RegJo Minden-Lübbecke >> zum Download

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Das Magazin für die Region Minden-Lübbecke Ausgabe Nr. 2 I /2013 3,50 €

www.minden-luebbecke.regjo.de

Minden-Lübbecke


Alles Weltmarktführer

regjo MInden-lüBBeCKe edIToRIal 3

Vier Jahrzehnte

40 Jahre Kreis Minden-Lübbecke: Im Jubiläumsjahr 2013

bringt sich die Region für die Zukunft in Position.

Anfang Juli soll sie offiziell gefeiert werden: Die vier Jahrzehnte

währende Partnerschaft der ehemaligen Kreise Minden und Lübbecke

hat sich längst als Erfolgsmodell bewährt. Heute denkt niemand

mehr über die Liaison nach, 1973 aber standen nach dem

sogenannten Bielefeld-Gesetz zur Gebietsneuordnung zwei verschiedene

Optionen und Konstellationen zur Diskussion. Neben

der heute verwirklichten Struktur dachten die Gründungsväter

damals auch über einen Großkreis Minden-Ravensburg nach. Eine

Idee, die schließlich zugunsten des Zusammenschlusses von Minden-Lübbecke

und dem Kreis Herford wieder verworfen wurde.

Für diese Ausgabe des RegJo hat das Jubiläum den Impuls gegeben,

einmal auf die Historie des Mühlenkreises zu blicken. Dabei

haben wir uns über vier Jahrzehnte hinaus in die Vergangenheit

getraut und mit der Unterstützung des Kommunalarchivs historische

Impressionen gesammelt.

Aber auch die Gegenwart kommt in dieser RegJo Ausgabe

nicht zu kurz. Unter anderem beschäftigen uns Innenansichten

aus Espelkamp und Bad Oeynhausen, die neuesten Entwicklungen

des Hafenbandes sowie die Aktivitäten und Zukunftsszenarien

der Minden Marketing. Wir wünschen Ihnen eine informative

und unterhaltsame Lektüre mit dem neuen RegJo und freuen

uns auf Ihr Feedback.

Ihr RegJo Team

Alles Weltmarkführer. In Espelkamp.

Ein global erfolgreiches Unternehmen wie HARTING lebt vom Engagement und

Know-how seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle arbeiten an einem

gemeinsamen Ziel und haben Anteil am Erfolg des Unternehmens.

Die HARTING Technologiegruppe ist eines der weltweit führenden Unternehmen

der elektrischen und elektronischen Verbindungtechnologie. Espelkamp ist

unsere Heimat.

www.HARTING.com

Cover: Die Region Minden-Lübbecke ist seit den 1980er Jahren als

Mühlenkreis bekannt. Restaurierte Windmühle in Hille-Südhemmern.

Foto: Kommunalarchiv Minden, Bildsammlung


4 inhalt regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe inhalt 5

16 Vergangene Tage

30 Hafen News

40 Campus Minden

44 Eine Stadt erfindet sich neu

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Kreises Minden-Lübbecke

hat RegJo die Archive durchforstet und blickt zurück auf die spannende

und wechselvolle Geschichte des Mühlenkreises.

Die aktuellen Baumaßnahmen und der geplante

RegioPort machen die sechs Häfen am Mittellandkanal

noch wettbewerbsfähiger.

Interdisziplinäre Forschungsprojekte sind

das Aushängeschild des Campus Minden

der Fachhochschule Bielefeld.

In den 50er Jahren quasi am Reißbrett als Flüchtlingsstadt

entstanden, trotzt Espelkamp heute dem demografischen

Wandel und ist ein innovativer Hightech-Standort.

Bilder: Kommunalarchiv Minden / Bildsammlung, Hafenband am

Mittellandkanal, Fachhochschule Bielefeld, Stadt Espelkamp

Wirtschaft

Politik & Soziales

Technik & Wissenschaft

Land & Umwelt

Kultur

Freizeit & Sport

08

10

30

Die Mustermänner: Seit fast 30 Jahren entwickelt,

produziert und vertreibt die Kopplin

GmbH Musterkollektionen für Bodenbeläge,

Sonnenschutzsysteme und andere

Flächenmaterialien.

Innenstadt mit neuer Strahlkraft: Die

Mindener Innenstadt bekommt mehr Glanz,

Anziehungskraft und ein wertiges Einkaufsangebot.

Dr. Jörg-Friedrich Sander von der

Minden Marketing erklärt die anstehenden

Projekte und deren Umsetzung.

Hafen News: Mit den Aus- und Umbaumaßnahmen

der Hafenanlagen in Lübbecke und

Bückeburg stehen gleich zwei Großprojekte

auf der Agenda des Hafenbandes am Mittellandkanal.

Auch in Minden stehen die Bagger

für den geplanten RegioPort Weser bereits in

den Startlöchern.

07

08

09

09

4 Köpfe – 4 Meinungen: Der Kreis Minden-

Lübbecke feiert 2013 sein 40-jähriges Bestehen.

Was hat sich in vier Jahrzehnten getan?

RegJo Minden-Lübbecke hat sich bei einem

Gründungsvater und einigen Entscheidungsträgern

der Region umgehört.

Reha Spezial: Intensivmedizinische Rehabilitation

in der Maternus-Klinik in Bad

Oeynhausen.

Erfahrungswerte: Die Personaldienst in

Minden GmbH & Co. KG bietet maßgeschneiderte

Lösungen für Personalfragen und vermittelt

qualifizierte Mitarbeiter aus nahezu

allen Branchen.

Ausgezeichnete Mitarbeiterförderung:

Gezielte Mitarbeiterförderung hat beim Hightechunternehmen

Wago Tradition. Mit seinem

Engagement setzt das Mindener Familienunternehmen

bundesweit Maßstäbe.

14

40

Wie Intelligenz in die Maschine kommt: In

Ostwestfalen-Lippe wächst ein Spitzencluster,

das weltweit Maßstäbe in Sachen Intelligente

Technische Systeme setzt. Bereits heute ist „it‘s

OWL“ ein Riese unter den europäischen Produktionsclustern

und bedient mit derzeit 46

Projekten den Hightech-Markt von morgen.

Zukunft intelligent gestalten: Der Campus

Minden der Fachhochschule Bielefeld geht

nicht nur mit dem Konzept der praxisintegrierten

Studiengänge innovative Bildungswege,

sondern setzt auch in der Forschung und Entwicklung

nennenswerte Akzente. Die Verknüpfung

der Forschungsaktivitäten der einzelnen

Fachbereiche gehört zu den Markenzeichen des

Campus Minden, wie beispielsweise im Themenkomplex

Intelligente Gebäudetechnologien.

26

38

44

Auf heilender Erde: Bad Oeynhausen – das

ist Kultur, Entspannung und Gesundheit zwischen

den Flüssen Werre und Weser. Mit seinen

heilenden Quellen und Gesundheitskliniken

ist der Kurort deutschlandweit ein beliebtes

Urlaubsziel.

Zwischen Tradition und Innovation: Die

27.000-Einwohner-Stadt Lübbecke im

Nordosten Nordrhein-Westfalens präsentiert

sich innovativ, dynamisch, familienfreundlich,

weltoffen und ist ein starker

Wirtschaftsstandort.

Eine Stadt erfindet sich neu: Innovativer

Hightech-Standort und Wachstumslokomotive

in der Region – das Beispiel der Stadt

Espelkamp zeigt, was man erreichen kann,

wenn alle an einem Strang ziehen und Verantwortung

für die Stadt übernehmen.

16

50

50

Vergangene Tage: Impressionen von damals:

Vor 40 Jahren wurde der Kreis Minden-Lübbecke

aus der Taufe gehoben. Anlass genug,

einen Blick auf die vergangenen Tage der

Region zu werfen – auch über vier Jahrzehnte

hinaus.

Fürstentum Minden: Der im Jahre 1973

durch den Zusammenschluss von Minden und

Lübbecke entstandene Kreis entspricht geografisch

in etwa dem Gebiet des alten preußischen

Fürstentums Minden zwischen 1648

und 1807.

Mindener Persönlichkeit: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

ist eine waschechte

Mindenerin. Die Bundesministerin der Justiz

kam am 26. Juli 1951 in der westfälischen

Domstadt zur Welt.

50

50

Großes Torfmoor: Mit über 400 verschiedenen

Pflanzenarten ist das Große Torfmoor

zwischen Lübbecke und Hille europaweit

ein bedeutendes Naturschutzgebiet. Das

mit 500 Hektar größte Hochmoorgebiet und

wichtigs te Naherholungsgebiet der Region

gehört zu den Natura-2000-Schutzgebieten.

Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen:

Zahlreiche Originale, aufwendige Inszenierungen

und moderne Ausstellungsmedien

lassen im Preußen-Museum Nordrhein-

Westfalen in Minden auf 1.500 Quadratmetern

350 Jahre preußische Vergangenheit

wiederaufleben.


Aue

www.muehlenkreis.de

Vom Weserbergland in die norddeutsche Tiefebene

Die Westfälische Mühlenstraße

www.muehlenkreis-magazin.de

regjo MInden-lüBBeCKe meinunG 7

Dümmer See

S T

Arrenkamp

Sundern

Bad Essen

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Westrup

OPPENWEHER

MOOR

Oppenwehe

Stemwede

Oppendorf

Wehdem

Niedermehnen

Levern

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Sielhorst

Große Aue

Twiehausen

Kleine Aue

B239

Kleinendorf

Wehe

Rahden

Destel

Vehlage

B239

Fabbenstedt

Fiestel

Lashorst

Schröttinghausen

Getmold

Hedem

Stockhausen

Barkhausen

Engershausen

B65

Blasheim

Preußisch-

Oldendorf

Obermehnen

Bad Holzhausen

Herford

Tonnenheide

Schmalge

Osterwald

Espelkamp

Gestringen

Oberbauerschaft

Preuß. Ströhen

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Lübbecke

W

Frotheim

Eilhausen

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Nettelstedt

Eickhorst

B65

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Hüllhorst

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Schnathorst

Löhne

Bielefeld

Osnabrück

43 restaurierte Mühlen entlang herrlicher

Rad- und Wanderwege.

Freizeit und Erholung im Mühlenkreis

0571-807-23170 | muehlenkreis@minden-luebbecke.de

Nancy Kliebisch

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Oeynhausen

Holtrup

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Veltheim

B514

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Leese

Schlüsselburg

Stolzenau

Wasserstraße

Heimsen

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Bierde

MINDENER WALD

Wegholm

Meßlingen

Petershagen

Südfelde

HEISTER-

B61

HOLZ

Lahde

Friedewalde

Todtenhausen

Frille

Neuenknick

Hannover

Rinteln

Hameln

Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Porta Westfalica

4 Köpfe – Vier Meinungen

Der Kreis Minden-Lübbecke feiert 2013 sein 40-jähriges Bestehen. Was hat sich in vier Jahrzehnten

getan? RegJo hat sich bei einem Gründungsvater und Entscheidungsträgern der Region umgehört.

Dr. Günter linkermann, ehemaliger Minden-Lübbecker Kreisdirektor:

„Durch die Fusion der Kreise Minden und Lübbecke wurde ein Verwaltungsbereich

geschaffen, der mit dem früheren Fürstentum Minden

fast deckungsgleich ist. Aus den 126 Städten und Gemeinden der

Altkreise entstanden elf wesentlich größere, leistungsfähigere Kommunen,

die umfassende Aufgaben der Daseinsvorsorge wahrnehmen.

Auch die Leistungskraft des Kreises, der sich vor allem der Verbesserung

der Infrastruktur verantwortlich fühlt, ist durch die Vergrößerung

wesentlich gestärkt worden. Eine Bewährungsprobe hat

die kommunale Familie bestanden, als die nach 1990 zugewanderten

35.000 Spätaussiedler erfolgreich integriert werden konnten.“

Heinrich Vieker, Bürgermeister der Stadt Espelkamp: „Die ehemaligen

Altkreise Minden und Lübbecke sind zu einer echten Einheit zusammengewachsen,

die Menschen identifizieren sich mit ihrem Heimatraum.

Dazu hat die Dachmarke ‚Mühlenkreis‘ entscheidend beigetragen.

Sie wirkt nicht nur touristisch nach außen, sondern schafft auch

ein ‚Wir-Gefühl‘ im Minden-Lübbecker Land. Für die ältere Generation

gilt das allerdings nur mit Einschränkungen, vor allem auch

weil sich die Printmedien mit ihren verschiedenen Ausgaben leider

noch immer an den Altkreisgrenzen orientieren. In Espelkamp zum

Beispiel erfährt man nur wenig über die Nachbargemeinde Hille. Das

gilt auch umgekehrt.“

Wir entwickeln High-Tech – und Karrieren

Auf den ersten Blick unauffällig! Auf den zweiten ein echter Hingucker. Typisch Hidden Champion eben. Denn wir sind Meister unseres Fachs

und begeistern Kunden in aller Welt mit Innovationen rund um elektrische Verbindungs- und Automatisierungstechnik. Der Hintergrund:

unsere Liebe zum technischen Detail – und über 5.600 kluge Köpfe, die rund um den Globus durch ihr Können hervorstechen.

