlecht

drauf sind. Als Daumenregel gilt für mich:

Für Wassertiefen bis 3 Meter benutze ich

Twitch wobbler, die 0,5 bis 1,5 Meter tief

abtauchen. Tieferes Wasser bis 5 Meter

beangele ich gern mit 2,5 bis 3 Meter tief

tauchenden Wobblern. Mein Köder läuft

also immer auf der Hälfte der Wassertiefe.

In noch größeren Tiefen hingegen bleibt

mein kleiner Twitchwobbler in der Box,

hier kommt der anfangs erwähnte Großköder

in den Karabiner, der durch sein

Volumen mehr auffällt. Der Hecht frisst

nur die Pommes, die er sehen kann.

VOLLGAS AN FÄNGIGEN TAGEN,

ZEITLUPE FÜR BEISSFLAUTE

„Der Arme hat bestimmt gerade einen

Riesenhecht verloren! Guck mal, wie wütend

der mit seiner Rute herum fuchtelt!“

– als Twitchbait-Angler wird man zu

Unrecht bemitleidet. Was Außenstehende

nicht wissen: Man hat überhaupt nichts

verloren, im Gegenteil; man ist meist kurz

davor, etwas zu fangen! „Twitchen“ (englisch)

hat mehrere Bedeutungen: „Zucken“

und „Ziehen“ sind zwei davon. Unser

Wobbler zieht zuckend durchs Wasser.

Passt! Dafür sorgen die Schläge mit der

Rutenspitze, die von außerhalb so verwundert

betrachtet werden.

Am Beispiel läuft es folgendermaßen

ab: Wir werfen aus, schließen den Rollenbügel.

Wir stellen uns so hin, dass die

Rutenspitze leicht (!) versetzt zum Köder

ist, ein stumpfer Winkel von 120 bis 140

Grad ist optimal. Mit einigen schnellen

Kurbelumdrehungen bringen wir den

Wobbler auf seine maximale Tiefe. Ist

es ein „Suspender“, also ein schwebender

Wobbler, bleibt er auf der Tiefe. Viele

Twitchwobbler sind solche Suspender.

Manche sind auch „Rising“ oder „Floating“,

die treiben ganz langsam auf. Nachdem

der Köder auf Tiefe ist, stoppen wir

die Kurbel. Nun schlagen wir ein- bis

viermal mit der Rutenspitze schräg nach

unten auf uns zu. Unter Wasser zuckt der

Köder nun wild von links nach rechts.

Nun folgt eine kurze Standpause, in der

wir die locker gewordene Schnur langsam

aufkurbeln, um den Köderkontakt zu

behalten. Dann folgen ein paar normale

Umdrehungen, und wir schlagen erneut.

Das wiederholen wir so lang, bis wir

a) am Ufer sind oder b) einen Biss haben.

Dieser erfolgt übrigens in den allermeisten

Fällen während einer Standpause.

Manchmal ist es ein sanftes „Tick“,

manchmal ein brutaler Einschlag, wenn

der Hecht oder Barsch sich von uns wegdreht,

nachdem er die Beute geschnappt

hat. Am besten lässt es sich von einer erhöhten

Position twitchen, also von einem

steilen Ufer, Steg oder Boot. Aber es geht

auch an „normalen“ Uferböschungen,

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PRAXIS | HECHTANGELN MIT WOBBLERN

keine Sorge. Das Führungsmuster des

Twitchwobblers handhabe ich vom

Grundprinzip immer gleich, ich variiere

nur die Führungsgeschwindigkeit. An

„fängigen“ Tagen (Wind, Welle, trüber

Himmel) im Frühling und jetzt im Herbst

gebe ich Gas, baue aber viele Standpausen

ein. Im Sommer (in klarem Wasser) führe

ich den Wobbler noch schneller, die Zahl

der Stand pausen ist etwas geringer. Im

Winter wird das Twitchen eher zu einer

Zeitlupenangelei, eine langsame Führung

kombiniere ich mit vielen ausgedehnten

Pausen. Die Fische sind lethargisch und

brauchen ein bis zwei Sekunden länger,

um den Köder anzupeilen. Hier wieder

die einfache Daumenregel: Je schlechter

das Fangwetter und die Bedingungen

sind, desto langsamer fällt unsere Köderführung

aus.

POMMESFARBE FÄNGT –

WER ZU VIEL AUSWAHL HAT,

WIRD UNSICHER

Wer mich kennt, weiß, dass ich von verkomplizierten

Farblehren und wilden UV-

Schemata nichts halte. Es kann gut sein,

dass manche Farben unter bestimmten

Umständen besser fangen als andere. Hier

gilt für mich aber das Kosten-Nutzen-

Prinzip: Wie viel Geld, Zeit und Nerven

muss ich opfern, um einen Fisch mehr zu

fangen? Farbwissenschaften sorgen für

eine riesige Farbauswahl an der Köderwand

und damit für maximale Unsicherheit.

Und für Kaufkraft im Angelladen,

um für jede Gelegenheit gewappnet zu

sein. Schon klar – das spare ich mir.

Ein Pommes ist goldgelb, und mein

Wobbler ist das auch. Gold ist eine tolle

Farbe; bronze/kupfer und silber aber auch.

Alle drei sind weder zu auffällig noch zu

gedeckt, und sie imitieren das natürliche

Farbmuster eines Beutefischchens. Gute

Hechtgewässer sind in der Regel klar, somit

liegen wir mit natürlichen Mustern genau

richtig. Nur für ganz bedeckte, trübe,

nasskalte und windige Tage habe ich einige

Modelle in Chartreuse und Pink in der

Kiste. An dieser Stelle muss und will ich

wieder darauf hinweisen, für wie unwichtig

ich Farbnuancen im Vergleich zu einer

guten Führungsweise des Wobblers halte.

Wer seinen Köder spürt, ihn gedanklich

unter Wasser beobachtet, der fängt auch

mit einem vergammelten Stück Plastik

mehr Hechte, als jemand mit vierzig Sonderfarben

im Rucksack, der seinen Köder

lustlos herumschleudert und häufiger

wechselt als seinen Spot.

2 bis 5 Meter Wassertiefe sind ideal für eine Wobblerpräsentation.

Foto: Adobe Stock/Mps197

18


Auswurf, dann

leicht schräg

zum Köder stellen,

einige Kurbelumdrehungen.

Kurze Pause, einige

Schläge mit

der Rutenspitze

in die straffe

Schnur. Dann

eine längere Pause,

währenddessen

die lockere

Schnur langsam

aufkurbeln.

Dann? Biss!

_Airity_Anzeige_215_142+3mm.pdf 1 20.12.21 15:38

Foto: F. Pippardt

THE LIGHTEST REEL IN DAIWA HISTORY

Luvias Airity LT 2500-XH

Gewicht: 170g | Einzug: 87cm | Übersetzung: 6.2:1 | Schnurfassung: 200m-0,10mm | Kugellager: 11 | UVP: 663 €


PRAXIS | STELLENSUCHE

HOTSPOTS IM HERBST

Räubernester

ausräuchern

Mit den ersten Nachtfrösten

werden die Karten neu gemischt,

Hecht und Barsch verlassen ihre

Sommer-Spots und müssen

gesucht werden. Und je kleiner

der See, desto schneller hat man

wieder nasse Hände.

Foto: F. Pippardt

20


EXPERTENWISSEN!

Kälteeinbrüche sorgen für

Hecht- und Barschwanderungen,

sie stehen nun dicht gedrängt auf

engem Raum. Matze Brauch

beschreibt die Hotspot-Verlagerung

vom Spätsommer zum Herbst und

seine Topköder. Feuer frei!

Foto: F. Pippardt/ H. Teudt

„Smoke ’Em if you got ’Em“, wie die

Heavy Metal-Band „Parkway Drive“

so schön schreit. Äh, schreibt. Oder

beides. Wie auch immer: Herbsträuber

stapeln sich auf 10 Prozent

der Gewässerfläche. Wer weiß wo,

braucht nur einen unauffälligen,

grundnah laufenden Köder mit langer

Absinkphase. Ein heißes Eisen!

10/2022 21


PRAXIS | STELLENSUCHE

Vom Boot geht’s oft am

schnellsten. Wer vom Ufer

angelt, sollte sich möglichst

kleine Seen mit steilen

Kanten aussuchen,

um die Standtiefe

ermitteln zu können.

Foto: F. Pippardt

Das Wetter für Mecklenburg-

Vorpommern: Sonne satt,

liebe Zuhörer. Heute dürfen

wir uns über Höchstwerte um

10 Grad Celsius freuen“, verspricht

uns die freundliche Dame aus dem

Radio. Na, da bin ich ja gespannt. Noch

vor zehn Minuten stand ich zitternd auf

der Straße und kratzte eine dünne Eisschicht

von meiner Frontscheibe. Und

auch nach der halbstündigen Autofahrt

werden wir am See von eiskalter Luft begrüßt.

Hoffentlich täuscht sich die Frau

vom Wetterbericht nicht. Trotz des kalten

Wetters bin ich zuversichtlich – es wäre

doch gelacht, wenn wir in den ersten 5

Würfen nicht einen Hecht fangen würden.

Beim letzten Angeltrip vor 2 Wochen lief

es fantastisch! In einer flachen, krautigen

Bucht fingen wir uns förmlich die Finger

wund. Genau diese Bucht ist natürlich

auch diesmal wieder unsere erste Wahl.

Chatterbait in den Karabiner, getreu dem

Motto „Hauptsache auffällig“. Wurf um

Wurf suchen wir die erfolgreichen Ecken

ab. 5 Würfe verstreichen. Dann 10, dann

15, dann 30 … kein Fisch. Das Wasser

wirkt wie ausgestorben, und auch in den

kommenden Stunden bleiben wir ohne

Kontakt. Das darf doch nicht wahr sein!

WER DIE KRAUTKANTE FINDET,

GEWINNT DAS SPIEL!

Okay, vor 2 Wochen hatten wir 20 Grad

Lufttemperatur und einen leichten Westwind.

Es hat sich merklich abgekühlt und

somit ist auch die Wassertemperatur um

einige Grad gefallen, wie mir das Echolot

verrät. Die Hechte scheinen ihren

Standort völlig verändert zu haben – doch

wohin? Der See, den ich mir ausgesucht

habe, ist nur 10 Hektar klein. Weite Teile

sind 1 bis 3 Meter flach und stark verkrautet,

nur einige wenige Stellen sind

tiefer. Dann probieren wir es mal in den

22


Der lag direkt an der

Krautkante auf 2,5 Meter

Tiefe. Den herabtrudelnden

Gummifisch vor seiner

Nase konnte er kaum

ignorieren.

Foto: M. Brauch

wenigen Winterspots. Ich weiß genau, wo

die 4 Meter-Löcher sind. Aber auch hier

steht kein Fisch, wie wir kurz darauf zu

spüren bekommen. Ich werde zunehmend

ratloser, aber habe noch eine gute Idee.

Wir steuern das Boot weg vom krautlosen

Winterloch und fahren langsam

zurück in Richtung krautiges Flachwasser,

das Echolot behalte ich dabei genau im

Blick. Beide Spots (Winterloch und Flachwasser)

brachten keinen Fisch, aber vielleicht

der Bereich dazwischen? Ich suche

keine Fischsicheln auf dem Echolot, sondern

einen auffälligen Wechsel im Boden.

Genau gesagt den Bereich, in dem das

allererste Kraut wächst – die Krautkante.

Hier könnten die Hechte Nahrung finden,

dem kalten Flachwasser aus dem Weg gehen

und sogar etwas Schatten finden, falls

die Frau vom Wetterbericht doch noch

Recht behalten sollte. Gleißendes Sonnenlicht

mögen Hechte nämlich nicht so gern.

Mein Angelfreund Andreas montiert

eine Line Thru Trout (einen flach laufenden,

mehrteiligen, ultrarealistischen

Swimbait), während ich einen Gummifisch

am Cheburashka-Bleikopf einhänge.

Wir verzichten bewusst auf aggressive

Köder – diese haben zwar vor 2 Wochen

gut funktioniert, aber scheinbar hat sich

vieles geändert. Während Andreas seinen

Swimbait Bahn für Bahn knapp einen halben

Meter über den Krautresten anbietet,

faulenze ich meinen Gummifisch direkt

über dem Kraut. Die 3 Gramm schwere

Bleimurmel beschert mir bei knapp 2,5

Meter Wassertiefe eine ewig lange, verführerische

Absinkphase und dank des

Offset-Hakens bleibt der Gummifisch

nicht im Kraut hängen.

Beim dritten oder vierten Wurf bekomme

ich bei einer langen Absinkphase den

ersten Ruck. Der Anhieb sitzt und ein

heißer Tanz an der leichten Rute beginnt.

Nach kurzem Drill kommt ein schöner

10/2022 23


PRAXIS | STELLENSUCHE

Hecht an die Oberfläche und kann kurz

darauf von Andreas sicher gekeschert

werden. Der Köder wurde vom Räuber

völlig inhaliert. Wir haben sie also endlich

gefunden! Und sie sind auch gar nicht so

inaktiv wie befürchtet – das bestätigt sich

einen Wurf später erneut. Wieder geht

ein Ruck durch meine Rute, als ich den

Shad auf den krautigem Boden trudeln

lasse. Dieses Mal wird mein Anhieb mit

wildem Geschüttel am Ende der Schnur

beantwortet. Im Drill kommt der Fisch

einfach nicht hoch, und nachdem er sogar

zwei Mal in die Bremse geht, durchbricht

ein riesiger Barsch die Oberfläche. Einige

bange Momente später kann Andreas

auch diesen Fisch sicher keschern. Uff …

NACHTFRÖSTE SCHAFFEN

RÄUBERNESTER

Man könnte sagen, dass wir Glück hatten,

aber dieses Phänomen kenne ich schon

von anderen Gewässern. Wenn sich die

Temperaturen über Wasser drastisch ändern,

dann wandelt sich auch das Bild

unter Wasser. Und das mitunter innerhalb

weniger Tage. Während die Fische

im warmen Sommerwasser über die

gesamte Seefläche verteilt sind, finden

sich mit den ersten Nachtfrösten wahre

Räubernester. Das liegt wohl weniger an

der Nächstenliebe innerhalb der Räuber,

als vielmehr an den optimalen Tiefen,

Pflanzenbewuchs und Nahrungsvorkommen

im Gewässer. Dabei macht mitunter

ein halber Meter Tiefenunterschied eine

Menge aus. Hat man den fängigen Bereich

im Herbst an einem Tag gefunden,

so scheint es fast egal, wo im See man

steht, und wird fangen. Wie so oft: 90%

der Fische stehen auf 10% der Wasserfläche.

Auf der einen Seite ist das enge Zusammenstehen

der Räuber natürlich gut

Für Abwechslung im Kescher

sorgen große Barsche,

die einzeln im Kraut zwischen

den Hechten liegen.

Da will man sich nicht

drüber beschweren, oder?

Foto: M. Brauch

24


„Es spielt keine Rolle, ob der Köder

aus Holz, Federn oder

Plastik besteht. Wichtig ist jetzt:

Er muss am Grund bleiben.“

Foto: F. Pippardt

Dezente Gummifische, dicht am

Grund gejiggt oder gefaulenzt, sind

ein ganztägig guter Köder.

Angelfreund Andreas im Glück: Kurze Beißfenster,

oft kurz nach dem Mittag, lassen die Hechte bis

unter die Oberfläche jagen. Dann fängt auch ein flach

laufender Köder, der 2 Meter über den

Hechtköpfen entlangschlängelt; wie z.B. die Line Thru

Trout. Das Spektakel ist aber schnell wieder vorbei.

Foto: M. Brauch

10/2022 25


PRAXIS | STELLENSUCHE

für uns, denn haben wir einen Räuber

gefangen, ist der zweite meist nicht weit

weg. Auf der anderen Seite bedeutet das

auch viel Fleißarbeit, um den richtigen

Bereich zu finden. Je größer und tiefer ein

Gewässer ist, desto mehr Zeit brauchen

wir, wenn uns der Zufall nicht hilft. Deshalb

konzentriere ich mich im Herbst

gern auf mittelgroße, flache Gewässer.

Dann beginne ich im Flachen und arbeite

mich systematisch bis zum tiefen Loch

vor, bis ich Kontakt bekomme. Oft ist das

an der Krautkante in mittlerer Tiefe der

Fall.

LANGSAM, NATÜRLICH, GRUND-

NAH: UNAUFFÄLLIG IST TRUMPF

Barsche und Hechte stehen mitunter in

den gleichen Bereichen, sodass ein gezieltes

Beangeln der einzelnen Art kaum

möglich ist. Das sorgt aber eher für eine

nette Abwechslung im Kescher. Bei der

Gerätewahl gehe ich gern ein paar Nummern

herunter. Meine Köder sind zwischen

10 und 15 Zentimeter lang. Dabei

spielt es in meinen Augen kaum eine Rolle,

ob der Köder aus Holz, Plastik, Federn

oder Gummi besteht. Bei der Köderwahl

spielt für mich ein anderer Faktor

die entscheidende Rolle: Er darf maximal

50 Zentimeter über den Fischen, und somit

über dem Boden, laufen. Die Räuber

haben immer noch genug natürliche

Nahrung in ihrer Umgebung und müssen

so nicht allem hinterherjagen. Wenn der

Köder dann noch laut und unnatürlich

rüberkommt, kann es sein, dass erfahrene

Räuber im klaren Wasser lieber noch weiter

im Kraut verschwinden, als sich unsere

26


Foto: F. Pippardt

ECHOLOTE

KAUFT MAN BEIM

SPEZIALISTEN!

Thomas Schlageter

Natürliche Swimbaits oder

Jerkbaits fangen auch, aber

eher während der

kurzen Aktivitätsphasen.

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TMCT

MARINE EQUIPMENT

Dicker Oktoberhecht für den

Autor. Zwei Wochen zuvor

stand der bestimmt noch

ganz flach im Kraut,

doch mit der ersten Kälte

rutschte er die

Uferkante nach unten.

Foto: M. Brauch

Köder blindlings zu inhalieren. Ich setze

eher auf Natürlichkeit und Langsamkeit.

Die Räuber kennen ihre Umgebung und

ein Köder kommt kaum unbemerkt an

ihnen vorbei.

Keine Regel ohne Ausnahme: Es gibt im

Herbst meist eine einzige Aktivphase am

Tag, und die fängt für gewöhnlich nach

dem Mittag an. In dieser scheint es wieder

keine Rolle zu spielen, welcher Köder in

welcher Tiefe läuft. Die Fische kommen

hoch und attackieren alles, was ins Beuteschema

passt. Dann fangen auch Swimbaits,

Jerkbaits oder Twitchbaits so gut wie

unser Gummi am Grund. Doch so schnell

wie dieser Moment beginnt, ist er meist

wieder vorbei.

Und so war es auch an diesem Tag mit

meinem Angelfreund Andreas. Plötzlich

hatte Andreas auch mehrere Bisse

auf seinen Swimbait, der nur knapp

unter der Oberfläche und so mindestens

2 Meter über den Fischen lief. Aber Andreas’

Fangspektakel hielt nicht allzu lange

an, und schon kurz darauf fing ich

mit meinem kleinen Gummifisch am

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Beratung: 05255 / 9339900


PRAXIS | HECHT

EXPERTENWISSEN!

Sein Name verrät es schon:

Edgar Snoek ist leidenschaftlicher

Hechtangler, denn

das Wörtchen „snoek“ steht

im Niederländischen für

Hecht. Seit seiner Jugend

angelt er darauf, und heute

zeigt er Anfängern, wie es

funktioniert. Bard Borger hat

ihn in Westfriesland besucht

und einige Tipps gesammelt.

RAUBFISCHANGELN FÜR ANFÄNGER

Nicht schlecht,

Herr Hecht!

28


Edgar Snoek ist leidenschaftlicher

Hechtangler

und gibt sein

umfangreiches Wissen

in der Theorie und

Praxis gern an jüngere

Angler weiter.

Eigentlich wäre es wohl sinnvoller

gewesen, erst nächste Woche

zum Friseur zu gehen“, schimpft

Edgar über den Wind und den

Regen, der uns um die Nase

fliegt, als wir uns an einem kleinen Kanal

in der Nähe seines Hauses in Anna Paulowna

treffen. „Was für ein Hundewetter.

Zum Glück mögen Hechte durchaus etwas

Bewegung auf der Wasseroberfläche“, sagt

Edgar und holt zwei montierte Spinnruten

aus seinem Auto. Er gibt mir eine davon

und hängt bei sich einen kleinen Jerkbait

in den Wirbel. „Womit möchtest du anfangen?“,

fragt er mich freundlich, während

er seine Köderbox öffnet und sie mir wie

eine Teedose unter die Nase hält. Gemeinsam

entscheiden wir uns für einen Spinnerbait,

hängen ihn in meinen Wirbel,

verschließen das Auto und gehen über die

schmale Straße zum Wasser. Der gebürtige

Amsterdamer legt seinen Kescher und seine

Abhakmatte ins Gras und macht seine

ersten Würfe direkt an einer Brücke.

Fotos: R. Rijke

HOTSPOTS ERKENNEN

Die Tatsache, dass an dieser Stelle heute

kein Hecht beißt, bedeutet nicht, dass

Edgar hier grundlos herumstand und sein

Glück versuchte. „Es ist eine der ersten

Dinge, die ich jungen Hechtanglern beizubringen

versuche, nämlich typische

Hecht-Hotspots zu erkennen. Ich erkläre

ihnen, dass sich Beutefische oft in

der Nähe von Brücken, Durchlässen und

überhängenden Bäumen versammeln,

weil sie sich dort im Schatten und im

Schutz der Umgebung sicher fühlen. Eine

solche Ansammlung von Beutefischen

wirkt wie ein Magnet auf Hechte. Gerade

als Anfänger beim Hechtangeln kann

es sich lohnen, sich auf solche Stellen zu

Der Pako-Blinker ist ein Klassiker und

dabei immer noch ein ausgezeichneter

Köder – vor allem zum Hechtangeln in

flacheren Gewässern.

10/2022 29


PRAXIS | HECHT

Edgar Snoek hat auch unseren niederländischen Kollegen Bard Borger erfolgreich auf einen kurzweiligen Hechtausflug mitgenommen.

konzentrieren und den übrigen Bereichen

des Gewässers weniger Beachtung zu

schenken. Auf diese Weise kannst Du Deine

Zeit effizienter nutzen. Du weißt sicher

aus Erfahrung, auf wie viel Wasser man

bei einem Spaziergang an einem Fluss

oder Polder manchmal stößt.“ Edgar lässt

seinen Blick über den kilometerlangen

Kanal schweifen und betrachtet durch seine

nasse Brille nachdenklich den dunklen,

unteren Teil eines Schilfgürtels. „Siehst du

das? Das Wasser wurde erst kürzlich abgesenkt.

Auch das spricht heute nicht unbedingt

für uns. Aber komm schon, lass uns

einfach zur nächsten Brücke gehen.“

SNOEKEN IS ZOEKEN!

Während wir auf halber Strecke ein paar

Würfe an einem Durchlass machen,

nimmt der Wind zu und die Regentropfen

werden dicker. „Der Herbst ist eine gute

Zeit für Hechte, aber jetzt wird es doch ein

bisschen ungemütlich“, knurrt Edgar und

holt seinen Jerkbait mit kurzen ruckartigen

Bewegungen ein. Die Hechte interessiert

es nicht. An dieser Stelle und auch an der

Brücke etwas weiter ignorieren sie unsere

Köder. „Snoeken is zoeken“ (Hechtangeln

bedeutet suchen), relativiert Edgar das bislang

enttäuschende Ergebnis wenig später

zurück bei den Autos. „Folge mir einfach,

wir werden es weiter zwischen den Häusern

versuchen. Hier im Freien ist es zu

unruhig und ich mag das niedrige Wasser

nicht. In der Nachbarschaft können wir

leichter angeln und allein deshalb erwarte

ich dort jetzt mehr Erfolg.“

EDGARS LIEBLING: PAKO-BLINKER

Am Rande eines Wohngebiets angekommen,

holt Edgar seine Ausrüstung wieder

aus dem Auto. Erneut starre ich in seine

Köderkiste: Der Spinnerbait muss für etwas

anderes Platz machen, aber wofür?

„Versuchs mal mit einem Pako“, sagt Edgar

und hält mir einen blassgelben Blinker

mit schwarzen Streifen vor die Nase.

„Hier, nimm mal diesen. Mein Liebling.

Bei viel Wind ist er schwer zu werfen, aber

an den geschützten Stellen, an denen wir

in den nächsten Stunden angeln werden,

ist er ein sehr guter Hechtköder.“

In der Nähe eines schmalen Grabens

voll mit absterbenden Seerosen segelt das

Blech elegant durch die Luft. Im klaren

Wasser kann man beim Einholen deutlich

sehen, wie verführerisch der Blinker

schwimmt. Er läuft so aufreizend, dass

nur wenig später der erste Hecht zupackt.

„Hängt“, rufe ich Edgar zu, der den Fisch

nach einem kurzen Drill hinter dem Kopf

im Nackengriff fasst. Doch bei der Landung

löst sich leider der Haken aus dem

Maul und der Fisch rutscht ihm aus den

30


Händen. Ein Fangfoto haben wir nun zwar

immer noch nicht, aber wir sind zumindest

„entschneidert“.

FISCHWOHL FIRST

Günstiger Start: Edgar und Bard angeln unter anderem mit Ruten und Rollen von Shimano,

den Einsteigersets „Catana“ und „Sienna“, die es im Handel bereits ab circa 40 Euro gibt.

Ein paar Kurven weiter im selben Graben

können wir dann doch noch einen Fisch

im Bild festhalten. Knapp unterhalb der

Rutenspitze verfehlt der Hecht zunächst

noch knapp den Blinker, ehe er ihn dann

bei einer zweiten Attacke voll erwischt.

Dank des klaren Wassers lässt sich das

Spektakel von A bis Z verfolgen. Edgar

kniet sich wieder neben den Fisch, öffnet

das Maul mit dem Kiemengriff und entfernt

geschickt mit einer stabilen Zange

den Drillingshaken, dessen Widerhaken

abgeflacht ist. Nach einem schnellen Foto

darf der Hecht wieder schwimmen.

Als Edgar die Abhakmatte zusammenklappt,

frage ich ihn, ob er sie immer mit

ans Wasser nimmt. „Ja“, antwortet er. „Das

Wohl der Fische steht für mich immer an

erster Stelle. Und genau aus diesem Grund

sollte man auch nie ohne einen großen

Kescher mit langem Stiel losfahren.“ Im

Handumdrehen entfernt er den Jerkbait


PRAXIS | HECHT

„Werkzeuge“ in Form von guten Zangen und Seitenschneidern sind für den Hechtexperten ein Muss beim Raubfischangeln.

von seiner Rute und holt die Köderbox

wieder heraus. „Ich denke, ich werde auch

auf einen Pako-Blinker umsteigen.“

RASIERKLINGEN IM MAUL

„Das Beherrschen des Kiemengriffs ist

Grundvoraussetzung für ein verantwortungsvolles

Hechtangeln, und darauf

achten wir bei unseren Jugendtrainingstagen

immer sehr“, sagt Edgar wenig

später, während er den Blinker mit einer

geschmeidigen Handbewegung unter eine

Brücke wirft. „Ein Hecht ist nicht der

leichteste Fisch. Man braucht ein bisschen

Übung, um den Kiemengriff zu beherrschen.

In der Praxis kann dies nur unter

Anleitung von jemandem geschehen, der

es vormacht und einem bei den ersten

Versuchen buchstäblich zur Hand geht.

Deshalb empfehle ich immer, dass man

anfangs nur mit einem erfahrenen Hechtangler

ans Wasser geht“, erklärt er weiter.

Die Bedeutung von Hilfswerkzeugen wie

einer guten Schneide- und Lösezange

sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden.

„Die Zähne und Kiemenbögen eines

Hechts sind so scharf wie Rasierklingen

„Der erste Hecht rutscht Edgar

aus den Händen, aber der zweite

kommt vor die Linse.“

Eine Karte für viele Gewässer

Möchten Sie nun auch an einem kleinen niederländischen

Kanal mit einem klassischen Köder wie dem

Blinker oder aber auch moderneren Ködern auf Hecht

angeln? Oder wollen Sie generell einmal den fischreichen

Gewässern unserer Nachbarn einen

Besuch abstatten? Dann brauchen Sie

zuerst den niederländischen Angelschein,

den sogenannten „VISpas“. Diesen erhalten

Sie problemlos über das Internet unter der

Adresse www.vispas.nl. Der aktuelle VISpas

ist Ihre Eintrittskarte in die fischreichen Gewässer

Hollands. Weitere Infos gibt es auch

unter www.sportvisserijnederland.nl

32


Augen auf bei der Platzwahl: Brücken, Durchlässe und überhängende

Bäume sind typische Hechtstandorte.

und können böse Wunden verursachen.

Deshalb sollte auch eine lange Löse zange

nie in deiner Ausrüstung fehlen. Und vergiss

nicht einen Seitenschneider. Er ist

wichtig, um einen Drillingshaken notfalls

abschneiden zu können, wenn er sich

nicht einfach und schnell lösen lässt. Und

schließlich sollte man sicherheitshalber

auch immer einige Pflaster mitnehmen.“

WATHOSE GEGEN REGEN

Im gleichen Grabensystem, ein Stück weiter,

fangen wir mit einem Pako-Blinker im

Barschdekor den dritten und letzten Hecht

des Tages. Die Größe der Fische ist nicht

besonders beeindruckend, aber ihr Fang

macht nicht weniger Spaß. „Tja, diese Pakos.

Du siehst, ich empfehle sie nicht ohne

Grund“, sagt Edgar mit einem Augenzwinkern

und gibt mir noch einen letzten

Tipp: „Deine Regenhose ist schon super,

aber Wathosen wie diese hier sind absolut

fantastisch, um sich trocken und warm

zu halten. Wenn das Wasser in Ufernähe

nicht zu tief ist, kann man dank ihnen

auch direkt hineingehen, um den Fisch

zu landen.“ Edgar blickt noch einmal um

sich und zeigt dann in Richtung der Autos:

„Komm, lass uns nach Hause gehen und

dort weiterreden. Ich hatte für heute genug

schlechtes Wetter.“

GEHEIMNISSE DES HECHTFANGS

Bei Edgar zu Hause angekommen, serviert

er den versprochenen Kaffee und erzählt,

wie er zum begeisterten Hechtangler und

im Jahr 2002 Mitglied der sogenannten

„Hechtstudiengruppe Nederland-België“

(SNB) in Nordholland wurde. 2010 trat Edgar

in den Vorstand ein und spielt seitdem

eine wichtige Rolle bei den vielen Aktivitäten

des Vereins – vor allem für Jungangler.

„Ich sehe es als meine Pflicht, mein Wissen

über Raubfische an jüngere Generationen

weiterzugeben, denn nicht jedes Kind hat

den Luxus, ein Elternteil oder einen Freund

zu haben, der angelt und ihnen professionelle

Anleitung geben kann. Gerade bei

Hechten ist das aber sehr wichtig.“

Vor kurzem wurde die SNB offiziell in

den Verband der niederländischen Raubfischangler

(VNR) umbenannt. Aber ganz

gleich unter welchem Namen, Edgar wird

natürlich auch weiterhin mit Junganglern

ans Wasser gehen und sie in die Geheimnisse

des Hechtfangs einweihen.


PRAXIS | KARPFEN

VORKOMMEN, GRÖSSE, KÖDER

Fischfakten:

Karpfen

Dick, dünn, weiß, orange, gold, braun, hübsch oder vom Leben gezeichnet: Karpfen

sind nicht gleich Karpfen. Wegen ihrer Vielfältigkeit, Größe und nicht zuletzt ihres

ausdauernden Drills gehören sie zu den beliebtesten Angelfischen. Wie und wo

Karpfen am besten gefangen werden, zeigen wir hier.

Auswertung: Derrik Figge

Text: Claas Grube

Eines lässt sich über den Karpfen

definitiv sagen: Kein anderer

Friedfisch in Deutschland wird

so viel gezielt beangelt wie er.

Und dementsprechend versiert

und ausgefuchst ist auch die dahinterstehende

Angelei. Ganze Online-Shops und

Angelläden sind mit ihrem gesamten Sortiment

fast ausschließlich auf das Karpfenangeln

ausgelegt und ständig werden

neue Methoden und Produkte erfunden.

Trotzdem steht und fällt der Fangerfolg

eines jeden Karpfenanglers, wie bei allen

anderen Angelarten auch, mit dem gewählten

Gewässer. Uns hat interessiert,

wo die meisten und größten Karpfen in

Deutschland gefangen werden. Um das

herauszufinden, haben wir alle Karpfeneinsendungen

unseres Wettbewerbes

AngelMasters aus dem Jahr 2021 ausgewertet

und nach Bundesländern mit den

dazugehörigen Durchschnittslängen eingeteilt.

Vier Bundesländer liegen bei der

Gesamtfangmenge an Karpfen in unserem

Wettbewerb über zehn Prozent. Sachsen-Anhalt

hat 11 Prozent aller Karpfen

gebracht, Nordrhein-Westfalen 12,7 und

Niedersachsen 15,5. In Bayern wurden

mit Abstand – über einem Viertel aller

Fänge – die meisten Karpfen gefangen

und eingesendet. Entweder wird dort am

meisten auf Karpfen geangelt, oder die

Gewässer weisen sehr gute Bestände auf.

In der Durchschnittslänge steht Bayern

mit einer Länge von 64,4 Zentimetern

allerdings nur an dritter Stelle. Weit vor

Bayern liegen noch Nordrhein-Westfalen

mit einer durchschnittlichen Länge von

75,6 Zentimetern und Sachsen-Anhalt

Wo beißt der Karpfen am besten?

