Das Magazin der Jesuitenmission

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Weihnachten 2012weltweitDas Magazin der Jesuitenmission


EditorialLiebe Freundinnen und Freundeunserer Missionare und Partner weltweit!„An die Grenzen gesandt“ – dies wurde uns Jesuiten bei unserer Generalkongregation2008 als die Herausforderung für unsere Sendung ans Herz gelegt.Diese Herausforderung haben viele unserer Missionare und Partner in denLändern des Südens angenommen. In den gewalttätigen Slums der Großstädteoder in den unwegsamen Regionen abgelegener Gebirgszüge: Sie begleiten dieArmen, verkünden die frohe Botschaft und setzen sich für Gerechtigkeit ein.Ich möchte Ihnen in diesem Weihnachtsheft die Arbeit der indischen Jesuitender Dumka-Raiganj Provinz unter dem Stamm der Paharias nahe bringen. Anden Grenzen der Zivilisation und unter sehr schwierigen Bedingungen lebendie Jesuiten und ihre Mitarbeiter, um den marginalisierten Paharias nahe zusein, sie zu begleiten, ihre Alltagssituation zu verbessern und ihnen durch ihrLebenszeugnis die frohe und lebensspendende Botschaft Jesu zu bringen. DiePaharias haben jahrhundertlang vergessen und verachtet am Rand der Gesellschaftgelebt. Dass sie genauso viel wert sind wie alle anderen, dass ihre Kinderein Recht auf Schulbildung haben, dass ihre Stimme und Meinung zählt, dasssie sich aufrichten und Hoffnung haben dürfen – all das ist Teil der Sendungund Botschaft.Auch Gott hat seinen Sohn Jesus an die Grenzen gesandt. Er hat ihn gesandt,um die Grenzen zu überwinden – zwischen Freund und Feind, zwischen Judenund Heiden, zwischen Leben und Tod. Durch die Menschwerdung Jesu, diewir in wenigen Wochen feiern, ist es Gott selbst, der zu den Menschen kommt,um zu bleiben. Er bleibt bei uns in Trauer und Freude, in guten und schlechtenTagen. Dies ist das Versprechen der Weihnacht.Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes neuesJahr 2013. Für Ihre Unterstützung und Ihre Verbundenheit darf ich Ihnen imNamen unserer Missionare und Partner von Herzen danken.IhrKlaus Väthröder SJMissionsprokurator2 weltweit


Hilfe für Ostafrika InhaltLeben unter Lasten ➜ 4Klaus Väthröder SJ war bei den Paharias , einem jahrtausendaltenindischen VolksstammUnsere Spendenbitte für die Paharias ➜ 11Schenken Sie den Kindern der Paharias Schulbildung!Weihnachtsbilder aus Indien ➜ 12Aquarelle von Angelo da Fonseca mit Texten von Joe Übelmesser SJTitel Indien:Cheti gehört zum Volksstammder PahariasRücktitel Weihnachten:Aquarell des indischen KünstlersAngelo da FonsecaPolen statt Afrika ➜ 20Georg Taubitz ist im polnischen Łódz als Jesuit Volunteer im EinsatzEin Medizinmann in Osttimor ➜ 22Hans Tschiggerl SJ berichtet über einen eindrucksvollen Projektbesuch„Für einen Bauingenieur ein Graus!“ ➜ 26Jörg Alt SJ interviewt Stefan Hengst SJ zu seinen Erfahrungen in AfrikaEin Mann von enormer Energie ➜ 28Ein Nachruf auf Hermann Husemann SJNaturwissenschaftler und Charismatiker ➜ 29Ein Nachruf auf Christian Weichsel SJweltweit notiert ➜ 30Aus der Jesuitenmission: Post aus Chinhoyi, Termine, Nachrichtenund Leserbriefeweltweit 3


SimbabweLeben unterLastenDie Paharias sind ein jahrtausendalter kleiner Volksstamm im indischen BundesstaatJharkhand. Noch immer werden sie als minderwertig und rückständig abgestempelt.Klaus Väthröder SJ hat ihre Lebensrealität jenseits von Vorurteilen undKlischees kennengelernt.Die Paharias leben inden Bergen. Frauensammeln mühsamFeuerholz, das dieMänner auf dem Marktverkaufen.Spät am Abend kommen wir inSatia an, einem kleinen Dorfam Ende eines Tales, das vonden Rajmahal-Bergen umgeben ist.Der Weg dorthin war lang und ereignisreich.Die Fähre, die uns überden Ganges bringen sollte, hatte mitaußerplanmäßigen Problemen zukämpfen: Aufgrund des Niedrigwassersist die Auffahrt zum Ufer so steilund rutschig, dass ein schwerbeladenerLKW immer wieder auf die Fährezurückrollt. Ein Abschleppwagen istbereits gerufen, aber ob und wann erkommt, kann niemand sagen.Der Kapitän schöpft WasserNotgedrungen überquere ich mit meinenBegleitern, unserer SpenderbetreuerinKathrin Prinzing und meinemindischen Mitbruder Lourdu Xavier SJ,den mächtigen Fluss in einem wenigvertrauenerweckenden Holzkahn, ausdem der Kapitän alle fünf Minuten dasWasser herausschöpft. Endlich wiederauf der Straße, versperrt uns ein großerHeuwagen die Weiterfahrt. Kurzerhandwerden wir vom Verursacher aufeine Tasse Tee in dessen Haus eingeladen.Dann haben wir auch noch zweiPlattfüße, die unsere Pläne zusätzlich4 weltweit


IndienDie Bewohner der BergeIn Satia arbeiten die Jesuiten der indischenProvinz Dumka-Raiganj mitdem Stamm der Ureinwohner der Paharias.Paharia bedeutet „die Bewohnerder Berge“. Sie selbst nennen sichMaler oder Malto. Man sagt, dass diePaharias aus Südindien, aus Karnatakakamen und sich im dritten Jahrhundertvor Christus in den Bergen imNordosten Indiens niedergelassen haben.Durch ihre isolierte Lebensweisehatten die Invasionen der Moslemsund der Briten kaum Einfluss auf ihrÜberquerung des Gangesin einem wackeligenHolzkahn. Satia liegtim Nordosten Indiensnahe der Grenze zuBangladesch.durcheinander bringen. Aber was sindschon Pläne im ländlichen Indien!An die Grenzen gesandtPläne machen wir Jesuiten zum Beispielauf unseren Generalkongregationen.Bei der letzten dieser großenVersammlungen mit Jesuiten-Delegiertenaus der ganzen Welt wurde einDekret verabschiedet, das den Titelträgt: „Heutige Herausforderungenfür unsere Sendung – An die Grenzengesandt“. Auch Papst Benedikt XVI.hat dieses „an die Grenzen gesandt“mehrmals in seiner Ansprache an dieJesuiten betont. In meiner Arbeit alsMissionsprokurator treffe ich viele Jesuiten,die sich in schwierigen Lagenfür die Armen und Ausgegrenztendieser Welt und für die Verbreitungdes Glaubens in komplizierten Situationeneinsetzen. Doch es kommt nursehr selten vor, dass ich das Gefühlhabe: Hier sind wir an die Grenzengesandt. In Satia, diesem kleinen Ortam Ende der Welt, bekomme ich eineAhnung, was dieser Auftrag für uns Jesuitenheißt.Satiaweltweit 5


IndienDas Feuerholz schiebendie Männer auf ihrenFahrrädern talabwärtszum Markt.Leben. Mit Giftpfeilen und Guerillataktikmachten sie den Briten dasLeben zusätzlich schwer. Ihre Dörferbefinden sich auf Bergkuppen und anBerghängen. Die ärmlichen Hüttenbieten kaum Schutz vor den kaltenWinden und dem starken Regen. DiePaharias leben von dem, was sie denHügeln und Wäldern abringen können.Aufgrund ihrer jahrhundertelangenisolierten Lebensweise und ihrerUnterentwicklung werden sie von denanderen Stämmen als minderwertigangesehen. Unter den Älteren findetsich fast niemand, der lesen und schreibenkann. Heute gibt es noch rund100.000 Paharias.Erste Begegnung1983 kam Pater Chacko zum erstenMal in die Gegend von Satia. Der indischeJesuit traf auf dem Markt Paharias,die Feuerholz verkauften. Erwurde neugierig und besuchte sie inihren Dörfern. Die Armut und dasElend erschütterten ihn. In den Bergenbegegnete er einem Mann, der Wassersammelte: „Mein Gott, kann dasmenschliche Realität sein? Der Chef einesDorfes, der tröpfchenweise mithilfeeines Baumblattes aus einem SteinspaltTrinkwasser sammelt, während mananderswo große Staudammprojektebaut für Wasserversorgung und Elektrizität,für die Klimaanlagen unserergroßmäuligen Politiker, für die Reichenund Mächtigen.“ Pater Chacko ist einenergischer Mann. Er brachte die anderenJesuiten der Dumka-RaiganjProvinz dazu, in Satia mit der Arbeit zubeginnen.Fahrrad mit FeuerholzSchon auf dem Weg nach Satia begegnenuns Männer, die auf ihren Fahrräderngroße Bündel von Feuerholz talabwärtsschieben. Die Frauen sammelndas Holz und tragen es auf dem Kopfnach Hause. Die Männer bringen dasHolz auf den Markt in die Stadt, umes zu verkaufen. Einen Tag, um dasHolz zu sammeln und einen Tag, umdas Holz in die Stadt zu bringen. Damitverdient eine fünfköpfige Familieetwa 100 Rupien, das sind umgerechnet1,50 Euro.Licht des LebensIn Satia angekommen, begrüßen unsdie beiden jungen Jesuiten Sunil KulluSJ und Marianus Minj SJ. Gemeinsammit drei Schwestern der Kongregation„Sisters of Charity of Jesus and Mary“betreiben sie eine Schule mit Internatfür 450 Schüler der ersten bis zursechsten Klasse. Die Hälfte davon sindMädchen. Die Schule ist ausschließlich6 weltweit


