The Red Bulletin Juni 2015 - DE

theredbulletin.de

deutschland

Abseits des Alltäglichen

EMMA STONE

datet Spider- und Birdman

und lernt wieder fliegen

IT’S TURBO TIME!

1000 PS und Feuerlanzen

beim Grand Prix

von Österreich

Torpedomenschen

Sie surfen

Monsterwellen

mit bloßem

Körper

Der Wimbledon-Champ kämpft

mit den Waffen einer Frau

Andy Murray

30

Dinge

die Männer

lieben

Andy Murray erklärt,

warum sein Coach

weiblich ist

Juni 2015

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DIE WELT VON RED BULL

46

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1000 PS und mehr, meterlange

Feuerlanzen: Am Red Bull Ring

lebt der süße Wahnsinn auf.

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WILLKOMMEN!

Novak Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal –

und Andy Murray. Der Schotte ist das

eigenwillige, spröde, sture Viertel der „Big

Four“ im Welttennis. Aktuellster Coup des

Querkopfs, des Siegers bei Olympia und

in Wimbledon: Er machte eine Frau zu

seinem Coach. Als einziger Athlet an

der Spitze einer Weltsportart. Und ließ

sich auch von harscher Kritik nicht beirren.

Im Red Bulletin-Gespräch erzählt Murray davon,

wie er auf die Idee dazu kam, was man

von einer Frau besser lernen kann als

von einem Mann und wieso ein Trainer-

Engagement zu einem Politikum werden

konnte, weit über das Tennis hinaus.

Viel Vergnügen mit diesem Heft!

Die Redaktion

„Testosteron

ist ab einer

gewissen

Konzentration

schwer

genießbar.“

ANDY MURRAY, SEITE 58

THE RED BULLETIN 7


JUNI 2015

AUF EINEN BLICK

GALLERY

12 AUGENBLICKE des Monats

28

MENSCH-TORPEDO

Nur du und der Ozean: wie

Bodysurfer ohne Equipment

die ganz großen Wellen reiten.

80

WHEELS

Wie man sich auf zwei Rädern als

Marc Márquez fühlt. Und wie man

zwei Millionen Euro sinnvoll investiert.

72

TRAVEL

In den Kühlturm eines Atomkraftwerks

springen? In Südafrika geht das. Macht

nicht nur Angst, sondern auch Spaß.

44

SEAN ROSENTHAL

Er ist der große Gejagte der neuen

Swatch Beach Volleyball Major Series.

Uns verriet er, wie man Matches gewinnt.

64

RHONDA

Rhonda macht alle verrückt, lässt sie

nächtelang tanzen und feiern. Was

steckt hinter dem Party-Hype in L. A.?

BULLEVARD

19 WATERLOO Garantiert fehlerfreie

Tipps zur Desaster-Vermeidung.

FEATURES

28 Mensch-Torpedo

Kalifornien, Hawaii, Tahiti: aus dem

Leben der Bodysurfer.

40 Heroes des Monats

Panik-Talent, Lady Gagas Mama,

Start-up-Guru, Beachvolleyball-Star.

46 Turbo Time

Beim Österreich-GP lebt am Red Bull

Ring die irrste Formel-1-Zeit wieder auf.

54 From Draft to Drive

Faszinierend: F1-Technik backstage.

58 Andy Murray

Was kann ein Mann von einer Frau

lernen, was er von einem Mann nicht

lernen kann?

64 Rhonda

Im Party-Untergrund von L. A.

ACTION!

72 TRAVEL Ein Sprung nach Südafrika

74 WATCHES Die James-Bond-Uhr

76 ENTERTAINMENT Chris Pratt

78 CULTURE/MUSIC Raekwon

80 WHEELS Honda & Aston Martin

82 HOW TO Kosmonaut sein

84 EVENTS 24 Stunden am Nürburgring

86 SAVE THE DATE Was so ansteht

89 ACTIVE STYLE Was Männer lieben

97 READ BULL Christoph Ransmayr

108 IMPRESSUM

110 MAGIC MOMENT

CHRIS BURKARD, QUALITY LAB SRL, JOSH GLAZEBROOK/RED BULL CONTENT POOL, HERMAN VERWEY, LASTNIGHTSPARTY

8 THE RED BULLETIN


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along with all Burton Bags & Luggage features a


THE RED BULLETIN

BACKSTAGE

JUNI 2015

CONTRIBUTORS

MIT AN BORD

Zielsicher: Fotograf

Chris Burkard (li.) im Surf-Einsatz

Schmerz und

Wellen auf Tahiti

Das Fotografieren brachte sich Chris Burkard als

Teenager selbst bei. Heute zählen die Surf-Bilder des

29-jährigen Kaliforniers zu den Ikonen des Genres.

Für seine Reportage über Bodysurfer auf Tahiti

tauchte Burkard ohne zusätzlichen Sauerstoff unter

den Wellen. Vorteil: „die beste Perspektive.“ Nachteil:

„Ich schnitt mich an einem Riff und landete mit einer

Staphylokokken-Infektion im Krankenhaus.“ Burkard

freute sich trotzdem über den Job. „Die Bilder waren

den Schmerz wert.“ „Mensch-Torpedo“, ab Seite 28.

WERNER JESSNER

Der Motorsport-Journalist und Rennfahrer

(er hält einen 24-Stunden-

Speed-Weltrekord im Serien-PKW)

reiste für uns ins Hauptquartier von

Infiniti Red Bull Racing. Und erfuhr,

wie man F1-Autos bäckt. Seite 54.

CHRISTOPH RANSMAYR

Die Bücher des Oberösterreichers

(„Der fliegende Berg“, „Morbus Kitahara“)

wurden in mehr als 30 Sprachen

übersetzt. In seiner Shortstory

beobachtet Ransmayr einen vermeintlichen

Selbstmörder. Seite 97.

RED BULLETIN

WELTWEIT

The Red Bulletin erscheint

aktuell in elf Ländern. Im Bild

das Cover der Frankreich-

Ausgabe mit dem 29-jährigen

Ausnahme-Surfer Michel

Bourez, genannt The Spartan.

Alle Ausgaben zum Download:

www.redbulletin.com/howtoget

MAKING OF

DAS SHOOTING

DES MONATS

„Jede Nacht

triffst du hier

neue Freaks.“

MERLIN BRONQUES

Begehrt: Nightlife-Blogger und Fotograf

Bronques bei einem Rhonda-Event in L. A.

Der Blog des US-Fotografen Merlin Bronques

(www.lastnightsparty.com) ist ein Flaggschiff der

globalen Nightlife-Fotografie. Wir schickten den

New Yorker auf Los Angeles’ derzeit wildeste

Pop-up-Party. „Ich bin Rhonda“, ab Seite 64.

10 THE RED BULLETIN


SOUL FIRE I ARBEITSGERÄT FÜR HELDEN

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ABU DHABI, VEREINIGTE

ARABISCHE EMIRATE

DESERT STORM

Bei der Abu Dhabi Desert Challenge ist der Kampf um

die Plätze nur Teil der Herausforderung: „Im Wüstensand

kannst du dich beim Anstieg jederzeit festfahren“,

sagt der Pilot, das ehemalige Skisprung-Ass

Adam Małysz. „Oben auf den Dünen hast du fünf Meter

hohe Abrisskanten. Wenn du da nicht schräg runterfährst,

fällst du ins Flache – Ende Gelände.“ Wie man

Dünen optimal anfährt? „Geradeaus und mit Vollgas!“

www.abudhabidesertchallenge.com

Bild: Marcin Kin

13


JERUSALEM, ISRAEL

CITY BIKER

Eigentlich kam MTB-Pro David Cachon nach Israel,

um bergige Singletrails zu befahren. Aus dem

geplanten Zwischenstopp in Jerusalem wurde aber

ein ganzer Tag: „Es war eines meiner schönsten

Erlebnisse auf dem Rad. Ich konnte an Orten biken,

die Teil der Geschichte der Menschheit sind. Vor

allem die alten Mauern laden zum Droppen und

Balancieren ein.“ Und die Locals? „Blieben cool und

beachteten mich kaum.“ Auch wenn manch einer

sein Interesse nicht gänzlich verbergen konnte.

rosebikes.de

Bild: Ismael Ibañez Ruiz

ROSE BIKES

14


KAPRUN, ÖSTERREICH

ZAPFENSTREICH

Buchstäblich unter die Haut gehen soll dieses Bild,

das der österreichische Fotograf Markus Berger

mit dem Eiskletterer Rudolf Hauser in der Sigmund-

Thun-Klamm nahe Kaprun schoss. Warum? „Weil ich

in dieser Aufnahme ausschließlich UV-Strahlung aus

speziellen Lichtern einsetze“, erklärt Berger, „und

die reflektiert andere Pigmente als normales Licht.“

bergermarkus.com

Bild: Markus Berger

16


Der geschmack tropischer frÜchte.

Die flÜgel von reD BUll.

NUR

DIESEN

SOMMER

DIE RED BULL SUMMER EDITION.


200 JAHRE WATERLOO

und wie du dein

totales Desaster verhinderst

N A

P O

L E

O N

verlor am 18. Juni 1815

seine letzte Schlacht.

JOHNNY DEPP

FLUCH DER

FEHLER

Ist das noch dein Ernst,

Johnny? Wie konnte es

nur so weit kommen?

Ein offener Brief.

Dear Johnny! Es reicht. Du

warst ja schon als der Hutmacher

in „Alice im Wunderland“

nicht mehr lustig, aber

dass du uns „Mortdecai“

zugemutet hast, übersteigt

nun unsere Toleranzgrenze.

Mittlerweile erscheint deine

Rollenwahl so ranzig wie

die Butter in deiner Frisur.

Bitte: Such dir mal wieder

eine Herausforderung!

Was ist weniger aufgezwirbelt

als die

Handlung von „Mortdecai“?

Johnny

Depps Schnauzer.

STUDIOCANAL, GETTY IMAGES(4)

Hier drei Rollen, mit

denen du dich wieder

aufrappeln kannst.

Aber achte auf den

richtigen Regisseur!

SAMURAI

of the Pacific

Im Japan des 15. Jahrhunderts

raubst du als

böser Samurai Hitachi

Hanzo die Seelen deiner

sechs Brüder.

REGIE:

Quentin Tarantino

SHERLOCK

of the Channel

Eine attraktive Witwe

beauftragt dich, den

Mord an ihrem Lord zu

lösen. Bettgeschichte!

Plot Twist! Showdown!

REGIE:

Spike Jonze

SPARROW

of the Milky Way

Ein Reboot von „Fluch

der Karibik“. Aber in der

Zukunft. Im Weltall.

Mit Aliens. Und Leo

DiCaprio. Bitte.

REGIE:

J. J. Abrams

THE RED BULLETIN 19


B U L L E V A R D

W A T E R

L O O

Die falsche Entscheidung

DIESER EINE KLEINE FEHLER

Eine falsche Entscheidung, und das Schicksal schlägt gnadenlos zu.

Aber: Wir können aus der Geschichte lernen. Wie es nicht geht.

Millionen im Müll

Der Fehler In Pennsylvania kauft ein

Mann 25 Lottoscheine. Am Lostag

verliest er sich, wirft alle in den Müll.

Und verliert: 1,25 Millionen Dollar.

Die Lehre Lass den Müll noch ein paar

Wochen in der Wohnung stehen.

Extrem: Wrestler,

die Football spielen

Der Fehler Wrestling ist super, NFL ist

super. Wie super muss erst beides

zusammen sein: eXtreme Football.

Die Lehre Never mix two winning

teams! Manche Dinge lässt man besser,

wie sie sind.

Oligarchen aller Länder,

vereinigt euch nicht

Der Fehler Dmitri Rybolowlew will

nach 27 Jahren Ehe nicht eine Milliarde

Dollar zahlen. Am Ende kostet ihn die

Scheidung über drei Milliarden.

Die Lehre Spare Geld: Sei großzügig!

Aktien? Nein, bezahlt

mich lieber in bar!

Der Fehler Ronald Wayne gibt 1976

seine 10 % an Apple zurück. Für 800

Dollar. Heutiger Wert: 30 Milliarden.

Die Lehre Geld macht eh nicht

glücklich. Arbeiten ist auch schön.

Was Neues? Ach was!

Der Fehler „The Sixth Sense“ hat was.

Also dreht M. Night Shyamalan noch

sechs Mal den – mehr oder weniger –

gleichen Film.

Die Lehre Nur nicht überraschen.

TROJANISCHES PFERD

Der Fehler Die Verpackung ist wirklich toll.

Der Inhalt leider tödlich.

Die Lehre Geschenke kannst du dir schenken.

Du findest eh nie das richtige. Und die, die du

kriegst, machen nur Ärger.

Wer will schon

„Pretty Woman“ sein?

Der Fehler Molly Ringwald zieht es

vor, auf ein besseres Rollenangebot zu

warten. Julia Roberts sagt: „Danke!“

Die Lehre Wer ist Molly Ringwald?

Bier um 10 Cent

für Baseball-Fans

Der Fehler Die Cleveland-Indians-

Fans haben bald ein paar Biere zu viel

intus. Und verwüsten 1974 ihr Stadion

aus Ärger über den Spielstand.

Die Lehre Je betrunkener deine Fans,

desto besser musst du spielen.

Große Dinge sind

leicht zu übersehen

Der Fehler Der holländische Seefahrer

Willem Janszoon entdeckt 1606 Australien.

Findet es aber viel zu heiß.

Dann kommen die Engländer …

Die Lehre Wozu immer der Erste sein?

Russisches Amerika

Der Fehler Der Zar ahnt 1867 nichts

von Gold und Erdöl und verkauft Alaska

für 7,2 Millionen Dollar an die USA.

Die Lehre Verkaufe niemals Land!

Auch wenn dort gar nichts wächst.

Bankenpleite

Der Fehler Subprime Mortgage –

was auch immer das ist – klingt super,

alle kaufen das jetzt! Als die Immo-

Blase platzt, ist Lehman Brothers

600 Milliarden Dollar los und bankrott.

Die Lehre Kauf nur Sachen, von

dene n du etwas verstehst.

Vor der Schlacht

K AINRATH

Nach der Schlacht

Mon

général,

heute ist ein

guter Tag, um

Geschichte zu

schreiben.

Waterloo?

Das war doch kein

Waterloo!

Mein wahres

Waterloo

war St. Helena.

GETTY IMAGES DIETMAR KAINRATH

20 THE RED BULLETIN


B U L L E V A R D

W A T E R

L O O

Die ewigen Zweiten

MICH GIBT

ES NOCH

Einst waren sie Mitglied

berühmter Pop-Groups. Und

dann … passierte nichts.

1. JESSICA SUTTA

Kennt überhaupt jemand eine

andere Pussycat Doll als Nicole

Scherzinger? Ab heute kennst du

zumindest Jessica. Ihrem Debüt-

Soloalbum „Feline Resurrection“

– Auferstehung der Katze – solltest

du eine Chance geben.

2. MEL B

Das Ex-Spice-Girl

würzt heute eine

Talentshow-Jury.

3. KELLY ROWLAND

Die Nicht-Beyoncé

blieb Destiny’s

Stiefkind.

MAMS TAYLOR, GETTY IMAGES(2)

JESSICA SUTTA

Es gibt einen

Grund, warum Katzen

Einzelgänger

sind – bringt mehr

Aufmerksamkeit.

THE RED BULLETIN 21


B U L L E V A R D

W A T E R

L O O

Ehrenrettung

VERGESSENE HELDEN

Geschichte ist nicht fair: Diese Pioniere schufen Großes

– und gingen am Ende fast leer aus.

GEFLOPPTE GADGETS

IRREN IST

TECHNISCH

Auch die namhaftesten

Firmen hauen mal

danebe n. Und wie!

APPLE NEWTON Der Opa des iPads

nervt 1993 mit Stift, unausgereifter

Handschrifterkennung und lausiger

Rechenleistung. Kein guter Job!

1. Der Weltenentdecker

Hugh Everett, Physiker

Als Everett 1956 seine Arbeit über

Parallelwelten veröffentlichte, erklärten

ihn die Kollegen schlicht für verrückt.

Das war zu viel für ihn, er kehrte der

Wissenschaft den Rücken. Heute sind

Everetts Theorien anerkannt.

SONY BETAMAX Besser als VHS.

Verliert dennoch den Kampf um die

Videoweltherrschaft der 1980er. Wär

als Alphamax erfolgreicher gewesen.

MICROSOFT ZUNE Der Möchtegern-iPod.

Wegen des komplizierten

Kopierschutzes praktisch unbrauchbar.

Heute schon fast wieder Kult.

DIALOG DER DOSEN

2. Der Porno-

Pionier

Russ Meyer

Regisseur

Brüste – plus Parodie.

Früher als Schmuddelware

verlacht, laufen

Meyers Meisterwerke

heute in Cinematheken

auf der ganzen Welt.

3. Der

Kaffee-König

Eric Favre

Erfinder

Favre erfindet 1970 die

Kaffeekapsel, Nestlé

setzt aber auf Instantkaffee.

Die Kapsel gerät

zum Flop. Heute ist sie

ein Milliardenerfolg.

4. Das Low-

Budget-Logo

Carolyn Davidson

Designerin

35 US-Dollar zahlt

Nike der Studentin für

das berühmte Logo.

Deal ist Deal. Jahre

später gab es Aktien

als Dankeschön.

5. Der einsame

Fotograf

Hercule Florence

Maler

1833 erfindet Florence

in Brasilien die Fotografie,

erzählt aber

keinem davon. Die Lorbeeren

ernten deshalb

ganz andere. In Europa.

Wenn ich über mich

selbst siege, bin ich

dann ein Verlierer?

NASA, AKG-IMAGES, GETTY IMAGES(3) DIETMAR KAINRATH

22 THE RED BULLETIN


DAS MOTORSPORT-FESTIVAL

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Marken sind Markenzeichen von Formula One Licensing BV, einem Unternehmen des Formula One Konzerns. Alle Rechte vorbehalten.


B U L L E V A R D

W A T E R

L O O

Falsche Prognosen

ES WIRD ...

EIN FEHLER

Diese Experten haben die

Zukunft vorhergesagt. Und

sich schwer geirrt.

PROGNOSE:

„In spätestens

fünf Jahren

werden Frauen

ihren Busen

enthüllen.“

MONOKINI-ERFINDER

Rudi Gernreich aus

Wien glaubt 1962 fest

an eine Mode-Revolution.

Er sollte sich

irren. Ewig schade!

PROGNOSE:

„Es wird nie

ein größeres

Flugzeug

geben.“

EIN BOEING-INGENIEUR nach dem

Jungfernflug der zweimotorigen Boeing

247 mit zehn Sitzplätzen im Jahr 1932.

PROGNOSE:

„Gitarrenbands

sind auf dem

ab steigenden

Ast!“

DICK ROWE, Talent-Scout der Plattenfirma

Decca Records, erteilt den Beatles

1962 eine Abfuhr.

PROGNOSE:

„Welchen Vorteil

soll das

bringen, irgendwo

ein paar

Stunden früher

zu sein?“

FRIEDRICH WILHELM III., König von

Preußen, glaubt 1838 weder an die Eisenbahn

noch an die Beschleunigung der Zeit.

IMAGO

24 THE RED BULLETIN


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WIR

MÖGEN’S

DRECKIG

Foto: Markus Greber


B U L L E V A R D

W A T E R

Spiel des Lebens

DEIN PERSÖNLICHES

WATERLOO

Kämpfe für die Liebe! Oder opfere alles der Karriere.

Finde deinen Pfad durch das Schlachtfeld des Lebens.

Aber wähle mit Bedacht, denn jeder Zug kann dein letzter sein.

L O O

Deine

Kollegen

und dein Chef

verlieren den

Respekt vor

dir.

Du prahlst

mit deinen

Skills und

dem Erfolg.

Du bist bescheiden

und

hältst dein Können

geheim.

Keiner nimmt

dich ernst.

ZURÜCK AN DEN

START!

Du sprühst vor

Tatendrang und

übernimmst drei

neue Projekte

gleichzeitig.

Ja, klar!

Her mit der

Kohle! Und der

Karriere! Freundin?

Lernst du in der

Arbeit kennen.

Sicher!

Starte

hier,

wenn dir

GELD

wichtiger ist.

Aber du

beharrst auf

einer fetten Gehaltserhöhung.

Karrieeere!

JA! Du setzt

dich durch. Dafür

musst du die neue,

junge Praktikantin

einschulen.

Du hast

eine Affäre

mit ihr.

GAME

OVER!

Vielleicht haben

deine Kinder ja

mehr Erfolg.

Du

hasst sie

zutiefst.

Blöd, dass sie

trotzdem deine

Ideen stiehlt.

Dein Chef

kündigt dich.

Deinen Job kriegt

die infame Praktikantin.

Für weniger

Geld.

Du

bringst

ihr nichts

bei.

26 THE RED BULLETIN


Natürlich,

was gibt es

Schöneres!

Du arbeitest nur

noch zwei Tage

die Woche.

Starte

hier,

wenn dir

LIEBE

wichtiger ist.

Deine Liebste

fühlt sich vernachlässigt.

Und verlässt

dich. Für deinen

neuen Chef.

Deine Freundin

liebt es, dass du

endlich so viel Zeit

mit ihr verbringst,

wie sie will.

Du suchst dir

einen Job. Und

arbeitest wieder

wie verrückt.

Das Aus für

die Liebe.

ZURÜCK AN DEN

START!

Du genießt

die Beziehung,

lässt dich richtig

gehen.

Du erkennst,

dass ihr gar

nicht zusammenpasst.

Sie sagt, du

bist so langweilig

geworden. Und dass

du zu wenig Kohle

verdienst.

Doch lieber

Karriere?

ZURÜCK AN DEN

START!

Du verzweifelst

und

verlässt sie.

Sie aber vermisst

die Spannung in der

Beziehung, es ist ihr

zu viel Harmonie.

Du

bemühst

dich und wirst

ihr Schoßhündchen.

Du reagierst

in Panik und kleidest

dich komplett

neu ein.

Dein neues Ich

gefällt ihr nicht.

Sie sagt, früher war

irgendwie

alles besser.

O N L

I N E

- P E T

I T I O N

Die künstliche Intelligenz ist im Kommen. Damit KI

für die Menschheit nicht zum Water loo wird,

haben wir eine Online-Petition gestartet. Die

zehn Gebote des Überlebens quasi. Mit einem

„Like“ rettest du die Welt! Mach mit auf:

www.redbulletin.com/petition

THE RED BULLETIN 27


Bodysurfer Mark Cunningham

in einer Welle bei

Teahupoo, was übersetzt

„Kopf abschneiden“ oder

„gebrochener Schädel“

bedeutet. Bodysurfing ist

in diesem Riff besonders

gefährlich. Mark lässt die

Gefahr aber kalt.