Wann gehören Sie dazu?

Hier wird Ihre Zukunft ganz deutlich: www.wago.com

Erneut zertifiziert vom TÜV Rheinland

im Januar 2013

Unsere weiteren Auszeichnungen als Arbeitgeber

finden Sie unter:

www.wago.com/karriere/auszeichnungen

Herbert Weber, Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH: „OstWestfalenLippe:

ganz oben in Nordrhein-Westfalen. Dass wir mit diesem

Slogan selbstbewusst für unsere Region werben können, dazu

trägt auch der Kreis Minden-Lübbecke bei. Und das nicht nur, weil

der NRW-Nordpunkt ganz oben im Mühlenkreis liegt, seine wunderschöne

Landschaft zum Erkunden und seine Kur- und Gesundheitsorte

zum Erholen einladen. Mittelständische, familiengeführte

Unternehmen mit gut ausgebildeten Beschäftigten und hoher Innovationskraft

bilden das Rückgrat eines erfolgreichen Wirtschaftsstandorts

mit hervorragenden Zukunftsperspektiven. Der Kreis Minden-Lübbecke

ist ein starker Teil OWL‘s. “

Dr. Ralf niermann, Landrat von Minden-Lübbecke: „Der Kreis Minden-Lübbecke

feiert 2013 sein 40-jähriges Bestehen. Was heute den

meisten selbstverständlich erscheint, war damals eine einschneidende

Veränderung. Viel zu verdanken haben wir unseren Gründungsvätern,

die mit viel Besonnenheit, Kompetenz und Erfahrung

die beiden Kreise zusammengeführt haben. Nach 40 Jahren sind die

Altkreise Minden und Lübbecke heute eng verbunden. Unser Kreis

lebt von seiner großen Vielfalt, das macht ihn dynamisch und sympathisch.

Unsere Mühlen sind ein echtes Alleinstellungsmerkmal

und geben dem Kreis eine eigene Identität, um die uns viele andere

Kreise beneiden.“

Bilder: Atelier Pfleiderer Minden, Stadt Espelkamp, OstWestfalenLippe GmbH, Andreas Metzner


8 magazin regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe magazin 9

P O R T R A I T

G e s u n D H e I T

P E R S o n A L D I e n S T

W I R T S C H A F T

Die Mustermänner

Reha Spezial

Erfahrungswerte

Ausgezeichnete Mitarbeiterförderung

Seit fast 30 Jahren entwickelt, produziert und vertreibt die Kopplin GmbH Musterkollektionen

für Bodenbeläge, Sonnenschutzsysteme und andere Flächenmaterialien.

Intensivmedizinische Rehabilitation in der

Maternus-Klinik in Bad Oeynhausen.

Der dp Personaldienst in Minden stellt qualifizierte

Mitarbeiter aus allen Bereichen.

Gezielte Mitarbeiterförderung hat beim Hightechunternehmen Wago Tradition. Mit seinem

Engagement setzt das Mindener Familienunternehmen bundesweit Maßstäbe.

1984 mit fünf Mitarbeitern gestartet, zählt

die Kopplin GmbH heute zu den führenden

Anbietern der Branche in Deutschland.

Das Familienunternehmen aus Espelkamp

entwickelt, produziert und vertreibt

europaweit Musterkollektionen für Teppiche,

Teppichböden, Laminat, Kork, Parkett,

PVC-Bodenbeläge und Sonnenschutz.

Service und Kreativität stehen an oberster

Stelle. Geschäftsführer Christoph Kopplin:

„Wir nehmen unseren Kunden bei Bedarf

sämtliche Projektarbeiten ab: von der

Konzeption inklusive Prototypenbau über

die grafische Gestaltung und Produktion

bis hin zum Einzelversand oder anderen

Logistikdienstleitungen. Jeder Auftrag

ist anders und es gibt wenige Standards.

Daher entwickeln wir immer wieder neue

Produktpräsentationen.“

Seit 28 Jahren ist Espelkamp Sitz der

Firma. „Wir haben die stark handarbeitsorientierte

Produktion bewusst nicht ins

Ausland verlagert, sondern sind dem Standort

treu geblieben und haben in Automatisierung

und effiziente Prozesse investiert.“

Auch in der heutigen digitalisierten Welt

ist die Musterkollektion längst kein Auslaufmodell:

„Wichtigstes Produkt und von

Beginn an Zugpferd ist die klassische Koffer-Kollektion

für Teppichböden und elastische

Beläge. Nichtsdestotrotz gehört die

Integration der neuen Medien in unsere

Produkte derzeit zu den größten Herausforderungen.

Haptik und Originalmuster

werden zwar nie komplett ersetzbar sein,

aber neue Techniken die „analogen Kollektionen“

ergänzen. Es wird immer wichtiger,

gut ausgebildete Fachkräfte im Team

zu haben. Daher ist uns der interne Aufbau

von Nachwuchskräften sehr wichtig:

Wir bilden sowohl innerbetrieblich als

auch in Kooperation mit der FH Bielefeld/

Campus Minden aus und führen Weiterbildungen

durch.“ Aktuell wird der Generationswechsel

in der Geschäftsführung eingeleitet,

der bis zum 30-jährigen Jubiläum

2014 abgeschlossen sein wird. Nachfolger

von Firmengründer Dieter Kopplin wird

sein Sohn Christoph. „Für die Zukunft planen

wir den Ausbau des Großhandelsgeschäfts

und wollen weiter wachsen. Allerdings

nicht um jeden Preis.“

KL

Die Maternus-Klinik eröffnete bereits vor

drei Jahren die Station für Interdisziplinäre

Intensivmedizinische Rehabilitation (IMR)

mit Beatmungsentwöhnung (Weaning)

und hat diese jetzt von zehn auf 22 Betten

erweitert. Grund ist das begrenzte Angebot

in diesem Bereich und die damit verbundene

große Nachfrage. Behandlungsziel

ist die Entwöhnung von der künstlichen

Beatmung. Die Patienten sollen möglichst

bald ohne Hilfe der Geräte wieder normal

atmen können. Sind die Patienten stabilisiert,

werden sie innerhalb der Maternus-

Klinik in andere Abteilungen verlegt. Dort

werden mit den Patienten intensiv Mobilität,

Konzentrationsfähigkeit und alltagswichtige

Abläufe geübt. So wird die Selbständigkeit

wiederhergestellt. Die Patienten

werden von einem ausgebildeten Team aus

Ärzten, Pflegern, Ergo- und Physiotherapeuten

sowie Logopäden intensiv betreut.

Das Angebot ist eines von vielen Spezialleistungen

innerhalb der Rehabilitation,

die die Maternus-Klinik mit ihren Fachbereichen

Orthopädie, Innere Medizin/Kardiologie

und Neurologie anbietet. HK

„Echte Partnerschaft entsteht nicht nur

durch Erfolge. Wirkliche Allianzen entstehen

vor allem durch die Mitarbeiter, die

sie tragen“ ist die Philosophie der Personaldienst

in Minden GmbH & Co. KG, der

sie seit 30 Jahren treu geblieben ist. Mit

Erfolg: An 13 Standorten in Nordrhein-

Westfalen und Niedersachsen bietet das

Personaldienst-Team maßgeschneiderte

Lösungen für Personalprobleme ihrer Kunden

an. Andre Ruschmeier vom Personaldienst

in Minden: „Wir verfügen über ein

dichtes regionales Standortnetz. Die Nähe

zu unseren Kunden und Mitarbeitern sorgt

für kurze und flexible Entscheidungswege.

Als einer der wenigen Personaldienstleister

Deutschlands sind wir seit 2010 durch

die Verwaltung-Berufsgenossenschaft im

Arbeitsschutz zertifiziert.“ Ob für den kurzfristigen

Personaleinsatz oder die langfristige

Partnerschaft: Der Personaldienst in

Minden stellt qualifizierte Mitarbeiter aus

nahezu allen Branchen. „Da das Unternehmen

vor drei Jahrzehnten gegründet

wurde, können wir auf umfangreiche

Erfahrung zurückgreifen.“

JR

Ob Berufsanfänger, Nachwuchskraft oder

langjähriger Mitarbeiter – das Hightechunternehmen

Wago Kontakttechnik

GmbH & CO KG. unterstützt systematische

Mitarbeiterförderung auf allen Ebenen.

Ein Engagement, das mehrfach ausgezeichnet

wurde. 2012 und 2013 wurde

das Unternehmen mit Stammsitz in Minden

als „Ausgezeichneter Arbeitgeber für

Ingenieure“ zertifiziert. Nach Angaben der

Wochenzeitung „VDI-nachrichten“ und des

Technischen Überwachungsverein (TÜV)

Rheinland setzt Wago in den Bereichen

Organisation, Mitarbeiterbetreuung und

-förderung sowie Unternehmenskultur

bundesweit Maßstäbe.

Bekannt durch seine Verbindungsdosenklemmen,

mit denen Wago 1968 die

Verdrahtung von Leuchten revolutionierte,

mischt das Familienunternehmen bis heute

kräftig mit in der Hightechbranche. Das

Erfolgsrezept: Mitarbeiterförderung à la

Wago mit Programmen wie „Wago Youth“.

Das maßgeschneiderte Angebot spricht

Schüler an, für die das Thema Berufswahl

an Bedeutung gewinnt. Ausbildungsleiter

Thomas Heimann: „Wir möchten Schüler

über die Möglichkeiten bei Wago informieren,

sie für Technik begeistern und auf den

Bewerbungsprozess vorbereiten.“

Individuelle Förderung und Betreuung

der Auszubildenden sind die Bausteine

des Programms „Wago Starters“.

Eigens dafür eröffnete 2012 ein Studentenzentrum

für duale Studierende. „Potenziale

der Mitarbeiter aufzeigen und ausschöpfen“

lautet das Motto von „Wago

Professionals“. Ob Schulungen im Projektmanagement,

Rhetorik oder speziell

für Führungskräfte konzipierte Trainings

wie das „Junior Leadership Program“ – im

internen Seminarkatalog findet jeder Mitarbeiter

ein passendes Weiterbildungsprogamm.

Ein weiterer Bestandteil ist dabei

das Führungskräfte-Feedback. Wago-

Personalleiterin Tordis Eulenberg: „Es

ermöglicht die objektive und systematische

Bewertung von Kompetenzen und

Führungsverhalten, deckt individuelle

Stärken und Entwicklungsfelder auf und

unterstützt somit eine zielgerichtete Führungskräfteentwicklung.“


JR

Weitere Informationen über das Espelkamper Unternehmen Kopplin GmbH sowie die

Musterkollektionen und Referenzen finden Sie im Internet unter www.kopplin.de

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.maternus-klinik.de

Weitere Informationen finden Sie im Internet

auf www.personaldienst.de

Weitere Informationen über das Hightechunternehmen Wago aus Minden und seine

Förderungsprogramme finden Sie im Internet unter www.wago.de

Bilder: Kopplin GmbH, Maternus-Klinik Bad Oeynhausen

Bilder: Personaldienst in Minden GmbH & Co. KG, WAgo Kontakttechnik GmbH & Co. KG


10 inteRVIew regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe inteRVIew 11

Das Team der Minden Marketing GmbH (mit allen Auszubildenden, Praktikanten und Aushilfskräften)

engagiert sich für Tourismus und Events mit publikumswirksamer Strahlkraft und für die Attraktivität

der Mindener Innenstadt. (Unser Interviewpartner: Dr. Jörg-Friedrich Sander (hinten, 2. von rechts.))

Innenstadt mit neuer Strahlkraft

Die Mindener Innenstadt braucht mehr Glanz, Anziehungskraft und ein wertiges Einkaufsangebot. Dr. Jörg-Friedrich

Sander von der Minden Marketing erklärt, warum das definitiv auch kommen soll – aber gar nicht so einfach ist.

Interview: Stefanie Stüting Fotografie: Minden Marketing GmbH

Welches sind derzeit die Themenschwerpunkte, an denen die

Minden Marketing (MM) arbeitet?

Wir führen aktuell ein vierjähriges EU-Förderprojekt durch, bei

dem die besten Ideen für den Bereich Tourismus gesucht wurden.

Unter dem Motto „Geschichte neu erleben in NRW-Minden 2011

bis 2014“ wird unsere Stadt zur internationalen historischen Bühne

für lebendige Geschichtsdarstellungen, dem sogenannten Reenactment.