Indienfür Kinder der Paharias und ihr Nameist Programm: Jeevan Jyoti – Licht desLebens. Inzwischen können die Jesuitenaus Platzgründen schon nichtmehr alle Schüler aufnehmen. Das warnicht immer so. Es hat sechs Jahre gedauert,bis die ersten Schüler kamen.Der Preis „Beste Eltern“Aus tiefsitzenden, von der Umweltzementierten Minderwertigkeitsgefühlenhatten die Paharias nie voneiner Schulbildung für ihre Kinderzu träumen gewagt. Und der Staathat auch keine Schulen gebaut undkeine Lehrer geschickt. Johan Maltound seine Frau waren die erstenPaharias, die drei ihrer Kinder in dieSchule „Licht des Lebens“ schickten,darunter ein Mädchen. Sie bekamenden Preis „Bes te Eltern“. Mit siebenSchülern wurde damals der Unterrichtbegonnen. Und als die Pahariassahen, dass auch ihre Kinder schreibenund lesen lernten, da riss der Stromder Eltern nicht mehr ab. Sie stiegenvon den Bergen herab, ihre Kinder ander Hand und die Habseligkeiten derKleinen auf dem Kopf, um sie in derneuen Schule einzuschreiben. Inzwischenhat die Schule 15 Zweigstellenmit 500 Schülern in den Bergen, wodie ganz Kleinen von der ersten bis zurdritten Klasse von einheimischen Lehrernunterrichtet werden.Rätsel um PushpaPushpa heißt Blume. Sie kam im Altervon sieben Jahren in die Schule. Pushpawar eine herausragende Tänzerinund obwohl sie die Jüngste war, führtesie die Mädchen beim Dorftanz immeran. In der Schule war sie allerdings anfangsnicht ganz so gut. Immer wiederverschwand sie und verbrachte dieNacht zu Hause in den Bergen. Amnächsten Tag brachte ihr Vater sie zurückzur Schule. Das wiederholte sichDie Frauen tragen aufihren Köpfen Säcke mitBlättern und Waldfrüchtenzum Markt.weltweit 7


IndienEin Dorfvorsteher mitseiner Frau in einem derisolierten Bergdörferder Paharias.regelmäßig einmal pro Woche. Manforschte nach und es stellte sich heraus,dass Pushpa immer an dem Tagverschwand, an dem es zu Hause einkleines Stück Fleisch gab. Einmal inder Woche verkaufte Pushpas MutterFeuerholz auf dem Markt und brachtevon dem kargen Erlös etwas zu essenfür die Familie mit.Feuer in den HerzenPushpa blieb sieben Jahre in der Schule,machte ihren Abschluss und ist heuteSozialarbeiterin in Satia. Sie arbeitetin den Dörfern und animiert die Bewohner,ihre Kinder in die Schule zuschicken und auf gesunde Ernährungund Hygiene zu achten. Pater Chacko,der damals Pushpas Familie in einemBergdorf kennenlernte und das kleineMädchen in die Schule nach Satiabrachte, ist stolz auf seine ehemaligeSchülerin: „Sie war ein kleines Feuer,das wir entfachten in ihren Wäldernund heute entzündet sie selbst vieleFeuer in den Herzen der Frauen ihresStammes für deren Menschenwürdeund Rechte.“Trotz Kohle kein LichtSpät am Abend sitzen wir noch mitPater Sunil und Pater Marianus zusammen.Natürlich gibt es in derSchule und in der Jesuitenkommunitätkeinen Strom. Und das, obwohlJhar khand reich an Kohle ist. Unterwegssahen wir die Laster, die die Kohlein die Industriezentren transportieren,wo in Kohlekraftwerken Energiefür die Städte und Betriebe produziertwird. Aber das ist das geringste Problemfür die beiden Jesuiten und sieerzählen uns von ihrer Arbeit.Unterricht im WaldIn der Schule legen die Jesuiten undOrdensschwestern besonderen Wertauf Umwelterziehung. Oftmals findetder Unterricht draußen in den Wäldernstatt, wo die Paharias leben und8 weltweit


Indienarbeiten. Die Kinder lernen, dass derWald und die Berge ihre Lebensgrundlagensind, die sie bewahren müssenfür sich und ihre Nachkommen. Undin Sachen Überzeugungsarbeit hattendie Kinder mehr Erfolg bei ihren Elternals die Jesuiten. Das ungebremsteAbholzen der Wälder konnte etwaseingedämmt werden. Als alternativeEinkommensquelle bauen die Pahariasjetzt auch Waldfrüchte an, die sie zumVerkauf auf den Markt bringen.Rückbesinnung auf KräutermedizinEinen großen Stellenwert hat inzwischenwieder die Kräutermedizin beiden Paharias, die in Vergessenheitgeraten war. Pater Chacko hat gleichzu Beginn die Leute ermutigt, diesestraditionelle Wissen neu zu beleben.Vieles wurde wieder entdeckt, systematisiertund untersucht und allenzur Verfügung gestellt. Schwester Jovitahat einen großen Kräutergartenangelegt und ein Laboratorium inder Schule, in dem sie Kräutermedizinherstellt und Kurse durchführt.Mit Erfolg: Auch Kräutermedizinverkaufen die Dorfbewohner mittlerweileauf dem Markt. Die KrankenschwesterMarcette aus Malta arbeitetschon seit vielen Jahren mit den Jesuitenzusammen. Sie berichtet von derMangel- und Fehlernährung in denDörfern und von der hohen Kindersterblichkeit.Früher kamen fast alleBabys der Paharias mit Untergewichtauf die Welt. Marcette hat sich deshalbbesonders um eine gesunde und ausreichendeErnährung der werdendenMütter gekümmert. Mit Freude undStolz erzählt sie, dass 2011 das ersteJahr war, in dem alle Neugeborenenein gesundes Gewicht hatten.Fluch der MalariaDie größte Bedrohung ist jedoch diezerebrale Malaria, die in diesem Gebietmassiv auftritt und zahlreiche Todesopferfordert. Spezialisten haben schonvieles versucht, diese auszurotten, aberohne Erfolg. Alle Kinder und auch alleJesuiten, die jemals in Satia gelebt haben,leiden unter Malaria. Auch PaterSunil und Pater Marianus haben vonZeit zu Zeit Malariaanfälle. Der JesuitSchwester Jovita miteiner Flasche Kräutermedizin(oben). DieKinder der Pahariasformen sich aus Lehmihr Spielzeug (unten).weltweit 9


IndienJames Aril starb hier im Alter von 49Jahren an Malaria. Deshalb wurde aufeiner Versammlung aller Jesuiten derProvinz zur Diskussion gestellt, ob dieJesuiten sich aus Satia zurückziehensollen. Eine große Mehrheit war dagegen.Man einigte sich darauf, dass nurauf freiwilliger Basis Jesuiten nach Satiageschickt werden. Sofort meldetensich viele Freiwillige, darunter auchPater Sunil und Pater Marianus.Dem Ruf folgenAm nächsten Morgen treffen wir Jaghish,Ruth, Sureshu und Sheela. Wirüberbringen ihnen Grüße von ihrerSchwester Sushila, der wir zwei Tagezuvor in der weiterführenden Schulein Batbangha begegnet sind. Sushilaist Schulsprecherin, geht in die neunteKlasse und will Krankenschwesterwerden. Für die vier Kleinen ist diegroße Schwester ein Vorbild. Vor Unterrichtsbeginnfeiern wir gemeinsammit allen Kindern die Messe. Nur wenigevon ihnen sind Christen, aber dieJungen und Mädchen sind mit Freudedabei. Es wird viel gesungen und beider Ansprache des Paters hören allegespannt zu. Er stimmt die Kinder aufden Tag ein. Es geht um Lernen undum Gesundheit. Er erzählt von Jesus,der die Kinder besonders liebte undihnen das Reich Gottes versprach. Ichdenke, dass Jesus genau diese Kindergemeint hat. Die Ärmsten unter denArmen. Und ich danke Gott für dieseMitbrüder, die seinem Ruf gefolgtsind, die Herausforderung angenommenhaben und an ihre Grenzen undan die Grenzen dieser Welt gegangensind.Klaus Väthröder SJ10 weltweit


