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O+P Fluidtechnik 10/2023

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<strong>10</strong><br />

5445<br />

Oktober <strong>2023</strong><br />

€ 17,50<br />

Organ des Forschungsfonds<br />

<strong>Fluidtechnik</strong> im VDMA<br />

FLUIDTECHNIK<br />

TITEL<br />

BAUTEILREINHEIT IN<br />

DER HYDRAULIK<br />

Sauberkeit des Hydrauliksystems<br />

vor der Inbetriebnahme<br />

DIFFERENTIAL-<br />

SPERRVENTILE<br />

Innovative Features bringen<br />

Verbesserungen<br />

PROPORTIONAL-<br />

VENTILE<br />

Volle Kontrolle unter Hochdruck<br />

MIT 16 SEITEN<br />

MOBILE MASCHINEN<br />

Top-Thema:<br />

SENSORIK AUF DER<br />

BAUSTELLE<br />

oup-fluidtechnik.de


Vollständig<br />

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Die Berechnung und Gestaltung von<br />

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EDITORIAL<br />

SCHNELL, SCHNELLER,<br />

GLEICHZEITIG<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

der Autozulieferer Bosch wird die Lidar-Sensorik im eigenen Haus nicht<br />

weiterentwickeln. Vor drei Jahren noch wollte Bosch mit dieser Technologie<br />

im Markt der autonomen Mobilität mitmischen. Der Rückzug wurde von<br />

Medien wie der Wirtschaftswoche als Beispiel für den Niedergang der<br />

Hochtechnologie in Deutschland gewertet. In Sachen modernster Technik<br />

ist Bosch aber weit vorne: Seine Mitarbeiter sollen bis zum Jahresende mit<br />

BoschGPT auf eine hauseigene KI zugreifen können.<br />

Vor drei Jahren sprang man auf den Autonomie-Zug auf, nun auf den<br />

KI-Trend. Die Autonomie der Mobilität hat sich nun etwas verzögert, der<br />

Hype ist vorbei. Da ist ein Abschied von Technologien wie Lidar, in denen<br />

sich starke Konkurrenz tummelt, nur verständlich. Es könnte sein, dass der<br />

Lidar-Abschied eher ein Beispiel für zu schnelles Folgen eines Trends<br />

darstellt. Hoffentlich hat Bosch bei der KI mehr Durchhaltevermögen.<br />

Heute, wo sich Technologogien immer schneller abwechseln, kann es sich<br />

lohnen, langsamer zu sein und ausgereifte Technik anzubieten. Der nächste<br />

Hype steht schon in den Startlöchern: Im August kam erstmals ein<br />

Quantencomputer für unter eine Millionen Euro auf den Markt. Quantencomputer<br />

können bestimmte Aufgaben ultraschnell rechnen, da sie mehr<br />

als ein Bit gleichzeitig darstellen können. Der Hersteller ist übrigens ein<br />

deutsch-finnisches Start-up. Soviel zum Niedergang der Hochtechnologie in<br />

Deutschland. Von der zeigen wir in dieser Ausgabe auch interessante<br />

Projekte wie Hydrospeicher, Differentialsperrventile und den Schutz hydrau-<br />

lischer Komponenten. Auch Sensorik und Künstliche Intelligenz spielen in<br />

dieser <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> eine Rolle.<br />

Viel Spaß beim Lesen wünscht<br />

Ihr<br />

Miles Meier<br />

m.meier@vfmz.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 3


INHALT<br />

12<br />

22<br />

44<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

BIG PICTURE<br />

06 Weltgrößter Seilbagger im<br />

Abbruch<br />

INTERVIEW<br />

<strong>10</strong> Von der Automatisierung zur<br />

Autonomie<br />

FIRMENPORTRÄT<br />

12 Firmenjubiläum der<br />

Maschinen-Intelligenter-Macher<br />

WIRTSCHAFTSBILANZ<br />

14 Beeindruckendes Exportwachstum<br />

im ersten Halbjahr <strong>2023</strong><br />

ANZEIGE<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

TITEL DIREKTANTRIEBE<br />

16 Technische Sauberkeit in der<br />

Hydraulik<br />

DICHTUNGSTECHNIK<br />

20 Liegenlassen lohnt sich<br />

STANZEN, PRESSEN UND<br />

UMFORMMASCHINEN<br />

22 Aluminiumdruckguss mit<br />

dem Gewicht des Eiffelturms<br />

SCHUTZELEMENTE<br />

24 Hydraulische Komponenten<br />

nachhaltig schützen<br />

PROPORTIONALHYDRAULIK<br />

28 Volle Kontrolle unter<br />

Hochdruck<br />

KOMPRESSOREN<br />

30 Sauberkeit ist oberstes Gebot<br />

DIGITALISIERUNG IN DER<br />

FLUIDTECHNIK<br />

32 Werkzeug künstliche<br />

Intelligenz<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

SONDERTEIL MOBILE MASCHINEN<br />

PUMPENTECHNIK<br />

44 Kunststoffgebundene<br />

Magnetrotoren in<br />

Mehrkomponenten-<br />

Spritzgießtechnik<br />

GLEITLAGER<br />

38 Harte Schale – verschleißfester<br />

Kern<br />

VENTILTECHNIK<br />

40 Kraftstoffverbrauch reduzieren,<br />

Traktion erhöhen<br />

SOFTWARE<br />

42 Eine Software für das ganze<br />

mobile Maschinenleben<br />

FERNSTEUERUNGEN<br />

48 „Der Herzschlag ist das<br />

Netzwerk des Systems“<br />

48<br />

TITELBILD<br />

STAUFF,<br />

Werdohl<br />

4 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


34<br />

INNENTITEL<br />

SENSOREN<br />

34 Manitou Italia setzt auf Sensoren von Gefran<br />

MEIN TIPP<br />

SERVICE<br />

03 Editorial<br />

08 Impressum<br />

Künstliche Intelligenz und Machine Learning<br />

haben längst Einzug in die <strong>Fluidtechnik</strong> und<br />

mobile Arbeitsmaschinen gehalten. Welche Rolle<br />

das Werkzeug KI heute und in Zukunft spielt,<br />

beleuchtet der dritte Teil der Serie „Digitalisierung<br />

in der <strong>Fluidtechnik</strong>“ ab Seite 32. Die <strong>O+P</strong><br />

gibt Orientierung zwischen Hype und Realität.<br />

Manfred Weber, Redakteur, m.weber@vfmz.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 5


MENSCHEN UND MÄRKTE


WELTGRÖSSTER SEILBAGGER IM ABBRUCH<br />

Ein ehemaliges Kraftwerk im venezianischen Porto Tolle soll demontiert<br />

werden. Um die bis zu 65 m hohen Gebäude effizient abreißen zu können,<br />

greift der Abbruchspezialist Ferraro daher auf seinen extra für den Einsatz<br />

in großer Höhe konzipierten Sennebogen 6300 HD zurück. Der Seilbagger<br />

mit einem 570 kW Motor und einer Windenzugkraft von 350 kN bei<br />

den Hauptwinden und 120 kN bei der Greiferberuhigungswinde ist<br />

laut Hersteller weltweit als einziger Seilbagger in der Lage, bei 75 m<br />

Höhe eine Abbruch-Kugel zu betreiben. Der Sennebogen 6300 HD<br />

weist im Kranbetrieb eine maximale Auslegerlänge von 113 m und<br />

eine Traglast von bis zu 300 t auf – und diese kommen nun beim<br />

Abheben der Stahlbauteile im wahrsten Sinne des Wortes zum<br />

Tragen. Denn ausgestattet mit dem speziell für schwere Hübe<br />

ausgerichteten Krankopf hebt der Abbruchgigant bei rund<br />

91 m Auslegerlänge noch 50 t schwere Stahlträger ab.<br />

Bild Sennebogen<br />

www.sennebogen.com<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 7


SZENE<br />

MANUEL<br />

OCHIBOWSKI<br />

HANS-DIETER<br />

PLUM<br />

JÜRGEN<br />

ERKERT<br />

PROF. HOLGER<br />

HANSELKA<br />

ROBERT<br />

KLEMISCH<br />

übernimmt bei Voss<br />

Fluid Polska das Amt<br />

des technischen<br />

Geschäftsführers. Der<br />

37-jährige Diplom-Ingenieur<br />

ist für die<br />

Leitung der technischen<br />

und operativen<br />

Bereiche am Standort<br />

Polen verantwortlich.<br />

Mit Ochibowski baut<br />

Voss Fluid die Zusammenarbeit<br />

mit dem<br />

Werk in Legnica nahe<br />

Breslau weiter aus und<br />

vertieft so seine<br />

Kompetenzen im<br />

Bereich der einbaufertigen<br />

Leitungen.<br />

hat die Geschäftsführung<br />

der Abteilung<br />

Aus- und Weiterbildung<br />

am Institut für<br />

Kunststoffverarbeitung<br />

in Industrie und<br />

Handwerk an der<br />

RWTH Aachen übernommen.<br />

Seine<br />

Ausbildung im ingenieurwissenschaftlichen<br />

Bereich als auch seine<br />

praktische Erfahrung<br />

im kunststofftechnischen<br />

sind beste<br />

Voraussetzungen für<br />

seine neue Aufgabe als<br />

Leiter der Aus- und<br />

Weiterbildung am IKV.<br />

verstärkt die Geschäftsführung<br />

von Murrelektronik.<br />

Der Automatisierungsspezialist<br />

bestellt<br />

Erkert, seinen bisherigen<br />

Director Finance &<br />

Accounting, zum Chief<br />

Financial Officer (CFO).<br />

Erkert blickt auf<br />

langjährige Erfahrungen<br />

im Bereich Finanzen<br />

zurück. Bevor er im<br />

August 2020 zu<br />

Murrelektronik<br />

wechselte, war er bei<br />

der AMK Holding<br />

GmbH & Co. KG als<br />

Director Finance &<br />

Administration tätig.<br />

hat das Amt des<br />

Präsidenten der<br />

Fraunhofer-Gesellschaft<br />

übernommen.<br />

Als Mitglied der<br />

Lenkungskreise der<br />

„Wissenschaftsplattform<br />

Klimaschutz“ und<br />

der „Plattform lernende<br />

Systeme“ der<br />

Bundesregierung sowie<br />

Teilnehmer des<br />

Zukunftsrats des<br />

Bundeskanzlers ist Prof.<br />

Dr.-Ing. Holger Hanselka<br />

in verschiedenen<br />

zentralen innovationspolitischen<br />

Beratungsgremien<br />

aktiv.<br />

wurde zum Geschäftsführer<br />

für Technik &<br />

Operations der ODU<br />

GmbH & Co. KG,<br />

Anbieter von Steckverbindungssystemen,<br />

berufen. Klemisch ist<br />

ein langjähriger<br />

Mitarbeiter von ODU<br />

und blickt auf eine<br />

20-jährige Karriere im<br />

Unternehmen zurück.<br />

In seiner bisherigen<br />

Funktion als COO<br />

leitete er den Bereich<br />

Operations weltweit<br />

und trug maßgeblich<br />

zum Erfolg des Unternehmens<br />

bei.<br />

IMPRESSUM<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

FLUIDTECHNIK<br />

erscheint <strong>2023</strong> im 67. Jahrgang<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteur: Miles Meier (mm),<br />

Tel.: 06131/992-208, E-Mail: m.meier@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteure:<br />

Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW),<br />

Tel.: 06131/992-202, E-Mail: m.weber@vfmz.de<br />

Felix Berthold, M.A. (be)<br />

Tel.: 06131/992-204, E-Mail: f.berthold@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Herausgeberin: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Katharina Schmitz,<br />

Institutsdirektorin, Tel: 0241/80-47701<br />

E-Mail: sc@ifas.rwth-aachen.de<br />

ifas – Institut für fluidtechnische Antriebe und Systeme<br />

RWTH Aachen University, Campus-Boulevard 30,<br />

52074 Aachen, www.ifas.rwth-aachen.de<br />

Organ: Organ des Forschungsfonds des Fachverbandes<br />

<strong>Fluidtechnik</strong> im VDMA<br />

GESTALTUNG<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />

ISSN 0341-2660<br />

ISSN E-Paper: 2747-8009<br />

SALES<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste <strong>2023</strong>, gültig ab 01.<strong>10</strong>.2022<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub <strong>10</strong>, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 17,50 (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 165,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 186,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach <strong>10</strong>0465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200<br />

E-Mail: info@vfmz.de, www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />

ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen<br />

von Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD<br />

und DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die<br />

vorgenannten Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen,<br />

d. h. Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die<br />

Richtigkeit des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen<br />

werden. Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht<br />

der Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte<br />

Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden.<br />

Grundsätzlich dürfen nur Werke eingesandt werden, über<br />

deren Nutzungsrechte der Einsender verfügt, und die<br />

nicht gleichzeitig an anderer Stelle zur Veröffentlichung<br />

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Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

8 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


SZENE<br />

JETTER UND FUTRONIC WERDEN ZU BUCHER AUTOMATION<br />

Bereits seit 2013 gehört die Jetter-Gruppe bestehend aus Jetter<br />

AG, Futronic GmbH, Jetter Hungary KFT und Jetter Automation<br />

Technology (Shanghai) Co. Ltd. zu Bucher Industries und ist Teil<br />

des Geschäftsbereichs Bucher Specials. Mit der Umbenennung<br />

zu Bucher Automation und der Übernahme<br />

des Konzern-Layouts haben die Unternehmen<br />

nun einen weiteren Integrationsschritt<br />

vollzogen. Trotzdem bleibt die Eigenständigkeit<br />

von Bucher Automation erhalten.<br />

Bucher Industries vereint starke Marken<br />

unter einem Dach, zum Beispiel die Kuhn<br />

Gruppe als Hersteller von Landmaschinen,<br />

Bucher Municipal im Bereich der Kommunalfahrzeuge<br />

oder Bucher Hydraulics als<br />

Spezialist für elektronische und hydraulische Komponenten.<br />

„Bucher Industries hat die klare Konzernstrategie, dezentral zu<br />

führen – das ist eins ihrer Erfolgsrezepte“, erklärt Christian<br />

Benz, Vorstandsvorsitzender der Bucher Automation AG. „Wir<br />

werden also unsere Eigenständigkeit<br />

beibehalten. Außerdem sind wir als Unternehmen<br />

wichtig für den Konzern: Wir<br />

beliefern einen großen Teil der Unternehmensgruppe<br />

mit Automatisierungslösungen.“<br />

Den neuen Namen versteht Jetter als<br />

Chance. Benz betont: „In den Märkten, in denen<br />

wir uns bewegen, ist Bucher wohlbekannt<br />

und hat ein sehr gutes Image.“<br />

www.bucherautomation.com<br />

ZUSAMMENSCHLUSS<br />

VON<br />

HYDRAULIKFIRMEN<br />

Seit April <strong>2023</strong> ist Simon<br />

Herber, Gesellschafter der<br />

Herber GmbH, Reiskirchen,<br />

neuer Geschäftsführer der<br />

TSD Industrie-Hydraulik<br />

GmbH. Beide Firmen behalten<br />

ihre eigenständigen Namen<br />

und Standorte. Die Herber<br />

GmbH ist als Hydraulikunternehmen<br />

für die Konfektionierung<br />

von Hydraulikschlauchleitungen<br />

bekannt. TSD<br />

Industrie-Hydraulik ist<br />

spezialisiert auf die Herstellung<br />

von Metallwellschläuchen<br />

und die Konfektionierung<br />

von Teflonschlauchleitungen.<br />

Durch die Zusammenarbeit<br />

ergibt sich ein<br />

auswahlstarkes Portfolio. Das<br />

Angebot erstreckt sich über<br />

die Bereiche der Hydraulikschläuche,<br />

Hydraulikschlauchleitungen,<br />

Schlaucharmaturen,<br />

Verschraubungen,<br />

Adapter, Teflon- und Metallwellschläuche,<br />

gebogene<br />

Rohrleitungen und Sonderzeichnungsteile.<br />

Durch das<br />

Lager von Herber in Reiskirchen<br />

und das Lager von TSD in<br />

Bad Nauheim ist eine hohe<br />

Produktverfügbarkeit<br />

gewährleistet.<br />

www.herber-gmbh.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 9


INTERVIEW<br />

VON DER AUTOMATISIERUNG<br />

ZUR AUTONOMIE<br />

TTTech ist ein führender Anbieter von sicheren,<br />

vernetzten Rechnerplattformen. Die Lösungen<br />

der Unternehmensgruppe spielen eine Rolle in<br />

der Automatisierung in Luft- und Raumfahrt, der<br />

smarten Fertigung und dem autonomen Fahren.<br />

TTControl, ein Joint-Venture aus TTTech und<br />

HYDAC International, bietet Lösungen für mobile<br />

Arbeitsmaschinen. In diesem Interview, auf<br />

Englisch bereits auf der Website von TTTech<br />

erschienen, sprechen TTTech-CEO und<br />

Mitbegründer Georg Kopetz und Dirk Linzmeier,<br />

CEO von TTTech Auto, über die Chancen und<br />

Herausforderungen einer autonomen Zukunft.<br />

In vielen Branchen findet ein Übergang von der Automatisierung<br />

zur Autonomie statt. Was bedeutet das genau? Können Sie einige<br />

Beispiele aus Branchen nennen, in denen TTTech tätig ist?<br />

Kopetz: Mir gefällt die Bezeichnung Automatisierung als Übergang<br />

zur Autonomie sehr gut, weil er in gewisser Weise die Vergangenheit,<br />

die Gegenwart und die Zukunft umfasst. In den<br />

letzten 30-40 Jahren haben wir eine zunehmende Automatisierung<br />

erlebt, d.h. einen verstärkten Einsatz von Computersystemen<br />

in unseren Alltagsmaschinen und in unseren Industrieprodukten.<br />

Die Art und Weise, wie Maschinen bedient werden, hat<br />

sich völlig verändert. Wir setzen Computer ein, um Maschinen<br />

zu steuern oder zu kontrollieren, und das ist im Grunde das, was<br />

wir Automatisierung nennen. Neu ist, dass bisher immer ein<br />

Mensch in der Schleife war, und jetzt nehmen wir den Menschen<br />

(teilweise) aus der Schleife oder der Steuerungsüberwachung<br />

heraus, was in halbautonomen oder sogar autonome<br />

Systemen resultiert.<br />

Welche Branchen werden Ihrer Meinung nach zuerst autonom<br />

werden?<br />

Kopetz: Wahrscheinlich werden Branchen, die weniger mit der<br />

Beförderung von Personen zu tun haben, wie die Landwirtschaft<br />

oder die Produktion, zuerst einen höheren Grad an Autonomie<br />

erreichen. Auch kommunale Dienstleistungen wie Bauwesen,<br />

Müllentsorgung oder Straßenreinigung werden sich in Richtung<br />

eines höheren Automatisierungsgrades bewegen. Für TTTech<br />

stellt sich die Frage, wie wir in diesen Branchen einen Mehrwert<br />

für unsere Kunden schaffen können und wie wir dann einen<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

TTTech-CEO und Mitbegründer Georg Kopetz (links)<br />

und Dirk Linzmeier, CEO von TTTech Auto im Gespräch


INTERVIEW<br />

angemessenen Teil dieses Wertes mit guten, wiederkehrenden<br />

Geschäftsmodellen einnehmen können. Die Raum- und Luftfahrttechnologien<br />

sind wichtige Vorreiter dieser Entwicklung, da<br />

sie immer autonomer werden. Vor allem in puncto Sicherheit,<br />

Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit inspirieren diese Systeme<br />

dann sichere autonome Systeme auf der Erde.<br />

Experten sprechen von einem „autonomen Wendepunkt“, der in<br />

den nächsten 20 Jahren erreicht sein wird, wenn praktisch<br />

alle Fahrzeuge schnell autonom werden. Halten Sie das für<br />

realistisch? Was wird dies für unsere Gesellschaft und unsere<br />

Wirtschaft bedeuten?<br />

Kopetz: Ich denke, dass dies eher schrittweise als abrupt geschehen<br />

wird, und zwar je nach dem jeweiligen Einsatzbereich.<br />

Zum Beispiel können Traktoren vielleicht zuerst auf dem Feld<br />

autonom arbeiten, aber nicht auf öffentlichen Straßen. Für unsere<br />

Wirtschaft und für Unternehmen wird es jedoch eine Welt<br />

vor der Autonomie und eine Welt danach geben. Es wird ein<br />

Umbruch für die Gesellschaft und die Wirtschaft sein, ähnlich<br />

DIE AUTONOMIE WIRD<br />

SCHRITTWEISE KOMMEN<br />

wie der Umbruch, den der Verbrennungsmotor oder sogar die<br />

Dampfmaschine in der industriellen Revolution bewirkt haben.<br />

Deshalb ist es so spannend, in diesem Bereich zu arbeiten, denn<br />

man kann Teil einer entscheidenden Phase der Menschheitsgeschichte<br />

sein.<br />

Linzmeier: Ich sehe das genauso, ein Beispiel ist der Autobahnpilot<br />

im Auto. Irgendwann wird man in der Lage sein, auf eine<br />

Autobahn aufzufahren und die Hände vom Lenkrad und die<br />

Augen von der Straße zu nehmen, bis man die Autobahn verlässt.<br />

Die Autobahn wird als „Operational Design Domain“<br />

(ODD) bezeichnet, und autonomes Fahren wird dort möglich<br />

sein, solange man sich auf der Autobahn befindet. Der ODD<br />

wird schrittweise erweitert, was bedeutet, dass immer mehr<br />

Anwendungsfälle abgedeckt werden.<br />

Was glauben Sie, wie unsere Städte aussehen werden, wenn die<br />

autonome Mobilität die städtischen Gebiete erreicht hat?<br />

Linzmeier: Meiner Meinung nach braucht man kein Auto mehr<br />

zu besitzen, wenn es erst einmal autonome Mobilität in einer<br />

Stadt gibt, weil Mobilität im Grunde für jeden verfügbar ist und<br />

viel billiger ist, wenn man den Fahrer durch ein autonomes System<br />

ersetzt. Die Autos werden höchstwahrscheinlich elektrisch<br />

sein und sich selbst warten, indem sie selbstständig zu einer<br />

Ladestation fahren. Ich stelle mir vor, dass in jeder Stadt eine<br />

bestimmte Flotte von Autos zur Verfügung stehen wird, denn<br />

derzeit werden die meisten Autos nur zwei bis drei Stunden pro<br />

Tag genutzt. Die Autonomie wird diese Nutzung optimieren,<br />

sodass insgesamt weniger Autos benötigt werden.<br />

Kopetz: Ich denke, dass die Städte der Zukunft grüner und intelligenter<br />

sein werden und dass wir die Art und Weise, wie wir<br />

dort zusammenarbeiten und leben, neu erfinden werde. Intelligente<br />

autonome Maschinen werden eine Schlüsselrolle dabei<br />

spielen, unser Leben einfacher zu machen. Wenn die Logistik<br />

und die städtischen Dienste erst einmal vollständig autonom<br />

und elektrifiziert sind, können sie zum Beispiel nachts leise<br />

arbeiten, sodass das tägliche Leben tagsüber ungestört weitergehen<br />

kann. Ich denke auch, dass es weniger Autos auf den Straßen<br />

geben wird und dass in Vororten, die heute noch nicht mit<br />

öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, so genannte „Robo-Taxis“<br />

für die letzte Meile eingesetzt werden könnten.<br />

Was sind heute die größten Herausforderungen auf dem Weg<br />

zum autonomen Fahren?<br />

Linzmeier: Es gibt mehrere Herausforderungen. Einerseits<br />

braucht man eine bestimmte Anzahl von Sensoren, man braucht<br />

eine gewisse Redundanz, und eine der größten Herausforderungen<br />

ist die Sicherheit. Sicherlich haben Sie schon von dem Begriff<br />

Software-defined Vehicle (SDV) gehört, was bedeutet, dass<br />

ein Auto nicht mehr ein Stück Hardware ist, sondern aus Software<br />

besteht. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Begriff<br />

„Software-defined Vehicle“ nicht wirklich die gesamte Komplexität<br />

der Architektur erfasst. Bei TTTech Auto nennen wir es<br />

nicht SDV, sondern 4-SDV, denn es geht nicht nur um Software.<br />

Es ist Software, es ist das System, es ist Sicherheit und Schutz vor<br />

Angriffen. Meiner Meinung nach sind diese vier Elemente die<br />

größten Herausforderungen für die zukünftige Autoindustrie<br />

und gleichzeitig auch für das autonome Fahren.<br />

KI ist das Thema der Stunde. Welche Rolle spielt die KI beim<br />

autonomen Fahren? Findet auch hier ein Wandel statt oder<br />

handelt es sich um eine etablierte Technologie?<br />

Linzmeier: Das ist eine interessante Frage. Als ich vor Jahren im<br />

Bereich der Fahrerassistenz promovierte, gab es bereits KI, die wir<br />

damals Mustererkennung auf der Grundlage von maschinellem<br />

Lernen nannten. KI war also schon immer ein Teil der Sensorsysteme<br />

und der Sensorverarbeitung, aber jetzt ist sie das natürlich<br />

in einem ganz anderen Maßstab. Wir haben eine sehr hohe Rechenleistung<br />

im Auto und neue Algorithmen, bei denen die KI<br />

eine große Rolle spielt. Die Herausforderung, an der wir arbeiten,<br />

besteht darin, die Systeme sicher und berechenbar zu machen.<br />

Kopetz: Ich sehe zwei Anwendungsbereiche für KI in der Automobil-<br />

und Sondermaschinenbranche. Zum einen bei der Sensorik<br />

und Wahrnehmung, wie Dirk schon erwähnt hat, wo KIbasierte<br />

Algorithmen seit Jahren alle anderen Algorithmen<br />

schlagen. Der zweite und viel größere Trend ist die durchgängige<br />

KI, was bedeutet, dass die Maschine entlang des gesamten<br />

Regelkreises lernt. Für mich ist enge KI heute im Wesentlichen<br />

„angewandte Statistik“, was wahrscheinlich nicht ausreicht, um<br />

die Sicherheit in autonomen Maschinen zu gewährleisten,<br />

sodass wir zusätzlich ein Sicherheitssystem brauchen, das die<br />

KI-basierten Systeme überwacht, steuert und übersteuern kann.<br />

TTTech ist in mehreren Branchen tätig, in denen Autonomie eine<br />

Rolle spielt. Gibt es eine starke branchenübergreifende<br />

Befruchtung?<br />

Kopetz: Ich denke, die branchenübergreifende Befruchtung ist<br />

eines der Hauptunterscheidungsmerkmale von TTTech. Wir<br />

haben viel über Sicherheitssysteme und sichere autonome Systeme<br />

aus der Luft- und Raumfahrtindustrie gelernt, die in der<br />

Automobilindustrie angewendet werden können. Für TTControl,<br />

unsere Off-Highway-Abteilung, besteht außerdem ein großer<br />

Vorteil darin, ähnliche Chipsatzfamilien zu verwenden, die<br />

in der Automobilindustrie eingesetzt werden, um Größenvorteile<br />

und eine lange Lieferfähigkeit zu ermöglichen.<br />

Linzmeier: Auf jeden Fall denke ich, dass es für TTTech Auto<br />

ein großer Vorteil ist, sagen zu können, dass unsere historischen<br />

Systeme eine Milliarde Flugstunden in Flugzeugen haben. Die<br />

Luft- und Raumfahrtindustrie kann auf eine lange Erfolgsbilanz<br />

im Bereich Sicherheit zurückblicken, wo wir unsere Wurzeln<br />

haben. Auch die Menschen, die bei TTTech Auto arbeiten, haben<br />

oft einen Hintergrund in diesem Bereich.<br />

Bilder: TTTech, scharfsinn86 – stock.adobe.com<br />

www.tttech.com<br />

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FIRMENPORTRÄT<br />

20 JAHRE INMACH<br />

FIRMENJUBILÄUM DER<br />

MASCHINEN-INTELLIGENTER-MACHER<br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

