Das Magazin der Jesuitenmission

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Das Magazin der Jesuitenmission

EDITORIALLiebe Freundinnen und Freundeunserer Missionare und Partner weltweit!Angesichts des Mangels an hoch qualifizierten Arbeitskräften in Deutschlandhat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vor kurzem wieder einmalzu einer „Bildungsoffensive“ aufgerufen. „Wir wollen den Anschluss nicht verlieren“,so Frau Merkel. Den Anschluss haben viele Länder der Dritten Weltschon lange verloren. In einigen afrikanischen Ländern schließt nicht einmaldie Hälfte der Kinder die Grundschule ab.Die Kluft zwischen der Bildungsqualität in den reichen und den armen Ländernwird immer größer. In einer Welt, in der materielle Ressourcen immer wenigerund Wissen immer mehr bedeuten, ist Bildung ein wichtiger Faktor für die Entwicklungeines Landes und für die Senkung der individuellen Armut.Deshalb rufen auch P. Frido Pflüger SJ und der Flüchtlingsdienst der Jesuitenzu einer „Bildungsoffensive“ auf. Pater Frido weiß, wovon er spricht. Lange Jahrewar er Leiter des Jesuitenkollegs in St. Blasien und nach der Wende baute ererfolgreich das katholische St. Benno Gymnasium in Dresden auf. Danach warer verantwortlich für 30.000 Schülerinnen und Schüler in Flüchtlingslagern inUganda und hat in den letzten zwei Jahren in Deutschland ein Netzwerk fürignatianische Pädagogik geschaffen. Im Süden des Sudan wird Pater Frido nunzusammen mit den heimkehrenden Flüchtlingen Schulen aufbauen, um jederund jedem einzelnen, aber auch dem gesamten Land bessere Entwicklungsperspektivenzu geben.Auf unserem Titelbild trägt eine Schülerin aus dem Sudan mit Freude und Stolzdie Schiefertafel zur nächsten Unterrichtsstunde – noch unter freiem Himmel.Die „Bildungsoffensive“ kann beginnen.IhrKlaus Väthröder SJMissionsprokurator2 weltweit


INHALTTitel Südsudan:Hoffnungsvoller Weg in dieZukunft: Eine Schülerin imSüdsudan trägt die Schiefertafelins provisorischeFreiluft-Klassenzimmer.Rücktitel Myanmar:Nur mit ländlicher Entwicklungwird es genügendNahrung für alle geben.Wiedersehen im Südsudan ➜ 4Peter Balleis SJ schreibt über bewegende Begegnungenvon Frido Pflüger SJ mit ehemaligen Flüchtlingen„Dann bin ich einer von ihnen“ ➜ 8Frido Pflüger SJ erzählt von seiner neuen Aufgabebeim Flüchtlingsdienst der JesuitenUnsere Herbstbitte ➜ 9Helfen Sie beim Schulbau im SüdsudanEssen ist teuer ➜ 10Johannes Müller SJ wirft Licht auf das Problemweltweit steigender Preise für GrundnahrungsmittelDie Saat geht auf ➜ 14Vier Jesuiten setzen sich in landwirtschaftlicherForschung und Praxis für bessere Ernten einEin Leben für Indien ➜ 16Job Kozhamthadam SJ feiert den jetzthundertjährigen Josef Neuner SJDer Brunnen ➜ 18Eine Fotomeditation von Joe Übelmesser SJHimmelbett und Vollpension ➜ 20Dorothea Kudla berichtet von ihrem Freiwilligendienstim indischen Armenspital Jesu AshramExposure-Reise 2009 ➜ 23werkstatt-weltweit organisiert im Sommer 2009ein Reiseprojekt nach AfrikaSwagatam – herzlich willkommen! ➜ 24Heribert Dernbach vom Pathardi-Verein schreibt übereine Begegnungsreise zu indischen PatenkindernIm Zentrum die Weisheit ➜ 27Klaus Schatz SJ zeichnet den Neuanfang jesuitischerMissionsarbeit in Japan vor genau 100 Jahren nachweltweit notiert ➜ 30Aus der Jesuitenmission: Nachrichten, Nachrufe,Termine und Leserbriefeweltweit 3


SUDANund verschärfte sich zusehends. Lickimachte in Uganda im Flüchtlingslagersein Abitur und begann als Hilfslehrerin den Schulen des JRS zu arbeiten.Später wurde er Schulleiter dervom JRS unterstützten Realschule inMungula. Als dort ständige Angriffeugandischer Rebellen der LRA (Lord’sResistance Army) den Schulbetriebunmöglich machten, zog er mit allenSchülern im Jahr 2004 nach Oliji inein leer stehendes, heruntergekommenesSchulgebäude. Er schaffte es,dass der Unterricht zwar beengt, abermit voller Schülerzahl weiterging.Neubeginn im SüdsudanVor einem Jahr ist Licki mit seinerFamilie und auch mit einigen Schülernin den Südsudan zurückgekehrt,um wieder einmal unter schwierigstenBedingungen von vorne zubeginnen. In den Ruinen der altenMissionsschule von Loa hat er denUnterricht mit 120 Schülerinnenund Schülern gestartet. Sein Traumist es, die Ruinen dieser vom Kriegzerstörten Schule wieder herzurichtenund sie um ein Internat zu erweitern.Licki wird es schaffen. Davon istPater Frido überzeugt: „Als ich inAdjumani von 2003 bis 2006 dieJRS-Schulprojekte für rund 30 000Kinder und Jugendliche geleitet habe,war Licki einer unserer besten Schulleiter.Er ist ein ausgezeichneter undengagierter Lehrer, der immer dafürgesorgt hat, dass selbst unter schwierigstenBedingungen der Unterrichtfür die Kinder weiterging.“ P. FridoPflüger SJ hat vom OrdensgeneralP. Adolfo Nicolás SJ die Sendung erhalten,aus Bonn wieder nach Afrikazurückzukehren, um als Regionaldirektordie Leitung des Jesuitenflüchtlingsdienstesin den fünf LändernOstafrikas (Tansania, Kenia, Uganda,Sudan, Äthiopien) zu übernehmen.Rückkehr nach 20 KriegsjahrenDie Begegnung mit Licki ist wie einSymbol für den Neubeginn im Südsudan.Im Januar 2005 wurde nachüber 20 Jahren Krieg das Friedensabkommenzwischen dem Norden unddem Süden unterschrieben. Anfänglichkamen die Flüchtlinge nur zögerlichaus Uganda zurück. Aber diesesJahr übertrifft die Zahl der freiwilligenRückkehrer alle Schätzungenund Vorbereitungen. Viele von ihnensiedeln sich entlang der Straße an, diedie ugandische Grenzstadt Nimulemit dem südsudanesischen Ort Jubaverbindet. Auf der Fahrt sind überallNimuleAdjumaniNormalität kehrtwieder ein im Südsudan:Versammlungunter dem Dorfbaummit rückkehrendenFlüchtlingen.weltweit 5


SUDANDer Wiederaufbaugeht zügig voran:Die Straße nachJuba wird repariert(S. 7 oben) und Schulenneu gemauert(Mitte). Licki undPater Frido begutachtendie solidenMauern der altenMissionsschule vonLoa, in der die neueSekundarschuleentstehen soll.Aus dem vaterlosenFlüchtlingskind Roseist eine selbstbewussteBuchhalterin undJRS-Mitarbeiteringeworden6 weltweitZeichen des Neubeginns zu sehen.Die zurückkehrenden Flüchtlingebestellen emsig brachliegende Felder,es entstehen wieder solide runde Häuser.Auch die Straße – streckenweiseimmer noch vermint – wird erneuertund ist im Südsudan jetzt sogar besserbefahrbar als auf ugandischer Seite.Endlich wieder zu Hause!„You are Father Frido!“ Der Bootsführerder kleinen Fähre mustert PaterFrido einige Sekunden, bevor erihn anspricht. Er kennt ihn aus demFlüchtlingslager in Adjumani. Fastscheint es, als wären hier im Südsudannicht nur die heimkehrendenFlüchtlinge, sondern auch Pater Fridoendlich wieder zu Hause angekommen.Überall erkennen und begrüßenihn Leute. „Ja, es ist gut, wiederdaheim zu sein!“ Kenyi Israel zögertmit seiner Antwort keine Sekunde.Er ist einer der JRS-Mitarbeiter inKajo Keji, die den Wiederaufbau von26 Grundschulen und 4 Realschulenfür rund 7000 Kinder leiten. Kenyihofft, seine Kinder, die noch in Adjumaniim Flüchtlingslager leben, imHerbst nachholen zu können. SeineFrau wird die Rückkehr in die Heimatnicht erleben, sie war schon in Ugandamonatelang todkrank und ist aufder Busfahrt in Richtung Südsudangestorben.Die zielstrebige RoseIm JRS-Team in Kajo Keji arbeitetauch Rose. Ihre Mutter floh aus demSüdsudan nach Adjumani, als Rosenoch ein Baby war. Aufgewachsen istdas vaterlose Kind im Flüchtlingslager.Nach dem Bestehen der MittlerenReife kam sie in das Büro von PaterFrido und bat um finanzielle Hilfe füreinen zweijährigen Buchhaltungskurs.Pater Frido war beeindruckt von ihrerZielstrebigkeit und half ihr mit demSchulgeld. Nun ist Rose Finanzverwalterinfür die JRS-Projekte in KajoKeji. Freudestrahlend sitzt sie hinterihrem Schreibtisch und erläutert PaterFrido das Finanzwesen von Kajo Keji.So wie Licki, Kenyi und Rose gibt esviele JRS-Mitarbeiter, die bereits alsFlüchtlinge in den Lagern Adjumanismitgearbeitet haben – als Lehrer, Katechisten,Fahrer, Verwalter, Wächter.Sie sind jetzt für die Aufgaben des JRSim Südsudan die besten Fachkräfte,weil sie neben der notwendigen Qualifikationauch die persönliche Flüchtlingserfahrungund die Identifikationmit den Zielen und Werten des Jesuitenflüchtlingsdienstesmitbringen.Wiederaufbau der SchulenAusgehend von den vier Zentren Nimule,Lobone, Kajo Keji und Yei arbeitetder JRS bereits seit mehr als dreiJahren im Südsudan und wird in denkommenden vier Jahren beim Aufbauvon rund 80 Grundschulen und über10 Sekundarschulen helfen. Der JRSist die einzige Organisation im Südsudan,die in diesem Bereich arbeitet:Renovierung zerstörter Schulen, Bauneuer Schulen, Verteilung von Schulmaterialienund vor allem Weiterbildungder Lehrer. Das Exil in Ugandahat viel im Denken der Flüchtlingeverändert. Bildung wird sehr hoch eingeschätzt,auch die Offenheit für dieSchulbildung von Mädchen ist größergeworden. Die Frauen, die durch die


