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Die „Next Eleven“ - IHK Regensburg

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AußenwirtschaftNigeria

AußenwirtschaftNigeria – Öl und GeldFür deutsche Unternehmen ist Nigeria einer der interessantestenund gleichzeitig schwierigsten Märkte in Afrika. Das Land strotztvor Ressourcen und Reichtum. Allerdings ist der Wohlstand extremungleich verteilt. Das schürt politische Konflikte.von André RönneNigerias Bruttoinlandsprodukt isthoch. Experten prognostizieren fürdie kommenden Jahre Wachstumsratenvon 6,7 bis 7,3 Prozent. DochNigeria braucht mehr. Mindestenszweistellige Wachstumsraten wären notwendig,um die Lebensbedingungen der etwa 170Millionen Einwohner spürbar zu verbessern.Insbesondere die marode Infrastruktur desLandes, allen voran der Energiesektor, benötigendollarschwere Neuinvestitionen.Vorangetrieben wird das WirtschaftswachstumNigerias tatsächlich durch die Nicht-Öl-Sektoren. Hierzu zählen unter anderem dieboomende Telekommunikation sowie Infrastrukturprojektein Energie und Transport.Davon profitiert wiederum der Bausektor. Optimistischwird zudem die nähere Zukunft derLandwirtschaft gesehen. Hier verzeichnetedas Land in den letzten Jahren nennenswerteProduktionssteigerungen. Allmählich könnensich die Nigerianerinnen und Nigerianer mehrKonsum leisten. Auch das wirkt sich positivauf die Gesamtwirtschaft aus. 170 MillionenEinwohner sind potenzielle Konsumenten.Zentralbank von Nigeria in Abuja (Foto: wikipedia)Zahlen, Daten, Faktenbekommt der muslimische Norden nur wenigab. Auch die Infrastruktur ist hier sehrschlecht ausgebaut. So ist es bis heute nichtzum Bau einer Gaspipeline vom Nigerdeltain den Norden des Landes gekommen, mitder dort Wärmekraftwerke angetrieben werdenkönnten. Die Folge sind eine massiveStromknappheit und hohe Kosten für Energiedurch Dieselgeneratoren. Auch in anderenInfrastrukturbereichen, wie bei Medizin- oderWasserversorgung, gibt es Nachholbedarf.Deutschlands Exporte nach Nigeria lagen 2012bei etwa 1,3 Milliarden Euro, was ein marginalhöherer Wert ist als die 1,27 Milliarden Eurovom Vorjahr. Nigeria ist nach Südafrika (2011:Für die Investitionen deutscher Unternehmenist der nigerianische Markt überaus interessant,aber ebenso schwierig. Geld ist aufgrundder Ölförderung reichlich vorhanden. Auch Industrien,die Vorprodukte aus dem Auslandnachfragen, sind in Nigeria stärker vertretenals in anderen Staaten Subsahara-Afrikas.Von Petrodollars profitiert der SüdenErnsthafte Probleme bereiten Nigeria die politischenUnruhen zwischen Christen und Muslimenvor allem im Norden des Landes. Dabeigeht es um die ungleiche Verteilung vonVermögen. Von den Petrodollars, die vor allemim christlichen Süden generiert werden,Fläche:Einwohner:Hauptstadt:Weitere Städte:Religionen:Sprachen:923.768 Quadratkilometerca. 170 Mio.AbujaLagos (9 Mio.), Kano (4 Mio.), Ibadan (4 Mio.), Kaduna (1,6 Mio.)Muslime, Christen, Anhänger von NaturreligionenEnglisch (Amtssprache), wichtige Regionalsprachen sind imSüdwesten Yoruba, im Norden Haussa, im Südosten IgboWährung: Nigerianischer Naira (217 NGN = 1 €)Top-Exportgüter: Erdöl, Kakao, Palmöl, Erdnüsse und GummiEinfuhr (2012):Ausfuhr (2012):nach Deutschland aus Nigeria 4,42 Milliarden Euroaus Deutschland nach Nigeria 1,25 Milliarden Euro22 WIKO I 9 I 2013