Die InMach Intelligente Maschinen GmbH feiert<br />

ihr 20-jähriges Bestehen. Die Automatisierungs-<br />

Spezialisten aus Ulm können auf zwei<br />

erfolgreiche Dekaden der Unternehmens- und<br />

Innovationsentwicklung zurückblicken.<br />

Mit umfassendem interdisziplinärem<br />

Know-how hilft InMach Herstellern mobiler<br />

Arbeitsmaschinen dabei, ihre Produkte immer<br />

intelligenter und somit effizienter zu machen.<br />

Das Unternehmen wurde 2003 aus dem Forschungsinstitut<br />

FAW Ulm ausgegründet mit dem Fokus auf der<br />

Entwicklung von Navigationssoftware für die Servicerobotik,<br />

sprich Haushalts-, Reinigungs- und Mähroboter.<br />

Der Markt für diese autonomen Geräte, die heute nicht mehr<br />

aus dem Alltag wegzudenken sind, war vor 20 Jahren noch nicht<br />

so weit. Doch die Expertise aus den Bereichen Navigationssoftware<br />

und deren Verknüpfung mit der Umfeldsensorik konnte das<br />

Gründungsteam um Matthias Strobel (Bild rechts) und Dr. Boris<br />

Kluge (Bild links) nutzen, um sich neue Märkte zu erschließen.<br />

PARTNER DER LANDWIRTSCHAFT<br />

Rasch erkannte InMach, dass es in der Landtechnik einen großen<br />

Bedarf an der Automatisierungsexpertise des jungen Unter­<br />

nehmens gab. Das Team baute das Wissen rund um Steuerungssysteme<br />

und ihre Fertigung sowie die Ansteuerung von Hydrauliksystemen<br />

und Landtechnikstandards, etwa ISOBUS, auf. Mit diesem<br />

Ansatz etablierte sich InMach als Steuerungshersteller und<br />

Automatisierungspartner namhafter Landmaschinen hersteller.<br />

Der beste Beleg hierfür ist die strategische Beteiligung der<br />

Horsch Maschinen GmbH an InMach im Jahr 2013.<br />

Bis heute ist die Landtechnik die wichtigste Branche für das<br />

Ulmer Unternehmen. Das spiegelt sich auch in der Mitarbeit in<br />

den wichtigsten Projektausschüssen des VDMA Landtechnik und<br />

der AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation) wider.<br />

Die Zusammenarbeit und Kooperation über den Tellerrand<br />

hinaus spielt seit jeher eine entscheidende Rolle bei InMach.<br />

Der kooperative Austausch mit Kunden und Partnerunternehmen<br />

stand von Beginn an im Zentrum des Handelns. InMach<br />

arbeitet mit Markenpartnern zusammen, die das eigene Portfolio<br />

bedarfsgerecht ergänzen. Hierzu zählen Bosch und<br />

Bosch Rexroth als Antriebsspezialisten. Ouster, Topcon und Sick<br />

können die notwendige Umfeldsensorik für Assistenzsysteme<br />

liefern. Eigene Software und Steuerungselektronik mit leistungsfähigen<br />

Komponenten dieser Markenpartner sinnvoll zu<br />

verbinden, ist der Schlüssel zur Realisierung innovativer und<br />

wirtschaftlicher Automatisierungssysteme.<br />

GANZHEITLICHE ENTWICKLUNGSKOMPETENZ<br />

In der Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern fügt sich das<br />

schlanke InMach-Team agil in partnerschaftliche Entwicklungsprojekte<br />

ein: Entscheidungswege sind kurz, die Flexibilität in der<br />

Realisierung ist hoch. Das interdisziplinäre Team bietet Maschinenherstellern<br />

kompetente Beratung und Umsetzung in allen für<br />

die Automatisierung wichtigen Bereichen: von der IT und Soft­<br />

12 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


FIRMENPORTRÄT<br />

ware, ü ber die Elektronik bis hin zum Engineering und der Integration<br />

des Steuerungssystems in die Maschinenarchitektur.<br />

Matthias Strobel erläutert: „Unsere Belegschaft ist mit den Marktanforderungen<br />

organisch gewachsen. Wir Gründer sind Softwareexperten,<br />

mit dem Einstieg in die Landtechnik kamen Elektronikund<br />

Hydraulikspezialisten hinzu. Der immer stärkere Einzug<br />

künstlicher Intelligenz und die steigenden Anforderungen in Sachen<br />

funktionaler Sicherheit verlangten die Erweiterung unseres<br />

Teams um Mathematiker, Cyber-Security- und Algorithmus-Experten.<br />

In der Folge profitieren Maschinenhersteller vom ganzheitlichen<br />

Blick auf die Anwendung und profunder Expertise aus<br />

jedem für die Automatisierung mobiler Arbeitsmaschinen relevanten<br />

Bereich.“<br />

Dieser Exzellenz-Ansatz setzt sich in der Hardware fort: Die<br />

Steuerungen der InMach unterliegen einer <strong>10</strong>0 % Kontrolle und<br />

Endprü fung im eigenen Haus – unabhängig von den geforderten<br />

Stückzahlen. Hohes Qualitätsniveau sowie Kosteneffektivität und<br />

hohe Verfügbarkeit sind die Maxime, derer sich die Kunden der<br />

Ulmer Automatisierungsspezialisten sicher sein können.<br />

Qualität und Innovation steht auch im Zentrum der Steuerungsentwicklung<br />

des Ulmer Unternehmens. Das Innovationsscouting<br />

und die Überfü hrung der Trends in Technologie und die<br />

Serienproduktion sind die Stärke des Unternehmens. Im Produktspektrum<br />

finden sich daher leistungsstarke Steuerungen wie<br />

die ISY SPU, die mit 4-Kern-Prozessor und Embedded Core sowie<br />

zwei Gigabit-Ethernet-Schnittstellen für die Verarbeitung großer<br />

Datenströme, wie etwa Videosignalen, ausgelegt ist. Mit dieser<br />

Steuerung lassen sich kameragestü tzte Assistenzsysteme funktional<br />

sicher realisieren. Dr. Boris Kluge sieht InMach bereit für den<br />

nächsten Schritt: „Unser Unternehmen ist perfekt aufgestellt fü r<br />

die aktuellen und zukünftigen Marktanforderungen. Wir haben<br />

die Produkte, Kompetenzen und das Team, um die Hersteller mobiler<br />

Arbeitsmaschinen bei den Herausforderungen hochautomatisierter<br />

und autonomer Prozesse effizient und<br />

innovationsfü hrend zu unterstü tzen.“<br />

BLICK IN DIE ZUKUNFT<br />

Einen Einblick in die Zukunft wird das Ulmer Unternehmen auf<br />

der Agritechnica präsentieren. Ralf Schrempp, Vertriebsleiter bei<br />

InMach: „Die Agritechnica bietet mit dem Schwerpunkt Agrarelektronik<br />

in Halle 15 die passende Bü hne fü r unsere Innovationen.<br />

Unsere Steuerungen sind die Basis von Automatisierungslösungen,<br />

die zu mehr Produktivität in der Landwirtschaft fü hren. Im Rahmen<br />

der Fachforen werden wir unsere Konzepte fü r funktional sichere<br />

Systeme und Cyber-Security fü r Landmaschinen vorstellen.“<br />

Das Verbundprojekt Fahrerkabine 4.0 wird auf der Messe demonstrieren,<br />

wie Assistenzsysteme kü nftig dabei helfen, die<br />

verfü gbare Arbeitsleistung effizienter zu nutzen. Ist der<br />

Maschinenfü hrer während eines automatisierten Arbeitsvorganges<br />

wenig beansprucht, erkennt die Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

des Fahrerkabinenkonzeptes diesen Zustand und bietet<br />

Zusatzaufgaben an, um die Produktivität in ineffizienten Phasen<br />

des Arbeitsprozesses zu optimieren. InMach arbeitet in diesem<br />

Projekt mit den Instituten Mobile Arbeitsmaschinen sowie Arbeitswissenschaft<br />

und Betriebsorganisation des KIT in Karlsruhe, dem<br />

Institut fü r Agrartechnik der Universität Hohenheim, dem Maschinenhersteller<br />

Claas und Budde Industriedesign zusammen.<br />

Bild: InMach<br />

www.inmach.de<br />

STARKE HYDRAULIKSYSTEME FÜR<br />

PRÄZISE BEARBEITUNGSMASCHINEN<br />

Hydraulisch geregelte Achsen in industriellen Produktionsmaschinen ermöglichen<br />

eine effiziente und präzise Fertigung von zum Teil schweren Bauteilen mit hoher Prozesssicherheit.<br />

Die anzufahrenden Positionen der einzelnen Achsen werden über die<br />

zentrale Maschinen-Steuerung verteilt, die jeweiligen Positionier- und Regelaufgaben<br />

werden dann von den auf den einzelnen Proportional-Schieberventilen montierten<br />

DSV-Elektronikeinheiten durchgeführt. Sie übernehmen sowohl die Betätigung des<br />

Ventilkolbens als auch die komplette Regelung der Achsposition. SOLUTIONS SINCE 1946<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 13


WIRTSCHAFTSBILANZ<br />

TÜRKISCHER MASCHINEN- UND ANLAGENBAU<br />

BEEINDRUCKENDES EXPORTWACHSTUM<br />

IM ERSTEN HALBJAHR <strong>2023</strong><br />

MENSCHEN UND MÄRKTE<br />

Mit mehr als 20.000 Mitgliedsunternehmen<br />

aus 23 Branchen im Maschinenbau ist die<br />

Exportunion MAIB, international besser bekannt<br />

als “Turkish Machinery” eine der stärksten und<br />

einflussreichsten Organisationen in der<br />

Industrielandschaft der Türkei. Die Hauptaufgabe<br />

von Turkish Machinery ist, die Exporte türkischer<br />

Maschinen- und Anlagenbauer nachhaltig zu<br />

steigern und die Vielfalt der Exporte zu erhöhen.<br />

Mit ihren internationalen Partnern bietet<br />

MAIB ihren Mitgliedern wichtige<br />

Vernetzungsmöglichkeiten auf Messen und<br />

Handelsmissionen und anderen Veranstaltungen.<br />

Der türkische Maschinen- und Anlagenbau hat im ersten<br />

Halbjahr <strong>2023</strong> einen bemerkenswerten Anstieg der Exporte<br />

verzeichnet. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum<br />

des Vorjahres konnte eine eindrucksvolle Wachstumsrate<br />

von 16,5 % erzielt werden. Besonders hervorzuheben ist der<br />

Monat Juli <strong>2023</strong>, der sich als der auftragsstärkste Monat erwies.<br />

Mit Blick auf die aktuelle Auftragslage prognostizieren Experten,<br />

dass das gesamte Jahr <strong>2023</strong> einen Exportumsatz von über 45 Milliarden<br />

USD für den türkischen Maschinen- und Anlagenbau<br />

bringen wird.<br />

ENGER PARTNER DEUTSCHLAND<br />

NACHHALTIGKEITS-AKTIONSPLAN IM<br />

MASCHINENBAU<br />

Turkish Machinery hat im März <strong>2023</strong> einen für die<br />

Maschinenbauindustrie angefertigten Nachhaltigkeitsaktionsplan<br />

mit entsprechenden Handlungsfeldern in<br />

türkischer Sprache veröffentlicht. Die deutsche Zusammenfassung<br />

ist über folgenden Link zu erreichen:<br />

https://tinyurl.com/nachhaltigkeit-turkei<br />

Deutschland bleibt weiterhin das mit Abstand wichtigste Exportziel<br />

für die türkische Branche. Zwischen Januar und Juli <strong>2023</strong><br />

konnten Exporte im Wert von über 1,8 Milliarden USD nach<br />

Deutschland verzeichnet werden. Dies bedeutet einen beeindruckenden<br />

Anstieg von fast 12 % im Vergleich zum Vorjahr 2022.<br />

Deutschland wird dabei von Russland, den USA, Italien, dem<br />

Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien, Polen, dem Irak<br />

und Rumänien gefolgt. Führend in den Exporten sind die Branchen<br />

Kühlanlagen für Industrie und Haushalte, Verbrennungsmotoren<br />

und Komponenten, Baumaschinen, Reinigungs- und<br />

Trocknungsmaschinen sowie Pumpen und Kompressoren.<br />

Die erfreuliche Entwicklung der Exporte des türkischen Maschinen-<br />

und Anlagenbaus unterstreicht die hohe Qualität und<br />

Innovationskraft dieser Branche. Die Unternehmen setzen weiterhin<br />

auf eine starke globale Präsenz und die Erschließung neuer<br />

Märkte, um ihr beeindruckendes Wachstum fortzusetzen.<br />

MIT DIGITALISIERUNG ZUR GRÜNEN<br />

PRODUKTION<br />

Dabei rücken die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit<br />

immer mehr in den Fokus der Unternehmen. Die grüne und digitale<br />

Transformation ist für eine Industrie, die den Großteil ihrer<br />

Exporte nach Europa realisiert insbesondere mit Hinblick auf<br />

den EU Green Deal und den Zielen der COP27 und CBAM unumgänglich.<br />

Kutlu Karavelioğlu, Präsident von Turkish Machinery hierzu:<br />

„Das Ziel der Maschinenbauer ist es, die „Net Zero“ noch vor<br />

2053 zu erreichen. Mit den Erfolgen und Erkenntnissen aus der<br />

Digitalisierung unserer Industrie werden wir die Energieeffizienz<br />

der Maschinen steigern und gleichzeitig auf die Diversifizierung<br />

von Quellen erneuerbarer Energie setzen. Der Fortschritt des<br />

Transformationsprozesses, der in allen unserer 23 Branchen des<br />

Maschinenbaus begonnen hat, ist für unsere Leistungsbilanz von<br />

großer Bedeutung.“<br />

Das türkische Handelsministerium unterstützt Unternehmen<br />

im Rahmen der „Financing the green transition“, welche durch<br />

die Europäische Kommission ins Leben gerufen wurde. Unternehmen<br />

bekommen die Möglichkeit und den Zugang zu Ressourcen,<br />

um ihren ökologischen Fußabdruck zu ermitteln und entsprechende<br />

Aktionspläne herauszuarbeiten. Hierfür stehen sowohl<br />

staatliche Organe, Finanzdienstleister, Akademiker und<br />

Fachleute in engem Kontakt und arbeiten Digital Mentoring Programme<br />

aus.<br />

Bild: JEGAS RA – stock.adobe.com<br />

www.makinebirlik.com<br />

14 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


SZENE<br />

NEUE VERTRIEBSPARTNERSCHAFT<br />

SMC Deutschland und die Landefeld Druckluft und Hydraulik<br />

GmbH haben eine Vertriebspartnerschaft abgeschlossen.<br />

Landefeld ist ein führender und europaweit agierender Lieferant<br />

für Komponenten der Pneumatik, Hydraulik und Industriebedarf.<br />

Durch die Kooperation erweitern die beiden Unternehmen<br />

ihr Produkt- und Serviceportfolio, um<br />

Industriekunden noch umfassendere<br />

Leistungen zuverlässig anbieten zu können.<br />

SMC setzt seit Jahren auf ein umfangreiches<br />

Netzwerk an Vertriebspartnern und<br />

hat dieses mit Landefeld jetzt noch einmal<br />

um einen erfahrenen Systemlieferanten<br />

erweitert. Das familiengeführte Unternehmen<br />

mit Sitz im hessischen Kassel beliefert<br />

Kunden vom Maschinen- und Anlagenbau<br />

über die Lebensmittel- und Pharmaindustrie<br />

bis hin zum Automotive- und Chemiebereich<br />

mit branchenübergreifenden<br />

Lösungen. Dabei umfasst der Pool an Kunden neben Großkonzernen<br />

und mittelständischen Unternehmen auch kleine<br />

Handwerksbetriebe und sogar Privatpersonen. Zum von<br />

Landefeld angebotenen Komplett-Service für das Portfolio von<br />

rund 300.000 Artikeln namhafter Hersteller gehören u. a. ein<br />

24h-Lieferservice, technische Beratung<br />

(sowohl im Innendienst als auch vor Ort),<br />

Programmierung und Parametrierung<br />

sowie Energy Saving Services.<br />

Bild: v.l.: Michael Schultz (Manager<br />

Distribution SMC Deutschland), Torsten<br />

Wöhler (Head of Sales SMC Deutschland),<br />

Lars Landefeld (Geschäftsführer Landefeld<br />

Druckluft und Hydraulik GmbH), Christian<br />

Ziegler (Director Sales & Digitization SMC<br />

Deutschland) und Pascal Borusiak (Director<br />

Business Operations SMC Deutschland)<br />

www.smc.eu<br />

BÜRKERT ERÖFFNET ERWEITERUNGSBAU IN FRANKREICH<br />

Im Rahmen einer offiziellen<br />

Einweihungszeremonie wurde<br />

am 13. Juli <strong>2023</strong> der Erweiterungsbau<br />

des Bürkert Werks<br />

in Triembach au Val, Frankreich,<br />

eröffnet. Rund 15<br />

Millionen Euro investierte<br />

Bürkert Fluid Control Systems<br />

in die Erweiterung des französischen Produktionsstandorts, an<br />

dem industrielle Sensoren gefertigt werden.<br />

Neben dem ca. 1.500 Quadratmeter großen Logistikgebäude,<br />

das bereits Anfang März 2022 bezogen wurde, wurden Produktionsflächen<br />

mit einer Gesamtgröße von rund 4.000 Quadratmetern<br />

errichtet. „Die neuen Flächen werden künftig für die<br />

Entwicklung und Produktion des Durchflussmessers FLOWave<br />

genutzt sowie für einige produktionsunterstützende Bereiche“,<br />

erklärt Patrick Reimeringer, Geschäftsführer von Bürkert France.<br />

Eine Werkzeugwerkstatt sowie Büro- und Besprechungsräume<br />

komplettieren das Erweiterungsprojekt. Die bestehenden<br />

Räumlichkeiten werden weiterhin genutzt: „Durch die neu<br />

geschaffen Platzverhältnisse können zudem Abläufe neu<br />

organisiert werden“, ergänzt Reimeringer. „In Triembach ist über<br />

die letzten Jahre eine klare Fokussierung auf das Thema<br />

Sensorik erfolgt, sodass wir dort heute von einem regelrechten<br />

‚Kompetenz-Zentrum‘ sprechen können. Die Werkserweiterung<br />

ermöglicht nun das weitere Wachstum für Produktion, Innovation<br />

und letztlich Kreativität.“, so fasst Georg Stawowy, CEO der<br />

Bürkert-Gruppe, die Bedeutung des französischen Standortes<br />

im Hinblick auf das gesamte Unternehmen zusammen.<br />

www.burkert.com<br />

JOINT VENTURE GEPLANT<br />

Bosch Rexroth und Zhuhai Enpower Electric Co., mit Sitz in<br />

Zhuhai, China, planen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens<br />

für die Entwicklung und den Vertrieb von Off-Highway-Elektrifizierungs-produkten<br />

und -anwendungen – hauptsächlich<br />

für den chinesischen Markt. Die industrielle Führung<br />

wird bei Bosch Rexroth liegen. Entsprechende Vereinbarungen<br />

wurden am 12.<br />

September <strong>2023</strong><br />

unterzeichnet. Über<br />

Details der Vereinbarung<br />

haben beide<br />

Seiten Stillschweigen<br />

vereinbart. Die<br />

Gründung des Joint<br />

Ventures steht noch<br />

unter dem Vorbehalt<br />

der Zustimmung<br />

verschiedener Gremien, einschließlich der Kartellbehörden.<br />

Bild: Die Vereinbarungen für die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens<br />

wurden am 12. September <strong>2023</strong> von<br />

Jiang Guibin, Vorstandsvorsitzender von Zhuhai Enpower<br />

Electric, und Dr. Steffen Haack, CEO von Bosch Rexroth, unterzeichnet.<br />

Anwesend waren auch weitere Mitglieder der<br />

Geschäftsführungen beider Unternehmen.<br />

www.boschrexroth.com<br />

SCHMALZ EXPANDIERT IN SLOWENIEN<br />

In Slowenien hat die<br />

Schmalz Gruppe im<br />

September ihren 30.<br />

Standort gegründet. Die<br />

Vertriebsgesellschaft<br />

Schmalz d.o.o. sitzt in<br />

Vrhnika und konzentriert<br />

sich auf Südosteuropa.<br />

Bostjan Fortuna<br />

(Bild) leitet als Geschäftsführer<br />

die neue<br />

Niederlassung. Seine Sporen verdiente sich der 47-jährige<br />

Slowene als Außendienstmitarbeiter für Schmalz, er verfügt<br />

über viel Erfahrung im Vertrieb. Sein Team unterstützt Kundinnen<br />

und Kunden aus Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina,<br />

dem Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien bei allen<br />

Fragen zum kompletten Schmalz-Produktportfolio. Die neue<br />

Gesellschaft vertreibt damit sowohl Komponenten für die Vakuum-Automation<br />

als auch manuelle Handhabungssysteme. „Mit<br />

der neuen Repräsentanz in Slowenien werden wir unsere<br />

Entwicklung im südosteuropäischen Markt vorantreiben. Für<br />

uns ist die Gründung der Gesellschaft ein weiterer Schritt zur<br />

Erreichung unserer Wachstumsziele“, sagt Dr. Kurt Schmalz,<br />

geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH.<br />

www.schmalz.com<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 15


DIREKTANTRIEBE<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN TITEL<br />