So etwas hat im angelsächsischen Bereich schon lange Tradition

und ist bei uns erst im Kommen. Mit den Mindener Zeitinseln,

der Reenactor-Messe und dem Reenactor-Preis haben wir Angebote

geschaffen, die einzigartig in Deutschland sind und viele Gäste auch

aus dem Ausland nach Minden ziehen. Diese Angebote sind wichtige

Bausteine für unser Tourismusmarketing. So freuen wir uns,

Minden mit diesem einzigartigen touristischen Angebot in diesem

Jahr zum zweiten Mal unter anderem auf der ITB in Berlin, der

weltweit größten Reisemesse, präsentieren zu können.

Was würden Sie sagen, waren in den vergangenen zehn Jahren

die wichtigsten Meilensteine, die die MM realisiert hat?

Neben dem kontinuierlichen Ausbau des Tourismus- und Event-

Marketings mit besonderen auch überregional ausstrahlenden

Formaten wie der Kultursommerbühne (auf der 2013 auch die

„Toten Hosen“ zu Gast sein werden) und der Gourmetmeile waren

sicherlich die insgesamt vier Prämierungen unserer Konzepte für

Minden im Rahmen der NRW-City-Offensive „Ab in die Mitte“

wichtige Meilensteine. Auch hinsichtlich des Binnenmarketings

ein nicht unbedeutender Faktor. Erfreulich war auch, dass es

gelungen ist, den 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden 2009

als europäisches Freundschaftsfest zu feiern – und das erstmals in

der Geschichte unter tatkräftiger Mitwirkung nicht nur der Briten,

sondern sogar der Franzosen. Eine spannende Verknüpfung

von geschichtlicher Darstellung und zauberhaften Kulturangeboten

hat Minden dabei weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter

gemacht. Und genau daran knüpft das aktuelle EU-Reenactment-

Projekt an, mit dem wir zu einem Aushängeschild für das Reiseland

NRW werden möchten. Das alles ist nur möglich, weil engagierte

Unternehmen aus der Region und die Stadt Minden gemeinsam

als Gesellschafter der Minden Marketing GmbH an einem Strang

ziehen und so die Grundlagen für ein erfolgreiches Stadtmarketing

schaffen.

Man hört in Minden immer wieder Stimmen, die sagen, die Attraktivität

der Stadt habe dramatisch abgenommen. Obermarktpassage,

das Angebot in der Bäckerstraße und die Stagnation rund um den

Simeonsplatz werden hier unter anderem genannt. Was halten Sie

von solchen Argumenten?

Die Attraktivität einer Stadt setzt sich aus vielen Facetten zusammen,

wobei die Einkaufsqualität in der Wahrnehmung vieler Men-


Bild: Ugryz / Wikipedia

Unter dem Motto „Geschichte neu erleben in NRW-Minden 2011 bis 2014“ wird Minden zur internationalen historischen Bühne für lebendige

Geschichtsdarstellungen, dem sogenannten Reenactment.

Ob Open Air oder in Jazz Club, Stadttheater und Kampa-Halle – was Kultur-, Sport- und Eventangebote angeht, ist Minden gut aufgestellt:

Und 2013 wird wieder gerockt in Minden, dann sind die Toten Hosen zu Gast am Weserufer.

schen sicherlich besondere Bedeutung hat. Deshalb freuen wir

uns, dass jetzt auch in diesem Bereich endlich Perspektiven

geschaffen worden sind, die die Attraktivität unserer Stadt auch

für Gäste von außerhalb deutlich steigern werden. Gemeinsam

mit engagierten Partnern setzen wir uns auch in Zeiten knapper

kommunaler Finanzen für ein attraktives städtisches Erscheinungsbild

ein. Blumenschmuck oder eine zielführende Ausschilderung

in der Innenstadt sind nur zwei Beispiele dafür. 2013

wird die Stadt zum Beispiel die Neugestaltung der Fußgängerzone

angehen – der Weserspucker wird dann weiter in Richtung

Scharn versetzt.

Nach mehreren Jahren Planungsunsicherheit entsteht auf

dem Gelände von ehemals Karstadt bzw. Hertie aller Voraussicht

nach als ECE Projekt ein Einkaufscenter am Wesertor (auch

Wesergalerie genannt) – eine neue Einkaufsadresse mit Erlebnischarakter.

Zu den bereits bestehenden attraktiven Einkaufsangeboten

werden dadurch in der Innenstadt fehlende Sortimente

ergänzt, ganz wichtig ist dabei zum Beispiel der Bereich Elektronik.

So kann Minden auch einkaufstechnisch wieder zu einem

Magneten und qualitativ sowie quantitativ wieder zur Einkaufsadresse

Nr. 1 in der Region werden. Hinsichtlich ihrer Attraktivität

bei den Tourismus- und Event-Angeboten scheint unsere

Stadt allerdings schon jetzt gut aufgestellt zu sein, das jedenfalls

legen die erfreulichen Besucherzahlen nahe.

Welches sind für Sie die wichtigsten strukturellen Entscheidungen,

die in Minden im nächsten Jahr fallen müssen?

Im Bereich der Innenstadtentwicklung werden aktuell wie eben

angesprochen die Weichen für ein Einkaufszentrum am Wesertor

gestellt. Strukturell entsteht daraus die Anforderung, dass sich auch

andere Bereiche in der historischen Stadt positionieren und attraktiv

darstellen müssen. Mit der Neugestaltung der Fußgängerzone

gibt es gute Ansatzpunkte, hier bieten zum Beispiel Wasserspiele,

Stadtmöblierung und attraktive Aufenthaltszonen Ansatzpunkte,

über die gerade diskutiert wird.

Einkaufen mit Erlebnischarakter in der historischen Stadt

mit hoher Aufenthaltsqualität ist das Pfund, mit dem da gewuchert

werden kann. Wünschenswert wäre zum Beispiel aber auch,

Erlebnis- und Freizeitangebote citynah zu platzieren, zum Beispiel

im Stadtquartier Obermarkt. So wären hier beispielsweise ein

Kino, eine Bowlingbahn sowie attraktive gastronomische Angebote

und Diskotheken auch hinsichtlich ihrer Funktionalität für

das Gesamtgefüge Innenstadt von großem Vorteil. Angesiedelt vom

Marktplatz ausgehend in den Obermarktbereich könnten solche

Angebote auch in den Abendstunden wieder mehr Leben in unsere

Stadt bringen.

Für welche Menschen und Zielgruppen ist Minden als Lebensmittelpunkt,

Wirtschaftsstandort und touristisches Ziel interessant?

Minden bietet hohe Lebensqualität für viele Zielgruppen, besonders

auch für junge Familien, unter anderem durch ein überdurchschnittlich

gutes und breites Schulangebot. Auch das „stationäre“

Kulturangebot – zum Beispiel in Form von Stadttheater, Jazz Club,

BÜZ oder dem Kabarett „Mindener Stichlinge“ – ist für die Größe

unserer Stadt überproportional gut. Diese „weichen“ Standortfaktoren

in Kombination auch mit einem überzeugenden Einkaufs- und

Gastronomieangebot machen unser auch landschaftlich reizvoll gelegenes

Minden besonders auch für Fach- und Führungskräfte interessant.

Ein Faktor, der auch im Standortmarketing und im Wettbewerb

um Unternehmensansiedlungen zunehmende Bedeutung gewinnt.

Touristisch ist Minden an der Porta Westfalica mit dem Wasserstraßenkreuz

und dem 1.200-jährigen Dom nicht nur für Geschichtsinteressierte,

sondern für ganz unterschiedliche Zielgruppen interessant.

Beim aktuellen Mindener Histotainmentangebot steht zum

Beispiel die Erlebnisorientierung von Familien mit Kindern, aber

auch reiferen Zielgruppen wie den sogenannten „Aktiven Best

Agern“ und „Bodenständigen Best Agern“ mit Präferenz auf Städtereisen

und Kulturangeboten im Fokus, die sich nicht zuletzt durch

ein kulturhistorisches Identitätsangebot interessieren lassen. Auch

für jüngere Leute bietet unsere Stadt mit Kulturveranstaltungen,

dem Freizeitpark Potts Park und Bundesliga-Handball eine Menge.

Wie ausgeprägt ist der Konsens über die Zukunft der Stadt bei

den politisch Verantwortlichen?

Nach meiner Einschätzung besteht ein breiter Konsens über die weitere

Entwicklung Mindens. Sicherlich hat man aus der Vergangenheit

gelernt und ist jetzt offener für notwendige Veränderungen als

noch vor einigen Jahren.

Was wünschen Sie Minden und dem Kreis Minden-Lübbecke für

die kommenden 20 Jahre?

Dass es gemeinsam gelingt, die Kräfte zu bündeln und unsere reichlich

vorhandenen Stärken nutzbringend zum Wohle der Menschen

in unserer Stadt und unserer Region einzusetzen.


14 WIRTschaft regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe WIRTschaft 15

Minden

Herford

Hameln

Wie Intelligenz in die Maschine kommt

it‘s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe wird vom 08. bis 12. April 2013

auf dem Gebiet „Industrie 4.0“ auf der Hannover Messe seine neuesten Maschinen, Fahrzeuge,

Automatisierungs- und Antriebslösungen sowie Roboter präsentieren.

Gütersloh

Lippstadt

Bielefeld

Paderborn

Lemgo

Detmold

Bad Pyrmont

Höxter

In Ostwestfalen-Lippe wächst ein Spitzencluster, das weltweit Maßstäbe in Sachen Intelligente Technische Systeme

setzt. Bereits heute ist „it‘s OWL“ ein Riese unter den europäischen Produktionsclustern.

Soest

Unternehmen

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

wirtschaftsnahe Organisationen

Warstein

Text: Juliette Rahn Fotografie: it’s OWL Clustermanagement GmbH

Was haben eine intelligente Werkzeugmaschine, anpassungsfähige

Scheinwerfer, ein mit dem Smartphone zu bedienender

Bankautomat und ein Mähdrescher, der seine Umgebung

erkennt, gemeinsam? Sie alle entstehen im Technologienetzwerk

„it‘s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe“.

Dahinter verbirgt sich ein regionales Cluster von 120 Unternehmen

aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Elektronikindustrie

und Automobilzulieferer sowie 17 Hochschulen,

Forschungseinrichtungen und 30 wirtschaftsnahen Organisationen.

Unter ihnen: namhafte Weltmarkt- und Technologieführer

wie Benteler, Claas, Hella, Miele, Wincor Nixdorf und viele

„Hidden Champions“. Speziell in der Verbindungstechnik setzen

hier Unternehmen wie Beckhoff, Harting, KEB, Lenze, Phoenix

Contact, Wago und Weidmüller mit 75 Prozent Weltmarktanteil

internationale Maßstäbe. Der Schlüssel zum Erfolg ist bei

it‘s OWL auch der breite Zugang zu Forschungswissen. Gerade

hier haben regionale Hochschulen und Universitäten in den letzten

Jahren ordentlich zugelegt. Entstanden sind das Exzellenzcluster

Citec sowie neue Sonderforschungsbereiche und Kompetenzzentren

wie die Fraunhofer Projektgruppe Entwurfstechnik

Mechatronik oder das Fraunhofer Anwendungszentrum Industrial

Automation. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it‘s

OWL Clustermanagement GmbH für Strategie, Forschung und

Entwicklung erklärt das Konzept: „Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen

stellen anwendungsorientierte Ergebnisse

aus der Spitzenforschung in den Bereichen Selbstoptimierung,

Mensch-Maschine-Interaktion, intelligente Vernetzung

oder Energieeffizienz bereit. Auf dieser Grundlage entwickeln die

Unternehmen marktfähige Produkte und Produktionssysteme.“

Mit derzeit 46 Projekten – und einem Gesamtvolumen von

100 Millionen Euro – bedient it’s OWL den Hightech-Markt von

morgen. Dazu erarbeiten Wirtschaft und Wissenschaft Hand in

Hand Technologien, die das Leben leichter machen: von intelligenten

Sensoren, Antrieben, Automatisierungslösungen, Maschinen,

Haushaltsgeräten, Fahrzeugen bis hin zu vernetzten Produktionsanlagen,

Smart Grids und Cash-Management-Systemen.

„Dabei handelt es sich vor allem um Produkte und Verfahren,

die ihren Anwendern ganz konkrete Vorteile in Sachen

Bedienung, Verlässlichkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und Ressourcenschonung

bieten“, erklärt Dumitrescu. Regionale Unternehmen

wie Gildemeister und Kemper entwickeln beispielsweise

Maschinen, die sich selbständig optimieren, Fehler erkennen

und beheben können. Das auserkorene Ziel der Spitzentechnologie-Schmiede:

die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen kleinen

und mittelständischen Unternehmen fördern und der Region

Ostwestfalen-Lippe die Spitzenposition auf dem Gebiet Intelligenter

Technischer Systeme sichern. Eine Rechnung, die aufgeht.

