Das Magazin der Jesuitenmission

jesuitenmission.de

Das Magazin der Jesuitenmission

Herbst 2012weltweitDas Magazin der Jesuitenmission


Hilfe für Ostafrika InhaltTitel Chitsungo:Schwester Fabian aus dersimbabwischen Pfarrei Chitsungobesucht eine alte Frau.Rücktitel St. Albert‘s:Schülerinnen der GrundschuleSt. Albert’s, die zum BistumChinhoyi gehört.Hoffnung statt Zukunftsangst ➜ 4Ein Bericht über Armut, Not und Hoffnung aus demBistum Chinhoyi in Simbabwe„Es ist wirklich eine totale Verarmung“ ➜ 9Ein Interview mit Bischof Dieter B. Scholz SJUnsere Spendenbitte für Simbabwe ➜ 11Unterstützen Sie Kirche und Menschen in Chinhoyi!Sehnsucht in den Anden ➜ 12Enrique Zabala SJ gehört zum Volk der Quechuaund schreibt über seinen GlaubenswegDie Kinder von Cali ➜ 16Klaus Väthröder SJ gibt einen Zwischenstand über die Zukunftdes Werkes in KolumbienTischgebet ➜ 18Eine Meditation von Joe Übelmesser SJJesuit Volunteers ➜ 20Drei Freiwillige, die vor kurzem zurückgekehrt sind,berichten über ihre Zeit im AuslandJesuiten im Einsatz gegen Aids ➜ 24Seit genau zehn Jahren gibt es AJAN, das Aids-Netzwerkafrikanischer JesuitenBrücken der Verständigung ➜ 26Der Islamwissenschaftler Felix Körner SJ hat ein neuesTwinning-Projekt gestartetDanke! ➜ 28Ihre Hilfsbereitschaft für syrische Flüchtlinge ist überwältigendweltweit notiert ➜ 30Aus der Jesuitenmission: Nachrichten, Termine, Aktionen,Rückblick und weltweite Postweltweit 3


SimbabweHoffnung statt ZukunftsangstDas Bistum Chinhoyi in Simbabwe ist arm. Geld fehlt an allen Ecken undEnden. Trotzdem gibt es Hoffnung, wie unsere Mitarbeiterin Judith Behnenvor Ort immer wieder feststellt.Dr. Julia Musariri istÄrztin im KrankenhausSt. Albert’s, das zurDiözese Chinhoyigehört.You are a bad person, you mademe cry. Du bist ein schlechterMensch, du hast mich zumWeinen gebracht“ – Dr. Julia Musaririlacht, wischt sich die Augen und umarmtmich. Die simbabwische Ärztindes Missionskrankenhauses St. Albert’sist eine beeindruckende Frau: kompetentund warmherzig, professionellund mitfühlend. Und es stimmt: Ichhabe sie zum Weinen gebracht. Unddas vor laufender Kamera. Ich hatte sienach einer Situation gefragt, in der siesich wirklich hilflos gefühlt habe. Sieerzählt von einem jungen Mann, dernach einem Unfall ins Krankenhaus gebrachtworden war: „Er hatte schwereinnere Verletzungen und hätte sofort indie Hauptstadt Harare verlegt werdenmüssen, weil wir hier für solche Operationennicht ausgestattet sind. Aberwir hatten kein Benzin. Wir versuchtenüberall, welches aufzutreiben. Aber vergeblich.Es gab nichts und so haben wirsein Leben verloren.“4 weltweit


SimbabweZum WeinenJa, es ist wirklich zum Weinen, wenn ineinem Land wie Simbabwe gut ausgebildeteÄrzte Menschenleben verlieren,weil das Benzin für den Krankentransportfehlt, weil die Stromversorgungpermanent ausfällt, weil schrottreifemedizinische Geräte nicht erneuertwerden können, weil es keine Medikamentegibt, weil viele Patienten viel zuspät kommen, da sie sich die Krankenhausgebührin Höhe von einem US-Dollar nicht leisten können.Ein Krankenhaus ohne Arzt17 Missionsstationen mit insgesamtzehn Schulen und vier Krankenhäuserngehören zum Bistum Chinhoyi.Das Missionshospital Chitsungo hatnicht einmal einen eigenen Arzt. Diemeisten, die studiert haben, zieht esin die Stadt, nach Harare. Dort gibtes mehr Chancen, mehr Leben, mehrKomfort. Niemand will zurück aneinen Ort wie Chitsungo – ab vomSchuss, mitten im Busch und nur übereine schmale Sandpiste erreichbar. 27Krankenschwestern unter der Leitungvon Schwester Rosaria Mwale haltenden Betrieb am Laufen. „Selbst unsereeigenen Mitschwestern besuchen unsnicht gerne, weil Chitsungo zu abgelegenund zu heiß ist“, lacht die simbabwischeOrdensfrau und ausgebildeteKrankenpflegerin.Selbstmord mit PestizidenAuf dem Mäuerchen im Krankenhaushofsitzt eine junge Patientin. Apathischund traurig blickt sie ins Leere.„Sie hat versucht, sich mit Pestizidenumzubringen“, erklärt Schwester Rosaria.„Das passiert hier häufiger in derZeit der Baumwollernte.“Ein Jahr ohne GeldDie Frauen und Kinder sind es, dieauf den Baumwollfeldern mit kleinenHacken und gekrümmten Rückenden Boden lockern, Unkrautjäten, um dann später die gewachsenenkleinen weißen Baumwollbüschelvon Hand aus den trockenenZweigen zu pflücken. Je nach Gewichterhalten sie 17 bis 20 US-Dollar füreinen Sack Baumwolle. Die Ernte istder Jahresverdienst für die Menschenin Chitsungo. Schulgebühren für dieKinder, Anschaffungen für Haus undHof, Lebensmittel und neues Saatgut– all das wird vom Geld der Erntebezahlt. Wenn es nicht der Mann,wie im Fall der jungen Patientin, vorherim Rausch verprasst, es allein inMais bier und Liebesdienste investiert.Dann weiß man nicht, ob man nichtMitleid haben sollte mit der jungenFrau, weil ihr Selbstmordversuch erfolgloswar. Gleichberechtigt über dasFamilieneinkommen zu verfügen, istfür viele Frauen ein ferner Traum.Frauen und Kinderpflücken die Baumwolle,die etwa 20 US-Dollarpro Sack einbringt.Foto links oben: Kinderin Chitsungo überquerenauf ihrem Schulwegden Fluss Hunyane perEinbaum.weltweit 5


SimbabweKatechese im Freien mitder Bibel in der Hand:Goodluck Simoko,Pfarrer in Chitsungo.Freude über den BesuchFather Goodluck Simoko, der Pfarrervon Chitsungo, freut sich über denBesuch. Und er freut sich über diemitgebrachte Spende der deutschenPartnergemeinde aus Süchteln. „Oh,my God!“, kommt es unwillkürlichwie ein tiefer Stoßseufzer. „Ich bin soerleichtert! Seit fünf Monaten kannich die Arbeiter nicht mehr bezahlen.“Die finanzielle Situation der Gemeindenim Bistum Chinhoyi ist katastrophal.In Simbabwe gibt es keinzentrales Kirchensteuersystem. JedePfarrei ist selbst verantwortlich, fürden Lebensunterhalt des Priesters unddie Kosten der Gemeinden aufzukommen.Die Priester bekommen keinGehalt vom Bistum, denn das Bistumhat selbst nichts.Erdnussbutter für die Kollekte„Wir machen eine Liste mit den Dingen,die das Pfarrhaus braucht: Mais,Zucker, Seife. Und dann teilen wir unterden Gruppen der Pfarrei auf, werwas beiträgt“, erklärt Joel Machingambi,der Vorsitzende des Pfarrgemeinderatesvon Chitsungo. „Und auchdie Kollekte im Gottesdienst ist fürdie Pfarrei bestimmt.“ Die Gemeindenin Simbabwe sind sehr lebendigund aktiv. In jeder Pfarrei gibt es unterschiedlicheGruppen, Gilden undkleine christliche Gemeinschaften, diedas pastorale und soziale Netzwerk derNachbarschaftshilfe bilden. Die Missionsstationenim Bistum Chinhoyi sindjeweils für ein riesiges Einzugsgebietverantwortlich. Allein in Chitsungogibt es 27 Außenstationen, die von derPfarrei betreut werden. 140 Kilometerbeträgt die Strecke zur entferntesten.„Der Unterhalt des Autos und derKauf von Benzin ist für uns das größteProblem“, sagt Joel Machingambi.„Allein neue Reifen kosten 300 US-Dollar.“ Alle helfen mit, ihre Pfarreizu unterstützen. Wer kein Geld hat,bringt ein Glas selbst gemachte Erdnussbutter,einen kleinen Sack Maismehl,ein Huhn oder frisches Gemüsemit zur Kollekte. Aber das Grundproblembleibt: Niemand kann teilen,was er nicht hat. Viele sind ihrerseitsauf die Hilfe der Pfarrei angewiesen.Projekte und PlänePfarrer Simoko ist jung, wie fast alleDiözesanpriester im Bistum Chinhoyi.Der 38-Jährige ist voller Energieund Ideen. Nach der gut besuchtenMorgenmesse um sechs Uhr in derFrüh zeigt er uns die verschiedenen„income generating projects“ – Projekte,die etwas Einkommen für dieGemeinde erzielen sollen. Die Pfarreibetreibt eine Maismühle, eine Ziegenaufzucht,Landwirtschaft zumAnbau von Mais sowie eine Werkstatt6 weltweit


