Informationen zur Baufinanzierung. - LBS

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Informationen zur Baufinanzierung. - LBS

Verhaltenskodex für die Vergabe

von wohnungswirtschaftlichen Krediten.

Informationen

zur Baufinanzierung.

Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause.


Vorwort

Die Europäische Kommission hat am 05. März 2001 nach Verhandlungen der europäischen Verbraucherschutzorganisationen

und der europäischen kreditwirtschaftlichen Verbände eine Empfehlung

für einen freiwilligen Verhaltenskodex für die Vergabe von wohnungswirtschaftlichen Krediten (Kodex)

erlassen. Die Landesbausparkassen haben diesen Kodex gezeichnet.

Ziel des Verhaltenskodex ist es, den Verbraucher, der ein Baufinanzierungsdarlehen aufnehmen möchte,

umfassend und transparent zu informieren. Hierdurch soll national und grenzüberschreitend die

Vergleichbarkeit von Baufinanzierungsdarlehen gefördert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, sieht der Kodex vor, dem Verbraucher

■ allgemeine Informationen über die im Angebot befindlichen

wohnungswirtschaftlichen Kredite sowie

■ in einer vorvertraglichen Phase individuelle Informationen, die in

einem „Europäischen Standardisierten Merkblatt“ darzustellen sind,

zur Verfügung zu stellen.

Dem Wunsch nach allgemeiner Information kommen wir mit der vorliegenden Broschüre nach. Das

„Europäische Standardisierte Merkblatt“, das auf der Grundlage Ihrer Angaben individuell für Sie

erstellt wird, händigen Ihnen unsere Berater im Außendienst sowie die Mitarbeiter der Sparkassen aus.

Eine Kopie des Kodex ist der Broschüre beigefügt.


Inhaltsverzeichnis

1. Die Baufinanzierung mit der LBS 4

2. Was ist Bausparen? 4

3. Wie erhalten Sie das Bauspardarlehen? 4 – 6

Der Abschluss eines Bausparvertrages 4

Die Ansparung des Bausparvertrages 5

Die Zuteilung des Bausparvertrages 5

Das Bauspardarlehen 6

Bonitäts- und Beleihungsprüfung 6

Sicherstellung 6

4. Wofür kann das Bauspardarlehen verwendet werden? 6 – 7

5. Zins- und Tilgungsleistungen 7

6. Mit welchen weiteren Kosten müssen Sie rechnen? 7

Kosten, die die LBS berechnet 7

Kosten, die bei Dritten zusätzlich berechnet werden können 7

7. Die staatliche Förderung 7 – 9

Die Wohnungsbauprämie 7

Die Arbeitnehmer-Sparzulage 8

Die Eigenheimzulage 8

Steuervorteile 8

Öffentliche Förderungsmaßnahmen 9

8. Die Vor- oder Zwischenfinanzierung von Bausparverträgen 9 – 10

Zwischenkredite 9

Vorfinanzierungskredite 9

concept2plus 9

Verwendung und Sicherstellung 10

Arten der Zinsfestschreibung und Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung 10

9. Bedenkzeit 11

10. Was Sie sonst noch wissen sollten 11

Die Finanzierung aus einer Hand 11

Die Auslandsfinanzierung – Casa Europa 11

11. Fachbegriffe, die Sie kennen sollten 12 – 13

12. Anhang: Europäische Vereinbarung 14 – 15

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Die Baufinanzierung mit der LBS

Sie möchten sich z. B. den Wunsch nach einem eigenen Haus, einer Eigentumswohnung oder der

Modernisierung Ihrer Wohnung erfüllen oder Sie beabsichtigen, ein bestehendes Wohnbaudarlehen

umzuschulden? Dann wird Sie diese Broschüre interessieren. Sie soll Ihnen erläutern,

■ was Bausparen ist,

■ wie Sie das zinsgünstige Bauspardarlehen erhalten,

■ welche Verwendungsmöglichkeiten für das zinsgünstige Bauspardarlehen bestehen,

■ wie Sie den Kreditbedarf bis zur Zuteilung überbrücken können,

■ mit welchen Kosten Sie bei Ihrer Finanzierung rechnen müssen,

■ wie der Staat das Bausparen und den Eigenheimerwerb fördert,

■ und vieles mehr.

Die im Text mit einem Pfeil (––>) gekennzeichneten Begriffe haben wir am Ende der Broschüre für Sie

unter dem Kapitel „Fachbegriffe, die Sie kennen sollten“ erläutert.

Wenn Sie über diese Broschüre hinaus weitere Informationen erhalten möchten oder noch offene

Fragen haben, stehen Ihnen die Bausparberater in unseren Beratungsstellen, den Sparkassen und der

Landesbank für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Was ist Bausparen?

Bausparen ist zielgerichtetes freiwilliges Sparen, um für wohnungswirtschaftliche Verwendungen

Darlehen zu erlangen, deren Verzinsung niedrig, von Anfang an fest vereinbart und von den Zinsschwankungen

am Kapitalmarkt unabhängig ist.

Durch den Abschluss eines Bausparvertrages werden Sie als Bausparer Mitglied einer Zweckspargemeinschaft.

Am Beginn steht dabei die Sparphase, also eine Leistung zu Gunsten der Gemeinschaft.

Damit erwerben Sie das Recht auf eine spätere Gegenleistung in Form eines besonders zinsgünstigen

Bauspardarlehens. Die Mittel hierfür stammen aus den von den Bausparern angesammelten Geldern,

insbesondere den Spar- und Tilgungsleistungen (sog. Zuteilungsmasse).

Sie schließen hierfür einen Bausparvertrag über eine bestimmte Bausparsumme ab. Haben Sie das im

Vertrag vereinbarte Mindestsparguthaben angespart und bestand das Guthaben über eine ausreichende

Zeitspanne, wird der Vertrag zugeteilt. Die Bausparkasse zahlt dann das angesparte Guthaben und –

nach positiver Bonitäts- und Beleihungsprüfung sowie Sicherstellung – das Bauspardarlehen aus.

Die Bausparkasse errechnet aus Sparsumme und Spardauer für jeden Bausparvertrag eine Bewertungszahl,

die die Reihenfolge der Zuteilung bestimmt. Die Bausparverträge mit der höchsten Bewertungszahl

werden als erste zugeteilt. Das Bauspardarlehen kann dann für wohnungswirtschaftliche

Zwecke wie z. B. den Bau oder Kauf einer Wohnung oder eines Hauses, Modernisierungen oder

Umschuldungen verwendet werden.