Seit 2012 ist it’s OWL eines der 15 vom Bundesministerium für

Bildung und Forschung ausgezeichneten deutschen Spitzencluster,

die jeweils über fünf Jahre mit bis zu 40 Millionen Euro

gefördert werden.

Seit der Auszeichnung hat sich viel getan. „Made in OWL“

ist zum Markenzeichen geworden, das keineswegs mehr an Landesgrenzen

halt macht. Laut einer Studie der Stockholm School

of Economics, eine der angesehensten Wirtschaftsuniversitäten

in Europa, gehört it’s OWL bereits zu den stärksten Produktionsclustern

in Europa. Hierfür kennzeichnend sind die hohe

Beschäftigungskonzentration, Innovationsfähigkeit und Exportquote

des Clusters. Das Silicon Valley von Nordrhein-Westfalen?

Die Zahlen sprechen für sich – 80.000 Beschäftigte der hier

ansässigen Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz

von rund 16,5 Milliarden Euro. Schon heute gehört Ostwestfalen-Lippe

im Maschinenbau zu den drei Top-Standorten

in Deutschland.


16 histoRIe regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe histoRIe 17

Vergangene Tage

Impressionen von damals: Vor 40 Jahren wurde der Kreis Minden-Lübbecke aus der Taufe gehoben.

Anlass genug, einen Blick auf die vergangenen Tage der Region zu werfen – auch über vier Jahrzehnte hinaus.

Landschaftsprägend ist die Porta Westfalica mit Weserdurchbruch und Kaiser-Wilhelm-Denkmal.


18 histoRIe regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe histoRIe 19

Die Herstellung von Zigarren war früher oftmals Handarbeit und ernährte ganze Familien.


20 histoRIe regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe histoRIe 21

Der Mittellandkanal ist die blaue Lebensader im Kreis. Bauarbeiten an der neuen Kanalbrücke über die Weser am Wasserstraßenkreuz Minden, 1994.


22 histoRIe regjo MInden-lüBBeCKe

regjo MInden-lüBBeCKe histoRIe 23

2

3

4

5

Fotografie: Kommunalarchiv Minden, Bildsammlung

1 Kanalbauarbeiten in der Mindener Bäckerstraße, 1891 2 Das Besucherbergwerk Kleinenbremen

wurde 1988 in der ehemaligen Eisenerzgrube „Wohlverwahrt“ eingeweiht und ist u.a. über die

Museumseisenbahn erreichbar 3 Flüchtlingsfamilie in Espelkamp, 1950 4 „Rettet die Weißstörche“:

Seit den 1980er Jahren finden die Weißstörche im Mühlenkreis wieder ein Zuhause, wie hier am Alten

Amtsgericht in Petershagen 5 Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals 1896. Abschreiten der

Front durch Kaiser Wilhelm II. 6 Aufstieg des Ballons „Hannover-Minden“ auf dem Exerzierplatz

Minderheide, 1913.

1

6


8

10

7

9

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Elektrotechnik

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7 Seit Jahrhunderten gepflegtes Brauchtum:

das Mindener Freischießen 8 Kleinod der

Weserrenaissance: Schloss Petershagen

9 Minden als preußische Beamtenstadt. Das

Verwaltungsgebäude der früheren Regierung

Minden (hier kurz nach der Einweihung 1906)

wird heute von der Deutschen Bahn AG genutzt

10 Seit 1978 ist der Fernsehturm auf dem

Jakobsberg ein weit sichtbares Wahrzeichen

11 Luftschiff „Hansa“ im Jahr 1912 über den

Dächern Mindens.

11

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26 bad oeynhausen regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe bad oeynhausen 27

Auf heilender Erde

Bad Oeynhausen – das ist Kultur, Entspannung und Gesundheit zwischen den Flüssen Werre und Weser. Mit seinen

heilenden Quellen und Gesundheitskliniken ist der Kurort deutschlandweit ein beliebtes Urlaubsziel.

Bild: Ernst-Udo Hartmann


egjo MInden-lüBBeCKe bad oeynhausen 29

Bild: goP Varieté-Theater

für Telemedizin runden das Gesundheitsangebot ab. Die medizinische

Versorgung wird dabei durch vielseitige Freizeitmöglichkeiten

ergänzt: Fünf Golfplätze, gut ausgebaute Radwege sowie die Bali

Therme mit indonesischem Flair, eine der größten Saunalandschaften

Deutschlands, machen Lust auf Entspannung und Bewegung.

Dabei ein Muss für jeden Naturliebhaber: ein Ausflug ins Siekertal

oder in den Sielpark entlang des Flüsschens Werre. Kristina Quest

von der Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH bringt die Vorzüge auf

den Punkt. „Inmitten der reizvollen Mittelgebirgslandschaft von

Weserbergland und Teutoburger Wald ist das renommierte Staatsbad

ein optimales Reiseziel für Erholungssuchende und gesundheitsbewusste

Kurzurlauber aus dem In- und Ausland.“

Bad Oeynhausen steckt voller Kultur, die es an jeder Ecke

zu entdecken gibt. Das ganze Jahr hindurch hebt sich im Kaiserpalais

und im Theater im Park der Vorhang für internationale

Weltklassekünstler und Akrobaten. Nur einen Katzensprung entfernt

erwarten den Besucher in der Wandelhalle klassische Klavierkonzerte

und Kabarettaufführungen. Kristina Quest: „Einer

der Höhepunkte im Sommer ist das Open-Air-Festival Parklichter,

zu dem am ersten Wochenende im August bis zu 30.000 Besucher

kommen. Open-Air-Konzerte mit bekannten Bands, Mitmachprogramme

für die ganze Familie, Licht-Illusionen und ein Feuerwerk

der Extraklasse bilden ein buntes Programm für alle Generationen.

Das Internationale Literaturfest ‚Poetische Quellen‘ findet alljährlich

im Sommer auf der ‚Aqua Magica‘ statt, einem Landschaftsund

Kulturpark, der im Jahr 2000 im Rahmen der nordrhein-westfälischen

Landesgartenschau entstand. Mit großen Schriftstellern

und vielen literarischen Entdeckungen ist diese Veranstaltung ein

jährlicher Anziehungspunkt.“

Einfach mal die seele baumeln lassen: die vielen straßen cafés

und biergärten sind der perfekte ort dafür.

Auf jeden Fall auch einen Besuch wert: Das Deutsche Märchenund

Wesersagenmuseum in der Paul-Baehr-Villa am Rande des

Kurparks, das die Besucher in die faszinierende Welt der Märchen

und Sagen führt. Wer Magie rund ums Thema Wasser erleben

möchte, ist im Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica genau

an der richtigen Adresse. Der 20 Hektar große Park zwischen Bad

Oeynhausen und Löhne macht das „magische Wasser“, die heilenden

Thermalquellen, für die ganze Familie erlebbar. Größter Anziehungspunkt

ist hier vor allem der Wasserkrater – eine begehbare,

unterirdische Brunnenskulptur, die in regelmäßigen Abständen

aus dem Erdinneren in die Höhe schießt.

Das goP Varieté im Kaiserpalais begeistert seine Besucher mit ausgeklügelten Shows aus Artistik, Clownerie, Zauberei und Comedy.

Bilder (2): Ernst-Udo Hartmann

Bilder (2): Peter Hübbe

Text: Juliette Rahn

In Bad Oeynhausen möchte man tief durchatmen – der Kurort am

Südrand des Wiehengebirges bietet dank seiner Thermalquellen

ideale Voraussetzungen zum Entspannen, Krafttanken und Seelebaumeln

lassen. Doch nicht nur zum Durchatmen lohnt sich ein

Besuch. Mit seiner klassischen Bäderarchitektur und den vielen

neobarocken Bauten nimmt Bad Oeynhausen den Besucher mit

auf eine Zeitreise durch ein gutes Stück preußischer Vergangenheit.

Herzstück der rund 50.000 Einwohner zählenden Stadt ist der Kurpark

mit dem ehemaligen Kurhaus. Heute ist in dem Kaiserpalais

das GOP Varieté untergebracht und vor dem Gebäude erhebt sich

ein großangelegtes Wasserspiel, das nachts mit einem fantastischen

Farbenspiel den sommerlichen Nachthimmel der Kurstadt erhellt.

Wasser ist das zentrale Element der Stadt. In unmittelbarer

Nähe zum Kaiserpalais schießt das heutige Wahrzeichen der

Stadt, der Jordansprudel, mit 2.000 Liter Wasser pro Minute in

den Himmel. Er zählt zu den größten kohlesäurehaltigen Thermalquellen

der Welt.

Rückblick: Nachdem der Berghauptmann Carl von Oeynhausen

auf der Suche nach Salz um 1830 auf eine Thermalsolequelle

stieß, entdeckte der preußische König Friedrich Wilhelm

IV. das Fleckchen Erde für sich. Bald schon betraute er renommierte

Architekten mit dem Bau von Badehäusern und den Landschaftsarchitekten

Peter Joseph Lenné, der auch den Potsdamer

Gärten das Gesicht von Preußens Glanz und Gloria gab, mit der

Planung des Kurparks. Abseits des Trubels bei Hofe fand der Preußenkönig

hier bei seinen langen Spaziergängen die ersehnte Entspannung

und Ruhe.

Der von lenné geschaffene Park ist heute ein Paradebeispiel

klassizistischer Gartenbauarchitektur des 19. Jahrhunderts.

Die Thermalquellen und die erholsame Atmosphäre sind heute zum

Aushängeschild Bad Oeynhausens geworden. Über die Jahrhunderte

entstand hier eines der bekanntesten Heilbäder Deutschlands.

Die Stadtväter erkannten weitere Vorteile der heilenden Quellen

und begannen mit dem Ausbau des Gesundheitssektors. Von der

Gesundheitsvorsorge über medizinische Behandlung und Nachsorge

bis hin zur Medical Wellness – im deutschlandweiten Vergleich

ist Bad Oeynhausen in der Gesundheitspflege gut aufgestellt.

Aber auch international setzt die Stadt durch ihr Herz- und

Diabeteszentrum NRW, eines der weltweit führenden, Maßstäbe.

Mehrere Akut-Krankenhäuser, elf Einrichtungen für verschiedene

Reha- und Anschlussheilbehandlungen und Fachkliniken mit

unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten sowie das Institut

Eine Reise durch Bad Oeynhausen – das ist Wellness,

Gesundheit und vor allem jede Menge Kultur.

Bild: Bali Therme Atrium


30 WIRTschaft regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe WIRTschaft 31

Hafen News

Mit den Aus- und Umbaumaßnahmen der Hafenanlagen in Lübbecke und Bückeburg stehen gleich

zwei Großprojekte auf der Agenda des Hafenbandes am Mittellandkanal. Auch in Minden stehen die Bagger

für den geplanten RegioPort Weser bereits in den Startlöchern.


egjo MInden-lüBBeCKe WIRTschafT 33

6 Häfen – 1 Management

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Der in Minden geplante RegioPort wird die Hafenwirtschaft an Weser und Mittellandkanal noch wettbewerbsfähiger machen.

Sebastian Jezek, Projektkoordinator Hafenband am Mittellandkanal: „Der RegioPort ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt für die

ganze Region, auch über den Kreis Minden-Lübbecke hinaus.“ Auf dem Bild: Containerhafen Minden.

Preußisch

Oldendorf

f Richtung: Dortmund

Lübbecke Espelkamp Hille Minden Bückeburg

Mittellandkanal

A30: Amsterdam - Osnabrück

A2: Dortmund - Hannover - Berlin

Weser

RegioPort

Bahn: Bremerhaven & Hamburg

Richtung: Hannover - Berlin g

gefördert durch:

Text: Katrin Langemann Fotografie: Hafenband am Mittellandkanal

Bekanntes Problem: Der Containerhafen Minden stößt

schon seit langem an seine Grenzen. So mussten in der

Vergangenheit nicht erst einmal Anfragen abgelehnt werden,

weil die Kapazitäten nicht ausreichten. Entlastung soll

nun der geplante RegioPort Weser bringen. Ende Februar

fällt der Rat der Stadt Minden dazu eine Grundsatzentscheidung.

Fällt diese positiv aus, kann mit den Vorbereitungsmaßnahmen

zum Bau des neuen Containerterminals

begonnen werden. Die Signale stehen auf grün:

Im Dezember 2012 ging bei der Mindener Hafen GmbH

ein Förderbescheid ein, der Fördermittel in Höhe von 16,9

Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt verspricht.

Wenn das „Go“ der Stadt Minden erfolgt ist, müssen noch

einige Vorbereitungen getroffen werden. Unter anderem

muss der wasserseitige Umschlag mittels Portalkran

gesichert sein und entsprechende Lagerflächen geschaffen

werden. Der erste Spatenstich soll dann 2014 erfolgen,

die Fertigstellung des ersten Teilabschnittes ist für

Ende 2015 / Anfang 2016 geplant.