Simbabwezur Reparatur von Fahrzeugen undMaschinen. Alles ließe sich noch ausbauenund verbessern, Pläne hat derPfarrer genug, nur das notwendigeStartkapital fehlt. „Aber wir vertrauenauf Gott“, sagt Goodluck Simoko undmacht sich mit seinem jungen DiakonPaul Tigere auf den Weg, per Einbaumüber den Fluss Hunyane unddann weiter zu Fuß in der jetzt schongleißenden Sonne, um eine krankeFrau zu besuchen und ihr die Kommunionzu bringen.Kampf gegen die DürreDie Missionsstation Marymount liegtnahe der Grenze zu Mosambik. Landschaftund Klima sind ganz anders alsin Chitsungo. Marymount wird immerwieder von Dürren heimgesucht.So auch in diesem Jahr. Die Maiskolbensind durch die Trockenheit nichtrichtig gewachsen, sondern sehen auswie eingeschrumpelt. Father FelixMukaro, der 33-jährige Pfarrer, machtsich große Sorgen: „Die Leute habenfast nichts ernten können.“ Schonjetzt warnt das Welternährungsprogrammder Vereinten Nationen voreiner neuen Hungersnot in den ländlichenRegionen Simbabwes. „Kinderkommen nicht mehr zur Schule,weil es zu Hause nichts zu essen gibt“,sagt Pfarrer Mukaro. Die Pflanzenauf den Gemeindefeldern sehen nochgut aus. Felix Mukaro hat mit neuenSorten und Bewässerungssystemenexperimentiert. Methoden angepassterLandwirtschaft zu entwickeln, istwichtig für die Region von Marymount.Denn hier leben alle von derSubsistenzwirtschaft, also von dem,was die Felder für den eigenen Bedarfhergeben. Und das ist nicht viel.Nachbarn helfenMuchaniwa Katsiga hat nicht mehr dieKraft, um auf dem Feld zu arbeiten. Sieist alt, ihre Augen lassen nach und siekann kaum noch gehen. Zwölf Kinderhatte sie, alle sind tot. Einige sind an derKrankheit gestorben, die auf dem Landoft immer noch nicht beim Namen genanntwird: HIV/Aids. Ihre Enkel sindweggezogen, um in der Stadt ihr Glückzu suchen. Muchaniwa Katisga kommtallein nicht mehr zurecht. Ohne dieFoto oben:Felix Mukaro, derPfarrer von Marymount,testet Methoden angepassterLandwirtschaft.Foto unten:Muchaniwa Katsigawürde ohne die Hilfeder Pfarrei und derNachbarn verhungern.weltweit 7


SimbabweFoto oben: Die meistenFamilien auf dem Landleben in traditionellenLehmhütten mitSpitzdach.Foto unten: SchwesterEmma Fabian Chiudzuarbeitet in Chitsungo inder Pfarrei und kenntalle Familien.Unterstützung der Pfarrei, ohne dieHilfe der Nachbarn würde sie verhungern.In Marymount, in Chitsungound in allen anderen Missionsstationendes Bistums Chinhoyi gibt es viele Alte,Kranke und Waisenkinder, die Hilfebrauchen.Energie für mehrWalter Chenyika leitet die Caritasder Diözese Chinhoyi. Über die Caritaswerden im Bistum Projekte undKurse in nachhaltiger Landwirtschaftorganisiert, die Hungerhilfe der Jesuitenverteilt, Brunnen und Toilettengebaut, um Cholera zu vermeiden.Der 32-jährige Diözesanpriester erlebtjeden Tag Armut, Krankheit undHunger aus nächster Nähe. „Die Begegnungmit den Menschen, die Hilfebrauchen, ihre große Dankbarkeit fürdas Wenige, das wir tun können, gibtmir die Energie, mehr arbeiten zu wollenund auch unsere Partner im Auslanddavon zu überzeugen, dass wirdie Fähigkeit haben, Spenden transparentund sinnvoll einzusetzen.“Vision vorhandenDas Bistum Chinhoyi ist von deutschenJesuiten aufgebaut worden. Jetztist die Zeit gekommen, die Verantwortungendgültig in die Hände derjungen Generation zu legen. Die simbabwischenDiözesanpriester, Ordensschwesternund Gemeindemitgliedersind kompetent und glaubensstark.Sie haben eine Vision für ihr Bistum,für ihre Kirche und für ihr Land. Siekönnen etwas bewegen. Sie verdienenunsere Hilfe und Unterstützung.Judith Behnen8 weltweit


Interview„Es ist wirklich eine totale Verarmung“Seit 2006 ist der deutsche Jesuit Dieter B. Scholz Bischof der simbabwischen Diözese Chinhoyi.Er hat den Papst gebeten, das Amt aus Alters- und Gesundheitsgründen nächstes Jahr in jüngereund einheimische Hände übergeben zu dürfen.Du bist 1963 in das heutigeSimbabwe gekommen. Waswar dein erster Eindruck?Einer meiner ersten Eindrückewar, dass die Afrikaner währendder Sonntagsmesse in der Kathedralezur Kommunion in die Sakristeigehen mussten und nichtmit den Weißen zusammen amAltar kommunizieren durften.Ich habe mich damals gefragt,ob ich hier eigentlich recht amPlatze bin. Die Rassentrennungund die Diskriminierung habenmir wirklich auch persönlichzugesetzt, darauf hatte mich niemandvorbereitet.Was waren die Wurzeln dieserRassendiskriminierung?Soweit ich das damals verstandenhabe, war Rasse eine ArtMarkierung, um den beträchtlichenReichtum dieses Landesallein für die weiße Minderheitverfügbar zu machen. Zu dieserZeit gab es vielleicht 500.000Weiße und sechs MillionenAfrikaner. Und die Weißenhatten einen für uns Europäerunvorstellbar hohen Lebensstandard.Vor allem die Farmer.Das Privatflugzeug war soselbstverständlich wie bei unsin Deutschland der VW-Golf.Und es war durchaus nichtungewöhnlich, dass man zumWochenende von seiner Farman die mosambikanische Küsteflog, um dort Pink Gin zutrinken und Krabben zu essen.Der Grund, warum die Farmer1972 in den Krieg zogen, war,dass sie diesen Lebensstandardbeibehalten wollten. Und daranhat sich eigentlich, wennman das jetzt mal soziologischbetrachtet, bis heute nicht vielgeändert. Die weiße Minderheitist ersetzt worden durcheine zahlenmäßig ebenfalls sehrüberschaubare Elite unter denSchwarzen, die in diesem Falleine parteipolitische Elite ist.Wie kann es sein, dass RobertMugabe immer noch an derMacht ist?Im Englischen nennen wir dieRegierungsform, die PräsidentRobert Mugabe entwickelt hat,„patronage“. Er entwickelt engeBeziehungen zu Schlüsselpersönlichkeitenim Staat, demChef der Polizei, dem Generalder Armee, den obersten Beamten.Und macht sie dadurch abhängigvon sich. Sie sind plötzlichnichts mehr, wenn er nichtmehr da ist. Und andererseitsbraucht er sie, um weiterhin ander Macht zu bleiben. ImGrunde wurden die äußerenStrukturen des britischenDieter B. Scholz SJ setzt sich seit vielenJahrzehnten für Gerechtigkeit undFrieden in Simbabwe ein.Kolonialapparats beibehaltenund innerhalb dieser Strukturender Regierungsstil einesafrikanischen Häuptlings entwickelt.Mir scheint, manmuss die derzeitige Generationder Dinosaurier, die an derMacht hängen, einfach ausstehenund vorbeiziehen lassen.In was für einer Region liegtdie Diözese Chinhoyi?Chinhoyi ist eine überwiegendländliche Diözese. Wir habeneine sehr schlechte Bodenqualitätund dementsprechend istdie Bevölkerung verarmt. Eshat in unserem Gebiet eineUmsiedlung stattgefunden, daein Teil der Diözese auch frühereweiße Farmen einschließt.Aber die Leute haben es einfachweltweit 9


Interviewnicht über das Niveau der Subsistenzhinaus gebracht, weil siekein Anfangskapital hatten undweil es ihnen an Erfahrung undFachwissen fehlte. Die Land-Neuverteilung war absolut notwendig,aber die Art und Weise,wie sie durchgeführt wurde, warein totales Chaos.Was sind im Moment diegrößten Herausforderungen?Unsere Isolierung in Simbabwehat dazu geführt, dass das Landnichts produziert. Nicht malgenug, um seine Einwohner zuernähren. Und schon gar nicht,um etwas nach außen zu verkaufen.Es ist also einfach kein Geldda. Die Menschen sind so verarmt,dass sie ihre Kinder nichtmehr auf die Schulen schickenkönnen, dass viele auch nichtins Krankenhaus gehen, weil siedie Gebühr nicht aufbringen. Esist also wirklich eine totale Verarmung.Und der erste Schrittwäre, dass sich das Land nach außenhin öffnet und wieder in dieinternationale Gemeinschaft eingegliedertwird. Dazu brauchenwir eine Regierung, die von denanderen Ländern akzeptiert wird.Ihr habt noch einige deutscheJesuiten, die fast alle über 70sind. Wie ist das für sie?Je mehr sie sehen, dass es gutenNachwuchs gibt unter denPriestern, und da besteht wirklichkein Mangel, umso leichterwird es auch zu sagen: „Ichhabe meinen Beitrag geleistetund ziehe mich jetzt zurück.“Das Entscheidende ist, dass wirgute afrikanische Partner haben,an die wir unsere Verantwortungabgeben können. Unddie gibt es, das ist vorhanden.Wegen der besonderen politischenund wirtschaftlichenUmstände hier im Land wird esaber auch weiterhin notwendigsein, dass unsere Freunde undWohltäter in Deutschland dieDiözese unterstützen. Und ichhoffe wirklich, dass diese Verbindungzu den Priestern undden Menschen unserer Diözeseaufrechterhalten bleibt.Gibt es Wege, diese Verbindungzu stärken?Der Austausch von Menschen,zumal nach den langen Jahrender Isolierung, scheint mirganz wichtig. Dass unsere jungenPriester eingeladen werdennach Deutschland und dassihr von Deutschland weiterhinhier herauskommt und dasLand kennenlernt. Zweitenshat sich als sehr hilfreich erwiesen,eine Partnerschaft zwischeneiner Pfarrei in Deutschlandund einer Mission odereiner Pfarrei hier in unsererDiözese zu schließen. Da kannman dann Projekte gemeinsamentwickeln und fördern.Diese Projekte können pastoralerArt sein, aber sie könnenauch Entwicklungsprojektesein. Das sind also zwei ganzwichtige Möglichkeiten: DerAustausch zwischen Deutschlandund Simbabwe in beideRichtungen und Partnerschaftenzwischen Pfarreien.Interview: Judith BehnenHoffnung statt Zukunftsangst Leben im Bistum Chinhoyi in SimbabweHoffnung statt ZukunftsangstLeben im Bistum Chinhoyi in SimbabweEin Film von Christof WolfFilm über ChinhoyiWir haben mit Christof Wolf, einem Jesuiten und Filmproduzenten,das Leben im Bistum Chinhoyi in einem Film dokumentiert.Begegnen Sie Julia Musariri, Goodluck Simoko, Walter Chenyikaund sehen Sie, wie der Alltag in den ländlichen Pfarreien, Krankenhäusernund Schulen aussieht. Wir schicken Ihnen den Film aufDVD – für Ihre Gemeindeaktion auch in größerer Stückzahl – gernekostenlos zu und freuen uns über Ihre Spende für das BistumChinhoyi. Bestellungen bitte an unser Sekretariat: (0911) 2346-160,prokur@jesuitenmission.de10 weltweit