BAUTEILREINHEIT<br />

TECHNISCHE SAUBERKEIT<br />

IN DER HYDRAULIK<br />

Boris Mette, Leiter Marketingkommunikation<br />

STAUFF<br />

16 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


DIREKTANTRIEBE<br />

Fremdpartikel im Hydrauliköl können die Funktion und Lebensdauer eines<br />

Hydrauliksystems erheblich beeinträchtigen. Deshalb setzen sowohl Maschinenund<br />

Anlagenbauer in der Erstausrüstung als auch Anwender in der Praxis auf eine<br />

leistungsfähige Filtration. Neben der Sauberkeit im laufenden Betrieb rückt die<br />

„initiale“ Sauberkeit immer mehr ins Blickfeld: Hier geht es um die Sauberkeit des<br />

Hydrauliksystems vor der Inbetriebnahme mobiler und stationärer Anlagen oder<br />

bei der Montage neuer Komponenten und Baugruppen.<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 17


DIREKTANTRIEBE<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN TITEL<br />

01 02<br />

Je komplexer Maschinen und Anlagen werden, desto wichtiger<br />

ist die Reinheit der Betriebsflüssigkeit für die optimale<br />

Funktion des Hydrauliksystems. Mit anwendungsspezifischen<br />

Konzepten aus Haupt- und Nebenstromfiltern, Belüftungsfiltern,<br />

Luftentfeuchtern etc. wird das Hydrauliköl kontinuierlich<br />

gefiltert und der Eintrag von Verunreinigungen und<br />

Feuchtigkeit über den „atmenden“ Hydrauliktank verhindert.<br />

Auch die Qualität des Frischöls und die Filtration bei der Befüllung<br />

werden berücksichtigt.<br />

Häufig vernachlässigt werden bislang die Verunreinigungen,<br />

die bereits vor der ersten Inbetriebnahme einer Gesamtanlage im<br />

Hydrauliksystem vorhanden sind. Hier kommt es auf die Partikelbelastung<br />

jeder einzelnen Komponente an. Sowohl Anlagenbauer<br />

(bei der Spezifikation von Zulieferteilen) als auch Anwender<br />

(bei Umbauten oder Nachrüstungen) können das Verschmutzungsrisiko<br />

vorausschauend minimieren.<br />

IM FOKUS: TECHNISCHE SAUBERKEIT<br />

Ausgehend von der Automobilindustrie wird „Technische Sauberkeit“<br />

inzwischen im gesamten Maschinenbau diskutiert und<br />

mit unterschiedlicher Konsequenz umgesetzt. Auslöser waren<br />

FERTIGUNG SENSIBLER TEILE<br />

IM SINNE DER TECHNISCHEN<br />

SAUBERKEIT ORGANISIERT<br />

vorzeitige Bauteilausfälle, z. B. bei Einspritzsystemen. Sie konnten<br />

auf Verunreinigungen zurückgeführt werden, die während<br />

der Produktion entstanden, aber nicht entfernt worden waren.<br />

Die zunehmende Sensibilität für das Thema „Bauteilsauberkeit“<br />

führte unter anderem zur Entwicklung einer ISO-Norm (ISO<br />

162329) und eines VDA-Regelwerks (VDA 19). Diese Regelwerke<br />

sind für die Automobilindustrie verbindlich. Die hier definierten<br />

Sauberkeitsstufen werden aber zunehmend auch auf hydraulische<br />

Systemkomponenten in anderen Bereichen angewendet. Sie<br />

definieren jeweils die maximale Partikelgröße, die an neu produzierten<br />

Bauteilen nachgewiesen werden kann.<br />

HYDRAULIK: PARTIKEL BIS ZU 1.000 μm<br />

01 Stauff hat bis <strong>2023</strong> bereits erheblich in Reinigungs- und<br />

Prüf anlagen investiert und übernimmt Verantwortung für das<br />

ganze Hydrauliksystem<br />

02 Versuchsreihen zeigen: Produkte aus der sauberen Fertigung bei<br />

Stauff haben Partikelgrößen von max. 273 µm (metallisch) bzw.<br />

213 µm (nichtmetallisch)<br />

03 Entlang der gesamten Prozesskette werden Maßnahmen zur<br />

Vermeidung bzw. Minimierung des Partikeleintrags getroffen<br />

Für die Hydraulik wird eine maximale Partikelgröße bis <strong>10</strong>00 µm<br />

im Allgemeinen als ausreichend angesehen. Es ist jedoch zu berücksichtigen,<br />

dass Verunreinigungen im Hydrauliksystem einen<br />

hohen Anteil an vorzeitigen Anlagenausfällen verursachen. Insbesondere<br />

metallische Partikel belasten das Hydrauliköl und<br />

können z. B. zu Verschleiß an Pumpen, Ventilen, Motoren, Zylindern,<br />

Dichtungen und Schläuchen führen. Besonders gefährdet<br />

sind Dichtflächen und Steuerkanten von Ventilen. Filter setzen<br />

sich schneller zu und müssen häufiger gewechselt werden. Diese<br />

und weitere Folgen belasten die Funktionalität und Lebensdauer<br />

der Hydraulik.<br />

Da metallische Verunreinigungen bei Neuteilen einen hohen<br />

Anteil ausmachen – schließlich entstehen sie bei der Zerspanung<br />

– empfiehlt Stauff Maschinen- und Anlagenbauern, eine höhere<br />

Reinheitsklasse zu wählen. Diese Option bieten die meisten Hersteller<br />

an. Allerdings ist dies mit zum Teil erheblichen Mehrkosten<br />

verbunden, die den Preis einer einfachen Baugruppe um das<br />

Fünffache erhöhen können. Die Entscheidung muss also getroffen<br />

werden: Steht dem finanziellen Mehraufwand ein entsprechender<br />

Nutzen gegenüber?<br />

STAUFF: PARTIKELGRÖSSE 500 μm<br />

ALS STANDARD<br />

Erstausrüstern und Anwendern des Stauff-Portfolios wird diese<br />

Entscheidung „kostenneutral“ abgenommen. Der Full-Liner für alle<br />

Komponenten des hydraulischen Leitungssystems hat die Fertigung<br />

von sauberkeitssensiblen Teilen, Baugruppen und Systemen<br />

standardmäßig im Sinne der Technischen Sauberkeit organisiert,<br />

die auf eine Partikelgröße von maximal 500 µm ausgelegt ist.<br />

Entlang der gesamten Prozesskette werden Maßnahmen zur<br />

Vermeidung bzw. Minimierung des Partikeleintrags von außen,<br />

der Partikelentstehung im Prozess und der Partikelverschleppung<br />

entlang der Prozesskette getroffen.<br />

Nach der Zerspanung werden die Einzelteile der Verbindungselemente<br />

in der Waschanlage der Fertigung von Spänen und Öl-<br />

18 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


RUBRIZIERUNGSEBENE<br />

03<br />

rückständen gereinigt. Vor der Beschichtung erfolgt eine zweite<br />

Reinigung (Beizen) beim Galvanikpartner, um eine gleichmäßige<br />

Oberflächensauberkeit vor diesem Bearbeitungsschritt zu gewährleisten.<br />

Nach der Beschichtung werden die Artikel in geschlossenen<br />

Transportbehältern an Stauff geliefert. Die Wege<br />

zwischen dem Galvanikpartner und den Stauff-Produktions- und<br />

Logistikstandorten im Sauerland sind kurz und erfordern keine<br />

Umladevorgänge, bei denen Transportkisten kippen und Verpackungen<br />

versehentlich geöffnet werden könnten.<br />

Im Rahmen der Wareneingangsprüfung werden die Verpackungen<br />

geöffnet. Die Bauteilsauberkeit ist danach Bestandteil<br />

der Qualitätssicherung, bevor die Artikel einzeln verpackt werden.<br />

Eventuelle Montageschritte finden ebenfalls unter Sauberraum-Bedingungen<br />

statt. Da Stauff dieses Konzept nicht als Option<br />

neben der eigentlichen Fertigung, sondern standardmäßig anwendet,<br />

entstehen für den Kunden keine zusätzlichen Kosten.<br />

GEPRÜFTE SAUBERKEIT<br />

In mehreren Versuchsreihen mit verschiedenen Messverfahren<br />

hat Stauff die Wirksamkeit der Maßnahmen untersucht. Dies geschieht<br />

u.a. mit Hilfe einer Prüfextraktionsanlage durch Ablösung<br />

der Partikel vom Prüfobjekt mit Flüssigkeit und Ultraschall in den<br />

Arbeitsschritten: Spritzen, Spülen, Einwirken/Anlösen, Ultraschall,<br />

Schütteln.<br />

Ein repräsentatives Beispiel aus vielen Messreihen: Bei einer<br />

90°-Winkelverschraubung aus der Standardproduktion<br />

(<strong>10</strong>00 µm) wurde der größte metallische Partikel mit 846 µm und<br />

der größte nichtmetallische Partikel mit 963 µm gemessen. Das<br />

ist etwas weniger als ein Millimeter und es ist leicht vorstellbar,<br />

dass Partikel dieser Größe Schäden z. B. an einem Ventil oder<br />

verschiedenen Dichtungen verursachen können. In der sauberen<br />

Produktion von Stauff dagegen war der größte metallische<br />

Partikel nur 273 µm und der größte nichtmetallische Partikel<br />

213 µm groß.<br />

Ebenso überzeugend sind die numerischen und gravimetrischen<br />

Analysen, also die Überprüfung von Anzahl und Gewicht<br />

der Partikel. Auf der konventionell hergestellten Winkelverschraubung<br />

wurden 22.806 Partikel mit einem Gesamtgewicht<br />

von 1,5 mg/<strong>10</strong>00 cm 3 gezählt. Auf dem gleichen Produkt aus der<br />

Fertigung im Sinne der Technischen Sauberkeit wurden 6253 Partikel<br />

mit einem Gesamtgewicht von 0,6 mg/<strong>10</strong>00 cm 3 gezählt.<br />

Dies zeigt: Auch technisch saubere Bauteile weisen noch Verunreinigungen<br />

an der Oberfläche auf, allerdings in deutlich geringerer<br />

Menge und, wie oben beschrieben, bei Stauff mit deutlich<br />

geringerer Partikelgröße.<br />

VERANTWORTUNG FÜR DAS GANZE SYSTEM<br />

Verfügbarkeit und Lebensdauer aller Funktionseinheiten des hydraulischen<br />

Antriebs steigen mit der Reinheit des Hydrauliköls.<br />

Während in der Hydraulik bisher vor allem der Eintrag von Verunreinigungen<br />

von außen und die Pflege des Öls im laufenden<br />

Betrieb im Vordergrund standen, rückt zunehmend auch die „initiale“<br />

Reinheit in den Fokus. Die einzeln verpackte Hydraulikkomponente<br />

aus sauberer Produktion ist für die nachhaltige<br />

Pflege der Hydraulikflüssigkeit ebenso wichtig wie die betriebsbegleitenden<br />

Maßnahmen Fluidfiltration, Belüftungsfiltration,<br />

Nachfüllen von filtriertem Frischöl und regelmäßige Ölanalysen<br />

vor Ort oder durch ein externes Labor.<br />

Stauff hat bis <strong>2023</strong> bereits erheblich in Reinigungs- und Prüfanlagen<br />

investiert, die eine erhöhte Bauteilsauberkeit sicherstellen.<br />

Damit ist der Full-Liner für alle Komponenten hydraulischer Leitungssysteme<br />

dem Markt voraus und übernimmt Verantwortung<br />

für das ganze Hydrauliksystem. Ein nicht zu vernachlässigender<br />

Aspekt ist hier wie generell bei dem hohen Qualitätsanspruch<br />

von Stauff die besondere Fertigungstiefe im eigenen Haus – kurze<br />

Wege zwischen Produktion, Logistik und Lager sowie zum sorgfältig<br />

ausgewählten Kooperationspartner, dem Galvanikdienstleister“<br />

um die Ecke“.<br />

Bilder: Stauff<br />

www.stauff.com<br />

POINTIERT<br />

STAUFF INVESTIERT IN DIE TECHNISCHE<br />

SAUBERKEIT SENSIBLER BAUTEILE<br />

SAUBERKEIT BEI STAUFF IST ERHEBLICH<br />

GRÖSSER ALS DER STANDARD<br />

FERTIGUNGSTIEFE DES UNTERNEHMENS<br />

HIER EIN VORTEIL<br />

ZAHLREICHE NUMERISCHE UND GRAVIME-<br />

TRISCHE ANALYSEN BELEGEN ERFOLG<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 19


DICHTUNGSTECHNIK<br />

GELAGERTE DICHTUNGEN<br />

LIEGENLASSEN LOHNT SICH<br />

Objektiv Z20:X30<br />

Objektiv Z20:X50<br />

Objektiv Z20:X30<br />

Objektiv Z20:X50<br />

Auch eine Knick- und Dehnprüfung belegt es – Bei richtiger Lagerung<br />

werden von OVE beschichtete Dichtungen besser<br />

Von OVE Plasmatec gewaschene,<br />

tiefengereinigte und beschichtete<br />

Elastomerdichtungen zeigen durch Lagerung<br />

verbesserte Werte. Entgegen den Vermutungen<br />

sinken Reibwerte und damit verbunden<br />

Einpresskräfte für die Montage. Dies belegt ein<br />

Langzeittest mit regelmäßigen Prüfungen.<br />

Nun will der Endabnehmer mehr zur Lagerfähigkeit der Dichtungen<br />

wissen und vor allem, ob und wie sich die beschichteten<br />

Dichtungen durch die Lagerung verändern. Das auf zwei Jahre<br />

angelegte Projekt sieht monatliche Prüfungen der zurückgestellten<br />

Dichtungen vor. Hierfür liefert er sogar die Prüfmittel und<br />

führt einmal jährlich eine Prüfmittelüberwachung durch. Bereits<br />

nach knapp 20 Monaten steht ein unumkehrbarer Trend fest: Die<br />

beschichteten Dichtungen werden durch die Lagerung nicht<br />

schlechter. Im Gegenteil, die Reib- und Steckkräfte verbessern<br />

sich, die Einpresskräfte sinken – bisher um etwa 20 %. Das bringt<br />

erhebliche Verbesserungen und mehr Sicherheit in der automatisierten<br />

Montage.<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

„Dass Dichtungen mit unseren Beschichtungen in der Anwendung<br />

regelmäßig Bestwerte hinsichtlich Reibung und Verschleiß<br />

erzielen, sind wir ja schon gewohnt. Dass sich die Werte jedoch<br />

verbessern, wenn die Dichtungen im Lager liegen, das konnten<br />

wir alle zunächst nicht glauben“, berichtet Carsten Ebert, Technischer<br />

Leiter bei OVE Plasmatec. Was alle Beteiligten überrascht,<br />

lässt sich jedoch belegen. Einbehaltene Rückstellmuster von beschichteten<br />

Dichtungen aus einem Kundenprojekt, das 2021 startete,<br />

werden seitdem monatlich auf ihr Lagerverhalten untersucht<br />

und zeigen jedes Mal niedrigere Reib- und Steckkraft-Werte. Das<br />

bedeutet, dass die Einpresskräfte in der Montage geringer werden.<br />

Dieser Trend ist bereits nach 19 Monaten eindeutig, obwohl<br />

das Projekt auf 24 Monate ausgelegt ist.<br />

TRANSPARENT ANGELEGTER LANGZEITTEST<br />

Doch der Reihe nach: Ein großer und bekannter Hersteller von<br />

Elektromotoren für E-Bikes setzt in den Kupplungsstiften eine<br />

sehr kleine Dichtung ein. Die sitzt genau dort, wo der Antrieb<br />

entkoppelt wird, wenn das E-Bike eine bestimmte Geschwindigkeit<br />

erreicht hat und keine elektrische Unterstützung mehr erhalten<br />

soll. Weil die Anforderungen an eine erhöhte Sauberkeit hoch<br />

sind, lässt ein bekannter Dichtungshersteller die Produkte von<br />

OVE Plasmatec waschen, plasmareinigen und beschichten. Der<br />

Prozess läuft für alle Beteiligten sehr transparent ab.<br />

DICHTUNGEN, DIE SICH WIE GUTER WEIN<br />

VERHALTEN<br />

Carsten Ebert, der das Projekt bei OVE leitet und überwacht, ist<br />

begeistert und zieht schmunzelnd Parallelen zum Wein. „Das ist<br />

fast wie bei einem guten Bordeaux, der mit zunehmendem Alter<br />

auch immer besser wird.“ Tatsächlich werden Kunden die Dichtungen<br />

keine zehn Jahre oder noch länger lagern. Aber für den<br />

Endkunden ist das Ergebnis wichtig, kann er doch mit ganz anderen<br />

Losgrößen für die Bestellungen rechnen, wenn er weiß, dass<br />

die Qualität der Dichtungen samt Beschichtung im Lager nicht<br />

leidet. In Zeiten, in denen Lieferketten brüchig geworden sind<br />

und viele Unternehmen wieder eigene Lager aufbauen, ist dies<br />

natürlich ein wichtiges Ergebnis. Denn so bleibt auch der Motorenhersteller<br />

stets lieferfähig.<br />

Für Ebert steht das Fazit schon heute, vier Monate vor Ende des<br />

Testzeitraums, fest: Bei richtiger Lagerung hinsichtlich Temperatur<br />

und Feuchtigkeit, in einem geschlossenen Beutel, werden die<br />

von OVE beschichteten Dichtungen besser. Kräfte reduzieren<br />

sich, die Montage kann mit bis zu 20 % niedrigeren Einpresskräften<br />

planen.<br />

Bilder: OVE Plasmatec<br />

www.ove-plasmatec.de<br />

20 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


MARKTPLATZ<br />

NEUE GENERATION AN DREHGEBERN<br />

Im Rahmen der ehrgeizigen<br />

NEXTGEN-Initiative hat<br />

Sensorhersteller Posital<br />

sein komplettes Portfolio<br />

an magnetischen IXARC-<br />

Drehgebern einer umfassenden<br />

Aktualisierung<br />

unterzogen. Während inkrementale Geräte, die auf der neuen<br />

Technologie-Plattform basieren, bereits seit einigen Monaten<br />

erhältlich sind, bringt das Unternehmen jetzt auch eine neue<br />

Generation von Absolutwertgebern auf den Markt. Die neuen<br />

IXARC-Absolutgeber, die es wahlweise als Single- sowie<br />

Multiturn-Modelle gibt, warten mit verbesserter Performance<br />

(bis zu 18 Bit Auflösung) und einem optimierten Wiegand-Paket<br />

auf, das einen neuen, in Eigenregie entwickelten ASIC als<br />

Logikcontroller für das batterielose Multiturn-System enthält.<br />

Die ersten IXARC-Absolutgeber der nächsten Generation sind<br />

mit SSI-Kommunikationsschnittstellen erhältlich. Weitere<br />

Schnittstellen, einschließlich CANopen, Feldbus und Industrial<br />

Ethernet, werden in den nächsten Monaten eingeführt.<br />

Zum NEXTGEN-Upgrade der Multiturn-Drehgeber gehört auch<br />

eine aktualisierte Serie der SMD-bestückbaren Wiegand-Sensoren,<br />

die in einer neuen, vollautomatischen Produktionslinie<br />

hergestellt werden. Die Fertigung ist auf eine Jahreskapazität<br />

von über einer Million Stück ausgelegt.<br />

Trotz ihrer innovativen Technologie sind die neuen IXARC-Absolutwertgeber<br />

mechanisch und elektrisch voll kompatibel zu den<br />

bisherigen Modellen.<br />

www.posital.de<br />

SAFETY DISTANCE EINFACH ERMITTELN<br />

Das neue browserbasierte Softwaretool „Safety Distance<br />

Calculator“ von Pilz ermöglicht Anwendern eine vereinfachte<br />

und schnelle Berechnung von Sicherheitsabständen für alle<br />

marktgängigen Sicherheits-Lichtgitter. Das kostenfreie digitale<br />

Berechnungstool ermittelt anhand der eingegebenen Werte<br />

deren notwendigen<br />

Sicherheitsabstand und<br />

schlägt das jeweilig<br />

passende Lichtgitter vor.<br />

Anwender erhalten eine<br />

Auswahl an Varianten: aus<br />

der Produktfamilie der<br />

Sicherheitslichtgitter<br />

PSENopt bzw. PSENopt II.<br />

Da die Suche nach dem<br />

passenden Lichtgitter deutlich kürzer ist, sparen Anwender Zeit.<br />

Die Abstandsrechnung über den Calculator bringt somit<br />

Vorteile für Industriebereiche wie etwa dem Sondermaschinenbau,<br />

wo der Sicherheitsabstand häufig neu berechnet werden<br />

muss. Integrierte Infopunkte mit vertiefenden Erklärungen<br />

unterstützen bei der Suche, eine grafische Darstellung veranschaulicht<br />

die eigene Berechnung, so dass diese einfach<br />

nachvollziehbar ist.<br />

Anwender profitieren durch flexible Möglichkeiten mit Blick auf<br />

die Umrüstung ihrer Anlage. Zur Verfügung stehen eine<br />

deutsche sowie eine englische Sprachversion des Berechnungstools.<br />

Anwender können das Tool online über die Pilz-Website<br />

aufrufen.<br />

www.pilz.com<br />

WASSERGEHALT IN INDUSTRIELLEN ÖLEN<br />

ÜBERWACHEN<br />

Um ein Getriebe, einen Transformator oder eine industrielle<br />

Anlage über einen langen Zeitraum sicher und stabil zu<br />

betreiben, ist es oft notwendig die Beschaffenheit der<br />

Schmierstoffe mit<br />

Unterstützung von<br />

Sensorik zu überwachen.<br />

Für solche Überwachungsfunktionen<br />

hat<br />

die IST AG den neuen<br />

Moisture-in-Oil-Sensor<br />

entwickelt. Dabei<br />

handelt es sich um ein kompaktes, digitales Feuchte- und<br />

Temperaturmodul (RH/T), das den relativen Sättigungsgrad<br />

von Wasser in %RH (Wasseraktivität aw in %) in Ölen und<br />

Kraftstoffen misst. Diese Messmethode hat gegenüber der<br />

Messung des absoluten Wassergehalts (in ppm H2O) einen<br />

wesentlichen Vorteil, denn sie spiegelt stets die aktuelle<br />

Beschaffenheit und Leistungsfähigkeit des Öls wider.<br />

Mit seinem robusten und kompakten Einschraubgehäuse<br />

aus Edelstahl, ist der neue Moisture-in-Oil-Sensor ideal für<br />

den Einsatz in einer Industrieumgebung geeignet. Über eine<br />

universelle, digitale Elektronikschnittstelle (I2C) kann der<br />

Sensor leicht in unterschiedliche Mess- und Überwachungssysteme<br />

integriert werden. Geliefert wird der Sensor<br />

temperaturkompensiert und kalibriert und zusätzlich ist für<br />

Evaluationszwecke ein Testboard mit analogen (0-<strong>10</strong>V)<br />

Ausgängen erhältlich. Die IST AG bietet den Herstellern von<br />

Messgeräten auch für diesen Sensor anwendungsspezifische<br />

Konfektionierungs- und Kalibrierlösungen an.<br />

www.ist-ag.com<br />

POS-321-P<br />

Positioniersteuerung mit<br />

Funktionserweiterung über<br />

FlexiMod<br />

Frei definierbare Zusatzfunktionen,<br />

über Skript-Programmierung beliebig anpassbar<br />

Kostenloser Software-Assistent zur einfachen<br />

und schnellen Inbetriebnahme<br />

Alle Infos unter www.w-e-st.de<br />

contact@w-e-st.de<br />

NEU!<br />

Produktfinder-APP<br />

im Google PlayStore


STANZEN, PRESSEN UND UMFORMMASCHINEN<br />

HYDROSPEICHER FÜR MEGA-DRUCKGIESSMASCHINE<br />

ALUMINIUMDRUCKGUSS MIT<br />

DEM GEWICHT DES EIFFELTURMS<br />

Speicheranlagen<br />

von Roth Hydraulics sind<br />

komplett verrohrt,<br />

verfügen über alle<br />

notwendigen Sicherheitsund<br />

Überwachungseinrichtungen<br />

und entsprechen<br />

internationalen<br />

Regelwerken<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Das Unternehmen Bühler hat Mitte Juni zum<br />

ersten Mal in Europa seine neue Megacasting-<br />

Lösung Carat 840 Vertretern aus der Druckgussund<br />

Automobilindustrie vorgestellt. Die<br />

Maschine ist ca. 7,6 m hoch und nimmt eine<br />

Grundfläche von 160 m 2 ein. Der Nutzen:<br />

Größere und komplexere Druckgussteile<br />

ermöglichen eine effizientere Autoproduktion.<br />

Binnen Millisekunden bringen die neuen<br />

Multicasting-Lösungen über 200 kg Aluminium<br />

in Form. Eine Hydrospeicheranlage von Roth<br />

Hydraulics spielt dabei eine zentrale Rolle, um<br />

die Gießkräfte zuverlässig und energieeffektiv<br />

bereitzustellen.<br />

Sophie Cyriax, Leitung Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Roth Hydraulics GmbH, Biedenkopf<br />