28 THE RED BULLETIN


MENSCH

TORPEDO

TEXT: STEVE ROOT

BILDER: CHRIS BURKARD


„KAUM WER KENNT DAS WASSER

BESSER ALS BODYSURFER.

ABER SIE BEKOMMEN NICHT DEN

RESPEKT, DEN SIE VERDIENEN.“

30 THE RED BULLETIN


Keine Surfboards, auf denen du reiten kannst. Keine

Bodyboards, auf denen du rasten kannst. Kein Jet-

Ski, dessen Motor dir gegen die Monsterkräfte von

Mutter Natur hilft. Keine Leinen, die dich an dein

Equipment schnallen – einfach weil da kein Equipment

ist. Nur ein Paar Flossen, eine Welle und pures

Adrenalin.

„Bodysurfing ist Minimalismus. Die reduzierteste

Spielart, den Ozean zu erleben“, sagt Fotograf

Chris Burkard. Und er weiß, wovon er spricht. Er

verdient sein Geld unter anderem damit, Abenteuer-

Sportarten zu fotografieren, Surf-Trips nach Russland

oder Island mit seiner Kamera zu begleiten.

Oder, wie diesmal, unter den gigantischen Wellen

Tahitis zu warten, um Unterwasserfotos von

menschlichen Torpedos zu schießen.

Burkard schloss sich dem Filmproduzenten und

Big-Wave-Surfer Keith Malloy auf dessen Weltreise

an, die ihn für den Film „Come Hell or High Water“

und das Begleitbuch „The Plight of the Torpedo

People“ nach Maine, Kalifornien, Hawaii, Neuseeland

und Tahiti brachte. Teils mit dem Ziel, jene

Fotokunst entstehen zu lassen, die man auf diesen

Seiten auszugsweise sieht. Und teils mit dem Ziel,

die Grenzen der Athleten zu pushen, die sich diesem

unterschätzten Sport verschrieben haben.

Bodysurfing ist die elementarste Form des Surfens.

„Wenn du je in den Ozean gestiegen oder in eine

Welle gesprungen bist, dann bist du ein Bodysurfer“,

sagt Burkard. „Jeder hat es irgendwann schon mal

gemacht, seit der Mensch in seiner Existenz auf dem

Planeten mit dem Meer in Berührung kam.“

Doch nur eine Handvoll tut das mit der Klasse,

der Eleganz und dem Wagemut von so legendären

Wassermenschen wie dem hawaiianischen Rettungsschwimmer

Mark Cunningham, Wettkampf-Bodysurfer

Mike Stewart, dem hawaiianischen Szene-

Guru Chris Kalima und Keith’ Bruder Dan Malloy,

der ebenfalls Big-Wave-Surfer ist.

„Niemand kennt das Wasser besser als Bodysurfer“,

sagt Burkard. „Aber sie bekommen nicht den

Respekt, den sie verdienen. Sie verstehen die Strömungen,

die Sonne und die Gezeiten. Sie haben eine

starke Verbindung zum Ozean. So esoterisch es auch

klingen mag, es trifft absolut zu: Du musst als Bodysurfer

Teil deiner Umgebung werden, sonst kannst

du dich verdammt schlimm verletzen.“

Das ist besonders in Tahiti der Fall, wo die aus

sehr tiefen Gewässern anrollenden Wellen über

einem flachen Korallenriff brechen – brutal und

gnadenlos. „Es ist wahnsinnig viel Wasser und wahnsinnig

viel Energie, die sich da aufs Riff entladen“,

sagt Burkard. „Die schlimmste Welle für einen Bodysurfer

überhaupt. Aber diese Jungs wollten wissen,

ob es machbar ist. Und sie haben es geschafft. Das

mitzuerleben war richtig cool.“

„Ich hatte nie zuvor so klares Wasser gesehen“,

erzählt Burkard von dem Tauchgang an jenem Tag.

„Ich holte tief Luft, tauchte unter und versuchte

die Jungs zu erwischen, wie sie dem Wellenrücken

folgten. Ich vergaß komplett, wie lang ich schon

unten war, und dachte mir plötzlich: ‚Oh, mir ist die

Luft ausgegangen, ich sollte schnell zur Oberfläche.‘

Doch ich wollte keinen einzigen Moment verpassen,

weil es so einzigartig war, so abstrakt. Es war ein

großartiger Tag, unvergesslich.“

chrisburkard.com


Oben und rechts: Bodysurfer Keith Malloy inmitten

der Urgewalt einer „tahitianische Barrel“ genannten

Wellenröhre. Unten: Ein Paar Flossen und eine perfekte

Welle reichen Bodysurfern für einen vollkommenen Tag.


„DA GIBT ES SO EINE

STARKE VERBINDUNG ZUM

OZEAN. DU MUSST TEIL

DES WASSERS WERDEN,

SONST KANNST DU DICH

GANZ ÜBEL VERLETZEN.“

Oben: Rettungsschwimmer und Bodysurfer Mark

Cunningham ist halb Mensch, halb Fisch. Ganz oben:

Durdam Rocherolle, begeisterter Bodysurfer aus San Diego,

überlebte ein blutiges Aufeinandertreffen mit dem Riff.

Links: Chris Kalima stürzt sich in eine gewaltige Welle,

während hinter dem Horizont die Sonne untergeht.

33


Chris Kalima zeigt, woher

der Begriff „menschlicher

Torpedo“ kommt.

34 THE RED BULLETIN


„ES IST EINE RIESIGE MENGE WASSER UND

ENERGIE, DIE SICH DA AUFS RIFF ENTLADEN.

DIE SCHLIMMSTE WELLE FÜR EINEN BODY-

SURFER ÜBERHAUPT. ABER DIESE JUNGS

WOLLTEN WISSEN, OB ES MACHBAR IST.“

36 THE RED BULLETIN


Keith Malloy und die

Unterseite einer

„Tahitian Barrel“


„WENN DIE JUNGS IHRE

ARME AN DIE SEITE LEGEN

UND SO ZUR OBERFLÄCHE

GLEITEN, SEHEN SIE

AUS WIE TORPEDOS.“


Links: die Crew auf dem Weg zur Action.

Linke Seite: Mike Stewart nach einem perfekten

Ritt. Unten, kleines Bild: Mit Sonnenbrand,

entzündeter Verletzung nach einer

Kollision mit dem Riff und einer Festplatte

voll unglaublicher Aufnahmen macht sich

Chris Burkard nach der Fotosession mit den

menschlichen Torpedos auf den Weg zurück

in die Zivilisation.

39


HEROES

„HELDEN NEHMEN

DINGE LEICHT“

EMMA STONE war Spider-Mans Flamme und Birdmans

Küken, ehe sie der Liebling des Broadways

wurde. Sie verdankt das nicht zuletzt ihrem

Talent für Panik. Text: Rüdiger Sturm

gen. Immer nur nein, nein,

nein hören.“

Und wie haben Sie danach

wieder zu fliegen gelernt?

Schon zwei Wochen danach

bekam ich die Rolle in „Superbad“.

Die veränderte mein

Leben für immer. Das hat

mich gelehrt, zu versuchen,

aus schwierigen Situationen

das Beste zu machen.

Haben Sie da ein Beispiel

für uns?

Ich leide an Panikattacken, seit

ich acht bin. Zwei Jahre ging

ich zu einem Psychotherapeuten.

Das half mir, mich

selbst klar zu sehen. Nur dieser

Hang, mich selbst fertigzumachen,

der blieb. Und

ich kann ganz schön nervös

werden. Aber ich habe eben

auch diese Bewältigungsmechanismen.

Wie sehen die aus?

Einer der besten geht so, dass

du dir vorsagst: „In 98 Prozent

der Zeit ist alles okay. Ich

kriege jetzt keine Panik. Ich

sitze auf einer Couch mit einer

Tasse Kaffee in der Hand.

Wenn ich Essen will, kann ich

es haben. Bin ich okay? Ja,

The red bulletin:

„Birdman“ brachte

Ihnen die erste

Oscar-Nominierung

Ihrer Karriere, die

Kritiker feierten

Sie für Ihr Broadway-Debüt

„Cabaret“.

Aber da ist etwas noch

faszinierender an Ihnen …

emma stone: … ach ja?

Das Tattoo auf Ihrem Handgelenk.

Was nicht viele

wissen: Es wurde von Paul

McCartney speziell für Sie

entworfen. Verraten Sie uns,

was es bedeutet?

Das sind zwei Vogelfüße,

wegen des Lieblingssongs

meiner Mutter, „Blackbird“

von den Beatles, und wegen

der großartigen Zeile darin:

„Take these broken wings and

learn to fly“.

Ihnen wurden die Flügel

gebrochen?

Zu Beginn meiner Karriere

sprach ich für die TV-Serie

„Heroes“ vor. Bevor ich hineinging,

hörte ich durch die

Wand, wie man dem Mädchen

vor mir sagte: „Du hast die

Rolle. Du bist die Beste.“ Das

war Hayden Panettiere. In

diesem Moment brach vieles

in mir zusammen. Ich dachte:

„Fuck, ich werde mein ganzes

Leben lang nur Absagen krieich

bin okay. Keine Angst. Niemand

stirbt.“

Okay, das ist ein recht kurzer

Weg von der Kaffeetasse zum

Tod. Ist der ein so großes

Thema für Sie?

Als ich jünger war, hatte ich

eine Schwäche für alles Gruselige.

Ich ging auf Friedhöfe.

Und das alles interessiert

mich noch immer, nicht auf

negative Weise. Wenn du dir

klarmachst, dass deine Zeit

begrenzt ist, lebst du viel

bewusster. Warum soll ich

mir über alles andere Sorgen

machen? Die wahre Realität

ist der Tod. Und damit hat er

etwas seltsam Beruhigendes

an sich.

Ist die Schauspielerei bei

Ihrer emotionalen Veranlagung

nicht der völlig

falsche Beruf?

Im Gegenteil. Die Schauspielerei

ist ein Bewältigungsmechanismus.

Ich habe viele

Emotionen und eine dünne

Haut, eine harte Kombination

eigentlich, aber mein Job hilft

mir, sie produktiv zu nutzen.

Natürlich können Rollen auch

Panik fördern, wenn die Herausforderungen

zu hoch sind.

Aber je verletzlicher du bist,

je mehr Angst du hast, desto

besser ist normalerweise das

Resultat. Als Schauspieler bist

du da in einer merkwürdigen

Situation: Die eine Hälfte von

dir will dich vor deiner natürlichen

Sensibilität schützen,

und die andere weiß, dass du

genau das brauchst, um deinen

Job gut zu machen.

Wie bleiben Sie mit dieser

dünnen Haut im Hollywoodwahnsinn

normal?

Zum Glück habe ich Leute, die

ich liebe und denen ich vertraue.

Und die Beziehungen in

meinem Leben haben gegenüber

meiner Arbeit absolute

Priorität. Aber ich will auch

gar keine dicke Haut bekommen.

Du merkst, wenn das

mit Schauspielern passiert. Es

ist so, als würde ein Nilpferd

spielen.

„DU SIEHST, WENN SCHAUSPIELER EINE DICKE HAUT BEKOMMEN.

ES IST, ALS WÜRDE EIN NILPFERD SPIELEN.“

Sie haben in „The Amazing

Spider-Man 2“ die Freundin

eines Superhelden gespielt.

Könnten Sie einen Helden gebrauchen,

um mit dem realen

Leben fertig zu werden?

Das hängt davon ab, was er

für eine Art Held ist. Ich suche

jemanden, der lacht, wenn

du hingefallen bist. Denn ich

mag Menschen, die die Dinge

leichtnehmen. Das sind meine

Helden im täglichen Leben.

twitter.com/emmastoneweb

CAROLYN COLE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

40 THE RED BULLETIN


Ab 3. September

sehen wir Emma

Stone auf der Leinwand

wieder: In

„Aloha“ verdreht

sie Bradley Cooper

den Kopf.


HEROES

DENKEN WIE EIN

FORMEL-1-PILOT“

JÜRGEN FURIAN ist Mitbegründer des Wiener

Pioneers Festival. Dort lernen Start-ups, wie

man aus einer Idee einen Welterfolg macht.

Róisín Murphy, 41,

Ex-Moloko-Sängerin:

„Jeder Moment ist

voll Inspiration.“

„KEINE ANGST VOR

DEM LEEREN BLATT“

RÓISÍN MURPHY ist Lady Gagas geistige Mutter.

Sie weiß, wie man Kreativität erzwingt.

the red bulletin: Für Ihr neues Album „Hairless Toys“

haben Sie in nur einem Monat dreißig komplette Songs

geschrieben. Woher nehmen Sie so viel Inspiration?

róisín murphy: Jeder Moment des Lebens ist voller Inspiration.

Du musst dir dessen nur bewusst sein. An einem Tag

während der Aufnahmen fühlte ich mich richtig ausgebrannt.

Und am nächsten schrieb ich genau darüber einen Song.

Verstehe, aber kann man Kreativität wirklich erzwingen?

Nach zwanzig Jahren im Musikgeschäft habe ich die Angst vor

dem leeren Blatt verloren. Denn das leere Blatt gibt es nicht.

Nur das Blatt, das darauf brennt, beschrieben zu werden.

Wenn man’s so sieht, wird alles viel leichter.

Sie haben sich eine achtjährige Auszeit vom Musikgeschäft

genommen. Was hat sich in Ihrer Abwesenheit verändert?

Kritiker feierten meine letzte Platte als Meisterwerk. Trotzdem

meinten sie: „Popstar wird keiner aus ihr, sie ist zu schräg.“

Heute zeigt Lady Gaga, dass beides geht. Das finde ich toll.

www.roisinmurphyofficial.com

Ein Hoverboard samt

Halfpipe, Mikrochips

für die Laufhose,

Roboter mit Gefühlen:

Beim Wiener

Pioneers Festival

präsentieren Startups

seit 2012 die Produkte

der Zukunft. Und bekommen

von Wirtschafts-Superstars

(etwa Shazam-Gründer Chris

Barton, Siri-Erfinder Adam

Cheyer) praktische Erfolgstipps.

Festival-Boss Jürgen

Furian: „So entsteht Technik,

die in fünf Jahren schon

unser Leben prägt.“

the red bulletin: Herr

Furian, gibt es eine Eigenschaft,

die sämtlichen

erfolgreichen Gründern

gemeinsam ist?

jürgen furian: Ja. Selbstvertrauen.

Die absolut wichtigste

Eigenschaft, wenn Sie

eine Idee realisieren wollen.

Denken Sie an Tim Westergren.

Er hatte Ende der

1990er die Idee für ein Internet-Radio,

das sich dem User-

Geschmack anpasst. Westergren

trug sein Konzept

300 Investoren vor und kassierte

300 Absagen. Trotzdem

gab er nicht auf. Heute hat

sein Internet-Radio achtzig

Millionen Hörer.

Eine solche Ausdauer hätten

die wenigsten.

Weil sich die Leute vorm

Scheitern fürchten. Aber in

der Start-up-Szene ist Scheitern

etwas Positives – vorausgesetzt,

man lernt daraus. Es

gibt eigene Konferenzen, auf

denen Firmengründer nur

übers Scheitern sprechen.

Was ist gut daran, wenn

mein Projekt schiefgeht?

Dass man aus seiner Komfortzone

geworfen wird und

dazulernt. Jede Innovation

bringt Risiko mit sich. Rennfahrer

Mario Andretti sagte

einmal: „Wer alles kontrollieren

kann, fährt nicht schnell

genug.“ Von dieser Haltung

kann man lernen.

Start-up-Gründer sind Profis

im Verkaufen von Ideen.

Hätten Sie einen Tipp für

uns? Sagen wir für die Idee,

unseren Chef um mehr Gehalt

zu bitten?

Wenn Sie eine Minute haben,

trainieren Sie nur für diese

Minute. Argumentieren Sie

aus der Sicht Ihres Chefs.

Und das Wichtigste: Seien

Sie leidenschaftlich!

Können auch nicht alle.

Dann lernen Sie von den

Videos der Präsentationstrainerin

Nancy Duarte.

Nancy hat an Vorträgen von

Al Gore und Steve Jobs mitgearbeitet

und letztes Jahr

bei uns gesprochen. Kernaussage:

Verkaufe alles mit

einer Story. Etwa das Thema

Mentoring am Beispiel von

Luke Skywalker und Meister

Yoda.

Welche Branche hat die

spannendsten Start-ups?

Biotechnik. Kleine Start-ups,

die mit wenig Geld unglaubliche

Dinge erreichen.

Zum Beispiel?

Hampton Creek aus San Francisco

produzieren Eier aus

den Proteinen von Bohnen.

Ohne Hühner, ohne Massentierhaltung.

Ich war neulich

bei denen frühstücken. Ihre

Spiegeleier schmecken lecker.

Pioneers Festival: 28./29. 5. 2015

in der Wiener Hofburg. Live-Stream:

www.redbulletin.com/pioneers

MARK FARROW, KURT PRINZ

42 THE RED BULLETIN


Jürgen Furian, 30,

Start-up-Guru: „Jede

Innovation birgt

Risiko in sich.“


HEROES

„BITTE VERKRAMPFT

EUCH NICHT!“

SEAN ROSENTHAL ist einer der großen Stars der

neuen Swatch Beach Volleyball Major Series.

Er verrät uns, wie man Matches gewinnt.

Text: Ann Donahue

Sieht man Sean

Rosenthal beim

Beachvolleyballspielen

zu, schießen

einem unweigerlich

ein paar

Fragen durch den

Kopf. Zunächst

mal: Wie un-glaub-lich hoch

kann dieser Mann eigentlich

springen? (Es sind 106 Zentimeter.)

Wer macht solchen

Heidenlärm, wann immer er

am Ball ist? (Sein Fanclub,

Rosie’s Raiders, die ihn tatsächlich

weltweit zu seinen

Matches begleiten.) Und soll

ich im nächsten Spiel auf ihn

und seinen Partner Phil

Dalhausser wetten? (Keine

schlechte Idee: Das Duo

gewann auf der FIVB Tour

2014 drei Titel und feierte die

meisten Siege aller Teams.)

Rechtzeitig zum Sommerbeginn

teilt Rosenthal mit uns

die wichtigsten Tipps für den

gewinnenden Auftritt am

Strand. Und verrät, wieso

ihn hohe Erwartungen nicht

belasten.

the red bulletin: Am

2. Juni beginnt die Swatch

Beach Volleyball Major

Series im kroatischen Poreč.

Vorfreude auf die Eröffnung

der neuen Saison?

sean rosenthal: Die einzige

kroatische Stadt, in der

ich bisher gespielt habe, ist

Zagreb – also mitten am Festland.

Darum kann ich’s kaum

erwarten, an diesem genialen

Ort am Strand zu spielen.

Ich schätze, die Fans werden

es krachen lassen und das

Stadion bis auf den letzten

Platz füllen.

Beachvolleyball ist ein Sport,

den man als Fan live viel

intensiver erlebt als im TV …

Seht ihr euch bei solchen

Auftritten dann auch als

Botschafter eures Sports?

Auf jeden Fall. Den Funken

überspringen zu lassen ist eine

unserer wichtigsten Aufgaben

bei der Swatch Serie. Egal

ob Lokalmatadore unter den

Favoriten sind oder nicht, wie

zum Beispiel in Kroatien.

Sie und Phil Dalhausser, Ihr

Partner, gehen in so gut wie

jedes Match als Favoriten.

Hat dieser Erwartungsdruck

irgendeine Auswirkung auf

euer Spiel?

Die Frage ist, ob du zulässt,

dass der Druck etwas ändert.

Wir spielen jetzt seit ein paar

Jahren da oben. Wir sind

daran gewöhnt, die Gejagten

zu sein. Wir laufen mit einer

Zielscheibe auf dem Rücken

durch die Gegend (lacht).

Man darf sich nicht verrückt

machen lassen, muss sich

einfach auf das Wesentliche

konzentrieren: rausgehen,

das Beste geben … und alle

anderen schlagen.

Hatten Sie dieses Selbstvertrauen

immer schon?

Oder kam das erst mit den

Erfolgen?

Ich kenne es nicht anders. Ich

bin in Kalifornien aufgewachsen,

habe Sport gemacht oder

war am Strand. Mit vierzehn

hab ich die beiden Dinge dann

einfach kombiniert, Sport und

Beach. Wahrscheinlich schlägt

sich das bis heute in meiner

Einstellung nieder.

Schon mit sechzehn qualifizierten

Sie sich für Ihr erstes

großes Turnier. Sie waren

wohl auch nicht der Typ, den

die Begegnung mit Weltklasse-Athleten

verschreckt hat?

(Lacht.) Im Gegenteil. Es gab

nichts Tolleres für mich, als

im Spielerzelt mit Leuten wie

Olympiasieger Karch Kiraly

oder Mike Dodd abzuhängen.

Ich genoss das alles einfach.

Auch dass ich nicht in die

Schule gehen konnte, weil ich

spielen musste.

Nicht jeder, der auf einem

Beach auf einen Ball drischt,

hat Ihr Talent. Aber verraten

Sie uns ein paar Tricks, die

aus jedem von uns einen

besseren Beachvolleyballer

machen?

Das Allerwichtigste: Übertreibt

es nicht mit der Härte

eures Schlags. Es bringt

nichts, meinem Partner Phil

oder Kerri Walsh Jennings

nachzueifern. Tut das, worum

es geht: Geht raus aufs Feld,

bewegt eure verdammten

Füße, haut euch rein, so gut

ihr könnt, und konzentriert

euch auf das Spiel. Und auch

sehr wichtig: Seid nicht verbissen

da draußen auf dem

„WIR SIND DARAN GEWÖHNT, DIE GEJAGTEN ZU SEIN. WIR LAUFEN

MIT EINER ZIELSCHEIBE AUF DEM RÜCKEN DURCH DIE GEGEND.“

Strand. Bitte verkrampft euch

nicht. Habt Spaß!

Angenommen, ich habe Lust

auf ein Match, bin aber allein

am Strand. Ist es okay, einfach

ein paar Spieler anzuquatschen

und zu fragen, ob

ich mitmachen kann?

90 Prozent der Leute werden

es cool finden, dass du auftauchst.

Und über die restlichen

zehn Prozent brauchst

du nicht lange nachzudenken.

www.swatchmajorseries.com

JOSH GLAZEBROOK/RED BULL CONTENT POOL

44 THE RED BULLETIN


Sean Rosenthal, 34,

Beachvolleyball-

Gejagter: „Bewegt eure

verdammten Füße!“


TURBO

F1 S P I E L B E R G

S P E Z I A L

TIME

1000 PS und mehr, meterlange Feuerlanzen aus dem Auspuff, Helden

am Lenkrad: Die Legends Parade am Red Bull Ring im Rahmen des

Grand Prix von Österreich beschwört den Geist einer entfesselten Zeit.