Wie erhalten Sie das Bauspardarlehen?

Der Abschluss eines Bausparvertrages

Den Bausparvertrag können Sie über den Außendienst der Landesbausparkassen oder die Sparkassen/

Landesbank abschließen. Mit der Wahl der Bausparsumme sowie des Tarifs legen Sie maßgebliche

Bedingungen Ihres Bausparvertrages fest. Deshalb sollten Sie sich zuvor Gedanken über die Ziele,

die Sie mit dem Bausparvertrag verfolgen, machen. Denn Ihr Ziel bestimmt die Tarifwahl.

Mit einem Bausparvertrag können Sie die unterschiedlichsten Ziele verfolgen. So gibt es

■ Kunden, die konkrete Finanzierungsabsichten haben, z. B. Bau- und Kaufwillige,

■ Kunden, die kurzfristig finanzieren möchten wie z. B. Modernisierer, Entschulder oder

zahlungskräftige Finanzierer,

■ Kunden, die sich mit der Darlehensrückzahlung Zeit lassen möchten,

■ Kunden, die langfristige Finanzierungswünsche haben, in dem sie z. B. Vorsorge für spätere

Modernisierungen und Renovierungen treffen wollen,


■ Kunden, die zunächst mit höherer Rendite sparen und sich vorsorglich einen hohen

Darlehensanspruch sichern wollen, z. B. Prämiensparer, VL-Sparer sowie

■ Kunden, die langfristig sparen wollen, z. B. Kindergeldanlage, Geschenkbausparen.

Zur Verwirklichung dieser unterschiedlichen Kundenziele bieten wir verschiedene Tarife an, die auf

Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind und zwischen denen Sie wählen können.

Ebenso wichtig wie die Wahl des richtigen Tarifs ist die Wahl der Bausparsumme. Die Bausparsumme

umfasst das Bausparguthaben sowie das Bauspardarlehen und sollte sich sowohl an Ihren konkreten

Plänen und Bedürfnissen als auch an Ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit orientieren. Unser Außendienst

sowie die Mitarbeiter der Sparkassen/Landesbank beraten Sie gerne.

Die Ansparung des Bausparvertrages

Um das zinsgünstige Bauspardarlehen zu erhalten, ist zunächst der Bausparvertrag von Ihnen

anzusparen. Sie können Ihre Sparleistung Ihrer individuellen Leistungsfähigkeit anpassen; eine

Sparpflicht mit vereinbarter Sparrate besteht nur bei vorfinanzierten Bausparverträgen. Der in den

Allgemeinen Bausparbedingungen (––> ABB) genannte „Regel“-Sparbeitrag stellt keine „Pflicht“-

Sparrate, sondern nur eine empfohlene Sparrate dar, bei deren Einhaltung Sie in angemessener Zeit

die Zuteilungsreife Ihres Bausparvertrages erreichen. Darüber hinaus sind auch Sonderzahlungen,

d. h. Zahlungen über den Regelsparbeitrag hinaus, grundsätzlich zulässig. Die Bausparkasse kann sie

aber von ihrer Zustimmung abhängig machen und sie z. B. bei vorfinanzierten Bausparverträgen ausschließen.

Während der Ansparung Ihres Bausparvertrages wird Ihr angesammeltes Guthaben verzinst.

Die Zuteilung des Bausparvertrages

Die Zuteilung ist die Bereitstellung der Bausparsumme aus den Mitteln der Zuteilungsmasse. Da die

für die Zuteilung erforderlichen Mittel grundsätzlich nicht ausreichen, um die Finanzierungswünsche

aller Bausparer zu befriedigen, haben die Bausparkassen in ihren ––> ABB bestimmte Zuteilungsvoraussetzungen

definiert, die eine gerechte Verteilung der vorhandenen Mittel ermöglichen sollen.

Voraussetzungen für die Zuteilung eines von uns angebotenen Bausparvertrages sind, dass an einem

Bewertungsstichtag

■ die Mindestsparzeit (je nach Tarif 18 bis 80 Monate seit Vertragsbeginn) eingehalten,

■ die Mindestansparung (je nach Tarif 40 % oder 50 % der Bausparsumme) sowie

■ eine ausreichende Bewertungszahl erreicht wurde.

Die Bewertungszahl entscheidet über den Zeitpunkt der Zuteilung Ihres Bausparvertrages. Mittels der

Bewertungszahl misst die Bausparkasse nach dem „Zeit-mal-Geld-Prinzip“ den „Sparverdienst“ des

einzelnen Bausparers. Dabei gilt: Der Sparverdienst ist um so höher zu veranschlagen, je länger und

– bezogen auf die Bausparsumme – je mehr Sparmittel der Bausparer dem Bausparkollektiv zur Verfügung

gestellt hat. Eine hohe Bewertungszahl kann entweder bei geringeren Sparleistungen durch

eine entsprechend lange Liegezeit oder bei einer kurzen Liegezeit des Guthabens durch entsprechend

hohe Sparleistungen erzielt werden. Sie können also mit Ihrem Sparverhalten den Zeitpunkt der

Zuteilung beeinflussen.

Bausparsumme

BausparBauguthabenspar- Bauspardarlehen

Sparphase Zuteilung Darlehensphase

Zeit

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Das Bauspardarlehen

Vom Zeitpunkt der Zuteilung an halten wir die Bausparsumme zur Auszahlung bereit. Sie können über

das Bausparguthaben jederzeit, über das Bauspardarlehen nach positiver Bonitäts- und Beleihungsprüfung

sowie Sicherstellung des Bauspardarlehens verfügen. Das Bauspardarlehen ermittelt sich aus

der Differenz von Bausparsumme und Bausparguthaben zum Zeitpunkt der Auszahlung.

Bonitäts- und Beleihungsprüfung

Für die Bonitäts- und Beleihungswertermittlung benötigen wir bestimmte Angaben und Unterlagen.

Hierzu zählen u. a. Angaben und Unterlagen

■ zu Ihrem Einkommen und zu bestehenden Verpflichtungen,

■ zum Zweck der Darlehensaufnahme,

■ zum Zustand und Wert der zu beleihenden Immobilie,

■ zu Sicherheiten, die Sie uns zur Sicherung des Darlehens anbieten.

Im Übrigen holen wir zum Zwecke der Bonitätsprüfung ggf. Informationen von Kreditauskunfteien wie

der ––> SCHUFA oder anderen Banken ein.