Unsere Spendenbitte für SimbabweLiebe Leserin, lieber Leser!Oben auf dem Foto sehen Sie den Kirchenchor von Chitsungo bei einer Probe.Der Gesang fasziniert mich immer wieder in den Gottesdiensten in Simbabwe.Alle singen ohne Noten, immer mehrstimmig, Männer genauso kräftig wieFrauen. Die Melodien kommen wie aus tiefster Seele, sie sind eine ganz eigeneMischung aus getragener Klage und rhythmischem Jubel. Hoffnung undVerzweiflung liegen nah beieinander.Wir haben in der Vergangenheit dank Ihrer Unterstützung in Simbabwe helfenkönnen. Jetzt stehen wir wieder mit leeren Händen vor Ihnen: Die Not im BistumChinhoyi ist dramatisch. Die Kirche ist dort für so viele Halt und einzigeHoffnung – durch die Pfarreien, durch die Schulen, durch die Krankenhäuser.Ich bitte Sie von Herzen um Ihre Spende für die Diözese Chinhoyi. Denn dieLast, ohne Geld überleben zu müssen, wird einfach zu schwer für den Bischof,für die Priester und für die Menschen in den Gemeinden.JesuitenmissionSpendenkonto5 115 582Liga BankBLZ 750 903 00Stichwort:X31123 ChinhoyiDanke und Gottes Segen!Klaus Väthröder SJ,Missionsprokuratorweltweit 11


Sehnsucht in den AndenDie Beziehung zwischen den Ureinwohnern Boliviens und der katholischen Kircheist nicht unbelastet. Der Jesuit Enrique Zabala gehört zum Volk der Quechuaund schreibt über den dornigen Weg zu Jesus und einem inkulturierten Glauben.Der Jesuit José FernándezHenestrosa schrieb mir währendmeines Studiums, dassich ein Mann sei, der zwischen vielenWirklichkeiten eine Brücke schlagenkönne. Als erstes sei ich ein Indígena,ein Angehöriger des Quechua-Volkes, dann ein Christ, danach alsJesuit ein Ordensmann und zu guterLetzt ein Priester der katholischenKirche. Heute leben diese Realitätenseit mehr als zehn Jahren in mir. Eswar jedoch und ist immer noch eineherausfordernde Aufgabe, sie in einenkohärenten und befreienden Zusammenhangzu bringen und zwar vorallem so, dass aus ihnen eine guteNachricht erklingt. Diese Erfahrungmöchte ich gerne mit Ihnen teilen.Arbeiterkind des BergbausIch wurde am 16. Juli 1968 als ältestesvon sieben Kindern in einer Bergbauregiongeboren, die in den Anden liegtund zum Departamento Cochabambagehört. Meine erste Erfahrung des katholischenGlaubens war mein Vater.Ich erinnere mich, dass er seine Bibelhatte, sie studierte und sie betete. BeimAufwachen und beim Einschlafenhabe ich ihn viele Male beten gesehen.Mein Vater war sehr aktiv im gewerkschaftlichorganisierten Kampf derMinenarbeiter für bessere Arbeits- undLebensbedingungen. Aber ab 1985setzte die bolivianische Regierung einenneoliberalen Wirtschaftskurs um,der das Leben von 35.000 Bergarbeiternänderte. Tausende verloren ihre12 weltweit


BolivienArbeit und ihr Einkommen, unter ihnenauch meine Familie.Karneval und KreuzerhöhungDer Alltag im Bergwerk war sehr starkbestimmt vom gemeinschaftlichen Leben.Es wurde immer mit allen gefeiert,die im Lager lebten. Das religiöseErleben wechselte ohne große Schwierigkeitenzwischen dem indigenenGlauben der Anden-Völker und demchristlichen Glauben. Einige Feste gehörtenvollständig zur andinen Kultur,wie die Feier des Karnevals, anderewaren vollständig christlich, wie dasFest der Kreuzerhöhung am 14. September.Und nur an diesem Tag kamein Priester spanischer Herkunft in dasLager, um die Messe zu feiern.Ein Gott, der Gerechtigkeit suchtUm auf eine weiterführende Schulegehen zu können, schickten mich meineEltern auf ein Internat des jesuitischenSchulwerkes Fe y Alegría, dasvon Nonnen geleitet wurde. In diesenJahren begann ich die Nähe Gottes inmeinem Leben zu spüren. Im Internatwechselten die Nonnen und es kamenandere Schwestern, die kein Ordenskleidmehr trugen. Sie erzählten mirvon einem Gott, der Gerechtigkeitsucht und die Völker aus der Unterdrückungbefreit. So wurde in mir dieBerufung zu einem Ordensleben geboren.Ich bin nicht weiß und nicht groß1988 trat ich in Cochabamba in dasNoviziat der Jesuiten ein. Zwei Jahre,in denen ich die ignatianische Spiritualitätund die christliche Traditionlernte. Zwei ganz neuartige Jahre,in denen ich verstand, dass sich diechristliche Tradition nicht in der indigenenTradition inkarniert hatte. Undes war hier, dass ich begann, Brückezwischen zwei Traditionen zu sein, diemich beide geformt haben.Während des Studiums in Paraguaywurde ich oft mit dem Satz konfrontiert:„Du siehst nicht so aus wie dieanderen Bolivianer, die ich kenne.“Zum ersten Mal wurde mir bewusst,dass ich nicht weiß und nicht großbin. Ich war dunkelhäutig, klein, mitschmal geschnittenen Augen. Ich warein Sohn des verarmten Volkes derQuechua, die normalerweise nichtzum Studieren ins Ausland gehen,sondern allenfalls zum Arbeiten. Ichbegann, meine Identität als Indígenaneu zu entdecken, die mir in der Schulewie selbstverständlich ausgetriebenworden war. Und nicht nur das: Derbolivianische Staat hatte in seiner politischen,sozialen und wirtschaftlichenPraxis die Existenz der indigenen Völkerverleugnet.500 Jahre leidvolle EvangelisierungBeim Studium der abendländischenPhilosophie sah ich, dass im Laufe derGeschichte große Denker immer wiederdie enge Verflechtung von Staat,Macht und Christentum hinterfragthaben. Dieses enge Miteinander verhinderte,dass die Kraft des Evangeliumsmit seiner Frohen Botschaftwirklich bei den Völkern ankam. Ichverstand, dass das indigene Volk derQuechua die Evangelisierung durchdie katholische Kirche nicht ohneweiteres als gute Nachricht bestätigenkonnte. 1992 feierte die Kirchein Lateinamerika 500 Jahre Evangelisierung.Durch mein erwachendesBewusstsein als christlicher IndígenaDas DepartamentoCochabamba mit seinenHochebenen und diegleichnamige Stadtliegen im ZentrumBoliviens.weltweit 13


BolivienAllerheiligen wird mitbesonders geformtemGebäck, Palmzweigenund Panflötenmusikgefeiert.konnte ich dieses Ereignis jedoch nichtals großartige gute Nachricht für meinindigenes Volk feiern. Die Evangelisierunghatte den Tod von MillionenUreinwohnern legitimiert. Das Kreuzund das Schwert hatten viel Schmerzund Leid unter den Aymaras undQuechuas verursacht. Das Schmerzhaftestefür mich war zu verstehen, wiedie Kirche das ursprüngliche religiöseErleben und Empfinden des Volkes,aus dem ich komme, verteufelt hatte.Diese Satanisierung demütigte dasSelbstwertgefühl meines Volkes. DieKirche hatte Anteil an der Unterdrückung,durch die dieses indigene Volkin Armut lebt, in Ausgrenzung undin Verachtung für das Wissen und dieWeisheit der eigenen Ahnen.Fremd im eigenen HausBis heute habe ich das Gefühl, in einerKirche zu leben, die in meinem eigenenHaus fremd ist. Zu Hause lebteund praktizierte man die Sitten undGebräuche unserer indigenen Religiositätder Quechua. Dort tauchte ichein in das, was die Gelehrten Volksfrömmigkeitnennen. Durch meinenEintritt in das Noviziat der Jesuitenlernte ich die abendländische christlicheKultur kennen. Und von dort begannich von innen her die Weise zuerkennen, das Evangelium Jesu den indigenenVölkern zu verkünden. Denntrotz 500 Jahren Evangelisierung istdie Kirche im Herzen der indigenenVölker Boliviens fremd geblieben.Jesus als RetterIst es möglich, Christ zu sein, ohnedeine religiöse und kulturelle Traditionund Verwurzelung aufzugeben?Das war die Grundfrage, die michumtrieb. Es gibt keinen Widerspruchzwischen dem Evangelium Jesu undder Tradition meines indigenen Volkes.Im Gegenteil: sie bereichern undergänzen sich gegenseitig. Große Gegensätzegibt es jedoch zum abendländischenChristentum. Die Evangelisierungder Quechua hat sich unter derMentalität und dem Blickwinkel derabendländischen Kultur vollzogen.Und diese Kultur war nicht bereit zumDialog, sondern hat im Gegenteil ihreReligion aufgedrängt, wie auch ihreTraditionen und ihre Art, eine Gesellschaftaufzubauen, in der Indígenasnicht als Personen angesehen waren.Was ist trotz allem von dem großartigenVorhaben der Evangelisierung geblieben?Geblieben ist die ErkenntnisJesu als Retter. Jesus ist Mensch gewordenim Leiden des indigenen Volkes.Geblieben ist Maria, die Mutter Jesuals Vorbild für die Evangelisierungund geblieben sind schließlich die Bibelund die Kirche als Volk Gottes.14 weltweit