Sebastian Jezek ist Projektkoordinator Hafenband am

Mittellandkanal und weiß, wie wichtig der RegioPort für

die Region ist: „Mit dem RegioPort werden die Voraussetzungen

geschaffen, als Region auch in Zukunft eine

wichtige Rolle im Containerverkehr auf der Wasserstraße

und der Schiene zu spielen. Die vorläufige Einstufung der

Mittelweser in die Kategorie B haben wir nicht gerne zur

Kenntnis genommen. Andererseits sollen die Uferrückverlegungen

Staustufe Drakenburg aus Mitteln des Infrastrukturbeschleunigungsprogramms

II für die Verkehrsinfrastruktur

finanziert werden. Auch die Schleusen in Minden

und Dörverden befinden sich bereits im Bau. Das zeigt,

dass auch im Ministerium angekommen ist, wie dringend

notwendig es ist, die Mittelweser auf einem möglichst langen

Stück auch mit dem Großmotorgüterschiff (GMS) im

Begegnungsverkehr fahrbar zu machen. Nur durch den

RegioPort wird die Region in der Lage sein, diese Schiffsklasse

abzufertigen. Auch für die anderen Häfen des Hafenbandes

bedeuten größere einsetzbare Schiffseinheiten auch

größere Warentransporte – und das zu vergleichbar geringeren

Kosten für die entsprechenden kleinsten Einheiten

(Volumen und Gewicht). Somit würde auch hier die Wettbewerbsfähigkeit

steigen.“

In Bückeburg, nur ein paar Kilometer von Minden

entfernt, wird jetzt schon an der Zukunft der regionalen

Hafenwirtschaft gearbeitet. Für 5,2 Millionen Euro wird

der Hafen Berenbusch bis Ende 2014 saniert und modernisiert.

Geplant sind unter anderem die Erneuerung der

Kaimauer und der Ladestraße mit integrierter Gleisanlage,

die Revitalisierung minder- oder fremdgenutzter Flächen

für hafenbezogene Betriebe sowie die Erneuerung

des Gütergleisanschlusses im Hafen an das überregionale

Bahnnetz. Bisher wurden überwiegend Planungsarbeiten

und Vorarbeiten für die bevorstehenden Bautätigkeiten

durchgeführt, wie zum Beispiel der Abriss der ehemaligen

Speicher. Reiner Brombach, Bürgermeister der Stadt

Bückeburg, blickt in die Zukunft: „Durch die Sanierung

des Hafens Berenbusch sollen die Rahmenbedingungen

für Dritte, insbesondere für hafenaffines Gewerbe, verbessert

werden. Die Schaffung neuer Anliegeplätze und

die mögliche Neuansiedlung weiterer Betriebe stehen im

Vordergrund dieser Maßnahmen. Die Sicherung der wirtschaftlichen

Betätigung der bereits ansässigen und eventuellen

neuen Unternehmen ist langfristiges Ziel des Eigenbetriebes.“

Wie in Bückeburg gehört auch in Lübbecke

die Kaimauer zu den aktuellen Sorgenkindern. Aufgrund

der maroden Kaimauer wäre der Hafen vom Wasser- und


egjo MInden-lüBBeCKe WIRTschafT 35

PORT LOGISTICS

Das traditionsreiche Unternehmen Rhenus ist mit einem Jahresumsatz von 3 Mrd. Euro

ein weltweit operierender Anbieter ganzheitlicher logistischer Dienstleistungen.

Die Drehscheibe der Wirtschaftsströme

A1: RUHRGEBIET – BREMEN – HAMBURG

OSNABRÜCK

MITTELLANDKANAL

PREUßISCH

OLDENDORF

ESPELKAMP

LÜBBECKE

HILLE

MINDEN

RegioPort

WESER

BÜCKEBURG

MITTELLANDKANAL

A2: RICHTUNG BERLIN

HANNOVER

Rhenus ist Ihr Ansprechpartner in allen Fragen der Logistik. Unsere Standorte

in den See- und Binnenhäfen dienen als Bindeglieder der internationalen

Transportketten für Rohstoffe, Massengüter, Anlagen und Container. Als

traditionsreiches Unternehmen mit klarer Asset-Orientierung kombinieren wir

Binnen- und Seeschiff, Bahn und Lkw – so entstehen flexible, zuverlässige

Logistiklösungen.

A30: AMSTERDAM – OSNABRÜCK

A2: DORTMUND – HANNOVER – BERLIN

WESER

BIELEFELD

A2: RICHTUNG DORTMUND

PreussIsch oldendorf Lübbecke Espelkamp hIlle mInden BückebuRG

PORT LOGISTICS

Sea Ports

Intermodal

Inland Ports

Handling & Storage

Shipping, Rail & Road

Value Added Services

Rhenus GmbH · Industriehafen 9-13 · 32479 Hille · Deutschland · Tel.: +49 (0)5703 939 281 · Fax.: +49 (0)5703 939 158 · michael.mertens@de.rhenus.com · www.rhenus.com

Hafendaten

Nutzbare Länge Kaimauer:

817 m, Liegeplätze: 10

Europaschiffe, Gesamte Nutzfläche:

ca. 60 ha (inkl. angrenzendem

Industriegebiet)

HauPTumschlaGGüter

Minerale, Mineralische Baustoffe,

Krügerite, Purusite,

Mulcoa, Feldspat,Getreide,

grobkeramische und feuerfeste

Baustoffe, Walzdraht,

Holz, Düngemittel, Saatgut,

Stückgut, Schwerlastgüter

Hafendaten

Nutzbare Länge Kaimauer:

180 m, Liegeplätze: 2,

Gesamte Nutzfläche:

ca. 2,6 ha

HauPTumschlaGGüter

Mineralöl, Düngemittel,

Getreide, Schüttgüter, Landwirtschaftliche

Erzeugnisse,

Futtermittel, Holz, Grünschnitt

Hafendaten

Nutzbare Länge Kaimauer:

350 m, Liegeplätze: 3,

Gesamte Nutzfläche: ca. 3 ha

HauPTumschlaGGüter

Flüssig- und Feststoffdünger,

lose Schüttgüter, Düngemittel

Hafendaten

Nutzbare Länge Kaimauer:

634 m, Liegeplätze: 7 Europaschiffe,

Gesamte Nutzfläche:

ca. 6,6 ha

Hauptumschlaggüter

Dünger, Quarzit, Mineralkalk,

Zellulose, Granulat, Altholz,

Kohle, Bodenaushub, empfindliche

Stückgüter, Rundholz,

Futtermittel, Steine, Erden,

Sande, Streusalz, Holzhackschnitzel,

Schwerlast-

Stückgüter

Hafendaten

Nutzbare Länge Kaimauer:

200 m, Liegeplätze: 2,

Gesamte Nutzfläche:

ca. 3,3 ha

HauPTumschlaGGüter

Container

Hafendaten

Nutzbare Länge Kaimauer:

250 m, Liegeplätze: 2,

Gesamte Nutzfläche:

rd. 12 ha

Hauptumschlaggüter

Mineralöl, Kies, Getreide, Dünger,

Recycling – Holz, Sand,

Splitt, Steine, Flugasche,

Baustoffe, Mineralölprodukte,

Ölfrüchte, Düngemittel, Glas,

feste Düngemittel, flüssige

Düngemittel, Raps

LAGERFLÄCHEN

Unsere Freifläche verfügt über eine Lagerfläche

von 20.000 m 2 . Zusätzlich haben wir ein Hallenlager

mit einer Grundfläche von 3.900 m 2 , davon sind

2.600 m 2 beheizbar.

UMSCHLAGGERÄT

Ein leistungsstarkes Umschlaggerät sorgt

für schnellen und reibungslosen Umschlag

der Massengüter.

MOBILER KRAN (SENNEBOGEN 835)

– Haken für den Umschlag von bspw. Coils

– Mehrschalengreifer

– Schaufel für Schüttgut

HAFENUMSCHLAG

LAGERFLÄCHEN

TRANSPORTE

BAUSTOFFHANDEL

- Sand

- Kies

- Schotter

- Recycling-Schotter

- Mutterboden

- Bauschuttannahme

PR. OLDENDORF - GETMOLD . HAFENSTRAßE 17 . TEL. 05742/7010010

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Heitmann UG & Co. KG

Westhafen Minden

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Schifffahrtsamt beinahe geschlossen worden. Daher wurden

umfangreiche Baumaßnahmen in die Wege geleitet,

die im Februar 2013 abgeschlossen sein sollten. Ingesamt

1,3 Millionen Euro werden investiert. Die Kaimauer wird

nicht nur erneuert, sondern auch um 30 Meter verlängert.

Gleichzeitig wird die Verladetiefe auf vier Meter erweitert.

Dadurch können jetzt zwei Euroschiffe gleichzeitig anlegen.

Auf einer Länge von 25 Metern wird dann die Verladung

von Schwerlast möglich sein. Claus Buschmann ist

Wirtschaftsförderer in Lübbecke: „In der Vergangenheit

mussten Löschaufträge aufgrund der maroden Kaimauer

abgelehnt werden. Wir erwarten für die Zukunft zusätzliche

Umsätze. Mit der Sanierung werden der Betrieb des

Hafens und damit die in den vergangenen Jahren von der

Lübbecker Hafen GmbH getätigten Investitionen in den

Neubau von Silos und die Instandsetzung von Lagerhallen

in Höhe von rund zwei Millionen Euro gesichert.“

Die Häfen in Minden, Lübbecke und Bückeburg sind

Teil des Hafenbandes am Mittellandkanal. 2010 haben sich

sechs Häfen zusammengeschlossen, um ihre Kompetenzen

zu bündeln. Neben den oben genannten machen Preußisch

Oldendorf, Espelkamp und Hille das Sextett komplett.

Ein gemeinsames Hafenmanagement koordiniert die

Hafenaktivitäten und vernetzt Kunden, Lieferanten und

Hafenbetreiber. Gut 20 Unternehmen sind in den Häfen

ansässig – vom Global Player bis zum regional verankerten

Familienunternehmen. 2008 hat das bundesweit tätige

Agrarhandelsunternehmen Beiselen GmbH in Espelkamp

den Hafenbetrieb aufgenommen. Vertriebsstandortleiter

Markus Bachtrop: „Gerade Massengüter, und hier allen

voran Getreide und Düngemittel, bedürfen einer straffen

Logistik. Aus diesem Grunde hat sich Beiselen dazu entschlossen,

im Jahr 2008 den Hafenplatz Espelkamp am

Mittellandkanal in Betrieb zu nehmen.“ Inzwischen werden

jährlich rund 85.000 bis 90.000 Tonnen Düngemittel

umgeschlagen. In Preußisch Oldendorf sorgt unter anderem

die Getmolder Hafenumschlag Lager und Transporte

GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Viermann Gruppe,

für den schnellen und reibungslosen Umschlag von Schüttund

Stückgut. Umgeschlagen werden vor allem Güter wie

Walzdraht, Schamotte, Schotter, Splitte, Kies und Dünger.

Darüber hinaus stehen für die Lagerung Freiflächen von

circa 20.000 Quadratmetern zur Verfügung. Komplettiert

wird der Service durch die Spedition Wilhelm Viermann,

die sich auf den Transport von Schüttgut spezialisiert hat.

Mit Rhenus ist in Hille ein logistischer Global Player

ansässig. Das international agierende Unternehmen mit

einem Umsatz von über drei Milliarden Euro und mehr

als 19.000 Beschäftigten an 350 Standorten setzt auf Nachhaltigkeit.

Michael Mertens, Rhenus GmbH in Hille: „Der

Transport zu Wasser ist die umweltfreundlichste Art der

Güterbeförderung. Als führender Anbieter von Binnenschiffstransporten

und mit einem dichten Netz von Hafenstandorten

entlang der Wasserstraßen Europas realisiert

Rhenus flächendeckend emissionsarme Transporte. Durch

die Beförderung auf dem Wasser verkürzt Rhenus Wegzeiten,

erhöht den Durchsatz und entlastet die Umwelt.

Dadurch gewinnen immer mehr auch kleine Hafenstandorte

wie zum Beispiel Hille an Bedeutung, da hier unter

anderem auch Nischengeschäfte im Portbereich abgewickelt

werden können.“ In Hille betreibt Rhenus die einzige

überdachte Trockenumschlagsanlage am Mittellandkanal.

Damit können Massen- und Stückgüter witterungsunabhängig

umgeschlagen werden.


egjo MInden-lüBBeCKe WIRTschafT 37

Die sechs Häfen des Hafenbandes bieten trimodale Logistiklösungen aus einer Hand.