Sicherstellung

Die Sicherstellung des Bauspardarlehens erfolgt in der Regel durch eine ––> Grundschuld, die üblicherweise

nachrangig eingetragen wird. Wir lassen also anderen Kreditgebern, bei denen Sie weitere

Kredite aufnehmen, grundsätzlich den Vorrang bei der Eintragung der Sicherheit im Grundbuch.

Die Grundschuld wird entweder neu bestellt oder eine bereits bestehende Grundschuld wird an uns

abgetreten. Das durch Grundschuld zu sichernde Bauspardarlehen darf zusammen mit vor- und gleichrangigen

Belastungen 80 v. H. des von der Bauspar- bzw. Sparkasse ermittelten ––> Beleihungswertes

des Pfandobjekts nicht übersteigen. Das Bauspardarlehen kann aber auch anderweitig, z. B. durch Verpfändung

von Wertpapieren, Abtretung von Sparguthaben oder durch Bankbürgschaft gesichert werden.

Bei einem Bauspardarlehen bis zu einem Betrag von 15.000 € können wir auf eine Sicherstellung

verzichten, wenn Sie über belastbaren Grundbesitz verfügen und sich verpflichten, diesen weder zu

belasten noch zu veräußern (sog. Verpflichtungserklärung). Bis zu einem Betrag von 10.000 € können

wir das Bauspardarlehen unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Sicherheiten oder Verpflichtungserklärung

bewilligen (sog. Blankodarlehen).

Wofür kann das Bauspardarlehen

verwendet werden?

Nach § 1 Abs. 3 Bausparkassengesetz ist das Bauspardarlehen für wohnungswirtschaftliche Zwecke

zu verwenden und bietet damit eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten. Hierzu zählen

1. der Bau, der Erwerb, die Renovierung und Modernisierung von Gebäuden und

Wohnungen, die überwiegend Wohnzwecken dienen,

2. der Bau, der Erwerb, die Renovierung und Modernisierung von anderen Gebäuden,

soweit sie Wohnzwecken dienen,

3. die Bereitstellung von Darlehen, wenn ihre Gewährung Voraussetzung für die

Überlassung einer Wohnung ist, z. B. bei einem Mieterdarlehen,

4. der Erwerb von Rechten zur dauerhaften Nutzung von Wohnraum, z. B. bei einem Einkauf

in ein Seniorenstift,

5. der Kauf von Bauland und der Erwerb von Erbbaurechten zum Bau von überwiegend zu

Wohnzwecken dienenden Gebäuden,

6. der Kauf von Bauland und der Erwerb von Erbbaurechten zum Bau anderer Gebäude,

jedoch beschränkt auf den Teil des Kaufpreises, der dem zu Wohnzwecken bestimmten

Anteil am zu errichtenden Gebäude entspricht,

7. Maßnahmen zur Erschließung und zur Förderung von Wohngebieten,


8. die Umschuldung von Krediten, die der Finanzierung von Maßnahmen nach Nummer 1 bis 7

dienen,

9. die Umschuldung von Krediten, die auf einem überwiegend Wohnzwecken dienenden

Grundstück abgesichert sind,

10. die Umschuldung von Krediten, die zur Leistung von Bauspareinlagen aufgenommen

worden sind.

Zins- und Tilgungsleistungen

Wird das Bauspardarlehen an Sie ausgezahlt, haben Sie zur Verzinsung und Tilgung des Bauspardarlehens

einen Zins- und Tilgungsbeitrag zu entrichten. Dieser bereits für die Gesamtlaufzeit fest

vereinbarte Zins- und Tilgungsbeitrag liegt in der Regel je nach Bauspartarif zwischen 4 und 8 ‰

der Bausparsumme und ist monatlich zu entrichten.

Die günstigen und fest vereinbarten Zinsen des Bauspardarlehens sind von den Bedingungen des

Kapitalmarktes unabhängig. Dies bedeutet für Sie, dass Sie von Anfang an wissen, welchen immer

gleich bleibenden Zinssatz Sie bis zur vollständigen Tilgung Ihres Bauspardarlehens haben. Eine vorzeitige

Rückzahlung des Bauspardarlehens ist jederzeit ohne Nachteile für Sie möglich.

Mit welchen weiteren Kosten müssen

Sie rechnen?

Im Zusammenhang mit dem Bauspardarlehen können neben den anfallenden Zinsen weitere Kosten

entstehen, die Sie an uns oder an Dritte zu zahlen haben.

Kosten, die die LBS berechnet

Dazu zählen neben der Abschlussgebühr, die bereits bei Abschluss des Bausparvertrages fällig wird,

ggf. die Bereithaltungszinsen. Sofern das Bauspardarlehen nach den ––> ABB risikoversichert ist, zieht

die Bausparkasse die Versicherungsbeiträge für das Versicherungsunternehmen ein. Der Versicherungsbeitrag

ist nicht gesondert zu entrichten; er wird regelmäßig mit den Zins- und Tilgungsbeiträgen verrechnet.

Kosten, die bei Dritten zusätzlich berechnet werden können

Dazu gehören Notar- und Eintragungskosten im Falle der Sicherstellung durch ––> Grundschulden, ggf.

Schätz- und Sachverständigenkosten, Kosten für die zur Auszahlung des Kredites zu beschaffenden

Unterlagen und Sicherheiten, Kosten für eine separate ––> Risikolebensversicherung, Prämien für die

Gebäudeversicherung sowie laufende Kosten für nicht grundpfandrechtliche Sicherheiten (z. B.

Bankbürgschaften).

Die staatliche Förderung

Der Staat fördert Bausparen in verschiedener Weise:

Die Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie steht Ihnen zu, wenn Sie unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, das

16. Lebensjahr vollendet haben und das zu versteuernde Einkommen im Sparjahr 25.600 € bei Ledigen

und 51.200 € bei Ehegatten nicht übersteigt.

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Die Wohnungsbauprämie beträgt 8,8 % der begünstigten Aufwendungen (z. B. Sparbeiträge, gutgeschriebene

Zinsen, gezahlte Abschlussgebühr). Die begünstigten Aufwendungen betragen jährlich:

■ bei Alleinstehenden höchstens 512 € und

■ bei Ehegatten höchstens 1.024 €.

Die geförderten Aufwendungen unterliegen einer Bindungsfrist von 7 Jahren seit Abschluss des Bausparvertrages.

Vor Ablauf der Bindungsfrist ist eine Verfügung nur unter bestimmten Voraussetzungen

unschädlich für die gewährten Prämien, z. B. wenn die Bausparmittel (Bausparguthaben und Bauspardarlehen)

nach Zuteilung oder bei Beleihung des Bausparvertrages der besicherte Kredit für wohnwirtschaftliche

Zwecke verwendet wird, wie z. B. den Bau, Kauf oder die Modernisierung einer Wohnung.