BolivienLernprozess der KircheDas zweite Vatikanum spricht von derKirche als Volk Gottes. Das war einegroße Revolution. Das Volk Gottes istdie Kirche und nicht die Hierarchie.Durch die Taufe werden wir Teil diesesVolkes Gottes und es gibt keine Christenerster oder zweiter Klasse. Auchandere religiöse Traditionen werdenals Samen des Wortes anerkannt. Dielateinamerikanischen Bischofskonferenzenhaben die Texte des zweitenVatikanums vertieft. In Medellín 1968sprechen sie von einer Kirche der Armenund der Existenz von Strukturender Sünde, die das Leben verletzen.1978 in Puebla verurteilen sie dieMilitärregimes, die sich in Lateinamerikaetabliert hatten. Sie sprechenvom Antlitz Christi, das sich in denunterdrückten Völkern zeigt. 1992in Santo Domingo sprechen sie voneiner Inkulturation des Evangeliums.Die Werte der indigenen Völker sollenangenommen, geläutert und gesteigertwerden. Zum ersten Mal entschuldigtesich die hierarchische Kirche bei denindigenen Völkern für ihre Mittäterschaftmit den herrschenden Mächten.2007 in Aparecida bestätigen sie, dassder Arme im Mittelpunkt christologischerReflexion steht. Man wird nichtChrist, indem man bestimmte Doktrinen,Prinzipien oder Traditionen wiederholt.Man wird Christ, indem manJesus Christus nachfolgt.Eine gute Nachricht für jedes VolkDurch die Lektüre dieser kirchlichenDokumente komme ich zu demSchluss: Es ist möglich, Jesus Christusnachzufolgen, ohne seine kulturelleund religiöse Identität aufzugeben.Jesus muss eine gute Nachricht seinfür jedes Volk, das den Glauben an ihnaufnimmt. Die Frohe Botschaft Jesumuss die schlechten Dinge läutern,aber gleichzeitig muss sie die Kraftschenken, um die Gegenwart Gotteszu erkennen, die es in jeder Kulturgibt. Deshalb brauchen wir in Bolivieneine indigene Theologie, die unserlaubt, eine Kirche der Quechua aufzubauen,damit wir unseren eigenenGlauben an Jesus formulieren können,der gekommen ist, um in unserer Seelezu wohnen.UramantaP. Enrique Zabala SJPater Zabala ist Pfarrer der Gemeinde Santa Vera Cruz im Südender Stadt Cochabamba. Dort leben Indígenas, die meistenvon ihnen in Armut und völlig am Rande der Gesellschaft.Um mit ihnen gemeinsam einen pastoralen und sozialen Wegder Entwicklung und Selbsthilfe zu gehen, hat er das Projekt„Uramanta“ mit aufgebaut. Uramanta ist Quechua und bedeutet„von unten“. Von unten, vom Süden Cochabambas,aus dem Blickwinkel der Ärmsten soll die Arbeit für indigeneKinder, Jugendliche und Frauen stattfinden. Ein Projekt für besondersgefährdete Kinder haben wir gerade mit 30.000 Euroaus dem Alfred-Welker-Kinderfonds unterstützt.weltweit 15


Die Kinder von CaliP. Alfred Welker SJ, fürviele einfach Alfredo,oben auf dem Foto nochin Cali und rechts imGarten des Altenheimsbei einem Sommerfest.Seit mehr als einem Jahr ist P. Alfred Welker SJ, der Gründer des kolumbianischenProjektes „Kinder von Cali“, zurück in Deutschland. Wie läuft esmittlerweile im Werk ohne Alfredo?Alfredo steht auf der Straße undblickt skeptisch in die Kamera.Hinter ihm ein Wandbild: „Lacalle de La Esperanza“ – „Der Weg derHoffnung“. Es ist eines der letzten Fotosvon Alfred Welker in Aguablanca,seinem Viertel in der kolumbianischenMetropole Cali. Seit über einem Jahrlebt er jetzt im Altenheim in Unterhachingbei München. Es geht ihm sehrgut dort. Zwar spricht er nicht so vielund sein Gedächtnis lässt nach, aberseinen Humor und seine spanischenFlüche hat er nicht verloren.Fortschritte und SchwierigkeitenWie sieht es im Werk der „Kinder vonCali“ aus ohne Alfredo? Geht es mitgroßen Schritten auf dem Weg derHoffnung voran? Das Leitungsgremium,die „Junta Directiva“, informiertmich regelmäßig. Die kolumbianischenJesuiten haben entschieden, sichnicht in dem Werk zu engagieren. Auchdie Überlegung, mit dem jesuitischenSchulwerk „Fe y Alegría“ zusammenzuarbeiten,hat sich zerschlagen. Aber dieErzdiözese Cali wird die Trägerschaftfür die drei Schulen übernehmen.Der EvaluierungsprozessMit den Sozialprojekten, also denKindergärten, Krippen und Kleinunternehmen,bleiben die „Kinder vonCali“ als unabhängige Corporaciónbestehen. Das entspricht auch demSelbstverständnis des Werkes. Die BereicheSchulen, Sozialprojekte, Administrationund Finanzen des Werkessind mit Hilfe externer Berater untersuchtund evaluiert worden. DieserProzess, der sich über mehrere Mona-16 weltweit


Kolumbiente erstreckt hat, wird von der kolumbianischenStiftung Carvajal geleitetund moderiert. In der Arbeitsgruppe„Schulen“ sind Vertreter der ErzdiözeseCali verantwortlich eingebunden.Empfehlungen aus der Evaluation sowiekonkrete Arbeitsschritte werdengerade erarbeitet. Für mich ist es einsehr positives Signal, dass die ErzdiözeseCali mit dem Leitungsgremiumdes Werkes gut zusammenarbeitet.Pfarrei und WerkDie Pfarrei Señor de los Milagros, derenUrsprung ja auch im Werk vonPater Welker liegt, haben wir mit12.000 Euro unterstützt, damit notwendigeReparaturen im Pfarrhof undAnschaffungen für die Kirche finanziertwerden können. Mir ist es einAnliegen, dass die Zusammenarbeitzwischen Pfarrei und Werk wiederenger wird und sich Projekte gegenseitigergänzen. Über Stipendien helfenwir im Moment einzelnen Personen,die Teil der „Kinder von Cali“ sind.Darüber hinaus warten wir jetzt nochdie Entscheidungen aus dem Evaluierungsprozessab. Denn erst dann wirdsich zeigen, wie wir Schulen und Werksinnvoll unterstützen können.Danke für Ihre Treue!Spenden für die „Kinder von Cali“fließen nach wie vor in den Alfred-Welker-Kinderfonds. Im Jahr 2011haben wir 224.700 Euro erhalten, diesesJahr steht der Spendenstand bereitsbei fast 75.000 Euro. Ich danke Ihnenganz herzlich für Ihre Treue zu Alfredound Ihre Unterstützung von Projekten,die seine Arbeit fortführen!P. Klaus Väthröder SJDer Alfred-Welker-KinderfondsAus den Mitteln des Fonds haben wir bis jetzt diesezwölf Projekte unterstützt:• Bewahrung von Kindern vor Anwerbung durchgewalttätige Gruppen in Cali, Kolumbien• Stipendien für Schüler und Studenten in Cali, Kolumbien• Reparaturen und Anschaffungen in der Pfarrei Señorde los Milagros in Cali, Kolumbien• Unterstützung der Flüchtlingsarbeit der Jesuitenim Valle del Cauca, Kolumbien• Sorge für allein gelassene Kinder durchDominikanerinnen in Bogotá, Kolumbien• Hilfe und Integration für kolumbianische Flüchtlingein Panama• Integrale Entwicklung von Kinderarbeitern durch CANATin Piura, Peru• Jugendapostolat der Jesuiten mit Schulungen in fünfRegionen Perus• Förderung von sozial gefährdeten Kindern inCochabamba, Bolivien• Hühnerfarm und Biogemüse für die Pa‘i Puku-Schuleim Chaco von Paraguay• Fortbildung von Jugendleitern des Werkes Huellasin Caracas, Venezuela• Unterstützung des Centro San José für behinderteKinder in Orán, ArgentinienSpendencode: X30600 Alfred-Welker-Kinderfondsweltweit 17