Unsere Spendenbitte für die PahariasLiebe Leserin, lieber Leser!Bitte unterstützen Sie die Anstrengungen meiner Mitbrüder in Satia:• Pro Kind betragen die jährlichen Kosten für Schule und Internat 85 Euro.• Das Gehalt einer Lehrerin oder Sozialarbeiterin in den Dörfern beträgt jenach Ausbildung 35-50 Euro im Monat.In den kleinen Zweigschulen in den Bergen fehlen Lehrer. Die Schule in Satiabräuchte weitere Klassenzimmer für mehr Schüler. Da in absehbarer Zukunftkeine Stromleitungen bis Satia verlegt werden, wären Solarlampen eine großeHilfe. Der Krankenabteilung fehlen Medikamente und ein kräftiges Auto fürdie Fahrten in die Bergdörfer würde die Arbeit sehr erleichtern.JesuitenmissionSpendenkonto5 115 582Liga BankBLZ 750 903 00Stichwort:X31124 PahariasIch weiß: Die Wunschliste meiner Mitbrüder ist lang. Aber gemeinsam könnenwir ihnen sicher das eine oder andere zu Weihnachten schenken! Ich dankeIhnen im Namen der Paharias und wünsche Ihnen und Ihren Lieben einegesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest!Klaus Väthröder SJ,Missionsprokuratorweltweit 11


KunstWeihnachtsbilder aus IndienAngelo da Fonseca (1902-1967) war einer der kreativsten und innovativstenMaler seiner indischen Heimat Goa. Leider ist er bis heute ein weithin vergessenerKünstler geblieben.Lange bevor das Zweite VatikanischeKonzil in den 1960er Jahren die Fragevon Kultur und Religion mit neuerOffenheit beantwortete, hat Angeloda Fonseca in seinen mutigen Bildkompositionendie Relevanz der Inkulturationaufgezeigt und mit diesemProzess die christliche indische Kunstrevolutioniert. Er gilt heute als Vorreiterindischer christlicher Kunst.Seiner Zeit vorausAngelo da Fonseca entstammt einertiefchristlichen Familie aus Goa, diedie Herkunft ihres Glaubens auf dieZeit des Hl. Franz Xaver (1506-1552)zurückführen kann. Nach seinerSchulzeit in Pune studierte er zunächstMedizin, bevor er seine Berufung erkannte,das Evangelium durch seineBilder in indischem Gewande zuverkünden. Er war jedoch seiner Zeitvoraus und er stieß mit seiner künstlerischenVision zunächst auf wenigVerständnis.Christentum passt sich anSein Lehrer, der bengalische KünstlerAbanindranath Tagore und auch dieJesuiten im indischen Pune ermutigtenihn auf seinem künstlerischenWeg. Angelo da Fonseca suchte in seinenBildern eine indische Heimat fürdas Christentum – mit Farben, Motivenund Symbolen aus genau jenenRegionen, in denen die Religion praktiziertwird. Er schrieb: „Die weltumspannendeUniversalität der KatholischenKirche ist der Grund, warumdas Christentum keine eigene Kunstseiner selbst hat. Wo es sich niederlässt,passt es sich zu seinem eigenenGebrauch und Nutzen der Kunst desjeweiligen Landes an.“Eine kleine AuswahlAuf den folgenden Seiten haben wireine kleine weihnachtliche Bildauswahlzusammengestellt. Die meditativenTexte hat Joe Übelmesser SJverfasst. Die meisten der hier gezeigtenBilder stammen aus den 1950erJahren. Angelo da Fonseca hat in seinerfast vierzigjährigen künstlerischenKarriere rund 500 Aquarelle, 50 Ölgemäldesowie eine Reihe von Freskenund Kirchenfenstern geschaffen.Während seiner Zeit als Missionsprokuratorhat Joe Übelmesser SJden Künstler begleitet und gefördert.Das Kunstarchiv der Jesuitenmissionbesitzt eine ganze Reihe seiner Bilder.Der weitaus größte Teil befindetsich jedoch heute im Xavier Centre inGoa, einem historischen Forschungsinstitutder indischen Jesuiten.12 weltweit


KunstWeitergereichtVon Generation zu Generationdurch Propheten und Weiseund die Unterweisung der Elternwurde Gottes Wort weitergereicht.Auch Maria hat es so gehörtauf den Knien ihrer Mutter,bevor sie es durch einen hohen Engelwie aus Gottes eignem Mund vernahm.weltweit 13


KunstVerkündigungWenn einer aus dem Lichte tritt,stark und mächtig wie ein Engel,dann wirft er einen großen Schatten.Und im Schatten solcher Flügelkann dann der Mensch das Haupt erhebenund sein Gesicht beginnt zu leuchten.14 weltweit


KunstWeihnachtenWenn Gott nieder steigt vom hohen Himmel,tief zur Erde und bis auf den bloßen Boden,wenn er sich niederlässt in einem Kind,dann muss ein jeder, der ihm nahen will,sich ebenso ganz tief hinunter beugen.weltweit 15


KunstDrei KönigeAuf den Knien seiner Mutter thronte er,bei dieser ersten Audienz auf Erden,als Könige mit ihren Gaben kamen.Doch Mensch bedenke:Auch ohne Weihrauch, Gold und Myrrhebist du bei ihm zu jeder Zeit willkommen.16 weltweit


KunstFluchtWenn Menschen fliehen müssen,nehmen sie sehr wenig mit.Kein Kinderbett und keine Wiege.Nur in dem Korb, wo sonst die Brote liegen,war noch ein wenig Platz für dieses Kind.Es war, als hätten sie bereits geahnt,dass es einst Brot für viele werden wird.weltweit 17


KunstFamilienfotoDie steile Hierarchie der alten Zeitist stufenförmig angeordnetin dem Familienfoto festgehalten.Doch der jetzt unten steht im Bildwird bald die Kinder dieser Weltin seinem Reich ganz nach oben rücken.18 weltweit


KunstSendungAll die Wunder, all die Taten seiner Händehaben sich vereint in dieser großen Gestedes Segens und der Sendung.Und all die vielen Worte seines Mundessind in dem einen Satz beschlossen:„Tut so, wie ich getan. Ich sende euch.“weltweit 19


Jesuit VolunteersPolen statt AfrikaGeorg Taubitz (21) ist seit September im polnischen Łódz als Jesuit Volunteer im Einsatz. In Kooperationmit dem Maximilian-Kolbe-Werk arbeitet er mit Überlebenden der Konzentrationslagerund Ghettos.„Dzień dobry, Georg! Herbatkęalbo kawkę?“ Zu Deutsch: GutenMorgen, Georg! Tee oderKaffee? So fangen jetzt seit fastdrei Monaten meine Arbeitstagean. Aber von Anfang: Zu Beginndiesen Jahres fasste ich den Entschluss,mein Theologiestudiumfür ein Jahr zu unterbrechen undals Freiwilliger etwas Praktischeszu machen. Am liebsten wollteich irgendwo nach Afrika, woman am besten nur Englischspricht, denn das kann ich jaschon. Also bewarb ich mich beiden Jesuit Volunteers.Entscheidung für ŁódzNach dem ersten Vorbereitungstreffenin Nürnberg undden Vorträgen, die wir dort gehörthatten, war für mich klar:Ich will nach Łódź in Polen.Obwohl ich dort, wegen derunverständlich geringen Nachfrageauf die vier normalerweisezu besetzenden Freiwilligenstellen,alleine unter Polen lebenwürde und eine Sprache vormir hatte, bei der es nicht soeinfach ist, die Wörter voneinanderzu unterscheiden, standmein Entschluss fest. Ich wolltegenau diese Arbeit mit meinerArbeitskraft unterstützen.Aktive VersöhnungsarbeitDas „centrum opieki socjalnej“,wo ich jetzt arbeite, unterstütztdie Überlebenden der Konzentrationslagerund Ghettos derNazizeit und versucht damit,dem konkreten Menschen gegenüberaktive Versöhnungsarbeitzu leisten. Konkret heißtdas, dass von Łódź aus nachganz Polen Hilfsgüter wie warmeStrümpfe und Decken fürden Winter verschickt werden.Außerdem gibt es für Łódź einenEssen-auf-Rädern-Dienst,in dem ich hauptsächlich arbeite.Ich fahre mit einem Mitarbeiterdes Centrums durchŁódź und bringe den altenund kranken Menschen einewarme Mahlzeit. Diese Menschensind sehr aufgeschlossenund herzlich, besonders zu mir,dem Deutschen, der am Anfangnicht viel mehr als drei Wortesagen konnte: Dzień dobry(guten Tag), smacznego (gutenAppetit) und do widzenia (aufWiedersehen). Sobald ich einneues Wort gelernt hatte, wurdeich über die Maßen gelobt,wie gut ich schon Polnisch sprechenwürde und wie akzentfreimeine Aussprache sei.Zeit für BesuchsdiensteEs gibt noch eine andere Tätigkeitim Centrum, die mir bisherdie tiefsten Eindrücke von demLeben dieser Menschen unterder Gewalt des Naziregimes gegebenhat: Die Besuchsdienste.Oft haben unsere alten Leutekeine Verwandten mehr undsind häufig sehr allein, da das20 weltweit