SUDANJRS-Schulen in Adjumani gegangensind und nun im Bildungswesen undin den Organisationen arbeiten, sindbeeindruckend und haben für vieleMädchen Vorbildfunktion.Licki hofft auf HilfeDer Wiederaufbau des Schulsystemsist enorm wichtig für die Zukunftdieses total zerstörten Landes. Lickiweiß das. Er hat die Initiative ergriffenund in den Ruinen der ehemaligenLoa Schule mit dem Unterrichtbegonnen. Zwei Blöcke mit vierKlassenzimmern haben mit Hilfedes JRS ein Dach bekommen. AberLicki träumt davon, die im Kern immernoch standfesten Ruinen aus deritalienischen Missionszeit mit über1000 Schülerinnen und Schülern zufüllen. Er möchte in Loa neben derSekundarschule auch ein Internat fürdie Jugendlichen aus den entfernterenDörfern errichten. Pater Frido wirdLicki und den Jugendlichen im Südsudandabei helfen. Für ihn ist seineneue Aufgabe als Regionaldirektor, alsder er auch die Verantwortung für alleJRS-Projekte im Südsudan trägt, Ausdruckseiner treuen Verbundenheitmit den ehemaligen Flüchtlingen inAdjumani. Denn die Mission des JRSist erst erfüllt, wenn die Flüchtlingebei ihrer Rückkehr begleitet und inden ersten Jahren des Neubeginns unterstütztwerden. Das ist die schönsteund hoffnungsvollste Zeit, auf die dieFlüchtlinge zusammen mit dem JRSin Adjumani mehr als 15 Jahre langgewartet haben.Peter Balleis SJ,Internationaler Direktor des JRSweltweit 7


INTERVIEW„Unsere Gebete sinderhört worden“ – dashaben im Südsudanviele der ehemaligenFlüchtlinge gesagt,als sie hörten, dassPater Frido als neuerRegionaldirektor desJesuitenflüchtlingsdienstes(JRS) dauerhaftseine Zelte inOstafrika aufschlägt.8 weltweit„Dann binich einervon ihnen“Interview mitP. Frido Pflüger SJWas ist das Schöne an Afrika?Das Faszinierende für mich an Afrikaist die Art der Menschen, vor allemihre Fähigkeit, mit den schwierigstenSituationen fertigzuwerden, wo wirschon lang gesagt hätten: das halt ichnimmer aus, ich kann nicht mehr. Ichdenke, das hat ganz viel zu tun mitihrer Glaubensüberzeugung: „Godknows. Gott weiß darum. Ich verstehees nicht, aber ich vertraue auf Gott.“Was sind deine Aufgaben als JRS-Regionaldirektor für Ostafrika?Ostafrika ist die größte Region des JRSmit den meisten Flüchtlingen. Egal,wohin du schaust, sind Krisengebiete:in Darfur, in Somalia, in Eritrea. MeineAufgabe ist es, die Arbeit des JRSin diesem Gebiet zu koordinieren, fürdas Personal und das Geld zu sorgen,damit auch alle Projekte durchgeführtwerden können.Wie können wir in Deutschlanddeine Arbeit unterstützen?Was wir als erstes brauchen, ist natürlichgenügend Geld, um unsere Projektezu finanzieren. Das zweite, woja auch die Jesuitenmission in Nürnbergsehr engagiert ist, sind Freiwilligeaus Deutschland. Das dritte ist, dassman an uns denkt und für uns betet.Und ein vierter Punkt wäre, auch inDeutschland die Lage hier politisch imBlick zu behalten. Dass die furchtbarenDinge nicht in Vergessenheit geraten.Was verändert sich durch dieSekundarschule in Loa?Es ist eine Schule auf dem Land miteinem großen Einzugsgebiet. Deshalbhalte ich die Idee von Licki, ein Internatanzugliedern, für sehr gut. Wirbrauchen im Südsudan in dieser Aufbauphaseganz viele junge Leute mitguter Bildung und Ausbildung. Diesealten Ruinen wieder aufzubauen,heißt auch, an die Geschichte anzuknüpfen.Wir schaffen jetzt nicht einfachein Land aus dem Nichts heraus,sondern wir versuchen, die Wurzeln,die noch da sind, einzubeziehen.Worauf freust du dich am meistenbei deiner neuen Aufgabe?Dass ich mit meinem Team viel für dieLeute tun kann. Mit unseren Mittelnund auf unsere Art und Weise, alsomit einem gesamtmenschlichen Zugang.Es geht uns ja nicht nur darum,einfach Schulen zu bauen, sondern wirwollen in diesen Schulen dann aucheinen Geist lebendig werden lassen.Was ist euer Geist im JRS?Wir sind nicht nur von außen kommendeDienstleister, sondern durchunsere Spiritualität sind wir auf dergleichen Ebene mit den Leuten. Ichmeine, es ist ein Unterschied, ob ichmit einer Flüchtlingsgemeinde eineSchule organisiere oder ob ich mit ihreine Schule organisiere und am Sonntagauch noch den Gottesdienst feiere.Dann bin ich einer von ihnen.Interview: Judith Behnen


HERBSTBITTEEine Schulefür Loa!Liebe Leserin, lieber Leser!Noch schaut grünes Gestrüpp aus denFensterhöhlungen. Aber bald werdendank Ihrer Hilfe tausend Jugendlichedie Gebäude der Loa Sekundarschulemit ihrem Lachen, ihrem Lerneiferund ihren Träumen füllen. Schulensind das Rückgrat für die Zukunft desSüdsudans. Pater Frido und Licki sindein wunderbares Team, um die Sekundarschulein Loa wieder aufzubauen.Beide sind Menschen, die voller Tatendranganpacken und andere begeistern,bis ihr Ziel erreicht ist. Es lohntsich und macht Freude, sie zu begleitenund ihnen zu helfen!Helfen Sie mit Ihrer SpendePater Frido und Licki im Südsudan:10 Euro kostet ein Dachbalken.15 Euro kostet ein Sack Zement.20 Euro kostet ein Stück Wellblech.1000 Euro kostet ein Satz von 50 Wellblechenfür das ganze Dach eines Klassenzimmers.Bitte vermerken Sie auf IhrerSpende als Verwendungszweck:3183 SüdsudanKlaus Väthröder SJMissionsprokurator


ENTWICKLUNGSPOLITIKEssen ist teuerWeltweit steigende Preise – Schicksal oder Ungerechtigkeit ?Weltweit steigende Lebensmittelpreisetreffen die Armen besonders hart.Was sind die Ursachen für die dramatischeVerteuerung? Johannes MüllerSJ, Professor für Entwicklungspolitikan der Münchner Hochschule der Jesuiten,erklärt Zusammenhänge undHintergründe.Der Preis für Grundnahrungsmittelwie Reis, Weizen oderSojabohnen hat sich seit Anfang2007 weltweit teils verdoppelt.Dieser drastische Anstieg ist selbstin Deutsch land für ärmere Menschenzum Problem geworden. Weitschlimmer sind die Folgen in armenLändern. Immer mehr Menschen sindgezwungen, auf billigere und wenigernahrhafte Produkte (z.B. Maniokwurzeln)auszu weichen oder wenigerzu essen. Die Zahl der Menschen,die unter chronischem Hunger leiden,wird von 850 auf 950 MillionenMenschen steigen. Warum aber istes zu diesem plötzlichen Preisanstieggekommen?Auf diese Frage gibt es keine einfacheAntwort, sondern ein ganzes Bündelvon miteinander verflochtenen Faktorenist verantwortlich. Rein ökonomischlässt sich diese Entwicklungleicht erklären: Seit einigen Jahren istdie Nachfrage nach Nahrungsmittelndeutlich größer als das Angebot, wasdie Preise steigen lässt. Dies hat dazugeführt, dass die Lagerbestände inzwi­10 weltweit


ENTWICKLUNGSPOLITIKschen einen histori schen Tiefstand erreichthaben. Was sind aber die Gründefür ein ungenügen des Angebot undmehr Nachfrage?Vernachlässigung derLandwirtschaftIn vielen Entwicklungsländern,aber auch in der Entwicklungszusammenarbeitwird die ländlicheEntwicklung und die Produktionvon Nahrungsmitteln schon seitlängerer Zeit vernachlässigt. So klagenetwa die internationalen Agrarforschungsinstitute,die aus öffentlichenMitteln finanziert werden, überzu wenig Geld. Damit wird die Forschungzunehmend von der Agroindustrieund globalen Nahrungsmittelkonzernenbeherrscht, die ihrePatente, etwa an Saat gut, teuer verkaufen.Hinzu kommen an vielen Ortenschwere ökologische Schäden, z.B.ausgelaugte Böden. Wenn dann nochwitterungsbedingte Ernte ausfälle geschehen,kann auch der Import vonNahrungsmitteln den entstande nenMangel nicht ausgleichen.Mindestens ebenso folgenreich isteine verfehlte Agrarpolitik in vielenEntwick lungsländern. Die Bauernkönnen mit ihren Einnahmen oftnicht einmal ihre Produktionskostendecken, weil der Staat durch Preisobergrenzensicherstellen möchte,dass besonders die städtischen Armenbillige Nahrungsmittel erhalten. Dieebenfalls stark gestiegenen Energiepreisehaben dieses Problem noch verschärft,denn sie haben auch die Preiseetwa für Kunstdünger oder Transportstark ver teuert. Damit lohnt es sichfür die Bauern immer weniger, überihren Eigenbedarf hinaus Nahrungspflanzenfür den Markt anzubauen.Hinzu kommt, dass in vielen Ländern,z.B. in Simbabwe oder Myanmar,korrupte Regierungen ohne Interessean ihrer Bevölkerung ihre Machtausüben. Der indische WirtschaftsnobelpreisträgerAmartya Sen hatschon vor Jahr zehnten nachgewiesen,dass nur in Diktatu ren Hungersnöteauftreten, selbst wenn genügend Nahrungsmittelvorhanden sind.Fehlentwicklungen auf denWeltagrarmärktenDie Welthandelsordnung und besondersder Weltagrarmarkt sind vielzu wenig auf die Bedürfnisse armerLänder ausgerichtet. Sie sind vonden Interessen der Industrieländerbestimmt, die seit Jahrzehnten ihreLandwirtschaft durch Sub ventionenund Protektionismus schützen. Dieshat zu hoher Über produktion geführt,In Simbabwe müssenBauern ihre Maiserntezu festgesetztenNiedrigpreisenüber staatlich kontrollierteSammelstellenverkaufen. DerErtrag deckt oft nichtdie Produktionskosten,so dass dieLandwirtschaft amBoden liegt.weltweit 11