30,0%

25,0%

20,0%

15,0%

Bundesland

Verteilung

Durchschnitt

Bayern 25,4% 64,6cm

Niedersachsen 15,5% 63,6cm

Nordrhein-Westfalen 12,7% 75,6cm

Sachsen-Anhalt 11,0% 77,1cm

Schleswig-Holstein 6,7% 63,7cm

Brandenburg 5,2% 62,6cm

10,0%

5,0%

0,0%

Bayern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Brandenburg

34


Foto: R. Schlacht

Mitmachen?

So geht’s!

Mehr Fänge finden

Sie auf www.angelmasters.de

– dort

finden jedes Jahr

mehrere Wettbewerbe

statt. Die

Teilnehmer tragen

die Länge ihrer

größten Fische ein.

ANGEL

MASTERS

2022

angelmasters.de

Wer am Ende des Jahres die größte

Gesamtlänge eines Wettbewerbes aufbringen

kann, gewinnt und erhält damit

tolle Preise!

Roman Schlacht konnte diesen Meter-Karpfen im August an einem Baggersee in Nordrhein-Westfalen

fangen. Gebissen hat der Fisch auf einen Boilie.

mit 77,1 Zentimetern. In Hinsicht auf die

Fischgröße haben diese beiden Bundesländer

nach unserer Auswertung also im

Schnitt die besten Gewässer. Auffällig ist,

dass der Großteil der längsten Fische aus

Schuppenkarpfen besteht.

So viel zu den besten Regionen zum

Karpfenangeln. Aber was ist mit den Ködern?

Auch das haben wir ausgewertet.

Im zweiten Teil der Auswertung haben

wir die gängigsten Karpfenköder unseres

Wettbewerbes untersucht und nach

Fanghäufigkeit gelistet. Wie zu erwarten

liegt der Boilie mit fast 50 Prozent der

Fangmeldungen als fängigster Köder auf

Platz 1. Mit dem Boilie wurden nicht nur

die meisten, sondern auch die größten

Karpfen gefangen. Als zweitfängigster

Köder folgt Mais mit 27,2 Prozent aller

Einsendungen. Wurm brachte knapp 15

Prozent der Karpfen. Unter „Sonstige“

fallen Köder wie Pellets oder Flolic, die

nur wenig genutzt wurden. Wer es auf die

großen Karpfen abgesehen hat, sollte am

besten übrigens von August bis Oktober

zum Angeln gehen. In diesem Zeitraum

wurden die meisten End-90er bis

Meterfische gefangen.

Hiermit fangen Sie Karpfen

Hiermit fangen Sie Karpfen

Hiermit fangen Sie Karpfen

14,6%

14,6%

14,6%

27,2%

27,2%

27,2%

9,7%

9,7%

9,7%

48,5%

48,5%

48,5%

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Bayern

Wo wird der Karpfen am größten?

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Brandenburg

Boilie Mais Wurm Sonstige

Boilie Mais Wurm Sonstige

Boilie Mais Wurm Sonstige

Köder

Prozent

Boilie 48,5%

Mais 27,2%

Wurm 14,6%

Sonstige 9,7%

Maden 5,14 %

Sonstige 7,92 %

10/2022 35


PRAXIS | EXPERTENRUNDE

FRAG DIE EXPERTEN ?

Schicken Sie

Ihre Frage an:

Blinker-Redaktion,

Jürgen-Töpfer-

Straße 48,

22763 Hamburg,

Stichwort: Expertenfrage

oder senden

Sie eine E-Mail an:

redaktion@blinker.de

Fluorocarbon für Zander

Köder des Lebens

Foto: V.Wilde

Ein Fluorocarbon-Vorfach ist beim Zanderangeln vor

allem vom Ufer äußerst wichtig.

WIR GRATULIEREN

DEM GEWINNER

DIESER

AUSGABE ZUR

SMOKE-ROLLE:

Tom Walter,

Roetgen

Wie lang wählst Du deine

Fluo-Vorfächer beim

Zanderangeln, und welchen

Durchmesser verwendest Du?

Niklas Gerber, Winsen/Luhe

Stephan Gockel: Vom Ufer aus wähle ich das

Fluorocarbon in der Regel dicker und länger als vom

Boot, da ich befürchten muss, dass mein Vorfach an

scharfen Kanten und Muschelbänken aufgeraut wird.

Stärken von mindestens 0,40 bis 0,60 Millimeter sind

gerade in den Flüssen meine erste Wahl. Natürlich

ergibt es da Sinn, bis zu 1,5 Meter vorzuschalten,

denn bei der Uferangelei überwerfe ich oft steile

Kanten und riskiere, dass die geflochtene Hauptschnur

an einer Muschelbank einfach gekappt wird,

sobald sie die scharfen Muscheln berührt. Fluorocarbon

ist deutlich abriebfester als Monofil und hält

den scharfen Kanten besser stand. Vom Boot fische

ich etwas feiner mit 0,28er bis maximal 0,35er. Die

Länge wähle ich halb so lang wie am Ufer, da ich

beim Wurfangeln vom Flachwasser ins Tiefe ziehe

und so nie die Gefahr besteht, dass die Schnur über

die Kanten gezogen wird.

Foto: E. Hartwich

Mistwürmer haben eine hohe Lockwirkung und werden

von fast allen Fischarten gern gefressen.

Wenn du dein Leben nur

mit einem Köder angeln

dürftest, welcher wäre das?

Ingo Kraft, Rastatt

André Pawlitzki: Brot ist zum Beispiel in meiner

engeren Auswahl, da es ein Köder ist, welcher sich

vielfältig einsetzen lässt. Doch beim „Köder fürs

Leben“, würde ich mich wahrscheinlich für Mistwürmer

entscheiden. Sie werden von fast allen

Fischarten gerne gefressen und sie fangen auch in

der kalten Jahreszeit. Neben Friedfischen gehen

auch Aale und Barsche auf den Mistwurm, also

Arten, die sich mit Brot nicht fangen lassen. Warum

sind Mistwürmer so fängig? Sie sondern beim

Anködern eine gelbe Flüssigkeit ab, die quasi als

biologischer Lockstoff wirkt.

RAUBFISCH-EXPERTE

STEPHAN GOCKEL

Stephan Gockel weiß als Guide und

Köder entwickler alles zum Thema

Raubfisch.

ALLROUND-EXPERTE

ANDRÉ PAWLITZKI

Als Blinker-Urgestein und Vollblut-Allrounder

hat André Pawlitzki von allen

Methoden ein beeindruckendes Wissen.

36


Chirp-Technik

XXL-Köder für Dicke

Foto: Echolotzentrum

Die Chirp-Technologie benutzt mehrere Frequenzen,

was zu deutlich detaillierteren Fischsicheln führt.

Was ist die

Chirp-Technologie?

Helge Schröder, Oschersleben

Thomas Schlageter: Die CHIRP (Compressed

High Intensity Radar Pulse)-Technologie darf heutzutage

in keinem modernen Echolot mehr fehlen.

„Chirp“ kommt aus dem englischen und bedeutet

„zwitschern“. Sicherlich haben Sie schon einmal im

Kontext mit Fledermäusen gehört, dass diese sich

mittels Ultraschalles orientieren können, den sie

ausstoßen. Genau so funktioniert auch die Chirp-

Technologie. Anders als bei Echoloten, die nur eine

Frequenz nutzen, wo das Echolot auf einer festen

Frequenz die Impulse in das Wasser leitet, nutzt das

Chirp-Echolot mehrere Frequenzen gleichzeitig. Das

hat den Vorteil, dass nicht nur die Auflösung deutlich

besser wird, sondern auch die Zieltrennung feiner

funktioniert. So können eng zusammenstehende

Fische wesentlich besser auseinandergehalten werden

und werden nicht als zusammenhängendes Konstrukt

aus Fischsicheln dargestellt.

ECHOLOT-EXPERTE

THOMAS SCHLAGETER

Thomas Schlageter ist bestens mit

den Herstellern vernetzt, kennt jedes

technische Detail und alle Neuheiten.

Foto: R. Korn

Kleine Dorsche vermeiden, große sicher haken: Das

geht in Island am besten mit Mega-Gummiködern.

Letztes Jahr war ich zum

ersten mal in Island zum

Kabeljau angeln. Leider

haben wir einige dicke

Dorsche beim Pilken verloren.

Obwohl wir immer versucht

haben, die Spannung

zu halten, haben die Fische

sich vom Haken gedreht.

Hast Du einen Tipp, was wir

besser machen könnten?

Tom Walter, Roetgen

Rainer Korn: Viele Dorsche werden beim Pilken

gerissen und nicht im Maul gehakt. Denn vor allem

die größeren Dorsche nähern sich dem Pilker erst

einmal neugierig und werden dann vom plötzlich

hochgerissenen Drilling irgendwo am Körper gehakt

– im Drill reißen sie dann aus. Besser: Mit großen

Gummifischen oder Riesentwistern angeln. Dabei

keine ruckartigen Bewegungen machen, sondern nur

durch Ziehen der Rute dem Köder Leben einhauchen.

Diesen Köder inhalieren große Dorsche und

werden sicherer im Maul gehakt. Nebeneffekt: Bei

großen Gummiködern beißen weniger kleine Fische.

MEERES-EXPERTE

RAINER KORN

Der Chefredakteur unserer Schwesterzeitschrift

„Kutter & Küste“ ist einer der

besten Meeresangler Deutschlands.

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FRAGEN &

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10/2022 37


PRAXIS | WAS OPA NOCH WUSSTE

PRAGMATISCH, GÜNSTIG, FÄNGIG

Warum in die

Ferne schweifen?

Das Angeln vor den Füßen macht enorm viel Spaß. Oftmals kann

man die Fische dabei beobachten, wie sie den Köder aufnehmen.

Worauf man dabei achten sollte, weiß André Pawlitzki.

In den frühen Morgenstunden sollten Angler an den Uferkanten Ausschau halten. Hier sind jetzt zum Beispiel Schleien zu finden!

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WAS OPA

NOCH WUSSTE

Auch dicke, meterlange Graser zieht es manchmal ins Flach wasser,

wo sie die Rispen der Ufervegetation fressen.

Blaue oder rote Knicklichter leuchten weniger hell als

gelbe – im flachen Wasser ein entscheidender Faktor.

Beim gezielten Friedfischangeln liegt das Gute oftmals so nahe. Man

braucht keine weiten Würfe, sondern kann seinen Köder an die anvisierte

Stelle pendeln. Im flachen, schlammigen Uferwasser verraten sich die

Fische häufig durch aufsteigende Fressblasen.

In kaum 30 Zentimeter tiefem Wasser hat ein Karpfen den

Köder aufgenommen und zieht davon.

Fotos: E. Hartwich

Karpfen und Schleien werden im

Zeitalter von hochmodulierten

Weitwurf-Kohlefaserruten

meist auf große Distanz befischt.

Wer am weitesten werfen

kann, fängt am besten, sollte man vermuten.

Dabei liegt das Gute doch so nahe!

Und das meine ich ganz wortwörtlich:

Viele Fische, darunter auch Karpfen und

Schleien, folgen im Flachwasser der Linie

des Ufers. Sie lassen sich wirklich direkt

vor unseren Füßen fangen! Um die Fische

nicht durch seine Anwesenheit scheu zu

machen, sollte der Angler seinen Stuhl

jedoch etwa zwei Meter von der Uferkante

zurücksetzen.

ZUM ANFÜTTERN REICHEN

SCHON EIN PAAR MAISKÖRNER

Vor allem im Schutze der Dunkelheit stehen

die Fische manchmal weniger als eine

Rutenlänge vorm Ufer. Um solche nahen

Fische zu beangeln, reichen oft 10 Maiskörner

als Anfütterung aus. Der Haken

wird dann ebenfalls mit einem Maiskorn

bestückt. Oder man bietet ihn bei erfahrenen

Fischen am Haar oder im Pelletband

an. Eine feine Pose zeigt die Bisse sauber

an. In extrem flachem Uferwasser darf die

Pose sogar flach auf der Oberfläche liegen.

Hat ein Fisch sich den Köder geschnappt,

stellt sich die Pose auf und taucht ab.

Beim Angeln in flachem Wasser ist ein

normales, gelbes Knicklicht manchmal

schon zu hell. Das bemerkt man daran,

dass die Fische den Köder zwar hin- und

herschieben, die Pose aber nie abtaucht,

weil sie nicht herzhaft zubeißen. Hier

schaffen rote oder blaue Knicklichter Abhilfe.

Ihre Farben leuchten nicht so

kräftig wie ein gelbes Licht.

10/2022 39


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GEWÄSSER | NORWEGEN

REVIERREPORT RISØYSUND

Märchenhafte

Aussichten

Könige, Orks und rote Ritter: Alte Logbücher vom Risøysund erzählen fantastische

Geschichten. Seit Jahrzehnten dokumentieren sie den Fang kapitaler

Fische. Mathias Arnham war in Nordnorwegen und hat festgestellt, dass es

dort nicht nur riesige Fische, sondern auch eine sagenhafte Artenvielfalt gibt.

Rotbarsch in Sicht:

Die roten Ritter

der Tiefsee lassen

die Herzen von

eingefleischten

Norwegenanglern

höher schlagen. Am

Risøysund sind die

Fangaussichten besonders

gut!

Fotos: M. Arnham

42


Im Risøysund beißen

immer wieder

kapitale Fische, wie

zum Beispiel große

Heilbutte. Im Drill

kommt es darauf an,

dass die Ausrüstung

in Ordnung ist und

auch der Angler keine

Fehler macht.

Der Einschlag in der Rute

kommt plötzlich und ist heftig

– ein knallharter Aufwärtshaken

aus 75 Metern Tiefe.

Dann geht die wilde Fahrt

erst richtig los: Mit rasanter Geschwindigkeit

rauscht die Schnur Meter für Meter

durch die Rutenringe hinab in die dunkle

Tiefe. „Ich habe was Großes dran“, keucht

Anna und bittet Erik mit flehendem Blick

um Hilfe. Der Fisch, der soeben Annas

300-Gramm-Jig verschlungen hat, macht

überhaupt keine Anstalten, in irgendeiner

Form locker zu lassen. Erik vermutet, dass

es ein Heilbutt ist, der die Anglerin zu diesem

Tänzchen eingeladen hat. Bei diesem

hat der Fisch längst das Führen übernommen,

sodass Anna mit ihm rund ums Boot

laufen muss, um überhaupt mithalten zu

können. Mit schnellen, kräftigen Fluchten

zieht er die Rute zuweilen zur Hälfte unter

die Wasseroberfläche. Die Rolle kreischt,

Material und Mensch kommen an ihre

Grenzen. Nach einigen schweißtreibenden

Minuten lässt die Kraft des Fisches nach.

Anna gelingt es, die Schnur langsam und

Meter für Meter wieder einzuholen. Erik

befestigt den Landehaken an der Reling

und ist bereit, den Fisch an Bord zu holen.

Zur Überraschung aller taucht eine stahlgraue

Gestalt an der Oberfläche auf. Es ist

ein Seelachs – ein wirklich kapitaler. „Es

kommt nicht oft vor, dass ich so getäuscht

werde. Ich war mir absolut sicher, dass es

ein Heilbutt ist“, lacht Erik und hebt den

großen Fisch an Deck. Ähnlich geht es

den ganzen Abend und bis in die frühen

Morgenstunden weiter. Im Dämmerlicht

der nahenden Mitternachtssonne zieht die

gesamte Bootscrew fortwährend schöne

Fische aus dem Wasser. Genau aus diesem

Grund haben wir den herrlichen Frühsommer

in der Heimat gegen schneebedeckte

Bergketten, beißende Winde und das sechs

Grad „warme“ Meerwasser getauscht.

DIE OPTIMALE DRIFT

Mit ruhiger Hand steuert Erik das Boot

am frühen Morgen durch den Andfjord.

Er stupst meinem noch ziemlich müden

10/2022 43


GEWÄSSER | NORWEGEN

Sohn in die Seite und gestikuliert gen

Osten: „Emil, da draußen wurde einer der

größten Heilbutte in der Geschichte des

Angelns gefangen – 245 Kilo, verteilt auf

zweieinhalb Metern. Das war mal ein wirklich

großer Fisch. Du musst jetzt hellwach

sein, denn hier weiß man nie, was man an

den Haken bekommt. Wir werden die erste

Drift dort drüben an einer tiefen Rinne

machen, die Strömung sieht optimal aus.“

Es ist das dritte Jahr in Folge, in dem

ich gemeinsam mit Guide Erik Axner in

nordnorwegischen Gewässern unterwegs

bin. Ein Teil unserer „alten Bande“ wurde

durch neue Crewmitglieder ersetzt. Mein

Sohn Emil und meine Frau Anna werden

zum ersten Mal das oft gerühmte Angeln

in Norwegen ausprobieren. Der Risøysund

zeigt sich heute bei herrlichem Wetter in

seiner ganzen Pracht – die Sonne scheint

vom azurblauen Himmel auf die ruhige

See. Erik biegt zwischen ein paar Inselchen

ab und erklärt uns, was er auf unserer

ersten Ausfahrt vorhat: „Wenn ich eine

Tour mit Fokus auf Heilbutt plane, haben

Umgebung und Bodenstrukturen einen

großen Einfluss. Wenn ihr euch die Karte

einmal genauer anseht, könnt ihr interessante

Stellen in der Nähe von Landzungen,

Schären oder im Sund finden. Tiefe Rinnen,

Untiefen oder Passagen, durch die das

Wasser frisch strömt, sind oft gute Stellen.

Der Boden muss nicht unbedingt nur aus

reinem Sand bestehen. Im Gegenteil, ein

abwechslungsreicher Grund aus Steinen,

Algen und sandigen Stellen – ein sogenannter

Leopardengrund – kann gut sein.

Wir lassen uns durch die Meerenge

treiben und durchpflügen mit unseren Jigs

die Wassermassen. Wie wir zuvor erfahren

haben, ist es wichtig, dass sich der Jig treppenförmig

von unten nach oben arbeitet

und dann wieder nach unten fällt. Wir beangeln

ständig neue Bereiche, an allen fühlt

es sich absolut heiß an.

KONTROLLE IST DAS A UND O

und wir können eine größere

Fläche abfahren. Die höhere Geschwindigkeit

erschwert es aber

gleichzeitig, den Köder permanent

in Bodennähe zu halten und

auch vorsichtige Bisse zu spüren“,

sagt Erik. Unser Guide schnappt

sich sein Funkgerät, um bei einem

befreundeten Kollegen auf einem

anderen Boot nachzufragen, wie es bei ihm

läuft. Auch dort blieb es bislang ruhig.

Papageitaucher, Trottellumme und Basstölpel

flattern an uns vorbei. Die Seeadler

behalten uns aus größerer Höhe genau im

Blick. Das Wasser ist glasklar. Es ist beinahe

so, als würde einem schwindelig werden,

wenn man auf den hellen Sandboden am

Grund schaut. Erik wirft ein paar Montagen

mit riesigen Posen und jeweils zwei

großen Heringen als Köder aus, um unsere

Fangchancen zu erhöhen: „Jetzt fungieren

die Jigs auch als Teaser. Die Reflexionen,

die unsere Köder erzeugen, locken Fische

aus der näheren Umgebung an. Und

wenn sie schon unsere Jigs verschmähen,

nehmen sie hoffentlich einen der Köderfische.“

Im selben Moment, in dem Erik

Faktenbox: Rotbarsch

diesen Satz beendet, bekommt Anna einen

Biss. Oder besser gesagt: Sie kann die Rute

plötzlich nicht mehr bewegen.

ANGELN IN HEILER MEERESWELT

Die Fahrt vom Flughafen in Narvik zum

Angelcamp am Risøysund ist beeindruckend.

Die Straße schlängelt sich durch

eine unberührte Natur, in der die Zeit

schon vor einer Ewigkeit stehen geblieben

zu sein scheint. Charmante Fischerdörfer

erzählen Geschichten von der Arbeit, die

die Menschen hier früher und auch heute

noch verrichten. Obwohl wir bereits Frühsommer

haben, ist der Winter immer noch

greifbar nah. Der Schnee liegt bis weit

unten an den Felswänden. Gleich daneben

Das Echolot zeigt uns einen sandigen Boden

in 22 Metern Tiefe. „Wie ihr vielleicht

bemerkt habt, ist die Driftgeschwindigkeit

nicht in Stein gemeißelt, sondern variiert

nach den äußeren Gegebenheiten wie

Strömung und Wind. Das Wichtigste ist,

dass wir uns mit einer Geschwindigkeit bewegen,

die eine dauerhafte Kontrolle über

unsere Köder ermöglicht und uns auch

in neue Angelgebiete führt. „Ich lasse das

Boot selten mit unter 0,8 Knoten driften, es

sei denn, ich bin mir ganz sicher, dass es an

dieser Stelle Heilbutte gibt. Eine schnellere

Drift bringt mehr Bewegung in den Köder

Rotbarsche oder auch „Uer“, wie die Norweger die farbenfrohen Tiefseebewohner

in ihrer Landessprache nennen, sind an steilen Felskanten neben nahen Untiefen zu

finden. In der Regel sucht und findet man die Fische zwischen 150 und 400 Metern

Tiefe, durchschnittlich meist bei 200 bis 250 Metern. Glücklicherweise ist der Fisch

auch im Freiwasser in Form von großen Schwärmen auf dem Echolot zu sehen. Sowohl

im Andfjord als auch an den Eggakanten gibt es viele interessante Fangplätze. Geangelt

wird der Rotbarsch mit verwicklungsfreien Montagen mit Kreishaken, beködert

mit Seelachsfilet.

44


„Mit 9,660 Kilo dürfte das einer der

größten – mit der Angel gefangenen –

Rotbarsche sein.“

Guide Erik Axner und sein

Riesen-Rotbarsch – er

konnte es selbst kaum

fassen.

10/2022 45


GEWÄSSER | NORWEGEN

Anna im Glück: Nach einem

kräftezehrenden Drill kann

sie den prächtigen Heilbutt

präsentieren. Geduld und

die richtige Technik zahlten

sich einmal mehr aus.

Faktenbox: Scholle

Schollen kommen

in flacheren

Bereichen mit

Sandboden

und schwacher

Strömung vor, die

ihnen eine gute

Nahrungsversorgung

gewährleisten.

Suchen Sie

nach gleichmäßigen

Sandböden in

Buchten oder kleinen

Meerengen

mit Wassertiefen

zwischen fünf und

25 Metern. Zum

Schollenangeln

können Sie eine Vertikalrute und eine kleinere Rolle verwenden. Das leichtere Gerät

sorgt für einen schönen direkten Kontakt zu den Fischen. Die häufig vorsichtigen Bisse

sind über die sensible Rute deutlich zu spüren – und auch das Drillen der Schollen

macht an einer solchen Ausrüstung gleich viel mehr Spaß. Verwenden Sie beim

Schleppangeln eine mit Garnelen, Wattwürmern oder aufreizend duftenden Kunstködern

bestückte Montage.

recken die ersten Frühlingsblumen ihre

Blüten in die Sonne. Elche und Füchse

streifen am Waldrand entlang. Sie sind

scheinbar auf der Suche nach etwas Fressbarem

– nur einen Steinwurf vom tobenden

Meer entfernt. Wir sind zu Besuch in

einer friedlichen, kargen und einzigartigen

Traumwelt für Naturliebhaber und nicht

zuletzt für Angler. Einfach nur herrlich …

Die Angelsaison beginnt Anfang Mai,

wenn in den flachen Bereichen rund ums

Camp bereits Heilbutte gefangen werden

können. In der Nähe der Heilbuttplätze

gibt es auch ausgezeichnete Stellen für

Schollen und Seewölfe. An den äußeren

Bereichen von Plateaus versammeln sich

große Dorsche, ihnen folgen Seelachse und

Pollacks. Die vielseitigen Möglichkeiten

machen dieses Revier zu einem besonders

interessanten Reiseziel.

Der Risøysund hält zahlreiche Optionen

fürs Angeln parat. Dabei müssen Sie Ihre

Taktik nur ein wenig an die vorherrschenden

Wetter- und Windbedingungen anpassen.

Grundsätzlich ist es hier aber möglich,

verschiedene Arten mit unterschiedlichen

Methoden am selben Tag zu fangen. Sie

können zum Beispiel den Tag im Andfjord

46


THE

PETER PERCH

LEGENDARY

An diesem Ort befinden sich wahre Meeresschätze.

Lassen Sie den Köder ein paar

Mal auf dem Grund aufschlagen, um die

Fische zum Zupacken zu bewegen.

mit ein paar Driften auf Heilbutt beginnen,

später dann Schollen auf einem nahegelegenen

Sandgrund fangen oder ihr Glück

auf einem geeigneten Felsgrund beim

Angeln auf Seewölfe versuchen und den

Tag mit Hochseefischen an einer der vielen

Steilkanten des Fjords beenden. Wenn das

Wetter es zulässt, können Sie dieses Erlebnis

mit einer spannenden Tour nördlich

des Galvfjords verbinden. An den steilen

Wänden der Eggakante kann man hervorragend

auf Leng, Rotbarsch und Lumb

angeln. Hier weiß man nie, was einem als

Nächstes an den Haken gehen könnte.

ZWISCHEN KÖNIGEN UND ORKS

Nachdem kurze Zeit nichts passiert und

der Köder einfach nur festzustecken

scheint, dreht sich der Fisch auf dem

Grund und setzt sich in Bewegung. Er ist

schnell und er ist schwer. „Stell deinen

Fuß gegen die Bordwand und lass den

Fisch ziehen. Ich weiß, dass ich mich

vorher geirrt habe, aber dieses Mal ist es

ein Heilbutt“, sagt Erik lachend und gibt

weitere Anweisungen. Das Kopfschütteln

des Fisches schießt durch das Geschirr bis

in Annas Arme. Ihr wird langsam klar, dass

dieser Drill noch eine Weile dauern wird.

Das Schauspiel nimmt seinen Lauf: Anna

gelingt es, ab und zu ein paar Meter Schnur

einzukurbeln, doch im Gegenzug schafft es

der Fisch mit der darauffolgenden Flucht

immer wieder, mindestens die doppelte

Eriks Top-Tipps für

den Risøysund

1. Bringen Sie eine gemischte Angelausrüstung

mit, denn die Artenvielfalt in diesem Gebiet ist

enorm.

2. Wählen Sie das Angelgebiet für den Tag nach

dem Wind aus. Die Möglichkeit, nach Osten oder

Westen zu fahren, bietet optimale Bedingungen.

3. In Gebieten mit großen Futterfischvorkommen

in der Nähe von tiefem Wasser finden Sie Dorsche

und Seelachse.

4. In den Meerengen zwischen den kleinen und

größeren Inseln herrscht oft eine natürliche Strömung.

Suchen Sie hier nach den Heilbutten.

5. Angeln Sie sowohl mit Jigs als auch Köderfischen,

denn es ist von Tag zu Tag verschieden, was

am besten funktioniert.

6. Versuchen Sie Ihr Glück an den Eggakanten,

wenn es das Wetter zulässt. Dort gibt es große

Leng, Schwarzen Heilbutt und riesige Rotbarsche.

7. Heilbutte halten sich im Frühjahr oft in sandigen

Buchten und Sunden auf. Im Sommer findet man

sie meist in etwas tieferem Wasser.

8. Sie wollen einen richtig großen Butt fangen?

Dann sollten Sie es mit Köderfischen in wirklich tiefem

Wasser – in mehr als 100 Metern – versuchen.

9. Achten Sie auf die örtlichen Fangmeldungen.

Sie geben oft gute Hinweise darauf, wo Sie gerade

nach Fischen suchen sollten.

10. Bei schwacher Strömung sollten sie langsam

schleppen und dabei die Rute in der Hand halten.

So können Sie eine größere Wasserfläche abdecken

und effizienter angeln.

Menge von der Rolle zu ziehen. So geht es eine

ganze Zeit lang. „Jetzt machen sich die ganzen

Stunden im Fitnessstudio bezahlt“, schnaubt Anna,

schnappt nach Luft und staunt, wie stark der Fisch

ist. Er schafft es, noch mehrmals wieder zum

Grund zu stürmen, aber am Ende kommt er doch

an die Oberfläche. Erik sichert ihn an der Reling,

während Anna kurz zusammensinkt und sich den

Schweiß von der Stirn wischt. Neben dem Boot

wälzt sich ein schöner Heilbutt – herrlich marmoriert

in der gesamten braunen Farbskala und mit

einem großen Jig als Schmuckstück im Maulwinkel.

Es ist nicht nur ein fantastischer Fang,

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GEWÄSSER | NORWEGEN

sondern gleichzeitig Annas bislang größter

Fisch ihrer Anglerlaufbahn.

Nach dem Treffen mit dem König der

Nordmeere geht die Jagd auf andere Arten

weiter. Ich versuche es mit einem großen,

schon leicht ramponierten Hering als

Köder auf einem Felsboden. Es dauert

nicht lange, bis der erste Seewolf hängt.

Endlich gelingt es mir, meinen langersehnten

„Meeres-Ork“ an den Haken zu

bekommen. Der Fisch schlängelt sich

durchs Wasser, hält den Köder dabei fest

im Griff. Nach einem kurzen Blick in sein

Maul verstehe ich schnell, dass dieses

Wesen Muscheln zerdrückt, als wäre es nur

Käsekuchen.

„Findet man nur den richtigen harten

Grund, am besten entlang einer Muschel-

bank, findet man oft die

Seewölfe. Dann muss

man nur noch den Köder

runterschicken und mit

ihm den Boden abklopfen,

so wie hier“, sagt Erik und

zeigt auf die untere Linie

des Echolots. Allerdings

sollte man immer den verantwortungsvollen

Umgang mit dem Bestand im Hinterkopf

behalten, da Seewölfe in kleineren

Kolonien dicht beieinander leben. Wenn

man sich nicht ein wenig zurückhält, kann

man eine lokale Population in einer einzigen

Saison leicht ausrotten.

BIS AUF 400 METER HINUNTER

Wenn wir es schon bis zum Risøysund geschafft

haben, wäre es doch eine Schande,

nicht auch einmal beim Tiefseeangeln

unser Glück zu probieren. Die Verlockung

des Unbekannten in mehreren Hundert

Metern unter einem ist einfach zu groß.

Gestern Abend hat Erik eine große Seekarte

ausgerollt und uns einige interessante

Stellen – Steilhänge mit ausgeprägten Kanten

– gezeigt, die er bereits getestet hatte.

Hoffentlich würden wir dort auf die farbenprächtigen

Rotbarsche treffen. Als wir an

Ort und Stelle sind, hat der Wind ziemlich

aufgefrischt. Aber Erik schafft es trotzdem,

das Boot für einen Versuch auf Rotbarsch

zu positionieren. „Wir werden jetzt auf

vollen 250 Metern Tiefe angeln, wie ihr hier

sehen könnt. Am Ende der Klippe befindet

sich eine interessante Stufe“, sagt Erik und

zeigt auf einige Wegpunkte von früheren

Ausfahrten.

Wir angeln mit Montagen, an denen sich

mehrere Kreishaken befinden. An diesen

sind zudem leuchtende Schläuche, Perlen

und Stäbe befestigt – alles, um die Fische

in der Tiefe zu unseren Ködern und zum

Anbiss zu locken. An der Schnur befinden

sich Wirbel und Sprengringe, um die Köder

schnell tauschen und etwas Abwechslung

bieten zu können, aber vor allem auch,

um eine bessere Kontrolle zu haben und

Verwicklungen in der Schnur zu vermeiden.

„Wenn wir auf 200 Metern angeln, ja

teilweise sogar bis hinunter auf 400 Meter,

möchte ich kein großes Risiko eingehen.

Ich verwende daher mehrere Haken an ein

und derselben Montage, um sicherzugehen,

dass sich zumindest immer noch ein Köder

über einen längeren Zeitraum an einem

der Haken befindet. Das Hochkurbeln, nur

Angeln am Risøysund

Das Camp von „Nordic Sea Angling“ am

Risøysund ist ein idealer Ausgangsort für

Touren zu ausgezeichneten Fanggründen

für große Meeresfische. Neben der

Möglichkeit, große Dorsche und Heilbutte

zu fangen, kann man hier auf eine Vielzahl

anderer Arten angeln. Neben den hervorragenden

Angeloptionen gibt es auch

komfortable Unterkünfte und gut ausgestattete

Mietboote für bis zu fünf Angler.

Das „NSA“-Camp bietet unten am Pier

auch Übernachtungsmöglichkeiten in Einzelzimmern

mit Gemeinschaftsbad. Bis

zu zwölf Personen können hier wohnen.

Wenn Sie eine größere Gruppe sind und

ein wenig für sich sein möchten, können

Sie auch das große Ferienhaus mieten,

das Schlafmöglichkeiten für bis zu neun

Personen bietet. In der Hütte gibt es

alles, was Sie brauchen – Bad, Dusche,

WC und eine separate Küche. Was Sie

an Angelausrüstung benötigen, können

Sie entweder mieten oder vor Ort zu

Durchschnittspreisen kaufen. Die Boote haben einen hohen Standard und können gemietet werden. Es handelt sich um sieben Meter

lange, stabile Arronet-Aluminiumboote mit 135 bis 150 PS starken Motoren. Wenn Sie es während des Angelausflugs ein bisschen

bequemer haben möchten, können Sie auch ein acht Meter langes Guidingboot mieten. Am Steg befindet sich ein großer Filetierplatz

mit großzügiger Arbeitsplatte und fließendem Wasser. Guides mit jeder Menge Ortskenntnissen sind während der gesamten Saison im

Camp anzutreffen. Für Buchungen und weitere Informationen besuchen Sie www.nordic-sea-angling.se

48


Faktenbox: Seewolf

Auf den Seewolf

wird normalerweise

schon zeitig

in der Saison,

bereits im Frühjahr

geangelt. Sie

finden die Fische

auf felsigen und

harten Böden, auf

oder in der Nähe

von Muschelbänken.

Der Seewolf

ist ein ziemlich

standorttreuer

Fisch. Deshalb ist

es wichtig, mit Präzision auf ihn zu angeln. Eine Montage mit Pilker oder Jig und einem

zusätzlichen Haken, der mit Seelachsfetzen beködert ist, funktioniert normalerweise gut.