Nach Ablauf der Frist können Sie das Bausparguthaben beliebig verwenden.

Die Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmer-Sparzulage zahlt der Staat für vermögenswirksame Leistungen, die der Arbeitgeber

für seinen Arbeitnehmer z. B. auf einen Bausparvertrag überweist. Sie beträgt 9 % auf maximal 470 €

pro Jahr. Voraussetzung ist, dass das zu versteuernde Einkommen 17.900 € bei Alleinstehenden bzw.

35.800 € bei zusammen veranlagten Ehegatten im Anlagejahr nicht übersteigt. Ebenso wie bei der

Wohnungsbauprämie gilt eine Bindungsfrist von 7 Jahren. Eine vorzeitige Verfügung ist unter den

gleichen Voraussetzungen wie bei der Gewährung der Wohnungsbauprämie möglich.

Die Eigenheimzulage

Mit der Eigenheimzulage gewährt der Staat dem Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen

maximal 8 Jahre lang Zuschüsse zur Herstellung oder Anschaffung einer selbstgenutzten Wohnung.

Die Grundförderung beträgt 1 % der Herstellungs- oder Anschaffungskosten der Wohnung zuzüglich der

Anschaffungskosten für den dazugehörigen Grund und Boden sowie der Aufwendungen für Instandsetzungs-

und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von zwei Jahren nach der Anschaffung der

Wohnung durchgeführt werden. Die Grundförderung ist auf höchstens 1.250 € im Jahr begrenzt.

Für jedes zu berücksichtigende Kind gibt es zusätzlich eine Kinderzulage in Höhe von 800 € jährlich für

maximal 8 Jahre. Die Inanspruchnahme der Kinderzulage setzt voraus, dass im Zeitpunkt des Bezugs

des Objekts oder zu einem späteren Zeitpunkt

■ der Anspruchsberechtigte oder sein Ehegatte für das jeweilige Jahr des Förderzeitraums

zumindest für einen Monat für das Kind Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhält und

■ das Kind im Förderzeitraum zum inländischen Haushalt des Anspruchsberechtigten gehört

oder gehört hat.

Die Eigenheimzulage erhält man, wenn der Gesamtbetrag der positiven Einkünfte im Erstjahr (in der

Regel das Jahr, in dem erstmals alle Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Eigenheimzulage

vorliegen) und im Vorjahr (das vor dem Erstjahr liegende Jahr) zusammengerechnet 70.000 € bei Alleinstehenden

und 140.000 € bei Ehegatten nicht überschreitet. Diese Einkommensgrenzen erhöhen sich

um 30.000 € für jedes Kind, für das die Kinderzulage gewährt wird.

Steuervorteile

Wenn Sie Kredite der LBS für ein vermietetes Objekt einsetzen, können die aufgewendeten Zinsen

sowie sonstige Finanzierungskosten bei Ihrer Steuererklärung von den Einkünften abgesetzt werden.

Zusätzlich ist eine Abschreibung auf den Anschaffungswert des Gebäudes oder der Eigentumswohnung

möglich. Wegen der Einzelheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.


Öffentliche Fördermaßnahmen

Über sonstige öffentliche Fördermaßnahmen in Ihrer Region informieren Sie sich bitte bei Ihrem

Landratsamt oder Ihrer Gemeinde oder der sonst zuständigen Bewilligungsbehörde. Auch unser

Außendienst und die Mitarbeiter Ihrer Sparkasse/Landesbank beraten Sie gern.

Die Vor- oder Zwischenfinanzierung

von Bausparverträgen

Eventuell haben Sie schon vor der Zuteilung bzw. direkt nach dem Abschluss des Bausparvertrages

einen Finanzierungsbedarf. Sowohl durch die Landesbausparkasse als auch durch die Sparkasse/

Landesbank können dann zur Überbrückung der Wartezeit Kredite zur Verfügung gestellt werden. Man

unterscheidet dabei „Zwischenkredite“ und „Vorfinanzierungskredite“. Ein besonderes gemeinsames

Finanzierungsmodell der Sparkasse/Landesbank und der LBS ist der „concept2plus“.

Zwischenkredite

Der Zwischenkredit dient Ihnen zur Überbrückung der zumeist noch kurzen Wartezeit bis zur Zuteilung

des Bausparvertrages, sofern Sie bereits das tarifliche Mindestsparguthaben angespart haben.

Ein Zwischenkredit kann die gesamte Bausparsumme abdecken und ist zu Kapitalmarktbedingungen

zu verzinsen. Während der Laufzeit des Zwischenkredites zahlen Sie also lediglich Zinsen. Da das

Mindestsparguthaben bereits vorhanden ist, müssen Sie keine weiteren Sparleistungen erbringen.

Nach Zuteilung des Bausparvertrages wird der Zwischenkredit durch die Bausparsumme abgelöst.

Anschließend muss nur noch das verbleibende Bauspardarlehen getilgt werden.

Vorfinanzierungskredite

Auch wenn Sie auf Ihrem Bausparvertrag das tarifliche Mindestsparguthaben noch nicht angespart

haben, kann zur Überbrückung der Sparzeit bis zur Zuteilung Ihres Bausparvertrages ein Kredit, ein

sog. Vorfinanzierungskredit, zur Verfügung gestellt werden. Wie der Zwischenkredit kann auch der

Vorfinanzierungskredit die gesamte Bausparsumme abdecken und ist zu Kapitalmarktbedingungen zu

verzinsen. Gleichzeitig ist hier der Bausparvertrag mit der vereinbarten Rate monatlich anzusparen.

Sonderzahlungen sind nur mit Einverständnis des Kreditgebers möglich.

Nach der Zuteilung des Bausparvertrages wird der Vorfinanzierungskredit durch die Bausparsumme

abgelöst. Anschließend muss nur noch das verbleibende Bauspardarlehen getilgt werden.

Eine für Sie besonders bequeme Form der Vorfinanzierung ist die sog. „LBS-Förder-Finanzierung“.

Hier erfolgt die Ansparung Ihres vorfinanzierten Bausparvertrages ganz oder überwiegend durch

die Eigenheim- und ggf. die Kinderzulage, mit denen der Staat Ihr Bau- oder Kaufvorhaben fördert.