Jesuit VolunteersGesundheits- und Altersvorsorgesystemsehr viel schlechterist als in Deutschland. Deshalbnehmen wir vom Centrumeinfach ein bisschen Zeit mitauf diese Besuche, fragen, wasgebraucht wird, um das Lebenein bisschen zu erleichternund lassen auch einfach mal zuWort kommen. Sehr schnellkommt man da vom beliebtenWetter-Thema zu einem anderenGesprächsfeld: „das Lager“.Einerseits begegnen einem dieehemaligen Gefangenen miteiner großen Offenheit underzählen einfach drauf los. Anderesind sehr aufgewühlt undeinige wirken sehr angespannt,wenn man sie wieder an dieseZeiten erinnert, weil sie einfachnur vergessen wollen.Die Narben bleibenHerr Tadeusz (91) kam bei einemBesuch einmal richtig insErzählen und berichtete mirvon seiner Zeit im KZ Stutthof.Er zeigte mir verschiedene Narbenan Handgelenken, Fingernund Knöcheln und erzählte vonseiner Tuberkulose, die er imLager bekommen hatte. Er wogzu der Zeit nur 34 Kilo, schriebaber wegen der Zensur nur immer,dass es ihm sehr gut gingeund er sich nicht beklagenkönnte. Immer wenn ich ihmdieser Tage sein Mittagessenbringe und mich danach erkundige,wie es ihm geht, antworteter mir: „Ich kann mich nicht beklagen!“Frau Antonina, die ichletztens mit Schwester AgathaEine Aufgabe von Georg Taubitz (hinten im Bild) sind Besuche bei KZ-Überlebenden.besuchte, zeigte uns ihre Häftlingsnummeraus Auschwitz,die regelrecht „handschriftlich“tätowiert wurde. Sie ist schon99 und immer noch sehr fit.Nur hat sie ein paar Problememit den Augen und das Gehenfällt schwer.Hilfe beim EssenWas mich bisher am meistenberührt hat, war der Besuchim Altersheim bei der sehr nettenFrau Janina, die auf etwa15 Quadratmetern mit einerbettlägerigen Mitbewohnerinlebt. Sie hat uns erzählt, siehätte in ihrer alten Wohnungeine schöne Einrichtung gehabt.Jetzt hat sie nicht einmalein Radio. Während unseresBesuches kam ein Pfleger undbrachte das Mittagessen. Derbettlägerigen Dame stellte eres auf einen Betttisch, brachtesie in eine etwas mehr sitzendeLiegeposition und ging wieder.Diese Frau hat kaum denLöffel zum Mund bekommen.Schwester Agatha half ihr dann.Nur: Hätte sich ihr auch einüberarbeiteter Pfleger erbarmt?Georg TaubitzErfahrungen als FreiwilligeJesuit Volunteers heißt unserFreiwilligenprogramm für Einsätzein Osteuropa, Afrika, Asienund Lateinamerika:www.jesuit-volunteers.orgDie Einsatzstelle in Łódz unterstütztdas Maximilian-Kolbe-Werk, das Hilfe für Überlebendeder Konzentrationslager undGhettos leistet:www.maximilian-kolbe-werk.deweltweit 21


Ein Medizinmannin OsttimorBong Abad Santos ist Arzt und philippinischer Jesuit. Er lebt in Osttimor undbegleitet die Landbevölkerung als Seelsorger und Mediziner. Der österreichischeMissionsprokurator Hans Tschiggerl SJ berichtet über einen eindrucksvollenProjektbesuch.INDONESIENPater Bong (oben)lebt seit 12 Jahren inOsttimor, das offiziellTimor-Leste heißt undseit 2002 unabhängigvon Indonesien ist.Gemeinsam mit meinen beidenKollegen Klaus VäthröderSJ aus Deutschland undToni Kurmann SJ aus der Schweiz binich unterwegs in Osttimor. Der südostasiatischeInselstaat wurde 1975von Indonesien annektiert und hat2002 nach einem blutigen Befreiungskampfdie Unabhängigkeit erreicht.Heute ist das kleine Land nochimmer geprägt von politischen Spannungenmit Indonesien, wirtschaftlichenKonflikten mit Australien wegenRechten zur Ölförderung im Meer sowievon der Präsenz vieler Investorenaus China und Hilfsorganisationen.Wir wollen mithelfen, die rechte Medizinzu finden, damit Osttimor ineine gesunde Zukunft gehen kann.Arzt und MissionarRailaco ist eine Pfarrei im DistriktErmera in Osttimor. Hier treffe ichmeinen Studienkollegen aus den Philippinenwieder: Bong Abad Santos SJleitet gemeinsam mit Pater Phuong SJaus Vietnam die etwa 20.000 Menschenzählende Pfarrei, zu der zwölfDorfgemeinden gehören. Im Pfarrhausleben noch zwei Scholastiker undeinige Jugendliche. Schwester Rita,eine Benediktinerin aus Australien,unterrichtet an der Schule Englischund eine Freiwillige aus Malaysia gibtHandarbeitskurse für Frauen. MeinFreund Bong ist als Arzt in den Ordeneingetreten. Seine Arbeit als Missionarinterpretiert er beeindruckend, er sorgtsich um Leib und Seele der Menschen.22 weltweit


OsttimorZwei Priester für zwölf GemeindenEs ist Unabhängigkeitstag – Nationalfeiertagin Osttimor. Bong nimmtuns mit in die Dorfgemeinde von Letodon.Dort feiern wir die Messe inTetum, der Nationalsprache. Frauenund Männer sind aktiv beteiligt: alsMessdiener, Lektorinnen und Kommunionhelfer.„Die Kommunionhelferleiten sonntags meist auch dieKommunionfeier“, erzählt Bong.Etwa zweimal im Monat kommt einPriester in jede Gemeinde, in der Regelwerktags. „Sonntags können wirnicht alle zwölf Gemeinden besuchen.Dafür sind die Wege einfach zu weit.“Die Menschen sind sehr herzlich undfreuen sich über den Besuch aus Europa.Der Gottesdienst verbindet uns alsBrüder und Schwestern.Sparziel MitgiftZum Mittagessen werden wir ins Hausneben der Kirche eingeladen. Theresitalebt hier schon mehr als drei Jahremit ihrem Freund zusammen. Mitzwei anderen Familien teilen sie sichdie gepflegte Hütte mit einem Gemeinschaftsraumin der Mitte. DerBoden ist aus gestampfter Erde, dieHolzwände sind teilweise mit Zeitungspapiertapeziert, Plastikstühlewerden um einen großen Tisch aufgestellt.Theresita hat in der SchuleEnglisch gelernt und wir könnenuns gut mit ihr unterhalten. Kochenund Schneidern hat sie auch gelernt,erzählt sie uns. Mit 19 Jahren ist siemit ihrem Freund zusammengezogen.Oder genauer gesagt: Damals habenbeide Familien bei einem offiziellenBesuch die Ehe vereinbart. Die Mitgiftwurde auf eine Summe von 2.500US-Dollar festgelegt. Plus zwei Kühe,zwei Ziegen und zwei Kartons lokalerWein. Sobald die Mitgift bezahlt ist,können die beiden heiraten. Sie habeneinen Hektar Grund im Tal, wosie Süßkartoffeln, Reis, Gemüse undauch Kaffee anbauen. Rund 20 Säckezu je 55 Kilo produzieren sie proJahr – wenn alles gut geht. Aber mehrals 40 US-Cent bekommen sie kaumfür ein Kilo Kaffeebohnen. Theresitazeigt uns in der Küche neben ihrerHütte die Feuerstelle und die Pfanne,in der die Kaffeebohnen geröstet werden.Die Frauen in der Küche habenrot gefärbte Zähne und Lippen vomBetelnuss-Kauen. Unbeschwert stillensie ihre Kinder und spucken nebenbeiden Saft der Betelnuss auf den Boden.Stolz stellt Theresita uns ihre beidenKinder vor: Ein und drei Jahre sind siealt. Sie strahlt über das ganze Gesicht.Betelnüsse gegen HungerWir fahren weiter zu einem Sozialprojektder Pfarrei: Neunmal in der Wochewerden Kindergruppen reihumin den Dörfern mit einem vernünftigzubereiteten Essen versorgt. BongAuf der Feuerstelle inder Küche wird gekochtund Kaffee geröstet(oben). Theresita mitihren beiden Kindern(unten).weltweit 23