ENTWICKLUNGSPOLITIKReisanbau in Indonesien:Der Preis fürReis ist seit Jahresanfangdramatischgestiegen.Trockenheit undBodenerosion:Ökologische Schädenerschweren in vielenRegionen – wie hierin einem indischenDürregebiet – dieLandwirtschaft.die sie teils in Form von kostenloserNahrungshilfe abbauten. All dies trugzu einem Verfall der Landwirtschaftin Entwicklungsländern bei. Aktuellsteigen die Preise auch deshalb, weilwichtige Erzeugerländer den Exportvon Nahrungsmitteln gestoppt haben,während umgekehrt Importländer versuchen,durch Einfuhrerleichterungenihren Bedarf zu sichern.Seit einigen Jahren gibt es zudemeine wachsende Flächenkonkurrenzzwischen dem Anbau von lebensnotwendigenNahrungsmitteln einerseitsund der Produk tion von Bio masse(z.B. Zuckerrohr, Ölpalmen) für vermeintlichumweltfreund liche Energieandererseits. Der enorme Energiekonsumund die starke Nachfragenach Agrartreibstoffen in den reichenLändern haben dazu beigetragen,dass immer mehr Land und Wasserals wichtigste Voraussetzung für denAnbau von Nahrungs mitteln verlorengehen. Neuere Studien kommen zumErgebnis, dass der Anstieg der Nahrungsmittelpreisezu etwa 30 Prozentauf diese Tatsache zurückzuführen ist.Die mit dem hohen Energieverbrauchverbundenen Kohlen dioxidausstößesind zudem für den Klimawandel mitverantwortlich, der die Zukunft derLandwirtschaft in armen Regionengefährdet.Sehr umstritten ist, ob und inwieweitSpekulationen auf den globalen Agrarmärkteneine Mitursache sind. Nichtbestreitbar ist ein explosives Wachstumdes spekulativen Handels auf diesenMärkten. Dies ist sowohl eine Folgeder grundsätz lichen Schwankungsanfälligkeitvon Nahrungs mittelpreisenwie auch der durch die jüngsten Entwicklungenverunsicherten Märkte.Hinzu kommen künstliche oder politischbedingte Ver knappungen, vorallem Exportverbote oder die Hortungvon Nahrungsmitteln, zumindest auflokalen Märkten (z.B. Bolivien).Steigende WohlstandsnachfrageZu einem eher geringen Teil ist diesteigende Nachfrage nach Nahrungsmittelnauf das Bevölkerungswachstumzurückzuführen. Eine weitgrößere Rolle spielt der wachsendeKonsum höherwertiger Nahrungsmittelin Schwellen ländern wie Chinaund Indien. Vor allem der Fleischkonsumund damit die Nachfrage nachFutter getreide hat aufgrund gestiegenerEinkommen stark zugenommen.Aller dings ist der Fleischkonsum inden reichen Ländern nach wie vor weithöher, so dass diese keinerlei Grundhaben, den Schwellenländern moralischeVorwürfe zu machen, jedenfallswenn man davon ausgeht, dass12 weltweit


ENTWICKLUNGSPOLITIKalle Menschen gleiche Rechte auf denKonsum von Lebensmitteln haben.Fasst man all diese Aspekte zusammen,dann lässt sich die im Titel gestellteFrage klar beantworten: SteigendeNahrungsmittelpreise sind seltenSchicksal, sondern hauptsächlich Folgevon oft nicht direkt sichtbarer Ungerechtigkeit.Sie sind wesentlich mitverursacht durch einen umweltfeindlichenLebensstil in den reichen Ländern,besonders was den Verbrauchvon Energie angeht.PolitischeHandlungsmöglichkeitenUm eine ausreichende Ernährung allerMenschen zu sichern, braucht es einganzes Bündel von Maßnahmen:1. Die klassische Agrarpolitik im Sinndes Anbaus von Nahrungsmittelnund die ländliche Entwicklung generellmüssen wieder höchste Prioritäterhalten, und zwar sowohl inden Entwicklungsländern wie inder Entwicklungshilfe. Dies setztvoraus, dass die Bauern sichereLandtitel haben und faire Preise erhalten.2. Schwerpunkt muss eine standortgerechte,lokal ausgerichtete undvielfältige Landwirtschaft sein, wasgrundsätzlich auch für die reichenLänder gilt.3. Der Weltagrarhandel darf das Rechtauf Nahrung und die ökologischeNach haltigkeit (Artenvielfalt) nichtgefährden. Dazu müssen die Industrieländerihre Subventionen undihren Protektionismus im Agrarbereichendlich aufgeben.4. Nahrungsmittelhilfe wird in akutenNotfällen immer notwendigbleiben. Sie sollte aber kurzfristigsein und so schnell wie möglichdurch nach haltige Unter stützungder bäuerlichen Landwirtschaftabgelöst werden.5. Vor allem städtische Arme,die sich keine Nahrungsmittelzu Marktpreisen leistenkönnen, sollten direkt finanziellunterstützt werden (z.B.Lebensmittel marken), keinesfallsaber über politische Eingriffein die Preisbildung.6. Der Anbau von Agrartreibstoffenkann sinnvoll sein, vor allemwenn dies dem Energiebedarfder lokalen Bevölkerungdient. Dies darf aber nie aufKosten der Nahrungsmittelproduktiongehen.7. Wenn die Nahrungsproblemenicht längerfristig noch weitgrößer werden sollen, vor allemin schon jetzt trockenen Gebieten,braucht es eine Klimapolitikmit klaren Zielen, wasbesonders die reichen Länderin die Pflicht nimmt.8. Die Industrieländer müssenendlich Abschied nehmenvon der Illusion eines ständigsteigenden Wohlstands. Diesverlangt politische Reformen,aber auch einen verändertenLebens stil, etwa in den EssundReisegewohnheiten. Mankönnte auch sagen: Wir müssendie Tugend des rechten Maßes,die in der christlichen Traditionimmer eine wichtige Rollespielte, wieder ent decken!Johannes Müller SJHunger und Politikstehen in engemZusammenhang:Die Militärdiktatur inMyanmar überlässtviele Bauernfamilienihrem Schicksal.weltweit 13


Die Saat geht aufJesuiten in landwirtschaftlicher Forschung und PraxisErtragreichereCashew-Bäume(oben) züchtet dasWissenschaftler-Team von P. LeoD´Souza SJ imForschungslabor imindischen Mangalore.Ländliche Entwicklung muss imVordergrund stehen, um eine ausreichendeErnährung für alle Menschenzu sichern. Dass Jesuiten übers Säenund Ernten nicht nur predigen können,zeigen vier Ordensmänner inIndien und Sambia. Sie stehen beispielhaftfür eine ganze Reihe landwirtschaftlicherProjekte, die vonJesuiten geleitet werden.Pflanzenzüchtung:„Alle starrten mich an, als ich zum erstenMal die heiligen Hallen des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtungin Köln betrat. Ich dachte, es sei meinedunkle Hautfarbe, die die Blicke aufsich zog. Erst später begriff ich, dassmein Priesterkragen der Grund fürdie Verwunderung war: Was sucht einKleriker in einem Max-Planck-Institut?“P. Leo D’Souza SJ lächelt, als erdiese Anekdote erzählt. Der indischeJesuit ist Botaniker und hat am KölnerMax-Planck-Institut in molekularbiologischerPflanzen zucht promoviert.Seit fast 30 Jahren leitet er mittlerweileein Forschungslabor im indischenMangalore: „Wir arbeiten im Momentdaran, besonders ertragreiche Cashew-Bäume zu züchten. Das würde dieCashew-Produktion für den Exporterhöhen sowie Arbeit und Einkommenfür Tausende armer Landfrauenschaffen, die die Nüsse in den Dörfernverarbeiten. Neben den Cashewnüssenarbeiten wir an der Verbesserung vonReis und Chili, die in unserer Gegendgroßflächig angebaut werden, und ander Multiplikation von Arzneipflanzen.“P. Leo D´Souza wendet in seinerForschung Methoden der Gentechnikan. Er versteht die Ängste, die vielemit gentechnisch veränderten Pflanzenverbinden, ist sich jedoch sicher, dassethisch reflektierte Gentechnik ökonomischund ökologisch sinnvoll ist.Ökologische Landwirtschaft:In diesem Punkt widerspricht ihm vehementsein Mitbruder Paul DesmaraisSJ. Der aus Kanada stammendeLandwirt und Agrarwissenschaftlerlebt seit 1971 in Sambia und leitetdort eine große Trainingsfarm fürKleinbauern. „Als ich nach Sambia14 weltweit


LANDWIRTSCHAFTkam, hatte ich keinerlei Zweifel daran,was man braucht, um erfolgreichNahrungsmittel anzubauen und dasEinkommen der Kleinbauern zu erhöhen:maschinell bearbeitbare Felderohne störende Bäume und Hecken,Kunstdünger und Pestizide, hochgezüchtetesSaatgut und am bestenMonokulturen.“ Aber nach 15 Jahrenkonventioneller Landwirtschaftstellte er fest, dass die Kleinbauern inSambia nicht reicher geworden waren.Im Gegenteil: Viele waren in dieSchuldenfalle geraten, da sie mit ihrenErnteerträgen die auf Kredit gekauftenDüngemittel und Pestizide nichtbezahlen konnten. Br. Desmarais SJsuchte nach neuen Wegen: „Ich musszugeben, dass ich sehr skeptisch war,als ich anfing, mich mit ökologischerLandwirtschaft zu befassen.“ Heutehat er von der Baumwollproduktionüber Bienenhaltung, Gemüseanbauund Milchwirtschaft bis zur Erzeugungvon Saatgut und Dünger allesumgestellt. Und der Erfolg überzeugtihn: „Ökologische Landwirtschaft istder einzige Weg, um die Welt zu ernähren,die Umwelt zu schützen undden Armen zu helfen.“Ein neues Bio-Pestizid:Wie können Schädlinge wirksam undohne Nebenwirkungen für Menschund Umwelt bekämpft werden? Dasist eine der großen Fragen, mit denensich Landwirte genauso wiePflanzenzüchter plagen. Am Institutfür Insektenforschung am LoyolaCollege im indischen Madras hatP. Ignacimuthu Savarimuthu SJ vielleichtdie Lösung gefunden. Mit seinemTeam hat er nach sechsjährigerForschung ein neues Bio-Pestizid entwickelt:Ponneem. Ponneem ist eineorganische Mischung mit den beidenHauptbestandteilen Neem und Pungai,die aus den gleichnamigen Bäumengewonnen werden. Über 6000Bauern haben das neue Bio-Pestizidin einer Feldstudie getestet und warensehr angetan: „Es ist wirksam,wesentlich preiswerter als chemischePestizide und leicht zu handhaben.“P. Ignacimuthu hat bereits die Patentierungbeantragt, um dann über dieVermarktung nachzudenken.Der Regenfänger:Zwei ganz wesentliche Voraussetzungenfür erfolgreiche Landwirtschaftsind guter Boden und ausreichendWasser. An diesen beiden Punktensetzt P. Robert D’Costa SJ mit seinemWatershed-Programm in den Dürregebietenim Westen Indiens an. SeineMethode: Er hilft den Dörfern, denRegen zu fangen. Die Dorfbewohnerziehen Furchen in die Berghängebis weit ins Tal hinein. Diese werdenwieder mit lockerer Erde gefüllt undmit jungen Bäumen bepflanzt. Wenndann der Regen kommt, zeigt sichdas Wunder: Das Wasser wird in denFurchen aufgefangen, versickert undwird im Boden gehalten. Die Wurzelnder Bäume halten die Erde fest, derGrundwasserspiegel steigt. „Durchunser Watershed-Programm könnendie Dorfbewohner ihre kleinen Felderbewässern und sogar dreimal im Jahrernten. Überall wachsen statt Dornbüschenjetzt Bäume, Sträucher undsaftiges Gras. Ein kleines Wunder,wenn man weiß, wie das karge, versteppteLand vorher ausgesehen hat.“Judith BehnenUnterschiedlicheAnsätze, aber ein Ziel:Leo D´Souza SJ,Paul Desmarais SJ,IgnacimuthuSavarimuthu SJ,Robert D´Costa SJ.weltweit 15