Die Automobilhersteller gehen in ihrer Produktion neue<br />

Wege. Für die Fertigung großformatiger und komplexer<br />

Bauteile aus Aluminium für Karosserien sind neue Produktionsprozesse<br />

mit hohen Schließkräften nötig, etwa<br />

um vordere oder hintere Unterböden für Fahrzeuge herzustellen.<br />

Die neuen Druckgießmaschinen Carat 840 und Carat 920 der Bühler<br />

AG aus Uzwil in der Schweiz ermöglichen solche Produktionslösungen.<br />

Zentraler Baustein ist dabei eine extrem leistungsstarke<br />

und präzise Gießeinheit mit einer gleichmäßigen Schließkrafteinleitung.<br />

Für die zuverlässige Bewältigung dieser Anforderung entschied<br />

sich Bühler für den Einsatz einer Druckspeicheranlage der<br />

Roth Hydraulics GmbH aus Biedenkopf in Mittelhessen. Sie ist der<br />

Antrieb der Gießeinheit, die maßgeblich die Bauteilqualität erzeugt<br />

und für eine dauerhaft verlässliche Leistung sorgt.<br />

1,5 M KOLBENHUB IN NUR <strong>10</strong>0 MS<br />

Der Anspruch an die Speicheranlage ist vielseitig: Einerseits<br />

benötigen die neuen Lösungen eine größere Menge an gespeicherter<br />

Energie und andererseits eine extrem rasche Leistungsentfaltung,<br />

um die notwendige Dynamik der Gießeinheit<br />

sicherzustellen. So entfaltet etwa die Carat 920 Gießeinheit<br />

2.130 kN dynamische Gießkraft und 5.340 kN Nachdruck. Die besondere<br />

Herausforderung ist hierbei, in der zweiten Phase des<br />

Gießprozesses innerhalb von <strong>10</strong>0 ms rund 1,5 m Kolbenhub zu<br />

ermöglichen. Die Beschleunigung des Gesamtsystems inklusive<br />

des flüssigen Aluminiums erfolgt praktisch von Null aus. „Die Carat<br />

920 kann innerhalb von Millisekunden mehr als 200 Kilogramm<br />

flüssiges Aluminium in eine Form einschießen. Dabei<br />

22 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


Mit einer Höhe von 7,6 m und einer Grundfläche von rund 160 m 2<br />

kann die Carat 840 von Bühler innerhalb von Millisekunden über<br />

200 kg flüssiges Aluminium in die Form spritzen<br />

hält sie die Form mit einer Kraft von 92.000 Kilonewton zusammen.<br />

Das ist, als ob der gesamte Eiffelturm mit seinem Gewicht<br />

von rund 9.000 Tonnen auf die Form pressen würde“, erklärt<br />

Michael Cinelli, Product Manager, Bühler Die Casting.<br />

Die Hydrospeicheranlage von Roth Hydraulics schafft diese<br />

Produktionsaufgabe mit Leichtigkeit und hoher Genauigkeit.<br />

Für das Erreichen solcher Lösungen kooperieren die Experten<br />

von Bühler und Roth Hydraulics seit vielen Jahren.<br />

Michael Cinelli: „Die langjährige Zusammenarbeit in der Komponentenentwicklung<br />

mit Roth hat es immer wieder ermöglicht,<br />

neue Lösungen rasch zu entwickeln und bestehende<br />

Technologie weiterzuentwickeln. Im gemeinsamen Fokus steht<br />

dabei immer der Endkunde und die erforderte Zuverlässigkeit<br />

der Komponenten.“<br />

Die größten Druckgießmaschinen der Carat Serie sind so<br />

groß wie ein Haus. Sie sind acht Meter hoch und stehen auf<br />

einer Grundfläche von rund 160 m 2 . Zudem verfügt die Zweiplatten-Technologie<br />

der Carat über ein patentiertes und<br />

steifigkeitsoptimiertes Plattendesign für eine gleichmäßige<br />

Schließkrafteinleitung, die eine minimale Plattendurchbiegung<br />

und eine hohe Maßgenauigkeit der Gussteile sicherstellt. In<br />

Kombination mit der einzigartigen echtzeitgeregelten Gießeinheit<br />

von Bühler und der DataView-Steuerung bietet die Carat<br />

höchste Gießdynamik und -qualität.<br />

PRODUKTIVITÄT ERHÖHEN, UMWELT SCHONEN<br />

Die enorme Leistungsdichte von Hydrospeichersystemen sowie<br />

das passgenaue Freisetzen der Energie in der richtigen Menge<br />

und zum benötigten Zeitpunkt in der Druckgussfertigung spart<br />

elektrische Energie und reduziert die erforderliche Anschlussleistung<br />

erheblich. Zusätzlich ermöglicht die Verwendung von<br />

recyceltem Aluminium oder durch erneuerbare Energien gewonnenes<br />

Aluminium das Potenzial einer CO 2<br />

-neutralen Produktion.<br />

Als ein Bestandteil der ganzen Produktionskette<br />

verbessert dies den ökologischen Fußabdruck des Endprodukts,<br />

in dem Fall des Fahrzeugs.<br />

Die Vision von Bühler für die Zukunft der Druckgussindustrie<br />

ist 0 % Ausschuss, 40 % weniger Zykluszeit und 24/7-Verfügbarkeit.<br />

Je größer die Gussteile, desto größer ist der Hebel zur<br />

Reduktion der Produktionskosten mittels Reduktion von Zykluszeit,<br />

Ausschuss und der Erhöhung der Verfügbarkeit. Bühler<br />

ist Vorreiter mit Maschinen für die Fertigung großer Druckgussteile<br />

und Weltmarktführer in diesem Segment.<br />

DIE AM SCHWERSTEN<br />

ARBEITENDEN<br />

MASCHINEN<br />

VERTRAUEN AUF<br />

HYDRAFORCE.<br />

Stehen Sie vor Herausforderungen beim Design Ihrer<br />

Maschine? Die Antworten finden Sie bei HydraForce –<br />

dem führenden Hersteller von hydraulischen Präzisions-<br />

Bewegungssteuerungen für mobile und industrielle<br />

Anwendungen. Durch die Zusammenarbeit mit HydraForce<br />

haben Sie Zugang zu unübertroffenem Engineering-Knowhow,<br />

dem breitesten Portfolio von Einschraubventilen,<br />

kundenspezifischen Multifunktionsventilblöcken<br />

und branchenführenden Fernverwaltungslösungen.<br />

Mit HydraForce haben Sie die Kraft, eine bessere<br />

Maschine zu bauen. Besuchen Sie HydraForce.com.<br />

ÄHNLICHE WERTE SCHAFFEN INNOVATION<br />

Frank Fuchs, Geschäftsführer von Roth Hydraulics, erklärt: „Familiengeführte<br />

Unternehmen verfolgen ähnliche Werte und<br />

stellen die persönliche Kundenbeziehung in den Fokus. Wir<br />

freuen uns und sind stolz darauf, dass wir auf dieser Basis schon<br />

viele Jahre mit Bühler kooperieren. Der Einsatz unserer Hydrospeicheranlagen<br />

in der neuen Carat Baureihe untermauert unsere<br />

erfolgreiche Partnerschaft.“<br />

Bilder: Bühler, Roth Hydraulics<br />

www.buhlergroup.com<br />

www.roth-hydraulics.de<br />

Halle 16 / Stand B12<br />

Lincolnshire, IL, USA +1 847-793-2300<br />

Birmingham, UK +44 121 333 1800<br />

Changzhou, China +86 519 6988 1200<br />

São Paulo, Brasilien +55 11 4786 4555<br />

Eussenheim, DE +49 9353 9855 86<br />

Karlsruhe, DE +49 721 2048 3493<br />

Zweibrücken, DE +49 6332 79 2350<br />

© <strong>2023</strong> HydraForce, Inc.


SCHUTZELEMENTE<br />

KUNSTSTOFFKAPPEN UND -STOPFEN<br />

HYDRAULISCHE KOMPONENTEN<br />

NACHHALTIG SCHÜTZEN<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Technische Sauberkeit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal<br />

in der <strong>Fluidtechnik</strong>. Die Verschmutzung von<br />

funktionsentscheidenden Bauteilen kann zu Störungen<br />

oder sogar zum Ausfall eines ganzen Systems führen.<br />

Schutzelemente aus Kunststoff von Pöppelmann Kapsto<br />

beugen diesem Szenario vor.<br />

Kundenspezifikationen enthalten immer konkretere Anforderungen<br />

an die Sauberkeit hydraulischer Komponenten.<br />

Dazu gehört zum Beispiel das professionelle Verschließen<br />

der verschiedenen Öffnungen und Anschlüsse, um Bauteile<br />

vor dem Eindringen von Reinigungsflüssigkeit, Farbe und<br />

Schmutzpartikeln zu schützen und auf dem Transportweg vor<br />

Beschädigungen zu bewahren. Ein echter Profi auf dem Gebiet<br />

der Schutzlösungen ist Pöppelmann Kapsto. Die Division der<br />

Pöppelmann Gruppe aus dem niedersächsischen Lohne entwickelt<br />

und produziert Schutzkappen und -stopfen, Griff- und<br />

Schraubkappen sowie individuell für kundenspezifische Anwendungen<br />

konzipierte Artikel, die das Eindringen von Schmutz in<br />

sensible und funktionsentscheidende Komponenten verhindern.<br />

In dem umfangreichen Normteileprogramm von Pöppelmann<br />

Kapsto finden Kunden für zahlreiche Anwendungen auf Anhieb<br />

die passende Schutzlösung. Mehr als 3.000 unterschiedliche Kap-<br />

24 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


SCHUTZELEMENTE<br />

01 Neue Pumpen-Baureihe R6 von<br />

Rickmeier mit individuell entwickelten<br />

Schutzelementen mit Logo-Gravur<br />

pen und Stopfen aus Kunststoff werden direkt ab Lager geliefert.<br />

Zu den Qualitätsmerkmalen der kleinen Helfer, die am vorgesehenen<br />

Ort große Wirkung entfalten, zählen zum Beispiel die exakte<br />

Passgenauigkeit sowie eine anwenderfreundliche Montage<br />

und Demontage.<br />

KUNDENSPEZIFISCHE SCHUTZLÖSUNGEN –<br />

KEIN PROBLEM<br />

VOM ENTWURF BIS ZUR KLEINSERIE –<br />

ALLES AUS EINER HAND<br />

Nach einer positiv ausgefallenen Machbarkeitsprüfung erhält der<br />

Kunde innerhalb eines Tages das Angebot inklusive Artikelkonzept<br />

(technische Zeichnung oder Artikelskizze). Auf CAD-Basis<br />

erfolgen Artikelkonstruktion und Prototyp-Erstellung. Je nach Anforderung,<br />

kommt zur Herstellung eines Ansichts- bzw. Funktionsmusters<br />

aus Serienmaterial eine der beiden Serviceleistungen<br />

Rapid Prototyping oder Rapid Tooling zum Einsatz: Mithilfe der<br />

additiven Fertigung lassen sich nach verschiedenen Verfahren<br />

WIR GESTALTEN INDIVIDUELLE<br />

SCHUTZELEMENTE AUCH GANZ<br />

NACH BEDARF<br />

Gelegentlich kann es schon einmal vorkommen, dass selbst das<br />

riesige Normprogramm von Pöppelmann Kapsto kein optimal geeignetes<br />

Schutzelement bietet, denn Bauteile für Fahrzeuge und<br />

Maschinen werden immer individueller. „Das ist aber kein Problem,<br />

denn wir gestalten auch Lösungen ganz nach Bedarf. Und<br />

weil wir wissen, dass in vielen Branchen der Zeitfaktor erfolgsentscheidend<br />

ist, haben wir uns mit unserer Dienstleistung FastLane<br />

auf unsere Kunden eingestellt“, erzählt Lars Ovelgönne, Marketing-Manager<br />

bei Pöppelmann Kapsto. „Muss es einmal besonders<br />

schnell gehen, machen wir mit diesem Service die Auslieferung<br />

von Prototypen individueller Schutzelemente nach nur fünf<br />

Tagen möglich, in speziellen Fällen sogar nach nur einem Tag.“<br />

Die Produktentwicklung bei dem Kunststoffspezialisten funktioniert<br />

ganz systematisch Hand in Hand. Das erfuhr auch der<br />

Pumpenkonstrukteur Rickmeier aus Balve/Südwestfalen. Das<br />

Familienunternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Zahnradpumpen,<br />

Ventile und Ölversorgungssysteme. Die Pumpen werden<br />

zur Schmierung von Maschinen und Maschinenelementen<br />

von Großdiesel- oder Gasmotoren, im Schiffbau oder für Schienenfahrzeuge,<br />

von Baumaschinen und Sattelschleppern und<br />

mehr eingesetzt. Das Sortiment umfasst auch Serienprodukte<br />

wie Standardpumpen der verschiedenen R-Serien. Darunter ist<br />

die neue technisch und optisch optimierte Pumpenbaureihe R6.<br />

Sie verfügt über seitliche Anschlussöffnungen für den Öleintritt<br />

und -austritt, die bei den späteren Anwendern mit Rohrleitungen<br />

verbunden werden. Dafür suchte Rickmeier Schutzelemente,<br />

die fest in der Bohrung sitzen und die Öffnungen zuverlässig<br />

gegen den Flüssigkeitseintritt von außen abdichten, zum Beispiel<br />

beim Waschprozess vor der Auslieferung. Auch eine anwenderfreundliche<br />

Montage, bei der sich kein Material löst, das<br />

in die Pumpe gelangen könnte, war dem Unternehmen wichtig.<br />

Darüber hinaus sollten sich keine Flüssigkeitsreste unter dem<br />

Rand des Schutzstopfens sammeln, damit es während der Lagerung<br />

nicht zu Korrosion an dem Bauteil kommt. Auch einen<br />

Austritt des Prüfmediums aus dem Inneren der Pumpe sollte der<br />

passende Schutzstopfen verhindern. Dafür nahm Rickmeier die<br />

Dienstleistung der individuellen Entwicklung in Anspruch, für<br />

die Pöppelmann alle Dienstleistungen – vom ersten Entwurf bis<br />

zur Serienfertigung – unter einem Dach vereint.


SCHUTZELEMENTE<br />

02<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

02 Die Schutzelemente aus <strong>10</strong>0 Prozent Post-Consumer-Rezyklat<br />

können nach Gebrauch dem Kreislauf wieder zugeführt werden<br />

03 Dank verschiedener Verfahren der additiven Fertigung werden<br />

Muster und Kleinserien in Rekordzeit erstellt<br />

und mit unterschiedlichen Kunststoffen innerhalb kürzester Zeit<br />

entweder hochwertige Muster und Kleinserien ab Stückzahl eins<br />

oder aber passende Werkzeugeinätze anfertigen. Dabei greift der<br />

Kunststoffspezialist auf viele verschiedene Verfahren und Nachbearbeitungsschritte<br />

zurück. Bei dem für Rickmeier eingesetzten<br />

Verfahren, Fused-Layer-Modeling (FLM), wird ein Materialstrang<br />

mittels einer Düse plastifiziert. Die Düse verfährt über die Bauplattform,<br />

dabei wird der Strang schichtweise abgelegt und auf<br />

diese Weise das Musterteil aufgebaut. Für Rickmeier entstanden<br />

innerhalb von nur zwei Wochen im FLM-Verfahren acht Schutzelemente<br />

in einem Artikeldesign. Dabei handelte es sich um einen<br />

Kegelverschluss, der sich an der bestehenden Normreihe<br />

GPN 600 orientiert, aber auf die Verwendung bei dem Pumpen-<br />

Spezialisten weiter optimiert wurde. Er lässt sich universell als<br />

Stopfen oder Kappe einsetzen und eignet sich durch seine Konizität<br />

bestens zur Überbrückung von Toleranzen. Gegen das Eintreten<br />

von Flüssigkeit in das Bauteil wurde außerdem ein Stopfen<br />

entwickelt, dessen Rand mit zuverlässigen Dichtlippen ausgestattet<br />

ist. In mehreren Entwicklungsschritten gelangten die<br />

Entwürfe zur optimalen Passform und gingen in Serie. Hohen<br />

Wiedererkennungswert erlangen die individuellen Stopfen durch<br />

das Rickmeier-Grün, die Hausfarbe des Pumpen-Spezialisten. Als<br />

weiteres Branding-Element wurde das Firmenlogo durch die entsprechende<br />

Ausführung des Spritzgusswerkzeugs auf jeden Stopfen<br />

aufgebracht – für ein rundum perfektes Erscheinungsbild der<br />

neuen Pumpen-Baureihe.<br />

03<br />

SCHUTZLÖSUNGEN AUS<br />

POST-CONSUMER-REZYKLAT<br />

Seit einiger Zeit haben Kunden von Pöppelmann Kapsto sogar<br />

die Möglichkeit, mit ihren Schutzlösungen einen nachhaltigeren<br />

Weg einzuschlagen: Denn als Kunststoffverarbeiter sieht sich die<br />

Pöppelmann Gruppe in der Verantwortung für einen schonenden<br />

Umgang mit dem wertvollen Werkstoff. 2018 rief sie die<br />

unternehmensinterne Initiative „Pöppelmann blue“ ins Leben.<br />

Diese setzt sich intensiv für mehr Ressourcenschonung und Klimaschutz<br />

ein und hat in den verschiedenen Geschäftsbereichen<br />

kreislaufschließende Lösungen etabliert. Die Division Pöppelmann<br />

Kapsto entwickelte im Rahmen der Initiative Schutzelemente,<br />

die aus bis zu <strong>10</strong>0 Prozent Post-Consumer-Rezyklat (PCR)<br />

im eingesetzten Kunststoff bestehen. Das PCR wird aus gebrauchten<br />

Kunststoffprodukten hergestellt, die bereits einen<br />

kompletten Lebenszyklus durchlaufen haben. Da die nachhaltigen<br />

Kunststoffkappen und Kunststoffstopfen wiederum selbst zu<br />

<strong>10</strong>0 Prozent recyclingfähig sind, können sie nach Gebrauch für<br />

die erneute Herstellung von Kappen und Stopfen, aber auch anderen<br />

Kunststoffprodukten, genutzt werden. Auf diese Weise gelangen<br />

sie wieder zurück in den Materialkreislauf. Die Artikel<br />

sind aktuell in PCR-Polyethylen (PCR-PE) oder PCR-Polypropylen<br />

(PCR-PP) verfügbar und tragen das Umweltzeichen<br />

Blauer Engel der deutschen Bundesregierung, das für umweltfreundliche<br />

Produkte vergeben wird. Es garantiert, dass die Produkte<br />

aus mindestens 80 Prozent Recyclingmaterial bestehen.<br />

Viele der nachhaltigen Kapsto Normreihen bestehen sogar aus<br />

<strong>10</strong>0 Prozent Rezyklat im eingesetzten Kunststoff.<br />

Bilder: Rickmeier, Pöppelmann<br />

www.poeppelmann.com<br />

POINTIERT<br />

MEHR ALS 3000 UNTERSCHIEDLICHE<br />

SCHUTZELEMENTE-VARIANTEN LIEFERBAR<br />

AUSLIEFERUNG VON PROTOTYPEN<br />

NACH EINEM TAG MÖGLICH<br />

HOCHWERTIGE MUSTER UND KLEINSERIEN<br />

AB STÜCKZAHL EINS<br />

PÖPPELMANN BLUE-INITIATIVE SETZT SICH<br />

FÜR MEHR RESSOURCENSCHONUNG EIN<br />

26 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


OFFENE RADIALPRESSE FÜR ALLE BEDÜRFNISSE<br />

Ob ein großer Flansch, Ring, eine Seilschlaufe, oder<br />

ein langes Seil zu Pressen ist, mit der Presse HMC<br />

5-200 von Uniflex wird dies ergonomisch und<br />

effizient mit bis zu 200 Tonnen Presskraft möglich.<br />

Um Bearbeitungsschritte wie z.B. Schweißen oder<br />

Schmieden zu sparen, bietet sich das Pressen an.<br />

Dank der 126 mm breiten Grundbacken, kann eine<br />

Vielzahl an Querschnitten und Werkstücklängen<br />

bearbeitet werden. Mit dieser C-Presse (vorne<br />

geöffnet) lässt sich das Werkstück gezielt an jeder Stelle einlegen und nach<br />

Ekomat.indd 1<br />

dem Vorgang unmittelbar wieder seitlich herausnehmen. z.B. ein 16 mm<br />

Stahlseil mit Aluminium-Hülse oder der 5“ Industrieschlauch mit ANSI-<br />

Flansch. Der lange Öffnungsweg ermöglicht die volle Ausnutzung der 155 mm großen Seitenöffnung. Die Maschine ist<br />

serienmäßig mit der modernen 12“ touch screen IPC-Steuerung von Siemens erhältlich. Damit lässt sich der Prozess<br />

überwachen und eine IoT-Anbindung ermöglicht die weitere Nutzung der Daten auch im weiteren Produktionsverlauf.<br />

www.uniflex.de<br />

Ekomat.indd 1 07.11.2012 07:49:19<br />

SICHER TESTEN UNTER DRUCK<br />

Parker Hannifin, weltweit agierender Hersteller in der Antriebs- und Steuerungstechnologie,<br />

hat sein Portfolio an Messanschlüssen mit dem robusten EMADN4 erweitert.<br />

Mit einem größeren Innendurchmesser ermöglicht der Messanschluss das kontrollierte<br />

Befüllen oder Entleeren von Hydrauliksystemen<br />

unter Druck, was eine verbesserte<br />

Sicherheit für den Benutzer und die Ausrüstung<br />

gewährleistet, insbesondere bei Notfällen<br />

oder bei regelmäßiger Wartung. Messanschlüsse<br />

sind sichere Zugangspunkte zu Hydrauliksystemen<br />

für Test- oder Wartungszwecke. Sie<br />

sparen Zeit und Geld, da Diagnosemessungen<br />

und Wartungsarbeiten im laufenden Betrieb<br />

schnell durchgeführt werden können.<br />

Die Messanschlüsse von Parker für Schraubkupplungen<br />

können bei Betriebsdrücken von<br />

bis zu 400 bar angeschlossen werden. Die<br />

Messanschlüsse bestehen aus bleifreiem Stahl<br />

mit Dichtungen aus Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) oder Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk<br />

(EPDM). Alle Messanschlüsse von Parker werden in Deutschland<br />

hergestellt und sind in der Regel über das breite Vertriebsnetz schnell verfügbar.<br />

www.parker.com<br />

MODULARE FILTER SORGEN FÜR HYGIENISCHE BLASLUFT<br />

Verschiedenste Anwendungen im medizinisch/pharmazeutischen Bereich oder der<br />

Lebensmittelindustrie setzen auf unterschiedliche Weise auf Blasluft. Je nach Anwendungsfall<br />

muss die verwendete Luft bakterien-, geruchsfrei oder antibakteriell sein<br />

– oder eine Kombination davon. Um direkt mehrere Anforderungen gleichzeitig zu<br />

erfüllen, hat der Automatisierungsspezialist SMC die modularen Filter der Serie<br />

HF2-BF# entwickelt. In vier Varianten als antibakterielle Filter (HF2-BFA und HF2-BFB),<br />

Geruchsfilter (HF2-BFC) und Bakterienfilter (HF2-BFD) sorgen sie dank unterschiedlicher<br />

Filtereigenschaften für eine saubere und hygienische Druckluft. Dank ihrer<br />

modularen Bauweise sind sie als Einzellösung,<br />

aber auch in Kombination als<br />

modulare Wartungseinheit verwendbar –<br />

und lassen sich damit genau auf individuelle<br />

Anforderungen zusammenstellen.<br />

Anwender profitieren so gleich mehrfach<br />

von hoher Filterfeinheit und Durchflusskapazität<br />

sowie Materialien, die dank<br />

Schmierung mit NSF-H1-Fett, FDA-Konformität<br />

und antibakterieller Beschichtung<br />

einen optimalen Einsatz im Lebensmittelbereich<br />

gewährleisten.<br />

www.smc.de<br />

KOMPAKT UND ROBUST<br />

Die neuen Druckmessumformer der<br />

Serie KM von Gefran setzen Maßstäbe<br />

im Bereich Robustheit, Kompaktheit und<br />

geringem Gewicht: Sie sind nur 5 cm<br />

lang, wiegen nur 50 g und bieten eine<br />

beeindruckende Schockfestigkeit von bis<br />

zu <strong>10</strong>0 g sowie eine Vibrationsfestigkeit<br />

von bis zu 20 g. Ein weiterer Vorteil ist<br />

die hohe elektromagnetische Störfestigkeit<br />

von bis zu <strong>10</strong>0 V/m. Diese Eigenschaften<br />

prädestinieren sie u. a. für den<br />

Einsatz in Baumaschinen, Kränen,<br />

Hebebühnen und Nutzfahrzeugen. Die<br />

in IP69K ausgeführten Druckmessumformer<br />

verfügen über eine E1-Zulassung<br />

und sind nach SIL 2 und PL d funktional<br />

sicher zertifiziert. Des Weiteren besitzen<br />

sie die cULus-Zertifizierung.<br />

www.gefran.com<br />

RKP-SERVICEZENTRUM<br />

ROBERT SCHÖNING<br />

Servicepartner<br />

für alle<br />

MOOG/Bosch<br />

Radialkolbenpumpen<br />

24-Stunden-<br />

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alle RKP-Typen ∙ Vor-Ort-Service<br />