Die großen Kapitalinvestitionen fließenvor allem in die Öl- und Gasindustrie, allerdingskönnte deren Potenzial deutlichbesser ausgeschöpft werden, vor allemwenn sich die Sicherheitslage im Nigerdeltaverbessern würde. Auch dürften Infrastrukturprojekteeinen beträchtlichenTeil der Investitionen in den kommendenJahren ausmachen. Dabei hält sich derStaat als Großinvestor für Infrastrukturprogrammedeutlich zurück und appelliertan private Geldgeber. Vor allem im Energiesektorzeigt sich das.8,6 Milliarden Euro) der zweitgrößte Absatzmarktfür deutsche Unternehmen inSubsahara-Afrika. Auch für die kommendenJahre erwarten Experten einen anhaltendhohen Importbedarf. Der Einfuhrbedarfdes Landes stützt sich sowohl auf diehohe Nachfrage nach Ausrüstung und Industriebedarfals auch auf Konsumgüter,die im eigenen Land nicht hergestellt werden.Strenges ZollregimeDeutsche Produkte genießen nach wie voreinen guten Ruf in Nigeria, jedoch holt dieasiatische Konkurrenz aus China, Indienoder Indonesien auf. Vor allem dort, wodie einheimische Produktion bedroht ist,verfolgt Nigeria ein strenges Zollregime. Sobestehen Importverbote für gesackten Zementsowie diverse Nahrungsmittel. Hinzukommen intransparente und langwierigeRegistrierungsverfahren für Maschinen,elektronische Geräte, Lebensmittel undMedikamente. Der größte Hafen des Landesin Lagos ist zudem vollkommen verstopft.Anstatt der angestrebten 48 Stundenstehen Container dort oft wochenlang.KontakteAHK-Delegation der DeutschenWirtschaft in NigeriaTel. +234 (1) 2700746-7Fax +234 (1) 2700748roenne@lagos-ahk.dewww.nigeria.ahk.deDeutsche Botschaft AbujaTel. +234 (9) 2208010info@abuja.diplo.deabuja.diplo.deVöllig neue KonsumweltSo interessant und zahlungskräftig der nigerianischeMarkt ist, er bringt auch zahlreicheInvestitionshemmnisse mit sich.Neben der angespannten Sicherheitslagesind das vor allem die laufenden Kosten:horrende Mieten in Lagos, hohe Energiepreisefür eine sichere Stromversorgungmit Dieselgeneratoren oder Gebühren, diedurch massive Verspätung bei der Abfertigungvon Waren im Hafen von Lagos anfallen.Auch die Korruption, die im Landherrscht, kostet.Nigeria erlebt eine massive Strukturveränderungdes Konsums, einhergehend mitzahlreichen Investitionen. So entstehen inetlichen Städten des Landes Einkaufszentrennach südafrikanischem Vorbild. AuchKetten wie Shoprite oder Game kommenhäufig aus Südafrika. Damit entstehen fürden nigerianischen Verbraucher, der seineEinkäufe bislang vor allem auf Straßenmärktenoder in einzelnen Läden erledigthat, völlig neue Einkaufsmöglichkeiten.Nigeria ist der größte Binnenmarkt Afrikas.Mit einem Pro-Kopf-Einkommen vonrund 1.900 US-Dollar jährlich gilt Nigeriaals „low middle income country“. Dabeisind die Einkommen extrem ungleich verteilt.Interessant für den Konsumgüterbereichist eine wachsende Mittelschicht, diein der Lage ist, sich westlichen Lebensstilzu leisten. Marktkenner sehen dort jedeMenge ungenutztes Potenzial. Besondersjunge Verbraucher sind für den Sektor attraktiv:Etwa 40 Prozent aller Nigerianersind unter 15. Deutsche Anbieter haben imKonsumgüterbereich Marktchancen beihochwertiger Unterhaltungs- und Haushaltselektronik.Regelmäßige Aufträge fürMaschinen kommen zudem von der lokalenKonsumgüterindustrie. ■WIKO I 9 I 2013 23

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