Text: Werner Jessner

46


RAINER W. SCHLEGELMILCH/GETTY IMAGES

Der Grund des Feuers:

Unverbranntes Benzin

entzündet sich beim

Herunterschalten im

heißen Auspuff. Hier

bei Stefan Johanssons

Ferrari, Grand Prix von

Monaco 1985.


F1 S S P P I E E Z L I B A E L

R G

Im Sommer 1977 hatte Renault den Turbo

in die Formel 1 gebracht und die Gegner

gezwungen, mitzuziehen. Zwar war die

Technik zu Beginn anfällig, doch die

Fahrer liebten die Idee hinter diesen

Motoren: Endlich gab es genügend

Leistung, man musste bloß vom Cockpit

aus den Ladedruck erhöhen, am „Dampfrad“

drehen. Bis 1987 ließ das Reglement

diesem Treiben freien Lauf, weshalb die

Leistung innerhalb eines Jahrzehnts von

520 auf 1000 PS – und darüber – eskalierte.

Vom BMW-Motor weiß man, dass er über

1300 PS stark gewesen sein muss. Genaue

Daten fehlen deshalb, weil der Motor

stärker war als der Prüfstand: Er hatte

schlicht alle Skalen gesprengt.

Vor allem im Qualifying waren diese

Autos echte Biester, wegen der normalen

Handschaltung die meiste Zeit noch dazu

einhändig zu bändigen. Die Reifenhersteller bauten

schokoladenweiche Pneus, um die Leistung einigermaßen

auf die Straße zu bringen. Haltbarkeit: eine

einzige Runde. Je mehr Ladedruck, desto größer die

Verzögerung, bis der Turbo auf Touren kam und die

Beschleunigung wie ein Vorschlaghammer einsetzte.

Gerhard Berger, ein Meister in Chaos-Runden mit

diesen Autos: „Du musstest schon am Kurveneingang

Vollgas geben, um am Ausgang Leistung zu haben.

Aber wehe, du hast dich um fünf, zehn Meter verschätzt:

Dann hattest du keine Chance mehr.“

DIE LEISTUNG ESKALIERTE INNERHALB EINES

JAHRZEHNTS VON 520 AUF 1000 PS UND DARÜBER.

RAINER W. SCHLEGELMILCH/GETTY IMAGES (2)

Wie verschwenderisch

man damals mit Platz

umging: Ferrari-V6-

Turbomotor von 1985.


THE RED BULLETIN


Renault brachte den Turbo

in die F1. Haltbarkeitsprobleme

zu Beginn und

übermächtige Gegner zum

Schluss verhinderten

aber einen WM-Titel.

THE RED BULLETIN 49


Gerhard Berger hat 1988

in Monaco die Ruhe weg,

bevor er seinen turbo ­

getriebenen Ferrari

F1-87/88c zündet.

UM DIE LEISTUNG WENIGSTENS EINIGERMASSEN

AUF DIE STRASSE ZU BRINGEN, BAUTEN DIE REIFEN-

HERSTELLER SCHOKOLADENWEICHE PNEUS.

Sennas Lotus schlägt

auf den Bodenwellen durch

– 1986 am Österreichring.

Die Magnesium-Leisten

am Fahrzeugboden

funken SOS.


F1 SPIELBERG

SPEZIAL

Nelson Piquet,

der erste Turbo-Weltmeister

der Formel 1

(1983), und der

BMW‐Motor der ihn

dazu machte.

RAINER W. SCHLEGELMILCH/GETTY IMAGES (3)

51


F1 S S P P I E E Z L I B A E L

R G

FEUER FREI!

Wir präsentieren: die argen Geräte der Legends Parade beim Großen Preis von Österreich in Spielberg

mit ihren Fahrern, ihren Erfolgen und jeweils einem Rennen, das keiner so schnell vergisst.

Tickets für den Formel-1-Grand-Prix in Spielberg am 21. Juni unter: www.gpticketshop.com

Ferrari F1-87/88c

SIEG FÜR ENZO

1988 gewannen die McLaren-Honda

jeden einzelnen Grand Prix – bis auf

einen: Einen Monat nach dem Tod

des Firmengründers Enzo Ferrari

holten Gerhard Berger und sein

GERHARD

BERGER

Teamkollege Michele Alboreto einen

hoch emotionalen Doppelsieg, und

zwar ausgerechnet beim Heimrennen

in Monza. Wenn es einen Renngott gibt:

Hier war er, und 100.000 Zuschauer sind Zeuge.

DAS AUTO

Ferrari F1-87/88c

Motor

Ferrari V6

Jahr 1988

Siege 1

DER FAHRER

Gerhard Berger

GP-Starts 210

Siege 10

Pole-Positions 12

schnellste Runden 21

Ferrari F1-87/88c

McLaren MP 4/2 TAG Turbo

CARBON-PORSCHE

Obwohl die McLaren von Lauda und

Prost dank des ersten Carbon-Chassis

und des überlegenen Porsche-

Motors die Saison dominierten und

gleich vier Doppelsiege feierten:

NIKI

LAUDA

Für uns bleibt der einzige Heimsieg

eines Österreichers doch unerreicht

– zumal er an einem seidenen Faden

hing: Niki Lauda hatte massive Getriebeprobleme,

doch der zweitplatzierte Nelson Piquet traute sich

nicht, ihn anzugreifen: Er hielt Laudas geringes

Tempo für eine Finte.

DAS AUTO

McLaren MP 4/2 TAG Turbo

Motor

Porsche V6

Jahr 1984

Siege 12

DER FAHRER

Niki Lauda

GP-Starts 171

Siege 25

Pole-Positions 24

schnellste Runden 24

WM-Titel 3

McLaren MP 4/2 TAG Turbo

Brabham BT52

DART-PFEIL

Ein radikal neues Reglement bedingte

einen radikal neuen Zugang.

Den schien der genialische Brabham-

Konstrukteur Gordon Murray mit

diesem dartförmigen Auto gefunden

NELSON

PIQUET

zu haben. Das hätte furchtbar schiefgehen

können – tat es aber nicht.

Der Brasilianer Nelson Piquet gewann

gleich das erste Rennen in Rio de Janeiro.

Zum Schluss war er – auch dank BMW-Power –

der erste Turbo-Weltmeister der Geschichte.

DAS AUTO

Brabham BT52

Motor

BMW

Jahr 1983

Siege 4

DER FAHRER

Nelson Piquet

GP-Starts 204

Siege 23

Pole-Positions 24

schnellste Runden 23

WM-Titel 3

Brabham BT52

52 THE RED BULLETIN


Lotus 98T

ENDE IN SCHWARZ

Ayrton Senna im letzten schwarzgoldenen

Lotus war der Underdog im

Kampf gegen die überlegenen Williams-Honda.

Umso befriedigender

waren seine beiden Siege: auf dem

AYRTON

SENNA

McLaren MP4/2b

GUTES BESSER

Niki Laudas WM-Auto des Vorjahres

musste 1985 von Michelin- auf

Goodyear-Reifen umgestellt werden,

außerdem war die Anordnung der

Turbolader neu. Laudas Rücktritt war

ALAIN

PROST

Detroit Street Circuit und vor allem in

Jerez de la Frontera, beim zweiten Saisonrennen.

Senna hatte Nigel Mansells

Williams in einem unglaublichen Rennen mit allen

Mitteln hinter sich gehalten. Auf der Ziellinie hatte

er exakt 1,4 Hundertstelsekunden Vorsprung – der

knappste Sieg in der Geschichte der Formel 1.

fix, „Professor“ Alain Prost somit

Teamleader. Beim Großen Preis von

Europa, ausgetragen auf der gefährlichen

Strecke von Brands Hatch, fixierte er drei

Rennen vor Saisonende den WM-Titel – mit exakt

jenem dritten Platz, den er dafür benötigt hatte.

Ganz der Professor eben.

DAS AUTO

Lotus 98T

Motor

Renault V6

Jahr 1986

Siege 2

DER FAHRER

Ayrton Senna

GP-Starts 161

Siege 41

Pole-Positions 65

schnellste Runden 19

Fahrer heute

Martin Brundle

DAS AUTO

McLaren MP4/2b

Motor

Porsche V6

Jahr 1985

Siege 5

DER FAHRER

Alain Prost

GP-Starts 199

Siege 51

Pole-Positions 33

schnellste Runden 41

WM-Titel 4

Lotus 98T

McLaren MP4/2b

Renault RE50-03

ASTERIX FÜR EINEN TAG

Renault hatte den Turbo in die Formel

1 gebracht, doch BMW hatte ihnen den

WM-Titel weggeschnappt. Jetzt gaben

die McLaren den Spielverderber. Umso

süßer schmeckte die Pole-Position

DEREK

WARWICK

von Patrick Tambay, der mit Derek

Warwick ein Team bildete, ausgerechnet

beim Heim-GP in Dijon. Mit vollem

Ladedruck zerlegte der Franzose im französischen

Auto alle. Im Rennen lag er lange in Führung, ehe

er von Niki Lauda beim Boxenstopp ausgetrickst

wurde und immerhin noch Zweiter wurde.

DAS AUTO

Renault RE50-03

Motor

Renault V6

Jahr 1984

Siege 0

DER FAHRER

Derek Warwick

GP-Starts 146

Siege 0

Pole-Positions 0

schnellste Runden 2

Fahrer heute

Jean Alesi

Renault RE50-03

GETTY IMAGES(11), PICTUREDESK.COM, IMAGO(2)

Minardi M186-01

GELIEBTER UNDERDOG

Das Auto: zu schwer. Der Motor: zu

schwach. Das Team: in seiner erst

zweiten Saison. Die Haltbarkeit: indiskutabel.

Minardi gehörte jahrelang zu

den Hinterbänklern der Formel 1, ganz

ANDREA

DE CESARIS

besonders aber in seiner Anfangszeit.

Platz 8 für Andrea de Cesaris und Platz

14 für seinen Teamkollegen Alessandro

Nannini beim Großen Preis von Mexiko waren logischerweise

das absolute Saisonhighlight für den

sympathischen Toro Rosso-Vorgänger aus Faenza.

DAS AUTO

Minardi M186-01

Motor Motori Moderni V6

Jahr 1986

Siege 0

DER FAHRER

Andrea de Cesaris

GP-Starts 208

Siege 0

Pole-Positions 1

schnellste Runden 1

Fahrer heute

Pierluigi Martini

Minardi M186-01

THE RED BULLETIN 53


F1 S S P P I E E Z L I B A E L

R G

Sagenumwoben:

Adrian Newey

am Zeichenbrett

FROM DRAFT

TO DRIVE

Ein Formel-1-Wagen besteht

aus tausenden Teilen, die perfekt

miteinander harmonieren müssen.

Einen davon durften wir vom Anfang

bis zum Ende begleiten – einzigartig

in der Geschichte von Red Bull Racing.

Text: Werner Jessner Bilder: Thomas Butler


GETTY IMAGES, BENEDICT REDGROVE/RED BULL CONTENT POOL

Der Headrest

Der Bestandteil, den wir durch

den kompletten Produktionsprozess

begleiten durften, ist die

U-förmige Cockpit-Umrandung,

die den Kopf des Fahrers bei

einem Unfall schützt. (Wir sehen

ihn jedes Mal, wenn Fahrer aussteigen.

Dazu müssen sie nämlich

den Headrest lösen.) Welch vielfältige

Aufgaben dieser Headrest

noch hat, wie viele Menschen,

Gedanken und Simulationen

nötig sind, überrascht selbst den

Insider – umso mehr, als es sich

dabei um ein vermeintlich so

einfaches Bauteil handelt.

15 SCHRITTE,

1 BAUTEIL

Exklusiv: So produziert

ein Formel-1-Team.

#1

LESEN

Das technische Reglement der

Formel 1 umfasst für die Saison 2015

gleich 89 Seiten. Artikel 14 befasst

sich mit der Sicherheit des Fahrers.

Unterpunkt 14.6 nennt sich „cockpit

padding“: Präzise sind darin

Mon tagepunkte, Materialeigenschaften,

Größe, zulässige Materialien,

Materialstärke und mehr geregelt

– in sieben Unterkategorien,

die in bis zu fünf Unterpunkte aufgeteilt

werden. Im Appendix mit den

technischen Zeichnungen sind für den

Headrest drei relevant: Sie betreffen

die Cockpitöffnung, die Position des

Seitenaufprallschutzes und die

Dimension der Überlebenszelle.

#2

ZEICHNEN

Jetzt kommen Adrian Newey und

sein legendäres Zeichenbrett ins

Spiel: Auf Letzterem entstehen in

liebevoller Bleistiftzeichnung die

großen Linien des Autos. Adrian

sitzt dabei auf einem Barhocker,

ein Taschenrechner aus den 1980er

Jahren ist der einzige Computer im

Raum: „Die Cockpitöffnung ist ein

aerodynamischer Störfaktor. Wir

versuchen den Luftstrom so zu lenken,

dass er den Fahrer möglichst zentral

an der Stirn trifft und es auch im

Schulterbereich zu keinen Verwirbelungen

kommt. Aus aerodynamischer

Sicht soll der Headrest die Cockpitöffnung

möglichst gut abdichten.“

Pars pro toto: Alle Teile eines Rennwagens

durchlaufen diese Prozedur.

55


F1 S S P P I E E Z L I B A E L

R G

# 10: Bei Infiniti Red

Bull Racing gibt es

drei dieser Autoklaven,

in denen Carbon

gebacken wird.

#3

RECHNEN

Das für die Oberflächenform zuständige

Aero-Department nutzt

eine spezielle Siemens-Software.

Der Headrest wird am PC in die

Simulation des übrigen Autos eingefügt

und dessen Ober fläche in

winzige Dreiecke zerlegt – manche

mit Seitenlängen von unter einem

Millimeter. Anhand dieser Dreiecke

berechnet CFD-(Computational Fluid

Dynamics-)Software den Luftstrom

ums Auto. Die Ergebnisse werden mit

den Windkanaldaten überlappt, was

den Designern aufzeigt, ob Änderungen

nötig sind. In mehreren Schleifen

entsteht so die Headrest-Form.

#4

INTEGRIEREN

Nach etlichen Tagen Rechner-

Arbeit wissen wir, wie die Oberfläche

unseres Headrest aussehen

soll. Nun wird die restliche Form

berechnet: Wo stößt unsere Kopfstütze

auf das Cockpit, wo genau

wird sie befestigt? Ein weiterer

Check im Reglement, schließlich

wird eine Negativform berechnet,

das Modell eines Rohlings, das es

erlaubt, später daraus eine komplette

Kopfstütze zu bauen. Erschwerend

kommt dazu: Bei komplizierten

Formen muss dieser Rohling aus

mehreren Elementen bestehen, die

zusammengesetzt werden.

#5

MODELLIEREN

Die mächtige Maschine, an welche

die Daten weitergeschickt werden,

heißt Breton Matrix 800. Ihr Arm

ist in fünf Ebenen beweglich und

fräst in höchster Präzision und mit

unglaublichem Tempo Rohlinge aus

einem speziellen hitzebeständigen

Harz („resin“). Da es dabei staubt,

arbeiten die vier Breton-Maschinen

hinter staubdichten Türen.

# 3: Mittels CFD wird die Beschaffenheit

der Oberfläche definiert.

#6

MUTTERFORM

BAUEN

Auf die fertig gefrästen Resin-

Blöcke kommen nun in Handarbeit

Carbonlagen, um daraus die Mutterform

(Matrize) zu backen. Wie

dick die verwendeten Matten sind,

in welchem Winkel sie aufgelegt

werden und wie viele Lagen erforderlich

sind, steht in einem

digitalen Handbuch. Jeder einzelne

Schritt und jede einzelne Lage sind

für jedes einzelne Bauteil am Auto

exakt festgehalten. Nirgendwo sonst

ist Präzision so entscheidend wie

hier: Sämtliche daraus gefertigten

Teile werden auf den Bruchteil eines

Millimeters genauso aussehen wie

die Mutterform.

# 2: Adrian Newey gibt

die Linie vor. Dann

übernimmt das Team

aus Ingenieuren und

Handwerkern.

#7

KONTROLLIEREN

Wenn die Mutterform aus dem

Autoklav kommt (wir kommen

gleich dazu), wird sie per Laser

präzise vermessen. Erst wenn das

Okay kommt, kann der eigentliche

Produktionsprozess starten.

#8

VERLEGEN

Wieder werden nach einer genauen

Anleitung händisch Matten verlegt

– diesmal in die Carbon-Mutterform.

Für den Headrest bestehen

diese Lagen aus Kevlar. Kevlar hat

ähnliche Eigenschaften wie Carbon,

splittert aber nicht. Das ist für die

Sicherheit der Fahrer entscheidend.

An manchen Stellen wird das

Material des Headrest papierdünn

sein – so dünn, dass das Licht

durchscheint.

56 THE RED BULLETIN


#9: Das Bauteil wird luftdicht

verpackt, bevor es gebacken

werden kann.

#9

EINSACKEN

Die Mutter mit dem Headrest-

Embryo kommt nun in eine spezielle,

äußerst reißfeste und hitzebeständige

Folie, deren Enden

mittels eines Hightech-Klebebandes

versiegelt werden. Über

eine spezielle Kupplung wird eine

Vakuumpumpe angeschlossen, die

sämtliche Luft aus dem Sack saugt.

Der Sack muss vor allem an den

Kanten faltenfrei anliegen – ein Prozess,

der viel Geduld, Geschick und

Erfahrung verlangt. Ein Manometer

zeigt an, ob das Vakuum stabil ist.

Luft würde die Form beim nächsten

Produktionsschritt zerstören.

# 5 und # 6: Resin-Form fräsen,

daraus Mutterform laminieren

AN MANCHEN

STELLEN WIRD

DAS MATERIAL

DES HEADREST

PAPIERDÜNN SEIN

– SO DÜNN,

DASS DAS LICHT

DURCHSCHEINT.

# 10

BACKEN

Der Sack mit der Mutter und dem

Headrest-Embryo kommt in einen

der Autoklaven. Jeder dieser Autoklaven

fasst mehrere Kubikmeter,

darum werden in ihrem Inneren

stets mehrere Kleinteile zugleich

gebacken. Dazu wird ein hoher

Überdruck erzeugt und die Temperatur

für mehrere Stunden auf Werte

von rund 100 Grad erhöht. Sowohl

der exakte Druck als auch die Temperatur

sind je nach Bauteil unterschiedlich

und streng geheim. Einzig

die Flugzeug- und die Raumfahrtindustrie

arbeiten auf so hohem

Niveau. Unter Druck und Hitze

schmiegt sich das Kevlar exakt an

die Mutterform und härtet aus.

# 11

AUSPACKEN,

KONTROLLIEREN

Nach dem Abkühlen wird die Folie

aufgeschnitten, der fertige Headrest

aus der Matrize entnommen.

Kontrolle: Hat alles funktioniert?

Wenn ja, bekommt das fertige Teil

eine Seriennummer, anhand deren

man seine Geschichte einwandfrei

nachvollziehen kann. Sie wird am

hinteren unteren Ende irreversibel

eingraviert.

# 12

LACKIEREN

Klingt einfacher, als es ist: Die

Farbverläufe jeder einzelnen Kopfstütze

müssen exakt stimmen.

Anders als bei PKWs wird nicht am

Auto selbst gearbeitet, sondern

jedes Bauteil kommt einzeln in die

Lackierkammer. Zuerst wird das

Gelb aufgetragen, dann folgen die

anderen Farben. Es sind in Summe

drei: Blau, Violett und Lila. Das erzeugt

den 3-D-Effekt. Die verwendeten

Farben leuchten intensiv. Das

ist nötig, um bei TV-Übertragungen

gut sichtbar zu sein.

# 13

AUSSTOPFEN

Die komplette Form wird nun innen

mit speziellen Schaumblöcken gefüllt

– dem entscheidenden Werkstoff,

um den Kopf des Fahrers

bei einem Unfall e∞zient zu verzögern.

Je nach Außentemperatur

kommen dabei drei unterschiedliche

Varianten zum Einsatz. Der verwendete

Schaum gibt bei langsam

ausgeübtem Druck sehr leicht nach,

verhärtet jedoch umso mehr, je

mehr sich die Belastung verstärkt.

Selbst geschickte Finger brauchen

mindestens eine Stunde, um die drei

in gefrorenem Zustand geschnittenen

Blöcke in Position zu bringen.

# 14

AUSSTAFFIEREN

Nun werden die beiden hinteren

Bolzen montiert, die ins Cockpit

einrasten, außerdem die beiden

seitlichen, nur wenige Gramm

leichten Verschlüsse, die dem

Fahrer das sekundenschnelle Aussteigen

ermöglichen. Sogar das

allerletzte Detail ist genormt: Die

weiche Helm-Auflage hinten darf

nicht dicker als zehn Millimeter sein.

# 15

MONTIEREN

Den fertigen Headrest lässt man

nach Einsteigen des Fahrers ins

Cockpit einrasten. Im Regelfall

hat die Kopfstütze eine sehr kurze

Lebensdauer: Der Kontakt mit

dem Sturzhelm hinterlässt Dellen

und Risse im Kevlar und am Ende

wird das Teil getauscht, so es

seine Aufgabe erfüllt hat. Glücklichere

Exemplare erleiden ihren

„Tod“ in der Euphorie des Sieges,

wenn Fahrer sie im Parc Fermé beim

Aussteigen unsanft abnehmen. Doch

das nehmen alle Beteiligten gerne in

Kauf: Hauptsache gewonnen!

# 13: Das Innere des fertigen Headrest wird mit Schaumstoff gefüllt.

THE RED BULLETIN 57


Er gewann Wimbledon und Olympia, bildet mit

Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal

die besten „Top Four“ der Tennis-Geschichte.

„MISTER MURRAY,

WAS KANN DIESE FRAU

BESSER ALS JEDER

MANN?“

Aber Andy Murray macht Dinge gern anders als alle

anderen. Zum Beispiel lässt er sich von einer Frau

sagen, was er tun soll. Ein Gespräch.

INTERVIEW: RUTH MORGAN BILDER: CLIVE BRUNSKILL/GETTY IMAGES


Andy Murray kämpft

um Grand-Slam-Titel

bei den Herren. Mit

den Waffen einer Frau,

könnte man sagen.

59


er demnächst 28-jährige Schotte Andy

Murray engagierte im Frühjahr 2014 die

Französin Amélie Mauresmo als Coach,

eine frühere Nummer eins der Damen-

Tennis-Weltrangliste. Murray machte sich

damit – übers Tennis hinaus – zum einzigen

Mann in der Sport-Weltspitze, der

sich von einer Frau betreuen lässt. Seither

wird seine Entscheidung hitziger diskutiert,

als man das im 21. Jahrhundert

für möglich hielte. The Red Bulletin traf

Andy Murray zu einem Interview über

ungewöhnliche Entscheidungen, über das

Setzen von Trends, übers Durchhalten

und was Frauen tatsächlich besser können

als Männer.

the red bulletin: Mister Murray, vor

genau einem Jahr gaben Sie beim Wimbledon-Vorbereitungsturnier

im Londoner

Queen’s Club Ihren neuen Coach

bekannt. War Ihnen damals klar, was

das auslösen würde? Sie haben die

ganze männliche Sportwelt verstört …

andy murray: Es war klar, dass Amélies

Geschlecht ein Thema sein würde. Aber

ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass

es solche Wellen schlägt – und auch so

lange, das ging ja über Monate, verrückt.