Lassen Sie den Köder immer wieder auf den Grund fallen, klopfen Sie mit ihm regelrecht

den Boden ab. Auf diese Weise wecken Sie das Interesse der Fische und machen sie

offensichtlich aggressiv, denn es kommt häufiger vor, dass sie sich gleich mehrmals über

den Köder hermachen. Der Anhieb muss hart und kompromisslos sein, damit der Haken

zwischen den Knorpelplatten und kräftigen Zähnen überhaupt fassen kann.

Die Alternative im Norden: Als besonders

krisensicheres Reiseland rückt Island in den

Fokus der Meeresangler.

• Zuverlässige Direktflüge ab Deutschland,

den Niederlanden und der Schweiz.

• Eine überragende Meeresangelei auf Dorsch

mit Traumfängen in der Saison ´22.

• Fischereiliche Vielfalt mit Köhler, Rotbarsch,

Schellfisch und vielen Überraschungen.

• Mit großen, sicheren Booten, komfortablen

Unterkünften und deutscher Betreuung.

um sicherzugehen, dass man noch einen

Köder dran hat, sollte man sich sparen. Es

kostet unnötig Kraft und Zeit. Ich verwende

Kreishaken, weil ich glaube, dass sie in

der Tiefe besser haken. Es ist nicht einfach,

mit vielleicht 400 Metern Schnur draußen,

einen Anhieb zu setzen. Da ist es effektiver,

den Haken ins Fischmaul zu kurbeln, sagt

Erik und macht im gleichen Moment eine

deutliche Kurbelbewegung – ohne Erfolg.

Dieses Mal gelingt es uns leider nicht,

einen der Tiefseebewohner des Andfjords

zu überlisten. Ein paar verdächtige Spuren

überziehen unsere Köder, aber an den

Haken bleibt nichts hängen. Dieses Mal!

MEGA-ROTBARSCHE LOCKEN

Das schöne Wetter hat uns verlassen. Es

ist von dicken Regenwolken, heftigen

Nebelmassen und zunehmenden Winden

aus Nordost abgelöst worden. Mit dieser

Wetterlage ist hier oben nicht zu spaßen.

An einem Tag wie diesem, wäre es geradezu

verrückt, in den entfernter liegenden

Bereichen auf Dorsch und Seelachs zu

angeln. Trotz der miserablen Bedingungen

findet Erik in der Nähe des Camps eine

einigermaßen geschützte flache Stelle. Ab

ins Vergnügen mit Treibankern und Heilbuttposen!

Peitschender Regen von der Seite

und eine Sichtweite von weniger als zehn

Metern erschweren das Angeln, aber Erik

bleibt optimistisch: „Man weiß nie, denn es

gibt viele schöne Fische, die bei so einem

Mistwetter gefangen wurden. Mithilfe des

Treibankers werden wir bestimmt eine gute

Drift finden. Der fette Hering verbreitet

zudem eine verlockende Duftspur.“

Aus Minuten werden Stunden – das

Angeln ist ziemlich anstrengend und zäh.

Das Gefühl in den Fingern und Füßen lässt

nach, aber leider nicht der Regen. Wir sind

komplett durchnässt. Wie aus dem Nichts

zieht plötzlich eine Pose zur Seite und

verschwindet unter Wasser. Emil schnappt

sich die Rute. Er spannt die Schnur und

setzt den Anhieb. Kontakt! Der Fisch

schüttelt zweimal kräftig mit dem Kopf

und ist dann weg. Besonders meinem Sohn

Emil sieht man die Enttäuschung an.

Wir wechseln wieder zu leichteren Geräten

und treiben über einen sauberen Sandboden.

Hier können wir die vorherigen

Strapazen und Enttäuschungen ein wenig

vergessen lassen, denn wir fangen ein paar

schöne Schollen, die wir zu einer letzten

Mahlzeit in unsere Unterkunft mitnehmen,

bevor wir uns auf die Heimreise machen.

Als ich gerade die Einleitung zu diesem

Artikel fertig geschrieben habe, piept mein

Telefon. Eine Nachricht von einem Erik,

er schickt ein Foto mit einem riesigen Rotbarsch

in seinen Armen: „Wir haben eine

neue Stelle ausprobiert, die sich als Glückstreffer

erwies. Der Fisch auf dem Bild wiegt

9660 Gramm und ist wahrscheinlich der

größte Rotbarsch, der jemals mit einer Rute

von einem Angelboot aus gefangen wurde.

Wenn du zurückkommst, werden wir dort

hin und genauso einen Brocken für

Dich finden, Erik.“

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PRAXIS | FLIEGENFISCHEN IM MEER

Mein verrückter

Heilbutt-Traum

50


Heilbutt – der ultimative

Zielfisch für Meeresangler

im Norden. Um die

hart kämpfende Königin

des Nordmeeres zu

fangen, geht es mit

schwerem Gerät hinaus.

Mit der Fliege wäre es

Quatsch – doch Rasmus

Ovesen hat sich diese

„spezielle Idee“ in den

Kopf gesetzt.

Heilbutt mit Fliege –

es ist nicht sehr

vernünftig, aber es

kann klappen.

Manche Angelpläne sind dümmer

als andere. Zumindest

auf dem Papier. Das Fischen

mit der Fliege auf Heilbutt

gehört eindeutig zu den fragwürdigeren

Plänen! Denn wie um alles in

der Welt will man einen Fisch fangen, der

über Millionen von Jahren die Kunst perfektioniert

hat, seine Beute auf dem Meeresboden

aus dem Hinterhalt anzugreifen?

In den Tiefen starker Gezeiten strömungen

und entlang zerklüfteter Steilwände auf

dem Meer? Ich habe im Laufe meines

Lebens schon viele schwachsinnige Angelpläne

geschmiedet – die allermeisten von

ihnen blieben zum Glück theoretische Pläne.

Die wenigen, die in die Tat umgesetzt

wurden, endeten meist als Misserfolge. Ein

paar der verrückten Unternehmungen waren

zumindest etwas erfolgreich. An diese

Erfahrungen erinnere ich mich gern und

mit größter Freude zurück. Denn was gibt

es Schöneres, als trotz aller Widrigkeiten

(irgendeinen) Erfolg zu haben?

Fotos: Rasmus Ovesen, Stina Didriksen

EINE DUMME IDEE WIRD GEBOREN

Aber zurück zum Heilbutt-Plan: Im Juni

2021 bin ich mit der Fliege in verschiedenen

Fjorden Nordnorwegens unterwegs,

um auf Meerforellen zu fischen. Eher zufällig

werde ich dabei Zeuge, wie Spinnfischer

kleinere Heilbutte vom Boot aus

fangen. Einige Fische werden dabei im so

flachen Wasser und so nah am Ufer gefangen,

dass ich sie sogar beim Küstenfischen

mit der Fliege erreichen könnte.

Verrückt, denke ich – so einer könnte

glatt meine Fliege nehmen! In der Vergangenheit

habe ich schon oft von Leuten gehört,

die versucht haben, Heilbutt gezielt

mit der Fliege zu befischen. Dabei ging es

mit überdimensionierter Ausrüstung, Express-Sink-Fliegenschnüren

und heftig beschwerten

Fliegen zur Sache – und endete

meist mit minimalem Erfolg. Aber wenn

der Heilbutt zu bestimmten Zeiten des

Jahres im ganz flachen Wasser in Ufernähe

auftaucht, muss es doch möglich sein, ihn

mit der Fliege zu überlisten … Meine Gedanken

schweifen zwischen sporadischen

Meerforellenfängen weiter ab und ich sehe

gedanklich schon einen dieser unheimlichen

Heilbutte vom Sandgrund aufsteigen

und meine Fliege einatmen. Diese Bilder

im Kopf verschwinden auch nicht nach

meiner Rückreise aus dem Norden und so

dauert es nicht lange, bis ich mit der Recherche

im Internet beginne.

Das Internet ist bekanntlich ein gefährlicher

Ort für diejenigen, die ihre bestehenden

Überzeugungen (oder Wahnvorstellungen)

verstärken wollen – oder für

diejenigen, die Beweise brauchen, dass

ihre halbgaren Ideen gar nicht so schlecht

sind. In meinem Bestreben, den Heilbutt

mit der Fliege zu fangen, fühle ich mich

also hier richtig aufgehoben. Ich brauche

auch nicht lange, um ein Video aus dem

Jahr 2013 zu finden, in dem eine Gruppe

Norweger Heilbutt mit der Fliegenrute

fängt. Der Titel lautet grob übersetzt:

„Wenn das Unmögliche möglich wird“,

und die Leute darin würden den meisten

Außenstehenden entweder als exzentrisch

oder halb verrückt erscheinen. Und obwohl

sie offensichtlich in 10 bis 20 Metern

Wassertiefe blind fischen und nur sehr

spärliche und mühsam errungene Erfolge

haben, bin ich überzeugt, dass sie etwas

Neuem, Besonderem auf der Spur sind.

DAS INTERNET –

SPIELPLATZ DER NARREN

Ich bin überrascht, einer der Darsteller im

Film ist Tommy Josefsen, ein Freund von

mir! Also rufe ich ihn an und erzähle ihm,

was ich insgeheim vorhabe. Seine Reaktion

ist nicht ganz so enthusiastisch, wie

ich erwartet habe, sondern eher sparsam.

Er betont vorsichtig, dass es gute Gründe

gibt, warum er seit der Entstehung des

YouTube-Films nicht mehr mit der Fliege

auf Heilbutt gefischt hat. Nach und nach

zählt er gute Gründe auf, die klar gegen

mein Vorhaben sprechen. Nun ja, ich

gehöre zu der wachsenden Gruppe von

Menschen, die sich von den Erfahrungen

anderer – oder von klaren Beweisen

– nicht sonderlich beeinflussen lassen.

Stattdessen begebe ich mich nach dem

Gespräch mit Tommy lieber wieder in die

Hände (oder Fänge?) des Internets. Ich

halte mich an ein berühmt gewordenes Zitat

von Albert Einstein, das besagt: „Wenn

es im Internet steht, muss es wahr sein!“,

und setze daher meine Recherche weiter

fort. Die Tatsache, dass Abraham Lincoln

auch einmal die Menschen gewarnt hat:

„Traue niemals Einstein-Zitaten im Internet“,

ignoriere ich kurzentschlossen.

Komischerweise gibt es eigentlich nur

diesen einen zuvor genannten relevanten

Film zum Thema online zu finden. Doch

während meiner Suche finde ich irgendwann

einen interessanten Guide. Ein britischer

Auswanderer, der offensichtlich

einen geschützten, kleinen Fjord weit im

Norden gefunden hat, in dem es angeblich

möglich ist, zuverlässig Heilbutt im

seichten Wasser zu finden und zu fangen.

Die Tatsache, dass er Guiding auf Heilbutt

anbietet, kann nur eines von zwei Dingen

10/2022 51


PRAXIS | FLIEGENFISCHEN IM MEER

Oben: Meister der Tarnung – na, wer erkennt ihn? Rechts: Der richtige Platz hängt

von der Bodenstruktur (felsig-sandig-zerklüftet) ab.

Ausrüstung & Guiding

Heilbutt wird mit schwerer Ausrüstung

gefangen. Rasmus benutzte eine 9‘ #12

Rute mit viel Kraft in Kombination mit einer

großen, stabilen Waterworks-Lamson

Cobalt Fliegenrolle, die mit 250 Metern

100-Pfund-Backing bespult ist. Schnüre

wie Airflo Depthfinder oder Scientific

Anglers Big Water Taper S3/5/7 sollten

eine Seele mit hoher Tragkraft (50 Pfund)

besitzen. Die Vorfächer sind etwa rutenlang

und ein Tippet vom mindestens 0,60

mm besitzen. Herings- oder Makrelenimitationen

auf kräftigen 6/0- bis 10/0-Haken,

vorzugsweise mit Stingerhaken und

gern mit Wiggletail, sind eine gute Wahl.

Guiding Tipp:

Jonny Stephenson bringt Sie gern an

die Königin des Nordmeeres.

Info: www.wild-pursuits.co.uk

Kontakt: Jonny@wild-pursuits.co.uk

bedeuten: Dass er irgendwie den Code geknackt

hat oder (was wahrscheinlicher ist),

dass er versucht, naiven und verträumten

Fliegenfischern wie mir das Geld aus der

Tasche zu ziehen. Natürlich gehe ich in

meinem Wahn von ersterem aus.

Nachdem ich die E-Mail abgeschickt

habe, beschleunigen sich die Dinge irgendwie

plötzlich. Ein paar Mails später

telefoniere ich bereits mit Jonny Stephenson,

der – zu meiner Überraschung

– weder wahnsinnig, noch bösartig oder

hinterhältig zu sein scheint. Im Gegenteil:

Er erobert mich mit seinem britischen

Charme und mit dem Versprechen, einer

beeindruckenden und zeitweise hektischen

Heilbutt-Fliegenfischerei in flachem

Wasser – wenn (und nur wenn) die Wetterbedingungen

günstig sind.

Ein paar Wochen später, Ende August,

befinde ich mich an Bord eines kleinen

Flugzeugs Richtung Tromsø. Am Flughafen

erwartet mich ein sehr hoffnungsvoller

Jonny. „Willkommen! Sieht aus, als

hättest Du das gute Wetter mitgebracht!“,

begrüßt er mich mit charmant-britischem

Akzent. Fast bereue ich das optimale

Wetter, denn schon häufig konnte

ich meinen anglerischen Misserfolg mit

unglücklichen Bedingungen erklären.

Diesmal scheinen die Rahmenbedingungen

jedoch perfekt und eigentlich liegt

Ersatzgerät mitnehmen! Die Fluchten

der Butte sind blitzschnell und kosteten

schon so manche Rute. Besser ist es,

über die (hochwertige) Rolle zu drillen.

es jetzt nur an meinen Fähigkeiten als

Fliegenfischer ...

Später an diesem Tag bin ich mit Jonny

auf dem Wasser; ein Typ, der sich als sachkundiger,

erfahrener und angenehmer

Bootspartner erweist. Letzteres ist kaum

vorhersehbar und doch so wichtig. Gerade

bei einer mehrtägigen Fahrt kann Disharmonie

echt anstrengend sein. Mit im

Boot ist auch Jonnys Freundin Stina, die

vom Angeln ebenso begeistert ist wie von

der Jagd – eine wirklich nette Begleitung.

Nach einer kurzen Bootsfahrt treiben wir

gemächlich durch einen Gezeitenkanal.

Wir werfen unsere Fliegen zu einer Tiefenkante

in Ufernähe, wo abgeschliffene

Felsen, Blasentangfelder und Kiesflächen

allmählich von reinem Sand abgelöst werden,

der allmählich in die türkis schimmernde

Tiefe übergeht. Selbst mit der

12er Schnur ist das Werfen meines Prototyps

einer Heilbuttfliege eine mühsame

Aufgabe. Meine Fliege erinnert mich ein

wenig an eine Partyperücke zu Karneval.

Gemeinsam mit dem großen Wiggle Tail,

den ich montiert habe und dem heimtückischen

Stinger-Haken macht die Fliege

beim Werfen keine Fliegen-Geräusche

mehr, sondern klingt eher wie eine Fahne

im Wind. Wir fischen einige Stunden lang

bei steigender Flut – leider ohne Erfolg.

Die einzigen Treffer sind träge Dorsche

und kleine Seelachse. Die Beifänge schärfen

unsere Konzentration und lassen den

Puls kurzzeitig in die Höhe schnellen.

Doch nach jedem Anhieb folgt die Enttäuschung.

Und meine Zweifel, die ich

zugegebenermaßen ständig im Hinterkopf

habe, werden mit jedem Kopfnicken eines

Dorsches oder den schnellen Bewegungen

eines kleinen Köhlers bestärkt.

52


Meist sind es

mittlere Dorsche,

die für ständige

Bisse und anhaltende

Konzentration

sorgen. Wenn

allerdings so ein

Kaliber die Fliege

nimmt, wird auch

ein Dorschdrill

interessant.

Jonny merkt, dass sein Kunde einen

Schub Vertrauen und Motivation braucht,

und so erzählt er lebhaft von dramatischen

Heilbuttfängen in diesem Gebiet.

Er behauptet beharrlich, dass es nur eine

Frage der Zeit ist. Ich will ihm glauben,

doch es fällt mir zunehmend schwerer. Ich

kann nicht ignorieren, dass wir unendlich

viel Wasser zu befischen haben und viele

unbekannte Faktoren auf dem Weg zum

Heilbuttbiss erfüllt sein wollen. Warum

sollte, realistisch betrachtet, ein ziemlich

selten vorkommender bodenbewohnender

Riese mehrere Meter vom Grund aufsteigen,

um meine in der Wassersäule echt

unbedeutend wirkende Fliege zu nehmen?

SCHOCKIERENDER ERSTKONTAKT

Ein paar Stunden später sind wir an unserem

Ausgangspunkt zurück. Im Gezeitenkanal

sinkt das Wasser jetzt. Wir werfen

wie die Verrückten in drei, vier Meter tiefes

Wasser, aber nichts passiert – und bald

Voluminöse Streamer

im Hähnchen-Format

sollen den Butt vom

Grund bis ins

Mittelwasser locken

ist der Tag vorbei. Die Sonne verschwindet

bereits hinter den schroffen Bergen im

Westen unter einem violett-blauen Himmel.

Dann geht mir wieder ein übermütiger

Dorsch an die Fliege. Frustriert pumpe

ich ihn heran, so schnell ich kann. Als er

im Wasser unter dem Boot auftaucht und

ich mich herunterbeuge, um ihn abzuhaken,

läuft mir plötzlich ein Schauer über

den Rücken. Unter dem Dorsch taucht ein

riesiger, brauner Schatten auf. Mit einer irgendwie

gewalttätigen Attacke verschwindet

der Dorsch zwischen den Kiefern

seines geisterhaften Verfolgers. Das Wasser

explodiert und meine Rute krümmt

sich bis zum Kork, während etliche Meter

Schnur in der Tiefe verschwinden. Fünf

Minuten später und nach mehreren blitzschnellen

Fluchten bringen wir den Heilbutt

zum Boot. Er ist keine 30, 40 oder

50 Kilo schwer, was ich geschworen hätte,

hätte ich ihn verloren. Stattdessen schätzen

wir ihn auf ungefähr 10 Kilo. Aber

was für gewaltige und muskulöse 10 Kilo!

Einige Fotos später lassen wir den Fisch

wieder schwimmen. Er zählt natürlich

nicht als mit der Fliege gefangener Fisch,

aber er verschafft mir die dringend benötigte

Zuversicht. Es gibt hier also doch

Fische und sie sind aktiv – morgen werfe

ich bis zum Umfallen!

Um es kurz zu machen: Am zweiten

Tag fangen wir mehrere kleinere Heilbutte

zwischen drei und sechs Kilo, alle

in flachen Buchten und in der Nähe von

Mündungen und Inseln. Die meisten von

ihnen nehmen die Fliegen an der Oberfläche,

direkt am Boot, nachdem sie den

Fliegen wie hypnotisiert über eine lange

Strecke gefolgt sind. Es ist unglaublich

aufregend, dies zu sehen und ich befinde

mich in einem Zustand der Euphorie

und Erleichterung. Wir erleben sogar, wie

ein riesiger Heilbutt einen großen Köhler

an der Oberfläche mit seinem braunen,

schaufelgroßen Schwanz als tödliche Keule

zerschmettert. Plötzlich erscheinen Jonnys

Spekulationen, dass es möglich sein

könnte, Heilbutt mit Poppern zu fangen,

gar nicht mehr so verrückt …

Meine Mission ist erfüllt, aber der Höhepunkt

steht noch bevor. Später am Abend

sind wir wieder am vertrauten Gezeitenkanal,

lassen uns mit der Ebb-Strömung

treiben und werfen unsere Fliegen in

3 bis 5 Meter Wassertiefe. Als die Spannung

gerade am größten ist, schlägt Jonny

an und seine Rute verneigt sich tief. Ich

drehe mich um, um zu sehen, was los ist.

„Dorsch!“, knurrt er auf das träge Kopfschütteln,

und als wäre es eine Art Befehl,

drehe ich mich um, um den nächsten

10/2022 53


PRAXIS | FLIEGENFISCHEN IM MEER

Die Dämmerung hat

sich als besonders

gefährlich für die

Fliegen im Mittelwasser

und die

Nerven des Autors

herausgestellt.

Rasmus hatte gutes

Wetter, einen guten

Guide und das

nötige Glück – so

konnte der Traum in

Erfüllung (und die

Rute kaputt) gehen.

Wurf zu machen. Im selben Moment explodiert

das Wasser neben mir und meine

Schnur wird mir aus den Händen gerissen.

Ein riesiger Wasserschwall breitet sich

neben dem Boot aus und durch seine Mitte

sehe ich einen großen Schatten, der schnell

in der Tiefe verschwindet.

EINE AUDIENZ BEI DER KÖNIGIN

Es folgt ein anstrengender Drill mit etlichen

langen Fluchten und fiesen Schlägen,

Heilbutt-Fakten

Der Heilbutt (Hippoglossus hippoglossus)

kommt im Nordatlantik vor und ist mit bis zu

3 Metern Körperlänge und bis zu 400 Kilo

Gewicht der größte Plattfisch der Welt.

Sein geografisches Verbreitungsgebiet

erstreckt sich von Kanada und Grönland

ostwärts bis nach Nordeuropa und Russland

und ist hauptsächlich auf die arktischen

Gebiete beschränkt. Der Heilbutt ist in

der Regel in tiefen Gewässern anzutreffen

(einige Wissenschaftler glauben, dass er in

bis zu 2 Kilometern Tiefe vorkommt), aber er

taucht auch im Flachwasser auf, insbesondere

im späten Frühjahr und im Herbst. Hier

liegen die Fische gut getarnt auf Sand- und

Kiesböden, gern durchsetzt mit Felsen,

Lehm und verstreuter Vegetation.

Heilbutte sind wilde Räuber, die

sich von Heringen, Aalen, fast allen

Dorschartigen über Krabben bis hin zu

Forellen und Lachsen ernähren. Doch sie

wachsen recht langsam, je nach Lebensraum

werden sie im Alter von 7 bis

10 Jahren geschlechtsreif und können bis

zu 60 Jahre alt werden. In der Zwischenzeit

erreichen sie spielend die Zwei-Meter-

Marke, ab dieser Größe sind die Fische in

Norwegen übrigens geschützt.

Der weltweit größte Heilbutt, der jemals

mit einer Angel gefangen wurde, wurde

2004 von einem deutschen Angler nach

einem 1,5 Stunden langen Drill gelandet.

Der Fisch wog 234 Kilo und war 2,74 Meter

lang. Im Vergleich dazu ist der größte Heilbutt,

der je mit der Fliege gefangen wurde,

relativ klein. Er wurde 2016 von Jo Stephenson

im Reisafjorden, Norwegen, gefangen

und auf 44 Kilo (147 Zentimeter) geschätzt.

Vor kurzem wurde dieser Fisch von einem

Heilbutt getoppt, den einer von Jonnys

Gästen im September 2021 an Land gezogen

hat – ein Fisch, der auf 65 bis 70 Kilo

geschätzt wird.

die mich um Vorfach und Rute bangen

lassen. Gegen Ende sind wir mehrfach

kurz davor, den mächtigen Fisch zu landen,

aber jedes Mal weicht er irgendwie

der Schwanzschlinge aus, schlägt um sich

und stürzt wieder in die Tiefe. Einmal

taucht er direkt unters Boot, ich halte die

Rute gleichzeitig hoch, was zu einem unnatürlichen

Winkel meiner Fliegenrute

führt. Ein lautes Krachen zerreißt die Luft,

ich falle fast hintenüber. Meine Rute ist

direkt über dem Griff in zwei Teile gebrochen.

Mist! Aber der Fisch ist noch dran.

Für den Rest des Drills fühle ich mich

eher wie ein einheimischer Langleinenfischer

als wie ein cooler, fliegenfischender

Globetrotter. Und nach ein paar Minuten

später platze ich vor Nervosität aus allen

Nähten, als ich den Fisch ein letztes Mal

an die Oberfläche ziehe. Dieses Mal geht

es um alles oder nichts! Wie durch ein

Wunder – in einer Eruption aus Wasser,

Schaum und wütendem Butt – gelingt

es Jonny, dem Fisch die Schwanzschlinge

umzulegen. Als er fest am Boot sitzt,

brechen wir in Jubel aus! Wir ziehen den

Fisch ganz vorsichtig ein kurzes Stück ans

Ufer, messen beachtliche 1,34 Meter (geschätzte

32 Kilo) und machen ein paar

schnelle Fotos. Die Fliege hält sich gerade

noch an einem ledrigen Hautlappen im

riesigen, zerklüfteten Maul des Fisches

fest. Glück gehabt!

Ich halte den Fisch am Schwanz fest

und löse meinen Griff, als er zeigt, wegschwimmen

zu wollen. In kürzester Zeit

hat der Fisch seine Färbung geändert und

sich auf dem flachen Grund getarnt. Als er

abhebt und sich in tieferes Wasser begibt,

verschwindet er fast beunruhigend schnell

in dem ansonsten Gin-klaren Wasser –

wie ein verblassender Traum, der sich weigert,

eingefangen zu werden.

Doch ich hatte ihn! Mein verrückter

Traum ist tatsächlich wahr geworden. Und

auch wenn ich den schicksalhaften Moment

verpasst habe, in dem die Königin

des Meeres beschloss, meine Fliege zu inhalieren,

kann ich mir mit geschlossenen

Augen lebhaft vorstellen, wie es aussah.

Schließlich bin ich ein Träumer – und

die Vorstellungskraft von Träumern

ist groß!

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PRAXIS | WELS

Wels, gefangen mit der Fliege!

Und wenn einer weiß, wie man

mit der Fliegenrute auf Wels

fischt, dann Paolo Pacchiarini!

Seit 1985 betreibt er das

Fliegenfischen ausschließlich

auf große Raubfische und hält

12 Weltrekorde.

56


FLIEGENFISCHEN AUF WELS

Auf Biegen

und Brechen

Wels mit der Fliege? Echt jetzt? Aber warum

eigentlich nicht? Andere große Raubfische

werden ja auch gezielt mit dem Streamer gefangen

– und wie das beim Wels funktioniert,

damit hat sich der italienische Fliegenfischer

Paolo Pacchiarini tiefgehend beschäftigt.

Fotos: P. Pacchiarini

10/2022 57


PRAXIS | WELS

Der Wels gilt als einer DER

mystischsten Raubfische

Europas. Groß, gefährlich,

gefräßig – so wird er gern

beschrieben. Seit seinem verstärkten

Auftreten bei uns in Italien hat er

meine Neugier geweckt. Zuerst fingen nur

Angler, die mit Naturködern fischten, später

dann aber auch vermehrt die Spinnfischer.

Ich als Fliegenfischer stand staunend

daneben. Für das Fliegenfischen auf

diese Fische gab es leider kaum Informationen

und wenn, dann waren diese nicht

immer glaubwürdig. Deshalb probierte

ich mein Glück ganz allein, versuchte,

Pionierarbeit zu leisten. Und das ist mir

nach vielen Misserfolgen schlussendlich

auch gelungen.

NICHT ZU LAUT AUFTRETEN!

WELSE SIND SENSIBELCHEN

Die ersten Welse fing ich während eines

Hochwassers in einem Nebenfluss des Po.

Seit einigen Jahren widme ich mich nun

dem gezielten Fischen mit der Fliege auf

Wels bei Hochwasser, denn dann sind die

Räuber aktiver und deswegen auch einfacher

zu fangen. Oft sieht man die Welse

knapp unter der Oberfläche. Gerade dann,

wenn man die Fische sehen kann, ist der

Fang gar nicht so schwer. Man muss einfach

nur zur richtigen Zeit am richtigen

Ort sein.

Werden wir konkret: Was bedeutet denn

„zur richtigen Zeit am richtigen Ort“?

Gute Chancen, einen Wels zu fangen, hat

man in dem Moment, wenn das Wasser zu

steigen beginnt, bis die Flut ihren Höhepunkt

erreicht. Solange der Pegel im Fluss

konstant hoch ist, sollten Sie es versuchen.

Fließt das Wasser wieder ab, schalten die

nun gesättigten Welse in einen passiven

Modus und lassen sich nicht mehr fangen.

Solange der Fluss hoch und das Wasser

extrem trübe ist, ziehen die Welse auf der

Suche nach Futterfischen direkt unter dem

Ufer vorbei, wo ihre Beute hinter Steinen

und ins Wasser gefallenen Bäumen Schutz

vor der Strömung sucht.

Für den Wels ist Hochwasser die Zeit

einer einfachen Beute, denn die kleinen

Fische haben gegen die Strömung im

Fluss keine Chance und sind gezwungen,

direkt in Ufernähe im ruhigeren

Wasser zu verweilen. Man mag denken,

dass raubende Welse vor Gier schäumen

und alles attackieren, was sich bewegt.

Doch dem ist keinesfalls so! Sie nehmen

selektiv Nahrung zu sich. Weicht unser

Muster zu stark von der Beute ab, wird es

einfach ignoriert. Von wegen „kopfloser

Das Welsangeln am Po und seinen Nebenflüssen begeistert viele Angler und auch

Fliegenfischer wie Paolo, denn der Fluss in Italien sorgt mit seinem regelmäßig

eingetrübten, aufgewühlten Wasser und dem guten Weißfischbestand für beste

Jagdbedingungen der Räuber.

Allesfresser“. Dass Waller durchaus Sensibelchen

sein können, zeigt sich nochmal

anhand ihrer Geräuschempfindlichkeit.

Vergessen Sie bitte nie, dass der Wels aufgrund

seiner vielen Barteln Vibrationen

schon auf große Entfernung wahrnimmt.

Entsprechend vorsichtig muss man sich

dem Fisch nähern, um ihn nicht zu

verscheuchen.

SINK 7, SINK 3, INTERMEDIATE –

EIGENTLICH BRAUCHT MAN ALLE

SINKRATEN

Wenn ich auf Wels fische, nehme ich in

der Regel mehrere Fliegenruten mit, an

der bereits unterschiedlich schnell sinkende

Schnüre montiert sind. Im Fluss

selbst verwende ich bei hohem Wasserstand

eine schnell sinkende Schnur

(Sink 5 bis Sink 7), um der Strömung zu

trotzen. Manchmal aber finde ich Welse

auch in kleineren Nebenflüssen, in denen

die Strömung nicht so stark ist. Dann

nutze ich zwar auch eine Sinkschnur, aber

eine, die weniger schwer ist (Sink 3 bis

Intermediate). Würde ich in diesem Fall

eine zu stark sinkende Leine benutzen,

dann muss ich sehr schnell einholen, was

dem Wels aber nicht unbedingt gefällt. In

Nebenflüssen mit wenig Strom nutze ich

am liebsten einen Streamer, den ich langsam

mit gelegentlichem Zupfen führe. In

starker Strömung aber braucht die Fliege

58


„Welse jagen

wie Wölfe!“

Niedrigwasser im Sommer verlagern die beste Welsangelei vom Tag in die

Dämmerungs- und Nachtstunden. Tagsüber kann man baden, oder Werfen

üben, sofern man noch nicht so sicher ist.

etwas mehr Gewicht. Und so beschwere

ich den Streamer mit einem Jigkopf, sodass

die Fliege zu Grund taumelt und immer

wieder von mir hochgerissen wird.

LERNEN SIE, DIE MONDPHASE IM

BLICK ZU BEHALTEN

Da es in Italien im Sommer auch häufig

Niedrigwasser gibt – aktuell ist der Po

ja sehr davon betroffen – habe ich auch

schon mehrfach versucht, einen Wels

unter diesen Bedingungen zu fangen. Das

klappt auch – aber nicht tagsüber, denn

wenn die Sonne am Tag brennt, sind die

Fangchancen extrem gering. Wer unter

solchen Bedingungen ins Fliegenfischen

Hochwasser ist am zuverlässigsten. Der Futterfisch drückt sich ans Ufer,

um dem Strom zu entgehen, und ist in geballter Form ein leichtes Ziel für

raubende Welse. Richtig, Mehrzahl, denn sie jagen selten allein.

10/2022 59


PRAXIS | WELS

Der Wels ist ein dämmerungs-

und nachtaktiver Fisch.

Mit Einbruch der Dunkelheit

schwimmt er an die flachen

Stellen, um auf Beutezug zu

gehen.

„Wiggle Tail“ heißt der kleine schwarze

Twisterschwanz, Hauptbestandteil von

Paolos schwarzem Lieblingsstreamer.

Was für ein riesiger Fisch! Welse von dieser

Größe gibt es nicht nur in Italien, sondern

auch bei uns.

auf Wels startet, der wird sich schnell

eine sprichwörtliche blutige Nase holen.

Baden Sie tagsüber lieber im Fluss und

in der Sonne. Warten Sie auf die Nacht –

Nachts kann sich alles ändern, denn dann

werden die Welse aktiv. Ich habe herausgefunden,

dass der Mond beim Nachtangeln

eine wichtige Rolle spielt. Als

Faustregel gilt, dass an Abenden mit Vollmond,

selbst wenn der Himmel bewölkt

ist, kaum ein Wels beißt. Ab dem letzten

Viertel des abnehmenden Mondes bestehen

aber gute Chancen auf einen dicken

Wels. Während der anderen Mondphasen

kann man leider nicht konstant mit Bissen

rechnen.

Nachts entwickelt sich der Wels vom

Sensibelchen zu dem Raubtier, als das er

besonders von Nichtanglern angesehen

wird: Er raubt laut hörbar an der Wasseroberfläche

und startet brutale Attacken.

Höre ich diese Raubszenarien, dann kommen

große Popper (-Fliegen natürlich) an

Schwimmschnüren zum Einsatz.

Ich sehe die Bugwelle des Wallers vor

mir vorbeiziehen, dann werfe ich den

Popper einige Meter vor den Fisch, genau

in seine Schwimmbahn. Der Wurf

darf nicht zu kurz kommen, den Fisch

also nicht treffen – sonst flüchtet er.