TischgebetDass der goldene Mais niemals fehlein den Schalen unserer Kinder!Fülle sie täglich, du Mutter Erde,Kämpferin gegen den Hunger,auf dass uns Kraft daraus erwachsefür die Mühsal des Lebens.Wir aber wollen dich preisenmit den Tönen der kostbaren Flöte,durch die unser Atem strömt,erfüllt vom gewaltigen Wind,der aus den Bergen niederfällt.Nicht vom Mais allein lebt die Seele.Manchmal braucht es ein Lied,auf dem sie höher steigen kann.18 weltweit Joe Übelmesser SJ


weltweit 19


Jesuit VolunteersJesuit VolunteersÜber unseren Freiwilligendienst können Weltbegeisterte von 18 bis 88 Erfahrungenin Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika sammeln.Aus Begegnungen werdenBindungen: ZweiKinder in Makumbi mitIsabel.Mitte Juli haben wir den neuenJahrgang unseres Programms»Jesuit Volunteers«mit einem Gottesdienst feierlich in dieEinsätze verabschiedet. 29 Frauen undMänner zwischen 18 und 64 Jahrenwerden für ein Jahr in Sozialprojektenin Polen, Bulgarien, Rumänien, Bosnien,Simbabwe, Kenia, Argentinien,Peru, Ecuador, Haiti, Mexiko, Indienund Israel leben und mitarbeiten. Wasein solches Jahr mit einem anstellenkann, das berichten drei Freiwillige,die gerade zurückgekehrt sind.Isabel Lauer hat ihren Redakteursjobvorübergehend an den Nagelgehängt und war in Simbabwe:Kurz nach meiner Heimkehr kannich es kaum glauben: dass die Sonne,die sich da hinter deutschen Wolkenabmüht, wirklich dieselbe sein sollwie am gleißend hellen Himmel überden Bergen von Makumbi. Simbabweliegt fast in derselben Zeitzone wieDeutschland, aber in einer gegensätzlichenGefühlswelt.Was ist passiert in diesen acht Monatenjenseits aller Gewohnheiten? Obwohlmir mancher anerkennend auf dieSchulter klopfen möchte – ein Hilfseinsatz,wie wir ihn in unseren Zerrbildernaus Afrika vor Augen haben, war dasnicht. Eher ein Herzensbildungsprogramm.Niemand hat in Makumbi aufmich gewartet. Ich musste mich erst insBlickfeld der Menschen vorarbeiten,die mit festen Aufgaben in der Missionsstationleben. Das fiel streckenweiseleicht, weil die Kinder freundlich sindund die Mangos süß. An anderer Stelleblieb meine Integration eine Illusion.20 weltweit


Jesuit VolunteersIch prallte auf Steinzeitpädagogik undauf Tatenlosigkeit, auf Gier und aufRassismus. Übrigens auf negativen wieauf positiven. Manchmal umschwärmteman mich nur deshalb, weil ich weißund womöglich steinreich bin.Wenn ich mir ein Verdienst zuschreibenwill, dann mein Streben danach,in diesem vom Kolonialismus geschundenenLand mit Bescheidenheitund Solidarität zu Gast zu sein. Dastut zu Zeiten der antiwestlichen Hetzedes Despoten Mugabe auch not.Es hat funktioniert, wie die ehrlicheTrauer von Schülern und Lehrern übermeinen Abschied gezeigt hat. Ja, ichglaube, dass meine Anwesenheit Einzelneneine Hilfe war.Wer in seiner Lebensmitte zum Freiwilligendienstaufbricht, muss nichtmehr primär herausfinden, wer er ist.Aber er sollte sich von sich selbst überraschenlassen wollen. Ich bin zumBeispiel in meine Jugendzeit zurückgereist.Nicht nur, weil ich mir plötzlichals Kindergarten-Witzemacher,Kleine-Jungs-Tröster und Mädchencliquen-Ehrenmitgliedgefiel. Ich genossFreiheitsgefühle und große Emotionen,ich überwand Schüchternheitund schöpfte neues Selbstvertrauen.Und ich entdeckte den pubertärenTrotz wieder. Im Herzen der Kirche zuwohnen, neben ihren Wohltaten auchihre Erstarrung und Doppelzüngigkeitzu erfahren, hat meinem Glauben einmittelschweres Erdbeben versetzt.Die Ausweglosigkeit der Armut unddie Tragödie des Staates Simbabwehinterlassen viele offene Fragen in mir.Meine Leute zu Hause befürchten, ichkönnte nun alles an Deutschland trivialfinden. Das wird nicht passieren. Hierliegt meine Heimat. Mein Leben inMakumbi, das war etwas Richtiges zurrichtigen Zeit am richtigen Ort.Peter Winkeljohann, Theologiestudentund Priesterkandidat, war inArgentinien:Ich bin mit vielen Erwartungen aufgebrochen,denn von ehemaligen Freiwilligenhatte ich schon einiges gehörtund gelesen. Trotzdem fällt es mirschwer zu sagen, ob es denn nun sogewesen ist, wie ich es mir vorgestellthatte. Eine Frage kann ich aber ganzsicher beantworten, nämlich die, ob’sein gutes Jahr war: Ja!Auch wenn ich am Flughafen in BuenosAires fast verzweifelt wäre, weil ichdoch viel weniger verstanden habe, alsich gehofft hatte.Jesuit Volunteers desJahrgangs 2012/13 mitden verantwortlichenTeammitgliedern derJesuitenmissionenNürnberg, Zürich undWien.weltweit 21


Jesuit VolunteersKirche in Argentinien:Prozession der Barrio-Bewohner zur Grundsteinlegungeinerneuen Kapelle.Auch wenn es regelmäßig Situationengab, in denen ich über die südamerikanischeArt den Kopf geschütteltund mir zumindest ein bisschen„deutsche Ordnung” gewünscht habe.Auch wenn ich vor allem an Tagen wieWeihnachten Familie und Freunde ausDeutschland vermisst habe: Ich habedie Entscheidung zu diesem Einsatzkeine Sekunde bereut.Nein, im Gegenteil: Ich durfte eineneue Kultur kennenlernen, eine andereArt von Kirche erleben, die zwar auchkatholisch ist, aber doch ganz andersals in Deutschland. Der Glaube wirdoffener und selbstverständlicher gelebt.Das Bewusstsein, selbst ein Teil der Kirchezu sein und die daraus erwachsendeVerantwortung zur Mitgestaltung undMitarbeit ist viel stärker als in der deutschen„Dienstleistungskirche”.Die Arbeit im Kinderheim, mit denMikrokrediten und in der Verwaltunghaben mir viele unterschiedliche Erfahrungengebracht. Ob Hausaufgabenbetreuung,Computerunterricht,Workshops, Hausbesuche und Gespräche– jede einzelne Begegnungwar unsagbar wertvoll. Und auch aufmeinem Weg der Nachfolge Jesu warendiese zehn Monate eine kostbareZeit. Das Vergangene und das, waskommen wird, aus einem anderenBlickwinkel und in einem anderenKontext zu betrachten, lässt mich vielesklarer sehen. Insgesamt glaube ich,einen weiteren Blick bekommen zuhaben. Dinge, die vor einem Jahr nochselbstverständlich und normal waren,sind das jetzt nicht mehr. In Gedankenbin ich mindestens noch so vielin Argentinien wie in Deutschland.Einiges wird vielleicht verblassen, abervergessen werde ich diese Zeit nie. Dashoffe ich zumindest.Die Grafik-Designerin KatharinaWeier hat am Loyola College imindischen Vettavallam unterrichtet:Ein Jahr lässt sich schwer in wenigeWorte fassen. Welche Erwartungenhatte ich? Gott sei Dank nicht zu viele.Denn in Indien kommt sowiesoimmer alles anders als man denkt. Nureine Absicht war mir gewiss: irgendetwas„Gutes“ tun zu wollen. Ist mirdas geglückt? Wir wurden im Vorfeldja bereits gewarnt, dass dem nicht unbedingtmit unserer deutschen „Leistungszählerei“beizukommen sein wird.Klar habe ich effektiv unterrichtet,habe Grafikprojekte gemacht. Aber dasJahr war so viel mehr als das.Ein einzelner, gerade ein Ausländer,kann niemals ein ganzes System umkrempeln.Es gibt nur eine Hoffnungauf Wandel: Das ist der von innen, vonden Leuten selber. Und der einzige Wegzu einer fairen Gesellschaft ist Bildung.22 weltweit


Jesuit VolunteersDas ist ein bisschen wie Samen säen.Damit diese Samen irgendwann aufgehenund sich zu etwas Großem entwickeln.Wie einzelne kleine Zellen, diesich zu einem Organismus verbindenund zu etwas Neuem wachsen.Ich habe Verbindungen geknüpft, diemich auch in Zukunft begleiten werden.Nach all dem, was ich erlebt habe,sind die Menschen hier für mich alles,nur eines nicht: Egal. Ich wurde oft gefragt:„Wenn du zurück nach Deutschlandgehst, wirst du uns dann vergessen?“Im Ernst – wie könnte ich? Dennmehr als ich hier lehren konnte, habeich selbst gelernt. Gerade in den Momenten,in denen alles aussichtslos erschien,hat es mir geholfen, mir an denLeuten hier, vor allem an den Jesuiten,ein Beispiel zu nehmen. Wo ich nur füreine kurze Zeit bin, verbringen diese ihrganzes Leben damit, sich für die Armeneinzusetzen. Trotz des Negativen einenkühlen Kopf und ein offenes Herz zubewahren: das inspiriert.Stellen wir uns vor, jeder würde fürandere Verantwortung übernehmen.Wie friedlich sähe die Welt dann aus.„Comittment, compassion, competence“:So gesehen haben die drei Csder jesuitischen Bildung auch bei mirihre Spuren hinterlassen.„Frauen, die Architektender Gesellschaft“ –Katharina, im Aussehenbereits indisch, teilt ihreErfahrungen.Das zweite, was ich gelernt habe,ist ein Bewusstsein für das, was manselbst hat. Essen, gute Schulbildung,politische Rechte, Freiheit; das sindDinge, die für die Mehrheit der Menschennicht selbstverständlich sind.Das erfüllt mich mit einer riesigenDankbarkeit. Für das, wo ich herkommeund für die Chancen, die ich hatte.Das dritte ist eine Ahnung für meineneigenen Weg. Ich möchte auch in Zukunftmeine Fähigkeiten für andereMenschen einsetzen. Mutter Teresasagte einmal: „Es gibt nur wenige, dieGroßes tun können, aber viele, dieein klein wenig bewegen können.“Jesuit VolunteersDie »Jesuit Volunteers« sind ein Freiwilligenprogramm derJesuitenmissionen Deutschland, Österreich und Schweiz.Pro Jahr haben wir Plätze für 30 Freiwillige ab 18 Jahren.Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht. Den Einsatzortwählen wir in der Vorbereitungsphase gemeinsam mit denFreiwilligen aus. Die Einsatzfelder sind vielfältig: Sie arbeitenmit Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen,alten und kranken Menschen, Obdachlosen oderFlüchtlingen – aber auch für Ingenieure oder im IT-Bereichgibt es Einsatzmöglichkeiten. Für das Einsatzjahr 2013/2014können Sie sich bis zum 31. Oktober 2012 bewerben.Mehr Infos und Bewerbungsunterlagen finden Sie unter:www.jesuitenmission.deweltweit 23