Haben Sie die Reaktionen geschockt?

Verärgert? Oder extra motiviert?

Ich versuche solche Sachen nüchtern zu

sehen, und das war in diesem Fall auch

nicht schwer: Ich habe am Ende des Jahres

besser gespielt als zu Beginn. Also hat

mich die extreme Kritik nach jeder Niederlage

mehr erstaunt als geärgert. Ein

Schock war nur, wie sehr es persönlich

wurde, gegen Amélie. Das war heftig.

Wir sprechen jetzt über die öffentlichen

Reaktionen, in Zeitungen, im Internet.

Wie war das unter den Spielern, im

Umkleideraum bei den Turnieren?

Viele waren vor allem überrascht, manche

hielten es für einen Scherz. Und dann gab’s

natürlich Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit

bestimmt waren, sagen wir so.

Ein paar Spieler sprachen freilich öffentlich

über das, was Sie „Überraschung“

nennen. Etwa der Australier Marinko

Matosevic, der sagte, er käme im Leben

nicht auf die Idee, sich von einer Frau

coachen zu lassen …

Ich wurde als Kind von meiner Mutter

trainiert. Schon allein daher ist das bei

mir anders.

Davor wurden Sie in den zwei Jahren

mit Ivan Lendl Olympia- und Wimbledon-Sieger.

Lendl gilt als sehr strikt,

dominant, man hätte erwartet, Sie

suchen als Nachfolger einen ähnlichen

Typ, jemanden mit einem vergleichbar

männlichen Coaching-Stil …

Erfolge sagen nur bedingt etwas darüber

aus, wie gut eine Beziehung funktioniert.

Ivan und ich verbrachten bei weitem nicht

so viel Zeit miteinander, wie alle denken.

Als ich dann Amélie das erste Mal traf,

hatte ich sofort das Gefühl, ich kann

ganz offen sein, offen reden. Und das

war gerade damals wichtig, nach meiner

Rückenoperation, der Trennung von Ivan,

es war ja wirklich keine leichte Zeit.

Weil man zu jemandem offen sein kann,

macht man ihn gleich zu seinem Coach?

Die meisten Coaches sind besser im Reden

als im Zuhören. Es ist eine besondere

Qualität, wenn dir ein Coach zuhören

kann, wie es dir geht, auf dem Platz, abseits

des Platzes, wie du die Dinge siehst,

dein Spiel, alles. Wenn er seine Arbeit

auf deinen Gedanken aufbaut, nicht auf

seinen. Das ist schwierig, das ist wichtig,

und Amélie ist extrem gut darin.

Weil sie eine Frau ist?

Keine Ahnung. Tatsache ist, mir fiel es

immer schon leichter, mich gegenüber

Frauen zu öffnen, zuerst gegenüber

meiner Mutter, jetzt meiner Frau. Und

eben Amélie. Vielleicht Zufall, vielleicht

nicht. Aber ist das eine wichtige Frage?

Sie ist wichtig genug, um seit einem

Jahr kontrovers diskutiert zu werden.

Sie können mir nicht weismachen, dass

diese Frage nicht zusätzlichen Druck

auf Sie ausübt. Denken Sie nur an Ihr

letztes Match 2014, als Sie gegen Roger

Federer bei der ATP-WM in London um

ein Haar 0:6, 0:6 verloren hätten …

… die Leute sagten, Amélie habe mich

verwirrt, habe mir meine Identität als

Spieler genommen, Zeitungen schrieben:

„Murray weiß nicht mehr, was er auf

60


„Es wäre doch

EINFACH DUMM,

fünfzig Prozent der

Menschheit als

mögliche Coaches

auszuschließen.“


„Fünf oder sechs

Männer an einem Tisch,

DAS IST IMMER

WETTKAMPF.

Testosteron ist ab einer

gewissen Konzentration

schwer genießbar.“

einem Tennisplatz tun soll.“ Natürlich

war das nicht schön. Aber zwei Monate

später stand ich im Finale der Australian

Open, als komplett anderer Spieler. Das

war der Beweis, dass es funktioniert.

Die meisten Experten erwarteten, dass

Sie sich während der Winterpause von

Mauresmo trennen würden. Stattdessen

trennten Sie sich von zwei langjährigen

engen Mitarbeitern. Wie kamen Sie auf

diese Idee, die ja noch radikaler war

als die Verpflichtung Mauresmos?

Es ist nicht leicht, wenn sogar die Leute,

mit denen du am längsten und engsten

zusammenarbeitest, deine Entscheidung

anzweifeln. Ich habe immer wieder

2012 verlor Murray

noch das Wimbledon-

Finale gegen Roger

Federer (die Rede danach:

ein Klassiker,

YouTube!), 2013 gewann

er auf dem „heiligen

Rasen“ als erster

Brite seit Fred Perrys

drittem Sieg, 1936.

62 THE RED BULLETIN


„Es ist eine besondere Qualität,

wenn ein Coach seine Arbeit

NICHT AUF SEINEN,

SONDERN AUF DEINEN

Gedanken aufbaut.“

gesagt, die Niederlage gegen Roger hatte

nichts mit Amélie zu tun, das war nicht

ihre Schuld, immer wieder. Bis ich mir

irgendwann die Frage stellte, wieso eigentlich

die Leute in meinem Team nicht bei

sich selbst die Verantwortung suchten,

sondern bei Amélie.

Sie sprachen in Australien davon, wie

wohl Sie sich im Team mit Mauresmo

fühlen und wie wichtig dieses Wohlfühlen

für Sie als Spieler ist. Wie darf

man sich das konkret vorstellen?

Das ist ganz einfach erklärt. Im Profi-

Tennis verbringst du wahnsinnig viel Zeit

mit deinem Team. Und wenn fünf oder

sechs Männer an einem Tisch sitzen, ist

das immer ein bisschen Wettkampf. Ehrlich

gesagt wurde das immer mühsamer

für mich, auch dieses ewige Macho-Getue

beim Training. Testosteron ist ab einer

gewissen Konzentration schwer genießbar.

Immer darauf achten, dass du dir keine

Blöße gibst, darauf achten, was du sagst,

dich nicht öffnen, damit dir das nicht als

Schwäche ausgelegt werden kann.

Sobald eine Frau dabei ist, ist das

anders?

Ja. Hängt auch von der Person ab, klar,

aber: ja. Am wichtigsten ist natürlich das

direkte Verhältnis, du und dein Coach, und

da gibt es zwischen Amélie und mir keinen

Wettkampf, sondern eine Zusammenarbeit.

Mit ihr zu arbeiten ist extrem

angenehm, ruhig und konstruktiv.

Sie gelten als trotzig und eigenwillig,

als jemand, der sich nichts dreinreden

lässt. Waren Mauresmos Verpflichtung

und das öffentlich betonte Bekenntnis

zu ihr auch ein Akt typischer Andy-

Murray-Sturheit?

Nein, das würde ich nicht so sagen.

Aber Sie sind doch intelligent genug,

die Auswirkungen Ihrer Entscheidungen

abschätzen zu können.

Dann nennen wir es doch erwachsen.

Worum geht es im Kern? Darum, den

bestmöglichen Coach für mich zu finden.

Und den sah ich in Amélie. Ich meine,

wir reden hier über eine frühere Nummer

eins der Welt. Sie war die Beste der Welt

in dem, was sie tat. Und es ist egal, ob du

Frau bist oder Mann oder Tennisspieler

oder was auch immer, Nummer eins in

der Welt, das ist unglaublich schwierig.

Du brauchst extreme Qualitäten, um das

zu erreichen, diese Qualitäten bringt

Amélie ein, und davon profitiere ich. So

einfach ist das. Es wäre schlicht dumm,

fünfzig Prozent der Menschheit als mögliche

Coaches auszuschließen.

Warum tun das dann so viele andere

männliche Profisportler?

Weil sie nicht mal auf die Idee kommen,

dass eine Frau ein guter Coach sein könnte.

Amélie ist es. Und ich kann das beurteilen,

weil ich schon viele Coaches in meinem

Leben hatte. Ob das andere auch so sehen,

was das mit meinem Image tut oder nicht

– völlig egal. Ich habe Dinge immer anders

gemacht als andere, und wenn man sich

ansieht, was dabei rausgekommen ist,

war das nicht verkehrt.

Zum Beispiel eröffnete Ihre Zusammenarbeit

mit Ivan Lendl die Ära der „Super-

Coaches“ mit Edberg an Federers Seite,

Becker bei Djokovic, Chang bei

Nishikori. Sie waren Trendsetter …

… jeder vergisst, wie überrascht die Leute

damals waren! Einen ehemaligen Superstar

als Coach zu verpflichten war total

unüblich. Aber ich fand, das war der

richtige Schritt für mich.

Starten Sie jetzt den nächsten Trend?

Sitzen in drei Jahren nur Frauen in den

Coaching-Boxen?

Bei den Damen hat es schon begonnen,

mit Lindsay Davenport und Martina

Navratilova als Coaches, und ich glaube

auch, dass sich bei den Männern etwas

ändern wird. Es wird aber dauern. Viele

warten auch ab, wie erfolgreich das mit

Amélie und mir wird. Wir stehen auch in

dieser Hinsicht unter Beobachtung.

Sie haben sich in der Szene sogar den

Ruf eines Feministen erworben. Nicht

nur weil Sie Ihre Trainerin gegen Kritiker

verteidigt haben, auch weil Sie sich

als Fan des Damen-Tennis geoutet haben,

was unter männlichen Profis sehr

ungewöhnlich ist. Sie haben das Thema

Gleichberechtigung angesprochen …

Hat Sie Ihre Coach-Entscheidung zum

Feministen werden lassen?

(Lange Pause.) Gute Frage. Vielleicht.

Mich haben viele Reaktionen sehr

geärgert. Weil sie unglaublich ungerecht

waren, weil sie keinen Platz mehr in

unserer Zeit haben sollten. Und ich sehe

Dinge jetzt anders als vor einem Jahr. Mir

ist wichtig geworden, dass Frauen eine

faire Chance bekommen. Wie sehr das

noch nicht so ist, habe ich erst durch die

Arbeit mit Amélie gesehen, das ist richtig.

Und wenn jemand, dem es wichtig ist,

dass alle die gleichen Rechte haben, ein

Feminist ist, dann bin ich das, ja, dann

bin ich ein Feminist.

andymurray.com

THE RED BULLETIN 63


Ich bin

Rhonda

Wo steigen die besten Partys von Los Angeles? Mal im Luxushotel,

mal in der Mafiabar. Aber immer steht ein Fabelwesen im Mittelpunkt.

TEXT: ANN DONAHUE BILDER: LASTNIGHTSPARTY


Kennen wir uns?

Alle diese Frauen sind

Rhonda – und doch ist

es keine davon. Rhonda

International ist eine

Event-Reihe für Dance-

Musik in Los Angeles.

65


Wildes Mädchen ...

Rhonda Pop-up Events bringen

aufreizende House- und

Disco-Beats an viele Locations

in Los Angeles, darunter

das Roosevelt Hotel und der

Los Globos Nightclub.

„Musik ist die

Naturgewalt,

die uns alle

vereint.“

— Merlin Bronques

66


... schüttel dein

Haar für mich

Rhonda steht für, wie es

heißt, „polysexuelle

Party-Orgien“: Homo?

Hetero? Völlig egal.

„Hier kannst du

einfach alles

tun, wonach dir

gerade ist.“

— Merlin Bronques, Fotograf bei

LastNightsParty.com


„An Freaks gibt’s

hier wahrlich

keinen Mangel.“

— Merlin Bronques

Party-Kolonien

Expansiv feiern: Neben

L. A. rockt Rhonda mittlerweile

auch Miami,

New York und Toronto.

Sie liebt den DJ

Auf den Rhonda Events

haben bereits Kaliber

wie Seven Davis Jr.,

Hot Chip, Honey Dijon,

Jackmaster und Peanut

Butter Wolf aufgelegt.


„Es gab keinen verdammten

Ort, an dem wir zu unserer

Musik abgehen konnten.“

the red bulletin: Also wer zum Teufel ist diese

Rhonda nun eigentlich? Ich glaube, eine Menge

Leute würden sie gerne kennenlernen.

gregory alexander, mitbegründer von rhonda

international: Wenn uns Leute im Club nach ihr

fragen, dann tun wir so, als ob es sie wirklich gäbe –

aber in Interviews verraten wir, dass Rhonda nur

in unseren Köpfen existiert. Wir haben Rhonda als

geheimnisumwittertes Wesen erschaffen, das ein

Gefühl von der Stimmung im Club vermittelt.

loren granic, mitbegründer von rhonda

international: Rhonda ist mehr als ein DJ und ein

Soundsystem. Rhonda ist eine Idee, die auf magische

Weise Menschen bewegt, ganz unabhängig vom Ort.

Wie kam Rhonda zur Welt?

Gregory und ich sind schon lange Freunde. Er ist

schwul, ich bin hetero. Das hieß für uns: Die Clubs,

in die wir gingen, passten entweder zu seinen oder

zu meinen Freunden. Das haben wir einfach nicht

gerafft. Es gab keinen verdammten Ort, an dem wir

gemeinsam zu unserer Musik abgehen konnten.

Ihr hättet ja auch einen Club gründen können.

Doch ihr habt Rhonda erschaffen, als humanoides

Partywesen, das durch Raum und Zeit reisen

kann und die Leute zum Tanzen bringt.

granic: Eine schräge Idee war das damals schon.

Aber mit der Stimme einer Person für eine Organisation

zu sprechen ergab einfach Sinn. Auch wenn das

damals noch völlig unüblich war.

Wie sahen eure ersten Events aus?

granic: Wir wollten an abgefahrene Locations rankommen.

Es begann mit „Guatelinda“ in East Hollywood,

einer Bar der guatemaltekischen Mafia in

pseudochinesischem Look. Wir gingen einfach rein,

sprachen mit den Typen dort. Sie meinten zunächst:

„Wir kennen euch nicht.“ Aber sie hörten sich an,

was wir zu sagen hatten.

Und jetzt, sieben Jahre später?

alexander: Wir sind dafür bekannt, ganze Hotels

zu kapern – das Mondrian am Sunset Boulevard

rocken wir zum Beispiel mitsamt seinem berühmten

Herringbone-Restaurant am 24. Mai zum ersten Mal,

mit Pool-Party und allem Drum und Dran.

www.rhondainternational.com

69


Daniel Ricciardo für Pepe Jeans London


See it. Get it. Do it.

ACTION!

TRAVEL

SCAD

FREEFALL,

SOWETO

Das Kraftwerk, das

Adrenalin produziert

Ins Nichts fallen, mit

100 km/h, ohne Bungee-

Seil. Geht. Auch wenn

man am Leben hängt.

Auf einen Sprung nach

Südafrika, in ein stillgelegtes

Kraftwerk.

HERMAN VERWEY

72

TRAVEL

74

GEAR

76

CULTURE

80

WHEELS

82

HOW TO

84

EVENTS

71


ACTION

SCAD ist die Abkürzung für

suspended catch air device,

fühlt sich an wie Bungee-Jumping

ohne Seil und ist etwas ziemlich

Seltenes: Weltweit gibt es nur einige

wenige Möglichkeiten, SCAD zu erleben.

Eine davon: das Vertical Adventure

Centre der Orlando Towers in Soweto

in Johannesburg. Das weltweit einzige

SCAD-System im stillgelegten Kühlturm

eines Kernkraftwerks erlaubt 70 Meter

freien Fall. Mehr gibt es nirgendwo sonst

auf der Welt.

70 Meter, 100 km/h, kein Seil … berechtigte

Frage: Warum überlebt man

das? Weil der Sprung durch ein riesiges

Auffangnetz gebremst wird, das dem

ganzen System seinen Namen gibt.

SCAD heißt das gespannte Sicherheitsnetz

aus luftgefüllten Schläuchen und

einem ausgeklügelten Brems- und Federungssystem,

das den Sturzflug ohne

gesundheitliche Negativfolgen beendet.

Doch zuvor geht es im baumelnden

Metallkäfig inmitten eines der beiden

100 Meter hohen Betonschläuche bis

ganz nach oben. Dort hängt man dann

ausgesetzt und ein wenig verloren. Das

Einzige zwischen dir und dem unvergesslichsten

Rausch deines Lebens ist ein

spezielles Sicherungsgeschirr, das einen

kontrollierten Fall erlaubt – nicht mehr als

ein Gurt an einer Schnelllösevorrichtung.

Der Countdown beginnt bei fünf. Bei

null lässt dich der Ausbildner, den sie

hier Jumpmaster nennen, los.

„Da ist wirklich nichts zwischen dir

und dem Netz“, sagt Nick Avery, ein

21-jähriger Student aus Philadelphia von

der US-Ostküste, der den Fall während

eines Studienaufenthalts in Südafrika

machte. „Weil du rückwärts fällst, hast

du keinen Schimmer, wann du im Netz

landest. Es ist eine irre Erfahrung, einer

der verrücktesten Ritte auf diesem

Planeten. Wenn du ein Gefühl von Besinnungslosigkeit

haben oder wissen möchtest,

wie sich dein Todesschrei anhört,

dann bist du hier richtig.“

Das Netz bremst den Fall erstaunlich

komfortabel. „Du kriegst gerade einmal

mit, wie sich der Fall verlangsamt“, sagt

Avery. „Das macht das Ganze noch einmal

intensiver.“

DER INSIDER

„Erfahrenere Springer können

auch Vorwärts- und Rückwärtssalti

lernen“, sagt Towers-Manager Nico

Myburg. „Es ist dem Jumpmaster

überlassen, ob er es dir zutraut, aber

fragen kann man ihn auf jeden Fall.“

TRAVEL

Soweto,

Südafrika

Johannesburg

Lust auf freien Fall?

Alle Infos:

orlandotowers.co.za

„HIER

ERFÄHRST

DU, WIE DEIN

TODESSCHREI

KLINGT.“

SOWETO

Worauf man

sonst noch

fliegt

Futtern

Im nahe gelegenen

Lokal Chaf-Pozi werden

südafrikanische Traditionsgerichte

wie Samp

(zerstoßener Mais, oft

mit Bohnen serviert)

auf dem Braai, einer

Art südafrikanischem

Barbecue, zubereitet.

Am besten erst nach

dem Sprung probieren.

chafpozi.co.za

Fliegen

Nach einigen Routinechecks,

Belehrungen

und Ratschlägen von

Experten geht es mit

einem Helikopter in

die Lüfte von Johannesburg.

Nach einer

halben Stunde darfst

du das Steuer übernehmen.

sa-venues.com

Fürchten

Schwimm im Revier

von bis zu vier Meter

langen Nilkrokodilen.

Ein robuster Käfig

schützt dich vor Bissen,

die bis zu viermal

so stark wie die eines

Weißen Hais sind.

cango.co.za

HERMAN VERWEY (3), CHRIS ACHESON, ARTHUR EDWARDS

72 THE RED BULLETIN


Surftravel f or everyone who loveS S urfing

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ACTION

GEAR

Der gelbe Sekundenzeiger der

Omega Seamaster Aqua Terra

150 M trägt das Wappen der

Bond-Familie auf seiner Spitze.

Der Rotor der Automatikuhr

erinnert im Design an einen

Pistolenlauf.

GEHEIMWAFFE Eine Uhr im Dienste Ihrer Majestät

Ian Fleming, der „Vater“ von James Bond, meinte: „Die Uhrenwahl eines Gentleman sagt so viel über ihn aus wie sein Savile-Row-Anzug.“

Es ist also keine Überraschung, dass 007 in den 23 bisherigen Bond-Filmen nur außergewöhnliche Chronometer trug. Von 1962 bis 1974

war es meist eine Rolex, wie von Fleming vorgesehen. Ab 1977 schmiegte sich eine Seiko für fünf Filme an Bonds Handgelenk. Mit dem

modernen Bond verbindet man Omega-Uhren, die erstmals 1995 Pierce Brosnan in „GoldenEye“ durch alle Herausforderungen des Geheimagentendaseins

begleiteten. Im November kommt Bond-Streifen Nummer 24, „Spectre“ – aus diesem Anlass wurden 15.007 limitierte

Omega Seamaster Aqua Terra 150 M aus Stahl gefertigt. Daniel Craig wird sich auch in seiner vierten Mission eher auf seine Fäuste als auf

Gadgets verlassen, und auch sein 41,5-mm-Zeitmesser ist bereit, seinen Mann zu stehen: wasserfest bis 150 Meter, widerstandsfähiger

gegen Magnetfelder als jede andere Armbanduhr (bis 15.007 Milligauß, das ist 250-mal so viel wie der Durchschnitt). omegawatches.com

ELVIS MEETS PORSCHE

Von Musik und Motorsport inspirierte Uhren

Hamilton Ventura

Elvis 80

1961 trug Elvis eine Hamilton

Ventura im Film „Blue

Hawaii“. In Gedenken an

seinen Geburtstag – dieses

Jahr wäre der „King“ achtzig

geworden – hat Hamilton

eine auffällige Special

Edition mit Automatik und

80 Stunden Leistungsreserve

herausgebracht.

hamiltonwatch.com

Oris Audi Sport

Limited Edition II

Leichtes Titaniumgehäuse,

das Bild eines Audi R18

e-tron quattro auf der

Rückseite, 10-Minuten-

Countdown-Funktion,

„limited“ heißt: begrenzt

auf 2000 Stück. oris.ch

Porsche Design

Chronotimer

Series 1

Der weltbekannte Designer

Ferdinand A. Porsche

schuf 1972 den ersten

schwarzen Chronographen

und 1980 die allererste

Armbanduhr aus Titanium.

Dieses neue, wasserdichte

42-mm-Modell ist eine

elegante Synthese zweier

Vorreiter ihrer Zeit.

porsche-design.com

74 THE RED BULLETIN


Peter Habeler

Alpinismus-Legende

Jakob Schubert

Overall Lead World Cup Champ

David Lama

Extrembergsteiger

gloryfy I-Flex

gloryfy G-Flex

gloryfy G3 red sky

MADE IN AUSTRIA


ACTION

Chris Pratt

(hier in „Jurassic

World“) hat

den Blick nach

oben gerichtet.

CULTURE

MANTEL DER

HOFFNUNG

The „Dark Knight“ ist

(wieder) zurück im

bisher gewaltigsten

„Arkham“-Spiel.