INDIENEin Leben für IndienP. Josef Neuner SJ feiert seinen 100. GeburtstagAm 19. August hatP. Josef Neuner SJseinen 100. Geburtstaggefeiert. Er trittdamit dem exklusivenClub der mindestens100-jährigen Jesuitenbei, dem momentanweltweit immerhinacht Mitgliederangehören. Vor 70Jahren ist PaterNeuner nach Indiengekommen. Das Fotorechts zeigt denjungen Theologen beider Segnung einesMotorrades.Der Name Neuner steht in Indien füreine neue Generation von Theologen.Verortet in den Traditionen ihresLandes wie in denen der Kirche,stehen sie Rede und Antwort zu denFragen unserer Zeit. P. Job KozhamthadamSJ, Präsident der PäpstlichenHochschule für Philosophie undTheologie Jnana-Deepa Vidyapeethim indischen Pune, zeichnet einigeLebensstationen von P. Neuner nach.Der Traum vom ewigen Lebenist groß, doch nur wenigenMenschen ist es vergönnt,ein ganzes Jahrhundert zu überblicken.P. Josef Neuner SJ hat am 19.August 2008 seinen hundertsten Geburtstaggefeiert, körperlich fit undgeistig wach. Was macht ihn aus, diesenbeeindruckenden Jesuiten? SeinLeben als Mann Gottes, seine Liebezu Indien, die Treue zur Kirche, seinEinsatz als Theologe? Vielleicht alleszusammen. Sein Mitbruder FrancisD´Sa beschreibt ihn so: „P. Neunerwurde zum Brückenbauer in fast allenGebieten, mit denen er sich beschäftigte– zwischen Ordensleutenund Diözesanverantwortlichen, zwischenWissenschaft und Spiritualität,zwischen christlicher Theologie undden indischen Religionen, zwischenIndien und Europa und nicht zuletztzwischen der Kirche und der Welt.“Indische SpurensucheGeboren am 19. August 1908 in Feldkirchan der Österreichisch-SchweizerischenGrenze, absolvierte er seineSchulausbildung am renommiertenJesuitenkolleg Stella Matutina. 1926trat er ins Noviziat der süddeutschenProvinz der Gesellschaft Jesu ein, wurde1936 zum Priester geweiht und16 weltweit


INDIENlegte 1944 seine letzten Gelübde ab.Schon früh regte sich in P. Neuner dieLiebe zu Indien. Sein Wunsch in dieMission zu gehen, wurde zunächst abgelehnt,doch er blieb hartnäckig. Am31. Mai 1938 landete er in Bombay. Erwurde mit der Ausbildung der Priesterbetraut. Die kolonial ausgerichteteKirche, die er vorfand, beschreibt erals unzulänglich: „Die Auseinandersetzungmit indischer Philosophieund den religiösen Traditionen lagnicht in meinem Aufgabenbereichund war auch nicht erwünscht.“ Eineunerwartete Fügung gibt Pater Neunerdie Möglichkeit zur gewünschtenAuseinandersetzung. Die Kriegsjahre1939 bis 1945 muss er als „großdeutscher“Staatsbürger auf englischemHerrschaftsgebiet in Indien im Internierungslagerverbringen, viel Zeit fürden Theologen, sich in die Literatur desLandes zu vertiefen. Er lernt Sanskrit,liest die Bhagavadgita, die Upanishaden,Radhakrischnans Geschichte derindischen Philosophie. Die Tatsache,dass er seine Doktorarbeit über „DieOpferlehre der Bhagavadgita“ schrieb,zeigt erneut seine Liebe zu Indien undseine Fortschritte in der Aneignungseiner geistigen Traditionen.Apostel des KonzilsIn all seinen Veröffentlichungen versuchtePater Neuner schon damals einesanfte Transformation der kolonialenKirche in eine authentisch indischeKirche, die das christliche Leben undseine Botschaft im Kontext der indischenWirklichkeit abbildet undAntwort geben kann auf die Fragen derZeit. 1962 wurde er als Berater zum2. Vatikanischen Konzil nach Romberufen. „Die Teilnahme am Konzilwar die wichtigste Erfahrung meinesLebens“, schreibt er begeistert in seinerAutobiografie. Tief in seinem Herzenwar er überzeugt, dass dieses Konzilverwandelnde Kraft haben würde, under wollte die Kirche in Indien an diesereinzigartigen Erfahrung teilhabenlassen. P. Neuner war an wesentlichenDokumenten des Konzils über die Ausbildungder Priester, den interreligiösenDialog und die Missionstätigkeit derKirche intensiv beteiligt. Mehr nochaber war ihm die Umsetzung dieserErgebnisse in den indischen Kontextein Anliegen. Er ging mit dem Eifereines Apostels daran, organisierte Konferenzen,schrieb Artikel, prägte dieAusbildung am Päpstlichen Institut inPune. Jeder Aspekt des kirchlichen Lebenssollte von dem erneuernden Geistdes Konzils durchdrungen werden.Inspirator bis heuteBis heute bleibt es zentrales Ziel des Jesuiten,dass der christliche Glaube in einerradikal säkularen Welt seinen Platzfindet und Zeugnis geben kann. WasPater Neuner darin immer ausmachte,war die harmonische Verbindung vonLoyalität mit der Kirche und Offenheitfür die Unvorhersehbarkeiten dieserWelt. An der Hochschule Jnana-DeepaVidyapeeth, die er über Jahrzehnte geprägthat, lebt sein Geist nach wie vor.Als kleines Zeichen der Wertschätzungund Dankbarkeit wurde das vor zweiJahren neu gebaute Auditorium nachseinem geistigen Vater benannt. Sohören die Studenten heute ihre Vorlesungenim Josef-Neuner-Auditorium.Job Kozhamthadam SJBuchhinweis:„Der indische Josef– Erinnerungen ausmeinem Leben”,P. Josef Neuner SJ,Verlag Die Quelle,2003.weltweit 17


Der BrunnenJedes Mal mahnt mich der Brunnen:Du musst hinuntersteigenin die Brunnenstuben deines Herzens,wo Erinnerungen schlafen,wo vergessene Gefühle ruhenund die Träume zu Hause sind.Dort liegen die kühlen Wasser,still wie ein Spiegel,in dem du sehen kannst,wer du bist.Dann fällt ein Steinvom Brunnenrand in die Tiefeund ein Platschen hallt herauf.Kleine Wellen kräuseln sich.Sehnsüchte werden wachund wollen aufsteigen.Alles Verborgene will ans Licht,damit es fruchtbar werde,belebend, erfrischend und heilsam,wie Wasser aus dem Brunnen,das die Erde tränkt und die Menschen,und auf die Fluren zaubertdas Grün der Hoffnung.Joe Übelmesser SJ18 weltweit


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V O L U N T E E R SHimmelbett undVollpensionDarjeelingSiliguriSiliguri liegt in demschmalen indischenKorridor zwischenNepal und Bangladesh.Das indische Armenspital Jesu Ashramist eine ganz eigene Welt fürsich. Dorothea Kudla hat hier überdas Freiwilligenprogramm der Jesuitenmissionfast ein Jahr als JesuitMission Volunteer (JMV) gearbeitet.Das überbevölkerte und langweiligeGebiet rund um Siliguriist nicht mehr als einSprungbrett nach Nepal.“ Na wunderbar,dachte ich, als ich die erstenZeilen über den indischen Ort las, indem ich die folgenden zehn Monateverbringen wollte. Kann ja nur besserwerden, munterte ich mich auf undklickte die nächste Internetseite an:„Siliguri ist selbst für indische Verhältnisselaut, hektisch, staubig undhässlich. Leider führt kein Weg nachDarjeeling an Siliguri vorbei, und sosieht die Stadt täglich viele Touristen,die nichts anderes im Sinn haben, alsdiesen ungemütlichen Ort so schnellwie möglich wieder zu verlassen.“ Soschnell wie möglich? Zehn Monate?Volltreffer! Doch obwohl es nach diesenInformationen nicht unbedingtzu erwarten war, ist das folgende Jahrzu einem der intensivsten und erfülltestenmeines Lebens geworden –jedenfalls von den gut 18 Jahren, dieich bis jetzt hinter mir habe.Armut und KrankheitIch verbringe meine Zeit in Jesu Ashram,einem Zentrum für Kranke ausden untersten Schichten der indischenBevölkerung. Viele kommen barfußhier an, nur mit einigen Fetzen Stoffbekleidet. Neben 150 Tuberkulose-,100 Lepra- und 20 HIV-positivenPatienten beherbergt Jesu Ashramauf der Allgemeinen Station über 100bedürftige Menschen, die mit Krankheitenwie Malaria, Schwarzem Fieberund kontinuierlichem Durchfall (teilweisebis zu sechs Monaten!) Hilfesuchen oder zur Entbindung kom-20 weltweit