AfrikaJesuiten im Einsatz gegen AidsDas Aids-Netzwerk afrikanischer Jesuiten AJAN (African Jesuit AIDS Network) feierte diesen Juni sein10-jähriges Bestehen. Es begleitet Projekte und Initiativen in vielen Ländern Afrikas.Gegründet wurde AJAN 2002auf Beschluss der Ordensoberender Jesuiten in Afrika und Madagaskar,um der Verbreitungvon HIV/Aids auf dem Kontinentgemeinsam und koordiniertentgegenzutreten. SeinenSitz hat das Netzwerk in derkenianischen Hauptstadt Nairobiin einem Armenviertel amRande der Stadt.Vielfältige ArbeitDas Netzwerk bietet Unterstützungfür alle an Aids-ProgrammenBeteiligten, evaluiertAnsätze und Methoden vonProjekten, um die Arbeit wirksamerwerden zu lassen, begleitetund fördert die Entwicklungund Umsetzung neuer Projekte.„Unsere Vision sind gestärkteIndividuen, Familien und sozialeGruppen, die sich engagierenfür ein Leben in Fülle und eineHIV/Aids-freie Gesellschaft“,erklärt Pater Paterne MombéSJ, der Koordinator von AJAN.„Aids trifft nicht nur diejenigen,denen wir unmittelbar dienen,sondern auch alle Kontexte, indenen wir tätig sind: Gemeinden,Gesundheitsvorsorge, Erziehung,Entwicklung, sozialeund andere Dienste. Aids spielteine Rolle in all unseren apostolischenArbeitsfeldern und in allunseren Diensten.“HIV/Aids in AfrikaKein anderer Kontinent ist indem Ausmaß von HIV/Aidsbetroffen wie Afrika. Von weltweitgeschätzten 34 MillionenMenschen mit einer HIV-Infektionleben knapp 23 Millionenin Afrika, das auch fast70% aller Neuinfektionen verzeichnet.Trotz großer internationalerProgramme, etwa derVereinten Nationen, fehlt 51%der Betroffenen nach wie vorder Zugang zu den erforderlichenMedikamenten. Schlimmernoch: Die Zahlen nehmenwieder ab.Nicht nur einVersorgungsproblemHier zeigt sich deutlich diegrößte Not der infiziertenMenschen in Afrika. Dieafrikanische Bischofskonferenzstellt fest: „HIV/Aids ist nichtallein als medizinisch-pharmazeutischesProblem oder alsFrage menschlicher Verhaltensänderungenanzusehen. Es istzutiefst eine Frage von nachhaltigerEntwicklung und Gerechtigkeit.“Wo die Verbreitungvon Infektionen hoch ist, wirddie Entwicklung von Individuen,Familien, Gemeinschaftenund ganzen Ländern beeinträchtigt.Pater Michael KellySJ, Mitglied des Beirates vonAJAN, bringt es auf den Punkt:„Aids verschlimmert die Ungerechtigkeit.Ungerechtigkeitverschärft die Aids-Problematik.Das eine kann ohne das andereweder verstanden noch richtigangepackt werden.“Der Beitrag derafrikanischen OrtskircheKirchliche Einrichtungen leistenrund 25% der weltweitenArbeit in Aids-Projekten. InAfrika liegt der prozentualeAnteil noch höher, vor allemin ländlichen Gebieten erreichter fast 100%. Dies liegt auchdaran, dass sich über die regionalenStrukturen der Pfarreienviele Gemeindemitgliederund christliche Gemeinschaftenengagieren. Die meisten dieserProjekte nehmen sich eher bescheidenaus und erreichen jeweilsnur einige hundert Menschen.Für die, die so Hilfeerhalten, macht dies jedoch denentscheidenden Unterschied.Ein Beispiel ist Frau Rozina,Lehrerin in Sambia: Alszwei Aids-Waisen der weitereSchulbesuch verwehrt wurde,startete sie in ihrer heimischenKüche Privatunterricht für diebeiden. Bald war ihre Küchevoller Kinder, so dass ihr derOrtspfarrer Räume in der Gemeindezur Verfügung stellte.24 weltweit


AfrikaAls auch diese nicht mehr ausreichten,wurde mit Hilfe vielerSpender eine kleine Gemeinschaftsschulegebaut.Niemand hängt gerne amTropf der WohltätigkeitAngesichts der globalen Finanzkriseund abnehmenderMittel für Aids-Programmewerden viele staatliche Projektereduziert oder sogar kompletteingestellt. Dies erhöht wiederumden Druck auf die kleinenInitiativen vor Ort, an die sichimmer mehr Betroffene wenden.AJAN fördert deshalb verstärktInitiativen, die versuchen,HIV-Infizierten und ihren Angehörigenein eigenes Einkommenzu verschaffen. Keiner derBetroffenen hängt gerne „amTropf der Wohltätigkeit“ undjeder will lieber selbst für das eigeneAuskommen sorgen. Miteiner guten Ernährung, Zugangzu Medikamenten und etwasStarthilfe kann ihre Arbeitskraftso weit wiederhergestellt werden,dass dieser Wunsch keinTraum bleiben muss.Thomas HubrachAJAN – das Aids-Netzwerk afrikanischer JesuitenAktuelle Informationen in englischer Sprache findenSie auf der Internet-Seite des Netzwerks unterwww.ajanweb.org. Ebenfalls in Englisch haben wirden aktuellen Jahresbericht von AJAN auf unserenProjektseiten im Internet bereitgestellt:www.jesuitenmission.de, Spendencode: X42100 AJAN„Für eine Jugend ohne Aids“: Ein Plakatin Togo stellt aidsrelevante Entscheidungenals Straßenkreuzungen mit Hinweisschilderndar.weltweit 25


DialogBrücken der VerständigungDer Dialog mit den Religionen ist für die Jesuiten Teil ihrer Sendung. Mitseinem neuen Twinning-Projekt hofft der Islamwissenschaftler Felix Körner SJauf einen neuen Stil des Zusammenlebens von Muslimen und Christen.Auf der Generalkongregationder Jesuiten, die wesentlicheGrundausrichtungen des Ordensreflektiert, war 2008 der interreligiöseDialog ein wichtiges Thema:„Wir leben in einer Welt vieler Religionenund Kulturen. Die Aushöhlungtraditioneller religiöser Glaubensweisenund die Tendenz, die Kulturen gleichzuschalten,hat eine Vielfalt von Formendes religiösen Fundamentalismusverstärkt. Der Glaube an Gott wird vonmanchen zunehmend dazu genutzt,Menschen und Gemeinschaften zuspalten, Polaritäten und Spannungenzu schaffen, die sich gerade am Ausgangspunktunseres gemeinsamen sozialenLebens zerstörerisch auswirken.Alle diese Veränderungen rufen uns andie Grenzen von Kultur und Religion.Wir müssen diejenigen Jesuiten undihre Mitarbeiter stärken und unterstützen,die aktiv in den interreligiösenDialog von Leben und Handeln einbezogensind, der von der Kirche empfohlenwird, sorgfältig auf alle zu hörenund Brücken zu bauen, die Einzelneund Gemeinschaften guten Willensverbinden.“ (GK 35, Dekret 3, Nr. 22)Muhamed und MarijaDer deutsche Jesuit und IslamwissenschaftlerFelix Körner ist ein solcherBrückenbauer. Sechs Jahre lebte er inAnkara und leitet heute in Rom das„Institut für interdisziplinäre Studiender Religionen und Kulturen“. Es gehörtzur Päpstlichen Universität Gregoriana,an der junge Menschen aus114 Nationen studieren. Unter ihnensind auch Muhamed und Marija. Beidekommen aus Sarajewo. Sie sind dieersten Stipendiaten des Twinning-Projektesvon Pater Körner.Kultur der Versöhnung„Wir waren Kinder im Bosnienkrieg.Wir haben es mit eigenen Augen gesehen:Eine Kultur der Versöhnungist lebenswichtig.“ Muhamed (27) istBosnier. Er ist Imam und Religionslehrer.Sein Grundstudium hat er inSarajewo absolviert. „Die Fakultät willImame ausbilden, die selbst nachdenken“,so beschreibt er seine akademischeHeimat. Marija (26), katholischeReligionslehrerin, stammt aus einerkroatischen Familie. Auch Marija hatdie Universität in Sarajewo besucht.„Und jetzt sind wir schon über einJahr in Rom. Der Einstieg fiel mirnicht leicht; Italienisch war erst einmaldifficile!“Ohne BerührungsängsteFelix Körner ist glücklich: „Als ichmit einem muslimischen Kollegen zusammendas Twinning-Projekt plante,wussten wir nicht, ob wir die richtigenStudenten finden würden. Wir suchteneinen Muslim und einen Christenaus derselben Stadt. Sie solltenzusammen nach Rom kommen, umdie Religion des andern zu studieren.26 weltweit