OsttimorReis, Gemüse, etwasFleisch und ein Ei: DasErnährungsprogrammder Gemeinde für dieKinder in den Dörfern.weiß aus Erfahrung: „Das Hauptproblemim Gesundheitsbereich ist eineschlechte Ernährung. Die Erwachsenentöten ihr Hungergefühl mitdem Kauen von Betelnüssen, die einenarkotische Wirkung haben. Und beiden Kindern ist meist Mangelernährungder Grund für Krankheiten.“Das Programm richtet sich an Kinderzwischen sechs Monaten und sechsJahren. Einige sehen schlecht ernährtaus. Andere sind für ihr Alter viel zuschmächtig oder können mit drei Jahrenimmer noch nicht gehen. Eineindonesische Krankenschwester engagiertsich täglich beim Kochen: Reis,Gemüse, etwas Fleisch und ein Ei. Damitwerden jetzt die Teller und Näpfegefüllt, die die Dorfkinder aus ihrenHütten mitbringen. Rund 360 Kinderwerden so in der Pfarrei erreicht.Ein Zukunftsziel von Bong ist, überElternkurse vor allem die Mütter mitin das Programm einzubinden. Das istbisher leider noch nicht geglückt.Spannungen in der SchuleAn der Sekundarschule der Pfarreiwerden 200 Schüler zwischen 16 und25 Jahren unterrichtet. Momentangibt es einige Spannungen. Die staatlichfinanzierten Lehrer lehnen dieJesuiten aus Vietnam und den Philippinenab. Der Nachbarpfarrer hatin einer Nacht- und Nebelaktion dieLeitung der Schule übernommen.Erst als die Lehrer merken, dass damitauch die Finanzierung der Teilzeitlehrerausfällt sowie aller anderen Ausgaben,für die der Staat nicht aufkommt,suchen sie das Gespräch mit den Jesuitenund dem lokalen Bischof. EinLösungsvorschlag ist, die Leitung derSchule organisatorisch dem neuen Jesuitenkolleganzugliedern, das geradein der Hauptstadt Dili gebaut wird.Mobile Klinik im JeepAls ausgebildeter Arzt hat Bong mitder Pfarrei auch die medizinische Betreuungder Menschen übernommen.Zwei Krankenschwestern helfen beimBeladen seiner mobilen Klinik, die einschlichter Geländewagen ist. Kunstvollzurrt Bong die Medikamentenboxenund medizinischen Geräte fest. Dannwerden noch die Reifen aufgepumptund wir brechen auf nach Fatuglana.Die Fahrt ist aufgrund fehlender Straßenein Abenteuer. Unser Ziel ist einekleine Dorfkirche aus Bambus undSchilf mit einem überdachten Vorplatz.Die Gemeinde wartet bereits:Frauen, Kinder, Jugendliche, Männer.Und was wir nun erleben, hat urkirchlicheDimensionen.So hat Jesus gefeiert!Zuerst drängen sich die Menschen zurBeichte. Bong nimmt sich Zeit für die24 weltweit


OsttimorAussprache mit jedem. Hinter demAltar versteckt sieht man nur zweiKöpfe, Menschen, die vor Gott mitihren menschlichen Erfahrungen ringen,Vergebung und Frieden erbitten.Sobald Bong das Messgewand überzieht,strömen die Leute vom Vorplatzin den Kirchenraum, der Chorbricht in einen freudig flehenden Gesangaus. Bong kommt bei der Predigtrichtig in Fahrt: „Unser Körperist der Tempel Gottes: Rauchen undBetelnuss-Kauen: damit zerstören wirunser Heiligtum!“ Die Feier ist sehrpersönlich, alle sind mit einbezogen.Klaus Väthröder SJ redet am Endeder Messe zur Gemeinde – er sprichtvon der berührenden Nähe zum LebenJesu, die wir hier erfahren: So hatJesus gefeiert, gebetet und Gemeinschaftgelebt.Nahrung für Leib und SeeleHarmonisch geht die Feier nach demSegen über in die medizinische Betreuung.Die Schwestern beginnenauf dem überdachten Vorplatz mitder Patientenaufnahme. Ich darf denBlutdruck messen und schließlichgeht es weiter in die Sakristei, wo Dr.Bong sein mobiles Behandlungszimmeraufgebaut hat. Die Männer undFrauen sind dankbar für die professionelleBetreuung und die einfühlsameAufmerksamkeit, mit der Bong jedesPatientengespräch führt. Schlechte Ernährungist das Grundübel. Jede Verkühlungwird dann zum Problem. Ichhabe beim Blutdruckmessen teilweiseArme vor mir, die so dünn und abgemagertsind, dass ich Schwierigkeitenhabe, die Manschette des Blutdruckgerätesam Oberarm zu befestigen.Nach mehr als zwei Stunden mobilerBehandlung gibt es ein Essen mitden Gemeindeverantwortlichen unterdem überdachten Vorplatz. Nahrungfür Leib, Geist und Seele, für den ganzenMenschen, für die Menschen inOsttimor auf dem Weg in eine bessereZukunft.Hans Tschiggerl SJDie kleine Dorfkirche mitüberdachtem Vorplatzverwandelt sich nachdem Gottesdienst in eineArztpraxis.weltweit 25


Interview„Für einen Bauingenieur ein Graus!“Stefan Hengst ist als promovierter Bauingenieur 2003 in den Jesuitenorden eingetreten. Vor fünfJahren verließ er Deutschland in Richtung Uganda und Kenia. Jetzt ist er wieder zurückgekehrt, umals Kaplan in der Berliner Jesuitenpfarrei St. Canisius zu arbeiten.Warum geht ein 35-jährigerdeutscher Jesuit nach Afrika?Ich wollte mich nach dem Philosophiestudiumeinfach nützlichmachen mit meinem praktischenVerstand als Ingenieur unddachte deshalb an eine Arbeit ineiner ärmeren Weltregion.Und das hat geklappt?Ja, ich war in Uganda und habein Gulu sowohl an der Universitätgelehrt als auch die OCERCampion High School gebaut.Was war anders als bei uns?Aufgefallen sind mir zwei Dinge.Die afrikanische Mentalität,die sehr im Hier und Jetzt verankertist und selten plant undVorsorge trifft. Für einen ergebnisorientiertenBauingenieur,der viel voraus plant, ein Graus!Und dann die primitiven Hilfsmittel,mit denen gebaut wird.Wo es keine Technik gibt, dortmuss der Mensch ran.Es hat dir aber so gut gefallen,dass du länger in Afrikageblieben bist?Ja, weil ich in Uganda so vieleneue Erfahrungen gemachthabe, die ich vertiefen undtheologisch reflektieren wollte.Deshalb habe ich mich für dasTheologiestudium in Nairobibeworben. Und während ich inGulu der respektierte Europäerwar, wohnte ich dort als einzigerWeißer unter lauter schwarzenStudenten.Wie ist dort das Theologiestudium?Gefallen hat mir die Integrationvon Theorie und Praxis:Jeder Student musste nebenherPraktika machen. Ich habeMathe- und Physikstunden ineiner Slumschule gegeben undLaientheologen mit Hilfe vonLehrmodulen unterrichtet. Undauch in dieser Zeit habe ich nebenherzwei Bauprojekte begleitet:eine Brücke in Nairobi undspäter eine Mehrzweckhalle inÄthiopien.Dann warst du ja so etwas wieder Muster-Entwicklungshelfer!Leider ist das vielerorts nochimmer so. Natürlich gibt esinzwischen auch Afrikaner, diediese Fähigkeiten hätten. Aberes sind immer noch, gemessenan der Größe des Kontinentsund des Bedarfs, viel zu wenig.Und: Der Afrikaner mitUniversitätsstudium bleibt inder Stadt, wo er gut verdient,und tätigt keine Projekte inder Provinz. Das hat nicht notwendigetwas mit Gier zu tun.Man darf nicht vergessen, dassder Afrikaner das Geld für dieGroßfamilie verdient und mitdieser teilt. Deshalb ist gute Bezahlungso wichtig.Dennoch höre ich immer wieder,dass langfristig nur Afrikanerselbst ein nachhaltigesEntwicklungsmodell für Afrikaentwickeln können.Das stimmt! Afrika muss etwasentwickeln, das für seine Kultur,Traditionen und Mentalitätenpasst. Bis jetzt ist es eherein Kopieren des westlichenModells, aber das ist, wie wiralle wissen, an seine Grenzengestoßen mit seiner Überbetonungvon Wettbewerb undGier nach Profit. Afrika brauchtein Arbeits- und Wirtschaftsmodell,welches das Gute anseiner Gemeinschaftsbezogenheitund seinen Respekt vor derNatur mit einbezieht. Gelingtdies, könnte es eines Tages dazukommen, dass der Westen vonAfrika lernt, was nachhaltigesWirtschaften bedeutet.Kann die Kirche hier etwasbeitragen?Die Kirche hat eine Soziallehre,die eigentlich mit ihren Konzepten„Personalität“ und „Solidarität“eine Brücke schlagen26 weltweit