V O L U N T E E R Smen. Die meisten leiden zusätzlichan Mangel- oder Unterernährung undkörperlicher Auszehrung. Für manchealte, behinderte oder psychisch krankeMenschen ist Jesu Ashram zur festenBleibe geworden.Ein „Himmelbett“ - sprich: eine einfache,mit einem Moskitonetz überspannteLiege, die auch als Stuhl, Esstisch,Ablage und Behandlungstischdient - sowie „Vollpension“ gibt esfür alle kostenlos. Auch mit einfacherMedizin werden die Patienten versorgt,soweit das in einer Einrichtung,die ausschließlich durch Spenden finanziertwird, eben möglich ist. Umdie knapp 400 Patienten kümmernsich Father Julius, Jesuit und Leitervon Jesu Ashram, sein 80-jährigerMitbruder Father Milledge, drei Ordensschwestern,elf Pflegekräfte sowie30 junge Mädchen, die zu Krankenschwesternausgebildet werden. EinigeÄrzte besuchen Jesu Ashram regelmäßig– teilweise unentgeltlich und nachDienstschluss ihrer Praxen.Mithilfe und GottvertrauenDa die personellen und finanziellenKapazitäten von Jesu Ashram sehrbegrenzt sind, tragen die Patienten einigeszum geregelten Tagesablauf bei.So schneiden die jungen Mütter, dieoft genauso wie ihre Kinder nur nochaus Haut und Knochen bestehen, jedenMorgen rund 100 Kilo Gemüse unddiskutieren dabei den neuesten Dorfklatsch.Moti, eine der körperlich Behinderten,hilft beim Brennholztragenund Madmaja, eine alte, blinde Frauspült dreimal täglich mit viel Hingabedie großen Reis- und Currytöpfe. EinMann mit einem Lungentumor nähtauf der alten Singer-Nähmaschine alles,was in Jesu Ashram benötigt wird,und die älteren Patientinnen übernehmenoft Hebammendienste.Trotz Armut und Elend, mangelnderHygiene und durchschnittlich 3 bis 4Toten pro Woche ist Jesu Ashram fürmich zu einem Symbol des Lebensund der Gegenwart Gottes geworden.Das tiefe Gottvertrauen vieler Menschenhier, die ja wirklich Grund zumVerzweifeln hätten, beeindruckt michimmer wieder. Eines Tages, als ich miteinem leeren Breitopf die Tuberkulose-Stationverlassen wollte, hielt micheine der jungen Frauen am Kittel festund bat um ein Gebet. Ich war völligüberrascht, da ich vorher mit ihrnicht mehr als einige Sätze gewechselthatte. Ihre Bitte war der Anfang einerFreundschaft mit einer Gruppe jungerTuberkulose-Patientinnen, die jetztAbend für Abend auf ihre „Didi“ warten,ihre große Schwester, wie sie michnennen, um zu plaudern, Kleider zuFür manche alte,behinderte oderpsychisch krankeMenschen ist JesuAshram eine festeBleibe geworden.Dorothea mit Lila,einer Langzeitpatientin.Lila wurde vor guteinem Jahr auf derStraße gefunden –nackt, völlig abgemagert,wirr vor sich hinphantasierend.weltweit 21


VOLUNTEERSRufina, eine kleineMalaria-Patientin,hat ihr Lachen nochnicht verloren.Ohne Spenden nichtmöglich: Eine Leprapatientinpasst ihreProthese an.tauschen und zu beten. Und obwohlwir alle verschiedene religiöse Hintergründehaben, bin ich mir sicher, dassdie Gebete an der richtigen Stelle ankommen.Auch bei den Messen sitzendie Kranken - Hindus, Buddhisten,Sikhs, Jains, Moslems und Christen -bunt gemischt in und vor der kleinenKapelle, ganz nach den Worten Jesu:„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühseligund beladen seid...“Beladen und dankbarAuch ich bin übrigens regelmäßigschwer beladen, zum Glück aber nurmit großen Säcken voller Kleider. EinTeil meiner Arbeit ist es, die Kleiderspendenzu sortieren und auszuteilen.Diese Aufgabe schult den Gerechtigkeitssinnungemein: Ist es nun fairer,allen ein Hemd zu geben oder dem,der gar keines hat, zwei? Ich kann michbis heute nicht entscheiden. Weiterhinhelfe ich beim Verbändewechselnoder Medizinausteilen, füttere die, dieselbst nicht essen können, spiele mitden Kindern, gehe mit den Langzeitpatientenspazieren oder sitze einfachnur am Bett, um eine Hand zu haltenund zuzuhören. Beim Kartoffelschälenhilft mir Lila. Sie wurde vor gut einemJahr auf der Straße gefunden - nackt,völlig abgemagert und wirr vor sichhin phantasierend. Durch viel Zuwendunghat sich ihr Zustand Schritt fürSchritt verbessert. Menschen wie Lila,die zu Wracks verkommen sind, oftaus völlig wirren Familienverhältnissenheraus, gibt es hier bedrückend viele.So sind mir meine Unterrichtsstundenan der St. Joseph‘s High Schoolmanchmal eine willkommene Erinnerungdaran, dass Indien nicht nuraus Jesu Ashram besteht. Hier steheich dreimal pro Woche vor 50 vor Lebendigkeitsprühenden, kerngesundenjungen Mädchen in makellosen grünweißenSchuluniformen.Am liebsten bin ich aber mit den Patientenzusammen. In der Begegnungmit ihnen macht mich immer wiederdie Erfahrung glücklich, um wie vielman ihr oft überhaupt nicht vorhandenesSelbstbewusstsein auch ohnegroßes Wissen einfach nur mit Zeit,Zuwendung, Fröhlichkeit und Ideenaufbauen kann. Doch an Menschen,die Zeit einfach nur zum „Dasein“haben, fehlt es hier ebenso wie in vielenmedizinischen Einrichtungen inDeutschland. Dorthin werde ich baldzurückkehren - mit einem Rucksackvoll von wunderschönen indischenStoffen und bengalischen Süßigkeitenund einem Herzen gefüllt mit Dankbarkeitfür alle Erfahrungen und neuenFreundschaften. Und mit einergehörigen Portion Vorfreude auf eineDusche und einen Teller voll Nudelnmit Tomatensoße.Dorothea Kudla22 weltweit


„Behandle deinen Gast zwei Tagelang als Gast, aber am drittenTag gib ihm eine Hacke.“Suaheli-SprichwortExposure-Reise 2009Afrika – ein Kontinent derTräume oder Alpträume ?Traumhaft schöne Landschaften,einzigartige Tierparks, Natürlichkeitund Herzlichkeit. Armut,Flüchtlinge, Hungerkatastrophenund Bürgerkriege. Welche Bildervon Afrika haben Sie im Kopf?Weltweit mit den Armen…Unser Projekt ist keine touristischeReise, sondern eineExposure-Erfahrung. Wir wolleneintauchen in die uns fremdeKultur, über Partner und Projekteder Jesuitenmission hautnahdie Realität der Armen kennenlernen,in afrikanischenFamilien das Leben und denAlltag teilen, unsere Erfahrungenvor Ort reflektieren,um sie dann auch hier in unserberufliches oder privatesWirkungsfeld einzubringen.Kommen Sie mitnach Afrika…Wir wollen uns ein eigenesBild von Afrika machen. ImSommer 2009 bietet dieJesuitenmission gemeinsammit der Akademie CPH eindreiwöchiges Reiseprojektfür Studierende, LehrerInnen,MultiplikatorInnen derJugend- und Erwachsenenbildungund Interessierte an.Neugierig geworden ?Melden Sie sich bei Dr. Siegfried Grillmeyer:grillmeyer@cph-nuernberg.de oder(0911) 2346-119. Er wird Sie über die weiterePlanung, das Auswahlverfahren der Interessiertenund das Vorbereitungstreffen imFrühjahr 2009 informieren. Die Reise ist nachSimbabwe geplant. Sollte die politische Situationdas nicht zulassen, werden wir das Programmin Tansania oder Kenia durchführen.werkstatt


Swagatam – herzlich willkommen!Pateneltern besuchen ihre Patenkinder in IndienOhne die Hilfeihrer HamburgerPateneltern könntendiese Jungen inPathardi nicht zurSchule gehen.In Zusammenarbeit mit der Jesuitenmissionhilft der Pathardi-Vereinüber Patenschaften, dass rund 160Kinder in Indien die Schule besuchenkönnen. Sind solche Patenschaftensinnvoll? Einige Paten haben sich aufdas Abenteuer einer Begegnungsreiseeingelassen. Ihre Eindrücke schildertHeribert Dernbach.Nach drei Tagen Eingewöhnungszeitim touristisch geprägtenGoa fahren wir insLandesinnere nach Belgaum, wo wir65 unserer Patenjungen treffen. EinSpalier applaudierender Jungen empfängtuns vor dem Internat, in demdie Schüler vom jungen Jesuiten Felixd’Silva betreut werden. Im großenSchlafsaal erwartet uns ein Programmmit Liedern und Sketchen, an demsich alle Altersstufen beteiligen. Esist erfreulich zu sehen, mit welchemSelbstbewusstsein die älteren Jungenauftreten und wie gut sie Englischsprechen. Das verdanken sie dem Besuchder von Jesuiten vor 150 Jahrengegründeten, sehr renommierten St.Paul’s High School, auf der gut 2000Schüler unterrichtet werden. Aufgeregtund eifrig zeigen uns die Jungenihr Internat mit schlichten, zweckmä­24 weltweit