Ich strippe die Fliege nur langsam ein.

Zwischen den einzelnen Zügen pausiere

ich auch gerne mal, damit der Fisch die

Fliege nicht nur wahrnehmen, sondern

auch genau orten kann.

DIE BESTE ZEIT? GANZ KLAR:

IM FRÜHJAHR!

Möglicherweise konnte ich Sie zum Nachmachen

inspirieren. An dieser Stelle will

ich nochmals motivieren, unbedingt mit

der Fliege auf Wels zu angeln! Es ist bei

Weitem nicht so kompliziert, wie man es

vielleicht denkt, wenn man es noch nie getan

hat. Falls Sie bald starten wollen, dann

sollten Sie in einem kleineren Fluss mit

gutem Wallerbestand beginnen. Ich rate

vom Stillwasser ab, hier sind die Chancen

eher gering.

Momentan, im September und Oktober,

ist eine recht gute Zeit zum Wels angeln.

Aber nicht die allerbeste, denn die ist

ganz klar im Frühjahr, wenn Scharen von

Weißfischen wie Rotaugen, Brassen und

Karpfen sich vor den flachen Schilfzonen

und in strömungsberuhigten Bereichen

(Altarme, Becken, Staustufen) versammeln,

um abzulaichen. In solchen Fällen

stehen die Welse zwischen den Weißfischen.

Gelegentlich kann man sie dann

direkt anfischen und einen Köder nur

10 Zentimeter vor ihrem Maul platzieren.

Oft hatte ich damit Erfolg.

VERGESSEN SIE NIE:

AN SCHLAGEN UND FESTHALTEN!

Was Sie an Gerät brauchen? Sie können

es sich denken: Es muss schwer sein.

Im Fliegenfischen spricht man von

Ruten klassen 10 bis 12. Dazu eine starke

Rolle mit guter Bremse. Auch im

Fliegenfischen-Sektor gibt es Rollen mit

Wechselspule. Vielleicht besorgen Sie sich

eine solche, dann können Sie drei Spulen

für drei unterschiedlich schnell sinkende

Schnüren kaufen, und müssen sich nicht

drei Rollen zulegen. Für den Anfang, und

einen nicht so stark strömenden Fluss, benötigen

Sie eine WF10 bis WF12-Schnur

(je nach Rutenklasse) in den Sinkraten

„Sink 3“ und „Intermediate“; außerdem

ist fürs Nachtangeln eine Schwimmschnur

unerlässlich. Ans Ende der Fliegenschnur

knoten Sie ein Stück Schlagschnur, es muss

nicht ewig lang sein, 1 Meter reicht, mit

einem Durchmesser von 0,70 bis 0,80 Millimeter.

Und an dieses Stück monofile

Schlagschnur kommt unser Köder, zum

Beispiel mit einer Rapala-Schlaufe. Ich

nutze immer Streamer zwischen 13 und

17 Zentimeter, meist in schwarz. Chartreuse,

weiß und pink fangen auch gut.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Und

vergessen Sie nicht: Nach dem Biss

anschlagen und festhalten …

60


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gilt nur solange der Vorrat reicht. Ersatzlieferung vorbehalten. Anbieter des Abonnements ist JAHR MEDIA GmbH & Co. KG. Belieferung, Betreuung und Abrechnung erfolgen durch DPV Deutscher

Pressevertrieb GmbH als leistenden Unternehmer.

10/2022 61


PRAXIS | KARPFEN & WELS

Umgestürzte Bäume

und wucherndes Grün

erschweren das Angeln.

Karsten Jaszkowiak

und Lars Reineke

schreckt dies nicht ab.

Sie denken und lenken

um – und fangen im

Unterwasserdschungel.

MITTEN IM DICKICHT: KAPITALE FÄNGE AN HINDERNISSEN

Dschungelmonstern

auf der Spur

Wer kennt sie nicht, die Fernsehserie „Flussmonster“, in der Jeremy Wade an den

entlegensten Orten der Welt riesigen Fischen nachstellt? Karsten Jaszkowiak erlebt

ähnlich beeindruckende Abenteuer und fängt unter schwierigen Bedingungen – in

einer etwas kleineren Dimension an einem romantischen deutschen Flüsschen.

62


Solch beeindruckende Fische präsentiert Dschungel-Experte Lars regelmäßig.

Fotos: L. Reineke, K. Jaszkowiak, Fishstone

Dieser Fluss hat es in sich – ungefähr

20 Meter breit, im

Durchschnitt drei bis vier Meter

tief, im Sommer wuchern

Kraut, Seerosen und Mummeln

bis dicht unter die Oberfläche. Die Ufer

sind entweder gesäumt von Schilf oder

mehrere Meter überwachsen von Weiden

und Büschen, die dicht über dem Wasser

hängen. Sie gleichen einem Labyrinth aus

Gestrüpp und sind kaum begehbar. Hin

und wieder stürzen Bäume und Äste in

den Fluss, die zur Befahrbarkeit teilweise

entfernt werden, teilweise im Fluss liegen

bleiben. Tagsüber herrscht auf dem Wasser

viel Bewegung. Ein kleines Ausflugsboot

fährt auf einem Abschnitt hoch und runter.

Hinzu kommen bis zu 500 Stand-up-Paddler,

Kanuten oder Ruderer, die im Sommer

permanent den Angelplatz kreuzen.

Dabei sind sie regelmäßig neugierig auf die

Montagen oder wollen die Büsche vorbildlich

von Schnur befreien. Teilweise sind

sie auch einfach unerfahren und steuern

somit nur zu gern in die Ufer. Nachts ist es

gut möglich, dass sich eine Wildschweinrotte

grunzend, krachend und platschend

neben deinem Boot ein Bad gönnt. Willkommen

an meinem kleinen Fluss – dem

Zuhause der Dschungelmonster.

Dieses Gewässer beherbergt wahre

Schätze: Karpfen über 25 Kilo, die noch

nie in ihrem Leben einen Haken gesehen

haben, mit fast schwarzen Rücken und

von grünlich bis ins dunkle Ocker gefärbten

Bäuchen. Zudem gibt es ein riesiges

Weißfischvorkommen. Und zu guter Letzt

sind da noch die Welse – ein Bestand mit

überwiegend zwischen 1,30 bis 1,70 Meter

langen Fischen. Die Welse jedoch wachsen

und auch sie überschreiten dank einer

reich gefüllten Speisekarte mittlerweile die

magische Zwei-Meter-Marke.

HARTNÄCKIG ZUM ZIELFISCH:

GEHT NICHT, GIBT’S NICHT!

Der Fluss bietet eine Mischung aus

dschungelartigem, idyllischem Biotop und

Gewässerhighway. An ihm sechs Ruten –

drei pro Angler – sinnvoll zu platzieren,

scheint fast unmöglich. Hier zu angeln, ist

traumhaft schön, aber auch eine Herausforderung,

die Geschick und Einfalls-

Fertig zum Einsatz: Die beköderte

Steinmontage wird auf kleinen krautfreien

Stellen abgelegt.

10/2022 63


PRAXIS | KARPFEN & WELS

„Nach ein paar Nächten entwickelt

sich diese Herangehensweise

zu einer körperlichen Tortur.“

Eine traumhaft ruhige Kulisse, doch der Schein trügt. Tagsüber sind auf dem kleinen Fluss unzählige Wassertouristen unterwegs,

nachts schrillen die Bissanzeiger und läuten die Glöckchen.

reichtum an ihre Grenzen bringen. Kennenlernen

durfte ich diesen romantischen

Fluss durch Lars Reineke. Er ist einer meiner

engsten Unterstützer und erzählte mir

anfangs, dass es ihn viele Jahre gekostet

hat, hier das anglerische Rezept herauszufinden.

Welse gäbe es hier ohnehin nicht,

hieß es. Lars blieb hartnäckig und fing sie.

Mit ihm am Gewässer zu sein, prägte mein

Verständnis vom Angeln im Hindernis

und gab mir das Rüstzeug für eine ganze

Palette an Lösungen, konventionell nicht

erreichbare Spots zu befischen. Geht nicht,

gibt’s nicht! Absenken, umlenken, drillen

durch dichteste Krautfelder, die Schnur

kappen und zusammenknoten und am

Ende traumhaft schöne Fische in den Kescher

ziehen – all das ist Teil des Angelns

an diesem faszinierenden Fluss.

NAHRUNG IM ÜBERFLUSS – EINE

ECHTE HERAUSFORDERUNG

Meine erste Begegnung mit ihm hatte ich

beim Karpfenangeln. Es war Liebe auf

den ersten Blick! Wir machten einen Trip

vom Boot aus. Während tagsüber unzählige

Wassertouristen für viel Bewegung

und Lärm sorgen, kehrt zur Dämmerung

eine unglaubliche Ruhe ein. Die meisten

Abschnitte sind nur für Vereinsmitglieder

oder über private Grundstücke zugänglich.

Dadurch gibt es gerade eine Handvoll

aktiver Angler auf mehreren Kilometern

Wasser. Es gibt Platz ohne Ende, den es zu

nutzen gilt.

Eine Herausforderung ist das Überangebot

an natürlicher Nahrung. Es gibt hier

viele schöne Fische, aber wo halten sie sich

gerade auf? Futter finden sie überall in

Massen. Bei dem klaren Wasser kann ein

kleiner Stalking-Spaziergang sehr sinnvoll

sein. Füttern ist es in jedem Falle nicht –

zumindest nicht wie gewohnt mit großen

Boilie-Futterplätzen. Das haben bereits

viele versucht und fast alle bissen sich die

Zähne aus. Die Fische sind es hier nicht

gewohnt, nach Boilies, ja nach Futter allgemein

zu suchen. Sie haben kaum einen

Bezug zu den merkwürdigen runden Murmeln.

Das Rezept ist, die Fische zu finden

und einen möglichst langen Flussabschnitt

präzise zu beangeln. Das wiederum bedeutet

an einem 20 Meter breiten, bewucherten

Fluss voller Kraut und Hindernisse, je

drei Ruten in beide Richtungen – stromauf

und stromab – auf einem bis zu 300 Meter

langen Abschnitt zu staffeln. Dabei muss

man so vorgehen, dass die Fische nicht

gefährdet und die Schnüre vom Verkehr

am nächsten Morgen nicht eingesammelt

werden. Diese Herausforderung hat mein

Angeln grundlegend verändert. Im ersten

Moment erschien sie mir als unlösbare

Aufgabe, aber ich sollte noch viel lernen.

UMDENKEN UND UMLENKEN:

IDEENREICHTUM IST GEFRAGT

Wir brachten die Ruten in unterschiedliche

Flussabschnitte teilweise bis um die

nächste Kurve herum. Dort legten wir sie

auf kleine, maximal zwei Quadratmeter

große Krautlöcher, alles bei einer recht

sportlichen Strömung für diese Gewässergröße.

Auf dem Rückweg senkten wir

die Schnur mindestens einmal direkt ins

Kraut ab. Bei den weiter entfernt abgelegten

Montagen oft zweimal – ein Absenker

an einem wichtigen, richtungsweisenden

Punkt oder auf Höhe des Köders einer

64


anderen Rute, um die Bahn freizumachen,

falls ein Fisch beißt. Ein weiterer Absenker

für alle drei Ruten folgte auf gleicher

Höhe, um sie unter Wasser parallel nebeneinander

aufzureihen. Dadurch konnten

wir die Schnüre genauso anordnen,

dass wir bei einem nächtlichen Biss nicht

gleich alle Ruten einsammelten. Welche

der drei Schnüre dabei sinnvoll an welcher

Position nach unten muss, war für mich

anfangs nicht leicht nachzuvollziehen. Wie

soll das funktionieren? Diesen Fisch kann

man doch niemals fangen beziehungsweise

riskieren wir doch so die Gesundheit

des Fisches, wenn er sich vom Haken

reißt! Oder etwa nicht?

Der „XXweLs Line Sinker“

von Fishstone ermöglicht

den Einsatz von Steinen

bis zwei Kilogramm.

KOMPLETT ANDERS: ES GIBT

KEINEN NORMALEN DRILL!

Es ist eine Frage des Mutes, aber auch der

Erfahrung und Fähigkeiten. Entscheidend

ist, dass es bei dieser Angelei keinen

herkömmlichen Drill gibt. Um hier

erfolgreich zu sein, muss ich mich von

bisherigen Vorgehensweisen verabschieden

und Gewohnheiten ad acta legen.

Dazu ist ein Punkt unumgänglich – alle

Gewichte müssen weg! Nur dann kann

es funktionieren. So lehrte mich Lars

ein neues Drillverhalten unter besonderen

Bedingungen: Stellen wir uns einen

wilden Hund beim Gassi gehen vor. Der

Hund läuft an langer Leine zwischen zwei

Laternen durch und um eine herum. Sie

möchten ihn zurückziehen, aber er hält

dagegen. Wild rennt er hin und her und

wickelt sich dabei immer mehr zwischen

den Laternen fest, da er sich gegen den

Druck stemmt und immer nervöser wird.

Warum entspannen wir nicht die Leine

und folgen dem Hund einfach durch die

Laternen? Genauso drillten wir – Bremse

komplett auf! Trotzdem kam bei all dem

Umgelenke manchmal nur ein einzelner

Ton am Bissanzeiger durch. Ein Piepser

heißt raus und die Rute kontrollieren –

mehrmals in der Nacht.

Lars hat sich nach langjähriger Erfahrung

angewöhnt, hier sehr viel mit Pellets

zu angeln. Für mich eine der wenigen Bedingungen,

in denen ich überhaupt mit

Pellets geangelt habe aber er sagt, sie funktionieren

hier. Im Frühjahr und Herbst

kein Problem, aber bei warmem Sommerwasser

bedeutet das teilweise nachts

aufstehen und die Ruten kontrollieren.

Und dabei die Montage wieder präzise im

Krautloch positionieren und die Schnur

mit den Absenkern auf dem Rückweg

exakt platzieren. Nach ein paar Nächten

entwickelt sich diese Herangehensweise

zu einer körperlichen Tortur und das Bedürfnis

nach Schlaf wächst Tag für Tag.

Der Reiz jedoch, diesem beeindruckenden

Fluss mit anspruchsvollster Angeltechnik

einen der unberührten und wunderschönen

Fische zu entlocken, überwog und beruhigte

unsere vom Schlafmangel gezehrten

Nerven. Dieser Reiz war unser Motor,

der unaufhörlich weiter ratterte.

BANGE MINUTEN: AHNUNGSLOS

UND AUFGEREGT ZUM FISCH

Endlich durfte ich den ersten Drill live erleben

und die einzige Option für das, was

nun folgte, lautete: freie Schnur! Nicht zuletzt

aus diesem Grund kam Lars vor ein

paar Jahren auf mich zu, da unsere Steinmontagen

von „Fishstone“ die optimale

Lösung für seine Anforderungen bieten.

Durch das enorm dichte Kraut und quasi

keinen Gegendruck nach dem direkten

Abwurf des Steins nehmen die Fische den

Der „Line Sinker“ lässt sich

nicht nur zum Absenken von

Montagen, sondern auch

zum Umlenken an Ästen einsetzen.

Der große Karabiner

ermöglicht ein einfaches und

schnelles Handling.

Köder auf, erschrecken sich kurz, aber

stellen sich prompt in der Nähe regungslos

in ein dichtes Krautfeld. Auch aus diesem

Grund wäre das Angeln mit Gewicht

hier unmöglich, da es sofort im Kraut

hängenbliebe und den Fisch zu weiteren

Fluchten veranlassen würde.

Wir nahmen nach einem Piepser direkt

die Rute auf, ruderten an komplett

schlaffer Schnur los und waren aufgeregt

und ahnungslos, was sich wohl am anderen

Ende der Leine in wenigen Minuten

zeigen würde – eine Brasse oder vielleicht

doch einer der versteckten Schätze.

Auf dem Weg holen wir die Absenker

hoch. Entweder ist der Stein hier bereits

raus oder wir holen einen Krautbatzen

hoch, den wir zügig abrupfen, den Absenker

entfernen und weiter. Am Spot angekommen,

nehmen wir nicht direkt Spannung

auf. Wir schauen zuerst aufmerksam

auf den Schnurverlauf. Erst wenn wir

Gewissheit haben, entweder senkrecht

10/2022 65


PRAXIS | KARPFEN & WELS

über dem Fisch zu stehen oder ihn aus

dem Ufer ziehen zu können, geht es wirklich

los. Nicht selten jedoch erkennt man

schnell, dass die Schnur quer durchs Holz

verläuft. In diesem Fall fahren wir um das

Hindernis herum, stechen mit der Rute

ins Wasser und holen die Schnur mit der

Spitze hinter dem Hindernis vorsichtig an

die Oberfläche. Nun können wir versuchen,

die Schnur über Ziehen an beiden

um das Hindernis gelegten Enden zu befreien.

Das muss alles passieren, ohne

dabei Druck auf den Fisch aufzubauen.

Ein emotionaler Drahtseilakt in dem Wissen,

dass in wenigen Metern Entfernung

ein wahrer Gigant auf uns warten könnte.

Aus leichten Zweigen lässt sich die Schnur

meist auf diese Weise befreien, aber gelegentlich

hilft nur das Messer. Dann heißt

es, die Schnur kappen, durch das Hindernis

ziehen und neu zusammenknoten.

Lars erzählte mir von seinem persönlichen

Rekord bei dem er diesen Ablauf bis zum

Fischkontakt mehr als zehn Mal durchgehen

musste.

Ein traumhaft schöner Fang: Lars präsentiert einen makellosen Schuppenkarpfen –

einen unberührten, wunderschönen Schatz aus dem Unterwasserdschungel.

WILDE FLUCHTEN: WENN DER

FISCH DAS KRAUT RASIERT ...

Es ist kaum vorstellbar, aber anfangs steht

der Fisch einfach. Wovor sollte er auch

flüchten – ohne Gewicht im schützenden

Versteck verborgen. Sind alle Hindernisse

überwunden und die Schnur befreit,

geht es endlich los. In diesem Gewässer

kann alles passieren. Endlich kommt der

Moment der ersten Kontaktaufnahme,

der Augenblick der Wahrheit und schnell

zeigt sich die Dimension des Fisches. Der

Drill läuft dann hauptsächlich möglichst

vertikal ab, um dem Fisch wenig Chancen

für Fluchten ins Kraut zu geben. Dennoch

stürmt er immer wieder in die Krautfelder

und rasiert durch sie hindurch. Gelegentlich

dreht man dabei schon mal ganze

Büsche um, bis der Fisch endlich ins Netz

gleitet. Das Gewicht bei dieser Angelei

nicht zu verlieren, wäre ein Todesurteil für

jeden Drill.

Diese Fähigkeiten im Repertoire zu

haben ist Gold wert. Ich möchte sie nicht

mehr missen. Nach ein paar Tagen dieser

besonderen Schule durchstieg ich die Herangehensweise

und sie ist seither ein sehr

wichtiges Werkzeug für meine Angelei.

Erst auf meinem letzten Trip habe ich an

einem unbekannten Gewässer auf einer

unerreichbaren Stelle mit zwei Absenkern

und zwei Umlenkern einem Freund einen

Fisch an den Haken gezaubert und wir

landeten ihn sicher. Mit dem neuen Verständnis

entscheide ich nicht mehr nach

der Zugänglichkeit einer Stelle, sondern

nur noch nach ihrem möglichen Potenzial.

Wichtig bei dieser Herangehensweise

ist eine logische und klare Vorstellung

davon, wie im Drill vorgegangen werden

muss und in welche Richtung die Schnur

aus dem Umlenker gehoben oder wo sie

fest fixiert sein muss. Für diese Techniken

sollte man genau wissen, was man tut und

jedes Detail schon vorab im Kopf durchspielen.

Nur so ist sicherzustellen, dass

diese komplexen Vorgehensweisen den

Fisch nicht gefährden und nicht nur zu erfolglosen

Aussteigern führen.

WELSANGELN: JETZT WIRD ALLES

NOCH EINE NUMMER HEFTIGER!

Als ich ein Jahr später an diesem Gewässer

das erste Mal auf Wels angelte, verschärften

sich die Techniken noch. Das

Überwältigende daran ist, dass sie einfach

funktionieren, wenn man sie einmal versteht.

Ich bin zwar kein Welsangel-Spezialist,

aber auf zahlreichen Reisen mit

auf ihr Gewässer spezialisierten oder allgemein

sehr erfahrenen Anglern unterwegs.

Aus diesem Grund sehe ich viele

verschiedene Techniken und bekomme

schnell Einblicke in viele Jahre erarbeitete

Fähigkeiten und Wissen von Experten.

Mir wurde schnell klar, dass im Welsangeln

alles nochmal eine Nummer derber

und rauer ist. Allein die kräftigen Ruten,

Rollen und Schnüre, mit denen man Autos

ziehen kann und auch die Techniken

des Spannens und Umlenkens sind von

derberer Gestalt. Während beim Karpfenangeln

viele darauf achten, ihre Schnur

möglichst glatt und berührungsfrei zum

Köder zu legen, wird beim Welsangeln

einfach über den Baum gelegt oder besser

über mehrere Bäume und quer über den

Fluss gespannt.

ABSOLUTER QUATSCH: HIER

GIBT’S DOCH KEINE WELSE!

Lars erzählte mir eine beeindruckende

Geschichte seiner Welsangelei am kleinen

Flüsschen. Er begann hier bereits damit,

als nur wenige überhaupt darüber nachdachten.

Belächelt worden sei er, es gäbe

hier keine Welse. Und anfangs schien es

für ihn durchaus so. Mehrere Jahre vergingen,

bis Lars den Dreh raus hatte. Viele

Fische in allen Größen und auch ein paar

stattliche Exemplare können die Jungs

dort mittlerweile vorweisen. Auch hier

heißt es, noch viel größere Fische seien

durchaus denkbar.

Gemeinsam mit Patti und Lars begannen

wir unser „XXweLs“-System zu

entwickeln und so ging es für mich nun

abermals an den Fluss, diesmal mit einem

anderen Ziel – Welse. Da wir an unserer

Montage arbeiteten, nutzten wir überwiegend

U-Posen-Montagen. Das gestaltet

sich unter den beschriebenen Bedingung

nicht leicht und wir suchten einen Bereich

auf, in dem sich der Krautwuchs noch

halbwegs im Rahmen hielt. Die Heraus-

66


forderung war jedoch ähnlich. Wie platzieren

wir sechs Ruten sinnvoll an einem

20 Meter breiten Flüsschen möglichst so,

dass wir einen großen Bereich abdecken,

um Fische zu finden.

ÜBER STOCK UND STEIN: DAS

GROSSE AUSLEGEN BEGINNT

Stromauf legten wir die erste Rute auf kurze

Distanz ans eigene Ufer und führten

sie über die Bäume wieder zurück zum

Camp. Den Stein legten wir mit Montage

ab und gingen direkt im 45-Grad-Winkel

in den Umlenker kurz über dem Wasser.

Stromauf angeln wir grundsätzlich mit

einem fixen Umlenkpunkt kurz oberhalb

der U-Pose. Die Schnur ist an dieser Stelle

fest in einem Clip fixiert. Auf diese Weise

halten wir beim Biss die Spannung zum

Fisch und können einen Anschlag setzen.

Würden wir an diesem Punkt mit einer

Reißleine arbeiten, hätten wir nach dem

Sprengen enorm viel Schnur auf einem

schmalen, überwucherten Fluss lose im

Wasser liegen und der Fisch könnte auf

dem Weg stromab einfach zu viele Hindernisse

einsammeln.

Planvoll ausgelegt:

Es ist eine Herausforderung,

sechs

Karpfenruten auf

400 Metern in einem

schmalen Fluss

sinnvoll und fangbar

zu positionieren.

„Endlich kommt der Moment

der Wahrheit. Schnell zeigt sich

die Dimension des Fisches.“

Andere Dimensionen: Beim Welsangeln

geht alles etwas handfester zu. Für den

Einsatz von großen Steinen hat der

Autor mit seinem Unternehmen Fishstone

das „3XweLs“-System entwickelt.

10/2022 67


PRAXIS | KARPFEN & WELS

Nach dem Biss geht es direkt ins Boot.

Der Fisch muss während der Fahrt zum

Umlenker durch mäßigen Druck möglichst

einigermaßen auf der Stelle gehalten

werden, darf jedoch auch nicht in den

Umlenker gepumpt werden, bis die Schnur

frei ist. Aber so kann es klappen.

Die zweite Rute brachten wir ebenfalls

ans eigene Ufer und nutzen die gleiche

Vorgehensweise. Wir legten sie nur

wesentlich weiter stromauf und führten

sie auf dem Rückweg bis zum Camp

über mehrere Bäume. Die dritte Montage

stromauf legten wir ans gegenüberliegende

Ufer – und nun wurde es langsam etwas

wilder. Wir ließen den Stein und die Montage

ab, führten die Leine ebenfalls direkt

aus dem Wasser in den ersten Umlenker

und auf der gegenüberliegenden Uferseite

wieder durch die Bäume zurück Richtung

Camp. Kurz davor hingen wir sie durch

einen zweiten Umlenker, um sie hoch genug

über den Fluss zu spannen. Drei Ruten

waren scharf und die Spannung stieg. In

diesem Moment ahnte ich noch nicht, dass

es jetzt erst richtig losgehen sollte.

EIN BISSCHEN VERRÜCKT:

EINMAL UMSTEIGEN, BITTE!

Stromab verschärfte sich die Auslegetechnik.

Abermals war ich überrascht und fasziniert,

mit welcher Selbstverständlichkeit

wir die Ruten über unmöglichste Wege

200 Meter vom Platz entfernt positionierten.

Vor dieser Erfahrung hätte ich mir

solch eine Angelei niemals zugetraut.

Die erste Rute kam schnell ans eigene

Ufer, direkt aus dem Wasser über einen

Baum und fertig. Die zweite Rute wurde

kniffeliger. Behalten wir die zusätzliche

Challenge im Hinterkopf: Es ist

notwendig, die Schnüre so zu platzieren,

dass jederzeit ein Paddler passieren kann.

Wir fuhren also für Rute Nummer zwei

150 Meter stromab. Dort positionierten

wir eine Montage mit zwei Köderfischen

am Einzelhaken in eine Strömungsverwirbelung

vor einen Busch auf der eigenen

Uferseite. Anschließend fuhren wir ans

Ufer und es hieß aussteigen. Ich stapfte

in den weichen Untergrund der Schilfbänke,

legte die Leine direkt um einen

stabilen Baum und lief weiter am Ufer entlang

durch den sumpfigen Boden, wobei

die Stiefel meiner Wathose immer wieder

bis zu den Knien einsanken. Nach circa

100 Metern legte ich die Schnur um einen

weiteren kleinen Baum und stieg dahinter

wieder ins Boot. Nun fuhren wir durch

einen umgestürzten Baum, und ich legte

das 60er-Geflecht dabei so über die oberen

Der Autor präsentiert einen kleineren Wels:

Der Fisch ist zwar kein Riese, aber eine

große Belohnung für viel Einsatz.

Äste, dass ich es beim Drill im Vorbeifahren

herunterreißen könnte. Nach weiteren

30 Metern erreichten wir das Camp und

legten die Schnur abschließend noch ein

weiteres Mal so hoch wie möglich über

einen Baum kurz vor dem Rutenständer.

Die ganze Rute war jetzt so platziert, dass

wir die erste Angel drillen könnten, ohne

der zweiten in die Quere zu kommen.

Mit der dritten Rute fuhren wir noch

50 Meter weiter. Auch diese Montage legten

wir in die Verwirbelungen vor einem

Busch. Dieses Mal jedoch in die Außenkurve

auf das gegenüberliegende Ufer. Um

den Drill von Rute zwei zu ermöglichen,

mussten wir hier den letzten Abschnitt

absenken, also die Strecke zum Baum an

Land. Wieder raus ans Ufer, um beide

Bäume laufen, zurück ins Boot, über den

umgestürzten Baum und zurück in den

Rutenständer. Ich verliere, während ich

das beschreibe, selbst den Überblick bei all

dem Umlenken und Absenken. Aber ich

war Feuer und Flamme, zu sehen, wie diese

verrückte Technik funktioniert.

AM MORGEN KLINGELN DIE

GLÖCKCHEN – ACTION!

Diese Angelei war für mich die Geburtsstunde

für eine neue Faszination. Ein

Grund für mich, unser neues Tool den

„Line Sinker“ zu entwickeln. Sie zeigte mir,

dass mit der nötigen Ausrüstung an Stangen,

Umlenkern, abwerfbaren Absenkern,

Nachts schrillen die Glöckchen! Autor Karsten

Jaszkowiak freut sich über den größten

Wels der Tour durch den Flussdschungel.

Druckrichtungen und verschiedensten

Werkzeugen praktisch jeder Spot beangelbar

ist. Es bedarf nur Verstand und Kreativität!

Ich konnte es kaum abwarten.

Schon bald klingelte die erste Glocke.

Ich liebe diesen Widerspruch im Welsangeln:

Derbes Material, große Haken, dicke

Ruten und Rollen, riesige Flussmonster

und dann diese feinen Glöckchen, die

beim Biss doch heftig zu scheppern beginnen

können. Das erste Läuten war nur ein

Anfasser, aber am nächsten Morgen klingelte

die kurze Rute stromab und der erste

kleine Wels mit 1,20 Meter lag im Boot.

Von den kurzen Ruten hatte ich mir

auch wenig Komplikationen erwartet. Viel

zu routiniert und gelassen wirkte das Vorgehen

selbst bei den Distanzfallen, als dass

ich die kurzen Ruten nicht als selbstverständlich

funktionierend angenommen

68


hätte. Aber was passiert, wenn mitten in

der Nacht eine der Glocken an den weit

entfernt ausgelegten Ruten klingelt? Aus

dem Schlaf gerissen, voller Adrenalin ins

Boot poltern, immer die Spannung halten,

die Schnur aus den Bäumen zerren, aussteigen,

einsteigen, zweimal, um schlussendlich

den eigentlichen Drill zu beginnen.

Eine absurde Vorstellung, die mir eine

leicht ehrfürchtige Vorfreude bereitete.

Die Abbildung zeigt, wie der

Autor und seine Mitstreiter

sechs Welsmontagen auslegen,

um einen möglichst großen

Streckenabschnitt zu beangeln.

DER REIZ DES ANGELNS:

FANGEN AUF ANDEREN WEGEN

In der kommenden Nacht blieb es leider

ruhig und so wuchs die Anspannung weiter

an. Eine Nacht später war es dann endlich

so weit, und es schlug gleich zweimal

in die am weitesten entfernte Rute stromab

ein. In der beschriebenen Hektik und dennoch

kontrolliert durchliefen wir die einstudierte

Prozedur. Sowohl Lars als auch

ich landeten jeweils einen schönen Fisch.

Den größeren von ihnen mit 1,50 Meter

konnte ich ins Boot hieven, aber die Punkte

für diesen Wels übergebe ich wohlwollend

an meinen Hindernis-Experten Lars.

Es ist zwar kein 2,50-Meter-Ebro-Fisch,

aber auch hier ist jeder Zentimeter hart erarbeitet

– sowohl auf diesem Trip, als auch

in den unzähligen harten Lehrstunden auf

dem Weg zu diesem Erfolgskonzept.

Am Morgen fing Lars noch einen weiteren,

letzten Fisch mit der Distanzrute

stromauf. Vier Welse in drei Nächten an

einem kleinen verwilderten, enorm anspruchsvollen

Fluss – für mich ein ausgezeichnetes

Ergebnis und ein einschneidendes

Erlebnis. Der Reiz des Angelns muss

nicht zwangsläufig bedeuten, mit gewohnten

Techniken dicke Fische abzugreifen.

Ich finde es reizvoll, beim Schmieden von

Plänen und Strategien abwegige Herangehensweisen

zu entdecken. Der Fisch, der

auf diese Weise überlistet wird, fühlt sich

für mich wie die größte Belohnung an –

unabhängig von der tatsächlichen Größe.

Er zeigt mir, dass ich ein Gewässer verstehe,

das nötige Handwerkszeug beherrsche

und ein Konzept entwickeln kann, um die

Schatztruhe zu öffnen. Für mich ist Angeln

das Abenteuer der Entdeckung. Ich wünsche

Ihnen genauso viel Freude, wenn Sie

Ihr Glück einmal auf ähnliche Weise

versuchen.

Welse gibt’s hier nicht!

Von wegen … Auch

dieser stattliche Räuber

stammt aus dem kleinen

norddeutschen Fluss.

10/2022 69


PRAXIS | KARPFEN

KARPFEN LOKALISIEREN

Augen auf bei

Perspektiven wechsel:

Bei der Suche nach

Karpfen klettert

Tobias Steinbrück

mitunter auch auf

Hindernisse, um

einen besseren Blick

auf die Wasseroberfläche

zu bekommen.

Fotos: T. Steinbrück

70


der Platzwahl

Obwohl der Karpfen

wirklich groß wird,

kann er sich ziemlich

gut verstecken.

Tobias Steinbrück

verrät, wie er Wellen,

Blasen und wackelnde

Schilfhalme findet

und deutet.

Strategie aufgegangen: Der

Karpfen biss 30 Minuten

nach dem Ablegen der Montage

im Blasenteppich.

10/2022 71


PRAXIS | KARPFEN

Beim Karpfenangeln ist es häufig

wie bei einem Kartenspiel, bei

dem Sie nie so recht wissen,

was für ein Blatt Sie bekommen.

Die Wahl des Futters,

der Rigs und Montagen und ganz wichtig,

welcher Angelplatz in Frage kommt, entscheiden

Sie intuitiv. Eine gute Intuition

erfordert viel Erfahrung und Gewässerkenntnis.

Beides ist nicht immer vorhanden.

Ein Stück weit mutiert der Ansitz

so zu einer Art Glücksspiel. Die Karpfen

haben zu oft andere Pläne – fernab von

Ihren Erwartungen an den Ansitz. Legen

Sie sich im Vorfeld nie zu sehr fest. Mir

ist es auch schon oft so gegangen, dass ich

versucht habe, das Puzzle Karpfenangeln

logisch im Vorfeld zusammenzusetzen.