DialogWenn sie sich hier als Studienkollegenkennenlernen, arbeiten sie auch späterleichter zusammen, ohne Berührungsängste.“Pater Körner verließ sich aufdie Einschätzung der Religionsgemeinschaftenvor Ort: „Wir fragtenden katholischen Generalvikar von Sarajewound den Obermufti von BosnienHerzegowina, wen sie empfehlenkönnten.“ So fanden sich Muhamedund Marija.Dialog braucht Kenntnis„Aber wir hatten ein paar Bedingungen“,erläutert der 49-jährige Jesuit.Zuvorderst eine theologische Grundausbildungaus der Eigentradition.„Sonst verwirrt das Studium andererReligionen nur.“ Die zweite Bedingungwar: Sie sollen im Catholic LayCenter wohnen, wo Studierende verschiedensterHerkunft das Gemeinschaftslebenmitgestalten, so dass sichFreundschaften über die Kultur- undReligionsgrenzen hinweg bilden können.Die dritte Bedingung: Zeit fürein Masterstudium. „Wir wollen den»Twins« einen angesehenen akademischenTitel mitgeben. Wir wollen,dass sie zwei Jahre seriös studieren.Denn interreligiöse Verständigungbraucht eingehende Kenntnis, geduldigeSachlichkeit und die Bereitschaft,neu zu denken. Deshalb ist einanspruchsvolles Studium die richtigeVorbereitung für Brückenbauer zwischenden Religionen.“Austausch ist spannendMarija besucht hauptsächlich Vorlesungenzum Islam. Besonders sprichtsie die islamische Mystik an. Derzeituntersucht sie die Lehrgedichte al-Attars, eines persischen Sufis aus dem13. Jahrhundert. „Das ganze Lebenvon der Liebe zu Gott durchstrahlenlassen, diese Sehnsucht spürt man beiihm; und das möchte ich auch meineSchüler daheim spüren lassen.“ MuhamedsStudienschwerpunkt ist christlicheTheologie. Seine Abschlussarbeitschreibt er über katholische Offenbarungsvorstellungen.„Schwieriges Thema;aber es ist spannend zu sehen, wieviel wir voneinander lernen können.“Andrea ZwicknaglMuhamed und Marijavertieft in eine Debatteum den Koran. Dasgemeinsame Studium sollFrüchte der Versöhnungwachsen lassen.weltweit 27


Danke!Wir möchten Ihnen von Herzen danken für Ihre Hilfe, Ihr Gebet,Ihre Spenden und Ihr Mitgefühl für die syrischen Flüchtlinge.Dieser Dank kommt auch von unseren Jesuiten in Aleppo, Damaskusund Homs, von den Mitarbeitern des Flüchtlingsdienstesder Jesuiten (JRS) in Jordanien und Syrien und vor allem von allenFlüchtlingen, denen wir bis jetzt helfen konnten. Rund eine halbeMillion Euro haben wir insgesamt an Spendengeldern erhaltenund über sichere Wege an unsere syrischen Jesuiten weitergeleitet.Die Situation vor Ort ist extrem ungewiss und ändert sich täglich.Nicht nur in Aleppo und Homs, auch in Damaskus und anderenOrten sind ganze Viertel zerstört. Der Alltag geht trotzdemweiter. Der Aufbau der Häuser und vor allem die Versöhnung inden Herzen der Menschen werden lange Zeit brauchen. Tod, Hassund Zerstörung lassen sich nicht so leicht vergessen. Die Jesuitenwerden die Hoffnung auf Frieden, das Vertrauen auf Gottes Hilfenicht verlieren und den Flüchtlingen weiter helfen.P. Klaus Väthröder SJ28 weltweit


Syrienweltweit 29


NachrichtenBaustellen bleibenP. Frido Pflüger SJ kommt zurück nach DeutschlandDie Arbeit im Flüchtlingslager Dolo Ado geht mit großen Schritten voran. Auchwenn es noch einige Baustellen gibt, laufen die Schulen sowie die Projekte fürAlphabetisierung und psychosoziale Hilfe sehr erfolgreich. Allerdings jetzt nichtmehr unter der Verantwortung von Pater Frido Pflüger. Neuer Regionaldirektorfür Ostafrika ist P. Deogratias M. Rwezaura SJ, der langjährige Erfahrung inder Flüchtlingsarbeit mitbringt. Pater Pflüger hat am 1. September in Berlindie Leitung des JRS Deutschland übernommen. Herzlich willkommen zurück!www.jesuitenmission.deEin neuer Auftritt der JesuitenmissionInternet ist ein wunderbares Mittel der Kommunikation. Jederzeitlassen sich neue Inhalte einpflegen, veraltete Dinge ändern,man kann sofort reagieren, wenn unerwartete Dinge passieren,und Tausende interessierter Leserinnen und Leser verfolgen gespanntdie Updates. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht esetwas anders aus. Lange schon war uns klar, dass unsere alteWebsite dringend überarbeitet werden musste, und die Arbeitenan diesem Projekt laufen seit geraumer Zeit. Jetzt endlich sindwir online mit unserer neuen Seite! Wir haben die Optik undden Aufbau der Seite deutlich geändert. Es ist noch nicht alleshundertprozentig perfekt und vor allem auf unserer Projektseitewerden wir noch fleißig viele weitere unserer Hilfsprojekte einpflegen.Auch an einem neuen Online-Spendenmodul arbeitenwir noch. Sie sehen: Es lohnt sich, in Zukunft immer mal wieder unsere Seitezu besuchen. Der Internetauftritt will Ihnen schnell und übersichtlich Informationenüber unsere Projekte und Arbeit bieten. Falls Ihnen Dinge auffallen, dieSie unbequem finden oder falls Sie etwas vermissen, freuen wir uns über IhreRückmeldung – am liebsten per E-Mail an: weltweit@jesuitenmission.de30 weltweit


TermineNice to meet you!Zu Gast am 8.10.: Shane Burke, Entwicklungsdirektorder Ostafrikanischen JesuitenprovinzProjektpartner aus aller Welt sind oft zu Gast in der Jesuitenmission Nürnberg. Inder Reihe „Nice to meet you!“ berichten sie in lockerer Atmosphäre von ihrer Arbeitund ihren Erfahrungen. Shane Burke ist gebürtiger Ire. Seit zehn Jahren arbeitet erin Entwicklungsprojekten in Asien und Afrika. Er spricht über Bildungsprojekteder Jesuiten in Ostafrika und den Aufbau der Farmschule MAJIS in Rumbek imSüdsudan. Dort werden seit diesem Jahr 80 junge Menschen in ökologischer Landwirtschaftausgebildet. Die Veranstaltung findet statt am Montag, 8. Oktober, 18.30Uhr in der Jesuitenmission, Königstr. 64, 90402 Nürnberg. Vorher Möglichkeit zurAbendmesse um 17.45 Uhr in St. Klara.Kushmita und KommilitonenAm 27.11.: Ein Benefizkonzert der Hochschule für Musik NürnbergDie Hochschule für Musik Nürnberg veranstaltet am 27.11.2012 in Zusammenarbeitmit der Jesuitenmission Nürnberg ein Benefizkonzert für die Gandhi AshramSchule. Die erfolgreiche Nürnberger Violinstudentin Kushmita Biswakarma, dieder Gandhi Ashram Schule entstammt, wird mit Kommilitoninnen und Kommilitonenaus der Klasse ihrer Lehrerin Valerie Rubin und weiteren Studierenden derHochschule ein Konzert mit klassischer europäischer Musik und klassischer indischerMusik gestalten. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Kammermusiksaalder Hochschule für Musik Nürnberg, Veilhofstrasse 34.Weltweite Klänge 2013Merken Sie sich schon jetzt die Konzerttermine im Januar vorSeit vielen Jahren fördern wir Musikprojekte wie die Gandhi Aschram Schule inIndien oder Sonidos de la Tierra in Paraguay. Auch an vielen Jesuitenschulen inAfrika, Lateinamerika und Asien spielt Musik eine wichtige Rolle. Die „weltweitenKlänge“ bringen junge Musiktalente aus diesen Projekten mit europäischenJugendlichen zusammen. Anfang 2013 wird das internationale Musikprojektwieder stattfinden, dieses Mal in enger Zusammenarbeit mit dem Mauritius-Gymnasium Büren. Nach einer Probenphase gibt die Gruppe Konzerte in Büren(25.1.), Bonn (26.1.), Göttingen (27.1.), Dresden (28.1.), Nürnberg (29.1.),München (30.1.), Brixen (31.1.) und Frankfurt (2.2.). Genaue Konzertzeitenund Veranstaltungsorte sowie aktuelle Informationen finden Sie rechtzeitig aufunserer Homepage: www.jesuitenmission.deweltweit 31


AktionenMusik verbindetEin Benefizkonzert für Kinder und Jugendliche in ParaguayMusik macht Spaß und Musik verbindet. Diese Erfahrung teilt die Flötengruppeaus Ransbach-Baumbach mit Kindern in Lateinamerika. Mit QuerflötenundBlockflötenmusik haben sie Spenden für das Projekt Sonidos de la Tierragesammelt, das Kindern aus benachteiligten Familien Musikunterricht ermöglicht.„Meine Schüler haben sich mit viel Fleiß dafür engagiert, nach dem letztenSchultag ein Benefizkonzert zu organisieren“, erzählt Frau Martin-Radtke. „Siehaben tüchtig dafür geübt und Geld gesammelt.“ Auch von uns ein herzlichesDankeschön für euer tolles Engagement! Fotos vom Flötenkonzert und einenLink zum Projekt finden Sie unter: www.jesuitenmission.de/1130Porträt einer HeilpflanzeMoringaEine Ausstellung über eine besondere HeilpflanzeDie Leiterin der Krankenabteilung des Jesuitenkollegs St. Blasien im Schwarzwaldkennt sich nicht nur mit Schulmedizin aus, sondern auch mit Heilpflanzen.Fasziniert ist sie vom Heilkraut Moringa. In der Herbal Clinic in Simbabwe istMoringa schon seit langem Bestandteil vieler Tees, Schmerzsalben und andererTinkturen. Die Heilkraft der Pflanze wird unter anderem gegen Symptome vonHIV/Aids eingesetzt. Seit Pfingsten können sich Besucher der Krankenabteilungdes Kollegs über die Verwendungsmöglichkeiten von Moringa informieren.Auf mehreren Plakaten stellen eindrucksvolle Fotos und kurze Texte die Pflanzeund die Arbeit der Herbal Clinic vor. Wenn auch Sie die Ausstellung zeigenwollen, schicken wir Ihnen Plakate und Projektflyer gerne zu. Mehr über dieHerbal Clinic finden Sie unter: www.jesuitenmission.de/1024Ist denn schon wieder Weihnachten?Unser Rat: Planen Sie frühzeitig Ihre AktionSpekulatius und Nikoläuse in den Supermarktregalen läuten bald schon wiederdie Adventszeit ein. Viel zu früh, finden Sie? Wofür es auf jeden Fall nicht zufrüh ist: Für die Planung ihrer Advents- oderWeihnachtsaktion. Egal, ob Sie in der SchuleKathrin PrinzingSpenderbetreuungTel: (0911) 2346-155prinzing@jesuitenmission.deoder Gemeinde einen Benefizbasar planen oderin der Firma zugunsten eines Hilfsprojektes aufWeihnachtsgeschenke verzichten wollen: Ichunterstütze Sie gerne bei der Projektauswahlund mit Informationsmaterial. KontaktierenSie mich am besten schon jetzt!32 weltweit