INDIENßigen Räumen. Ihre Aufgeschlossenheitund Wissbegierde bringen denZeitplan ins Stocken, das gemeinsameeinfache Abendessen können wir erstmit großer Verspätung einnehmen.Felix d’Silva SJ erläutert uns, dass esimmer viel mehr Bewerber gibt alsdie 6-8 Jungen, die jedes Jahr neu inunser Patenschafts-Programm aufgenommenwerden können. Ein Teamerfahrener Jesuiten besucht die weitentlegenen Dörfer, schaut sich dieJungen und ihren sozialen Hintergrundgenau an, bevor eine Entscheidunggetroffen wird.Von Belgaum nach MadwalWir fahren nach Madwal, einem Dorfim Siedlungsgebiet der Tribals. So heißendie Ureinwohner Indiens, die heutezu den Ärmsten zählen und meistvon schlecht bezahlten Tagelöhner-Arbeitenin der Umgebung leben müssen.Der Schock für uns ist groß. Nurknapp 50 Kilometer von der lärmendenGroßstadt Belgaum entfernt, sindwir im „Mittelalter“ angekommen.Vor dem Haus von Swami PrabhudarSJ fließen in einer offenen Rinne dieAbwässer des Dorfes. Sowohl das kleineInternatshaus der Jungen wie dasder Mädchen haben weder Elektrizitätnoch Wasser. Gekocht wird über demoffenen Holzfeuer, geschlafen auf demharten Steinfußboden. Die Gesichterder Menschen sind verschlossener,härter – man sieht ihnen den täglichenKampf ums Überleben an. Doch auchhier werden wir von allen Kindern mitLiedern und Tänzen herzlich empfangen.Die Kontaktaufnahme ist schwieriger,da die Kinder in der Schule keinEnglisch lernen.Watangi und AjraIn Watangi treffen wir im kleinen Internat,das gleichzeitig die Dorfschulebeherbergt, 30 fünf- bis zehnjährigePatenmädchen. Sie werden von indischenOrdensschwestern liebevoll betreut.Verzaubert von wunderschönenTänzen und der herzlichen Atmosphärefahren wir gegen Mittag zur „RosaryEnglish School“ in Ajra, wo wir vonetwa 800 Schülern und dem SchuldirektorPater Jacob Carvalho SJ begrüßtwerden. Ein paar hundert Meterentfernt steht das Internat der Mädchen,die vorübergehende Heimat vonrund 60 zehn- bis achtzehnjährigenPatenmädchen. Nach einigen Gruppenfotosist das Eis schnell gebrochen.Wir werden bestürmt mit Fragen, dieMädchen wollen uns gar nicht wiedergehen lassen und auch uns fällt derAbschied schwer.Pathardi – Ort des UrsprungsPathardi – der Ort, der unserem Vereinden Namen gegeben hat und mitdessen Missionsstation wir seit 41 Jahreneng verbunden sind! Mit einemrhythmischen Schellentanz und Trommelnwerden wir zur Kirche geleitet.Zu unserer Überraschung und großenFreude empfängt uns dort der geradeaus Alters- und Gesundheitsgründenzurückgetretene Bischof der DiözeseNashik, Thomas Bhalerao SJ, der unsin Hamburg zweimal besucht hat. Dierund 100 Internatskinder in Pathardisind überwiegend Tribals aus den umliegendenDörfern. Ihre Eltern ziehenals Zuckerrohrschneider monatelangübers Land und müssen ihre Kinderallein zurücklassen.Die persönlicheBegegnung zwischenPatenkind undPateneltern, wie hierim Dorf Watangi,war für beide Seitenein besonderesErlebnis.weltweit 25


INDIENMitglieder einerTribal-Familie, dieals Zuckerrohrschneidermonatelangauf Arbeitssuchevon Feld zu Feldziehen. Ohne diekleinen Dorfinternatehaben Kinder wiediese keine Chanceauf Schulbildung.Die HamburgerReisegruppe mit demindischen ReiseleiterDr. Ajit Lokhande(rechts außen) sowiedem 1. Vorsitzendendes Pathardi-VereinsDr. Heribert Dernbach(hinten, 2. von links).Bewegende BegegnungenFür uns war es sehr bewegend, unserePatenkinder persönlich kennenzulernen.Wenn man die schüchternenfünfjährigen Vorschüler neben denselbstbewussten 16- bis 18-jährigenSchulabsolventen sieht, wird die Entwicklungdeutlich, die diese Kinderdurch ihre Schulzeit erfahren. In allenSchulen wurde uns berichtet, dassdie Kinder ehrgeizig sind und fleißiglernen. Ihnen ist bewusst, dass einegute Schulbildung ihre Chance ist,den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.Dass sie es schaffen, bestätigendie Biografien ehemaliger Patenkinderin eindrucksvoller Weise. Wegen dervielen Reisekilometer und der hohenTemperaturen war unsere Reise sehranstrengend, aber wir wurden mehrals belohnt durch die Fülle der Erfahrungenund Begegnungen.Dr. Heribert Dernbach, 1.Vorsitzenderdes Pathardi-Vereins, HamburgPathardi-Verein1967 starteten Gemeindemitgliederder katholischen Kirche St. Ansgarin Hamburg-Niendorf eine Hilfsaktionfür Indien. Über die Jesuitenmissionentstand damals derKontakt zur Missionsstation inPathardi. Um die Schulausbildungfür Kinder aus mittellosen Familienverlässlich zu sichern, führteder Pathardi-Verein 1984 Patenschaftenein. Der Patenschaftsbeitragvon 0,55 Euro pro Tag gehtdirekt an die Schulen und Internate,die von Jesuitenpatres oderOrdensschwestern geleitet werden.Von ihnen kommen die Informationenüber die Patenkinder und nurüber sie läuft der Kontakt zu denKindern. Zurzeit betreut der Pathardi-Vereinrund 160 Patenkinder,durch pauschale Zahlungen werdenweitere 70 Kinder unterstützt.Weitere Informationen:www.sankt-ansgar-hamburg.de/Pathardi/Kontakt für Interessierte an einerPatenschaft: Dr. Heribert Dernbach,Tel. (040) 555 21 88heribert.dernbach@t-online.de26 weltweit


JAPANIm Zentrum die WeisheitSeit 100 Jahren sind Jesuiten in JapanDie Jesuiten in Japan feiern diesenOktober ein besonderes Jubiläum:Genau 100 Jahre ist es her, dass Missionareder Gesellschaft Jesu wiederjapanischen Boden betreten durften.Der Kirchenhistoriker Klaus Schatz SJbeleuchtet für weltweit die damaligenEreignisse.Bereits neun Jahre nach Gründungdes Jesuitenordens gelangtemit Franz Xaver dererste Jesuitenmissionar 1549 nachJapan. Der schnell wachsenden jungenKirche in Japan war aber nur einekurze Zeit der Blüte vergönnt. 1614wurde das Christentum in Japan verbotenund alle Missionare ausgewiesen.Die hermetische AbschließungJapans von der Außenwelt endeteerst Mitte des 19. Jahrhunderts. Dasjapanische Chris tentum schien totalausgerottet, als Missionare der PariserMissionsgesellschaft eine sensationelleEntdeckung machten.Geheimchristen in JapanAls der Pariser Missionar P. Petitjean1865 in der Kirche in Nagasaki einMuttergottesbild aufstellte, sprachenihn Japaner an und erklärten, das„gleiche Herz” wie er zu haben. Esstellte sich heraus, dass in der Gegendfast 20 000 japanische Christen alspriesterlose Gemeinde im Untergrundzweieinhalb Jahrhunderte Verfolgungüberlebt hatten. Sie bekannten sichnun öffentlich zu ihrem christlichenGlauben, was zu einer erneuten Verfolgungführte. Erst 1873 schaffte diejapanische Regierung auf internatio-Mitten im pulsierendenZentrumvon Tokyo liegtdie renommierteSophia-Universitätder Jesuiten, derenGründung auf einenWunsch des Papsteszurückgeht.weltweit 27


JAPANHistorisches Gemäldeder Christenverfolgungin Japan. 1597wurden in Nagasaki26 Christen, unterihnen auch einigeJesuiten, gekreuzigt.Bis 1873 herrschtenscharfe Anti-Christen-Gesetze.nalen Druck die Anti-Christen-Gesetzeab und proklamierte in der Verfassungvon 1889 Religionsfreiheit.Ein päpstlicher AuftragAm 18. Oktober 1908 betraten dieers ten drei Jesuiten wieder japanischenBoden. Es waren der deutsche PaterJosef Dahlmann, der amerikanischePater James Rockliff und der französischePater Henri Boucher. Es warein ausdrücklicher Wunsch PapstPius X., Jesuiten nach Japan zu schicken,um dort ein Institut für „höhereStudien” zu gründen. Der IndologeP. Josef Dahlmann hatte den Papstüberzeugt, dass Japan als ein sich rapidemodernisierendes Land vor allemkirchlich-missionarisches Engagementim Bereich der Bildung und Wissenschaftbrauche. Aber wie genau solltenun in Japan ein Institut für „höhereStudien” aussehen? Wollte man eineSekundarschule, eine Akademie, dieauf den Universitätsbesuch vorbereitende3-jährige Oberschule oder einerichtige Universität? Dazu gab es unterden Jesuiten sehr unterschiedlicheMeinungen. Von der römischen Ordensleitungaus legte man vor allemWert auf ein philosophisches Institut,da dies dem apologetischen Ziel entsprach,„die Jugend durch die wahrePhilosophie gegen die zahllosen Irrtümereinzunehmen“.Gründung der Weisheit1910 kam P. Hermann Hoffmann SJnach Tokyo. Durch ihn konnte bereits1911 der zentrale Platz der heutigenSophia-Universität im Herzen vonTokyo erworben werden, nachdemder ehemalige Kriegsminister GeneralTakashima, in Schulden geraten,sein Haus verkaufen musste. Die Entscheidungfür den Charakter und akademischenRang der Einrichtung fielim März 1913 in einem Gespräch imjapanischen Kultusministerium. Auseiner gewissen Bescheidenheit herausentschieden sich die Jesuiten zunächstnur für eine 3-jährige Oberschule.Aber der japanische Kultusministerschlug P. Hoffmann vor, gleich die Eröffnungeines Universitäts-Instituts zubeantragen. So begann der Lehrbetriebim April 1913, zunächst in sehr bescheidenemRahmen und nur für Philosophieund deutsche Literatur. DerName der Einrichtung lautete „Jochidaigaku” – Hochschule der höchstenWeisheit, entsprechend „Sophia“-Universität.Sprachlose MissionareDie Mission der Jesuiten in Tokyounterstand zunächst direkt dem Generaloberenin Rom. 1921 wurde sie derNiederdeutschen Provinz übertragen.28 weltweit