„Batman: Arkham Knight“ ist der vierte

Teil der „Batman: Arkham“-Reihe und

eines der am ungeduldigsten erwarteten

Spiele des Jahres. Diesmal wurden

Gothams gesetzestreue Bürger evakuiert,

und das verbliebene Gesindel unter

der Führung von Scarecrow will die

Stadt und ihren Beschützer endgültig

plattmachen. Gotham selbst ist einer

der Stars des Spiels: Fünfmal größer

als in „Arkham City“, großartig und

groß genug für viele Stunden des Erkundens.

Kann das noch getoppt werden?

Ja! Mit einer Fahrt im Batmobil.

Weltweiter Release ab 2. Juni für PS4,

Xbox One, Windows und Linux.

batmanarkhamknight.com

DER AUFSTIEG

DES CHRIS PRATT

Er ist der Chris der Stunde. Vielleicht wird mit

„Jurassic World“ sogar noch mehr aus ihm.

Bis vergangenen Sommer gab es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten,

den 35-jährigen Chris Pratt wahrgenommen zu haben:

Entweder kannte man ihn persönlich. Oder man hatte ihn

in der Rolle des Andy Dwyer in der (zu Recht hochgelobten)

US-Sitcom „Parks and Recreation“ gesehen.

Sogar 2014, als ihm mit zwei Hauptrollen der Durchbruch

gelang, war er nur in einer davon zu sehen, nämlich in „Guardians

of the Galaxy“ an der Seite von CGI-Waschbären und

sprechenden Bäumen. In „The Lego Movie“ hatte er davor dem

animierten Emmet Brickowski lediglich die Stimme geliehen.

Mit der Hauptrolle in „Jurassic World“ setzt er nun den

nächsten Schritt auf der Star-Leiter. Ein wenig fehlt es noch

an der entsprechenden Anerkennung, denn Chris Pratt wird

immer noch allzu gerne in einen Topf geworfen mit Blockbuster-Größen

wie Chris Evans, Chris Pine und Chris Hemsworth.

Bei den vier Chrissen, so heißt es, handelt es sich um

austauschbare hohlwangige Actionheld-Klone aus einem

Hollywood-Labor.

Wir widerstehen dem Reiz seines Vornamens und meinen,

Pratt passt nicht in diese Gruppe. Weil er bisher keine Kultfigur

mit Charisma-Boost wie Captain Kirk (Evans), Captain

America (Pine) oder Thor (Hemsworth) verkörpert hat. Und

weil er – im Gegensatz zu den anderen Chrissen – noch keine

wegen missglückter Film-Wahl auf den Deckel bekam. Bisher

ging es stets nach oben.

Im Januar wurde Pratt als möglicher Indiana-Jones-Nachfolger

von Harrison Ford genannt. Zugegeben, das Internet

ging davon nicht kaputt. Aber Pratt ist eine heiße Aktie: 2015

könnte „Jurassic World“ einschlagen, 2017 steht „GOTG2“

an, und vielleicht geht sich ja davor noch ein Remake von

The Magnificent Seven“ aus. „Jurassic World“ kommt weltweit

ab dem 10. Juni in die Kinos. jurassicworld.com

„Batman:

Arkham Knight“

KEEP ON

WALKING

Vermisst du deine

liebste Zombie-Serie?

Hol dir die Untoten

im Originalformat.

Die Wartezeit zwischen dem spektakulären

Ende von Staffel fünf und der

wahrscheinlich im Oktober startenden

sechsten Staffel können sich „Walking

Dead“-Fans mit der Originalvorlage

der Serie verkürzen. Ende Mai erscheint

die 141. Ausgabe des „The

Walking Dead“-Comics (bereits

veröffentlichte Nummern sind in

Sammelausgaben erhältlich). Der

36-jährige Robert Kirkman aus Kentucky

ist Mitschöpfer, Drehbuchautor

und Produzent und hat jede Ausgabe

seit der ersten im Oktober 2003 geschrieben

– eine beachtliche Leistung

im modernen Comic-Geschäft. Die

Handlung der Comics ähnelt jener der

TV‐Serie, die Unterschiede zu finden

ist nur eine der Freuden der Lektüre.

thewalkingdead.com

REX FEATURES

76 THE RED BULLETIN


lue

SURF, TRAVEL, CREATIVE LIVING

— MMXV —

SYLT

60 JAHRE SURFEN IN DEUTSCHLAND

INTERVIEW

DANE REYNOLDS

TRAVEL

BOAT TRIPPIN’ IM INDISCHEN OZEAN

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ACTION

Marvin Gaye

„What’s Going On“

CULTURE

THE PLAYLIST

RAEKWON

Corey Woods alias Raekwon war 23, als er zum Rap-Superstar aufstieg:

Mit acht New Yorker Jugendfreunden schuf er 1993 als Wu-

Tang Clan ein wuchtiges Album, das Gangster-Geschichten mit Shaolin-Sagen

kreuzte. „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ gilt heute als

Hip-Hop-Klassiker, genau wie Raekwons zwei Jahre später erschienenes

Solo-Debüt „Only Built 4 Cuban Linx …“, auf dem er das Genre

Mafioso-Rap erfand. Seine Straßenvergangenheit hat der mittlerweile

45-Jährige hinter sich gelassen. Auf seiner neuen Platte „Fly

International Luxurious Art“ ließ er sich von zeitgenössischer Kunst

inspirieren. Welche Songs sein Leben geprägt haben, erzählt er hier.

Marvin hatte eine große Vision,

als er dieses Album aufnahm:

Er wollte die Gesellschaft aufrütteln,

indem er auf soziale

Missstände in US-Metropolen

hinwies. Obwohl die Platte schon

unglaubliche 44 Jahre alt ist, sind

viele der Themen darauf aktueller

denn je. Marvins Weitsicht und

sein Mut inspirieren mich ständig. Mein Geist braucht dieses

Album zum Überleben wie mein Körper Vitamine.

Eric B & Rakim

„Paid in Full“

Als die Platte 1987 erschien, war

ich siebzehn. Und sie brachte

mir mehr über das Leben bei als

meine Eltern. Rakim rappte über

das Leben auf den Straßen von

New York. Ich konnte mich damit

identifizieren. Seine Texte hatten

Witz und waren gespickt mit

Weisheiten. Für mich war Rakim

damals der Muhammad Ali des Hip-Hop. Jedes seiner Worte

saß wie ein Faustschlag.

LESE-

STOFF

Pharrell Williams

plant eine Kinderbuchserie,

basierend

auf seinem Hit

„Happy“. Bei diesen

drei Kollegen kann

er sich dafür etwas

abschauen.

Keith Richards

Seit 2014 ist der Mann

mit dem wildesten

Lebensstil der Rock-

Geschichte auch Kinderbuchautor.

In dieser

autobiografischen

Geschichte erzählt

Richards von seinem

Großvater, der ihm die

erste Gitarre schenkte.

Mary J. Blige

„My Life“

Dieses Album lehrte mich, Frauen

zu respektieren. In meiner Jugend

war ich kein Gentleman. Wenn

mir Frauen auf die Nerven gingen

oder zu viel Aufmerksamkeit verlangten,

servierte ich sie ohne

Zögern ab. Erst Marys Texte halfen

mir zu verstehen, wie Frauen

ticken. Dass sie es verdienen,

wie Königinnen behandelt zu werden. Dieses Album hat

mich zu einem besseren Menschen gemacht.

Stevie Wonder

„Songs in the Key of Life“

Ich liebte Stevies Musik schon als

Kind. Angeblich fragte ich meine

Eltern damals: „Wie kann jemand,

der die Welt nicht sieht, so viel

über sie wissen?“ Vor einigen

Jahren traf ich Stevie bei einer

Award-Show persönlich. Ich war

so aufgeregt, dass ich keinen

Ton herausbrachte. Er lächelte

bloß und meinte: „Ich bin ein Wu-Tang-Fan.“ Das war einer

der besten Momente meines Lebens.

Courtney Love

Dass eine Skandal-

Rockerin wie Love kein

braves Kinderbuch

schreibt, ist klar: In

ihrem Manga-Comic

von 2004 kämpft eine

Alien-Amazone namens

Princess Ai gegen

Dämonen und rockt

nachts die Musikclubs

von Tokio.

Wu-Tang Clan

„Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“

Wenn es um Alben geht, die mein

Leben geprägt haben, darf dieses

auf keinen Fall fehlen. Es öffnete

mir und acht Freunden die Türe

zur einer Karriere als Musiker.

Als wir die Platte aufnahmen,

waren wir jung. Wir rappten, was

uns gerade in den Sinn kam.

Gerade seine Unbeschwertheit

macht dieses Album so einmalig. Wenn wir die alten Tracks

live spielen, dann flippt das Publikum noch heute aus.

ALL-IN-ONE

Artiphon Instrument 1

Dieser gitarrenbrettgroße Controller heißt

Artiphon und ist das erste multifunktionale

Musikinstrument der Welt. Angesteckt an das

iPad, lässt sich zunächst per App festlegen,

nach welchem Instrument es klingen soll, und

entsprechend spielt man das Gerät: wie eine

Geige in die Halsbeuge geklemmt, wie eine

akustische Gitarre am Oberschenkel oder

wie ein Keyboard am Schoß. Der Verkauf

des Allrounders beginnt im Herbst.

Vorbestellungen unter: artiphon.com

Madonna

Mit sechs Büchern ist sie

die erfahrenste Kinderbuchautorin

unter den

Popstars. Madonnas

Debüt „The English

Roses“ (2003) verkaufte

sich eine halbe Million

Mal und wurde in vierzig

Sprachen übersetzt.

78 THE RED BULLETIN


DIE GANZE WELT AM HANDGELENK.

EINFACHE BEDIENUNG VIA BLUETOOTH.

DUALE ZEITANZEIGE FÜR 300 STÄDTE.

„Es geht nicht darum,

Standards zu entsprechen.

Sondern immer wieder

neue zu setzen.“

Christian Horner, Teamchef Infiniti Red Bull Racing.

EQB-500D-1AER

• Smartphone-Link • Duale Zeitanzeige • Stoppuhr

• Alarm • Phone-Finder • Solarbetrieb • Vibrationsresistent

EDIFICE – getragen vom vierfachen Weltmeisterteam Infiniti Red Bull Racing.

edifice-eqb500.de


ACTION

WHEELS

FEINE

EXTRAS

… für ein

Fahrerlebnis

auf neuem

Level

HEISS WIE EIN VULKAN …

… heut verbrenn ich mich daran.

Das ist kein Concept Car. Das Ding ist ernst gemeint. Sehr ernst.

Das ist der Aston Martin Vulcan: Kohlefaser-Monocoque, Carbon-

Karosserie, der 7-Liter-V12-Frontmotor produziert mehr PS als

ein Formel-1-Motor, nämlich über 800. Damit schleudern die

Hinterräder jede Straße gnadenlos weg.

Aston Martin stellte seinen jüngsten Supersportwagen beim

Genfer Autosalon vor und betonte, dass das Design intern entstand

und „die Designsprache bereits einen Vorgeschmack auf

die nächste Generation der Sportwagen von Aston Martin gibt“.

Solche Sätze hört man auf Automessen relativ oft, weil die Hersteller

vorfühlen wollen, ob ihre Zukunftsvisionen ankommen.

Der Vulcan ist in dieser Hinsicht eine schlaue Ausnahme: ein

Concept Car, das sich kaufen lässt. (Zumindest theoretisch. Man

hört von Preisen jenseits der zwei Millionen.)

Seine Power lässt die Grenzen der fahrerischen Fähigkeiten

derer, die sich den Vulcan leisten können, möglicherweise früher

auf dem Horizont auftauchen als die nächste Kurve. Aston Martin

zeigt sich aber beruhigend fürsorglich: Es sind Rennstrecken-

Fahrtrainings für die Käufer der 24 in Produktion befindlichen

Vulcans vorgesehen. astonmartin.com

Aston Martin Vulcan: schön schnell

FAST WIE MARC

Honda CBR 1000 RR

Fireblade

181 PS, vollgetankt 200 Kilo,

perfektes Handling: Die aktuelle

Generation der Honda Fireblade ist

eine Macht auf der Rennstrecke.

Technik, die sich aus dem Grand-

Prix-Sport ableitet, feinste Komponenten,

kluge, auf maximale Performance

ausgelegte Elektronik,

Renn-ABS mit Brake-by-Wire, Anti-

Hopping-Kupplung gegen brenzlige

Momente beim Zurückschalten unter

vollem Bremsdruck, dazu ein Digitalcockpit,

das keine Fragen offenlässt.

Noch ein Stück begehrenswerter:

die Fireblade SP, die mit Öhlins-

Federelementen, Monobloc-Bremsen,

superscharfer Geometrie und Einzelheck

Königin jedes Fahrerlagers ist

– ganz besonders natürlich wegen

des exklusiven Marc-Márquez-

Designs. www.honda.at

Ford AppLink

Goal Live Scores

Ford SYNC mit AppLink

ist Fords Auftritt in

Sachen Stimmerkennung.

Die App hält über

die aktuellen Zwischenstände

in Europas Top-

Fußballligen und -Cups

auf dem Laufenden.

at.ford.com

Yamaha Racing

Collection

by TW Steel

Best-Zeit, sozusagen:

eine branchenübergreifende

Zusammenarbeit,

die MotoGP-Fans und

Liebhaber großer Uhren

gleichermaßen erfreut.

twsteel.com

Bowers &

Wilkins P5

Maserati Edition

Erstklassige Bügelhörer

der Audio-Spezialisten

von Bowers & Wilkins,

entsprechend edel

gefertigt in blauem

Maserati-Leder.

bowers-wilkins.com

80 THE RED BULLETIN


ACTION

HOW TO

ARBEITEN

IM ALL

540 bis 550 Menschen

waren schon im All (je

nach zählender Organisation).

Davon haben etwas

mehr als 200 ihr Raumschiff

verlassen, und nur

drei davon haben mehr

Ausflüge auf dem Konto

als Rick Mastracchio mit

seinen neun EVAs (extra

vehicular activities, also

Außenbordeinsätzen). Der

55-jährige Amerikaner

hat mehr als 53 Stunden

auf Weltraumspaziergängen

verbracht. „Es ist

nicht wie das Gehopse

in ‚Gravity‘“, sagt er.

„Den Film habe ich mir

vergangenes Jahr im

Orbit an Bord der International

Space Station

angesehen, vor einem

weiteren Spaziergang.

Der Film war durchaus

unterhaltsam, aber nicht

realistisch.“ Sich richtig

im All bewegen geht

nämlich so …

1Greif nach

den Sternen

„Du bist im luftleeren

Raum in einem sperrigen

Druckanzug. Es

ist sehr schwer, dich

zu bewegen, vor allem

die Hände. Es hilft,

groß zu sein und lange

Arme zu haben: Je

größer deine Reichweite

ist, desto einfacher

fällt es dir,

deine Arbeit im Raumanzug

zu tun.“

2Trainiere

deinen Körper

„Deine Schultern und

Unterarme müssen

sehr stark sein, weil

du da draußen manchmal

sieben bis acht

Stunden an der Oberfläche

der Raumstation

herumkriechst.

‚Weltraumspaziergang‘

ist also gar nicht der

richtige Begriff, es

müsste eigentlich

‚Weltraumkriechen‘

heißen.“

3Beherrsche

Werkzeuge

„… denn die Außeneinsätze

haben viel mit

Handwerk zu tun. Du

schraubst herum wie

ein Monteur. Wenn du

ein Auto ausschlachten

kannst, hast du gute

Voraussetzungen für

den Job.“

4Löse

Probleme

„… bevor sie entstehen.

Du musst

zehn Minuten vorausdenken,

an deine

nächste Aufgabe, wo

dein Partner dann sein

wird. Natürlich gibt es

noch die Bodencrew,

aber bei fast jedem

Ausflug passiert etwas

Unerwartetes: Ein

Bolzen lässt sich nicht

lösen, die Verbindung

mit einem Stecker

klappt nicht, oder

sonst was.“

5Vergiss deine

Zweifel

„Für gewöhnlich bist

du so beschäftigt,

dass du keine Zeit

hast, an all die Dinge

zu denken, die schiefgehen

könnten. Aber

trotzdem: Manchmal

musst du dich selbst

davon überzeugen,

dass du nicht runterfällst,

wenn du loslässt.

Du kennst die

Gesetze der Physik,

dennoch spielt dir die

Vorstellung manchmal

einen Streich.“

MARK THOMAS

82 THE RED BULLETIN


ADRENALIN

BILDER, DIE DIR

DEN ATEM RAUBEN

GENIAL

MENSCHEN, DIE

DIE WELT VERÄNDERN

EXTREM

ABENTEUER, DIE

GRENZEN SPRENGEN

DEIN

MOMENT.

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ACTION

EVENTS

Siegfähig: Mercedes

SLS AMG GT3 von

Rowe Racing

24 H-RENNEN

NÜRBURGRING

Der Klassiker am 16. und 17. Mai:

Race-Action und Zeltplatz-Party.

Spannende Ausgangslage der 43. Auflage des

Langstreckenrennens auf der wohl schwierigsten

Strecke der Welt: Vorjahressieger Audi greift mit

dem neuen R8 an, während Mercedes zum letzten

Mal auf den bewährten SLS AMG setzt. Seine

Abschiedstour gibt auch der BMW Z4, und Evergreen

Porsche ist immer für einen Sieg gut. Neu

am Ring ist Bentley: Der britische Nobel-Hersteller

geht das Rennen in diesem Jahr besonders offensiv

an und rückt mit viel Budget und Manpower in

der Eifel an. Favoriten sind nicht auszumachen.

Man muss sich das schon selbst anschauen.

24h-rennen.de

„NICHT PLANEN“

Nico Bastian gilt als Heißsporn

– aber einer mit

Erfahrung: der schnelle

Mann von Rowe Racing

über die Herausforderung

des Rennens.

Nico Bastian:

„Über 2000

Runden“

Die 24 Stunden in drei Worten …

Atemberaubend, anstrengend, emotional.

Welches Gefühl überwiegt?

Wenn du am Podest stehst, völlig kaputt und

glücklich, und in die Gesichter des Teams blickst,

die so viel für das Rennen gegeben haben, dann

überwiegt der emotionale Aspekt doch deutlich.

Wie bereitet man sich vor?

Durch Fitness, gute Ernährung und Lockerheit.

Wenn du glaubst, das Rennen planen zu können,

geht garantiert etwas in die Hose. Erfahrung

hilft auch. Ich bin deutlich über 2000 Runden

auf der Nordschleife gefahren.

Wo kann man sich auf der Strecke ausruhen?

Nirgends. Nicht einmal auf der scheinbar ewig

langen Geraden zum Schluss auf der Döttinger

Höhe. Der Asphalt ist dort sehr wellig, und du

bist damit beschäftigt, das Auto bei 250 km/h

überhaupt auf der Straße zu halten.

Die schwierigste Stelle?

Es gibt keine leichten Stellen. Ich sage immer,

die Nordschleife ist ein Stadtkurs – ohne Stadt.

Die schönste Zeit des Rennens?

Abends, wenn die Party losgeht. Aus dem

Augenwinkel bekommst du das Feuerwerk mit,

du riechst die Feuer und die Grillwürstel.

Dein emotionalstes Erlebnis hier?

Der Sieg beim 6-Stunden-Rennen mit Rowe

Racing 2013. Sportlich war der dritte Platz im

Vorjahr wertvoller, aber ein Sieg ist eben ein Sieg.

ROWE RACING(2), BMW(2), STEFAN ECKHARDT, JEAN MICHEL LE MEUR, FERDI KRÄLING

84 THE RED BULLETIN


Martin Tomczyk:

„Gibt es nirgendwo

sonst.“

„IMMER PUSHEN“

Martin Tomczyk, der DTM-

Champion des Jahres 2011, ist

heiß auf seinen ersten Sieg

auf der Nordschleife.

Sie fahren im Team Schubert mit einem

BMW Z4 GT3. Was habt ihr vor?

Gewinnen! Es ist das letzte Jahr mit diesem

Auto, wir kennen seine Stärken sehr gut und

haben das Set-up sehr weit entwickelt.

Wie würden Sie einem Laien Ihr Fahrzeug

erklären?

Der BMW Z4 GT3 basiert auf dem Serienauto –

im Gegensatz etwa zum reinen Rennfahrzeug

BMW M4 aus der DTM, wo wir mehr Aerodynamik,

höhere Kurvengeschwindigkeiten und

spätere Bremspunkte haben. Das GT3-Auto

verzeiht dafür mit Traktionskontrolle und ABS

mehr Fehler, was bei einem 24-Stunden-Rennen

sicher kein Nachteil ist.

Wo liegen die Risiken?

Du musst bei jedem Stint deine Leistung bringen.

Langsam fahren gibt es nicht, du musst

immer pushen. Dazu kommen die Tücken der

Strecke und der große Leistungsunterschied

zwischen den einzelnen Kategorien.

Deine Lieblingspassage an der Strecke?

Hohe Acht und Wippermann. Der Höhenunterschied

und wie du hier voll durch den Wald

rauschst – das gibt es nirgendwo sonst. Die

Nordschleife fordert dich als Fahrer mehr als

jede andere Strecke.

EXTRA­

RUNDEN

Das

Programm

am langen

Rennwochenende

ADAC 24h

Classic

Ein absolutes Fan-

Highlight, bei dem man

die legendären Geräte

von einst drei Stunden

lang fliegen lässt. Zugelassen

in verschiedenen

Klassen sind Oldtimer

der Baujahre 1947

bis 1991.

TECHNIK IM DETAIL

Das steckt unter der Hülle des BMW Z4 GT3.

BREMSEN

Rennbremsen mit

Scheiben aus Stahl.

GETRIEBE

Sequenziell, 6 Gänge,

Schaltwippe am Lenkrad.

MOTOR

8 Zylinder, 4361 ccm,

ca. 508 PS (Reglement

reduziert Leistung um 5 %).

WTCC

Die Tourenwagen-WM

mit dem zum Rundstrecken-Sport

konvertierten

neunfachen Rallye-

Weltmeister Sébastien

Loeb garantiert Motorsport

vom Feinsten.

KAROSSERIE

Stahlblech. Front- und

Heckschürze, Motorhaube,

Dach, Kotflügel und

Spoiler bestehen aus

Gewichtsgründen aus

kohlefaserverstärktem

Kunststoff (CFK).

SITZPOSITION

Idealerweise hat das

Fahrerteam ähnliche

Körpermaße. Wenn nicht,

müssen nämlich Schalensitz,

Pedalerie und Lenkrad

bei jedem Boxenstopp

angepasst werden.

ORIGINAL

An vielen Details darf laut

Reglement nichts verändert

werden. Man fährt

z. B. mit dem originalen

Kabelbaum.

FAHRHILFEN

ABS und Traktionskontrolle

sind erlaubt und

gerade bei 24-Stunden-

Rennen gern akzeptiert.

Porsche

Carrera Cup

Der hochkarätige

Markenpokal lockt mit

rustikaler Action Türschnalle

an Türschnalle.