Ein guter Freund sagt immer: „Wenn es

beim Karpfenangeln logisch wird, dann

wird’s unlogisch.“ Recht hat er, denn zu

oft war es paradox, Theorie und Praxis

drifteten weit auseinander. Ich war hier,

aber die Karpfen dort. Einmal das Camp

aufgebaut, hieß es dann wieder abbauen

und neu positionieren. Aus diesem Fehler

habe ich gelernt. Standorte und Fressverhalten

der Karpfen überraschen mich

immer wieder aufs Neue, nicht immer

im positiven Sinne. Zum Beispiel angelte

ich im Winter oft zu tief, während die

Karpfen sich im Flachwasser aufhielten.

Im zeitigen Frühjahr angelte ich auch

schon zu flach, auch das hielt ich nicht für

möglich. Im Sommer waren sie am Grund

gar nicht anzutreffen, weil sie mit Vorliebe

das Zooplankton im Mittelwasser fraßen.

Über Tage hinweg schlürften sie es dort

ein, während ich mir Gedanken machte,

ob ich meine Boilies lieber gegen Dosenmais

oder Tigernüsse austauschen sollte,

um endlich Bisse zu bekommen. Das hätte

auch nichts geändert.

HEKTIK WAR FRÜHER: GELASSEN

KOMMEN WIR ANS ZIEL

Heute gehe ich es gelassener an. Erst am

Angelplatz finalisiere ich meinen Plan für

die Session. Ich beginne den Ansitz mit

einer ausgiebigen Suche nach den Karpfen

vor Ort. Es gilt, die Fische aktiv zu suchen

und zu finden. Erst wenn ich sie entdeckt

habe, wähle ich meine Taktik. Angle ich

mit Festblei am Grund, mit Zig Rigs im

Mittelwasser oder mit Brot und schwimmendem

Hundefutter an der Oberfläche?

Es ist von Vorteil, alles dabei zu haben.

Einige Karpfenangler machen es sich

dank moderner Technik leicht. Mit der

Hilfe einer Drohne lokalisieren sie je

nach Wassereintrübung binnen kürzester

Nach dem Ablegen

der Montage öffnet

der Autor den Bügel

und rudert so leise wie

möglich zurück.

Mahlzeit! Dieser

Karpfen hatte

vor Kurzem

offensichtlich

auf einer Kiesbank

Muscheln

geknackt.

Zeit die Karpfen aus der Vogelperspektive.

Andere verwenden ein hochmodernes

Echolot oder ein Futterboot mit Echo

und Kamera und schippern Stunden auf

dem See umher. Um ganz ehrlich zu sein,

nutze ich ein Echolot nur sehr selten und

eine Drohne besitze ich nicht. Selbst das

Futter boot kommt bei mir nur gelegentlich

zum Einsatz. Ich verlasse mich ungern

auf moderne Technik und nutze

stattdessen meine Augen, ab und an auch

mein Gehör. Das Gute ist, dass ich einfach,

stressfrei und von Technik unabhängig

ans Ziel komme. Es ist für mich ein

Stück weit intensiveres, lebendigeres, echtes

Angeln, wenn ich „Oldschool“ unterwegs

bin.

SCHARFE SINNE SIND GEFRAGT:

AUGEN AUF UND OHREN SPITZEN

Karpfen verraten sich oft durch Springen,

Rollen, Buckeln und Wälzen an der Oberfläche.

Das kann lautstark, aber auch ohne

Geräuschkulisse erfolgen. Vor allem an

windigen Tagen sind Karpfen sehr aktiv

72


„Karpfen verraten sich

oft durch Springen, Rollen,

Buckeln und Wälzen

an der Oberfläche.“

Karpfen lieben es,

sich zu sonnen.

Sie schieben dann

Bugwellen vor sich

her, die das geübte

Auge erkennt.

10/2022 73


PRAXIS | KARPFEN

unterwegs und lassen sich blicken. Ideal

ist die Morgendämmerung. Zu keiner

anderen Tageszeit scheinen die Fische so

oft die Wasseroberfläche zu durchbrechen.

An windstillen Tagen springen sie

seltener, sie sind dann auch weniger aktiv.

Dennoch lassen sie sich aufspüren.

Es lohnt sich, die Wasseroberfläche aufmerksam

im Blick zu haben. Stehen die

Schwärme ganz dicht oben, verraten sie

sich. Sie strecken ein winziges Stück ihrer

Rückenflosse aus dem Wasser – und schon

kommt Bewegung an die Oberfläche. Es

bilden sich kleine Kringel, als wenn ein

Weißfisch eine Fliege von der Oberfläche

inhaliert hätte. Schon oft habe ich zweimal

hinsehen müssen, um mich zu vergewissern,

dass es tatsächlich Karpfen sind.

Ein gutes Auge reicht im Uferbereich,

weiter draußen hilft ein Fernglas. Mit etwas

Glück können Sie die Karpfen sogar

direkt an der Oberfläche ziehen sehen.

Ich scheue mich aus diesem Grund nicht,

auf einen Baum oder andere Anhöhen zu

klettern, um einen besseren Blickwinkel

zu bekommen.

Verräterische

Blasen: An der

Staumauer ist ein

großer Schwarm

auf Nahrungssuche

und hinterlässt beim

Fressen einen riesigen

Blasenteppich.

LEISER ALS JEDER SCHWAN: IM

SCHLAUCHBOOT ZU DEN SPOTS

Mit einem kleinen Schlauchboot ohne Motor (!) kann man sich recht

unauffällig und nahezu lautlos fortbewegen.

Ein kleines Boot ist perfekt. Sind die Gewässer

größer, lasse ich mich mit einem

kleinen, gerade einmal 1,60 Meter langen

Schlauchboot ohne Elektromotor treiben.

Nur mit ganz sachten, leisen Paddelschlägen

bewege ich mich fort. Das verscheucht

die Karpfen nicht. Ich bin mir sicher, dass

jeder Schwan mehr Lärm verursacht als

ich. Ein Elektromotor würde durch seine

Geräusche die Karpfen warnen. Karpfen

können gut hören, jedes kleine Geräusch

ist unter Wasser für sie gut wahrnehmbar.

Ich halte Ausschau nach leichten Bugwellen.

Bugwellen entstehen, wenn die

Fische dicht unter der Wasseroberfläche

ziehen. Ausschau halte ich ebenso nach

Wassereintrübungen, die durch gründelnde

Karpfen verursacht werden. Und ich

suche die Wasseroberfläche nach Blasenteppichen

ab. Blasenteppiche entstehen

auch, wenn Karpfen am Grund fressen

und kopfüber das Bodensediment durchpflügen.

Je nach Anzahl der fressenden

Fische können diese Blasenteppiche sehr

groß sein, gerne zehn mal zehn Meter,

oder eben auch nur vereinzelt hier und

da auftreten, wenn es sich um Einzelfische

handelt. Dann sind es aber meistens

kapitale Exemplare.

Bei den Blasenteppichen gibt es aber

einen gravierenden Unterschied zwischen

Faulgasblasen und Fressblasen. Faulgase

treten aus weichem Bodensediment

wie Schlammböden auf. Einzelne Blasen

steigen in relativ konstanten Abständen

exakt an derselben Stelle auf? Dann handelt

es sich um Faulgase. Fressblasen hingegen

wandern, sind mal größer, mal kleiner.

Oft entstehen kleine Blasenteppiche,

Blasenspuren im flachen Wasser in Kombination

mit gut sichtbarer Eintrübung.

NUR NICHT VERSCHRECKEN:

GERÄUSCHLOS ÜBERS WASSER

Bei einer Bootserkundung habe ich immer

eine montierte Rute und eine Handvoll

zerbrochener Boilies dabei. Es ist wichtig,

sofort zu agieren, ohne die Fische zu verschrecken.

Ein direktes Anwerfen würde

die Fische durch den Aufprall des Bleis

in Alarmbereitschaft versetzen. Besser ist

es, die Montage sorgsam und lautlos im

Wasser abzusetzen. Viel Futter braucht

man jetzt nicht. Zerbrochene Boilies sind

beim Aufprall auf der Wasseroberfläche

sehr leise. Boiliebruch ist außerdem leicht,

wodurch er langsam zu Boden sinkt. Ein

Versinken im Schlamm ist ausgeschlossen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Sie die

Karpfen mit einer Handvoll zerbrochener

Boilies viel länger am Platz halten, als

wenn Sie ganze Boilies füttern würden,

denn das Zusammensuchen der einzelnen

Partikel ist recht mühselig und deutlich

zeitintensiver. Als Hakenköder kann aber

gerne ein ganzer Boilie verwendet werden.

Mit geöffnetem Rollenbügel entferne

ich mich so unauffällig wie ich gekommen

bin. Nur nicht die fressenden Fische

ver schrecken! Lautlos geht’s zurück zum

Ufer. Die Wartezeit auf einen Biss dauert

nun meist nicht länger als ein bis zwei

Stunden.

74


Zerbrochene Boilies eignen

sich gut zum Anfüttern. Sie

sind leicht, taumeln langsam

zum Grund und versinken nicht

im Schlamm. Als Hakenköder

verwendet unser Autor aber

lieber einen ganzen Boilie.

Braune Suppe:

Fressende Karpfen

verraten sich durch

das Bilden von

Schlammwolken.

PARADIESICHE AUSSICHTEN:

AUGEN AUF DIE SCHILFKANTEN!

Ob mit dem Boot oder leisen Schrittes in

Watstiefeln – einen geschärften Blick sollten

Sie auch immer auf das grüne Dickicht

haben. Schilfkanten sind oft ein reiner

Karpfen-Boulevard mit eigenem Grand

Buffet. Dort sonnen sie sich, finden Schutz

und nicht zuletzt auch das meiste und abwechslungsreichste

Futter – eine natürliche

Speisekammer, die ihresgleichen

sucht. Karpfen finden hier einen reich gedeckten

Tisch: Wasserschnecken, Köcherfliegenlarven,

Krebse, Fischlaich und Muscheln,

im Frühjahr sogar Kaulquappen.

Karpfen haben tausend gute Gründe, sowohl

am Tag als auch in der Nacht Schilfkanten

einen Besuch abzustatten. Wichtig

ist, genau den Bereich der Schilfkanten zu

finden, wo sie gerade fressen.

Halten Sie Ausschau nach zuckenden

Halmen. Mit etwas Glück verraten sich

die Fische, wenn sie aus oder direkt ins

Schilf schwimmen. Zuckende Halme sind

ein sicheres Indiz. Kaum ein anderer Fisch

schiebt einen so breiten Rücken wie ein

Karpfen. Ob sie es wollen oder nicht, sie

verraten sich dort immer. Dumm für die

Fische, gut für uns!

KÖDER PLATZIEREN: DIE GROSSE

KUNST DES ÜBERWERFENS

Nicht an jedem Gewässer darf ein Boot

genutzt werden. Aus diesem Grund müssen

Montage und Köder entweder mit der

sogenannten „Baiting Pole“, einer schwimmenden,

zusammensteckbaren Stange mit

auftreibender Futterschaufel von Nash

Tackle – oder eben ganz klassisch per

Wurf ausgebracht werden. Ein direktes

Anwerfen der Fische wäre mit Grundblei,

PVA-Bag und Ähnlichem oft zu laut.

Besser ist es also, die Fische zu überwerfen,

um die Montage – direkt nach dem

Aufprall und noch bevor sie den Grund

erreicht – zügig ins heiße Areal zu ziehen.

Übung macht den Meister. Wer zu oft

das Ziel verfehlt, wird mit ausbleibenden

Bissen bestraft.

Wer die Fische gefunden hat und sie

durch Unachtsamkeit verscheucht, sowohl

mit dem Boot als auch beim Auswerfen der

Montagen, kann trotzdem auf Bisse hoffen.

Das Spiel ist nicht gleich aus. Wichtig ist,

auf dem Platz etwas Ruhe einkehren zu

lassen. Karpfen sind absolut verfressen und

sie kommen in den meisten Fällen wieder

an den Platz zurück. Mit etwas Sitzfleisch

können Sie berechtigte Hoffnung auf Erfolg

haben. Probieren Sie es einfach aus. Ich

drücke Ihnen ganz fest die Daumen!

10/2022 75


REISE | KANADA

Markus Spänle berichtete

seinem Sohn immer wieder

vom Lachsangeln in

Nordamerika. Dieses Mal

fingen sie gemeinsam

Königslachse – wie dieses

wunderschöne Exemplar.

76


KÖNIGSLACHSE IN KANADA

EXPERTENWISSEN!

Ein Kindheitstraum

wird wahr

Premiere: Dieser

Fang bleibt unvergessen!

Andre

Spänle hält seinen

ersten Königslachs

nur kurz vor

die Kamera. Wenig

später schwimmt der

Prachtfisch wieder in

seinem Element.

Auge in Auge mit Bären und Elchen: In seiner

Kindheit hörte Andre Spänle immer wieder die

lebhaften Geschichten seines Vaters –

von erlebnisvollen Reisen zum Lachsangeln nach

Nordamerika. Nach vielen Jahren haben sich beide

einen Traum erfüllt und zusammen Königslachse in

der einzigartigen Natur Kanadas gefangen.

Fotos: A. Spänle

Auf meinem Nachttisch sitzt

„Huskey“ – ein Stofftier aus

Kanada, ein Mitbringsel aus

dem Jahr 1991. Meine Mutter

war gerade schwanger

mit mir und mein Vater war zum ersten

Mal in Kanada. Er war dort zum Lachsangeln

zusammen mit Kumpels in Owen

Sound. Dieses Kuscheltier brachte er mir

mit und es wurde bis heute nicht durch

ein zweites ersetzt. Hinzu kam später, als

ich als kleiner Junge meine ersten Angelerfahrungen

machte, ein Poster an einem

unserer Geräte- Schränke. Dieses Bild zeigt

meinen Vater mit einem Königslachs in

den Händen. Ich bin groß geworden mit

seinen Geschichten aus Kanada, sie waren

fast schon ein Bestandteil meines Alltags.

Warum es tatsächlich bis 2018 dauerte,

bis mein Vater und ich gemeinsam nach

Nordamerika flogen? Ich kann es nicht

sagen. Schon seit meinem zehnten Lebensjahr

stand eine Kanada-Reise im Raum,

ständig wurden die Fotoalben gewälzt und

dabei geträumt. Wahr wurde der Traum

erst weit über ein Jahrzehnt später. Im

Nachhinein wissen wir, dass der Zeitpunkt

nicht besser hätte gewählt sein können.

Der Flug und unser Camper waren schnell

gebucht. Auch die aufwendigeren Einreiseformulare

hatten wir zügig ausgefüllt. Wir

haben großes Glück – Axel, ein Freund

unserer Familie, ist vor einigen Jahren

mit seiner Frau Andrea und den beiden

Kindern nach Kanada ausgewandert. Das

nahm uns einiges an Recherchearbeit und

Vorbereitung ab, da Axel mittlerweile gut

vernetzt war und wir auch beim Angeln auf

Tipps von „Locals“ hoffen konnten.

REISE OHNE FANGGARANTIE

Ende September war es dann so weit. Mit

Zwischenstopp in London flogen wir über

den atlantischen Ozean bis zur Ostküste

Kanadas. Der Reisezeitpunkt hatte Gründe:

Zum einen wollten wir beim Aufstieg der

Lachse dabei sein, zum anderen fiel dieser

Zeitraum nicht in die Hauptreisesaison,

denn was sich in den Sommermonaten in

den großen Nationalparks abspielen muss,

ist unheimlich. Axel erzählte uns von vierspurigen

Autobahnen und kilometerlangen

Staus von Campern und Wohnmobilen.

Drei Wochen Zeit standen uns zur Verfügung.

Ich hoffte, Bären oder Elche in

10/2022 77


REISE | KANADA

freier Wildbahn zu sehen. Mein Ziel war

es natürlich, einen Lachs zu fangen. Wobei

ich vorwegnehmen möchte, dass wir

keinen reinen Angelurlaub geplant hatten.

Dafür hat dieses riesige Land einfach zu

viel zu bieten. Zu 100 Prozent planbar

wäre es – zumindest das Lachsangeln –

sowieso nicht gewesen, denn die Flüsse

waren in den letzten Jahren aufgrund

der geringen Aufstiegszahlen für Angler

gesperrt. Dies galt nicht für die „Natives“,

wie die Ureinwohner dort genannt werden,

für die es jagd- und angeltechnisch

keine Einschränkungen gibt. Die Behörden

entscheiden teilweise täglich über ein

Verbot oder eine Freigabe für den Lachsfang.

Uns blieb nur die Hoffnung, dass die

Flüsse freigegeben werden.

BASS PRO SHOP: DAS IST MAL

EIN ANGELLADEN!

Nachdem wir die erste Nacht in einem

Hotel in der Nähe des Flughafens verbrachten

und morgens zum Camper-Verleih

gebracht wurden, beluden wir unseren

Pick-up und fuhren los. Erster Stopp: Bass-

Pro-Shop! Die Formate dieser bekannten

Outdoor-Kette waren mir von Bildern und

Erzählungen bereits vertraut, trotzdem war

ich überwältigt von dieser, für einen Einkaufsladen,

großen Dimension. Es war wie

eine Mischung aus Naturkundemuseum

und „Sea Life“: Hier standen unzählige ausgestopfte

Tiere, die XXL-Aquarien waren

mit bekannten heimischen Fischen besetzt.

Nach dem Besuch des Bass Pro- Shops

fuhren wir in Richtung Meer, denn unser

erstes größeres Ziel war die Fähre nach

Vancouver Island, früh am nächsten Morgen.

Erst spät in der Nacht trafen wir Axel

und Andrea und zwangen uns nach herzlicher

Umarmung, einem Bier und ersten

Updates ins Bett. Noch bevor es hell wurde,

waren wir an Bord einer riesigen Fähre

und setzten über auf die größte Insel vor

Kanada. Hier hatten wir für die darauffolgenden

zwei Tage ein Guiding für den Pazifik

gebucht. Nicht ganz mein Geschmack,

aber Axel redete bereits seit Jahren davon.

Wir fuhren bis nach Tofino, einem weltbekannten

Surferparadies. Es war wunderschön

und wir konnten es kaum erwarten,

endlich die Ruten auszupacken.

WELLEN FORDERN IHREN TRIBUT:

UNFREIWILLIG ANFÜTTERN

Morgens um vier Uhr klingelte der

Wecker. Noch im Dunkeln legten wir ab

und fuhren mit unserem Guide John aufs

offene Meer. Die Wetterprognose war

Glasklares Wasser vor

schneebedeckten Bergen:

Der Lake Louise im

Banff-Nationalpark zeigte

sich auch den Gästen

aus Deutschland von

seiner schönsten Seite.

alles andere als erfreulich, viel Wind und

Regen wurden vorhergesagt. Auch John,

der zwar absolut souverän agierte, merkte

man die Anspannung an. Es kam, wie es

angekündigt wurde. Meterhohe Wellen

ließen unser Boot von weitem aussehen

wie eine kleine Nussschale. Das vertikale

Angeln wurde zur Herausforderung. Damit

man nicht umfiel oder sogar über Bord

ging, musste man sich eigentlich festhalten.

Dann allerdings blieb nur noch eine Hand

für die Rute frei. Ich hielt eine Weile durch,

musste das Angeln aber nach zwei Stunden

einstellen. Mir wurde von Minute zu

Minute übler – willkommen Seekrankheit.

Nachdem wir einige Leng gefangen hatten,

probierten wir es noch auf Heilbutt. Und

tatsächlich hatten wir nach einiger Zeit

einen Biss und nach intensivem Drill auch

ein stattliches Exemplar an Bord.

Auf der Rückfahrt durch die von Inseln

etwas geschützteren Bereiche, schleppten

wir noch mit kleinen Ködern auf Lachs.

Mir ging es schnell besser, als wieder Struktur

am Horizont erkennbar war, sodass ich

wieder mitangeln konnte. Ich war es dann

auch, der den ersten Biss bekommen sollte.

Erst kurz vor der Hafeneinfahrt schlug eine

Rute aus und ich konnte tatsächlich einen

kleinen Coho fangen. Der erste Lachs

gleich am ersten Angeltag – was für ein

Bilderbuchstart!

DYNAMIT SCHAFFT LEBENSRAUM

Wir hatten allerdings noch den Flug und

die Zeitumstellung in den Knochen, dazu

das frühe Aufstehen und insgesamt wahnsinnig

viel Schlafentzug. Nach diesem Tag

auf dem Meer waren wir platt und uns

fielen noch bei Tageslicht die Augen zu.

Am beeindruckendsten an der Zeit auf

dem Meer waren die Erkenntnisse zur

Lebensweise und Lebenseinstellung unseres

Guides John. Nicht ein einziges Mal in

seinem bisherigen Leben bezahlte er für

Fleisch oder Fisch, erzählte er uns. Er lebt

das Angeln und Jagen, sieht Fleisch und

Fotos: A. Spänle

78


Fisch als Ressourcen der Natur und hält

von Supermärkten recht wenig. Generell

ist die Einstellung der Kanadier zur Natur

ganz speziell. Ich bekam das Gefühl, die

Menschen dort haben eine andere Verbindung

und Wertschätzung für ihr gesamtes

Ökosystem. Das betrifft nicht nur die

Natives, sondern die gesamte Bevölkerung.

Von Axel erfuhren wir, dass teilweise ganze

Landstriche renaturiert oder alte Flussläufe

durch Einsatz von Dynamit wieder hergestellt

werden, um den Lachsen den Aufstieg

zu ihren Geburtsorten zu ermöglichen,

damit sie dort wieder ablaichen können.

CHINOOKS AUS DEM

PUNTLEDGE RIVER

Von Urlaub und Erholung fehlte bislang

jede Spur. Wir waren auch nach Tag zwei

bei schlechtem Wetter auf dem Meer total

erschöpft und gönnten uns nach einer

Dusche auf dem Campingplatz eine Mütze

Schlaf. Danach besprachen wir mit Axel

das weitere Vorgehen für die nächsten

Tage. Er zeigte uns Routen zu den bekannten

und weniger bekannten Nationalparks,

Flüsse, die fürs Lachsangeln in Frage

kommen würden und nicht zuletzt seine

Heimatstadt Kelowna. Dort würden wir

uns gegen Mitte unserer Reise noch einmal

für ein paar Tage treffen.

Axel hatte berufliche Verpflichtungen

und musste zurück nach Vancouver. Mein

Vater und ich entschieden uns dazu, noch

zwei Tage auf der Insel zu bleiben, denn

Axel hatte heiße Tipps für uns. Wir fuhren

Richtung Osten – unser Ziel war ein Fluss

namens „Puntledge River“ und unser Ziel

dort waren Chinooks. Königslachse.

Schnell erledigten wir die Einkäufe und

machten uns über unser Lachsfilet vom

Vortag her, bevor wir uns eine Stelle am

Fluss suchten. Wir sahen andere Angler

an einer Brücke und konnten so entspannt

von oben das Geschehen betrachten. Zwei

angelten mit Fliege an der Oberfläche, ein

Dritter ließ fortwährend seine Montage

mit der Strömung abtreiben, seinen Köder

konnten wir nicht erkennen. Immer wieder

sahen wir Fische springen. Es schien so,

als ob hier tatsächlich die Lachse den Fluss

aufstiegen. Das Meer war Luftlinie nicht

einmal einen Kilometer entfernt, Minuten

zuvor waren die Fische, die unsere Brücke

passierten, noch im Pazifik geschwommen.

Wir versuchten es an diesem Abend

noch mit kleinen Wobblern und Wurm-

Imitaten, blieben jedoch ohne Biss. In der

Dämmerung erkundeten wir noch ein

wenig die Gegend und fanden einen Platz

wie aus einem Märchen. Hier würden wir

es, sobald es hell wird, versuchen.

LAICHFRESSER FÄNGT

MAN MIT GOOEY BOB!

Wir mussten über einen Trampelpfad

ein gutes Stück flussabwärts laufen, bis

wir nach einer leichten Biegung das Ufer

erreichten. Wie in einem kleinen Tal lag

der Fluss vor uns, umsäumt mit Farn und

Bäumen, mit einer winzig kleinen Insel

vor einem riesigen Baum, der quer über

den Fluss gestürzt war. Hinter dem Baum,

der etwa einen Meter über der Wasseroberfläche

lag, verengte sich der Fluss kurz

vor einem Wasserfall. Verglichen mit den

strukturloseren Abschnitten, die wir bisher

entdeckt hatten, war das der absolute Hotspot.

Mit unseren Wathosen und stabilen

Stöcken zur Absicherung durchquerten

wir einen Teil des Flusses, um auf die Insel

zu gelangen, von der wir angeln wollten.

Spätestens an dieser Stelle begann für mich

das Abenteuer Kanada so richtig. Genauso

hatte ich mir das Feeling vorgestellt – in

einem schönen Fluss mit einer Angel in der

Hand bis zum Bauch im Wasser zu stehen.

Wir angelten mit einer Art Laich-Imitat,

Gooey Bob, das uns von den Einheimischen

im Angelladen empfohlen wurde.

Die Lachse waren bereits auf dem Weg zu

ihren Laichgründen. Jagen und fressen

spielte für sie ab jetzt nur noch eine untergeordnete

Rolle. Die Einheimischen erzählten

uns, dass Lachse gerne nach dem Laich

anderer Fische schnappen. Und das nicht

unbedingt, um ihn zu fressen. Es handle

sich dabei eher um das Totbeißen der

Konkurrenz. Unsere eigene Erfahrung bestätigte

das, denn weder mit der Fliege bei

den Anglern vom Vortag noch bei unseren

Versuchen mit Wobblern und Spinnern

tat sich etwas – trotz sicherer Anwesenheit

einiger Fische.

Obwohl unser Spot einen so verlockend

guten Eindruck hinterließ, gerieten wir

Geheimtipp aus dem Angelladen: Einheimische

empfahlen den Gästen, es beim

Lachsangeln einmal mit diesen Laich-Imitaten

zu versuchen. Das Ergebnis ist bekannt!

schnell ins Zweifeln. Wir konnten aufgrund

der Tiefe keine Fische sehen und einige

Meter flussabwärts war das Wasser so flach

und der Fluss so breit, dass man zumindest

die größeren Exemplare beim Aufsteigen

sehen müsste, dachten wir zumindest. Aber

wir wurden eines Besseren belehrt.

DER KÖNIG IST BESIEGT –

EIN UNVERGESSLICHER DRILL

Nach etwa einer halben Stunde hatte mein

Vater einen Biss. Der erste Flussfisch hing

am Haken! Er erwischte einen kleinen

Lachs und unsere Freude war riesig. Der

erste Fang aus einem neuen Gewässer ist

immer etwas Besonderes, auf eine Fischart

dieser Kategorie und das beinahe am anderen

Ende der Welt umso mehr. Jetzt hatte

ich Blut geleckt und musste nicht allzu

lange warten, bis auch meine Rute bis zum

Anschlag krumm war. Es folgte der hef-

„Was dann folgte, war der heftigste

Drill, den ich je erlebt habe.“

Aus dem Kindheitstraum wurde Realität:

Andre präsentiert den größten Königslachs

seiner ersten Angeltour in die kanadische Wildnis.

10/2022 79


REISE | KANADA

tigste Drill, den ich je erlebt habe. In einem

unwirklichen Tempo riss mir mein Kontrahent

Schnur von der Rolle. Dann bekam

ich ihn das erste Mal zu Gesicht. Es war

ein großer, dunkler Fisch, der mehrmals

hintereinander aus dem Wasser sprang. Er

schoss gnadenlos über die flachen Stellen

und verschwand dahinter im wieder tiefer

werdenden Wasser.

Inzwischen hatte ich einige Meter Schnur

abgegeben und der Druck durch die Strömung

nahm immens zu. Ich hatte keine

andere Wahl, als ihm hinterherzulaufen.

Voller Adrenalin bewegte ich mich immer

schneller flussabwärts, konzentriert nicht

auszurutschen und immer mit Spannung

auf der Schnur. Nach etwa einhundert

Metern wildester Verfolgungsjagd –

während ich mich halb am Ufer, halb im

Wasser den Fluss hinab kämpfte – blieb

mein Widersacher endlich stehen. Im hüfttiefen

Wasser konnte ich ihn ausdrillen,

bevor ich mit einem beherzten Griff vor die

Schwanzflosse zur Landung ansetzte. Dann

war er mein. Mein erster Chinook. Mein

Königslachs.

AUF EINMAL STEHT DA EIN BÄR!

Noch nie zuvor hatte ich einen so

explosiven, kräftigen und vor allem ausdauernd

kämpfenden Fisch am Haken. Ich

war unendlich stolz. Seit meiner Kindheit

träumte ich vom eigenen Fangbild mit

einem dieser fantastischen Fische. Behutsam

machten wir einige Fotos und ich ließ

den Lachs wieder schwimmen. Bis heute

war das wohl mein intensivster Angelmoment,

und ich bin unendlich dankbar,

dieses Erlebnis mit meinem Vater geteilt

zu haben.

Über dem Fluss auf dem Baumstamm

sitzend, machten wir eine kleine Pause –

ohne Vorahnung, dass sich das nächste

Erlebnis bereits anpirschte. Mein Vater

bemerkte ihn zuerst. Hinter uns hörte

er es rascheln, vielleicht sah er auch im

Augenwinkel, wie sich etwas bewegte. Wir

befanden uns immer noch auf dem Baumstamm,

unter uns rauschte das Wasser

durch und ein Schwarzbär bewegte sich

die Böschung hinunter, direkt auf uns zu.

Immer wieder hatten wir über die Vorstellung

gewitzelt, Auge in Auge einem Bären

gegenüberzustehen – und plötzlich war es

soweit. Gefangen auf unserem Baumstamm

verharrten wir und hofften, die Route des

Bären würde nicht über unseren Pausenplatz

führen. So war es dann auch und

der Bär überquerte den Fluss einige Meter

hinter uns, über die flacheren Bereiche. So

schnell wir ihn bemerkt hatten, so schnell

war er wieder verschwunden.

Als ob all diese Ereignisse in so kurzer

Zeit nicht genug gewesen wären, wiederholte

sich am darauffolgenden Tag alles

noch einmal. Wir hatten zwar nur noch

einen Tag auf der Insel, nachdem es aber

so gut lief und uns der Platz gefiel, beschlossen

wir, hier am nächsten Morgen

noch einmal unser Glück zu versuchen.

Tatsächlich konnten mein Vater und ich

jeweils einen großen Chinook fangen. Und

wahrhaftig kam wieder ein Schwarzbär

vorbei, der sich so viel Zeit ließ, dass ich

einige Fotos schießen konnte. Wir waren

überwältigt. Natürlich hatten wir gehofft,

dass etwas Derartiges passieren würde,

aber dass wir innerhalb der ersten Woche

in Kanada gleich so auf unsere Kosten

kommen würden, hätten wir nicht zu

träumen gewagt.

ZUM ENDE WIRD’S BUNT

Am nächsten Morgen nahmen wir die

Fähre zurück nach Vancouver. Dort bekamen

wir einen weiteren Tipp und angelten

wieder auf Cohos, die kleinere Lachsart,

die wir schon zuvor vom Boot gefangen

hatten. Dabei gelang es meinem Vater,

auch dort einen Königslachs zu fangen,

bevor wir uns auf den Weg zum großen

Okanagan-Lake machten – nach Kelowna,

Axels neuer Heimat. Es war wunderschön

dort. Wir nahmen uns Zeit und erkundeten

die Gegend rund um den See, fingen

an kleineren Gewässern Schwarzbarsche

und Forellen. Wir aßen gemeinsam, gingen

auf die Jagd und Axel zeigte uns seine

Arbeit und seinen neuen Alltag hier. An

Thanksgiving war unser letzter gemeinsa-

Der Königslachs

forderte Andre im

Drill alles ab. Bei

seinen rasanten

Fluchten riss er ihm

immer wieder

unaufhörlich Schnur

von der Rolle, sodass

er ihm flussabwärts

folgen musste.

Bitte recht freundlich!

Nur für wenige

Augenblicke dieses

Fotos blieb der

Königslachs im

Kescher. Dann ging

es behutsam zurück

in die Freiheit.

80


„Immer wieder hatten wir über die

Vorstellung gewitzelt, Auge in Auge

einem Bären gegenüberzustehen.“

In diesem Moment stockt der Atem: Auf ihrer Tour begegneten

Andre und Markus Spänle gleich mehrmals Schwarzbären.

mer Abend, und so schmiedeten wir Pläne

für unsere weitere Reise, ganz klassisch

bei einem leckeren, gefüllten Truthahn.

Wir machten uns auf in Richtung Berge,

die großen Nationalparks in Jasper und

Banff waren unser nächstes Ziel. Auch

dort hatten wir eine wunderbare Zeit bei

bestem Wetter im Indian Summer. Die

Kulisse war einzigartig und wir durften

noch zwei Bärenfamilien beobachten, die

eine der Straßen passierten. Den letzten

Tag vor der Rückreise verbrachten wir im

Großstadtdschungel Vancouvers. Nach

drei Wochen in der Wildnis ein heftiges

Kontrastprogramm!

Selbst mit einem gehörigen Zeitabstand

zu unserer Reise wirken die Erlebnisse

beim Schreiben dieses Artikels immer

noch nach. Die Reise verlief genauso, wie

ich sie mir seit meinem zehnten Lebensjahr

nach den Erzählungen meines Vaters

immer wieder vorgestellt hatte. Die Natur,

das Wetter, die Fische, die Menschen

– alles war perfekt.