JAPANIm folgenden Jahr kam zu der Verantwortungfür die Sophia-Universitätauch ein eigenes Missionsgebiet hinzu:Südwest-Honshu mit dem Zentrumin Hiroshima. Die Mission begann vorallem durch deutsche Jesuiten, die imErsten Weltkrieg von der britischenKolonialmacht aus Indien ausgewiesenwurden.Viele Missionare konntensich in die ganz andere Umgebungschwer einleben, lernten nur unzulänglichJapanisch, bis dahin, dass siesich ihre Predigten von japanischenKatechisten übersetzen und vortragenlassen mussten.Die erste Zeit der Sophia-Universitätwar ebenfalls sehr mühsam. Die eigentlicheAufwärtsentwicklung begann, als1928 die volle staatliche Anerkennungerreicht wurde. Von da an waren dieJesuiten auch in der geistigen Auseinandersetzungmehr und mehr präsent.Eine nicht unwesentliche Rolle spieltehier 1929 die Visitation durch AugustinBea SJ, den späteren Kardinal, derfür alle Missionare ein gründlichesjapanisches Sprachstudium sowie dieKenntnis der japanischen Kultur undReligionen einforderte.In die UnabhängigkeitEine grundlegend neue Situation entstandnach dem Zweiten Weltkrieg.Der nationale Zusammenbruch unddie Krise vieler traditioneller Werteschufen auf der einen Seite eine neueAufnahmebereitschaft für das Christentumund begründeten eine Konversionswelle,die sich freilich in derZeit des Wohlstandes nicht mehr fortsetzte.Dies forderte neue Kräfte, diedie Niederdeutsche Provinz so nichtmehr stellen konnte. Das Ergebnis warsowohl Internationalisierung wie Japanisierung.Jetzt wurden alle Provinzendes Ordens aufgerufen, ihren personellenBeitrag zu leisten, wenngleichdie Mission nach wie vor der besonderenVerantwortung und Fürsorge derNiederdeutschen Provinz oblag. 1948wurde Japan als unabhängige Vizeprovinzkonstituiert. Es war der erste Falleines Missionsgebietes in der neuen(seit 1814) Gesellschaft Jesu, das nichtmehr zu einer europäischen (oderamerikanischen) Provinz gehörte, sondernordensrechtlich verselbständigtwurde; erst 1956 sollten die indischenProvinzen folgen. Aber damit beginnteine neue Geschichte.Klaus Schatz SJJesuiten heute in JapanHeute gibt es 254 Jesuiten in Japan.Neben der wissenschaftlichen Arbeitan der Sophia-Universität inTokyo sowie der jesuitischen Musikhochschulein Hiroshima unterhältder Orden vier Gymnasiensowie verschiedene Zentren für Exerzitienund Spiritualität. In mehrals zwanzig Gemeinden sind Jesuitenfür die Pfarrarbeit verantwortlich.Im Bereich des Sozialapostolatssetzen die japanischen Jesuiten mitihrem Engagement für Migrantenin Tokyo sowie mit einem Obdachlosenheimin Osaka wichtigeAkzente. In den vergangenen 100Jahren haben insgesamt 800 Jesuitenaus 30 verschiedenen Nationenin Japan gewirkt. Aus Deutschlandstammen heute noch 14 Jesuiten,die in Japan leben und arbeiten.Eine nach demdeutschen JesuitenP. Hermann Hoffmannbenannte Universitätsaula,demorganisatorisch dieHauptleistung fürdie Gründung derSophia-Universitätzukommt.weltweit 29


NACHRICHTENBegegnungstag mit Bischof Nikolaus Messmer SJKatholiken in Kirgisiensozialen Arbeit involviert, etwa mitStraßenkindern und Häftlingen. Daskrisengeschüttelte Kirgisien zählt zuden ärmsten Staaten der ehemaligenSowjetunion.Obwohl diese beidenalten Frauen imkirgisischen Talasschon ihr ganzesLeben fest im Glaubenstehen, habensie doch erst jetztdie Möglichkeit, dasFirmsakramentvon Bischof NikolausMessmer SJ zuempfangen.Die Kapelle ist eigentlich ein Wohnzimmer,Wärme spendet nur der alteBollerofen. Aber es war ein wahresGlaubensfest, als Bischof NikolausMessmer SJ nach Talas kam, um dieFirmung zu spenden. Talas ist eine derdrei katholischen Pfarreien im zentralasiatischenKirgisien. Nur rund600 Katholiken leben in der ehemaligenSowjetrepublik, die fast dreimalso groß ist wie Bayern. Für ihreSeelsorge sind neben Nikolaus MessmerSJ, der als Bischof von Kirgisienseinen Sitz in Bischkek hat, noch vierweitere Jesuiten, zwei Diözesanpriesterund sechs Ordensfrauen zuständig.Sie müssen oft Wege von mehrerenhundert Kilometern zurücklegen,um die weit verstreut lebenden Gläubigenzu erreichen. Neben Gottesdiensten,Sakramentenspendung undKatechese sind sie auch stark in derDie meisten Katholiken in Kirgisiensind Russlanddeutsche, die unter Stalinvon der Wolga nach Kirgisien,Kasachstan oder Sibirien vertriebenwurden. Viele sind nach dem Falldes Eisernen Vorhangs als Aussiedlernach Deutschland gekommen. Um zuihnen den Kontakt zu halten und vonEntwicklungen in der alten Heimatzu berichten, fand jetzt zum zweitenMal in Nürnberg ein Begegnungstagmit Bischof Nikolaus Messmer SJstatt. Viele russlanddeutsche Familienwaren gekommen, um „ihren“ Bischofzu treffen, gemeinsam Gottesdienstzu feiern und sich auszutauschen überihre Lebensgeschichten in der ehemaligenSowjetunion und ihren Wegnach Deutschland. Gespannt verfolgtenalle den sehr persönlichen Berichtvon Bischof Nikolaus MessmerSJ über das Leben der kleinen Gemeindein Talas. Wer es sich irgendwieleisten kann, versucht nach Russlandoder Deutschland zu ziehen, woes bessere Möglichkeiten für Arbeitund Einkommen gibt. Übriggebliebenin Talas sind die ganz Alten unddie ganz Jungen. „Das Leben ist hart.Es gibt dort überhaupt nichts“, meinteBischof Nikolaus Messmer SJ, „aberumso wichtiger ist für die Menschenihr Glaube und die Gemeinschaft inder Pfarrei.“30 weltweit


NACHRUFHeinz Gündhart SJ, IndonesienSeelsorger mit ganzem HerzenNach langer schwerer Krankheit starbam 20. Mai 2008 in Unterhaching beiMünchen der langjährige IndonesienmissionarP. Heinz Gündhart SJ. 1930in Nürnberg geboren, wurde er schonfrüh in der katholischen Jugend aktiv,fand dort auch seinen Beruf undtrat 1950 in den Jesuitenorden ein.Nach dem Philosophiestudium in Irlanderhielt er 1957 die Sendung indie indonesische Mission. Er studiertedort Theologie und wurde 1962zum Priester geweiht. Nach einerkurzen Tätigkeit als Gymnasiallehrerübernahm er 1968 für acht Jahre dieLeitung der Studentengemeinde in Jakartamit 3500 Studenten. Dort hat erdie entscheidenden Jahre des kommunistischenAufstandes gegen PräsidentSukarno miterlebt. Anschließend wurdeihm die Leitung des Exerzitienhausesübertragen, dann folgten Einsätzein verschiedenen Pfarreien und eineausgedehnte Exerzitienarbeit, die ihnbis nach Malaysia und Singapur führte.2002 kehrte er aus Gesundheitsgründenin seine Heimatpfarrei nachNürnberg zurück und konnte dortnoch etwas in der Seelsorge mithelfen.Die letzten zwei Jahre verbrachte er imPflegeheim des Ordens in Unterhaching,wo er im Alter von 77 Jahrenvon seinem schweren Leiden erlöstwurde.Ruedi Hofmann SJ, OsttimorPionier audiovisueller KommunikationAm 28. Mai 2008 starb bei einemHeimatbesuch in Zürich unerwartetP. Ruedi Hofmann SJ. 1938 in Uznachin der Schweiz geboren, trat ermit 20 Jahren in die Gesellschaft Jesuein, ging 1964 als Missionar nach Indonesienund wurde dort 1969 zumPriester geweiht. 1970 bis 2000 arbeiteteer am Katechetischen Zentrum inYogyakarta, baute ein neues Kommunikationszentrumauf und produziertemit seinem Team viele Tonbilderund Videos zu kulturellen und religiösenThemen. Bei einem populärenPrivatsender in Yogyakarta bekamensie jeden zweiten Sonntag eine halbeStunde Sendezeit. Gleichzeitig dozierteP. Hofmann Kommunikationsphilosophiean der katholischen UniversitätAtma Jaya in Yogyakarta undgab Kurse für audiovisuelle Kommunikationan vielen Orten Indonesiensbis nach Osttimor. Nach der UnabhängigkeitOsttimors entschloss ersich, dorthin überzusiedeln und dieMedienarbeit aufzubauen. Er begannmit Fernsehprogrammen, baute einneues Medienzentrum bei Dili, hieltdort im Mai 2008 einen ersten Kursund wollte 2009 den vollen Betriebaufnehmen. Der Tod hat diese Plänedurchkreuzt. Sein Team wird die begonneneArbeit in seinem Geist nunweiterführen.weltweit 31


NACHRICHTENMyanmar: Missionsprokurator informiert sich vor OrtStand der HilfeP. Klaus Väthröder SJim Gespräch in Yangonüber den Stand derHilfsprojekte.Mit einem kleinen Boot fährt dasHilfsteam aus Myanmars größterStadt Yangon in das Flussgewirr desIrrawaddy-Deltas. Hier teilt sich dergroße Strom in viele Nebenarme, bevorer in den Indischen Ozean fließt.Hier hat der Wirbelsturm Nargis AnfangMai die zerstörerische Kraft derWassermassen entfesselt. Mit entsetzlicherWucht ist das Meer das Fluss-Delta hochgedrängt, hat Bäume entwurzelt,Häuser fortgespült, Menschund Tier den Tod gebracht. MissionsprokuratorKlaus Väthröder SJ hat imJuni die Region besucht. Myanmar,wie Burma seit 1989 offiziell heißt, istnicht erst seit dem Zyklon ein Förderschwerpunktder Jesuitenmission.Seit fast zehn Jahren gibt es wiederJesuiten in Myanmar. Sie haben nachder Katastrophe über mobile HilfsteamsLebensmittel, Kleidung undZelte in den besonders betroffenenGebieten verteilt. Nach der Phase derersten Nothilfe nehmen sie jetzt mittel-und langfristige Hilfsprojekte inAngriff: In und um Yangon erhalten1000 Familien Werkzeug und Material,um ihre strohgedeckten Hüttenzu reparieren oder neu zu bauen. 5000Schulkinder werden so betreut, dasssie ihren Weg zurück in den normalenSchulalltag finden. Zur Sicherungihrer Existenzgrundlage erhalten 1000Bauernfamilien Saatgut, Dünger undlandwirtschaftliches Gerät.CHINESISCHE WELTENCHINESISCHE WELTENEINDRÜCKE AUS DEM REICH OHNE MITTEBildband über ChinaEindrücke aus dem Reich ohne MitteSIEGFRIED GRILLMEYER (HRSG.)Chinesische Welten- Eindrücke aus demReich ohne MitteHrsg. von Siegfried Grillmeyerin Zusammenarbeitmit Martha Balleis, AndreasBaur, Samuel Drempetic,Barbara Lang, Kilian Lenz,Christiain Straube(112 S.) Verlag AkademieCPH 2008, 14,90 EuroDer gerade erschienene Band „ChinesischeWelten – Eindrücke ausdem Reich ohne Mitte“ vereint dieErlebnisse und Erfahrungen der fünfzehnköpfigenGruppe, die sich vergangenesJahr auf den Weg nach Peking,Handan und Daming machte.Die Exposure-Reise – organisiert vonder Jesuitenmission und der AkademieCPH – eröffnete außergewöhnlicheMöglichkeiten, den Lebensalltag ineinem widersprüchlichen Land, einem„Land ohne Mitte“ kennenzulernen.Berichte, Erzählungen, Gedichte undweit über hundert Fotografien legenauf ganz persönliche Weise Zeugnisab von dem dreiwöchigen Aufenthaltin Megastädten, in Familien und aufdem Lande.Bestellung des Bandeszum Preis von 14,90 Euro bittebei Dr. Siegfried Grillmeyer:grillmeyer@cph-nuernberg.deoder (0911) 2346-119Der Reinerlös kommt dem Don BoscoRetarded Center, einem Heim für geistigund körperlich behinderte Kinderin Daming, zugute.32 weltweit