Während in den anderen fünf Häfen überwiegend Schüttund

Stückgut umgeschlagen wird, hat sich der Hafen Minden

auf das Containersegment spezialisiert. Den Westhafen

betreibt die Firma Heitmann UG & Co.KG. Seit mehr

als 20 Jahren ist das Familienunternehmen im Transportgewerbe

tätig und seit 2004 im Hafen Minden ansässig.

Frank Heitmann: „Nach dem Erwerb des Hafens im

Jahre 2012 haben wir unser Augenmerk verstärkt auf den

Hafen-Umschlag und Transport von Massengut, zum Beispiel

Kies, Sand, Splitt, Melasseschnitzel, Zucker aber auch

Zellulose, Stahl und Stahlcoils etc. gelegt. Da bei uns alles

aus einer Hand kommt, kann auf Kundenwünsche schnell

und flexibel reagiert werden, was sich auch durch unsere

steigenden Umschlagzahlen widerspiegelt. Im vergangenen

Jahr haben wir 150 Schiffe umgeschlagen.“ Wachsende

Umsatzzahlen verzeichnet seit Jahrzehnten auch

die Stahlindustrie. Dabei werden die zur Herstellung von

Edelstahl benötigten Elemente wie Chrom, Nickel und

Molybdän zunehmend aus recycelten Rohstoffen gewonnen.

Zu den Zulieferern der renommiertesten Edelstahlproduzenten

weltweit gehört die Paul Jost GmbH im Containerhafen

Minden. Das Familienunternehmen mit 90

Jahren Erfahrung kauft Edel- und Metallschrotte, bereitet

diese auf und führt sie als Sekundärrohstoffe erneut dem

Wirtschaftskreislauf zu. Ressourcen wieder verwertbar zu

machen, ist auch das Geschäft der Interseroh Holzkontor

OWL GmbH. Seit 2002 ist das Unternehmen im Hafen

Bü ckeburg auf die Aufbereitung von Altholz jeglicher Art

spezialisiert: Jährlich werden hier aus 90.000 Tonnen Altholz

wieder wertvolle Rohstoffe. Jörg Große-Wortmann ist

Prokurist und Niederlassungsleiter Bückeburg: „Der Standort

ist mit seiner guten Anbindung an die A2 und A30

sowie der Schiffsanbindung logistisch für unser Unternehmen

sehr interessant. Durch den Umbau des Hafens rückt

in Zukunft der mögliche Verladebereich etwas näher an

unsere Fertigguthallen im östlichen Bereich des Geländes.

Allerdings kommen mit den Baumaßnahmen auch Unannehmlichkeiten

und Kosten auf uns zu. Durch den Abriss

eines Teils unserer Gebäude sind wir gezwungen, uns an

einer anderen Stelle auf dem Gelände neu anzusiedeln.“

Die M. Eggersmann Handels GmbH sieht den Hafenausbau

in Bückeburg positiver. Geschäftsführer Michael Eggersmann:

„Durch den Umbau im Hafen Berenbusch wird es

möglich, die Verladung zu optimieren und Lagerkapazitäten

auch für andere Güter zu schaffen.“ Seit mehr als zehn

Jahren vermarktet die Firma per Achse und Schiff mineralische

Baustoffe aus dem Wesergebiet. Jährlich 150.000

Tonnen Wesersand und -kies sowie Splitte werden in

Bü ckeburg umgeschlagen. Neben dem Standort Mittellandkanal

verfügt Eggersmann auch über eine Niederlassung

am Dortmund-Ems-Kanal.

Das Hafenband am Mittellandkanal in Verbindung

mit den ansässigen Unternehmen steht für gebündelte

Kompetenz bei Container-, Massen- und Stückguttransporten

auf allen Verkehrswegen. Bereits jetzt ist der

Zusammenschluss der sechs Häfen mit seinen trimodalen

Logistiklösungen bestens aufgestellt. Mit den Ausbauten

in Lübbecke und Bückeburg sowie dem RegioPort Weser

wird die regionale Hafenwirtschaft einen weiteren Schritt

in Richtung Zukunft machen. Jezek: „Gerade in Zeiten

vermehrter Brückenbelastungen in Folge eines zunehmenden

(Schwer-)Lastverkehrs, überfüllter Autobahnen,

Fahrermangel im Lkw-Gewerbe, steigender Treibstoffkosten

etc. und knapper werdenden freien Trassen für den

Bahnverkehr ist es wichtig, die einzelnen Verkehrsträger

gemäß ihrer Stärken miteinander zu verzahnen, wofür

leis tungsstarke Knotenpunkte geschaffen werden müssen,

wie Binnenhäfen sie darstellen. Umso wichtiger ist es,

die bestehenden Standorte zu stärken und gezielt in Neubauprojekte

zu investieren, um den reibungslosen Betrieb

auch in Zukunft zu gewährleisten.“

Weitere Informationen über das Hafenband und die sechs

Häfen finden Sie im Internet unter www.hafenband.de

Bild: Richard Jary – Fotolia.com


38 lübbecke regjo MInden-lüBBeCKe

Bild: Andreas Sieveking

Bild: Stadt Lübbecke

Zwischen Tradition und Innovation

Lübbecke: Die 27.000-Einwohner-Stadt im Nordosten Nordrhein-Westfalens präsentiert sich innovativ, dynamisch,

familienfreundlich, weltoffen und ist ein starker Wirtschaftsstandort.

Bild: Hafenband am Mittellandkanal

Bild: Kulturring Lübbecke

Text: Juliette Rahn

Die frühere Kreisstadt am Rande des Wiehengebirges erfindet sich

neu, ohne dabei ihre über 1.200-jährige Geschichte aus den Augen

zu verlieren. Mitten in der Stadt erstrahlt die neugestaltete Fußgängerzone

und Haupteinkaufsstraße. Die in das Granitpflaster

eingelassenen 75 „Spruch-Steine“ mit Zitaten bekannter Persönlichkeiten,

die zum Schmunzeln oder Nachdenken anregen und

ein großes Wasserspiel auf dem Wappenplatz mit 15 sprühenden

Fontänen geben der Fußgängerzone ein unverkennbares Gesicht.

„Lübbeckes besonderer Reiz ergibt sich aus dem Zusammenspiel

von Tradition und Moderne. In über 1.200 Jahren Stadtgeschichte

gewachsene stabile Strukturen treffen hier mit hochinnovativen

Unternehmen zusammen, von denen einige als sogenannte ‚Hidden

Champions’ sogar über die nationale Marktführerschaft verfügen“,

erklärt Lübbeckes Bürgermeister Eckhard Witte.

Lübbecke – eine stadt mit substanz und Perspektive. die nordrhein-westfälische

stadt zwischen Tradition und moderne.

775 als „hlidbeki“ erstmals erwähnt und bereits während der

Industrialisierung ein bedeutender Produktionsort für die deutsche

Zigarrenindustrie, ist Lübbecke heute ein starker Wirtschaftsstandort

an der Spitze Nordrhein-Westfalens. Die verkehrsgünstige

Lage am Bundesstraßenkreuz 65/239, die Anbindung an Schiene

und Mittellandkanal sowie die gute Infrastruktur machen Lübbecke

zu einem bedeutenden Standort für Handel, Dienstleistungen,

Industrie und Gewerbe. Zu den wichtigsten Branchen zählen

die chemische Industrie, die Papierverarbeitung, Brauereiindustrie,

Zigarrenherstellung, Maschinenbau, Automatenindustrie,

Stahlverarbeitung und Druckindustrie. Mit rund 12.000 sozialversicherungspflichtigen

Arbeitsplätzen nimmt die Stadt eine Spitzenstellung

im Kreis Minden-Lübbecke ein. Die modern angelegten

Industrie- und Gewerbegebiete im Norden der Stadt bieten

viel Raum für Innovationen. Und so fanden in den vergangenen

Jahren viele produzierende Unternehmen aus den Bereichen

Maschinenbau, Metallverarbeitung, Elektronik und Elektrotechnik

sowie Kfz-Gewerbe hier ihre Heimat. Das im Jahre

1985 errichtete Krankenhaus Lübbecke behandelt jährlich etwa

15.000 stationäre und 15.000 ambulante Patienten auf höchstem

medizinischen und pflegerischen Niveau. Gemeinsam mit weiteren

kommunalen Kliniken gehört das Krankenhaus Lübbecke zu

den Mühlenkreiskliniken AöR,

Lübbecke gibt sich innovativ, dynamisch, familienfreundlich,

weltoffen – und ist einfach immer in Bewegung. Vom Handball

über Tennis bis hin zum Reiten und Wassersport – nicht weniger

als 30 Sportvereine und -gruppen lassen hier jedes Sportlerherz

höher schlagen. Umringt vom Wiehengebirge und Wald im Süden

sowie Moorlandschaften und Mittellandkanal im Norden ist die

Stadt im Kreis Minden-Lübbecke ein Muss für jeden Naturliebhaber.

Das „Große Torfmoor“, das größte Hochmoorgebiet Nordrhein-Westfalens,

gilt als das wichtigste Naherholungsgebiet der

Region. Ausgeschilderte Wanderwege, ein Moor-Erlebnis-Pfad

und mehrere Aussichtstürme erlauben zu jeder Jahreszeit Einblicke

in die faszinierende Landschaft. Dazu erwartet die Gäste

ab Ende April im neuen NABU Besucherzentrum „Moorhus“ eine

Dauerausstellung.

Vor allem Familien zieht die grüne Stadt am Nordhang

des Wiehengebirges an. Neben einem breiten Bildungs- und

Freizeitangebot gibt es auch kulturell so einiges zu entdecken

– von Theater- und Musicalvorstellungen bis hin zu Museen

und Kunstausstellungen. Auf jeden Fall einen Besuch wert:

Barre’s Brauwelt, Ostwestfalens einziges Brauereimuseum. Hier

erlebt der Besucher, wie in der Mitte des 19. Jahrhunderts Bier

gebraut wurde und was sich in Sachen Braukunst bis heute alles

getan hat.

Die Stadt Lübbecke mit ihren sieben Ortsteilen zwischen Wiehengebirge

und Mittellandkanal ist nicht nur ein bedeutender Standort für Handel,

Dienstleistungen, Industrie und Gewerbe, sondern auch ein attraktiver

Wohnstandort mit breitem Freizeit- und Bildungsangebot.

Bild: ARgoS-Luftbild / Detlef Kupfernagel - www.argos-luftbild.de


40 Wissenschaft regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe Wissenschaft 41

Bild: Fachhochschule Bielefeld

Bilder (2): Fachhochschule Bielefeld

Im Oktober 2012 veranstaltete der Verein InteG e.V. zum zweiten Mal das Symposium Intelligente Gebäudetechnologien; Studierende entwickeln

Smartphone-Apps für Industriepartner aus der Automobilindustrie. Bild linke Seite: Forschungsarbeiten im Bauwesen erfordern auch experimentelle

Arbeiten. Am Campus Minden stehen dafür gut ausgestattete Labore zur Verfügung.

Zukunft intelligent gestalten

Der Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld geht nicht nur mit dem Konzept der praxisintegrierten Studiengänge

innovative Bildungswege, sondern setzt auch in der Forschung und Entwicklung nennenswerte Akzente.

Text: Katrin Langemann

Praxisanbindung – das ist das Schlagwort, mit dem der Campus

Minden der Fachhochschule Bielefeld punktet. Zehn Studiengänge

werden hier in den drei Schwerpunktthemen „Architektur

und Bauingenieurwesen“, „Technik“ sowie „Pflege und

Gesundheit“ angeboten. Dabei steht vor allem das anwendungsorientierte

Arbeiten im Vordergrund, also fachpraktische Arbeiten

und Projekte, Ideen- und Modellentwicklung in der Forschung

sowie Praktika. Kooperationen mit Unternehmen aus der Region

ermöglichen eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis.

Die Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld, Professorin

Dr. Beate Rennen-Allhoff: „Forschung und Entwicklung haben

an der Fachhochschule Bielefeld und am Campus Minden einen

besonderen Stellenwert. Einerseits schafft die Hochschule durch

ihren hohen Anwendungsbezug eine attraktive und praxisnahe

Lehre. Andererseits versteht sie sich durch den intensiven Kontakt

ihrer Hochschullehrer zur regionalen Wirtschaft als kompetenter

Problemlöser für industrielle, wirtschaftliche und gesellschaftliche

Fragestellungen.“ Synergien und Interdisziplinarität sind dabei

die zentralen Faktoren. Die Verknüpfung der Forschungsaktivitäten

der einzelnen Fachbereiche gehört zu den Markenzeichen des

Campus Minden, wie beispielsweise im Themenkomplex Intelligente

Gebäudetechnologien.