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RKP.indd 1 28.04.2014 13:41:58


PROPORTIONALVENTILE IN HYDRAULISCHEN PRESSEN<br />

VOLLE KONTROLLE UNTER<br />

ENORMEM DRUCK<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Ob Biegen, Stanzen, Prägen, Lochen oder<br />

Tiefziehen – hydraulische Pressen werden im<br />

gesamten Spektrum der Metallumformung und<br />

-bearbeitung eingesetzt und sind aus vielen<br />

Bereichen der heutigen Metallindustrie nicht<br />

mehr wegzudenken. Darüber hinaus spielen sie<br />

aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausprägungen<br />

auch in anderen Industriezweigen eine wichtige<br />

Rolle. In der Recyclingtechnik beim Verdichten<br />

von Metallschrott, bei der Entwässerung von<br />

Papier oder Reststoffen oder bei der Herstellung<br />

von Presslingen. So vielfältig die Anwendungen,<br />

so hoch die Anforderungen an die<br />

Hydraulikkomponenten, die in hydraulischen<br />

Pressen zum Einsatz kommen.<br />

Stefan Kincses, International Sales Manager, Wandfluh<br />

Hydraulische Pressen arbeiten nach dem hydrostatischen<br />

Prinzip und sind dadurch in der Lage, auf kleinstem<br />

Raum sehr hohe Drücke aufzubauen. Speziell entwickelte<br />

Grundgestelle in sogenannter C- oder O-Bauform<br />

sorgen dafür, dass diese enormen Drücke, die auch auf die Pressenkonstruktion<br />

wirken, entsprechend gedämpft und abgebaut<br />

werden. Dadurch und durch zusätzliche Überwachungs- und<br />

Warnsysteme wird die Presse vor möglichen Überlastungen geschützt.<br />

Gleichzeitig wird dadurch eine entsprechende Langlebigkeit<br />

gewährleistet.<br />

Hydrostatische Kraftübertragung und konstanter Druck sind<br />

jedoch nicht die einzigen wichtigen Faktoren eines Pressvorgangs.<br />

Insbesondere bei industriellen Umformverfahren, wie<br />

01<br />

01 und 02: WDPFA03 und WVPFA<strong>10</strong> mit<br />

integrierter Elektronik „DSV“<br />

02<br />

28 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


PROPORTIONALHYDRAULIK<br />

03<br />

Parametrierung<br />

PLC<br />

PC<br />

Regler<br />

Feedback<br />

Verstärker<br />

Kolbenlage<br />

analog<br />

x<br />

x<br />

s<br />

s<br />

04<br />

03 und 04: WDRFA06 mit LVDT<br />

Analog -oder<br />

Feldbus-<br />

Schnittstelle<br />

Magnet A<br />

Magnet B<br />

dem Strangpressen, sind höchste Präzision, exaktes Anfahren<br />

von Positionen, gleichmäßiges Beschleunigen und Abbremsen<br />

unabdingbare Bestandteile eines schnellen, effizienten und sicheren<br />

Fertigungsprozesses. Um diesen Anforderungen gerecht<br />

zu werden, wird die Proportionaltechnik eingesetzt.<br />

PROPORTIONALVENTILE IM EINSATZ<br />

FÜR HÖCHSTE PRÄZISION<br />

Hydraulische Industriepressen sind in der Regel mit Elektromotoren<br />

und Hochleistungspumpen ausgestattet. Zur Druck-, Geschwindigkeits-<br />

und Positionsregelung werden Proportionalventile<br />

eingesetzt. Proportionalventile, auch Stetigventile genannt,<br />

ermöglichen mit Hilfe des Proportionalmagneten nicht nur konkrete<br />

Schaltstellungen, sondern auch einen stufenlosen Übergang<br />

der Ventilöffnung und können somit beliebige Zwischenstellungen<br />

zwischen offenem und geschlossenem Zustand einnehmen.<br />

Die Ansteuerung des Proportionalmagneten erfolgt über eine Verstärker-<br />

oder Regelelektronik. Diese stufenlose Ventilverstellung ermöglicht<br />

äußerst präzise und kontrollierbare Fertigungsprozesse.<br />

Der Schweizer Hersteller Wandfluh verfügt über jahrzehntelange<br />

Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von hydraulischen<br />

Proportionalventilen und Steuereinheiten. Diese kommen weltweit<br />

in den unterschiedlichsten Anwendungen in verschiedenen<br />

Industriezweigen zum Einsatz. Aufgrund der feinfühligen Regelbarkeit,<br />

der exakten Anpassung an unterschiedliche Betriebszustände,<br />

der Präzision, Dynamik, Effizienz und hohen Leistungsdichte<br />

eignen sich Proportionalventile neben Anwendungen in<br />

der Mobilhydraulik und im Energiesektor besonders für stationäre<br />

Anwendungen in der Industriehydraulik. Stufenloses Spannen<br />

oder Klemmen, Kraft- und Positionsregelung von Achsen verschiedenster<br />

Werkzeugmaschinen und hydraulischer Pressen<br />

oder die Gewährleistung hochdynamischer und präziser Bewegungsabläufe<br />

bei Industrierobotern sind nur einige Beispiele.<br />

Das Wandfluh-Produktportfolio umfasst nicht nur Proportionalschieberventile,<br />

Druckbegrenzungs- und Druckregelventile,<br />

Drossel- und Stromregelventile, mit denen die hydraulischen<br />

Grundfunktionen abgedeckt werden können, sondern auch kundenspezifische<br />

Sonderausführungen, die den unterschiedlichsten<br />

Einsatzbedingungen angepasst sind.<br />

FÜR JEDE ANFORDERUNG DAS<br />

PASSENDE VENTIL<br />

Proportional-Schieberventile von Wandfluh sind in verschiedenen<br />

Bauformen und Nenngrößen erhältlich. Für Anwendungen,<br />

bei denen aus Platzgründen Kompaktheit wichtig ist, stehen die<br />

Nenngrößen NG3-Mini und NG4-Mini zur Auswahl. Die Baureihen<br />

WDPFA03 und WDPFA04 überzeugen durch ihre sehr kompakte<br />

Bauweise und hohe Auflösung. Kleinste Volumenströme<br />

bis unter einem Liter pro Minute können präzise geregelt werden.<br />

Für größere Volumenströme stehen die Nenngrößen NG6<br />

und NG<strong>10</strong> nach ISO 4401-03 und 4401-05 mit maximalen Durchflussmengen<br />

von 42 bzw. <strong>10</strong>0 Litern pro Minute zur Verfügung.<br />

Für noch größere Volumenströme kann das vorgesteuerte WV-<br />

PFA<strong>10</strong> eingesetzt werden. Der maximale Durchfluss dieses Modells<br />

beträgt 200 Liter pro Minute.<br />

Für die kompakte Blockbauweise kann auf das Patronenprogramm<br />

zurückgegriffen werden. Wandfluh bietet einschraubbare<br />

Proportional-Schieberventil-Patronen mit Gewindegrößen M33,<br />

M42, 7/8“-14 UNF und ¾“-16 UNF an. Mit den hydraulisch betätigten<br />

WVPPM33 und WVPPM42 können Volumenströme bis zu<br />

250 Liter pro Minute geregelt werden. Die Vorsteuerung erfolgt<br />

idealerweise über ebenfalls sehr kompakte Proportional-Druckregelpatronen<br />

mit Gewindegröße M16.<br />

Für die Druckregelung stehen in Flansch- und Sandwichausführung<br />

in den Nenngrößen NG3 Mini bis NG<strong>10</strong> und in Patronenbauweise<br />

mit verschiedenen Gewindegrößen verschiedene<br />

direkt- und vorgesteuerte Proportional-Druckregel- und Druckbegrenzungsventile<br />

zur Verfügung. Proportionale Drossel- und<br />

Stromregelventile in ebenfalls unterschiedlichen Bauarten und<br />

Nenngrößen sorgen für eine exakte Geschwindigkeitsregelung.<br />

Bei einem Großteil der Proportionalventile besteht die Möglichkeit,<br />

die Ansteuerelektronik direkt auf dem Proportionalmagneten<br />

zu installieren. Diese integrierte Elektronik, genannt „Digital<br />

Smart Valve“, kurz DSV, ist als Verstärker für offene Kreisläufe und<br />

mit Regelfunktion für geschlossene hydraulische Kreisläufe erhältlich.<br />

Neben der analogen Schnittstelle bietet Wandfluh die<br />

Feldbusschnittstellen Profibus DB und CANopen oder J1939 an.<br />

Mit der ebenfalls von Wandfluh entwickelten Parametriersoftware<br />

„PASO“ können alle Konfigurations- und Parametriereinstellungen<br />

bequem und einfach über eine USB-Schnittstelle<br />

vorgenommen werden.<br />

Noch mehr Dynamik und Präzision bietet das WDRFA06, ein<br />

Proportional-Schieberventil der NG6 mit integriertem Differenzialtransformator<br />

„LVDT“. Mit der dadurch möglichen Kolbenlageregelung<br />

wird die Ist-Position des Ventilkolbens kontinuierlich<br />

erfasst und dem übertragenen Sollwert nachgeführt. Diese ventilinterne<br />

Lageregelung garantiert minimale Hysterese und hervorragende<br />

dynamische Eigenschaften – ideale Voraussetzungen<br />

für CNC-Werkzeugmaschinen und hydraulische Industriepressen<br />

aller Art. Durch die hohe Dynamik können diese Ventile in<br />

vielen Anwendungen Servoventile ersetzen und sind zudem unempfindlicher<br />

gegen Verschmutzung.<br />

Bilder: Wandfluh<br />

www.wandfluh.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 29


PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

KOMPRESSOREN<br />

DRUCKLUFTVERSORGUNG IN DER PHARMAINDUSTRIE<br />

SAUBERKEIT IST OBERSTES GEBOT<br />

Von der Anlieferung zweier neuer Kompressoren<br />

und Adsorptionstrockner bis zur Inbetriebnahme<br />

in wenigen Tagen: Das klingt sportlich, vor allem,<br />

wenn – wie bei einem großen<br />

Gesundheitsunternehmen wie Fresenius Kabi –<br />

die Qualifizierungen mit erledigt werden<br />

müssen.<br />

Geplant und realisiert haben das Projekt Axel zur Strassen<br />

und sein Team. Strassen ist Head of Utilities (Medienversorgung)<br />

und seit mehr als 20 Jahren bei Fresenius<br />

Kabi in Friedberg/Hessen in unterschiedlichsten Bereichen<br />

beschäftigt. Kürzlich installierte der Maschinenbauingenieur<br />

zwei U1<strong>10</strong>RS-<strong>10</strong>W Kompressoren und zwei UHOC 1700-B<br />

Adsorptionstrockner von CompAir. Anschaffung der Ultima-<br />

Technologien und Wechsel des Technologiepartners waren bereits<br />

im Vorfeld im Rahmen einer Produktionserweiterung beschlossen<br />

worden. Schnell gehen musste es aber vor allem, weil<br />

Fresenius Kabi wegen eines technischen Defekts eine kostenintensive<br />

Leihmaschine im Einsatz hatte und schnell wieder autark<br />

und effizient produzieren wollte – jetzt mit der Hilfe von CompAir<br />

Kompressoren.<br />

PRODUKTQUALITÄT HAT HÖCHSTE PRIORITÄT<br />

Fresenius Kabi ist weltweit bekannt als Gesundheitsunternehmen<br />

mit einem breiten Spektrum an lebensnotwendigen Medikamenten<br />

und Medizinprodukten zur Infusion, Transfusion und<br />

klinischen Ernährung. Eingesetzt in Therapie und Versorgung<br />

von kritisch und chronisch kranken Patienten, werden die Produkte<br />

am Standort Friedberg durch einige hundert Mitarbeitende<br />

24/7 und ca. 340 Tage im Jahr unter anderem in Reinräumen produziert.<br />

Besonders herausfordernd: Die Druckluft kommt auch in<br />

Tanks mit dem abzufüllenden Produkt in direkten Kontakt. Wie<br />

im Reinraum sind auch bei diesen sogenannten Produktüberlagerungen<br />

Öl- und Partikelfreiheit streng zu garantieren. Fazit:<br />

Ohne zuverlässige und ölfreie Kompressoren geht im Pharmaumfeld<br />

fast nichts.<br />

ANKOPPLUNG IM LAUFENDEN BETRIEB<br />

Axel zur Strassen erinnert sich an die dynamische Inbetriebnahme:<br />

„Wir haben an das bestehende Druckluftnetz mit temporären<br />

Maßnahmen angekoppelt und damit die sofortige Belieferung des<br />

Bestandssystems mit den neuen Kompressoren gewährleistet.“<br />

Damit das reibungslos funktioniert, hatten der Maschinenbauingenieur,<br />

sein Team und Kollegen aus der Qualitätsabteilung die<br />

Inbetriebnahme bis ins kleinste Detail vorbereitet: „Wir haben<br />

das gesamte Rohrleitungssystem mit den relevanten Messungen<br />

wie etwa Restöl, Taupunkt, und Möglichkeiten zur Beprobung mi-<br />

30 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


KOMPRESSOREN<br />

krobiologischer Parameter und Partikel ausgestattet. So konnten<br />

wir schon unmittelbar nach der Inbetriebnahme der neuen Geräte<br />

diese qualitätsrelevanten Parameter checken und das neue<br />

Druckluftnetz in Betrieb nehmen.“ Im Rahmen der späteren Leistungsqualifizierung<br />

habe das Team dann über einen Monat hinweg<br />

Daten erfasst und so sichergestellt, dass die Druckluft auch<br />

weiterhin tadellos rein ist. Inzwischen läuft das Druckluftsystem,<br />

und Taupunkt oder Ölfreiheit werden kontinuierlich online erfasst,<br />

während diskrete Messungen zu Partikeln oder Keimzahlen<br />

in regelmäßigen Intervallen erfolgen.<br />

KEINE ABLAGERUNGEN, KEINE SORGEN<br />

DIE MASCHINEN ARBEITEN SEIT<br />

MEHR ALS 5.000 BETRIEBS-<br />

STUNDEN STÖRUNGSFREI<br />

Relevant sind diese Messwerte vor allem deshalb für Fresenius<br />

Kabi, weil eine Vielzahl der technischen Komponenten wie etwa<br />

Ventile und Kolben in Maschinen respektive Schaltschränken<br />

über Druckluft angetrieben werden und entsprechend Luft in die<br />

unterschiedlichen Reinräume expandieren. Die produzierte<br />

Druckluft muss also mit Blick auf Partikelanzahl und Reinheit<br />

denselben regulatorischen Standards genügen, wie die Umgebungsluft<br />

im Reinraum.<br />

Das Unternehmen hatte lange mit einem etablierten Kompressor-Hersteller<br />

zusammengearbeitet, entschied sich mit dem<br />

technischen Update aber mit CompAir für einen neuen Technologiepartner.<br />

Einer der Gründe: die entkoppelten Kühlkreisläufe<br />

und die daraus resultierenden Vorteile für das Unternehmen.<br />

Aktuell werden elektrische und elektronische Kompressor-<br />

Komponenten der Ultima bereits über einen internen Kreislauf<br />

rückgekühlt. Die Zwischenkühlung der Stufen (zweistufige Verdichtung)<br />

erfolgt mittels Kühlwassers aus dem betrieblichen<br />

Kühlsystem (offen). Um die Nachteile einer solchen Kühlung –<br />

Verschmutzungsgefahr – für alle Kompressoren langfristig zu reduzieren,<br />

plant das Unternehmen die Installation eines separaten<br />

Kühlkreislaufes. Hierbei werden die Kompressoren vom offenen<br />

Kühlsystem entkoppelt und über einen internen, eigenen<br />

Kühlkreislauf rückgekühlt. Im Fall der Fälle reinige man lediglich<br />

die betroffenen Plattenwärmeübertrager und müsse nicht das gesamte<br />

Leitungssystem auf Verstopfungen checken und reinigen.<br />

Weiterer Pluspunkt für den Ingenieur: In Friedberg greift man auf<br />

Kühlwasser zurück, was stark basisch ist. Das hatte beim alten<br />

Technologiepartner in der Vergangenheit immer häufiger zu Auflösungserscheinungen<br />

an den Aluminiumleitungen geführt. Die<br />

aus Edelstahl gefertigten Plattenwärmeüberträger von CompAir<br />

lösen auch dieses Dilemma.<br />

AUF DER AGENDA: VORAUSSCHAUENDE<br />

WARTUNG<br />

Das Kompressor-Package ist sehr kompakt gebaut, aber gleichzeitig<br />

für Wartungen gut zugänglich<br />

Die U1<strong>10</strong>RS-<strong>10</strong>W Kompressoren und UHOC 1700-B Adsorptionstrockner<br />

arbeiten inzwischen mehr als 5.000 Betriebsstunden<br />

störungsfrei. Als nächstes steht die Implementierung in die übergeordnete<br />

Steuerung und die Messdatenerfassung auf der Agenda<br />

des Ingenieurs.<br />

Dass sich Fresenius Kabi für CompAir entschied, liegt auch in<br />

der technischen Ausführung der Adsorptionstrockner begründet.<br />

Stärkstes Argument: hochwertige Zeolithe in zwei Behältern, die<br />

den Restwassergehalt aus der Druckluft adsorbieren und für<br />

niedrigste Drucktaupunkte bei gleichzeitig geringem zusätzlichen<br />

Energieeinsatz sorgen. Das Plus: Ist ein Behälter mit adsorbiertem<br />

Wasser gesättigt, schaltet der Trockner automatisch auf<br />

den anderen Behälter um und der erste Behälter wird mit Hilfe<br />

der Kompressionsabwärme der Ultima regeneriert. Im Vergleich<br />

zu anderen HOC-Trockner-Technologien ist die Lebensdauer der<br />

zwei Behälterdesigns deutlich länger. Ein Aspekt, den Axel zur<br />

Strassen positiv bewertet: „Während andere Trocknungstechnologien<br />

häufig im Langzeiteinsatz sehr hohe Kosten anhäufen,<br />

sind diese hier übersichtlich.“ Zudem beeinflusste die Aufrüstbarkeit<br />

der Maschine durch reine Steuerungsmodifikation die<br />

Entscheidung: „Jetzt kann ohne Veränderung der Hardware die<br />

Leistung von 1<strong>10</strong> auf bis zu 160 kW erhöht werden.“ Außerdem sei<br />

das Kompressor-Package sehr kompakt gebaut, aber gleichzeitig<br />

für Wartungen gut zugänglich. Auch darauf hatte zur Strassen wegen<br />

der begrenzten Platzverhältnisse Wert gelegt.<br />

Mit CompAir ist Fresenius Kabi optimal für die Zukunft aufgestellt<br />

– technologieseitig und durch den Assure Vollwartungsvertrag,<br />

für den sich das Unternehmen aus Wirtschaftlichkeitsgründen<br />

entschieden hat. Als nächstes steht für den Head of Utility<br />

Druckluft die Implementierung weiterer Systeme an: So sollen<br />

zum Beispiel unterschiedlichste technische Messwerte in einer<br />

übergeordneten herstellerunabhängigen Steuerung erfasst werden,<br />

mit denen sich beispielsweise Stufenschäden im Druckluftsystem<br />

voraussagen lassen.<br />

Bilder: CompAir<br />

www.compair.com<br />

POINTIERT<br />

ENTKOPPELTE KÜHLKREISLÄUFE<br />

WAREN BESCHAFFUNGSENTSCHEIDENT<br />

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TAUPUNKT UND ÖLFREIHEIT<br />

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SERIE<br />

DIGITALISIERUNG<br />

IN DER FLUIDTECHNIK<br />

Teil 1: Juli / August <strong>2023</strong><br />

Agenten für Maschinensteuerung<br />

Teil 2: September <strong>2023</strong><br />

Digitale Sicherheit:<br />

Weber-Hydrauik wird aktiv<br />

Teil 3: Oktober <strong>2023</strong><br />

KI und ihre Möglichkeiten<br />

DATENÖKONOMIE<br />

WERKZEUG<br />

KÜNSTLICHE<br />

INTELLIGENZ<br />

Bilderkennung mit KI-Algorithmen bewährt sich im Bereich Assistenzsysteme<br />

oder Abstandswarnsysteme. Dr.-Ing. Marcus Geimer,<br />

Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und<br />

Leiter des Institutsteils Mobile Maschinen (Mobima) berichtet<br />

über aktuelle Forschung und sieht hier großes Potential: „Im Bereich<br />

der Bilderkennung bieten KI-basierte Lösungen ein enormes<br />

Potential um relevante Objekte zuverlässig erkennen und<br />

einordnen zu können. In einem Forwarder, der die aufzuladenden<br />

Bäume dem Nutzer visualisiert, konnte dies bereits an<br />

unserem Institut erfolgreich nachgewiesen werden. Im Sicherheitsbereich<br />

bieten KI-basierte Assistenzsysteme entscheidende<br />

Vorteile. Beispielsweise lösen herkömmliche Abstandswarnsysteme<br />

bei jedem erkannten Objekt in der Umgebung aus, während<br />

KI-basierte gezielt ausschließlich bei Personen im Fahrbereich<br />

auslösen.“<br />

Auch Unternehmen wie die Sensor-Technik Wiedemann<br />

GmbH (STW) aus Kaufbeuren setzen auf KI und haben die Vorstellung<br />

eines Proof-of-Concepts auf der Agritechnica <strong>2023</strong> angekündigt.<br />