TERMINENeue Konzertreihe unseres MusikprojektesWeltweite Klänge IIIBeim diesjährigen Workshop mit anschließenderKonzertreihe unseres internationalenMusikprojektes gibt eseinige Neuigkeiten: Das Streichorchestermit rund 30 jungen Musikerinnenund Musikern aus Paraguay, Indien,Italien und Deutschland wird ergänztdurch einen Chor. Mit von der Partiesind dieses Jahr auch vier Jugendlicheaus Tansania. Neben klassischer Musikaus Südamerika und Europa stehentraditionelle Stücke aus den verschiedenenLändern auf dem Programm.Ein besonderer Höhepunkt ist die„Misa Guaraní“, deren Solo-Parts derGuaraní-Indianer Ricardo Flecha singenwird. Eine herzliche Einladung analle unsere weltweit-Leserinnen undLeser, sich von den Jugendlichen undihrer Musik begeistern zu lassen!Mehr Informationen:www.jesuitenmission.deNürnberg: 6.11.2008, 17.45 UhrGottesdienst u. Konzert in St. KlaraLuzern: 7.11.2008, 19.00 UhrGottesdienst und Konzert in derJesuitenkirche Franz XaverBasel: 8.11.2008, 18.00 UhrGottesdienst u. Konzert in St. MarienInnsbruck: 9.11.2008, 18.00 UhrKonzert im Collegium CanisianumWien: 10.11.2008, 18.00 UhrKonzert in der Jesuitenkirche LainzMünchen: 11.11.2008, 18.00 UhrGottesdienst u. Konzert in St. MichaelNürnberg: 13.11.2008, 19.30 UhrKonzert im HubertussaalBüren: 14.11.2008, 18.00 UhrGottesdienst und Konzertin der Jesuitenkirche ImmaculataOsnabrück: 15.11.2008, 19.00 UhrKonzert im Dom St. PetrusAuch dieses Jahrwerden Instrumentezum Einsatz kommen,die im Rahmen desMüllhalden-Projektes„Cateura“ in Paraguayaus Recyclingmaterialselbst gebaut wurden.Menschenrechte im Zeitalter von Flucht und VertreibungDrei Veranstaltungen im OktoberVor 60 Jahren hat sich die Welt aufdie Allgemeinen Menschenrechte verpflichtet,die auch das Recht auf Asylbeinhalten. Wie steht es heute umdieses Recht? Womit haben Flüchtlingezu kämpfen? Mit der AkademieCPH organisiert die Jesuitenmissionin Nürnberg eine Ausstellung, einenAbendvortrag und einen Studientagmit P. Peter Balleis SJ, dem InternationalenDirektor des Jesuitenflüchtlingsdienstes.Information und Anmeldungunter www.cph-nuernberg.deDi, 22.10.2008, 19.00 Uhr:Ausstellungseröffnung „Fliehst Duschon oder bleibst Du noch? –Bilder der Jesuitenmission zu Fluchtund Vertreibung“Sa, 25.10.2008, 9.30-16.00 Uhr:Studientag „Heimatlos? Schutzlos?Rechtlos? – Ein Workshop-Tag zurweltweiten Situation von Flüchtlingen“Di, 28.10.2008, 19.30 Uhr:Vortrag „Der Herr, euer Gott, liebt dieFremden – Der biblische Auftrag zurFlüchtlingshilfe“P. Peter Balleis SJwird beim Studientagund Abendvortragvon seiner Arbeitmit Flüchtlingenberichten.weltweit 33


LESERBRIEFEDieses Foto ausweltweit 2/08, dasunsere Exposure-Gruppe vergangenesJahr in Pekinggemacht hat, zeigteinen Ordnungshüter,der geordnetesAnstellen undEinsteigen in dieU-Bahn sicherstellt.Es zeigt nicht, dassman mit Polizeigewaltin die U-Bahngedrängt wird.Oberflächlich und anmaßendZu den Artikeln über China undIndien in weltweit 2/08Beide Artikel sind sehr oberflächlich,negativ und anmaßend geschrieben.Ich war mit meinen drei Kindern inSchanghai und der ganzen Familiein Goa. Sowohl in Goa als auch inSchanghai haben wir nur nette undhilfsbereite Menschen kennengelernt.Man wird NICHT in die U-Bahn mitPolizeigewalt gedrängt. Zeigen Sie mirin Goa die Tourist Resorts, in denender Massentourist Golf spielt. DieLandwirtschaft liegt nicht danieder,wie Sie schreiben. Seien Sie toleranterund versuchen Sie wieder zuerst dieandere Lebensweise zu verstehen. Undwas China mit Tibet machen soll, gehörtnicht als Glaubensbekenntnis inso eine Kirchenzeitung.Gisela Sievers per E-MailDanke für Ihr EngagementZu weltweit 2/08Ich möchte mich bei Ihnen für IhrEngagement für unsere Welt (!) bedanken.Meine Tochter besuchte dasSt. Benno Gymnasium in Dresdenund dadurch bin ich mit Ihren vielfältigenEngagements in Südamerikaund Afrika eigentlich erst in Berührunggekommen. Pater Pflüger habeich selbst noch in Dresden erlebt undseinen Einsatz für die Armen finde ichmehr als bewundernswert.Dagmar Beims per E-MailAlter Brief passt nicht mehrZum Leserbrief „Kritische Koranforschung?“in weltweit 2/07Vor über einem Jahr hatte ich einensehr kritischen Leserbrief zu der Notiz„Unser Mann in Ankara“ geschrieben.Diesen Brief hatten Sie damals mitmeiner Zustimmung an Herrn FelixKörner SJ, auf den sich der Kurzartikelbezog, weitergeleitet. Unmittelbarnachdem Herr Körner mein Schreibenerhalten hatte, meldete er sichbei mir mit einer E-Mail. Am Anfangmussten wir einige Vorbehalte undMissverständnisse ausräumen. Dochjetzt schätze ich sowohl seine fachlicheKompetenz und seine Klarheitwie auch seine Menschlichkeit undseinen tiefen Glauben. Es hat sichalso Wesentliches zwischen uns getan,und deshalb passt der alte Leserbriefnicht mehr.Theo Thilmann per E-MailAn Profil gewonnenZu weltweit 2/08Heute ist die neue Nummer von „weltweit“eingegangen – wieder ein sehr interessantesHeft, das mit vielen Berichtenund Hintergrundinformationenaufwarten kann, die man so nirgendwoanders zu lesen bekommt. Ihre Zeitschrifthat in den letzten Jahren sehr anFormat und Profil gewonnen.Prof. Dr. Reinhold Zwick per E-MailFroh über RechenschaftZum Rechenschaftsberichtin weltweit 2/08Für dieses Heft bedanke ich michsehr; ich habe es von vorne bis hintengelesen. Der Inhalt ist gut und informativ.Es ist dafür gesorgt, dass mandas Staunen nicht verlernt. Besondersgefreut habe ich mich wieder darüber,dass die Jesuitenmission Rechenschaftfür das letzte Jahr gibt. Öffentliche Rechenschaftist sonst oft nicht die Stärkewohltätiger Unternehmen.Robert Garloff per E-Mail34 weltweit


IMPRESSUMweltweit – die JesuitenmissionÜberall auf der Welt leben Jesuiten mit den Armen,teilen ihre Not, setzen sich für Gerechtigkeit undGlaube ein. Über dieses weltweite Netzwerk fördertdie Jesuitenmission dank Ihrer Spenden rund600 Projekte in mehr als 50 Ländern. Sie leistetUnterstützung in den Bereichen Armutsbekämpfung,Flüchtlingshilfe, Schulbildung, GesundheitsundPastoralarbeit, Menschenrechte, Ökologie undLandwirtschaft.weltweit – das Magazingibt viermal im Jahr einen Einblick in das Leben unddie Arbeit unserer Missionare, Partner und Freiwilligen.✂Ja, schicken Sie mir weltweit – das Magazinder Jesuitenmission ab der nächsten Ausgabebitte kostenlos zu.Herausgeber: Klaus Väthröder SJRedaktion: Judith BehnenGestaltung: Katja Pelzner, dialogDruck: EOS Verlag + Druck St. Ottiliengedruckt auf 100% AltpapierErscheinungsweise: vierteljährlichISSN 1860-1057Ausgabe: 3/2008 – HerbstBildnachweise:Engelhardt (Titel), Sauerbeck (S.2), Balleis SJ (S.4-9, S.23,S.27-29), Behnen (S.10-12, S.14, S.15, S.23, S.26), KurmannSJ (S.13, S.16, S.20, S.22, S.31, Rücktitel), D´SouzaSJ (S.14, S.15), Desmarais SJ (S.15), Ignacimuthu SJ (S.15),Liebl SJ (S.18-19), Kudla (S.21, S.22), Väthröder SJ (S.23,S.32, S.33, S.35), Kaufeld (S.24-25), Dernbach (S.26), MessmerSJ (S.30), Gündhart SJ (S.31), Szarán (S. 33), Grillmeyer(S.34), Karten: Fischer Weltalmanach (S.5, S.20, S.27)Leserbriefe bitte an:Redaktion weltweitKönigstraße 64, 90402 NürnbergTel. (0911) 23 46-160, Fax -161weltweit@jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.deSpendenkonto: 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE 61750903000005115582SWIFT: GENODEF1M05Name, VornameStraße, Nr.PLZ, OrtAn dieJesuitenmissionRedaktion weltweitKönigstraße 6490402 NürnbergE-Mail (falls vorhanden)Geburtsdatum (freiwillige Angabe)weltweit 35


Spendenkonto 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE 61750903000005115582SWIFT: GENODEF1M05prokur@ jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.de

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