Gefahren wird im

Porsche 911 GT3 Cup –

mit immerhin satten

460 PS im Heck.

THE RED BULLETIN 85


ACTION

EVENTS

Weltmeister Marc

Márquez siegte nach

2013 auch im Vorjahr

am Sachsenring.

10. – 12. 7. MotoGP Deutschland Sachsenring

22. – 25. 5.

iXS Dirt Masters

Festival

Bikepark Winterberg

Europas größtes MTB-Freeride-Festival

lockt jährlich

35.000 Zuschauer in den

Bikepark Winterberg. In

Action zu sehen: Weltklasse-

Biker in den Disziplinen Fourcross,

Slopestyle, Enduro

oder Downhill (mit Topstar

Florent Payet). Bonus: die

Expo-Area mit 180 Labels, wo

u. a. Freeridestar Bobby Root

neue ROSE Bikes vorstellt.

dirtmasters-festival.de

Die weltweit größte Rennserie auf zwei Rädern

macht Station in Deutschland. Auf dem legendären

Sachsenring – mit den zahlreichen Geraden ein extrem

schneller Kurs – werden Stars wie Weltmeister

Marc Márquez, Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und

Stefan Bradl vor rund 200.000 Zuschauern um

WM-Punkte kämpfen. Was die Fans erwartet: spektakuläre

Duelle und Überholmanöver bei Geschwindigkeiten

bis 270 km/h. Neben der Königsklasse

MotoGP (1000 cm³) startet man in der

Moto3- (250 cm³) und Moto2-Klasse

(600 cm³) – mit den Deutschen Sandro

Cortese, Jonas Folger, Florian Alt und

Marcel Schrötter. sachsenring-gp.de

3. – 6. 6.

Ruhr Games

Ruhrgebiet/mehrere Orte

Premiere eines einzigartigen

Sport- und Kulturevents.

Die Ruhr Games laden über

10.000 talentierte Jugendliche

aus Europa ein, sich in

unterschiedliche Sportarten

(wie Fußball, Kanu, BMX) zu

messen sowie auf Graffiti

Walls und in Poetry Slams zu

performen. Highlights: Show-

Finals und ein Jan-Delay-Gig.

Ruhr Games:

Jan Delay live

GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL, PAUL RIPKE, ADRIALPE-MEDIA, GETTY IMAGES, MICHAEL KREMER/RED BULL CONTENT POOL

86


Auf DVD ab 29. 5.

„Attention – A Life

in Extremes“

Einmalige Vorführung: 11. 5.

(in ausgesuchten Kinos)

Was bringt Menschen dazu,

an ihre Grenzen zu gehen?

Der Film „Attention – A Life

in Extremes“ dokumentiert

anhand atemberaubender

Bilder die Rekordjagd dreier

Ausnahmeathleten (eines

Apnoetauchers, eines

Extrem-Bikers, eines Wingsuit-Fliegers)

und was sie

zu ihrem Tun bewegt. In

den Hauptrollen: Guillaume

Néry, Gerhard Gulewicz und

Halvor Angvik. Grandiose

Abrundung: die Filmmusik

von Anna Müller (Teil des

österreichischen Elektronik-

Duos HVOB).

22. – 24. 5.

Butcher Jam

Flensburg

Guillaume Néry ist einer der

weltbesten Apnoetaucher.

ab 22. 5.

Marsimoto live

Pouch u. v. a.

SAVE

THE DATE

Weitere

Pflichttermine

in den

nächsten

Wochen

14

Mai

Surf-Festival

Einzigartige Mitmach-

Messe: Auf Fehmarn in

der Ostsee, Deutschlands

wohl schönster

Surfinsel, kann man

neuestes Windsurf-

Equipment aller Marken

kostenfrei und nach Belieben

testen. Abends:

Partys und Surf-Filme

auf Großleinwand.

14. – 17. 5., Fehmarn

Einer der größten und spektakulärsten

BMX-Contests Deutschlands.

Im BMX- und Skatepark

Schlachthof matchen sich Pros

und Amateure vor 14.000 Zuschauern

in den Disziplinen Pool/

Park, Dirt, Miniramp und – heuer

erstmalig – Street. Dazu gibt’s

Musik und viel Party.

Marsimoto, Marterias böses Alter

Ego, ist urspünglich eine Hommage

an den US-Musiker Madlib

und dessen Alias Quasimoto. 2015

kann man den maskierten Rapper

mit der hochgepitchten Stimme

auf fünf deutschen Festivals live

erleben. Alle Tour-Infos auf:

marsimoto.de

4. 7. Red Bull Vogelfrei

Zwickau (Anmeldung: 15. 5. – 30. 6.)

2Juni

Kiss live

Eine der legendärsten

Rockbands der Welt

zelebriert ihr vierzigjähriges

Bestehen mit

drei Gigs in Deutschland

– Pyrotechnik,

brennende Gitarren und

atemberaubende Lichteffekte

inklusive.

2. – 4. 6., Hamburg,

Berlin, Leipzig

19. – 23. 5. ADC Festival

Hamburg

ADC-Aftershowparty in

der Fischauktionshalle

Wie dreht man geniale Clips? Wie schreibt man gute Texte? Wie

erschafft man kreative Designs? Um diese Fragen und mehr geht es

beim größten Treffen der Kreativbranche im deutschsprachigen

Raum. Höhepunkte: der hochkarätig besetzte ADC-Kongress (u. a.

mit YouTube-Trendmanager Kevin Allocca als Referent) und die Vergabe

der ADC Awards für die kreativsten Arbeiten des Jahres.

Ein Rennen für echte Moped-

(N)ostalgiker: Bei Red Bull Vogelfrei

dürfen als Fortbewegungsmittel

nur Zweiräder der legendären

Vogelserie der DDR-Marke SIMSON

an den Start. Die Vorgabe? Auf

Habicht, Spatz oder Schwalbe

muss ein 70-Kilometer-Rundkurs

(u. a. über den Sachsenring)

bewältigt werden. Pferdestärken?

Zweitrangig. Entscheidend: Geschicklichkeit,

Wissen und Technik.

Denn die Teilnehmer müssen auf

dem Rundkurs sechs Wertungsprüfungen

absolvieren wie etwa die

„Gehkraftprüfung“ – das Schieben

des Mopeds am steilsten Stück

der Strecke. Infos, Anmeldungen:

redbull.com/vogelfrei

6Juni

Mercedes

Cup

Das ATP-Turnier von

Stuttgart wird 2015

zum ersten Mal auf

Rasen ausgetragen. Mit

dabei: Tommy Haas, der

Spanier Feliciano Lopez

und der amtierende

US‐Open-Champion

Marin Čilić (CRO).

6. – 14. 6., Stuttgart

THE RED BULLETIN 87


#VOGELFREI


30 DINGE,

DIE WIR

WOL LEN

THE RED BULLETIN SUMMER ESSENTIALS

Was Männer wirklich

lieben: von der vielseitigen

Uhr über

modernste Multimedia-Elektronik

bis hin zum futuristischen

Gefährten.

Eine Wunschliste

für echte Kerle.

01

HEISSER OFEN

DUCATI SCRAMBLER FULL

THROTTLE. Mit aggressivem Look

im Flat-Track-Stil gehört das Bike

mit V2-Motor (803 ccm, 75 PS)

eigentlich auf die Rennstrecke.

Termignoni-Schalldämpfer und

ein ergonomischer Lenker machen

es alltagstauglich. ducati.de

THE RED BULLETIN 89


04

UNTERSTAND

McKINLEY VEN-

TURE 3. Ideal für

kurze Trekking-

Ausflüge. Extrem

leichtes Tunnelzelt

(2,58 kg), das

auch genügend

Stauraum bietet.

mckinley.de

02

HARTE SCHALE

HITCASE PRO. Das

iPhone 6 funktioniert selbst

dann noch, wenn es mal ins

Wasser fällt (das Case hält

dicht bis zehn Meter) oder

aus zwei Metern Höhe

auf den Boden knallt.

hitcase.com

06

03

SCHARFES TEIL

SOG BLADELIGHT CAMP

KNIFE. Damit Mann des

Nachts sieht, was er

zerteilt, sind am Griff 6

LED‐Dioden mit gesamt

30 Lumen integriert.

sogknives.com

05

SCHLANKES

BEIN

TOMMY HILFIGER

SCANTON. Baumwoll-

Jeans mit schmalem

Bein. Die richtige

Adjustierung für jede

Party. de.tommy.com

ALLESKÖNNER

CAPRA CF PRO. Das Bike mit

2400 Gramm leichtem Carbon-Monocoque-Rahmen

ist

jedem Gelände gewachsen –

egal ob bei der Downhillfahrt,

dem Bergaufritt oder beim

Wallrides-Rocken im Park.

yt-industries.com


07

SPACEBOAT

QUADROFOIL. Boote können

auch leise sein. Dieses verursacht

weder Lärm noch

Emissionen, noch Wellen.

Höchst tempo: 40 km/h, Reichweite:

rund 100 km. Die zwei

Stunden Ladezeit nützt man

am besten für einen Strandspaziergang.

quadrofoil.com

08

ROLLENDE AUGEN

NIVEA ENERGY

AUGEN-ROLL-ON.

Der Abend wurde länger

… doch mit hauteigenem

Coenzym Q10

sind die Augenringe

am Morgen wie weggewischt.

nivea.de

09

DUFTNOTE

DIESEL ONLY

THE BRAVE WILD.

So duften wahre

Männer – nach einem

Hauch von schwarzem

Pfeffer, Grapefruit,

Zitronengras,

Lavendel, Zedernholz

und Kokoswasser.

diesel.com

10

BEACHBOY

S.OLIVER SHIRT. Nicht nur

trainierte Körper machen

in diesem luftigen Baumwollshirt

auf der Strandpromenade

eine gute Figur.

soliver.de

12

LAUT

11

ZENTRALEINHEIT

SMARTWATCH 3,

SONY. Macht das

Handy (fast) überflüssig.

GPS-Funktion,

Gerätesteuerung,

Musikplayer

(auch ohne Smartphone-Verbindung).

sonymobile.com

SPRECHEN

FUGOO TOUGH XL. Acht symmetrisch

positionierte Lautsprecher holen bis

zu 100 Dezibel aus dem stoßfesten und

wasserdichten Gerät. Gibt’s ab Juli.

fugoo.com

THE RED BULLETIN 91


MULTI-MEDIA

AVEGANT GLYPH. Einfach vor

die Augen geklappt, wird aus

dem Stereokopfhörer auch

ein Virtual Retinal Display,

das Bilder dreidimensional

mit 1280 × 720 Pixel vor

jedes Auge projiziert.

avegant.com

13

14

LINIENFAHRER

CARRERA DIGITAL

132 RACE PARTY.

Auf der 8-Meter-Piste

jagt man einen Aston

Martin, Porsche

oder Ferrari über

die Schienen.

carrera-toys.com

15

FEUERWASSER

BULLEIT BOUR-

BON FRONTIER.

Kentucky-Whiskey

mit mild-weichem

Geschmack und

Nuancen von

Vanille und Honig.

bulleit.com

16

Sterlingsilber mit schwarzem

Zirkonia. thomassabo.com

SCHICKES HEMD

THOMAS SABO WHEEL-OF-KAR-

MA-MANSCHETTENKNÖPFE.

Für den feinen Anlass. 925er

17

GEPÄCKTRÄGER

BROOKS PICKWICK. Praktischer

Leinenrucksack (Volumen:

24 Liter) mit Lederriemen für

den stilsicheren urbanen Biker.

brooksengland.com

18

GRILLMEISTER

WEBER PERFORMER DELUXE.

Echte Kerle grillen über Feuer

– aber ein bisschen Komfort

(Zündsystem, Edelstahlgrillrost,

Hitzeschutz) darf dann

doch sein. weber-grill.de

92 THE RED BULLETIN


19

ONBOARDING

BELLAGIO 12.0.

Das 10,9 kg schlanke,

366 cm lange Expeditionsboard

passt in

eine Reisetasche und

lässt sich per Handpumpe

aufblasen.

croslake.com

20

Wolle.

HOLZFÄLLER-STYLE

WOOLRICH BERING

WOOL SHIRT PLAID.

Das für den Camping-Trip

passende Hemd aus reiner

woolrich.com

21

STARKER KAFFEE

OXX COFFEEBOXX.

Warum draußen

auf guten Kaffee

verzichten? Diese

Maschine ist

wasserdicht, staubund

stoßresistent.

oxx.com

22

GLASPLATTE

LACIE MIRROR. Festplatten

aus schwarzem

Plastik? Fad. Das

1‐Terabyte-Designerstück

besteht aus

Corning-Gorilla-Glas.

lacie.com

23

DURCHBLICK

ADIDAS EVIL EYE EVO PRO L.

Wenn’s beim Mountainbiken

heiß hergeht. Brille mit

Schweißblocker und Belüftungssystem.

adidas.com

SONNENUHR

CASIO EDIFICE. Der edle, solarbetriebene

Chronograph mit

massivem Edelstahlgehäuse

und Mineralglas kann über

Bluetooth 4.0 mit dem Handy

verbunden werden und meldet

eingehende E-Mails. Auch

24

praktisch: die Phone-Finder-

Funktion. casio-europe.com


25

BREITER TRETER

SCROOSER TRETROLLER.

Die Harley-Davidson unter

den Tretrollern – mit Elektromotorunterstützung

erreicht

man flotte 25 km/h. Durch

die mächtigen Reifen werden

Bodenunebenheiten zur

Nebensache. scrooser.com

26 WERKZEUGUHR

LEATHERMAN TREAD QM1. Werkzeugkoffer am Handgelenk.

Aus den einzelnen Gliedern des Edelstahluhrbandes

werden im Handumdrehen Helfer wie

Schraubenzieher und Flaschenöffner. leatherman.com

28

SCHMUCKE

27

UND ... ACTION!

SONY X1000V 4K

ACTION CAM.

Dreht Action­

Videos mit einer

Auflösung von

4000 Pixeln: Schärfer

und wackelfreier

(durch SteadyShot-

Bildstabilisierung)

geht’s kaum noch.

sony.de

KETTEN

POLICE RELIANCE. Männliches

Accessoire. Edelstahlkette (Länge

50 cm oder mit Verlängerung 70 cm)

mit geradlinigem Kreuzanhänger.

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94 THE RED BULLETIN


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READ BULL

Lichtbogen

Von Christoph Ransmayr

MAGDALENA WEYRER CHRISTOPH RANSMAYR © 2012 S. FISCHER VERLAG GMBH, FRANKFURT AM MAIN

Christoph Ransmayr

Geboren 1954 in Wels, Oberösterreich, studierte Philosophie

und Ethnologie, arbeitete als Journalist und Autor. Seit 1982

freier Schriftsteller. Im Roman „Die Schrecken des Eises und

der Finsternis“ (1984) zeigte er erstmals seine Gabe, historische

Tatsachen und Fiktion faszinierend zu verschmelzen.

Gerne experimentiert Ransmayr auch mit verschiedenen

Spielformen des Erzählens.

„Der fliegende Berg“ (2006),

erschienen in Versform, ist ein

Werk, zu dem sich Ransmayr von

seinem Freund Reinhold Messner

inspirieren ließ. Für seine Bücher,

die bisher in mehr als dreißig

Sprachen übersetzt wurden,

erhielt Ransmayr zahlreiche

literarische Auszeichnungen.

Er lebt nach Jahren in Irland und

auf Reisen nun wieder in Wien.

Ich sah ein wanderndes Licht auf einem der

ungeheuren Stahlbögen der Harbour Bridge in der

Bucht von Sydney. Nur ein Funke unter Myriaden

anderen bewegten und unbewegten, strahlenden,

fließenden oder glimmenden Lichtern der größten

Stadt des australischen Kontinents, stieg dieses eine,

winzige Licht wie ein Stern am Rande der Sichtbarkeit

langsam höher und dem Scheitel des Brückenbogens entgegen,

der himmelhoch über dem ruhigen Wasser der Hafeneinfahrt

lag.

Ich stand am Fenster eines Hotelzimmers im neunzehnten

Stockwerk und hatte eben das Wahrzeichen der Stadt, die kostbar

schimmernde Muschel des Opernhauses, im Fernglas betrachtet,

war dann zu hell erleuchteten Wolkenkratzern, Glastürmen von

Banken, Handelshäusern und Versicherungen geschwenkt, auf

die der Bogen der Harbour Bridge über die Bucht hinweg zuzuspringen

schien – als ich dieses aufsteigende Licht bemerkte. Es

verschwand im Höherkriechen manchmal für einen Augenblick,

kehrte zurück. Das mußte ein Mensch sein, ein Mensch, der den

Kegel seiner Taschen- oder Stirnlampe seinen Bewegungen entsprechend

dahin und dorthin lenkte. Er kletterte einen Stahlbogen

hoch, dessen Scheitel einhundertvierunddreißig Meter

über dem Wasserspiegel lag: Ein im Hotelzimmer ausliegender

Faltprospekt hatte das Panorama, das sich von der Dachterrasse

des Hotels und noch aus dem Fenster meines Zimmers bot, mit

Namen und Zahlen beschrieben.

Einhundertvierunddreißig Meter. Wer auf einem Brückenbogen

in diese Höhe kletterte, allein und in der Finsternis, setzte

sein Leben aufs Spiel oder wollte es beenden. Wer aus dieser

Höhe in die Tiefe sprang, fiel in den sicheren Tod und brauchte

weder die Rettung noch die Hilflosigkeit eines Krüppels nach

einem gegen alle Wahrscheinlichkeit überlebten Sturz zu fürchten.

Wollte der Mensch dort sterben?

Der Lichtfunke zitterte in meinem Fernglas, zitterte im

Rhythmus meines Herzschlags, meiner Atemzüge. Aber selbst

als ich mein Glas am Panoramafenster stabilisierte, das der

Klimaanlage oder auch einer dem Lebenswillen der Gäste mißtrauenden

Vorsichtsmaßnahme wegen nicht zu öffnen war, blieb

der Kletterer kaum mehr als ein insektenhaft winziger Schatten,

den allein sein schwaches, verschwindendes und wieder aufflackerndes

Licht verriet.

Ich war müde, zerschlagen vom endlosen Interkontinentalflug

in einer bis auf den letzten Platz besetzten, überheizten

Maschine und hatte, endlich ausgestreckt und geborgen in einem

Hotelbett, doch keinen Schlaf gefunden. Bereits zum dritten Mal

hatte ich das Licht wieder angedreht, nach der ersten der beiden

Rotweinflaschen der Minibar auch noch die zweite geöffnet und

hatte in der Hoffnung auf die einschläfernde Wirkung des Fernsehens

Showmaster, Kommentatoren und schreiende Prediger

THE RED BULLETIN 97


READ BULL

„Ich war allein mit

dem Unerreichbaren.“

erscheinen und wieder verschwinden lassen, Kleinfamilien in

idyllischer Landschaft, die ihr Glück allein einer Schokolade,

einem Shampoo oder einem Waschmittel verdankten, Soldaten

verschiedener Armeen, Wildtiere, Zeichentrickmonster, Politiker,

schließlich Pornodarsteller und Wetterkarten – und war doch

nicht und nicht eingeschlafen.

Kletterte, kroch dieser Mensch über den Brückenbogen tatsächlich

dem Ende seiner Welt entgegen? Was war an seinem

Leben zu einer solchen Qual geworden, daß kein anderer Weg

mehr blieb als der in den freien Fall?

Ich starrte durch das Fernglas, jetzt seltsam überzeugt, daß,

was ich sah, tatsächlich ein letzter Weg war. Aber was sollte

ich in meinem weißen Bademantel tun, was dem Rezeptionisten

sagen, wenn ich ihm ein Licht im Panorama vor meinem

Fenster beschrieb: Ich sehe einen Funken im Fernglas, gewiß

ein Mensch, der von der Harbour Bridge springen will, rufen Sie

die Feuerwehr, die Polizei, rufen Sie irgendeinen Notdienst in

Brückennähe, rufen Sie irgend jemanden, der diesen Lebensmüden

retten kann?

Das wandernde Licht schien plötzlich weit, unendlich weit

entfernt – so weit und unerreichbar wie die Toten und Sterbenden

auf einem Fernsehschirm, über den Bilder aus Kriegs- und Katastrophengebieten

flackerten. Das Licht würde den Scheitel des

Bogens erreichen, sich von der Stahlkonstruktion lösen und

lautlos in die Tiefe stürzen, noch bevor ein Rezeptionist, ein

Feuerwehrmann, ein Retter, irgendeiner außer mir, es auch

nur bemerkte. Ich war allein mit dem Unerreichbaren. Wie ein

zufälliger Passant, der einen Baum unter dem Winddruck oder

auch bloß ein Blatt fallen sieht, stand ich an meinem versiegelten

Fenster und wartete, daß das Unvermeidliche geschah – als die

Stadt plötzlich zu erlöschen begann.

Sydney erlosch!, erlosch, als müßte mit diesem einen

Menschen auf dem Stahlbogen der Brücke die ganze Welt untergehen:

Die erleuchteten Wolkenkratzer, fünfzig, sechzig, achtzig

Stockwerke hoch, erloschen – die unteren Etagen zuerst,

dann schoß die Finsternis nach oben, bis sie auch die Penthouses

verhüllte, die Restaurants und Aussichtsplattformen der

Dachgeschosse und selbst das an den höchsten Turmspitzen

wuchernde Antennengestrüpp. Und es erloschen die Leuchtfeuer

der Reklameschriften, die Häuserzeilen, die Highways … Die

Lichtmuschel der Oper erlosch. Die Harbour Bridge war nur noch

ein schwarzer Bogen, der mehrspurige Autokolonnen überspannte,

letzte verbliebene Lichtstränge, die Sydneys finstere

Nord- und Südküste miteinander vernähten.

Am Nachthimmel begannen die von der Stadt eben noch

überstrahlten Sternbilder der südlichen Hemisphäre zu

erscheinen, der Kentaur, das Segel, das Kreuz des Südens, der

Wolf … und auch das Licht auf dem Brückenbogen wurde in der

plötzlichen Dunkelheit heller, klarer, hielt kurz inne, als müßte

es sich besinnen, welcher Konstellation es sich als Stern unter

Sternen anschließen wollte, und stieg dann beharrlich höher.

Vielleicht lag es an meiner schlaflosen Müdigkeit, vielleicht

auch am Rotwein, daß ich diese Finsternis, die sich wie eine

Explosion ausgebreitet hatte – sie sollte als einer der katastrophalsten

Stromausfälle in die Chronik Sydneys eingehen –, so

selbstverständlich empfand wie das Dunkel eines Zimmers, in

dem das Licht abgedreht worden war. Vielleicht nahm ich die

Verfinsterung aber auch nur beiläufig wahr, weil meine ganze

Aufmerksamkeit einem Licht gehörte, das im nächsten Augenblick

fallen und für immer erlöschen konnte.