Fischfakten: Königslachs

Der Königslachs (Oncorhynchus

tshawytscha) ist die größte Lachsart

Nordamerikas und gehört zur Gattung

der Pazifischen Lachse. Er lebt sowohl

im Süß- als auch im Salzwasser. Der im

Englischen auch „Chinook“ genannte

Fisch erreicht im Durchschnitt eine Länge

von circa 90 bis 100 Zentimeter und kann

20 Kilo schwer werden. Es sind aber auch

Fänge von über 50 Kilo und 140 Zentimeter

bekannt. Königslachse werden maximal

zehn Jahre alt, durchschnittlich circa fünf

bis sechs Jahre. Sie kommen von Alaska

bis Kanada häufig vor. Man kann sie sogar

weiter südlich in kleineren Populationen

bis hin zur San Franciso Bay finden.

Zudem gibt es auch große Populationen

in Asien. Hier kommen sie vom nördlichen

Japan bis nach Russland vor.

Königslachse gehören zu den Wanderfischen,

die zum Laichen die Gewässer

wechseln. Vor der Laichwanderung ist ihr

Rücken graugrün, der silberne Bauch mit

schwarzen Flecken bedeckt. Während

des Laichzugs werden der Rücken und

die Seiten etwas bläulich und der Bauch

bekommt rote Tupfen. Ältere männliche

Fische können auch ganz rot werden.

Der Kopf läuft spitz zu, das Maul weist

zur Paarungszeit eine deutliche hakenartige

Verformung auf. Jungfische leben

in den ersten, bis maximal 18 Monaten

(durchschnittlich vier bis sieben Monate)

in Flüssen und ziehen dann ins

Meer. Hier leben sie bis zum Erreichen

der Geschlechtsreife – spätestens nach

sieben Jahren. Dann suchen sie ihre

angestammten Laichgewässer auf.

Königslachse wachsen recht schnell

und können bereits nach vier Monaten

etwa zwölf Zentimeter lang sein. Jungfische

fressen erst Insektenlarven und

Kleinkrebse, später auch kleine Fische.

Erwachsene Fische hingegen ernähren

sich von Krebstieren und Fischen

wie Sprotten, Makrelen und Heringen.

Erwachsene Königslachse, die auf dem

Weg zu den Laichgründen sind, nehmen

keine Nahrung mehr zu sich. Sie sterben

nach der Paarung.

Fotos: A. Spänle

10/2022 81


LESERFÄNGE

KARL BOTH fing diese

50 Zentimeter lange Schleie am

ersten Tag der Sommerferien –

und freute sich über seinen

ersten Karpfenartigen (der kein

Brassen war). Petri!

WELT

In dieser Ausgabe

hat Karl Both den

Kogha Anglerstuhl

Luxor gewonnen.

HERZLICHEN

GLÜCKWUNSCH!

Foto: C. Both

Inspiriert von einem

Bericht im Blinker

05/2021 wollte

PIET MIELES mit süßen

Speckmäusen eine

Goldforelle fangen.

An dem heißen

Sommertag waren nur

leider keine besetzt.

Die süße Leckerei

schmeckte stattdessen

diesem prächtigen

Afrowels! Die Freude

war riesig – und

Speckmäuse gab’s auf

der Rückfahrt noch dazu.

Foto: A. Mieles

Foto: P. Schöberl

Mit seinem sechsjährigen Sohn MORITZ

angelte PETER SCHÖBERL an einem Nebengewässer

des Inns. Dann knallte Moritz eine

riesige Bachforelle auf den Blinker. Während

des Drills übernahm der Vater die Rute und

zusammen landeten sie eine 60 Zentimeter

lange und 3 Kilo schwere Bachforelle!

82


UNSERE LESER

BILDER

SCHIESSEN

LOHNT!

Sie haben am Wasser ein schönes Foto

geschossen? Dann teilen Sie es mit uns!

Wir prämieren pro Ausgabe ein Leser foto

mit einem tollen Preis von ASKARI. Das

Bild muss mindestens 1 MB groß sein, um

gedruckt werden zu können.

Alle Bilder, die nach Redaktionsschluss

ein gesendet werden, haben die Möglichkeit,

eine Ausgabe darauf zu erscheinen.

Senden Sie uns Ihr Fangfoto an leserbild@blinker.de

oder per Post mit dem

Stichwort „Leserfoto BLINKER“ an

Redaktion Blinker, Jürgen-Töpfer-Straße

48, 22763 Hamburg Egal, ob Sie einen

Fisch oder eine besondere Kulisse bzw.

Stimmung eingefangen haben: Schicken

Sie uns Ihr schönstes Bild!

Foto: K. Hold

Schon seit Jahren wollten

FELIX UND MORITZ

HOLD einmal einen

großen Hecht fangen. Mit

diesem 105 Zentimeter

langen Fisch ist ihnen das

auf jeden Fall gelungen!

Der Kogha

Anglerstuhl

Luxor ist

besonders

leicht und bietet

besten

Sitzkomfort.

10/2022 83


SERVICE | LESERFÄNGE

BLINKER-HITPARADE

AAL ÄSCHE ALAND BACHFORELLE BARBE BARSCH

BRASSEN/

GÜSTER

Rekord 1,11 Meter 57 Zentimeter 64 Zentimeter 82 Zentimeter 84 Zentimeter 54 Zentimeter 78 Zentimeter

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

108 cm, Martin

Juppe, Köderfisch,

03.08., Mittellandkanal

107 cm, Kevin

Fischer, Wurm,

20.05., Donau

106 cm, Christian

Apel, Wurm,

25.05., Talsperre

Seebach

106 cm, Ursula

Langer, Köderfisch,

03.07., Bettenkamper

Meer

97 cm, Andre

Griesberg, Wurm,

17.06., Angelsee

Gröningsgarten

96 cm, Andreas

Böker, Köderfisch,

18.04., Barmener

Baggersee

96 cm, Felix Wilms,

Köderfisch, 30.04.,

DAV Gewässer in

Brandenburg

95 cm, Janosch

Daum, Wurm,

17.06., Dill

95 cm, Florian

Giering, Wurm/Bienenmade,

19.06.,

Elbe

94 cm, Janek

Christochowitz,

Wurm, 02.04.,

Privatsee Mecklen-

93 cm, Michael

Ziegler, Wurm,

18.06., Fränkische

Saale

92 cm, Marco

Bissinger, Wurm,

20.07., Donau

40 cm, Felix Möller-Titel,

Spinner,

24.06., Naustajaure

(S)

63 cm, Sven

Weigel, Maden,

29.03., Rhein

61 cm, Derrik

Figge, Mais,

17.03., Ruhr

60 cm, Christian

Hess, Maden,

14.03., Kanal in

Utrecht (NL)

60 cm, Nadine

Kühn, Brot, 10.06.,

Edersee

59 cm, Christian

Kahl, Chatterbait,

16.07., Ruhr

58 cm, André

Griesberg, Wurm/

Mais, 18.03.,

Stepenitz

58 cm, Rainer Verhoef,

Mais, 21.03.,

Soholmer Au

66 cm, Anton

Maier, Spinner,

08.05., Alz

Stand: 15. Juli 2021 | Orange: Neu in der Hitparade | Rot: Neuer Rekord

Foto: M. Juppe

Martin Juppe

konnte seinen

allerersten

Aal von 108

Zentimetern im

Mittellandkanal

in Sachsen-Anhalt

fangen.

Gebissen hat

der Fisch auf

eine Grundel.

58 cm, Alan Krebs,

Mais, 02.05.,

Soholmer Au

57 cm, Jens Hammermann,

Pellets,

21.06., Saale

56 cm, Timo

Waschitzki, Maden,

17.05., Ruhr

56 cm, Wolfgang

Gruis, Mais,

04.06., Kolk Ostfriesland

56 cm, Mario

Fräßdorf, Maden,

27.07., Wiehl

65 cm, Karl-Heinz

Wendler, Spinner,

14.02., Riu Noguera

Ribagorcana (E)

60 cm, Jan Thome,

Gummifisch, 13.07.,

Lahn

59 cm, Marco Nölte,

Wobbler, 14.04.,

Lenne

58 cm, Pierre

Schmoranzer,

Wobbler, 20.05.,

Stepenitz

58 cm, Harald

Zech, Jigspinner,

22.07., Donau

56 cm, Vincenzo

Occhipinti, Spinner,

15.05., Seemenbach

55 cm, Timo Kraft,

Wobbler, 13.03.,

Elsenz

54 cm, Christoph

Schachner, Twister,

23.04., Erlau

53 cm, Matthias

Heckenberger,

Gummifisch,

03.04., Riß

53 cm, Linas

Anklam, Spoon,

14.04., Forellensee

Wester-Ohrstedt

51 cm, André

Kleske, Gummifisch,

05.03.,

Kessel

81 cm, Alexander

Spies, Boilie,

08.07., Regen

80 cm, Roland

Frank, Wurm,

31.07., Naab

79 cm, Sven Weigel,

Käse, 22.01.,

Rhein

76 cm, Frank

Eickhoff, Maden,

29.03., Rhein

76 cm, Sarah Zok,

Spinner, 27.05.,

Fluss in Melsungen

76 cm, Jürgen

Ruprecht, Maden,

11.07., Saale

75 cm, Nicky

Kalbitz, Wobbler,

02.07., Saale

75 cm, Jan Grashoff,

Boilie, 31.07.,

Weser

75 cm, Peter Martin,

Pellets, 01.08.,

Donau

74 cm, Willi

Schmidt, Maden,

28.06., Rur

74 cm, Martin Hinterwinkler,

Wurm/

Made, 04.07.,

Salzach

73 cm, Eugen Fast,

Gummifisch, 17.03.,

Rhein

PRODUKT DES MONATS

Warme Stiefel für den Winter

Im Winter braucht man warme Stiefel wie die Drywalker von Kinetic. Diese haben einen Isolations-Einsatz,

der die Füße auch bei Minustemperaturen warmhält. Die Stiefel lassen sich sehr

komfortabel tragen. EVA Zwischensohlen und Nylonschäfte schützen die Füße und dämpfen den

Schritt. Leichte, sich selbst reinigende Außensohlen erlauben einen sicheren Tritt und leiten den

Schlamm ab. Erhältlich sind die Winterstiefel in den Größen 43 bis 47.

Drywalker X-treme Boot von Kinetic • Preis: UVP 79,99 Euro • www.kineticfishing.de

51 cm, Johannes

Kimbel, Gummifisch,

18.01., Mosel

51 cm, Darijo Stojanovic,

Chatterbait,

26.03., Main

51 cm, Fabian

Hankel, Wobbler,

29.03., Hollands

Diep (NL)

50 cm, Derrik

Figge, Köderfisch,

09.01., Maas (NL)

50 cm, Michell

Budzinsky, Wurm,

23.04., Lippe

50 cm, Chris Hohmann,

Käse, 11.05.,

Rhein

50 cm, Roberto

Mielke, Stickbait,

29.05., Talsperre

Calw

48 cm, Eugen Fast,

Wobbler, 28.03.,

See in Holland (NL)

48 cm, Niclas

Ruch, Gummifisch,

30.03., Hollands

Diep (NL)

48 cm, Frank

Schubert, Gummifisch,

10.06., Privatgewässer

46 cm, Marco

Riedemann, Gummikrebs,

07.01.,

Weser

46 cm, Torben

Beng, Gummifisch,

09.02., See in

Xanten

73 cm, Milano

Weiß, Wurm,

27.06., Elbe

73 cm, Matthias

Leblang, Frolic,

19.06., Fluss in

Bayern

72 cm, Mario

Preuß, Maden,

31.03., Muldestausee

72 cm, Nadine

Kühn, Maden,

10.04., Teich Homberg

72 cm, Timo

Waschitzki, Boilie,

16.04., Vereinsgewässer

Duisburg

70 cm, Tommy

Junk. Pellet, 08.05.,

Sterenbach Stausee

69 cm, Peter Martin,

Pellet, 24.02.,

Donau

69 cm, Philipp

Kühn, Boilie, 11.04.,

Vereinsgewässer

Felsberg

69 cm, Karlson

Wittmann, Mais/

Made, 06.08.,

Mulde

68 cm, Jürgen

Ruprecht, Maden,

20.02., Muldestausee

68 cm, Matthias

Struck, Maden,

26.03., Werse

68 cm, Peter

Quaiser, Wurm,

20.04., Mulde

84


DÖBEL DORSCH GRASKARPFEN HECHT

KARAUSCHE

GIEBEL

KARPFEN

MEERFORELLE

65 Zentimeter 1,47 Meter 1,21 Meter 1,35 Meter 58 Zentimeter 1,12 Meter 90 Zentimeter

65 cm, Peter

Schwanke, Brot,

13.04., Elbe

63 cm, Derrik Figge,

Brot, 10.07.,

Ruhr

61 cm, Thomas

Zander, Leber,

19.03., Bode

147 cm, Heiko

Stöhr, Gummifisch,

08.04., Nordatlantik

Vengsøy (N)

125 cm, Thorsten

Meinersmann,

Gummifisch, 07.06.,

Fjord in Foldvik (N)

117 cm, Martin Ziesemer,

Gummifisch,

Bøfjorden (N)

115 cm, Sven Weigel,

Boilie, 10.05.,

Vereinsgewässer

Ludwigshafen

115 cm, Jan Grashoff,

Boilie, 31.07.,

Weser

114 cm, Sascha

Dietzen, Boilie,

06.06., Nussersee

130 cm, Frank

Strachauer, Blinker,

22.04., Starnberger

See

127 cm, Dominik

Sauter, Spinner,

10.05., Aare (CH)

123 cm, Derrik

Figge, Gummifisch,

08.02., Ruhr

50 cm, Sven Weigel,

Maden, 03.04.,

Vereinsgewässer

Ludwigshafen

50 cm, Henry Albrecht,

Maden, 24.05.,

Vereinsgewässer

Sachsen Anhalt

48 cm, Mario Fräßdorf,

Made/Wurm,

26.03., Junkerwiehl

108 cm, Dirk Kalbitz,

Mais, 28.07., Baggersee

Gröbzig

108 cm, Sven Weigel,

Boilie, 30.07., Vereinsgewässer

Ludwigshafen

105 cm, Jan Grashoff,

Boilie, 14.07., Blauer

See

81 cm, Sebastian Thiel,

Spöket, 26.03., Ostsee

Møn (DK)

80 cm, Tom Lempicki,

Blinker, 26.02., Ostsee

M-V

78 cm, Thies Schütte,

Blinker, 14.04., Ostsee

Fehmarn

60 cm, Michael

Kladders, Topwaterwobbler,

09.07.,

Ruhr

59 cm, Stefan

Strauch, Brot,

12.03., Bode

59 cm, Stefan

Töpfer, Boilie,

28.05., Havel

59 cm, Stefan

Ziesemer, Brot,

01.07., Ruhr

59 cm, Jürgen

Ruprecht, Boilie,

13.07., Elbe

58 cm, Uwe

Gremplinski, Brot,

23.03., Saale

58 cm, Nicky

Kalbitz, Wobbler,

14.05., Saale

58 cm, Stefan

Albrecht, Brot,

31.05., Fluss in

Haldensleben

58 cm, Mario

Preuß, Mais,

19.06., Elbe

107 cm, Sven

Stichert, Gummifisch,

21.03.,

Atlantik Roan (N)

102 cm, Rüdiger

Schapat, Pilker,

01.07., Atlantik

Torsvåg (N)

101 cm, Reinhard

Pampuch, Pilker,

01.07., Atlantik

Torsvåg (N)

99 cm, Matthias

Leblang, Pilker,

18.07., Atlantik (N)

98 cm, Maik

Sellmann, Pilker,

02.06., Nordmeer

Utian (N)

97 cm, Petra Pampuch,

Pilker, 02.07.,

Atlantik Torsvåg (N)

96 cm, Christopher

Rossa, Gummifisch,

11.04., Atlantik (N)

96 cm, Sebastian

Thiel, Gummifisch,

18.06., Nordmeer

Tjongsfjordlodge (N)

95 cm, Wolfgang

Hocke, Gummifisch,

19.06., Nordmeer

Vagaholmen (N)

114 cm, Jürgen

Ruprecht, Mais,

08.06., Elbe

114 cm, Derrik

Figge, Boilie,

19.06., Vereinsgewässer

Köln

112 cm, David

Mohr, Boilie, 01.05.,

Vereinsgewässer

Köln

109 cm, Mirko Lässig,

Mais, 21.05.,

Fluss in Berlin

108 cm, Thomas

Klaus, Tigernuss,

16.05., Vereinsgewässer

Viersen

108 cm, Siegfried

Bachinger, Tigernuss,

06.08., Wundschuher

See (A)

107 cm, Karin

Bachinger, Wurm,

16.05., Trifthanselteich

(A)

104 cm, Christoph

Lieberwirth, Boilie,

01.06., Badegrube

Kreis Meißen

103 cm, Christian

Hess, Tigernuss,

03.05., Kiesgrube

Erfurt

122 cm, Saskia

Fischer, Blinker,

01.05., Bischofssee

118 cm, Annika

Mussenbrock,

Köderfisch, 28.05.,

Saarbacher Hammer

118 cm, Silvio

Ihlenfeldt, Gummifisch,

12.06.,

Bodden Rügen

117 cm, Luca

Baum, Köderfisch,

15.05., Vereinsgewässer

Goch

115 cm, Mario

Schuldes, Köderfisch,

06.01., Enz

113 cm, Anne

Buschmeier, Gummifisch,

01.05.,

Parumer See

113 cm, Kai-Erik

Luksch, Köderfisch,

06.07., Rhein

Altarm

112 cm, Nico

Gösser, Köderfisch,

15.06., Mastholter

See

111 cm, Frank

Menth, Gummifisch,

28.07., Möhnesee

48 cm, Florian Pepke,

Wafter, 01.05., Vereinsgewässer

bei

Stockach

48 cm, Uwe Kelm,

Mais, 12.05., Zeuthen

See

48 cm, Tim Tschorn,

Wurm, 31.05., Kt

Emden

48 cm, Tommy Müller,

Mais/Made, 04.06.,

Vereinsgewässer

Kleinostheim

48 cm, Uwe Gremplinski,

Wurm, 27.07.,

Vereinsgewässer

47 cm, Matthias

Struck, Maden, 27.03.,

Werse

47 cm, Christopher

Mietzner, Mais, 01.05.,

Schwielochsee

47 cm, Martin Karger,

Boilie / Wurm, 07.05.,

Altwasser Gelnhausen

47 cm, Nicky Kalbitz,

Wurm, 13.05., Vereinsgewässer

Bernburg

104 cm, Stefan Uckert,

Boilie, 16.05., Sternberger

See

103 cm, Florian Sasse,

Boilie, 19.07., Vereinsgewässer

Schwanebeck

101 cm, Klaus Rossow,

Mais, 04.07., Krakower

See

100 cm, Christian Hess,

Tigernuss, 02.05., Kiesgrube

Erfurt

99 cm, Philipp Kühn,

Boilie, 21.05., Teich

Felsberg

98 cm, Heribert Hock,

Boilie, 24.07., Sonnecksee

97 cm, Hans Schwab,

Boilie, 12.07., See in

Lelystad (NL)

97 cm, Caterina Jahnke,

Boilie, 16.07., Jümme

96 cm, Karin Bachinger,

Boilie, 02.06., Berger

Teich (A)

72 cm, Michael Süß,

Blinker, 18.03., Ostsee

Boltenhagen

70 cm, Maik Scheffler,

Blinker, 22.03., Ostsee

Rostock

69 cm, Carlo Henze,

Wobbler, 09.04., Ostsee

Neustadt

69 cm, Ralph Appasamy,

Blinker, 02.05., Ostsee

Grömitz

65 cm, Ron Venus,

Blinker, 26.03., Ostsee

Rügen

64 cm, Angelika Kauffmann,

Mais, 18.04.,

Mildenitz

61 cm, Sven Stichert,

Blinker, 23.04., Ostsee

Elmenhorst

61 cm, Nico Jaschinski,

Spinner, 15.07., Oste

58 cm, Leopold Vogel,

Blinker, 15.06., Ostsee

Bornholm (DK)

Diese Rolle ist ein

Kinetic-Kämpfer!

Top-Rolle für Ihre Fangmeldung: Erleben Sie die reibungslose

Leistung der fünf Edelstahlkugellager in der Kinetic Battler.

Das Aluminiumgehäuse, die Seitenplatten und der Rotor sorgen

in Verbindung mit der doppelt eloxierten Aluminiumspule für

höchste Korrosionsbeständigkeit. Der Griff aus maschinell bearbeitetem

Aluminium mit ergonomischem Soft-Touch-Knauf

und Schnurfangbügel aus rostfreiem Stahl hält auch rauen Salzwasserumgebungen

stand. Versiegelter Körper.

GEWONNEN HAT

Martin Juppe mit einem

108 Zentimeter langen

Aal.

10/2022 85


SERVICE | LESERFÄNGE

BLINKER-HITPARADE

NASE

PLATTFISCH

(Flunder, Kliesche,

Scholle)

QUAPPE

RAPFEN

REGENBOGEN­

FORELLE

RENKE

(Maräne, Felchen)

ROTAUGE

Rekord 57 Zentimeter 55 Zentimeter 81 Zentimeter 88 Zentimeter 93 Zentimeter 79 Zentimeter 48 Zentimeter

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

54 cm, Alfred

Preisinger, Spinner,

12.08., Fränkische

Saale

47 cm, Christoph

Lieberwirth, Wurm/

Made, 08.07., Elbe

47 cm, Peter Martin,

Maden, 12.08.,

Zulauf der Donau

Foto: Ch. Hesse

Mit einer selbstgebundenen

Hegene hatte

Christian Hesse

beim Renkenangeln

im

Walchensee in

Bayern Erfolg.

Sein Fisch maß

56 Zentimeter.

51 cm, Dennis

Grasteit, Wattwurm,

24.03., Ostsee

Kühlungsborn

49 cm, Maik Sellmann,

Wattwurm,

21.01., Ostsee

Hohenfelde

48 cm, Björn

Lippke, Wattwurm,

05.03., Ostsee

Groß Schwansee

47 cm, Daniel Wilhelm,

Wattwurm,

06.03., Ostsee

Hohwacht

47 cm, Marvin Willhoeft,

Wattwurm,

26.03., Ostsee

Kühlungsborn

46 cm, Thomas

Thäter, Garnele,

08.06., Ostsee

Laboe

45 cm, Ronny

Durschak, Wurm,

25.06., Ostsee

Rostock

43 cm, Jan Meister,

Wattwurm, 05.03.,

Ostsee Brasilien

43 cm, Martin Ziesemer,

Köderfisch,

03.04., Bøfjorden

(N)

43 cm, Torben

Beng, Wurm,

25.04., Ostsee

Fehmarn

43 cm, Dennis

Warfsmann, Köderfisch,

13.05., Ostsee

Eckernförde

43 cm, Sigi

Schwartz, Wattwurm,

17.06., Ostsee

Neustadt

61 cm, Daniel

Gerstberger,

Wurm, 07.01.,

Donau

53 cm, Matthias

Leblang, Wurm,

23.01., Fluss in

Bayern

51 cm, Rene

Böhm, Wurm,

16.01., Donau

47 cm, Marcel

Karl, Wurm,

03.03., Donau

41 cm, Andre

Kleske, Wurm,

27.01., Lech

40 cm, Sebastian

Rottenburger,

Wurm, 02.04.,

Walchensee

39 cm, Simon

Meckl, Wurm,

02.04., Walchensee

38 cm, Kurt

Herrmann, Wurm,

12.05., Kollbach

36 cm, Patrick

Holstein, Wurm,

01.01., Alster

35 cm, Stefan

Schultz, Wurm,

02.05., Este

34 cm, Stephan

Haamann, Wurm,

01.01., Alster

Stand: 15. Juli 2021 | Orange: Neu in der Hitparade | Rot: Neuer Rekord

81 cm, Andreas

Lohei, Wobbler,

22.04., Rhein

80 cm, Corinna

Bossmann, Gummifisch,

03.06.,

Donau

80 cm, Derrik

Figge, Stickbait,

04.06., Ruhr

80 cm, Andre Kleske,

Jerkbait, 25.06.,

Donau

79 cm, Fabian

Hankel, Chatterbait,

01.05., Plobsheimerbecken

(F)

79 cm, Uwe Gremplinski,

Jigspinner,

10.08., Saale

78 cm, Marcel

Karl, Gummifisch,

01.06., Donau

78 cm, Jonas

Fischer, Wobbler,

01.06., Regen

76 cm, Thorsten

Halbreder,

Wobbler, 13.05.,

Mühlgraben

76 cm, Mark

Siefert, Wobbler,

28.07., Maas (NL)

75 cm, Josef

Scheichenzuber,

Jerkbait, 08.05.,

Stausee Eixendorf

75 cm, Lars Lindau,

Gummifisch,

14.06., Saale

Brutal guter Gewinn für Platz eins!

Wer sich bis zum Jahresende auf einem der ersten Plätze der Hitparade behaupten

kann, gewinnt eine Angelrolle von unserem Hitparaden-Sponsor Kinetic!

Die Kinetic Brutalis besticht durch ihr auffälliges Aussehen, ihr langlebiges

Design und ihre seidenweiche Bremse. Das stabile Graphitgehäuse und der Rotor

sind robust, aber belasten die Rolle nicht durch überflüssiges Gewicht. Der dicke

Aluminium-Schnurfangbügel verhindert Verbiegen. Flugzeugqualitäts-Aluminiumgriff

mit Soft-Touch-Knauf. Vier Edelstahl-Kugellagersysteme mit sofortiger Rücklaufsperre.

83 cm, Kai

Günsche, Spinner,

01.04., Schwarza

83 cm, Max Schulz,

Spoon, 03.06., Angelsee

Herrnburg

"Zum Forello"

82 cm, Flamur

Krasniq, Gummiköder,

18.05., Angelparadies

Burgdorf

81 cm, Toni Petras,

Gummiköder,

16.05., Angelparadies

Burgdorf

80 cm, Simon

Clemens, Twister,

15.05., Angelparadies

Burgdorf

77 cm, Rotaru

Cezaradrian, Teig,

15.04., Angelparadies

Burgdorf

77 cm, Fabian

Hankel, Wobbler,

09.08., Forellenhof

Wehr

76 cm, Sven Irrgang,

Bienenmade,

19.03., Angelteiche

Großdrebnitz

76 cm, Marcel

Imming, Bienenmade,

08.04., Angelparadies

Burgdorf

76 cm, Jan Backhaus,

Teig, 18.04.,

Angelparadies

Burgdorf

75 cm, Dennis

Ott, Gummiköder,

10.04., Angelparadies

Burgdorf

75 cm, Andrea Everling,

Bienenmaden,

16.04., Angelparadies

Burgdorf

58 cm, Marco

Stranak, Hegene,

29.05., Walchensee

56 cm, Christian

Hesse, Hegene,

19.07., Walchensee

51 cm, Thomas

Will, Hegene,

17.07., Starnberger

See

45 cm, Ron Venus,

Hegene, 30.04.,

Berzdorfer See

Jan Grashoff

konnte in der

Weser bei

Archim einen

Graskarpfen

von 115 Zentimetern

fangen.

Als Köder

verwendete er

einen Boilie.

Foto: J. Grashoff

46 cm, Derrik

Figge, Boilie,

07.05., Vereinsgewässer

Duisburg

46 cm, Timo

Waschitzki, Boilie,

09.08., Vereinsgewässer

Duisburg

44 cm, Roman

Schacht, Made/

Kunstmade, 11.02.,

Maas (NL)

42 cm, André

Griesberg, Mais,

13.03., Peene

42 cm, Peter Martin,

Pellets, 16.06.,

Donau

41 cm, Julian Wilken,

Maden, 08.07.,

Saale

40 cm, Christine

Schilling, Pellet,

05.02., Peene

40 cm, Stephan

Schweser, Wurm/

Mais, 08.03., See

in Norden

40 cm, Frank

Eickhoff, Boilie,

26.05., Kanal Lünen

40 cm, Peter

Martin, Boilie,

06.06., Donau

39 cm, Roland

Frank, Wurm,

13.02., Naab

39 cm, Tim

Tschorn, Maden,

08.04., Ejk

86


ROTFEDER SCHLEIE WELS ZANDER

46 Zentimeter 66 Zentimeter 2,45 Meter 1,06 Meter

46 cm, André

Griesberg, Mais,

26.05., Schweriner

See

44 cm, Marc

Trems, Mais,

02.05., Schweriner

See

43 cm, Derrik Figge,

Mais, 26.05.,

Schweriner See

43 cm, Benjamin

Brehm, Mais,

12.06., Schweriner

See

42 cm, Ludwig

Rathsack, Mais,

21.05., Schweriner

See

40 cm, Stefan

Töpfer, Boilie,

25.06., Havel

38 cm, Frank

Schlichting, Mais,

01.06., Schweriner

See

37 cm, Ewald

Krüger, Boilie,

15.06., Große

Kressinsee

36 cm, Oskar

Dürhagen, Mais,

27.02., Peene

36 cm, Ewald

Krüger, Boilie,

09.06., Große

Kressinsee

35 cm, Julian

Wilken, Mais,

02.07., Privatgewässer

M-V

34 cm, Patrick

Dobler, Bienenmade,

11.05.,

Schleierloch Hard

63 cm, Sven Weigel,

Boilie, 30.04.,

Vereinsgewässer

Ludwigshafen

61 cm, Henry Albrecht,

Maden, 24.05.,

Vereinsgewässer

Sachsen-Anhalt

61 cm, Timo Waschitzki,

Boilie, 22.07.,

Vereinsgewässer

Duisburg

60 cm, Thomas

Höfer, Gummifisch,

25.06., Baggersee

bei Urmitz

60 cm, Derrik

Figge, Boilie, 18.07.,

Vereinsgewässer

Duisburg

59 cm, Jan Grashoff,

Boilie, 14.07., Blauer

See

58 cm, Damian

Scholz, Boilie, 23.04.,

Dortmund Ems Kanal

57 cm, Carsten

Niedzielski, Boilie,

26.05., Baggersee

Cluvenhagen

57 cm, Matthias

Struck, Wurm, 15.06.,

Werse

56 cm, Nicky Kalbitz,

Wurm, 12.05.,

Vereinsgewässer

Bernburg

55 cm, Tommy Junk,

Pellet, 08.05., Sterenbach

Stausee

55 cm, Inga Kohrt,

Boilie, 01.05., Alt

Kariner See

232 cm, Timo

Waschitzki, Wurm,

21.07., Vereinsgewässer

Essen

221 cm, Tim Tschorn,

Köderfisch, 07.08.,

See in Emden

220 cm, Ron Venus,

Wurm, 06.07., Elbe

204 cm, Siefried

Bachinger, Pellets,

04.08., Wundschuher

See (A)

196 cm, Jan Grashoff,

Köderfisch, 14.04.,

Rhone Glun (F)

192 cm, Sebastian

Schwarz, Wurm/Köderfisch,

28.04., See

bei Hannover

185 cm, Christian

Hess, Köderfisch,

01.06., Angelpark

Wagner

182 cm, Kai-Erik

Luksch, Wurm, 13.04.,

Rhein

181 cm, Fabian

Hankel, Gummifisch,

29.06., Hochrhein

Grenzach-Wyhlen

166 cm, Torben Beng,

Köderfisch, 20.04., Po

Revere (I)

164 cm, Daniel

Bracker, Köderfisch,

21.06., Vereinsgewässer

Neumünster

163 cm, Simon Fabian

Waffenschmidt,

Jigspinner, 19.06.,

Bodensee Untersee

99 cm, Tim Tschorn,

Gummifisch, 08.01.,

Ems Jade Kanal

97 cm, Vincenzo

Caprio, Gummifisch,

22.07., Datteln-

Hamm-Kanal

94 cm, Marvin Pflanz,

Wobbler, 01.01., Vereinsgewässer

93 cm, Ralph Brackmann,

Köderfisch,

13.07., Elbe

92 cm, Andreas

Grün, Köderfisch,

22.06., Schluchsee

90 cm, Klaus Meier,

Gummifisch, 16.05.,

Altrhein Seitenarm

Rheingau Freistett

90 cm, Roland Frank,

Köderfisch, 12.06.,

Naab

90 cm, Tobias

Brehm, Köderfisch,

25.07., Elbe

89 cm, Joachim

Steinhöfel, Gummifisch,

03.06.,

Mecklenburgische

88 cm, Fabian

Hankel, Gummifisch,

30.03., Ijssel (NL)

88 cm, Marcel Karl,

Gummifisch, 15.05.,

Donau

88 cm, Oliver Weigel,

Köderfisch, 20.06.,

Aislinger See

Machen

Sie mit …

Regelwerk

Besuchen Sie www.blinker.de bzw.

www.angelmasters.de. Für Rückfragen

zu Ihrer Fangmeldung wenden Sie sich bitte per

Mail an hitparade@blinker.de.

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Wichtig ist ein aussagefähiges Fangfoto mit Fisch

und Fänger und ein zusätzliches Foto des Fisches

mit Maßband oder Zollstock als Beleg.

Bei der Erstmeldung unbedingt den vollstän digen

Namen des Gewässers angeben.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Grundsätzlich abgelehnt wird:

Wenn die Länge auf mindestens

einem Foto nicht eindeutig ersichtlich ist

(Foto mit Maßband, Zollstock etc.).

Wenn die Fische auf dem Foto bereits

ausgenommen oder eingefroren sind.

Wenn Fische falsch gehakt wurden.

Wenn Fotos schlecht bzw. Fische nicht eindeutig

identifizierbar sind.

Coupon an BLINKER-Hitparade, Jürgen-Töpfer-Straße 48, 22763 Hamburg einsenden

Fischart*

Vorname*

E-Mail*

Länge* cm

Gewicht kg g

Nachname*

Geburtsdatum TT. MM. JJJJ

Meldung nur mit

aussagekräftigem

FOTO möglich.

Nähere Angaben zu Köder, Gewässer,

Angelmethode oder Drill*

Fangdatum* TT. MM. JJJJ

Beruf

Gewässer*

Straße*, Hausnummer*

Fangland* Deutschland Österreich Schweiz

PLZ*, Ort*

Köder*

Telefon*

* Pflichtfelder – Nur Fische aus Österreich (A), der Schweiz (CH) und Deutschland werden gewertet. oder online ausfüllen über www.blinker.de

10/2022 87


WELT

GROSSBRITANNIEN

Wie England die heimischen

Wanderfische retten möchte

Nahezu jedes Gewässer in Europa ist durch

Staudämme, Wasserkraftanlagen oder Schleusen

blockiert. Das bedroht die Existenz vieler Fische.