Ihr monatliches Budget wird dadurch erheblich entlastet.

concept2plus

Beim concept2plus gibt die Sparkasse oder Landesbank ein tilgungsfreies Wohnbaudarlehen. Parallel

dazu besparen Sie einen Bausparvertrag der LBS. Von diesem Bausparvertrag werden Teilsummen

abgespalten und zur Zuteilung gebracht. Mit jedem zugeteilten Teilvertrag wird das Wohnbaudarlehen

dann schrittweise abgelöst.

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Durch diese „Streckung“ der Tilgung des Wohnbaudarlehens haben Sie gegenüber dem Vorfinanzierungskredit

einen deutlich geringeren monatlichen Aufwand. Außerdem hat der concept2plus weitere

Vorteile:

■ Punktgenau jeweils am Ende der Zinsfestschreibung des Wohnbaudarlehens wird ein

Teilvertrag zugeteilt.

■ Sonderzahlungen auf den Bausparvertrag sind nach Absprache mit Ihrer Sparkasse oder

Landesbank möglich und führen zu höheren zuteilbaren Teilsummen und damit zu einer

kürzeren Gesamtlaufzeit und niedrigeren Gesamtkosten.

■ Mit jeder Zuteilung eines Teilvertrages wird das marktzinsabhängige Wohnbaudarlehen

schrittweise in zinssicheres Bauspardarlehen überführt. Dadurch reduziert sich für Sie das

Zinsrisiko und die Gefahr von Belastungsschwankungen.

■ Schließlich können Sie für gutgeschriebene vermögenswirksame Leistungen und eigene

Sparleistungen, sofern Sie die Einkommensgrenzen nicht überschreiten, Arbeitnehmer-

Sparzulage und die Wohnungsbauprämie in Anspruch nehmen.

Verwendung und Sicherstellung

Wie das Bauspardarlehen können auch Vorfinanzierungs- und Zwischenkredite für sämtliche

wohnungswirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden. Die Sicherstellung von Vorfinanzierungsund

Zwischenkrediten entspricht grundsätzlich der eines Bauspardarlehens. Bei Vorfinanzierungs- und

Zwischenkrediten von Bausparkassen hat der Gesetzgeber die Höchstbeträge, die für sog. Kredite

gegen Verpflichtungserklärung bzw. Blankokredite gelten, stark eingeschränkt. Weil insbesondere

Vorfinanzierungskredite ohnehin einen größeren Finanzierungsbedarf abdecken sollen, kommen diese

alternativen Sicherstellungsmöglichkeiten nur in ganz seltenen Ausnahmefällen in Betracht. Wir bieten

sie deshalb in der Regel bei der Vor- und Zwischenfinanzierung nicht an.

Arten der Zinsfestschreibung und Möglichkeit einer vorzeitigen

Rückzahlung

Wenn die Kapitalmarktzinsen auf Talfahrt sind, kann es sinnvoll sein, einen variablen Zinssatz zu vereinbaren.

Dabei sollten Sie so lange bleiben, bis sich die Konditionen stabilisieren oder wieder leicht

anziehen. Bis dahin profitieren Sie jedenfalls von allen Zinssenkungen, die von Ihrem Kreditgeber in

angemessenen Abständen weitergegeben werden müssen.

Auf Nummer sicher gehen Sie mit einer möglichst langfristigen Zinsfestschreibung. Wenn Sie einen

festen Zinssatz vereinbaren können, der bis zur Zuteilung Ihres vor- oder zwischenfinanzierten Bausparvertrages

gilt, schließen Sie ein Änderungsrisiko vollständig aus. Von der Auszahlung Ihres Vorfinanzierungs-

oder Zwischenkredites an bis zur letzten Rate für das sich anschließende Bauspardarlehen

können Sie hier mit unveränderlichen Zinssätzen und damit mit einer von vornherein feststehenden

monatlichen Belastung kalkulieren.

Einen Kredit mit veränderlichem, d. h. variablem Zinssatz können Sie jederzeit unter Einhaltung einer

Frist von drei Monaten kündigen.

Ein Vorfinanzierungs- oder Zwischenkredit, für den ein Grundpfandrecht als Sicherheit dient, kann

dagegen grundsätzlich erst zum Ablauf der Zinsfestschreibungsfrist vorzeitig zurückgezahlt werden.

Eine vorzeitige Rückzahlung innerhalb der Zinsfestschreibung ist hier nur in den wenigen, rechtlich

zulässigen Ausnahmefällen oder mit Einverständnis der LBS möglich. Dabei wird in jedem Falle eine

Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung gestellt, deren Höhe sich aus der jeweils gültigen Rechtsprechung

ergibt. Nach Ablauf von 10 Jahren und unter Einhaltung der Kündigungsfrist kann jeder

Kredit, für den ein Grundpfandrecht als Sicherheit dient, ohne Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung

zurückgezahlt werden, auch wenn die Zinsfestschreibung zum Rückzahlungszeitpunkt

noch nicht abgelaufen sein sollte.


Bedenkzeit

Sie können Ihren Antrag auf Abschluss eines Bauspar- bzw. Kreditvertrages innerhalb einer Frist von

2 Wochen widerrufen. Die Widerrufsfrist beginnt mit Erhalt der ordnungsgemäßen Belehrung über

das Widerrufsrecht. Wird die Belehrung erst nach Vertragsabschluss mitgeteilt, beträgt die Bedenkzeit

einen Monat.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Die Finanzierung aus einer Hand

Seit 1969 praktizieren Sparkassen und Landesbausparkassen die sog. „Finanzierung aus einer Hand“,

die zwischenzeitlich zu einem Markenzeichen der Sparkassenorganisation geworden ist.

Bei der „Finanzierung aus einer Hand“ wird die Gesamtfinanzierung federführend von Ihrer Sparkasse

oder Landesbank abgewickelt. Der Sparkassenkredit und/oder die LBS-Finanzierung können so bei einer

Stelle – der Sparkasse/Landesbank – beantragt werden.

Sie brauchen die zur Sicherung der Sparkassen- und LBS-Kredite erforderlichen Unterlagen nur einmal

einzureichen. Nach Prüfung der Kreditanträge bewilligt die Sparkasse/Landesbank sowohl die von ihr

zur Verfügung zu stellenden Kredite als auch im Namen und für Rechnung der LBS deren Bausparkredite.

Die Sparkassen- und Bausparmittel werden dabei einheitlich durch eine zugunsten der Sparkasse zu

bestellende Sicherheit – sei es nun eine ––> Grundschuld oder eine anderweitige Sicherheit – abgesichert.

Den Sicherheitenteil für die Bausparkredite hält die Sparkasse treuhänderisch für die LBS.

Die Auslandsfinanzierung – Casa Europa

Die LBS-Gruppe bietet Ihnen die Möglichkeit des Einsatzes von Bausparverträgen beim Erwerb von

Eigenheimen, Ferienheimen oder sonstigen wohnungswirtschaftlichen Objekten in mehreren Ländern

innerhalb der europäischen Union, Norwegens oder der Schweiz. Insoweit können wir bei der Absicherung

der Kreditforderungen in der Regel auf die üblichen Bürgschaften von Kreditinstituten verzichten

und uns auf die Eintragung von Grundpfandrechten/Hypotheken am ausländischen Objekt

beschränken, soweit nicht sogar Blankokredite oder Kredite gegen Verpflichtungserklärung vergeben

werden können. Dies hat für Sie den Vorteil, dass bei der Absicherung der Kreditforderungen keine

Bürgschaftsprovisionen anfallen und inländische Vermögenswerte nicht herangezogen werden

müssen.

Die LBS begleitet seit 1992 deutsche Kunden bei Immobilienfinanzierungen in den EU-Ländern, in

Norwegen und der Schweiz. Sie hat dazu das Angebot Casa Europa entwickelt, eine Dienstleistung rund

um den Erwerb und die Finanzierung von Immobilien in Europa und zwar derzeit in Belgien, Dänemark,

Frankreich, Italien, Luxemburg,den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweiz und Spanien:

■ Die Landesbausparkassen haben im Interesse einer möglichst intensiven Betreuung Ihrer

Kunden enge Kontakte u. a. zu Kooperationspartnern, Rechtsanwälten, Notaren, Schätzern

und Behörden in Europa geknüpft und umfassendes Know-How aufgebaut. Dieses Netzwerk

bietet Ihnen den Vorteil, dass bei Fragen Ihre Anlauf- und Kontaktstelle Ihre LBS-

Beratungsstelle im Inland ist.

■ Von der LBS erhalten Sie länderspezifische Informationen, Hinweise zur Objektsuche und zu

den Erwerbsmodalitäten, Hilfe und Tipps zur Vertragsgestaltung.

■ Außerdem kann im Rahmen von Casa Europa die Bewertung des Objekts und die Prüfung des

Grundbuches veranlasst werden.

Für die Beantwortung Ihrer Fragen im Zusammenhang mit der Auslandsfinanzierung stehen Ihnen die

Casa Europa Spezialisten, unser Außendienst sowie die Mitarbeiter der Sparkassen gerne zur Verfügung.

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Fachbegriffe, die Sie kennen sollten

ABB

„ABB“ ist die Abkürzung für „Allgemeine Bedingungen für Bausparverträge“. Sie regeln die Vertragsbedingungen

zwischen Bausparern und Bausparkasse und liegen den Bausparverträgen zugrunde.

Beleihungswert

Der Beleihungswert ist der Wert, der der angebotenen Sicherheit unter Berücksichtigung aller für

die Bewertung maßgeblichen Umstände beigemessen wird. Als Grundlage für die Feststellung des

Beleihungswertes eines Grundstücks dienen der Ertragswert, der Bauwert, der Bodenwert und der

Verkehrswert.

Bereithaltungszinsen/Bereitstellungszinsen

Bereithaltungszinsen werden ab einem vereinbarten Zeitpunkt für das ab dem Zeitpunkt der Zuteilung

bereitgehaltene, noch nicht ausgezahlte Bauspardarlehen berechnet. Sie stellen den Ausgleich dafür

dar, dass der Kunde sein bereitgehaltenes Darlehen nach vereinbarungsgemäßer Sicherstellung jederzeit

abrufen kann und die dafür benötigten Mittel der Bausparkasse deshalb für eine anderweitige

Anlage mit entsprechendem Zinsertrag nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Zinssatz beträgt 2 % p.a.

Mit dem Bereitstellungszins überbrücken die Kreditinstitute den Zeitraum zwischen der Refinanzierung

eines zugesagten Kredites und dem tatsächlichen Abruf des Kredites oder von Kreditteilbeträgen durch

den Kunden. Dem Zinsaufwand der Bausparkasse, Sparkasse oder Bank würde sonst keinerlei Ertrag

gegenüber stehen. Üblicherweise fallen die Bereitstellungszinsen, die zumeist deutlich unter dem für

den Kredit vereinbarten Zinssatz liegen, erst nach einer angemessenen Karenzfrist an.

Disagio

Das Disagio stellt wirtschaftlich eine Zinsvorauszahlung dar. Es wird bei Auszahlung des Kredites vom

Kreditbetrag einbehalten. Der Kredit wird also nicht in voller Höhe (zu 100 Prozent) ausgezahlt, sondern

beispielsweise bei einem Disagio von 3 Prozent nur zu 97 Prozent. Verzinst wird der volle Betrag. Die

Vereinbarung eines Disagio bewirkt, dass über die Laufzeit des Kredites ein geringerer ––> Nominalzins

gilt.

Effektiver Jahreszins

Der effektive Jahreszins hat zum Ziel, unterschiedliche Kreditangebote (mit gleicher Laufzeit bzw.

gleicher Zinsfestschreibungszeit) vergleichbar zu machen. Er gibt als „Preis“ des Kredites die Gesamtbelastung

pro Jahr in Prozent an und berücksichtigt daher den ––> Nominalzinssatz und anfallende

Kreditkosten wie z. B. das ––> Disagio. Werden die Konditionen für die gesamte Laufzeit des Kredites

festgeschrieben, spricht man vom „effektiven Jahreszins“. Bei Darlehen, deren Konditionen nur für

einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben sind (––> Zinsfestschreibungszeit), spricht man vom

„anfänglichen effektiven Jahreszins“.

Festzins/Zinsbindungsfrist bzw. Zinsfestschreibungszeit

Festzins bedeutet, dass die Zinskonditionen für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben werden

und für diesen Zeitraum unverändert bleiben. Diesen Zeitraum nennt man Zinsbindungsfrist oder auch

Zinsfestschreibungszeit.

Fortsetzung des Vertrages

Um das Anfallen von ––> Bereithaltungszinsen zu verhindern, z. B. weil Sie das Bauspardarlehen noch

nicht benötigen, können Sie auf die Zuteilung verzichten. Der Vertrag wird dann fortgesetzt. Sie können

Ihre Rechte aus der früheren Zuteilung jederzeit wieder geltend machen.


Grundschuld

Eine Grundschuld ist ein Pfandrecht an einer Immobilie, das im Grundbuch eingetragen wird.

Nominalzins

Der Nominalzins ist der Zinssatz, nach dem sich die tatsächliche Zinszahlung richtet. Wird eine Zinsvorauszahlung

in Form eines ––> Disagio vereinbart, verringern sich Nominalzins und Auszahlungsbetrag.

Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung dient der Rückführung des Bauspardarlehens bei Tod des Versicherten

und somit der Absicherung und dem Schutz der Familie des Darlehensnehmers. Bei einigen Bausparkassen

sind die Bauspardarlehen unter bestimmten Bedingungen nach den ––> ABB „automatisch“

risikoversichert (sog. obligatorische Risikolebensversicherung). Bei anderen Bausparkassen gibt es die

Möglichkeit, der Versicherung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, der ebenfalls in den ––> ABB geregelt

ist, zu widersprechen (sog. optionale Risikolebensversicherung). Außerdem bieten Ihnen viele Bausparkassen

bereits schon in der Sparphase einen günstigen Versicherungsschutz an. So können z. B.

Zwischen- oder Vorfinanzierungskredite preiswert abgesichert werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an

Ihren Berater.

SCHUFA

„SCHUFA“ ist die Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Es handelt

sich bei der SCHUFA um eine Gemeinschaftseinrichtung der kreditgebenden deutschen Wirtschaft.

Aufgabe der SCHUFA ist es, ihren Vertragspartnern Informationen zu geben, um sie vor erkennbaren

Risiken und Verlusten im Kreditgeschäft zu schützen. Die SCHUFA dient damit letztlich allen Kreditnehmern

mit einwandfreier Bonität, weil die Banken bei der Kalkulation der Kreditzinsen nur die allgemeinen

Einkommens- und Lebensrisiken berücksichtigen müssen.

Schlichtungsstelle

Sollten Sie mit uns einmal nicht zufrieden sein, wenden Sie sich bitte direkt an uns. Wir werden uns

bemühen, eine beiderseits zufriedenstellende Lösung zu finden. Lässt sich dennoch die Angelegenheit

nicht einvernehmlich beilegen, haben Sie die Möglichkeit, ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren

einzuleiten. Die Durchführung dieses außergerichtlichen Schlichtungsverfahrens ist für Sie kostenlos.

Die Verfahrensordnung erhalten Sie auf Aufforderung bei der unabhängigen

Schlichtungsstelle des SparkassenVerbandes Baden-Württemberg

Am Hauptbahnhof 2, 70173 Stuttgart

oder unter www.lbs-bw.de.

Vertraulichkeit

Persönliche Daten des Bausparers behandeln wir streng vertraulich. Nur im gesetzlich vorgegebenen

Rahmen oder mit Ihrer Zustimmung können Informationen weitergegeben werden.

Vorzeitige Rückzahlung / Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung fällt nur bei Vorfinanzierungs- und Zwischenkrediten an. Bei der

Vorfälligkeitsentschädigung handelt es sich um eine Entschädigung, die für die Vorverlegung des

Rückführungszeitpunktes zu zahlen ist. Durch die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung wird der

wirtschaftliche Nachteil ausgeglichen, der durch die vorzeitige Rückzahlung des Kredites vor Ablauf der

vereinbarten ––> Zinsbindungsfrist entsteht.

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Anhang: Europäische Vereinbarung

Europäische Vereinbarung eines freiwilligen Verhaltenskodex

über vorvertragliche Informationen für wohnungswirtschaftliche

Kredite („Vereinbarung“)

Diese Vereinbarung wurde zwischen den europäischen

Verbraucherorganisationen und den europäischen

kreditwirtschaftlichen Verbänden, deren Mitglieder

wohnungswirtschaftliche Kredite anbieten (siehe

unten) ausgehandelt und angenommen. Die Vereinbarung

unterstützt einen freiwilligen Verhaltenskodex

(„Kodex“), der von jedem Kreditinstitut umgesetzt

werden sollte, das dem Verbraucher wohnungswirtschaftliche

Kredite anbietet.

Eine Liste der Unterzeichner liegt der Vereinbarung in

der Anlage bei.

Die Vereinbarung ist in zwei Teile gegliedert:

■ Teil I: Die Maßnahmen zur Umsetzung und

Kontrolle des freiwilligen Kodex;

■ Teil II: Der Inhalt des freiwilligen Kodex über

Informationen, die dem Verbraucher zur

Verfügung gestellt werden sollten:

in Form allgemeiner Informationen über angebotene

wohnungswirtschaftliche Kredite;

in Form personalisierter Informationen, die

in der vorvertraglichen Phase im Rahmen

eines „Europäischen Standardisierten

Merkblatts“ unterbreitet werden sollten.

Mit dem Kodex soll die Transparenz der Informationen

und deren Vergleichbarkeit sichergestellt werden.

Anwendungsbereich des freiwilligen Verhaltenskodex

Der Kodex betrifft Verbraucherinformationen für

national wie grenzüberschreitend angebotene wohnungswirtschaftliche

Kredite.

Definition des „wohnungswirtschaftlichen Kredits“

im Sinne des Kodex

Ein wohnungswirtschaftlicher Kredit ist ein Kredit, der

einem Verbraucher für den Kauf oder Umbau einer

privaten Wohnimmobilie, die in seinem Eigentum steht,

oder die er erwerben will, ausgereicht wird, und die

entweder durch eine Hypothek/ein Grundpfandrecht

auf das unbewegliche Eigentum oder durch eine

Sicherheit, die in einem Mitgliedstaat gewöhnlich zu

diesem Zweck genutzt wird, gesichert ist.

Wohnungswirtschaftliche Kredite, die von der Verbraucherkreditrichtlinie

(87/102/EWG) erfasst sind,

sind vom Anwendungsbereich des Kodex ausgeschlossen.

Teil I: Umsetzungsvorgaben

Der freiwillige Kodex wird nach folgendem Verfahren

umgesetzt werden:

1. Die europäischen kreditwirtschaftlichen Verbände,

die den Kodex zeichnen, werden ihre Umsetzungsabsicht

öffentlich erklären.

2. Jeder der europäischen kreditwirtschaftlichen Verbände

wird eine offizielle Empfehlung an seine

nationalen Mitglieder senden und diese einladen:

2.1. eine öffentliche Erklärung abzugeben, dass sie

den Kodex zeichnen;

2.2. alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, die einer

effizienten Umsetzung des Kodex dienen.

Dazu werden die einzelnen Kreditinstitute,

die sich für eine Anwendung des Kodex

entscheiden, gebeten:

2.2.1. ihre Zustimmung zum Kodex binnen

6 Monaten nach Ratifizierung der

Vereinbarung bekannt zu geben;

2.2.2. ihre Unterzeichnung des Kodex zu

veröffentlichen; und

2.2.3. ihre Zustimmung zur Anwendung des

Kodex gemeinsam mit dem Datum der

Umsetzung an das Zentralregister zu

melden (siehe 7.2)

Die Umsetzung des Kodex sollte binnen 12 Monaten

nach der Meldung an das Zentralregister erfolgen.

3. Der Kodex wird veröffentlicht und in allen Filialen

der zeichnenden Kreditinstitute für den Kunden

verfügbar sein.

4. Die zur Verfügung gestellten Exemplare des Kodex

werden stets Auskunft über Namen, Adresse und

Telefonnummer des zuständigen Streitschlichtungsorgans

enthalten.

5. Die Verbraucher werden über die Existenz und

Verfügbarkeit des Kodex durch einen speziellen

Hinweis im Europäischen Standardisierten Merkblatt

informiert.

6. Die europäischen kreditwirtschaftlichen Verbände

werden einen jährlichen „Fortschrittsbericht“ über

die Umsetzung des Kodex veröffentlichen.

7. Die Europäische Kommission hat angekündigt,

dass sie folgende Maßnahmen einleiten will:

7.1. die Akzeptanz bei der Umsetzung sowie die

Effizienz des Kodex beobachten; und


Anhang: Europäische Vereinbarung

7.2. sicherstellen, dass ein zentrales Register eingerichtet

wird, aus dem zu entnehmen sein wird,

welche Kreditinstitute wohnungswirtschaftliche

Kredite anbieten und, soweit dies der Fall

ist, welche den Kodex angenommen haben und

welche nicht;

7.3. eine Empfehlung veröffentlichen, die den

freiwilligen Kodex enthält, wie bereits in KOM

(1999) 232, vom 11.05.99 vorgesehen;

7.4. innerhalb einer Zeitspanne von 2 Jahren nach

ihrer Empfehlung, die Anwendung des Kodex

auf der Grundlage eigener Kontrollmaßnahmen

sowie der von den europäischen kreditwirtschaftlichen

Verbänden erstellten jährlichen

Fortschrittsberichte und sonstiger zusätzlich

verfügbarer Informationen begutachten;

Unmittelbar danach und unter der Federführung der

Europäischen Kommission wird der Kodex durch alle

Dialog-Teilnehmer auf Basis der von der Kommission

ermittelten Prüfungsergebnisse überarbeitet.

8. Die Zeichnung des Kodex steht anderen Kreditinstituten

frei, die nicht Mitglied der europäischen

kreditwirtschaftlichen Verbände sind, die den Kodex

angenommen haben.

Teil II: Freiwilliger Verhaltenskodex

über vorvertragliche

Informationen für wohnungswirtschaftliche

Kredite

Dies ist ein freiwilliger Verhaltenskodex („Kodex“) über

außervertragliche Informationen, die dem Verbraucher

bei wohnungswirtschaftlichen Krediten zur Verfügung

gestellt werden sollten. Der Kodex ist der Kern der

Europäischen Vereinbarung eines freiwilligen Verhaltenskodex

über wohnungswirtschaftliche Kredite (wie

in der Vereinbarung definiert), die von den europäischen

Verbraucherorganisationen und den europäischen

kreditwirtschaftlichen Verbänden ausgehandelt und

verabschiedet wurde.

Kreditinstitute, die den Kodex zeichnen, verpflichten

sich, dem Verbraucher, in Einklang mit den vereinbarten

Umsetzungsmaßnahmen, und in der nachfolgend

beschriebenen Form

■ allgemeine Informationen über die im Angebot

befindlichen wohnungswirtschaftlichen Kredite;

sowie

■ in einer vorvertraglichen Phase, individuelle Informationen,

die in einem „Europäischen Standardisierten

Merkblatt“ dargestellt werden sollten,

zur Verfügung zu stellen.

Die endgültige Entscheidung, ein Kreditangebot

eines Darlehensgebers anzunehmen, obliegt dem

Verbraucher.

Allgemeine Informationen, die dem Verbraucher

zur Verfügung gestellt werden sollten

Die ersten Informationen über wohnungswirtschaftliche

Kredite sollten folgende Angaben umfassen oder

um sie ergänzt werden. Diese Angaben sollen in derselben

Art und Weise zur Verfügung gestellt werden,

wie die Informationen selbst.

A – Anbieter:

1. Name und Adresse des Darlehensgebers;

2. Soweit zutreffend, Name und Adresse des

Vermittlers.

B – Wohnungswirtschaftlicher Kredit:

1. Zweck, für den der wohnungswirtschaftliche Kredit

verwendet wird;

2. Art der Sicherheit;

3. Beschreibung der angebotenen wohnungswirtschaftlichen

Kredite mit einer kurzen Darstellung der

Unterschiede zwischen Produkten mit fester und

variabler Verzinsung, einschließlich der sich hieraus

ergebenden Auswirkungen für den Verbraucher;

4. Art der Verzinsung – fest, variabel, sowie Varianten

hiervon;

5. Hinweis auf die Kosten eines typischen wohnungswirtschaftlichen

Kredits für den Verbraucher;

6. Eine Liste der damit verbundenen Kostenelemente

wie zum Beispiel Verwaltungskosten, Versicherungskosten,

Kosten für Rechtsberatung, Vermittlerkosten…;

7. Die verschiedenen Varianten zur Rückzahlung des

Darlehens (einschließlich der Anzahl, Häufigkeit,

Höhe der Ratenzahlungen, soweit zutreffend);

8. Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung

(wenn ja, zu welchen Bedingungen);

9. Notwendigkeit einer Beleihungswertermittlung durch

Schätzung der Immobilie, und, bejahendenfalls,

durch wen diese ausgeführt werden soll;

10. Allgemeine Informationen über Steuervergünstigungen

für Zinsen eines wohnungswirtschaftlichen

Kredits oder andere geläufige öffentliche Förderungen,

bzw. Informationen, wo man weiterführende

Beratung erhalten kann;

11. Die Dauer der Bedenkzeit, soweit einschlägig;

12. Bestätigung, dass das Kreditinstitut den Kodex

gezeichnet hat, und Hinweis, dass eine Kopie des

Kodex im Kreditinstitut verfügbar ist.

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Sprechen Sie mit uns.

Wir beraten Sie gerne zu folgenden Themen:

Bausparen

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Stand 01/2004

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