Das „Entwicklungszentrum für Intelligente Gebäudetechnologien

am Campus Minden“, kurz InteG e.V., ist – wie der Name

bereits sagt – am Campus Minden angesiedelt. Prof. Dr. Oliver

Wetter, 1. Vorsitzender des InteG e.V. und Studiengangsleiter

Elektrotechnik am Fachbereich Technik: „Der Campus Minden

bündelt bereits jetzt zahlreiche Kompetenzen. Mit Architektur,

Bauingenieurwesen, Projektmanagement Bau und Infrastruktur/Logistik,

Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen

und dem Master Integrales Bauen bietet

der Campus alle relevanten Studiengänge für intelligente Gebäudetechnologien

und ist damit der ideale Standort für uns. Wissenschaftler,

Lehrende – alle sind hier vor Ort. Es besteht ein

einmaliges Angebot für die Entwicklung integralen Bauens und

intelligenter Gebäude.“

Darüber hinaus sind in der Region zahlreiche Unternehmen

aus dem Bereich der Intelligenten Gebäudetechnologie ansässig.

Mit dem Spitzencluster „it’s OWL“, das Kompetenzen im Bereich

der Intelligenten Systeme bündelt, besteht außerdem eine wichtige

Schnittstelle. Geballtes Know-how ist reichlich vorhanden.

InteG führt dieses zusammen. Dass der Campus Minden durch

den Verein gut vernetzt ist, zeigt dessen Mitgliederstruktur.

Gründungsmitglieder des Vereins InteG e.V. sind neben der Fachhochschule

Bielefeld der Kreis Minden-Lübbecke, der Kreis Herford,

die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld,

die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, die

Innovations Allianz NRW, Energie Impuls OWL, der VDI und

Techtalk Vaessen. Die OstWestfalenLippe GmbH unterstützt die

Arbeit des Vereins.

Energie wird immer teurer, fossile Energiequellen immer

knapper und die erneuerbaren Energien sind noch nicht ausgereift.

Um nicht komplett zu verarmen oder im Dunkeln beziehungsweise

in der Kälte zu sitzen, muss Energie gespart werden.


egjo MInden-lüBBeCKe WissenschafT 43

75 Jahre Wohlbefinden aus Minden.

Wussten Sie, dass eine große Anzahl von Medikamenten ihren Ursprung in Minden hat? Ob Schmerzmittel,

Nasenspray oder Tabletten gegen Bluthochdruck – viele Arzneien basieren auf hochwirksamen Stoffen,

die seit 75 Jahren am BASF-Standort Minden produziert werden. Unser Werk in Ostwestfalen ist eine wichtige

Produktionsstätte für medizinische Wirkstoffe und langjähriger Partner der pharmazeutischen Industrie.

INTELLIGENZ

IST, WENN ES MEHR

KANN, WENIGER

VERBRAUCHT UND

ES SPASS MACHT,

DARIN ZU LEBEN.

Grafik: Prof. Dr. Oliver Wetter

Das Thema Intelligente Gebäudetechnologien umfasst die gesamte Baukette: von Architekten über Planer,

die verschiedenen Gewerke bis hin zu Firmen, die Komponenten für Gebäude herstellen sowie Facility Management.

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Prof. Wetter: „Ein wesentlicher Schlüssel dazu ist

Gebäudeintelligenz. Doch das Wissen, was alles machbar

ist, ist oft nicht vorhanden. Da setzen wir als Verein an. Der

Know-how-Transfer erfolgt im Rahmen einer sogenannten

Entwicklungspartnerschaft mit Seminaren, Workshops,

Exkursionen, Gesprächen und vielem mehr. Wir verstehen

uns als unabhängiges Wirtschaftsförderungsinstrument.“

Doch was verbirgt sich hinter dem Schlagwort „Intelligente

Gebäudetechnologien“? Was ist ein intelligentes

Haus? Muss ich mein dummes Haus jetzt zur Schule

schicken? Ein intelligentes Haus spart Energie, Kosten

und senkt den CO 2 -Ausstoß. Damit hilft es nicht nur dem

globalen Klima, sondern schont auch den eigenen Geldbeutel.

Darüber hinaus bietet es ein Maximum an Komfort

und Sicherheit, wie zum Beispiel die zentrale Steuerung

der Haustechnik, zeitabhängige Temperaturregelung

und automatische Lichtsteuerung. Ein weiterer wichtiger

Punkt – vor allem bei Zweckbauten wie öffentlichen

Gebäuden und Firmengebäuden – ist die Flexibilität. Ein

intelligentes Haus hat im Innern keine starren gemauerten

Wände mehr, sondern besteht aus Rigips-Wänden, die

bei Bedarf leichter versetzt werden können. Die Leitungen,

Kabel, Lichtschalter etc. befinden sich in den Rigips-

Wänden und können dank vernetzter Technik einfach am

neuen Standort umprogrammiert werden. Prof. Wetter:

„Das lohnt sich vor allem in Zweckbauten, in denen sich

die Anforderungen an die Räumlichkeiten schnell ändern

können.“ Besonders für Neubauten ist es daher sinnvoll,

intelligente Gebäudetechnik von Anfang an einzuplanen.

Doch auch bereits stehende Häuser können durch Umbaumaßnahmen

„intelligent“ werden, allerdings mit erheblich

mehr Aufwand.

Energieeffizienz ist auch das zentrale Thema des Forschungsprojekts

„SolarComputingLab“. Das SolarComputingLab

ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung

aus Physik und Informatik. Erforscht werden hier unter

anderem Möglichkeiten zur Ertragssteigerung von Photovoltaikanlagen

durch aktuelle Methoden der Informatik,

der Prognose von Energieerträgen für bestimmte Modultechnologien

in verschiedenen Klimazonen, Entwicklung

von Modellen für die Erträge von Modulen sowie Langzeitmessungen

an Photovoltaik-Modulen.

Der Architekt plant und der Bauingenieur baut – das

ist die klassische Aufteilung beim Bauen. Doch diese Trennung

fällt langsam wie ein Kartenhaus in sich zusammen:

Die Aufgaben des Bauens werden ständig komplexer

und erfordern neben Spezialwissen auf den einzelnen

Gebieten auch immer mehr eine ganzheitliche Sicht auf

den kompletten Bauprozess. Dieser aktuellen Entwicklung

trägt der Masterstudiengang „Integrales Bauen“ am Fachbereich

Architektur und Bauingenieurswesen Rechnung.

Zusätzlich wird dazu ein Forschungsschwerpunkt aufgebaut.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Georg Gülzow, Dekan des Fachbereichs

Architektur und Bauingenieurwesen: „Die Arbeiten

im Forschungsschwerpunkt sollen dazu führen, dass

sich Kooperationen für weiterführende Projekte und daraus

fachübergreifende Projekte im Sinne des Forschungsschwerpunkts

Integrales Bauen ergeben. Fachübergreifende

Symposien und Workshops zu aktuellen Projekten

sollen das Erreichen dieses Ziels unterstützen.“

Fachkräfte werden nicht nur am Bau, sondern auch

in der Gesundheitswirtschaft händeringend gebraucht.

Kluge Köpfe bildet der duale Modellstudiengang „Gesundheits-

und Krankenpflege“ aus, der in Kooperation mit

den Mühlenkreiskliniken angeboten wird. Neben der

Lehre wird auch am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit

geforscht. Gebündelt werden die Forschungsaktivitäten

am „Institut für Bildungs- und Versorgungsforschung

im Gesundheitsbereich“ (InBVG). Zu den Schwerpunkten

zählen dabei die Professionsforschung im Berufsfeld

Gesundheit, Lehr- und Lernforschung im Berufsfeld

Gesundheit und Versorgungsforschung beziehungsweise

Klinische Forschung.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter

www.fh-bielefeld.de/campus-minden


44 Espelkamp regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe Espelkamp 45

Eine Stadt erfindet sich neu

In den 50er Jahren quasi am Reißbrett als Flüchtlingsstadt entstanden, trotzt Espelkamp heute dem demografischen

Wandel und ist ein Paradebeispiel für die Kraft von regionaler Verantwortung, gegenseitigem Vertrauen

und gemeinschaftlichem Handeln.

Bild: Volker Bültmann


46 Espelkamp regjo MInden-lüBBeCKe regjo MInden-lüBBeCKe Espelkamp 47

Bilder (3): Gruppe Freiraumplanung Landschaftsarchitekten

Neues Leben in Espelkamp: Zahlreiche Spielplätze und Grünflächen wurden in den vergangenen Jahren geschaffen.

Bilder (3): Stadt Espelkamp

„Die Espelkamper“, das größte Fassadengemälde der Stadt, steht für das neue Selbstbewusstsein Espelkamps. Rechts oben: die markante

Thomaskirche; Rechts unten: Insbesondere junge Familien zieht es heute nach Espelkamp.

Text: Katrin Langemann

In der heutigen Ellenbogengesellschaft, in der Jeder gegen Jeden

kämpft, zeigt das Beispiel Espelkamp, was man erreichen kann,

wenn alle an einem Strang ziehen. Was die Stadt in den vergangenen

Jahren geleistet hat, ist beachtenswert. Noch vor wenigen

Jahren hatte Espelkamp mit enormen strukturellen Problemen

zu kämpfen: Wohnungen standen leer, Fachkräfte

fehlten, viele Einwohner kehrten ihrer Stadt den Rücken und das

Image war schlecht.

Heute hat sich das Bild der Stadt komplett gewandelt: Die

Innenstadt erstrahlt in bunten, frischen Farben. Neue Einkaufsflächen,

ein Stadtbrunnen sowie neu gestaltete Grünflächen und

Spielplätze bringen wieder mehr Leben in die City. Die Bevölkerungsabwanderung

konnte gestoppt werden und das Image hat

sich deutlich verbessert. Die Espelkamper identifizieren sich wieder

mit ihrer Stadt. Heiner Brockhagen, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung

Espelkamp: „Unser regionales Image hat sich extrem

verändert. Wir dienen jetzt nicht mehr nur als schlechtes Beispiel,

sondern bekommen großes Lob von außen und zählen inzwischen

sogar zu den Wachstumslokomotiven in der Region.“ Innovativer

Hightech-Standort, exzellente Bildungs- und Freizeitangebote

sowie eine lebendige City – bunt, frisch, modern und zukunftsorientiert

präsentiert sich Espelkamp heute. Vor allem Familien, junge

Leute und Akademiker schätzen die Lebensqualität der 26.000 Einwohner

zählenden Kleinstadt.

Nationale und internationale Unternehmen, darunter zahlreiche

Weltmarktführer, machen Espelkamp zum weltweit konkurrenzfähigen

Technologiestandort. Der Fokus liegt mit circa 11.000

Arbeitsplätzen auf den Branchen Elektroindustrie, Maschinen-,

Automaten- und Anlagenbau. Aber auch die Möbelindustrie und

die Automobilzulieferer sind stark vertreten. Neben Global Playern

prägen vor allen mittelständische, familiengeführte Unternehmen

die Wirtschaftslandschaft. Zu den ökonomischen Schwergewichten

der Stadt gehören unter anderem Harting, Gauselmann, Lemförder

Electronic, Naue, Plümat, Hüco, Laweco, Steinkamp, Quarder,

Mittwald CM Service, Stanger, Grotefeld, Proseat, Johnson Controls,

Philip-Möbelmanufaktur, werner works, Kadeco und Planmöbel/Metrica.

Wie Robert Meyer, Geschäftsführer von Mittwald

CM Service, denken viele Unternehmen: „Espelkamp ist unsere

Heimat und ein idealer Standort für den Webhoster Mittwald CM

Service. Eine fantastische Schullandschaft und ein tolles kulturelles

Angebot machen die Stadt gerade für junge Familien sehr

attraktiv. Über die hohe Anziehungskraft der Stadt freuen wir uns

als Unternehmen sehr, denn neben einem interessanten Arbeitgeber

muss auch das Umfeld stimmen. Espelkamp, die Stadt im Grünen,

hat sich in den letzten Jahren enorm weitentwickelt und ist

ein Leuchtturm für die ganze Region geworden. Wir freuen uns,

diesen erfolgreichen Weg gemeinsam mit der Stadt weiterzugehen.“

Stadt mit zukunft: espelkamp ist heute ein innovativer hightech­standort

und Wachstumslokomotive in der Region.

Seit fast sechs Jahrzehnten ist Espelkamp Sitz der Firmenzentrale

von Harting. Margrit Harting, Generalbevollmächtigte Gesellschafterin

der Harting Technologiegruppe: „Harting ist mit der

Geschichte der Stadt und dem Industriestandort Espelkamp eng

verbunden. Das Unternehmen gehörte zu den ersten fünf Unternehmen

der 1949 gegründeten Stadt und ist heute als einziges

davon noch in Familienbesitz. Durch das Wachstum der Technologiegruppe

wurde die positive Entwicklung Espelkamps in allen

Bereichen maßgeblich mitgeprägt. Für Espelkamp als Hightech-

Region ist es eine zentrale Zukunftsfrage, ob es gelingt, technische

Begabung frühzeitig zu erkennen, zu fördern und junge Menschen

dauerhaft für die Region zu begeistern. Diesen Weg werden wir mit

der Stadt und Region gemeinsam gehen.“

Genau diese Verbundenheit der Espelkamper Firmen mit ihrer

Stadt hat großen Anteil am Aufschwung der Kleinstadt. Zwischen

2005 bis 2011 wurden fast 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen

– ohne große Neuansiedlung, sondern in den bereits ansässigen

Unternehmen: ein starkes Bekenntnis der Firmen zum Standort.