Interviewkönnte zwischen westlichemIndividualismus und afrikanischemGemeinschaftsdenken.Aber die Soziallehre wird zuwenig offensiv ins Gesprächgebracht, wie ich überhauptfinde, dass die Kirche sich nochnicht wirklich in Afrika inkulturierthat. Ähnlich wie beimWirtschaften, kopiert man daseuropäische Kirchenmodell, weilman es für ein Zeichen vonFortschritt hält.Ist das nicht eine Herausforderungfür die kirchlichenBildungseinrichtungen?Ja, durchaus. Und die Jesuitenmachen hier eine besondersgute Arbeit, indem siebeispielsweise darauf achten,dass Jungen und Mädchengleiche Zugangschancen zuihren Schulen haben. Frauen,scheint mir, sind in Afrikawesentlich verantwortungsbewussterals Männer, weilsie letztlich jene sind, die dieKinder versorgen und die Familiezusammenhalten. DieseMentalität muss auch stärkerin der gesamtgesellschaftlichenVerantwortung zumTragen kommen.Bist du gerne nach Deutschlandzurückgekommen?Je länger ich in Afrika war,umso deutlicher merkte ich,dass ich nicht dazugehöre.Auch glaube ich wirklich,dass wir mehr für Afrika tunkönnen, indem wir sie dabeiunterstützen, ihren Weg zufinden, als dass wir vor Ortmitzumischen suchen.Was ist deine wichtigste Erkenntnisaus dieser Zeit?Ich kann mich inzwischen selbstrelativieren. Meine eingangs erwähnteErgebnisorientiertheitist einer stärkeren Wertschätzungdes Augenblicks und desWeges gewichen, den man gemeinsamgehen muss, um dasZiel zu erreichen. Wichtig fürmich ist nicht nur das gemeinsameGehen, das es ja auch beiuns gibt in einer arbeitsteiligenWelt. Aber in Afrika habenmenschliche Beziehungeneinen höheren Stellenwert alsdie reine Effizienz. Eine Lösung,auch wenn sie gemeinsamdurchgezogen wird, aber beinur einem eine Verstimmunghinterlässt, ist nicht akzeptabel.Interview: Jörg Alt SJStefan Hengst SJ, links mit einem afrikanischen Mitstudenten, hat sich an einfache Hilfsmittel auf Baustellen gewöhnt.weltweit 27


NachrufEin Mann von enormer EnergieP. Hermann Husemann SJ (29.12.1926 – 10. 9.2012)Hermann Husemann, am 29. Dezember1926 in Münster geboren, gehörte,wie auch ein junger Seminarist namensJoseph Ratzinger, zu der unglücklichenGeneration, die am Ende des ZweitenWeltkrieges noch zur Wehrmachteingezogen wurden. Hermann fiel derfranzösischen Armee in die Hände undverbachte 1945-47 in Gefangenschaft.Wieder in der Heimat, studierte erTheologie. 1949 trat er in die GesellschaftJesu ein und wurde 1959 inFrankfurt zum Priester geweiht. Hermanngehörte zu den ersten Jesuiten,die nach dem Krieg wieder in die Sambesi-Missiongingen. 1961 kam er inseiner neuen Heimat Simbabwe an, dasdamals noch Rhodesien hieß. Er war35 Jahre alt und musste nun ganz vonvorn anfangen, eine fremde Sprachelernen (Shona) und sich an eine andereKultur gewöhnen.Hermann war ein Mann von enormerEnergie und Tatkraft. Sobald er Menschenin Not sah oder eine Chancefür die Kirche erkannte, handelte er.Zögerndes Überlegen war nicht seineSache. Schon sehr bald stampfteHermann Kirchen und Schulen, Klinikenund Schulungszentren aus demBoden. Seine Freunde und Verwandtenunterstützten seine Bauprojektemit bewundernswerter Großzügigkeit.Auf Heimaturlaub war er ständig aufAchse, um mit seinen Wohltätern inVerbindung zu bleiben. Als Chinhoyizur Diözese erhoben wurde, kam Hermannnach Makumbi. Viele Männerdieser Gemeinde arbeiteten in Harareund ließen Frauen und Kinder zurück.Hermann baute zahllose solide kleineDorfkirchen für sie.Krankenhaus- und Gefängnisseelsorgeentsprachen seiner großherzigen Sorgefür die Ärmsten. Der Strom der Hilfesuchendenwuchs immer mehr. Manchmalging ihm die Geduld aus und erfuhr die Leute hart an. Die ertrugendas, wohlwissend, dass Hermanns weichesHerz schließlich doch Ja zu ihrenendlosen Bitten sagen würde.Für einen so aktiven Mann war dasAlter eine schwere Last. Als der Provinzialihm bedeutete, dass nun seineaktive Zeit zu Ende gehe, war er wievom Donner gerührt. Aber in seinerletzten Zeit im Haus der Senioren inHarare wurde er ruhig und gelassen.Nur als er sich in den letzten Wochenüberhaupt nicht mehr selbst bewegenkonnte und völlig auf Krankenpflegerangewiesen war, zeigte er Zeichen vonUngeduld. Es war Zeit zu gehen. Am10. September 2012 war es soweit.Sein Grab ist auf dem alten Missionsfriedhofin Chishawasha, nahe denGräbern von so vielen Freunden undMitarbeitern. Der Herr gebe dem rastlosenArbeiter seinen Frieden.Oskar Wermter SJ28 weltweit


NachrufNaturwissenschaftler und CharismatikerP. Christian Weichsel SJ (30.3.1932 – 20.9.2012)Christian Weichsel wurde am 30. März1932 in Rittersdorf/Schlesien geborenund von dort am Ende des Krieges mitseiner Familie vertrieben. Nach demAbitur studierte er zunächst Mathematik,Physik und Sport in Göttingen. Erwollte Lehrer werden und dies mit demPriestertum verbinden. 1954 trat er indie Gesellschaft Jesu ein. Erst zögerndentschied er sich für den Einsatz ineinem Missionsland. Jemand gab ihmdas Buch über den Pionier der Sambesi-Mission,P. Anton Terörde SJ, dernach vielen vergeblichen Mühen undStrapazen starb: Keine Missionsromantik,sondern das Beispiel eines vollenEinsatzes gab den Ausschlag.In Marymount, einer Missionsstationim Nordosten von Simbabwe, warChristian als Lehrer tätig. Die Theologiestudierte er in Irland, wo er 1964zum Priester geweiht wurde. 1966kehrte er in das damalige Rhodesienzurück. In St. Albert’s konnte er beidessein, Priester und Lehrer. Er unterrichtetevor allem Physik und begeistertedie Schüler so sehr, dass sie erfinderischwurden und Preise bei Wettbewerbengewannen. Hier im Nordostenfing der schwarze Aufstand gegen dasweiße rassistische Regime an. 1975wurde die Schule wegen des Kriegesgeschlossen, aber Christian blieb alsSeelsorger. Nach dem Waffenstillstand1980 begann er mit dem Neuaufbauder verwüsteten Missionsstation. Vonda an blieb er Gemeindeseelsorger inder späteren Diözese von Chinhoyi,zu deren Gründern, still, aber hart arbeitend,er gezählt werden muss.Christian verband mit seiner ruhigenArt einen verschmitzten Humor. Erhatte es selten eilig und war der afrikanischenArt, mit der Zeit umzugehen,gut angepasst. Man wusste bei ihmnie, was er als Nächstes tun würde.Er war kein Mann der Organisationund Planung. Er hatte Zeit. Was dieMenschen in Afrika sehr schätzen.Seine Spiritualität war in späterenJahren sehr von der CharismatischenErneuerung geprägt. Mit und für dieKranken zu beten war ihm ein Herzensanliegen,was ganz dem Wunschseiner Gläubigen entsprach.Schließlich ließen seine Kräfte nach,bis der Umzug in das Seniorenhausin Harare unvermeidlich wurde. DieMitbrüder und die leitende Schwestergaben sich viel Mühe um ihn. Er starbfriedlich am Abend des 20. September2012. Beim Requiem sprach P. WolfgangThamm SJ über seinen altenJahrgangsgenossen und Mitbruder mitLiebe und Verständnis, Bischof DieterB. Scholz SJ sprach die Totengebeteder Kirche. Danach wurde ChristianWeichsel, Lehrer und Priester, Naturwissenschaftlerund Charismatiker,auf dem alten Missionsfriedhof Chishawashabegraben.Oskar Wermter SJweltweit 29