Mit einer 5G-Edge-Infrastruktur wird eine Umfeldüberwachung<br />

für mobile Arbeitsprozesse realisiert. Mit Hilfe von<br />

KI wird in Echtzeit ein Gesamtbild aus vorverarbeiteten Maschi-<br />

Künstliche Intelligenz und Machine Learning spielen in<br />

Forschung und Entwicklung fluidtechnischer Systeme<br />

und mobiler Arbeitsmaschinen eine zunehmend<br />

wichtiger werdende Rolle. Deutschland und Europa<br />

sind international gut aufgestellt, was die Nutzung der<br />

neuen Technologien angeht. Von den Hürden bei der<br />

Inwertsetzung von Daten über KI-gestützte Assistenzsysteme<br />

und Predictive Maintenance bis zur Optimierung von<br />

Regelungsparametern durch Reinforcement Learning, gibt<br />

der Artikel einen Überblick – mit ausgewählten Use Cases.<br />

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN<br />

Die Bitkom schätzt die Einschränkungen bei der Nutzung<br />

von Daten als größte Hürde für die Entwicklung und den<br />

Einsatz von KI ein. In einer aktuellen Stellungnahme zur<br />

Datenstrategie der Bundesregierung heißt es: „Wir können<br />

es uns nicht leisten, das Potenzial von Daten für die Lösung<br />

gesellschaftlicher Herausforderungen, aber auch für den Einsatz<br />

neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz zu ignorieren.“<br />

Der VDMA fordert konkrete Maßnahmen, damit sich die Datenökonomie<br />

weiter entwickeln könne. „Unternehmen (sollten)<br />

die Freiheit erhalten, die heutigen Möglichkeiten der Informationstechnik<br />

konsequent ausnutzen zu können. Wir brauchen keine<br />

langlaufenden Großprojekte wie vor 20 Jahren, die viel Zeit<br />

und Geld kosten, wenn zum Beispiel der Einsatz von Künstlicher<br />

Intelligenz wesentlich schneller und kostengünstiger zu den angestrebten<br />

Zielen führt“, sagt Prof. Claus Oetter, Geschäftsführer<br />

des VDMA-Fachverbands Software und Digitalisierung sowie Leiter<br />

der Abteilung Informatik.<br />

KI UND MOBILE MASCHINEN<br />

Der Nutzen von KI im Bereich mobiler Maschinen ist vielfältig:<br />

Offenkundige Beispiele sind die Reduktion des Treibstoffverbrauchs<br />

und damit von CO 2<br />

-Emissionen sowie Condition Monitoring<br />

und Predictive Maintenance für kritische Verschleißteile.<br />

Darüber hinaus sind KI-basierte Assistenzsysteme oder Abstandswarnsysteme<br />

ein besonders wichtiges Innovationsfeld.<br />

Auch ein intelligentes Flottenmanagement und die Steuerung<br />

autonomer mobiler Maschinen sind wichtige Zukunftsthemen.<br />

ASSISTENZ- UND ABSTANDSWARNSYSTEME<br />

32 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


DIGITALISIERUNG IN DER FLUIDTECHNIK<br />

nendaten und zusätzlichen Datenquellen aus stationärer Infrastruktur<br />

genutzt, wie beispielsweise Überwachungskameras an<br />

Lichtmasten.<br />

CONDITION MONITORING UND PREDICTIVE<br />

MAINTENANCE<br />

Im Engineering und auch der Produktion hat KI längst Einzug gehalten.<br />

Bosch Rexroth setzt schon seit 2021 in einem Werk in<br />

Homburg Machine-Learning-Methoden in der Qualitätssicherung<br />

bei den dort gefertigten Hydraulik-Ventilgehäusen ein.<br />

Immer interessanter wird der Einsatz für After-Sales-Services<br />

wie ein Lifetime-Condition-Monitoring und Predictive Maintenance.<br />

Die Auswertung von Maschinendaten ist hierfür entscheidend.<br />

Marcus Geimer sagt: „Auch Maschinendaten können mittels<br />

KI in die Entwicklung einbezogen werden. Die Dimensionierung<br />

von Maschinen kann hierbei gezielt auf die Nutzerzyklen angepasst<br />

werden, um Material und Produktionskosten einzusparen.“<br />

Für das Condition Monitoring hat z. B. Argo-Hytos aus Baar in<br />

der Schweiz Messsysteme entwickelt, die mit intelligenten Algorithmen<br />

die Alterung von Schmierstoffen und den Verschleiß von<br />

hydraulischen Komponenten überwachen.<br />

KI IN DER MASCHINENRICHTLINIE<br />

KI-GESTÜTZE LÖSUNGEN<br />

BERGEN EIN BERTÄCHTLICHES<br />

ENTWICKLUNGSPOTENZIAL<br />

Condition Monitoring: KI hilft Anomalien frühzeitig zu erkennen,<br />

so können Anlagenstillstände vermieden werden<br />

Auch für die Optimierung von Hydrauliksteuerungen wird KI eingesetzt.<br />

Welche Wege hier Hawe Hydraulik geht, stellte Fabian<br />

Kreutmayr auf der Hannover Messe <strong>2023</strong> vor. Hydraulische Systeme<br />

verhalten sich nicht linear und sie lassen sich analytisch<br />

kaum modellieren. Durch Reinforcement Learning (RL, dt. bestärkendes<br />

Lernen) lassen sich aber Regelungsparameter für die<br />

Umgebungsbedingungen optimieren, in der die Maschine betrieben<br />

wird. Hierzu nutzt Hawe vorhandene IO-Daten, ohne zusätzliche<br />

Sensorik.<br />

Gerade in der Steuerungstechnik gibt es noch großes Potenzial<br />

für KI-Anwendungen. Es bleiben aber auch noch viele offene Fragen.<br />

Marcus Geimer sagt: „Der Einsatz von KI in der Steuerungstechnik<br />

ist sicherlich aktuell ein Hype. KI-basierte Steuerungstechnik<br />

kann dort erfolgreich sein, wo herkömmliche<br />

Steuerungstechnik scheitert oder nur sehr aufwändig umgesetzt<br />

werden kann. Die zuverlässige Absicherung einer Funktion dieser<br />

Systeme ist bisher aber ein noch offenes Forschungsthema.“<br />

Landmaschinen sind bereits heute zum Teil hochgradig automatisiert<br />

und vernetzt. Dazu beigetragen haben weltweite Standards<br />

wie der ISOBUS für die Kommunikation zwischen Traktoren<br />

und Anbaugeräten oder auch herstellerübergreifende Lösungen<br />

für den Datenaustausch, wie der Agrirouter. Durch Anwendungen<br />

wie das Precision Farming und zunehmend autonome,<br />

mobile Arbeitsmaschinen oder Agrarbots dürfte Künstliche Intelligenz<br />

auch in der Landwirtschaft 4.0 immer wichtiger werden.<br />

Dr.-Ing. Jan Schattenberg, stellvertretender Institutsleiter am<br />

Institut für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge (IMN) an der<br />

TU Braunschweig, gibt zu bedenken: „KI-gestützte Lösungen<br />

(bergen) zusätzlich ein beträchtliches Entwicklungspotenzial,<br />

insbesondere in komplexen Prozessen. Dies ist vor allem dann<br />

der Fall, wenn Entscheidungen nicht unmittelbar auf ein einzelnes<br />

Ereignis bezogen sind. Solche Situationen erfordern die Berücksichtigung<br />

umfangreicher Informationen über die verschiedenen<br />

Einflüsse, um auch in unbekannten Szenarien angemessene<br />

Entscheidungen treffen zu können. Gleichzeitig stellen KI-gestützte<br />

Ansätze die Entwicklungs- und Testprozesse vor<br />

beträchtliche Herausforderungen, da die klare Zuordnung von<br />

Ursache und Wirkung weniger eindeutig ist. Hier werden z. T.<br />

neue Abläufe erforderlich, nicht zuletzt, weil die neue Maschinenverordnung,<br />

die aktuell die Maschinenrichtlinie ablöst, auch<br />

KI und Cybersecurity berücksichtigt.“<br />

MEHR MUT ZUR UMSETZUNG MIT KI<br />

Für den Einsatz von KI speziell in der <strong>Fluidtechnik</strong> und in mobilen<br />

Maschinen wird in Instituten und Forschungseinrichtungen in<br />

Deutschland sowie in der Industrie intensiv geforscht. In der Wirtschaft<br />

sieht die Bitkom nach einer aktuellen Umfrage noch Nachholbedarf.<br />

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sagte im August<br />

dieses Jahres: „Deutschland ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten<br />

bei der KI-Forschung ganz vorne mit dabei und hat exzellente<br />

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Land. Diese Stärken<br />

müssen wir besser für marktfähige KI-Lösungen nutzen.“<br />

Es gibt genug Möglichkeiten, sich in der Industrie und im Maschinenbau<br />

zu Künstlicher Intelligenz und Machine Learning<br />

auszutauschen und zu vernetzen. Im Maschinenbau etwa über<br />

den VDMA: Bereits seit 2017 können sich KI-Erfahrene von<br />

Mitgliedsunternehmen und aus Forschungseinrichtungen im<br />

„Expertenkreis Machine Learning / Künstliche Intelligenz“ austauschen.<br />

In Web-Seminaren wie „KI-Lösungen für den Maschinenbau<br />

– Predictive Maintenance“ gibt der Branchenverband<br />

entsprechendes Wissen weiter.<br />

Der KI-Marktplatz (ki-marktplatz.com) bringt Anwender, Anbieter<br />

und Experten für KI im Engineering zusammen und verfolgt<br />

das Ziel, das Engineering der produzierenden Industrie mit<br />

Hilfe von KI zu revolutionieren. Auf der Website finden sich u.a.<br />

KI-Use-Cases und eine Anbieterlandkarte, um geeignete Partner<br />

zu finden.<br />

Unternehmen pragmatisch und anwendungsnahe bei der Umsetzung<br />

von KI-Projekten unterstützen möchte eine Reihe aus<br />

zehn <strong>10</strong>-minütigen Kurzfilmen, die Prof. Dr. Peter Buxmann von<br />

der TU Darmstadt in Zusammenarbeit mit Hessenmetall und<br />

dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft entwickelt hat. Der<br />

Lehrgang vermittelt Know-how für den erfolgreichen Einsatz von<br />

KI und stellt Best-Practice-Beispiele vor.<br />

Bilder: kosssmosss – stock.adobe.com, leonidkos – stock.adobe.com<br />

Felix Berthold, Redakteur, Antriebstechnik, f.berthold@vfmz.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 33


MOBILE MASCHINEN<br />

SONDERTEIL<br />

MOBILE MASCHINEN<br />

MAXIMALE SICHERHEIT BEI MOBILEN MASCHINEN<br />

MANITOU ITALIA SETZT AUF<br />

SENSOREN VON GEFRAN<br />

34 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


SENSOREN<br />

In Branchen wie dem Baugewerbe, der Landwirtschaft und der<br />

verarbeitenden Industrie müssen Maschinen für den Materialtransport<br />

oder das Heben von Personen ein hohes Maß an Zuverlässigkeit<br />

aufweisen und den strengsten Vorschriften entsprechen. Für Lösungen<br />

mit Teleskopauslegern sind beispielsweise in der EN 1459 detaillierte<br />

Sicherheitsanforderungen beschrieben, insbesondere in Bezug auf die<br />

Anfahr- und Stabilisierungsvorrichtungen sowie die Hubsysteme.<br />

Sich auf eine Reihe erstklassiger Sensoren verlassen zu können, ist<br />

daher ein Muss für die Hersteller. Um jede noch so komplexe<br />

Anwendungsanforderung erfüllen zu können, vertraut Manitou Italia<br />

bei seinen Maschinen auf die Sensoren von Gefran.<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 35


MOBILE MASCHINEN<br />

SENSOREN<br />

01<br />

Die Manitou Group, zu der Manitou Italia gehört, ist ein<br />

multinationales Unternehmen, das auf die Herstellung<br />

von Lösungen für den Materialtransport und für das Heben<br />

von Personen spezialisiert ist. „Manitou steht seit jeher<br />

für hervorragende Maschinenleistung, Bedienerkomfort,<br />

niedrige Gesamtbetriebskosten und geringe Umweltauswirkungen<br />

seiner Maschinen“, sagt Alessandro Tonini, Einkaufsleiter bei<br />

Manitou. „In unserer Branche sind Sicherheit des Bedieners und<br />

Vielseitigkeit die Schlüsselfaktoren. Aus diesem Grund werden<br />

technologisch fortschrittliche und hochpräzise Sensoren wie die<br />

von Gefran eingesetzt, damit die Maschinen bei Gefahr während<br />

des Betriebs sicher angehalten oder gestoppt werden können.“<br />

UMFASSENDES PRODUKTANGEBOT<br />

In über 60 Jahren konnte sich Manitou Italia mit einer breiten,<br />

modularen und vielseitigen Produktpalette als Referenz auf dem<br />

Markt etablieren: vom Teleskopstapler bis zum Gabelstapler, von<br />

der Hubarbeitsbühne bis zum Mitnahmestapler und Lagertechnikgeräten.<br />

Dank seines fundierten Know-hows bietet das italienische<br />

Unternehmen zahlreiche Zubehörteile wie Greifer, Schaufeln<br />

und Winden an, die die Produktpalette je nach Einsatzzweck<br />

vervollständigen. Hinzu kommen maßgeschneiderte Projekte,<br />

um spezifische Kundenwünsche zu erfüllen, zum Beispiel für die<br />

Bereiche Luftfahrt, Verteidigung und Bergbau. Die an der Pariser<br />

Börse notierte Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2022 in 140 Ländern<br />

eine Bilanzsumme von über 2,4 Milliarden Euro und beschäftigt<br />

derzeit 5.000 Mitarbeiter.<br />

VOLLSTÄNDIGES SENSORPROGRAMM<br />

FÜR MOBILE ARBEITSMASCHINEN<br />

Ob Weg, Drehwinkel, Neigung, Druck oder Kraft/Last – der italienische<br />

Hersteller Gefran überzeugt mit einem umfassenden<br />

Sensorprogramm. Mit diesen können komplexe Anwendungsanforderungen<br />

für industrielle Prozesse und in Automatisierungssystemen<br />

realisiert werden. Alle Sensoren vereinen fortschrittliche<br />

Technologie mit großer Robustheit.<br />

Bei Manitou Italia kommen die Sensoren in den unterschiedlichsten<br />

Anwendungen zum Einsatz. So werden beispielsweise<br />

02 03<br />

36 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


SENSOREN<br />

05<br />

04<br />

01 Mit einem Seilzug mit Neigungswinkelmessung erfolgt die<br />

Bewegungssteuerung der Teleskopausleger<br />

02 Montage eines redundanten Neigungssensors (GIG) für die<br />

Messung der Kabinenneigung<br />

03 Die Sensoren vom Typ GIB verhindern zuverlässig das Umkippen<br />

von Fahrzeugen durch die Erfassung des Neigungswinkels<br />

04 Die Seilzugaufnehmer GSH werden insbesondere zur Erfassung<br />

der Auslegerverlängerung von Kranen oder Hebebühnen sowie von<br />

Fahrzeugstützen eingesetzt<br />

05 Die Druckmessumformer KH kommen in Hydraulikkreisläufen<br />

zum Einsatz<br />

die berührungslosen Seilzugaufnehmer GSH aufgrund ihrer sehr<br />

kompakten Abmessungen insbesondere zur Erfassung der Auslegerverlängerung<br />

von Kranen oder Hebebühnen sowie von Fahrzeugstützen<br />

eingesetzt. Diese linearen Messwertaufnehmer arbeiten<br />

berührungslos mittels Hall-Messtechnik und eignen sich<br />

für den Einsatz unter anderem in landwirtschaftlichen Fahrzeugen,<br />

Erdbewegungsmaschinen und Hebezeugen. Die Seilzugaufnehmer<br />

messen, wie weit Teleskoparme oder Fahrzeugstützen<br />

von Nutzfahrzeugen ausgefahren sind. Sie stehen für Messbereiche<br />

von 1.800 bis 8.300 mm zur Verfügung und zeichnen sich<br />

durch die hohe Schutzart IP67, Schock- und Vibrationsfestigkeit<br />

sowie hohe elektromagnetische Verträglichkeit aus. Die Sensoren<br />

sind mit einem Zugseil aus Edelstahl AISI316 und einem Durchmesser<br />

von 0,85 mm ausgestattet, das für noch bessere Haltbarkeit<br />

mit Nylon beschichtet ist.<br />

Für die Druckmessung in Hydraulikkreisläufen setzt Manitou<br />

Italia auf die Druckmessumformer KH. Die kompakten Gehäuse<br />

und alle messstoffberührten Teile dieser nach EN 62061 SIL2-zertifizierten<br />

Sensoren bestehen vollständig aus Edelstahl. Ausgestattet<br />

mit einem optionalen Druckdämpfer können ihnen selbst<br />

hohe Druckspitzen, wie sie beim Anlaufen einer Pumpe oder<br />

beim Öffnen respektive Schließen eines Ventils auftreten, nichts<br />

anhaben. Die schock- und vibrationsfesten Sensoren halten hohen<br />

Temperaturspitzen stand und sind dank spezieller Steckverbinder<br />

kompatibel mit den Industriestandards des Automobilsektors.<br />

Sie besitzen neben der SIL2- und cULus-Zeritifizierung<br />

auch die Zulassung für elektronische Einrichtungen auf Schienenfahrzeugen<br />

und Bahnanwendungen (Rail Approval – konform<br />

zur EN 50155 und EN 50121-3-2 (EMV)). Die robusten<br />

Sensoren stehen für Messbereiche von 4 bis 1.000 bar mit analogen<br />

(Strom und Spannung) und ratiometrischen Ausgängen zur<br />

Verfügung. Der ratiometrische Ausgang liefert bei einer Betriebsspannung<br />

von nur 5 V ein verstärktes Signal (0,5 bis 4,5 V).<br />

Um ein Umkippen von Fahrzeugen zu verhindern, erfassen die<br />

Sensoren vom Typ GIB die Neigung der Fahrerkabine von<br />

Manitou-Maschinen. Sie bieten standardmäßig die Schutzart IP67<br />

und sind für Messbereiche von ± <strong>10</strong>°, ± 15°, ± 20°, ± 30°, ± 45°, ± 60°<br />

und ± 85° (x-/y-Achse) sowie 180° (z-Achse) lieferbar. Die GIB-<br />

Sensoren mit MEMS-Technologie (MEMS = Mikroelektromechanische<br />

Systeme) verfügen über analoge oder digitale (CANopen)<br />

Ausgänge und zeichnen sich neben ihrer hohen Schock- und Vibrationsfestigkeit<br />

auch durch eine sehr gute elektromagnetische<br />

Verträglichkeit aus. Für Anwendungen, deren Sicherheitsanforderungen<br />

noch höher sind, können die Sensoren auch mit einem<br />

Relais-Ausgang ausgestattet werden. Dieser schaltet bei Erreichen<br />

eines kritischen Werts unabhängig von der Steuerung ab.<br />

LANGJÄHRIGE PARTNERSCHAFT<br />

„Die Gründe für die langjährige Partnerschaft hängen eng mit<br />

drei wesentlichen Faktoren zusammen. Erstens ist Gefran für uns<br />

ein ‚One-Stop-Shop‘, der nicht nur alle Sensoren liefert, die wir<br />

benötigen, von Seilzugaufnehmern über Druck- und Positionssensoren<br />

bis hin zu Neigungssensoren, sondern auch die vereinbarten<br />

Liefertermine einhält und die Abläufe an unseren Montagelinien<br />

vereinfacht. Zweitens zeichnet sich Gefran durch sein<br />

technologisches Know-how aus, das die Synergie zwischen unseren<br />

jeweiligen Konstruktionsbüros fördert und es uns ermöglicht,<br />

in kürzester Zeit innovative Lösungen zu entwickeln“, erklärt<br />

Alessandro Tonini und fügt hinzu: „Der praktische Beweis dafür<br />

ist der Start neuer Projekte mit dem Ziel der ständigen Verbesserung.<br />

Das Ergebnis ist unsere wachsende Zufriedenheit in der<br />

Zusammenarbeit mit Gefran.“<br />

GEMEINSAME VISION<br />

„Gefran und Manitou Italia, zwei Unternehmen, die durch eine<br />

gemeinsame Vision verbunden sind: auf der einen Seite die Aufmerksamkeit<br />

für den Kunden, der immer im Mittelpunkt steht,<br />

und auf der anderen Seite die Konzentration auf Innovation“,<br />

kommentiert Renzo Privitera, Vertriebsleiter für Sensoren und<br />

Komponenten bei Gefran in Italien, und fährt fort: „Gefran bietet<br />

Manitou Italia eine breite und leistungsfähige Produktpalette, eine<br />

hohe Lieferzuverlässigkeit und einen erstklassigen Kundendienst.<br />

Auf der Grundlage der mit Manitou Italia erreichten Ziele<br />

wird Gefran weitere Kooperationen mit Manitou-Produktionsstätten<br />

in der ganzen Welt realisieren.“<br />

Bilder: Bild 01+02 Manitou, Bild 03-05 Gefran<br />

www.gefran.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 37


GLEITLAGER<br />

2K-SPRITZGUSSGLEITLAGER FÜR<br />

HOHE MECHANISCHE BELASTUNGEN<br />

HARTE SCHALE –<br />

VERSCHLEISSFESTER KERN<br />

MOBILE MASCHINEN<br />

Es ist ein Novum für die Baumaschinen- und<br />

Agrarmaschinenindustrie: Mit dem neuen iglidur<br />

Q3E Gleitlager hat igus erstmalig einen Weg<br />

gefunden, Schwerlastlager, aufgebaut aus<br />

zwei Schichten Hochleistungskunststoff,<br />

im kostengünstigen Spritzgussverfahren zu<br />

fertigen. Bislang war ein kunststoff-basierter<br />

mehrschichtiger Aufbau nur im Wickelverfahren<br />

möglich, das für Großserien jedoch<br />

kostenintensiver ist.<br />

Bewegt sich die Schaufel eines Baggers, beladen mit hunderten<br />

Kilogramm Sand, wirken auf Lagerstellen enorme<br />

Lasten – eine Belastung, der igus bisher vor allem mit<br />

Gleitlagern der Serie igutex begegnet. Die Lager entstehen<br />

in einem Wickelprozess aus unterschiedlichen Materialien. Dabei<br />

sorgt die innere Schicht dank integrierter Festschmierstoffe für einen<br />

reibungsarmen Trockenlauf. Die äußere Schicht hingegen für<br />

enorme Festigkeit. „Nun ist es uns gelungen, einen mehrschichtigen<br />

Aufbau auch im Spritzgussverfahren zu realisieren und somit<br />

Werkstoffe mit sich ergänzenden Eigenschaften zu kombinieren“,<br />

sagt Uwe Sund, Produktmanager iglidur Schwerlastlager bei igus.<br />

Das Ergebnis: die Serie iglidur Q3E. „Dank der neuen Technologie<br />

können wir jetzt Mehrkomponenten-Schwerlastlager in Großserien<br />

im besonders kostengünstigen Spritzguss fertigen.“<br />

AUS ZWEI MACH EINEN<br />

Die neue Serie iglidur Q3E ist das Resultat einer intensiven Zusammenarbeit<br />

der igus Materialentwicklung mit den Spezialisten<br />

aus dem eigenen Werkzeugbau. „Wir hatten bei der Entwicklung<br />

von iglidur Q3E das Ziel, einen ähnlichen, mehrteiligen Aufbau<br />

wie bei der Serie igutex zu realisieren – mit dem Hochleistungskunststoff<br />

iglidur Q3 für einen tribologisch optimierten Kern und<br />

einem besonders verstärkten Polymer für eine mechanisch hochfeste<br />

Schale“, erklärt Sund. Die größte Herausforderung sei dabei<br />

gewesen, die zwei unterschiedlichen Materialien im Spritzgussprozess<br />

so zu verarbeiten, sodass aus zwei Komponenten eine<br />

wird. Dabei werden die Vorteile beider Werkstoffe miteinander<br />

kombiniert. „Das gelingt uns im Mehrkomponenten-Spritzgussverfahren<br />

mit entsprechend komplexen und ausgefeilten Spritzgusswerkzeugen.“<br />

ROBUSTE TRAGFÄHIGKEIT – ÜBERZEUGENDE<br />

GLEITEIGENSCHAFTEN<br />

Die Gleitlager aus iglidur Q3E eignen sich für Heavy-Duty-Anwendungen,<br />

in denen klassischerweise Lager aus Metall- oder<br />

Faserverbundbuchsen zum Einsatz kommen und Kosteneinsparungen<br />

erreicht werden sollen, unter anderem in der Bau- und<br />

Landmaschinenindustrie. Ihre maximale dynamische Flächenpressung<br />

liegt bei 75 MPa. „Somit können wir mit iglidur Q3E<br />

viele Schwerlastanwendungen abdecken“, sagt Sund. Der entscheidende<br />

Vorteil: Die Gleitlager benötigen kein Schmierfett. In<br />

das Polymer der Innenschicht sind mikroskopisch kleine Festschmierstoffe<br />

integriert, die sich während der Lebenszeit des<br />

Lagers sukzessive freisetzen. „Besonders bei der Wartung von<br />

Bau- und Landmaschinen ist das Schmieren der Lagerstellen eine<br />

der aufwendigsten Aufgaben“, so Sund abschließend. „Mit<br />

einem Umstieg auf iglidur Q3E oder igutex sparen Anwender Wartungskosten<br />

und erhöhen die Lebensdauer der Maschinen. Denn<br />

immer wieder führen vernachlässigte Schmierungen klassischer<br />

Metalllager zu teuren Schäden an Wellen und Gleitlagern.“<br />

Bild: igus<br />

www.igus.de<br />

38 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


MARKTPLATZ<br />

FÜLLSTANDANZEIGER FÜR TANK UND<br />

BEHÄLTER<br />

Bei dem erweiterten<br />

Produktsortiment an<br />

mechanischen Füllstandanzeiger<br />

hat das Unternehmen<br />

Contec aus Bad Honnef den<br />

Fokus speziell auf Tankanwendungen<br />

gelegt. Die mit<br />

schraubbarem Deckel oder<br />

Anschlussflansch versehenen<br />

robusten Anzeiger eignen sich z.B. für Aufsitz-Rasenmäher,<br />

Kommunalmaschinen sowie Fahrzeugen aller Art bis hin zu<br />

Anwendungen von On-Road und Off-Road Nutzfahrzeugen.<br />

Dabei lassen sich die Anzeiger an die jeweiligen Tankanschüsse<br />

und Tanktiefen anpassen und können so die unterschiedlichsten<br />

Tank-Geometrien abbilden. Die gleiche Flexibilität bieten<br />

die magnetisch entkoppelten Anzeigeblätter: Die Anzeigen<br />

lassen sich bezüglich Farbe, Markierung oder Zahlenskala<br />

individuell gestalten. Ein digitaler Signalausgang ist ebenso<br />

erhältlich. Geeignet sind die Contec Füllsandanzeigen für<br />

Kraftstoffe, Kühlmittel, Schmier- und Hydrauliköle aller Art.<br />

www.contec-filtration.de<br />

ZUVERLÄSSIG IN RAUEN UMGEBUNGEN<br />

Für zuverlässige High-Speed-Daten- und Stromübertragungen<br />

in rauen Umgebungen hat Rosenberger das HSI-Steckverbinder-<br />

System entwickelt. Konzipiert für anspruchsvolle Bedingungen<br />

im Außenbereich und standardisiert in Zusammenarbeit mit<br />

der AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation), ist HSI<br />

– High-Speed Implement Bus<br />

System – der neue Standard. Für<br />

Anwendungen im Lkw über<br />

Baumaschinen bis hin zu<br />

landwirtschaftlichen Anwendungen<br />

sind HSI-Steckverbinder<br />

wahre Allrounder.<br />

www.rosenberger.com<br />

WASSERSTOFFBETRIEB AUCH FÜR KLEINE<br />

STAPLERFLOTTEN<br />

Plug Power Inc., ein<br />

führender Anbieter von<br />

schlüsselfertigen<br />

Wasserstofflösungen für<br />

die globale grüne<br />

Wasserstoffwirtschaft,<br />

hat sein GenKey-Lösungsangebot<br />

erweitert.<br />

Dies ermöglicht den<br />

Einsatz von Brennstoffzellen in Lagern, die weniger als <strong>10</strong>0<br />