Jetzt hatte es den Scheitel des Brückenbogens erreicht und

wanderte, schwebte, ohne innezuhalten, über ihn hinweg. Und

begann dann langsam wieder zu sinken. Es sprang nicht, stürzte

nicht, sondern sank den schwarzen Promenaden der Südküste

entgegen, an der nicht die Unterwelt wartete, sondern bloß eine

in Dunkelheit gehüllte Stadt.

Am nächsten Tag sollte ich neben Einzelheiten zum

großen Stromausfall auch erfahren, daß ein Weg über

den Brückenbogen als besondere Form einer Stadtbesichtigung

auch kurzfristig gebucht werden konnte – professionelle

Guides führten möglichst schwindelfreie, möglichst

trittsichere, mit Seilen und Klettergurten ausgerüstete Touristen

über den Brückenbogen. Aber natürlich nicht in der Nacht,

selbstverständlich nicht in der Nacht. Auch der Rezeptionist

hatte keine Erklärung für mein wanderndes Licht.

Aber selbst wenn, was ich gesehen hatte, bloß die Stirnlampe

eines Technikers gewesen war, eines Statikers auf seinem

Kontrollgang oder eines Fotografen, der mit einer Sondergenehmigung

der Stadtverwaltung an Nachtbildern arbeitete,

blieb davon unberührt, daß ich als ratloser, vom scheinbar

Unvermeidlichen gebannter Zeuge an einem Panoramafenster

mitverfolgt hatte, wie ein Licht in einer von Lichtern durchsiebten

Nacht empor- und dem Tod entgegengestiegen, dann

aber in einer rasenden, alles verschlingenden Verfinsterung

wieder ins Leben zurückgesunken war.

READ BULL

Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet ein

namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte.

Diesmal ist es der Österreicher Christoph Ransmayr;

der Text ist mit freundlicher Genehmigung seinem Buch

„Atlas eines ängstlichen Mannes“ (S. Fischer Verlag)

entnommen. Ransmayrs aktuelles Werk „Gerede. Elf

Ansprachen“ ist ebenfalls bei S. Fischer erschienen.

98 THE RED BULLETIN


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weg braucht

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man beim

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anspruchsvollen

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Grünstein-Klettersteig

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kräftige Hände.

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68 BERGWELTEN

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Kleine und große

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Wasserfälle säumen den

Wasserfälle säumen den

schmalen Weg, neben

schmalen Weg, neben

dem die Wände aus

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Muschelkalk oft senkrecht

Muschelkalk oft senkrecht

nach oben ragen (rechts).

nach oben ragen (rechts).

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BERGWELTEN

BERGWELTEN

TEXT: TEXT: ANDREA ANDREA STRAUSS STRAUSS FOTOS: FOTOS: ANDREAS ANDREAS JAKWERTH JAKWERTH

TEXT:

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MARTIN

MARTIN

FRAAS

FRAAS

Der

Der

Lohn

Lohn

des

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steilen

steilen

Aufstiegs:

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Vom

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Gipfelbankerl

Gipfelbankerl

genießt

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man

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den

den

prächtigen

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Ausblick

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auf

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den

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Königssee.

Königssee.

Steig Steig entlang. entlang. Über Über den den breiten breiten weg weg drei drei Kehren Kehren aufwärts aufwärts und und bei bei einer einer

Schotter­

Tafel Tafel rechts rechts zur zur Wand. Wand. Links Links ist ist der der leichte leichte

Isidorsteig, rechts rechts die die schwierige Hotelrouteroute.

Der Der Weg Weg zur zur Räuberleiter zweigt zweigt

Hotel­

schon schon am am Forstweg Forstweg ab. ab. Dauer: Dauer: 45 45 Minuten. Minuten.

ABSTIEG: ABSTIEG: Vom Vom Gipfel Gipfel aus aus auf auf dem dem

markierten markierten Weg Weg zur zur Grünsteinhütte

Neusiedler

Neusiedler See

(www.gruensteinhuette.de) und und weiter weiter

See

in Richtung in Richtung Königssee. Königssee. Dauer: Dauer: 75 75 Minuten. Minuten.

BESONDERHEITEN: Der Der Klettersteig Klettersteig bietetet

beim beim Einstieg Einstieg drei drei Routen Routen zur zur Wahl Wahl – –

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Isidorsteig Isidorsteig (C), (C), Räuberleiter Räuberleiter (D/E), (D/E), Hotelroutroute

(D/E) (D/E) – und – und beim beim Ausstieg Ausstieg die die

Hotel­

ANREISE: ANREISE: Mit Mit dem dem Auto Auto von von Berchtesgadegaden

zum zum gebührenpflichtigen gebührenpflichtigen Parkplatz Parkplatz schwierige schwierige Alpincenter­Route Alpincenter­Route (E) (E) als als Va­

Va­

Berchtes-

vor vor dem dem See. See. Mit Mit dem dem RVO-Bus RVO-Bus (Linie (Linie 839) 839) riante riante zum zum Normalweg. Normalweg. Der Der Steig Steig ist ist von von

von von Berchtesgaden Berchtesgaden zum zum Königssee. Königssee.

November November bis bis März März gesperrt gesperrt und und darf darf

nicht

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im

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Abstieg

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begangen

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werden.

werden.

ZUSTIEG:

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Vom

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Parkplatz

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über

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die

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Brücke

Brücke

in Richtung

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Grünstein.

Grünstein.

Bei

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Kurve

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4 der

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SCHWIERIGKEIT:

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D/E

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HÖHENUNTER-

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Bobbahn

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rechts

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über

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den

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Bach,

Bach,

weiter

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SCHIED:

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410

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2,5

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Stunden

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TEXT: TEXT: KLAUS KLAUS HASELBÖCK HASELBÖCK FOTO: FOTO: PHILIPP PHILIPP FORSTNER FORSTNER

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BERGWELTEN 69

BERGWELTEN 69

Bergwelten Bergwelten online: online: Der Film Der zur Film zur K2-Besteigung auf auf

www.bergwelten.com/kaltenbrunner

BERGWELTEN

BERGWELTEN

127

127

01. Energieriegel 01. Energieriegel (Black (Black Bear) Bear)

02. 02. Express-Schlingen (Beal) (Beal)

03. HMS-Karabiner 03. HMS-Karabiner (Petzl) (Petzl)

04. Eisschrauben 04. Eisschrauben (Petzl) (Petzl)

05. 05. Dynema-Schlingen

06. Kartoffel-Püree 06. Kartoffel-Püree und Babybrei und Babybrei

07. 07. Tomaten-Basilikum-Vollkornbrot

08. 08. Trockenfrüchte-Mix

09. Wasserflasche 09. Wasserflasche (Nalgene) (Nalgene)

10. Eisuhren-Fädler 10. Eisuhren-Fädler (Grivel) (Grivel)

11. Suppenlöffel 11. Suppenlöffel

12. Feuerzeug 12. Feuerzeug

13. Taschenmesser

13. Taschenmesser

14. Reepschnur, 14. Reepschnur, fünf Meter fünf lang Meter lang

15. Sportbrille 15. Sportbrille (adidas (adidas eyewear) eyewear)

16. 16. Titan-Kochgeschirr (MSR) (MSR)

17. Gas-Kartuschen 17. Gas-Kartuschen (Primus) (Primus)

18. 18. Reverso-Sicherungsgerät (Petzl) (Petzl)

19. 19. Tibloc-Seilklemme (Petzl) (Petzl)

20. Reepschnur, 20. Reepschnur, drei Meter drei lang Meter lang

21. Toilettenpapier

21. Toilettenpapier

22. Zahnbürste 22. Zahnbürste

23. Feuchttücher 23. Feuchttücher

24. Taschentücher

24. Taschentücher

25. 25. Feuchtigkeitscreme

26. Zahnpasta 26. Zahnpasta

27. Sonnencreme 27. Sonnencreme 50+ (Avene) 50+ (Avene)

28. Titan-Gaskocher 28. Titan-Gaskocher (Primus) (Primus)

29. 29. Titan-Trinkbecher (MSR) (MSR)

30. Skibrille 30. Skibrille (adidas (adidas eyewear) eyewear)

31. 31. Daunenfäustlinge (Reusch) (Reusch)

32. Biwakschuhe 32. Biwakschuhe (Valandre) (Valandre)

33. Daunenanzug 33. Daunenanzug (Valandre) (Valandre)

34. Eisgeräte 34. Eisgeräte von (Petzl) von (Petzl)

35. Klettergurt 35. Klettergurt (Beal) (Beal)

36. Lawinenschaufel 36. Lawinenschaufel (Komperdell) (Komperdell)

37. Feile 37. für Feile Steigeisen für Steigeisen

38. Primaloft-Hose 38. Primaloft-Hose (Schöffel) (Schöffel)

39. Primaloft-Jacke 39. Primaloft-Jacke (Schöffel) (Schöffel)

40. Steigeisen 40. Steigeisen (Petzl) (Petzl)

41. 41. 60-Meter-Halbseil (Beal) (Beal)

42. Woll-Unterhemd 42. Woll-Unterhemd (Ortovox) (Ortovox)

43. Erste 43. Hilfe-Paket Erste Hilfe-Paket (Deuter) (Deuter)

44. 44. Polartec-Fleecehose (Schöffel) (Schöffel)

45. 45. Woll-Unterwäsche (Ortovox) (Ortovox)

46. Steinschlaghelm 46. Steinschlaghelm (Petzl) (Petzl)

47. Unterlagsmatte 47. Unterlagsmatte (Therm-A-Rest) (Therm-A-Rest)

48. 48. Zwei-Personen-Zelt (Bibler) (Bibler)

49. Zeltgestänge 49. Zeltgestänge (Bibler) (Bibler)

50. Haube 50. Haube

51. Schlafsack 51. Schlafsack (Deuter) (Deuter)

52. Rucksack 52. Rucksack (Deuter-Sondermodell)

53. 53. Mikrofaser-Tücher (Buff) (Buff)

54. LED-Stirnlampe 54. LED-Stirnlampe (Petzl) (Petzl)

55. Fleecejacke 55. Fleecejacke (Schöffel) (Schöffel)

56. Kamera 56. Kamera (Canon (Canon G12) in G12) in

Kamerabag Kamerabag (Lowepro) (Lowepro)

57. 57. Expeditionsschuh (Lowa) (Lowa)

58. Kniestrümpfe 58. Kniestrümpfe (Lorpen) (Lorpen)

59. 59. Fingerhandschuh (Reusch) (Reusch)

60. 60. Windstopper-Handschuhe

(Reusch) (Reusch)

56.

31.

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01. 01.

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15. 15.

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16. 16.

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17. 17.

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06. 06. 07. 07.

28. 28.

50. 50. 48. 48.

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27. 27. 26. 25. 26. 25.

49.

24. 24. 23. 23.

22. 22.

18. 18. 19. 19.

21. 21.

08. 08. 09. 09. 10. 10. 11. 12. 11. 12. 13. 13. 14. 14.

02. 02. 03. 03. 04. 04. 05. 05.

44.

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39.

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20. 20.

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35.

BERGWELTEN 127 127

Ein erster Blick, ein neues Lebensgefühl

Bergwelten ist das neue Erlebnismagazin für Genusswanderer und Bergsteiger,

für Sportbegeisterte und Familien mit Kindern. Für alle,

die gern in den Bergen unterwegs sind oder davon träumen.

KLETTERSTEIG-CHECK

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Der Der Grünstein-Klettersteig im im Berchtesgadener Land Land lockt lockt

schwindelfreie Besucher Besucher mit mit unterschiedlich schwierigen Routen Routen

und und einem einem grandiosen Blick Blick über über den den Königssee.

FOTOS: XXXXXXX

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Weil Weil der der Grünstein-Klettersteig mit mit

drei drei Routen Routen nach nach oben oben einen einen besonders besonders

variantenreichen variantenreichen Aufstieg Aufstieg in unterschiedlichstelichsten

Schwierigkeitsgraden ermöglicht; ermöglicht;

in unterschied-

zum zum Gipfel Gipfel hin hin gibt gibt es eine es eine weitere weitere Vari- Variante.

ante. Die Die einfachste einfachste Route Route ist der ist der Isidorsteisteig

auf auf der der linken linken Wandseite. Wandseite. Schwie-

Schwie-

Isidorrigeriger

zu gehen zu gehen sind sind die die Hotel Hotel route route und und

die die Räuberleiter. Die Die erst erst 2013 2013 an gelegte an gelegte

Alpincenter-Route ist die ist die technisch technisch

anspruchsvollste Variante. Variante.

Wo Wo müssen müssen wir wir den den Atem Atem anhalten?

Vielleicht Vielleicht an an Stellen Stellen wie wie der der Hängebrückbrücke

und und dem dem Fotoloch Fotoloch auf auf der der Hotel-

Hotel-

Hängerouteroute.

Spektakulär, aber aber nicht nicht gefährlich.

Wo Wo müssen müssen wir wir die die Muskeln richtig richtig

anspannen?

Am Am meisten meisten Kraft Kraft und und Technik Technik fordert fordert

die die Räuberleiter – und – und die die Gipfelwand-

Passage Passage mit mit zum zum Teil Teil überhängenden

Stellen. Stellen.

Können wir wir Kinder Kinder mitnehmen?

Nein, Nein, für für Kinder Kinder ist dieser ist dieser Fels Fels leider leider

nicht nicht geeignet. Die Die dürfen dürfen inzwischen

am am Königssee ihre ihre Füße Füße im im Wasser Wasser

baumeln lassen lassen oder oder ab Juni ab Juni den den neuen neuen

Familienklettersteig am Kleinen Kleinen Jenner Jenner

probieren.

Der Der beste beste Moment Moment am am Weg? Weg?

Die Die Rast Rast am am Laxerbankerl kurz kurz vor vor

dem dem letzten letzten Anstieg Anstieg zum zum Gipfel. Gipfel. Toller Toller

Panoramablick vom vom Watzmann bis bis

zum zum Untersberg.

Wie Wie ist das ist das Finale? Finale?

Die Die einfache einfache Hauptroute führt führt ohne ohne

große große Herausforderungen zum zum Grünstein-Gipfelstein-Gipfel.

Will Will man man es noch es noch einmal einmal

Grün-

richtig richtig wissen, wissen, nimmt nimmt man man die die schwierige schwierige

Alpincenter-Route mit mit der der Gipfelwand. Gipfelwand.

Den Den unschlagbaren unschlagbaren Blick Blick auf auf den den Königssesee

gibt gibt es für es für alle. alle.

Königs-

Wo Wo gibt gibt es das es das Getränk Getränk zur zur Belohnung? Belohnung?

In der In der nur nur wenige wenige Minuten Minuten vom vom Gipfel Gipfel

entfernten entfernten Grünsteinhütte.

Grünsteinhütte. > >

GRÜNSTEIN-KLETTERSTEIG

Deutschland

Österreich Österreich

BERCHTESGADEN/

Schweiz Schweiz KÖNIGSSEE KÖNIGSSEE

Italien Italien

Schöne Wege auf den Grünstein

Beeindruckend ist der Ausblick auf den nahen

Königssee und die Berchtesgadener Alpen.

Wer das Panorama, das sich vom Gipfel des

Grünsteins aus eröffnet, genießen will, wählt

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Gerlinde Kaltenbrunner ist die beste

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hohen und besonders schwierigen K2 war sie

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Neun Neun Tage, Tage, sechzig sechzig lebenswichtige Begleiter: Begleiter:

Das Das hatte hatte Gerlinde Gerlinde Kaltenbrunner im im Rucksack,

als sie als den sie den legendären K2 bezwang. K2 bezwang.

Sie ist, Sie da ist, sind da sich sind sogar sich sogar notorisch notorisch kritische kritische Zeitgenossegenossen

einig, einig, die beste die beste Höhenbergsteigerin wicht: wicht: Vier Vier Personen Personen zwängten zwängten sich in sich das in ein das ein

Zeit-

letzte letzte Lager Lager vor dem vor dem Gipfel Gipfel radikal radikal beim beim Ge-

Ge-

der Gegenwart. der Gegenwart. Gerlinde Gerlinde Kaltenbrunner (44) (44) mal zwei mal Meter zwei Meter kleine kleine Zelt (48), Zelt (48), in dem in dem nur ein nur ein

bezwang bezwang alle 14 alle 14 Achttausender Welt der Welt ohne ohne Dösen Dösen im Sitzen im Sitzen möglich möglich war. war.

künstlichen künstlichen Sauerstoff, Sauerstoff, zuletzt, zuletzt, im August im August 2011, 2011, Zur Zur Flüssigkeitsversorgung wurde wurde Schnee Schnee geschmolzeschmolzen

(28). (28). Fünf Fünf Liter Liter Wasser Wasser – mit – Bio- mit Bio-

ge-

den den schwierigsten von allen: von allen: den 8.611 den 8.611 Meter Meter

hohen hohen Gipfel Gipfel des K2 des in K2 Pakistan. in Pakistan.

Apfelsaftkonzentrat verfeinert verfeinert – trinkt – trinkt Gerlinde Gerlinde

Ihr eleganter Ihr eleganter Stil des Stil des Höhenbergsteigens erforderfordert

großes großes alpinistisches Können, Können, exzellente exzellente die die Wasserflasche (09) nochmals (09) nochmals an und an nutze und nutze

er-

auf auf Expeditionen täglich: täglich: „Am „Am Abend Abend fülle fülle ich ich

Kondition, Kondition, ein ein hervorragendes, kleines kleines Team Team sie als sie als Wärmeflasche. Im Laufe Im Laufe der Nacht der Nacht trinke

ich ke sie ich aus.“ sie aus.“ Daher Daher hat sie hat auch sie auch in großer in großer Hö-

Hö-

trin-

und eine und akribisch eine akribisch abgestimmte Ausrüstung. Ausrüstung.

Die nur Die 56 nur Kilo 56 Kilo schwere schwere Oberösterreicherin

nie he nie Kopfschmerzen.

musste musste alles, alles, was sie was für sie den für sen brauchte, sen brauchte, selber selber tra-

tranausnaus:

Dreimal Dreimal pro pro

den Karakorum-Eisrie-

Die viele Die viele Flüssigkeit Flüssigkeit will aber will aber auch auch wieder wieder hi-

higengen.

Von Von den 17 den Kilo, 17 Kilo,

Nacht Nacht schält schält sich sich Gerlindlinde

aus dem aus dem Schlaf-

Schlaf-

Ger-

Feuchttücher

die ihr die Rucksack ihr Rucksack (52) (52)

anfangs anfangs wog, wog, machte machte sind sind der der einzige sack sack (51), (51), zieht zieht Schuhe Schuhe

der Kälteschutz der Kälteschutz einen einen

und Socken und Socken (58) an, (58) um an, um

großen großen Teil aus: Teil „Wenn aus: „Wenn

Luxus, den den ich ich mir mir sich vor sich dem vor dem Zelt – Zelt gesicherchert

an an einer einer Eis-

Eis-

– gesi-

ich vom ich vom Basislager Basislager weggehegehe,

trage trage ich nur ich eine nur eine

schraube schraube (04) (04) – zu – er-

zu er-

weg-am am Berg Berg gönne.

Schicht Schicht unterm unterm Daunenanzug (33). (33). Je höher Je höher ich

leichtern. leichtern. Zwanzig Zwanzig Minuten Minuten dauert dauert die Prozedur. die Prozedur.

komme, komme, desto desto mehr mehr Isolierung Isolierung brauche brauche ich und ich und Im Gegensatz Im Gegensatz zu den zu Männern den Männern nimmt nimmt Gerlindlinde

für ihre für ihre Hygiene-Bedürfnisse am Berg am Berg gern gern

Ger-

umso umso leerer leerer wird wird der Rucksack.“ der Rucksack.“

ein paar ein paar Gramm Gramm mehr mehr in Kauf: in Kauf: „Feuchttücher

DIE DIE INNENSOHLEN AM BAUCH AM BAUCH (23) sind (23) der sind einzige der einzige Luxus, Luxus, den ich den mir ich am mir Berg am Berg

Ein Ein Unterwäschewechsel war an war den an neun den neun Tagen Tagen gönne.“ gönne.“ Anders Anders ist auch ist auch ihre Ernährung: ihre Ernährung: Währenrend

in Hochlagern in Hochlagern oft auf oft pures auf pures Fett Fett gesetzt gesetzt

Wäh-

am K2 am nicht K2 nicht denkbar. denkbar. Dafür Dafür achtete achtete sie penibel sie penibel

auf trockene auf trockene Füße. Füße. Denn Denn Feuchtigkeit Feuchtigkeit kann kann Blasen

und sen und Erfrierungen bedeuten. bedeuten. „Sobald „Sobald wir im wir im

Gries-Babybrei (06) (06) zum zum Frühstück, Frühstück, tagsüber tagsüber

Bla-

wird, wird, bleibt bleibt sie ihrer sie ihrer veganen veganen Lebensweise Lebensweise treu: treu:

Zelt waren, Zelt waren, habe habe ich immer ich immer die Socken die Socken ausgezogen

und gen sie und mir sie um mir die um Knöchel die Knöchel gebunden. gebunden. Die Die abends abends Kartoffelpüree mit mit Basilikum-Brot (07). (07).

Innensohlen der Schuhe der Schuhe trockne trockne ich am ich Bauch. am Bauch. Die Rückkehr Die Rückkehr vom Berg vom Berg bedeutet bedeutet für Gerlin-

für Gerlin-

ausgezo-

Rohkost-Riegel (01) (01) und und Trockenfrüchte (08), (08),

So schlafe So schlafe ich.“ ich.“ Außerdem Außerdem auch auch mit der mit Kamera der Kamera de das de Ende das Ende der der Entbehrungen: „Ich freue „Ich freue mich mich

(56), (56), den Schuhen den Schuhen (57) und (57) allen und allen anderen anderen Aus-

Ausrüstungsteilen,

die am die nächsten am nächsten Tag nicht Tag nicht gefro-

gefro-

eine lange, eine lange, warme warme Dusche.“ Dusche.“

dann dann auf einen auf einen bunten bunten Salat, Salat, frisches frisches Obst Obst und und

ren sein ren dürfen: sein dürfen: „Da tut „Da sich tut schon sich schon was in was meinenem

Schlafsack.“ Schlafsack.“

in mei-

Um die Um Besteigung die Besteigung der Nordseite der Nordseite des K2 des zu K2 zu

schaffen, schaffen, sparte sparte das das Expeditionsteam für das für das

Am wilden Wasser

Die Die Wutach Wutach im im Hochschwarzwald bahnt bahnt sich sich ihren ihren Weg Weg

durch durch Deutschlands tiefste tiefste Schlucht. Eine Eine Tour Tour entlang entlang

des des Wildflusses eröffnet eröffnet eine eine faszinierende Urlandschaft.