Die Unternehmen nehmen ihre soziale Verantwortung ernst und


Bilder (5): Volker Bültmann

Die neuen bunten Fassaden Espelkamps

finden inzwischen auch weit über die

Stadtgrenzen hinaus große Beachtung. Das

Designkonzept setzt sich im Inneren bei der

stylishen Gestaltung der Badezimmer fort.

engagieren sich vielfältig. Dadurch musste auch trotz der umfangreichen

Infrastrukturmaßnahmen in den vergangenen Jahren kein

Freizeitbad, kein Kindergarten und kein Theater schließen.

Ein Blick in die noch recht junge Geschichte der Stadt:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Espelkamp als Flüchtlingsund

Vertriebenenstadt von der Aufbaugemeinschaft Espelkamp

GmbH quasi aus dem Boden gestampft und wuchs rasant. Nach

zehn Jahren zählte die Stadt 1959 bereits 10.000 Einwohner. Als

neue Heimat für Flüchtlinge und Aussiedler wuchs Espelkamp

auch weiterhin schnell und sprunghaft. Die Zuwandererwellen

bestimmten den Wohnungsbau: Kurzfristig musste auf die zeitlich

begrenzte starke Nachfrage reagiert werden. Um die Jahrtausendwende

stoppte der Zuzug der Spätaussiedler. Die Abwanderung

konnte nicht mehr durch Neuankömmlinge ausgeglichen werden.

Espelkamp befand sich demografisch gesehen im freien Fall. Jährlich

verließen 400 bis 600 Menschen die Stadt, 13 Prozent der

Mietwohnungen standen leer. Hans-Jörg Schmidt, Geschäftsführer

Aufbaugemeinschaft Espelkamp: „Rund 80 Prozent der Mietwohnungen

in Espelkamp sind Eigentum der Aufbaugemeinschaft.

Durch unsere Monopolstellung haben wir zum einen eine besondere

Verantwortung gegenüber der Stadt und ihren Bürgern. Zum

anderen sehen wir uns als Motor einer positiven Stadtentwicklung.

Klar war: Es musste etwas getan werden, um den demografischen

Wandel aufzuhalten. Und so haben wir uns gefragt: ‚Wie

kann ich mit überschaubaren Kosten eine ganze Stadt in ein neues

Licht rücken?‘“

So kam das Thema Farbe ins Spiel. „Provozieren statt verstecken“

war das Motto. Die Häuser sollten unterscheidbarer, Quartiersadressen

geschaffen und die Identifikation der Bewohner mit

ihren Quartieren erhöht werden. Dazu arbeitete die Aufbaugemeinschaft

mit den bekannten Farbdesignern Friedrich-Ernst

von Garnier, Petra Breuer, Götz Keitel und Erwin Scholz zusammen.

Entstanden sind themenbezogene Quartiere mit farbenfrohen

Häusern wie das Haus mit den bunten Fensterläden (jeder in

anderer Farbe). In einem anderen Quartier zieren nachbarschaftliche

Situationen als Schattenrisse die Fassaden. Unterwasserwelten,

tanzende Quadrate, Mikado-Stäbchen – der Kreativität waren

keine Grenzen gesetzt. Insgesamt 60 Millionen Euro hat die Aufbaugemeinschaft

in den vergangenen acht Jahren in die Sanierung

und Modernisierung ihrer Mietwohnungen investiert. Rund

70 Prozent wurden inzwischen farbig gestaltet, etwa 40 Prozent

energetisch saniert und 15 Prozent mussten abgerissen werden, da

es ein Überangebot gab. Darüber hinaus wurden gut 100 barrierefreie

Wohnungen neu errichtet. Nach anfänglicher Skepsis ziehen

jetzt private Anbieter nach und auch öffentliche Gebäude bekommen

ein buntes Gewand.

Hans-Jörg Schmidt: „Seit 2005 haben wir eine umfangreiche

Portfoliostrategie geplant und umgesetzt. Unsere Investitionen in

den vergangenen Jahren haben sich ausgezahlt. Heute geht man

durch Espelkamp wie durch eine Kunstgalerie.“ Die Zahlen sprechen

eine deutliche Sprache. Aktuell beträgt der Leerstand lediglich

ein Prozent. Nur unter 100 Menschen verlassen jährlich die

Stadt. Hans-Jörg Schmidt: „Vor allem befinden wir uns momentan

in einem Verjüngungsprozess. Betrug das Durchschnittsalter

der Neumieter im Jahr 2005 noch 50 Jahre, sind die neuen Mieter

heute durchschnittlich 37 Jahre alt. Das freut uns besonders. Denn

wir möchten insbesondere junge Leute, Familien und Berufsanfänger

ansprechen und überzeugen, ihre Zukunft in Espelkamp zu

sehen.“ Das Ende der Fahnenstange ist längst noch nicht erreicht.

In den kommenden fünf Jahren investiert die Aufbaugemeinschaft

nochmals knapp 25 Millionen. Neben dem Thema Farbe rückt das

Thema Licht als zusätzliches Gestaltungselement immer mehr in

den Vordergrund.

Espelkamp hat sich zu einer Stadt mit Zukunft und Perspektive

gewandelt. Welches Geheimnis steckt hinter dieser bemerkenswerten

Entwicklung? Heiner Brockhagen lüftet den Vorhang:

„Dem demografischen Wandel muss man auf strategischer Ebene

begegnen. Einzelaktionen machen da keinen Sinn. Man muss

das Ganze betrachten und ein Bündel an Maßnahmen auf den

Weg bringen. Wichtig ist, sich zwei Punkte zu vergegenwärtigen:

1. Wenn wir uns selber nicht helfen, passiert auch nichts. Man

darf nicht auf Hilfe von außen warten. 2. Alle, die in einer Stadt

Verantwortung tragen, müssen sich der Herausforderung stellen.

Daher ist es unerlässlich, alle wichtigen Multiplikatoren der Stadt

aus Wirtschaft, Politik, Sozialen Einrichtungen, Wohnungsanbietern,

Verbänden etc. einzubeziehen. Eine Stadt braucht immer auch

private Partner, die sie unterstützen. Wir müssen uns gegenseitig

helfen und dürfen nicht gegeneinander kämpfen. Unsere Chance

ist, dass wir klein sind. Daher sind die Entscheidungswege relativ

schnell. Diesen Vorteil müssen wir als Kleinstadt nutzen.“


50 land & umwelt regjo MInden-lüBBeCKe

Impressum

2. Jahrgang, 2. Ausgabe

Wussten Sie, dass ...

Wissenswertes aus der Region – von einem Fürstentum, preußischer Vergangenheit,

einer deutschen Politikerin aus Minden und einem bedeutenden Naturschutzgebiet.

... dass Minden-Lübbecke Gebietskontinuität

mit dem Fürstentum Minden hat?

Der im Jahre 1973 durch den Zusammenschluss

von Minden und Lübbecke entstandene

Kreis entspricht geografisch in etwa

dem Gebiet des alten preußischen Fürstentums

Minden zwischen 1648 und 1807.

Karl der Große gründete im Zuge seiner

Bemühungen zur Christianisierung vor

rund 800 Jahren das Bistum Minden. Mit

dem Westfälischen Frieden fiel es 1648 an

den brandenburgischen Kurfürsten.

... dass es in Minden das Preußen-Museum

Nordrhein-Westfalen gibt?

An jeder Ecke Mindens schlummern die

stummen Zeugen 350-jähriger preußischer

Vergangenheit. Wer auf brandenburgischpreußische

Spurensuche in Minden gehen

will, ist im Preußen-Museum Nordrhein-

Westfalen an der richtigen Adresse. Zahlreiche

Originale, aufwendige Inszenierungen

und moderne Ausstellungsmedien lassen

hier preußische Geschichte auf 1.500 Quadratmetern

wiederaufleben.

... dass Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

in Minden geboren wurde?

Die Bundesministerin der Justiz kam am

26. Juli 1951 in Minden zur Welt. Nach

ihrem Abitur und Studium der Rechtswissenschaften

war die FDP-Politikerin beim

Deutschen Patentamt tätig. Zuletzt in der

Funktion als Leitende Regierungsdirektorin

übernahm sie von 1992 bis 1996 das Amt

der Bundesministerin für Justiz. Seit 2009

ist Leutheusser-Schnarrenberger erneut

Justizministerin in Merkels Kabinett.

... dass das Große Torfmoor europaweit

ein bedeutendes Naturschutzgebiet ist?

Mit über 400 verschiedenen Pflanzenarten

ist das Große Torfmoor zwischen Lübbecke

und Hille europaweit ein bedeutendes

Naturschutzgebiet. Das mit 500 Hektar

größte Hochmoorgebiet und wichtigste

Naherholungsgebiet der Region gehört zu

den Natura-2000-Schutzgebieten. Ausgeschilderte

Wanderwege, ein Moor-Erlebnis-

Pfad und Aussichtstürme erlauben hier faszinierende

Einblicke in Flora und Fauna.

Herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Verlag

Polygo Verlag GmbH

Schmilinskystraße 45

20099 Hamburg

Tel.: 040 300 67 29-0

Fax: 040 300 67 29-21

Geschäftsführer: Thomas Wirth

Internet und e­mail

www.minden-luebbecke.regjo.de, hallo@regjo.de

Chefredaktion

Stefanie Stüting (stueting@polygo.de)

Redaktion

Katrin Langemann, Juliette Rahn,

Sven Grünewald, Annegret Adam

Fotografie

ARgoS-Luftbild / Detlef Kupfernagel – www.

argos-luftbild.de, Atelier Pfleiderer Minden,

Bali Therme Atrium, Volker Bültmann, Dominik

Butzmann, Fachhochschule Bielefeld, goP

Varieté-Theater, Gruppe Freiraumplanung Landschaftsarchitekten,

Hafenband am Mittellandkanal,

Ernst-Udo Hartmann, Peter Hübbe, it’s

OWL Clustermanagement GmbH, Richard Jary

– Fotolia.com, Kommunalarchiv Minden/Bildsammlung,

Kopplin GmbH, Kulturring Lübbecke,

Maternus-Klinik Bad Oeynhausen, Andreas Metzner,

Minden Marketing GmbH, OstWestfalenLippe

GmbH, Personaldienst in Minden GmbH &

Co. KG, Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen,

Andreas Sieveking, Stadt Espelkamp, Stadt

Lübbecke, Ugryz / Wikipedia, WAgo Kontakttechnik

GmbH & Co. KG, Prof. Dr. Oliver Wetter,

wikipedia / Ingo2802

Art direktion, layout & Illustration

Ines Erdmann, Eva-Katarina Griesheimer

Marketingleitung

John D. Swenson (swenson@regjo.de)

Objektleitung

Maurice Henin (henin@polygo.de)

Anzeigen

Dennis Aschoff, Amy Buer, Tim Feindt, Habib

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Kramer, Milla von Krockow, Friederike Liemandt,

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Räsch, Laura von Rosenberg, Viktoria Siegfried

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Sebastian Schiller, Torben Andersen

Versand & aboservice

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Laura Truthmann (truthmann@polygo.de)

Assistenz der Geschäftsführung

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Sehnaz Sensan (sensan@polygo.de)

RegJo ist eine eingetragene Marke

(Nr. 39867052) der Polygo Verlag GmbH.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Bilder: Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen (2), Dominik Butzmann, wikipedia / Ingo2802

Jeden Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr Schautag.

Kein Verkauf und keine Beratung.


Wir betreiben Lebensmittelgeschäfte in unserer Region.

Deshalb heißen unsere Supermärkte Weser-Einkaufs-Zentrum.

Wir wissen, dass uns die Region genauso braucht, wie wir die

Region. Wir übernehmen Verantwortung im sozialen, kulturellen

und ökologischen Raum unserer Heimat. Gemeinsam mit unseren

regionalen Lieferanten erweitern wir das Angebot heimischer

Lebensmittel und verbessern damit unsere Lebensgrundlage.

15 Prozent der Lebensmittel, die wir bei WEZ verkaufen, stammen

heute schon aus unserer Heimat. Es sind Lebensmittel von

hervorragender Qualität, die nachhaltig und teilweise biologisch

erzeugt werden. Helfen Sie uns dabei, diesen Anteil zu steigern.

Unser Zeichen für regionale Produkte:

Mit nachbarschaftlichem Gruß

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