NachrichtenPost aus ChinhoyiEin Dankeschön von Bischof Dieter B. Scholz SJVerehrte Freunde der Jesuitenmission,Ihre Großherzigkeit zu unserem Aufruf für das Bistum Chinhoyi hat uns überwältigt.In wenigen Monaten ist die wirklich erstaunliche Summe von über210.000 Euro zusammengekommen. Ich weiß, dass für die meisten unter Ihneneine Spende für unsere Anliegen den Verzicht auf etwas anderes bedeutete. Darumdanke ich Ihnen allen sehr herzlich!Vor wenigen Wochen haben wir zwei hochverdiente und verehrte Missionare beerdigt,Pater Hermann Husemann SJ (85) und Pater Christian Weichsel SJ (80).Nach dem Requiem wurden die Särge von sechs jungen einheimischen Priesternaus der Kirche getragen. Kaum eine Geste könnte deutlicher sichtbar machen,dass die Kirche in Simbabwe jetzt am Ziel unserer Missionsarbeit angelangt ist:Die Saat ist aufgegangen, die Pflanzen haben Wurzeln gefasst, die Bäume Früchtegetragen. Wir danken unseren Mitbrüdern für ihren Einsatz und Ihnen, verehrteFreunde, für Ihre Verbundenheit und Ihre Solidarität mit den Armen in Simbabwe.Für uns ist es Anlass zu Freude und Dankbarkeit, wenn wir die Arbeit in unseremBistum nun in afrikanische Hände legen dürfen. Diese besteht vor allemdarin, das Reich Gottes in seinen vielseitigen Dimensionen aufzubauen. Zu denmeisten unserer Missionsstationen gehören Schulen, Krankenhäuser und landwirtschaftlicheoder soziale Entwicklungsprojekte. So muss es sein und so solles auch bleiben, wenn unsere afrikanischen Mitbrüder Leitungsaufgaben undVerantwortung übernehmen.Die Partnerschaft unserer jungen Kirche mit Christen in Deutschland wird einanderes Gesicht bekommen, aber sie bleibt ebenso lebenswichtig wie in derGründerzeit. Nicht nur wegen Ihrer Spenden. Ich sehe die durchaus realistischeMöglichkeit, dass in Zukunft einige der besten jungen Priester aus unseremBistum nach Deutschland kommen werden, um dort als Seelsorger in IhrenPfarreien zu arbeiten, bis der Priestermangel überwunden ist oder bis neue Wegeder Seelsorge in den deutschen Bistümern gefunden sind. Unser Bistum hatderzeit 32 einheimische Priester und fünf Diakone. Fast 30 junge Leute bereitensich auf die Weihen vor. Wir sind gern bereit, etwas von dem, was die Kirchein Deutschland durch ihre Missionare und durch ihre jahrzehntelange Unterstützungunserer Arbeit für Simbabwe getan hat, an die Kirche in Deutschlandzurückzugeben.+ Dieter B. Scholz SJ, Bischof von Chinhoyi30 weltweit


TermineWeltweite Klänge 2013Musikalische Expeditionen mit jungen Talenten aus vier KontinentenMusik kennt keine Grenzen. Das stellt unser internationales Musikprojekt nunschon zum fünften Mal unter Beweis. Mehr als 30 Jugendliche und junge Erwachseneaus Indien, Paraguay, Kolumbien, Uganda und Deutschland treffensich im Januar 2013 zu einer Probenwoche mit intensivem Kulturaustausch.Auf ihrer anschließenden Europa-Tournee laden sie zu einem Streifzug durchdie Musik ihrer Heimatländer ein. Dabei trifft Klassik auf Moderne. Ob Streichorchester,Big Band oder Chor – die Weltweiten Klänge haben viele Klangfarben.Im Ensemble kommen auch verblüffende Instrumente zum Einsatz: selbstgebaut aus Schrottteilen von einer Müllhalde in Paraguay.Die Leitung der Weltweiten Klänge 2013 arbeitet ebenfalls interkulturell. Derjunge Musikpädagoge und Dirigent Max Röber aus Dresden übernimmt erstmalsdie musikalische Leitung. Ihm steht Nachwuchsdirigent José Miguel Echeverríaaus Paraguay zur Seite. Er ist Schüler von Luis Szarán, dem Gründer desMusikbildungsprojekts „Sonidos de la tierra“. Freuen Sie sich schon jetzt auf eineindrucksvolles Konzerterlebnis!KonzerttermineBÜRENFR. 25.01.2013 18.30 UHRSt. Nikolaus, Königstraße 19BONNSA. 26.01.2013 17.00 UHRAloisiuskolleg, Elisabethstraße 18GÖTTINGENSO. 27.01.2013 17.00 UHRSt. Michael, Turmstraße 6DRESDENMO. 28.01.2013 19.30 UHRSt. Benno-Gymnasium,Pillnitzer Straße 39NÜRNBERGDI. 29.01.2013 19.00 UHRMaria-Ward-Schule, Keßlerplatz 2MÜNCHENMI. 30.01.2013 18.00 UHRSt. Michael, Neuhauser Straße 6(Messe und Konzert)BRIXEN (ITALIEN)DO. 31.01.2013 20.00 UHRForum Brixen, Romstraße 9GROSSAU (SCHWEIZ)FR. 01.02.2013 20.00 UHRAndreaskirche, Herisauerstraße 5FRANKFURT/MAINSA. 02.02.2013 18.00 UHRSt. Ignatius, Elsheimer Straße 9(Messe und Konzert)Der Eintritt ist frei. Spenden kommendem Projekt Weltweite Klänge zugute.weltweit 31


NachrichtenHinweis in eigener SacheWegen Portoerhöhungen ändern wir Dankbrief-VersandDen Infobrief streicht dieDeutsche Post ab Januar2013 leider komplett.Die Deutsche Post hat zum Jahreswechsel 2013 drastischePreissteigerungen beschlossen, von denen auchdie Jesuitenmission betroffen ist. Bisher konnten wirviele unserer Dankbriefe als Infobrief zu einem Portovon 35 Cent verschicken. Diese Möglichkeit fällt ab2013 weg, d.h. jeder Dankbrief kostet uns zukünftig58 Cent. Diese für uns unverhältnismäßige Erhöhungkönnen wir leider nur abmildern, indem wir unserPostaufkommen reduzieren.• Spenden unter 20 Euro bedanken und quittieren wir zukünftig nur noch miteiner jährlichen Sammelbestätigung, die Sie im Januar des Folgejahres erhalten.Wir sind für jede Spende unter 20 Euro nach wie vor dankbar! Aber habenSie bitte Verständnis, dass wir hier aus Gründen der erhöhten Portokosteneine Grenze ziehen müssen.• Für Spenden ab 20 Euro senden wir Ihnen einen persönlichen Dankbrief,dem die Zuwendungsbestätigung wieder direkt beiliegt. Für Spender, die bereitsauf eigenen Wunsch eine Jahresquittung erhalten, ändert sich nichts.• Falls Sie uns per Dauerauftrag oder Lastschrift monatlich Spenden zukommenlassen, ändert sich für Sie ebenfalls nichts: Wie bisher senden wir Ihneneine Jahresquittung zu, auf der alle einzelnen Spenden aufgeführt sind.Ihre persönlichen Wünsche berücksichtigen wir natürlich auch in Zukunft gerne.Wenn Sie uns diese bereits in der Vergangenheit mitgeteilt haben, brauchenSie nicht noch mal eigens Kontakt mit uns aufzunehmen. Ansonsten freuenwir uns auf Ihren Anruf unter: (0911) 2346-160 oder eine Nachricht an:spende@jesuitenmission.deNeues aus der JesuitenmissionAbonnieren Sie unseren E-Newsletter im InternetWenn Sie mögen, informieren wir Sie künftig mit unserem elektronischen Newsletterin regelmäßigen Abständen über unsere weltweite Projektarbeit sowie überaktuelle Aktionen und Termine. Wir haben schon jetzt rund 400 Abonnentenund würden uns freuen, auch Sie in unseren Verteiler aufzunehmen. Melden Siesich einfach auf unserer Homepage www.jesuitenmission.de mit Ihrer E-Mail-Adresse für den Newsletter an.32 weltweit