Elektrostapler betreiben. Zum ersten Mal hat dieses Segment<br />

des Gabelstaplermarktes – das mehr als ein Viertel aller im<br />

Heimatmarkt USA verkauften Gabelstapler ausmacht – Zugang<br />

zu kostengünstigen Wasserstoff-Brennstoffzellen und der<br />

damit verbundenen Produktivitätssteigerung.<br />

www.plugpower.com<br />

KBAV IM STANDARDANGEBOT<br />

Menzel Elektromotoren stattet<br />

Schleifringläufermotoren auf<br />

Wunsch mit einer Kurzschluss- und<br />

Bürstenabhebevorrichtung (KBAV)<br />

aus und hat diese Option jetzt zu<br />

seinem Standardportfolio hinzugefügt.<br />

Der Einsatz einer KBAV kann<br />

wirtschaftlich lohnend sein bei<br />

Motoren etwa ab Baugröße 630, die lange Laufzeiten haben<br />

und nur selten neu gestartet werden. Der Wartungsaufwand<br />

sinkt dadurch deutlich. Beispielanwendungen sind Pumpen,<br />

Ventilatoren und Förderer, die im Dauerbetrieb (Betriebsart S1)<br />

laufen. Nach dem Hochfahren des Motors können die Rotorwicklungen<br />

kurzgeschlossen und die Kohlebürsten abgehoben<br />

werden. Das vermindert den Bürstenverschleiß, und es können<br />

kleinere Bürsten eingesetzt werden, die oft die gesamte<br />

Motorlebenszeit überdauern.<br />

www.menzel-motors.com<br />

SICHERE POSITIONSERFASSUNG<br />

FÜR MOBILE MASCHINEN<br />

• Kleinste Safety-Multiturn-Drehgeber<br />

entwickelt für mobile Maschinen<br />

• Schutzart bis IP6K9K<br />

• E1-Zulassung (Kraftfahrtbundesamt)<br />

AGRITECHNICA <strong>2023</strong>, Halle 15, Stand H42<br />

www.siko-global.com/p/wv3600mr


VENTILTECHNIK<br />

NEUE DIFFERENTIALSPERRVENTILE VON BUCHER HYDRAULICS<br />

KRAFTSTOFFVERBRAUCH REDUZIEREN,<br />

TRAKTION ERHÖHEN<br />

MOBILE MASCHINEN<br />

Über die Jahrzehnte haben sich<br />

Kolbenstromteiler in Differentialsperren von<br />

hydraulischen Fahrantrieben bewährt. Allerdings<br />

sind in den letzten Jahren die Ansprüche der<br />

Betreiber von mobilen Maschinen nochmal<br />

stark gestiegen. Auf der Wunschliste stehen<br />

beispielsweise eine intuitivere Bedienung, ein gut<br />

beherrschbares Fahrverhalten unter schwierigen<br />

Bedingungen, eine weitere Optimierung und<br />

Automation der Arbeitsfunktionen sowie die<br />

Reduzierung des Energieverbrauchs. Diesen<br />

Trends entsprechend hat Bucher Hydraulics neue<br />

Differentialsperrventile mit innovativen Features<br />

entwickelt.<br />

Die neuen Typen DL14 ergänzen die bekannten und bewährten<br />

Differentialsperrventile MT..DV (2 Motoren),<br />

MT..DVD (3 Motoren) und MT..DVV (4 Motoren). Auch<br />

die DL14 sind für die Anwendung in hydrostatischen<br />

Antrieben mit parallel geschalteten Hydromotoren im offenen<br />

und geschlossenen Kreislauf vorgesehen und für zwei, drei oder<br />

vier Verbraucher verfügbar. Durch ihren Aufbau mit parallel geschalteten<br />

Blenden können die Typen DL14 auch für mehr als<br />

vier Verbraucher eingesetzt werden. Die Mengenteiler sind doppeltwirkend,<br />

das bedeutet die Funktion der Differentialsperre ist<br />

in Vorwärts- und Rückwärtsfahrt gegeben. Bei deaktivierter Differentialsperre<br />

wird der Hydrostrom mit geringsten Druckverlusten<br />

beliebig auf die Hydromotoren verteilt. Im aktivierten Zustand<br />

sind die Hydromotoren zwangsweise parallel geschaltet.<br />

Das strömungsoptimierte Verhalten des neuen Ventilblocks<br />

und die optimierte Ausbildung der Blende machen einen großen<br />

Arbeitsbereich bei hohen Drücken möglich. So sind die DL14-<br />

Ventilblöcke bei einer 2-Fach-Differentialsperre für Volumenströme<br />

bis 250 l/min sehr gut geeignet. Die 4-Fach-Differentialsperre<br />

ist bis 500 l/min freigegeben.<br />

Ein weiterer Effekt des neuen Designs: Bislang waren für den gleichen<br />

Arbeitsbereich zwei Baugrößen notwendig, zum einen<br />

Baugröße 08 bis <strong>10</strong>0 l/min als auch Baugröße 16 bis 250 l/min. Der<br />

neue Typ DL14 deckt diesen Bereich mit nur einer Baugröße ab.<br />

GERINGE DRUCKVERLUSTE IM<br />

GESCHALTETEN ZUSTAND<br />

Die neuen Ventile wurden außerdem so konzipiert, dass sie sowohl<br />

bei deaktivierter als auch bei aktivierter Differentialsperre<br />

außergewöhnlich geringe Druckverluste aufweisen. Mehr Radleistung<br />

steht so zur Verfügung. Im Vergleich zu herkömmlichen<br />

Kolbenstromteilern mit Festblende ist die Energieeinsparung mit<br />

aktivierter Sperre nicht zu unterschätzen. Der Druckverlust bei<br />

einer 2-Fach-Differentialsperre beträgt in diesem Fall im Nennarbeitsbereich<br />

von 150 l/min nur 5 bar und bei 250 l/min lediglich<br />

11 bar –im deaktivierten Zustand in den genannten Punkten lediglich<br />

3 bar und 5 bar. Bei einer 4-Fach-Differentialsperre lässt<br />

sich im aktivierten Zustand im Vergleich zum Stand der Technik<br />

bei einem zugeführten Volumenstrom von <strong>10</strong>0 l/min der Druckverlust<br />

um rund 56 bar reduzieren. Dies entspricht einer eingesparten<br />

hydraulischen Leistung von immerhin 9,3 kW. Die Umschaltung<br />

vom Fahrmodus in den Differentialmodus erfolgt über<br />

ein 3/2-Wege-Schaltventil im Niederdruckkreis mit maximal<br />

50 bar.<br />

PERFEKTE TEILUNG SCHON AB KLEINSTEN<br />

VOLUMENSTRÖMEN<br />

Eine Sperrwirkung praktisch aus dem Stand der mobilen Maschine<br />

heraus stand ganz oben im Lastenheft der Entwickler. Mit Hilfe<br />

einer vom Zufluss abhängig gesteuerten Messblende wurde dies<br />

ausgezeichnet gelöst. Schon ab Zuläufen unter <strong>10</strong> Liter/min ge-<br />

40 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


Δp [bar]<br />

20<br />

VENTILTECHNIK<br />

lingt eine Aufteilung des Volumenstroms, wie Bild 02 zeigt. Vor allem<br />

das Anfahren auf glatten Untergründen wird spürbar verbessert.<br />

Das Personal kann sich bei schwierigen Fahrmanövern und<br />

beim Rangieren voll auf die Arbeitsfunktionen konzentrieren.<br />

Für jeden Motor bzw. Verbraucher sind Druckwaagen im Ventilblock<br />

integriert. Mobile Arbeitsmaschinen in der Landtechnik,<br />

Forsttechnik und dem Baumaschinensektor profitieren vom großen<br />

Arbeitsbereich und der lastdruckunabhängigen Versorgung<br />

der Radmotoren. Entsprechend dem Trend zu höheren Betriebsdrücken<br />

hat man bei Bucher die neuen Differentialsperrventile<br />

für einen Dauerdruck von 450 bar und einen Spitzendruck von<br />

520 bar ausgelegt und erprobt. Wie für die bewährten Sperrventile<br />

der Typen MT..DV, MT..DVD und MT..DVV stehen auch für die<br />

DL14 integrierte Nachsaugventile und Schockventile zur Verfügung.<br />

Das Spektrum der mobilen Maschinen, die von den neuen<br />

Sperrventilen DL14 bezüglich Kraftstoffeinsparung und besserer<br />

Traktion profitieren können, ist groß: selbstfahrende Feldspritzen,<br />

Holzvollernter, Hubarbeitsbühnen ab 15 Meter, Asphalt-<br />

Kaltfräsen, Straßenfertiger und viele Weitere.<br />

Bei teilelektrifizierten Maschinen (Hybridmaschinen) mit hydraulischen<br />

Fahrantrieb wird die mit den DL14-Sperrventilen<br />

mögliche Energieeinsparung eine stärkere Gewichtung erfahren.<br />

Ob konventionell oder teilelektrifiziert – einem Update mit mehr<br />

Radleistung, Traktion und Energieeffizienz steht nichts im Wege.<br />

Bilder: Bucher Hydraulics<br />

www.bucherhydraulics.com<br />

15<br />

01 DL14 ist ein Kubus,<br />

<strong>10</strong><br />

der es in sich hat: geringste<br />

Druckverluste<br />

Erweiterter<br />

bei aktiver<br />

Arbeitsbereich<br />

Sperre und 5 hohe Traktion<br />

beim Anfahren Nennarbeitsbereich<br />

02 Teilgenauigkeit 0 der<br />

0 50 <strong>10</strong>0 150 200<br />

neuen Differentialsperrventile<br />

DL14 2-FACH Eingangsvolumenstrom [l/min]<br />

Verbrauchervolumenstrom Q [l/min]<br />

200<br />

150<br />

Erweiterter Arbeitsbereich<br />

<strong>10</strong>0<br />

50<br />

Erhöhung der Traktion, insbesondere<br />

beim Anfahren durch Aufteilung des Volumenstroms<br />

schon bei geringster Zulaufmenge<br />

Nennarbeitsbereich<br />

0<br />

0 50 <strong>10</strong>0 150 200<br />

Eingangsvolumenstrom [l/min]<br />

Grenzen Teilgenauigkeit<br />

250<br />

250<br />

01<br />

Q A<br />

Q B<br />

02<br />

<strong>10</strong>0-P-000243-DE-00/06.<strong>2023</strong><br />

Differentialsperrventil DL14


Bedienoberfläche<br />

der Open-Source-<br />

Software-Plattform<br />

openSYDE zur<br />

Erstellung eines<br />

openSYDE-Projekts<br />

OPEN-SOURCE-AUTOMATISIERUNGSTOOL<br />

EINE SOFTWARE FÜR DAS GANZE<br />

MOBILE MASCHINENLEBEN<br />

MOBILE MASCHINEN<br />

Die Wertschöpfung in der Automatisierung<br />

erfolgt zu großen Teilen in der Software. Insofern<br />

braucht es Tools, die es komfortabel ermöglichen,<br />

Applikationsdaten und Steuerungs-Hardware zu<br />

verbinden. Für diesen Zweck bieten die<br />

Automatisierungsspezialisten von STW die<br />

Software openSYDE. Die Software kann jedoch<br />

noch viel mehr, wie Thorsten Walter, Product Line<br />

Specialist openSYDE bei STW, und Michael Huber,<br />

Produktmanager bei STW, im Interview erläutern.<br />

Herr Walter, Herr Huber, was genau ist openSYDE?<br />

Walter: openSYDE ist unsere Systemdesignsoftware. Mit ihr<br />

lassen sich Applikationen komfortabel auf unsere Steuerungen<br />

der ESX-Familie portieren, Over-the-air-Updates durchführen,<br />

Flash-Funktionen nutzen, Systemdokumentationen automatisieren<br />

oder auch Diagnosefunktionen im Betrieb verwenden.<br />

Das hört sich nach einem mächtigen Tool an?<br />

Huber: Das ist es auch. openSYDE wird häufig für ein einfaches<br />

Flash-Tool für unsere Steuerungen gehalten. Es ist jedoch viel<br />

mehr die Software-Schaltzentrale für den gesamten Lebenszyklus<br />

der Maschine, von der ersten Variablendefinition, über das<br />

Design der Systemarchitektur bis hin zum Support. Und trotz<br />

seines Umfangs ist openSYDE besonders anwenderfreundlich.<br />

Unser Ziel ist es, den Maschinenherstellern und -entwicklern<br />

das Leben so einfach wie möglich zu machen.<br />

Wie erreichen Sie dieses Ziel?<br />

Walter: Entwickler, die mit openSYDE arbeiten, können frei<br />

zwischen den Programmierungssprachen C, IEC 61131 mit<br />

logi.CAD3 oder Matlab wählen. Je nach Spezialisierung oder<br />

Präferenz kann jeder mit dem Tool arbeiten, mit dem er am<br />

effizientesten ist. Dabei ist openSYDE als Open-Source-Software<br />

mit offenen Datapools stets offen für das Andocken weiterer<br />

Softwaretools von Drittanbietern. Den Einstieg in die Software<br />

erleichtern wir mit Beispiel-Projekten oder Template-Applikationen<br />

in unseren Target Support Packages. Diese Packages gibt<br />

es für jede unterstützte Programmiersprache. Mit der grafischen<br />

Benutzeroberfläche und Drag-und-Drop-Support gewährleisten<br />

wir eine bestmögliche Usability. Hinzu kommen Komfort-Features<br />

wie das automatische Generieren von Code Snippets aus<br />

42 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


SOFTWARE<br />

der Systemdefinition und Konfigurationsbeschreibung oder der<br />

nahtlose Wechsel zwischen openSYDE und Programmierungsumgebung.<br />

Die Dokumentation kann ebenfalls automatisiert<br />

werden. Auch dies reduziert zeitliche Aufwände.<br />

Mit unserer Mobilsteuerungen der ESX.4-Familie können<br />

openSYDE-Applikationen zudem unkompliziert auf unterschiedlichen<br />

Steuerungssystemen aufgesetzt werden. So kann<br />

eine für die ESX.4cs-gw programmierte Applikation nahtlos auf<br />

eine ESX.4cm oder ESX.4cl übertragen werden. Dies wird durch<br />

die gemeinsame Aurix-Plattform der Controller sowie die von<br />

openSYDE generierte einheitliche Datenbasis gewährleistet.<br />

All diese Funktionen sorgen dafür, dass der Entwicklungsprozess<br />

möglichst komfortabel und effizient vonstattengehen kann. Die<br />

meist sowieso schon begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen<br />

in Engineering- und Programmierungs-Teams werden<br />

somit geschont. Projekte können schneller realisiert werden.<br />

Was zeichnet openSYDE darüber hinaus aus?<br />

Huber: Wir von STW sind die Experten für funktionale Sicherheit<br />

in mobilen Arbeitsmaschinen. Unsere Steuerungen sind seit<br />

vielen Jahren Safety-zertifiziert nach SIL2 / PLd. Da lag es nahe<br />

dieses Qualitätsmerkmal auch für unsere Software anzustreben.<br />

Dank der TÜV-Zertifizierung von Soft- und Hardware und dem<br />

von uns eigens entwickelten ECeS-Safety-Protokoll können<br />

Maschinenhersteller mit vergleichsweise geringem Aufwand<br />

Safety-Applikationen für Land-, Bau-, Kommunal- oder Forstmaschinen<br />

entwickeln. Die Time-to-Market sinkt dank der<br />

durchgängigen Safety-Konformität deutlich.<br />

Walter: Auch die Update-Funktionalitäten sollte man nicht außer<br />

Acht lassen. Dank Rooting können selbst komplexe Steuerungssysteme<br />

mit mehreren Knotenpunkten mit einem Klick<br />

aktualisiert werden. Mit unserem Zusatztool SYDEsup und unseren<br />

TCG-Kommunikationsmodulen oder anderen Telematikmodulen<br />

gelingt dies darüber hinaus auch per Mobilfunk. So<br />

lassen sich ganze Maschinenflotten in kürzester Zeit updaten,<br />

selbst an entlegensten Orten.<br />

Und wenn wir gerade vom Maschinenbetrieb sprechen:<br />

openSYDE bietet die Option, Service-Projekte zu erstellen. Hierbei<br />

handelt es sich um Projekte, die Nutzern nur eingeschränkte<br />

Nutzungsrechte einräumen. Das ist insbesondere bei der<br />

openSYDE-Nutzung durch externes Wartungspersonal wichtig<br />

und sinnvoll. So kann das Servicepersonal die notwendigen<br />

Funktionen und die gewohnte Usability von openSYDE nutzen,<br />

der Maschinenhersteller und -betreiber kann sich gleichzeitig<br />

sicher sein, dass die Sicherheit und Integrität der Maschine geschützt<br />

bleiben. Wie bereits erwähnt: Komfort und Nutzerfreundlichkeit<br />

sind für uns das höchste Ziel bei der stetigen<br />

Weiterentwicklung von openSYDE.<br />

AZ_2<strong>10</strong> x 75 Relais.qxp_Layout 1 28.02.23 08:58 Seite 2<br />

Thorsten Walter (links) und Michael Huber (rechts) erläutern im<br />

Interview die Funktionsweise und Anwendung der Systemdesignsoftware<br />

openSYDE<br />

Sie erwähnten, dass openSYDE open source ist. Ist die Software<br />

kostenlos?<br />

Huber: Prinzipiell können alle Interessenten openSYDE kostenfrei<br />

auf Github herunterladen. Für die Toolchain fallen gegebenenfalls<br />

Lizenzkosten an. Wir wollen die wirtschaftlichen<br />

Aufwände transparent halten und haben uns daher gegen ein<br />

Abo-Modell entschieden.<br />

Der offene Ansatz von STW und openSYDE geht jedoch weit über<br />

dies hinaus. Mit openSYDE lassen sich nicht nur STW-Komponenten<br />

verwalten. Die Software bietet die volle Unterstützung<br />

von Third-Party-Komponenten, insbesondere aus unserem STW-<br />

Partnernetzwerk. Im Partnernetzwerk finden sich Unternehmen,<br />

die komplementäre Produkte anbieten, welche Maschinenhersteller<br />

für die Automatisierung ihrer Applikationen benötigen.<br />

Hierzu gehören beispielsweise zusätzliche Sensorik, Displays<br />

oder Hydraulikventile, die wir nicht selbst im Produktportfolio<br />

führen. Diese Komponenten lassen sich ebenfalls ohne Aufwand<br />

in die Systemdefinition mit openSYDE integrieren.<br />

Walter: Wenn man es auf den Punkt bringt, ist openSYDE das Automatisierungstool<br />

für das gesamte Leben der mobilen Maschine.<br />

Insbesondere für kleinere und mittlere Maschinenhersteller,<br />

die noch keine entsprechende Software nutzen, bietet openSYDE<br />

die gesamte Palette an Funktionen und Features, die sie für die<br />

Automatisierung ihrer Maschinen benötigen – und das besonders<br />

komfortabel und wirtschaftlich.<br />

Bilder: STW<br />

www.stw-mobile-machines.com<br />

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Der innere und der äußere<br />

Bereich der Rotor-Baugruppe<br />

werden in gesonderten<br />

Kavitäten innerhalb eines<br />

Mehrkomponenten-<br />

Spritzgießwerkzeugs<br />

gefertigt<br />

ELEKTRISCHE KÜHLWASSERPUMPEN<br />

KUNSTSTOFFGEBUNDENE MAGNETROTOREN IN<br />

MEHRKOMPONENTEN-SPRITZGIESSTECHNIK<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

Elektrische Kühlwasserpumpen gewinnen mehr<br />

und mehr an Bedeutung: Weil sie nicht wie<br />

mechanische Pumpen vom Motor über Riemen<br />

angetrieben werden, optimieren sie den<br />

Kraftstoffverbrauch und reduzieren somit<br />

die Emissionen bei Verbrennern. Bei Hybridund<br />

Elektrofahrzeugen kühlen sie die<br />

Brennstoffzellen-Stacks, die Batterie sowie<br />

die Elektronikbauteile. Zudem sorgen sie für<br />

eine funktionierende Innenraumheizung.<br />

Eine Kernkomponente der Kühlwasserpumpe<br />

ist der „Antriebsrotor mit Flügelrad“.<br />

MS-Schramberg, Entwickler und Produzent<br />

von Magnet- und Systemlösungen, hat die<br />

Baugruppe auf die Kundenanforderungen<br />

optimiert und eine Fertigung für sehr große<br />

Stückzahlen eingeführt.<br />

Die Anforderungen an die Rotorbaugruppen in Kühlwasserpumpen<br />

sind enorm. Sie müssen beständig sein<br />

gegen eine Vielzahl an Kühlmedien und extreme Temperaturunterschiede<br />

von minus 40 bis plus 150 Grad Celsius<br />

aushalten können. Damit sind sie immer wieder Temperaturschocks<br />

ausgesetzt. Um Vibrationen und somit Geräuschentwicklung<br />

zu vermeiden, sind nur minimale Unwuchten zulässig.<br />

Für eine wirtschaftliche Produktion sollten zudem die verwendeten<br />

Magnetmaterialien möglichst ressourcenschonend eingesetzt<br />

– und Seltenerdwerkstoffe weitestgehend vermieden oder<br />

zumindest reduziert werden. Denn diese sind starken Preisschwankungen<br />

unterworfen. Knapp 97 Prozent der Seltenerdmaterialien<br />

kommen aus China. Damit bestehen Abhängigkeiten,<br />

die Hersteller vermeiden wollen.<br />

Eine Antwort darauf sind kunststoffgebundene, gespritzte<br />

Magnetrotoren, die mit einem Flügelrad verbunden und gelagert<br />

sind. Diese Baugruppe, die das Herzstück der Pumpe darstellt,<br />

lässt sich mit der Mehrkomponenten-Spritzgießtechnik in enorm<br />

hoher Stückzahl wirtschaftlich produzieren. Die Fertigungstechnik<br />

kann mit weiteren Prozessen ergänzt werden, etwa mit der<br />

Zuführung von Buchsen oder Achsen sowie dem anschließenden<br />

Verpacken. Durch den hohen Automatisierungsgrad lassen sich<br />

dadurch hohe Qualitätsstandards erreichen.<br />

DAS PASSENDE MAGNETCOMPOUND<br />

Zunächst gilt es, das optimale Magnetcompound für die jeweilige<br />

Anwendung auszuwählen. Da dieses chemisch beständig sein<br />

muss und ohne Seltenerdwerkstoffe auskommen sollte, bietet<br />

44 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


PUMPENTECHNIK<br />

01 02 03<br />

04 05 06<br />

01 Der innere Bereich des Rotors<br />

02 Das FEM-Modell zeigt den Verlauf<br />

der Flusslinien<br />

03 Die Flussdichte beträgt bei dem Modell<br />

bei einem Radius von 13,3 Millimetern etwa<br />

42 Millitesla<br />

04 Der äußere Bereich des Rotors<br />

05 Das FEM-Modell zeigt den Verlauf<br />

der Flusslinien<br />

06 Die Flussdichte beträgt etwa <strong>10</strong>5 Millitesla<br />

dern große Wandstärken lange Zykluszeiten,<br />

welche die Wirtschaftlichkeit im Spritzgießprozess<br />

negativ beeinflussen. Deshalb erfolgt die<br />

Fertigung mehrstufig: Der Rotor wird in einen<br />

inneren und einen äußeren Ring unterteilt. Im<br />

Mehrkomponenten-Spritzgießwerkzeug werden<br />

dazu die Komponenten für den inneren<br />

und den äußeren Bereich des Rotors in gesonderten<br />

Kavitäten gefertigt. Dieses Vorgehen verkürzt<br />

die Zykluszeiten für den Spritzgießprozess<br />

um knapp die Hälfte. Zudem sind höhere<br />

Wuchtgüten und geringere Bauteiltoleranzen<br />

umsetzbar. Dazu kommt, dass sich innerhalb<br />

der aufgeteilten Fertigungsschritte auch die<br />

magnetische Ausrichtung verbessert – dies erhöht<br />

die magnetische Leistung des Rotors.<br />

SELTENERDWERKSTOFFE<br />

REDUZIEREN<br />

Der Trend geht zu immer kompakteren Kühlwasserpumpen<br />

mit immer höheren Leistungen.<br />

Ohne Seltenerdwerkstoffe lässt sich dies meist<br />

nicht umsetzen. Durch den mehrstufigen<br />

Spritzprozess und das optimierte Verhältnis mit<br />

Hartferrit können die Seltenerdcompounds minimiert<br />

werden. Dazu spritzt MS-Schramberg<br />

den inneren Rotorbereich zunächst mit einem<br />

HF-Compound, anschließend den dem Stator<br />

naheliegenden äußeren Bereich des Rotors –<br />

zum Beispiel mit Neodym-Eisen-Bor (NdFeB).<br />

Um den Einsatz dieses Seltenerdwerkstoffs so<br />

gering wie möglich zu halten, eignet sich das<br />

Prinzip der magnetischen Superpositionen.<br />

VISI N<br />

ERFÜLLT<br />

Getriebeteile auf<br />

höchstem technischen Niveau<br />

für effiziente und innovative<br />

Lösungen von Morgen.<br />

GSC Schwörer GmbH<br />

D-79871 Eisenbach<br />

www.gsc-schwoerer.de<br />

sich als Magnetmaterial Hartferrit (HF) an. Das<br />

Unternehmen MS-Schramberg entwickelt und<br />

fertigt diese Compounds abgestimmt auf das<br />

jeweilige Produkt und die Prozessanforderungen<br />

und nutzt für die Weiterverarbeitung die<br />

Mehrkomponenten-Spritzgießtechnik. Um das<br />

Magnetmaterial während des Prozesses mehrpolig<br />

auszurichten und zu magnetisieren, sind<br />

in den Werkzeugen Magnetsysteme integriert.<br />

Compound und Prozess lassen sich entsprechend<br />

der magnetischen Leistungsanforderungen<br />

optimieren.<br />

Erforderlich sind an den Bauteilen dazu<br />

meist große Wandstärken, die sich ungünstig<br />

auf die Qualität auswirken können, da es zu<br />

Einfallstellen und Lunkerbildung kommen<br />

kann. Auch die magnetische Ausrichtung kann<br />

negativ beeinträchtigt werden. Zudem erforwww.oup-fluidtechnik.de<br />

<strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 45<br />

GSC-20-0073_Anzeigen_Zukunftsmission_43x130mm_RZ.indd 05.<strong>10</strong>.21 17:11<br />