Gerettet werden können sie nur durch Fischtreppen,

sagt eine englische Initiative.

Das Projekt „Unlocking the Severn“ will

den größten Fluss Englands für alle

Fischarten passierbar machen.

von Felix Kirsch

Die Bedingungen für Wanderfische

in Europa könnten aus Fortpflanzungssicht

kaum schlechter sein.

Eine aktuelle Studie hat herausgearbeitet,

dass alleine im Vereinigten Königreich

weniger als ein Prozent der Einzugsgebiete

frei von Bebauung sind. Das hat zur Folge,

dass die Vielfalt der Wanderfischarten seit

1970 um mehr als 75 Prozent abgenommen

hat.

Während zum Beispiel Forellen stromaufwärts

schwimmen müssen, um ihre

Laichgründe zu erreichen, wandern Aale

stromabwärts, wo sie schlussendlich das

Meer als ersten Zwischenstopp auf ihrem

Weg zur Sargassosee erreichen. Vor allem

das Beispiel des europäischen Aales zeigt,

wie komplex das Verhalten der Wanderfische

ist – und wie schwerwiegend sich

ein menschlicher Eingriff auf den Lebensraum

der Fische auswirkt.

Wenn ein Damm den Fischen den Zugang

zu den Laichgründen verwehrt, kann

der unvermeidliche Mangel an Nachkommen

zu einem Rückgang der Gesamtpopulation

führen. Setzt sich dieser Zustand

über mehrere Jahre fort, wird die Existenz

der Art in einzelnen Ländern bedroht.

Arten, deren Habitat gerade so eben noch

akzeptabel ist, sind anfälliger für Dürreperioden

und Verschmutzung – und daher

stärker vom Aussterben bedroht.

Wie löst man dieses Problem also? Eine

Möglichkeit wäre es, Hindernisse zu entfernen.

Da diese jedoch einen unbestreitbaren

Nutzen für den Menschen haben,

kommt diese Methode nicht infrage.

Klüger ist es, die Anlagen mit Fischtreppen

auszustatten. Und zwar nicht nur an

manchen Stellen, sondern entlang jeder

einzelnen Bebauung eines Gewässers. Am

Beispiel des Severn – dem größten Fluss

des Vereinigten Königreiches – kann man

sehen, wie effektiv Fischtreppen dazu beitragen

können, dass sich ein Ökosystem

erholt.

„UNLOCKING THE SEVERN“:

GRÖSSTER FLUSS SOLL DURCH-

LÄSSIG WERDEN

Das Projekt „Unlocking the Severn“ will

den gesamten Fluss wanderfisch-freundlich

umbauen. Der Severn hat ein stark

ausgeprägtes Schleusen- und Dammsystem.

Das Onlineportal „The Conversation“

belichtet die Situation der Wanderfische

im United Kingdom anhand des Beispiels

der Finte. Dieser einst in Westeuropa weit

verbreitete Wanderfisch litt sehr unter der

Bebauung des Severns. Um als Art ungestört

zu existieren, müssen tausende Finten

jedes Jahr den Fluss auf- und abschwimmen,

um zu fressen, zu wachsen und sich

fortzupflanzen. Durch die Bebauung wurden

die Finten nahezu ausgerottet. Seitdem

das Projekt läuft, kommen die Finten

zurück in den Fluss. Offenbar können sie

die Hindernisse mühelos überwinden.

Das Projekt der Briten zielt darauf

ab, den Severn komplett durchlässig für

Fische zu gestalten. Dazu wird an jedem

Bauobjekt im Wasser eine Fischtreppe

oder ein Fischdurchlauf gebaut. Das Besondere:

Die Fischtreppen sollen für jede

Wanderfischart geeignet sein – nicht nur

für die wirtschaftlich wichtigsten. Damit

werden auch schwächere Schwimmer wie

z. B. Maifische von den Fischtreppen- und

Schleusensystemen profitieren.

Fischpässe sollen auch schwächeren Arten

dabei helfen, an Hindernissen vorbeizukommen.

Menschgemachte Barrieren stellen für die

Wanderfische des Severn unüberwindbare

Hürden dar.

Der Fischpass am Diglis-Wehr wurde

für Maifische konzipiert, die keine starken

Schwimmer oder Springer sind. Ein Fischpass,

den diese Art durchqueren kann,

wird wahrscheinlich auch Fischen verschiedener

Größen und Schwimmfähigkeiten

den Weg flussaufwärts ermöglichen.

Um den Rückgang der Wanderfischpopulationen

umzukehren, sollten die

Länder Fischtreppen bauen und Dämme

so umbauen, dass möglichst viele Arten

davon profitieren. Dies setzt voraus, dass

die Regierungen geeignete Konstruktionsstandards

festlegen und die „Wiedervereinigung“

ihrer vielen unzusammenhängenden

Flüsse zu einer nationalen Priorität

machen. Die Initiatoren von „Unlock the

Severn“ wollen mit dem Pilotprojekt auf

lokaler Ebene als Vorreiter agieren – in

der Hoffnung, dass auch andere Länder

nachziehen werden.

Fotos: Unlocking the Severn

88


AKTUELLES

USA

1.000 Euro versenkt: Feuerwehr

rettet teures Angelgerät

Antony Parnos war verzweifelt. Beim

Angeln war ihm ein tragischer Fehler

passiert. Er hatte einen Köder ausgeworfen

und dabei seine Zweitrute gehakt,

die dann mit über Bord ging. Besonders

schlimm: Sie war ein echtes Goldstück –

eine handgebaute F5-Rute mit einer

Shimano Tranx-Baitcaster und einem

Pizz Swimbait. Allein der Köder kostete

umgerechnet 240 Euro. Insgesamt hatte

die Rute einen Wert um die 1.000 Euro.

Parnos versuchte nun, mit seiner Rute die

teure Combo zu haken und wieder aus

dem Wasser zu holen – aber ohne Erfolg.

Glücklicherweise konnte er jedoch die

Stelle, wo seine Rute abgesunken war, auf

seinem Echolot markieren.

FEUERWEHR FAND DIE

RUTE BEI TAUCHTRAINING

Wochen später las Parnos in der Zeitung,

dass die Feuerwehr den Diamant-Ring

Antony Parnos (r.)

verlor eine sündhaft

teure Rute, doch die

örtliche Feuerwehr

half ihm dabei, das

Angelgerät zurückzubekommen.

einer Frau wieder aus den Tiefen des

Meeres gerettet hatte. Er kontaktierte die

Feuerwehr in seinem Heimatort Natick,

Massachusetts, und berichtete den Feuerwehrleuten.

Diese empfahlen ihm, es mit

einem Magneten zu versuchen, was aber

nicht den gewünschten Erfolg brachte. Einige

Tage später rief die Feuerwehr an und

informierte Parnos, dass sie ein Tauchtraining

dort abhalten würde, wo seine

Rute in die Tiefe gesunken war. Parnos

begleitete die Feuerwehr bei ihrer Übung

und verwies auf die markierte Stelle auf

seinem Echolot. Tatsächlich konnten die

Feuerwehrleute die Rute in nur wenigen

Minuten finden. Selbst der teure Swimbait

hing noch an der Schnur. Der Angler,

wieder mit seinem Gerät vereint, bedankte

sich überschwänglich und gab den Feuerwehrmännern

eine Mahlzeit aus.

Foto: A. Parnos (via Facebook)

Foto: Nippon TV (via YouTube)

Der Yokozuna-Glattkopf ist

einer der größten Knochenfische

der Tiefsee.

JAPAN

Forscher filmen

riesigen Tiefseefisch

Tiefseefische sehen häufig fremdartig

aus, sind aber meist nur wenige Zentimeter

groß. Denn: Tiefseebewohner

müssen in der Regel mit einem Minimum

an Nahrung zurechtkommen. Nun

hat ein Forscherteam aus Japan jedoch

einen ungewöhnlich

großen Tiefseefisch

gefilmt.

Die Forscher

befanden sich

400 Kilometer

vor Japans Suruga

Bay, südwestlich

von Tokyo. In

einer Tiefe von

2.000 Metern

wurden Köderbehälter

mit drei

Kameras versehen,

um das Verhalten

von Tiefseefischen

zu dokumentieren. Eine der Kameras fing

dabei einen riesigen Yokozuna-Glattkopf

ein. Anhand der Position der Kamera

und im Verhältnis zu dem Köderbehälter

berechneten die Forscher die Größe

des Fisches mit 2,53 Meter. Die Biologen

halten den Yokozuna-Glattkopf für den

größten Knochenfisch in Tiefen von mehr

als 2.000 Metern, weshalb auch der Name

„Yokozuna“ passend scheint: Er entspricht

dem höchsten Rang im Sumo-Ringen.

Bisher wurden nur sechs Yokozuna-

Glattköpfe gefangen, wobei die größten

Exemplare eine maximale Größe von

etwa 1,40 Meter hatten. Glattkopffische

bewohnen weltweit die Tiefen unserer

Meere, zwischen 1.000 und 6.000 Metern.

Die meisten dieser Fische bleiben jedoch

kleiner; sie erreichen nur eine Länge von

20 bis 50 Zentimetern. Der jetzt vor der

japanischen Küste gefilmte, riesige Tiefseefisch

zeigt erneut auf, wie wenig wir

über die Tiefsee wissen. Laut Meinung der

Forscher ist auch das Vorkommen weiterer

großer Tiefseefische in anderen Regionen

denkbar.

Mehr News aus

der Angelwelt?

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen

einige Highlights unserer Website vor.

Die neuesten Meldungen finden Sie

jeden Tag bei uns auf www.blinker.de!

10/2022 89


WELT

Ein Bild des Grauens:

Massenweise tote

Fische im Uferbereich

der Oder.

Foto: DAFV, Paul Hahn

UMWELT

Wie kam es zu dem Fischsterben

in der Oder?

Millionen Fische verendeten im Wasser des deutschpolnischen

Grenzflusses. Ursache: bislang ungeklärt.

Es begann Ende Juli: Ein Binnenschiffer

hatte zahlreiche tote Fische

gesichtet und sogleich die Behörden

informiert, die umgehend damit begannen,

die Kadaver zu beseitigen. An

den darauf folgenden Tagen wurde die

Katastrophe an den Ufern des deutschpolnischen

Grenzflusses immer deutlicher

sichtbar: Allein die polnische Feuerwehr

barg in den ersten Tagen rund 160 Tonnen

tote Fische, auf der deutschen Seite waren

es mindestens 36 Tonnen. Auch Schnecken,

Muscheln, Biber und andere Flussbewohner

waren und sind betroffen.

Während Feuerwehr, Katastrophenschutz

und andere Helfer noch immer damit

beschäftigt waren, die verendeten Fische

aus dem Fluss und den Uferbereichen

zu bergen, begann die Suche nach der

Ursache. Vor allem Betriebe, deren –

normalerweise geklärte – Abwässer in

die Oder geleitet werden, standen dabei

im Fokus der Ermittlungen, allerdings

vorerst ohne Erfolg. Die Vermutung, dass

eine Quecksilber-Einleitung das Fischsterben

verursacht haben könnte, wurde

schnell widerlegt. Mithilfe von Analysen

konnte jedoch nachgewiesen werden,

dass es beim pH-Wert, Sauerstoffgehalt,

Salzgehalt und anderen Wasserwerten

starke Veränderungen gab. Zudem wurde

in Betracht gezogen, dass eine giftige

Algenblüte das Fischsterben herbeigeführt

haben könnte. Zu Redaktionsschluss war

nicht abschließend geklärt, wer oder was

für Umweltkatastrophe verantwortlich ist.

Mehrere Umweltexperten äußerten bereits

die Befürchtung, dass die Ursache vielleicht

nie gefunden wird. Was jedoch feststeht:

Der Fischbestand in weiten Teilen

der Oder ist erheblich dezimiert worden.

Trügerische Idylle: Mündung der Neiße in

die Oder, an der Grenze zu Polen.

Foto: Wikipedia

90


Foto: DGzRS

Das Wrack des vor Fehmarn

havarierten Angelbootes.

OSTSEE

In letzter Sekunde

Vor der Insel Fehmarn kenterte Ende

August ein Boot mit sechs Anglern an

Bord, quasi in letzter Sekunde konnte

einer von ihnen einen Notruf absetzen.

Glücklicherweise gelang es den Männern,

sich am Rumpf des Bootes festzuhalten,

bis Seenotretter der DGzRS die

Petrijünger an Bord des Seenotrettungsbootes

„Romy Frank“ zu nehmen.

BUCH-TIPP

Angeln ist cool

Wer in jungen Jahren mit dem Angeln

beginnt, benötigt einen „Lehrmeister“,

der das nötige Wissen altersgerecht

vermittelt. Genau das ist dieses Buch.

Exakt auf die Zielgruppe ausgerichtet

erläutert der Autor Frank Weissert auf

144 Seiten alles Wesentliche, ohne mit

verwirrenden Fachbegriffen um sich

zu werfen. „Angeln ist cool“ erscheint

bei Müller Rüschlikon. 16,95 Euro.

Foto: Müller Rüschlikon

AKTUELLES

Non Toxic

Lures

fangt fangt fangt besser

Halt langer

schont die umwelt

NACHRUF

Leb wohl, Gotthard!

Noch in der September-Ausgabe des Blinker zeigte uns Gotthard Brennsteiner, der

Geschäftsführer im Fisherman’s Partner-Markt Rastatt, wie er auf Barben und Nasen

erfolgreich ist. Nun ist er für immer von uns gegangen.

Gotthard war Angler durch und

durch und die Anlaufadresse

für viele Angler im gesamten

südwestdeutschen Raum. Neben

seinen Reisen ins Ausland an

den Ebro, die Gacka oder zum

Lachsangeln nach Schweden,

betätigte er sich auch vor Ort

und bewirtschaftete Teilstrecken

der Flüsse Bühlot und Murg,

wo er vor allem mit der Fliegenrute

fischte. Gotthard verstarb

plötzlich und unerwartet beim

Angeln am Wasser. Wir werden

ihn nicht vergessen. Unsere

Gedanken sind bei seiner Frau

Martina und den beiden Kindern,

Nicolas und Lena.

Leb wohl, Gotthard!

ONE

Bodenroder Weg 10-14 - D-35647 10/2022 Waldsolms - Telefon: 060 9185-98 13-0

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WELT

Anfang August

wurden vor

der dänischen

Nordsee küste

Thune bis

352 Kilogramm

gefangen.

Seit sechs Jahren darf man in Dänemark

wieder Thunfische fangen, allerdings nur

mit speziellen, limitierten Lizenzen, die

an Bedingungen geknüpft sind. Die große

Mehrheit der Fische wird im Rahmen des

Kennzeichnungsprojektes von DTU Aqua

gefangen. Durch das Projekt will man

herausfinden, wie sich die Thunfische

verhalten und warum sie in dänische

Gewässer zurückgekehrt sind.

Es wird vermutet, dass die Thune den

Makrelen folgen, die besonders im Juli

und August häufig vor der dänischen

Küste anzutreffen sind. Anfang August

scheint die Fischdichte vor Skagen im

Norden Dänemarks besonders hoch

gewesen zu sein: An einem einzigen

Wochenende wurden zahlreiche Exemplare

bis 352 Kilogramm gefangen. Einer

der glücklichen Fänger war der Däne Jess

Wittus Hansen, der als Fischer arbeitet,

in seiner Freizeit aber auch gerne mal zur

Rute greift. Sein Thun wog zwar „nur“

270 Kilogramm, der Drill wird ihm aber

wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Für den monströsen Blauflossenthun

fuhr er mit vier Freunden weit hinaus

auf die Nordsee. „Wir haben ihn 28 Seemeilen

(ca. 52 Kilometer) vor der Küste

gefangen. Aber wir haben Thunfische

gesehen, die vier bis sechs Seemeilen von

der Küste entfernt waren.“

Seinem Bericht nach seien es viele gewesen,

und in allen möglichen Größen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Fische auch

in den kommenden Jahren auftauchen

werden – und nicht wieder spurlos verschwinden.

Foto: M. Werner

NORDSEE

Wieder riesige Thunfische

vor der dänischen Küste

Big Game-Fischen ist auch in der Nordsee möglich.

Seit einigen Jahren werden im Spätsommer

wieder vermehrt Thunfische

in der Nordsee gesichtet –

und auch gefangen. Bis in die 1960er Jahre

war das völlig normal, die Dänen unterhielten

sogar eine spezialisierte Fangflotte.

Doch dann verschwanden die Fische und

tauchten jahrzehntelang nicht mehr auf.

Jess Wittus Hansen mit seinem

270 Kilo schweren Blauflossenthun.

Foto: Fiskeri Tidene

92


AKTUELLES

Foto: F. Pippardt

Quappen gelten in England

praktisch als ausgestorben.

ENGLAND

Erste Quappe seit 53

Jahren gefangen?

Die Quappe ist in englischen Gewässern

eigentlich nicht mehr anzutreffen – die

letzte Fangmeldung stammt aus dem

Jahr 1969. Nun fing ein Angler jedoch

einen der Fische im Shropshire Union

Canal – und setzte ihn zurück.

Foto: Pixabay

NORWEGEN

Neues Lachsfutter

1,4 Millionen Zuchtlachs wurden 2021

in Norwegen produziert. Als Futter

dienten dabei bislang Fisch- oder Sojaprodukte.

Da diese jedoch alles andere

als nachhaltig sind, arbeiten Forscher

zurzeit an einem innovativen Futter,

welches aus ebenfalls gezüchteten Seeringelwürmern

hergestellt wird und die

Umwelt wenig bis gar nicht belastet.

Bislang wurden Zuchtlachse mit Pellets

aus Fisch- und Sojamehl gefüttert.

Foto: Privat

Kurios: der Schwertfisch-Fund

auf Hiddensee.

OSTSEE

Schwertfisch auf

Hiddensee

Einer unserer Leser machte an der

Ostsee einen kuriosen Fund: Ein toter

Schwertfisch lag am Strand der Insel

Hiddensee. Dabei handelt es sich um

eine echte Seltenheit, denn Schwertfische

bewohnen eher tropische Meere.

Angler*innen gesucht!

Studie zur „Ermittlung der Fischbestände in den freien Gewässern Hamburgs“

Aufwandspauschale

und Verlosung!

DIE

STUDIE

Die freien Gewässer Hamburgs sind bei Anglerinnen und Anglern bis weit über die Landesgrenzen bekannt und

beliebt. Der Zustand der Fischbestände und deren Entwicklung ist aber weitestgehend unbekannt. Für die

Ermittlung der Fischbestände in den freien Gewässern Hamburgs suchen wir Angler*innen, die häufig in diesen

Gewässern angeln. Die übermittelten Daten werden durch eine Fischereibiologin des Anglerverband Hamburg e.V.

ausgewertet. Die Ergebnisse werden jährlich zu einem Bericht zusammengefasst und der Behörde für Umwelt,

Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Oberste Fischereibehörde als finanzierende Institution vorgelegt.

ANMELDUNG

UND

TEILNAHME

Die Studie läuft seit 2020 und wird durch ein app-basiertes Fangbuch unterstützt. In

der App werden alle Fänge mit den entsprechenden und für die Studie wichtigen

Informationen wie Angelzeit und -ort, Methode, Anzahl der Ruten etc. eingegeben.

Anmeldung für die Studienteilnahme sowie weitere Informationen zur Studie auf:

www.anglerverband-hh.de/studie-fischbestaende.

MEHRWERT

Außer der Möglichkeit, bei einer interessanten Studie mitzuwirken, gibt es für die regelmäßig

teilnehmenden Angler*innen jährlich 30 EURO Aufwandspauschale und eine Verlosung mit

attraktiven Sachpreisen wie z.B. Angelruten, Angelrollen und Angelzeitschriften-Abos.

Die Studie wird durchgeführt vom

Jetzt anmelden!

anglerverband-hh.de/studie-fischbestaende

in Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt,

Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Oberste

Fischereibehörde der Freien und Hansestadt Hamburg

Foto: Shestakoff - stock.adobe.com


PRAXIS | GÜTESIEGEL

Von Claas Grube

Eine gefühlte Ewigkeit fliegt der

elf Zentimeter lange Wobbler

parallel zur Steinpackung entlang,

bis er mit dem gewohnten

Platschen zwei Meter vor dem

Ufer auf der Wasseroberfläche aufschlägt.

„Okay, weit werfen kann die Night Hunter

auf jeden Fall“, denke ich mir. Wie gewohnt

fange ich an, den auftreibenden

Wobbler ganz langsam entlang der Steine

einzuleiern. Ich schließe meine Augen und

konzentriere mich auf das Gefühl der Rute

in meinen Händen. Sofort bin ich überzeugt.

Von einem Wobbler dieser Größe

kriege ich von dieser Rute ein sehr gutes

Feedback, denn ich spüre das Zucken und

Flankieren des Köders ganz klar.

Das ist mir bei einer Zanderrute für

Hardbaits, wie dieser von Balzer, in der

Nacht auch deutlich wichtiger als am Tag.

Denn logischerweise kann man nachts

weniger sehen und ist daher noch mehr

auf das Ködergefühl über die Rute angewiesen.

Trotz der sehr guten Übertragung

macht die 2,55 Meter lange Night Hunter

einen relativ starken Eindruck. Es ist also

viel Kraft notwendig, um die Rutenaktion

zu erkennen. Aber hier halte ich natürlich

auch eine Rute für große Fische in

den Händen. Da ist eine so kräftige Rute

manchmal eben notwendig. Das bestätigt

auch das Wurfgewicht von 16-42 Gramm,

mit dem Sie jeden großen Zanderwobbler

problemlos werfen können. Ein Versuch

zeigt mir, dass die Übertragung der Rute

bei kleineren und leichteren Wobblern

schwächer wird. Aber dafür ist die Night

Hunter schließlich auch nicht gedacht.

PERFEKT FÜRS SCHWERE

WOBBELN

Zurück zur Rutenaktion: Ein Test zeigte

mir eine Semiparabolik. Sehr gut!

Auch das ist mir bei einer Wobbelrute

zum Zanderangeln sehr wichtig. Für

das Hakensetzen ist bei Wobblern keine

Spitzenaktion notwendig und so verschafft

Ihnen die Rute beim Anhieb noch ein

bisschen Puffer, damit Sie einen großen

Fisch nicht verlieren, oder einen kleinen

nicht unnötig verletzen. Trotzdem können

Sie mit dieser Rute auch Gummifische

am Jigkopf angeln. Ich hab’s ausprobiert.

Am besten nehmen Sie Gewichte ab 14

Gramm – da ist das Feedback am besten.

Wenn die Haken scharf und der Anhieb

kräftig genug sind, kriegen Sie auch mit

einer semiparabolischen Rute wie dieser

Eine in die Rute eingearbeitete Hakenöse ist gerade nachts, wenn Sie im Dunkeln

über Steinschüttungen laufen, sehr hilfreich. Dann hängt der große Wobbler unten

sicher am Blank.

die Jig-Haken ins harte Zandermaul.

Außerdem ist die Night Hunter, wie schon

gesagt, sehr stark. Auch das sorgt für eine

stärkere Kraftübertragung beim Anhieb.

Kommen wir langsam mal zu den

Fakten der Rute: Die zweiteilige Rute ist

bei einem Wurfgewicht von 16-42 Gramm

2,55 Meter lang. Sie ist, wie die allermeisten

Spinnruten, zweiteilig und hat ein Gewicht

von 165 Gramm. Die Night Hunter

ist der Balzer Shirasu IM-12 Pro Staff

Series entsprungen, weswegen das Pro

Guide-Ringkonzept bei der Entwicklung

zum Einsatz kam. Dieses Konzept sorgt

dafür, dass die Belastung der Schnur im

Drill gleichmäßig auf dem Blank verteilt

wird. Der Blank selber ist aus hochverdichteter

japanischer IM-12 Kohlefaser,

94


BALZER NIGHT HUNTER

Wobbelstab für

große Fische

Die Night Hunter von Balzer wurde speziell für das Nachtangeln auf Zander

gefertigt. Der perfekte Stock für größere Wobbler und kapitale Fische.

Für Wobbler wie diesen ist diese Rute perfekt. Zu klein sollten Sie die Wobbler an

der Night Hunter aber nicht wählen, sonst ist das Köderfeeling schlecht.

NIGHT HUNTER

von Balzer

Technische Fakten

Länge:_________________________________2,55 Meter

Wurfgewicht:_________________16-42 Gramm

Ringe:________________________________________________9

Aktion:___________________________ Semiparabolik

Gewicht:___________________________ 165 Gramm

Preis (UVP):__________________________211,90 €

Fotos: F. Pippardt

wodurch die starke Rute das vergleichsweise

geringe Gewicht erreicht. Unten am

Blank findet man eine in die Rute eingearbeitete

Hakenöse. Das finde ich gerade

nachts sehr angenehm, wenn durch die

Steinschüttung ein sehr unangenehmer

Weg vor mir liegt. So weiß ich immer, wo

mein Wobbler hängt und die Rutenringe

sind nicht in Gefahr. Diese sind übrigens

aus SiC-Titanium gefertigt. An dem

Schraubrollenhalter von Fuji bietet sich

als grober Richtwert eine 3000er Rolle

an. Der ergonomisch geformte Duplongriff

liegt gut in der Hand. Alles in allem

sieht die Night Hunter in ihrem schlichten

Schwarz sehr wertig aus. Abschließend

kann ich zusammenfassen, dass diese

Rute perfekt für eine Nachtangelsession

am Hauptstrom mit großen Wobblern

geeignet ist. Ja, das ist ein sehr spezifisches

Einsatzgebiet, aber diese Rute lässt sich

mit Sicherheit auch für das Jiggen, leichte

Meeresangeln in Norwegen oder leichte

Gummifischangeln oder Jerken auf Hecht

zweckent fremden. Eins ist auf jeden Fall

sicher – diese Rute hält große Fische

auch in starker Strömung aus.

10/2022 95


PRAXIS | ZUBEHÖR

Miravel – der neue Stern

am Rollenhimmel

Mit der Miravel bringt Shimano eine Rollenserie für Spinnfischer

auf den Markt, die alle modernen Technologien des renommierten

Rollenbauers beinhaltet, aber kein halbes Vermögen kostet.

Die Miravel ist in den Größen 1000 bis 5000 erhältlich und das

derzeit günstigste Modell der beliebten Magnumlite-Rollen, die

mit einem geringen Gewicht, leichtgängigem Lauf und einem

tollen Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Die Miravel-Rollen

besitzen einen G-Free-Körper, der durchgängig aus leichtem

CI4+ Verbundstoff besteht. Damit kann man Rollen bauen, die

leicht und extrem gut ausbalanciert sind, und das auch bei größeren

Modellen. Weil die Rollen so leicht anlaufen, werden sie vor

allem bei Finesse-Anglern für Begeisterung sorgen. Die bewährte

Getriebetechnologie, ein sogenanntes Hagane Gear, gekoppelt

mit X-Ship und Silent Drive, garantiert einen überaus leichten

und präzisen Lauf, wie man ihn eher von deutlich teureren Rollen

kennt. Durch die hervorragende Schnurverlegung sind zudem

extrem weite Würfe möglich. Auch auf die fein einstellbare,

wasserdichte Frontbremse ist in jeder Situation absolut Verlass.

Die verschiedenen Größen der Miravel sind mit jeweils normalen,

schnellen und extraschnellen Übersetzungen lieferbar.

MIRAVEL-ROLLEN VON SHIMANO Preis: 129,95 bis

139,95 Euro • Info: https://fish.shimano-eu.com

TIPP

Perfekt fürs

Spinn- und

Finesse- Fischen:

die Miravel von

Shimano.

Mit warmen Füßen

durch den Winter

Der nächste Winter kommt bestimmt.

Und dann braucht man warme Stiefel wie

die Dry Walker von Kinetic. Diese verfügen

über einen Isolations-Einsatz, der die

Füße auch bei Minustemperaturen warm

hält. Zudem bieten die Stiefel einen hohen

Tragekomfort. EVA-Zwischensohlen

und Nylonschäfte schützen die Füße und

dämpfen den Schritt. Leichte, sich selbst

reinigende Außensohlen erlauben einen

sicheren Tritt und leiten den Schlamm ab.

Erhältlich sind die Winterstiefel in den

Größen 43 bis 47.

2

DRY WALKER STIEFEL VON KINETIC

Preis: 79,99 Euro (UVP) •

Info: www.kineticfishing.com

1

1| Die Dry Walker

Boots von Kinetic

sorgen für warme

Füße.

2| Ein Innenschuh

sorgt für Wärmeisolierung

und leitet die

Feuchtigkeit ab.

96


Fangen ohne Drall

Die Prolex-Spinner von Profi Blinker

fingen in den vergangenen Jahrzehnten

tausende von Fischen. Jetzt gibt es den

Erfolgsköder auch als Anti-Drall-Version.

Dieser Köder besitzt einen schweren

Körper, sinkt also schnell ab, und einen

auf der Achse integrierten High Energy-

Wirbel. Dieser sorgt für eine schnelle

Rotation, gleichzeitig aber auch für einen

verminderten Drall. Das Anti-Drall-

System mit auf der Achse laufendem

Wirbel ist eine Weltneuheit und patentrechtlich

geschützt. Ausgestattet sind die

Spinner mit nadelscharfen Drillingen.

Den Anti-Drall Spinner gibt es auch als

Sbiro-Spinner mit Einzelhaken.

PROLEX ANTI-DRALL-SPINNER VON

PROFI BLINKER Preis: ab 5,50 Euro •

Info: www.profi-blinker.de

Dank des

High Energy-

Wirbels

erzeugt der

Spinner

so gut wie

keinen Drall

Der neue Anti-Drall-Spinner

ist in mehreren Größen und

Designs erhältlich.

Leicht, aber dennoch

stabil und

kraftvoll: die SG-

AG 4 von Savage

Gear.

Und läuft, und

läuft, und läuft

Die SG AG 4-Rollen von Savage Gear

überzeugen durch ihren seidenweichen

Lauf, den sie ihren sechs Kugellagern verdanken.

Gehäuse und Rotor bestehen aus

einem Carbonrahmen, die Spule aus Aluminium.

Die feine Frontbremse läuft dank

des „Friction Control“-Bremssystems

sofort an. Als Bremse wurde ein versiegeltes

System mit Scheiben aus Kohlefaser

gewählt, das auch starke Gegner schnell

ermüdet. Die Bremskraft von 9,5 Kilogramm

ist enorm. Größen: 1000, 2500,

3000, 4000. So wird jeder Angler in dieser

Serie ein Rollenmodell finden, welches für

die von ihm bevorzugte Methode passt.

SG-AG 4 ROLLE VON SAVAGE GEAR

Preis: ab 68 Euro • Info: www.savagegear.com

10/2022 97


PRAXIS | ZUBEHÖR

Dieser Rod Pod steht sicher

Der Metallica Rod Pod von Balzer besteht aus eloxiertem Aluminium.

Dadurch lässt er sich gut ans Wasser transportieren und

steht dort sicher. Die Beine lassen sich schnell aufklappen, die

Buzzer Bars sind äußerst schnell aufgesetzt, die vier Beine können

in der Höhe verstellt werden. Auch die Hauptachse ist über

Schnellschraubverschlüsse in der Länge verstellbar. Zum Justieren

der Teleskop-Beine muss man diese nur ein wenig drehen,

um sie auseinanderziehen zu können. Das standhafte Rod Pod

wird in einer Tragetasche geliefert. Gewicht: 2370 Gramm. Höhe:

stufenlos 40 bis 80 Zentimeter vorn, 27 bis 42 Zentimeter hinten.

METALLICA ROD POD VON BALZER

Preis: 169 Euro • Info: www.balzer.de

Must-

Have

des

Monats

Der silberfarbene

Metallica

Rodpod von

Balzer steht auf

jedem Untergrund

sicher.

Auch die Hauptachse

des Rod Pod lässt

sich in der Länge

justieren.

Auseinandergenommen

lässt

sich der Rod Pod

gut transportieren

Unglaublich leicht

Die 2500er

Luvias Airity LT

wiegt nur 170

Gramm.

Die Luvias Airity LT ist die derzeit leichteste Spinnrolle von Daiwa.

So wiegt die Größe 2500 nur 170 Gramm und ist damit deutlich

leichter als das Daiwa-Flaggschiff, die Exist LT. Die Airity wird in

Japan gefertigt und besitzt alle Raffinessen, die Daiwa so erfolgreich

machen. Die halbtiefen Spulen sind besonders zum Einsatz

für dünne geflochtene Schnüre geeignet. Die Rolle besitzt einen

Monocoque Magnesium-Körper, einen Zaion Air-Rotor sowie

ein Extra Super Duraluminium-Getriebe. Das ATD-Bremssystem

funktioniert tadellos. Die optimale Bremskraft liegt bei fünf Kilo,

beziehungsweise zehn Kilo in den Größen 2500 bis 4000. Durch

die Cross Wrap-Schnurverlegung sind weite Würfe möglich. Körper

und Schnurlaufröllchen sind mit Magsealed ausgestattet, die

Aluspule und die Kurbel sind per CNC gefräst.

LUVIAS AIRITY LT VON DAIWA

Preis: zwischen 646 und 695 Euro • Info. www.daiwa.de

98


Neue Köder von BFE

Die Firma BFE – die Abkürzung steht für

„Best Fishing Equipment“ – hat eine Reihe

neuer Köder auf den Markt gebracht: die

sogenannten Holy Baits. Die verschiedenen

Modelle tragen allesamt biblische Namen.

Das kleinste Modell ist der 10 Zentimeter

lange Paulus, ein Gummifisch mit

Gummirippen, einem kleinen Tellerschwanz

und böse aussehendem Auge.