Wer er ganz ganz früh früh losgeht, losgeht, der der abwärtsplätschert. abwärtsplätschert. Das Das erste erste Licht Licht dieses dieses Ein Ein aufgeschreckter aufgeschreckter Biber Biber huscht huscht eilig eilig

hat hat die die Schlucht Schlucht noch noch Frühsommertages Frühsommertages arbeitet arbeitet sich sich durchs durchs Dickichtckicht.

Quer Quer über über dem dem Pfad Pfad liegen liegen immer immer Besuch Besuch gerechnet. gerechnet. Die Die Natur Natur nimmt nimmt dem dem

Di-

davon. davon. Er Er hat hat wohl wohl nicht nicht mit mit so so frühem frühem

für für sich sich alleine“, alleine“, hatte hatte

Martin Martin Schwenninger, Schwenninger, wieder wieder umgestürzte umgestürzte Bäume, Bäume, die die mit mit Moos Moos eifrigen eifrigen Baumeister Baumeister hier hier Arbeit Arbeit ab. ab. Immer Immer

der der Ranger Ranger der der Wutachschlucht, Wutachschlucht, gesagt. gesagt. und und Flechten Flechten überzogen überzogen sind. sind.

wieder wieder rutschen rutschen Bäume Bäume vom vom Rand Rand der der

Und Und wer wer sich sich zum zum Frühaufstehen Frühaufstehen durchringtringt,

bekommt bekommt auch auch ein ein ganz ganz besonderes besonderes Vorgeschmack Vorgeschmack auf auf das, das, was was einen einen später später in in Freude Freude des des Bibers Bibers und und anderer anderer Tiere Tiere liegen liegen

durch-

Die Die Engeschlucht Engeschlucht ist ist ein ein wunderbarer wunderbarer Schlucht Schlucht nach nach unten unten und und werden werden dort dort zur zur

Konzert Konzert geboten: geboten: Selbst Selbst die die größten größten Symphonieorchestephonieorchester

sind sind mit mit nicht nicht

so so wie wie die die Wutachschlucht Wutachschlucht seit seit

Sym-

aller aller Fülle Fülle in in der der Wutachschlucht Wutachschlucht erwartet: erwartet: gelassen. gelassen. Denn Denn das das Gauchachtal Gauchachtal ist ist eben- ebenmehr

mehr als als 25 25 verschiedenen verschiedenen Instrumenterumenten

besetzt. besetzt. Hier Hier aber aber gibt gibt Eine Eine Genusswanderung, 1.200 1.200 Pflanzenarten Pflanzenarten gedei-

gedei-

Inst-

1939 1939 Naturschutzgebiet.

Naturschutzgebiet.

es es gut gut 100 100 Vogelarten. Vogelarten. Und Und sie sie

hen hen hier, hier, davon davon allein allein 40 40 Orchideenartendeenarten.

Bei Bei einer einer solchen solchen

Orchi-

scheinen scheinen alle alle gleichzeitig gleichzeitig diesen diesen die die beweist, dass dass es es nicht

schönen schönen Morgen Morgen zu zu begrüßen. begrüßen.

immer die die Alpen sein sein müssen, Vielfalt Vielfalt muss muss sich sich der der Waldlehrpfalehrpfad

entlang entlang des des Weges Weges auf auf

Wald-

Die Die Wutachschlucht Wutachschlucht gilt gilt als als

die die tiefste tiefste Schlucht Schlucht des des Landes Landes

wenn man man eine eine alpine Landschaft

erleben möchte. schränken, schränken, wie wie etwa etwa die die mäch-

mäch-

einige einige ausgewählte ausgewählte Arten Arten be-

be-

und und wird wird deshalb deshalb auch auch „Deutschlandlands

Grand Grand Canyon“ Canyon“ genannt. genannt.

tigen tigen Steineichen, Steineichen, die die bis bis zu zu

„Deutsch-

Man Man kann kann sie sie auf auf einem einem sechsbibis

siebenstündigen siebenstündigen Rundweg Rundweg mit mit dem dem steil steil aufragende aufragende Felswände, Felswände, unzählige unzählige Ste-

Ste-

Nach Nach etwa etwa einer einer weiteren weiteren halben halben Stun-

Stun-

sechs-

500 500 Jahre Jahre alt alt sind. sind.

Örtchen Örtchen Bachheim Bachheim als als Ausgangspunkt Ausgangspunkt erlebenleben.

Es Es ist ist eine eine Genusswanderung Genusswanderung mit mit Ab Ab auf auf schmalen schmalen Steigen. Steigen.

Kanadiersteg Kanadiersteg auf auf die die Wutach, Wutach, die die wüten-

wüten-

ergege,

Wasserfälle Wasserfälle und und ein ein ständiges ständiges Auf Auf und und de de ist ist es es so so weit: weit: Die Die Gauchach Gauchach trifft trifft beim beim

den den Attributen Attributen einer einer kleinen kleinen Bergtour, Bergtour, die die Nach Nach einer einer Stunde Stunde Gehzeit Gehzeit mündet mündet de de Ach. Ach. Im Im Laufe Laufe von von 12.000 12.000 Jahren Jahren hat hat

beweist, beweist, dass dass es es nicht nicht immer immer die die Alpen Alpen die die Engeschlucht Engeschlucht in in die die Gauchachschluchtschlucht.

Dort Dort ist ist die die Klamm Klamm anfangs anfangs so so die die Felsen Felsen gearbeitet. gearbeitet.

Gauchach-

sie sie sich sich beständig beständig bis bis zu zu 180 180 Meter Meter tief tief in in

sein sein müssen, müssen, wenn wenn man man eine eine alpine alpine Landschafschaft

erleben erleben möchte. möchte.

schmal, schmal, dass dass die die Tritte Tritte in in die die senkrecht senkrecht Im Im Gegensatz Gegensatz zu zu vielen vielen anderen anderen stark stark

Land-

Der Der Weg Weg führt führt anfangs anfangs entlang entlang der der aufragende aufragende Muschelkalkwand Muschelkalkwand gehauen gehauen regulierten regulierten Bächen, Bächen, darf darf die die Wutach Wutach alles. alles.

Engeschlucht, Engeschlucht, durch durch die die der der Tränkebach Tränkebach wurden. wurden.

Zum Zum Beispiel Beispiel bei bei Hochwasser Hochwasser während während der der

Entlang der Wutach

„Grand Canyon Deutschlands“ wird die

spektakuläre Schlucht im Hochschwarzwald

auch genannt. Eine Tour durch die

Klammstrecke, die die Wutach durchießt,

ist für Genusswanderer eine spannende

Entdeckungsreise durch 300 Millionen Jahre

Erdgeschichte.


Stefan Stefan Glowacz Glowacz kletterte kletterte als Erster als Erster die die

„Golden „Golden Shower“, Shower“, die vielleicht die vielleicht schwerste schwerste

Mehrseilenlänge in der in der Verdonschlucht:

„Du kannst „Du kannst dich einen dich einen ganzen ganzen Tag in Tag der in der

Wand Wand quälen. quälen. Aber danach Aber danach kaufst kaufst du dir du dir

eine Flasche eine Flasche Wein Wein und guten und guten Käse und Käse und

genießt genießt den Ausblick.“ den Ausblick.“

68 68 BERGWELTEN

Blick auf Rur und Simmerath: Wandern lehrt dich Dankbarkeit und Freude.

Eine Region, Eine Region, die die

Generationen Generationen zu-

zusammenbringt:

François François Guillot, Guillot,

71, war 71, einer war der einer der

Ersten, Ersten, die die die die

Wände Wände der Verdonschluchschlucht

bezwan-

bezwan-

der Verdongen

(ganz gen (ganz links links

und darunter). und darunter).

Der bayerische Der bayerische

Kletterstar Kletterstar Stefan Stefan

Glowacz Glowacz (links) (links)

verliebte verliebte sich in sich in

den 1980er den 1980er Jahren Jahren

in die in Region. die Region.

Heute Heute entdecken entdecken

auch andere auch andere Abenteuersportleteuersportler

die die

Aben-

Schlucht Schlucht für sich. für sich.

Sie alle Sie treffen alle treffen

sich im sich Dörfchen im Dörfchen

La Palud. La Palud.

BERGWELTEN 69 69

94 BERGWELTEN BERGWELTEN 95

TEXT: TEXT: KLAUS HASELBÖCK FOTOS: BILL BILL KREUTZ

Testgebiet Raxplateau:

Lucia Gostner wandert

mit einem Vaude

Brenta 30 am Rücken

durch dichten Latschen-

kiefer-Bewuchs zum

Waxriegelsteig.

136 136 BERGWELTEN BERGWELTEN 137

In La In Palud La Palud lebte lebte Patrick Patrick Edlinger, Edlinger, der der Auch Auch die Kletterer die Kletterer kamen kamen relativ relativ spät: spät: Zu Zu

2012 2012 verstorbene verstorbene Superstar Superstar der französischeschen

Kletterszene. Seine Seine Filme, Filme, in denen in denen die man die man bis in bis die in späten die späten 1970er, 1970er, anders anders

der französi­

schwierig schwierig waren waren die Wände die Wände für Haken, für Haken,

er die er Wände die Wände der der Verdonschlucht „free „free als heute, als heute, noch noch mit mit Handbohrern statt statt

solo“ solo“ – allein – allein und und ohne ohne Sicherung Sicherung – mit –

mit Akkuschraubern befestigen befestigen musste. musste.

kletterte, kletterte, lösten lösten einen einen regelrechten Kletterbooterboom

aus und aus und machten machten ihn und ihn und die die

FRANZÖSISCHE LIEBESGESCHICHTE

Klet­

Gorges Gorges du Verdon du Verdon Anfang Anfang der 1980er der 1980er Jahre

bekannt. re bekannt.

anderer anderer Verdon­Pionier noch noch sehr sehr gut: gut:

Jah­

An die An die Handbohrer­Zeit erinnert erinnert sich ein sich ein

Die Filme Die Filme waren waren es auch, es auch, die Stefan die Stefan François François Guillot, Guillot, 71. Auch 71. Auch er lebt er in lebt La in La

Glowacz, Glowacz, damals damals Anfang Anfang 20, 20, in die in die Palud. Palud. Mitte Mitte der 1960er der 1960er Jahre Jahre entdeckte entdeckte

Schlucht Schlucht lockten. lockten. Seither Seither kehrt kehrt er regelmäßimäßig

zurück. zurück. Im Jahr Im Jahr 2012 2012 erfüllte erfüllte er plant plant –, wie –, gut wie sich gut sich die Felsen die Felsen des Ca­

des Ca­

er regel­

er mit er Freunden mit Freunden – mehr – mehr zufällig zufällig als ge­

als ge­

sich sich mit der mit Eröffnung der Eröffnung der Route der Route „Goldeden

Shower“ Shower“ seinen seinen Traum Traum von von einer einer nige nige Routen, Routen, tobte tobte sich aus, sich aber aus, aber sein Fo­

sein Fo­

Erstbegehung in der in Schlucht. der Schlucht. Noch Noch heu­

heukus

lag kus woanders. lag woanders. Guillot Guillot war Alpinist, war Alpinist,

„Golnyonyon

zum Klettern zum Klettern eignen. eignen. Er eröffnete Er eröffnete ei­

eite

sagt te er: sagt „Patrick er: „Patrick Edlinger Edlinger war für war mich für mich seine seine Expeditionen führten führten ihn in ihn den in den

der perfekte der perfekte Kletterer: Kletterer: ästhetisch, ästhetisch, unabhängighängig,

rebellisch rebellisch – und – und gleichzeitig gleichzeitig ein ein nien: nien: „Die „Die Verdonschlucht war für war uns für uns

Hochleistungsmensch.“

eher eher Trainingsgelände. Ihr volles Ihr volles Potenzial Potenzial

unab­

Kaukasus, Kaukasus, auf den auf Himalaya, den Himalaya, nach nach Patago­

Patago­

Diese Diese Qualitäten Qualitäten braucht braucht auch heute heute haben haben wir damals wir damals nicht nicht erkannt.“ erkannt.“

noch, noch, wer sich wer auf sich den auf Canyon den Canyon einlässt. einlässt. Die Routen, Die Routen, die heute die heute als die als anspruchsvollstevollsten

gelten, gelten, ließen ließen Guillot Guillot und und seine seine

die anspruchs­

Erst Erst 1905 1905 gelang gelang es dem es dem Geologen Geologen

Edouard Edouard Alfred Alfred Martel Martel als erstem als erstem Menschenschen,

die Schlucht die Schlucht zu Fuß zu Fuß zu durchque­

zu durchquenennen.

„Ab „Ab den den späten späten 1970ern 1970ern etablierte etablierte

Men­

Freunde Freunde deshalb deshalb nachfolgenden Generatio­

Generatioren.

Die ren. populärste Die populärste Wanderroute ist noch ist noch sich bei sich uns bei ein uns neuer ein neuer Zugang Zugang zum Klettern, zum Klettern,

heute heute nach nach ihm benannt ihm benannt (siehe (siehe Seite Seite XX). XX). extrem extrem technisch technisch und und leistungsorientiert.

Kletterglück in der Provence

Eine legendäre Wand, ein legendärer Bergsteiger

aus Bayern. Stefan Glowacz zeigt uns

die schönsten Seiten in der Schlucht von

Verdon. Legendär ist in dieser Ecke Südfrankreichs

freilich auch die Kunst,

das Leben zu genießen.

Der große Praxistest

Sechs Tester mit ganz unterschiedlichen Geschmäckern

waren mit neun aktuellen Rucksackmodellen

ein Wochen ende auf der Rax

unterwegs. Die Favoriten dieses Praxistests und

alles, was man zum Rucksackkauf wissen muss.

PRAXISTEST

Alle Neune!

Rücken sucht Rucksack: Welcher passt,

sitzt, hält, gefällt am am besten? Neun Modelle.

Sechs Tester. Sehr subjektiv.

WANDER-BRIEFE

Wie es geht

Vom Wandern und was es mit einem macht.

Ein Logbuch. Stefan Wagner über drei Tage

auf dem Eifelsteig von Kornelimünster nach Gemünd.

I

„Jedem Beschluss ist zu misstrauen,

wenn er nicht im Gehen gefasst wurde.“

Friedrich Nietzsche

ch bin 46. Meine letzte größere Ausdauerleistung

liegt 20 Jahre und 35 Kilo zurück, was meine

athletische Eigenwahrnehmung aber kaum beeindruckt.

Ich habe mir vor drei Monaten einen

piepsenden GPS­Puls­Trainingscomputer zugelegt, mit

dem ich Tiefe und Intensität meines Schlafs, die im

Alltag verbrannten Kalorien und die Schritte protokolliere,

die ich zwischen Kühlschrank und Schreibtisch

zurücklege.

Wenn ich wandern gehe, stehe ich in der Früh vor

der Hütte und strecke meine Uhr dem GPS­Satelliten

entgegen, drücke beim Weggehen auf einen piepsenden

Startknopf und analysiere abends auf dem Laptop

Tagesetappen bis hinein in die Sekunden, Höhenmeter,

Puls, Tempo.

46, blödes Alter, ich weiß.

Die folgende lose Sammlung von Notizen entstand in

drei Tagen auf dem Eifelsteig im Westen Deutschlands

in den Spannungsfeldern von aerober und anaerober

Schwelle und von kleineren Fragen der Menschheit (Orientierung,

Moral) und großen (Blasenpflaster).

Piep.

FOTOS: XXXXXXX

TAG 1, KM 0,0

Wie jeder Mann mit einem altersbedingten Motivati­

Ganz Körper sein.

onsüberhang habe ich die längste Strecke auf den ersten

Das Elementarste am Gehen ist, also am Gehen über

Tag gelegt. Vormittags Etappe eins von Kornelimüns­

mehrere Tage, dass es dich schon vor dem ersten Schritt

ter (das ist bei Aachen) über Roetgen (kein wahnsin­

ganz Körper macht.

nig hübscher Ort), nachmittags weiter nach Monschau

Du beginnst am Vorabend der ersten Etappe, Wasser

(umso hübscher, eine mittelalterliche Fachwerkstadt wie

zu trinken. Du sagst aber nicht Wassertrinken dazu, son­

aus dem Märklin­Zubehörgeschäft).

dern Hydrieren. Du bist dann so gut hydriert, dass du in

Das sind in Summe 31,1 Kilometer.

der Nacht dreimal aufstehen musst.

Jetzt abends sind es auf dem Laptop aber 33,83 (7

Du isst am Abend keine Spaghetti mit Salat und in

Stunden und 12 Minuten, 4.092 Kalorien, 107 Durch­

der Früh kein Schinkenbrot. Du isst Proteine, Kohlenschnittspuls,

810 Meter Auf­, 635 Meter Abstieg), was uns

hydrate, Vitamine und Mineralstoffe. Du salzt das Schin­

zu einem unterschätzten Thema führt: dem Sichverirren.

kenbrot, weil du den Salzverlust durchs Schwitzen vor­

Man verirrt sich nicht, weil Wege schlecht ausgeschilbeugend

ausgleichst.

dert wären (der Eifelsteig: 1a, wirklich). Man verirrt sich,

Du trinkst eine zweite Tasse Kaffee, weil du einmal

weil Gehen ein bisschen wie Trinken ist.

gelesen hast, dass Koffein auf der Dopingliste steht.

Zum einen wegen des unglücklichen Hangs zur

Du denkst dir: Fersen zukleben wäre gescheit. Du

Grundsätzlichkeit der Gedanken. (Wer Sachen in der

verwirfst den Gedanken wieder, weil der Teil in dir, der

Liga von „Die Seele erreichst du durch den Körper,

noch nicht ganz Körper geworden ist, sagt: Fersen zu­

nicht durch den Geist“ nicht in seinem Notizblock

kleben ist aber nicht sehr männlich.

finden möchte, darf keinen Notizblock auf eine Wan­

Du ziehst ein Kompressionsshirt und Kompressionsderung

mitnehmen. Hätte mir übrigens vorher jemand

shorts an, weil man dir gesagt hat, dass das die Muskeln

sagen können.)

unterstützt. Wärst du nur ein klein wenig auch noch

Zum anderen weil man dumm wird, also handfest

Geist, würdest du erkennen, dass der Verlust an Men­

physiologisch. Wenn das Hirn nur den Sauerstoff kriegt,

schenwürde den Gewinn an Muskelleistung nicht nur

den Herz, Lunge und Beine überlassen, drosselt es den

neutralisiert.

IQ auf Grundumsatz. Du stehst dann intellektuell luft­

Du schluckst eine Magnesiumkapsel.

schnappend vor einem Wegweiser und interpretierst

so lange an dem Pfeil vor dir herum, bis du tatsächlich

TAG 1, KM 33,83

nicht nach links gehst, wohin er eigentlich eindeutig

Grundumsatz.

weist, sondern nach halblinks.

Der Eifelsteig führt im Dreiländereck von Deutschland,

Belgien und den Niederlanden in 15 Etappen auf

TAG 2, KM 5,8

313 Kilometern von Aachen nach Trier. Für meine drei

Jacke im Rucksack.

Eifelsteig­Tage habe ich mir seine ersten vier Etappen

Wandern lehrt dich ehrliche Dankbarkeit und unschul­

vorgenommen, in Summe knapp 80 Kilometer.

dige Freude.

>

Drei Tage im Glück

Warum in ferne Länder reisen? Der Eifelsteig

bietet auf seinen 313 Kilometern alles, was es

an Wanderglück braucht. Da bleibt auch reichlich

Zeit, um über das Wesen des Gehens

zu sinnieren. Ein introspektives Logbuch von

Kornelimünster nach Gemünd.


Aus der Redaktion

Top-Alpinisten, renommierte Journalisten:

Die Bergwelten-Redaktion hat die Experten, um die Berge in all ihren Facetten erlebbar

und verständlich zu machen. Und der Humor hat auch seinen Platz.

DAVID LAMA,

gefeierter Kletterstar und Leitgur

einer neuen Generation von

Extrembergsteigern. In seiner

ersten Bergwelten-Kolumne erklärt

er, warum gerade das Scheitern

beim Bergsport so wichtig ist.

REINHOLD MESSNER

ist der erfolgreichste und bekannteste

Alpinist der Welt.

Als Kolumnist für Bergwelten

reektiert er diesmal die Be deutung

des Filmens bei seiner legen dä ren

Everest-Besteigung.

KLAUS HASELBÖCK,

renommierter Alpin-Journalist

und begeisterter Berg steiger,

leitet Bergwelten als Chefredakteur.

Für die erste Ausgabe

des Magazins erkundet er die

steirische Seite des Dachsteins.

GEORG RINGSGWANDL,

Kabarettist und Musiker aus

Bayern, erzählt, wie man die internationale

Spitze der Computertechnologie

und den Gipfel des

Watzmanns erreicht, ohne einen

Satz Hochdeutsch zu sprechen.

ROBERT JACOBI

hat die Faszination der Berge spät,

aber umso intensiver entdeckt. Der

preisgekrönte Korrespondent der

„Süddeutschen Zeitung“ bestieg die

hohen Gipfel Europas und wird

regelmäßig für Bergwelten berichten.

HANS ZIPPERT

ist als gebürtiger Bielefelder

gewiss kein Gebirgsbewohner.

Für Bergwelten denkt der mit dem

Henri-Nannen-Preis ausgezeichnete

Satiriker über sein ambivalentes

Verhältnis zum Alpinen nach.


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Chefredakteur

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Mexiko, ISSN 2308-5924

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THE RED BULLETIN

Neuseeland, ISSN 2079-4274

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Österreich, ISSN 1995-8838

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108 THE RED BULLETIN


VON 30. APRIL BIS 28. JUNI 2015

IM SENCKENBERG NATURMUSEUM

FRANKFURT AM MAIN

Die besten Aufnahmen aus den ersten drei Jahren des Terra Mater Magazins.

Atemberaubende Fotografie in beeindruckendem Großformat.

Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main.

Alle Infos und Öffnungszeiten unter:

www.senckenberg.de

www.terramatermagazin.com/weltbilder


MAGIC MOMENT

GIZEH, ÄGYPTEN, 11. Januar 2015

Die Zone ist Sperrgebiet, Überflüge sind demnach

streng verboten. Doch Wingsuit-Pilot Cédric Dumont

hatte sich in den Kopf gesetzt, als erster Mensch über

den Pyramiden von Gizeh abzuspringen. Es gelang ihm

zuerst, Ägyptens Verteidigungsminister zu überzeugen,

und dann trotzte er den Sandstürmen. „Es war die unglaublichste

Aussicht, die man sich vorstellen kann.“

www.cedricdumont.com

„Für diesen

Moment habe

ich drei Jahre

gearbeitet.“

Weder bürokratische noch meteorologische Hürden

konnten den belgischen Wingsuit-Helden Cédric Dumont

(43) aufhalten.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 9. JUNI 2015.

NOAH BAHNSON/RED BULL CONTENT POOL

110 THE RED BULLETIN


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