1


PUMPENTECHNIK<br />

07 08 09<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG<br />

07 Das Modell des kompletten Rotors<br />

08 Der Verlauf der Flusslinien beim kompletten Rotor<br />

09 Die Flussdichte des Komplettrotors beträgt 147 Millitesla, der<br />

innere und der äußere Bereich ergänzen sich mit ihren erzeugten<br />

magnetischen Flussdichten ideal<br />

Dabei addieren sich die Magnetfelder in idealer Weise. Ein Beispiel:<br />

Ein vierpoliger Rotor wird aufgeteilt. Die durch den inneren<br />

Magneten erzeugte Flussdichte beträgt 42 Millitesla (Bild 01 bis<br />

Bild 03), die des äußeren <strong>10</strong>5 Millitesla. (Bild 04 bis Bild 06). Die<br />

Summe ergibt – abgesehen von kleinen Rundungsfehlern – eine<br />

Flussdichte des Komplettrotors von 147 Millitesla (Bild 07 bis<br />

Bild 09). Beide ergänzen sich mit ihren erzeugten magnetischen<br />

Flussdichten ideal. Dank des magnetischen Überlagerungsprinzips<br />

kann sowohl Material – sprich Seltenerdwerkstoff – eingespart<br />

als auch der Prozess optimiert werden. NdFeB wird nur im<br />

äußeren Bereich verwendet, da hier die höhere Remanenz und<br />

Koerzitivfeldstärke effektiv die Wirkung unterstützt. Durch die<br />

magnetische Superposition trägt das günstige Hartferrit-Compound<br />

weiterhin zur Leistungssteigerung bei.<br />

WIRTSCHAFTLICHER ERSATZ VON BLECH­<br />

PAKETEN DURCH HARTFERRITCOMPOUND<br />

Um bei größeren Rotoren die Wandstärke der Magnete zu reduzieren,<br />

werden ihre inneren Bereiche häufig durch Blechpakete<br />

ausgeführt. Diese dienen dabei als Magnetträger und optimieren<br />

den Magnetkreis. Auch hier lässt sich das Prinzip der Superposition<br />

anwenden: Damit kann entweder die Leistung des Rotors<br />

weiter erhöht oder bei gleicher Leistung das Blechpaket eingespart<br />

werden. In einem konkreten Anwendungsfall sind beim Ro-<br />

Rotorversion Komponenten Volumen<br />

Compound<br />

Herkömmlich mit Blechpaket<br />

Neu mit HF-p anisotrop<br />

innen<br />

an Stelle Blechpaket<br />

NdFeB-p<br />

isotrop Æ 18,5 x Æ 14 x H28 mm<br />

Blechpaket Æ14 x Æ 8 x H28 mm<br />

NdFeB-p isotrop<br />

Æ 18,5 x Æ 15,6 x H28 mm<br />

HF-p anisotrop<br />

Æ 15,5 x Æ 8 x H28 mm<br />

3,22 cm 3<br />

GESPRITZTE ROTOREN LASSEN<br />

SICH IN GROSSER STÜCKZAHL<br />

WIRTSCHAFTLICH FERTIGEN<br />

tor ein herkömmliches Blechpaket sowie isotropes NdFeB mit einem<br />

Volumen von 3,22 Kubikzentimeter verbaut. Kommt nun anstelle<br />

des Blechpakets Hartferrit zum Einsatz, kann dies den<br />

Anteil des Seltenerdwerkstoffs um bis zu 30 Prozent reduzieren.<br />

Da die Materialkosten von Hartferrit-Compounds um den Faktor<br />

drei günstiger sind als das sonst benötigte Blechpaket, ist das ein<br />

deutlicher Kostenvorteil. Zudem ist das Hartferrit-Compound<br />

mit seiner geringeren spezifischen Dichte leichter als Stahl.<br />

Als Basis für diese Prozesse setzt MS-Schramberg auf Berechnungen<br />

und Simulationen, die sich auf Produkt, Werkzeug und<br />

Prozess beziehen. Dazu gehören unter anderem die magnetfeldtechnische<br />

Simulation, um den magnetischen Kreis auszulegen,<br />

sowie die Strukturanalyse und thermischen Analysen. Die numerische<br />

Strömungsmechanik (Computational Fluid Dynamics –<br />

CFD) bestehend aus den Strömungs- und thermischen Analysen<br />

sowie der Fluid-Festkörper-Interaktion. Mit Virtual Molding lassen<br />

sich weiterhin Werkzeug- und Fertigungsprozess analysieren<br />

und optimieren. Dabei können auch Polymerschmelzeströmungen<br />

im Spritzgießprozess berechnet sowie die Verteilung von<br />

Füllstoffen darin vorhergesagt werden. Damit erhalten Kunden<br />

stets die für ihre Anwendung ideale Lösung.<br />

Bilder: MS-Schramberg<br />

www.ms-schramberg.de<br />

Einsparung<br />

2,24 cm 3 30 % weniger NdFeB isotrop<br />

3,88 cm 3<br />

Materialkosten von HF-p<br />

Compound sind zudem 3 x<br />

günstiger als das in diesem<br />

Beispiel benötigte Blechpaket<br />

<strong>10</strong> Einsparpotential<br />

in Bezug auf Seltenerdmaterial<br />

und Bauteilkosten<br />

am Beispiel eines Rotors<br />

46 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


MARKTPLATZ<br />

PVG-PORTFOLIO MIT PVG 48 ERWEITERT<br />

Danfoss Power Solutions hat<br />

sein PVG-Ventilportfolio um<br />

das PVG 48 erweitert, ein<br />

vorkompensiertes Proportionalregelventil<br />

für mobile<br />

Maschinen. Das PVG 48 wurde<br />

für Anwendungen entwickelt,<br />

die einen Durchfluss von bis zu<br />

180 Litern pro Minute erfordern,<br />

und bietet den Kunden<br />

eine Option in der richtigen<br />

Größe zwischen den bestehenden Ventilen PVG 32 und<br />

PVG 128. Es erweitert die Palette der Möglichkeiten im mittleren<br />

Durchflussbereich für Erstausrüster und Händler weltweit.<br />

Das PVG 48-Ventil ist so konzipiert, dass es sich problemlos in<br />

die bestehende Produktlinie der Hochleistungs-Proportionalventile<br />

von Danfoss Power Solutions integrieren lässt, darunter<br />

PVG 256, PVG 128, PVG 32 und PVG 16. Die Modularität des<br />

PVG-Portfolios ermöglicht es, fünf Ventilgrößen aneinander zu<br />

reihen. Dies ermöglicht einen hydraulischen Durchfluss von<br />

oben nach unten innerhalb desselben Ventilstapels, was eine<br />

präzise und wiederholbare Steuerung ermöglicht und die<br />

Produktivität der Kunden optimiert. Das PVG 48 maximiert die<br />

Leistungsdichte der PVG 32-Schnittstelle. Sein kompaktes<br />

Design spart Platz und reduziert das Gewicht bei gleichzeitiger<br />

Maximierung der Leistung. Die neuen PVG 48-Module bieten<br />

auch eine Reihe von Einlässen, einschließlich PVPM 48 mit mittlerem<br />

Einlass und PVSI 48 mit S-N-Kopfplatten, die den<br />

erforderlichen höheren Pumpendurchfluss aufnehmen können.<br />

Das komplette PLUS+1®-konforme Stellantriebsportfolio sowie<br />

die meisten PVG 32-Zubehörteile können auf PVG 48 angewendet<br />

werden, was eine nahtlose Integration mit der Familie der<br />

vorkompensierten Ventile ermöglicht.<br />

www.danfoss.com<br />

30 JAHRE SOLID-BODY-KONZEPT<br />

Das Solid-Body-Konzept für<br />

Hydraulikhämmer wird<br />

30 Jahre alt. Vorgestellt wurde<br />

es 1993 erstmals von Atlas<br />

Copco. Bei der patentierten<br />

Bauweise für die internen<br />

Komponenten verschmelzen<br />

Schlagwerk und Führungssystem<br />

zu einer Komponente. So<br />

können die anfälligsten<br />

Komponenten konventioneller<br />

Hämmer eliminiert werden,<br />

was SB-Hämmern ihre hohe<br />

Haltbarkeit verleiht. Im<br />

umfangreichen Portfolio<br />

hydraulischer Anbaugeräte<br />

von Epiroc erfreuen sich die<br />

Hydraulikhämmer der SB-Baureihe großer Beliebtheit. Mit der<br />

Erfindung des Solid-Body-Konzepts wurde der Schwedische<br />

Hersteller von Bergbau- und Infrastrukturausrüstung zum<br />

Pionier einer neuen Technologie. Im Vergleich zu herkömmlichen<br />

Hydraulikhämmern der gleichen Größe mit Schlagmechanismus<br />

und separatem Gehäuse ist das Solid-Body-Konzept<br />

schlanker. Dies unterstützt eine kompaktere Bauweise mit<br />

besserer Sicht und Handhabung. Gleichzeitig ermöglicht es die<br />

Verwendung kleinerer Bagger. Damit trägt die Lösung dazu bei,<br />

den Kraftstoffverbrauch des Trägergeräts zu senken. Dank<br />

wartungsfreier Hochdruckspeicher bieten die SB-Hämmer hohe<br />

Schlagfrequenzen von 550 bis 2.300 Schlägen pro Minute.<br />

www.epiroc.com<br />

GANZHEITLICHER BLICK ÜBER EMISSIONEN<br />

UND PERFORMANCE<br />

LENKVERHALTEN ANPASSBAR<br />

FSG zeigt auf der Agritechnica<br />

<strong>2023</strong> als besonderes Highlight<br />

den Lenkjoystick LRP-2515 zum<br />

Steuern von Landmaschinen. In<br />

Fahrzeugen, die sich vorwiegend<br />

abseits des öffentlichen Straßenverkehrs<br />

bewegen, bieten sich<br />

Joysticks als vollwertiger Ersatz für<br />

das klassische Lenkrad an. Durch<br />

den Wegfall des raumgreifenden<br />

Volants ergeben sich neue Möglichkeiten<br />

für die ergonomische<br />

Gestaltung der Fahrerkabine und der Mensch-Maschine-<br />

Schnittstelle. In Kombination mit Funktionstasten verringert<br />

sich die Arbeitsbelastung: Vielfältige Aktionen lassen sich mit<br />

nur einer Hand und einem einzigen Eingabe- und Steuergerät<br />

ausführen. Seitlich in die Armlehne des Fahrzeugsitzes integriert,<br />

gelingt mit dem Lenkjoystick das Steuern auch großer,<br />

schwerer Fahrzeuge mit deutlich weniger Armbewegungen.<br />

Eine Feedback-Einheit liefert dabei exakte Rückmeldungen zur<br />

Radstellung an den Fahrer. Zukunftsweisend ist, dass Hersteller<br />

das Lenkverhalten individuell anpassen können, z. B. mit<br />

unterschiedlichen Steuerungsprofilen für leichte oder schwere<br />

Fahrzeuge. Möglich sind auch Profile, die dem Fahrer je nach<br />

Zuladung und Achsbelastung eine unterschiedlich starke<br />

Rückmeldung geben.<br />

www.fsg-sensors.de<br />

Sick und die CPO Containerschiffreederei arbeiten gemeinsam<br />

an digitalen Lösungen für die maritime Industrie, die jetzt auch<br />

von der Klassifizierungsgesellschaft DNV technisch bewertet<br />

wurden. Mit der Sick Maritime Suite erhält die CPO Containerschiffreederei<br />

einen ganzheitlichen Blick über die Emissionen<br />

und die Performance der Abgasreinigungsanlage auf dem<br />

Schiff, die Zustandsüberwachung des Emissionsmessgerätes<br />

sowie den Konformitätszustand des Schiffes.<br />

Mit der Sick Maritime Suite lassen sich betreiberunabhängige<br />

Datenauswertungen zu Emissionskennzahlen und ein Reporting<br />

erzeugen, das aktuelle Normen, wie etwa die allgemeine<br />

Lesbarkeit, erfüllt. Bestandteil ist unter anderem der digitale<br />

Service MARpems als digitaler Zwiling des Emissionsmessgeräts<br />

MARSIC. Er erhöht die Verfügbarkeit der Scrubber und hält<br />

den Konformitätsstatus bei Ausfall des Gasanalysators aufrecht<br />

und das Schiff darf dennoch ohne manuellen Aufwand in den<br />

Hafen fahren. Stehen einmal keine Daten zur Verfügung,<br />

übernimmt das Machine-Learning-Modell. Mit MARdiagnostics<br />

können zukünftig die Daten über den Zustand des Schiffsemissions-Messgerätes<br />

MARSIC online und in Echtzeit eingesehen<br />

werden. Ziel ist es, die Transparenz über den Zustand der<br />

Emissionsmessgeräte entscheidend zu erhöhen.<br />

www.sick.de<br />

www.oup-fluidtechnik.de <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> 47


MOBILE MASCHINEN<br />

FERNSTEUERUNGEN<br />

ZEPPELIN FÜR DIE FERNSTEUERUNGSTECHNOLOGIE CAT COMMAND ZERTIFIZIERT<br />

„DER HERZSCHLAG IST DAS<br />

NETZWERK DES SYSTEMS“<br />

Mit Cat Command beginnt eine neue Ära für den<br />

Einsatz von Baumaschinen. Der Fahrer sitzt dann<br />

nicht mehr direkt in der Kabine der Maschine<br />

und bewegt sie von seinem Platz aus, sondern<br />

über das Bedienpult im Freien oder von einem<br />

externen Steuerstand. Doch ohne das nötige<br />

Know-how im Bereich der IT wird sich das<br />

Arbeitsgerät nicht fernsteuern lassen.<br />

Entsprechende Kenntnisse sind sowohl auf der<br />

Nutzer- als auch auf der Anbieterseite<br />

erforderlich.<br />

Um die Kunden bei der Implementierung von Cat Command<br />

bestmöglich zu unterstützen, hat der Hersteller<br />

Caterpillar das notwendige Wissen überprüft, das beispielsweise<br />

für die Planung und den Aufbau des Netzwerks<br />

für den sicheren und produktiven Einsatz erforderlich ist.<br />

Als einer der ersten Händler weltweit ist das Unternehmen<br />

Zeppelin Baumaschinen nun von Caterpillar für Cat Command<br />

zertifiziert worden.<br />

„Um Cat Command einzuführen, müssen im Vorfeld zahlreiche<br />

Fragen und Anforderungen geklärt werden. Das Herzstück ist das<br />

Netzwerk des Systems. Man muss sich überlegen, welche IT-Infrastruktur<br />

den kontinuierlichen Datenaustausch gewährleisten<br />

kann. Dies geschieht über Wifi. Aus einem Container oder Anhänger,<br />

in dem die Bedienstation untergebracht ist, funken Wifi-<br />

Antennen in 300 Metern Entfernung auf einer Frequenz von<br />

2,4 Gigahertz, die dann von der Maschine empfangen wird. Die<br />

Datenübertragung muss jederzeit ohne Unterbrechung gewährleistet<br />

sein, sonst stoppt die Maschine aus Sicherheitsgründen<br />

sofort“, zählt Christian Berling, Caterpillar Vertriebsbeauftragter<br />

für Cat Command, die Anforderungen auf. Auf diese müssen<br />

Händler wie Zeppelin reagieren, wenn sie Kunden beim Aufbau


FERNSTEUERUNGEN<br />

01 Ein Steuerstand ist zukünftig der Arbeitsplatz für Fahrer<br />

02 Cat Command sorgt für Sicherheit in Gefahrenbereichen<br />

des Netzwerks unterstützen. Um sicherzustellen, dass das Unternehmen<br />

die notwendigen Anforderungen erfüllt, musste der Vertriebs-<br />

und Servicepartner von Caterpillar zertifiziert werden und<br />

sich einem entsprechenden Audit unterziehen. „Damit soll sichergestellt<br />

werden, dass Zeppelin in der Lage ist, die Kunden bei<br />

der Inbetriebnahme der Cat Command Fernsteuerung kompetent<br />

und bestmöglich zu beraten. Denn das ist entscheidend für<br />

den erfolgreichen Einsatz“, so Berling.<br />

OFFEN SEIN FÜR NEUES<br />

Bevor das System in Betrieb genommen werden kann, müssen<br />

sich Kunden auf die erfolgreiche Bedienung des Fernsteuerungssystems<br />

vorbereiten. Das bedeutet, dass die Maschinisten in der<br />

Anwendung der Techniken zur Bedienung der ferngesteuerten<br />

Maschinen geschult werden, auch wenn sie noch die Joystick-<br />

01<br />

CAT COMMAND IST DIE VORSTUFE<br />

ZUM AUTONOMEN FAHREN<br />

Lenkung und die Pedale bewegen – Zeppelin wird in Zukunft<br />

auch deren Schulung übernehmen. Berling: „Man muss zum Beispiel<br />

wissen, wie man die Bildschirme einstellt. Man muss das<br />

komplette Fernsteuerungssystem verstehen, um die Steuerbefehle<br />

und Funktionen vollständig anwenden zu können. Die Kunden<br />

müssen auch bereit sein, ihre Arbeit an die Technologie anzupassen.<br />

Denn durch den Einsatz einer Fernbedienung ändert sich<br />

die Art und Weise, wie wir mit der Maschine arbeiten. Das bedeutet<br />

auch, neue Wege zu gehen und bereit zu sein, sich weiterzuentwickeln,<br />

auch wenn dies ein Prozess ist, der eine gewisse Zeit<br />

in Anspruch nimmt.“<br />

VOLLE MANÖVRIERFÄHIGKEIT OHNE RISIKO<br />

Cat Command ermöglicht die Fernsteuerung auf einer maschinenähnlichen<br />

Bedienstation durch Übertragung von Steuerbefehlen<br />

über das Internet und VPN. Dies ist vollständig in die elektronischen<br />

und hydraulischen Systeme der Maschinen integriert,<br />

um eine schnelle Reaktion und einen reibungslosen Betrieb zu<br />

gewährleisten. Die Steuerbefehle werden direkt an die Elektronik<br />

der Maschine gesendet, was eine Echtzeitsteuerung erlaubt.<br />

Solche Systeme werden aus verschiedenen Gründen eingesetzt,<br />

unter anderem, um bestimmte Risiken für den Bediener in<br />

der Kabine auszuschließen. Die Fernsteuerung bietet volle Manövrierfähigkeit<br />

der Maschine aus sicherer Entfernung, zum Beispiel<br />

bei Arbeiten in potenziell gefährlichen Umgebungen wie<br />

der Kampfmittelräumung oder dem Rückbau von Kernkraftwerken,<br />

um nur einige Anwendungen zu nennen. Durch die Fernsteuerung<br />

wird auch die Rückkopplung von Maschinenvibratio-<br />

02<br />

nen vermieden, die der Bediener sonst spüren würde, was die Ermüdung<br />

verringert. „Und darauf muss er vorbereitet sein“, konstatiert<br />

Berling. „Vibrationen wurden bewusst vermieden. Dazu<br />

unterstützen ihn Assistenzsysteme und zeigen ihm zum Beispiel<br />

die Neigung der Maschine an. Durch eine Hub- und Schwenkbegrenzung<br />

kann der Arbeitsbereich genau definiert werden. Oder<br />

man kann die Neigung einer Raupe begrenzen und einen Wert<br />

für die Steigung vorgeben. Wird dieser erreicht, stoppt diese sofort.<br />

Das sorgt für ein erhöhtes Maß an Sicherheit im Einsatz.“ Die<br />

Technologie hilft auch dem Fahrer, produktiver zu arbeiten, da er<br />

2D- oder 3D-Steuerungssysteme nutzen kann, die für Maschinen<br />

der neuen Generation typisch sind. Cat Command ist für Maschinen<br />

in der Klasse von 20 bis 90 Tonnen erhältlich. Zum Testen<br />

von Cat Command bietet Zeppelin den Kunden eine Vorführmaschine<br />

mit Fernsteuerung an, mit der sie erste Erfahrungen mit<br />

einem Cat Kettenbagger 323 sammeln können. Interessierte Kunden<br />

können sich dafür an eine der 35 Zeppelin Niederlassungen<br />

in Deutschland wenden.<br />

Bilder: Caterpillar<br />

www.zeppelin-cat.de<br />

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VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 11-12/<strong>2023</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 31. <strong>10</strong>. <strong>2023</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 16. <strong>10</strong>. <strong>2023</strong><br />

01<br />

02<br />

03<br />

04<br />

01 Um die CO2-Emissionen im Nutzfahrzeug- und Agrarsektor zu<br />

senken, wird nach neuen Wegen zur Gewichtsreduzierung der meist<br />

tonnenschweren Maschinen gesucht. Ein Ansatz ist dabei der Strukturleichtbau<br />

unter Anwendung innovativer Materialkonzepte.<br />

Foto: IFW<br />

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02 Gemac präsentiert Ende <strong>2023</strong> eine neue, leistungsstärkere Generation<br />

der Intensive Fieldbus Diagnostic (IFD).<br />

Foto: Gemac<br />

03 Neue, kompakten Kugelrückschlagventile sind zwischen 2 und 3 mm<br />

kürzer als die Standardvarianten und passen sich dem Kundenwunsch<br />

nach Platzeinsparung an.<br />

Foto: Bucher Hydraulics<br />

04 Präzision trifft Automation – Neue Sensorlösungen bieten präzise<br />

Messung und Steuerung, die für die effiziente und sichere Funktion von<br />

Landmaschinen unerlässlich sind.<br />

Foto: Siko<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

50 <strong>O+P</strong> <strong>Fluidtechnik</strong> <strong>2023</strong>/<strong>10</strong> www.oup-fluidtechnik.de


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