Es folgt der Goliath mit 13 Zentimeter

Länge, bei dem sofort die Rückenstacheln

auffallen. Der Barnabas ist ein pelagischer

Köder in Turbinenform. Sein 21 Zentimeter

langer Körper ist auf ganzer Länge

mit Lamellen versehen, die ihn im Wasser

zu einem echten Raubfisch-Killer machen.

Er arbeitet vor allem mit ungeahnten Verwirbelungen.

Alle genannten Modelle gibt

es in unterschiedlichen Farben. Je nach

Größe enthalten die Packungen zwei bis

vier Gummiköder.

NEUE GUMMIFISCHE VON BFE

Preis: ab 8,99 Euro • www.bfe-tackle.com

1

2

3

1| Perfekt fürs pelagische

Fischen: der

21 Zentimeter lange

Barnabas.

2| Der Goliath ist

13 Zentimeter lang

und fällt durch seine

Rückenstacheln auf.

3| Mit 10 Zentimetern

ist der

Paulus ein klassischer

Allrounder.

Hoch geschnitten:

die

atmungsaktive

Wathose von

Kogha.

Atmungsaktiv und

hoch geschnitten

Von Kogha gibt es jetzt eine brusthohe

Wathose, die zudem noch atmungsaktiv

ist. Damit lässt sie sich auch bei warmen

Sommertemperaturen einsetzen. Die

Hose besteht aus dreilagigem und getaptem

Micro Polyester, das angenehm zu

tragen ist. Schienbein und Knie wurden

zusätzlich gegen Abrieb verstärkt, die

Füßlinge bestehen aus Neopren. In der

geräumigen Brusttasche mit wasserfestem

Reißverschluss können zum Beispiel

Angelpapiere oder Handy aufbewahrt

werden. Der Nylongürtel mit Schnellverschluss

sorgt für zusätzlichen Schutz.

Größen: M bis 2XL sowie XLS. Erhältlich

online und in allen Askari-Filialen.

Die Brusttasche ist dank des speziellen

Reißverschlusses absolut wasserdicht.

ATMUNGSAKTIVE WATHOSE VON

KOGHA Preis: 99,99 Euro • Info und

Bestellung: www.angelsport.de

10/2022 99


PRAXIS | GEWÄSSER OSTSEE

Schon verhältnismäßig

kurze Würfe um 30 bis 50

Meter reichen locker aus,

um in Dänisch-Nienhof

Flundern zu fangen.

100


STRAND DÄNISCH-NIENHOF

Das volle

Programm

Am südlichen Auslauf der Eckernförder Bucht am Strand von

Dänisch-Nienhof sind Ostseeangler gut aufgehoben. Ob beim Ansitz

in der Brandung auf Plattfisch oder aktiv mit der Spinnrute auf

Mefo & Co.: Auf der langen Strecke ist alles drin. Sebastian Rose

nimmt das Revier genau unter die Lupe.

Foto: S. Rose

10/2022 101


PRAXIS | GEWÄSSER OSTSEE

Dänisch Nienhof liegt in der Gemeinde

Schwedeneck nördlich

von Kiel. Den Namen trägt die

Gemeinde aufgrund einer Legende,

der zufolge in Dänisch-

Nienhof ein Schwedenfriedhof nach Auseinandersetzungen

zwischen Dänen und

Schweden im Nordischen Krieg um 1700

angelegt wurde. Das liegt weit zurück,

mittlerweile ist die Region ein beliebtes

Ferien- und Ausflugsziel. Da kommt auch

das Angeln nicht zu kurz. Brandungsangler

sollten auf einen Beach Trolly setzen.

Der erleichtert den Transport vom Parkplatz

zum Strand, vor allem um das kurze

Stück Treppe direkt vor der Gaststätte Seeschlösschen

zu bewältigen.

ZWISCHEN DEN BUHNEN

Direkt vor der Gaststätte Seeschlösschen

Richtung Nordosten ziehen sich einige

kurze Steinbuhnen in die Ostsee. Ein sehr

guter Abschnitt, um die Dreibeine aufzustellen.

Allerdings nur vom Herbst bis ins

Frühjahr – im Sommer herrscht dort reger

Badebetrieb. Mit Würfen ab 40 Metern ist

bereits mit Fisch zu rechnen. Vor allem

wenn eine gesunde Brise aus nördlichen

Richtungen weht, beißen Flundern und

mit Glück auch Meerforellen. Im Herbst

gibt es Aale oben drauf. Mit Würfen ab

70 Metern erreichen Sie den Mischgrund

hinter dem davor doch recht sandigen

und kiesigen Untergrund. Dort sind bei

den „Scheiben“ neben Flundern auch gute

Klieschen mit dabei. Im Herbst und Winter

landen dazu Wittlinge am Strand. Mit

Dorsch ist das so eine Sache. Vor einiger

Zeit – gerade bei auflandigem Wind – war

der Strand-Dänisch Nienhof eine Bank,

um mit marmorierten Räubern zu punkten.

Die Bestände sind derzeit jedoch so

gering, dass der Fang einer Mefo beim

Brandungsangeln schon wahrscheinlicher

ist. Und wenn dann doch mal ein Dorsch

beißt, ist er meist zu klein. Zieht man mit

dem Brandungsstock voll durch, landet

das Blei weit draußen auf Mischgrund bei

bis zu 3,5 Meter Wassertiefe. Gelegentliches

Zupfen gen Strand oder ein, zwei

Kurbelumdrehungen bringen mitunter

mehr Bisse. Das allerdings auch nur, wenn

ordentlich gesteckt wird. Mit zwei oder

sogar drei Würmern pro Haken gibt es

deutlich mehr Fisch. Ebenfalls sollte etwas

Schmuck vor den Würmern präsentiert

werden. Im Herbst reichen da ein, zwei

kleine auftreibende Perlen. Nimmt die

Wassertemperatur im Winter ab, dürfen

die zusätzlichen Reize etwas größer ausfallen.

Strand Dänisch Nienhof

Strand

50 Meter

100 Meter

150 Meter

200 Meter

Sand-,Kies- und Steinstrand

Mischgrund

2 bis 3,5 Meter

Sand

0,5 bis 1 Meter

Sand/Kies

1,5 bis 1,8 Meter

Sandgrund Steinbuhnen Kies

Steine Blasentang Seegraswiesen

Abwechslungsreich unter und über Wasser: Der Strand

ist eine gute Adresse für Küstenangler.

102


Ca. 200 m zum Strand

N

Sand-/Kiesstrand

Waabs

Ostsee

Kieler Bucht

Dänisch Nienhof

Strandhaus

Schwedeneck

Strande

Kiel

Laboe

Muschelfelder

Aal Flunder Kliesche Dorsch

Wittling Meerforelle

Hornhecht

Zeichnung: H. Dänekas

10/2022 103


PRAXIS | GEWÄSSER OSTSEE

Foto: W. Krause

Rechts: Im Sommer

löst die Makrele den

Hornhecht ab, auch

hier kann man den

Eimer mit etwas

Glück voll machen.

DIE STEILKÜSTE RICHTUNG

SÜDWESTEN

Foto: S. Rose

Unterkünfte

Wer gleich ein paar Tage am Strand Dänisch

Nienhof verbringen möchte, findet

hier unterschiedliche Unterkünfte und

gute Infos: www.schwedeneck.de

Oben: Um die Treppe

vorm Strand zu

bewältigen, ist

ein Beach Trolly top.

Südwestlich der Gaststätte See schlösschen

kann die Brandungsgemeinde natürlich

auch loslegen. Dort ist mit kürzeren

Würfen schon tieferes Wasser erreicht.

Allerdings liegen auf der Strecke immer

wieder „Klamotten“ am Grund, die für

lästige Hänger sorgen können. Mit einer

Liftmontage ist man dort am besten aufgehoben.

Wer gern aktiv mit Spinn-, Sbiro-

oder Fliegenrute auf Meerforelle und

Hornhecht angelt, ist unterhalb der Steilküste

genau an der richtigen Adresse. Auf

der sehr langen Strecke finden sich immer

wieder interessante Badewannen und

Steinriffe, die von Mefos gerne aufgesucht

werden. Je weiter Sie Richtung Stohl im

Südwesten wandern, desto ausgeprägter

zieht sich eine tiefe strukturreiche Rinne

bis direkt an den Strand. An einigen Stellen

ist es dort nicht nötig einzuwaten und

das Angeln vom Ufer gut möglich. Mit

edlem Silber darf das gesamte Jahr über

gerechnet werden. Im Frühjahr werden

auf der Strecke am Strand Dänisch-Nienhof

oft auch richtig große Mefos gefangen

und auch die eine oder andere Steelhead

(Regenbogner) landet am Strand. Im

späten Frühjahr und Sommer ist das Angeln

in den Dämmerphasen und während

der Nacht zu empfehlen. Wie an

104


Gute Nachrichten

für Horni-Fans:

Ende April fallen

Hornhechte ein.

Massenfänge sind

dann drin.

Fotos: S. Rose

Carsten freut sich über die erste Scheibe: Eine Kliesche hat sich

weit draußen auf dem Mischgrund die Würmer reingezogen.

vielen anderen Stränden der Ostsee fallen

ab Ende April bis Ende Juni Hornhechtschwärme

ein. In den letzten Jahren lohnt

sich im Sommer meist ab Juli der Versuch,

ein paar Makrelen zu fangen.

„Lohnen“ ist ein gutes Abschlusswort,

denn es trifft auf den Strand vor Dänisch

Nienhof definitiv zu. Dieses wunderschöne

Revier ist zu jeder Jahreszeit

einen Besuch wert.

Anfahrt

Die A210 bis Kiel und weiter auf der

B76 Richtung Eckernförde. Nach etwa

4 Kilometern nicht rechts auf die B76

abbiegen, sondern dem Straßenverlauf

der B501 über die Holtenauer Hochbrücke

bis zur Abfahrt Strande folgen.

Dort Richtung Strande und nach etwa

2 Kilometern am Verkehrskreisel die

dritte Ausfahrt rechts Richtung Stohl

fahren. Direkt vor Stohl rechts auf die

Eckernförder Straße abbiegen und bis

Dänisch-Nienhof fahren. Im Ort nach

etwa 300 Metern rechts auf die Strandstraße

und nach etwa 200 Metern links

auf den Parkplatz. Von dort sind es um

die 300 Meter bis zum Strand. GPS-

Position Parkplatz: 54°28.9114 N

10°7.1727 O (gebührenpflichtig)

10/2022 105


UNTERHALTUNG | RÄTSEL

Anteilnahme

hinterbliebene

Ehefrau

dt. Komponist

(C. W.)

† 1787

Höhenlage,

Stufe

persönl.

Fürwort/

2. Person,

3. Fall

Bergstock

bei St.

Moritz

Lichtspielhaus

Hochherzigkeit

Fahrstuhlführer

(engl.)

altes

Wegemaß

Wickelgewand

der

Inderin

Ausruf d.

Freude,

Lustigkeit

Zimmerpflanze

Nachkomme

Ruhestörung

Fischfett

Donau-

Zufluss

in

Bayern

übermäßig

ausbreiten

ältester

oder sehr

früher

Vorfahr

Behälter

für

Paste

feste

Verbundenheit

einstellige

Zahl

4

pastenförmige

Wimperntusche

afrik.

Gesellschaftsreise

gescheit,

weise

Gewaltherrscher

Indianerzelt

Schwellung

befruchtete

Eizelle

zurechtmachen

Grundform,

Muster

3

Industrieanlage,

Gesangsgruppe

Fabrik

lateinamerik.

Tanz u.

Musikstil

Hautfalte

am Auge

zu

keiner

Zeit

tropische

Frucht

Dichter

(T. S.) †

scherzhafte

Nachahmung

eine

Zweiheit

bildend

Schonkost

austral.

Laufvogel

grob,

ungehobelt

Name e.

europ.

Trägerrakete

persönl.

Fürwort,

2. Person

Plural

Gesundheitspflege

begeisterter

Anhänger

(engl.)

2

erste

Frau

(A. T.)

jetzt

weibl.

Kosename

Schiffstagesstrecke

Verbindungsbolzen

Banken-

Identifizierungsschlüssel

Hptst. der

Schweiz

südl.

Nutztier

Gewicht für

die Pose

Gesucht ist eine

praktische Beschwerung

beim Stippfischen.

Material

für Angelruten

innerlich

7

„ein

Schiff

in

Gefahr“

portugies.

Insel

schweizerisch:

Speiseeis

chinesische

Dynastie

ugs.:

Geständnis,

Bekenntnis

nicht

häufig

ein

Bindewort

Hartschalenfrucht

altägyptischer

Gott

ugs.: unmodern

Faserpflanze

Rennstrecke

dt.

Schriftsteller


(Heinr.)

scherzh.:

Beifahrerin

span.

Stoßdegen

Gärstoff

5

Bollwerk

6

Grenze

(z. B.

eines

Kredits)

persönl.

Fürwort,

1. Person

Singular

unaufmerksam,

gleichgültig

Trinkgefäß

Wiederkäuer

Magnetende

Ballspiel

zu Pferd

Strom

erzeugender

Fisch

8

gebackene

Kartoffelscheiben

selten

Abfluss,

Spülbecken

1

engl.:

Scholle

vermuten

Psyche

®

s1918-229

1

2

3

4

5

6

7

8

Auflösung im

nächsten Heft

Tolle Rolle für Ihre Lösung

Die Sienna 2000 FG von Shimano ist eine tolle

Stationärrolle mit einem Gehäuse aus XT-7

Kohlefaser. Die Aluminiumspule fasst

120 Meter 0,25er Monofil. Die drei

Kugellager sorgen für den optimalen

Lauf. Erstklassig sind auch die

Frontbremse und die exakte Schnurverlegung.

Im Fachhandel würde man

ca. 38 Euro bezahlen.

Ihre Lösung können Sie auf

unserer Homepage oder per Post

einreichen. Klicken Sie auf

www.blinker.de/service auf den

Menüpunkt „BLINKER Kreuzworträtsel“.

Per Post an: Redaktion Blinker, Jürgen-

Töpfer-Straße 48, 22763 Hamburg.

Einsendeschluss:

07. Oktober 2022

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bei mehreren

richtigen Einsendungen

entscheidet das Los.

Das Lösungswort

im B M I X E N V E S S E N P

G L W H D S R

R E G I E D E B A T T E G U T E S

August lautete

Dunkler R E I B E N S E N K E A S P E K T

F R O M M P F A Z I T A D E L N

A O S P O R N L O S E B I O

U N I O S T I A N A H T R I

Riesenzackenbarsch.

O M A W G N A R K O S E

K L E B E

A T E R Z

A V E N E

L A E R C H E

Diese große

A D M I R A L

L I H S

Fischart lebt E T S E G E B L U E M T

I N H A B E R N A H E Z U H O

in Riffen.

A R A E T H E R S T A P E L

Nach Losentscheid

geht H E L E N A L I L T I C H E R

V E R S A N D G A R C H I F F R E

C L O U I R E O P A S T U T E

die Sienna

O M E N L O T D A S H O L L E

(1-25) Dunkler Riesenzackenbarsch

2000 FG an

Volker Brandt. Die s1918-227 Redaktion wünscht viel Spaß

beim Angeln und dicke Fische!

106


ANGELN IN DEUTSCHLAND

Ferienhaus-Park Brennickenswerder

Angeln in der Uckermark

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um die optimale Fangmaschine für den

jeweiligen Tag zu finden. Und mit zwei Anglern

in einem Boot kommt da schon eine ganze

Reihe an Ködern zusammen …

Von André Pawlitzki

Andy war heiß! An einem Tag

Ende Juli wollten Alex und er

den großen Barschen in einem

stadtnahen See auf die Schuppen

rücken. Da vor allem die

Kapitalen in den frühen Morgenstunden

bissen, wollten die beiden schon um 5 Uhr

am Wasser sein.

Alex hatte schon an zwei Tagen ein

Testangeln absolviert. Und das mit guten

Fängen: ein 75er Hecht und einige Barsche

beim ersten Mal, sowie ein 45er (!)

Barsch und einige seiner Artgenossen im

zweiten Anlauf. An beiden Tagen war es

sehr warm gewesen, mit Temperaturen

über 30 Grad. Das konnte ja toll werden.

WECKER WIE EIN HAMMERSCHLAG

Der Alarm des Weckers traf Andy um

halb vier wie ein Hammer. Am liebsten

hätte er sich noch mal im Bett umgedreht

und weitergeschlafen, aber was tut man

nicht alles für einen dicken Barsch. Nach

einer Katzenwäsche und einer Tasse Kaffee

war Andy nach einer 50-minütigen Autofahrt

pünktlich am Wasser. Allerdings war

das Wetter komplett umgeschlagen und

es hatte angefangen zu regnen. Trotzdem

wollten Andy und Alex es versuchen.

Schnell waren die Ruder aus dem verschlossenen

Kasten geholt und ab ging’s

hinauf auf den See. Alex steuerte eine

seiner Erfolgsstellen an. Dort warfen sie

den Anker. In der nächsten Viertelstunde

fing Alex drei kleine Barsche auf Jerkbaits,

während Andy mit dem Chatterbait

leer ausging. Mittlerweile war der Regen

stärker geworden und die Temperaturen

bis auf 15 Grad gefallen. Alex hatte schon

kalte Hände, während Andy versuchte, die

Stachelträger mit Wormsticks, Crankbaits

und einem kleinen Rippenköder mit rotem

Bleikopf zu fangen. Und dann endlich

erbarmte sich auch bei ihm ein kleiner

Barsch. Doch wo blieben die Großen?

Einen solch schweren Einstand hatten

sie nicht erwartet. Was also tun? Nach

einer guten Stunde am ersten Platz fuhren

die beiden eine andere Stelle im See an.

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Hier lag ein Baumstamm im Wasser bei

10 Metern Tiefe.

Alex griff zu den bewährten Twitchbaits,

während Andy es eine Etage tiefer mit

Gummiwürmern probieren wollte. Nach

einem Biss auf den Wobbler folgte ein ganzer

Schwarm Jungbarsche dem gehakten

Artgenossen bis zur Oberfläche. Schnell

holte Andy seinen Wurm aus der Tiefe

und ließ ihn bei den kleinen Barschen

abtaumeln. Er war kaum einen Meter

gesunken, als ein etwas besserer Barsch

ihn attackierte und hing. Doch auch dieser

Fisch durfte wieder schwimmen.

In der Zwischenzeit hatte der Wind stark

aufgebrist, aber die beiden wollten noch

nicht aufgeben. Die dritte Stelle brachte

nicht einmal einen Biss, obwohl beide wieder

mal alles ausprobierten, was die Köderkiste

hergab. Alex warf einen Bladed Jig,

der an normalen Tagen immer für einen

Barsch gut ist, aber diesmal ohne Biss blieb.

Als sie die letzte Stelle vor dem Bootssteg

ansteuerten, hatten sie immer noch

keinen ordentlichen Barsch gefangen.

Andy wechselte auf einen kleinen, nur

drei Zentimeter kurzen Gummiwurm.

Dieser brachte ihm dann noch ein paar

kleine Barsche, bevor die Stachelritter das

Beißen ganz einstellten.

DER TOP-KÖDER BLIEB ZU HAUSE

Was konnte den Fischen nur so das Maul

vernagelt haben?, überlegten die beiden

und waren einhellig der Meinung, dass

das schwache Beißen auf den Wetterumschwung

zurückzuführen war. Immerhin

hatten sie einen Temperatursturz von

über 18 Grad in der Nacht erlebt.

Als sie wieder zurück zum Steg fuhren,

trafen sie Bernd, einen alteingesessenen

Angler aus dem Verein. Er hatte zwei

Ruten ausgelegt und war bester Laune.

„Hallo Jungs!“, rief er ihnen zu. „Habt ihr

gut gefangen?“

Andy und Alex schüttelten den Kopf.

„Wirklich? Kann ich mir gar nicht vorstellen“,

sagte Bernd. „Die Barsche beißen

heute wie blöd.“

„Womit angelst du denn?“, fragte Andy.

„Mit Tauwürmern. An der Dropshot-

Montage fangen die bei jedem Wetter!“

Andy hätte sich am liebsten vor die

Stirn geschlagen. Die Köderkiste war voll,

aber an Würmer hatte er nicht gedacht.

Die lagen noch zu Hause, sicher verwahrt

im Kühlschrank …

22.05

IMPRESSUM

Geschäftsführung

Alexandra Jahr

Redaktion

Gesamtredaktionsleitung:

Michael Werner

Chef vom Dienst:

Corinna Leppin

Redaktion:

Ulrike Paternoster

(Redaktionsassistenz)

André Pawlitzki, Florian Pippardt,

Johannes Radtke, Jannik Westerkamp,

Claas Grube (Volontär)

Art-Director

Heico Forster

Internet

www.blinker.de

Grafik:

Dirk Bartos (CvD-Grafik),

Matthew Lee Wolter

Lithographie:

Henrik Teudt (Ltg.),

Katja Mucke-Koopmann

Produktionsmanagement

Hauke Rieffel (Ltg.), Ilja Badekow,

Sybille Hagen, Andreas Meyer

Preise

Abonnentenpreis: 12 Hefte,

Inland: 80,40 € inkl. Versandgebühr,

Österreich: 90,00 €,

Schweiz: 130,80 SFr,

übriges europäisches Ausland: 105,60 €,

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Titelthema: Barsch • Hechte in Gräben • Schweres Sti pen am Fluss • Lokal: Fehmarn und Schwarzwald • Stör & Afrowels • Köderbauer Dirk Troue

09/2021

100 Euro

Kopfgeld für

Boddenhechte

Sommerprogramm

Am Angelsee

auf Afrowels

und Stör

Der ultimative

Fehmarn-Führer

und

danach wissen

Sie alles!

SUMMER FEELING

Am Bach mit der

Heuschrecke

JETZT IST

SOMMER-HECHTE

Knacken Sie

den Hitze-Code!

KÖDER, FARBEN, ZEITEN

Tipps für

Rapfen

10

IM TEST

MH-5

So machen Sie das Beste

aus dem September!

KÖDER IM VERGLEICH

Fisch, Wurm, Blinker

wer fängt am meisten?

Europas große Angelzeitschrift

Schwarzenbachtalsperre,

Titisee

und Erzgrube

HETZJAGD

Wobbler machen

Barsche zu Triebtätern!

Im Test

Predatix

MQR Rute

Askari

Schwarzwälder

Spezialitäten

BARSCHZEIT

Titel.in d 1 05.08.21 15:08

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PRÄMIE ZUR WAHL

072022

Titelthema: Sommerhechte • Mit Hundefutter und Brot auf Karpfen • Geheimköder Süßwassergarnelen • Barben mit Pellets • Gezielt auf Graskarpfen

Ein Magazin von

FOTO

REPORT

LIVE DABEI

Karpfenangeln

am versteckten

Waldsee

SÜSSWASSER-

GARNELEN

Superfood für

Barsch, Rapfen

und Zander

Schwimmbrot

und Hundefutter

Dicke Karpfen

an der Oberfläche

fangen

UNTERWASSERBERG

UND UFERKANTE

Kraut finden,

Räuber fangen

Nr. 07 Juli 2022 | 6,70 €

Europas große Angelzeitschrift

Sonnenbrand und spritzige Drills

SOMM ERHECHTE

DER BODENSEE

BEI LINDAU

Freiwasser-Esox im

schwäbischen Meer

WHOPPER PLOPPER

& MAAS MARAUDER

Köder für den

Adrenalin-Kick

Titel.indd 1 09.06.22 11:21

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CASTING MODELS: 1-TEILIG: 610M | 610MH | 70MH | 72M | 72H | 73MHSB |

2-TEILIG: 610MLG2 | 610M2 | 72M2 | 72MH2 | 72H2 | 73MHSB2 | 74MHG2

SPINNING MODELS: 1-TEILIG: 69M | 70ML | 70M | 70MH 2-TEILIG: 69M2 | 70ML2 | 70M2 | 70MH2


Knoten

KOMPAKTWISSEN FÜR ANGLER

SPEZIAL

17 sichere Verbindungen

für alle Anwendungen

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Inhalt

Knoten

SCHNUR ZU SCHNUR

Albright-Knoten..................................4

Blutknoten..............................................5

Doppelter Grinner-Knoten........6

Chirurgenknoten................................8

UNIVERSAL

Clinch-Knoten......................................9

Clinch mit Doppelschnur.........10

Grinner-/Uni-Knoten..................11

Palomar-Knoten..............................14

Fat-Mono-Knoten..........................15

SCHLAUFEN

Rapala-Knoten.................................16

Perfection Loop..............................17

Springerknoten................................18

Dropshot-Knoten...........................19

Schlaufenknoten........................... 20

HAKEN

Plättchenhaken-Knoten...........21

Knotenlos-Knoten........................ 22

SPEZIAL

Stopperknoten................................. 23

KNOTEN IM NETZ

Die beliebtesten Knoten zum Nach binden:

www.blinker.de/knoten

IMPRESSUM

KNOTEN – KOMPAKT­

WISSEN FÜR ANGLER

Eine Beilage der Jahr

Media GmbH & Co. KG

Geschäfts führung

Alexandra Jahr

Redaktion

Jürgen-Töpfer-Str. 48,

22763 Hamburg,

Florian Pippardt

Zeichnungen

Andy Steer, JM

Anzeigen

Steffen Staude-Panzer

Tel. 040 38906-267,

steffen.staude-panzer@

jahr-media.de

Grafik & Lithografie

Heico Forster (Ltg.),

Henrik Teudt (Ltg. Litho)

Produktion

Hauke Rieffel (Ltg.)

Druck

Walstead Central Europe,

ul. Obr. Modlina 11,

30-733 Krakau

Rechte

© Blinker, soweit nicht

anders angegeben

3


SCHNUR ZU SCHNUR

Albright-Knoten

www.blinker.de/knoten/albrightknoten

Einsatzgebiet: Verbindung von geflochtener Hauptschnur mit (Fluorocarbon-)Vorfach,

Schlagschnur (Feedern, Brandungsangeln)

Tragkraft: bis über 90 Prozent

Besonderheiten: einfach zu binden; vor dem Zusammenziehen anfeuchten

4


Blutknoten

Blood Knot

www.blinker.de/knoten/blutknoten

3–7 x

3–7 x

1

1

Einsatzgebiet: einfache Verbindung zweier Schnüre

Tragkraft: 70 bis 75 Prozent

Besonderheiten: gleitet gut durch Ringe; Durchmesser sollten bei beiden Schnüren

ähnlich sein

5


SCHNUR ZU SCHNUR

Doppelter Grinner-Knoten

www.blinker.de/knoten/doppelter-grinnerknoten

1

5x

5x

5x

5x

2

3

5x

5x

5x

4

5x

6


5x

5x

5

5x

6

Einsatzgebiet: universeller Knoten für die Verbindung zweier Schnüre

Tragkraft: 75 Prozent (monofil) bis 90 Prozent (Geflochtene)

Besonderheiten: sehr gut für unterschiedlich starke Schnüre und verschiedene

Schnurmaterialien geeignet

7


SCHNUR ZU SCHNUR

Chirurgenknoten

www.blinker.de/knoten/chirurgenknoten

Einsatzgebiet: sehr vielseitig einsetzbar zur Verbindung zweier Schnüre; auch für

Seitenarme / Paternoster (zum Beispiel Feedern, Meeresangeln) geeignet

Tragkraft: etwa 70 Prozent

Besonderheiten: sehr einfach zu binden; vermindert die Tragkraft

8


Trilene Knot

UNIVERSAL

Clinch-Knoten (doppelt geschlauft)

www.blinker.de/knoten/clinchknoten

7x

7x

1

1

Einsatzgebiet: klassischer Knoten für die Befestigung an Ösen und Haken

Tragkraft: etwa 90 Prozent

Besonderheiten: auch als Trilene-Knoten bekannt; Schnur rutscht nicht durch

9


UNIVERSAL

Doppelschnur-Clinch

www.blinker.de/knoten/doppelschnur-clinchknoten

8x

2. 2

1. 1

Einsatzgebiet: Universalknoten für Geflechtschnüre

Tragkraft: 80 bis 90 Prozent

Besonderheiten: abgewandelte Variante speziell für Geflochtene; Wicklungen sorgfältig

zusammenziehen

10


Grinner-Knoten (Uniknoten)

www.blinker.de/knoten/grinnerknoten

5x

Einsatzgebiet: Universalknoten für Mono und Geflecht

Tragkraft: etwa 80 bis 90 Prozent

Besonderheiten: viele Varianten; die Wicklungsanzahl kann abhängig von Schnurstärke

und Material variiert werden

11


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UNIVERSAL

Palomar-Knoten

www.blinker.de/knoten/palomarknoten

Einsatzgebiet: für Ringe, Haken, Ösen; auch als Dropshot-Knoten zu

verwenden

Tragkraft: etwa 70 bis 80 Prozent

Besonderheiten: einfach zu binden und für alle Schnurstärken geeignet

14


Fat Mono Knot

Fat-Mono-Knoten

blinker.de/knoten/fat-mono-knoten

2

1

1

1

Einsatzgebiet: für dicke und steife Schnüre; Raubfisch-, Meeres-, Wallerangeln

Tragkraft: etwa 70 bis 80 Prozent

Besonderheiten: macht schwierige Schnurtypen (Hardmono, Fluorocarbon, Stahl)

knotbar

15


SCHLAUFEN

Rapala (verbesserter Non-Slip-Knoten)

www.blinker.de/knoten/rapalaknoten

4x

1. 1

2.

Einsatzgebiet: Schlaufenknoten, um Köder direkt an die Schnur anzubinden

Tragkraft: etwa 90 Prozent

Besonderheiten: leicht abgewandelte Variante des „Non-Slip“-Knotens; gewährleistet

ein freies Köderspiel; auch für kleine Köder und Fliegen geeignet

16


Perfection-Loop

www.blinker.de/knoten/perfection-loop-knoten

1 2

3 4

5

Einsatzgebiet: wird häufig für Vorfächer (beim Fliegenfischen) verwendet

Tragkraft: etwa 85 Prozent

Besonderheiten: auch für dickere Schnüre und Stahl geeignet; schnell zu binden;

gleitet gut durch Rutenringe

17


SCHLAUFEN

Springerknoten

www.blinker.de/knoten/springerknoten

Einsatzgebiet: zum Binden von Vorfächern mit Seitenarm (Monofil)

Tragkraft: etwa 85 Prozent

Besonderheiten: schneller Wechsel der Beifänger möglich; auch als

aufgeschnittene Schlaufe (z. B. beim Feedern mit Seitenarm) verwendbar

18


Dropshot Knot

Dropshot Knot

Dropshot Knot

Dropshot-Knoten

Dropshot Knot

www.blinker.de/knoten/dropshotknoten

Dropshot Knot

1

1 1

1

1 1

1 1

1 1

1 1 1

1

Andy Steer illustrations Verdilaan 14 5583XT Waalre The Netherlands +31 (0)40 2220908 andy

1 1

Andy Steer illustrations Verdilaan 14 5583XT Waalre The Netherlands +31 (0)40 2220908 and

Andy Steer illustrations Verdilaan 14 5583XT Waalre The Netherlands +31 (0)40 2220908 andy.steer@iae.nl

Andy Einsatzgebiet: Steer illustrations Verdilaan Dropshot-Montagen

141 5583XT Waalre The Netherlands +31 (0)40 2220908 1 andy.steer@iae.nl

Tragkraft: 1 etwa 85 Prozent 1

Besonderheiten: bester Dropshot-Knoten; Haken steht ab, ist fest in Hauptschnur

Andy Steer illustrations Verdilaan 14 Andy 5583XT Steer Waalre illustrations The Netherlands Verdilaan 14 +31 5583XT (0)40 Waalre 2220908 The andy.steer@iae.nl

Netherlands +31 (0)40 2220908 andy

eingebunden; auch mit Wirbel nutzbar

Andy Steer illustrations Verdilaan 14 5583XT Waalre The Netherlands +31 (0)40 2220908 andy.steer@iae.nl

Andy Steer illustrations Verdilaan 14 5583XT Waalre The Netherlands +31 (0)40 2220908 andy.steer@iae.nl

19


SCHLAUFEN

Schlaufenknoten

www.blinker.de/knoten/schlaufenknoten

2–4x

2–4x2–4x2–4x

Einsatzgebiet: einfacher Schlaufenknoten (auch für große Schlaufen einsetzbar);

Fertigung von Seitenarmen

Tragkraft: etwa 80 Prozent

Besonderheiten: auch für lange Seitenarme geeignet (Schlaufe aufschneiden)

20


HAKEN

Plättchenhakenknoten

www.blinker.de/knoten/plaettchenhakenknoten

4 x

1

2

vor dem endgültigen Festziehen Haken drehen,

damit das Plättchen von der Schnur weg zeigt

Einsatzgebiet: zum Anbinden öhrloser Plättchenhaken

Tragkraft: sehr hoch (um 90 Prozent)

Besonderheiten: schnell und einfach zu binden

21


HAKEN

Knotenlos-Knoten („No-Knot“)

No Knot Knot

www.blinker.de/knoten/no-knot-knoten

6–8 x

6-8x

1

1

Einsatzgebiet: für alle Montagen mit Öhrhaken

Tragkraft: maximale Tragkraft (bis 100 Prozent)

Besonderheiten: auch für Stahlvorfächer und Drillingsmontagen geeignet; je nach

Einsatzgebiet gegebenenfalls Schrumpfschlauch aufziehen (siehe Zeichnung)

22


SPEZIAL

Stopperknoten

www.blinker.de/knoten/stopperknoten

6x 6 x

dicker als

als Hauptschnur

Das Ende nicht zu kurz

abschneiden, längere

Schnurenden laufen

leichter durch die

Rutenringe

2–4 cm 2–4 cm cm

Einsatzgebiet: Stopper oder Gleitknoten bei verschiedenen Montagen

(zum Beispiel Posenmontage, Springerfliege)

Tragkraft: nicht relevant

Besonderheiten: frei auf der Hauptschnur verschiebbar (unbedingt anfeuchten)

23

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