RückblickVor 40 Jahren in JapanPater Bruno Bitter folgt seinen Horoskop-EmpfehlungenVor nicht zu langer Zeit hat in meinem Horoskop gestanden: „Mach dich mehrbemerkbar.“ Bald danach hatte ich wegen falschen Parkens meines Wagens mitder Polizei zu tun. Ich habe dann der Mahnung des Horoskops folgend michbemerkbar gemacht. Ein Japaner, der wegen des gleichen Vergehens in der Polizeibudewar, hat sich mein „bemerkbar machen“ angehört und sagte: „Ichschließe mich dem an, was dieser Ausländer sagt.“ Der Erfolg war, wir konntennach Hause fahren. Durch diesen Erfolg ermutigt, habe ich zu Hause etwasÄhnliches versucht und der Mann ließ sich ebenfalls eines Besseren belehren. Sohoffe ich auch bei meinen Lesern auf einen ähnlichen Erfolg.Vor 20 Jahren in SimbabwePater Oskar Wermter schreibt über Zwangsräumungen zu Ehren der KöniginAus drei Magazinen istweltweit entstanden:Aus dem Lande deraufgehenden SonneNr. 84, 197260.000 Familien stehen auf der Warteliste des Wohnungsamtes der Stadt Harare. Indieser Notsituation haben einige hundert Familien schon vor Jahren zur Selbsthilfegegriffen. Sie siedelten sich auf freiem Land an. Dann kam die englischeKönigin. Ihr zu Ehren wurde die Stadt blank gefegt. Erst wurden die Bettler undObdachlosen aufgelesen. Dann kamen die ‚wilden‘ Siedler dran. Große Raupenschlepperwalzten die Häuser nieder. Mit Sack und Pack (und ihren Blechdächern)wurden die Leute auf einen Sammelplatz außerhalb der Stadt transportiert. PeterMutiro hatte Pech. Er war zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause. Sein Haus samtaller Habseligkeiten wurde trotzdem plattgewalzt. Die Katholische Kommissionfür Gerechtigkeit und Frieden hilft, vor Gericht auf Schadenersatz zu klagen.Vor 30 Jahren in BrasilienPater Werner Ruffing kümmert sich um Russen in São PauloPater Werner Ruffing hat sich in Indonesien zehn Jahre lang um politische Gefangenegesorgt. Nun rief ihn der Orden an das andere Ende der Welt nachSão Paulo. Dort wird er fortan in der Seelsorge unter den 40.000 emigriertenRussen gebraucht: „Die russische Gemeinde hier lebt weitverstreut im Radiusder Mammutstadt São Paulo. Wir sind unermüdlich unterwegs auf der Suchenach unseren Schäflein: an Krankenbetten, an Sterbebetten, in Aussegnungshallenund auf den unermesslichen Friedhöfen; in Altersheimen, in Häusernund Hütten, wo es nur so wimmelt von Kindern, Hunden und Katzen. Wir‚Väter‘ laufen hinter den verlorenen Söhnen und Töchtern her. Sie sind verlorenernoch als der glückliche verlorene Sohn des Evangeliums, der immer nochwusste, wohin er jederzeit zurückkehren konnte.“Sambesi, Nr. 55, 1992weltweit, Ostern 1982weltweit 33


Leserbriefe„Selbstmord“ ist der falsche BegriffZum Artikel „Hoffnung statt Zukunftsangst“ (3/12)Ganz herzlichen Dank für das neue weltweit und unsere Anerkennung für diegute Gestaltung. Mir waren diesmal besonders wichtig: „Sehnsucht in den Anden“(Inkulturation) und „Brücken der Verständigung“ (interreligiöser Dialog).Dazu noch eine Bitte: Verwenden Sie nie wieder das Wort „Selbstmord“ (S.5).Zur Begründung anbei eine Textkopie: „Selbsttötung. Man nennt sie Selbstmord.Zunächst wäre es gut, das Wort abzuschaffen. Denn ‚Mord‘ ist immerTötung aus einem niedrigen Motiv und durch freien Willen. Selbsttötung istaber selten ein Akt der Freiheit, und noch seltener geschieht sie auf Grund einesniederen Motivs. Verzweiflung ist weder Ausdruck der Bosheit noch der Freiheit.“(Jörg Zink, Erfahrung mit Gott)Walther Fincke, WürzburgSehnsuchtZum Artikel „Sehnsucht in den Anden“ (3/12)Als ehemaliger Schüler des Kollegs St. Blasien und gelegentlicher Unterstützervon Jesuitenprojekten erhalte ich seit Jahren das Magazin „weltweit“. Diesmalhabe ich das Heft mit besonderer Freude zur Hand genommen, weil auf demFoto der Jesuit Volunteers auch mein ältester Enkel steht. Zur Feder für diesekurze Anmerkung habe ich aber erst nach der Lektüre des Berichtes von P. EnriqueZabala S.J. gegriffen – einfach um dafür danke zu sagen. Dieser Dank sollganz für sich allein stehen und nicht eingebunden werden in die Gedanken, diemir beim Lesen durch den Kopf gegangen sind. Aber der Beitrag sollte weit verbreitetund gelesen werden, immer wieder, vom ganzen Volk Gottes, denn dannahnen wir vielleicht sogar, warum in unserer Weltkirche für manche manchesmanchmal so spröde und so sperrig ist. Den schmalen Grat zwischen fremdelnmit anderen Religionen und Kulturen und fremd werden in einer sich rasantverändernden eigenen Welt werden wir als Kirche nur glaubwürdig wandernkönnen, wenn wir den Kern der geoffenbarten Botschaft sichtbar machen undihre Strahlkraft leuchten lassen.Johann Wilhelm Römer, MainzAdventszeit!Es ist wieder soweit: Die vorweihnachtliche Kauf-Orgie und Gesellschaftsfeiernstehen an. Ein dichter Menschenstrom wälzt sich durch die Geschäftsstraßen.Aufblasbare Weihnachtsmänner und der Klang von „Jingle Bells“ sind allgegenwärtig,genervte Väter, schwer bepackte Mütter sind dem Nervenzusammenbruchnahe. Ist das wirklich der Sinn von Weihnachten? Das höchste Fest von uns Christenist nicht Weihnachten, sondern Ostern. Zu Weihnachten feiern wir nicht denWeihnachtsmann, sondern dass Christus geboren wurde.Walter Steigner, Fischbach34 weltweit


Impressumweltweit – die JesuitenmissionÜberall auf der Welt leben Jesuiten mit den Armen,teilen ihre Not, setzen sich für Gerechtigkeit undGlaube ein. Über dieses weltweite Netzwerk fördertdie Jesuitenmission dank Ihrer Spenden rund 600Projekte in mehr als 50 Ländern. Sie leistet Unterstützungin den Bereichen Armutsbekämpfung,Flüchtlingshilfe, Bildung, Gesundheit, Ökologie,Menschenrechte und Pastoralarbeit.weltweit – das Magazingibt viermal im Jahr einen Einblick in das Leben unddie Arbeit unserer Missionare, Partner und Freiwilligen.✂Ja, schicken Sie mir weltweit – das Magazinder Jesuitenmission ab der nächsten Ausgabebitte kostenlos zu. (Für neue Abonnenten)Herausgeber: Klaus Väthröder SJRedaktion: Judith BehnenGestaltung: Katja Pelzner, dialogDruck auf zertifiziertem Papier aus nachhaltigerForstwirtschaft: EOS St. OttilienISSN 1860-1057, erscheint vierteljährlichAusgabe: 4/2012 – WeihnachtenBildnachweise:Lourdu SJ (Titel,S.8,S.10), Marcette (S.4,S.7,S.9-11,S.35), Prinzing (S.5-6,S.9), Väthröder SJ (S.10),Xavier Centre of Historical Research (S.12-15,S.17-18),Kunstarchiv Jesuitenmission (S.16,S.19,Rücktitel),Taubitz (S.20-21), Kurmann SJ (S.22,S.24-25),Tschiggerl SJ (S.23),Hengst SJ (S.27), Archiv Jesuitenmission(S.28), Balleis SJ (S.29), Yehezkeli (S.30),Aleni (S.30), Behnen (S.30), Baumberger (S.31)Karten: Fischer Weltalmanach (S.5,S.22)Leserbriefe bitte an:Redaktion weltweitKönigstraße 64, 90402 NürnbergTel. (0911) 23 46-160, Fax -161weltweit@jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.deSpendenkonto: 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE61750903000005115582SWIFT: GENODEF1M05Name, VornameStraße, Nr.PLZ, OrtE-Mail (falls vorhanden)AntwortAn dieJesuitenmissionRedaktion weltweitKönigstraße 6490402 NürnbergGeburtsdatum (freiwillige Angabe)weltweit 35


Danke für Ihre Unterstützung!jesuitenmission.deKönigstr. 64 • 90402 NürnbergTelefon: (0911) 2346-160E-Mail: prokur@jesuitenmission.deSpendenkonto 5 115 582Liga Bank • BLZ 750 903 00

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