RückblickVor 20 Jahren in JapanPater Rudolf Plott SJ schreibt über seine Arbeit als StudentenpfarrerSeit 12 Jahren lade ich an der Universität zu einem dreitägigen Sommerlager mitBehinderten ein. Innerhalb weniger Tage melden sich über 20 Studentinnen undStudenten, die ihre Zeit und Kraft anbieten. In drei Gruppen arbeiten sie an derGestaltung des Tagesablaufs im Lager: Lieder, Spiele, Lagerfeuer gehören dazu undder große Abschlussabend. Das Engagement der Studenten ist großartig. Nach dreiTagen sind sie „ausgepumpt“, aber die Freude ist groß. Beim Abschied fließen Tränen.Ich staune immer über den Wandel, der in den Studenten während der dreiTage geschehen ist. Nicht nur, dass keiner mehr von „Behinderten“ spricht, sonderndie „Kosenamen“ des Partners nennt, fällt auf. Sicher sind die japanischen Studentenansprechbarer, wenn es um ein Tun für und mit Menschen geht, als mit bloßenWorten. Vielleicht gilt auch hier das Wort der Schrift, dass wir den Glauben an Jesusdurch unser Leben und Tun bezeugen sollen. Schließlich hat auch er dies vorgelebt.Aus drei Magazinen istweltweit entstanden:Aus dem Land der aufgehendenSonne, Nr. 143, 1992Vor 30 Jahren in SimbabweBruder Hubert Simon SJ berichtet aus seiner LehrwerkstattSo neu wie die Schule ist, so neu bin ich in diesem Feld. Das heißt: aufstellenund ausbauen – einen Lehrplan zuschneiden auf die Umstände und Verhältnissehier. Die Nachmittage bin ich in der Werkstatt mit je 12 Lehrlingen imGrundlehrgang: Feilen, Sägen, Bohren, Löten, Schweißen. 12 Jungen sind imzweiten Lehrjahr mit Motoren, Getrieben, Bremssystemen etc. beschäftigt. Diewollen (oder sollen) überwacht sein, Fehler müssen aufgezeigt und die rechteHandhabung von Werkzeugen und Maschinen muss eingeübt werden. DerBruch und Verlust von Werkzeugen hielt sich in diesem Jahr im Rahmen dessen,was man einer Lehrwerkstatt zugestehen kann: Gott sei Dank dafür (Werkzeugesind hier sehr teuer).Sambesi, Nr. 35, 1982Vor 50 Jahren in IndonesienPater Artur Waibel SJ über den Zauber der TänzeUnruhige Schatten auf einem hellen Schirm. Gestalten mit überlangen Armen,großen Nasen und stierem Blick. Dazu eine hohe, kreischende Stimme, vermischtmit Gamelanklängen. Das ist Wajang, das javanische Schattenspiel. DieForscher finden es „interessant“, die Touristen „reizend“; für die Javaner selbstbedeutet es mehr. Es ist eine heilige Zeremonie. Wenn die jungen Stammesmitgliederin die Geheimnisse eingeweiht wurden, durften nur Männer an denRiten teilnehmen. Die Frauen saßen draußen und sahen nur die Schatten überden Türvorhang huschen. Diese Schatten sind die Vorläufer des Wajangtheaters.Missio, Sommer 1962weltweit 33


Weltweite PostTenzin hat bei denSchwestern ein Zuhausegefunden.Aus NepalTenzin Woeser, ein vierjähriges Mädchen aus dem tibetischen FlüchtlingscampPakhara ist im März zu uns gekommen. Sie hat keinen Vater, ihre Mutter ist HIVpositivund momentan im Gefängnis. Tenzin konnte sich nicht verständigen, dasie kein Nepali sprach und wir kein tibetisch beherrschen. Innerhalb von zwei Wochenschnappte Tenzin genug Nepali auf, um mit den anderen zu kommunizieren.Die kleine Tenzin war sehr krank, als sie zu uns kam und wurde zuerst einmalgründlich untersucht. Bei der Untersuchung stellten wir fest, dass ihr CD4-Wertnur bei 119 lag und sie zusätzlich eine Lungenentzündung hatte. Zum Glückkonnten wir sie im T.U. Teaching Hospital in Maharjgunj unterbringen, wo sieneun Tage blieb. Auch die Behandlung mit antiretroviralen Mitteln begann. Jetztist ihr Gesundheitszustand gut.Schwester Deepa, Karuna Bhawan/KathmanduAus SimbabweIch höre dieser Tage, dass die deutsche Presse nichts mehr über die üblen Zuständein Simbabwe berichtet. Der Grund ist wohl der, dass es in anderen Ländern nochso viel schlimmer zugeht als bei uns. Aber ich könnte ja mal über good news - guteNachrichten - berichten. Ja, es gibt good news, zum Beispiel bei Jesuiten: Unserejungen Mitbrüder. Einer hat die Leitung von Silveira House, unserem Zentrumfür soziale Dienste übernommen. Im ersten Vierteljahr hat er es geschafft, hoheVertreter der beiden Parteien und der Hilfsorganisationen zusammen zu bringen,um sachlich über Wahlen, Ende der Gewalt und über Frieden zu diskutieren.P. Konrad Landsberg SJ, Silveira House/HarareFür Theresamma ist dasneue Haus ein Segen.Aus IndienTheresamma, eine Witwe, lebte nach der Flut 2009 einige Zeit im Freien. Jetzt istsie im Besitz eines neuen Hauses und ihre Freude ist grenzenlos. Sie lebt zusammenmit ihrer Tochter und kann sich in dem wunderschönen Haus ausruhen. Siesagt: „Ich bin alt, und das ist der Segen, den ich bekomme. Nie in meinem Lebenhabe ich ein festes Haus für eine Witwe wie mich für möglich gehalten. Ich dankedem Herrn und bete für die, die mir ein solches Geschenk gemacht haben.“P. Eric Mathias SJ, Pannur Mission/PannurAus ChinaFrau Huang hilft seit 5 Jahren jungen Sexarbeiterinnen. Wann immer sie ein Mädchenin Schwierigkeiten trifft, nimmt sie sich seiner an. „Meine Tochter ist 23und diese Mädchen sind noch jünger als sie. Mir bricht es das Herz, wenn dieseMädchen nicht wissen wie es ist zu lieben, sich selbst zu schützen und wenn sie oftmissbraucht werden. Ich muss ihnen einfach Hilfe anbieten!“P. Fernando Azpiroz SJ, Casa Ricci/Macau34 weltweit


Impressumweltweit – die JesuitenmissionÜberall auf der Welt leben Jesuiten mit den Armen,teilen ihre Not, setzen sich für Gerechtigkeit undGlaube ein. Über dieses weltweite Netzwerk fördertdie Jesuitenmission dank Ihrer Spenden rund 600Projekte in mehr als 50 Ländern. Sie leistet Unterstützungin den Bereichen Armutsbekämpfung,Flüchtlingshilfe, Bildung, Gesundheit, Ökologie,Menschenrechte und Pastoralarbeit.weltweit – das Magazingibt viermal im Jahr einen Einblick in das Leben unddie Arbeit unserer Missionare, Partner und Freiwilligen.✂Ja, schicken Sie mir weltweit – das Magazinder Jesuitenmission ab der nächsten Ausgabebitte kostenlos zu. (Für neue Abonnenten)Herausgeber: Klaus Väthröder SJRedaktion: Judith BehnenGestaltung: Katja Pelzner, dialogDruck auf zertifiziertem Papier aus nachhaltigerForstwirtschaft: EOS St. OttilienISSN 1860-1057, erscheint vierteljährlichAusgabe: 3/2012 – HerbstBildnachweise:Behnen (Titel,S.5-8,S.11,S.28-29,S.35,Rücktitel),Noack (S.2,S.32), Marbacher SJ (S.4), Wolf SJ(S.4,S.9), Giese SJ (S.12), Zabala SJ (S.14-15), Balleis SJ(S.16,S.28), Laier SJ (S.17), Kunstarchiv Jesuitenmission(S.18-19), Jesuit Volunteers (S.20-21), Lauer (S.20),Winkeljohann (S.22), Weier (S.23), Adelkamp (S.25),Körner SJ (S.27), JRS Naher Osten (S.29), Agbogan/JRS(S.30), Burke (S.31), Baumberger (S.31), Martin-Radtke(S.32), Sr. Deepa (S.34), Mathias SJ (S.34)Karte: Fischer Weltalmanach (S.13)Leserbriefe bitte an:Redaktion weltweitKönigstraße 64, 90402 NürnbergTel. (0911) 23 46-160, Fax -161weltweit@jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.deSpendenkonto: 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE61750903000005115582SWIFT: GENODEF1M05Name, VornameStraße, Nr.PLZ, OrtE-Mail (falls vorhanden)AntwortAn dieJesuitenmissionRedaktion weltweitKönigstraße 6490402 NürnbergGeburtsdatum (freiwillige Angabe)weltweit 35


Danke für Ihre Unterstützung!jesuitenmission.deKönigstr. 64 • 90402 NürnbergTelefon: (0911) 2346-160E-Mail: prokur@jesuitenmission.deSpendenkonto 5 115 582Liga Bank • BLZ 750 903 00

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine